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Afghanistan

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 14.9.2007

Hier werden nur wenige der vorliegenden Materialien vorgestellt, die überwiegend Bezug nehmen auf Afghanen in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin, bei denen es sich vermutlich überwiegend um Studenten handelte.

Erst recht spät, im Rahmen der Kampagne gegen die Ausländergesetze 1972 kann hier erstmals eine Organisation von Afghanen dokumentiert werden, die Afghanische Studentenvereinigung (AfSV) Westberlin, die sich an den einschlägigen Aktivitäten beteiligt (vgl. 20.6.1972, 27.7.1972).

Zur gleichen Zeit scheint aber bereits die Sowjetunion ihren Einfluss in Afghanistan geltend zu machen zu suchen (vgl. 19.7.1972).

Aus der örtlichen Studentenvereinigung in Westberlin ist Anfang Januar 1973 offenbar bereits eine bundesweite Organisation entstanden, die sich im Verein mit ihren Freunden von der KPD auch an der Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 14.1.1973) beteiligt. Wiederum die KPD erhellt auch die historischen Grundlagen der späteren marxistisch-leninistischen Positionen gegenüber dem afghanischen Befreiungskampf (vgl. 21.3.1973). Gegen das drohende Verbot der KPD protestiert dann natürlich auch wiederum u.a. die AfSV Westberlin (vgl. 16.5.1973).

In München gibt es nun die eventuell nicht rein studentischen ML Afghanistan, die vermutlich eher der KPD/ML befreundet sind (vgl. 28.5.1973), in Hamburg betätigt sich eine Afghanische Studentenvereinigung gegen das KPD-Verbot (vgl. 20.6.1973) und anreisende chilenische Faschisten (vgl. 17.11.1973), arbeiten dabei aber offenbar teils mit dem KBW zusammen. Auch die KPD/ML aber scheint in Hamburg Freunde aus Afghanistan zu haben (vgl. 1.5.1974). Sowohl in Westberlin (vgl. 19.2.1975), als auch in Marburg (vgl. 3.5.1976) engagieren sich afghanische Studenten gegen die Abschiebung fortschrittlicher Hochschulangehöriger.

Plakat der Generalunion Afghanischer Studenten (GUAFS): Freiheit für die patriotischen politischen Gefangenen in Afghanistan. Nieder mit dem sozialfaschistischen Regime in AfghanistanNun aber brechen die Widersprüche auf zwischen den, ihre Heimat von der Sowjetunion akut bedroht sehenden, Afghanen der ML-Provenienz und ihren Freunden sowie anderen bundesdeutschen Linken, was – als Vorgeschmack auf den späteren Konflikt - zuerst aus Hannover berichtet wird (vgl. 2.6.1976). Die Afghanische Studenten haben sich mittlerweile als Generalunion Afghanischer Studenten (GUAFS) organisiert (vgl. 13.11.1976), werden von der KPD, die auch das Vordringen des sowjetischen 'Sozialimperialismus' in Afghanistan enthüllt, vermutlich wohlwollend betrachtet (vgl. 12.1.1977).

Nach einer gewissen zeitlichen Lücke dieser Darstellung allerdings scheint die GUAFS ab Anfang 1980 fest eingebunden in eine Tendenz, die in ihren bundesdeutschen und Westberliner Bestandteilen aus der KPD/ML hervorging und sich länger um eine Erarbeitung der theoretischen Grundlagen der Revolution bemühte, die Gruppen um GDS und WBK (vgl. Jan. 1980, 26.1.1980), die u.a. in Frankfurt gegen die sowjetische Invasion in Afghanistan aktiv sind. Just dort kommt es dann auch zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der GUAFS und der TLD, wobei die TLD die Präsenz der Sowjetunion in Afghanistan mit dem ihr stets eigenen Fanatismus – oder sollte man dies ungehemmten revolutionären Elan nennen? - glorifizieren wollte, verstand sie dies doch als beste Vorbeugung gegen die Bestrebungen der islamistischen Reaktionäre (vgl. 25.1.1980).

Während die Darstellungen über den Vorfall äußerst widersprüchlich sind, scheint die GUAFS doch in Teilen der bundesdeutschen Linken für den Aggressor gehalten zu werden (vgl. 28.1.1980, 30.1.1980). Die TLD aber kann in Frankfurt unbehelligt von Angriffen ihre eigene Veranstaltung für den Einmarsch der Sowjetunion abhalten (vgl. 29.1.1980). Die Gegenfraktion äußert sich allein publizistisch (vgl. Feb. 1980), demonstriert später bundesweit gegen die SU-Invasion (vgl. 23.2.1980).

Die GUAFS ist jetzt regelmäßig Teilnehmer der Aktivitäten dieser Strömung und wird in den Publikationen der anderen Gruppen öfter erwähnt (vgl. Apr. 1980, 1.5.1980).

Abgrenzungen werden nun aber vollzogen einerseits innerhalb der grünen Wahlbewegung gegen die Befürworter der sowjetischen Invasion (vgl. 4.3.1981), andererseits aber auch in den Reihen der Gegner des sowjetischen Einmarsches (vgl. Sept. 1981), wird doch zumindest auch für GDS der ultrareaktionäre Charakter der islamistischen Kräfte unübersehbar. Vermutlich aus einzelnen Mitgliedern, u.a. der GUAFS, ist mittlerweile die AKHGAR (Kommunistische Partei Afghanistans/ML - Aufbauorganisation) entstanden, die weiterhin demselben Kreis um GDS, MLPÖ und WBK verbunden bleibt (vgl. 26.9.1981, 8.3.1982, 10.4.1982). Auch die GUAFS aber bleibt existent (vgl. Dez. 1981), von GDS stammt das letzte hier angeführte Dokument der linken Solidarität (vgl. Dez. 1983), bevor diese Darstellung mit dem Mord des braunen deutschen Abschaums an einem Afghanen ihr derzeitiges trauriges Ende findet (vgl. 23.2.1991).



Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

20.06.1972:
In Berlin ruft die LgdI für heute mit einem Flugblatt "L.g.d.I." zu einer Veranstaltung im Audimax der TU auf. U.a. wird darin berichtet über die geplatzte Aktionseinheit für die nicht durchgeführte Vietnamdemonstration am 16.6.1972 und enthalten ist eine Einladung zur Aktionseinheit für die Demonstration am 23.6.1972, die sich u.a. richtet an: Afghanischer Studentenverein.
=LgdI:L.g.d.I,Berlin o.J. (1972)

19.07.1972:
In der Nr.52 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 12.7.1972, 26.7.1972) wird u.a. auf die Aggressionen der SU gegen Afghanistan eingegangen.
=Rote Fahne Nr.52,Dortmund 19.7.1972

27.07.1972:
Laut KPD/ML-ZB hat sich in Berlin "auf Initiative der CISNU, einer Vereinigung Persischer Studenten in Westberlin, und der Initiativgruppe zur Unterstützung ausländischer Demokraten und Kommunisten ein Ausschuß zum Kampf gegen das reaktionäre Ausländergesetz gebildet."
Das Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen wird entweder damit heute oder in den nächsten Tagen, auf jeden Fall aber vor dem 9.8.1972 gegründet. Ihm gehört, laut KPD und KPD/ML-ZB, neben ihnen selbst auch die Afghanische Studentenvereinigung an. Die selben Gruppen geben auch sowohl eine Plattform als auch ein Flugblatt unter dem Titel "Kampf den reaktionären Ausländergesetzen" heraus.
=Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen:Kampf den reaktionären Ausländergesetzen, Berlin o.J. (1972);
Berliner Komitee Kampf den reaktionären Ausländergesetzen:Plattform Kampf den reaktionären Ausländergesetzen, Berlin o.J. (1972);
Rote Fahne Nr.55,Dortmund 9.8.1972,S.2;
Rote Fahne Nr.16,Bochum 7.8.1972,S.7


14.01.1973:
Zentrale Vietnamdemonstration in Bonn (vgl. 7.1.1973, 20.1.1973).

Ca. 8 000 Teilnehmer marschieren, laut KPD, in dem Block von KPD, NVK, LgdI, KJV, KSV, KOV, der TTIA Irak und der Organisation afghanischer Studenten im Ausland.
=Rote Presse Korrespondenz Nr.3/4,Berlin ***1973,S.7;
Rote Fahne Nr.2 und 3,Dortmund 10.1.1973 bzw. 17.1.1973


21.03.1973:
Die KPD berichtet aus dem Iran:"
PERSISCHE KONTROLLE DES PERSISCHEN ERDÖLS - IM AUFTRAG DER MONOPOLE!

'Persien besitzt jetzt die Kontrolle über sein Erdöl' wußten in der vergangenen Woche bürgerliche Zeitungen zu berichten. Der Schah selbst ließ verkünden, ab 21.3.1973 gehe die Leitung der Erdölförderung in persische Hände über. War dem Schah von Persien mit Hilfe eines neuen Vertrags der Sprung ins Lager der antiimperialistischen nationalen Bourgeoisie geglückt? Hatte er sich zu einem gegen die Interessen der Monopole handelnden Herrscher, zu einer Art 'Emir von Afghanistan' gewandelt, über den und seinesgleichen Stalin in den Grundlagen des Leninismus schreibt: 'Der Kampf des Emirs von Afghanistan für die Unabhängigkeit Afghanistans ist objektiv ein revolutionärer Kampf, trotz der monarchistischen Anschauungen des Emirs und seiner Kampfgefährten, denn dieser Kampf schwächt, zersetzt, unterhöhlt den Imperialismus...'?"
=Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.6

16.05.1973:
Vermutlich frühestens heute wird die die folgende Resolution verabschiedet, die u.a. durch die KPD (vgl. 23.5.1973) und das Komitee Hände weg von der KPD (vgl. 23.6.1973) veröffenticht wird:"
AUS DER GEMEINSAMEN PROTESTRESOLUTION

...Die unterzeichnenden Organisationen betrachten die Verfolgungsmaßnahmen gegen die KPD, ihre Massenorganisationen, die Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) und das Nationale Vietnamkomitee (NVK,d.Vf.) als weiteren verschärften Angriff auf die gesamte antiimperialistische Bewegung in der BRD und gegen die gemeinsame Kampffront deutscher und ausländischer Arbeiter zur Durchsetzung der volksfeindlichen Ziele des BRD-Imperialismus. Sie verurteilen den Polizeiterror gegen die KPD und erklären sich mit ihrem Kampf gegen die weitere Illegalisierung und Kriminalisierung solidarisch. Sie fordern die sofortige Freilassung von Jürgen Horlemann, Ulrich Kranzusch und allen anderen widerrechtlich inhaftierten politischen Gefangenen. Sie versichern, daß sie alles in ihren Kräften stehende tun werden, um gemeinsam mit den betroffenen Organisationen diese erneuten Angriffe des Staatsapparates zu vereiteln...

EKKE (Griechenland,d.Vf.)
TTIA (Irak,d.Vf.)
Äthiopischer Studentenverband (ÄSV,d.Vf.)
Revolutionäre der Türkei
Afghanische Studentenvereinigung (AfSV,d.Vf.)
CISNU (Iran,d.Vf.), Westberlin"

Nicht ganz klar ist, ob es sich bei den unterzeichnenden Organisationen jeweils um die zentrale Führung oder - wie bei der CISNU - um die Berliner Leitung handelt.
=Komitee Hände weg von der KPD:Bulletin Nr.1,Köln o.J. (1973),S.13;
Rote Fahne Nr.21,Dortmund 23.5.1973,S.8


28.05.1973:
Die KPD/ML (vgl. 9.6.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche von einer Veranstaltung in München, auf der sich 250 Personen, u.a. auch aus Ingolstadt und Nürnberg, u.a. aus den Münchner Organisation CISNU Iran, ML Afghanistan, RFFK der KPD, Schulkampf-Freundeskreis des KOV der KPD sowie der LgdI der KPD mit Ernst Aust solidarisch erklärten.
=Roter Morgen Nr. 22,Dortmund 9.6.1973

20.06.1973:
In der Nr.25 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 13.6.1973, 27.6.1973) erscheint ein Aufruf zur Demonstration "Hände weg von der KPD!" am 23.6.1973 in Karlsruhe. Dieser Aufruf wird u.a. unterstützt durch die Afghanische Studentenvereinigung (AfSV) Hamburg.
=Rote Fahne Nr.25,Dortmund 20.6.1973

17.11.1973:
In Hamburg demonstrieren, laut KPD, rund 1 200 gegen den CDU-Parteitag und den Auftritt des Chilenen Frey auf diesem.
Im KBW gab der Ständige Ausschuß des ZK (StA) am 12.11.11973 bekannt:"
BETR.: CHILEDEMONSTRATION ANLÄSSLICH DES FREIBESUCHS IN HAMBURG AM SAMSTAG, DEN 17.11.1973 UM 11.00 UHR SAMMELN am Besenbinderhof vor dem DGB-Haus.

Wie Ihr wißt und aus der KVZ Nr.6 (vgl. 7.11.1973,d.Vf.) entnehmen konntet, führt die Hamburger Ortsgruppe anläßlich der Einladung Freis zum Parteitag der CDU eine Demonstration durch. Sie hat dazu eine örtliche Aktionseinheit gebildet an der bisher die PCE (Spanien, d.Vf.), die CISNU (Iran,d.Vf.), die Befreiungsfront Eritrea, der Afghanische Studentenverein und die AELA (Lateinamerika,d.Vf.) teilnehmen. Der KB Nord hat sich bisher noch nicht entschieden. Gruppe Rote Fahne und KPD/ML werden sich wohl mit eigenen Blöcken anschließen. DKP, MSB, Jusos dagegen rufen für Freitag zu einer Demonstration auf, weil die DKP, wie unseren Genossen erklärt wurde, mit dem KBW grundsätzlich keine Aktionseinheit eingeht."
=KBW-ZK-StA:Rundbrief Nr.17,Mannheim 12.11.1973,S.1;
Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973;
KPD, KSV, LgdI:Kein Vertreter der faschistischen Bluthunde Chiles kann in Hamburg geduldet werden!,Hamburg 1973


01.05.1974:
In Hamburg kommen, laut KB, ca. 10 000 Menschen zur Demonstration des DGB KJA, ca. 15 000 zur Kundgebung des DGB, auch der KB selbst.
Die KPD/ML führt eine Maidemonstration mit, nach eigenen Angaben (vgl. 11.5.1974), 400 Arbeitern, Schülern und Studenten durch, an der sich auch Afghanen und Türken beteiligen. Sie wollte auch eine Maiveranstaltung mit Ernst Aust in Wilhelmsburg machen. KPD und KB hätten beim DGB mitgemacht.
=Roter Morgen Nr.17 und 19,Dortmund 27.4.1974 bzw. 11.5.1974;
Arbeiterkampf Extrablatt zum 1.5.1974 und Nr.44,Hamburg 1974 bzw. 22.5.1974, o.S. bzw. S.10 und 12


19.02.1975:
Zu einer Veranstaltung für Takuya Yokoi in der TU Berlin (TUB), Raum H 110, riefen die AELA Lateinamerika, der Afghanische Studentenverein (AfSV), die Äthiopische Studenten Union (ÄSU) West-Berlin, Iranischer Studentenverein (ISV-CISNU), KHG des KBW, eine japanische Gruppe, das Sozialistische Plenum (SP), die Studentische Selbstverwaltung Dauerwaldweg, der Südostasiatische Studentenverein, der Verein für internationale Studentenarbeit e.V., die AASPE Griechenland und der Provisorische Ausländerrat u.a. mit einem Flugblatt "Sofortige Rückkehr von Takuya Yokoi nach Westberlin" auf.
=AELA, AfSV, ÄSU u.a.:Sofortige Rückkehr von Takuya Yokoi nach Westberlin,Berlin o.J. (1975)

03.05.1976:
Die KPD berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Marburg von der drohenden Abschiebung des syrischen Medizinstudenten Nabil Fanary, gegen die sich u.a. der eigene KSV und afghanische Studenten wenden. Leider nur werden sowohl die Fachschaft Medizin als auch der AStA der Uni vom MSB Spartakus der DKP kontrolliert.
=Rote Fahne Nr.19,Köln 12.5.1976

02.06.1976:
In Hannover veranstalten die ausländischen Studentenvereine, laut KB, in der TU einen Internationalen Abend. Vom KB heißt es dazu:"
Trotz massiven Widerstands der ausländischen Nachbeter der chinesischen Außenpolitik bestanden die fortschrittlichen Studentenvereine darauf, den Sieg des revolutionären Befreiungskampfes des angolanischen Volkes unter Führung der MPLA in den Mittelpunkt der Veranstaltung zu stellen.

Sowohl die 'ML'- Abspaltung der iranischen Studentenorganisation CISNU, als auch die afghanischen und türkischen ML-Studenten im Verein mit ihren westdeutschen Kumpanen (KBW, KPD, KPD/ML) rächten sich dann während der Veranstaltung, indem sie den Büchertisch des KB im Vorraum, wo wir besonders Afrika-Broschüren etc. anboten, kurz und klein schlugen ...

Die CISNU (Hannover), die Afrikanische Studentenorganisation Hannover (ASTOH) und der KB haben inzwischen eine gemeinsame öffentliche Erklärung herausgegeben, wo sie über die unverschämte Aktion der MLer informierten und zum offenen Bruch mit ihnen innerhalb der antiimperialistischen Bewegung aufrufen."
=Arbeiterkampf Nr.84,Hamburg 12.7.1976,S.59;
Rote Fahne Pressedienst Nr.21,Köln 25.5.1976


13.11.1976:
An der FIS bzw. CISNU-Demonstration in Frankfurt beteiligen sich, laut KPD/ML, über 1 300 Iraner sowie Anhänger von GUAFS Afghanistan, ATIF und ATÖF Türkei, FRAP Spanien und KPD/ML.
=Roter Morgen Nr.49 und 50,Dortmund 3.12.1976 bzw. 10.12.1976

12.01.1977:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.2 (vgl. 5.1.1977, 19.1.1977) heraus, in der u.a. berichtet wird über das Vorgehen der SU gegen Australien, Bangla Desh und Afghanistan, wobei die GUAFS Erwähnung findet.
=Rote Fahne Nr.48,Köln 1.12.1976

Januar 1980:
Wahrscheinlich im Januar erscheint der Aufruf:"
Kampf gegen jegliche Aggression aller Imperialisten in Afghanistan, im Iran und in der Türkei. Russische Sozialimperialisten raus aus Afghanistan!".
Der Aufruf ist unterzeichnet von:
- ATIF (Föderation der Arbeiter aus der Türkei in der BRD und Westberlin),
- ATÖF (Föderation der Studenten aus der Türkei/Ausland (Mitglied der TÖF),
- GUAFS (Generalunion afghanischer Studenten),
- CISNU (Conföderation Iranischer Studenten/Nationalunion (Darmstädter Zentrale)),
- 'Fight Back' (Revolutionäre Stimme der US-GIs in Europa),
- GDS,
- Lateinamerika-Initiative/Frankfurt (LI),
- SHI,
- Multinationales Zentrum (MZ) Neu-Isenburg,
- KAWA (Revolutionäre kurdische Organisation).
Diese Gruppen trafen sich bereits auch schon in diesem Monat, um folgende Parolen zum Gegenstand für eine Demonstration in Frankfurt (vgl. 26.1.1980) zu machen:
- Gegen die Kriegsvorbereitungen der Imperialisten im Nahen Osten,
- Gegen jegliche US-Aggression im Iran,
- Für die Auslieferung des Schahs an das iranische Volk,
- Selbstbestimmungsrecht für alle Völker im Iran,
- UdSSR raus aus Afghanistan,
- Es lebe der Befreiungskampf der Völker Afghanistans,
- Weg mit dem Kriegsrecht in der Türkei.
Aufgerufen wird auch zur Demonstration in Köln am 23.2.1980.
=Aufruf von ATIF,ATÖF,GUAFS,CISNU,Fight Back,GDS,LI Frankfurt,SHI,MZ Neu Isenburg,KAWA:Kampf gegen jegliche Aggression aller Imperialisten in Afghanistan, im Iran und in der Türkei. Russische Sozialimperialisten raus aus Afghanistan,Frankfurt 1980

25.01.1980:
Laut KB "wurden auf einem teach-in an der Frankfurter Universität Mitglieder der Trotzkistischen Liga Deutschlands von stalinistischen Vaterlandsverteidigern überfallen und mit Gewalt aus dem Saal geprügelt. Mindestens drei TLDler (Trotzkistische Liga Deutschlands) wurden verletzt, einer davon - wie sich später heraustellte - durch einen Messerstich in den Rücken. ...
Die an der Schlägerei beteiligten Organisationen haben inzwischen jeden Vorwurf von sich zurückgewiesen; für die Verletzungen trügen sie keine Verantwortung. Bei der Vertreibung der TLDler habe es sich um gerechtfertigte Aktionen gegen trotzkistische Provokateure gehandelt". Zu dem teach-in, "das den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan und die Kriegsdrohungen der USA gegen den Iran zum Thema hatte, hatte der Frankfurter AStA gemeinsam mit einem ... Kreis von Gruppen eingeladen:
GUAFS (Generalunion afghanischer Studenten im Ausland), ATIF, ATÖF (Föderation der Arbeiter/der Studenten aus der Türkei in Westdeutschland und Westberlin), SHI (Spontis), LiLi (Linke Liste; stellt mit SHI und SB zusammen den AStA), Fight Back (Revolutionäre Stimme der US-Soldaten in Europa), Multinationales Zentrum Neu Isenburg, Lateinamerikakomitee, Irlandkomitee Heidelberg, Kawa (Kurdisch), Gegen die Strömung (stramm stalinistische Minigruppe, verfehdet mit der KPD/ML) und der KBW" (vgl. Jan. 1980, 26.1.1980). Anwesend sind ca. 200 Personen, darunter auch etwa 10 TLD'ler, "die ... lautstark für ihre eigenwilligen Standpunkte eintraten: Die TLD verteidigte den Einmarsch der Sowjetunion ... und forderte für sich Rederecht. Die Stalinisten heizten mit Sprechchören 'Tod dem Trotzkismus' die Stimmung an". Weiter berichtet der KB:"
Gegen den Willen einiger, besonders knallharter mitveranstaltender Gruppen entschied der AStA, daß sowohl der KBW als auch die TLD Gelegenheit zu einem fünfminütigen Beitrag haben sollten. Noch während des KBW-Beitrages bezogen zwei bis drei Leute am Rednerpult Position, um die TLD am Reden zu hindern (nach Angaben der TLD: zwei Mitglieder von 'Fight Back' und ein Mitglied von 'Gegen die Strömung').
Als die TLD an der Reihe gewesen wäre, kam es zu einer Rangelei am Mikrofon. Als einige TLD-Mitglieder im Saal Anstalten machten, ihrer Sprecherin zur Hilfe zu kommen, stürzte sich sogleich eine ganze Horde auf sie und prügelte sie aus dem Saal. Die TLD behauptet, dieses Vorgehen sei vorher abgesprochen worden: während des KBW-Beitrages sei ein Mitglied der Gruppe 'Gegen die Strömung' im Saal herumgegangen und habe mit verschiedenen Leuten gesprochen; darauf hätten die Schläger ihre Plätze gewechselt und sich vorsorglich hinter die TLDler gesetzt. ...
Nach Darstellung der TLD habe sie durch ein regelrechtes Spalier von prügelnden Fanatikern den Saal verlassen müssen. Darunter hätten sich Mitglieder der GUAFS und von ATIF/ATÖF befunden. Wer der (die) Messerstecher gewesen sei(en), hätte sie nicht ausmachen können. ... Der Verletzte ... habe unter einem Schock gestanden und den Stich erst später bemerkt. Ein weiteres TLD-Mitglied sei am Bauch verwundet worden ... ein dritter habe durch Schläge an den Kopf vorübergehend das Bewußtsein verloren. Die TLD hat die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt gestellt. ... Der KB hat zu den Vorfällen eine Presseerklärung herausgegegeben, in der gegen den Überfall auf die TLD schärfstens protestiert wird. ... Inzwischen liegt eine Stellungnahme der Gruppen Fight Back, ATIF, ATÖF, GUAFS, CISNU/NU (Darmstädter Zentrale), Gegen die Strömung und Irlandgruppe Heidelberg vor: die TLDler seien für die Vorgänge verantwortlich, denn sie hätten versucht ..., mit Holzknüppeln und Messern das Podium zu stürmen, um ihren Redebeitrag durchzusetzen."

Laut GDS trat noch vor "Beginn der Veranstaltung ... eine Gruppe von Trotzkisten der TLD auf, verteilte Flugblätter, die den Einmarsch der Truppen des sowjetischen Sozialimperialismus nach Afghanistan unterstützen, und provozierten durch Sprechchöre wie 'Hoch die Rote Armee'! Eine derartige eindeutige Verteidigung der imperialistischen Unterdrückungspolitik des sowjetischen Sozialimperialismus hört man selbst bei den modernen Revisionisten nicht immer, wenn sie ihren eigenen Anhängern die imperialistische Politik der Sowjetunion verkaufen wollen. Um so deutlicher waren die Provokationsabsichten dieser trotzkistischen Gruppe auf der Veranstaltung, als durch Plakate und Aufrufe zur Veranstaltung ebenso wie durch die beteiligten Organisationen darunter der 'Generalunion afghanischer Studenten' sehr klar war, daß es sich um entschiedene Verteidiger des revolutionären Kampfes der Völker der Welt handelte, keinesfalls aber um 'Moslems', 'Vaterlandsverteidiger' etc. ... Noch auffälliger zeigte sich der konterrevolutionäre Charakter der Trotzkisten einige Zeit später, als sie versuchten, einem Redner das Mikrophon zu entreißen, wobei armdicke eigens für Schlägereien präparierte Knüppel sichtbar wurden. ...
An der Provokation auf der Veranstaltung in Frankfurt läßt sich erneut zeigen, daß sich die trotzkistischen Organisationen im Lager der Feinde der Revolution befinden, daß sie Parteigänger des Imperialismus und der Reaktion sind."

Die TLD berichtet, laut GDS, so: Dort sei "ein mörderischer Anschlag gegen Linke durchgeführt" worden, der "seinesgleichen in Deutschland in der Nachkriegsgeschichte sucht". "Kaltblütig und präzis" sollen "mehrere Dutzend Anhänger der reaktionären Generalunion afghanischer Studenten (GUAfS), der amerikanischen maoistischen Berufssoldatengruppe Fight Back und türkische Maoisten der Gruppe ATIF/ATÖF auf die anwesenden Mitglieder und Sympathisanten der Trotzkistischen Liga Deutschlands (TLD) eingeschlagen- und gestochen" haben. "Ein TLDler mußte lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, mehrere andere trugen ebenfalls Verletzungen davon."
=GDS:Von TAZ bis Arbeiterkampf - Einheitsfront mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Presse. Über die Provokation der Trotzkistischen Liga Deutschlands auf einer Diskussionsveranstaltung am 25.1.1980 in Frankfurt,Frankfurt 1980;
Arbeiterkampf Nr.171,Hamburg 11.2.1980,S.49


26.01.1980:
Laut KB findet in Frankfurt eine Afghanistan-Demonstration mit ca. 800 bis 900 Menschen statt (vgl. 25.1.1980, 29.1.1980). U.a. nehmen daran teil: GUAFS, die türkischen ATIF und ATÖF, KPD, SHI, LiLi, Fight Back, Multinationales Zentrum Neu Isenburg, Lateinamerikakomitee, Irlandkomitee Heidelberg, Kawa, Gegen die Strömung (GDS) und der KBW.
=Arbeiterkampf Nr.171,Hamburg 11.2.1980,S.49

28.01.1980:
Zum heutigen Bericht der 'TAZ' über die Frankfurter Veranstaltung vom 25.1.1980 verfassen die Organisationen Fight Back, ATIF, ATÖF, GUAFS, CISNU Iran (Darmstadt), GDS und Irland Gruppe Heidelberg einen "Offenen Brief an die TAZ Redaktion zu dem TAZ Bericht vom 28.1.80 'Heiliger Krieg in Frankfurt, Lebensgefährlich Verletzter bei Teach-In'. U.a. heißt es in der Gegendarstellung:"
Euer Artikel zu den Ereignissen bei dem 'Teach-In' an der Frankfurter Uni am 25.1. hat unsere tiefste Empörung erregt. Dieser Bericht ist eine Litanei von Lügen, Verleumdungen und Verdrehungen direkt aus den Mündern von konterrevolutionären Polizei-Agenten. Seine objektive Nachwirkung ist es, nicht eure Leser über die Wahrheit des Geschehens 'aufzuklären', sondern dem Staat und seiner Polizei zu helfen in ihren Versuchen, Revolutionäre als 'ultra-links' darzustellen, sie zu isolieren, und die öffentliche Meinung auf weitere solche Angriffe und repressive Maßnahmen gegen die im Artikel genannten Organisationen vorzubereiten. ...
Die Fakten sind folgende: Der Aufruf zu diesem Teach-In wurde von der Koalition der Organisation und Gruppen gemacht, die die Demonstration am folgenden Tag (26.1.) veranstaltet haben. Diese Demo wurde veranstaltet gegen die Versuche von den U.S. Imperialisten, ihre Kontrolle über den Iran abzusichern und gegen den Einmarsch der Sowjet Union in Afghanistan. Es wurde auch gegen die Ausdehnung des Kriegsrechts in der Türkei und gegen das wachsende Kriegstreiben und die Kriegsvorbereitungen der Imperialisten im Nahen Osten demonstriert. ...
Während des Teach-Ins ... unterbrachen die TLDler dauernd alle Sprecher mit Zwischenrufen, Pfeifen und Parolenrufen zur Unterstützung der Invasion der S. U. in Afghanistan. ...
Als den TLDlern ... gesagt wurde, daß sie nicht als Podiumssprecher Redezeit bekommen würden, griffen sie mit Holzknüppeln und Messern an, die in ihren Mänteln und Kleidung versteckt waren und versuchten das Podium zu stürmen und das Mikrophon zu bekommen. ...
Angesichts der obengenannten Tatsachen verlangen wir von euch, daß ihr nicht nur diesen Brief veröffentlicht, sondern auch, daß die TAZ eine Zurücknahme der Verleumdungen dieses Berichts vom 28.1. auf der ersten Seite druckt, um den Schaden, der unserer Organisation durch euren Artikel zugefügt worden ist, wiedergutzumachen."
=GDS:Von TAZ bis Arbeiterkampf - Einheitsfront mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Presse,Frankfurt 1980,S.11ff

29.01.1980:
Laut GDS findet in Frankfurt eine Afghanistan-Veranstaltung der Trotzkistischen Liga Deutschlands (TLD) statt (vgl. 28.1.1980, 30.1.1980). Die Veranstaltung steht unter den Parolen:" Hoch die Rote Armee! Nieder mit der islamischen Reaktion!". Die TLD selbst habe so berichtet:"
Über zwei Dutzend straff organisierte Ordner aus vier Ländern, die meisten davon aktive Gewerkschafter, hatten sich sorgfältig darauf vorbereitet, eine ungehinderte Durchführung des TLD-Forums gegen mögliche Angriffe zu garantieren. Über fünfzig Besucher hörten gebannt zu, als Carola Schirm, Mitglied des ZK der TLD, als Augenzeuge und selbst Betroffene berichtete, wie vier Tage zuvor afghanische Mullahanhänger, türkische und amerikanische Maostalinisten einen Mordanschlag auf Mitglieder und Sympathisanten der TLD verübten."
=GDS:Von TAZ bis Arbeiterkampf - Einheitsfront mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Presse,Frankfurt 1980

30.01.1980:
Ungefähr heute wird, laut GDS, gegen den "Überfall auf Trotzkisten" auf der "vom AStA der Universität Frankfurt einberufenen Veranstaltung zu Afghanistan am 25. Januar 1980" eine Protestresolution in Umlauf gebracht, die u.a. von folgenden Gruppen und Organisationen unterzeichnet wird:
- Anti-Strauss-Komitee Westberlin,
- Buchladen 2 000 Frankfurt,
- Hanns-Eisler-Chor Westberlin,
- GIM,
- Gruppe Rheinische Zeitung (GRZ),
- Iranischer Studentenverein (ISV - Mitglied der CISNU),
- Kurdische Arbeitervereine in der BRD,
- Spartacusbund (SpB),
- Verein vietnamesischer Studenten Westberlin,
- Initiativkomitee gegen türkische Faschisten,
- Iran-Koordinationsausschuß Westberlin.
=GDS:Von TAZ bis Arbeiterkampf - Einheitsfront mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Presse,Frankfurt 1980,S.17

Februar 1980:
Es erscheint ein gemeinsames Flugblatt von GDS mit ATIF und ATÖF Türkei, GUAFS Afghanistan, Fight back USA, Lateinamerika-Initiative Frankfurt und CISNU Iran zum KB unter dem Titel "Offener Brief an die Redaktion des 'Arbeiterkampfes'. Stellungnahme zu dem Artikel – Vaterlandsverteidiger überfallen Trotzkisten" (vgl. 31.1.1980, 11.2.1980).
=GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften,Frankfurt 1984,S.45

23.02.1980:
In Köln soll heute eine Demonstration gegen die "Verbrechen der Imperialisten in Afghanistan, dem Iran und der Türkei" stattfinden (vgl. Feb. 1980). Ein Aufruf war unterzeichnet worden von:
- ATIF (Föderation der Arbeiter aus der Türkei in der BRD und Westberlin),
- ATÖF (Föderation der Studenten aus der Türkei/Ausland (Mitglied der TÖF),
- GUAFS (Generalunion afghanischer Studenten),
- CISNU (Conföderation Iranischer Studenten/Nationalunion (Darmstädter Zentrale)),
- 'Fight Back' (Revolutionäre Stimme der US-GI's in Europa),
- GDS,
- Lateinamerika-Initiative/Frankfurt (LI),
- SHI,
- Multinationales Zentrum (MZ) Neu-Isenburg,
- KAWA (Revolutionäre kurdische Organisation).
=Aufruf von ATIF,ATÖF,GUAFS,CISNU Darmstadt,Fight Back,GDS,LI Frankfurt,SHI, MZ Neu Isenburg,KAWA:Kampf gegen jegliche Aggression aller Imperialisten in Afghanistan, im Iran und in der Türkei. Russische Sozialimperialisten raus aus Afghanistan,Frankfurt 1980

April 1980:
Laut GDS gibt die GUAFS die Nr.6 ihrer Zeitschrift 'GUAFS' - Zeitung der Generalunion afghanischer Studenten im Ausland heraus.
=GDS:Von TAZ bis Arbeiterkampf - Einheitsfront mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Presse,Frankfurt 1980,S.19

April 1980:
Von den Organisationen GDS, ATIF und ATÖF (Türkei), Frente del Pueblo-Chile im Ausland, GUAFS (Afghanistan), Lateinamerika-Initiative (LI) Frankfurt, Partizan, WBK und Fight back wird eine 1. Mai Zeitung herausgegeben:" Es lebe der Revolutionäre 1. Mai."
=GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften,Frankfurt 1984,S.45

01.05.1980:
Laut KB beteiligen sich an einer 1. Mai-Demonstration des DGB in Westberlin 40 000 Menschen. Die Demonstration wurde erstmals von allen DGB-Gewerkschaften veranstaltet, einschließlich der GEW-Westberlin.

Laut 'Westberliner Kommunist' (WBK - vgl. Juli 1980) schlossen sich unter der Parole "Es lebe der revolutionäre 1.Mai" auf einer gemeinsamen Plattform "Revolutionäre und Kommunisten aus der Türkei, dem Iran, aus Afghanistan und aus Westberlin zusammen und bildeten auf einer Demonstration einen gemeinsamen antiimperialistischen Block. Dieser Block brachte die kämpferische Atmosphäre, daß hier ein anderer 1.Mai gefeiert wird, ein 1.Mai des Kampfes gegen den Imperialismus, ein 1.Mai der Verbrüderung der Arbeiter aller Länder, des Bündnisses der Arbeiter der imperialistischen Länder mit den vom Imperialismus unterdrückten Völkern."

Eine gemeinsame Zeitung 'Es lebe der revolutionäre 1.Mai' wird verbreitet. U.a. wird der "gemeinsame antiimperialistische Block" gebildet von, ATIF und ATÖF Türkei, GUAFS Afghanistan, UIS - Sympathisanten der Kampforganisation zur Befreiung der Arbeiterklasse, Peykar (Iran), CISNU Iran Westberlin und WBK.
=Westberliner Kommunist Nr.16,Berlin Juli 1980,S.23f;
Arbeiterkampf Nr.176,Hamburg 5.5.1980,S.5


04.03.1981:
Laut KB führt die Westberliner Alternative Liste (AL) vom 4. bis 8.März insgesamt fünf Mitgliedervollversammlungen (MV's) hintereinander durch, "um über ein neues Programm, eine Wahlplattform und eine Präambel zu beschließen ... Auf der 3.MV schließlich lief eine reine Abstimmungsmaschinerie ab. Der gesamte Friedensteil der AL wurde mit Mehrheit durchgezogen, ohne daß es zu einer ausführlichen Diskussion über die noch kontroversen Punkte kommen konnte ... Die zweite katastrophale Entscheidung betraf einen Antrag von W. Kaiser, der zwar schriftlich vorlag, aber ebenso wenig diskutiert werden konnte. Nicht eine einzige Kontra-Rede wurde zugelassen ... In diesem Antrag sollen Bahros Thesen im AL-Programm verankert werden. So heißt es dort: 'Wenn die Friedensbewegung mehr will, als nur die Kräfte, die zum Krieg hintreiben, bremsen ... dann muß es auf beiden Seiten der Blockgrenze assoziierten Volkswiderstand gegen das Wettrüsten, gegen Rüstungsexporte, gegen aggressive Akte und Aggressionsdrohungen geben ... Die zunehmende Bewegung in Westeuropa gegen die Nachrüstung der NATO muß den offiziellen Mächten des Ostblocks offen einen realen Preis abverlagen: die Öffnung Osteuropas für echten Gedankenaustausch über die Blockgrenzen hinweg.' ... Im ersten Teil der Aussage ist Bahros These voll übernommen ... Die Ausgrenzung der DKP und SEW aus der Friedensbewegung ist das Ziel. Das wird auch daraus ersichtlich, daß J. Mayr (Ex-KPD) in einem Diskussionspapier (verteilt auf der Sitzung der Friedens-AG der AL vom 9.3.) einen 'klaren Trennungsstrich' zu denjenigen forderte, die u.a. den Einmarsch der Sowjetunion (SU,d.Vf.) in Afghanistan als friedenspolitische Maßnahme erklären".
=Arbeiterkampf Nr.197,Hamburg 16.3.1981,S.15f

September 1981:
'Gegen die Strömung' Nr.25 (vgl. Aug. 1981) erscheint. Die Ausgabe hat u.a. zum Inhalt:"
Eine klare Trennungslinie zwischen Revolution und Konterrevolution im Iran und in Afghanistan ziehen."
=GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften,Frankfurt 1984,S.25 und 56

26.09.1981:
Zu einer heute beginnenden zweitägigen gemeinsamen Mao Tsetung Veranstaltung der Redaktionen von - 'Bolschewik Partizan' der TKP/ML(B),
- 'Rote Fahne' der MLPÖ,
- 'Gegen die Strömung' der GDS,
und 'Westberliner Kommunist' des WBK in Frankfurt ruft ein Flugblatt:"
Mao Tsetung - Seine Verdienste - seine Fehler." auf:"
Es ist einer der schwersten Fehler der kommunistischen Weltbewegung, im Kampf gegen den modernen Revisionismus nicht tiefer gegangen zu sein und die Attacken gegen Mao Tsetung nicht analysiert und gründlich widerlegt zu haben. Es ist ebenso ein schwerer Fehler, daß die marxistisch-leninistische Weltbewegung die feststellbaren Fehler Mao Tsetungs und der KP Chinas während seiner Lebzeiten nicht beachtet und nicht rechtzeitig öffentlich und solidarisch kritisiert hat. ... Wir weisen daher die Auffassung entschieden zurück, die Tatsache, daß Mao Tsetung eine zeitlang falsche, revisionistische Positionen vertrat, reiche bereits aus, ihn als 'entartet' oder gar als Revisionisten von Anfang an darzustellen. Ebenso lehnen wir es ab, alle von Mao Tsetung vertretenen Auffassungen und seine gesamte Politik pauschal zu verteidigen und als in Übereinstimmung mit dem Marxismus-Leninismus bzw. sogar als dessen Weiterentwicklung zu propagieren. ... Um diese Auffassung zu begründen und zu erläutern und sie in der öffentlichen Debatte zur Diskussion zu stellen, führen die nachfolgend unterzeichneten Redaktionen die gemeinsame Veranstaltung : Mao Tsetung, seine Verdienste, seine Fehler durch."

An der Veranstaltung nehmen, laut GDS, ca. 350 Personen teil. Sie wurde – wie bereits die Stalin Veranstaltung von 1979 - zweisprachig, d.h. in deutsch und türkisch durchgeführt. Von GDS heißt es u.a.:"
Von befreundeten Organisationen waren aus dem Iran Sympathisanten der Organisation PEYKAR (Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse) mit einem Redebeitrag auf der Veranstaltung vertreten; aus Afghanistan wurde ein Redebeitrag der Organisation AKHGAR (Kommunistische Partei Afghanistans/ML - Aufbauorganisation) über die Einschätzung des Werkes Mao Tsetung verlesen."
=Gegen die Strömung Nr.28,Frankfurt 1982,S.57ff;
GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften,Frankfurt 1984,S.47


Dezember 1981:
"Offener Brief" von Gegen die Strömung (GDS) an die Mitglieder und Sympathisanten von GUAFS Afghanistan:
Die Teilnahme der GUAFS an der Demonstration der 'Grünen' anläßlich des Breschnew-Besuchs war falsch."
=GDS:Verzeichnis der Veröffentlichungen von GDS 1974-1983 und der gemeinsamen Schriften,Frankfurt 1984,S.47

08.03.1982:
Brief der Redaktion von 'GDS' an die Organisationen bzw. Redaktionen:
- 'Bolsevik Partizan' Türkei,
- U.I.S. Sympathisanten der Peykar Iran,
- Sympathisanten von AKHGAR (Organ der KP/Afghanistans/ML-Aufbauorganisation),
- 'Westberliner Kommunist',
- 'Rote Fahne' (MLPÖ) Österreich.
GDS schlägt in diesem Brief den beteiligten Organisationen zum 1.Mai "eine gemeinsame zentrale Demonstration" vor. "Wir meinen, daß die Demonstration nach Möglichkeit in einer ausgesprochen proletarischen Stadt stattfinden sollte, am besten relativ zentral. Das wäre also Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen oder ähnliches.
Wir halten es für möglich, daß die Demonstration so oranisiert wird, daß sie zunächst durch die proletarischen Viertel geführt wird, am Endpunkt, wo die Kundgebung gehalten wird, auf die offizielle Demonstration des DGB in der Stadt trifft. ...
Wir schlagen vor, keine nach Ländern und Nationen unterteilte Blöcke auf der Demonstration zu organisieren, sondern eine einheitliche internationalistische Demonstration".
Die Hauptparolen sollten nach Auffassung von GDS sein:"
Nieder mit dem Regierungsmai!
Proletarier aller Länder vereinigt Euch!
Tod dem Imperialismus!"

GDS schlägt weiter vor, "eine gemeinsame Zeitung für den 1. Mai unter dem Namen VÖLKER IM KAMPF herauszugeben".
=GDS,MLPÖ,WBK:Dokumente zur Debatte von GDS, MLPÖ, WBK mit der TKP/ML(B),Frankfurt 1982,S.49ff

10.04.1982:
Brief von GDS an die Organisationen:
- Bolsevik Partizan,
- Union of Iranian Students (UIS) Sympathisanten der Peykar,
- Sympathisanten von AKHGAR (Organ der KP Afghanistans/ML-Aufbauorganisation),
- Westberliner Kommunist,
- 'Rote Fahne'(MLPÖ) Österreich:"
Die Haltung von GDS zum diesjährigen 1. Mai - Für die Versammlung der Bolschewik Partizan Sympathisanten." U.a. wird ausgeführt:"
Wir wollen den 1. Mai nicht nur auf dem Papier sondern in der Praxis zum Kampftag des proletarischen Internationalismus machen!
Die Revolutionäre aus der Türkei, dem Iran, aus Afghanistan, Westdeutschland und aus anderen Ländern sollten unbedingt Schulter an Schulter marschieren!" GDS ruft zu einer gemeinsamen Demonstration in Duisburg auf. Über sich selbst erklärt GDS:"
Wir, Gegen die Strömung, sind eine sehr schwache Kraft in Westdeutschland, wir sind in Wirklichkeit keine politisch relevante Kraft als westdeutsche Organisation."
=GDS,MLPÖ,WBK:Dokumente zur Debatte von GDS, MLPÖ, WBK mit der TKP/ML(B),Frankfurt 1982,S.52f

Dezember 1983:
GDS gibt eine Sondernummer von 'Gegen die Strömung' als Flugblatt heraus:"
Es lebe die antiimperialistische demokratische Revolution in Afghanistan!
Es lebe der proletarische Internationalismus.
Es lebe die proletarische Weltrevolution!"
=Gegen die Strömung Sdr.Nr.,Frankfurt Dez. 1983;
GDS:Flugblätter von Gegen die Strömung 1983/1984 zu den Themen: Der westdeutsche Imperialismus,Der Deutsche Chauvinismus,Die Friedensheuchler entlarven,35-Stunden-Woche,Startbahn-West,Kurdistan,Türkei,El Salvador, Afghanistan,Frankfurt 1984


23.02.1991:
Laut einer "Chronik rechtsextremer Gewalt seit der Wiedervereinigung" verwüsten in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 1991 70 Jugendliche ein von rund 70 Asylbewerbern bewohntes Heim in Leisnig (Sachsen). "Da die Schläger das gesamte Wohnheim demoliert hatten, wurde die Flüchtlingsgruppe in eine Unterkunft in Delitzsch verbracht. Dort sei ein Asylbewerber aus Afghanistan gestorben, 'weil er nicht ausreichend medizinisch versorgt wurde'", heißt es dazu von Klaus-Peter Klingelschmitt in der taz. Nach dem Vorfall hätte sich die Flüchtlingsgruppe entschlossen, Ostdeutschland sofort zu verlassen.
=Chronik rechtsextremer Gewalt seit der Wiedervereinigung. Eine Dokumentation von Jochen Arntz, in: Un-Heil über Deutschland - Fremdenhaß und Neofaschismus nach der Wiedervereinigung, Stern-Buch im Verlag Gruner+Jahr AG&Co, Hamburg, 1993;
taz, 4.3.1991, S. 4


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