"Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes"

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 3.1.2021

Der "Arbeiterkampf" des Kommunistischen Bundes (KB) erschien als Fortsetzung der Zeitung des "Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingszentrums Hamburg". Mit der Gründung des KB im November 1971 durch den Zusammenschluss der Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingszentren (SALZ) Hamburg, Bremerhaven und Frankfurt, der Kommunistischen Bünde/Marxisten-Leninisten (KB/ML) Flensburg und Eutin, des Kommunistischen Arbeiterbundes (KAB) Hamburg und der Kommunistischen Arbeitergruppe (KAG) Oldenburg erschien der "Arbeiterkampf" als gemeinsames Organ genannter Gruppen.

Die erste Ausgabe des "Arbeiterkampfs" erschien im Dezember 1971 als Nr. 13, nachdem in der "Kommunistischen Arbeiterzeitung" Nr. 12/1971 vom November das neue Organ angekündigt worden war. Zunächst erschien der AK mit dem Untertitel "Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes", später hieß es "Zentralorgan des Kommunistischen Bundes". Die Nummerierung (beginnend mit der Nr. 13/1971) setzte die der "Kommunistischen Arbeiterzeitung" (vom 18. November 1971) fort. Die Auflage des AK wurde mit 5.000 angegeben. Verantwortlich zeichnete zunächst Kai Ehlers aus Hamburg.

Wir danken dem Verein für politische Bildung, Analyse und Kritik e.V., Herausgeber von 'analyse & kritik' - Zeitung für linke Debatte & Praxis, für die Genehmigung der Veröffentlichung.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Arbeiterkampf, Inhaltsverzeichnis Jahrgang 1976

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1971:
Im November wird der Kommunistische Bund (KB) gegründet von den Gruppen SALZ Hamburg, SALZ Bremerhaven in Bremen, SALZ Frankfurt in Hessen, der Kommunistischen Aufbaugruppe (KAG) Oldenburg in Niedersachsen, dem KAB Hamburg und in Schleswig-Holstein den KB/ML's Eutin und Flensburg.
Eine enge Zusammenarbeit besteht, nach eigenen Angaben, mit dem KB/ML Lübeck in Schleswig-Holstein und den SALZ's Cuxhaven und Stade in Niedersachsen, die auch an der neuen gemeinsamen Zeitung 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Dez. 1971) mitarbeiten.

Später heißt es vom KB dazu:"
Der KB wurde im November 1971 gegründet. Die Gründungsorganissationen sind, wie allseits bekannt, das Hamburger SALZ und der Hamburger KAB. Diese Gründung erfolgte vorläufig in Form eines Dachverbandes. Diesem Dachverband haben sich 5 örtliche Zirkel von vornherein angeschlossen: nämlich Zirkel in Bremerhaven, Eutin, Flensburg, Frankfurt und Oldenburg. Dieser gemeinsamen Dachverbandsgründung KB ist ein mehrmonatiger, teilweise mehrjähriger Prozeß der praktischen Zusammenarbeit, der gemeinsamen politischen Diskussion, der Herausarbeitung gemeinsamer politischer Standpunkte in wesentlichen Grundfragen vorausgegangen.

Insbesondere intensiv war dieser Prozeß in Hamburg zwischen dem SALZ und dem KAB. Bei Gründung unserer Organisation waren eine Reihe wesentlicher Grundfragen zwischen diesen Gruppen - v.a. den Hamburgern - vereinheitlicht … Gemeinsamkeiten oder Vereinheitlichungen gab es bei der Einschätzung der Entwicklungstendenzen des BRD-Imperialismus nach innen und außen, d.h. nach innen einmal die Faschisierung, die Einschätzung des rasanten Ausbaus des Repressionsapparates. Nach außen: die besondere Agressivität des BRD- Imperialismus, der Charakter der neuen Ost-Politik …, die Politik des BRD-Imperialismus gegenüber Westeuropa … Einheitlichkeit bestand auch über die Politik der Aktionseinheit und der Notwendigkeit von Bündnispolitik im Allgemeinen, sowie - im groben und ganzen - über die Ziele und Methoden unseres Planes zum Organisationsaufbau (bzw. Parteiaufbau), was seinerzeit sehr breit diskutiert worden ist … Einheit bestand bei der Gründung auch in der grundlegenden Abgrenzung von Revisionismus und - vom damals so noch auftretenden - super'linken' ML-Spektrum. Neben dieser Vereinheitlichung in wesentlichen Gründungsfragen war für die Gründung unserer Organisation ebenso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger, die Entwicklung immer festerer praktischer Zusammenarbeit. Das heißt, die Erprobung politischer Grundsätze, die erörtert und vereinheitlicht worden sind in der politischen Praxis …

Die Zusammenarbeit gestaltete sich in Hamburg immer enger und führte zu monatelanger gemeinsamer Herausgabe von Flugblättern, Broschüren, Stellungnahmen aller Art zu allen damals anstehenden Fragen und zu einer direkten Blockbildung, die damals … als 'Hamburger Kommunisten' öffentlich auftrat. Der Zusammenschluß von SALZ und KAB im KB bedeutete praktisch: Herausbildung einer gemeinsamen Leitung …, die Herausgabe einer gemeinsamen Arbeiterzeitung, dem 'Arbeiterkampf', als Nachfolger der 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' des SALZ und die gemeinsame Herausgabe einer theoretischen Zeitung 'Unser Weg' als Nachfolger der 'KAB/AZ' des KAB. Bei Beginn, d.h. 1971 bestand die Grundorganisation des KB praktisch ausschließlich aus Betriebs- und Branchenzellen."

In einer "Gemeinsamen Erklärung" von SALZ Hamburg und KAB Hamburg wird u.a. festgestellt:"
Wir halten den Zeitpunkt für gekommen auf dieser Grundlage nun auch die ORGANISATORISCHE Vereinheitlichung voranzutreiben. Dazu soll die Bildung des Kommunistischen Bundes und die gemeinsame Herausgabe einer politischen Zeitung dienen. Der Kommunistische Bund ist noch keine Partei … . Er ist vielmehr die Organisationsform in der jetzigen Etappe der Parteischaffung, wo vom Zirkelwesen schrittweise zum Wiederaufbau der Kommunistischen Partei übergegangen wird." Die verschiedenen Organisationen innerhalb des KB behalten ihre politische Selbständigkeit. Eine gemeinsame Leitung wird gebildet, um "die Aktivitäten der verschiedenen Organisationen zu koordinieren und ein möglichst einheitliches Vorgehen zu gewährleisten".

Die bisherigen Organisationsnamen werden mit Erscheinen der ersten Ausgabe der politischen Zeitung des KB ersetzt durch die Bezeichnung KB (/) Gruppe (Ortsname). Weiterhin wird die Herausgabe der 'Arbeiterstimme' Bremerhaven (vgl. Sept. 1971) und der 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' Flensburg sowie die Herausgabe der 'Kommunistischen Korrespondenz' Oldenburg zugunsten der politischen Zeitung 'Arbeiterkampf' (AK), die die 'Kommunistische Arbeiter Zeitung' des SALZ Hamburg (vgl. **.**.1971) fortführt, und des theoretischen Organs 'Unser Weg' (UW), welches die bisherige 'KAB-Arbeiterzeitung' des KAB Hamburg (vgl. **.**.1971) fortführt, eingestellt. Der KB gibt sich auch ein Statut.
Quellen: KAB-Arbeiterzeitung Nr. 11/12, Hamburg 1971; Arbeiterkampf Nr. 13, Hamburg Dez. 1971; Unser Weg Nr. 26, Hamburg März 1979

Dezember 1971:
Der neugegründete KB gibt erstmals seinen 'Arbeiterkampf' als Arbeiterzeitung des KB heraus (vgl. Jan. 1972), der die Nr. 13 trägt womit er die Nummerierung der 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ - vgl. **.**.1971) des SALZ Hamburg fortführt. Diese wird, ebenso wie u.a. auch die Flensburger Zeitung selben Titels (vgl. 22.11.1971) eingestellt. Die Auflage der neuen Zeitung wird mit 5 000 angegeben. Außer einem Bericht über die Gründung des KB (vgl. Nov. 1971) sind eine Reihe von Betriebsberichten enthalten, bei denen man auch aus den eigenen Betriebs- und Branchenzeitungen zitiert. Dabei handelt es sich um Berichte aus dem IGM-Bereich aus Schleswig-Holstein von der MF Utina Eutin ('Metallkampf') und der FSG Flensburg ('Metallarbeiter') sowie über die HSW Hamburg ('Metallarbeiter' - vgl. 10.11.1971), aus dem ÖTV-Bereich über die HHLA Hamburg ('Hafenarbeiter') und die aus dem CPK-Bereich über die Norddeutsche Affinerie Hamburg (NA - 'Arbeiterstimme'). U.a. wird noch auf die SPD eingegangen, besonders auf deren Hamburger Aktivitäten im IGM-Bereich bei Blohm und Voss (B+V), Valvo, HSW und im Hafen (ÖTV-Bereich). Aus der Hamburger Chemieindustrie (CPK-Bereich) wird auch berichtet über Reichhold und Colgate-Palmolive.

Über Anti-NPD Aktionen wird berichtet aus Hamburg (vgl. Okt. 1971) und aus Freiburg in Baden-Württemberg (vgl. 23.10.1971).
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 1, Nr. 13, Hamburg, Dez. 1971

Januar 1972:
Der KB gibt zum zweiten Male seinen 'Arbeiterkampf' (AK) heraus (vgl. Dez. 1971, Feb. 1972), dessen Auflage mit 6 000 angegeben wird und der die Nr. 14 trägt.
Bei einer ganzen Reihe von Betriebsberichten stützt man sich auf die eigenen Betriebs- und Branchenzeitungen. Hierbei handelt es sich um den Eutiner 'Metallkampf' (IGM-Bereich - vgl. Dez. 1971) in Schleswig-Holstein und die Hamburger Zeitungen 'Druckarbeiter' (DP-Bereich), 'Metallarbeiter' (IGM-Bereich - vgl. 14.12.1971) und das 'Rote Banner' bei Colgate-Palmolive (CPK-Bereich - vgl. 21.12.1971).

Außer auf den Straußbesuch in Hamburg (vgl. 11.12.1971) geht man auch auf den Texacostreik in Hamburg (CPK-Bereich - vgl. 22.11.1971) und bundesweit (vgl. 23.11.1971) ein, wobei auch die Texaco Fettfabrik Kiel in Schleswig-Holstein und die Bohr- und Förderbetriebe Hohne und Wietze in Niedersachsen und Holstein erwähnt werden. Weitere Berichte und Meldungen aus der Chemieindustrie behandeln die Chemischen Werke Meerbeck in Moers in NRW und die Betriebszelle Reichhold Hamburg.
Aus der Druckindustrie (DP-Bereich) behandelt man den Münchener Merkur (MM) in München in Bayern, Springer Ahrensburg in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie die Bauer KG Hamburg.
Aus der Metallindustrie (IGM-Bereich) berichtet man u.a. von der FSG Flensburg in Schleswig-Holstein, Daimler-Benz Mannheim in Baden-Württemberg und von Nordmende Bremerhaven in Bremen.

Die Kontaktadresse der Gruppe Frankfurt des KB in Hessen ist in Bad Sooden. Berichtet wird aus Hessen aus Frankfurt vom Streik bei den LAW (ÖTV-Bereich - vgl. 23.11.1970), vom Streiks bei der DVSG (IGM-Bereich - vgl. 1971), von der MSI in Rödelheim (vgl. 26.11.1971) und der Jugendvertretung des Siemens Schaltwerkes (IGM-Bereich - vgl. 21.12.1971).

Artikel der Ausgabe sind:
- "Betriebsrätewahlen 1972. Die Weichen stellen
- "Menschenschlächter"
- "Indien besetzt Ostpakistan"
- "Antifaschistisches Aktionsbündnis in Hamburg"
- "Strauß in Hamburg: Faschistische Aufhetzung der Kriminalpolizei"
- "Linksextremismus an der Universität"
- "Köln: Kapitalistenoffensive"
- "Metaller in die Pfanne gehauen"
- "Texaco-Streik: Betriebsnahe Tarifpolitik?"
- "Akademische Leiharbeiter"
- "Lehrlingsstreik"
- "Faustrecht der Polizei"
- "Staatsschutz für Faschisten"
- "Eutin: Jugendsprecher gefeuert"
- "Eutin: Spitzel"
- "Flensburg: Völlig verschimmelt"
- "Bremerhaven: Blumen statt Informationen"
- "Entlassungen bei Colgate"
- "Bericht der Betriebszelle Reichhold: Bei Gegenwind kreuzen"
- "Betriebszelle Blohm & Voss: Gewerkschaftliche Aktivitäten unerwünscht"
- "DKP-Denunzianten"
- "Hamburg: Drupa Kollegen auf's Kreuz gelegt"
- "Albert-Bauer KG: Spanische Zustände"
- "10%-Forderung der IG Druck und Papier"

Berichtet wird u. a. von den "Betriebsrätewahlen 1972", von der Besetzung Ostpakistans durch Indien. "Eine Resolution der UN-Vollversammlungvom 8. Dezember den sofortigen Waffenstillstand und Rückzug hinter die jeweiligen Grenzen fordert, wurde von Indien abgelehnt". Ein "Antifaschistisches Aktionsbündnis" machte in Hamburg Front gegen einen Strauß-Auftritte. An einer Demo am 11.12.1971, beteiligten sich ca "2.000" Menschen. Agitiert wird gegen die DKP, die an einem "gemeinsamen Handeln" kein Interesse zeigte. Parolen waren u.a.: "Kampf gegen Strauß und die Demagogen der Kapitalistenklasse", "Schluss mit der politischen Verfolgung aller fortschrittlichen Kräfte-Für die Aufhebung des KPD-Verbots". Die Hamburger CDU veröffentlichte eine "Untersuchung über den Linksextremismus an den Hamburger Universitäten". Zur Metalltarifrunde wird gegen "Lohnabbau" und "Lohnleitlinien" agitiert. Zum "Texaco-Streik" erscheint ein Bericht, der die Unnachgiebigkeit der Geschäftsleitung in den Tarifverhandlungen kritisiert. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit einem Frankfurter Lehrlingsstreik von Ende November 1970. Es streikten in der "Frankfurter städtischen Lehrlingsausbildungswerkstatt" ca. 120 Lehrlinge. Anlass u. a. Übernahme nach der
Ausbildung. Berichtet wird noch über Entlassungen bei Colgate, über einen Bericht der "Betriebszelle Reichhold" zu den anstehenden Betriebsratswahlen. Der "Metallarbeiter. Zeitung des Kommunistischen Bundes für die Kollegen der Hamburger Metallindustrie" berichtet über "Beurlaubung" einer Kollegin. Die IG Druck und Papier fordert in den Tarifverhandlungen 10% Lohnerhöhung. Geworben wird für "Unser Weg", das "Arbeiterbuch", für das "Rote Banner. Informationen der Betriebszelle Colgate im Kommunistischen Bund".
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 14, Hamburg, Januar 1972.

Februar 1972:
Der KB gibt die Nr. 15 des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Jan. 1972, März 1972) heraus, dessen Auflage mit 6 000 angegeben wird.

Berichtet wird von Phrix (CPK-Bereich).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Trennung des Landesverbandes Südwest von der KPD/ML-ZK.

Aus Bayern wird berichtet aus München von Siemens Balanstraße (IGM-Bereich) und aus dem DP-Bereich aus Regensburg und vom DP OV München und dem Münchner Merkur (MM).

Aus Bremen wird berichtet von Philips Electrologica (IGM-Bereich - vgl. 3.2.1972).

Aus Hamburg wird berichtet von einer Hausbesetzung im Karolinenviertel (vgl. Jan. 1972), aus dem DP-Bereich vom eigenen 'Druckarbeiter' (vgl. Jan. 1972) und aus dem CPK-Bereich über die eigenen Betriebszellen Beiersdorf und Reichhold (RACAG).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von einer Jugoslawien-Demonstration (vgl. 11.1.1972) und aus dem IGM-Bereich von Teves (vgl. 4.1.1972), Roth (vgl. 5.1.1972) und VDM (vgl. 10.1.1972).

Aus Niedersachsen wird berichtet von Voigtländer Braunschweig (IGM-Bereich) und von Multicolor Springen (DP-Bereich) sowie von Philips Electrologica Osterholz-Scharmbeck aus Bremen (IGM-Bereich - vgl. 3.2.1972).

Aus NRW wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Hoesch Dortmund (vgl. 10.1.1972, 14.1.1972), Krupp Bochum (vgl. 10.1.1972), dem Schalker Verein (SV) Gelsenkirchen (vgl. 10.1.1972), Mannesmann (MM) Duisburg (vgl. 10.1.1972), Rheinstahl Duisburg (vgl. 10.1.1972) und von der ATH Duisburg-Hamborn (vgl. 10.1.1972) sowie aus dem GTB-Bereich von Göcke und Sohn (1 020 Besch.) in Hagen-Hohenlimburg.

Aus dem Saarland wird berichtet aus dem IGM-Bereich über Arbed und Röchling.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet aus Flensburg vom Kampf gegen die Berufsverbote (BV - vgl. 27.1.1972, 28.1.1972), aus Malente und Preetz von Kuhnke (DP-Bereich - vgl. Jan. 1972), aus Ahrensburg über eine kleine Druckerei (DP-Bereich) und aus Lübeck vom 'Metallarbeiter' des KB/ML Lübeck (IGM-Bereich - vgl. Jan. 1972).
Q: Arbeiterkampf Nr. 15, Hamburg Feb. 1972

März 1972:
Der KB gibt die Nr. 16 seines 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Feb. 1972, Apr. 1972) heraus, dessen Auflage mit 8 000 angegeben wird.

Aus Bremen wird berichtet vom KB Bremen (KBB - vgl. Feb. 1972).

Aus Hamburg wird berichtet über die Maivorbereitung (vgl. 16.2.1972), aus dem Karolinenviertel, vom ÖTV BJA, aus dem CPK-Bereich über die Betriebszelle Beiersdorf und die Jugendvertretung Norddeutsche Affinerie (NA).

Aus Hessen wird berichtet aus Fulda.

Aus NRW wird berichtet von der KI Köln (vgl. Feb. 1972).
Q: Arbeiterkampf Nr. 16, Hamburg März 1972

April 1972:
Der KB gibt die Nr. 17 seines 'Arbeiterkampf' (vgl. März 1972, Mai 1972) heraus, deren Auflage mit 10 000 angegeben wird.

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von Spanienaktionen (vgl. 18.3.1972), von einem Prozeß wegen Beleidigung gegen den 'Roten Metaller' der KPD/ML-ZK bei Teves im IGM-Bereich (vgl. Jan. 1971), wo drei DKPler im Betriebsrat seien und wozu auch die Gruppe des KB ein Flugblatt verteilt habe.

Aus Niedersachsen wird berichtet vom KB Wolfsburg (vgl. März 1972).
Q: Arbeiterkampf Nr. 17, Hamburg Apr. 1972

Mai 1972:
Der KB gibt die Nr. 18 seines 'Arbeiterkampf' (AK vgl. Apr. 1972, Juni 1972) heraus, dessen Auflage mit 14 000 gegenüber der letzten Ausgabe um 4 000 erhöht wurde, was wohl mit den Maidemonstrationen zusammenhängt.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Graubremse Hockenheim, IBM Sindelfingen und Zeppelin Friedrichshafen.

Aus Berlin wird berichtet aus vergangenen Zeiten von der Herausbildung der Roten Zellen Germanistik an der FUB aus der Ad-hoc Gruppe Germanistik.

Aus Hamburg wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Blohm und Voß (B+V) und aus dem CPK-Bereich von Beiersdorf, Colgate Palmolive, der Norddeutschen Affinerie (NA) und von Reichhold (RACAG).

Aus Hessen wird berichtet von Graubremse Frankfurt (IGM-Bereich).
Q: Arbeiterkampf Nr. 18, Hamburg Mai 1972

Juni 1972:
Der KB gibt seinen Arbeiterkampf (AK) Nr. 19 (vgl. Mai 1972, Juli 1972) mit einer Auflage von 12 000 heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom 1. Mai in Freiburg und Mannheim.

Aus Bayern wird berichtet vom 1. Mai landesweit sowie in Augsburg, Fürth, München, Nördlingen, Nürnberg, Regensburg und Würzburg.

Aus Berlin wird berichtet vom Maikomitee der SEW (vgl. 15.3.1972) und einem Maibündnis von linken Gruppen (vgl. Apr. 1972), von den Maidemonstrationen und den Vietnamdemonstrationen (vgl. 22.4.1972, 13.5.1972) sowie deren Vorbereitung (vgl. Apr. 1972).

Aus Bremen wird berichtet vom 1. Mai in Bremen und Bremerhaven.

Aus Hamburg wird berichtet von den Seeleuten (ÖTV-Bereich - vgl. Okt. 1971, 29.2.1972), von der Demonstration gegen die CDU-Putschversuche (vgl. 26.4.1972), vom 1. Mai, von Vietnamaktionen (vgl. 9.5.1972, 18.5.1972) und der eigenen Zelle Springer (DP-Bereich).

Aus Hessen wird berichtet landesweit von den Maiaktionen und von den Maidemonstrationen in Frankfurt (vgl. 30.4.1972, 1.5.1972) und Rüsselsheim. Aus Frankfurt wird berichtet von Vietnamdemonstrationen (vgl. 9.5.1972, 18.5.1972).

Aus Niedersachsen wird berichtet vom 1. Mai in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Wilhelmshaven und Wolfsburg. Polemisiert wird gegen den KB Bremen (KBB) und den KB Göttingen (KBG), die sich gegen die Aktionen gegen die CDU-Putschversuche ausgesprochen hätten.

Aus NRW wird berichtet vom 1. Mai in Dortmund, Essen, Köln und Oberhausen und aus Köln von Felten und Guillaume (F+G - IGM-Bereich - vgl. 26.4.1972).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von den Aktionen gegen das Mißtrauenvotum im Flensburger IGM-Bereich (vgl. 26.4.1972), vom 1. Mai in Flensburg, Kiel und Preetz sowie von Vietnamaktionen in Flensburg (vgl. 15.5.1972, 19.5.1972).
Q: Arbeiterkampf Nr. 19, Hamburg Juni 1972

Juli 1972:
Der "Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes" Nr. 20 erscheint mit 20 Seiten.
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 20, Hamburg, Juli 1972.

August 1972:
Der "Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes" Nr. 21 erscheint für August/September mit 20 Seiten.
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 21, Hamburg, August/September 1972.

Oktober 1972:
Der "Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes" Nr. 22 erscheint mit 20 Seiten.
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 22, Hamburg, Oktober 1972.

November 1972:
Der "Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes" Nr. 23 erscheint mit 18 Seiten.
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 23, Hamburg, November 1972.

Dezember 1972:
Der "Arbeiterkampf - Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes" Nr. 24 erscheint mit 22 Seiten.
Q: KB: Arbeiterkampf, Jg. 2, Nr. 24, Hamburg, Dezember 1972.

Januar 1973:
Der KB gibt seinen "Arbeiterkampf" (AK) Nr. 25 für Januar/Februar (vgl. Dez. 1972, März 1973) heraus.
Enthalten ist der zweite Teil des Artikels "Wie sich das Zirkelwesen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht" (vgl. Dez. 1972):"
ZUR AUSEINANDERSETZUNG MIT KBB/NRF (TEIL 2)

Im ARBEITERKAMPF 24 bericheten wir von der Absicht einiger Gruppen - KB Bremen, KB Göttingen, NRF Heidelberg u.a. - eine einheitliche Organisation zu bilden.

Auf einer Konferenz am 16./17. September 1972 bildeten diese Gruppen eine fünfköpfige 'Programmkommission', die den Auftrag erhielt, 'in etwa drei Monaten einen ausformulierten Programmentwurf vorzulegen. Schon vorher sollen vorbereitende Untersuchungen der Kommission veröffentlicht werden.'

Die Programmkommission konnte offensichtlich ihren Auftrag innerhalb der vorgesehenen Zeit von drei Monaten nicht durchführen, die Veröffentlichung von 'vorbereitenden Untersuchungen' unterblieb; stattdessen legte die Kommission Anfang Dezember bloß einen Arbeitsplan vor, der den Aufbau des Programms skizziert.

Diesen Arbeitsplan überschrieben NRF/KBB tollkühn mit dem Titel 'Das Programm der westdeutschen Kommunisten'. Damit soll gesagt sein, daß NRF/KBB den westdeutschen Kommunisten vorschlagen, sich auf dem Boden dieses Programms (zu dem freilich bisher nur der Arbeitsplan vorliegt) zur Neugründung der KPD zusammenzuschließen.

Dieser Arbeitsplan beseitigt immerhin einige maßlos überbetriebene Vorstellungen, die nicht nur wir, sondern auch einige Sympathisanten von NRF/KBB sich über das zu erwartende Programm gemacht hatten. So hatten wir z.B. noch vor kurzem geschrieben:

'…wir zweifeln nicht, daß die Genossen nunmehr ein Programm zustande bringen werden, das ausführlicher und exakter ist als die bisher vorliegenden Programme…' (ARBEITERKAMPF 24)

Und die mit NRF/KBB sympathisierende KG Köln hatte von dem Programm u.a. 'sorgfältige und konkrete Untersuchungen über Lage und Struktur der Arbeiterklasse', 'Aufarbeitung und Anwendung der Erfahrungen der kommunistischen Weltbewegung' und 'Anwendung der marxistisch-leninistischen Methode auf die Entwicklungstendenzen des westdeutschen Imperialismus' erwartet. ('tup' der KG Köln, September 1972)

Aus dem nunmehr vorgelegten Arbeitsplan geht jedoch hervor, daß das Programm von NRF/KBB zwar länger, aber keineswegs inhaltsreicher ausfallen dürfte als das halbe Dutzend von Programmen und Programmatischen Erklärungen, die schon von anderen Organisationen vorliegen.

Mit seiner Parole gegen die 'Verwechselung von programmatischen und taktischen Fragen' hatte das NRF schon vor einiger zeit das rechte Stichwort gegeben. Der Arbeitsplan zeigt, daß unter dieser Parole anscheinend die Beschränkung des Programms auf 'ewige Wahrheiten' (vom Typ 'Westdeutschland ist ein imperialistisches Land' oder 'Der endgültige Sieg des Proletariats ist unausbleiblich') gemeint ist, während konkrete Untersuchungsarbeiten und die Frage der Massenlinie aus dem 'Programm' hinaus in das Ressort der 'Taktik' verwiesen wurden. Dabei wurden auch einige Punkte der 'Taktik' zugeschlagen, die bis vor kurzem von NRF/KBB als Kern und Voraussetzung des Programms bestimmt worden waren.

So hatte z.B. die Bremer 'Wahrheit' den 'KPD's und 'KPD/ML's vorgeworfen, sie seien nicht in der Lage, in ihren programmatischen Erklärungen die 'Entwicklungsperspektiven des westdeutschen Imperialismus darzulegen' ('Wahrheit' Juni/Juli 1972 (vgl. 1.7.1972, d.Vf.)). Das war damals überhaupt die entscheidende Kritik des KBB an den 'Parteien', womit begründet werden sollte, warum das zukünftige Programm von NRF/KBB gaaaaanz anders aussehen müßte als die programmatischen Erklärungen der 'Parteien'. Im Arbeitsplan heißt es nunmehr:

'…unseres Wissens gibt es keinen Artikel, der sich mit Programmfragen beschäftigt und dabei nicht die Entwicklung des westdeutschen Imperialismus als DIE zentrale Aufgabe theoretischer Arbeit aufstellt. Nun wollen wir die Bedeutung dieser Aufgabe keineswegs abstreiten, aber von Bedeutung ist sie gerade in Hinblick auf die Ausarbeitung einer korrekten Taktik (!), nicht in Hinblick auf das Programm.' (Arbeitsplan, S. 10)

Auf einaml also soll die ehemals als Prüfstein und Fundament angegebene Untersuchung über die Entwicklung des BRD-Imperialismus fürs Programm gar nicht mehr so wichtig und bloß Gegenstand der 'Taktik' sein. ? Der Arbeitsplan beschränkt sich daher hinsichtlich der Entwicklung des BRD-Imperialismus auf allgemeinste Aussagen, die schon in der Programmatischen Erklärung des NRF von 1971 enthalten waren (verstärkter Kapitalexport, Konzentrationsprozeß etc.).

Ein zweites Beispiel: im 'Gemeinsamen Kommunique' der beteiligten Gruppen vom 28. Mai 1972 sind mehrere Punkte angegeben worden, und es heißt dazu: 'Die Klärung (!) dieser Frage ist die entscheidende (!) Voraussetzung (!) für die Erarbeitung des Programms'. Einer der dort angegebenen Punkte war die Faschismus-Frage. Wie aber wird die Faschismus-Frage nunmehr im Programm behandelt? Da heißt es, das Programm sollte auch einen 'Hinweis' auf Rückschläge der Arbeiterbewegung enthalten. Unter diesem Punkt sollen außer der 'Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion' (SU, d.Vf.) auch der historische Faschismus in Deutschland und Italien 'angeführt' werden, weil er 'eine stark demoralisierende Wirkung' hatte (S.26).

Ist der Faschismus aber nur ein HISTORISCHES Problem, auf das ein 'Hinweis' am Rande ausreichend ist…? - Der Arbeitsplan erkennt zwar die Möglichkeiteiner 'aktuell drohenden faschistischen Gefahr' auch für die Zukunft an, jedoch sei das 'eine andere Frage, die nicht Bestandteil des Programms (!), sondern Gegenstand taktischer Erörterungen und Resolutionen ist' (S.30).

Erst wurde also die Klärung der Faschismus-Frage als 'entscheidende Voraussetzung' für die Erarbeitung des Programms definiert. Nun aber heißt es, diese Frage sei gar nicht Gegenstand des Programms, sondern der 'Taktik'. In der Tat widmet der Arbeitsplan der Faschismus-Frage alles in allem noch nicht einmal 10 Zeilen!

Gegen die 'KPD' haben NRF/KBB den Vorwurf der 'programmatischen Beliebigkeit' (Arbeitsplan, S. 8) erhoben. Aber was könnte 'beliebiger' sein als der Arbeitsplan von NRF/KBB, worin ehemals für unentbehrlich erklärte Bestandteile des Programms einfach fallen gelassen sind, worin über zentrale Fragen der Arbeiterbewegung (Faschismus, Opportunismus) oberflächlich hinweggehuscht wird, während Nebenfragen (z.B. Rolle der 'neuen Mittelklasse') genüßlich ausgewalzt werden?

Zumindest die Führer des KBB wissen genau, was sie da veranstaltet haben. Denn in der 'Wahrheit' schrieben sie schon vor fast einem Jahr völlig richtig:

'Wir gehen also davon aus, daß es noch keine politische Plattform gibt, welche die Basis bilden könnte für eine dauerhafte Einheit der Arbeiterklasse und frei von Opportunismus und Gründungsfieber (!). Wir gehen weiter davon aus, daß diese Basis auch nicht in wenigen Monaten (!) geschaffen werden kann, zumal in der westdeutschen kommunistischen Bewegung mit der umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung unserer Wirklichkeit kaum begonnen worden ist.' ('Wahrheit' Feb. 1972 (vgl. 1.2.1972, d.Vf.))

Der Arbeitsplan ist der zwangsläufige Ausdruck des Versuchs, wider besseres Wissen nun DOCH 'in wenigen Monaten' und ohne umfassende wissenschaftliche Untersuchungen so etwas wie ein Programm zusammen zu bringen. Dieses Programm hat keine Funktion für den Kampf der Arbeiterklasse, sondern es dient der bornierten Gruppenlogik der NRF/KBB-Führer: sie haben nun etwas zum Vorzeigen, mit dem sie in der Bewegung den großen Fischzug zu machen hoffen.

SALTO MORTALE

Immer und immer wieder haben NRF/KBB in ihren Publikationen die brennende Notwendigkeit des Programms eindringlich beschworen: das Programm schaffe überhaupt erst den einheitlichen Willen in der kommunistischen Bewegung und 'damit die Basis für ihren Zusammenschluß in der Partei' - ohne Programm sei die Bewegung zur 'taktischen Defensive' gegenüber der Bourgeoisie verdammt - ohne Programm könnten innerorganisatorische Widersprüche nicht offen ausgetragen werden usw. usf.

Aber der nun folgende 'Salto mortale' der NRF/KBB-Führer endet prompt auf dem Arsch! In ihrem Programm/Arbeitsplan lassen sie den Leser teilnehmen an ihrer Suche nach 'Vorbildern' für ihr Programm und das Ergebnis ihrer Suche fassen sie so zusammen:

'Seit dem Erfurter Programm von 1891 (!) ist von der revolutionären Arbeiterbewegung Deutschlands kein (!) systematisches Programm mehr ausgearbeitet worden, auf das wir uns stützen könnten.' (S.14/15)

Die verschiedenen Programm der KPD seien - so führt der Arbeitsplan weiter aus - alles gar keine richtigen Programme gewesen, sondern bloß 'Erklärungen mit Aufrufcharakter' oder 'taktische Feststellungen, die auf eine bestimmte Klasenkampfsituation bezogen waren'. Diese Programme der KPD seien zwar nicht völlig bedeutungslos, aber als 'Vorbild' fürs Programm von NRF/KBB seien sie untauglich. Ihr 'Vorbild' sehen die Genossen stattdessen in den programmatischen Diskussionen zum SPD-Programm von 1891 und zum Programm der russischen Partei von 1903 (zuzüglich dessen Erweiterungen 1918).

Die Genossen scheinen sich noch nicht einmal über die unglaubliche Arroganz im Klaren zu sein, SIE würden seit 1891, seit 80 Jahren (!) endlich wieder ein 'systematisches Programm' für die Arbeiterbewegung schreiben, wozu die KPD anscheinend nicht in der Lage war.

Wenn überhaupt erst das Programm die Basis für den parteimäßigen Zusammenschluß schafft - was war dann die KPD, die ja angeblich niemals ein 'richtiges' Programm gehabt hat? War die KPD seit ihrer Gründung 1918 nur ein gigantisch aufgeblähter ZIRKEL, der sich 'unrechtmäßig' als Partei bezeichnete? Man muß dies freilich glauben, da ja NRF/KBB das Fehlen eines Programms als wesentliches Merkmal des Zirkelwesens bezeichnen.

Zuerst haben die NRF/KBB-Führer die unheimliche Bedeutung und unbedingte Notwendigkeit des Programms betont. Nun ja, jede Henne gackert zum Eierlegen. - Aber dann tischen sie plötzlich die Behauptung auf, die KPD hätte während ihrer ganzen Existenz niemals ein Programm gehabt und sie müßten ihr Vorbild im Jahre 1891 suchen. Totale Konfusion!

Woran liegt es, daß die Genossen bis aufs sozialdemokratische Erfurter Programm von 1891 und aufs Programm der russischen Sozialdemokratie von 1903 zurückgreifen müssen, während sie in der nachfolgenden Zeit bis heute nichts 'Gescheites' im Sinne ihrer 'programmatischen' Pläne gefunden haben? Den Genossen scheint nicht einmal aufgefallen zu sein, daß hier eine Frage liegt.

WIE MÜSSTE DER FASCHISMUS IM PROGRAMM BERÜCKSICHTIGT WERDEN?

Wie wir sehen, geht der Arbeitsplan von NRF/KBB zum Programm mit kaum 10 Zeilen auf die Fragen ein, die sich aus der Erfahrung des Faschismus für die Arbeiterklasse ergeben.

Das entspricht zwar nicht den früheren Ankündigungen von NRF/KBB, daß die 'Klärung der Faschismusfrage' eine 'entscheidende Voraussetzung' (!) für die Erarbeitung des Programms sei. Jedoch liegt es ganz auf der Linie ihrer sonstigen Politik, die Faschismusfrage durch Schweigen zu 'lösen'

Daß sich im Programm überhaupt ein 'Hinweis' auf den Faschismus (der Vergangenheit) finden soll, begründet der Arbeitsplan ausschließlich mit der 'stark demoralisierenden Wirkung;, die der deutsche und italienische Faschismus auf die Arbeiter gehabt habe.

Schon diese Begründung offenbart den falschen Ansatz bei NRF/KBB, die von einer WIRKUNG der Erfahrung des Faschismus ausgehen, statt von der Erfahrung selbst: der Faschismus hat den grauenvollsten Krieg der Menschheit herbeigeführt, mit Millionen Arbeitern vieler Nationen als Opfer. Der Faschismus hat tausende klassenbewußter Arbeiter abgeschlachtet oder zerbrochen, er hat die Ergebnisse von Arbeitskämpfen vieler Jahre zunichte gemacht. DESHALB - und nicht in erster Linie der 'demoralisierenden Wirkung' wegen, die sich als Folge im Bewußtsein der Arbeiter zeigt - muß im Programm vom Faschismus geredet werden. Wenn wir über Niederlagen reden, dann deshalb, um aus ihnen zu lernen - und nicht deshalb, weil Niederlagen nebenbei auch eine demoralisierende Wirkung haben. Der Aspekt, aus der Niederlage des Faschismus zu LERNEN, scheint aber in den programmatischen Vorstellungen von NRF/KBB zu fehlen.

Der Arbeitsplan stellt den Faschismus lediglich als Gegenstand 'taktischer Erörterungen' - nicht aber als Gegenstand des Programms - dar: Es sei ja möglich, daß 'unter bestimmten Umständen' die Kapitalisten nochmals zu faschistischen Lösungversuchen greifen könnten; aber was die Kommunisten (und die Arbeiter) dann zu tun hätten, das sei halt bloß Gegenstand 'taktischer Erörterungen und Resolutionen' (Arbeitsplan, S. 30). Weiter unten führen sie dann noch eine Resolution an, die einzige, die sich auf den Faschismus zu beziehen scheint: diese Resolution soll eine Auffassung zurückweisen, der demokratische Kampf müsse heute wesentlich als antifaschistischer Kampf geführt werden. Die einzige 'taktische Resolution', die ihnen zum Faschismus einfällt: eine negative Abgrenzung von bestimmten Kampfformen, statt einer positiven Bestimmung der Aufgaben der Kommunisten (Arbeitsplan, S. 39).

NRF/KBB haben offenbar noch nicht einmal begriffen, daß der Faschismus und andere Formen der Konterrevolution TYPISCH sind für die ETAPPE des untergehenden Kapitalismus und proletarischen Revolution. Demnach geht es hier nicht um die TAKTISCHE Antwort, die auf eine bestimmte eventuelle Wendung des Klassenkampfes zu geben ist, sondern es geht um eine STRATEGISCHE Antwort auf die grundsätzliche und fürs Proletariat wesentliche Frage nach dem Weg der Revolution in dieser Etappe. Mit einem unnachahmlichen Sinn für Banalitäten haben NRF/KBB sogar die 'Unausbleiblichkeit' des proletarischen Sieges als Programmpunkt angegeben. Aber auf die Frage nach dem WEG dorthin haben sie nur eine Antwort: darüber zerbrechen wir uns jetzt noch nicht den Kopf. Das gehört in die Taktik und wenn es soweit ist, werden wir schon eine Resolution dazu machen…

Immerhin ist sogar die revisionistische DKP in diesem Punkt richtiger verfahren als NRF/KBB im Arbeitsplan. Im ursprünglichen Programm der DKP (gleich Grundsatzerklärung) hieß es nämlich:

'Die DKP erstrebt den für das arbeitende Volk der Bundesrepublik günstigsten Weg zum Sozialismus, einen Weg ohne Bürgerkrieg. Es waren immer die herrschenden reaktionären Klassen, die zur Rettung ihrer Macht und ihrer Vorrechte blutige Gewalt gegen das Volk anwandten…'

In den späteren 'Thesen' der DKP (1971) findet sich kein entsprechender Hinweis mehr. Bei einer revisionistischen Partei wie der DKP ist das nicht weiter verwunderlich.

Aber auch NRF/KBB haben in ihrem Arbeitsplan zum Programm die Frage des Bürgerkriegs und des bewaffneten Kampfes schlichtweg 'vergessen'. Und eine solche 'Vergeßlichkeit' ist einigermaßen erstaunlich bei Leuten, die sonst sogar der 'KPD/ML' schon Konkurrenz an Wortradikalismus zu machen beginnen.

Die Geschichte der Klassenkämpfe zeigt, daß die Revolution in den imperialistischen Ländern ihren Weg wahrscheinlich über den Bürgerkrieg nehmen wird, der vom unbedingten Festhalten der herrschenden Klasse an den bestehenden Besitz- und Machtverhältnissen hervorgerufen wird. Die Vorbereitung der Arbeiterklasse gerade auf diesen Weg der Entwicklung ist demnach eine zentrale Aufgabe der Kommunisten - unabhängig von taktischen Wendungen, die der Klassenkampf erfordert und auf die das Programm nicht im Einzelnen eingehen kann.

Das Programm der Kommunisten wird diese Schlußfolgerung aus der Geschichte der Klassenkämpfe festzuhalten haben. In diesem Zusammenhang ist der Faschismus als eine besonders brutale Form der Konterrevolution nach innen und außen anzusprechen. (Wir auf die inhaltlichen Vorstellungen von NRF/KBB zur Faschismusfrage demnächst nochmals ausführlicher eingehen - vgl. hierzu auch ARBEITERKAMPF 16, 17 und 18).

WIE MÜSSTE DER OPPORTUNISMUS IM PROGRAMM BERÜCKSICHTIGT WERDEN

In der Frage des Kampfes gegen den Opportunismus tritt die chaotische Fehl-Proportionierung des Programms, das Verwechseln von Wesentlichem und Unwesentlichem durch NRF/KBB besonders krass zutage: da widmet der Arbeitsplan zum Programm mehr als 200 (!) Zeilen der aufregenden Frage 'Wie wird die neue Mittelklasse im Programm berücksichtigt?', während ganze 9 (neun) Zeilen auf den Abschnitt 'Der Kampf gegen den Opportunismus' entfallen. Das widerspiegelt das Bewußtsein von Kleinbürgern, denen die genaue Bestimmung ihrer Klassenlage schon seit Jahren im Kopf herumspukt, und denen sich die Frage nach der 'neuen Mittelklasse' ohne weiteres als DAS zentrale Problem der Programmatik darstellt (kein anderer Punkt ist im Arbeitsplan so ausführlich und geradezu liebevoll abgehandelt wie dieser!).

Die Aussage des Arbeitsplans zum Punkt 'Kampf gegen den Opportunismus' beschränkt sich im Wesentlichen auf einen einzigen mageren Satz, nämlich daß 'jeder bürgerliche sozialdemokratische Einfluß auf die Arbeiterbewegung bekämpft werden muß, ebenso wie die revisionistische Entstellung des Marxismus durch diejenigen Parteien, die im Fahrwasser des russischen Sozialimperialismus schwimmen' (S.27).

Der Opportunismus als Form bürgerlicher Politik in der Arbeiterbewegung ist sozusagen das 'friedliche' Gegenstück zur Gewaltpolitik der Bourgeoisie. In seinem Kampf um den Sozialismus muß das Proletariat mit seinen Feinden fertig werden: mit dem Einfluß der bürgerlichen Ideologie ebenso wie mit dem bürgerlichen Terror. Daher muß der Kampf gegen den Opportunismus im Programm ebenso wie der Bürgerkrieg breiteren Raum einnehmen. Und es ist eben typisch für das 'programmatische' Bewußtsein der Führer von NRF/KBB, daß sie von diesen zwei zentralen Fragen der Arbeiterbewegung die eine glattweg 'vergessen' haben, während sie an der anderen vorbeihuschen.

Ein wirkliches Programm der Kommunisten müßte zunächst auf die historische Entwicklung der Spaltung der Arbeiterbewegung eingehen. Hierbei kann auf die Ausführungen Lenins Bezug genommen werden, ergänzt durch eine Konkretisierung auf der Basis (noch fehlender) aktueller Untersuchungen über die Struktur der Arbeiterklasse. Es muß daran verdeutlicht werden, daß der Opportunismus seine materielle Basis im Imperialismus hat (z.B. Frage der 'Arbeiteraristokratie', Stellung der Angestellten und Beamten, Verbindung von sozialdemokratischer Bürokratie und Staatsapparat, Imperialismus und 'Dritte Welt').

In Deutschland ist der bedeutendste organisatorische Träger des Opportunismus die SPD. Das Programm der Kommunisten muß entscheidende, für die Arbeiterbewegung verhängnisvolle Stationen der SPD ansprechen: die Haltung zum imperialistischen Krieg 1914, die Irreleitung und Unterdrückung der revolutionären Arbeiterkämpfe 1918-1923, die Verhinderung der antifaschistischen Aktionseinheit der Arbeiterklasse 1929-1933, die Hilfestellung bei der bürgerlichen Restauration nach 1945 und die Regierungsführung seit Ende der 60er Jahre. Dieser Abschnitt müßte dazu dienen, außen den 'Schrecken des Imperialismus' (Arbeitsplan, S. 26) sozusagen auch die Schrecken des Sozialdemokratismus deutlich zu machen.

An dieser Stelle hätte eine allgemeine Ausführung zum Vorgehen im Kampf gegen den Opportunismus zu folgen: daß die Kommunisten den Sozialdemokratismus als Agenten der Bourgeoisie auf keinen Fall verwechseln mit ihren sozialdemokratischen Klassenbrüdern, also unser Ringen um die Aktionseinheit der Arbeiterklasse bei gleichzeitigem unversöhnlichen Kampf gegen die sozialdemokratische Politik und Ideologie.

Hier wäre dann auch der Platz, auf den modernen Revisionismus einzugehen - zum einen als 'linke' Variante des Sozialdemokratismus in den kapitalistischen Ländern, und zum zweiten als Wegbereiter der bürgerlichen Restauration in jenen Ländern, wo das Proletariat schon die Macht erkämpft hat. Diese Entwicklung müßte vom Programm erläutert werden.

WIE MUSS DIE AUSEINANDERSETZUNG GEFÜHRT WERDEN?

Bekenntnisse zur Notwendigkeit der Auseinandersetzung um eine kommunistische Strategie und Taktik sind heute allgemein üblich. Würde der Fülle der bekenntnisse die Breite und Tiefe der Auseinandersetzung annähernd entsprechen, so stünde es glänzend um die Zukunft der kommunistischen und Arbeiterbewegung in unserem Land. Leider ist das aber durchaus nicht so, und zwar im Wesentlichen als eine Folge der Zersplitterung der kommunistischen Bewegung.

Die einfachste Voraussetzung einer Auseinandersetzung zwischen Kommunisten ist die Existenz einer kommunistischen Presse. Diese muß die Gegenstände der Auseinandersetzung behandeln und diese Auseinandersetzung muß von den Kommunisten verfolgt werden.

Wie sieht es mit dieser einfachsten Voraussetzung aus?

In der BRD gibt es vier Organisationen, die sich den Namen einer 'Kommunistischen Partei' zugelegt haben: die revisionistische DKP, ferner zwei 'KPD/ML's und die 'KPD'. Alle vier Organisationen geben eigene Zeitungen heraus, davon zwei (DKP und 'KPD') wöchentlich und eine ('Roter Morgen') vierzehntägig.

Weiter gibt es mehrere andere kommunistische Organisationen. Von diesen haben u.a. die 'Arbeiterzeitung' des Heidelberger NRF, die 'Kommunistische Arbeiterzeitung' der ABG München und der Freiburger 'Klassenkampf' vorwiegend den Charakter örtlich begrenzter Agitationszeitungen. Überörtliche Bedeutung haben gegenwärtig insbesondere der Hamburger ARBEITERKAMPF, die Bremer 'Wahrheit', das Heidelberger 'Neue Rote Forum' (das sich freilich als theoretische Zeitschrift in erster Linie an fortschrittliche Intellektuelle und organisierte Kommunisten wendet) und die 'Rote Fahne' des schwäbischen KABD.

Diese Zeitungen erreichen insgesamt immer noch nur einen sehr kleinen Kreis, verglichen mit der bürgerlichen Presse - zusammengenommen hat die kommunistische Presse noch nicht einmal die Auflage einer faschistischen Wochenzeitung wie etwa der 'National- und Soldatenzeitung'.

Die meisten Organisationen scheuen sich, die Auflagenhöhen ihrer Zeitungen zu 'verraten'. Die Gründe dafür sind nicht einleuchtend, da jedenfalls der Staatsapparat diese Zahlen wohl recht gut kennt (zumal viele dieser Zeitungen noch im bürgerlichen Lohndruck hergestellt werden).

Die höchste Auflage aller Zeitungen mit kommunistischem Anspruch hat zweifellos die 'UZ' der DKP, wahrscheinlich 60 - 90 000, wovon allerdings regelmäßig mehr als ein Drittel kostenlos verteilt wird.

Der 'Arbeiterkampf' hat seine Auflage seit Beginn seines Erscheinens vor einem Jahr erheblich steigern können, von 5 000 auf gegenwärtig 16 - 18 000.

An dritter Stelle folgt das 'Neue Rote Forum', das ebenfalls regelmäßig die Höhe seiner Auflage angibt und zuletzt (Oktober 1972) bei 12 000 stand.

Andere Auflagen sind nur zu schätzen. So dürften die 'Rote Fahne' der 'KPD' und die 'Wahrheit' des KBB knapp über 10 000 liegen, während wahrscheinlich von den übrigen Zeitungen keine mehr als 5 000 Stück Auflage hat.

Es liegt auf der Hand, daß die überwiegende Mehrheit der Kommunisten weder Zeit noch Interesse hat, die gesamte kommunistische Presse ? zwei Wochenzeitungen und ein halbes Dutzend Monatszeitungen - regelmäßig zu kaufen und durchzulesen. Erst recht ist klar, daß dies der unorganisierte, aber am Marxismus-Leninismus interessierte Arbeiter kaum tun wird.

Prüfen wir im Licht dieser Situation zwei häufig zu hörende Parolen von NRF/KBB: die Auseinandersetzung zwischen den Kommunisten müßte 'offen vor der Arbeiterklasse' geführt werden und sie müßte 'quer durch die Zirkel hindurch geführt' werden.

Zur ersten Parole: wir haben festgestellt, daß die kommunistische Presse immer noch nur einen sehr kleinen Teil der Arbeiterklasse erreicht und also im besten Fall nur dieser kleine Teil der Arbeiterklasse überhaupt Zeuge der Auseinandersetzung um eine kommunistische Strategie und Taktik wird. Ferner kriegt selbst dieser kleine Teil in der Regel nicht die ganze Breite der Auseinandersetzung mit, sondern im Wesentlichen nur den Standpunkt einer Organisation, deren Zeitung er regelmäßig liest.

Das liegt sozusagen 'in der Natur der Sache'. Bemerkenswert ist aber, daß NRF/KBB anscheinend ausdrücklichen Wert auf die Aufrechterhaltung dieses Zustands legen! In einem bösen Brief beschwerte sich nämlich vor einiger Zeit das NRF bei uns, weil am 1. Mai 1972 einige Genossen den ARBEITERKAMPF in Mannheim (das vom NRF als sein 'Jagdrevier' angesehen wird) verkauft hatten.

Dies - so das NRF - sei 'spalterisch' und 'verwirrend'. Den vollständigen Wortlaut des Heidelberger Briefes haben wir in UNSER WEG 16/17 (vgl. **.*.1972, d.Vf.) wiedergegeben. Dies zeigt klar, daß NRF/KBB zwar von 'offener Auseinandersetzung vor der Arbeiterklasse' gerne schwätzen, aber sehr erschrocken sind, wenn man sie beim Wort nimmt.

Zur zweiten Parole: eine Auseinandersetzung 'quer durch die Zirkel hindurch' erfordert, daß die Kommunisten auch die Zeitungen anderer Organisationen (zwar nicht alle, aber doch die bedeutendsten) regelmäßig zur Kenntnis nehmen und daß zwischen den Oranisationen in der Presse überhaupt erst ein Austausch und Kampf der Standpunkte organisiert wird. Damit liegt es jedoch sehr im Argen.

Hierzu nochmals Zahlen. In der Buchhandlung 'Arbeiterbuch' in Hamburg, die dem Kommunistischen Bund nahesteht, werden jeweils 7 - 800 Stück des Heidelberger 'Neuen Roten Forums' und 5 - 600 Stück der Bremer 'Wahrheit' verkauft.

Umgekehrt verkaufen das NRF in seinem Heidelberger Buchladen und der KB Bremen in seinem Buchladen nur je etwa 150 Stück vom ARBEITERKAMPF. Diese Zahl wurde vom KBB kürzlich gar auf 80 gesenkt. In einem ironischen Begleitbrief dazu hieß es: 'Das Interesse ist zurückgegangen'. (Warum wohl?)

Die Führer des KBB geben sich hier die biedermännische Maske des kleinen Krämers an der Ecke, der die 'sinkende Nachfrage' nach einem bestimmten Produkt achselzuckend zur Kenntnis nimmt. So möchten sie verdecken - was sie in Wahrheit wohl recht gut wissen - daß der überörtliche Verkauf der verschiedenen Richtungen der kommunistischen Presse eine politische Frage ist und die 'Nachfrage' nach Zeitungen anderer Richtungen von der Haltung der Führer und vom 'Klima' in den jeweiligen Organisationen bestimmt wird und daß sie geradezu ein Gradmesser für die politische Reife einer Organisation ist.

In einer Organisation wie dem schwäbischen KABD z.B. kann man von den Mitgliedern offen hören, daß sie nur das lesen, was ihre Führer ihnen verordnen. Der dem KABD nahestehende Buchladen in Stuttgart weigert sich in diesem Sinn auch, den ARBEITERKAMPF überhaupt zum Verkauf anzubieten. Ebenso wiegert sich der Buchladen der ABG in München, den 'Arbeiterkampf, dieses Trotzkistenblatt', zu verkaufen. (Der erste 'Boykott' gegen unsere Zeitungen wurde übrigens schon 1971 von einer Frankfurter Buchhandlung ausgesprochen, die damals der 'KPD/ML' - 'Roter Morgen' (KPD/ML-ZK, d.Vf.) gehörte).

In diesem Zusammenhang sind auch die KBB-Führer zu erwähnen. Als vor einigen Wochen in Bremen von unseren Genossen der ARBEITERKAMPF verkauft wurde, tauchte plötzlich Claus von Eitzen, Mitglied des ZK des KBB, auf und verkündete: wir sollten 'auf Beschluß des ZK des KBB' den Verkauf sofort einstellen. Als unsere Genossen natürlich weiter verkauften, wurde ein Mitglied des KBB hin dirigiert, der regelmäßig zu schreien hatte 'Die Zeitung der neuen Sozialdemokratie'. Interessant wäre zu wissen, ob die KBB-Führer auch den Verkauf anderer Zeitungen (z.B. der revisionistischen 'UZ' oder der super-'linken' 'Roten Fahne') in Bremen in ähnlicher Weise zu stören versuchen, oder ob nur der ARBEITERKAMPF sie zu solch schwachsinnigen Reaktionen reizt.

Es liegt bei der Führung, in 'ihren' Organisationen ein Klima zu schaffen, wo das Lesen kommunistischer Zeitungen (außer der eigenen) entweder direkt als ketzerisch verboten ist oder zumindest für Zeitverschwendung gehalten wird. Im einen wie dem anderen Fall ist das Kennenlernen und Vergleichen verschiedener Auffassungen über kommunistische Strategie und Taktik, d.h. die wortreich geforderte 'Auseinandersetzung quer durch die Zirkel', unmöglich.

WIE DIE NRF/KBB-FÜHRER DEN KB BEKÄMPFEN

Die Führer von NRF/KBB, die die Verbreitung des 'Arbeiterkampf' unter den Arbeitern ihres 'Reviers' verhindern wollen, setzen diese Art der 'Auseinandersetzung' in ihrer Presse konsequent fort.

Bevor wir die äußeren Erscheinungsformen dieser 'Auseinandersetzung' darstellen, muß etwas über die dahinter stehenden grundsätzlichen Vorstellungen von NRF/KBB und deren materielle Basis gesagt werden.

Im Arbeitsplan zum Programm heißt es: '…wir fordern nicht die organisatorische Unterordnung und Auflösung der bestehenden Organisationen (d.h. der 'Partein und der Zirkel - Anm. des AK) in die unsere, sondern wir kämpfen um die politische Anerkennung unseres Programms und unserer Taktik…' (S.40).

Wir wollen hier nicht auf die Frage eingehen, daß NRF/KBB zum Programm nur einen oberflächlich zusammengebastleten, unvollständigen Arbeitsplan haben und daß ihre Taktik überhaupt noch nicht fixiert ist, sondern bisher nur aus ihrer Politik zu rekonstruieren ist.

Uns geht es vielmehr um den Begriff der 'politischen Anerkennung' einer bestimmten Linie von Programm und Taktik. Dieser Begriff setzt voraus, daß MEHRERE Linien existieren, und daß eine von diesen die RICHTIGE ist. Welche das ist, muß sich dann nur noch im 'Kampf um die politische Anerkennung' herausstellen.

Diese Vorstellung verkennt aber den aktuellen Stand der kommunistischen Bewegung, wie er von den Bremer Führern selbst in besseren Zeiten einmal richtig beschrieben worden ist: aus dem Fehlen umfassender revolutionärer Erfahrung und gründlicher Kenntnis des wissenschaftlichen Sozialismus ergeben sich für die Kommunisten heute große Schwieirgkeiten, eine klare (korrekte) Linie herauszubilden ('Wahrheit' Juni/Juli 1972).

Wir gehen davon aus, daß es 'die korrekte Linie' - verkörpert durch eine 'Partei' oder einen der Zirkel - heute noch nicht gibt. Deshalb haben wir gesagt, daß diese Linie in der Dialektik der Auseinandersetzung und Zusammenarbeit zwischen den kommunistischen Organisationen zu erarbeiten ist.

Die Parole vom 'Kampf um die politische Anerkennung' hat ihre Basis in der Zersplitterung des Zirkelwesens und in seiner Isoliertheit von der Arbeiterklasse. Sie bedeutet eine Übertragung der Formen kapitalistischer Konkurrenz auf die kommunistische Bewegung. Der 'politische' Selbsterhaltungstrieb einiger Führer der Bewegung bildet die 'Hauptseite' bei der Durchsetzung dieser Parole.

Die Führer von NRF/KBB reden wie Kommunisten, aber sie handeln wie Kapitalisten, die eifersüchtig ihren 'Markt' verteidigen und 'Konkurrenten' auszuschalten trachten.

Die Führer von NRF/KBB schwätzen von 'offener Auseinandersetzung vor der Arbeiterklasse'. Aber die bekanntmachung der Arbeiter ihres 'Reviers' mit den Zeitungen anderen kommunistischer Gruppen würden sie gern verhindern, wenn sie könnten.

Auch in ihren Zeitungen setzen sie sich mit dem Kommunistischen Bund gar nicht ernsthaft auseinander. So ist es typisch, daß die Bremer 'Wahrheit' es bis heute nicht geschafft hat, auch nur eine einzige Zeile aus dem 'Arbeiterkampf' vollständig wiederzugeben. Stattdessen erfährt der Leser bloß in indirekter Rede, was angeblich im ARBEITERKAMPF gestanden haben soll.

Meist wird dabei der wirkliche Standpunkt des Kommunistischen Bundes bis zur Unkenntlichkeit verdreht. Im Vergleich dazu zitiert der ARBEITERKAMPF ständig längere Passagen aus der 'Wahrheit' usw., um mit den Vorstellungen anderer Gruppen bekannt zu machen. Wir halten uns dabei an Lenin, der in seinen Artikeln immer wieder ausführlich in Zitat-Form die Auffassungen seiner Gegner wiedergab, bevor er sie widerlegte. Es ist ohne weiteres einsichtig, daß nur auf dieser Grundlage überhaupt eine ehrliche Auseinandersetzung möglich ist. Lenin schrieb:

'Die Polemik wird nur dann Nutzen bringen, wenn sie klarstellt, worin eigentlich die Meinungsverschiedenheiten in Teilfragen handelt, ob diese Meinungsverschiedenheiten ein Hindernis für die gemeinsame Arbeit in den Reihen ein und derselben Partei sind oder nicht…'

Für die aktuelle Polemik zwischen den Kommunisten ist dagegen bezeichnend, daß gerade diese Klarstellung über das Wesen und die Tiefe der Differenzen kaum vorgenommen wird. Und besonders die Führer von NRF/KBB sind traurige Meister in der Kunst, einen Streit um Formulierungen oder Nebensächlichkeiten als Wesen der Meinungsverschiedenheiten auszugeben. Ohnehin macht sich der größte Teil ihrer Polemik gegen den Kommunistischen Bund an Fälschungen und Verdrehungen fest.

Wo NRF/KBB nicht direkt zum Mittel der Fälschung greifen, da bringen sie den Standpunkt des Kommunistischen Bundes doch zumindest in einer diffamierenden Form ein.

Indem sie z.B. schreiben: 'Die Genossen (gemeint ist der Kommunistische Bund - Anm. des AK) jammern über die Stärke der Bourgeoisie', drücken sie sich zugleich um eine ernsthafte Diskussion dieser für die Arbeiterbewegung wichtigen Frage (NRF 4/5, 1972 (vgl. Okt. 1972, d.Vf.), S. 9). Aus einer Auseinandersetzung über das aktuelle Kräfteverhältnis im Klassenkampf machen sie eine moralische Frage. Dabei ist die Sache sehr einfach: der Kommunistische Bund jammert nicht über die relative Stärke der Bourgeoisie, aber er stellt sie fest. Da NRF/KBB diese Feststellung durch Tatsachen nicht widerlegen können, sticheln sie in der Manier von kleinen Kindern: 'Ihr seid ja bloß zu feige und traut euch nicht!'

Einen Höhepunkt hat diese Alberei in einem Beitrag des ZK des KBB erreicht, wo die ganze Politik des Kommunistischen Bundes auf die 'Kleinmütigkeit' seiner Führer zurückgeführt wird (NRF 6/1972 (vgl. Dez. 1972, d.Vf.), S. 10ff).

Die prinzipienlose Polemik von NRF/KBB gegen den Kommunistischen Bund hat Tradition. Sie ist überhaupt eines der wichtigsten Bänder, das diesen Zirkelblock zusammenhält. Im Arbeitsplan zum Programm vertseckt sich dieser Tatbestand hinter folgendem Satz:

'Seit dem gemeinsamen Auftreten der kommunistischen Zirkel in der Metalltarifrunde (MTR, d.Vf.) 1971 haben wir in den Auseinandersetzungen mit einem allmählich sich herausbildenden System rechtsopportunistischer Politik die Gemeinsamkeit unserer Organisationen herausgearbeitet' (S.13). Oder in klarem Deutsch: die Führer von NRF/KBB haben ihre 'Gemeinsamkeit' im Kampf gegen den 'rechtsopportunistischen' Kommunistischen Bund 'herausgearbeitet'.

Sie behaupten, wir hätten unsere 'rechtsopportunistische' Politik erst almmählich herausgebildet. Mit dieser Lüge wollen vor allem die Führer des KBB ihre eigenen Schwankungen bemänteln. Nicht wir, sondern sie haben ihre Politik geändert, vor allem in der Faschismus-Frage ('unvorstellbar', daß die KBB-Führer im Herbst 1971 die SPD zum … (Zeile unlesbar, d.Vf*) Strauß aufforderten. Eine Begründung, eine Selbstkritik für ihr politisches Zick-Zack haben sie bis heute nicht geliefert.

Die Führer des KBB schreiben, sie hätten zunächst 'in einer gemeinsamen Front mit denjenigen Genossen' gestanden, 'die später den KB-Nord (den Kommunistischen Bund - Anm. des AK) gründeten… Die Widersprüche zu diesen Genossen, die heute in aller Schärfe hervortreten, waren damals noch völlig unentwickelt' (Arbeitsplan, S. 12). Erst durch die Gründung des Kommunistischen Bundes sei es zum Bruch zwischen uns und den KBB-Führern gekommen (Arbeitsplan, S. 13).

Wieder eine Lüge. In Hamburg entstand die Gruppe des Kommunistischen Bundes durch einen Zusammenschluß des SALZ und des KAB. Hiervon war das SALZ eine relativ stark in den Betrieben verankerte Organisation, während der KAB eine kleine Gruppe war, die sich in erster Linie mit der Herausgabe einer politisch-theoretischen Zeitung befaßt (KAB-AZ).

Zum SALZ standen die Führer des KBB längst in alter Feindschaft, die ihren Ursprung offenbar in früheren Auseinandersetzungen um die 'Vormacht' in Norddeutschland hatte. Dagegen biederten sich die KBB-Führer beim KAB an, zogen die KAB-AZ zur Schulung im KBB heran und forderten den KAB auf, in Hamburg eine Konkurrenzorganisation zum SALZ zu schaffen.

Während der Aktionseinheit zahlreicher Zirkel zur Metall-Tarifrunde 1971 gingen dann die KBB-Führer zum offenen Angriff gegen das SALZ vor. Der Gegenstand ihrer Polemik verrät die Prinzipienlosigkeit der KBB-Führer. Griffen sie doch damals das SALZ von rechts (!) an, warfen ihm 'Links'-Sektierertum (!) vor, weil es die Lohnforderungen der IGM-Spitze als zu niedrig kritisiert hatte. Damit sei das SALZ 'aus dem Kampf der Arbeiterklasse ausgestiegen', behaupteten die KBB-Führer. Das SALZ wolle so - man höre und staune! - 'die Gewerkschaft spalten'.

An diese Polemik hängten die KBB-Führer zugleich eine wilde Schimpfkanonade gegen das SALZ, in der 'Agentur der Bourgeoisie' und 'konterrevolutionären Machenschaften' des SALZ die Rede war.

Schließlich wurde noch zur Zerschlagung des SALZ aufgerufen.

Als diese Attacke in der gesamten Bewegung auf Ablehnung stieß, machten die KBB-Führer einen taktischen Rückzug und verfaßten eine heuchlerische 'Selbstkritik': sie hätten ein 'falsches Verhältnis zum SALZ' gehabt, die 'Diskussion vergiftet', eine 'kleinbürgerliche Linie' vertreten, die Prinzipien der kommunistischen Aktionseinheit verletzt, eine 'offene Provokation gegen das SALZ' begangen, eine 'sektiererische Haltung' eingenommen usw. usf.

In einer gemeinsamen Stellungnahme von SALZ und KAB zu dieser 'Selbstkritik' wurde richtig eingeschätzt: 'Die Wortführer des KB Bremen und des KB Göttingen sind diesmal völlig auf den Arsch gefallen, weil sie das Kräfteverhältnis falsch eingeschätzt hatten… Das hat sie offenbar veranlaßt, ihren Angriff vorerst abzublasen und den Rückzug anzutreten. Sie scheinen die Hoffnung zu hegen, durch eine heuchlerische 'Selbstkritik', scheinheilige Bekenntnisse zur Aktionseinheit und gespielt 'reumütige' Vorsprache bei … (Zeile unlesbar, d.Vf*) ein besuch der Führer des KB Göttingen bei den ABG München - Anm. des AK) sich erneut in die Aktionseinheit einschleichen zu können, um bei günstiger Gelegenheit erneut vorzupreschen.' (21. september 1971, zit. nach KAB-AZ 11/12 (vgl. S9.*.1971, d.Vf.).

Inzwischen haben die KBB-Führer - mit stärkeren Verbündeten und besser vorbereitet als 1971 - zur alten Form der 'Auseinandersetzung' zurückgefunden.

Im Artikel des ZK des KBB zum Faschismus (NRF 6/72) wird nicht nur behauptet, der Kommunistische Bund hätte 'den Boden des Marxismus verlassen', sondern es ist gleich noch hinzugefügt, 'falls sie ihn je betreten haben'.

WARUM MUSS DIE AUSEINANDERSETZUNG VOR DER ARBEITERKLASSE GEFÜHRT WERDEN?

Die Führer des KBB haben vor längerer Zeit die gute Parole ausgegeben, die Auseinandersetzung zwischen den Kommunisten müßte 'offen vor der Arbeiterklasse' geführt werden. Sie warnten damals vor der Gefahr, 'daß der Kampf der Zirkel um die richtige Linie zum endlosen Sektengezänk entartet.'

Und weiter: '…diese Gefahr wird nur vermieden, wenn die Auseinandersetzung um die Strategie der westdeutschen Arbeiterbewegung offen vor der Arbeiterklasse geführt wird, und die Arbeiter lernen, daß es sich bei diesen Auseinandersetzungen um die Frage ihres Kampfes handelt, die nur entschieden werden können durch ihr eigenes revolutionäres Handeln.' (Wahrheit, Februar 1972, S. 6).

Von dieser Parole sind die Führer von NRF/KBB in der Praxis offen abgerückt. Im NRF ist das auch 'begründet' worden.

Im NRF 2/72 (Mai) ist der Vorschlag für ein 'gemeinsames theoretisches Organ verschiedener Gruppen' (des Zirkelblocks) gemacht worden. Die Genossen schreiben dort über ihre 'Arbeiterzeitung' (eine Zeitung, die sie vor Betrieben im Raum Mannheim/Heidelberg verkaufen):

'… es ist klar, daß wir in diesem Organ die Auseinandersetzung mit anderen Organisationen und Gruppen nur bgrenzt führen können, wenn die Auffassungen dieser Gruppen den Lesern in den fabriken nicht bekannt sind.' (S.17)

Diese Begründung ist nicht aufrichtig. Die NRF-Führer setzen sich ja gerade dafür ein, daß die Auffassungen anderer Gruppen den 'Lesern in den Fabriken' (d.h. den Arbeitern) nicht bekannt werden sollen (s.o. 'Verkaufsverbot' für den ARBEITERKAMPF). Ehrlicherweise müßten die NRF-Führer schreiben: 'Wir wollen in der 'Arbeiterzeitung' die Auseinandersetzung mit anderen Gruppen nur begrenzt führen, und deshalb wäre es uns am liebsten, wenn die Auffassungen anderer Gruppen 'unseren Lesern' gar nicht erst bekannt würden.

Daß sie dies meinen, wird außer … (Zeile unlesbar, d.Vf*) schlag deutlich: die Auseinandersetzung nicht 'wahllos in die Arbeiterklasse hineinzutragen' (!), sondern sie in einem 'gemeinsamen theoretischen Organ' erst zu 'sichten'. Als ob ein theoretisches Organ nicht ebenso gut wie eine 'Arbeiterzeitung' Plattform für demagogisches Gezänk sein kann.

Die Konsequenz dieses Vorschlages müßte tatsächlich sein: 'Reviere' abzustecken, wo nur jeweils eine lokale Gruppe ihre Zeitung verbreitet. Daneben ein 'gemeinsames theoretisches Organ', in dem sich die Auseinandersetzungen abspielen.

Eine Kommission hätte dann zu entscheiden, welche Bestandteile der Auseinandersetzung den 'Massen' bekannt gemacht werden dürfen, ohne daß sie vielleicht 'verwirrt' werden.

Dabei stellen die NRF-Führer die Dinge auf den Kopf. Was von den kommunistischen Organisationen tatsächlich 'wahllos in die Arbeiterklasse hinein' getragen wird, sind die massenhaften Flugblätter von zig Zirkeln, die 'wahllos' jedem vorbeigehenden Kollegen in die Hand gedrückt werden. Das schafft wirklich Verwirrung, das schadet den Kommunisten - ohne daß wir freilich einen Patent-Vorschlag angeben könnten, wie diese Lage zu ändern ist (Einführung einer 'Obersten Zensurbehörde', die darüber entscheidet, welche Flugblätter verteilt werden dürfen?).

Wenn dagegen ein Arbeiter eine kommunistische Zeitung KAUFT, so offenbar deshalb, weil er wissen will, welche Auffassung die Kommunisten zu bestimmten Fagen haben, welche speziellen Vorstellungen dieser oder jener Zirkel zu ieser oder jener Frage vertritt usw.

Die kommunistischen Zeitungen werden also nicht 'wahllos in die Arbeiterklasse hinein' getragen, sondern sie wenden sich an einen bestimmten Kreis von Arbeitern, der etwas über kommunistische Politik wissen will. Diese eile der Arbeiterklasse, die mit den Lesern einer theoretischen Zeitschrift icht gleichzusetzen sind, erwarten, daß in den kommunistischen Zeitungen uch die Auseinandersetzungen ehrlich dargestellt werden.

Zu diesen Gesichtspunkten bemerken die NRF-Führer: 'Es hat wenig Sinn, gegen den Vorschlag eines gemeinsamen theoretischen rgans… einzuwenden, die Auseinandersetzung finde hier nicht vor der rbeiterklasse statt. Gegenwärtig findet die Auseinandersetzung so statt, daß elbst unter den Kommunisten nur Spezialisten einen Überblick haben…' (NRF 2/1972, S. 17)

Wir haben oben gezeigt, welche Einschränkungen heute gegen die Parole der 'offenen Auseinandersetzung vor der Arbeiterklasse' zu machen sind: nur ein kleiner Teil der Arbeiter liest kommunistische Zeitungen und kriegt außerdem nur einen kleinen Aspekt der Auseinandersetzung mit. Die ganze Breite der Auseinandersetzung ist tatsächlich nur von 'Spezialisten' noch zu erfassen.

Nehmen wir aber aus der Fülle den 'relevanten' (für die Arbeiterbewegung bedeutsamen) Teil der Auseinandersetzung, so verkleinert sich das Feld merklich. Die zwei wichtigsten politischen Zeitungen - den ARBEITERKAMPF und die Bremer 'Wahrheit' - einmal im Monat zu lesen ist ohne weiteres möglich.

Hierzu kommen die gelegentlichen Artikel der 'Roten Fahne' ('KPD') zu ideologischen Fragen, ferner einige Artikel des NRF, eventuell die Kölner 'tup'. Es braucht jedenfalls keine 'Spezialisten', um das Wesen der Auseinandersetzung zu begreifen und die Standpunkt der 'relevanten' Gruppen zu vergleichen.

… (Zeile unlesbar, d.Vf*) NRF/KBB-Führer das Märchen von den 'Spezialisten' brauchen, um ihre eigene Existenz abzusichern. Sie wollen ja gerade verhindern, daß sich möglichst VIELE Mitglieder 'ihrer' Organisationen und möglichst VIELE Arbeiter zu solchen 'Spezialisten' entwickeln, die selbständig verschiedene Standpunkte innerhalb der kommunistischen Bewegung kennenlernen, miteinander vergleichen und auf dieser Grundlage politisch tätig werden."

Dieser Artikel wird u.a. diskutiert in:
- NRW in Dortmund im Projektbereich Gesamthochschule (PGH - vgl. März 1973).
Quelle: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 25, Hamburg, Jan. 1973

März 1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 26 (vgl. Jan. 1973, Apr. 1973) heraus.

Berichtet wird u.a. von der eigenen Zentralen Regionalkommission (ZRK - vgl. Sept. 1972).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von einem Prozeß gegen die KHG (NRF) Heidelberg (vgl. 14.2.1973).

Aus Hessen wird berichtet aus dem Raum Frankfurt von der ersten Kommunistischen Gruppe (KG - vgl. Juni 1970).

Aus Niedersachsen wird aus Oldenburg berichtet von einer Vietnam-Demonstration (vgl. 18.1.1973).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 26, Hamburg, März 1973

April 1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 27 (vgl. März 1973, Mai 1973) heraus.

Aus NRW wird berichtet von einem Brief von P. Weinfurth aus Bochum (vgl. März 1973) an den KB/Gruppe Oldenburg in Niedersachsen.

Im Artikel "Einige Fehler im Wahlkampf" wird zu den BTW am 19.11.1972 ausgeführt:"
Es wurden also drei grobe Fehler auf einmal gemacht: es wurde so getan, als stünde direkt schon der Faschismus zur Wahl; es wurde die Möglichkeit vorgespiegelt, den Faschismus mit dem Stimmzettel zurückzuschlagen; und es wurde schließlich die SPD als eine anti-faschistische Partei hingestellt, ihr Anteil an der gegenwärtigen Faschisierung von Staat und Gesellschaft fiel völig unter den Tisch."
Desweitern wird zur Stärkung der organisatorischen Arbeit des KB, der Aufbau einer 'zweiten Linie' gefordert. Mit ihr sollen die "Voraussetzungen geschaffen werden", "daß im Falle einer Illegalisierung (Verbot) unserer Organisation genug qualifizierte Genossen vorhanden sind, die an die Stelle von verhafteten usw. Leitungsgenossen treten könnten".
"Deshalb ist der Aufbau einer 'zweiten Linie' in doppelter Hinsicht wichtig: sowohl zur Konsolidierung unserer politischen Arbeit in der Gegenwart wie auch als Absicherung dieser Arbeit für härtere Zeiten in der Zukunft."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 27, Hamburg, Apr. 1973.

Mai 1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 28 (vgl. Apr. 1973, Juni 1973) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 28, Hamburg, Mai 1973.

Juni 1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 29 (vgl. Mai 1973, Juli 1973) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 29, Hamburg, Juni 1973.

Juli 1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 30 (vgl. Juni 1973, Aug. 1973) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 30, Hamburg, Juli 1973

August 1973:
Der KB gibt die Nr. 31 seines 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Juli 1973, 5.9.1973) heraus, in dem u.a. der 1. Teil eines Artikels zum KBW "Zur Politik des Zirkelblocks" erscheint. Dem KBW wird u.a. vorgeworfen, daß er die "spontanen wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiterklasse maßlos überschätzt" und gleichzeitig die "politisch-ideologische Offensive der Bourgeoisie unterschätzt".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 31, Hamburg, Aug. 1973

05.09.1973:
Der KB Gibt die Nr. 32 seines 'Arbeiterkampf' (vgl. Aug. 1973, 26.9.1973) heraus, in dem u.a. der 2. Teil eines Artikels zum KBW "Zur Politik des Zirkelblocks" erscheint. Hier wird versucht, dem KBW nachzuweisen, "daß gerade die Neigung zum Ökonomismus - d.h. zur Vernachlässigung der politischen und theoretischen Aufgaben der Kommunisten - eine entscheidende Gemeinsamkeit der unterschiedlichen Tendenzen innerhalb des KBW bildet".

Enthalten ist auch der Artikel "Chile: 'Friedlicher Übergang' auf dem Sterbebett".

Berichtet wird u.a. von der Aktionseinheit zur Metalltarifrunde (MTR der IGM - vgl. 25.7.1971).

An Einheiten des KB finden Erwähnung:
- EWG-Kommission.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 32, Hamburg, 5.9.1973

26.09.1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 33 (vgl. 5.9.1973, 16.10.1973) heraus mit den Artikeln:
- "Militärputsch in Chile. US-Imperialisten und chilenische Reaktion stürzen Regierung der 'Volkseinheit'";
- "Woher kam das 'wirtschaftliche Chaos'?";
- "Im Hintergrund immer der US-Imperialismus"; und
- "Es lebe der Kampf des chilenischen Volkes!".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 33, Hamburg, 26.9.1973.

16.10.1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 34 (vgl. 26.9.1973, 6.11.1973) heraus.
Der Artikel "Zur Außenpolitik der VR China" verdeutlicht die Prinzipien der Außenpolitik der VR China und ist interpretierend angelegt. In der vorliegenden Nummer wird keinerlei Kritik an dieser "sozialistischen Außenpolitik" geübt.

Von Aktionen im IGM-Bereich wird berichtet aus Baden-Württemberg.

Aus Hamburg wird berichtet von der Chemietarifrunde (CTR der CPK) bei Texaco, einem Treffen der norddeutschen Chemie-Tarifkommissionen und davon, daß das SALZ bereits seit Herbst 1970 (vgl. Sept. 1970) in dem Chemiebetrieb Reichhold Albert Chemie AG in Hamburg Betriebsarbeit geleistet habe. Später, nachdem das SALZ in den KB aufgegangen war, wird die Betriebsarbeit von der Betriebszelle Reichhold des KB/Gruppe Hamburg weitergeführt.

Berichtet wird auch von der SPD-Agitation im Hafen (ÖTV-Bereich). Weitere Artikel Hamburger Gruppen sind:
- "Reservistenverband der Bundeswehr - Kampf an der Heimatfront" (Militarismus-Kommission),
- "Inquisition 73 - Verschärfte Anwendung des Radikalenerlasses" (BV - Bündniskommission),
- "Gleichberechtigung der Frau nur auf dem Papier?" (Bezirksgruppe St. Georg).

Es erscheinen die Artikel:
- "Wütender faschistischer Terror" zu Chile;
- "US-Imperialismus mordet mit" zu Chile;
- "Marshall-Plan und Liebe zum Faschismus" zu Chile; sowie
- "Wie die indonesische KP nach dem faschistischen Militärputsch 1965 ihre Fehler kritisierte".

Folgende Einheiten des KB finden Erwähnung:
- Gruppe Hamburg:
- Bezirksgruppe St. Georg,
- Bündniskommission,
- Militarismus-Kommission,
- Chemie-Bereich:
- Betriebszelle Reichhold,
- Gewerkschaftsgruppe,
- Sympathisantengruppe Texaco,
- Metall Komitee,
- Bereichsleitung Hafen.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 34, Hamburg, 16.10.1973

06.11.1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 35 (vgl. 16.10.1973, 26.11.1973) heraus mit dem Artikel "Erklärung der 'KP' Chiles nach dem Putsch".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 35, Hamburg, 6.11.1973

26.11.1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 36 (vgl. 6.11.1973, 18.12.1973) heraus.
Der Artikel "Zur Außenpolitik der VR China" wird fortgesetzt. In diesem Teil wird zur "Einheitsfront gegen die Supermächte" ausgeführt:"
Sie variierten zum einen in der Frage, gegen wen sich diese Einheitsfront richten sollte - d.h. ob in erster Linie gegen den US-Imperialismus und den Sowjetrevisionismus. Sie variierten außerdem in der Frage, wer in diese Einheitsfront einzubeziehen ist …? Das hatte gleichzeitig zur Folge, daß bestimmte imperialistische Staaten (z.B. BRD, Japan, Großbritannien), die früher als Juniorpartner des US-Imperialismus galten …, gewissermaßen aus dem Kreis der Hauptfeinde verschwanden und sogar in die Einheitsfront gegen die Supermächte aufrückten. … Überhaupt zeigte sich, daß die Politik der KPCh 'Verbesserung der Beziehungen' in vielen Fällen gleichsetzte mit Verzicht auf Kritik an bestimmten imperialistischen und reaktionären Staaten … Es ist auch nicht zu übersehen, daß die KPCh ihre früheren sehr bedeutenden Bemühungen weitgehend eingestellt hat, Einfluß auf die politisch-theoretische Diskussion innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung zu nehmen."

Zu den Konsequenzen, die sich aus dieser veränderten Außenpolitik ergeben, wird ausgeführt:"
Entweder hat die KPCh recht, die imperialistische europäische Gemeinschaft als positive Tendenz zu betrachten und zu begrüßen. Dann dürften eben auch die Kommunisten in den westeuropäischen imperialistischen Ländern die EWG nicht etwa bekämpfen, sondern müßten sie im Gegenteil unterstützen. Ähnliches gilt auf dem militärischen Gebiet. Die KPCh vertritt die Auffassung, daß sich die meisten oder gar alle Länder - außer den zwei Supermächten - in einer Position mangelhafter Verteidigung befinden und sie daher ihre Landesverteidigung stärken müssen. Speziell für die Verteidigungsanstrengungen der westeuropäischen Imperialisten wird Verständnis und Sympathie geäußert. Wenn dies richtig ist, dann wäre der Kampf z.B. der westdeutschen Kommunisten gegen den Militarismus, gegen die Rüstungskosten usw. falsch, dann müßten vielmehr auch die Kommunisten die Verteidigungsanstrengungen propagieren. Es liegt auf der Hand, daß sie damit auf eine Position der Vaterlandsverteidigung und des Sozialchauvinismus abgleiten würden … Die chinesische Außenpolitik geht in diesem Punkt soweit, daß sie ganz überwiegend Äußerungen reaktionärer Politiker, Militärs etc. gegen die eine Supermacht, nämlich die Sowjetunion aufnimmt, und dabei großzügig übersieht, daß diese Leute beim Kampf gegen die andere Supermacht (die USA) durchaus keinen Eifer zeigen, sondern im Gegenteil für deren militärische Präsenz in Westeuropa eintreten … Wir halten aber die Politik der internationalen Einheitsfront in dieser Weise für einen großen Fehler. Sie ist auch mit der notwendigen Ausnutzung zwischenimperialidtischer Widersprüche nicht zu erklären."

Aus Hamburg wird berichtet von Broschek (DruPa-Bereich).
Weitere Artikel Hamburger Gruppen sind:
- "Hamburg: Prozeß gegen Hausbesetzer" (Stadtteilgruppe St.Georg / Hamm),
- "Jugendvertreter-Wahlen auf der HDW-Hamburg. Ein Sieg der Linken" von der Zellenleitung Werften (IGM-Bereich).

Enthalten sind die Artikel:
"Behörde will Solidaritätssammlung für Chile verhindern" über den Antrag des IKAH Hamburg (vgl. 16.10.1973);
- "SPD zu Chile. 'Nicht hilfreich'";
- "Langandauernder revolutionärer Krieg";
- "Starke Aktionen des Widerstands im ganzen Land", aus 'Lotta Continua' vom 9.11.1973; sowie
- "Interview mit einem italienischen Genossen über Chile" aus 'Avanguardia Operaia'.

Folgende Einheiten des KB finden Erwähnung:
- Gruppe Hamburg:
- Bezirksorganisation:
- Leitung der Bezirksorganisation Wilhelmsburg,
- Stadtteilgruppe St.Georg / Hamm,
- Druck Komitee,
- HBV-Bereich:
- Betriebszelle Edeka,
- HBV-Komitee,
- Zellenleitung Werften.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 36, Hamburg, 26.11.1973

18.12.1973:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 37 (vgl. 26.11.1973, Jan. 1974) heraus mit dem "Appell von Miguel Enriquez, Generalsekretär des chilenischen MIR. Wir haben eine Schlacht verloren, nicht aber den Krieg".

Aus Hamburg wird berichtet über den Ausschluß der eigenen Seeleute-Zelle (ÖTV-Bereich - vgl. 16.10.1973) sowie aus Bergedorf vom IGM OJA (vgl. 1.11.1973).
Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Gründung des KBW (vgl. 23.11.1973) und über politische Entlassungen bei Teves (IGM-Bereich).

Erwähnung finden u.a. folgende Einheiten des KB:
- Gruppe Bremerhaven:
- Vertriebsorganisation,
- Gruppe Frankfurt:
- Branchenzelle Metall,
- Gruppe Hamburg:
Chemie-Bereich:
- Gewerkschaftskommission,
- Betriebszelle Lufthansa,
- Gruppe Oldenburg:
- Vertriebszelle II.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 3, Nr. 37, Hamburg, 18.12.1973

15.01.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 38 (vgl. 18.12.1973, 6.2.1974) heraus.

Berichtet wird vom CISNU Iran-Kongreß in Frankfurt (vgl. 9.1.1974, 12.1.1974).
Aus Berlin wird berichtet vom KPD-Verbot (vgl. 12.12.1973).

Aus Hamburg wird berichtet vom KPD-Verbot (vgl. 18.12.1973).

In einem Artikel zum KBW "KBW auf neuen Wegen? Was schert mich mein Geschwätz von gestern!" heißt es auf S.27:"
Der KBW gibt jetzt aber wohl doch zu, daß es einen Angriff der Bourgeoisie gibt, er spricht von zukünftigen, noch härteren Notstandsmaßnahmen, kündigt den Einsatz der Bundeswehr und des BGS gegen streikende Arbeiter an, er erwähnt den Versuch, die Bevölkerung rassistisch zu verhetzen und die imperialistische Volksgemeinschaft herzustellen, er spricht von direkten Kriegsvorbereitungen. … Die Art, wie der KBW diesen Schwenk durchführt, erinnert im Stil an eine typische ML-Sekte, vor allem an die inzwischen zu Bruch gegangene KPD/ML-Rote Fahne (KPD/ML-ZB, d.Vf.) kurz vorm letzten Schnaufer: Ohne ein einziges Wort der Selbstkritik, ohne eine Bilanz der bisherigen Politik, wird der Organisation von ihren Führern mit Pauken und Trompeten eine neue 'Linie' verordnet, die sogleich auf die Straße getragen werden muß. … In gewohnter Manier gibt der KBW ein falsches Bild vom gesellschaftlichen Kräfteverhältnis und dem Stand der Klassenauseinandersetzungen: die Bourgeoisie steht am Rande des Abgrunds, weiß sich nicht mehr zu helfen, ist völlig hilflos etc. … Wir haben deshalb immer wieder betont, wie verbrecherisch die Politik der KBW-Führer ist, solche Illusionen zu verbreiten, die letzten Endes leicht in Resignation und politische Apathie - oder sogar ins Lager des Klassenfeindes - führen können, wenn die Illusionen mit der Wirklichkeit konfrontiert werden." Im Grunde würde sich hier "die Mentalität des kleinbürgerlichen Anarchismus" zeigen.
Quelle: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 38, Hamburg, 15.01.1974

06.02.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 39 (vgl. 15.1.1974, 26.02.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 39, Hamburg, 6.2.1974

26.02.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 40 (vgl. 26.2.1974, xx.03.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 40, Hamburg, 26.2.1974

10.04.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 42 (vgl. xx.xx.1974, xx.xx.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 42, Hamburg, 10.4.1974

01.05.1974:
Der KB gibt ein 4-seitiges Extra-Blatt des 'Arbeiterkampfs' (AK) (vgl. xx.xx.1974, xx.xx.1974) zum 1. Mai 1974 heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Extra-Blatt (zum 1. Mai), Hamburg, (1.5.1974)

11.06.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 45 (vgl. xx.xx.1974, 02.07.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 45, Hamburg, 11.6.1974

02.07.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 46 (vgl. 11.06.1974, 23.07.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 46, Hamburg, 2.7.1974

23.07.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 47 (vgl. 02.07.1974, 20.08.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 47, Hamburg, 23.7.1974

20.08.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 48 (vgl. 23.07.1974, 10.09.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 48, Hamburg, 20.8.1974

10.09.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 49 (vgl. 20.08.1974, 01.10.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 49, Hamburg, 10.9.1974

01.10.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 50 (vgl. 10.09.1974, 22.10.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 50, Hamburg, 1.10.1974

22.10.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 51 (vgl. 01.10.1974, 12.11.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 51, Hamburg, 22.10.1974

12.11.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 52 (vgl. 22.10.1974, 03.12.1974) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 52, Hamburg, .11.1974

03.12.1974:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 53 (vgl. 12.11.1974, xx.xx.1975) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 4, Nr. 53, Hamburg, 3.12.1974

07.01.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 54 (vgl. 3.12.1974, 28.1.1975) heraus. Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom Auftritt des Neonazis Roeder in Calw (vgl. 16.10.1974).

Aus Bremen wird berichtet vom Löwenthal-Auftritt (vgl. 29.11.1974).

Aus Hamburg wird berichtet vom Prozeß gegen Kai Ehlers (vgl. 26.11.1974) und der eigenen Italien-Veranstaltung (vgl. 13.12.1974).

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Prozeß gegen Götz Buchwald (ehemals KPD/ML-ZB - vgl. Aug. 1973, 14.11.1974).

In einem ersten Artikel gegen das geplante Atomkraftwerk (AKW) Brokdorf an der Unterelbe im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein wird u.a. festgestellt:"
Hier wird auch deutlich, daß die Atomenergie nicht nur zur Versorgung der Industrien dienen soll, sondern auch die Pläne der westdeutschen Imperialisten auf dem Energiesektor schlechthin darstellt: ein ernstzunehmender Konkurrent zu den anderen imperialistischen Ländern zu werden."

Es werden folgende Einheiten des KB erwähnt:
- Gruppe Hamburg:
- Betriebszelle Siemens.
Quelle: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 54, Hamburg, 7.1.1975

28.01.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 55 (vgl. 7.1.1975, 28.1.1975) heraus.
Enthalten ist u.a. eine Grußadresse des KB an den ersten nationalen Kongreß der italienischen Lotta Continua (LC). Berichtet wird vom Strauß-Besuch in der VR China (vgl. 22.1.1975) und von der 'Kämpfenden Jugend' des BDJ/RBJ (vgl. Jan. 1975).

Aus Hamburg wird berichtet von Demonstrationen der Aktionseinheit (AE - vgl. 8.11.1974, 17.1.1975).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 55, Hamburg, 28.1.1975

28.01.1975:
Der KB gibt heute ein Extrablatt des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. 28.1.1975, 18.2.1975) zu den "Betriebsräte-Wahlen 1975" (BRW) heraus. Zu oppositionellen Listen wird u.a. ausgeführt:"
Grundsätzlich sind wir der Auffassung, daß die Kommunisten und die klassenbewußten Arbeiter den Kampf um eine klassenkämpferische Orientierung der gewerkschaftlichen Einheitsliste führen müssen - als Teil des Kampfes um die Gewerkschaften als Kampforganisationen der Arbeiterklasse überhaupt. Die Kandidatur auf linken Oppositionslisten kann ernsthaft überhaupt nur dort erwogen werden, wo die Gewerkschaftsführer (bzw. deren Gefolgsleute in den Betrieben selbst) die Einheit spalten oder gespalten haben - sei es, daß sie Vertreter einer konsequenten gewerkschaftlichen Klassenpolitik aus dem Verband ausgeschlossen haben (bzw. den Ausschluß derselben betreiben); sei es, daß sie ein prokapitalistisches Programm zur Betriebsratsarbeit durchsetzen (a la IG Chemie-Führung), oder sei es, daß sie Vertreter der Linken durch undemokratische Machenschaften (Zensur der gewerkschaftlichen Kandidatenlisten in den örtlichen Gewerkschaftszentralen oder Mauscheleien in der SPD-Betriebsorganisation) de facto von einer Kandidatur auf aussichtsreichen Listenplätzen ausschließen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Extra zu den Betriebsräte-Wahlen, Hamburg, 28.1.1975

18.02.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 56 (vgl. 28.1.1975, 25.2.1975) heraus.
Aus Berlin wird berichtet von RAF und F.J. Strauß (FJS von der CSU - vgl. 31.1.1975).

Aus Hamburg wird berichtet von der eigenen AE (vgl. 8.11.1974, 6.12.1974, 17.1.1975, 14.2.1975).

Es werden folgende Einheiten des KB erwähnt:
- Gruppe Hamburg:
- Antifa-Kommission.

Beilagen wurden uns bekannt aus Frankfurt (vgl. 18.2.1975).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 56, Hamburg, 18.2.1975

25.02.1975:
Der KB gibt eine Sondernummer seines 'Arbeiterkampf' (vgl. 18.2.1975, 11.3.1975) zur "Außenpolitik der VR China" anläßlich des Besuches von F.J. Strauß (FJS von der CSU) in China (vgl. 22.1.975) heraus. U.a. enthält die Sondernummer einen "Offenen Brief" des LG des KB an den KBW, die KPD/ML und die KPD. Es wird dazu aufgefordert, diesen Brief in den Zentralorganen abzudrucken. Kritisiert wird u.a. daß die chinesische Regierung sich dem "BRD-Imperialismus" anbiedere:"
Die Politik, die hier propagiert wird, daß sich die europäischen Imperialisten zusammenschließen sollen, daß sie ihre Verteidigungsanstrengungen verstärken sollen usw. erleben wir mit ihren Folgen für die werktätigen Massen tagtäglich. Das ist die Faschisierung und Militarisierung von Staat und Gesellschaft, die die Voraussetzungen für die imperialistischen Großmachtspläne, für den Aufstieg des EG-Imperialismus zur neuen Supermacht unter BRD-Führung schaffen sollen."
Wenn die VR China die westeuropäischen Staaten zu "verstärkten Verteidigungsanstrengungen etc. gegen die Sowjetunion aufruft", dann muß man sich fragen, ob man mit der "chinesischen Außenpolitik noch übereinstimmen" kann.
Eine konsequente Unterstützung der chinesischen Außenpolitik würde letzten Endes zum "Sozialchauvinismus und zur Politik der Vaterlandsverteidigung" führen, zur "Rechtfertigung und Unterstützung des eigenen Imperialismus gegenüber den Supermächten".

Berichtet wird auch von den eigenen Freunden in Nürnberg in Bayern (vgl. Feb. 1975).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Sdr.Nr., Hamburg, 25.2.1975

11.03.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 57 (vgl. 25.2.1975, 25.3.1975) heraus, in dem erstmals eine Arbeitsgruppe Frauen erwähnt wird, die sich zunächst hauptsächlich mit Fragen des Paragraphen 218 beschäftigt. Dazu erscheint auch:"
Nur mit der proletarischen Frau wird der Sozialismus siegen! Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe Frauen."
Dem Artikel folgend hat "im Zusammenhang mit der Kampagne gegen den Paragraphen 218 der KB in Hamburg eine Arbeitsgruppe Frauen gebildet. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Agitations- und Propagandaarbeit, d.h. unsere Pressearbeit. … Ein weiterer Bereich unserer Arbeit wird sein, konkrete Hilfeleistungen für Frauen und Genossinnen zu organisieren. … Ein wichtiger Bereich unserer politischen Arbeit wird in der Gewinnung und Organisierung fortschrittlicher Frauen bestehen."

Über Paragraph 218-Demonstrationen wird berichtet aus Niedersachsen aus Hannover (vgl. 15.2.1975) und Göttingen (vgl. 28.2.1975), aus Hamburg (vgl. 25.2.1975), aus Baden-Württemberg aus Karlsruhe (vgl. 25.2.1975), aus Hessen aus Kassel (vgl. 26.2.1975) und aus Bayern aus Nürnberg (vgl. 10.3.1975).

Aus Baden-Württemberg wird u.a. über die Anti-AKW Kämpfe in Wyhl (vgl. 26.2.1975) berichtet.

Aus Hessen wird u.a. von der Frankfurter Demonstration gegen Schulmisere und Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 22.2.1975) berichtet.

Es werden folgende Einheiten des KB erwähnt:
- Gruppe Hamburg:
- Bezirksorganisation Eimsbüttel
- Gruppe Nord,
- Metallbereich
- Bundeswehrzelle.

Beilagen wurden uns bekannt aus Westberlin.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 57, Hamburg, 11.3.1975

25.03.1975:
Der KB gibt ein Sonderblatt des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. 11.3.1975, 2.4.1975) zu Chile heraus:"
Chile: Trotz brutaler Unterdrückung, Mord und Terror: Der Widerstand lebt und erstarkt". U.a. wird zu einer Veranstaltung in Hamburg (vgl. 4.4.1975) aufgerufen.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Sdr.blatt, Hamburg, 25.3.1975

02.04.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 58/59 (vgl. 25.3.1975, 2.4.1975) heraus, in dem er u.a. darüber berichtet, daß die erste Reaktion auf den "Offenen Brief" des KB zur chinesischen Außenpolitik von den Frankfurter Marxisten/Leninisten (FML) in Hessen gekommen sei:"
Unter der martialischen Überschrift 'Nieder mit den Trotzkisten und Lin-Biao Elementen der KB-Führung' wird dort mit uns fürchterlich zu Gericht gegangen. Vor allem aber wird dort mit schonungsloser Offenheit veranschaulicht, daß - wie wir schon lange vorausgesagt haben - die konsequente Unterstützung der chinesischen Außenpolitik gegenüber Westeuropa sich notwendigerweise in Unterstützung für den BRD-Imperialismus verwandelt."

Im Artikel "KBW fordert Volksentscheid über Paragraph 218" wird u.a.
ausgeführt:"
Die KBW-Forderung nach Volksentscheid ist ein gutes Beispiel, wie aus einer an sich guten Idee unter veränderten Bedingungen Unsinn werden kann … Die Forderung nach 'Volksentscheid gegen den Paragraphen 218' als Hauptparole führt also in die Irre, weil sie nicht angibt, wie der Kampf gegen den Paragraphen 218 zu führen ist. Der Kampf gegen den Paragraphen 218 kann unter den gegebenen Umständen nicht mit den Mitteln des Volksentscheids geführt werden … Wir halten deshalb den Vorschlag der KBW-Führung in seiner Stoßrichtung für untauglich."

Aus Berlin wird berichtet, daß nach den Abgeordnetenhauswahlen (AW - vgl. 2.3.1975) die Kandidaten der linken Gruppen, bzw. Menschen, die sie per Unterschrift von Wahlaufrufen unterstützten, mit Berufsverbot (BV) und Disziplinarverfahren bedroht werden. Dies trifft ca. 15 Kandidaten der KPD und 6 des KBW, 135 Unterzeichner eines Wahlaufrufes der SEW und knapp 50 Menschen, die die KPD unterstützten; alle sind im Öffentlichen Dienst (ÖD) beschäftigt.

Aus Bremen wird berichtet von faschistischen Attentaten (vgl. 7.12.1974), u.a. gegen den KBW (vgl. Jan. 1975, 19.3.1975) und im IGM-Bereich beim Vulkan (vgl. Jan. 1975).

Aus Hamburg wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Hanomag (IGM-Bereich - vgl. 13.3.1975).

Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Fahrpreiskampf (vgl. 24.3.1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Demonstration in Kiel gegen Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 22.3.1975).

Ortsbeilagen wurden uns bekannt aus Westberlin.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 58/59, Hamburg, 2.4.1975

02.04.1975:
Vermutlich heute gibt der KB eine Sdr.Nr. seines 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. 2.4.1975, 29.4.1975) zu F.J. Strauß (FJS) von der CSU heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Sdr.Nr. F.J. Strauß, Hamburg, o.J. (1975)

29.04.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 60 (vgl. 2.4.1975, 21.5.1975) heraus.

Berichtet wird von den Chile-Veranstaltungen des MIR in Niedersachsen in Hannover (vgl. 1.4.1975) und Göttingen (vgl. 17.4.1975), in NRW in Bochum (vgl. 1.4.1975), in Hamburg (vgl. 4.4.1975), in Hessen in Frankfurt (vgl. 11.4.1975, 12.4.1975), in Berlin (vgl. 18.4.1975), in Bayern in München (vgl. 20.4.1975) und in Bremen (vgl. 21.4.1975).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom AKW Wyhl (vgl. Apr. 1975).

Aus Bayern wird berichtet vom AKW Grafenrheinfeld bei Schweinfurt (vgl. 19.4.1975) und der Gruppe Nürnberger Kommunisten (GNK - vgl. Jan. 1975).

Aus Hamburg wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Colgate-Palmolive (CPK-Bereich - vgl. 24.4.1975) und Broschek (DP-Bereich - vgl. 24.4.1975).

Aus Hessen wird berichtet von der Demonstration gegen Jugendarbeitslosigkeit in Frankfurt (vgl. 19.4.1975).

Aus NRW wird berichtet über die Floriangruppe Düsseldorf (ex-KPD/ML - vgl. Jan. 1974).

In der "Mai-Plattform des Kommunistischen Bundes", die vom Leitenden Gremium (LG) unterzeichnet ist, heißt es u.a.:"
Eine besonders schwerwiegende Entwicklung im letzten Jahr ist die Herausbildung einer 'sozial'chauvinistischen Linie der 'Vaterlandsverteidigung', unter dem Einfluß der chinesischen Außenpolitik gegenüber den westeuropäischen Imperialisten … Heute ist der Übergang des größten Teils der jetzt bestehenden linken Gruppen und Organisationen zum 'Sozial'chauvinismus und zur Linie der 'Vaterlandsverteidigung' voraussehbar. Eine Einheitsfront mit 'links'faschistischen Gruppen wie den sogenannten 'Nationalrevolutionären' zeichnet sich ab. Diese Anpassung an die Kriegs- und Faschisierungspolitik der Monopolbourgeoisie bedeutet einen Rückschlag bei der Herausbildung einer Arbeiterlinken in der BRD und erfordert von den Gegnern dieses rechtsgerichteten Kurses unter pseudo-linker Fahne verstärkte Anstrengungen für ihre Arbeit unter den Massen, für den Prozeß der politisch-ideologischen Auseinandersetzung und Vereinheitlichung, für die Schaffung einer Kommunistischen Partei in der Arbeiterklasse, die in kommenden Kämpfen als organisierende und führende Kraft wirken kann."

Im Artikel "Das war vorauszusehen: KPD/ML schwenkt offen ins Lager der Vaterlandsverteidung" wird ausgeführt:"
Als erste größere Gruppierung - nach dem Vorpreschen einiger örtlicher Sekten - ist nunmehr die KPD/ML offen ins Lager der Sozialchauvinisten und Vaterlandsverteidiger eingeschwenkt." Die KPD/ML habe den Schwenk Mitte März in Paris vollzogen, als ein Gespräch mit Vertretern der PCML Frankreich geführt wurde. Die PCML sei "seit längerem der Vorreiter des Sozialchauvinismus". Diese habe schon frühzeitig zur "nationalen Verteidigung" aufgerufen. Auch die KPD/ML würde zur "nationalen Verteidigung" und zur "breitesten Einheitsfront mit den Supermächten" aufrufen.

Im Artikel "Wettrennen der Vaterlandsverteidiger - KPD spurtet nach vorn" heißt es, die KPD übernehme "die These vom Sozialimperialismus als die aggressivere und gefährlichere Supermacht". Auch die KPD spreche davon, daß "der Gedanke des gerechten Verteidigungskrieges" propagiert werden müsse. Gleichzeitig würde sie dazu auffordern, die "Stärkung der militärischen Unabhängigkeit der westeuropäischen Staaten" zu unterstützen.

In der "Erklärung des LG des Kommunistischen Bundes zur Herausbildung des neuen Sozialchauvinismus" heißt es:"
Neben dem traditionellen Sozialchauvinismus der SPD bildet sich gegenwärtig eine neue sozialchauvinistische Strömung der Vaterlandsverteidigung und der patriotischen Einheitsfront heraus … Von dem Sozialchauvinismus der SPD unterscheidet sich diese Strömung durch ihre weitgehende Bedeutungslosigkeit - einen Rückhalt in der Arbeiterklasse und im Kleinbürgertum hat sie praktisch nicht … Der Übergang zum offenen Sozialchauvinismus und das bereits angekündigte - und für die Zukunft absehbare - Bündnis solcher pseudorevolutionären Gruppen mit linksfaschistischen Gruppen wird diese Gefahr noch enorm verstärken. Wir rufen deshalb alle Genossen, alle fortschrittlichen Arbeiter, Schüler und Studenten, zur Wachsamkeit gegenüber dem sich hier auftuenden Sumpf von subjektiver politischer Blindheit auf der einen und klaren Provokationen auf der anderen Seite auf. Eine Zusammenarbeit und Aktionseinheit mit Gruppen, die sich in die Kriegspropaganda des BRD-Imperialismus einreihen und zum Bündnis mit faschistischen Gruppen bereit sind, muß im Allgemeinen abgelehnt werden. Dies gilt insbesondere für die KPD/ML, die als politisch arbeitende Organisation ohnehin kaum noch irgendwo existiert."

In "KBW gegen Sozialchauvinismus?" wird zum Ausdruck gebracht, daß der KBW sich gegen eine "Propagierung der Vaterlandsverteidigung" ausspricht. Weiter heißt es:"
Tatsache ist leider allerdings auch, daß der KBW bisher durchaus in einzelnen Punkten mit dem Sozialchauvinismus geliebäugelt hat … Insgesamt stellt sich die Frage, ob der KBW nicht nur eine dezentere, geschicktere Variante des Sozialchauvinismus einschlagen will: Ablehnung der Vaterlandsverteidigung in Worten, aber ihre Propagierung in der Tat (z.B. durch Lügengeschichten über angebliche sowjetische Stützpunkte und militärische Überlegenheit, durch Verharmlosung der Aggressivität des BRD Imperialismus), durch Leugnung der inzwischen schon geradezu handgreiflichen Faschisierung und Militarisierung von Staat und Gesellschaft. Die Zukunft muß zeigen, welchen Weg der KBW gehen will."

In "Angola - imperialistische Söldnerhorden mit Kurs auf Bürgerkrieg!" spricht sich der KB für die Unterstützung der MPLA aus, die er als "sozialistische Befreiungsorganisation" bezeichnet. Die FNLA dagegen vertrete "die Interessen der Imperialisten und ihrer Marionette Mobuto". Sie würde "ein neokolonialistisches Staatsgebilde in Angola" anstreben. Die UNITA vertrete dagegen "eher die Interessen der weißen Siedler, die eine Zusammenarbeit mit dem Imperialismus zwar keineswegs ablehnen, die dabei allerdings an der Ausbeutung der schwarzen Bevölkerung stärker beteiligt werden wollen: die UNITA vertritt in ihrer Propaganda deswegen stark die Zusammenarbeit der Weißen und Schwarzen". Kritik wird an der VR China geübt, die die FNLA materiell unterstütze. Kritisiert wird auch der KBW, der "undifferenziert von drei Befreiungsbewegungen" in Angola spricht. Es würde genügend Material öffentlich zugänglich sein, "das den konterrevolutionären und proimperialistischen Charakter von FNLA und UNITA belegen" würde. Der KBW müsse sich nun entscheiden. Seine Angola-Berichterstattung hätte "eine eindeutige konterrevolutionäre Qualität erreicht". "Wir fordern die KBW-Führer auf, ihre Position zu überdenken und öffentlich und selbstkritisch zu korrigieren. Andernfalls wird eine weitere Isolierung des KBW von ausländischen antiimperialistischen Organisationen kaum ausbleiben."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 60, Hamburg, 29.4.1975

21.05.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 61 (vgl. 29.4.1975, 10.6.1975) heraus.
Vom 1. Mai wird berichtet bundesweit, u.a. über KPD, KPD/ML, KB und KBW und aus Berlin, aus Baden-Württemberg aus Stuttgart, aus Bayern aus München und Altötting, aus Bremen aus Bremerhaven, aus Hamburg, aus Hessen aus Frankfurt, aus Niedersachsen aus Göttingen, aus NRW aus Bielefeld, Dortmund und Gelsenkirchen und aus Schleswig-Holstein aus Flensburg und Lübeck.

Berichtet wird von der GDCF (vgl. Apr. 1974).

In Bayern versuchen, laut "Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft (GDCF) in Nürnberg: Vaterlandsverteidiger am Ruder" "die Vaterlandsverteidiger (KPD und KPD/ML), die GDCF zu einem Anhängsel ihrer Parteien zu machen und Genossen, die mit der GNK (Gruppe Nürnberger Kommunisten) und ihrer Zeitung 'Nürnberger Arbeiterzeitung' sympathisieren und mit deren Kritik an Teilen der chinesischen Politik übereinstimmen, herauszusäubern, notfalls sogar mit satzungswidrigen Methoden." Kritisiert wird desweiteren, daß das Mai Komitee Nürnberg/Fürth der KPD "die Nürnberger Linke in ihrem Vorgehen am 1. Mai zersplittert und desorientiert" habe. "So lehnte dieses 'Komitee aller kämpferischen Arbeiter' konsequent
eine Zusammenarbeit mit anderen kommunistischen Organisationen (z.B. GNK) ab, die GDCF-Führer ließen damit ihre gespielte Überparteilichkeit fallen und beschlossen in einer satzungswidrigen Mitgliederversammlung die Teilnahme der GDCF an allen Aktivitäten des 'Mai-Komitees', kurzum der KPD. Damit scheinen die GDCF-Führer in Nürnberg ihr Ziel vorerst erreicht zu
haben: Aufhebung der demokratischen Satzung. Unterordnung der GDCF unter KPD-Beschlüsse und Aktivitäten."

Aus Berlin wird berichtet vom Kampf der KPD/ML gegen die Russen (vgl. 29.4.1975).

Aus Hamburg wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Beiersdorf (CPK-Bereich - vgl. Apr. 1975) und bei Broschek (DP-Bereich - vgl. 24.4.1975) und Colgate-Palmolive (CPK-Bereich - vgl. 24.4.1975), von der Veranstaltung des MIR Chile (vgl. 4.5.1975) und der Antifa-Veranstaltung des KB (vgl. 8.5.1975).

Aus Hessen wird u.a. berichtet von der Antifa-Demonstration in Frankfurt (vgl. 10.5.1975).

Aus NRW wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Opel Bochum (IGM-Bereich - vgl. 6.5.1975).

Aus dem Ausland wird berichtet vom 1. Mai in Dänemark.

Im Artikel "Portugal und der K(r)ampf der Supermächte." heißt es u.a.:"
Portugal ist heute im kapitalistischen Europa das fortgeschrittenste Beispiel für einen revolutionär-demokratischen Prozeß. Zugleich wird von Portugal der beispielhafte Versuch unternommen, unter äußerst ungünstigen Bedingungen … eine Politik der Selbständigkeit, Neutralität und Unabhängigkeit von den Großmächten durchzuführen … Die bürgerliche Hetze gegen die demokratische und selbständige Entwicklung in Portugal trägt unter diesen Bedingungen den Charakter von offenen Drohungen mit militärischer Intervention für den Fall, daß die Entwicklung in Portugal nicht den Interessen der Imperialisten entsprechend verläuft; zugleich soll mittels massiver antikommunistischer Hetze eine mögliche Intervention schon jetzt gegenüber der westdeutschen Arbeiterklasse gerechtfertigt werden … Bezeichnend für die jüngste Entwicklung der Gruppen KPD/AO und KPD/ML ist, daß sie sich in diese bürgerliche Hetze einreihen und das antikommunistische Gekläff von der 'Gefahr aus dem Osten' mit ihrer Theorie der Supermächte (wovon die Sowjetunion die gefährlichere und aggressivere sei) fortführen … Den Vaterlandsverteidigern zufolge wird Portugal (ökonomisch weitgehend vom Imperialismus abhängig, NATO-Land!) heute schon von den Sozialfaschisten (PCP) und damit letztlich auch von den Sozialimperialisten beherrscht." Dies sei eine "politische Kehrtwendung".
"Während man es damals vorzog, den Revisionisten Verrat an der Revolution vorzuwerfen (Unterstützung der NATO, der Bourgeoisie etc.) wirft man ihnen heute Verrat an der Nation vor (Unterstützung des Warschauer Pakts (WP, d.Vf.), des Sozial-imperialismus etc.). Die Demagogie (denn um solche, und nicht um Kampf gegen den Revisionismus, handelt es sich hier eindeutig!) ist auswechselbar; was bleibt, ist im Grunde ein 'links' aufgezogener Antikommunismus, der sich heute offen im nationalistischen Gewand präsentiert … So unterstützte die letzte Ausgabe der 'RF' (vgl. 14.5.1975, d.Vf.) ganz offen die PS von Soares und übernahmen*z.B. dessen lügenhafte Version über die Vorfälle am 1. Mai … Die KPD/AO unterstützt nicht etwa bloß einen Vertreter der EG-Imperialisten gegen die beiden Supermächte, sondern unterstützt vielmehr wissentlich direkt den Agenten der einen Supermacht, des US-Imperialismus! Hier zeigt sich, daß hinter der Fassade des Kampfes gegen die beiden Supermächte in Wirklichkeit mehr und mehr Kampf an der Seite des US-Imperialismus steht. Das ist die letzte Konsequenz der Vaterlandsverteidigung."

Von der KPD wird auch berichtet über ihre Aktionseinheitsbemühungen wegen der Verhaftungen in der DDR in Ostberlin (vgl. 17.5.1975).

In "ML-Frankfurt - die ultrarechten Treiber im Lager der Vaterlandsverteidigung" heißt es zu den Frankfurter ML (FML) u.a.:"
"Die Rolle des Antreibers bei diesem makabren Ringen der Supermächte um Hegemonie spielen seit längerem die ML-Frankfurt, inzwischen im Bund mit der ML-Bochum und ML-Aachen … Offenbar haben die ML-Frankfurt, die vorübergehend eine Art westdeutsches Monopol in Sachen Vaterlandsverteidigung hatten, nunmehr Angst, daß ihnen nach dem Einschwenken von KPD/ML und KPD die Felle wegschwimmen könnten und sie wieder in die ihnen zustehende lokale Bedeutungslosigkeit zurückfallen könnten."

Erwähnt werden u.a. folgende Einheiten des KB:
- Gruppe Flensburg:
- Dänemark-Kommission.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 61, Hamburg, 21.5.1975

10.06.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 62 (vgl. 21.5.1975, 1.7.1975) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 62, Hamburg, 10.6.1975

01.07.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 63 (vgl. 10.6.1975, 22.7.1975) heraus, in dem er u.a. berichtet von den GEW-Ausschlüssen (vgl. 3.5.1975).
Vom KB wurden Vietnamspenden übergeben (vgl. 16.6.1975).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Fahrpreiserhöhungen in Heidelberg (vgl. 21.6.1975, 26.6.1975).

An der Uni Bremen ist der Physik-Professor Jens Scheer, Sympathisant der KPD und AKW-Gegner, "von der Entlassung aus politischen Gründen bedroht", d.h. vom Berufsverbot (BV). "Jens Scheer ist in der Öffentlichkeit insbesondere wegen seiner Untersuchungen über die Gefahren, die von Kernkraftwerken ausgehen, bekannt geworden. Er unterstützt Bürgerinitiativen die gegen Kernkraftwerke kämpfen und fertigt Gutachten für sie an".

Aus Niedersachsen wird berichtet von der Demonstration gegen Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 14.6.1975).

In "Eiertänze und Riesen-Slalom. Die chinesische Außenpolitik bringt die Opportunisten in Schwierigkeiten" heißt es:"
Im Eiltempo sind in den letzten paar Monaten KPD/ML und KPD zur Politik der Vaterlandsverteidigung übergegangen, d.h. zur Unterstützung des BRD-Imperialismus und jeder anderen gegen die Sowjetunion (SU, d.Vf.) gerichteten reaktionären Kraft. Die Anerkennung ließ nicht lange auf sich warten: Im Mai, kaum einen Monat nach dem Startschuß des 'Roten Morgen' der KPD/ML zur Vaterlandsverteidigung, durften KPD und KPD/ML Delegationen nach China schicken. Dabei schnitt die KPD/ML, deren grosser Vorsitzende Ernst Aust von Politbüromitglied Yao Wen-yüan empfangen wurde, deutlich besser ab als die Konkurrenz …
Die Taktik des KBW ist einfach unverschämt … So möchte sich vor allem der KBW als der angeblich wirkliche Interpret der chinesischen Außenpolitik hinstellen …
Schmierer wird jedenfalls außerhalb des KBW kaum jemanden überzeugen können, daß nicht die Vaterlandsverteidiger, sondern der KBW im Einklang mit der heutigen chinesischen Außenpolitik sei.
Dem AB und dem KBW werden "Verhöhnung des proletarischen Internationalismus" vorgeworfen, weil sie sich nur "pauschal zur Analyse der internationalen Lage durch die Kommunistische Partei Chinas" bekennen. "Wir halten es allerdings für ein Prinzip jeder kommunistischen Organisation, daß sie breit und allseitig auch zu internationalen Problemen Stellung nimmt, daß sie die Widersprüche umfassend darstellt, daß sie überall auf der Welt die reaktionären Kräfte angreift und die fortschrittlichen unterstützt etc."

In "Vaterlandsverteidiger besuchen China" heißt es:"
Für ihren besonders rabiaten und bedenkenlosen Kurs gegen den Sozialimperialismus wurde die KPD/ML gegenüber der konkurrierenden 'Partei' mit dezenten, aber eindeutigen Bevorzugungen bedacht:
- Während die KPD sich unter dem Titel einer 'Arbeiterdelegation' verstecken mußte, wurde der KPD/ML der offizielle Titel einer 'Delegation des ZK der KPD/ML' zuerkannt,
- Während die 'Arbeiterdelegation' unter Führung eines 'Mitglieds des Ständigen Ausschusses des Politbüros des ZK der KPD', Karl-Heinz Hutter, stand, durfte für die KPD/ML deren Vorsitzender Ernst August Aust, höchstpersönlich die lange erträumte Reise nach Peking antreten,
- Während für die 'Arbeiterdelegation' der ranghöchste Gesprächspartner eine Stellvertretende Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses war, wurde die 'Delegation des ZK der KPD/ML' von Yao Wen-yüan, prominentes Mitglied des Politbüros der KP Chinas empfangen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 63, Hamburg, 1.7.1975

22.07.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 64 (vgl. 1.7.1975, 19.8.1975) heraus.
Berichtet wird von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Klöckner Bremen (IGM- Bereich - vgl. 8.7.1975) und PEI Hamburg (IGM-Bereich - vgl. 6.5.1975) und Opel Bochum in NRW (IGM-Bereich - vgl. 6.5.1975). Eingegangen wird auf den Prozeß gegen den KB in Hamburg (vgl. 1.7.1975) und die dortige ACG-Veranstaltung (vgl. 5.7.1975).

Aus dem Ausland wird berichtet aus Portugal (vgl. 11.7.1975).

In "Vaterlandsverteidiger rufen zur Einheit" wird ausgeführt:"
Der Rote Morgen der KPD/ML vom 5. Juli enthält eine viereinhalbseitige Rede ihres Vorsitzenden Ernst Aust. Die Rede ist als Aufruf zur 'Einheit der Marxisten-Leninisten' überschrieben. Die Rede richtet sich speziell an die gleichfalls der Vaterlandsverteidigung verfallenen KPD; dieser wurden noch durch eine spezielle Botschaft Gespräche … angeboten. Darüber hinaus wendet sich Aust aber auch an alle anderen Organisationen … der revolutionären Bewegung … Gemeint sind damit offenbar auf überregionaler Ebene die Gruppe Rote Fahne (KPD), der KBW, auf regionaler Ebene der KB, der KABD und der Münchener Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (AB, d.Vf.) … Die KPD reagierte postwendend mit der Erklärung, sie werde Austs Rede gründlich lesen und prüfen … Der Eröffnung von Gesprächen zwischen den Parteileitungen steht nichts im Wege … Es bleibt abzuwarten, ob es sich nur um einen der schon üblichen Wettbewerbe im Einheits-Schreien handelt, oder ob jetzt ernsthaft an eine Vereinigung von KPD/ML und KPD gedacht ist."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 64, Hamburg, 22.7.1975

19.08.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 65 (vgl. 22.7.1975, Sept. 1975) heraus.

Berichtet wird von der Angola-Diskussion zwischen KPD und KBW (vgl. Okt. 1974, Aug. 1975).

Laut "Betriebsrätewahlen 1975: Leichter Linkstrend wurde bestätigt" spielte der "Block der Rechtsopportunisten (also KBW, ABG, KABD) bei den BRW praktisch gar keine Rolle".

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Betriebsrats- bzw. Personalratswahlen (BRW bzw. PRW) im ÖTV-Bereich in Heidelberg beim MPI für Kernphysik (vgl. Juli 1975), dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ - vgl. Juli 1975) und dem Rehazentrum Neckargemünd (vgl. Juli 1975), im CPK-Bereich bei Ciba-Geigy Grenzach (vgl. 26.5.1975) und im IGM-Bereich bei Daimler-Benz Stuttgart-Untertürkheim (vgl. Juli 1975).

Aus Berlin wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei AEG Brunnenstraße (IGM-Bereich - vgl. 21.5.1975).

Aus Bremen wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) im IGM-Bereich bei Klöckner (vgl. 8.7.1975) und beim Bremer Vulkan (vgl. 16.4.1975).

Aus Hamburg wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) im CPK-Bereich bei Beiersdorf (vgl. Apr. 1975) und Colgate-Palmolive (vgl. 24.4.1975), im DP-Bereich bei Broschek (vgl. 24.4.1975), im IGM-Bereich bei Hanomag (vgl. 13.3.1975), Philips Elektronik (vgl. 6.5.1975) und Blohm und Voß (B+V - vgl. 31.5.1975) und im ÖTV-Bereich bei der HHLA (vgl. Juli 1975).

Aus Hessen wird berichtet von den Betriebsrats- bzw. Personalratswahlen (BRW- bzw. PRW) bei Opel Rüsselsheim (IGM-Bereich - vgl. 6.5.1975) und am Bürgerhospital Frankfurt (ÖTV-Bereich - vgl. 31.3.1975).

Aus NRW wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) im CPK-Bereich bei Bayer Leverkusen (vgl. 26.5.1975), im IGBE-Bereich bei General Blumenthal Recklinghausen (vgl. Juli 1975) und im IGM-Bereich bei Opel Bochum (vgl. 6.5.1975), Hoesch Dortmund (vgl. 26.5.1975), Mannesmann (MM) Düsseldorf-Rath (vgl. 26.5.1975), Ford (vgl. Apr. 1975) und KHD Köln (vgl. 7.4.1975) und bei Siemens Witten (vgl. Juli 1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) im Kieler IGM-Bereich bei Elac (vgl. 26.5.1975) und bei HDW (vgl. 26.5.1975).

Dem Artikel "Geschäft mit der Hilflosigkeit: KBW zu Paragraph 218" zufolge benützt der KBW die Losung 'Volksentscheid' "bewußt zur Spaltung der Bewegung gegen den Paragraphen 218", denn "die vom KBW gebildeten Komitees gegen den Paragraphen 218 machen nicht lediglich das Ziel des Kampfes zur Voraussetzung der Einheit, sondern legen sich zugleich verbindlich auf ein ganz bestimmtes Mittel des Kampfes fest - eben die von den KBW-Führern erdachte Parole 'Volksentscheid'. Sie engen also den Kreis der Menschen, die gegen den Paragraphen 218 sind, von vornherein auf diejenigen ein, die auch das vom KBW vorgeschlagene Mittel für sinnvoll halten …
Daß der KBW die Spaltung von Anfang an gewollt hat, ergibt sich eindeutig daraus, daß er keinerlei Versuche unternommen hat, das weitere Vorgehen gegen den Paragraphen 218 mit den anderen linken Organisationen zu beraten."
Diese gesamte Politik sei "nicht auf Einheit im Kampf, sondern auf Rattenfängerei für den eigenen Parteiladen orientiert".
"Diese Methode des KBW läßt sich zurückverfolgen bis zum Versuch einer Kampagne gegen die sog. 'Energiekrise' Ende 1973/Anfang 1974. Sie zeigt sich in den verschiedenen Fahrpreis-Kampagnen, in den Parolen zum 'Sturz der Magistrate' u.a."

Die KPD/ML habe erklärt, daß die bisherige Losung "im Ernstfall die Gewehre umdrehen", falsch gewesen ist. Stattdessen wird nun betont, daß sie keinesfalls im Falle eines sowjetischen Überfalls dazu aufrufen würden "die Gewehre sofort gegen die westdeutsche Monopolbourgeoisie zu drehen. Vielmehr seien in diesem Falle Absprachen mit dem Staat der Bourgeoisie über gegenseitigen militärischen Nichtangriff möglich".

Die Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML) fordern das Verbot der DKP.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 65, Hamburg, 19.8.1975

September 1975:
Der KB gibt eine Sonderausgabe des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. 19.8.1975, Sept. 1975) zur "Chile-Solidarität" heraus. U.a. wird auch auf die Chile-Komitees von GIM und KBW eingegangen:"
Obwohl die Chile-Komitees zunächst öffentlich erklärt hatten, eine breite Kampagne zur Freilassung der politischen Gefangenen in Chile durchzuführen zu wollen, haben sie in ihrer Mehrheit schließlich nicht nur nichts zum Gelingen dieser Kampagne beigetragen, sondern in zahlreichen Fällen aktiv (mit den übelsten Methoden) gegen die unabhängig von den Chile-Komitees organisierten Veranstaltungen gearbeitet."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Extra zur Chile-Solidarität, Hamburg, Sept. 1975

September 1975:
Der KB gibt eine Extraausgabe des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. Sept. 1975, 9.9.1975) zur "Portugal-Solidarität" heraus. Enthalten ist eine Darstellung der Geschichte (vgl. 13.8.1975, 30.8.1975) der Portugal-Aktionseinheit.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Extra zur Portugal-Solidarität, Hamburg, Sept. 1975

09.09.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 66 (vgl. Sept. 1975, 2.10.1975) heraus.
Dem Artikel "Portugal: KPD auf der Seite der Faschisten" zufolge ist die "Haltung zur portugiesischen Revolution heute der Punkt, an dem der konterrevolutionäre Charakter der KPD-Politik am krassesten zum Ausdruck kommt." PCP/ML und KPD würden eindeutig auf "der Seite von Faschismus und Konterrevolution stehen". Beweis dafür sei das Gerede von dem angeblich drohenden "sozialfaschistische Regime der Cunhal-Partei".

Dem Artikel "KBW zu Angola: Astreiner Rassismus" zufolge vertritt der KBW hartnäckig die These, "daß dort ein Streit zwischen 'gleichberechtigten Befreiungsbewegungen' im Gange sei und daß man sich diesem Streit gegenüber 'neutral' verhalten müßte".

In "Amilcar-Cabral-Gesellschaft (Guinea- Bissao): Vaterlandsverteidiger auf Provokationskurs" wird über die ACG (vgl. 25.5.1975) berichtet:"
Besonders die offizielle Anerkennung der ACG durch die PAIGC hat von Beginn an ein reges Interesse der KPD und ihrer Unterorganisation 'Liga gegen den Imperialismus' hervorgerufen." KPD und LgdI seien auf verschiedenen Veranstaltungen darum bemüht gewesen, "die Amilcar-Cabral-Gesellschaft zu majorisieren, um mit der Autorität der PAIGC ihre antikommunistische Hetze gegen die Sowjetunion an den Mann zu bringen".

Aus Berlin wird berichtet von einer Demonstration gegen die Mauer (vgl. 13.8.1975).

Aus Hamburg wird berichtet von der Spaniendemonstration (vgl. 6.9.1975).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 66, Hamburg, 9.9.1975

02.10.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 67 (vgl. 9.9.1975, 21.10.1975) heraus. Man befaßt sich mit der Paragraph 218 Demonstration des KBW (vgl. 21.9.1975).

Eine Portugal-Woche soll vom 21. bis zum 27.9.1975 dauern.

Berichtet wird von der Portugal-AE (vgl. 24.8.1975) und Veranstaltungen in:
- Baden-Württemberg in Emmendingen (vgl. 16.9.1975), Wyhl (vgl. 22.9.1975), Stuttgart (vgl. 23.9.1975), Tübingen (vgl. 23.9.1975), Karlsruhe (vgl. 24.9.1975), Freiburg (vgl. 25.9.1975) und Heidelberg (vgl. 25.9.1975);
- Bayern in München (vgl. 25.9.1975), Nürnberg (vgl. 26.9.1975) und Landshut (vgl. 27.9.1975);
- Berlin (vgl. 26.9.1975, 27.9.1975) und Hamburg (vgl. 25.9.1975, 27.9.1975);
- Hessen in Darmstadt (vgl. 25.9.1975), Kassel (vgl. 25.9.1975) und Frankfurt allerdings z.T. zu Spanien (vgl. 26.9.1975);
- Niedersachsen fanden Veranstaltungen statt in Braunschweig (vgl. 22.9.1975), Hildesheim (vgl. 24.9.1975), Göttingen (vgl. 26.9.1975) und Hannover (vgl. 27.9.1975);
- NRW in Aachen (vgl. 23.9.1975), Münster (vgl. 23.9.1975), Duisburg (vgl. 24.9.1975), Bochum (vgl. 25.9.1975), Köln (vgl. 25.9.1975), Bielefeld (vgl. 26.9.1975) und Essen (vgl. 27.9.1975);
- Rheinland-Pfalz in Mainz (vgl. 26.9.1975) und
in Schleswig-Holstein in Elmshorn (vgl. 19.9.1975), Kiel (vgl. 23.9.1975) und Lübeck (vgl. 26.9.1975).

Aus Bremen wird berichtet von einer Anti-NPD Demonstration (vgl. 20.9.1975).

Von den Frankfurter Marxisten-Leninisten (FML), werden deren Offener Brief an KPD/ML und KPD (vgl. 28.6.1975) und der 'Maoist' Nr. 1 (vgl. Aug. 1975) erwähnt.
Auch wird darüber berichtet, daß "die sogenannten Frankfurter Marxisten-Leninisten … vom Staat das Verbot der DKP … fordern".
Die KPD sei hier schon einen Schritt voraus:"
Sie fordert dazu auf, alle Revisionisten … aus den Betrieben und Gewerkschaften zu schmeißen."

In "KBW zu Chile - Ganz neue Erkenntnisse." heißt es:"
Sicher ist es zu begrüßen, daß sich der KBW zwei Jahre nach dem faschistischen Putsch mit den Tatsachen vertraut zu machen beginnt. Das Unverschämte daran ist jedoch, daß er nicht nur keinerlei Selbstkritik an seinen früheren Fehleinschätzungen übt, sondern sich sogar noch frech in die Positur desjenigen wirft, der der Solidaritätsbewegung in Westdeutschland Lehren zu erteilen hat. Dies zeigt, daß vom KBW in der Frage einer ehrlichen und sachlichen politischen Auseinandersetzung auch in Zukunft vorerst kein Wandel zum Besseren zu erwarten ist."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 67, Hamburg, 2.10.1975

21.10.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' Nr. 68 (vgl. 2.10.1975, 11.11.1975) heraus. Berichtet wird von der Delegiertenkonferenz der Paragraph 218 Komitees des KBW (vgl. 11.10.1975).

Aus Bremen wird berichtet von der Spaniendemonstration (vgl. 4.10.1975).

In "KBW zu Angola - Ein Skandal!" wird ausgeführt:"
Wessen Position unterstützt der KBW aber in Angola? Darüber schweigt er aus leicht durchschaubaren Gründen. Stattdessen beschwört er die 'drei Befreiungsbewegungen', sie müßten doch endlich begreifen, daß sie bloß von den Supermächten gegeneinander aufgehetzt werden und sollten sich hübsch manierlich miteinander vertragen und gemeinsam gegen die Supermächte kämpfen. Und dies in einer Situation erbittertster Kämpfe in allen Teilen des Landes. Wenn das kein Weltschiedsrichtertum ist, und ein gottsjämmerliches noch dazu! … Zur Rechtfertigung beruft sich die KVZ immer dennoch auf die OAU (Organisation afrikanischer Staaten) … Nun ist die OAU sicher eine respektable Organisation, wenn es darum geht, sie gegen Angriffe des Imperialismus zu verteidigen … (Dennoch) kann die OAU für Kommunisten keine höchste Autorität sein … Im übrigen schweigt der KBW darüber, daß die FRELIMO Mosambiks und PAIGC Guinea-Bissaos klar die MPLA unterstützen, ebenso wie u.a. die VR Kongo/Brazzaville … Wenn der KBW behauptet, zwischen den 'drei Befreiungsbewegungen' sei heute - im Kampf gegen den Imperialismus - tatsächlich Einheit möglich und nötig, so tritt er schlicht als Prediger von eigenen Gnaden auf. Zumindest MPLA und FNLA haben stets erklärt, daß die Gegensätze zwischen ihnen absolut unversöhnlich sind, da sie genau entgegengesetzte Ziele vertreten: die MPLA kämpft für die Errichtung einer Volksdemokratie, die FNLA will dies um jeden Preis verhindern … Man muß es noch einmal sagen: Der KBW stützt sich … nicht im geringsten auf die Analyse und die Strategie und Taktik irgendeiner der drei Bewegungen in Angola, sondern bloß auf sein Bücherwissen … Der KBW weigert sich zwischen fortschrittlichen und reaktionären Kräften in Angola zu unterscheiden."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 68, Hamburg, 21.10.1975

11.11.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 69 (vgl. 21.10.1975, 2.12.1975) heraus.

Aus Berlin wird berichtet vom ML-Überfall auf die GIM-Veranstaltung (vgl. 6.11.1975).

Aus Hamburg wird berichtet von der KBW-Veranstaltung zu Zimbabwe (vgl. 4.11.1975).

Aus Niedersachsen wird berichtet von der Portugalveranstaltung in Hannover (vgl. 28.10.1975).

In "KPD fordert handfeste Repressalien gegen die Arbeiterklasse" heißt es:"
In ihrer Hetze gegen die portugiesische Revolution hat die KPD mittlerweile den Punkt erreicht, wo sie sich von den erklärten Faschisten nur noch durch die besondere Radikalität unterscheidet, mit der sie Reaktion und Imperialismus unterstützt und zur Eile antreibt."
Erstmals bezeichnet der KB die KPD-Anhänger als "KPD-Faschisten" und führt weiter aus:"
Was jedem Kommunisten Grund zur Freude und Zuversicht ist, bereitet den KPD-Faschisten den größten Schrecken. Denn die ganze portugiesische Revolution ist für sie nur ein Machwerk der Revisionisten und des russischen Sozialimperialismus. Alles - die Einheitsfront FUR, der Soldatenverband SUV, die Arbeiter- und Bewohnerkommissionen. Selbst die meisten ML-Gruppen (!) - alles das dient nach Meinung der KPD-Faschisten nur dem Sozialimperialismus … Die KPD hat auf kommunistischen und demokratischen Veranstaltungen nichts mehr zu suchen! Die letzten KPDler, die es mit dem Marxismus-Leninismus und dem revolutionären Kampf ernst meinen, müssen sich von dieser Gruppe trennen! Alle kommunistischen Organisationen müssen einen eindeutigen Trennungsstrich zur KPD ziehen! Keine Zusammenarbeit mit diesen Propagandisten des Faschismus und der Konterrevolution."

Der Artikel "KBW: Erster Beitrag zur Portugal-Solidarität" geht auf die Nichtbeteiligung des KBW an der Portugal-Solidaritäts-Kampagne ein:"
Der ganze Beitrag des KBW zur internationalen Portugal-Solidaritäts-Kampagne bestand bisher in hämischen Bekundungen von Schadenfreude über Mängel bei der bisherigen Mobilisierung und über zwischen den beteiligten Organisationen aufgetretene Widersprüche. Kein sehr großartiger Beitrag! Aber kennzeichnend für die nicht nur politische, sondern auch moralische Versumpfung der Typen, die die Politik des KBW bestimmen."

In der Amilcar-Cabral Gesellschaft (ACG) für sollen derzeit heftige Auseinandersetzungen stattfinden. Es soll Widersprüche "zwischen Antiimperialisten, die nach der politischen Linie der PAIGC ihre Arbeit ausrichten wollen, einerseits und den Vaterlandsverteidigern von KPD/Liga gegen den Imperialismus (LgdI, d.Vf.) andererseits geben."
"Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht der provokatorische Versuch der Vaterlandsverteidiger auch für Guinea-Bissau und die Kapverdischen Inseln den Sozialimperialismus zum Hauptfeind zu machen. Dies widerspricht diametral den Aussagen der PAIGC, die eindeutig den Hauptfeind im Imperialismus sieht und sich mehrfach für die solidarische Bruderhilfe der Sowjetunion (SU, d.Vf.) bedankt hat … Die Mitglieder der KPD/Liga innerhalb der ACG stehen momentan vor der Situation, entweder die Rolle der Sowjetunion bezüglich Guinea-Bissau so darzustellen wie sie ist und wie die PAIGC sie beschreibt (Bruderhilfe etc.), was einer glatten Polemik gegen ihre eigene Partei gleichkommt oder die Position der KPD/Liga (Hauptfeind Sozialimperialismus etc.) zu propagieren, was ihre Mitgliedschaft in der ACG per Ausschluß beenden würde … Diese schizophrene Situation ist Ergebnis der schizophrenen Politik der Vaterlandsverteidiger. Sie beschreibt den Widerspruch zwischen antiimperialistischer Phrase … und der realen Politik der Vaterlandsverteidiger, die letztlich nur noch eine Maxime hat, den 'Hauptfeind Sozialimperialismus' zu beschwören und damit die reale Aggression und Gefährlichkeit von US- und EG-Imperialismus herunterzuspielen. Bisher scheint sich innerhalb von Liga/KPD kein einheitlicher Standpunkt durchgesetzt zu haben. Ein Teil hat sich bereit erklärt, die gefaßten Beschlüsse umzusetzen (!) und sich an der MPLA-Kampagne zu beteiligen … Ein anderer Teil der Liga-Vögel scheint bewußt auf die Spaltung der ACG hinzuarbeiten. So hat die fast nur aus Liga-Mitgliedern bestehende Hamburger Ortsgruppe beschlossen, den Vorstandsbeschluß bezüglich Angola abzulehnen und sich daher auch nicht an der MPLA-Kampagne zu beteiligen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 69, Hamburg, 11.11.1975

02.12.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 70 (vgl. 11.11.1975, 21.12.1975) heraus.
Berichtet wird von der zentralen Spaniendemonstration in Frankfurt (vgl. 15.11.1975) und vom Kongreß der FILE Italien (vgl. 22.10.1975).

Aus Bayern wird berichtet vom Polizeiüberfall auf den Trikont-Verlag in München (vgl. 24.11.1975).

Aus Hessen wird berichtet von einer Iran-Veranstaltung in Frankfurt (vgl. 21.11.1975).

In "KBW zu Angola: Weiter in den Sumpf" heißt es:"
Bei seiner Verleumdungskampagne gegen die angolanische Befreiungsbewegung, die MPLA, hat sich der KBW eine neue Variante ausgedacht: Er ist in das Kostüm eines besorgten Freundes der MPLA geschlüpft, um seine Lügen und hanebüchenen Ratschläge besser verkaufen zu können … Der KBW hat es bisher stets abgelehnt, zwischen den drei Befreiungsbewegungen Angolas (er bezeichnet auch die pro-imperialistischen Truppen der FNLA und UNITA als Befreiungsbewegungen) zu differenzieren und Sympathie für eine von ihnen zu bekunden … Nunmehr behauptet der KBW jedoch, es sei die MPLA selbst, die ausdrücklich auf eine Politik der nationalen Einheit verzichtet … Was sich der KBW damit geleistet hat, ist noch um einiges schweinischer als seine bisherigen Äußerungen zu Angola. Wenn der KBW ehrliche Sympathie für die MPLA hätte, so würde er eine derart schwerwiegende Behauptung wie 'Verzicht auf eine Politik der nationalen Einheit' zumindest zu beweisen versuchen … Der KBW ist nicht in der Lage, seine Behauptungen durch Tatsachen zu untermauern, daß für die MPLA eine 'Einheit' mit FNLA und UNITA möglich und sinnvoll wäre. Die Erklärungen der MPLA, daß es sich bei FNLA und UNITA nicht um Befreiungsbewegungen handelt, sondern um konterrevolutionäre, proimperialistische Marionetten-Organisationen, hat der KBW gar nicht zur Kenntnis genommen. Stattdessen hat er diese Kennzeichnung von FNLA und UNITA lügenhaft als angebliche Erfindungen der Sowjetunion (SU, d.Vf.) oder des KB-Nord diffamiert … Der KBW kann nicht erklären, warum sämtliche Befreiungsbewegungen die MPLA einseitig unterstützen, warum Staaten wie Nord- und Südvietnam sowie Korea die MPLA-Regierung anerkannt haben. Sie alle befinden sich ja nach Meinung des KBW auf dem falschen Weg. Recht haben dagegen nach Meinung des KBW die reaktionären Staaten, die die MPLA zu einem Pakt mit FNLA und UNITA, das heißt faktisch zur Preisgabe des Befreiungskampfes zwingen wollen. Da der KBW diesen Widerspruch nicht klären kann, verschweigt er ihn entweder völlig oder geht jedenfalls nicht inhaltlich darauf ein … Immer deutlicher führt diese Politik dieser Art von Linken direkt an die Seite von Imperialismus und Reaktion. Und es ist kaum zu hoffen, daß Angola das einzige und letzte Beispiel dieser Art bleiben wird."

Es findet "in den nächsten Tagen eine Bundesdelegiertenkonferenz der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft (GDCF) statt. Auf dieser Konferenz ist ein Frontalangriff der Vaterlandsverteidiger zu erwarten, der als Resultat die Übernahme der GCDF durch KPD und KPD/ML bringen soll".

Derzeit "streben die Vaterlandsverteidiger der BRD und Westberlin - zumindest in Worten - zügig die Einheit an. Mittlerweile scheinen einige kleine Grüppchen um die sogenannten Frankfurter Marxisten-Leninisten schon aus dem Rennen zu sein, nachdem sie sich allzu plump-blöd für den Burgfrieden mit dem BRD-Imperialismus, für den Konsumverzicht der Arbeiterklasse zugunsten der Vaterlandsverteidigung etc. ausgesprochen hatten. So geht es heute vor allem um die Einheit zwischen KPD und KPD/ML … Wie ihren Zeitungen zu entnehmen ist, haben sich beide Organisationen Anfang November getroffen, Dokumente ausgetauscht und die Diskussion eröffnet … Man darf gespannt sein, ob es tatsächlich noch zu einer Vereinigung von KPD/ML und KPD kommt, bevor der Sumpf über beide Vereine zusammenschlägt".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 70, Hamburg, 2.12.1975

21.12.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 71 (vgl. 2.12.1975, 19.1.1976) heraus.
Berichtet wird von der bundesweiten Betriebsräte-Veranstaltung (vgl. 6.12.1975) in Hamburg.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der ersten KB-Veranstaltung in Heidelberg (vgl. 12.12.1975).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 5, Nr. 71, Hamburg, 21.12.1975

19.01.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 72 (vgl. 21.12.1975, 2.2.1976) heraus.

Aus Hamburg wird berichtet von der DKP-Veranstaltung zum KB (vgl. 8.1.1976).

Das Leitende Gremium (LG) des KB habe "einige Veränderungen diskutiert und beschlossen":
- Die Bildung einer Gesamtredaktion für 'Arbeiterkampf', 'Rebell' und Internationale',
- 14-tägiges Erscheinen des 'Arbeiterkampfes',
- Monatliches Erscheinen der 'Internationale'.

Der KBW baue zu Angola "seine reaktionären Thesen" aus:"
Der kleinbürgerliche Unfug des KBW besteht jedoch darin, daß er diese Differenzierung unter den afrikanischen Staaten nicht als ein notwendiges Produkt gesellschaftlicher Zustände, Widersprüche und Entwicklungen dieser Staaten selbst begreifen kann, sondern als bedauerliches Ergebnis einer äußeren Einmischung konkret besonders des russischen Sozialimperialismus. Diese These des KBW ist ein reaktionärer Angriff auf alle fortschrittlichen afrikanischen Staaten und Befreiungsbewegungen, die sich eindeutig für die Unterstützung der MPLA ausgesprochen haben und die vom KBW praktisch als willenlose Opfer sozialimperialistischer Einmischung verleumdet werden."

Die "Vaterlandsverteidiger der KPD/ML" hätten einen "Kurswechsel" vollzogen. Eine "Diskussion, die im November im ZK der KPD/ML geführt wurde", habe die bisherigen Thesen als falsch bezeichnet. Der KB meint:"
Dabei ging es um die Frage des Hauptfeindes der Revolution in der BRD … Diese These wird nunmehr als falsch bzw. unklar und mißverständlich kritisiert. Richtig sei, daß in der BRD 'der Hauptfeind der westdeutschen Werktätigen die westdeutsche Monopolbourgeoisie, der westdeutsche Imperialismus ist, 'in zweiter Linie' dann auch der US-Imperialismus'."
Quellen: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 72, Hamburg, 19.1.1976; KB-LG: Rundbrief Nr. 10, Hamburg 1981, S. 2

02.02.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 73 (vgl. 19.1.1976, 16.2.1976) heraus. Zwischen dem KB und der ZANU Zimbabwe fanden Gespräche statt (vgl. 31.1.1976).

Aus Hamburg wird berichtet von der Portugalveranstaltung (vgl. 23.1.1976).

Bei den Hochschulwahlen in Göttingen in Niedersachsen und Bremen erzielten "die Listen Demokratischer Kampf (LDK), in denen mit dem KB sympathisierende Studentengruppen mitarbeiten, den größten Wahlerfolg". In Göttingen erreichte die LDK 14, 2% der Stimmen.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 73, Hamburg, 2.2.1976

16.02.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 74 (vgl. 2.2.1976, 1.3.1976) heraus. Berichtet wird vom Treffen des KB mit dem AB (vgl. 8.2.1976).

Aus Bayern wird berichtet von der Paragraph 218-Demonstration in Nürnberg (vgl. 11.2.1976).

Aus Hamburg wird berichtet von der Schuldemonstration (vgl. 13.2.1976) und der Paragraph 218-Demonstration (vgl. 11.2.1976).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von Paragraph 218 Aktionen (vgl. 22.1.1976, 4.2.1976, 12.2.1976) und der Angolaveranstaltung (vgl. 4.2.1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet über die Paragraph 218-Demonstration in Göttingen (vgl. 12.2.1976).

Aus NRW wird berichtet aus Bochum über die Antirepressionsarbeit (vgl. Jan. 1976), eine Angolaveranstaltung (vgl. 6.2.1976) und die Paragraph 218-Demonstration (vgl. 6.2.1976). Auch in Bielefeld wurde gegen den Paragraphen 218 demonstriert (vgl. 7.2.1976).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Paragraph 218-Demonstration in Kiel (vgl. 12.2.1976).

In "KPD/ML in der DDR gegründet" heißt es:"
Dem Roten Morgen war bisher noch nie etwa über konkrete Aktivitäten in der DDR zu entnehmen. Offenbar verfügt die KPD/ML in der DDR noch nicht einmal über einen regelmäßigen Korrespondenten, da sie bei ihrer gesamten Berichterstattung über die DDR stets nur die westliche Presse zugrunde legt." Es würde auf der Hand liegen, "daß die gesamte Sektion DDR der KPD/ML nichts weiter ist als ein Schreibtisch-Produkt des schon immer phantasiebegabten ML-Vorsitzenden Ernst Aust. Schon einmal, vor mehreren Jahren, hatte er belgischen ML-Freunden den Bären aufgebunden, er habe 'Zellen in der DDR'. Dieses Märchen wurde prompt in deren Zeitschrift 'Clarte' nachgedruckt, erschien aber nie im Roten Morgen … Krankhafter Größenwahn und Geltungssucht gehen hier fließend in Provokateurstum über."

In "NPD wertet KPD-Wahlergebnis auf" wird zu den Nachwahlen im Wahlbezirk Berlin-Zehlendorf aus der 'Nationalzeitung' zitiert:"
Folgen jetzt endlich die deutschen Maoisten dem Kurs der Pekinger Führung, der darauf hinausläuft, die Front gegen den Sozialimperialismus weltweit zu stärken - ohne Rücksicht auf ideologische Unterschiede auch im Bündnis mit kapitalistischen Staaten und deren Zusammenschlüssen?"
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 74, Hamburg, 16.2.1976

01.03.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 75 (vgl. 16.2.1976, 15.3.1976) heraus.

Aus dem Ausland wird berichtet aus Portugal vom Tode von G. Bruns (vgl.
1.1.1976) und einer MES-Veranstaltung (vgl. 16.2.1976).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Stupawahlen an der Uni
Heidelberg (vgl. 26.1.1976) und dem AKW Wyhl (vgl. 22.2.1976).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 75, Hamburg, 1.3.1976

15.03.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 76 (vgl. 1.3.1976, 29.3.1975) heraus.

Aus Bayern wird von einer Paragraph 218-Veranstaltung in Nürnberg (vgl. 19.2.1976) berichtet.

Aus Bremen wird berichtet von Paragraph 218-Aktionen in Bremen und Bremerhaven (vgl. 12.2.1976).

Aus Hessen wird berichtet aus Frankfurt von der Paragraph 218-Demonstration (vgl. 21.2.1976) und der dortigen Schuldemonstration (vgl. 6.3.1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet von Paragraph 218-Aktionen in Göttingen (vgl. 12.2.1976), Hildesheim (vgl. 25.2.1976) und Oldenburg (vgl. 25.2.1976).

Aus NRW wird berichtet von der Paragraph 218-Demonstration in Bochum (vgl. 11.2.1976).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von einer Paragraph 218-Veranstaltung in Lübeck (vgl. 25.2.1976).

Es wird der erste Teil der Artikelreihe "China: Kampf zweier Linien?" abgedruckt (vgl. 29.3.1976). Kernpunkte der Artikel sind vor allem die Deng Hsiao-ping Frage:"
Bei den gegenwärtigen Auseinandersetzungen handelt es sich zum einen um einen Angriff der Linken auf die Anhänger Deng Hsiao-pings, d.h. des 'kapitalistischen Wegs' (Förderung materieller Anreize etc.); dieser Angriff nimmt praktisch die alte, immer noch nicht beglichene Rechnung aus der Zeit der Kulturrevolution wieder auf. Zum anderen steht die Linie Deng Hsiao-pings aber auch denjenigen Rechten im Wege, die in der Politik des 'kapitalistischen Weges' derzeit ein wesentliches Hindernis für die beabsichtigte Entwicklung der Produktivkräfte (als Voraussetzung für ihre bürgerliche Großmachtpolitik nach außen), gestützt auf eine Stärkung des zentralen Plans und eine politische Mobilisierung der Werktätigen zu erheblich gesteigerter Mehrarbeit, sehen. Diese Rechten, als deren Vertreter wir den amtierenden Ministerpräsidenten Hua Guo-feng eingeschätzt haben, sind zwar daran interessiert, die Anhänger des 'kapitalistischen Weges' zu dämpfen und sich mit ihren Vorstellungen ihnen gegenüber durchzusetzen; nicht interessiert sind sie aber an deren Entmachtung und an einer wirklichen Mobilisierung der Massen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 76, Hamburg, 15.3.1976

29.03.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 77 (vgl. 15.3.1976, 12.4.1976) heraus.
Aus Niedersachsen wird berichtet von der 218-Demonstration in Braunschweig (vgl. 21.3.1976).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 77, Hamburg, 29.3.1976

12.04.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 78 (vgl. 29.3.1976, 26.4.1976) heraus. Berichtet vom Treffen von KPD, KPD/ML, KABD und KBW zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 14.2.1976).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 78, Hamburg, 12.4.1976

26.04.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 79 (vgl. 12.4.1976, 14.5.1976) in einer Auflage von 19 000 Exemplare heraus.

Aus Bayern wird berichtet von der Betriebsräteveranstaltung in München (vgl. 10.4.1976).

Aus Bremen wird berichtet von Repressionen des KBW gegen AK-Verkäufer (vgl. 22.3.1976).

Aus Hamburg wird berichtet von der VV des RBJ/BDJ (vgl. 9.4.1976).

In "Zwei Schritt vor und einen zurück. Eiertänze der Vaterlandsverteidiger" wird ausgeführt:"
Die Politik der linken Vaterlandsverteidigung zuerst theoretisch entwickelt von KPD/ML-Chef Aust in seiner berüchtigten 'Kieler Rede' vom 27.3.1975, hat in unserem Land wenig Freunde gefunden. Schon bald sah sich daher die KPD/ML zu verschiedenen einschränkenden 'Erläuterungen' und schließlich zu kosmetischen 'Korrekturen' gezwungen. Anscheinend im Vertrauen auf die Vergeßlichkeit ihres eigenen Anhangs behaupten Aust und Co. heute schon ganz empört, für die Vaterlandsverteidigung seien sie nie eingetreten. Ihrem Beispiel scheint jetzt die KPD folgen zu wollen. In Ihrer 'Roten Fahne' vom 14.4.1976 wendet sie sich entrüstet gegen Vorwürfe (der KPD/ML), sie sei sozialchauvinistisch und betreibe eine 'Blockbildung mit der Bourgeoisie'. Sie bestreitet sogar, für eine Stärkung der Bundeswehr zu sein und spricht in einer Erklärung davon, die Bundeswehr habe nur die Aufgabe, das eigene Volk zu unterdrücken und Aggressionen gegen andere Völker zu verüben. Auch die KPD spekuliert dabei wohl auf die Vergeßlichkeit der Menschen. Weder den Führern der KPD/ML noch denen der KPD geht es darum, eine selbstkritische Bilanz zu ziehen und ehrlich mit ihrer Linie der Vaterlandsverteidigung und des Antikommunismus Schluß zu machen. Lediglich von einigen allzu verräterischen Thesen wollen sie sich trennen, um aber insgesamt genau ihre alte Politik fortzusetzen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 79, Hamburg, 26.4.1976; KB-LG: Rundbrief Nr. 10, Hamburg 1981, S. 2

10.05.1976:
Der KB gibt ein Extrablatt des 'Arbeiterkampfs' (AK) (vgl. 26.4.1976, 14.5.1976) in einer Auflage von 100.000 Exemplaren heraus. In einer "Mitteilung der Redaktion" heißt es dazu: "Aufgrund des Streiks in der Druckindustrie kann der ARBEITERKAMPF nicht - wie gewohnt - am heutigen Montag erscheinen. Wir erklären uns jedoch mit unseren streikenden Drucker-Kollegen voll und vorbehaltlos solidarisch und bringen als Zeichen unserer Verbundenheit mit ihrem Kampf diese Extra-Ausgabe heraus.
SOLIDARITÄT HILFT SIEGEN!
Leitendes Gremium des KB und AK-Redaktion"
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Extrablatt zum Druckerstreik, Hamburg, 10.5.1976.

14.05.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 80 (vgl. 26.4.1976, 31.5.1976) heraus. In einer Beilage erfolgt die Maiberichterstattung.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet vom 1. Mai in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Ravensburg, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen.

Aus Bayern wird berichtet vom 1. Mai in Altötting, Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg, Tegernsee und Weiden (vgl. 30.4.1976).

Aus Berlin wird berichtet vom 1. Mai (vgl. auch 4.5.1976).

Aus Bremen wird berichtet vom 1. Mai in Mitte, Nord und Bremerhaven.

Aus Hamburg wird berichtet vom 1. Mai.

Aus Hessen wird berichtet vom 1. Mai aus Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kassel, Marburg und Wiesbaden.

Aus Niedersachsen wird berichtet vom 1. Mai in Bad Pyrmont, Braunschweig, Emden, Göttingen, Hameln, Hannover, Hildesheim, Lüneburg (**), Oldenburg, Osnabrück, Salzgitter und Walsrode.

Aus NRW wird berichtet vom 1. Mai in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Castrop-Rauxel, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Hagen, Herne, Köln, Münster, Neuss und Wuppertal.

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom 1. Mai in Flensburg, Itzehoe, Kiel, Lübeck, Mölln, Niebüll und Süderbrarup.

Im Artikel "Erste zarte Bande zwischen Faschisten und MLern" heißt es, der Zeitung 'Nationale Verantwortung' der Volkssozialistischen Deutschen Partei (VSDP) zufolge, hätten sich "in Frankfurt Vertreter der VSDP, des Weltfriedensbundes … und der deutschen Maoisten getroffen. … Es habe sich zunächst nur um ein einleitendes Gespräch gehandelt, das aber erfolgversprechend verlaufen sei. … Zukünftig wolle man in weiteren Gesprächen die gegenseitige Vertrauensbasis ausbauen und eine gemeinsame Aktionsplattform schaffen."
Der KB berichtet weiter davon, daß als Diskussionsbeitrag in der 'Nationalen Verantwortung' ein Artikel von Rolf Schneid (MLD) abgedruckt worden sei.

Im Artikel "Der 'Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD' - Eine unverbesserliche zentristische Strömung" heißt es zur Arbeit des AB:"
Der 'Arbeiterbund/ABG' hat Zeit seines Bestehens meistens nicht zu den linken Gruppierungen gehört, die durch eine intensiv geführte öffentliche Auseinandersetzung die Entwicklung auf den Wiederaufbau der KPD vorangetrieben haben. … In ihrer politischen Linie, sofern dieser Ausdruck überhaupt angemessen ist, versuchen sie u.a. die 'Sozialimperialismus'- These und die unkritische Haltung der 'ML'er zur chinesischen Außenpolitik unter einen Hut zu bringen mit opportunistischen Positionen zum gewerkschaftlichen Kampf und offener Anbiederei an die DKP, was von ihnen als Politik der 'Aktionseinheit' bezeichnet wird. Aufgrund dieses politisch-ideologischen Mischmasch fühlen sich die Genossen vom 'Arbeiterbund' von Zeit zu Zeit berufen, kluge Ratschläge nach allen Seiten zu erteilen und sich als große einigende Kraft aufzuspielen, die das gesamte Spektrum von KBW bis DKP unter einen Hut zu bringen trachtet."

Im Artikel "Ulrike Meinhof tot!" heißt es:"
Festzuhalten bleibt: die offizielle Darstellung von Ulrike Meinhofs Tod ist in sich widersprüchlich und die Eile, mit der die Staatsschutzbehörden ihren Leichnam fortgeschafft und ohne Beisein von Vertrauensanwälten und neutralen Ärzten haben obduzieren lassen, läßt die Vermutung zu, daß sie nicht durch Freitod, sondern durch Mord oder Totschlag umgekommen ist."
Der Artikel bezeichnet desweiteren das RAF-Mitglied Ulrike Meinhof als "Kämpferin gegen die Faschisierung und Militarisierung in der BRD".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 80, Hamburg, 14.5.1976

31.05.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 81 (vgl. 14.5.1976, 14.6.1976) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der Chile-Argentinien Solidarität in Freiburg (vgl. 23.4.1976).

Aus Berlin wird berichtet von der Demonstration für Ulrike Meinhof (RAF) (vgl. 16.5.1976).

Das SBO wolle über Pfingsten (5.-7.Juni) "im Rahmen einer längerfristig angelegten Anti-Repressions-Kampagne in Frankfurt einen nationalen Kongreß durchführen". Dieser solle "verschiedene Großveranstaltungen, Arbeitsgruppen, Demonstrationen etc. umfassen … Der Kongreß - wie die ganze Kampagne des SB - richtet sich gegen die zunehmende politische Repression in gesellschaftlichen Bereichen der BRD und die verschärfte ökonomische Ausbeutung. In einem Brief an das SB hat die Leitung unserer Organisation Initiative und Durchführung von Kongreß und Kampagne begrüßt. Wir haben eine Einladung zum Kongreß durch das SB dankend angenommen und werden den Kongreß mit einer Delegation unter Führung einiger Leitungsmitglieder des KB beschicken. Die KB-Gruppen und Mitglieder aus Frankfurt, Darmstadt und Umgebung werden auch auf der Ebene der öffentlichen Mobilisierung den Kongreß unterstützen."

Laut KB ruft "die Gruppe 'Marxisten-Leninisten Bochum', zusammen mit den 'Marxisten-Leninisten Deutschland' (Frankfurt und Aachen) auf dem rechtsradikalen Flügel der marxistisch-leninistischen Bewegung stehend, … zum Bündnis mit Junger Union (JU der CDU, d.Vf.), RCDS u.a. zu gemeinsamen Gegenaktionen gegen pro-sowjetische und landesverräterische Veranstaltungen auf". Weiter heißt es:"
Sind die 'ML-Bochum', MLD' oder sind auch die ihnen nahestehende rechtsradikale Düsseldorfer ML-Gruppe 'Alle Wege des Opportunismus führen nach Moskau' … isolierte Spinner? … Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die 'MLD', 'ML Bochum' und 'Alle Wege …' Düsseldorf keine isolierten Spinner, sondern die Spitze eines reaktionären Eisberges namens marxistisch-leninistische Bewegung sind."

In einer Beilage "Zum Eingreifen der Linken in die Bundestagswahlen" heißt es:"
Verschiedene Organisationen, die den Anspruch haben, eine fortschrittliche, revolutionäre Politik zu vertreten, haben bereits ihre Kandidatur bei den Bundestagswahlen angekündigt - die DKP, der KBW, die KPD, die GIM. Keine der kandidierenden Organisationen hat jedoch über die Frage von Zweck und Art einer Wahlbeteiligung eine Diskussion nach innen und außen geführt … Für unsere eigene Organisation käme - wenn überhaupt - eine Kandidatur (eigenständig oder gegebenenfalls auf gemeinsamen Listen) von vornherein nur in wenigen Städten und Wahlbezirken in Frage, nämlich dort, wo unsere Arbeit schon eine gewisse Dauer und einen gewissen Einfluß hat. Wieweit dies örtlich möglich und sinnvoll ist, wird zur Zeit in der Organisation diskutiert. Darüber hinaus hat das LG vorgeschlagen, zur Stimmabgabe für eine der kandidierenden Organisationen links von der SPD aufzurufen. Das hieße in erster Linie für die DKP oder den KBW. Wir würden es für falsch halten, grundsätzlich nur für eine oder die andere dieser Organisationen aufzurufen, da wir nicht den Eindruck machen wollen, als wäre eine dieser Organisationen besser als die andere … Diese Wahlempfehlung müßte verbunden sein mit einer umfassenden Begründung, warum wir für die Wahl einer Organisationen links von der SPD aufrufen, und was uns andererseits von diesen Organisationen trennt … Das heißt, die Wahlkampagne muß dazu genutzt werden, um zum einen den nationalen Aufbau unserer Organisation, der in den letzten Monaten schon einen großen Sprung nach vorn erlebt hat, mit aller Kraft weiter oranzutreiben und die örtlichen Gruppen zu festigen und mehr zu verankern, und muß zum anderen genutzt werden, die Einheit der Linken, im Prozeß von Auseinandersetzung und Zusammenarbeit, zu entwickeln. Dabei müssen wir praktisch am Nullpunkt beginnen, wozu das Aufbrechen der starren Zirkel-Schranken und die Organisierung einer breiten Debatte über die Wahltaktik eine wichtige Voraussetzung sind."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 81, Hamburg, 31.5.1976

14.06.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 82 (vgl. 31.5.1976, 29.6.1976) heraus.

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von der DKP-Veranstaltung gegen den KABD in Heilbronn (vgl. 22.1.1976) und der Spaltung des KSA Heidelberg (vgl. 27.5.1976).

Im Artikel "Es kracht beim KABD!" (vgl. 10.5.1976) heißt es:"
Beim KABD, einer vorwiegend in Baden-Württemberg konzentrierten Organisation, geht es rund. Dies kommt vor allem in zwei Vorgängen zum Ausdruck: zum einen in der Abspaltung mehrerer Ortsgruppen in Hessen und im Saarland vom KABD (darunter die Frankfurter Ortsgruppe), und zum anderen im Rückzug des KABD aus der von ihm selbst ins Leben gerufenen 'Massenorganisation' VIK (Vereinigung Internationaler Kulturaustausch (vgl. Mai 1976, d.Vf.)) … Ein Rückzug von KABD-Sympathisanten und Mitgliedern aus demokratischen Bündnis-Ansätzen unter total sektiererischen Begründungen zeigt sich derzeit auch in einer Reihe weiterer Punkte. Auch in der Frage der 'Aktionseinheit' nimmt der KABD eine sektiererische Haltung ein, indem er eine umfassende ideologische Vereinheitlichung zur Voraussetzung gemeinsamer Aktionen macht. Dieser Politik muß an den Orten, wo der KABD noch präsent ist, zum beschleunigten Schiffbruch verholfen werden."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 82, Hamburg, 14.6.1976

29.06.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 83 (vgl. 14.6.1976, 12.7.1976) heraus.

Berichtet wird über die Aktionen gegen das Treffen Kissinger/Vorster (vgl. Juni 1976) in Berlin und Hamburg, in Baden-Württemberg in Freiburg, in Hessen in Darmstadt und Frankfurt, in Niedersachsen in Göttingen und in NRW in Essen, Köln und Münster.

In Bonn demonstrierte der VDS (vgl. 22.6.1976) und dort fand auch eine Ost-Timor/Indonesienkonferenz statt (vgl. 24.6.1976).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von den Studentenparlamentswahlen an der Uni Tübingen (vgl. Juni 1976).

Aus Berlin wird berichtet von den Studentenparlamentswahlen an der PH (vgl. Juni 1976).

Aus Hessen wird berichtet von den Studentenparlamentswahlen an der GHS Kassel (vgl. Juni 1976) und der Uni Marburg (vgl. Juni 1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet vom 1.Frauenfest in Göttingen (vgl. 19.6.1976) sowie von den Studentenparlamentswahlen an der PH Göttingen (vgl. Juni 1976) und der TU Clausthal-Zellerfeld (vgl. Juni 1976).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 83, Hamburg, 29.6.1976

12.07.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 84 (vgl. 29.6.1976, 26.7.1976)heraus.

Bei den Studentenparlamentswahlen erzielten linke Gruppen u.a. folgende Ergebnisse: Emden: Spontis 40, 2%; Lüneburg: KBW 250 Stimmen; Gießen: KBW 2 Sitze.

Aus Niedersachsen wird berichtet von der Afrikaveranstaltung in Hannover (vgl. 2.6.1976).

Vom AB wird berichtet von der Abspaltung der OG Passau (vgl. Mai 1976) und in "Der Arbeiterbund in der Krise. Massenorganisation ohne Massen oder Theorie-Zirkel ohne Theorie?" wird ausgeführt:"
Der 'Arbeiterbund' … hat mit seinem Versuch, über eine ökonomistische und platte Agitation eine Massenverankerung zu erreichen, totalen Schiffbruch erlitten. Es ist bekannt, daß dem 'Arbeiterbund' in München die meisten proletarischen Genossen davongelaufen sind, daß in Passau die Arbeit total zusammengebrochen ist, daß auch anderswo die Betriebsarbeit nicht mehr läuft. In dieser Situation hat die Arbeiterbund-Führung im Versuch, die Not zur Tugend zu machen, die Devise ausgegeben, daß man ja eigentlich auch in erster Linie ein Theorie- und Propagandazirkel sei. So versucht man jetzt redlich, sich als führende politisch-ideologische Kraft in der linken 'scene' in der BRD in Szene zu setzen, ohne dafür jedoch weder von der eigenen Arbeit der letzten Jahre noch von den Fähigkeiten her die Voraussetzungen mitzubringen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 84, Hamburg, 12.7.1976

26.07.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 85 (vgl. 13.7.1976, 9.8.1976) heraus.
Aus NRW wird berichtet von der Chile-Solidarität in Mönchengladbach (vgl. 25.6.1976), Aachen (vgl. 16.7.1976), Emmerich (vgl. 10.7.1976) und Wuppertal (vgl. 10.7.1976), der Spaniensolidarität in Gelsenkirchen (vgl. 31.7.1976) und der Anti-Repressions-Arbeit in Münster (vgl. Juli 1976).

Im Artikel "Wahldiskussion" heißt es zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976) u.a.:"
In der Diskussionsgrundlage des Kommunistischen Bundes … war vorgeschlagen worden, zu einer 'linken' Stimmabgabe aufzurufen - das heißt, für eine der kandidierenden Organisationen links von der SPD, insbesondere also DKP und KBW. Die Frage der Eigenkandidatur an Orten, wo unsere Organisation schon eine gewisse Verankerung durch ihre Arbeit erreicht hat, … war noch offen gelassen worden …
Die Diskussion in unserer Organisation hat gezeigt, daß der Vorschlag, den KBW zur Wahl zu empfehlen, auf breiteste Ablehnung und sogar Empörung gestoßen ist. Dazu ist zum einen selbstkritisch zu sagen, daß das LG den Grad der Abwirtschaftung und Isolierung des KBW im nationalen Maßstab unterschätzt hat …
Zusätzlich kommt hinzu, daß sich gerade in den letzten Wochen, seit der Veröffentlichung der Diskussionsgrundlage des LG … der Niedergang des KBW noch rasant beschleunigt hat …
Vor diesem Hintergrund wäre es tatsächlich falsch, den KBW ausdrücklich zur Wahl zu empfehlen …
Daher wird jede Stimme für den KBW eine Stimme gegen den Kommunismus; gegen den Aufbau der Kommunistischen Partei der Arbeiterklasse, gegen solidarische Formen der Auseinandersetzung innerhalb der Linken und aller demokratischen Kräfte sein. Das LG vertritt angesichts der jüngsten Entwicklung des KBW ausdrücklich die Auffassung, daß innerhalb der Linken Klarheit darüber geschaffen werden muß, daß eine Stimme für den KBW objektiv als Stimme gegen den Kommunismus zu Buche schlagen wird …
Die Auswertung der Wahldiskussion zeigt weiter, daß eine Wahlempfehlung für die DKP insgesamt eher für möglich gehalten wird als eine für den KBW. Hieran ist wohl soviel richtig, daß die DKP nicht in derselben Weise wie der KBW ihr Wahlergebnis als Zustimmung für ihre Politik ausschlachten wird … Daher stellen wir zur Diskussion, ob in der Propaganda nicht auch die Linie 'Keine Stimme der DKP' auszugeben ist …
In der Hamburger Ortsgruppe ist, nachdem in den ersten Diskussionen diese Frage offengelassen worden war, inzwischen die Mehrheitsmeinung ganz klar für eine Eigenkandidatur unserer Organisation …
Außer in Hamburg wurde die Frage einer Eigenkandidatur auch in Göttingen, Flensburg, Kiel und Lübeck mehr oder weniger massiv diskutiert … Wir werden propagieren, sich entweder der Stimme zu enthalten, oder in irgendeiner Form eine 'Proteststimme' abzugeben, was durch Ungültigmachen des Stimmzettels oder Stimmabgabe für eine der kandidierenden Organisationen links von der SPD geschehen kann … Für die kommenden Kommunal- und Landtagswahlen wird sich erneut die Frage eines Wahlbündisses, eventuell örtlich auch eine Eigenkandidatur, stellen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 85, Hamburg, 26.7.1976

09.08.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 86 (vgl. 26.7.1976, 23.8.1976) heraus. Aus Hamburg wird berichtet von Anti-NPD-Aktionen (vgl. 4.8.1976, 7.8.1976).
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 86, Hamburg, 9.8.1976

23.08.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 87 (vgl. 9.8.1976, 26.8.1976) heraus.
Aus Berlin wird berichtet vom 13. August.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 87, Hamburg, 23.8.1976

26.08.1976:
Der KB gibt ein "Extra" des 'Arbeiterkampfs' (AK) (vgl. 23.8.1976, 6.9.1976) mit dem Titel "Russel-Komitee gegen die politische Unterdrückung in der BRD" heraus. Es beschäftigt sich mit dem "Stand der Bewegung gegen Berufsverbote".
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Extra zum Russel-Komitee, Hamburg, 26.8.1976

06.09.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 88 (vgl. 26.8.1976, 20.9.1976) heraus.

Aus Bremen wird berichtet vom Auftreten des KBW gegen die CDU (vgl. 27.8.1976).

Aus dem Ausland wird berichtet vom Festival der irischen Official Sinn Fein (SF - vgl. 19.7.1976).

Das LG des KB richtet auch einen "Offenen Brief an die westdeutsche Linke - insbesondere an Jusos (der SPD, d.Vf.), GIM, Spartacus (SpB, d.Vf.), SAG, RK, Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (AB, d.Vf.), KABD, KBW, KPD/ML und KPD." U.a. heißt es darin:"
Es ist eurer Aufmerksamkeit wahrscheinlich nicht entgangen, daß in den letzten Monaten wiederholte sogenannte 'Kominformisten', angebliche Mitglieder einer illegalen Kommunistischen Partei, von jugoslawischen Gerichten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Nach offiziellen Angaben befinden sich derzeit über 100 verurteilte 'Kominformisten' in jugoslawischen Gefängnissen. Aus für uns nicht genau erklärlichen Gründen existiert zu dieser Tatsache innerhalb der Linken die breiteste Aktionseinheit aller Zeiten. Von den Jusos bis zu den Vaterlandsverteidigern; von den Trotzkisten bis zur DKP: man schweigt sich aus! … Wir fordern alle Organisationen, die sich der sozialistischen Linken zurechnen, auf, ihr Schweigen zu brechen und ihre Haltung zur jugoslawischen Linksopposition öffentlich darzulegen und zu begründen … Es gilt die 'Aktionseinheit des Schweigens' gegen die jugoslawische Linksopposition zu brechen!"

Im Artikel "Chile-Solidarität; KBW sucht sein zweites Angola" heißt es:"
Kaum hat sich der KBW mit seinen konterrevolutionären Standpunkten und putschistischen Praktiken zu Angola weitgehend aus der Afrika-Solidarität hinausmanövriert, versucht er nun mit der Chile-Solidarität ein Gleiches … Aus dem 'Chile Monitor' geht im übrigen hervor, daß auch in der Chile-Solidarität sich eine ähnliche putschistische Entwicklung des KBW anbahnt wie in verschiedenen Afrika-Komitees. Mit derselben, jetzt rational überhaupt nicht mehr zu erklärenden Blödheit, hat man dem KBW offenbar wieder wesentliche Schlüssselstellungen in der Komitee-Koordination überlassen … Inzwischen scheint in manchen örtlichen Chile-Komitees die Auseinandersetzung zwischen den KBWlern und anderen Komitee-Mitgliedern voll entbrannt zu sein."

In "Metall-Aktionseinheit 1971. Die Weichen wurden gestellt" (vgl. 25.7.1971, 11.9.1971, 25.9.1971) heißt es zur MTR-AE 1971:"
Vor 5 Jahren, im Sommer/Herbst 1971, wurde von einer Reihe örtlicher kommunistischer Zirkel der Versuch unternommen, zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Metalltarifrunde jenes Jahres zu kommen und darüberhinaus insgesamt eine größere Vereinheitlichung des Zirkelwesens zu erreichen. Im Rückblick erweist sich dieser Versuch als ein entscheidendes und folgenreiches Ereignis für die Entwicklung der kommunistischen Bewegung in unserem Lande seither. Zwischen den örtlichen Zirkel entstanden einerseits Gemeinsamkeiten, andererseits Fronten, Blöcke bildeten sich heraus. Die Bildung des Kommunistischen Bundes ebensowie des KBW gehen direkt auf diese Blockbildung zurück."

Es wird auch eine "Offene Antwort an den Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" (AB), vom LG des KB unterzeichnet, abgedruckt:"
Zugleich fordern wir euch auf, euch endlich der öffentlichen-politisch-ideologischen Auseinandersetzung zu stellen, insbesondere auch was die Frage der Aktionseinheit und der richtigen Orientierung im antifaschistischen Kampf angeht."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 88, Hamburg, 6.9.1976

20.09.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 89 (vgl. 6.9.1976, 4.10.1976) heraus.
Über Chile-Aktionen wird berichtet vom 11.9.1976 in Berlin, Bremen, Bremerhaven und Stuttgart, in Kiel (vgl. 13.9.1976), Bochum (vgl. 15.9.1976), Hamburg (vgl. 16.9.1976) und Frankfurt (vgl. 18.9.1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet von der NPD in Lüneburg (vgl. 11.9.1976).

Aus NRW wird berichtet von der Spaltung des KSB Düsseldorf des KBW (vgl. 11.8.1976).

Berichtet wird auch vom Verbot von GUPA und GUPS Palästina (vgl. 3.10.1972).

In "Keine Stimme den bürgerlichen Parteien" wird zu den Bundestagswahlen (BTW - vgl. 3.10.1976) aufgerufen:"
Keine Stimme den bürgerlichen Parteien! Für den Aufbau einer breiten Kampffront gegen die Angriffe des Großkapitals auf demokratische Rechte und Lebenslage des Volkes."

In "Kampf der Spaltung der GEW Westberlin!", wo ca. 13 000 Mitglieder vom Ausschluß aus dem DGB bedroht seien, heißt es:"
Der KBW - am rechten Flügel der Liberalen in der GEW anzusiedeln - fordert die Einberufung einer außerordentlichen Bundesvertreterversammlung, um das 'Recht auf Revision' des Ausschlusses in Anspruch zu nehmen. Mittlerweile sieht sich der KBW genötigt, auf das Argument fast aller anderen Linken einzugehen, dieses Gremium, das die Unvereinbarkeitsbeschlüsse ohne nennenswerten Widerstand selbst verabschiedet hat, werde die Politik des Bundesvorstandes ohnehin nur bestätigen … Durch eine besondere Idiotie zeichnet sich auch die Stellungnahme der KPD aus. Was die 'Rote Fahne' natürlich besonders beschäftigt, ist die Androhung der Gewerkschaftsführer, beim Aufbau ihres Spalterverbandes den Unvereinbarkeitsbeschluß auf die SEW auszudehnen … Die KPD fordert ihre Massenorganisation, den 'Bund Sozialistischer Lehrer und Erzieher' (BSLE, d.Vf.) auf, verstärkt ihre Linie in den Koordinationsausschuß linker GEW-Mitglieder in Westberlin hineinzutragen, z.B. den Kampf 'gegen die sozialfaschistische Unterdrückung in der DDR'."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 89, Hamburg, 20.9.1976

04.10.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 90 (vgl. 20.9.1976, 18.10.1976) heraus.

Berichtet wird vom Kongreß der äthiopischen Studenten (vgl. 25.9.1976) und einer Veranstaltung in Griechenland (vgl. 27.9.1976).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von Chile-Veranstaltungen in Freiburg (vgl. 3.9.1976, 10.9.1976).

Aus Bremen wird berichtet von Anschlägen auf Linke (vgl. Jan. 1975, 19.3.1975), u.a. im IGM-Bereich (vgl. Jan. 1975).

Aus Hamburg wird berichtet von Anschlägen auf Linke (vgl. Apr. 1975), den Beziehungen der KPD/ML zu Faschisten (vgl. Aug. 1976) und einer Strafverteidigerveranstaltung (vgl. 28.9.1976).

Aus Hessen wird berichtet vom Brand beim BDJ Darmstadt (vgl. 14.2.1975).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom Kampf gegen die Rechten im KBW Kiel (vgl. 23.9.1976).

Der Artikel "KBW: Wo gehobelt wird, fallen Späne!" beschäftigt sich u.a. mit der Funktionserhebung der 'KVZ' Redakteure B.B., W.M. und E.R. und deren Vorgeschichte (vgl. 18.10.1975, 10.1.1976, 27.3.1976). Der KB formuliert u.a.:"
Der genannte W. M. ist Wilfried Maier, der bisherige Chefredakteur der KVZ, eine der führenden Personen bei der Gründung des KBW, davor Chef des KB Bremen (eine der Vorläuferorganisationen des KBW). Maiers Nachfolger als Chefredakteur der KVZ wurde H. J. Hager. Er ist u.a. der Verfasser einer ungeheuerlichen Geschichtsfälschung über den angolanischen Befreiungskampf … und liefert wohl die beste Gewähr für die skrupellose Durchsetzung jeder gewünschten Dummheit und Lüge der KVZ. Der mit Maier zusammen abgesetzte B. B. ist Burkhardt Braunbehrens, ebenfalls einer der KBW-Gründer und davor eine wichtige Figur im Heidelberger SDS. Er galt im KBW lange Zeit als Mann der Kleinarbeit … und rechte Hand von Schmierer. E. R. (Eddi Riethmüller, d.Vf.) schließlich ist der frühere Chef des Freiburger BKA (Bund Kommunistischer Arbeiter), davor führend im Freiburger SDS, gleichfalls einer der Mitbegründer des KBW. Es gilt als sein Verdienst, die Linie des KBW, d.h. speziell den abenteuerlichen Schmierer-Kurs im BKA durchgesetzt zu haben. W. M., B. B. und E. R. waren im übrigen alle drei als Delegierte ihrer Gruppen auf der '2. Hamburger Konferenz', Ende September 1971 (vgl. 25.9.1971, d.Vf.) - einem Versuch, anläßlich der Metall-Tarifrunde '71 die damals bestehenden örtlichen kommunistischen Gruppen, zu einer näheren Zusammenarbeit zu bringen … Daß jetzt andere - Figuren wie Hager, Fochler etc. - dem Genossen Maier die Schippe aus der Hand genommen haben und ihn selbst zu Grabe getragen haben, ist nicht ohne melancholische Ironie … Daß jedoch plötzlich in einer Zeitung zu lesen steht, sie sei im ganzen letzten halben Jahr oder noch länger das 'Hauptquartier' einer 'rechten Strömung' gewesen, ohne daß es in diesem halben Jahr entsprechende Auseinandersetzungen in der Zeitung selbst gegeben hätte, stellt der gesamten Führung der betreffenden Organisation das politisch-ideologische Armutszeugnis aus! … Hinter dem 'Kampf zweier Linien' im KBW stecken unserer bisherigen Einschätzung nach vor allem zwei Hauptpunkte:

1. Der Versuch, einer bisher insgesamt eher kleinbürgerlich-liberalen, rechtsopportunistischen Organisation einen 'ML'-Kurs aufzuzwingen - beispielsweise die konterrevolutionären, nur durch krasse Geschichtsfälschung abgestützten Thesen des KBW zu Angola; der Kurs der Anbiederung an die KPD/ML und die schmierersche These von der marxistisch-leninistischen Bewegung (bestehend aus KBW, KABD, KPD und KPD/ML); inzwischen auch die Durchsetzung bestimmter konterrevolutionärer Positionen zu Chile (Kampf gegen die Forderung nach Boykott der Junta etc.).

2. Der für die Mitglieder und Sympathisanten des KBW immer mehr spürbare Widerspruch zwischen dem tatsächlichen Rückgang des KBW einerseits und den vom ZK verordneten Thesen andererseits, in denen stets vom Aufschwung und einer ausgezeichneten Situation die Rede ist …

Drittens spricht vieles dafür, die jüngsten massenhaften Säuberungen und richtigen Maßnahmen zur rechten Zeit beim KBW genau in diesem Zusammenhang einer kurz bevorstehenden Selbsterhebung des KBW zur Partei zu sehen, für die als Etappenziel die Bundestagswahl ja schon seit dem Frühjahr feststeht …

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Bemerkung in der Erklärung der KVZ zur Absetzung von W. M., B. B. und E. R., wo es heißt der Genosse Maier sei 'seit Gründung des KBW der Hauptvertreter der rechten Strömung in der Organisation' und er habe 'die Auffassungen, die in den berüchtigten Thesen ihren Niederschlag gefunden haben, niemals wirklich korrigiert' … Diese 'Thesen' erschienen als Beilage zur Mai/Juni Nummer 1973 der 'Wahrheit', Zeitung des KB Bremen, kurz vor der Gründungskonferenz des KBW, die Anfang Juni stattfand. Auf der KBW Gründungskonferenz wurden die 'Thesen' des KB Bremen mehrheitlich abgelehnt und das neue KBW-ZK wurde beauftragt … 'den Kampf um die Durchsetzung der richtigen Linie in der Bremer Ortsgruppe … zu führen'."

Dem Artikel "Ein Blick in die gute Stube des KBW" zufolge bekam die Redaktion des 'AK' verschiedene Rechenschaftsberichte der Ortsleitung (OL) Hamburg des KBW zugespielt, in denen es u.a. heißt:"
Die Kräfte, die wir in verschiedenen Bewegungen gewonnen haben, werden zahlenmäßig kompensiert durch Mitglieder, die wir verloren haben. Der Zellenaufbau ist kaum vorangekommen. Die Notwendigkeit des Kampfes um den Parteiaufbau als Instrument der Führung der Massen zur proletarischen Revolution ist schließlich der OL und der Ortsorganisation aus dem Blickfeld geraten."

Weiter heißt es:"
Die OG Hamburg, die zahlenmäßig eine der stärksten Ortsgruppen des KBW ist, hatte laut RB im Berichtszeitraum … einen geringfügigen Anstieg der Mitgliederzahl von 105 auf 110 zu verzeichnen. Tatsächlich verbirgt sich hinter diesen Zahlen ein realer Rückgang, da laut Bericht 16 Mitglieder austraten oder ausgeschlossen wurden … Wie es in Wirklichkeit mit der sozialen Zusammensetzung und der 'Verankerung im Proletariat' bei der OG Hamburg des KBW steht, zeigen anschaulich die weiteren Angaben … Danach besteht die OG aus 19 Zellen. Davon sind zwei Zellen in den KBW-Massenorganisationen SSG und GUV. Von den übrigen sind: neun Stadtteilzellen, drei Zellen im Öffentlichen Dienst, fünf Zellen in Industriebetrieben. Pech für den KBW: Die Postzelle ist ausgetreten … und eine Krankenhauszelle mußte mangels Masse dicht gemacht werden."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 90, Hamburg, 4.10.1976

18.10.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 91 (vgl. 4.10.1976, 1.11.1976) heraus.
In den Afrika-Komitees (KSA) und Nahostkomitees (NOK) putsche der KBW weiter:"
Nach den beiden Putschen des KBW in den Komitees 'Südliches Afrika' in Hannover und Heidelberg, setzte der KBW sein spezielles Demokratie-Verständnis auch im Kölner 'Nahost-Komitee' durch. In dem Komitee ist es zu Differenzen gekommen zwischen einer 'mehrheitlichen Fraktion' und der KBW-Minderheit, die in bekannter Manier ihre Vorstellungen im Komitee durchsetzen wollte … Die Mehrheit äußerte Kritik an der Politik der PLO (Palästina, d.Vf.) und sympathisierte offenkundig mit der FDLP … (Daraufhin) erklärte die KBW-Minderheit die Mehrheit kurzerhand für ausgeschlossen. Den Namen des 'Nahost-Komitees' hat der KBW gleich mit einkassiert und gibt unter diesem Namen weiterhin eine Broschüre heraus."

In "Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?" heißt es u.a. zu den MLD:"
Das fragt man sich immer wieder angesichts der aufwendigen Propaganda der sogenannten 'Marxisten-Leninisten Deutschlands' und einiger ähnlicher Grüppchen, wie der 'ML Bochum'. Diese Grüppchen zählen im gesamten Bundesgebiet insgesamt kaum 20 - 30 Aktive (die 'ML Bochum' beispielsweise besteht exakt aus drei ehemaligen KPD/MLern), bringen aber u.a. eine regelmäßige dicke Zeitung, ein umfangreiches theoretische Organ sowie zu verschiedenen Anlässen großformatige Flugblätter und Extra-Ausgaben heraus, mit denen eine Bedeutung vorgespiegelt werden soll, die diese Grüppchen überhaupt nicht haben."

In "Rechtsputsch in China" heißt es:"
Wenige Wochen nach dem Tode des Vorsitzenden Mao scheint es in China den Rechten um Hua Guo-feng gelungen zu sein, die 'Linken' aus der Parteiführung auszuschalten … Unabhängig von den Einzelheiten bedeutet der Putsch der Rechten um Hua Guo-feng einen schweren Rückschlag für die chinesische Revolution und damit auch für den globalen revolutionären Prozeß, dessen historische Bedeutung dem verhängnisvollen 20. Parteitag der KPdSU (1956) zumindest gleichkommt … Der Putsch der Hua-Gruppe ist die dritte und abschließende Phase der Liquidierung des 'linken' Blocks, der sich während der Kulturrevolution in der Parteispitze gebildet hatte … Die erste Phase war die Ausschaltung Tschen Bo-da's im Herbst 1970 … Die zweite Phase war die Ausschaltung der 'linken' Armeegruppe um Lin Biao … In der jetzigen dritten Phase wurden die verbliebenen vier 'Linken' in der Parteispitze ausgeschaltet: Djiang Tjing, … Wang Hung-wen, … Dschang Tschun-tjiao, … Yao Wen-yüan … Was der Putsch der Hua-Gruppe tatsächlich bedeutet, wird erst die Zukunft deutlich machen … Auf längere Sicht werden sich die Revolutionäre in aller Welt darauf einrichten müssen, daß sie sich … nicht mehr ohne weiteres auf die Existenz eines sozialistischen China als 'Bollwerk der Weltrevolution' und ermutigendes Beispiel in ihrem Kampf stützen können."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 91, Hamburg, 18.10.1976

01.11.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 92 (vgl. 18.10.1976, 15.11.1976) heraus.
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 92, Hamburg, 1.11.1976

15.11.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 93 (vgl. 1.11.1976, 29.11.1976) heraus. Aus Schleswig-Holstein wird berichtet von der Demonstration gegen das AKW Brokdorf (vgl. 13.11.1976).

In "China - Machthaber auf dem kapitalistischen Weg" wird ausgeführt:"
Die Hua-Gruppe scheint derzeit bemüht, eine Atmosphäre des politisch-ideologischen Tauwetters zu verbreiten, wie Chrustschow nach dem 20. Parteitag der KPdSU. Alle diejenigen, die sich von der 'Vierer-Bande' kritisiert und unterdrückt fühlten, können aufatmen. In Literatur und Kunst werden '100 Blumen' versprochen. Den Funktionären wird versprochen, unbehindert durch 'linke' Bevormundung der Steigerung der Produktion nachgehen zu können, und den breiten Volksmassen wird wachsender Wohlstand versprochen. Selbst den Anhängern der 'Linken' wird ein glückliches Leben in Aussicht gestellt, wenn sie zu Kronzeugen gegen die 'Verbrechen der Vierer-Bande' werden. Nach ihrem Rechtsputsch ist die herrschende Gruppe erst einmal um Konsolidierung und Sicherung ihrer Macht bemüht. Die 'Linken' sind aufgefordert, zu dieser Konsolidierung beizutragen und zu ihrer endgültigen späteren politischen Liquidierung des 'Untersuchungs- und Anklage-Material' selbst zu liefern. Einmal fest im Sattel wird die Hua-Gruppe zeigen, wie ihre Parole zu verstehen ist: Bisher haben wir nur die erste Schlacht in unserem Kampf gegen die parteifeindliche Wang-Dschang-Djiang-Yao-Clique gewonnen."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 93, Hamburg, 15.11.1976

29.11.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 94 (vgl. 15.11.1976, 13.12.1976) heraus.
Eingegangen wird u.a. auf das erstmalige Erscheinen von 'Womit beginnen?' (vgl. Nov. 1976).

Aus Bayern wird berichtet von der eigenen Libanon-Veranstaltung in München (vgl. 19.11.1976). In Nürnberg beteiligten sich "trotz Verbots der verfaßten Studentenschaft in Bayern" 41% der Studierenden an den Fachschaftsratswahlen des Fachbereichs Sozialwesen, wo zwei Listen zur Wahl standen:
- LDB (Liste Demokratisches Bündnis, eine Basisgruppe, in der u.a. auch KB-Studenten mitarbeiten),
- und eine Liste des KSV, die von der KPD/ML unterstützt wurde.
Die LDB erreichte 89, 81%, der KSV 10, 19%.

Aus Hamburg wird eine Spanienveranstaltung angekündigt (vgl. 4.12.1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet von Ausschlüssen aus dem KSB Göttingen des KBW (vgl. 24.11.1976) und einer Anti-AKW Veranstaltung in Bad Pyrmont (vgl. 16.11.1976).

Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom Kampf gegen das AKW Brokdorf vor Ort (vgl. 26.11.1976), in Elmshorn (vgl. 20.11.1976) und in Kiel (vgl. 23.11.1976). Angekündigt wird eine Spanienveranstaltung in Kiel (vgl. 3.12.1976).

In "MLer und Trotzkisten gegen VR Angola. Wilde Hetze und stümperhafte Fälschungen" heißt es:"
Die Hetze gegen die Volksrepublik Angola, die sich ihre Unabhänigigkeit und sozialistische Perspektive unter so schweren Opfern erkämpft hat, wie keine der anderen ehemaligen portugiesischen Kolonien, gehört mittlerweile zur normalen Berichterstattung eines Teils der westdeutschen Linken. Eine systematische Verleumdungskampagne wird von Gruppen wie der KPD und dem KBW angeführt, deren Auslassungen über die Volksrepublik Angola nunmehr durchgängig faschistische Dimensionen erreicht haben. Unter der demagogischen Parole der 'Fortsetzung des Befreiungskampfes des angolanischen Volkes' (KBW) werden die Reste der CIA-Marionetten FNLA/UNITA als die wahren Vertreter des angolanischen Volkes unterstützt und die Liquidierung der MPLA als 'sozialfaschistische Marionettenclique Moskaus' (KPD) propagiert. Für einen nicht unerheblichen Teil der westdeutschen Linken ist diese wilde Hetze von KBW und KPD, die vor allem der militanten Ausrichtung der verbliebenen Mitglieder dieser Gruppen gegen den Sozialimperialismus dient, zwar ein starker Tobak und unglaubwürdig, aber dennoch nicht wirkungslos geblieben. An diese Kreise wenden sich KABD und vor allem die trotzkistischen Organisationen GIM und Spartacusbund, die - profitierend von dieser Vergiftung der Solidarität mit der MPLA - eine geschicktere und subtilere Diskreditierung der angolanischen Revolution betreiben. Sie erfinden entweder 'neokolonialistische' (KABD) oder 'stalinistische' Tendenzen (Trotzkisten) in der MPLA und beklagen alle laut eine angebliche Repression gegen eine - von ihnen eigens erfundene - angolanische Linke. Insgesamt ist die Verleumdungskampagne gegen die VR Angola das logische und notwendige Resultat der proimperialistischen Propaganda der westdeutschen Nachbeter der chinesischen Außenpolitik, wie sie während der imperialistischen Aggression gegen die VR Angola 1975-76 von diesen Kreisen betrieben wurde … Der politische Gleichschritt der ansonsten eher spinnefeindlichen Brüder aus der trotzkistischen und ML-Szene und die Maßlosigkeit ihrer Hetze und Schmähungen gegen ein revolutionär-demokratisches Land wie die VR Angola, diese willkommene Unterstützung imperialistischer Propaganda, ist eine neue Erscheinung in der westdeutschen imperialistischen Bewegung. Es ist nicht zu verkennen, daß selbst bei aufrechten Antiimperialisten, die die Positionen der MLer und Trotzkisten ablehnen, etwas davon verfangen hat und hängengeblieben ist."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 94, Hamburg, 29.11.1976

13.12.1976:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr. 95 (vgl. 13.12.1976, 10.1.1977) heraus.
Berichtet wird von der Vorbereitung des Russell-Tribunals (vgl. 28.11.1976) und dem 7.Parteitag der PAA Albanien (vgl. 1.11.1976).

Aus Baden-Württemberg wird berichtet von einer Chile-Veranstaltung in Stuttgart (vgl. 20.11.1976) und der Ost-Timor Veranstaltung in Freiburg (vgl. Dez. 1976).

Aus Hessen wird berichtet vom Schulkampf (vgl. 3.12.1976), u.a. in Kassel (vgl. 3.12.1976).

Aus Niedersachsen wird berichtet von Anti-AKW Aktionen in Hannover (vgl. 29.11.1976, 2.12.1976) Cuxhaven (vgl. 10.12.1976) und Hameln (vgl. 11.12.1976).

Aus NRW wird berichtet von einer Veranstaltung der Linken (vgl. 28.11.1976) und den Ost-Timor Veranstaltungen (vgl. Dez. 1976) in Aachen, Bonn und Köln.

Aus Schleswig-Holstein wird von Anti-AKW Veranstaltungen in Eutin (vgl. 2.12.1976) und Neustadt/Ostholstein (vgl. 3.12.1976).

Dem Artikel "Der KBW und der Kampf der besitzlosen Studentenmassen" folgend, soll "auch der Schuldige für den Zusammenbruch des ehemals großen Einflusses des KBW, bzw. seiner Vorläuferorganisationen unter den Studenten gefunden (worden sein): W. Maier, der unlängst als 'Hauptquartier der bürgerlichen Linie' von seinem KVZ-Chefredakteurposten abgelöst wurde". Weiter heißt es:"
Mit seiner Politik, die wirklichen Kämpfe der Studenten zwar einerseits hochzujubeln, andererseits praktisch aber immer weniger zu führen, dafür umso lauter die Unterstützung seiner Ansichten durch die besitzlosen Studentenmassen im Munde zu führen, hat sich der KBW völlig isoliert … Damit bietet der KBW das denkbar abschreckendste Zerrbild von Kommunisten, zumal er sich selbst gern als die 'Kommunisten' oder gar die 'Arbeiterklasse' bezeichnet. Er liefert praktisch alle Klischees frei Haus. Phrasendrescherei, Maulheldentum, arrogantes Verhalten gegenüber allen, die nicht seiner Meinung sind - was braucht der Antikommunismus mehr. Je eher diese schädliche Strömung von der Bildfläche verschwindet, umso besser für die Entwicklung einer wirklich sozialistischen Hochschulpolitik."
Q: Arbeiterkampf, Jg. 6, Nr. 95, Hamburg, 13.12.1976

Januar 1978:
Das "Inhaltsverzeichnis" des "Arbeiterkampfs", Jahrgang 1976, erscheint.
Im Vorwort heißt es dazu: "Das vorliegende Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick über alle erschienen Artikel des ARBEITERKAMPF des Jahrgangs 1976. Hierbei sind viele Artikel nicht nur einmal - nach ihrem thematischen Schwerpunkt - sondern teilweise zwei- oder dreimal unter verschiedenen Rubriken aufgeführt. Dies - und die Zusammenfassung eines ganzen Jahrgangs in einem Heft - macht das Verzeichnis so umfangreich, das Auffinden der in den Artikeln behandelten Aspekte wird so jedoch erheblich erleichtert.
Mit dieser Ausgabe wird die Inhaltsverzeichnis-Serie über alle erschienenen ARBEITERKÄMPFE komplett. Jahrgang 1977/2. Halbjahr erscheint in Kürze.
Im Verzeichnis aufgenommen sind die Ausgaben 72 (Januar) bis 95 (Dezember) des ARBEITERKAMPF.
Alle Ausgaben sind im Verlag erhältlich und können (auch einzeln) nachbestellt werden. Außerdem ist (wie für die Jahrgänge 73, 74 und 75 schon erhältlich) auch eine gebundene Ausgabe der Zeitungen 1976 in Kürze zu erwerben."

Geworben wird für die "Antifaschistische Russell-Reihe", die "anhand einzelner Komplexe die fortschreitende Faschisierung des BRD-Staates und der westdeutschen Gesellschaft darstellt". Die Reihe umfasst 10 Hefte. Ferner für Mao Tse-tung: "Band V".
Q: KB: Arbeiterkampf, Inhaltsverzeichnis Jahrgang 1976, Hamburg, Januar 1978.

Letzte Änderung: 07.01.2021