Berlin-Wedding: Schwartzkopff

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 30.9.2020

In dieser wie immer sehr unvollständigen Darstellung werden betriebliche Materialien von Schwartzkopff, einem Unternehmen der DIAG, allein von der KPD/ML-ZB vorgestellt. Die KPD/ML-ZB berichtet nicht nur einleitend vom Weihnachtsgeldstreik (vgl. Okt. 1969) und dem Kantinenstreik (vgl. 3.8.1970), sondern verfügt bei Schwartzkopff gleich nach der Aufnahme ihrer Tätigkeit in Westberlin über eine Betriebsgruppe, die eine Betriebszeitung, den 'Schwartzkopff Hammer', herausgibt (vgl. Sept. 1970, 1.9.1970, 5.10.1970, 2.11.1970, Dez. 1970), die noch durch stadtweite Extrablätter ergänzt wird, die üblicherweise ebenfalls als 'Schwartzkopff Hammer' erscheinen (vgl. 21.9.1970, Nov. 1970).

Bald kommt es zu ersten Entlassungen (vgl. 31.12.1970, Jan. 1971), die Verwicklung des Schwartzkopff-Mutterkonzerns DIAG in den Angriffskrieg gegen Guinea-Conakry (vgl. 29.1.1971) wird nur in der zentralen Publizistik der KPD/ML-ZB enthüllt, aber nicht im 'Schwartzkopff Hammer' der eher betrieblichen und lokalen Angelegenheiten verpflichtet blieb (vgl. Dez. 1970, Jan. 1971, Feb. 1971), droht doch die Krise, u.a. in Form von Kurzarbeit (vgl. März 1971, Apr. 1971), und trifft auf Gegenwehr in Form des Streiks im Setzmaschinenbau (vgl. März 1971, 3.5.1971) sowie der KPD/ML-ZB (vgl. 23.3.1971). Später wird die Betriebsgruppe Schwartzkopff bundesweit des Ökonomismus geziehen (vgl. 2.8.1971).

Nicht nur andere Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB (vgl. Apr. 1971, 22.4.1971, 23.4.1971, 22.6.1971, 23.6.1971), sondern auch die PL/PI berichten nun auch ab und an von Schwartzkopff, aber nur selten (vgl. 5.4.1971, 12.4.1971, 26.4.1971), ist doch dort offenbar nur die KPD/ML-ZB kontinuierlich aktiv (vgl. 14.5.1971, 4.6.1971).

Der 'Schwartzkopff Hammer' erscheint weiterhin alle drei Wochen (vgl. 7.6.1971, 29.6.1971), befasst sich auch mit den anderen DIAG-Betrieben wie Borsig und Fritz Werner in Berlin bzw. im Rheingau (vgl. 20.7.1971) und mobilisiert auch für die antifaschistischen Aktionen im Mai und August 1971 (vgl. 14.5.1971, 11.8.1971), klagt in diesem Zusammenhang die SEW aus solidarischer Position an (vgl. 24.8.1971), anstatt von Sozialimperialisten von vornherein eher eine Kooperation mit dem nationalen Faschismus zu erwarten. Dies deutet entweder auf mangelnde Linientreue, obwohl die Linie erst im kommenden 'Bolschewik' wirklich präzisiert wurde, oder auf zu nahe Bekanntschaft mit Arbeitskollegen aus dem auf Moskau orientierten Lager hin.

Zunächst aber konfrontiert die KPD/ML-ZB bei Schwartzkopff lieber die Gewerkschaftsjugend bzw. die KPD (vgl. 15.9.1971) mit dem korrekten Programm des Klassenkampfs, propagiert demgemäß die eigene Partei (vgl. 27.9.1971, 29.9.1971), die sich in der Metalltarifrunde (MTR) 1971 mutmaßlich in der Beeinflussung der örtlichen IG Metall versucht (vgl. 21.10.1971). Nun aber kommt es bei Schwartzkopff zur politischen Entlassung (vgl. 18.11.1971) und zum Protest dagegen (vgl. 30.11.1971), aber auch zum illegalen Streik aufgrund der MTR 1971 (vgl. 15.12.1971, 22.12.1971), in die sich die KPD/ML-ZB immer noch einzumischen versucht (vgl. 16.12.1971), ohne aber dem Geschehen zu nahe stehen, wie sie selbst zugibt (vgl. 9.2.1972).

Nun aber stehen bereits die Betriebsratswahlen an (vgl. Jan. 1972). Auch bei der von der KPD/ML-ZB erahnten bundesweiten Verschwörung der sozialdemokratischen Betriebsräte und des Bundeskanzlers Brandt gegen sie ist offenbar ein Betriebsrat von Schwartzkopff beteiligt (vgl. 20.1.1972). Die Betriebsratswahlen werden offenbar auch bei Schwartzkopff angefochten (vgl. 14.2.1972), die KPD/ML-ZB konkretisiert unbeschadet dessen derweil ein betriebliches Kampfprogramm (vgl. 23.2.1972), wogegen die Polizei vorgeht (vgl. 24.3.1972). Trotzdem wird die Einheitsfront im Betrieb bzw. das Einheitsfrontkomitee (EFK) auch bei Schwartzkopff gegründet (vgl. 9.3.1972), daneben bleibt aber auch die KPD/ML-ZB aktiv (vgl. 18.4.1972, 24.7.1972, 2.9.1972). Unklar bleibt hier derweil, wohin sich die Betriebsgruppe Schwartzkopff später entwickelte. 1973 arbeiten Jugendliche von Schwartzkopff dann mit dem KJV der KPD zusammen (vgl. 11.4.1973, Juli 1973).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Oktober 1969:
Bei Schwartzkopff Berlin findet eventuell im Oktober, laut KPD/ML-ZB, der Streik für Weihnachtsgeld statt.
Quelle: Der Schwartzkopff-Hammer Nr. 2, Berlin Okt. 1970

03.08.1970:
Bei Schwartzkopff Berlin findet in dieser Woche, laut der dortigen Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB, ein Kantinenstreik statt.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 1, Berlin Sept. 1970

September 1970:
Laut KPD/ML-ZB gibt ihr Landesverband Westberlin während der Metalltarifrunde (MTR) im September und Oktober 6 zentrale Flugblätter heraus und dazu 4 Betriebszeitungen. Davon erscheinen 'Der AEG-Arbeiter' in 6 Ausgaben (vgl. ******1970), 'Das Rote System' (AEG Sickingenstraße - vgl. Sept. 1970) in 5 Ausgaben, 'Der Schwartzkopff-Hammer' (vgl. 1.10.1970) in 3 Ausgaben und 'Rotlicht' (Osram - vgl. Sept. 1970) in 3 Ausgaben.
Q: Der Parteiarbeiter Nr. 1, Bochum Jan. 1971

01.09.1970:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Schwartzkopff erstmals ihren 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 5.10.1970) für September vermutlich noch in dieser Woche heraus mit dem Leitartikel "Die Bosse lassen den Akkord drücken".

Weitere Artikel sind:
- "Entschlossen den Lohnkampf führen" zur Metalltarifrunde (MTR);
- "Die 'Lohn-Preis-Spirale' ein Kapitalistenmärchen";
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" zu Streiks in Borth (vgl. Aug. 1970), Essen (vgl. 7.8.1970), Neuß (vgl. 21.5.1970) und Mülheim (vgl. 26.8.1970);
- "Kantinenstreik!" in der ersten Augustwoche (vgl. 3.8.1970);
- "Eine kommunistische Betriebsgruppe".

Lehrlinge und Jungarbeiter werden aufgerufen, sich im KJVD zu organisieren. Angekündigt wird, daß ab sofort die 'Rote Fahne' der KPD/ML-ZB vor Schwartzkopff verkauft werde.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 1, Berlin Sept. 1970

21.09.1970:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KPD/ML-ZB in Berlin die Nr. 3 des 'Extrablattes der Betriebsgruppen der KPD/ML' (vgl. 1.10.1970) mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von S. Endlich heraus. Berichtet wird aus Berlin vom Druckhaus Tempelhof (vgl. 15.9.1970), von AEG Schweden- und Sickingenstraße sowie von einer Funktionärsversammlung der IG Metall, auf der u.a. Beschäftigte von Clauberg, Werner, Schwartzkopff, Siemens, Feiler, Bandstahl Berlin, den Wolter-Werken und DWM anwesend waren.

Streikberichte aus der 'BRD' kommen von Klöckner Bremen (vgl. Aug. 1970), Thyssen Schrauben Essen (vgl. 7.8.1970), Daimler-Benz Mannheim (vgl. 13.7.1970), der MF Hottinger Mannheim (vgl. Juli 1970) und Schneider Armaturen Nordheim und Ilsfeld (vgl. Aug. 1970).

Uns wurde diese Ausgabe bisher bekannt mit dem Kopf folgender Berliner Betriebszeitungen der KPD/ML-ZB:
- 'Das Rotlicht' für Osram.
- 'Der Schwartzkopf-Hammer' für Schwartzkopff (DIAG).
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML o.Nr. (3), Berlin o.J. (1970)

Berlin_Schwartzkopff150

Berlin_Schwartzkopff151

Berlin_Schwartzkopff152

Berlin_Schwartzkopff153


05.10.1970:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB in dieser Woche ihren 'Schwartzkopff Hammer' Nr. 2 (vgl. 1.9.1970, 9.11.1970) mit dem Leitartikel "Zuschrieben sollen gekürzt werden - Neuer Angriff auf unsere Löhne!", was man von einem Kalkulator erfuhr. Eingegangen wird auf den Streik im letzten Jahr für das Weihnachtsgeld (vgl. Okt. 1969).

Weitere Artikel sind:
- "Kampf dem Mietwucher! Kampf dem Lohnraub!" zur Metalltarifrunde (MTR);
- ein türkischer Artikel u.a. mit einem Hinweis auf das Büro von Isci Köylu in der Schillerstr.64 in Berlin-Charlottenburg;
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" zu Streiks in der Berliner Metallindustrie (vgl. 30.9.1970) sowie in einer Reihe von Metallbetrieben in der BRD;
- "Machen wir die Gewerkschaften zu unseren Kampforganisationen!" u. a. zu den Streiks bei KWU Berlin (vgl. 1.10.1970);
- "Das stinkt uns!" zu den Toiletten.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 2, Berlin Okt. 1970

November 1970:
In Berlin erscheint die Nr. 8 des 'Extrablattes der Betriebsgruppen der KPD/ML' der KPD/ML-ZB (vgl. Nov. 1970, Feb. 1971) mit Nachrichten aus den Berliner Metallbetrieben Siemens Kabelwerk, Bergmann Kabelwerke, Vereinigte Deutsche Kabelwerke (VDK), Bosch-Elektronik Wilmersdorf, NCR und Schwartzkopff.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 8, Berlin Nov. 1970

09.11.1970:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe Schwartzkopff vermutlich in dieser Woche die Nr. 3 ihres 'Schwartzkopff Hammers' (vgl. 5.10.1970, Dez. 1970) heraus mit dem Leitartikel "Unser Weihnachtsgeld ist überfällig" u. a. zu den Ausfegern und den Materialbereitstellern, die nicht mehr automatisch ersetzt werden. Berichtet wird auch:"
Bei AEG-Telefunken Sickingenstraße wird der Betrieb zwischen Weihnachten und Neujahr für vier Tage zugemacht. Die Kollegen sollen in dieser Zeit ihren Tarifurlaub oder UNBEZAHLTEN Urlaub nehmen."

Weitere Artikel sind:
- "Der Manteltarifvertrag muß her!" zum MTV bzw. der IGM-Vertretertagung am 2.11.1970;
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" mit Auslandsmeldungen und zur MTR.

Berichtet wird von den Hüttenwerken Siegerland und von Streiks in Berlin für die volle Auszahlung der 10% bei Krone, Osram und in der AEG Brunnenstraße (vgl. 22.10.1970).
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 3, Berlin Nov. 1970

Dezember 1970:
In Berlin erscheint die Nr. 4 von 'Der Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. 9.11.1970, Jan. 1971) mit dem Leitartikel "Von unserer Lohnerhöhung bleibt immer weniger" zur Kürzung der Leistungszulage bei den Zeitlöhnern in den Abteilungen Werkzeugbau, Scharfschleiferei, Reparaturschlosserei.

Weitere Artikel sind:
- "Schwartzkopff entläßt Angestellte!" wovon jetzt 30, insgesamt aber 50 der 350 Angestellten betroffen sind;
- "Droht auch bei Schwartzkopff Kurzarbeit?" zur Textilmaschinenproduktion;
- "Teilerfolg bei AEG" Werk Brunnenstraße Berlin (vgl. 22.10.1970);
- "Die Arbeiterjugend kämpft" für die Lehrlinge und Jungarbeiter;
- "Neue Auswirkungen der Krise".

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' vor dem Betrieb.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 4, Berlin Dez. 1970

31.12.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet von Schwartzkopff (DIAG) Berlin: "
Entlassungen von 30 Angestellten bis zum Jahresende."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 5, Bochum 20.1.1971, S. 10

Januar 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von Schwartzkopff (DIAG) Berlin über 20 für den Januar geplante Entlassungen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 5, Bochum 20.1.1971, S. 10

04.01.1971:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang Januar die Nr. 5 von 'Der Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. Dez. 1970, 25.1.1971), die sich u.a. mit der Lohngruppeneinstufung befaßt.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 6, Berlin Jan. 1971, S. 1

25.01.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 6 des 'Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971) mit dem Leitartikel "Lohnrückstufungen verhindern" zur Lohngruppeneinstufung, wie es sie auch im AEG Werk Brunnenstraße Berlin gab.

Weitere Artikel sind:
- "DIAG-Bosse leben gut von unserer Arbeitskraft";
- "Dieser 'Arbeitervertreter' muß weg!" zum Meister der Abteilung Setzmaschinenbau, der zugleich Betriebsrat ist;
- "Die Faschisten rüsten" zur Aktion Widerstand;
- "Mit der KPD/ML gegen die Faschisten" am 17.1.1971 in Dortmund;
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" mit Auslandsmeldungen und zu den Seeleuten.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 6, Berlin Jan. 1971

29.01.1971:
Die KPD/ML-ZB (vgl. 6.2.1971) berichtet: "
GUINEA

Außerdem arbeitete in Guinea die sogenannte Werner Gruppe (Fritz Werner Werke, FWW - IGM-Bereich, d.Vf.). Ihr Chef, Graf von Tiedenhausen, beging inzwischen wie Seibold Selbstmord. Die Werner GmbH Westberlin wurde gegründet, um mit Hilfe der Bundesregierung und des Westberliner Senats die Berliner Maschinenbauindustrie vor der Pleite zu retten. Sie gehört seit 1966 zusammen mit anderen Westberliner Firmen wie Borsig, Schwartzkopff und Typograph zur Deutschen Industrieanlagen GmbH (DIAG, d.Vf.). Diese Gesellschaft ist zu 90% in Bundesbesitz.

Die Werner GmbH hat in Guinea vor allem Munitions- und Waffenfabriken gebaut, außerdem militärische Anlagen, die z.T. von der Bundesregierung finanziert wurden. Das bedeutet, daß ihr Chef alle militärischen Anlagen in Guinea genau kannte und auch einen Überblick über die wichtigsten Industrieanlagen hatte."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 10, Bochum 6.2.1971, S. 9f

Februar 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 7 des 'Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971, 15.3.1971) mit dem Leitartikel "Krisenzeichen bei Schwartzkopff: 200 Arbeitsplätze weniger".

Weitere Artikel sind:
- "Da hilft kein Kammerjäger mehr: Neue Garderoben müssen her!" im Gebäude A;
- "Für einen kämpferischen 1. Mai";
- "Mit der KPD/ML den Kampf in den Betrieben aufnehmen!" zu den Abgeordnetenhauswahlen (AW) u. a. zu einer SEW-Veranstaltung (vgl. 21.1.1971);
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" in Finnland und in Frankreich die Bergarbeiter in Lothringen.

Beigeheftet ist das 'Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML' Nr. 12 (vgl. Feb. 1971).
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 7, Berlin Feb. 1971; KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 12, Berlin Feb. 1971

März 1971:
Bei Schwartzkopff Berlin werden, laut SDA (vgl. Apr. 1971), diesen Monat wieder 15 Kollegen entlassen.
Q: Berliner Arbeiter Zeitung Nr. 4, Berlin Apr. 1971, S. 3

15.03.1971:
In Berlin erscheint 'Der Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB Nr. 8 (vgl. Feb. 1971, 16.3.1971) für März vermutlich Anfang dieser Woche mit dem Leitartikel "Wieder 50 Entlassungen - Arbeiter und Angestellte müssen gemeinsam kämpfen" zur Entlassung von weiteren 50 Angestellten wegen der EDV-Anlage bei Fritz Werner.

Weitere Artikel sind:
- "Unsere Probleme auf der Versammlung besprechen!" zur IGM-Mitgliederversammlung in der Kantine am 18.3.1971 um 16 Uhr;
- "Jugendvertretung tritt zurück!", was auf der Jugendversammlung am 29.3.1971 geschehen soll;
- "Zu kalt zum Arbeiten - Dreher gingen geschlossen" am 4.3.1971 in der Revolverdreherei, in der pro Schicht 9 Personen beschäftigt sind;
- "Die proletarische Revolution wird auch in der DDR siegen!";
- "Für einen kämpferischen 1. Mai!";
- "Die Arbeiterklasse kämpft und wird siegen" in Großbritannien.

Angekündigt wird der Verkauf der 'Roten Fahne' Nr. 5 (vgl. 15.3.1971) am Nachmittag.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 8, Berlin März 1971

16.03.1971:
In Berlin erscheint 'Der Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. 15.3.1971, 5.4.1971) vermutlich heute als Extrablatt "Streik in der Setzmaschine" zum gestrigen Streik in der Abteilung Setzmaschinen und anderer Abteilungen des Gebäudes A. Dieser Streik habe um 8 Uhr 30 begonnen und sich gegen die Entlassung von Hilfskräften gerichtet.

Die KPD/ML-ZB berichtet zentral:"
Die Westberliner MASCHINENBAU AG, vormals Schwartzkopff, ein Betrieb des bundeseigenen DIAG-Konzerns, rutscht immer mehr in die Krise. Der Auftragsbestand ist von 53, 5 Mio. Mark im Dezember 1970 auf 48, 5 Mio. Mark in Februar geschrumpft.

Sogenannte unproduktive Arbeiter und Angestellte werden entlassen, bzw. bei Ausscheiden nicht ersetzt. Die Belegschaftsstärke soll von zur Zeit noch rund 1 140 auf 1 000 gesenkt werden. Schon jetzt herrscht ein katastrophaler Mangel an Hilfskräften. Die Akkordarbeiter müssen immer öfter das Material selbst an den Arbeitsplatz schaffen oder Reinigungsarbeiten übernehmen.

Es werden Zeitaufnahmen gemacht, um die Akkordsätze zu erhöhen. Gegen diese Methoden der gesteigerten Arbeitshetze und Akkorddrückerei traten jetzt rund 100 Arbeiter des Setzmaschinenbaus in den Streik. Der Betriebsratsvorsitzende betätigte sich als Abwiegler. Er forderte die Kollegen auf, zwei Delegierte zu einer Verhandlung mit der Geschäftsleitung zu schicken und wieder an die Arbeit zu gehen. Dieser Verrat führte dazu, daß die Kapitalisten außer der unverbindlichen Zusage, die ungezieferverseuchten Garderoben in einem Gebäude noch in diesem Jahr zu renovieren, keinerlei Zugeständnisse zu machen brauchten.

Die Betriebsgruppe brachte am nächsten Tag ein Extrablatt heraus, in dem der Verrat des Betriebsratsvorsitzenden entlarvt wurde. Das Extrablatt wurde im Betrieb offen herumgereicht und von sehr vielen Kollegen zustimmenden kommentiert, auch von solchen, die bisher die regelmäßig erscheinende Betriebszeitung nicht genommen hatten."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 25, Bochum 31.3.1971, S.8; Der Schwartzkopff Hammer Extrablatt Streik in der Setzmaschine, Berlin März 1971

22.03.1971:
Vermutlich an diesem Tage gibt in Berlin die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die erste Nummer ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 23.4.1971) heraus, die auf den März datiert ist. Aus Berlin wird u.a. eingegangen auf die DIAG, wo Heinz Voigt (IGM-Bevollmächtigter) und Karl König (SPD-Wirtschaftssenator) im Aufsichtsrat sitzen.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 1, Berlin März 1971, S. 3

23.03.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB organisiert an diesem Tage, nach eigenen Angaben, eine Kurzdemonstration (wahrscheinlich eher eine der bei dieser Gruppe üblichen Kurzkundgebungen, d.Vf.) vor dem Betrieb.
Q: Der Schwartzkopff-Hammer Nr. 9, Berlin Apr. 1971, S. 8

April 1971:
In Berlin bringt die KPD/ML-ZB die Nr. 4 ihrer 'Roten Turbine' für die KWU (vgl. 10.3.1971, Mai 1971) heraus und berichtet über den Belegschaftsabbau um rund 200 bei Schwartzkopff.
Q: Rote Turbine Nr. 4, Berlin Apr. 1971, S. 4

April 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 10 von 'Rotlicht' - Zeitung der Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB (vgl. 15.3.1971, 13.5.1971) und berichtet über den Belegschaftsabbau um rund 200 bei Schwartzkopff.
Q: Rotlicht Nr. 10, Berlin Apr. 1971, S. 4

05.04.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB die Nr. 9 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 16.3.1971, 12.4.1971) vermutlich Anfang April heraus mit dem Leitartikel "Betriebsräte an der Kette" zum Streik in der Abteilung Setzmaschinenbau.

Weitere Artikel sind:
- "Uns wollen sie den Lohn drücken - Für Luther und Pankoke +18%" zu den Vorstandsmitgliedern;
- "Gegen das Kaffeekränzchen der Bonzen - Für eine Demonstration der Arbeiter am 1. Mai" worüber auf der Mitgliederversammlung am 18.3.1971 diskutiert wurde;
- "1. Mai-Demonstration im Wedding! SEW spaltet Mai-Komitee". Die KPD/ML-ZB wird deshalb nun im Wedding demonstrieren, während es die SEW nach Neukölln zieht;
- "Von der chinesischen Revolution lernen";
- "Dortmund: Hoesch-Arbeiter besetzen Rathaus" aus der 'Roten Fahne';
- "Kolleginnen und Kollegen!" zur eigenen Kurzkundgebung (vgl. 23.3.1971).
Q: Der Schwartzkopff-Hammer Nr. 9, Berlin Apr. 1971

05.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang dieser Woche die Nr. 11 des 'Klassenkampf - Ausgabe Fritz Werner' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 15.3.1971, 12.4.1971). Berichtet wird mit allgemeinen Artikeln, die auch in anderen Ausgaben des 'Klassenkampf' erscheinen, u.a. von Schwartzkopff (DIAG, 1080 Besch. im Wedding) über die Abteilung Setzmaschinen.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Fritz Werner Nr. 11, Berlin Apr. 1971

12.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 12 des 'Klassenkampf - Ausgabe KWU' für April als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 5.4.1971, 19.4.1971). Berichtet wird aus Berlin auch von Schwartzkopff Wedding.
Q: Klassenkampf - Ausgabe KWU Nr. 12, Berlin Apr. 1971, S. 3

Berlin_KWU035


22.04.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB die Nr. 5 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 2.4.1971, 14.5.1971) heraus, u.a. wird auf die Auswirkungen der Krise u.a. bei Schwartzkopff eingegangen.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 5, Berlin 22.4.1971

23.04.1971:
In der Nr. 2 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 22.3.1971, Mai 1971) geht die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB u.a. auf die Krise ein, u.a. anhand von Schwartzkopff.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 2, Berlin 23.4.1971

26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 13 des 'Klassenkampf - Ausgabe Borsig' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971). Berichtet wird aus dem Berliner IGM-Bereich von Schwartzkopff (DIAG) über Ausländer und Lehrlinge.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Borsig o. Nr. , Berlin Apr. 1971, S. 4

Berlin_Borsig025


26.04.1971:
Vermutlich Ende April gibt die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB ihren 'Schwartzkopff Hammer' Nr. 10 (vgl. 12.4.1971, 17.5.1971) heraus, der uns bisher noch nicht vorlag.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 9 und 11, Berlin Apr. 1971 bzw. Mai 1971

26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 13 des 'Klassenkampf - Ausgabe Loewe' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971). Berichtet wird aus dem Berliner IGM-Bereich u.a. von Schwartzkopff.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Loewe o. Nr. , Berlin Apr. 1971, S. 4

28.04.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 5 des 'NCR Arbeiters' (vgl. 6.4.1971, 19.5.1971) durch die entsprechende Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB und berichtet auch von Schwartzkopff Berlin: "Ende März streikten die Kollegen verschiedener Abteilungen gegen die Verunsicherung der Arbeitsplätze, die ständig steigende Arbeitshetze und gegen den Mangel von Hilfskräften in den Abteilungen."
Q: Der NCR Arbeiter Nr. 5, Berlin 28.4.1971, S. 8

03.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Bei der WESTBERLINER MASCHINENBAU AG, früher L. Schwartzkopff, einem Betrieb des DIAG-Konzerns müssen im Mai 85 Kollegen Kurzarbeit machen. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt für diese Kollegen 20 Stunden. Für weitere Abteilungen soll später Kurzarbeit eingeführt werden. Der Textilmaschinenbau, auf den rund 50% des Umsatzes entfallen, ist von der Krise besonders betroffen. Anfang des Jahres reichte der Auftragsbestand auf diesem Fertigungsbereich nur noch für eine kontinuierliche Produktion von vier Monaten. Die DIAG-Kapitalisten versuchen mit allen Mitteln die Arbeitsintensität zu steigern. Die Belegschaft wird um 200 auf rund 100 reduziert. Zugleich soll der Umsatz aber gehalten werden. Gegen die steigende Arbeitshetze und die ständige Akkorddrückerei streikten im März (vgl. S7.3.1971, d.Vf.) die Kollegen der Abteilung Setzmaschinenbau. Der Betriebsratsvorsitzende schlug vor, eine Delegation zu wählen, die mit der Direktion verhandeln sollte und forderte die Kollegen auf, wieder an die Arbeit zu gehen. Durch die Abwiegelei des Betriebsrates wurde der Streik abgebrochen, ohne daß den Kapitalisten ein wesentliches Zugeständnis abgerungen werden konnte."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 36, Bochum 12.5.1971, S. 7f

17.05.1971:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in Berlin die Nr. 11 von 'Der Schwartzkopff Hammer' (vgl. 26.4.1971, 7.6.1971) - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB für Mai mit dem Leitartikel "In der Setzmaschine: Angriff auf die Akkordpreise".

Weitere Artikel sind:
- "Arbeitereinheit schlägt Faschismus" zur Demonstration gegen den Bund Heimattreuer Jugend (BHJ - vgl. 14.5.1971):
- "Kolleginnen und Kollegen", worin berichtet wird, daß vor dem 1. Mai verschiedene Gruppen vor Schwartzkopff Flugblätter verteilt haben, obwohl die KPD/ML-ZB die einzige Gruppe ist, die dort mit einer Zelle und einer Betriebszeitung arbeitet;
- "Bericht über den Streik in den Renault-Werken" in Le Mans, Frankreich;
- "Der Rote 1. Mai - eine Ermutigung für den Kampf der Arbeiterklasse";
- "Private Bungalows in der DDR" aus dem 'KND'.

Geworben wird für die 'Rote Fahne' Nr. 9 vom 10.5.1971, die heute Nachmittag vorm Betrieb verkauft werde.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 11, Berlin Mai 1971

07.06.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 12 des 'Schwartzkopff Hammer' - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB (vgl. 17.5.1971, 29.6.1971) frühestens in dieser Woche mit dem Leitartikel "Verbesserung der Organisation nicht auf unsere Kosten", zu den Kündigungen von Arbeitern und von Angestellten in der Disposition, der Abteilung Setzmaschinen und der EDV-Abteilung, in dem es einleitend heißt: "Fußkranke Betriebe wie Schwartzkopff sind von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen." Berichtet wird über die Schließung der Offsetdruckmaschinenfabrik Kiekebusch in Spandau und der E. Linnhoff Gmbh in Berlin und Northeim (vgl. 20.8.1970).

Weitere Artikel sind:
- "Wird nicht besser unser Essen soll der Wirt es selber fressen" zum gestrigen Streik gegen die Kantine, deren Preise mit denen von KWU und Siemens verglichen werden;
- "Die Setzmaschinen soll den Karren aus dem Dreck ziehen" über die Setzmaschinenendmontage und die Zulieferabteilungen der Setzmaschinenabteilung;
- "Kurzarbeit geht weiter - Die allgemeine Krise nimmt zu" in der Allgemeinen Bohrerei und der Allgemeinen Fräserei, wobei auch berichtet wird über die fünf Wochen Kurzarbeit bei AEG Berlin-Sickingenstraße im März und April, bei Osram Berlin und Siemens München;
- "Hoesch-Kollegen fordert 15 Prozent" über die Hoesch Maschinenfabrik Deutschland (MFD) in Dortmund, deren Forderung zur MTR als angemessen betrachtet wird;
- "Verschärfte Krisenangriffe in der Stahlindustrie - 5000 HOAG Arbeiter wehren sich" zum Streik bei HOAG Oberhausen (vgl. 21.5.1971);
- Brief eines Kollegen", zu es heißt: "Der Kollege gab diesen Brief einen ihm bekannten Genossen im Betrieb."

Aufgerufen wird zu Veranstaltungen "Was will die KPD/ML?" am 25. und 28.6.1971, deren Ort und Zeit noch bekanntgegeben werde.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 12, Berlin Juni 1971

22.06.1971:
In der Nr. 7 ihrer Betriebszeitung für KWU-Berlin 'Rote Turbine' (vgl. Mai 1971, 17.7.1971) berichtet die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe von Schwartzkopff vom Kantinenstreik.
Q: Rote Turbine Nr. 7, Berlin 22.6.1971, S. 8

Berlin_KWU251


23.06.1971:
In der Nr. 13 ihres 'Rotlicht' (vgl. 4.6.1971, 16.8.1971) berichtet die Berliner Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB u.a. von Schwartzkopff über die Abteilung Setzmaschine bzw. den Kantinenstreik.
Q: Rotlicht Nr. 13, Berlin 23.6.1971, S. 5

Berlin_Osram_Rotlicht078


29.06.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 13 des 'Schwartzkopff-Hammer' (vgl. 7.6.1971, 20.7.1971) der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB mit dem Aufruf zur Veranstaltung "Was will die KPD/ML?" um 19 Uhr und dem Leitartikel "Kantinenstreik zu früh abgebrochen - Lernen wir aus dem Mißerfolg: Solidarischer zusammenhalten".
- "Betriebsleiter als Handlanger der Kapitalisten", der in Galvanik, Stechzeugschleiferei, Härterei und Werkzeugbau Ausbeutertum betreibe, was man aus einem Anruf erfuhr, wobei auch aus der Montageabteilung berichtet wird;
- "Unterstützen wir die Jugendvertreter beim Kampf um ihre Rechte" über die Jugendvertretung bzw. die Versetzung zweier Lehrlinge aus der Textilmaschinenendmontage in die Lehrwerkstatt wegen ihrem Engagement;
- "Mitbestimmung schafft die Krisen nicht ab" zur Rede von Vandrei, IGM-Bezirkssekretär für den Wedding, auf der letzten Betriebsversammlung;
- "Gewaltige Kämpfe der Chemiearbeiter in Nordrhein und Hessen" über die Chemietarifrunde (CTR der CPK);
- "50 Jahre Aufbau des Sozialismus in China";
- "SPD-Regierung statt Reformen Aufrüstung und Preistreiberei".
Q: Der Schwartzkopff-Hammer Nr. 13, Berlin Juni 1971

20.07.1971:
Die Nr. 14 des 'Schwartzkopff-Hammer' (vgl. 29.6.1971, 11.8.1971) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit dem Leitartikel "DIAG-Bosse kauften Schloss" nahe des Fritz Werner Hauptwerks in Geisenheim, während zugleich bei Schwartzkopff und im Fritz Werner Werk in Berlin-Marienfelde Kollegen entlassen werden.

Weitere Artikel sind:
- "IGM-Bonzen drücken 15%-Forderung" zur Metalltarifrunde (MTR);
- "Bauarbeiter gegen Leber" in Hessen;
- "Berliner Kollegen waren kampfbereit" über die Chemietarifrunde in Berlin (vgl. 2.7.1971) und der BRD;
- "Betriebsräte stützen Lohndiktat";
- "Staatsbetriebe im Kapitalismus - Kein Vorteil für die Arbeiter" zur DIAG.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 14, Berlin 20.7.1971

02.08.1971:
Es erscheint die Nr. 15 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 19.7.1971, 16.8.1971). Im Artikel "Die KPD/ML stärken. Der politische Kampf muß im Vordergrund stehen" heißt es zu den MTRs 1970 und 1971:"
In der Metalltarifrunde 1970 beteiligte sich die KPD/ML zum erstenmal in ihrer kurzen Geschichte am Massenkampf der westdeutschen und Westberliner Arbeiterklasse. Die Partei verteilte an vielen Betrieben Flugblätter und Betriebszeitungen, die den Lohnkampf der Metaller unterstützten und ihm mit der Hauptparole 'Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung - Die geschlossene Front der Arbeiterklasse' das politische Ziel zeigte. Auch 1971 wird die KPD/ML während der Metalltarifrunde klar und eindeutig das politische Ziel zeigen: Sie wird den Hauptschlag gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung führen. Sie wird zeigen, daß das Lohndiktat der wichtigste politische Angriff auf die Arbeiterklasse ist. Denn die westdeutsche und Westberliner Arbeiterklasse tritt immer breiter und massenhafter für Lohnforderungen in den Kampf. … Damit dieser Kampf sich nicht ausweitet, damit die Arbeiterklasse nicht zu politischen Forderungen übergeht, soll der Massenkampf durch das Lohndiktat von vornherein abgewürgt werden und zerstört werden. Deshalb geht die SPD-Regierung dazu über, die Gewerkschaften immer mehr zu verstaatlichen, um mit Hilfe der Gewerkschaftsführer den Kampf der Arbeiterklasse zu zerstören. Deshalb will sie der Arbeiterklasse das Recht rauben, im freien Kampf Lohnforderungen durchzusetzen. In der Metalltarifrunde geht es um mehr als um reine Lohnfragen. Es geht um die gesamte imperialistische Politik der SPD-Führer, gegen die die KPD/ML den Kampf führen wird. … Gegen diese Verratspolitik der SPD-Führer … muß der politische Kampf geführt werden. Das Zentralbüro der KPD/ML hatte mit der Hauptlosung 'Kampf dem Lohnraub! Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse' die richtige Richtung angegeben. Auf dem Höhepunkt der Kämpfe, als im Herbst hunderttausende Metaller und Stahlarbeiter spontan für 15 Prozent Lohnerhöhung in den Kampf traten, ging die Klarheit des politischen Kampfes dagegen in vielen Betriebszeitungen der KPD/ML verloren. Sie beschränkten sich nur noch auf den wirtschaftlichen Kampf und auf Aufrufe zum Streik. Hier zeigte sich die Jugend und Unerfahrenheit der Partei. An vielen Orten war die KPD/ML nicht Führerin, sondern ökonomistischer Nachtrab der Arbeiterklasse."

Nach der Auffassung der KPD/ML-ZB wurden fünf hauptsächliche Fehler gemacht:
- Es wurde versäumt, die Lohnkämpfe in den Zusammenhang mit der gesamten Politik der SPD-Führer zu stellen,
- Die Rolle der Gewerkschaftsführer wurde nicht entlarvt,
- Die DKP-Führung wurde nicht ausführlich genug angegriffen,
- Das Wesen der kapitalistischen Krise wurde nicht erklärt, und der Ausweg: die sozialistische Revolution nicht deutlich aufgezeigt,
- Die KPD/ML wurde nicht genügend als politische Partei der Arbeiterklasse dargestellt.
In dem Artikel werden u.a. die Betriebszeitungen 'Roter MAN Arbeiter' aus Augsburg in Bayern und 'Schwartzkopff-Hammer' aus Berlin erwähnt.
Q: Rote Fahne Nr. 15, Bochum 2.8.1971

11.08.1971:
Die Nr. 15 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 20.7.1971, 24.8.1971) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit dem Leitartikel "Aufruf des Zentralbüros der KPD/ML zur Metalltarifrunde '71: Kampf dem Lohndiktat der SPD-Regierung!" zur MTR. Angekündigt wird eine Kurzkundgebung vor dem Betrieb nach Betriebsschluß.

Weitere Artikel sind:
- "Geschlossen den Kampf im Betrieb aufnehmen" für 15% in der MTR und für ein 13. Monatsgehalt bei der DIAG;
- "Das Schloß der DIAG-Bosse" zum Schloß Reichartshausen in Hattenheim;
- "Arbeitereinheit schlägt Faschismus" mit dem Aufruf zur Antifa-Demonstration am 13.8.1971;
- "Kantinenessen muss besser werden".
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 15, Berlin 11.8.1971

24.08.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 16 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 11.8.1971, 8.9.1971) der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB mit dem Leitartikel "Die Handlanger der SPD-Regierung im Betrieb" zur letzten Gewerkschaftsversammlung am 17.3.1971.

Weitere Artikel sind:
- ein Bericht über einen Anschlag zu den Preissteigerungen am Schwarzen Brett der Abteilung Setzmaschine;
- "Offener Brief an die Mitglieder und Sympathisanten der SEW" wegen ihrer Nichtbeteiligung an der Demonstration gegen den BHJ am 13.8.1971.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 16, Berlin 24.8.1971

08.09.1971:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB die Nr. 17 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 24.8.1971, 15.9.1971) als Extrablatt "Heute gewerkschaftliche Mitgliederversammlung" heraus, das sich mit der Metalltarifrunde (MTR) befaßt.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 17, Berlin 8.9.1971

15.09.1971:
Die Nr. 18 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 8.9.1971, 27.9.1971) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit dem Leitartikel "SPD-Handlanger konnten die Kollegen nicht täuschen" zur gewerkschaftlichen Mitgliederversammlung am 8.9.1971.

Weitere Artikel sind:
- "Auftrag in Afrika - Westdeutsche Imperialisten auf dem Vormarsch" zum Schwartzkopff-Auftrag in Libyen;
- "Kampf den Handlanger der SPD-Regierung im Betrieb - Hein verleumdet Kommunisten" zur gewerkschaftlichen Mitgliederversammlung. Über die SPD-Betriebsgruppe heißt es, diese sei "angeblich existierend";
- "Für eine lineare Lohnerhöhung" in der Metalltarifrunde (MTR) mit Berichten von Klöckner Bremen und HDW Hamburg und Kiel;
- "Arbeiter, Jungarbeiter und Lehrlinge in einer Kampffront" zur Lehrlingsmetalltarifrunde (LMTR). Angegriffen werden die IG Metall Jugendgruppen "und ihnen hinterhertrabend Gruppen wie die KPD/AO" wegen deren Forderung nach 500 DM Lehrlingslohn an;
- "IGM-Bonze Sickert verbietet Veranstaltung der IGM-Jugendgruppen" am 2.9.1971.

Geworben wird für die 'Rote Fahne', die alle 14 Tage vorm Betrieb verkauft wird.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 18, Berlin 15.9.1971

27.09.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 19 des 'Schwartzkopff Hammers' (vgl. 8.9.1971, Okt. 1971) der KPD/ML-ZB als zweiseitiges Extrablatt "Einladung zum Diskussionsabend: Vorwärts mit der KPD/ML im Geiste Ernst Thälmanns" mit einem Aufruf zu einer Veranstaltung der Betriebsgruppe (vgl. 29.9.1971).
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 19, Berlin 27.9.1971

29.09.1971:
Für diesen Tag ruft die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB zum Besuch der Veranstaltung der Betriebsgruppe unter dem Motto "Vorwärts mit der KPD/ML im Geiste Ernst Thälmanns" in der Ostender Klause (Genter Str. Ecke Ostender Str.) im Wedding auf.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 19, Berlin 27.9.1971

Oktober 1971:
Bei Schwartzkopff Berlin gibt die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe vermutlich im Oktober zumindest eine Ausgabe, die Nr. 20 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 27.9.1971, 30.11.1971) heraus, eventuell auch die Nr. 21, die uns beide bisher nicht vorlagen.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 19 und 22, Berlin 27.9.1971 bzw. 30.11.1971

21.10.1971:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB das 'Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML' Nr. 27 (vgl. 23.10.1971) mit einem Umfang von zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Michael Schulte in Bochum heraus. Es enthält eine 'Erklärung der Landesleitungen der KPD/ML und des KJVD Westberlin' zur Metalltarifrunde (MTR), in der diese das 4, 5% Angebot der Metallkapitalisten ablehnen und die Forderung von Kollegen von Schwartzkopff, Osram, Siemens-Gartenfeld und KWU (rein zufällig gibt es in allen diesen Betrieben Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB, d.Vf.) nach einer Mitgliederversammlung (MV) der IG Metall (IGM) unterstützen.

Beigeheftet wurde das Extrablatt bei Osram, unter dem Kopf der eigenen Betriebszeitung erschien es bei NCR.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 27, Berlin 21.10.1971

18.11.1971:
Bei Schwartzkopff Berlin wird, laut KPD/ML-ZB, der Materialbereitsteller in der Abteilung Textilmaschinen, Wolfgang H., entlassen. Die KPD/ML-ZB zeigt sich solidarisch, kritisiert aber seine politischen Positionen. Er habe die Gewerkschaftsbürokratie als Wurzel allen Übels bezeichnet. In der Metalltarifrunde (MTR) sei er für eine Urabstimmung und eine Kampfdemonstration eingetreten.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 22, Berlin 30.11.1971; Der Rote Gartenfelder Extrablatt, Berlin 4.2.1972

30.11.1971:
Die Nr. 22 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. Okt. 1971, Dez. 1971) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit 2 Seiten DIN A 4 als Extrablatt "Maerker deckt politische Entlassung" (vgl. 18.11.1971).
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 22, Berlin 30.11.1971

Dezember 1971:
Bei Schwartzkopff in Berlin gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB bis zum 21.12.1971 die Nummern 23 und 24 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 30.11.1971, 22.12.1971) heraus, die uns bisher leider nicht vorlagen.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 22 und 25, Berlin 30.11.1971 bzw. 22.12.1971

15.12.1971:
In Berlin streiken, nach Berichten der KPD/ML-ZB, 10 000 Metaller in 14 oder 15 Betrieben gegen das 7, 5 Prozent Ergebnis der Tarifrunde, u.a. bei Borsig, Schwartzkopff, Osram und AEG.

Der gestrige Tarifabschluß war laut KPD/ML-ZB sehr niedrig:"
Darauf entstand unter den Westberliner Metallarbeitern eine große Unruhe. Die Kampfentschlossenheit wuchs ständig und die Gewerkschaftsführer mußten befürchten, die Kontrolle über die Bewegung zu verlieren. Deshalb versuchten sie, sich an die Spitze des Kampfes der Westberliner Metaller zu setzen und organisierten für den 15. in vielen Betrieben Proteststreiks. Trotzdem glitt ihnen die Bewegung immer mehr aus der Hand, wie die spontanen 15% Forderungen zeigten. Die IGM-Führer sahen sich gezwungen, die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Metallkapitalisten durchzusetzen. Gleichzeitig riefen sie für den 16. um 15. 30 Uhr zu einer Kundgebung auf.

Die Streiks wurden wahrscheinlich von Vertrauensleuten organisiert. Es ging um folgendes: Die IGM-Verhandlungskommission hatte schon dem Ergebnis von Nordwürttemberg/Nordbaden zugestimmt, hatte diese Zustimmung jedoch einen Tag später wieder zurückgezogen, weil die Unruhe in den Betrieben zu groß war und die IGM-Führer in Westberlin das 7, 5% Ergebnis schon zu lauthals abgelehnt hatten, wegen des unterschiedlichen Lohnniveaus zur BRD. Die Streiks sollten deshalb für 7, 8% geführt werden."

Laut KPD wird heute und morgen gestreikt bei den AEG Werken Brunnenstraße, Sickingenstraße, Schwedenstraße, Quickbornerstraße, Hydra, bei DWM-Waggon Union, Schwartzkopff, KWU, Bosch Photokino, Bosch Elektronik, Osram Helmholtzstraße, Berliner Kupferraffinerie, Gillette, KHD, Siemens Askania und bei Orenstein und Koppel (O+K).

Die RKJ der GIM berichtet:"
In Berlin legen in verschiedenen Betrieben mehrere Tausend Metallarbeiter für eine Stunde die Arbeit nieder. Die Berliner IG Metall verlangt eine 'Überwindung bestehender tariflicher Abstände zu vergleichbaren Tarifgebieten im Bundesgebiet' (SZ, 17.12.1971). Darüber soll im Januar verhandelt werden."
Q: Was Tun Nr. 1, Mannheim 1972, S. 9; Der Schwartzkopff Hammer Nr. 25, Berlin 22.12.1971;Rote Fahne Nr. 33, Berlin 31.12.1971;Der Rote Gartenfelder Nr. 18, Berlin 11.1.1972;Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 97, Bochum 18.12.1971, S. 14

16.12.1971:
Die KPD/ML-ZB führt in Berlin in den Moabiter Stephan-Lichtspielen eine Großveranstaltung u.a. zur Metalltarifrunde (MTR) durch, an der, nach eigenen Angaben, 400 Kollegen u.a. von Siemens, AEG, Schwartzkopff, Osram, NCR, AEG Turbine und Daimler-Benz teilnehmen.
Q: Rote Fahne Nr. 25, Bochum 20.12.1971; Der Rote Schaltwerker Nr. 13, Berlin 4.2.1972

22.12.1971:
In der Nr. 25 ihres 'Schwartzkopff-Hammer' (vgl. Dez. 1971, Jan. 1972) berichtet die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB in dem Extrablatt "Die Arbeiterklasse hat eine Alternative zu Vandrei, Maerker & Co" auf den 2 Seiten über den Streik der Berliner Metaller (u.a. bei Schwartzkopff) vom 15./16.12.1971.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 25, Berlin 22.12.1971

Januar 1972:
Vermutlich im Januar gibt die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB ihren 'Schwartzkopff Hammer' Nr. 26 (vgl. 22.12.1971, 9.2.1972) heraus, der sich mit den Betriebsratswahlen (BRW) befaßt und uns bisher noch nicht zugänglich war.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 25 und 27, Berlin 22.12.1971 bzw. 9.2.1972

20.01.1972:
Laut KPD/ML-ZB empfängt Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) in Bonn 60 Betriebsräte, "mit denen er eineinhalb Stunden eine Unterredung hatte. Bei diesem Gespräch waren auch der alte Arbeiterverräter Arendt und DGB-Oberbonze Vetter anwesend". Themen seien das BVG, die Betriebsratswahlen (BRW) und die Kommunistenverfolgung im Betrieb gewesen. U.a. wird über die Lage im Ruhrkohlebergbau gesprochen. Das Treffen kommt auf Initiative des sog. 'Arbeiternehmerbeirats' beim Parteivorstand der SPD zustande. An dem Treffen nehmen u.a. teil: Karl Heinz Trojahn (Zeche Hugo Gelsenkirchen), H. Preuß (Zeche Schlegel und Eisen Herten), Ferdi Nieswandt (Krupp Bochum), W. Tebbe (Hoesch Phoenix Dortmund) aus NRW sowie aus Berlin Betriebsräte von KWU (3), NCR, Schwartzkopff und AEG Sickingenstraße. In den Berliner Betriebszeitungen der KPD/ML-ZB wird als Thema des Treffens die Bekämpfung der KPD/ML-ZB angegeben, denn nicht nur zufällig seien gerade Betriebsräte der Berliner Betriebe anwesend gewesen, in denen es Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB gäbe. Die Veranstaltung habe unter dem Motto "Die KPD/ML und die Kommunistenbekämpfung" gestanden.

Die KPD (vgl. 10.3.1972) berichtet:"
Im Januar gab Brandt ein Treffen in seinem Bungalow für 60 Betriebsratsvorsitzende, um noch einmal seine 'Verbundenheit' mit der Arbeiterklasse zu demonstrieren, Hauptabsicht war natürlich, alle SPD-Betriebsräte erneut auf die arbeiterfeindliche Politik der Regierung zu verpflichten."

In Baden-Württemberg berichtet der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg nichts über die KPD/ML sondern nur über die Beeinflussung der BRW.

In Berlin berichten von der Tagung die Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB im IGM-Bereich bei KWU (vgl. 26.1.1972, 10.2.1972), NCR (vgl. 3.2.1972) sowie bei Siemens (vgl. 4.2.1972).

In Hamburg bereichtet der KB im Chemiebereich (vgl. 25.2.1972).

In Niedersachsen berichtet die Göttinger Betriebszeitung (vgl. 11.4.1972).

In NRW berichten in Dortmund im IGM-Bereich die KPD/ML-ZB Betriebsgruppen Hoesch Westfalenhütte und Phoenix Dortmund (vgl. 9.3.1972, bzw. 13.3.1972 und 10.4.1972) sowie die KPD bei der Hoesch Westfalenhütte (vgl. 8.3.1972).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr. 11, Dortmund 8.3.1972, S. 1; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 7, Bochum 26.1.1972;Rote Fahne Nr. 38, Dortmund 10.3.1972, S. 6;Rote Turbine Extrablatt, Berlin 26.1.1972 bzw. 10.2.1972;Der rote Schaltwerker Extrablatt, Berlin 4.2.1972;Der Rote Gartenfelder Extrablatt, Berlin 4.2.1972;Der NCR Arbeiter Nr. 3, Berlin 3.2.1972;Die Rote Westfalenwalze Demokratische Wahlen? oder Wahlzauber! und Jetzt erst recht, Dortmund o. J. (März 1972) bzw. o. J. (März 1972), S. 7 bzw. S.5;Das Rote Schwungrad Betriebsratswahlen 1972, Dortmund o. J. (Apr. 1972), S. 1;Der Chemiearbeiter Nr. 14, Hamburg 25.2.1972, S. 1;Göttinger Betriebszeitung Nr. 29, Göttingen 11.4.1972, S. 6ff;Klassenkampf Extrablatt Rhodia, Freiburg 28.2.1972, S. 2;Klassenkampf, Freiburg 2.3.1972, S. 1

GBZ301

GBZ302

GBZ303


07.02.1972:
Der Berliner Bürgermeister Klaus Schütz lud Betriebsräte von Schwartzkopff und zwei anderen Betrieben zum Essen ein.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 27, Berlin 9.2.1972, S. 10

Berlin_Schwartzkopff167


09.02.1972:
Die Nr. 27 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. Jan. 1972, 23.2.1972) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit dem Leitartikel "Die Arbeiterklasse wird sich nicht unterdrücken lassen" u. a. zu einer politischen Entlassung bei KWU.

Weitere Artikel sind:
- "Nicht nach ihren Worten, nach ihren Taten werden wir sie beurteilen" zur gewerkschaftlichen Mitgliederversammlung mit rund 150 Teilnehmern, auf der der Vorsitzende der SPD-Betriebsgruppe bei der Wahl zur Vertreterversammlung der Berliner IG Metall den letzten Platz belegt habe;
- "Selbstkritik" zum nicht erschienenen Extrablatt zur IGM-Versammlung, wobei eingeräumt wird: "Wir wurden von dem Streik der über 10 000 westberliner (am 15./16.12.1971, d.Vf.) Arbeiter vollkommen überrascht.";
- "Damit wir sie kontrollieren und beurteilen können: Betriebsräte müssen Rechenschaft ablegen!" zu den Betriebsratswahlen (BRW);
- "Betriebsräte bei Schütz" am 7.2.1972.

Heute soll vor dem Betrieb die 'Rote Fahne' (vgl. 7.2.1972) verkauft werden. Während die Verantwortung wie seit längerem von Michael Schulte Bochum übernommen wird, dient als Berliner Kontaktadresse nun Das Arbeiterbuch in Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 70.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 27, Berlin 9.2.1972

14.02.1972:
In der Nr. 32 ihres 'Rotlicht' (vgl. 8.2.1972, 22.2.1972) nimmt die Berliner Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB zu den Betriebsratswahlen (BRW) Stellung, die in Berlin in mindestens 9 Betrieben (u.a. Schwartzkopff und AEG Brunnenstraße) angefochten worden seien.
Q: Rotlicht Nr. 32, Berlin 14.2.1972; KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML, Berlin o.J. (13.5.1972);Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 25, Bochum 28.3.1972

23.02.1972:
In der Nr. 28 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 9.2.1972, 24.2.1972) legt die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB ihr betriebliches Kampfprogramm "Weg mit den Regierungsknechten! Für klassenkämpferische Betriebsräte!" vor, welches sie "nach gemeinsamer Beratung mit einer Anzahl parteiloser Kollegen" formuliert habe. Eingegangen wird u.a. auf Lehrlinge, Frauen und Angestellte, die Metallindustrie in Hamburg und Bremen sowie die Berliner Betriebe KWU und DIAG. Die Verantwortung übernimmt nun Horst Kwiatkowski in Berlin statt wie bisher Michael Schulte in Bochum.

Aufgerufen wird zur Fahrpreisdemonstration am 26.2.1972.
Bei der Verteilung der Zeitung am Morgen erscheinen, nach Bericht der KPD/ML-ZB, zwei Polizisten, am Nachmittag beim Verkauf der 'Roten Fahne' (vgl. 21.2.1972) der KPD/ML-ZB gar sechs, die versuchen den Verkauf zu verhindern und die Stellschilder einzusammeln. Durch die Solidarität der Kollegen aber habe die Polizei sich damit begnügen müssen Plakate von den Wänden abzureißen.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 28 und 29, Berlin 23.2.1972 und 24.2.1972

24.02.1972:
In einer als Extrablatt erscheinenden Nr. 29 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 23.2.1972, 10.3.1972) informiert die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB auf den 2 Seiten DIN A 4 über den Polizeieinsatz gegen ihre Verteiler und 'Rote Fahne'-Verkäufer am Vortag und kündigt sogleich für den Nachmittag einen weiteren 'Rote Fahne'-Verkauf an. Eingegangen wird auf die politischen Entlassungen bei KWU und jetzt auch bei NCR, wo ein Genosse rausflog.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 29, Berlin 24.2.1972

09.03.1972:
Bei Schwartzkopff Berlin wird, laut der dortigen Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB, überall im Betrieb ein Flugblatt der Einheitsfront Schwartzkopff verteilt.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 32, Berlin 10.3.1972

10.03.1972:
Die Nr. 32 des 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 24.2.1972, 18.4.1972) der Betriebsgruppe Schwartzkopff der Berliner KPD/ML-ZB erscheint unter der Überschrift "Betriebsrat würgte Mitgliederversammlung ab" und berichtet über das am Vortag verteilte Flugblatt der 'Einheitsfront Schwartzkopff' (hinter der u.a. sie selbst steckt) und befaßt sich auch mit der Jugendvertretung. Zwischen dem 24.2.1972 und heute erschienen vermutlich auch die Nummern 30 und 31, die uns bisher nicht vorlagen.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 32, Berlin 10.3.1972

18.04.1972:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB ein 'Extrablatt der KPD/ML' (vgl. 26.2.1972, 19.6.1972) heraus, in dem zum Besuch der noch am selben Tage stattfindenden Veranstaltung der KPD/ML-ZB und des KJVD 'Betriebsratswahlen und der 1.Mai!' aufgerufen wird. Verteilt wird dieses Extrablatt u.a. im IGM-Bereich bei Schwartzkopff.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML, Berlin o.J. (18.4.1972)

18.04.1972:
Die Nr. 35 des 'Schwartzkopff Hammers' (vgl. 10.3.1972) der Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB erscheint mit dem Leitartikel "Worum geht es in der Betriebsratswahl?" zu den BRW.

Weitere Artikel sind:
- "Arbeiterkorrespondenz" über die Lehrlinge, die zum Großteil donnerstags in der Berufsschule waren, als die Jugendversammlung und die IGM-Versammlung stattfanden;
- "Rationalisierung auf Kosten unserer Gesundheit" zur Entlassung der Werkskrankenschwester;
- "Ostdebatte im Bundestag" zu den Ostverträgen.

In einem beigehefteten 'Extrablatt der KPD/ML' wird zum Besuch der noch am selben Tage stattfindenden Veranstaltung der KPD/ML-ZB und des KJVD "Betriebsratswahlen und der 1.Mai!" aufgerufen.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 35, Berlin 18.4.1972; KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Veranstaltung der KPD/ML und des KJVD, Berlin o.J. (18.4.1972)

24.07.1972:
Es erscheint die Nr. 15 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 10.7.1972, 7.8.1972). Eine Betriebsgruppe bestehe u.a. bei Schwartzkopff Berlin.
Q: Rote Fahne Nr. 15, Bochum 24.7.1972

02.09.1972:
Es erscheint die Nr. 18 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 21.8.1972, 18.9.1972). Eine Betriebsgruppe bestehe u.a. bei Schwartzkopff Berlin.
Q: Rote Fahne Nr. 18, Bochum 2.9.1972

11.04.1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.5 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. März 1973, 28.5.1973) heraus. Aus Berlin wird u.a. von der Lehrlingsmetalltarifrunde (LMTR) der IGM berichtet, u.a. von Schwartzkopff.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 5, Dortmund Apr. 1973, S. 4

KJV136


Juli 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 28.5.1973, Sept. 1973) für Juli heraus. Aus Berlin wird auch berichtet von der Lehrlingsmetalltarifrunde (LMTR) der IGM über den Kampfausschuß zur LMTR, in dem auch Jugendliche von Schwartzkopff arbeiten.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 7, Dortmund Juli 1973, S. 2

Letzte Änderung: 03.10.2020