Kommunistischer Bund: „Unser Weg“

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen

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„Unser Weg“ geht auf eine der Vorläuferorganisationen des KB, den „Kommunistischen Arbeiterbund Hamburg“ (Gründung: im Mai 1970) um Knut Mellenthin, zurück, dessen „KAB-Arbeiterzeitung“ später zum theoretischen Organ des KB, „Unser Weg“, umgewandelt wurde. Um den Weg des Organs zu skizzieren, soll kurz auf die Entwicklung des KB eingegangen werden.

Der Kommunistische Bund (KB) „wurde im November 1971 durch den Zusammenschluss der Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingszentren (SALZ) Hamburg, Bremerhaven und Frankfurt, der Kommunistischen Bünde / Marxisten-Leninisten (KB / ML) Flensburg und Eutin, des Kommunistischen Arbeiterbundes (KAB) Hamburg und der Kommunistischen Arbeitergruppe (KAG) Oldenburg gegründet, wobei eine enge Zusammenarbeit mit den SALZ's Cuxhaven und Stade und dem KB / ML Lübeck bekanntgegeben wurde. Organisatorisch dominierend war hierbei das SALZ Hamburg, welches aus dem DGB - Jour Fix des DGB für Lehrlinge zunächst als Sozialistisches Lehrlingszentrum (SLZ) Hamburg hervorgegangen war und eine ‚Kommunistische Arbeiterzeitung‘ herausgegeben hatte, die vom KB als ‚Arbeiterkampf‘ fortgeführt wurde. Als theoretisches Organ wurde die Zeitung des KAB Hamburg ‚KAB-AZ‘ (für ‚Kommunistischer Arbeiterbund-Arbeiterzeitung‘, als ‚Unser Weg‘ weitergeführt“ (vgl. Jürgen Schröder: „Ideologischer Kampf vs. regionale Hegemonie. Ein Beitrag zur Untersuchung der K-Gruppen“).

Der Zusammenschluss von SALZ und KAB im KB bedeutete praktisch: Konstituierung einer gemeinsamen Leitung und die Herausgabe einer Arbeiterzeitung, dem „Arbeiterkampf“ (die erste Ausgabe erscheint im Dezember 1971), als Nachfolger der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ des SALZ und die gemeinsame Herausgabe einer theoretischen Zeitung, „Unser Weg“, als Nachfolgerin der „KAB/AZ“ des KAB.

Die bisherigen Organisationsnamen werden mit Erscheinen der ersten Ausgabe der politischen Zeitung des KB ersetzt durch die Bezeichnung KB-Gruppe (Ortsname). Die Herausgabe einer Reihe von „Arbeiter Zeitungen“ der Gruppen wird zugunsten des „Arbeiterkampf“ eingestellt. Theoretische Beiträge erscheinen nun generell in „Unser Weg.“

Mit der Ausgabe 13 (Dezember 1971) ist die bisherige Hamburger „KAB-Arbeiterstimme“ in „Unser Weg“ umbenannt und avanciert damit zum TO des KB. Zugleich wird mit der Debatte um die „Kommunistische Programmatik“ begonnen. „Unser Weg“ bekommt bis zur Spaltung des KB und der Herausbildung verschiedener Gruppen im KB ab 1979 (LG, ZRK, AG Frauen, ZL und der Zentrumsfraktion) einen wichtigen Stellenwert in den Debatten.

Mit „Unser Weg“ begann auch die gemeinsame politischen Diskussion und die Herausbildung gemeinsamer politischer Standpunkte in wesentlichen Grundfragen, insbesondere in:

Mit den Grünen, Bunten, Spontis und Alternativen kamen eine Reihe weiterer Fragen in den Debatten hinzu, etwa:

Uns lagen folgende Ausgaben vor: die Nummern 13 bis 18, 20/21 bis 27, 31, Revisionismuskritik 3 (als KAB) und 5 (als KB), Sondernummer: „Aktionseinheit oder ‚Partei‘laden Politik“ „Extra 2“ und die Sondernummer: „Der Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein 1956/57. Die „Revisionismuskritik 3“ ist mindestens in zwei Auflagen erschienen. Daher haben wir das Cover der ersten Auflage sowie den darin enthaltenen Nachdruck aus NRF vom 16.12.1970 („Einheitsfront und Aktionseinheit. Zur Politik der DKP“) den Scans der 2., gekürzten Auflage angehängt.

Uns fehlen derzeit folgende Sonderausgaben (Wer sie hat oder dem MAO-Projekt zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte melden.):

Es werden hier Daten zu „UW“ aus unserer Datenbank vorgestellt - sowie neue, die sich aus der Datenerhebung der aufgeführten Ausgaben ergeben haben.

Wir danken dem Archiv Schwarzer Stern in Dortmund für die freundliche Unterstützung.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

April 1971:
Noch vom KAB Hamburg herausgegeben, erscheint möglicherweise im April oder früher „Revisionismuskritik 3“ mit drei Artikelüberschriften: „Zur Entwicklung der KPD seit 1933 / Probleme der Marxisten-Leninisten der BRD / Einheitsfront und Aktionseinheit. Nachdruck aus Neues Rotes Forum, Heidelberg, 16.12.70“. In einer 2., gekürzten Auflage erscheint der Nachdruck aus dem NRF nicht mehr.

In der Vorbemerkung zur zweiten Auflage heißt es: „Zur REVISIONISMUSKRITIK haben wir in diesem Heft drei Artikel nachgedruckt, nämlich:

1. PROBLEME DER MARXISTEN-LENINISTEN DER BRD - EINE DISKUSSIONSGRUNDLAGE. Das ist ein Papier der damals in der KPD arbeitenden revolutionären Gruppe SPARTAKUS (nicht identisch mit heute bestehenden Organisationen dieses Namens) zur Entwicklung der KPD und in der DDR seit 1945. Das Papier stammt vom September/Oktober 1967, und ist damit unseres Wissens die erste in der BRD erschienene grundlegende Kritik am modernen Revisionismus.

2. KAB-Revisionismuskritik (1). Kritik an einem Papier des AMS (jetzt MSB). Nachdruck der 2. Auflage.

Diesen Texten stellen wir zwei kurze Artikel voran, die sich mit einigen Fragen der Geschichte der KPD beschäftigen, nämlich: DIE ENTWICKLUNG DER KPD NACH 1933 - DIE ÜBERNAHME DER PARTEIFÜHRUNG DURCH DIE RECHTSOPPORTUNISTISCHE GRUPPE ULBRICHT-PIECK / DAS KPD-VERBOT UND SEINE FOLGEN.

Diese Artikel stellen nur eine sehr kurze Einführung in die Problematik dar. Eine umfangreiche Darstellung und Untersuchung der Geschichte der KPD wird voraussichtlich bis Ende des Jahres von SALZ und KAB gemeinsam erarbeitet werden.

Die angekündigte Dokumentation ‚DKP KONTRA KOMMUNISTEN‘ entfällt, da das SALZ auf der Basis von umfangreicherem Material als uns bisher zugänglich seit längerem eine entsprechende Darstellung vorbereitet: Abdruck und Kommentierung von Äußerungen der DKP-Führer gegen die Hamburger Kommunisten. Wir werden uns an dieser Arbeit des SALZ beteiligen. Auf das Erscheinen der Dokumentation wird hingewiesen werden.“
Quelle: KAB Hamburg: Revisionismuskritik (3), erste und zweite, gekürzte Aufl., Hamburg, o. J. (1971).

Dezember 1971:
Die Nr. 13 von „Unser Weg (ehem. KAB-Arbeiterzeitung) - Monatsschrift des Kommunistischen Bundes für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung“ erscheint erstmals im „Verlag Arbeiterkampf“ (Hamburg). Mit der Nr. 13 ist die bisherige Hamburger „KAB-Arbeiterzeitung“ in „Unser Weg“ (UW) umbenannt. Sie ist jetzt das theoretische Organ des KB.

Es erscheint der erste Teil des Artikels „Zur Kommunistischen Programmatik. Zum Stand der Klassenkämpfe in Westeuropa“. Darin wird eingangs u. a. festgehalten: „Die gegenwärtige Arbeiterbewegung ist spontane Arbeiterbewegung. Damit meinen wir, dass den Arbeitern das sozialistische Bewusstsein fehlt, d. h.‚ die Erkenntnis der unversöhnlichen Gegensätzlichkeit ihrer Interessen zu dem gesamten gegenwärtigen-politischen und sozialen System‘ (Lenin, Was tun?)

Die gegenwärtige Arbeiterbewegung bleibt als spontane Arbeiterbewegung den Bewegungsgesetzen der Konjunktur unterworfen: im wirtschaftlichen Aufschwung erreicht sie einen höheren Lohnzuwachs und soziale Verbesserungen, während sie im Abschwung der Konjunktur sogar eine Senkung des Reallohns hinnimmt.

… Die Arbeiterbewegung bleibt den Konjunkturbewegungen unterworfen, weil und solange sie spontane Arbeiterbewegung ist, solange die Arbeiterbewegung also zur Entwicklung einer politisch-ideologischen selbstständigen Klassenpolitik noch nicht in der Lage ist.

Zwar begünstigt das ökonomische Kräfteverhältnis in der Krise die Kapitalistenklasse. Aber noch wesentlicher ist, dass die Kapitalistenklasse die Arbeiter politisch-ideologisch unterwirft, indem sie der spontanen Arbeiterbewegung feste Vorstellungen über ihr Verhalten in den verschiedenen Situationen der Konjunktur aufzwingt.

An erster Stelle ist hier das Verhalten der Gewerkschaften zu nennen. Die Politik der Gewerkschaftsführungen ist bürgerlich bestimmt, d. h. den Interessen der Kapitalistenklasse unterworfen. Die gewerkschaftliche Tarifpolitik erkennt die ‚Spielregeln‘ der Konjunktur an, wie sie am konkretesten in den vom Staat festgelegten ‚Lohnleitlinien‘ zum Ausdruck kommen.

Die gewerkschaftliche Tarifpolitik - solange sie bürgerliche Politik bleibt - ist daher das wichtigste und wirksamste Instrument der Kapitalisten zur Unterordnung der spontanen Arbeiterbewegung unter die Bewegungen der Konjunktur. Weiterhin wird - besonders im wirtschaftlichen Abschwung - intensiv die bürgerliche Politik und Ideologie in die Arbeiterklasse hineingetragen im Sinne der Partnerschaftsideologie einerseits und der Einschüchterung der Arbeiterklasse andererseits …“

Weiter heißt es zur „spontanen Arbeiterbewegung“: „Die spontane Arbeiterbewegung befindet sich gegenwärtig im Rückgang und in der Defensive, nachdem sie 1969/70 für eine kurze Zeit in die Gegenoffensive gegen die ständigen Angriffe der Kapitalistenklasse zumindest auf ökonomischen Gebiet gegangen war. Die Zunahme von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit im kommenden Winter und wahrscheinlich 1972 anhaltend - wird eine weitere Schwächung der spontanen Arbeiterbewegung zur Folge haben, zumal das Klement der Bewusstheit in der Arbeiterklasse noch nicht genügend entwickelt ist, um dieser Schwächung wirksam gegensteuern zu können …

In dieser Situation setzt die Kapitalistenklasse das neue BVG durch und bereitet die ungeheuerliche Provokation einer Mobilmachungs-Übung (der ersten seit Bestehen der BRD!) vor. In dieser Situation beginnt die Kapitalistenklasse mit der Zerschlagung bewusster Arbeitergruppen in den Betrieben und bereitet propagandistisch das Verbot der kommunistischen Organisationen der Arbeiterklasse vor …
Es dient der Arbeiterklasse überhaupt nicht, dass zur Zeit zahlreiche Organisationen und Gruppen kräftig einen auf Optimismus machen. So verhält sich auf der einen Seite die revisionistische DKP, die die Arbeiter verzweifelt davon zu überzeugen versucht, dass in Verbotsdrohungen und Kriegsübungen das Wirken einer sogenannten ‚gemäßigteren und mehr realistischen Fraktion der Monopolbourgeoisie‘ zum Ausdruck kommt, wodurch sich angeblich ‚günstigere Bedingungen‘ für den Frieden der Welt im allgemeinen und für eine ‚demokratische Erneuerung‘ in der BRD im Besonderen ergeben. Alles, alles, alles - das Blaue vom Himmel herunter, verspricht die DKP den Arbeitern, sobald nur die Verträge von Moskau und Warschau ratifiziert, d. h. vom Bundestag angenommen sind: Vollbeschäftigung, soziale Sicherheit, Demokratie und sogar -die Krebsbekämpfung! (so der Hamburger DKP-Vorsitzende Jan Wienecke auf einer Veranstaltung in der Hamburger Uni).
Auf der andern Seite steht der bunte Blütenreigen verschiedener super-‚linker‘ Organisationen. Diese haben die durchaus richtige Feststellung Mao Tse-tungs ‚Die Haupttendenz in der Welt ist Revolution‘ anscheinend in den falschen Hals gekriegt und verstehen nicht, dass es vorübergehend auch gegenläufige Tendenzen geben kann.

Revisionismus und ‚Links‘ Sektierertum - so fern sie sich in anderen Fragen sein mögen - berühren sich, stimmen überein in ihrer abenteuerlich-schönfärberischen Darstellung der Situation. Dahinter steckt in beiden Fällen der kleinbürgerliche Subjektivismus …

Die Abgrenzung von schönfärberischen, abenteuerlichen Darstellungen ist natürlich selbst noch keine Analyse, die einer kommunistischen Strategie und Taktik zugrunde gelegt werden könnte. Es geht uns hier zunächst nur darum, die gegenwärtig vorherrschende Art ‚Analyse‘ und der ‚Strategie‘ - Bildung als untauglich zu kennzeichnen. Es gibt heute keine kommunistische Organisation, die mit einer fertigen Strategie und Taktik auftreten könnte, nachdem die Kontinuität der deutschen Arbeiterbewegung (und damit auch weitgehend der Theorie-Bildung) durch den Faschismus 1933-45 und durch die Illegalisierung der KPD 1956 unterbrochen wurde und der Stand der spontanen Arbeiterbewegung in der BRD immer noch relativ bescheiden ist.

Wir wollen hier nur einige grundsätzliche Überlegungen aufzeichnen, die nach unserer Meinung in eine kommunistische Strategie und Taktik eingehen müssten …“

Weitere Abschnitte bzw. Artikel der Ausgabe sind:
- Die Entwicklung seit 1945. Der falsche Zug fährt in die falsche Richtung
- Welche Lage ergab sich 1945 für den Klassenkampf in der BRD?
- Die Bourgeoisie in der Offensive
- Auf dem Marsch in die Krise
- Besteht die Gefahr eines neuen Faschismus?
- Kann der Faschismus eine Massenbasis gewinnen?
- Die Lehren des französischen Mai 1968
- Die Arbeiterbewegung in der Defensive
- Gegen Berufsverbot für Demokraten
- Zusammenbruch des Weltwährungssystems (mit den Unterkapiteln: Die Nixon-Maßnahmen vom 15. August; Gesteigerte Fäulnis des US-Imperialismus; Auswirkungen auf die BRD; Eintritt des Imperialismus in eine neue Phase; Die Lage der wichtigsten imperialistischen Länder; Können die Kapitalisten ein neues Weltwährungssystem aufbauen?; Die Frage eines 3. Imperialistischen Weltkrieges).
- Die EWG - ein reaktionäres Bündnis der Imperialisten.

Werbung wird in der Ausgabe für den „Arbeiterkampf“ und die kommende Nr. 14 von „Unser Weg“ gemacht.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr.13, Hamburg, Dezember 1971.

Januar 1972:
Die Nr. 14 von „Unser Weg (ehemals KAB-Arbeiterzeitung) - Monatsschrift des Kommunistischen Bundes für aktuelle Fragen der Arbeiterbewegung“ erscheint mit dem Leitartikel „Propaganda-Offensive der Kapitalisten“.

In der Ausgabe wird die Debatte um die „Kommunistische Programmatik“ fortgesetzt, wozu es einleitend heißt: „Unter dem Titel ‚Zur Kommunistischen Programmatik‘ veröffentlichen wir Diskussionsbeiträge zu Fragen kommunistischer Strategie und Taktik und des Parteiaufbaus. Es erscheint uns notwendig, dass vor allem die KB-Gruppen ihre Kritik und Beiträge mitteilen, um diese berücksichtigen zu können. In diesem Heft vergleichen wir zwei Modelle des Parteiaufbaus, nämlich das der ‚KPD/ML‘ (RM) und das der ‚KPD‘ (ehem. ‚KPD/AO‘) und erläutern etwas ausführlicher die KB-Gründung zu der inzwischen von den Bremer Genossen eine Kritik vorliegt (KAK, Nr. l0/71). An den Anfang stellen wir einen Beitrag zum Verhältnis Spontane Arbeiterbewegung- Bewusstheit.

Im nächsten Heft soll ein Beitrag zu Fragen des Parteiaufbaus, unter dem besonderen Blickwinkel aktueller Verbotsdrohungen gegen die Kommunisten, abgedruckt werden. Das Verhalten einzelner Organisationen und Gruppen (besonders DKP und ‚KPD/ML‘) zu den Illegalisierungs-Vorbereitungen soll untersucht werden.“

Der Artikel „Zur Frage Kommunistischer Programmatik“ (Teil 2) gliedert sich in:
- Zur Entstehung der Arbeiterpartei in Deutschland
- Arbeiterbewegung und Sozialismus
- Woher kommt das Klassenbewusstsein?
- Das sozialistische Bewusstsein.

Weitere Artikel sind:
- „KPD/ML“ und „KPD/AO“ - Zwei Modelle des „Parteiaufbaus“
- Zur neusten Spaltung der „KPD/ML“
- Was bedeutet die Gründung des Kommunistischen Bundes?
- Zur Kritik der Bremer Genossen an der KB-Gründung

Die Bremer schrieben: „Wir halten die KB Gründung für einen unüberlegten, voreiligen und in seiner politischen Bedeutung vor der westdeutschen kommunistischen Bewegung nicht dargestellten Schritt. Er ist damit objektiv sektiererisch und erzeugt die Gefahr, dass neue Fronten und Spaltungen entstehen.“

Werbung wird in der Ausgabe für den „Arbeiterkampf“, Ausgabe: Januar 1972 mit Artikeln u. a. zu den BR-Wahlen und zum Ausgang der Metalltarifrunde gemacht.

Soeben sei erschienen: „Der Osthandel des BRD-Imperialismus“, Teil 1.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 14, Hamburg, Januar 1972.

Januar 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint eine Sondernummer der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Zum Aufbau eines Sozialistischen Studentenbundes. Stellungnahme des Kommunistischen Bundes auf der Vollversammlung der Sympathisanten des KB an den Hamburger Hochschulen (9. 1. 1972)". Dabei geht es im Wesentlichen um die "Auseinandersetzungen um die Entwicklung einer sozialistischen Politik unter den Studenten seit dem offen gewordenen Zusammenbruch des KHB/ML".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Stellungnahme des KB auf der Vollversammlung der SdKB am 9.1.1972"
- "Gerüchtemacher am Werk"
- "Kampf gegen die Kapitalisten-Offensive"
- "Demokratischer Kampf an den Universitäten"
- "Gründung des SSB nicht länger hinauszögern"
- "Einige Bemerkungen zur VV"
- "Öffentliche Auseinandersetzung notwendig"

Gefordert wird eine "öffentlich geführte ideologische Auseinandersetzung". "Das wird ein wirkungsvolles Mittel sein, die Demagogie zu entlarven, die gewisse Leute unter dem Deckmantel, Sympathisanten des KB zu sein, betreiben … Wir werden auch in Zukunft den Aufbau eines sozialistischen Studentenbundes in Hamburg nach Kräften unterstützen. Wir sind weiterhin bemüht, einen kommunistischen Kern in einem solchen SSB herauszubilden …"
Quelle: KB: Unser Weg, Sondernummer, Hamburg, Januar 1972.

Februar 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint eine Ausgabe der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Zum Aufbau eines Sozialistischen Studentenbundes, Teil 2".

In der "Vorbemerkung" heißt es u. a.: "Zu den gegenwärtigen Auseinandersetzungen unter den 'Sympathisanten des KB an den Hamburger Hochschulen" veröffentlichte der KB in der KAB-AZ 11/12 seine Stellungnahme auf der Vollversammlung der 'SdKB' am 16. Oktober 71 und in einer Sonderausgabe von UNSER WEG sein einleitendes Referat auf der Vollversammlung am 9. Januar dieses Jahres. In dem nunmehr vorliegenden 2.Teil der Sonderbroschüre 'ZUM AUFBAU EINES SOZIALISTISCHEN STUDENTENBUNDES' setzen wir die öffentliche Auseinandersetzung um wichtige Fragen einer sozialistischen Massenpolitik unter den Studenten fort. Die Hauptlinie der gegenwärtigen Auseinandersetzungen innerhalb der 'SdKB' verläuft zwischen den Auffassungen des KB, wie sie vor allem in UNSER WEG und der vormaligen KAB-AZ sowie im ARBEITERKAMPF entwickelt wurden, und den Auffassungen der PI-Fraktion. Ein Mangel der bisherigen Auseinandersetzung ist es, dass uns die politischen Positionen der PI-Fraktion bislang im Wesentlichen nur durch innerorganisatorisch vorgelegte Papiere und in den Diskussionen auf den Vollversammlungen usw. zugänglich sind. In der 'Roten Presse' 1/72 kündigte die PI-Fraktion aber eine baldige öffentliche 'Stellungnahme zu den Differenzen mit dem KB Hamburg' an.

Wir können das nur begrüßen. Allerdings hat die PI-Fraktion die Auseinandersetzung mit dem KB bislang nicht auf solidarischer Ebene geführt, sondern sich zu einer Politik unhaltbarer Vorwürfe und frecher Demagogie verstiegen. Ihre politischen Positionen treten dahinter zurück. Darum besteht auch nicht die Alternative: politisch-ideologischer Kampf zur Klärung zentraler Fragen der Bewegung oder Kampf gegen die Demagogen innerhalb der 'SdKB' … Es kann nur darum gehen, die zentralen Fragen der Bewegung im Kampf gegen die Demagogen zu klären. Der vorliegende Diskussionsbeitrag wurde von Genossen des KB in Zusammenarbeit mit Genossen der 'SdKB erstellt".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorbemerkung"
- "Den antifaschistischen Kampf führen!"
- "Gefahr eines neuen Faschismus"
- "Kritik unserer Politik"
- "Mit der Arbeiterklasse"
- "Antiimperialistischer Kampf und proletarischer Internationalismus (Vorbemerkung)"
- "Die Auseinandersetzung mit der Internationalismuskommission der SDKB"
- "Zu den Arbeitspapieren"
- "Materialien"
- "Aufgaben der Anti-Imperialismus-Kommission (F)"
- "Arbeitspapier für die studentische Antiimperialismuskommission (KB)"
- "Und wo bleibt der Internationalismus?"
- "Gegen die nur-studentische Politik"
- "Lenin contra ständische Interessensvertretung der Studenten"
- "Nachtrabpolitik und Ökonomismus"
- "Martynows Erbe"
- "Alter Wein in neuen Schläuchen"
- "Das bewußte Element stärken"
- "Ein Gespenst geht um: Das antikapitalistische Studium"
- "KSB Göttingen"
- "Antagonismus zwischen bürgerlicher Intelligenz und Kapital?"
- "Schluss mit dem Akademikersozialismus"
- "Lenin über die bürgerliche Intelligenz beim Aufbau des Sozialismus"
- "Kritik eines Genossen"
- "Wie es in einer sozialistischen Organisation nicht aussehen darf"
- "Chaos oder Methode?"
- "Politik mit dem Rücken an der Wand"
- "Cheftheoretiker und Karrieristen"

Geworben wird für den Buchladen "Arbeiterbuch" in Hamburg und die zweite Auflage der Broschüre "Eins teilt sich in zwei".
Q: KB: Unser Weg, Sonderbroschüre, Hamburg. Februar 1972.

April 1972:
Die Nr. 15 von „Unser Weg“ erscheint vermutlich im März oder April 1972 mit dem Leitartikel „Metalltarifrunde 71“, der sich an einer Einschätzung der Tarifauseinandersetzungen versucht.

Weitere Artikel sind:
- Rattenfänger
- 1. Mai - Arbeit geht vor Kapital (von ANR - Basisgruppe Bergedorf)
- Aktion: Neue Rechte - Grundsatzerklärung
- Zur Diskussion im Kommunistischen Bund.

Werbung wird in der Ausgabe gemacht für:
- Arbeiterkampf (Ausgabe: März 1972)
- Als die Nacht verging (Iwan Popow)
- Von Pinelli zu Feltrinelli.
Verantwortlich für „Unser Weg“ ist ab dieser Ausgabe Kai Ehlers.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 15, Hamburg, o. J. (1972).

April 1972:
Wohl zwischen April und Mai erscheint eine „Sondernummer“ von „Unser Weg“ des KB zum „Metallarbeiterstreik in Schleswig Holstein 1956/57“, der am 24.10.1956 begann und am 15. Februar 1957 endete.

Der Artikel gliedert sich in:
- Bourgeoisie in der Offensive
- Die Taktik der Kapitalisten: Einkreisen – Aushungern - Zuschlagen
- Die Lage der Metallarbeiter
- Der Ablauf des Streiks
- Arbeiterklasse und Taktik der IGM-Führung
- Vorbereitung des Streiks
- Solidarität
- Falsche Freunde
- Organisierung des Streiks
- Ideologische Desorientierung der Arbeiterklasse
- Die Niederlage und die Folgen
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg (Sondernummer): Der Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein 1956/57, Hamburg, o. J. (1972).

29.05.1972:
In Hamburg führt der KB heute eine Veranstaltung unter dem Motto: „Wem nützen die Bomben bei Springer?“ durch, die, laut KB, von 800 bis 1 000 Leuten besucht wird. Dazu erscheint auch eine Ausgabe von „Unser Weg“ unter dem gleichen Titel.
Q: KB/Gruppe Hamburg: Wem nützen die Bomben bei Springer?, Hamburg, 25.5.1972; KB: Unser Weg: Wem nützen die Bomben bei Springer, Hamburg, Mai 1972; KB: Arbeiterkampf, Nr.20, Hamburg, Juli 1972, S. 4.

01.06.1972:
Eine „Sonderbroschüre“ von „Unser Weg“ erscheint unter dem Titel: „Wem nützen die Bomben bei Springer?“.

Eingangs wird erklärt: „Anlässlich der Bombenattentate der letzten Wochen in der Bundesrepublik und insbesondere anlässlich der Bomben vom 19. Mai im Hamburger Verlagshaus des Springer-Konzerns führte der KB/Gruppe Hamburg am 29. Mai 1972 eine Informationsveranstaltung durch. Sie stand unter dem Thema: ‚Wem nützen die Bomben bei Springer?‘. Etwa 800 - 1000 Arbeiter, Studenten und Schüler nahmen an dieser Veranstaltung teil. Es wurden fünf Referate zu folgenden Themen vorgetragen: 1. Die Bomben vom 19. Mai; Widersprüche über den Ablauf des Geschehens und die Reaktion von Kapitalisten und Staat. 2. Zur Provokationsstrategie der Bourgeoisie in Westdeutschland; Spitzel- und Provokateurstätigkeit von Verfassungsschutz, Faschisten usw. 3. Kritik an der ‚Roten Armee Fraktion‘ (RAF). 4. Die Provokationsstrategie der italienischen Bourgeoisie (das Mailänder Blutbad usw.); als Beispiel, womit wir in der Bundesrepublik bei entfalteterem Klassenkampf zu rechnen haben. 5. Zur kommenden Entwicklung in Westdeutschland und zu den dringendsten Aufgaben unserer Bewegung in der nächsten Zeit.
Die vorliegende Sonderbroschüre, in der sämtliche Referate nachgedruckt sind, soll die Möglichkeit zu einer gründlicheren Auseinandersetzung mit den darin gelieferten Informationen und den sich darauf aufbauenden Urteilen geben. Im zweiten Referat sind wenige Stellen von uns noch einmal überarbeitet und klarer formuliert worden.

Wir weisen außerdem darauf hin, dass in der nächsten Zeit weitere Broschüren zur Provokationsstrategie der italienischen und der westdeutschen Bourgeoisie erscheinen werden. Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine eingehendere und ausführlichere Darstellung der Dinge, die wir auf unserer Veranstaltung am 29. Mai im zweiten und im vierten Referat nur relativ kurz behandeln konnten. Diese Referate können die angekündigten Broschüren nicht ersetzen. Wir hoffen aber, dass sie bereits den Blick schärfen helfen für das, was in diesen Broschüren noch ausführlicher dargestellt wird, dass sie bereits dazu beitragen, die Diskussion über das Vorgehen der Bourgeoisie zur Zerschlagung der linken Bewegung anhand konkreter Fakten und Einschätzungen auf ein höheres Niveau zu heben. Für die Klarheit über unsere bevorstehenden Aufgaben ist dies dringend nötig. Am Schluss der Referate haben wir zwei Flugblätter nachgedruckt, die von uns anlässlich der Bombenattentate und Bombendrohungen der letzten Wochen in Hamburg verteilt wurden.“

Inhalt der Ausgabe ist:
- Die Bomben vom 19. Mai
- Die Bourgeoisie plant Provokationen
- Wem nützen die Bomben bei Springer?
- Plant der Staat ein Blutbad?
- Kritik an der RAF
- Das Mailänder Blutbad
- Was tun?

Werbung wird in der Ausgabe für UW 13-15 gemacht.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Wem nützen die Bomben bei Springer? (Sonderbroschüre), Hamburg, 1. Juni 1972 (In unserem Exemplar fehlen die Seiten 13-24.)

Juni 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint eine Ausgabe der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Von Pinelli zu Feltrinelli. Politischer Mord in Italien".

In der "Schlussbemerkung" heißt es dazu: "Die Bemühungen der italienischen Bourgeoisie, die Bomben des 12. Dezember gegen die revolutionäre Linke und die Arbeiterbewegung insgesamt zu wenden, haben mit der Verhaftung mehrerer Faschisten als Täter einen Rückschlag erlitten … Nach dem Tode Feltrinellis eröffnete die Polizei eine Jagd auf sogenannte 'Stadtguerilla-Gruppen', zu denen auch Feltrinelli gehört haben sollte … Zum 'Fall Feltrinelli' wird eine ausführlichere Dokumentation noch folgen. Hier sei nur noch auf einen Aspekt hingewiesen. Die Bourgeoisie behauptet, dass Feltrinelli Verbindungen zu italienischen 'Stadtguerilla'-Gruppen wie auch besonders zu den 'deutschen Tupamaros', d. h. zur RAF (Baader-Meinhof-Gruppe) gehabt haben soll …"

Es würde darum gehen, "die Grenze zwischen revolutionärer Aktion und eine dem Großkapital dienende Provokation zu erkennen. … Der kleinbürgerliche Einfluss in der kommunistischen Bewegung, der sich u. a. ausdrückt in Abenteuertum, Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit gegenüber dem Großkapital und seinen Agenten … muss zurückgedrängt werden- und wird zweifellos zurückgedrängt werden in dem Maße, wie die Arbeiterklasse zum selbständigen politischen Handeln und zur Schaffung ihrer Kommunistischen Partei kommt".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Die Bomben"
- "Pista rossa: Die Anarchistenjagd"
- "Wer ist Mario Merlino?"
- "Der Kronzeuge"
- "Das Zentrum von Mailand"
- "Wer ist Valpreda?"
- "Der Tod Pinellis"
- "Der unterbrochene Prozess"
- "Warum der Prozess in Rom stattfinden solle"
- "Juristisches Hickhack"
- "Pista nera: Die wahren Schuldigen"
- "Ventura und Freda"
- "Pino Rauti"
- "Weitere Hinweise nach dem 12. Dezember
- "Kurze Zwischenbilanz"
- "Die Rechten"
- "Die Provokation"
- "Wer sind die Mörder?"
- "Rauti, Ventura, Freda-Die Verschwörung"
- "Piazza Fontana-Das Blutbad"
- "Valpredas Doppelgänger"
- "Giovanni Ventura"
- "Paolo Pecorielo"
- "Bruno Giorgi"
- "Mario Merlino"
- "Delle Chiaie"
- "Strage di Stato: Die Bomben der Bourgeoisie"
- "Fachsimpelei der Verschwörer"
- "Schlussbemerkung"
- "Anhang"
- "Zur Programmatik von Lotta di Popolo"
- "Faschistische Solidarität"
- "Bericht über die Ermittlungen gegen den Faschisten Angelini"
- "Gegen das Italien Valpredas"
- "In was für einer Welt leben wir?"
- "Die Bomben des Kapitals"

Geworben wird für die Broschüre: "Wem nützen die Bomben bei Springer".
Q: KB: Unser Weg: Von Pinelli zu Feltrinelli. Politischer Mord in Italien, Hamburg, Juni 1972.

Juni 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint vermutlich noch im Juni eine Sondernummer der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Polizei-Aktion gegen den KB". Sie beschäftigt sich mit der "Polizeiaktionen gegen den KB am 7.6.1972" und dem "Vorgehen von Berichterstattern des ZDF am 10.6.72 vorm Buchladen Arbeiterbuch".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Erklärung des Kommunistischen Bundes zur Polizeiaktion gegen den KB am 7.6.1972" und: "Zum Vorgehen von Berichterstattern des ZDF am 10.6.72 vorm Buchladen Arbeiterbuch"
- "ZDF versucht Provokation gegen linke Buchläden"
- "Schrittweise Faschisierung"
- "KB Presseerklärung des Kommunistischen Bundes zu den Ereignissen am 7.6.1972 in Hamburg"

Geworben wird für die Ausgaben 13-15 von "Unser Weg" mit den Titeln: "Zur kommunistischen Programmatik, Teil I" (13), "Zur kommunistischen Programmatik, Teil 2 (14), "Erfahrungen der Metalltarifrunde" (15). Zudem für die Broschüre: "Wem nützen die Bomben bei Springer" und den Roman von Iwan Popow: "Als die Nacht verging".
Q: KB: Unser Weg, Sondernummer, Hamburg (Juni 1972).

August 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint eine Ausgabe der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Der 'Osthandel'. Politische Waffe des BRD-Imperialismus". Es ist die Nr. 4 (Teil 1) aus der Reihe: "Revisionismuskritik".

Im "Vorwort" heißt es u. a.: "In nächster Zeit werden die Verträge von Moskau und Warschau ratifiziert werden: Damit gewinnt die 'Ostpolitik' der Imperialisten besondere aktuelle Bedeutung. Es ist und bleibt Ziel der Imperialisten, in Europa die Lage zu ihren Gunsten zu verändern und dazu gehört, dass sich der westdeutsche Imperialismus die DDR einverleiben möchte, seine Expansion auch nach zwei verlorenen Weltkriegen in Osteuropa vorantreiben möchte. Zur Zeit des 'Kalten Krieges' hofften die Imperialisten auf einen baldigen Zusammenbruch des sozialistischen Lagers, den sie mit Drohung, Blockade und Gewalt zu fördern suchten.

Heute, nachdem diese Politik gescheitert ist, können die Imperialisten nicht ohne ein 'Vereinigtes Europa' ihre aggressive Strategie in die Tat umsetzen. Daran hat sich auch mit der 'Neuen Ostpolitik' der SPD/FDP-Regierung nichts geändert, die die alten Ziele unter dem Deckmantel des 'Friedens' und der 'Völkerverständigung' vorantreiben will.

Im Zuge dieser Änderung der Taktik der Imperialisten wurde die politische Waffe des 'Osthandels' in viel stärkerem Maße eingesetzt. Seit Mitte der 60er Jahre versuchen die Kapitalisten mit Handelsverflechtung, Kooperation, Kapitalexport etc. das ihre dazuzutun, um die Länder des RGW mehr und mehr dem Kapitalismus in die Arme zu treiben. Diese Fragen sind Gegenstand der vorliegenden Broschüre zur Revisionismuskritik. Revisionismuskritik deshalb, weil sich diese Taktik der Imperialisten wesentlich auf das Entgegenkommen und Zusammenarbeit der Revisionisten stützen kann …"

Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorbemerkung zur Strategie und Ideologie des BRD-Imperialismus"
- "Vereinigtes Europa"
- "Neue Ostpolitik"
- "Der 'Osthandel'-Politische Waffe des BRD-Imperialismus"
- "Die Politik des kalten Krieges"
- "Die Erhard-Schröder-Regierung"
- "Die 'Neue Ostpolitik'"
- "Friedlicher Wettbewerb und Warenaustausch zu gegenseitigem Vorteil"
- "Förderung der revisionistischen Entwicklung im RGW
- "Primat der Politik"
- "I. Der Handel der BRD mit den Ländern des RGW"
- "II. Der Handel zwischen der Sowjetunion und der BRD"
- "III. Polen"
- "IV. und V. Ungarn und Bulgarien"
- "VI. CSSR"
- "VII. Rumänien"
- "VIII. Der Handel zwischen BRD und DDR"
- "Die Warenstruktur des Osthandels der BRD"
- "Maschinen gegen Rohstoffe"
- "Kooperation oder Kapitalexport"
- "Konkrete Formen … des Kapitalexports"
- "Was sind die nächsten Schritte?"
- "Angriffe gegen Wirtschaftsplan und Außenhandelsmonopol"
- "Wem dienen die ökonomischen Reformen"
- "Zusammenfassung"

Geworben wird für den "Arbeiterkampf", weiter u. a. für Ernst Thälmann: "Über Gewerkschaften. Beiträge auf dem 10. Plenum des EKKI", Hermann Remmele: "Schritt halten! Warum muss der Kampf gegen zwei Fronten gerichtet werden?" und die Broschüre "Ein teilt sich in zwei".
Q: KB: Unser Weg, Revisionismuskritik 4, Teil 1, Hamburg (August 1972).

Juli 1972:
Die Doppelnummer Nr. 16/17 von „Unser Weg“ dürfte im Juli erschienen sein. Mit dieser Ausgabe ändert sich der Titel in: „Unser Weg - Zeitschrift des KB zu Fragen der Arbeiterbewegung.“

Leitartikel der Ausgabe ist: „Zur Auseinandersetzung mit den München“. Einleitend heißt es dazu: „Wir drucken im Folgenden eine Stellungnahme des Zentralen Komitees der Arbeiterbasisgruppen München nach und kommentieren sie anschließend. Ziel der Stellungnahme ist es, den ehemaligen KAB Hamburg - eine Gruppe, die jetzt im Kommunistischen Bund ist - als ‚trotzkistisch‘ abzuqualifizieren. So soll ein Keil in den Kommunistischen Bund getrieben werden oder aber, sollte sich das als unmöglich erweisen, der Kommunistische Bund in seiner Gesamtheit als ‚trotzkistisch unterwandert‘ diffamiert werden.

Wir sehen in der Stellungnahme des ZK der ABG deutlich die Handschrift des Tübinger ‚KAB/ML‘ (jetzt: ‚KAB Deutschland‘) mit dem einige Genossen des KAB Hamburg bis zum Frühjahr l970 zusammenarbeiteten und zu denen heute die ABG-Führer engen Kontakt halten. Den Methoden der Tübinger ‚KAB/ ML‘-Führer entspricht es, das Mittel der persönlichen Verleumdung ausgiebig einzusetzen und vor allem mit dem Vorwurf des Trotzkismus wild herumzuwerfen. Offenbar handelt es sich aus der Sicht der ABG-Führer dabei um eine Flucht nach vorn. Haben doch wenigstens zwei von ihnen (darunter die Unterzeichnende der Stellungnahme, Genossin S.) noch im Herbst 1968 als Mitarbeiter des trotzkistischen Zentralorgans ‚Was tun?‘ gewirkt. Und sie haben einige Mühe, dies ihren neuen Freunden vom Tübinger ‚KAB/ML‘ einigermaßen plausibel zu machen.

Ungeachtet seines polemischen Charakters gibt das Münchner Papier Gelegenheit, einige Grundfragen der kommunistischen Bewegung und die Differenzen in diesen Fragen aufzuzeigen. Unser Kommentar beschränkt sich im Wesentlichen darauf, diese Differenzen zu zeigen und die Fronten zu klären. Dabei grenzen wir uns auch gegen andere Gruppierungen ab - insbesondere das Bremen-Heidelberger Zirkelblock-Unternehmen - zu denen ähnliche Differenzen bestehen.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Stellungnahme des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen zur Gründung eines Kommunistischen Bundes durch das SALZ und den KAB Hamburg
- Stellungnahme der Redaktion und der Leitung des KB
- Resolution der 2. Hamburger Konferenz
- Was müssen wir aus der Geschichte der Arbeiterbewegung lernen?
- Die Ostverträge und die Kommunisten
- Zwei traurige Briefe
- Neues Rotes Forum 2/1972
- Die Bonner Parteien und die Arbeiterklasse.

Werbung wird in der Ausgabe gemacht für „Unser Weg“ und: Iwan Popow: „Als die Nacht verging.“ (Tel 1 und Teil 2). Zu bestellen bei: „Arbeiterbuch“ (Politische Buchhandlung), Hamburg.

Erklärt wird noch, dass die Seitenfolge in dieser Ausgabe falsch sei: „Der Artikel ‚Stellungnahme der Leitung des KB‘ ist in nachstehender Seitenfolge zu lesen: Seite 16-17-19-20-22-18-21-23-fortlaufend.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 16/17, Hamburg, o. J. (1972).

Oktober 1972:
Vom Kommunistischen Bund (KB) erscheint, vermutlich im Herbst oder Winter, eine Ausgabe der Zeitschrift "Unser Weg" mit dem Titel: "Die Emanzipation der Frau in Palästina". Hierbei handelt es sich um den "Nachdruck einer Broschüre der PFLP".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorbemerkung"
- "Der Widerstand und die Rolle der Frau"
- "Die Frauen in den Kampf einbeziehen!"
- "Die PFLP zum Thema Frauenbefreiung"
- "Interview mit einer Kämpferin der PFLP"
- "Die PFLP und die Emanzipation der Frau"
- "Die Kämpferinnen"

Geworben wird für den "Arbeiterkampf" und für die Broschüre: "Der 'Osthandel' des BRD-Imperialismus".
Q: KB: Unser Weg, Hamburg, (Herbst oder Winter 1972).

02.11.1972:
Im November erscheint (laut „Unser Weg“ 18) eine „Sondernummer“ von: „Unser Weg“ mit dem Thema: „Chile – ‚Friedlicher Übergang‘ zum Sozialismus?“ Es ist die Nummer 5 aus der Reihe „Revisionismuskritik“.

In der Vorbemerkung heißt es: „Am 31. Oktober ist die chilenische Regierung unter Präsident Allende das zweite Mal innerhalb weniger Monate geschlossen zurückgetreten. Allende will eine neue Regierung der Unidad Popular bilden. Nach den ersten Presse- und Rundfunkmeldungen sollen dabei auch hohe Offiziere der chilenischen Armee in die Regierung aufgenommen werden, um - wie es heißt - ‚die Ruhe im Land wiederherzustellen‘. Es scheint, dass dieser Schritt von Allende selbst, von der bürgerlichen Radikalen Partei und von der revisionistischen KP Chiles befürwortet wird. Die sozialistische Partei ist offenbar gegen eine Militär-Beteiligung an der Regierung.

Die chilenische Reaktion hat in den letzten Wochen ihre Offensive gegen die Unidad Popular ungeheuer verstärkt Die Fuhrunternehmer legten einen beträchtlichen Teil des Transportnetzes lahm und sabotierten damit die Lebensmittelversorgung der Städte. Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Architekten, Lehrer, Lotsen, Piloten und Bankangestellte verweigerten ihre Berufsausübung. Damen der Bourgeoisie und des Kleinbürgertums gingen auf die Straße und trommelten mit Löffeln auf ihre ‚leeren Kochtöpfe‘, die sie sonst nur von ihren Dienstmädchen anfassen lassen. Begleitet wurden diese bourgeoisen ‚Umzüge gegen die Lebensmittelknappheit‘ von rechtsradikalen Schlägertrupps. Innerhalb von zwei Wochen führten rechtsradikale Horden 59 Terroranschläge durch, darunter der Versuch, die Eisenbahnlinie zwischen Santiago und der Hafenstadt Valparaiso in die Luft zu sprengen.

Hinter diesen Unruhen steht das alte Konzept der Kapitalisten, durch infame Lügen, Demagogie und arbeiterfeindliche Hetze Teile der Bevölkerung gegeneinander aufzustacheln, das Konzept des Bürgerkrieges. Ihre Truppen stellt die Bourgeoisie dabei vor allem aus Angehörigen der Mittelschichten zusammen, die von den herrschenden Klassen zu diesem Zweck mit korrumpierenden Privilegien und Kommandofunktionen gegenüber der Arbeiterklasse ausgestattet werden, deren zwiespältige gesellschaftliche Lage demzufolge ein entsprechendes ‚Standesbewusstsein‘ in ihnen erzeugt, dass den Nährboden zur Aufnahme faschistischer Ideologie abgibt Die Situation ist anders, aber das gleiche Konzept lag der Nazi-Bewegung in der Weimarer Republik zugrunde und das gleiche Konzept wird heute in der Bundesrepublik von den Kapitalisten und ihren Sprachrohren bei der Hetze gegen ‚linke Terroristen‘ und gegen Ausländer angewandt.

Im März nächsten Jahres finden Parlamentswahlen in Chile statt Bis dahin werden die herrschenden Klassen die reaktionären Unruhen und die Hetze gegen die Unidad Popular mit Sicherheit noch sehr viel weiter schüren. Es scheint, dass die herrschenden Klassen auf einen Wahlsieg der Rechtsparteien hoffen, womit sie dem beabsichtigten Sturz der Volksfront-Regierung eine ‚demokratische Legitimation‘ anheften könnten. Angesichts dieser Entwicklung ist die Auseinandersetzung mit der Konzeption der Unidad Popular vom ‚friedlichen Übergang zum Sozialismus‘ immer dringender. Chile gilt als Musterbeispiel für eine Entwicklung, die von den revisionistischen Parteien in allen kapitalistischen Ländern angestrebt wird. Es geht bei der Auseinandersetzung über den ‚chilenischen Weg‘ also auch um das Problem der Arbeiterbewegung bei uns: Auf welchem Weg ist die endgültige Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung möglich? Dabei ist natürlich zu beachten, dass die konkreten Bedingungen in den verschiedenen Ländern gegenwärtig unterschiedliche Aufgaben stellen und man nicht in Dogmatismus verfallen darf, schematisch Kampfbedingungen und konkrete Schritte aus einem Land in ein anderes zu übertragen. Unabhängig von den Besonderheiten der Entwicklung in Chile stellen sich dort aber eine Reihe grundsätzlicher Fragen, die schon häufiger in der internationalen Arbeiterbewegung aufgeworfen wurden und allgemeine Bedeutung haben.

Die vorliegende Broschüre setzt sich mit der von der Unidad Popular vertretenen Konzeption des ‚friedlichen Übergangs zum Sozialismus‘ auseinander. Der Text wurde bereits vor einigen Wochen erstellt, sodass er die letzten Ereignisse, die zum erneuten Regierungsrücktritt führten, nicht mit einbezieht Insgesamt sind die Informationen, die über die tatsächliche Entwicklung in Chile zu uns gelangen, sehr begrenzt Wir mussten uns größtenteils auf eine Analyse der Berichte in der bürgerlichen Presse und der von den Revisionisten herausgegebenen Schriften stutzen, die selbst nicht allzu viel konkrete und belegte Tatsachen enthalten.“

Der Artikel zu Chile gliedert sich in die Punkte:
- Das Konzept der „Volksregierung“
- Zusammenstoß in Concepcion
- Verstaatlichung und Sozialismus
- Der „legale Weg“
- „Freiheit der Presse“
- Erhaltung der bürgerlichen Bürokratie
- Illusionen über das chilenische Militär
- Die Unidad Popular und die „Linksradikalen“
- Aus der Geschichte lernen!
- Absage an alle Abenteuer

Geworben wird für den „Arbeiterkampf.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg. Chile: ‚Friedlicher Übergang‘ zum Sozialismus? (Revisionismuskritik 5), Hamburg, 2. November 1972; KB: Unser Weg 18, Hamburg, o. J. (1973), S. 9.

Februar 1973:
Vermutlich im Februar, spätestens jedoch Anfang März, erscheint die Nr. 18 von „Unser Weg“, etwa gleichzeitig mit dem „Arbeiterkampf“ 25 (Januar/Februar). Die Ausgabe beschäftigt sich primär mit einer „NRF-Sondernummer“ zum „Kampf zweier Linien in China“, ohne jedoch zu benennen, um welche Ausgabe es sich handelt und wann sie erschien. Erst in der Ausgabe 22 wird bekanntgemacht, dass es sich dabei um eine „Sondernummer“ des „NRF“ vom August 1972 handelte.

Einleitend wird festgehalten: „Es muss als gesichert gelten, dass der 1969 vom XI. Parteitag der KP Chinas gewählte Stellvertretende Parteivorsitzende Lin Biao seit mehr als einem Jahr von der politischen Bühne der Volksrepublik verschwunden ist. Seither scheinen sich die zunächst von imperialistischen Geheimdiensten gesteuerten Gerüchte bestätigt zu haben, wonach es sich bei diesem Vorgang um eine Ablösung von der politischen Macht handelt, der Auseinandersetzungen in der KP Chinas zugrunde lagen.

Als erste westdeutsche Gruppierung hat das Heidelberger ‚Neue Rote Forum‘ sein Urteil über die offenbare Ablösung Lin Biaos und damit zusammenhängende Fragen abgegeben. Das NRF begründet das damit, dass ‚viele Arbeiter und fortschrittliche Menschen‘ wissen wollen, was denn da nun eigentlich in China los ist. Das Verhalten des NRF - als theoretisches Organ des Zirkelblock-Unternehmens Bremen/Heidelberg zeigt erneut die schon mehrfach demonstrierte Sucht dieser politisierenden Kleinbürger, zu allen Angelegenheiten um jeden Preis eine Stellungnahme abzugeben. Wir haben diese Haltung bereits an den Führern des KB Bremen kritisiert, die an ihrem Schreibtisch ganz genau zu wissen meinen, welche konkreten Kampfhandlungen der palästinensischen Revolution nutzen oder schaden (vgl. ‚Arbeiterkampf‘ 22 und 23). Zwar stimmen wir zu, dass eine korrekte Einschätzung der Vorgänge in der VR China auch für die kommunistische Bewegung unseres Landes wichtig ist. Die Grundlage für eine solche Einschätzung können aber nur die chinesischen Genossen selbst schaffen. Eine Einschätzung, die nicht auf authentischen Quellen der chinesischen Genossen aufbauen kann, muss mit Notwendigkeit in das Gestrüpp ‚links‘bürgerlicher Interpretierkünste führen.“

Abschnitte und Artikel der Ausgabe sind:
- Anmerkungen zur NRF Sondernummer
- Das Schweigen der chinesischen Genossen und …
- … die trüben Quellen des NRF
- Die Gruppe ‚16. Mai‘ und das Komplott
- Lin Biao und das Komplott
- Gegen die unmarxistische Methodik des NRT
- Anhang: Rede des Genossen Lin Biao (aus PR 39/1966)
- Rede des Genossen Tschou En-lai (15. September 1966).

Weitere Artikel sind:
- Die Leitungstätigkeit und den Arbeitsstil verbessern. Diskussionsbeitrag eines Genossen der Zentralen Regionalkommission des KB
- Ein Rechenschaftsbericht der Leitung (vom 30. November 1972)
- Zentrale Demonstration in Bonn
- Stellungnahme der PL der KB-Gruppe Flensburg: Zur Einschätzung der Vietnam-Initiative der KG/NRF Heidelberg
- Stellungnahme der Leitung des KB.

Werbung wird in der Ausgabe gemacht für den „Arbeiterkampf“, Nr. 25 (Januar/Februar) und Iwan Popow: „Als die Nacht verging.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 18, Hamburg, o. J. (1973).

April 1973:
Laut „Unser Weg“, Nr. 22 erscheint im April 1973 die Nr. 19 von „Unser Weg“ mit dem übergreifenden Thema: „Zur Faschismusdiskussion“. Hier werden die Auseinandersetzungen mit den Positionen des NRF, KBB und SSG-Hamburg geführt.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 22, Hamburg, o. J. (1974), S. 2. u. 38.

16.09.1973:
Es erscheint in "2. erweiterter Auflage" eine Ausgabe des KB-Organs "Unser Weg" mit dem Titel: Chile. Vom ''friedlichen Übergang' zum Bürgerkrieg (Revisionismuskritik Nr. 5)", die an die Ausgabe vom 2.11.1972 mit dem Titel: "Chile, Friedlicher Übergang' zum Sozialismus? (Revisionismuskritik Nr.5)" anknüpft.

Im Vorwort wird u. a. ausgeführt: "Am 11. September stürzten die chilenischen Streitkräfte die Regierung der Unidad Popular und liquidierten damit den dreijährigen Versuch eines "friedlichen Übergangs" zum Sozialismus. Die Militärjunta errichtete sofort eine Diktatur des grausamen faschistischen Terrors: Tausende von Menschen wurden ermordet, eingekerkert und auf Kriegsschiffe und KZ-Inseln deportiert; darunter vor allem Vertreter der Unidad Popular, revolutionärer Organisationen außerhalb dieses ehemaligen Regierungsbündnisses und Genossen der Arbeiter-, Bauern- und Studentenräte, die sich gegen den Militärputsch zur Wehr setzten. Bereits fünf Tage nach dem Staatsstreich sprechen einige Quellen von 10 000 Toten. Das wirkliche Ausmaß des faschistischen Terrors des Militärs ist gegenwärtig kaum festzustellen, zumal das neue Regime eine völlige Nachrichtensperre über das Land verhängt hat.

Dieser Militärputsch war lange Zeit unter dem Namen 'Djakarta-Plan' vorbereitet worden. Dass die Militärs gerade diese Bezeichnung wählten, lässt darauf schließen, dass sie von vornherein mit einem heftigen Widerstand des Volkes rechneten und den nun praktizierten Massenmord von Anfang an beabsichtigten: Djakarta ist die Hauptstadt Indonesiens, wo das Militär 1965 die Macht übernahm und in der Folgezeit Hunderttausende von Menschen abschlachtete. Schätzungen sprechen von 500 000 Opfern des faschistischen Terrors unter der Bevölkerung, die mit über 120 Millionen Menschen fast zwölfmal so stark ist wie die chilenische.

Regisseur und Profiteur des Militärputsches in Chile ist die chilenische Bourgeoisie, die Kapitalisten und alten Großgrundbesitzer, sowie der weltweite Imperialismus und Militarismus. Es gibt eine Reihe von Anhaltspunkten, die auch auf eine direkte Beteiligung des USA-Imperialismus an der Errichtung der Militärdiktatur hinweisen, wie 1967 in Griechenland, 1970 in Kambodscha, 1971 in Bolivien - um nur einige andere gleichartige Beispiele zu nennen. In Chile selbst haben der US-Konzern ITT und das US-Außenministerium schon 1970 Pläne zur Verhinderung eines Regierungsantritts der Unidad Popular verfolgt.
Die internationalen Erfahrungen der Arbeiterbewegung und die Erfahrungen der dreijährigen Regierung der Unidad Popular in Chile selbst haben von vornherein die Unausweichlichkeit einer gewaltsamen Offensive der Konterrevolution, und damit die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfes gegen die Herrschaft der Bourgeoisie bezeugt. Die Unidad Popular hat dies hingegen immer bestritten und an ihrem illusorischen Konzept eines 'friedlichen Übergangs' festgehalten, was in der Praxis zu immer offenerer Kapitulation vor der Konterrevolution führte. Die reformistische Politik der Unidad Popular trägt die Schuld daran, wenn der Widerstand des chilenischen Volkes gegen die faschistische Militärdiktatur heute nicht über die nötige Organisiertheit und über die nötigen Waffen verfügt, um die Bourgeoisie und deren Junta zu besiegen. Der Preis, den das chilenische Volk heute mit seinem Blut bezahlen muss, ist durch das opportunistische Zurückweichen der Unidad Popular und durch die mangelhafte Vorbereitung auf diese Situation in die Höhe getrieben worden. Der Kampf zum Sturz der kapitalistischen Herrschaft wird überall, in allen Ländern, Opfer auf Seiten des Volkes kosten. Dar an werden die Völker den Imperialismus nicht hindern können. Aber die Revolutionäre haben vor der Arbeiterklasse und vor dem Volk die Verantwortung zu tragen, durch die Wahl der Kampfmittel die Opfer möglichst gering zu halten, und vor allem: dass diese Opfer den Weg des Sieges und nicht den der Niederlage bereiten. Die gegenwärtigen tausende von Opfern in Chile sind aber Ergebnis der Niederlage einer Illusion: Der Illusion vom 'friedlichen Übergang' zum Sozialismus.

Dennoch wird dies die Revisionisten und Reformisten kaum daran hindern, weiterhin in die Sachgasse ihrer eigenen Träumereien zu rennen; schlimmer noch: die Arbeiter in diese Sackgasse zu locken.. Nachdem sie in den zurückliegenden drei Jahren die Arbeiter in den verschiedenen Ländern zur Nachahmung des 'chilenischen Weges' aufgefordert haben, versuchen sie ihr Konzept jetzt damit zu retten, dass sie sagen: 'Frankreich ist nicht Chile' oder 'Die Bundesrepublik ist nicht Chile' usw. Wenn die Revisionisten selbst nicht aus den Erfahrungen lernen wollen, so steht doch eines fest: dass die Arbeiter aus dessen Erfahrungen lernen müssen , wenn sie ihren Kampf schließlich zum Sieg führen wollen. Soviel, wie die grausame Füsilierung des 'chilenischen Experiments' unsere uneingeschränkte Solidarität mit dem Kampf des chilenischen Volkes (und mit allen Opfern der Militärdiktatur) fordert, soviel müssen wir anhand dieses 'Experiments' die richtigen Lehren für einen erfolgreichen Kampf zum Sturz des Imperialismus in unserem eigenen Land ziehen.

Um die Diskussion über die Strategie und Taktik der Arbeiterbewegung anhand der Erfahrungen in Chile voranzubringen, haben wir
unsere bereits im November letzten Jahres veröffentlichte Broschüre 'CHILE - 'FRIEDLICHER ÜBERGANG' ZUM SOZIALISMUS?' neu aufgelegt und durch weitere Artikel aus dem ARBEITERKAMPF ergänzt. Es handelt sich dabei um die Artikel zu Chile in den Ausgaben 27 und 32 des AK, sowie um einen Artikel, der unmittelbar nach dem Militärputsch vom 11. September geschrieben wurde und der in wenigen Tagen auch im AK 33 abgedruckt wird. Außerdem haben wir hier noch einen kurzen Text zu den Ursachen der wirtschaftlichen Krise in Chile unter der Unidad Popular beigefügt, der bereits vor einiger Zeit als Teil eines längeren Artikels geschrieben wurde, aber auch erst im nächsten AK (Nr. 33) erscheint."

Artikel der Ausgabe sind:
- "Vorwort des Kommunistischen Bundes"
- "Chile : 'Friedlicher Übergang' zum Sozialismus? "
- "Das Konzept der 'Volksregierung' Zusammenstoß in Concepcion
- "Verstaatlichung und Sozialismus Der 'legale Weg"
- "Freiheit der Presse"
- "Erhaltung der bürgerlichen Bürokratie Illusionen über das chilenische Militär"
- "Die Unidad Popular und die 'Linksradikalen"
- "Aus der Geschichte lernen!"
- "Absage an alle Abenteuer"
- "Chile nach den Wahlen: Konterrevolution rüstet weiter (aus AK 27)"
. "Chile: "Friedlicher Übergang' auf dem Sterbebett (aus AK 32)"
- "Militärputsch in Chile (aus AK 33)"
- "Woher kam das wirtschaftliche Chaos? (aus AK 33)"
- "Besserwisser und Schlechterwisser (aus AK 33)"
- "Lenin zur Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates (aus AK 33)"
- "Im Hintergrund immer der US- Imperialismus (aus AK 33)"
- "Es lebe der Kampf des chilenischen Volkes (aus AK 33"
- "Zitat - Nachweis"
Geworben wird für das "Arbeiterbuch" (Hamburg), für den "Arbeiterkampf", für die Schrift: "Zur Wohnungsfrage. Wohnungsprobleme in Westdeutschland", für den Nachdruck von Artikeln aus dem AK, die als Broschüre unter dem Titel: "Gegen die schrittweise Faschisierung von Staat und Gesellschaft" erscheinen soll.
Es erscheint auch eine Anzeige für einen Nachdruck von Texten der Kommunisten aus den zwanziger und dreißiger Jahren.
Er soll unter dem Titel: "Kampf dem Faschismus" erscheinen
Angekündigt wird eine weitere "Chile Broschüren", "in der wir die vom Kommunistischen Bund auf einer Informationsveranstaltung gehaltenen Rede abdrucken werden. Diese Veranstaltung fand am 20.9. 1973 statt".
Dazu soll unter "Revisionismuskritik" u. a. erscheinen: "Probleme der Marxisten-Leninisten der BRD", "VR- Polen- Krise des Revisionismus", "25 Jahre SED."
Quelle: Kommunistischer Bund: Unser Weg. Chile. Vom ''friedlichen Übergang' zum Bürgerkrieg (Revisionismuskritik Nr. 5), (2. erweiterte Auflage), Hamburg, 16. September 1973.

November 1973:
Die Doppelnummer 20/21 von „Unser Weg“ erscheint mit zwei Schlagzeilen: „Zur chinesischen Kulturrevolution“ und: „Zum 1. Mai 73.“

Zum 1. Mai heißt es: „Der KB hat auch in diesem Jahr wieder eine Plattform veröffentlicht. Erstmals wurde dazu vorher ein Entwurf zur Diskussion in die Organisation hineingegeben. Dazu kamen zahlreiche Kritiken, von denen wir hier - zusammen mit dem ursprünglichen Entwurf - einige abdrucken. Der endgültige Text der Mai-Plattform des KB findet sich im Arbeiterkampf 27. Unsere selbständige Demonstration am 1. Mai in Hamburg - statt Beteiligung an einer gewerkschaftlichen Demonstration - ist von verschiedenen Seiten angegriffen worden. Wir veröffentlichen in diesem Heft diese Kritiken und eine Stellungnahme dazu.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Entwurf des LG zur Mai-Plattform
- Betriebszelle im Chemie-Bereich
- Betriebszelle im Metall-Bereich
- Zelle im Hafen
- Leitung des Sozialistischen Studentenbundes
- Bündniskommission
- Journalisten-Zelle
- Zum 1. Mai 1973 in Hamburg
- Die ‘Massen‘ - Ein faules Argument
- Die Demagogen sind die ärgsten Feinde der Arbeiterklasse
- Abnehmender Einfluss des KB?
- Verwechseln von taktischen Fragen und Grundsätzen kommunistischer Politik
- „Eigener“ Block?
- Offener Brief an den Kommunistischen Bund zum 1. Mai (ArPo)
- Offener Brief an die Leitung des KB (SSG)
- An die Teilnehmer der KB Demonstration am 1. Mai. Wofür demonstriert ihr? (DKP)
- Kritik der Gruppe Seeleute
- Zur Kritik der Gruppe Seeleute
- Wie Schmierers Epigonen China „verteidigen“
- Anhang: Kampf zweier Linien
- Primat der Politik
- Die Revolution von Shanghai
- Auf Hitlers Spuren
- Anhang: Informations- und Diskussionshilfe zur Tätigkeit radikaler politischer Sekten in Hamburger Chemie-Betrieben
- Zitate aus ‚Mein Kampf‘
- Kommunistische Arbeitergruppe - KAG Göttingen.

Werbung wird in der Ausgabe für den „Arbeiterkampf“, Nr. 31 (August 73) und 32 (September 73) gemacht.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 22, Hamburg, o. J. (1974), S. 2.; KB: Unser Weg, Nr. 20/21, Hamburg, o. J. (1973).

Februar 1974:
Die Nr. 22 von „Unser Weg“ erscheint vermutlich im Februar 1974. Zur Herausgabe von „Unser Weg“ heißt es im Editorial: „Es ist geplant, die Zeitschrift UNSER WEG wieder regelmäßiger und häufiger herauszubringen, und zwar vorerst etwa alle sechs Wochen. Die letzte reguläre Ausgabe (Nr. 20/21) erschien im November 73, die vorletzte (Nr. 19) im April desselben Jahres. Inzwischen erschienen hauptsächlich Sondernummern zu speziellen Themen.

1973 konzentrierte sich die Redaktion wesentlich darauf, das politisch-ideologische Niveau unserer Zeitung ARBEITERKAMPF zu heben und zu stabilisieren, sowie weitere Genossen und Einheiten unserer Organisation in die zentrale Agitations- und Propaganda-Arbeit des KB einzubeziehen. Im Gegensatz zu anderen linken Organisationen halten wir nach wie vor daran fest, dass auch die größte Fülle platter Halbinformationen und oberflächlicher Darstellungen (vergl. ‚KVZ‘ des KBW oder ‚KAZ‘ der ABG) keine kommunistische Agitation und Propaganda ersetzen. Wie auch früher soll UNSER WEG zu aktuellen Fragen der Arbeiterbewegung Stellung nehmen, in die Auseinandersetzung innerhalb der kommunistischen Bewegung eingreifen und der innerorganisatorischen Diskussion dienen. Daneben und verstärkt sollen exemplarische Untersuchungsarbeiten unserer Genossen aus ihrem unmittelbaren Praxisbereich (vor allem: Betrieb und Gewerkschaft) hier veröffentlicht werden.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Schädliche Illusionen über den Kampf der arabischen Völker
- Kritik eines griechischen Genossen
- Nordmende, Bremerhaven: Die große Mende-Familie zeigt erste Risse
- Der Metallarbeiter. Zeitung des Kommunistischen Bundes/Gruppe Bremerhaven für die Kollegen der Metallindustrie
- Der Kampf der Iduna-Lehrlinge
- Die Fronten klären. Ein Bericht zur Lage der Lehrlinge bei MBB -Hamburg
- Was wollen die Chaoten? IG-Chemie-Führung wirft neue Antikommunismus-Broschüre auf den Markt
- Lohnrahmenverhandlungen 1973 … erfolgreich für wen?
- Zum Betrugsversuch des NRF (KBW) am IRA-Komitee
- Zeitungsboykott.

Im „Arbeiterbuch - Politische Buchhandlung“ (Hamburg) kann bestellt werden:
- Ernst Thälmann: „Über Gewerkschaften“
- Hermann Remmele: „Schritt halten. Warum muss der Kampf gegen zwei Fronten gerichtet werden?“

Werbung wird gemacht für „Unser Weg“ 15-20/21, für ein Buch von „Unser Weg“ mit dem Titel: „Revisionismuskritik“, für: „Nachdrucke von Artikeln der KAB-Arbeiterzeitung“ (Teil 1, Teil 2). Weitere Nachdrucke sind: „Kampf dem Faschismus. Nachdruck von Texten der Kommunisten aus den zwanziger- und dreißiger Jahren zum Thema Faschismus“; „Die Politische Macht kommt aus den Gewehrläufen. Nachdruck von Texten zu den politischen Problemen des bewaffneten Kampfes der Arbeiterklasse“ und: „Gegen die schrittweise Faschisierung von Staat und Gesellschaft.“

Zudem kann im „Verlag Arbeiterkampf“ bestellt werden:
- „Palästina. Die Massen sind die Triebkraft der Revolution. Der Kampf geht weiter bis zum Sieg.“
- „Die chinesische Kulturrevolution.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 22, Hamburg, o. J. (1974).

April 1974:
Vermutlich im April oder Mai, jedoch zwischen den Ausgaben 22 (Februar 1974) und 23 (Juni 1974), erscheint eine „Sondernummer“ von: „Unser Weg“ mit dem Titel: „Aktionseinheit oder ‚Partei‘laden-Politik?“. Veröffentlicht wird darin:
- Internes Papier des ‚Regionalkomitee Wasserkante der KPD‘ gegen den KB
- Brief der Bündniskommission des KB/Gruppe Hamburg an das Komitee ‚Kampf den Berufsverboten …‘
- Offener Brief der Leitung des KB an die Mitglieder und Sympathisanten der „KPD“.

Eine Vorbemerkung gibt es nicht.
Werbung wird gemacht für „Unser Weg“, Ausgabe 23.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg (Sondernummer): Aktionseinheit oder ‚Partei‘-laden Politik?, Hamburg, o. J. (1974).

26.06.1974:
Die Nr. 23 von „Unser Weg“ erscheint mit der Schlagzeile: „Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit der ‚KPD‘“.

Einleitend wird festgehalten: „Bekanntlich hat das ZK des KBW in diesem Jahr ein generelles Verbot ausgesprochen, am 1. Mai Aktionseinheiten mit anderen Gruppen einzugehen. Als Begründung wird z.B. gern demagogisch erklärt, es komme doch gar nicht auf die Aktionseinheit der Kommunisten an, sondern auf die ‚breiteste Aktionseinheit‘ der Massen. Demagogisch ist dies deshalb, weil die Alternative überhaupt nicht so steht. Die heute mögliche Aktionseinheit zwischen kommunistischen und anderen kämpferisch demokratischen Organisationen kann nicht gegen eine zukünftige ‚breiteste Aktionseinheit der Massen‘ ausgespielt werden, die es erst zu schaffen gilt, und wofür die Aktionseinheit der Kommunisten (und im weiteren Sinn auch anderer demokratischer Organisationen) eine nicht unwesentliche Voraussetzung ist. Es ist nicht damit gedient, lärmend zur ‚breitesten Aktionseinheit der Massen‘ aufzurufen oder gar feierlich die ‚Einleitung‘ von (selbstverständlich nicht stattfindenden) ‚Massenkämpfen‘ zu proklamieren (wie es der KBW während der ‚Ölkrise‘ tat), und dann doch bloß im organisatorischen Alleingang 200 - 300 Studenten und ‚Angehörige der werktätigen Intelligenz‘ stellvertretend für die demnächst kommenden ‚Massen‘ demonstrieren zu lassen.

Sicher wäre es auf der anderen Seite falsch, nur oder jedenfalls vorwiegend die Seite der kommunistischen Aktionseinheit zu sehen, diese Seite zu überschätzen, sich damit mehr oder weniger zufriedenzugeben und die einmal erreichte .kommunistische Aktionseinheit sektiererisch nach außen abzukapseln. Vielmehr muss die einmal erreichte Stufe der Aktionseinheit aktiv genutzt werden, um weitere Kräfte zu mobilisieren, um neue Kräfte von der Notwendigkeit gemeinsamen Vorgehens zu bestimmten Punkten des antikapitalistischen und demokratischen Kampfes zu überzeugen. Aktionseinheit bedeutet, wie von uns immer betont und praktiziert, nicht das Verwischen bestehender Meinungsverschiedenheiten. Vielmehr bietet eine praktische Zusammenarbeit eine wesentliche Voraussetzung für eine fruchtbare politisch-theoretische Auseinandersetzung. Zum Einen trägt sie dazu bei, die erwähnten ‚künstlichen Gräben‘ von Eifersüchtelei, Gruppen-Egoismus, von Misstrauen und bewusstem ‚Nicht-Verstehen‘ zu überwinden und die wirklichen politisch-theoretischen Fragen in den Mittelpunkt zu rücken. Zum Zweiten ist die praktische Zusammenarbeit auch der beste Boden, um die unterschiedlichen Standpunkte nicht bloß abstrakt zu messen … Wir haben deshalb immer gesagt, dass Auseinandersetzung und Zusammenarbeit für uns eine dialektische Einheit bilden.

Was die Beziehungen zu den Genossen der ‚KPD‘ angeht, so mag man sich daran erinnern, dass die ‚Rote Fahne‘ der ‚KPD‘ im Januar 1973 schrieb: ‚Wir müssen uns darüber im Klaren ein, dass dieser Klüngel (der KB - Anm. UW) keine Kommunisten oder fortschrittlichen Menschen sind, sondern kleinbürgerliche Intriganten, Feinde der Arbeiterklasse, die Verwirrung stiften‘ (RF' 2/73). Dies mag genügen, um zu zeigen, dass die gegenseitigen Beziehungen in der Vergangenheit alles andere als herzlich waren. Dies hat sich erst geändert, seit es anlässlich der Angriffe der Bourgeoisie erst gegen die ‚KPD‘ (im Mai 73) und einige Monate später gegen ihren Studentenverband KSV zu gemeinsamen Kampfaktionen zwischen KB und ‚KPD‘ kam.

Wir wollen hier versuchen, wesentliche Kritikpunkte an Theorie und Praxis der „KPD" darzustellen. Dies ist unserer Auffassung nach nicht leicht, weil die Genossen der „KPD" bisher in ihren theoretischen Aussagen allzu schematisch und wenig präzis und konkret sind. Eine Auseinandersetzung über die praktische Politik ist zunächst ohnehin fast unmöglich, da die „KPD" in Hamburg fast gar keine betriebliche Arbeit macht und wir andererseits über die Arbeit der Genossen z.B. bei Ford in Köln nicht aus eigener Anschauung urteilen können. Dies kann also nicht mehr als ein erster Versuch sein, einige Meinungsverschiedenheiten zusammenfassend aufzuzeigen, die zweifellos erst im Verlauf einer intensiveren Auseinandersetzung auch von Seiten der ‚KPD‘ - in ihrer wirklichen Bedeutung genau herausgearbeitet werden könnten. Wir haben uns zunächst an den in diesem Jahr vorgelegten Programm-Entwurf der ‚KPD‘ gehalten, dann aber auch einige andere Äußerungen zugezogen.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Einschätzung der Lage
- Die Frage der Faschisierung
- Die Gewerkschaftsfrage
- Zur Hamburger Aktionseinheit
- „Selbstkritik“ Marke KBW
- Zur Propaganda der Faschisten
- Die Arbeitsordnung bei Blohm & Voß (Hamburg) - Ein Instrument neofaschistischer Niederhaltung der Arbeiterklasse
- Berufsausbildung in Stufen
- Zur westeuropäischen Chile-Konferenz in Frankfurt
- Zur Bedeutung der chilenischen Erfahrung für die Linken in Westeuropa
- Lotta Continua: Chile - Unsere “Pariser Kommune”.

Bestellt werden können im „Verlag Arbeiterkampf“ Sondernummern von „Unser Weg“:
- Zum Nahost-Problem
- Zur Politik des KBW (NRF)
- Chile: Vom ‚friedlichen Übergang‘ zur faschistischen Militär-Diktatur
- Der Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein 1956/57
- Amis raus aus Indochina
- Wem nützen die Bomben bei Springer?
- Von Pinelli zu Feltrinelli - politischer Mord in Italien
- Wohnungsprobleme in Westdeutschland
- Die Emanzipation der Frau in Palästina
- Zum Aufbau eines sozialistischen Studentenbundes (Teil 2).

Werbung wird gemacht für die Ausgaben von „Unser Weg“ 15-22 und für Bücher und Broschüren, die im „Verlag Arbeiterkampf“ zu erhalten sind, u. a.: „Die chinesische Kulturrevolution“ und „Deutsche Revolution von 1918-1923“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 23, Hamburg, o. J. (1974).

Oktober 1974:
Die Nr. 24 von „Unser Weg“ erscheint mit der Schlagzeile: „Das Programm des KBW - Wegweiser nach rechts“

Einleitend heißt es: „Dieser Artikel soll den rechtsopportunistischen Charakter des KBW an der Frage des Programms und damit verbunden des demokratischen Kampfes und der Bündnispolitik aufzeigen. Dieser Artikel geht also von vornherein nicht auf andere Aspekte des Rechtsopportunismus des KBW (z. B. in der Gewerkschaftsfrage, in der Haltung zur Außenpolitik der VR China u. a.) ein. Der Artikel geht außerdem nicht näher auf die vom KBW konstruierte unsinnige Trennung zwischen ‚demokratischen Forderungen‘ und ‚Arbeiterforderungen‘ ein. Er geht auch nicht speziell auf die Forderungen wie ‚Wahl der Lehrer durch das Volk‘ „ ‚Wahl der Offiziere‘ usw. ein. Hierbei handelt es sich um Forderungen, die zwar auf das Programm der SDAPR von 1917 zurückgehen, aber die in der Praxis unseres Wissens in keinem sozialistischen Staat verwirklicht wurden.

Auf die ‚militärischen Forderungen‘ des KBW (‚Volksmiliz?‘, ‚Wahl der Offiziere‘ u. a.) wird in einem zweiten Artikel eingegangen, der von einem Genossen bei den Hamburger Stahlwerken stammt. In diesem Artikel wird die Forderung nach Bezahlung der Volksmiliz durch die Kapitalisten rundum als illusionär bezeichnet, auch mit Bezug auf die ‚Doppelherrschaft‘ in Russland 1917.

Tatsächlich wurde diese Forderung aber nicht nur im Programm der SDAPR sondern auch schon vorher, nach der Februarrevolution, von den Bolschewiki erhoben; Lenin erwähnt ausdrücklich ein Beispiel für die tatsächliche ‚Einführung einer von den Kapitalisten bezahlten Arbeitermiliz‘ (Lenin: ‚Über die proletarische Miliz‘, Werke Bd. 24, S. 167). Der springende Punkt ist, dass der KBW Forderungen, wie diese nicht in einer revolutionären Situation erhebt, sondern sie faktisch als Reformvorstellungen an den bürgerlichen Staat heranträgt; genauso wie er auch alle anderen Forderungen (‚Rechenschaftspflicht der Volksvertreter‘ etc.) von den revolutionären Voraussetzungen zu ihrer Verwirklichung loslöst und sie auf die Ebene reformistischer ‚Aktionslosungen‘ drückt, die er mit Unterschriftensammlungen oder allenfalls Demonstrationen durchzusetzen vorgibt … Letzten Endes wird aber die Entwicklung der Widersprüche und der Klassenkämpfe dafür sorgen, dass solche Positionen sektiererischer Einigelung und des Verzichts auf politisch-theoretische Auseinandersetzung vor allem innerhalb der kommunistischen Bewegung unhaltbar werden und die Vertreter solcher Positionen untergehen.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Das ganz besondere Programm - oder: Wer angibt, hat mehr vom Leben
- Rechts ist nie radikal. Auch in NPD-Veranstaltungen muss die Diskussion geführt werden
- KBW: Koloss auf tönernen Füßen
- Der KBW bereitet den ‚Sturz‘ des Hamburger Senats vor. Traumtänzer oder Psychopathen
- Solidarität mit dem chilenischen Volk oder Ladenbornierte Machtpolitik
- Zu den ‚militärischen Forderungen‘ im KBW-Programm
- Kapitalisten wollen ‚an die Basis‘. Ein Dokument zur Strategie- und Taktik-Diskussion innerhalb der Kapitalistenklasse
- Pip,- Persis- Profit. Rationalisierungen im Angestelltenbereich
-Hanomag-Henschel Hamburg: Neue Arbeitsordnung als Kampfinstrument der Kapitalisten
- Zur Lage der unterentwickelt gehaltenen Länder
-11. Gewerkschaftstag der IGM: Dieser Gewerkschaftstag war ein Tiefpunkt
- Kritik an der Durchführung der Hamburger Chile-Veranstaltung.

Eine Anzeige wird geschaltet für eine Broschüre zum KBW: „Zur Politik des KBW (NRF)“, für die Doku: „Über die Kampagne gegen linke Betriebsräte bei der Texaco, Hamburg“, für: „Deutsche Revolution von 1918 bis 1923“, für: „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen“, für den „Rebell. Jugendzeitung des Kommunistischen Bundes“, für die „Internationale. Zeitung des Kommunistischen Bundes für den proletarischen Internationalismus.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 24, Hamburg, Oktober 1974.

Juni 1975:
Es erscheint eine Sondernummer des theoretischen Organs des KB, „Unser Weg“, unter dem Titel: „Die italienische Linke und die Außenpolitik der VR China.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Sondernummer: Die italienische Linke und die Außenpolitik der VR China, Hamburg, Juni 1975.

September 1978:
Laut „Unser Weg“ Nr. 25 erscheint die Nr. 1 von „Unser Weg - Schulungsheft des KB“ mit dem Titel: „Revisionismuskritik. Nachdrucke aus KAB-AZ und Arbeiterkampf“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 25, Hamburg, Januar 1979, S. 21

Oktober 1978:
Laut „Unser Weg“ Nr. 25 erscheint die Nr. 2 von „Unser Weg - Schulungshefte des KB“ mit dem Titel: „Zur Kritik des realen Sozialismus“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 25, Hamburg, Januar 1979, S. 21.

12.10.1978:
Ein „Extra 2“ von „Unser Weg“ erscheint mit dem Titel: „Wie geht‘s weiter im KB?“

Im Vorwort heißt es: „Dies ist die zweite Zusammenfassung von Artikeln und Stellungnahmen zu der in AK 132 (Ende Juni) begonnenen Diskussion ‚Wie geht's weiter im KB?‘. Als erste Schlussfolgerung ist inzwischen nahezu überall im KB mit einer Schulungsfolge von ‚Klassiker‘-Texten begonnen worden. Welche Texte im einzelnen zur Schulung ausgewählt werden, läuft bisher noch von Einheit zu Einheit unterschiedlich. Zur Schulung gehört meist Lenins ‚Linker Radikalismus‘ und ‚Was tun?‘ (oder Teile davon); in ein paar Einheiten sind grundsätzlichere Texte Lenins wie ‚Staat und Revolution‘ oder ‚Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus‘ an den Anfang der Schulung gestellt worden.

Ob dies in der derzeitigen Situation sinnvoll ist, ist umstritten. Zur Schulung gehören üblicherweise auch die Texte Mao Tse-tungs, die wir im ‚Unser Weg - Extra Nr. 1‘ (Zusammenfassung des ersten Teils unserer ‚Wie geht's weiter …‘ -Debatte) als Anhang nachgedruckt haben. Zur Unterstützung und Ergänzung der Schulung, insbesondere für die Bedürfnisse von Sympathisanten des KB, haben wir damit begonnen, alte AK-Artikel, die heute meist nicht mehr oder nur schwer greifbar sind, in Einzelkomplexe zusammengefasst als Schulungshefte herauszubringen. Derzeit schon erhältlich ist Heft 1 mit Texten gegen den Revisionismus.

Trotz der Fülle von Artikeln und ausführlichen Stellungnahmen zur ‚Wie geht's weiter …‘-Debatte bleibt insgesamt festzustellen, dass sich erst ein sehr kleiner Teil der Organisation wirklich mit schriftlichen Beiträgen zu dieser Debatte geäußert hat. Die meisten der Hunderte (!) von Berichten und Stellungnahmen, die inzwischen vorliegen (in großen Teilen unserer Organisation sind alle Genossen und Genossinnen verpflichtet worden, schriftlich zu der laufenden Debatte Stellung zu nehmen), beschränken sich auf persönliche Lebensläufe, bereichsinterne Konflikte und ähnliche Dinge. Die Haltung ‚Ich weiß ja gar nicht, was ich da schreiben soll‘, war vielfach bisher noch vorherrschend.

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass 90-95% der vorliegenden Berichte, Stellungnahmen usw. davon ausgehen, den KB als kommunistische Kaderorganisation zu stärken bzw. aufzubauen; ebenso werden Arbeitsprinzipien wie Disziplin, Verbindlichkeit usw. nahezu in allen Beiträgen ausdrücklich anerkannt. Tatsache ist allerdings, dass ein wirklicher Aufschwung der politischen Arbeit (beispielsweise beim AK-Verkauf) bisher erst in Ausnahmefällen zu registrieren ist. Das deutet darauf hin, dass die Debatte bisher vielleicht weithin noch nicht gründlich und ehrlich genug geführt worden ist.

Recht häufig anzutreffen ist in den vorliegenden Berichten etc. die Tendenz, sich grundsätzlich zwar zur Notwendigkeit einer revolutionären Kaderorganisation zu ‚bekennen‘, für die eigene Person aber die Fähigkeit und Bereitschaft anzuzweifeln, den Anforderungen einer solchen Kaderorganisation gerecht werden zu können. Teilweise spielt dabei auch ein falsches Verständnis von Kaderorganisation eine Rolle (‚Sich aufopfern für die Arbeiterklasse‘).

Der Beitrag eines LG-Genossen in dieser Broschüre zur Notwendigkeit der revolutionären Kaderorganisation in Abgrenzung zu spontaneistischen Theorien soll gewissermaßen den ersten Abschnitt unserer Debatte abschließen. Die weitere Debatte soll sich in nächster Zeit vor allem auf zwei Themen-Komplexe konzentrieren:
- Was heißt ‚Kaderorganisation‘ konkret?
- Was ist ‚Demokratischer Zentralismus‘?
- Welche ‚Disziplin‘ brauchen wir?
- Bündnispolitik des KB, Mitarbeit in Initiativen, in Wahlbündnissen, Aktionseinheiten usw.

Zu beiden Themen werden von Genossen des LG Artikel als Diskussionseinstieg veröffentlicht werden. Voraussichtlich im AK und hoffentlich sehr bald. Redaktion 12.10.78.“

Artikel der Ausgabe sind:
- Kaderorganisation und Basisbewegung
- Wie geht es weiter im KB - Die Diskussion geht weiter
Veröffentlicht werden Kritiken von verschiedenen örtlichen KB-Gruppen.

Im „J. Reents-Verlag“ ist erscheint: Nazim Hikmet: „Menschenlandschaften“, das Rotbuch „zu den Gewerkschaftsausschlüssen“. Zudem ist erhältlich die „Antifaschistische Russell-Reihe“, Band 5“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg (Extra 2): Wie geht‘s weiter im KB?, Hamburg, 12.10.1978.

Januar 1979:
Laut „Unser Weg“ Nr. 25, erscheint die Nr. 3 von „Unser Weg - Schulungshefte des KB“ mit dem Titel: „Zur Kritik des Euro-Kommunismus.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg 25, Hamburg, Januar 1979 S. 21.

Januar 1979:
Die Nr. 25 von „Unser Weg“ erscheint im Januar 1979 mit der Schlagzeile: „1. KB Kongress für 1979 beschlossen. Berichte und Dokumente des Vorkongresses im Dezember 1979 (Teil 1)“.

Darin heißt es einleitend u. a.: „Das LG schlägt vor, den Kongress zu Pfingsten (2.-4. Juni) stattfinden zu lassen. Zeitlicher Rahmen für das Einsenden von Anträgen soll sein: Hauptresolutionen gehen bis Ende Februar in die Organisation. Diskussionsbeiträge aus der Organisation, Änderungs-, Ergänzungs- oder Alternativ-Anträge bis Ende April. Die Wahl der Delegierten soll Ende Mai abgeschlossen sein …“

Seitens des LG wird ausgeführt, „dass es nicht der Zweck des 1. Kongresses sei, eine endgültige Vereinheitlichung zu demonstrieren; dass Minderheitspositionen auf dem 1. Kongress in unseren Veröffentlichungen berücksichtigt werden sollen; dass der nächste (2.) Kongress des KB bereits 1980 stattfinden soll, um die Ergebnisse des 1. Kongresses zu überprüfen; dass dies entsprechend auch im AK dargestellt werden wird. Nach dieser Erläuterung wird abgestimmt: Bei 7 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen wird der Vorschlag des LG angenommen.“

Inhalt der Ausgabe ist:
- Verlauf des Vor-Kongress zum 1. Kongress des KB
- Arbeitsgruppe Frauen
- Referat zur Frauenarbeit
- Arbeitsgruppe „Antifa“
- Resolutionsentwurf der Antifa-Kommission (Hamburg)
- Arbeitsgruppe Demokratischer Kampf und Bündnispolitik
- Arbeitsgruppe Internationalismus
- Internationale Lage und proletarischer Internationalismus
- Arbeitsgruppe RGW / Stalin-Frage
- Resolutions-Entwurf der RGW-Kommission
- Änderungsvorschläge der AK-Red. zur Vorlage der RGW-Kommission
- Arbeitsgruppe Betrieb und Gewerkschaft
- Arbeitsgruppe Jugend
- Arbeitsgruppe Kinder
- Arbeitsgruppe Innerorganisatorische Strukturen
- Einige Vorschläge
- Struktur-Vorschlag für ein neues KB-Statut.

Werbung wird gemacht für das „Rotbuch - Gewerkschaftsausschlüsse“. Weiter für Schriften, die im „J. Reents-Verlag“ in Hamburg erschienen sind. U. a.: „NSDAP. Propagandisten unter der Lupe“ und: „Beschlagnahme vorläufig aufgehoben“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 25, Hamburg, Januar 1979.

März 1979:
Die Nr. 26 von „Unser Weg“ erscheint im März 1979 mit dem „Rechenschaftsbericht des Leitenden Gremiums und andere Dokumente für den 1. KB-Kongress. Berichte und Dokumente des Vorkongresses im Dezember 1978 (Teil 2)“.

Im „Rechenschaftsbericht des Leitenden Gremiums“ wird u. a. auf die eigene Gründung eingegangen, auf die Göttinger Delegiertenkonferenz, die ersten Wahlbeteiligungen in Niedersachsen, in Rotenburg und Hameln, die beginnende Krise im KB und die Einleitung der Krisendebatte.

Nach einem Bericht der Zentralen Regional Kommission (ZRK) des KB, hat die Organisation „heute außerhalb Hamburgs etwa 500 organisierte Genossinnen und Genossen und etwa 200 (in festen Arbeitszusammenhängen mit dem KB stehende) Sympathisanten. Diese organisierten Genoss(inn)en und Sympathisanten verteilen sich heute auf 38 Ortsgruppen des KB mit zwischen 4 und 70 Mitgliedern sowie auf 16 Sympathisantengruppen … Nach wie vor besteht ein starkes Gefälle zwischen Norden und Süden der BRD, was die Zahl und die Stärke der KB-Ortsgruppen angeht. Über zwei Drittel der nicht in Hamburg organisierten KB-Mitglieder verteilen sich auf die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen und Westberlin, 20% auf Nordrhein-Westfalen und Hessen und weniger als 10% auf den Süden (Baden-Württemberg und Bayern). Für etwa die Hälfte der Mitglieder gilt, dass sie nicht länger als 2-3 Jahre im KB organisiert sind, dass sie wesentliche Phasen der Entstehung der Organisation und die damit verbundene politische Ausbildung nicht miterlebt haben und heute Grundpositionen des KB nur zum Teil oder gar nicht geschult haben, sondern den KB vor allem aus der Politik erfolgreich geführter Kampagnen kennen“. Der KB arbeite in „etwa 67 Städten und Ortschaften der BRD, plus etwa einem halben Dutzend Ortschaften in der Umgebung von Hamburg“.

„Im einzelnen arbeiten wir in den 4 Stadtstaaten (Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Westberlin), in 10 Ortschaften Schleswig-Holsteins, 7 Nordwestniedersachsens, 6 Südniedersachsens, 2 der Lüneburger Heide, 7 Hessens, 6 Baden-Württembergs, jeweils 1 Rheinland Pfalz und des Saarlandes, 6 in Bayern sowie 17 NRW's.“

„Insgesamt, die Sympathisanten außerhalb Hamburgs mitgezählt, verfügt der KB etwa grob, nach unserer bisherigen Einschätzung des Zahlenmaterials, das über die ZRK vorgelegt worden ist, um rund 1.500 KB-Aktive.“

Eingegangen wird auch auf die Entwicklung der Hamburger Bezirksorganisation (BO), des SSB (Studenten) Hamburg sowie die Gründung von Gruppen in:
- Bayern in Nürnberg/Erlangen
- Berlin
- Bremen in Bremen
- Hessen in Kassel
- Niedersachsen in Göttingen und Hannover
- NRW in Bielefeld, Bochum, Köln und Münster
- Schleswig-Holstein in Kiel.

Inhalt der Ausgabe ist:
- Geschichte und Stand der Organisation
- Zeitungsarbeit
- Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit
-Faschisierung von Staat und Gesellschft
- Bündnispolitik und Wahlen
- Frauen
- Jugend, Schüler, Studenten
- China und die Vaterlandsverteidiger
- Fragen und Anmerkungen zum LG Bericht
- Rechenschaftsbericht der ZRK
- Brief der AG Frauen
- Fragen und Antworten zum ZRK Bericht
- Antrag und Behandlung innerorganisatorischer Widersprüche
- Tagungsordnungsvorschlag für den Kongress des KB.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 26, Hamburg, März 1979.

April 1979:
Die Nr. 27 von „Unser Weg“ erscheint mit dem Titel: „Diskussionsbeiträge zum 1. KB-Kongress. Kritik an Resolutionen und Rechenschaftsberichten (Teil 1)“.

Einleitend heißt es: „Es sind bisher insgesamt auffallend wenig Arbeits- und Diskussionspapiere zum 1. Kongress zugeschickt worden. Was diese wenigen Stellungnahmen angeht, gilt fast durchweg: Sie entsprechen in der Form und z. T. auch inhaltlich nicht dem ,Standard‘, der aus redaktionellen Gründen ‚eigentlich‘ für eine Veröffentlichung gefordert werden müsste. Das heißt, sie sind durchweg nicht, auf Spalte' (34 Anschläge ca.) geschrieben, sie sind z. T. nicht einmal verwendungsfähig vorkorrigiert. Zum Teil sind sie sogar in Stichworten und Gedankenfetzen verfasst worden, bei denen stellenweise der tiefere Sinn unklar bleibt. Wir haben, um die Diskussion, die bisher ohnehin nicht gerade üppig vorliegt, überhaupt vorantreiben zu können, diesmal alle vorliegenden Manuskripte redaktionell bearbeitet, sofern sie in durchschaubarem Deutsch verfasst waren … Ein besonderes Kapitel sind die Stellungnahmen zum Frauen-Referat auf dem Vor-Kongress. Von ca. 6 oder 7 vorliegenden Stellungnahmen ist nur eine überhaupt als Diskussionsbeitrag zu verwenden. Die anderen sind lediglich Protokolle über Diskussionen, die sich in der vorliegenden Form nicht für einen Abdruck eignen. So wertvoll diese Protokolle auch sind, wäre es doch besser, wenn sie noch durch Stellungnahmen für den Abdruck ergänzt würden.“

Inhalt der Ausgabe ist:
- Resolutions-Entwurf der Antifa-Kommission (Hamburg)
- Erläuterungen, Änderungsvorschläge und Bemerkungen (offene Fragen)
- Materialien zur Jugenddiskussion
- Anmerkung eines Redakteurs
- Zur Lage der Arbeiterjugend
- Zur Lage an den Schulen
- Zur Freizeitsituation Jugendlicher
- Antimilitarismus, Zivildienst, „Bund“
- Stellungnahme zur LG-Erklärung zu den Ereignissen in Kambodscha
- Anmerkungen zur Diskussion um die Gefahr eines 3. Weltkrieges
- An die RGW-Kommission
- Betrifft: Diskussion zur Opposition in RGW-Ländern auf dem Vorkongress
- Ergänzungen und Änderungsvorschläge zum Referat zur Frauenarbeit
- Frauenfeinde raus aus der ZRK
- Anmerkungen zum „Statut“ (auf der Basis des ‚Struktur-Vorschlages‘)
- Vorschlag für eine Präambel des KB-Statuts
- Betrifft: Antrag des LG zur Behandlung innerorganisatorischer Widersprüche
- Zur Beantwortung dieser Anfrage
- Anhang: Beiträge der GIM aus „was tun“, Nr. 248 und 253.

Angekündigt wird für Mai 1979 das Buch: „Beiträge zur ‚Stalin-Frage‘“. Es soll Ausarbeitungen der RGW-Kommission des KB „zu den Klassenkämpfen in der UdSSR nach der Oktoberrevolution“ enthalten. Ein zweiter Band ist ebenfalls angekündigt. Werbung wird gemacht für ein „Schulungsheft“ von „Unser Weg“ zur „Frauenpolitik.“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 27, Hamburg, April 1979.

Juni 1979:
Die Nr. 28 des theoretischen Organs des KB, „Unser Weg“, erscheint mit dem Inhalt: „Diskussionsbeiträge zum 1. KB-Kongress. Antifaschistischer Kampf - Realer Sozialismus und Stalin-Frage, Statut und Strukturfragen. Kritik an Resolutionen und Rechenschaftsberichten(Teil 2).“
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 28, Hamburg, Juni 1979.

Juli 1979:
Die Nr. 29 des theoretischen KB Organs „Unser Weg“ erscheint mit dem Titel: „Wie geht's weiter im KB. Neue Diskussionsbeiträge“.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 29, Hamburg, Juli 1979.

Oktober 1979:
In der theoretischen Zeitschrift des KB, „Unser Weg“, Nr. 30, werden „Diskussionsmaterialien für den 1. Kongress des KB vom 4.-6. Januar 1980“ veröffentlicht.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 30, Hamburg, Oktober 1979.

Dezember 1979:
Die Nr. 31 von „Unser Weg“ erscheint mit dem Titel: „1. Kongress des KB vom 4. Bis 6. Januar 1980“.

Inhalt der Ausgabe ist:
- Pro ‚Zentrums‘-Leitung
- Kontra ‚Zentrums‘-Leitung
- Forderungen zu den Methoden des Streits
- „Real existierender Sozialismus“ (mit den Unterpunkten: Herrscht in der Sowjetunion eine Schicht oder eine ‚neue‘ Klasse?; Thesen zur Stalinfrage; Einige Anmerkungen zum „Leserbrief“)
- Frauen (mit den Punkten: Alle Männer sind Chauvis; Gedanken zur Entwicklung einer eigenständigen Frauenpolitik im KB; „Keine Perspektive für Arbeit unter Frauen“ (Komm. Korresp.)
- Erfahrungen und Überlegungen zur Krise (mit den Punkten: Krise en miniature; Eine Erfahrung: Wie die Organisation qualifizieren?; Wo geht es lang?; Eine Kritik am Arbeiterkampf; „Krise im KB“ (aus Revolution, Komm. Liga).
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 31, Hamburg, Dezember 1979.

Februar 1980:
Die Nr. 32 des theoretischen KB Organs „Unser Weg“ erscheint als „Dokumentation zum 1. Kongress des KB“. Eingegangen wird u. a. auf die Geschichte der Frauen im KB in ihren ersten Anfängen, späteren Streitereien in Osnabrück und bundesweit. Ebenfalls eingegangen wird auf die Beurlaubung der Zentrumsleitung (ZL) (am 25.11.1979, d. Verf.) sowie die weitere Herausbildung der Zentrumsfraktion (Z), auf der Bunte Liste VV in Hamburg (am 1.12.1979, d. Verf.), die zum Ausschluss in Hamburg und auch bundesweit führte.
Q: Kommunistischer Bund: Unser Weg, Nr. 32, Hamburg, Februar 1980.

Letzte Änderungen: 1.9.2018


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