"Atom" ("Atom Express" & "Atommüllzeitung") (1984 - 1994)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 27.2.2019


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Die Zeitung "Atom" ging Ende 1984 aus der Fusion des "Atom Express" mit der "Atommüllzeitung" hervor. Dazu erschien in der ersten Nummer (November/Dezember 1984) der Artikel "Ein Traum wird Wirklichkeit", in dem zur Fusion Stellung bezogen wurde. Mit einer Vereinbarung vom 21./22.7. in Göttingen wurden die inhaltlichen Schwerpunkte der neuen Zeitung festgelegt, u. a. der Hauptschwerpunkt "Atomprogramm und Anti-AKW-Bewegung". Man begriff sich als "Zeitung der Initiativen gegen Atomenergie", in der u. a. über Aktionen, Widerstand, Demonstrationen und Mobilisierung der Anti-AKW-Bewegung berichtet werden sollte. Die (neue) Zeitung sollte weiter einen Anti-Kriegs-Teil enthalten. Berichtet werden sollte auch über Kriminalisierung und Prozesse gegen AKW-Gegner (Strafverfolgungen und Repressionsmaßnahmen).

Die letzte Nummer der "Atom" (Nr. 41) erschien im Frühjahr 1994 unter dem Titel "17 Jahre in Bewegung - Rückblick und Diskussion". Sie versuchte eine Aufarbeitung der Geschichte der Bewegung ("Wo steht die Anti-AKW-Bewegung nach 20 Jahren Kampf gegen morsche Meiler?") und der eigenen Zeitungsgeschichte ("17 Jahre atom express/müllzeitung - 17 Jahre Bewegung").

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1984:
Es erscheint für November/Dezember die Nr. 1 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung)". Herausgegeben wird die Zeitung vom "Verein für eine umweltgerechte Energiepolitik e. V." und vom "Lüneburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen (LAGA)".

Zur Fusion der beiden Zeitungen wird angemerkt: "Ein Traum wird Wirklichkeit. Es Ist soweit Die Fusion zwischen Atom Express und Atommüllzeitung ist vollzogen, das Ergebnis liegt vor Euch. Wie es dazu gekommen ist, ja, warum es so kommen musste, haben wir in den letzten Nummern nachzuzeichnen versucht. Nachzutragen bleibt, wie wir uns die Realisierung des Projekts 'Atom Express - Atommüllzeitung' kurz- und mittelfristig vorstellen.

Zur Klärung dieser Frage hat am 21. und 22. Juli in Göttingen ein Treffen beider Redaktionen stattgefunden, auf dem eine Reihe von Vereinbarungen getroffen wurden. Ein Teil dieser Vereinbarungen ist bereits mit dieser Nummer umgesetzt worden.

Inhaltlicher Schwerpunkt wird bzw. bleibt der Bereich Atomprogramm und Anti-AKW-Bewegung. Vor allem anderen begreifen wir uns nach wie vor als Zeitung der Initiativen gegen Atomenergie …

Nach wie vor wird die Diskussion über den weiteren Widerstand, die Berichterstattung über Aktionen und die Mobilisierung zu solchen, breiten Raum einnehmen. Was die wissenschaftlich-technische Seite betrifft, so wollen wir die Kontakte zur Gruppe Ökologie, zur AGU Darmstadt, zu Jens Scheer und anderen festigen und wenn's geht, intensivieren.

Den Anti-Kriegs-Teil werden wir aufrechterhalten-möglicherweise in eingeschränktem Umfang, aber das hängt von der Entwicklung in der Friedensbewegung ab, besser: von der Entwicklung eines bestimmten Spektrums des unabhängigen Teils, dem wir uns politisch verbunden fühlen. Die Diskussionen u. a innerhalb dieses Spektrums werden wir weiterhin aufgreifen und mit anregen …

Der dritte Bereich, um den wir uns kümmern wollen, ist die Kriminalisierung der Anti-AKW und Anti-Kriegs-Bewegung. Aus gegebenem Anlass rücken wir selbst in dieser Nummer ein wenig In den Mittelpunkt. Auch hinsichtlich des Themas Kriminalisierung der Appell an Euch, uns nach Kräften zu helfen, indem Ihr uns über Prozesse oder andere Strafverfolgungs- und Repressionsmaßnahmen in Eurer Region, in Euren Gruppen informiert …

Neben vielen Artikeln haben wir auch noch den bevorstehenden Tag X, sowie die jüngsten Justiz-und Polizeiattacken gegen Atom Express und Atommüllzeitung besprochen, mit welchen Konsequenzen, das könnt Ihr In den entsprechenden Artikeln nachlesen. Ansonsten tauschen wir Papiere, Manuskripte, Vorschläge, Fotos und Termine über die Post und das Telefon aus …" (S. 2)

Weiter wird zur Bundeskonferenz der Anti-AKW-Bewegung vom 23.-25. 11. in Braunschweig und zum Brokdorf-Widerstandstreffen vom 26.10.-28.10. aufgerufen. Berichtet wird noch vom "Straf- und Ermittlungsverfahren gegen den Atomexpress" und von einer Razzia gegen die Atommüllzeitung vom 25.9.
Quelle: Atom, Nr. 1, Göttingen, November/Dezember 1984.

Januar 1985:
Es erscheint für Januar/Februar die Nr. 2 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. von der "Bundeskonferenz" 1984, von der Demo "gegen die Hanauer Atombetriebe am 15.12.1984", vom "Tribunal gegen die RWE vom 23.-25.2.1985", von den "Aktionen gegen den Weltwirtschaftsgipfel vom 2.-5.5.1985". Eingeladen wird zu einer bundesweiten Konferenz mit dem Thema: "Entwicklung und Weiterverbreitung von Atomwaffen durch die BRD". Eine Vorbereitungskonferenz dazu soll am 20.11.1985 beginnen. Aufgerufen wird zu "Aktionstagen" im Wendland am 25./26.1. und zur Blockade des Atommülltransports.
Q: Atom, Nr. 2, Göttingen, Januar/Februar 1985.

März 1985:
Es erscheint für März/April die Nr. 3 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über kommende Aktionen im Wendland vom 22.-24.2.1985, über den Schnellen Brüter in Kalkar, über die Hanau-Demo am 15.12.1984, über den RWE-Konzern, über die Einladung zu einer Konferenz "Atomenergie und Arbeitswelt" vom 26.-28.4.1985 in Bremen, weiter über den Aufruf der Schwandorfer BI zu einer Großdemo am 16.2.1985. Zur geplatzten WWG-Konferenz heißt es in einer "Presseerklärung": "Bundesweite Konferenz gegen Weltwirtschaftsgipfel ohne Aktionsbeschlüsse zu Ende gegangen. 350 Vetreter/innen aus dem autonomen, unabhängigen und grün-alternativen-Spektrum, konnten sich nach mehrstündiger hitziger Debatte nicht über gemeinsame Aktionen am 4. Mai einigen. Bereits beschlossenes Konzept für Kongress und Tribunal durch Auseinanderbrechen an der Aktionsfrage ebenfalls gefährdet. Weitere Entwicklung unklar …" Ein nächstes Treffen soll wahrscheinlich am 2./3.3. stattfinden. Das sei ein "politisch nicht zu rechtfertigender Rückschlag der Bewegung gegen den Weltwirtschaftsgipfel".
Q: Atom, Nr. 3, Göttingen, März/April 1985.

Mai 1985:
Es erscheint für Mai/Juni die Nr. 4 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über "Frauen in der Anti-AKW-Bewegung", über den Richtungsstreit innerhalb der BBU, über den "Schacht Konrad, über das nächste Treffen der Alternativkonferenz zum Atomwaffensperrvertrag am 16.5. Aufgerufen wird für den 8.6. zu einer Demo "gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau". Weiter wird berichtet über die Großdemo der Anti-AKW-Gegner am 16.2. in Schwandorf, über den Weltwirtschaftsgipfel vom 2.-4.5.1985 in Bonn und die Aktionskonferenz am 9.2. Das "Aktionsbündnis gegen den Weltwirtschaftsgipfel" erklärt sich zum Weltwirtschaftsgipfel: 3.5. Tribunal in Godesberg, Demo am 4.5. Parolen sind u. a.: "Stoppt die Kriegspläne der NATO!", "Keine Unterdrückung und Kriminalisierung von Widerstandsbewegungen!", "Abschaffung aller ABC-Waffen!", "Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!" Berichtet wird noch über "Aktionstage gegen Atommülltransporte" vom 20.2.1985, über Castor-Transporte, über die "Atommüllkonferenz" vom 12./13.4. in Ahaus. Ein nächstes Treffen soll am 22./23.6. in Schwandorf stattfinden, über die Platzbesetzung in Wyhl vom 22.1.1975-5.11.1974.
Q: Atom, Nr. 4, Göttingen, Mai/Juni 1985.

Juli 1985:
Für den Sommer erscheint die Nr. 5 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Grünen, das Atomzentrum Hanau, über die Konferenz "Atomenergie und Arbeitswelt" vom 26./27.4., über Neckarwestheim, über den "Widerstand gegen den Bau der WAA". Dazu soll vom 11.8.-18.8. ein Sommerlager in Wackersdorf stattfinden und eine Platzbesetzung. Zur "Atommüllkonferenz" am 21./22.9. wird aufgerufen. Weiter wird dazu aufgerufen, im "Aktionsbündnis gegen den WWG mitzuarbeiten". Berichtet wird noch vom Weltwirtschaftsgipfel. Aufgerufen wird auch noch zu einem NATO-Treffen am 5.10. in Frankfurt/M.
Q: Atom, Nr. 5, Göttingen, Sommer 1985.

Januar 1986:
Es erscheint für Januar/Februar die Nr. 7 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. von der "Bundesweiten Aktionskonferenz gegen Atommülltransporte" am 30.11. in Nürnberg, über "Atommülltransporte durch Nürnberg" und über Blockaden vom 28.10.-27.11.1985, über eine Auftaktveranstaltung in Korschenbroich gegen "30 Jahre Bundeswehr" vom 25.-27.10 1985, weiter über den "Großen Ratschlag" der Friedensbewegung" am 14./15.12.1985 in Mönchengladbach, über verschiedene Anti-Nato-Kongresse, ein weiteres Treffen soll vom 11.4.-13.4. in Köln stattfinden. Berichtet wird weiter über Aktionen gegen den Schnellen Brüter in Kalkar vom 17.-19.10.1985 in Krefeld, über den Rodungsbeginn auf dem Baugelände der WAA-Wackersdorf am 11.12., über Prozesse gegen AKW-Gegner im Zusammenhang mit der WAA. Weiter über den Prozess gegen Claudia Wannersdorfer vom 23.10.-6.12. in Stuttgart-Stammheim wegen "Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung", über die Startbahn -West.
Q: Atom, Nr. 7, Göttingen, Januar/Februar 1986.

März 1986:
Es erscheint für März/April die Nr. 8 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über den Kongress "Frieden mit der Nato?", der am 12./13.4. stattfinden soll, und den dazugehörenden Aufruf des Koordinationskreises. Mitunterzeichner sind u. a.: BBU, GIM, KB, Demokratische Sozialisten, Göttinger AK gegen Atomenergie. Zur BUF-Friedenskonferenz wird eingeladen. Sie soll am 8./9.3. stattfinden. Berichtet wird weiter über Wackersdorf und die ersten Rodungen und u. a. über die Großdemo am 14.12. gegen die WAA. Aufgerufen wird zu einer "Bundeskonferenz der Anti-AKW-Bewegung", die zunächst für den 26./27.4. in Regensburg geplant war, die aber vermutlich dann im Herbst stattfinden soll. Berichtet wird weiter über die niedersächsischen Grünen, die ihre Landesliste für die LTW am 15.6. aufgestellt haben. Berichtet wird noch über einen Brokdorf-Aktionstag, der am 5.4. stattfinden soll. Aufgerufen wird zu Spenden für El Salvador.
Q: Atom, Nr. 8, Göttingen, März/April 1986.

Mai 1986:
Es erscheint für Mai/Juni die Nr. 9 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über das Buch von Jens Scheer und anderen: "Atomkraft am Ende?", über die "Bundeskonferenz der Anti-AKW-Bewegung", die jetzt im Herbst stattfinden soll, über "Ostern in Wackersdorf", über eine "Wackersdorf-Chronik" (6.2.-13.4.), über den "Ostermarsch 86", über die Beschlagnahmung einer Ausgabe des "Freiraum" (Nr. 12), über die Brokdorf-Demo am 5.4., über den Schacht Konrad und die "monatlichen Spaziergänge" seit dem 31.3.1985, über Wallraffs Buch: "Ganz unten", in dem er die Arbeit in einem AKW schildert. Weiter über ein "Endlagerspektakel" am Schacht Konrad vom 8.-11.5.1986, über den "Diskussions-Kongress am 12./13.4.: "Frieden mit der Nato?" und die "Abschlusserklärung des Kongresses", über den Beginn eines "Wasserwerfer-Prozess" am 7.11. In Lüneburg. Aufgerufen wird zum Pfingstcamp in Wackersdorf vom 17.5.-1.6., zur Demo am 17.5. in Erlangen "gegen die KWU und Siemens". Geworben wird u. a. für die "Graswurzelrevolution".
Q: Atom, Nr. 9, Göttingen, Mai/Juni 1986.

Juli 1986:
Es erscheint für Juli die Nr. 10 der "Atom" als "Gemeinsame Sonderausgabe" von "Atom Express", "Atommüllzeitung" und "Radi Aktiv". Berichtet wird u. a. über Tschernobyl (25.4./26.4.1986), über den Super-Gau, über Harrisburg und Stade. Weiter u. a. über folgende Aktionen im Zusammenhang mit Tschernobyl:
- 30.4. Schwandorf: Spontandemo mit 300 Menschen
- 2.5. Göttingen: Kundgebung mit 2.000 Menschen
- 3.5. Berlin: Demonstration mit 15.000 Menschen
- 3.5. Frankfurt/M.: Demonstration mit 5.000 Menschen
- 4.5. Wackersdorf: Folkfestival und Waldspaziergang
- 5.5. Borken: Veranstaltung gegen die AKW-Planung mit 1.000 Menschen
- 5.5. Freiburg: Demonstration mit 8000 Menschen
- 7.5. Bremen: Kundgebung mit 10.000 Menschen
- 8.5. Stade: Mastbesetzung von Robin Wood
- 8. 5. Wendland: Endlagerspektakel mit 6.000 Menschen
- 9.5. Berlin: Schülerstreik und Demo mit 3.000 Schülern
-10.5. Essen: Demonstration zum RWE-Haus mit 2.500 Menschen
- 11.5. Breisach: Demonstration gegen Fessenheim und Wy hl mit 20.000 Menschen
- 13.5. Bremen: Kinderdemonstration mit 1. 500 Menschen
- 13.5. Hamburg: Demonstration mit 40.000 Menschen
- 14.5. Stade: Mastbesetzung von Robin Wood beendet

Berichtet wird noch über eine Demo am 12.6. in Hamburg "aus Anlass der Polizeiübergriffe auf die Demonstration gegen das AKW-Brokdorf am 7.6. und über eine "Geschichte der Anti-AKW-Bewegung" (Chronologie).
Q: Atom, Nr. 10, Göttingen, Juli 1986.

Oktober 1986:
Es erscheint für Oktober/November die Doppelnr. 11/12 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über Tschernobyl, über Karlsruher Autonome, über das "Radio Dreyeckland", über die "Bundeskonferenz der Anti-AKW-Bewegung", die nun vom 28.-30.11. stattfinden soll und den Aufruf dazu, über den Aufruf zur Großdemo in Hanau am 8.11.1986, über den Nürnberger SPD-Parteitag. Weiter über die Beschlagnahmung von "Radikal" (um den 20.7.1986), über eine "Wackersdorf-Chronik" vom 15.4.1986-15.9.1986, über den "Aufruf zur Blockade des THTR-Hamm am 25./26.10.1986". Geworben wird u. a. für den "Schwarzen Faden".
Q: Atom, Nr. 11/12, Göttingen, Oktober/November 1986.

Januar 1987:
Es erscheint für Januar/Februar die Nr. 13 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Beschlagnahmung der Zeitung "Radi-Aktiv" Nr. 10 und einen sich anschließenden Prozesstermin am 21.1.1987 in Nürnberg, über das Verbot der BuKo. Äußerer Anlass dafür soll ein "Materialreader" mit Aktionsvorschlägen (Blockaden etc.) gewesen sein. Dazu wird eine "Verbotsverfügung der Stadt Regensburg" veröffentlicht. Eine nächste BuKo ist für den 16.-18.1.1987 geplant. Berichtet wird weiter über die "Wackersdorfer Blockadetage", über die Startbahn-West, über den Schacht Konrad, über "Hanau, 8.11.", über die Demo gegen die Inbetriebnahme des AKW Brokdorf am 7.10.1986. Weiter über ein alternatives Hearing über die Unsicherheit des Stader Atomkraftwerks am 13.12.1986, über eine Chronik von Aktionen der AKW-Gegner vom 17.9. (Bayern) bis 3.12. (Grünes Volksbegehren gegen die WAA). Geworben wird für die Zeitung; 'Wildcat".
Q: Atom, Nr. 13, Göttingen, Januar/Februar 1987.

März 1987:
Vermutlich im März erscheint die Nr. 14 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung) als Sondernummer, die sich ausschließlich mit den "neuen Gesetzen", die am 1.1.1987 in Kraft getreten sind, beschäftigt.
Berichtet wird u. a. über die Paragrafen 129a und 130a (Gesetze zur Bekämpfung des Terrorismus), über die Rasterfahndung, über die Flensburger Kraftfahrer-Datenbank, die zum "Bundes-Adressregister" umfunktioniert werden soll, über Organisationen, die sich mit den Sicherheitsgesetzen beschäftigen, u. a.: "Bürgerinitiative Öffentliche Polizei-Kontrolle" (Bremen), "Bürger beobachten die Polizei" (Hamburg), "Ermittlungsausschüsse" sind u. a.: "Ermittlungsausschuss Hildesheim", "Ermittlungsausschuss Münster", Prozesshilfe Darmstadt". Geworben wird für eine "Dokumentation zur neuen Gesetzeslage".
Q: Atom, Nr. 14 (Sondernummer), Göttingen, (März 1987).

April 1987:
Für April/Mai erscheint die Nr. 15 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die "Atommüllkonferenz vom 21./22.2. in Bielefeld. Die nächste "Atommüllkonferenz" soll am 16./17.5 stattfinden. Berichtet wird weiter über die kommende Großdemo im Herbst in Wackersdorf. Ein vorbereitendes Treffen soll schon am 28.3. in Schwandorf stattfinden. Weiter wird berichtet über eine Wackersdorf-Chronik vom 6.12.1986-21.2.1987, über eine Prozess am 21.1. gegen den presserechtlich Verantwortlichen der bayerischen Anti-Atom-Zeitung, über eine Großaktion gegen den Buchladen Distel in Detmold, über 10 Jahre Gorleben, über Aktionen vom 23./24.12.1986 auf Strommasten bei Lohhof (Kreis München).
Q: Atom, Nr. 15, Göttingen, April/Mai 1987.

Juli 1987:
Für den Sommer erscheint die Nr. 16 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über Gorleben, über "ein Jahr nach Tschernoby", über eine Wackersdorf-Chronik vom 18.2.-24.4.1987, über Wackersdorf und das Schwandorfer Treffen vom 28.3.1987, weiter über die Diskussionsergebnisse des Frankfurter Treffens vom 11.4.1987 zu den kommenden Herbstaktionen, über die "Situation der Autonomen in der Anti-AKW-Bewegung", über die "Atommüllkonferenz" vom 16./17.5. in Kassel, über den 1. Kongress zur Urananreicherungsanlage in Gronau am 28.3.1987. Berichtet wird noch über "Erfahrungen und Perspektiven nach einem halben Jahr Widersandstage" am 10.5.1987 in Darmstadt. Aufgerufen wird dazu, sich an der Demo gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau am 13.6.1987 zu beteiligen. Aufgerufen wird auch zu einem "Badenwerk-Tribunal" am 27.6. in der Uni Karlsruhe. Geworben wird u. a. für die "Antimilitarismus Informationen" und die "Blätter des iz3w".
Q: Atom, Nr. 16, Göttingen, Sommer 1987.

Oktober 1987:
Es erscheint für Oktober/November die Nr. 17 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über Atommülltransporte, über "Tschernobyl und die Krise der Bewegung", über eine "mögliche Zusammenarbeit von Friedens-, Anti-Kriegs- und Anti-AKW-Bewegung", über eine "IWF-Kampagne", über die Wackersdorf-Herbstaktionen 1987, über eine "Wackersdorf-Chronik" vom 2.5.-23.-8.1987, über Gorleben, weiter über die Gronau-Demo vom 13.6. gegen die Urananreicherungsanlage, über die "Atommüllkonferenz" vom 12./13.9. in Lingen. Die Konferenz ruft dazu auf, vom 2.-4.10. Aktionen in Landshut und Wackersdorf durchzuführen. Geworben wird für den "Anti-AKW-Kalender 1988".
Q: Atom, Nr. 17, Göttingen, Oktober/November 1987.

Dezember 1987:
Es erscheint als "Sonderausgabe" die Doppelnummer 18/19 für Dezember 1987/Januar 1988/Februar 1988 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Startbahn-West und über die "Ereignisse an der Startbahn". Dazu nimmt der Artikel: "Schüsse aus dem Nirgendwo" Stellung, über eine Stellungnahme der "BI Mörfelden-Walldorf gegen die Flughafenerweiterung". Die BI verurteilt die Morde vom 2.11.1987 auf das Schärfste, weiter verurteilt auch die BI Schwandorf die tödlichen Schüsse. Auch der Göttinger Arbeitskreis findet die "Aktionen zum Kotzen". Frankfurter Autonome und Startbahngegner erklären dazu u. a.: "Ist es nicht auch denkbar, dass die Schüsse vom 2.1.1987 von ihnen selbst (VS und GSG 9, d. Verf.) inszeniert wurden?" Berichtet wird noch über die "Herbstaktionen gegen den atomaren Wahnsinn", über die "Wackersdorf-Chronik" vom 4.9.1987-29.10.1987, über Atommülltransporte, weiter über das "Gorleben-Forum 87" vom 1.-6.10. Berichtet wird noch über die 1. Weltkonferenz der Strahlenopfer" in New York vom 26.9.-3.10.1987. Geworben wird u.a. für die "Marxistische Kritik" und die "Antimilitarismus Informationen".
Q: Atom, Nr. 18/19, Göttingen, Dezember 1987/Januar/Februar 1988.

März 1988:
Es erscheint für März/April die Nr. 20 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Lübecker Atommülltransporte im Januar 1988, über das Atommüllgeschäft von Firmen und Transportspeditionen, über die "Atommüllkonferenz" in Neuwied vom 5.-7.2.1988, über das "Windscale-Unglück" 1957, über den Atomwaffensperrvertrag, über die Wackersdorf-Chronik vom 3.11.1987-28.1.1988, über den Schacht Konrad, über eine "Bundesweite Urankampagne" vom 11.4.-30.4., über den Prozess gegen Jugendliche, die an der Manipulation von Strommasten beteiligt gewesen sein sollen (Prozess vom 4.3.),über eine Schweizer Tschernobyl-Demo vom 25.4., über Ereignisse in Frankfurt/M. seit dem 2.11.987. Geworben wird u. a. für "Wildcat" und die "Marxistische Kritik".
Q: Atom, Nr. 20, Göttingen, März/April 1988.

Mai 1988:
Es erscheint für Mai/Juni die Nr. 21 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über mögliche Transportunfälle beim Atommülltransport, über die Anti-AKW-Bewegung nach dem 14.1., über Aktionen in Gorleben vom 5.3., über eine Konferenz von Anti-AKW-Gegnern in Marburg am 24.1., über eine "Atommüllkonferenz" in Neuwied vom 5.-7.2.1988, über ein Treffen in Hanau am 19.3.1988, über einen Artikel des "Hahn-Meitner-Instituts" in West-Berlin: "Großforschung für das Atomprogramm (Hm1)", weiter über das Castor-Treffen im Wendland vom 9.4., über Aktionen der Anti-AKW-Gegner in Hamm, Gronau, Ahaus, Leese, Ellweiler, Neckarwestheim, über eine "Wackersdorfer Kriminalisierungschronik Februar/März 1988", über eine Durchsuchung des BBA-Ladens in Bremen und über eine Broschüre zur "Startbahn West: Der 2.11.1987 und seine Folgen". Aufgerufen wird zu bundesweiten Aktionstagen am 5.3. inklusive Demonstration zum Degussa-Hauptsitz in Frankfurt/M. Geworben wird u. a. für "links", für "ila - Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika", für "Aktion - Anarchistisches Magazin".
Q: Atom, Nr. 21, Göttingen, Mai/Juni 1988.

August 1988:
Für den Sommer erscheint die Nr. 22 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über eine geplante "IWF/WB-Tagung", über ein bundesweite Treffen der Anti-AKW-Bewegung vom 6.-8.5. in West-Berlin, über Atommülltransporte, über einen "Aktionsbericht über die Besetzung des AKW's Neckarwestheim II vom 8. März 1988", über Wackersdorf, Brokdorf, Brunsbüttel, Krümmel, Stade, über die "Atommüllkonferenz" in Trebel vom 13.5.-15.5.1988. Geworben wird u. a. für den "Schwarzen Faden", für die "Blätter des iz3w".
Q: Atom, Nr. 22, Göttingen, Sommer 1988.

Oktober 1988:
Es erscheint für Oktober/November die Nr. 23 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Herbstaktionen 1988 gegen die WAA. Parolen dazu sind: "Sofortiger Baustopp der WAA!" "Keine Atommüllhalde der Nation in der Oberpfalz!". Weiter über die "Wackersdorf-Chronik", über das "Herbsttreffen der Nach-Tschernobyl-Initiativen und der Atommüll-Standortkonferenzen " vom 4.-6.11., über Brokdorf, über Prozesse gegen AKW-Gegner am 4.10.-3.11. in Itzehoe, über das Sommercamp bei Gronau (August), über das AKW Mülheim-Kärlich, über das "2. Aktions-Treffen gegen Hochtemperaturreaktoren …" vom 8.8. in Hannover, über die 1. weltweite Konferenz über Uranbergbau vom 16.-21.7. in Saskatoon (Kanada), über die deutsch-brasilianische Raketenproduktion, über die Startbahn-West, "Mordanklage und 129a". Aufgerufen wird zum "3. Aktionstreffen …" am 8./9.10.1988, zu Großaktion am 15.10.1988. Geworben wird u. a. für die "Antimilitarismus Informationen" für die "direkte Aktion".
Q: Atom, Nr. 23, Göttingen, Oktober/November 1988.

Februar 1989:
Für den Winter 88/89 erscheint die Nr. 24 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Nürnberger Konferenz der Anti-AKW-Bewegung vom 4.-6.11.1988, über den Widerstand gegen Atomtransporte und Widerstandsformen, über die Herbstaktionen gegen die WAA am 15.10.1988 in Wackersdorf, über ein Arbeitsseminar der BIs aus Schleswig-Holstein am 29.10.1988, über die Herbstkonferenz der Anti-AKW-Gruppen am 13.11. in Wittlich, über die Startbahn-West und Anklagen gegen Aktivsten aus der Anti-Startbahnbewegung. Geworben wird u. a. für die "Graswurzelrevolution", für die "Umwelt-Informationen aus Niedersachsen", für den "Schwarzen Faden".
Q: Atom, Nr. 24, Göttingen, Winter 1988/89.

März 1989:
Es erscheint für März/April die Nr. 25 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über "THTR Hamm", über das AKW-Biblis, das knapp an einer Katastrophe vorbeigegangen sein soll, über die Großdemo gegen WAA, die am 3.7. stattfinden soll, über eine Wackersdorf-Chronik, über den Schacht Konrad und einen "Konrad-Kongress" im Mai, über Gorleben, Biblis, wo das Info-Zentrum am 17.12.1988 besetzt wurde, über Gronau, über Atomwaffenforschung in Karlsruhe und eine Demo, vermutlich am 7.5., über das "2. Norddeutsche Standorttreffen" vom 20.11.1988 in Bremen, über eine internationale Konferenz in Köln, die im November 1988 stattfand mit der Erklärung: "Atomwaffenverzicht ins Grundgesetz", über Fritz Storim, der nach 129a verurteilt wurde (1 Jahr ohne Bewährung), über den Hungerstreik von RAF-Gefangenen, über die Startbahn-West Prozesse, über eine "Plattform zu den 2.11.-Prozessen". Aufgerufen wird zu einer Anti-AKW-Demo in Kiel am 29.4. zu einem "Grünen Energiewendekongress" vom 21.-23.4.1989 in Castrop-Rauxel. Geworben wird u. a. für "Wildcat", die "direkte Aktion. Organ der Freien ArbeiterInnen-Union".
Q: Atom, Nr. 25, Göttingen, März/April 1989.

Juni 1989:
Es erscheint für Juni/Juli die Nr. 26 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die WAA Wackersdorf, über Standorte in Lingen, Würgassen, Biblis, Brokdorf, über eine Anti-AKW-Frühjahrskonferenz, über eine "Resolution der Konferenz zum Hungerstreik", über eine Demo gegen WAA und Atomprogramm in München am 3.6., über eine Demo in Biblis am 4.3., über den Schacht Konrad und Aktionen am 27.5., wozu einer Sternfahrt zum Schacht aufgerufen wird. Weiter über die ersten Startbahn-West Prozesstage seit dem 23.2.1989, über die Demo am 29.4. in Bonn "für die Zusammenlegung der Gefangenen aus der RAF". Aufgerufen wird auch zu Aktionen gegen Atommülltransporte. Geworben wird u. a. für das "Rechtspolitische Magazin", für "Europa gegen den Strom", für "Wildcat".
Q: Atom, Nr. 26, Göttingen, Juni/Juli 1989.

September 1989:
Es erscheint für September/Oktober die Nr. 27 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die "Europäisierung der Energie- und Atomwirtschaft", über die anstehende Herbstkonferenz der Anti-AKW-Gegner, die vom 3.-5.11. 1989 in Saarbrücken stattfinden soll, weiter über einen Blockadebericht in Brokdorf vom 6.8. Am 24.9. soll in Duisburg eine Demo gegen die Preussen-Elektra stattfinden, die Atommüllfässer von Gorleben nach Duisburg bringen will. Weiter wird berichtet über die Aktion gegen WAA und Atomprogramm in München am 3.6., über einen "Plattformvorschlag für eine Amnestiekampagne" und Straffreiheit "für alle Verurteilten" aus der Anti-AKW-Szene. Wichtiger Artikel dazu: "Radikale Linke, Autonome, Anti-AKW-Bewegung", über Fritz Storim, der seit dem 31.5. in U-Haft sitzt, über die "Startbahn-West-Prozesstage" seit dem 25.7. Geworben wird u. a. für "banal. Anarchistisches Magazin" (Schweiz), für "Contraste. Zeitung für Selbstverwaltung", für "Anti-Atom aktuell". Eingeladen wird zum "Initiativkreis: Statt Europäisieren, jetzt Aussteigen", am 15.9. in Bonn.
Q: Atom, Nr. 27, Göttingen, September/Oktober 1989.

November 1989:
Es erscheint für November/Dezember die Nr. 28 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über Wackersdorf, über Kernfusion, über den Schnellen Brüter in Malville und ein Treffen am 30.9. in Genf. Ein Europäisches Komitee ruft zu Aktionen gegen Superphenix auf, über ein Anti-Atomseminar in Moskau vom 17.-24.9.1989, über die Ökologiebewegung in der UdSSR, über die "Weltkonferenz gegen A-und H-Bomben in Tokio zwischen 30.7. und 3.8.", über Mülheim-Kärlich, Jülich. Karlsruhe, neuer Proteste gegen AKW-Gundremmingen, über einen "Plattformentwurf gegen Atomenergie" und den Aufruf zu einer Demo, die im Frühjahr 1990 in Hannover stattfinden soll, über Fritz Storim und seine Haftbedingungen und eine Resolution zu Storim. Parolen dazu: "Aufhebung des Haftbefehls! Sofortige Freilassung von Fritz!" Weiter über eine Demo in Duisburg am 24.9. "gegen Faßtransporte von Gorleben nach Duisburg", über die "Startbahn-West Prozesse". Geworben wird u. a. für "Perspektiven. Zeitschrift für Sozialistische Theorie", für den "Schwarzen Faden", für die "direkte Aktion".
Q: Atom, Nr. 28, Göttingen, November/Dezember 1989.

Februar 1990:
Es erscheint für Februar/März die Nr. 29 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Besetzung des Baugeländes in Gorleben. Am 3.2. findet dazu eine Demo statt und am 11.3. eine Demo in Stendal. Berichtet wird weiter über den "gemeinsamen Widerstand gegen das Ost-West Atomprogramm gegen PKA im Wendland …", über ein "Ost-West-Camp zwischen Himmelfahrt und Pfingsten 1990", über Atomtransporte seit Mitte November 1989, über ein Treffen der Anti-AKW-Bewegung am 20./21.2.1990 in Mannheim, über Uranbergbau in der DDR, über Greifswald, wo ein "Super-Gau kurz bevor stand", über das AKW Stendal, über ein "Thesenpapier" der "Gruppe Ökologie: "Entsorgung". Weiter über einen Vortrag am 25.11.1989 zum Thema: "Die informelle Bewegung in der UdSSR", über "Verbrechen in Perestroika-Zeiten: "Die große Lüge über Tschernobyl". Berichtet wird noch über die Freilassung von Fritz Storim, der am 8.12.1989 aus dem Gefängnis entlassen wurde und von den "Startbahn-West-Prozessen". Aufgerufen wird zur Demo in Gorleben am 3.2. und zu einer Demo in Stendal am 11.3. Die März-Konferenz der Anti-AKW-Bewegung soll entweder am 17./18.3 oder am 31.3/1.4. in Braunschweig stattfinden. Auch sollen Demos gegen Transporte von US-Atommüll zur Asse stattfinden. Ein erstes Demo-Vorbereitungstreffen ist für Ende Februar in Karlsruhe geplant. Geworben wird u. a. für die Neuerscheinung der Tübinger Aktionsinitiative gegen Atomanlangen: "Atommülltransporte. Neckarwestheim 1989".
Q: Atom, Nr. 29, Göttingen, Februar/März 1990.

April 1990:
Es erscheint für April/Mai die Nr. 30 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über das AKW Stendal und die Demo vom 11.3. Dazu erscheint auch eine "Presseerklärung vom 13. März zur Stendal-Demo", die herausgegeben wird von der "Grünen Partei KV Stendal", über das Kraftwerk Greifswald". Weiter über den Schacht Konrad, über Lingen, das Kernforschungszentrum Karlsruhe, Ahaus, Gronau, Würgassen, über eine "Gorleben Chronik" vom 31.1.1990-28.3.1990. Berichtet wird noch über eine tschechische Uranerzaufbereitungsanlage und über Sellafield. Zur Startbahn-West: am 22.3. wurden Urteile verkündet. Die Angeklagten wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Aufgerufen wird zu einer Demo am 12.5. in Frankfurt/M.: "Nie wieder Deutschland! Demonstration gegen deutschen Nationalismus, gegen Kolonialisierung Osteuropas und gegen die Annexion der DDR!! Parolen sind u. a.: "Nie wieder Deutschland-Keine Wiedervereinigung!", "Für Zweistaatlichkeit und die Anerkennung deer DDR!", "Für die Anerkennung der polnischen Westgrenze!", "Internationalismus statt Nationalismus!" Geworben wird u. a. für den Film "Tschernobyl. Die Schwelle" und für "Wildcat".
Q: Atom, Nr. 30, Göttingen, April/Mai 1990.

August 1990:
Für den Sommer erscheint vermutlich im August die Nr. 31 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über "4 Jahre Tschernobyl", Morsleben/Bartensleben, über AKW Gruppen aus der DDR (Dresden, Leipzig, Greifwald), über Uranbergbau in der DDR, in Kanada, über den RWTH Aachen, über AKW Standorte: Grohnde, Mülheim-Kärlich, Würgassen, Hanau, Gorleben. Aufgerufen wird zum "2. Umwelttag in Börln: "Kein Atomkraftwerk in Sachsen und anderswo!" und zur Demo in Frankfurt/M. am 12.5.: "Nie wieder Deutschland!" Dazu wird ein anarchistischer Redebeitrag aus Frankfurt/M. veröffentlicht. Eingeladen wird zum "Internationalen Sommercamp gegen Atom in Gedelitz/Gorleben vom 20.-26.Juli 1990", zum Aktionstag am 19. 5. gegen die Castor-Transporte, zu einer "öffentlichen Aktion gegen Atommülltransporte auf der Schiene" in Recklinghausen am 13.3. Die "Radikale Linke" plant vom 1.-3.6. einen Kongress. Veröffentlicht wird die "Koalitionsvereinbarung: Ausstieg aus der Atomenergie vom 1.6.1990 zwischen SPD und Grünen in Niedersachsen". Jens Scheer veröffentlicht den Artikel: "Alle AKW's abschalten! Stade zuerst!" Geworben wird u. a . für die "Direkte Aktion", für den "Arbeiterkampf".
Q: Atom, Nr. 31, Göttingen, Sommer 1990.

Oktober 1990:
Es erscheint für Oktober/November die Nr. 32 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird eingangs u. a. über Gorleben. Hier findet seit der ersten Mai-Woche vor der Atomanlage "jeden Montag ab 6.00 Uhr eine Blockade statt", weiter über das "Sommercamp im Wendland". Vorgestellt werden "Verantwortliche und Beteiligte am Bau der Atomanlagen". Berichtet wird über die Besetzung von Schacht I und II des Erkundungsbergwerks in Gorleben am 21.6. Berichtet wird weiter über die "Verurteilung wegen Teilnahme an Blockadeaktion gegen MOX-Transporte über Lübeck", über den Uranbergbau in der DDR, über die AKW-Standorte:
- Hanau
- Hamm-Uentrop
- Ahaus
- Gronau
- Lingen
- Schwandorf/Wackersdorf
- Stade
- Mülheim-Kärlich
- Obrigheim
- Fessenheim
- Schacht Konrad
- Stendal

Aufgerufen wird zur "Anti-AKW-Konferenz am 16.-18.10.1990 in Bremen" und "zur Beobachtung des zweiten 129a-Verfahrens gegen Luitgard Hornstein in Stuttgart-Stammheim". Es erscheint auch der Aufruf: "Stoppt den Durchmarsch der Atomindustrie. Wir stellen uns quer!" Berichtet wird noch von der Startbahn-West. Geworben wird u. a. für "clockwork 129a", für "banal. Anarchistisches Magazin".
Q: Atom, Nr. 32, Göttingen, Oktober/November 1990.

Dezember 1990:
Es erscheint für Dezember 1990/Januar 1991 die Nr. 33 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über: Schacht Konrad, "Streitpunkt der Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und Grünen", über Morsleben. Die nächste Morsleben-Konferenz soll am 15.12.1990 stattfinden. Die "AG Schacht Konrad" ruft zu Spenden auf. Weiter wird berichtet über die Sanierungsversuche des Uranbergbaugebietes Wismut AG. Berichtet wird über die Herbstkonferenz der Anti-AKW-Bewegung vom 16.-18.11.1990 in Bremen, über die "deutsch-niederländische Konferenz gegen Atomanlagen in der Euregio und im Münsterland vom 2.9.1990 in Burgsteinfurt". Weiter über: Atomtransporte, über die PDS, über "High Noon am Golf" und Saddam Hussein, über den Startbahn-West Prozess. Es erscheint auch der "Offene Brief der Grünen. Soldaten und Rekruten der Bundeswehr und der NVA: Verweigert Euch dem Aufrüstungskurs der zukünftig gesamtdeutschen Armee! Lasst Euch nicht als Kanonenfutter für einen Krieg am Golf oder anderswo einplanen", beschlossen auf dem Sonderparteitag, Bayreuth, 23.9.1990". Geworben wird u. a. für "Projektil. Anarchistisches Magazin", für den "Schwarzen Faden".
Q: Atom, Nr. 33, Göttingen, Dezember 1990/Januar 1991.

März 1991:
Es erscheint für März 1991 die Nr. 34 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung) als Sondernummer zum Thema "Krieg am Golf".

Eingangs heißt es dazu: "Diese 'Atom' ist anti-amerikanisch. Nicht aus Passion, sondern weil uns die Politik der USA keine andere Wahl lässt Wer sich nicht darin suhlen will, dass die Metropolen auf Kosten der 3. Welt im Überfluß schwelgen, und dass diese Hierarchie durch einen Weltpolizisten USA garantiert wird, dem bleibt keine andere Wahl. Mit Beiträgen zum Begriff der 'Neuen Weltordnung' des George Bush und zur Geschichte der Nahost-Region wollen wir diesen Standpunkt verständlich machen. Breiter Raum wird auch jenen Völkern eingeräumt, die im Nahen Osten wirklich mitreden müssten, die aber dort seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten unterdrückt werden: die Kurden und die Palästinenser. Als Linke haben wir freilich auch keinen Grund, Hussein zu schonen: sein Unterdrückungsregime wird ebenfalls in ausführlichen Beiträgen dargestellt.

Eine andere Sache ist das Ausmaß der Bedrohung, die von ihm real ausgeht, und die Schlüsse, die daraus gezogen werden. Im Diskussionsteil kritisieren wir jene Teile der Linken, die wie Enzensberger im Krieg der Amerikaner eine Art antifaschistischen Widerstand sehen. Da hier erstmals Linke einen Krieg der Metropolen gegen einen Dritte-Welt-Staat ideologisch rechtfertigen, ist dies eine Diskussion, deren Bedeutung über den Golfkrieg hinausreicht.

Diese 'Atom' ist eine Sondernummer, und vollständig dem Golfkrieg gewidmet. Alles andere wäre unehrlich gewesen - der Krieg beherrschte unsere politischen Diskussionen komplett … Die Behandlung von Anti-Kriegsthemen hat in der 'Atom' ohnehin Tradition, seit wir uns politisch in die Bewegung gegen die NATO-'Nachrüstung' einschalteten …" (S. 3)

Berichtet wird u. a. über den Bericht von Bush zur "Lage der Nation vom 29. Januar 1991", über die "Neue Weltordnung von Bush", über die "Neue Militärdoktrin der USA", über die "UNO-Politik der Vereinigten Staaten", über "Kampf-Formen der USA", über die "Beteiligung der BRD am Golfkrieg", über den sog. "Bündnisfall", über "Deutsche Rüstungsexporte in den Irak", weiter über die GSG 9, die "Geschichte der Golfregion", über die Ursachen des Krieges, über Kurdistan, Chemiewaffeneinsatz in Halabja (Kurdistan), "Golfkrise, Intifada und die zionistische Linke", über den "Golfkrieg und seine ökologischen Auswirkungen", über die "Linke Kritik an der Friedensbewegung". Weiter wird berichtet über "Antikriegsaktionen am Beispiel Göttingen". Geworben wird u. a. für "Bahman Nirumands Buch: "Sturm im Golf. Die Irakkrise und das Pulverfaß Nahost".
Q: Atom, Nr. 34, (Sondernummer), Göttingen, März 1991.

Mai 1991:
Es erscheint für Mai/Juni die Nr. 35 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die Anti-AKW-Bewegung, über die Castor-Transporte, in Uelzen seit Anfang März, über das Endlager Gorleben, über die "Republik Freies Wendland", über den Schacht Konrad, über das Endlager Morsleben, das AKW-Stendal, über ein "Pfingstscamp in der 'Ex'-DDR", über die BI Hamm, die am 18.2.1991 15 Jahre alt wurde. Weiter über Stade, Gronau, Brokdorf, über den Startbahn-West Prozess, der nach über 2 Jahren Verhandlungsdauer am 15.3.1991 zu Ende ging. Frank H. wurde zu 4 1/2 Jahren verurteilt, Andreas E. zu 15 Jahren. Weiter über den Golf-Krieg, über El-Salvador. Geworben wird u. a. für den "Arbeiterkampf", für die "Graswurzelrevolution", für die "Perspektiven. Zeitschrift für Sozialistische Theorie", für die "Krisis".
Q: Atom, Nr. 35, Göttingen, Mai/Juni 1991.

September 1991:
Es erscheint für September/Oktober die Nr. 36 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über die "Graswurzelrevolution", die 20 Jahre alt wird, über die "Weichen für die Energie- und Atompolitik nach dem Jahr 2000", über die neuen "Atomkraftwerke/Ost" und über eine "Chronik" Atomenergie- und Atompolitik in Deutschland am März 1991-August 1991, über die "Räumung in Gorleben", über einen "Offenen Brief an die Grünen, an den Bundesverband, die Landes- und Kreisverbände und die Parlamentsfraktionen", über das Endlager Gorleben, über den "Hanauer Skandal", das Kernforschungszentrum Karlsruhe, über die Brennelementefabrik Lingen, über den Schacht Konrad, Tschernobyl, über das "Pfingstcamp 91" vom 17.5.-20.5. in Velsdorf und über Terrorismusbekämpfung.

Aufgerufen wird zur BuKo der Anti-AKW-Bewegung vom 22.11.-24.11.1991 in Marburg. Ein Vorbereitungstreffen soll am 6.10. in Marburg stattfinden. Weiter wird darüber berichtet, dass sich der Hamburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen aufgelöst hat, über die Auflösung des KB. Eingeladen wird zum "2. Teil der 1. Bundeskonferenz der ökologischen Linken/Alternative Liste (Ökoli/AL) im Herbst 1991". Geworben wird u. a. für die "Dritte Welt. Monatsmagazin für internationale Politik, Wirtschaft und Kultur".
Q: Atom, Nr. 36, Göttingen, September/Oktober 1991.

Januar 1992:
Für den Winter erscheint vermutlich im Januar 1992 die Nr. 37 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird von der zurückliegenden "Anti-AKW-Konferenz" in Marburg, an der "ca. 80 Personen aus über 30 Initiativen teilnahmen". Dort wurde auch eine "Resolution" verabschiedet, in der "aufs Schärfste das Vorhaben der rot-grünen Landesregierung von Niedersachsen" verurteilt wurde, in der kritisiert wurde, "die Zwischenlagerung von atomarem Fremdmüll im Atomkraftwerk Lingen II zu genehmigen". Weiter wird berichtet von einem "Aufruf für die "sofortige Stilllegung aller Atomanlagen", der von der "Bundeskonferenz der Initiativen gegen Atomenergie" auf dem Marburger Kongress verabschiedet wurde. Erstunterzeichner waren u. a. "Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg", "Arbeitskreis gegen Atomanlagen (Frankfurt)", "Umweltzentrum Münster", "Arbeitskreis Umweltschutz (Wiesbaden)", weiter über die "Lage der Anti-AKW-Bewegung", weiter über die "Unglaubwürdigkeit der Ausstiegspolitik", über die Asse, den Schacht Konrad, Gorleben, über Atomtransporte, den THTR wo gefordert wird: "endlich stilllegen".

Berichtet wird noch von der für den 9.3. geplanten gewaltfreien Blockade des Siemens-Brennelementewerkes in Hanau, über den 6. Oktober in Gronau (15 Jahre Widerstand gegen Bau- und Betrieb der Urananreicherungsanalage-UAA). Dazu fand am 6.10. ein Straßenfest statt. Berichtet wird über 15 Jahre UAA-Widerstand mit einer Kurz-Chronik (Oktober 1976-2.11.1991). Ein Artikel beschäftigt sich mit dem "Rassismus". Ein weiterer mit der Linken, mit "Antirassismus und Theorie". Anfang November 1991 fand ein Antifa-Ratschlag in Dresden statt. Berichtet wird auch über Wismut, "Deutschland als fünftgrößter Uranproduzent der Welt". Berichte gibt es noch über Greifswald, Fessenheim, Ahaus, Morsleben, Landshut, Esensham, Gundremmingen. Berichtet wird vom "The Wold Uranium Hearing" in Salzburg vom 13.-19.9.19192, von den WAA-Prozessen. Autonome stellen ihre "Unterstützungsarbeit für die Flüchtlinge in Norderstedt" vor. Geworben wird für die Broschüre des Kernforschungszentrums Karlsruhe: "Schleichwege zur Atombombe", für "Wildcat", für die "Umwelt-Informationen für Niedersachsen", für das "Radio von unten" und für "Contraste".
Q: Atom, Nr. 37, Göttingen, Winter 1991/92.

April 1992:
Es erscheint für April/Mai die Nr. 38 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird über die "Renaissance der Atomindustrie", über die "Energiepolitik", die vor "neuen Weichenstellungen" steht, über die "europäische Energiecharta", "Grundstein für die energiepolitische Kolonisierung des Ostens". Berichtet wird weiter über "15 Jahre Widerstand gegen Gorleben", über die Planung eines "bundesweiten Atommülllagers in Greifswald". Ein Artikel beschäftigt sich mit "Leukämie in der Elbmarsch. Ursache Krümmel?"

Aufgerufen wird für die "Tschernobyl-Hilfe" und für die bundesweite Konferenz der Anti-AKW-Gegner vom 29.-31.5. 1992 in Münster. Dazu wird ein "Protokoll zur Vorbereitung der Frühjahrskonferenz" veröffentlicht. Eingeladen wird zur AG "Standorte" auf der Anti-AKW-Konferenz in Münster am 29.-31.5. Berichtet wird weiter über Atommüll in Karlstein, über Anti-Atom-Aktionen am 11.11.1991, über eine Razzia am 7.1.1992 im Umweltzentrum Münster, über "Solidarität mit den Biblis-BesetzerInnen". Dazu wird eine Chronik vom 17.12.1987-Winter 1991/92 veröffentlicht. Aufgerufen wird zu verschiedenen Demos gegen den "Weltwirtschaftsgipfel, 6.-8. Juli in München", am 4.7. (Großdemo), Gegengipfel (3.-5.7.), Aktionstage (6.-8.7.) und zum "Internationalen Kongress gegen WWG" (noch ohne Termin).

Robert Kurz veröffentlicht den Artikel: "One World und Nationalismus. Warum der totale Weltmarkt die ethnische Barbarei nicht verhindern kann". Veröffentlicht wird auch der Artikel: "Das Konzept Grünhelme. Von der herrschenden Notwendigkeit unsere Sicherheit militärisch durchzusetzen". Berichtet wird noch über die "Rössing Mine", in der "katastrophale Zustände" herrschen sollen. Berichtet wird weiter über das Erscheinen des zweiten Rundbriefs der Kampagne "Stoppt den Rüstungsexport Nr. 35: Die deutsche Atombrut. Auslandsgeschäfte der deutschen Atomindustrie". Geworben wird u. a. für "piranha. Sozialistisches Jugendinfo", für die "Rote Hilfe", für "Materialien zur Kritik der Realität im Kapitalismus", für "lila", für die "Perspektiven. Zeitschrift für sozialistische Theorie" und für den "Schwarzen Faden".
Q: Atom, Nr. 38, Göttingen, April/Mai 1992.

August 1992:
Für den Sommer 1992 erscheint vermutlich im August die Nr. 39 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung).
Berichtet wird u. a. über den Weltwirtschaftsgipfel vom 6.-8.7., über "Imperialistische Planspiele für die Atomindustrie vor dem WWG", über die russische Regierung, die entschieden hat, "weiterhin Kernkraftwerke bauen zu lassen, obwohl ihre Sicherheit weltweit angezweifelt wird", über Indonesien, die vor dem "Ausbau der Atomenergie" stehen würde, über die Umweltkonferenz von Stockholm 1972 und die von Rio 1992, weiter über Gorleben, über den Schacht Konrad, über Hanau und die Blockade des Brennelementewerks am 9.3.1992, über Prozesse "im Zusammenhang mit der Siemens-Blockade vom 6.3.1991".

Berichtet wird weiter über den Atomtest auf einem Testgelände in den USA am 30.4.1992, über die Verhinderung des "Kampftages der Neofaschisten" am 23.5. in Wilhelmshaven. Berichtet wird noch über "Aktivitäten gegen die Jahrestagung Kerntechnik in Karlsruhe vom 5.-7.5.1992", über die "bundesweite Frühjahrskonferenz der Initiativen gegen Atomanlagen am 29.-31. Mai 1991 in Münster", über "Gegenaktionen zum Weltwirtschaftsgipfel in München". Dazu werden unterschiedliche Stellungnahmen zur "Spaltung der Aktivitäten gegen den Weltwirtschaftsgipfel" veröffentlicht, u. a. von dem "Anti-WGG-Bündnis", den Grünen, dem "Münchner Friedensbündnis zur Vorbereitung des Gegenkongresses zum Weltwirtschaftsgipfel", weiter über die "Aktionstage in München 6.-8. Juli 1992" und über die "Ergebnisse der Aktionskonferenz vom 16./17.5.1992 in Frankfurt/M.", über "zwei Großveranstaltungen gegen den Weltwirtschaftsgipfel", die von "der Polizei gestürmt" wurden, so am 4.4.1992 und 4.5.1992, über einen Polizeieinsatz gegen ein JZ in Mannheim, über die Durchsuchung eines Antifa-Landens des BBA inBremen.

Ein Artikel beschäftigt sich mit der "Neugestaltung der Bundeswehr". Geworben wird u. a. für "Contraste", für die "Umwelt-Informationen für Niedersachsen", für "Wildcat", für den "Schwarzen Faden". Aufgerufen wird zur Demo am 17.10.1992 gegen das geplante Endlager, Schacht Konrad, wozu die "AG Schacht Konrad" aufgerufen hat.
Q: Atom, Nr. 39, Göttingen, Sommer 1992.

1993:
Vermutlich im Februar 1993 erscheint Sondernummer der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung), die sich mit "Rassismus und Neofaschismus in Deutschland" beschäftigt.

Im "Editorial" dazu wird u. a. angemerkt: "Ein halbes Jahr lang hat es schon keine 'Atom' mehr gegeben. Und auch diesmal wird in dieser Zeitung, der 'Zeitung der Bürgerinitiativen gegen Atomenergie', wie sie früher mit Untertitel hieß, kein Wort zur Atomproblematik enthalten sein außer in einer Beilage.

Schon vor einem Jahr hatten wir einen Schwerpunkt dem Thema 'Rassismus in Deutschland' gewidmet. Seitdem hat sich nichts zum Besseren gewendet.

Eine tiefe Bitterkeit liegt in dieser Zeit auf unserem Geist und Denken über das, was in diesem Land - in dem wir selber leben und mitverantwortlich sind - passiert: Der massenhafte Rassismus, die rechten Morde an Ausländerinnen und sozial Schwachen, an politischen Gegnern, der wiedergekehrte und sich festsetzende und weiter ausbreitende Nazismus, die Unfähig- und Unwilligkeit der staatlich Verantwortlichen, diesem Spuk entschlossen entgegenzutreten, das immer offenere und schnellere Zurückdrängen solidarischer Denk- und Handlungsmuster in diesem Land, und zudem die eigene Hilflosigkeit, Paralysiertheit, dieser katastrophalen Situation erfolgreich zu trotzen.

Und wenn wir es trotzdem tun, dann werden wir sofort als Linke mit der rechten Mörderbrut in einen Topf geworfen, mit den dümmsten Argumenten-aber mit immer mehr Erfolg. Trotzdem, uns bleibt gar keine andere Wahl, als zu handeln. Nicht danach zu schielen, was könnten unsere Widersacher daraus wieder gegen uns konstruieren. Es ist keine Zeit zum taktieren - es ist Zeit zum Handeln. Kein blinder Aktionismus! Aber dort, wo Häuser angezündet, Menschen gemordet werden, gilt es schnell zu handeln. Und die Erfahrung lehrt, dass es Wirkung zeigt …" (S. 2)

Berichtet wird u. a. über eine "Chronologie des Terrors von August 1991 bis heute" und bis "November 1992", eine "Zusammenstellung durch das Abgeordnetenbüro Ulla Jelpke", über die Ursachen des Rassismus und Rechtsradikalismus in Deutschland. Jürgen Trittin veröffentlicht den Artikel "Rassismus ist kein Vorurteil", Jürgen Elsässer: "Antisemitismus und Rassismus in Deutschland". Zum Thema "Asyl" veröffentlicht Angelika Beer den Artikel: "Vom Grundrecht zum Altpapier". Dazu wird eine "Chronologie der Asylrechtsdebatte" veröffentlicht. Hier beschäftigt man sich auch mit der Verfolgung von Sinti und Roma und der sog. "Ausländerkriminalität". Bernd Siegler veröffentlicht den Artikel: "Nazis vor Gericht: Die Legende vom Einzeltäter". Berichtet wird weiter über "rechte Gewalt" und Rostock. Ferner über ein Treffen antifaschistischer und autonomer Gruppen am 3.10.1992 in Schwerin.

Geworben wird u. a. für "Materialien gegen Rassismus und Neofaschismus", für den "Weltflüchtlingsbericht 1992", für die "Wechselwirkung", für "Wildcat", das "Radio von unten", die "direkte Aktion".
Q: Atom, (Nr. 40), Sondernummer, Göttingen, (Februar 1993).

März 1994:
Für das Frühjahr 1994 erscheint (vermutlich im März) im 18. Jahrgang die Nr. 41 der "Atom" (Atom Express & Atommüllzeitung) unter dem Titel "17 Jahre in Bewegung - Rückblick und Diskussion". Es ist die letzte Nummer der Zeitung (vgl. dazu ausführlich das "Editorial").

Berichtet wird eingangs u. a. über das Erscheinen der ersten Anti-AKW-Zeitungen und das Selbstverständnis, die Grundlage der "Atom-Zeitungsarbeit", weiter über die Frage: "Wo steht die Anti-AKW-Bewegung nach 20 Jahren Kampf gegen morsche Meiler?", weiter über Grohnde, Lüchow-Dannenberg, über Brokdorf, über die Anti-AKW-Bewegung in Hamburg, die GAL, die radikale Anti-AKW-Bewegung (Autonome), über Atomanlagen und WAA in der BRD. Dazu wird ein Schaubild veröffentlicht.

Weiter wird berichtet über die Konstituierung des "Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie" am 15.12.1976 und die Herausgabe der ersten Zeitungen des "Atom Express", über die Demo gegen den Bau des AKW Grohnde im März 1978, über die Gründung der "Republik Freies Wendland" im Mai 1980, über die Startbahn-West und die "Schüsse an der Startbahn" im November 1987, über Tschernobyl, über die WAA Wackersdorf 1985-1987 und eine Chronik vom 6.2.1986-7.3.1986, über die Fusion von "Atom Express" und "Atommüllzeitung" im Herbst 1984, über die erste Blockade eines Castor-Transportes 1984, über die BuKo in Bremen vom 29./30.11.1980 und den Aufruf zu einer Demo im Februar 1981 gegen das geplante AKW-Brokdorf. Aufgerufen wird zur "Frühjahrskonferenz der Anti-AKW-Bewegung", die vom 18.-20.3. in Gießen stattfinden soll.
Q: Atom, Nr. 41 (Die Letzte), Göttingen, Frühjahr 1994.

Letzte Änderung: 27.02.2019