Rote Hilfe e.V.: Mitgliederrundbriefe

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 10.6.2017


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Von den Mitgliederrundbriefen der der KPD nahestehenden Roten Hilfe e. V. (RHeV) können wir hier leider nur drei Ausgaben dokumentieren. Wir bitten um Ergänzungen. Herausgegeben wurden sie vermutlich vom "Sekretariat des Zentralvorstandes der Roten Hilfe" mit Sitz in Dortmund.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

August 1974:
Vermutlich handelt es sich hier um den "Mitgliederrundbrief Nr. 1" der Roten Hilfe (RHeV) unter dem Titel: "Solidarität hilft siegen - 'Linke' Phrasen dienen der Bemäntelung von Spalter- und Kapitulantentum", der vermutlich im August erschienen ist. (Leider fehlt die Titelseite.)

Einleitend wird auf Seite 2 erklärt: "Zwischen der RHD-Führung (ihrem provisorischen Zentralvorstand und den KPD/ML-Genossen, die sich an den Aufbau der Roten Hilfe Deutschlands machen) und uns bestehen in der Bestimmung der Aufgaben der Roten Hilfe vor allem in zwei Fragen bedeutende Unterschiede: Die RHD geht davon aus, dass der Kampf um demokratische Rechte illusionär ist. Wir meinen, dass dieser Kampf geführt werden muss. Die RHD macht zur Gretchenfrage für Mitarbeit und Zusammenarbeit Klarheit über die Notwendigkeit der Bekämpfung der modernen Revisionisten und über die Notwendigkeit des bewaffneten Kampfs für die Befreiung von unseren Unterdrückern. Wir arbeiten mit allen fortschrittlichen Teilen der Massen zusammen und kämpfen um ihre Organisierung in der ROTEN HILFE. Wir gehen davon aus, dass diese Menschen in der Solidaritätsarbeit für die Revolution gewonnen werden müssen." Im weiteren Verlauf des Textes wird vor allem gegen die Rote Hilfe der KPD/ML agitiert.

Artikel der Ausgabe sind:
- "Solidarität hilft siegen - 'Linke' Phrasen dienen der Bemäntelung von Spalter- und Kapitulantentum"
- "Schafft Klassensolidarität"
- "Die internationale Rote Hilfe entstand nicht und betätigte sich nicht als parteipolitische Kampfformation, sie ist das große internationale Sanitätskorps des Befreiungsringens der ausgebeuteten Klassen und unterdrückten Völker (Zetkin)"
- "Statt überparteiliche Massenorganisation verfolgt die RHD das Konzept klein aber fein"
- "Zwei Linien im Kampf gegen die bürgerliche Klassenjustiz"
- "Klassenjustiz - Unterdrückung im Dienste der Bourgeoisie"
- "Stärkung der Solidaritätsfront: Das heißt den Kampf der Verfolgten zu propagieren, die Bourgeoisie anzuklagen und die Klassenjustiz zu entlarven"
- "Den Klassencharakter der bürgerlichen Justiz bei jedem Anlass, den sie uns liefert nachweisen"
- "Im Kampf gegen die Klassenjustiz alle Rechtspositionen verteidigen, alle Widersprüche ausnutzen"
- "Opportunismus und bürgerliche Machtpolitik. Der Weg der KPD/ML zu einer eigenen Roten Hilfe"
- "Zu den Vorwürfen der RH-Dortmund gegenüber der Roten-Hilfe"
- "Offener Brief an alle Rote-Hilfe Genossen, insbesondere an die Genossen der Roten Hilfe Dortmund"
- "Aus dem Rechenschaftsbericht der Roten Hilfe"
- "Programm der Roten Hilfe"
Quelle: Rote Hilfe e. V.: Mitgliederrundbrief, (Nr. 1,) o. O., o. J. (August 1974) [Fragment].

20.09.1974:
Es erscheint, vom Sekretariat des Zentralvorstands der "Roten Hilfe" (RHeV) herausgegeben, der "Mitgliederrundbrief Nr. 2".

Auf der Titelseite wird einleitend erklärt: "Mit diesem Mitgliederrundbrief verfolgt der Zentralvorstand das Ziel unter allen Mitgliedern unserer Organisation, eine breite Diskussion über die Frage der Parteilichkeit und Überparteilichkeit der Roten Hilfe einzuleiten. Die Broschüre einiger Münchener Genossen … ist ein Machwerk gegen die proletarische Linie unserer Organisation. Der Kern besteht darin, den Charakter der Roten Hilfe als proletarischer Klassenorganisation auszuhöhlen. Auf diese Frage konzentrieren sich deshalb auch die Ausführungen des Zentralvorstands. Seine Haltung zu den Landtagswahlen in Hessen und Bayern hat der Zentralvorstand in einem Rundbrief an alle Landesvorstände festgelegt. Wir nehmen an, dass er inzwischen ebenfalls allen Mitgliedern bekannt ist. Die praktische Konsequenz dieses Rundbriefs heißt für alle Genossen aus Hessen und Bayern: Wählt KPD!"

Artikel des Briedes sind:
- "Einleitung"
- "Was heißt Parteilichkeit für die Rote Hilfe?"
- "Die gerechten Ziele der Verfolgten propagieren!"
- "Die Unterstützung der KPD zu den Landtagswahlen wird die Rote Hilfe stärken!"
- "Eine dreiste Geschichtsfälschung!"
- "Was bedeutet richtig verstandene Überparteilichkeit für die Rote Hilfe?"
- "Anhang: Text der Münchener Broschüre"

In der "Einleitung" wird u. a. erklärt: "Der Zentralvorstand hat auf seiner Sitzung am 10./11.8.1974 über unsere Aufgaben während der Landtagswahl eine Diskussion geführt. In der Beratung des Zentralvorstandes haben wir uns erst einmal grundsätzlich Klarheit darüber verschafft, ob die ROTE HILFE zu den Wahlen Stellung beziehen soll oder nicht. Nachdem wir in dieser Frage Klarheit gewonnen hatten, gingen wir dazu über, die einzelnen sich zur Wahl stellenden Parteien entlang unserer Hauptkampffronten einzuschätzen. Dabei war unser Grundgedanke: Welche Partei vertritt die Interessen des Proletariats, welche Partei hat am konsequentesten den Kampf gegen die bürgerliche Klassenjustiz, die brutalen Polizeiüberfälle- und Morde und gegen die politische Unterdrückung geführt?"

Erklärt wird weiter, dass man beschlossen hat, dem Aufruf des Zentralvorstands, "die KPD mit ihren Landtagskandidaten zu unterstützen, zu folgen" Der OG München wird vorgeworfen, dass sie eine Auffassung vertreten, die dem "Aufruf des Zentralvorstandes (und) dem Programm der ROTEN HILFE widerspricht".
Q: Rote Hilfe e. V.: Mitgliederrundbrief, Nr. 2, Dortmund, 20. September 1974.

10.12.1974:
Es erscheint der "Mitgliederrundbrief Nr. 3" der Roten Hilfe (RHev): "Klassensolidarität gegen Arbeitslosigkeit!"
Artikel des Briefes sind:
- "Die Arbeitslosigkeit: Wesensmerkmal des Kapitalismus"
- "Was bedeutet die Arbeitslosigkeit für die Aufgaben der Roten Hilfe?"
- "Material zur gegenwärtigen Entwicklung in der Bundesrepublik und Westberlin"
- "Wie hat die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geführt?"
- "Das Arbeitslosenförderungsgesetz (AFG)"
- "Was sind unsere Aufgaben und unter welchen Forderungen führen wir den Kampf?"
- "Zusammenfassung unserer Aufgaben"

Zudem erscheint ein "Spendenaufruf" der RH: "10 DM vom Weihnachtsgeld für die Rote Hilfe!"
Q: Rote Hilfe e. V.: Mitgliederrundbrief, Nr. 3, o. O., 10. Dezember 1974.

Letzte Änderung: 21.11.2017