Braunschweig: Bundeswehr und Friedensbewegung

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Separat behandelt wurde die besonders an den Braunschweiger Oberschulen erfolgte intensive Agitation gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) in den Jahren 1972 und 1973.

Diese wie immer äußerst unvollständige Darstellung, erschließt zwar einleitend (vgl. 15.5.1952, Sept. 1970) und abschließend (vgl. 19.9.1981) sowie auch zwischendurch (vgl. 15.3.1974) einige Hinweise zur Friedensbewegung in Braunschweig, zentral für diesen Beitrag aber ist die Opposition der zum Dienst Verpflichteten bzw. der Mitglieder der bewaffneten Einheiten, wobei es sich bei diesen sowohl um die Ersatzdienstleistende (EDL - vgl. Feb. 1970, Jan. 1972) bzw. später Zivildienstleistenden (ZDL - vgl. 17.10.1977) und deren Selbstorganisation (SO - vgl. 1.5.1977), handelt, meist aber nahezu ausschließlich um die Soldaten der Bundeswehr aus der Husarenkaserne, der Heinrich der Löwe Kaserne, der Roselieskaserne, der Leutnant-Müller Kaserne und der Hindenburg Kaserne.

Während es bei der KPD/ML-ZB beim Aufruf zur Bildung von Soldatenkomitees geblieben zu sein scheint (vgl. 16.10.1972), berichten sowohl die Freunde der KPD (vgl. 28.5.1973, 29.5.1973, Okt. 1973) als auch des KBW (vgl. 21.6.1973, 26.6.1973, 15.9.1973) wiederholt von der Braunschweiger Bundeswehr, wenig später tritt die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig des KBW an die Öffentlichkeit (vgl. Okt. 1973), die offenbar bald umbenannt wird in Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig (vgl. 23.1.1974, 26.4.1974, 30.4.1974, 1.5.1974) und vermutlich auch in Wolfenbüttel aktiv wird.

Die Freunde des KJV der KPD engagieren sich derweil in der Husarenkaserne, u.a. beim Kantinenboykott (vgl. Nov. 1973, 1.2.1974), der KBW versucht sich anlässlich der Fahrpreiserhöhungen auch an der Agitation von Polizisten (vgl. 7.10.1974) bzw. BGS-Angehörigen (vgl. Sept. 1975), gründet nun sein Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig, welches eine 'Militärzeitung' herausgibt (vgl. 24.10.1974, 15.1.1976), während der KJV der KPD seine Kasernenzelle Braunschweig ins Leben ruft (vgl. 11.3.1975, 19.3.1975), nun auch in der Hindenburgkaserne den Kantinenboykott unterstützend (vgl. 9.4.1975).

Zum uniformierten Protest gegen die Jugendarbeitslosigkeit (vgl. 14.6.1975) finden sich vermutlich vor allem KBW-Anhänger aber auch die der KPD ein. Der KBW organisiert in der Roselieskaserne und der Leutnant-Müller Kaserne nicht nur Unterschriftensammlungen bzw. 'gesellschaftliche Mehrheiten' gegen den §218, sondern unterstützt auch den Kantinenkampf in der Roselieskaserne und sein SRK erringt einen Freispruch im Wehrkraftzersetzungsprozeß (vgl. 15.1.1976, 5.2.1976). Seine Anhänger demonstrieren wiederholt am 1. Mai in Uniform und werden dafür diszipliniert (vgl. 12.5.1977, 23.5.1977), sie begleiten aber auch die Bereitschaftspolizei beim Einsatz (vgl. 10.6.1977).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

15.05.1952:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Juni 1971) berichtet von den Protesten gegen die Ermordung Philipp Müllers (vgl. 11.5.1952):"
Am 16. Mai melden die Arbeiterzeitungen: 'Massenstreiks in ganz Westdeutschland gegen Bonner Kriegstreiber

180 000 streikende Arbeiter demonstrierten in Düsseldorf, Köln und Braunschweig gegen das Blutregime Adenauers.

Ganz Westdeutschland ist in Bewegung geraten. In Düsseldorf, Köln und Braunschweig haben am 15.Mai alle Werktätigen geschlossen die Arbeit niedergelegt. 70 000 streikende Arbeiter demonstrierten in Düsseldorf, in Köln 60 000. In Braunschweig zogen in neun Marschsäulen 50 000 Streikende zu einer riesigen Protestkundgebung. Die Werktätigen forderten den Sturz der Adenauer-Regierung, der Mörder von Essen, die Verhinderung des Generalkriegsvertrages und den Abschluß eines Friedensvertrages.'

Am nächsten Tag streikten 170 000 Hamburger, 60 000 Mannheimer Arbeiter gegen Generalvertrag und BVG. Die Welle der Streiks reißt nicht ab. Immer lauter wird der Ruf nach dem Generalstreik. Aber die Gewerkschaftsführer kennen ihre Aufgabe genau: Einen Generalstreik müssen sie unter allen Umständen verhindern. Und es gelingt ihnen, die geschlossene Kampffront der Arbeiterklasse aufzuweichen und zu spalten."
Quelle: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 6, Bochum Juni 1971, S. 7

Februar 1970:
In Köln erscheint die 'apo press' Nr. 2 (vgl. Jan. 1970, 13.3.1970), die u.a. einen Bericht der EDL-Streikzentrale Hamburg über das EDL-Lager Schwarmstedt enthält. Dieses Lager solle Vorbildcharakter erhalten, weswegen sich EDL u.a. in Braunschweig solidarisch mit dem dortigen Kampf gezeigt hätten.
Q: Apo press Nr. 2, Köln Feb. 1970

September 1970:
Vermutlich Ende August oder Anfang September wird, laut DKP, eine Einladung für eine KSZE verfaßt und für diese um Unterschrift gebeten:"

Folgende Persönlichkeiten haben die Anregung unterschrieben. Die Angaben über Beruf und Funktion dienen lediglich der Information.

Helga Kern - Betriebsratsmitglied bei Kuba-Imperial, Braunschweig (IGM-Bereich, d. Vf.)"
Q: Unsere Zeit Nr. 38, Essen 19.9.1970, S. 5

Juni 1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Braunschweig gibt die Nr. 2 ihres 'Der Kommunist' (vgl. Nov. 1971) heraus mit dem Leitartikel "Bundeswehr hat wieder zugegriffen" zur Forderung der Bundeswehr nach den Räumen des Wohnheims der Höheren Fachschule Sozialarbeit in der Grünewaldstraße 12.
Q: Kommunist Nr. 2, Braunschweig Juni 1971, S. 1f

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Januar 1972:
In Braunschweig treten, laut KPD/ML-ZB, vermutlich im Januar Ersatzdienstleistende (EDL) in den Streik.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 9, Bochum 2.2.1972

25.01.1972:
An der Universität Frankfurt gibt die KSG(ML) die Broschüre "Zur Disziplinierung und Militarisierung von Schule und Hochschule (Dokumentation)" heraus mit einem Bild von Studenten der PH Braunschweig.
Q: KSG(ML): Zur Disziplinierung und Militarisierung von Schule und Hochschule (Dokumentation), Frankfurt 10.1.1972, S. 1

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16.10.1972:
Laut KJVD der KPD/ML-ZB wird in NRW und Niedersachsen im Raume Unna-Dortmund-Celle vom 16.-21. Oktober eine Mobilmachungsübung der Bundeswehr stattfinden, zu der u.a. auch Reservisten aus Braunschweig und Hannover einberufen werden. Die KPD/ML-ZB und der KJVD rufen dazu auf, in den Kasernen, wo die Mobilmachung durchgeführt wird, Soldatenkomitees gegen diese Übung zu bilden.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 9, Bochum Okt. 1972

28.05.1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt vermutlich in dieser Woche Nr. 6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (vgl. 11.4.1973, Juli 1973) für Mai/Juni heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet aus Braunschweig über Parolen an einer Bundeswehrkaserne.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 6, Dortmund Mai/Juni 1973, S. 11

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29.05.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 22 (vgl. 23.5.1973, 6.6.1973) heraus und berichtet u.a. von der Gründung der Ortsgruppe Braunschweig der LgdI auf einer Veranstaltung mit 90 Personen von u.a. RFFK, KSV-Sympathisantengruppe, den Antiimperialismuskomitees (AIK), der LgdI Ortsgruppe Helmstedt und der umliegenden Vietnamausschüsse (VA) des NVK. Grüsse kommen von Soldaten der Heinrich der Löwe und der Hindenburg Kaserne Braunschweig, wo man bei einem Tag der Offenen Tür agitierte.
Q: Rote Fahne Nr. 22, Dortmund 29.5.1973

21.06.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr. 9 (vgl. 29.3.1973, 22.12.1973) heraus. Berichtet wird auch von der Bundeswehr vom Tag der Braunschweiger Infanterie am 6. Mai. Fortgesetzt wird der Artikel über die Armee in der VR China. Dieser Artikel wird auch nachgedruckt durch die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig (vgl. Okt. 1973).
Q: Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig: Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik, Braunschweig o. J.; Rote Oberschüler Front Nr. 9, Braunschweig 21.6.1973

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26.06.1973:
In Braunschweig stirbt, laut KSG Heidelberg, der Bundeswehrgefreite Krendel von der Panzerjägerkompanie 20 während des NATO-Alarms an einem Herzinfarkt.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 16, Freiburg 17.9.1973, S. 10f; Schulkampf Nr. 14, Heidelberg Nov. 1973, S. 11

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15.09.1973:
Der KAJB Mannheim/Heidelberg/Wiesloch des KBW gibt die Nr. 8 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 9.7.1973, 3.10.1973) frühestens heute heraus, die u.a. über die Bundeswehr in Braunschweig berichtet.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 8, Mannheim Sept. 1973

Oktober 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 9 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) für Oktober heraus und berichtet aus Braunschweig aus der Husarenkaserne vom Kantinenboykott.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund Okt. 1973, S. 10

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Oktober 1973:
Die Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich im Herbst eine Broschüre "Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik" heraus. Veröffentlicht werden darin:
- die eigenen "Leitsätze zum antimilitaristischen Kampf", die sich auch gegen pazifistische Illusionen wenden;
- "Das Militärprogramm der proletarischen Revolution", aus: Lenin, Bd. 23, S. 72-83;
- "Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie", aus Neuberg u.a.: Der bewaffnete Aufstand, S. 149-174;
- "Leitsätze über die antimilitaristische Taktik der Kommunistischen Jugendorganisationen" aus: Geschichte der Kommunistischen Jugendinternationale Bd. II, S. 198-201 und
- "Die Volksbefreiungsarmee der VR China - Armee des Volkes" aus 'Rote Oberschülerfront' der IG/KOB Braunschweig Nr. 8 und 9 (vgl. 29.3.1973, 21.6.1973).
Q: Antimilitaristische Soldatengruppe Braunschweig: Die Arbeit unter den Streitkräften der Bourgeoisie. Zur proletarischen Militärpolitik, Braunschweig o. J.

November 1973:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 10 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. Okt. 1973, Dez. 1973) für November heraus. Aus Braunschweig wird berichtet aus der Husarenkaserne vom Kantinenboykott.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 10, Dortmund Nov. 1973, S. 10

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28.11.1973:
Der KBW (vgl. 9.1.1974) veröffentlicht den Bericht "Neun Tote bei Manöver" eines Soldaten der Husarenkaserne Braunschweig zum Manöver 'Bellende Meute', welches von heute bis zum 14.12.1973 dauert.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 1, Mannheim 9.1.1974, S. 13

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23.01.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 9.1.1974, 6.2.1974) Nr. 2 heraus und berichtet von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig:"
'30 Tote'

Zum Artikel 'Neuen Tote bei Manöver' aus KVZ 1/74 schreiben uns die Genossen der Gruppe Kommunistischer Soldaten:
'In dem 'Bericht eines Soldaten aus der Husarenkaserne Braunschweig' (wir kennen den Verfasser leider nicht) ist unseren Informationen nach (einige unserer Genossen nahmen auch an der Übung teil) die Zahl der Todesfälle nicht richtig.

Wir wissen (von einem Brigadestabsarzt, der auch an der Übung teilgenommen hat) von mindestens 14 Todesfällen, darunter sogar mehrere Erfrierungstote. Selbst diese zahl ist unseren jetzigen Informationen zufolge noch zu niedrig. Man munkelt von über 30 Todesfällen.

Wir bitten euch hiermit, dies in der nächsten KVZ zu berichtigen, damit allen Lesern klar wird, daß man uns Kameraden beim Bund 'ohne Rücksicht auf Verluste' schon jetzt auf den 'Ernstfall' vorbereiten will. Es muß der Arbeiterklasse und dem Volk klar werden, daß die Kapitalistenklasse immer noch die in die Armee hineingepreßten Arbeiterjugendlichen als Kanonenfutter benutzt. Es muß allen klar werden, daß die Kapitalisten, wenn sie ihre Macht in Gefahr sehen, nicht davor zurückschrecken werden, 'ohne Rücksicht auf Verluste' (die Verluste haben ja auch nicht sie, sondern wir einfachen Soldaten) ihre Armee gegen das eigene Volk und gegen fremde Völker richten werden.'
i. A. H., Braunschweig"
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 23.1.1974, S. 14

01.02.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr.2 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 15.1.1974, 15.2.1974) heraus, aus Braunschweig wird berichtet aus der Husarenkaserne.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 2, Dortmund 1.2.1974, S. 7

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15.03.1974:
Der Bezirksvorstand Niedersachsen der DKP gibt zu unbekanntem Zeitpunkt eine Ausgabe seiner 'DKP Informationen' (vgl. 8.3.1974, 29.4.1974) mit einer heutigen "Protesterklärung gegen die Errichtung eines Munitionsdepots bei Braunschweig" heraus.
Q: DKP Informationen Protesterklärung gegen die Errichtung eines Munitionsdepots bei Braunschweig, Hannover o.J. (1974)

26.04.1974:
Die Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig gibt eine Ausgabe ihrer Zeitung 'Rührt Euch!' heraus. Aufgerufen wird zu Maiaktionen des KBW Ortsgruppe Braunschweig (vgl. 30.4.1974, 1.5.1974), berichtet über das Weißbuch 1973/74, den Bericht des Wehrbeauftragten, das neue Vertrauensmänner-Wahlgesetz, die neue Bundeswehrstruktur, über Kambodscha, aus der Gneisenaukaserne Wolfenbüttel und der PanzerjägerKp 20 des PanzerBtl 24.
Q: Rührt Euch!, Braunschweig 26.4.1974

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30.04.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW will heute ihre Maiveranstaltung im Haus der Jugend Neustadtmühle 3 durchführen. Aufgerufen wird auch von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig. Die Agitpropgruppe 'Rotes Signal' führt Szenen auf.

Laut KBW (vgl. 15.5.1974) kommen ca. 300 Menschen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974; Rührt Euch!, Braunschweig 26.4.1974;Rote Hochschulzeitung Nr. 14, Braunschweig 24.4.1974;Agitprop Theater. Das Rote Signal Braunschweig, Heidelberg 1974, S. 60

01.05.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW will nach der DGB Kundgebung auf dem Burgplatz eine Demonstration durchführen. Aufgerufen wird auch von der Gruppe Kommunistischer Soldaten Braunschweig und dem KSB. Den KSV der KPD dagegen zieht es, laut KSB, zur KPD nach Hannover. Das 'Rote Signal' (vgl. Sept. 1974) berichtet:"
Auf einer zentralen Kundgebung der Ortsgruppe wurden wir eingesetzt, um Lieder zum 1. Mai zu bringen."

Der KBW (vgl. 15.5.1974) berichtet:"
Nach der Kundgebung riefen wir über den Lautsprecherwagen zu der Demonstration des KBW auf … 45O reihten sich in die Demonstration ein, die mit einer Kundgebung abgeschlossen wurde."

Laut und mit KPD beteiligen sich 4 000 an der DGB Demonstration.
Der Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) der KPD bildet einen revolutionären Block mit über 120 Leuten.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974; Rote Fahne Nr. 18, Dortmund 2.5.1974;Kämpfende Jugend Nr. 9, Dortmund 8.5.1974;Rote Hochschulzeitung Nr. 14 und Extra, Braunschweig 24.4.1974 bzw. 11.6.1974;Rührt Euch!, Braunschweig 26.4.1974;Agitprop Theater. Das Rote Signal Braunschweig, Heidelberg 1974, S. 59

10.07.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 26.6.1974, 24.7.1974) Nr. 14 heraus. Berichtet wird: "Braunschweig. Derzeit werden Unterschriften gesammelt aus Solidarität mit dem Vertrauensmann Aulich. Die gegen Aulich von der Bundeswehrführung eingeleiteten Maßnahmen werden 'aufs Schärfste' verurteilt."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 14, Mannheim 10.7.1974, S. 13

07.10.1974:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich in dieser Woche eine Broschüre "Keine Erhöhung der Verkehrs- und Versorgungstarife!" heraus. Berichtet wird auch von Polizisten.
Q: KBW-OG Braunschweig: Keine Erhöhung der Verkehrs- und Versorgungstarife!, Braunschweig o. J.,S.16

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24.10.1974:
Es findet die erste Mitgliederversammlung bzw. Gründungskonferenz des Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig statt, auf der für Zimbabwe gespendet wurde. Es soll eine 'Militärzeitung' erscheinen, die auch vom KOB Braunschweig verteilt werden soll.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 28, Mannheim 12.12.1974, S. 15; KOB Braunschweig: Zirkular Nr. 19, Braunschweig 11.1.1975

24.10.1974:
Es findet die erste Mitgliederversammlung bzw. Gründungskonferenz des Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig statt, auf der für Zimbabwe gespendet wurde. Es soll eine 'Militärzeitung' erscheinen, die auch vom KOB Braunschweig verteilt werden soll.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 28, Mannheim 12.12.1974, S. 15; KOB Braunschweig: Zirkular Nr. 19, Braunschweig 11.1.1975

07.11.1974:
Der KBW gibt die Nr. 23 seiner 'KVZ' (vgl. 30.10.1974, 14.11.1974) heraus. In "Die Ausbildung in der 3/1. Zugführer verhindert Erste Hilfe-Leistung an einem Soldaten" wird berichtet aus Braunschweig aus der AusbKp 3/1 in der Leutnant-Müller-Kaserne.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 23, Mannheim 7.11.1974, S. 12

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12.12.1974:
Der KBW gibt die Nr. 28 seiner 'KVZ' (vgl. 5.12.1974, 19.12.1974) heraus. Aus Braunschweig wird berichtet von der Bundeswehr.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 28, Mannheim 12.12.1974, S. 12

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Februar 1975:
In Hannover gibt der Solidaritätsausschuss ein Extrablatt seiner antimilitaristischen Zeitung 'Solidarität' (vgl. Dez. 1974) heraus. Geschildert werden "Die Lehren der Kantinenboykotts in Braunschweig und Hamburg" in der Husarenkaserne bzw. Boehnkaserne.
Q: Solidarität Extrablatt, Hannover Feb. 1975, S. 5

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Februar 1975:
Es erscheint die 'Norddeutsche Fresse' Nr. 7 (vgl. Jan. 1975, März 1975) mit dem Artikel "Braunschweig: Kriegsdienstverweigerer in Haft".
Q: Norddeutsche Fresse Nr. 7, Hannover Feb. 1975, S. 17

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14.02.1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' (vgl. 2.3.1975) als Extra "14 Tage Knast für den Gefreiten Pflüger!" heraus zum Diszi im PGB 23 in der Heinrich-der-Löwe-Kaserne in Braunschweig-Rautheim. Aufgefordert wird, Protestpostkarten an den Kommandeur zu schreiben.

Eingeladen wird zur Gesprächsrunde.
Q: Militärzeitung Extra 14 Tage Knast für den Gefreiten Pflüger!, Braunschweig 14.2.1975

02.03.1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' Nr. 5 (vgl. 14.2.1975, Sept. 1975) heraus mit dem Leitartikel "Öffentliche Stellungnahme" zur Anzeige wegen der 'Militärzeitung' Nr. 3.

Weitere Artikel sind:
- "Kriegsdienstverweigerung - eine Alternative?" zur Einberufung des KDVers Werner Schulz zur Bundeswehr am 1.10.1974;
- "'Wahl der Offiziere' ist das überhaupt möglich?";
- "Soldat strafversetzt" von der NschKp 20 in der Husaren-Kaserne in Braunschweig-Kralenriede zum PzBtl 24 in Braunschweig;
- "14 Tage Arrest für den Gefreiten Pflüger" vom PGB 23 in der Heinrich-der-Löwe-Kaserne in Braunschweig-Rautheim;
- "Der Vertrauensmann muss unser Mann sein" zur NschKp 20; sowie
- "MAD - der bessere Weg?".

Eingeladen wird zur Gesprächsrunde, aufgerufen zur § 218-Veranstaltung des KBW an 4.2.1975 und den Stadtteilveranstaltungen des KBW zu Rationalisierung und Arbeitslosigkeit am 5. und 12.3.1975.
Q: Militärzeitung Nr. 5, Braunschweig 2.3.1975

09.03.1975:
Das Demokratische Soldaten- und Reservistenkomitee (DSRK) Göttingen des KBW gibt die 'Volksmiliz' - Göttinger Militärzeitung Nr. 4 heraus mit dem Artikel "14 Tage Knast für den Gefreiten Pflüger" vom PzGrenBtl 23 in der Heinrich-der-Löwe-Kaserne Braunschweig.
Q: Volksmiliz Nr. 4, Göttingen 9.3.1975, S. 4

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11.03.1975:
Im Rahmen der antimilitaristischen Kampfwochen des KJV der KPD soll heute in Braunschweig eine Veranstaltung stattfinden.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 5, Dortmund 5.3.1975, S. 1

19.03.1975:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 6 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 5.3.1975, 9.4.1975) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet von den antimilitaristischen Kampfwochen, wobei auch die Kasernenzelle Braunschweig Erwähnung findet.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 6, Dortmund 19.3.1975, S. 6

09.04.1975:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 7 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 19.3.1975, 23.4.1975) heraus. Aus Niedersachsen wird berichtet aus Hannover vom Kantinenboykott in der Prinz-Albrecht-Kaserne, der auch in der Hindenburgkaserne Braunschweig unterstützt wird.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 7, Dortmund 9.4.1975, S. 5

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14.06.1975:
DGB-Demonstration gegen Jugendarbeitslosigkeit in Hannover mit, laut KB, ca. 12 000 Teilnehmern. Die Demonstration war "insgesamt recht stark von den Linken geprägt. Der KBW, der besonders durch seine Ortsgruppen aus Bremen, Göttingen und Hannover zahlreich vertreten war, konnte durch geschlossenes Auftreten seine Parolen in größere Teile der Demonstration hineintragen".

Laut AB (vgl. 29.6.1975, 13.7.1975) beteiligen sich in zwei Blöcken 80 Soldaten in Uniform, darunter einer aus Goslar. Aufgerufen dazu wurde u.a. vom SRK Hannover des KBW (vgl. 2.6.1975). Laut der KBW-Kunstgruppe Braunschweig (vgl. Apr. 1976) demonstrieren über 100 Soldaten in Uniform, davon 8 aus Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 23, Mannheim 12.6.1975; Rote Fahne Nr. 25, Köln 25.6.1975;Arbeiterkampf Nr. 63, Hamburg 1.7.1975, S. 34;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 64 und 65, München 29.6.1975 bzw. 13.7.1975;KBW-Kunstgruppe Braunschweig: 75 Wachsende - wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, Braunschweig Apr. 1976, S. 9 und 30

September 1975:
Die Ortsgruppe Braunschweig des KBW gibt vermutlich im September eine Broschüre "Keine Fahrpreiserhöhungen bei der Verkehrs-AG" heraus. Festgestellt wird auch: "Die Polizei soll den Widerstand des Volkes brechen", wobei auch auf die BGS-Kaserne Bienroder Weg eingegangen wird.
Q: KBW-OG Braunschweig: Keine Fahrpreiserhöhungen bei der Verkehrs-AG, Braunschweig o. J., S.11f

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06.11.1975:
Der KBW Braunschweig gibt eine Ortsbeilage zur Nr. 44 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 23.10.1975, 13.11.1975) heraus mit dem Artikel "Dem Offiziersgesindel wurde entgegengetreten" zur Bundeswehr-Werbeaktion des PzBtl 24 im Kaufhaus Grüner Löwe, aus dem SRK.
Q: Kommunistische Volkszeitung, Ortsbeilage Braunschweig Nr. 44, Braunschweig 6.11.1975, S. 2

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07.08.1975:
Der KBW gibt die Kommunistische Volkszeitung' (KVZ) Nr. 31 (vgl. 31.7.1975, 14.8.1975) heraus mit dem Artikel "Lohnfortzahlung während der Wehrdienstzeit! Stellungnahme des Soldaten- und Reservistenkomitees Braunschweig zur Frage der Wehrsolderhöhung".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 31, Mannheim 7.8.1975, S. 12

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September 1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' (vgl. 2.3.1975, 22.11.1975) heraus, wegen der es zum Prozeß kommt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 15.1.1976, S. 11

20.09.1975:
Eine Soldatenkundgebung wird vom SRK in der Braunschweiger Innenstadt gegen eine Disziplinarstrafe durchgeführt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 38, Mannheim 25.9.1975, S. 11

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02.11.1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' Nr. 9 (vgl. Sept. 1975, 5.12.1975) in einer Auflage von 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "Der Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen" zur Demonstration am 1.11.1975.

Weitere Artikel sind:
- "'Straffer Zügel'" zum Herbstmanöver gleichen Namens;
- "Zur Lage der Soldaten in Portugal";
- "Das Panzerbataillon 24 wirbt für Zeitsoldaten"; sowie
- "MAD - der bessere Weg?", wobei berichtet wird aus dem PzArtlBtl 25 in der Leutnant-Müller-Kaserne.

Eingeladen wird zur Mitgliederversammlung am 6.11.1975.
Q: Militärzeitung Nr. 9, Braunschweig 2.11.1975

17.11.1975:
Die Ortsleitung Braunschweig des KJVD gibt vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Der Terror von MAD und Klassenjustiz wird uns nicht aufhalten!" heraus mit dem Aufruf zum Prozeß gegen den Soldaten Andreas König aus der Husarenkaserne am 20.11.1975.
Q: KJVD-OL: Der Terror von MAD und Klassenjustiz wird uns nicht aufhalten!, Braunschweig o. J. (1976)

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05.12.1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' (vgl. 2.11.1975, 12.12.1975) in einer Auflage von 500 Stück als Extra "Keine Entlassung für PS Bredenkamp!!!" heraus zu dessen Entlassung aus der 1./PzBtl 24.

Eingeladen wird zur Gesprächsrunde am Montag und zur Mitgliederversammlung am 5.12.1975.
Q: Militärzeitung Extra Keine Entlassung für PS Bredenkamp!!!, Braunschweig 5.12.1975

12.12.1975:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' Nr. 10 (vgl. 5.12.1975, 22.2.1976) in einer Auflage von 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "20 Jahre Bundeswehr. Wie sieht es heute in der Buwe aus".

Weitere Artikel sind:
- "Kein Geld in der 3./25";
- "MdB Oetting besucht die Truppe - wozu?" zur Brigade II;
- "Die Freiheit die ich mein. Halten sie den Mund wenn ich sie unterbreche!" aus der 1./24;
- "Wehrkraftzersetzung" zum Prozess am 6.1.1976 gegen U. Probst vom SRK; sowie
- "Mindestens eine Besprechung im Quartal" zu General Rall.
Q: Militärzeitung Nr. 10, Braunschweig 12.12.1975

12.01.1976:
Die Ortsleitung Braunschweig des KJVD gibt vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Freiheit für die kommunistische Agitation und Propaganda!" heraus zum Prozeß gegen Klaus Öllerer in Lüneburg mit dem Aufruf zur Veranstaltung um 19 Uhr in der Altdeutschen Bierstube in der Frankfurterstr.
Q: KJVD-OL: Freiheit für die kommunistische Agitation und Propaganda!, Braunschweig o. J. (1976)

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15.01.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 2 (vgl. 8.1.1976, 22.1.1976) heraus. In "Freispruch im Prozeß wegen Wehrkraftzersetzung" wird berichtet über die 'Militärzeitung' des SRK Braunschweig vom Sept. 1975.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 2, Mannheim 15.1.1976, S. 11

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05.02.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 5 (vgl. 29.1.1976, 12.2.1976) heraus. Berichtet wird:"
Freispruch im Wehrkraftzersetzungsprozeß

Lüneburg. Der ehemalige Bundeswehrsoldat Oellerer, der wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt war, wurde vom Gericht freigesprochen. das Gericht begründete den Freispruch mit dem Parteienprivileg, denn Oellerer bezog sich politisch auf die Ziele der Gruppe Rote Fahne (KPD). Dieser Freispruch ist der zweite, nachdem Anfang Januar bereits in Braunschweig ein Mitglied des Soldaten- und Reservistenkomitees und Mitglied des KBW, das ebenfalls wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt worden war, mit der gleichen Begründung freigesprochen wurde. Die Begründung bedeutet keineswegs, daß damit überhaupt die Anklage der Wehrkraftzersetzung nicht erhoben werden kann. Die Begründung ist vielmehr die Aufforderung der Gerichte an die Bundesregierung, die revolutionären Organisationen zu verbieten und ihnen damit das 'Parteienprivileg' zu entziehen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 5, Mannheim 5.2.1976, S. 11

12.02.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 6 (vgl. 5.2.1976, 19.2.1976) heraus mit dem Artikel "Doppelte Bestrafung und Entlassung angedroht" gegen den Panzerschützen Bredenkamp aus der 1./PzBtl 24 in Braunschweig, wegen der § 218-Demonstration in Bonn.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 6, Mannheim 12.2.1976, S. 11

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19.02.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 7 (vgl. 12.2.1976, 26.2.1976) heraus. Berichtet wird von der ÖDTR:"
Soldaten unterstützen 135 DM Forderung

Braunschweig. 16 Soldaten aus dem Panzerbataillon 24 aus der Roselies-Kaserne haben einen Brief an den ÖTV-Kreisvorstand unterschrieben, in dem sie sich für die 135 DM Forderung aussprechen und den Kreisvorstand auffordern, alles zur Durchsetzung der Forderung zu tun."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 7, Mannheim 19.2.1976, S. 11

22.02.1976:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' (vgl. 12.12.1975, März 1976) in einer Auflage von 500 Stück als Extra "'Solche Offiziere hat die Bundeswehr'. Offizier der Roselies-Kaserne in offener Feldschlacht vom § 218-Komitee in die Flucht geschlagen" heraus zu Major Thönnissen.
Q: Militärzeitung Extra 'Solche Offiziere hat die Bundeswehr'. Offizier der Roselies-Kaserne in offener Feldschlacht vom § 218-Komitee in die Flucht geschlagen, Braunschweig 22.2.1976

März 1976:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt vermutlich im März seine 'Militärzeitung' (vgl. 22.2.1976, 30.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Kantinenreform 76. Damit die Pächter noch fetter werden" aus der 'Volksmiliz' des SRK Bremen.

Weitere Artikel sind:
- "Der BRD-Imperialismus stellt seine Rüstung um";
- "Bundestag verabschiedet neues Strafgesetz § 218: Er wird nicht hingenommen" mit einem Bild von der Kundgebung vor der Roselies-Kaserne;
- "Lohnstückkosten gedrückt";
- "Imperialisten beanspruchen Seeherrschaft" zu Island;
- "Polizei demonstriert für die Staatsmacht" zur GdP-Demonstration am 17.2.1976;
- "Die Forderung nach allgemeiner Volksbewaffnung zur Grundlage des antimilitaristischen Kampfes machen" zur Debatte im SRK;
- "Ruck-zuck 'ne Erzieherische" zur 1./24;
- "Dem Wucher Tür und Tor geöffnet" zur Kantinenreform; sowie
- "Soldaten protestieren gegen die geplante Entlassung des PS Bredenkamp" aus der 1./24 in der Roselies-Kaserne, wogegen sich 14 Soldaten eines Zuges seiner Kompanie in einer Resolution aussprachen.

Vermutlich aus der 'KVZ' stammt ein Bericht zur ÖDTR:"
Soldaten unterstützen 135 DM Forderung

Braunschweig. 16 Soldaten aus dem Panzerbataillon 24 aus der Roselies-Kaserne haben einen Brief an den ÖTV-Kreisvorstand unterschrieben, in dem sie sich für die 135 DM Forderung aussprechen und den Kreisvorstand auffordern, alles zur Durchsetzung der Forderung zu tun."
Q: Militärzeitung Kantinenreform 76. Damit die Pächter noch fetter werden, Braunschweig o. J. (1976)

April 1976:
Die Kunstgruppe Braunschweig veröffentlicht zum 1. Mai 1976 eine Broschüre "'75 Wachsende - wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse", in der nach einer Einleitung zu den möglichen Standpunkten einer Berichterstattung sowie dem Maiaufruf des ZK des KBW für den 1. Mai 1976 und einem Bericht vom 1. Mai 1975 eine Bilanz gezogen wird von verschiedenen Auseinandersetzungen in Braunschweig seit dem 1. Mai 1975, zu denen die Kunstgruppe einen kulturellen Beitrag geleistet und die Arbeit des KBW am Ort unterstützt habe. Hierbei handelt es sich u.a. um den Artikel "Die Widersprüche in der Armee beginnen aufzubrechen", wobei von den in Uniform demonstrierenden Soldaten am 1.Mai 1975 und auf der Jugendarbeitslosigkeitsdemonstration in Hannover am 14.6.1975 berichtet wird, aber auch von der bundesweiten §218-Demonstration (vgl. 21.9.1975), der Unterschriftensammlung gegen den §218, wo in der Leutnant-Müller Kaserne die Mehrheit unterschrieb und von der Agitation des Komitees gegen den §218 vor der Roselies-Kaserne gegen die Entlassung des PS Bredenkamp und dem Kampf gegen die Monopolstellung der Kantinenpächter, der in Anlehnung an Bremen und Oldenburg auch in der Roselieskaserne geführt wurde.
Q: KBW-Kunstgruppe Braunschweig: '75 Wachsende - wachsende Selbständigkeit '76. 1. Mai - Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, Braunschweig Apr. 1976, S. 30f

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30.04.1976:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Braunschweig gibt seine 'Militärzeitung' Nr. 13 (vgl. März 1976) in einer Auflage von 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "1. Mai '76 internationaler Kampftag der Arbeiterklasse".

Weitere Artikel sind:
- "Bundeswehrschau 'Unser Heer' in Niedersachsen" am 12.4.1976 in Peine und am 24.4.1976 in Wolfsburg;
- "Nach den Lohnraubabschlüssen nicht auf den Aufschwung hoffen! Den Klassenkampf fortsetzen!" zur Drucktarifrunde (DTR);
- "Vermehrung der Ministerialbeamten";
- "Unterdrückung des Volkes generalstabsmässig geübt" zur Stabsrahmenübung der Polizei am 10./11.3.1976 in Vöhrum, Kreis Peine;
- "Polizist in Zivil schoß auf Mann" in Bonn;
- "Lass doch mal die Puppen tanzen oder - Spass muss sein" zum Aufklärungsgeschwader 52 in Leck, Nordfriesland, dessen stellvertretender Kommandeur Olt Gerhard Ladewig im Alkoholrausch am 20.1.976 NATO-Alarm auslöste;
- "Ritterkreuz verliehen" in Sonthofen an einen ehemaligen Feldwebel der Waffen-SS;
- "Weg mit dem § 218. Die Religion soll die Volksmassen fesseln" zu den Jesus People mit dem Kasten "Kapitalistischer Kindesmord";
- "Angola"; sowie
- "Hamburger Soldaten solidarisieren sich mit den Arbeitern von Heidenreich & Harbeck im Kampf gegen Entlassungen" zur Resolution von 15 Soldaten aus Rahlstedt.
Q: Militärzeitung Nr. 13, Braunschweig 30.4.1976

27.05.1976:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ) Nr. 21 (vgl. 20.5.1976, 3.6.1976) heraus mit dem Artikel "Polizeiaufrüstung in einer niedersächsischen Stadt" aus Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 21, Mannheim 27.5.1976, S. 11

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01.06.1976:
Die Nr. 28 des 'Spartacus' des SpB (vgl. Juni 1976, 1.7.1976) erscheint. U.a. wird berichtet von der Bundeswehr in Braunschweig.
Q: Spartacus Nr. 28, Essen 1.6.1976, S. 17

14.10.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 41 (vgl. 7.10.1976, 21.10.1976) heraus mit dem Artikel "4 Argumente der Bourgeoisie für den Hungersold und was davon zu halten ist. Kasernierung und Sold - Entscheidende Mittel der Unterdrückung der Soldaten" von zwei Gefreiten der Reserve aus Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 41, Mannheim 14.10.1976, S. 11

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15.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr. 50 (vgl. 8.12.1976, 22.12.1976) heraus. U.a. wird berichtet vom Anti-AKW Kampf in Brokdorf (vgl. 6.12.1976) bzw. landesweit (vgl. 6.12.1976) und dabei eingegangen u.a. auf die Bundeswehr in Glückstadt und Itzehoe sowie die Bereitschaftspolizei aus Braunschweig und Uelzen.
Q: Rote Fahne Nr. 50, Köln 15.12.1976

10.02.1977:
Der KBW gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 3.2.1977, 16.2.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "36-Stunden-Übung" aus Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 6, Mannheim 10.2.1977, S. 11

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01.05.1977:
1. Mai in Braunschweig.
Laut KB kommen zu der DGB-Kundgebung ca. 3 000 Menschen:"
Der KB baute eine Aktionseinheit (Mai-Initiative auf, an der nach einigem Hin und Her - schießlich neben dem KB noch eine Basis-Gruppe (Fachhochschule), eine Sponti-Gruppe (Guter Morgen) und die Selbstorganisation der Ersatzdienstleistenden (SO,d.Vf.) teilnahmen. Die Mai-AE organisierte eine kleine Demo zur DGB-Kundgebung mit 60 - 70 Leuten, um dort gemeinsam … die Parolen der Anti-AKW-Bewegung zur Geltung zu bringen, was denn auch recht gut gelang. Eine Mai-Veranstaltung derselben Organisationen wurde von weiteren Braunschweiger Basis-Gruppierungen unterstützt und war mit über 250 Teilnehmern gut besucht."
Q: Arbeiterkampf Nr. 104, Hamburg 16.5.1977, S. 9

12.05.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 19 (vgl. 5.5.1977, 16.5.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. Berichtet wird:"
Schüler für politische Freiheiten in der Armee

Braunschweig. 11 Schüler der Chemie-Schule Heinemann verurteilen in einer Resolution die Absicht des Kommandeurs der PzGrenBrig 1, Oberst v. Erdmannsdorff, 3 Soldaten zu bestrafen, weil sie am 1. Mai in Uniform für die Forderungen nach Lohnfortzahlung und Kündigungsrecht für Zeitsoldaten demonstriert haben. Die Schüler fordern politische und gewerkschaftliche Freiheiten auch für Soldaten. Sie haben ihre Entschließung an die Bundeswehr, den DGB und an die Presse geschickt."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 19, Frankfurt 12.5.1977, S. 11

23.05.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 21 (vgl. 16.5.1977, 30.5.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "Finanzielle Schwierigkeiten dem MAD melden. Reaktionen der Offiziere auf die Forderung nach Lohnfortzahlung" zu den Folgen des 1. Mai in Braunschweig, u.a. in der Heinrich-der-Löwe-Kaserne.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 21, Frankfurt 23.5.1977, S. 11

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23.05.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 21 (vgl. 16.5.1977, 30.5.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. Berichtet wird:"
Braunschweig. Auf der Veranstaltung gegen die Senkung des Krankenpflegeschülertarifs von den Schülervertretungen der städtischen Krankenpflegeschulen Braunschweig wurde eine Resolution verabschiedet, in der die Forderung nach Lohnfortzahlung und Kündigungsrecht unterstützt wird. Gleichzeitig wurde beschlossen, eine Delegation von Krankenpflegeschülern zu den Soldaten- und Reservistentagen nach Hannover zu senden."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 21, Frankfurt 23.5.1977, S. 11

06.06.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 23 (vgl. 30.5.1977, 13.6.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. Berichtet wird:"
Braunschweig. 1 200 Polizisten wurden in den Braunschweiger Herzogsbergen zusammengezogen, um die Niederschlagung eines Aufstands zu üben. 'Die meiste Zeit standen oder saßen die Polizisten herum und warteten auf die kommenden Ereignisse', kommentierte die 'Braunschweiger Zeitung' die Einsatzbereitschaft der Polizisten. Die Übung hat nicht gut geklappt."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 23, Frankfurt 6.6.1977, S. 11

10.06.1977:
Beim heutigen und morgigen Einsatz auf der Fahrpreisdemonstration in Göttingen wird die Braunschweiger "Bereitschaftspolizei zum Einsatz eskortiert" vom SRK des KBW.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 26, Frankfurt 27.6.1977, S. 11

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13.06.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 24 (vgl. 6.6.1977, 20.6.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit einem Bericht vom Tag der Offenen Tür in der Husarenkaserne in Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 24, Frankfurt 13.6.1977, S. 11

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30.06.1977:
Das SRK Braunschweig will eine öffentliche Mitgliederversammlung "Rechte und Pflichten des Soldaten" zum Rekruteneinzug am 1.7.1977 durchführen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 26, Frankfurt 27.6.1977, S. 1

04.07.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 27 (vgl. 27.6.1977, 11.7.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "Offiziersfeier in rustikaler Dekadenz" zum PzGrenBtl 23 in der Hindenburg-Kaserne in Braunschweig.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 27, Frankfurt 4.7.1977, S. 11

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17.10.1977:
In den bezirklichen Seiten der 'Kommunistischen Volkszeitung' berichtet der KBW aus Südostniedersachsen aus Braunschweig u.a. über die Zivildienstleistenden (ZDL), u.a. beim DRK.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ausgabe SONS Nr. 42, Mannheim 17.10.1977, S. 19

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03.11.1977:
In Braunschweig will das SRK eine öffentliche Mitgliederversammlung durchführen, auf der das Theaterstück 'Die erste Reiterarmee' aufgeführt werden soll.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 43, Frankfurt 24.10.1977, S. 11

19.02.1979:
An der Gewerblichen Berufsschule (GBS) I in Braunschweig geben die Schülersprecher vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Bundeswehr bei uns an der Schule - Das 'Abenteuer 'Soldat' zu sein" heraus zum Besuch eines Jugendoffiziers in der Woche vom 26.2.1979 bis 2.3.1979. Als Quellen wurde Material der DFG/VK und des SRK benutzt. Die Schülervertretung hat bei der Schulleitung eine Gegenveranstaltung in der Woche vom 12.-16.3.1979 beantragt.
Q: GBS 1-Schülersprecher: Bundeswehr bei uns an der Schule - Das 'Abenteuer 'Soldat' zu sein, O. O. (Braunschweig) o. J. (1979)

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19.09.1981:
Laut KB treffen sich in Tübingen "60 Vertreter der verschiedensten Gruppen und Initiativen: BUU, BBA (Anti-AKW-Bis Bremen, d.Vf.), Krieg dem Krieg Bremen, BUKO, Dachverband entwicklungspolitischer Aktionsgruppen, Grüne S.H. (Schleswig-Holstein, d.Vf.), Christen für den Sozialismus (CfdS, d.Vf.), Gö, ESG-Hamburg …, sowie Initiativen aus Kassel, Göttingen, Münster, Braunschweig, Recklinghausen, Moers, Bochum, Bonn, Wuppertal, GA (Gewaltfreie Aktion, d.Vf.), KB, KBW, BWK, u.a.", um die Bonner Friedensdemonstration am 10.10. vorzubereiten:"
Weitgehende Übereinstimmung bestand bei den Anwesenden in der Absicht, den immer deutlicher werdenden Integrations- und Umarmungsversuchen der SPD klar entgegenzutreten."
Q: Arbeiterkampf Nr. 209, Hamburg 28.9.1981, S. 13

Letzte Änderung: 18.06.2019