Klöckner Bremen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Betriebliches Material von Klöckner Bremen wurde bisher fast allein vom KBW ausgewertet, wobei weitere teilweise vorliegende Dokumente des KBW sowie der 'Mitmischer' bisher nicht ausgewertet werden konnten. Zu verweisen ist vor allem auf die Zeitschrift 'Arbeiterpolitik' der Gruppe Arbeiterpolitik, die online verfügbar ist und zahlreiche Berichte über Klöckner Bremen enthält, ist sie doch neben der illegalen KPD bzw. danach der DKP sowie linken Sozialdemokraten die maßgebliche oppositionelle Gruppe bei den Bremer Klöcknerwerken.

Angriff - Betriebszeitung der KPD/ML (Roter Morgen) bei Klöckner
Angriff - Betriebszeitung der KPD/ML-ZK

Diese, wie immer unvollständige Darstellung, rückt vor allem die Klöckner-Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB sowie des KB Bremen bzw. später des KBW in den Vordergrund, ohne dass diese tatsächlich besonders einflussreich gewesen zu sein scheinen.

Die Bremer Stahlwerker zeigen sich schon früh wiederholt kämpferisch (vgl. Okt. 1966, 6.6.1968) und in Opposition sowohl gegenüber der IG Metall-Führung (vgl. Jan. 1968, Dez. 1968) und den örtlich regierenden Sozialdemokraten bzw. deren Preiserhöhungsplänen (vgl. Jan. 1968, 20.1.1968) als auch gegenüber den Bemühungen zur Gewährleistung der inneren Sicherheit (vgl. Mai 1968). Die Produktivität bei Klöckner Bremen aber ist hoch (vgl. 10.4.1969).

Zum offenen Konflikt zwischen den alteingesessenen Gewerkschaftsgrößen und der Opposition kommt es anlässlich der Betriebsratswahlen (vgl. 5.5.1969), der sozialdemokratische Flügel mag keine Konkurrenz in den gewerkschaftlichen Reihen dulden (vgl. 8.7.1969), während im Betrieb der Konflikt um die Überstunden bzw. die Überstundenzulage entbrennt (vgl. 8.7.1969, 11.7.1969, 23.7.1969, 24.7.1969).

Im September 1969 wird nicht nur die DKP bei Klöckner publizistisch tätig (vgl. Sept. 1969), sondern auch der Überstundenkonflikt kocht sich langsam hoch (vgl. 1.9.1969, 2.9.1969, 4.9.1969), zu einem der frühestens Streiks (vgl. 5.9.1969, 6.9.1969, 7.9.1969, 8.9.1969, 9.9.1969, 10.9.1969) innerhalb der dadurch mit ausgelösten bundesweiten Welle wilder, d.h. gesetzwidriger Streiks, der sog. Septemberstreiks 1969 (vgl. 11.9.1969, 19.9.1969), mit denen nicht nur bei Klöckner Bremen (vgl. 12.9.1969, 13.9.1969, 17.9.1969), sondern auch in vielen anderen Betrieben Lohnerhöhungen realisiert werden konnten (vgl. 22.9.1969).

In der Auswertung der Aktion (vgl. 13.10.1969) tritt neben der DKP (vgl. 22.1.1970) sogar die sonst so scheue Gruppe Arbeiterpolitik öffentlich auf (vgl. 14.9.1969). In den verschiedenen linken Gruppen richtet sich die Aufmerksamkeit nun immer öfter auf Klöckner Bremen (vgl. 6.10.1969, 21.10.1969, Nov. 1969, 6.11.1969), hatte dort doch in Gestalt vor allem der Anhänger der Gruppe Arbeiterpolitik die wohl stärkste linke betriebliche Gruppe die Zeit des KPD-Verbots überdauert (vgl. 15.11.1969), die sich nun mit dem 'Mitmischer' auch ein betriebliches Mitteilungsblatt schuf (vgl. Feb. 1970, Apr. 1970), aber nicht zuletzt auch auf den bundesweiten Beratungen zur Betriebsarbeit bedeutenden Einfluss nahm (vgl. 7.3.1970), somit in vielen Bereichen (vgl. 7.9.1970), wie auch bei Opel Bochum zum immer wieder, wenn auch nicht immer ganz detailgetreu geschilderten, angeführten Vorbild und Lehrbeispiel linker Betriebsarbeit werdend (vgl. 15.4.1970, 10.6.1970, Jan. 1971, 27.1.1971, 1.7.1971, 15.9.1971).

Auch 1970 wird bei Klöckner Bremen wiederholt wild gestreikt (vgl. 24.3.1970, Aug. 1970, 19.8.1970). Zur Gruppe um den 'Mitmischer' (vgl. 10.9.1970) gesellt sich nun auch eine Gruppe vermutlich junger Kommunisten um den Kommunistischen Bund Bremen (KBB), die vermutlich zu aktionistisch gesinnt waren, um sich mit den streng konspirativen Arbeitsweisen der Gruppe Arbeiterpolitik anfreunden zu können (vgl. Sept. 1970, Apr. 1970).

Die Belegschaft von Klöckner Bremen wird auch in der Metalltarifrunde 1970 wieder vom IG Metall-Vorstand in ihren Forderungen beschränkt (vgl. Okt. 1970, 21.10.1970, 24.10.1970, 30.10.1970).

Nun gesellt sich auch noch die KPD/ML-ZB (vgl. 22.3.1971, 14.8.1971, Sept. 1971) zum Kreis der bei Klöckner Bremen aktiven Gruppen. Die IG Metall scheint besorgt (vgl. 22.7.1971), wird doch die einheitliche Höhe der Forderungen für die Stahl- und Metalltarifrunde 1971 wiederum von Klöckner Bremen nach oben hin durchbrochen (vgl. 29.7.1971, 23.8.1971, 25.8.1971, 26.8.1971, 28.8.1971, 30.8.1971, 31.8.1971, Sept. 1971, 1.9.1971, 6.9.1971, 7.9.1971, 12.9.1971, 22.9.1971, 27.9.1971, 30.9.1971, 2.12.1971, 13.1.1972), was gar der KPD/ML-ZB zuviel gewesen zu sein scheint (vgl. Okt. 1971), während die KPD auf kommende Kämpfe hoffte (vgl. 14.12.1971).

Der KB Bremen berichtet zwar von Klöckner (vgl. Sept. 1971), gibt aber dort noch keine Betriebszeitung heraus (vgl. 10.6.1972), während die KPD/ML-ZB schon im offenen Konflikt mit der DKP zu stehen scheint (vgl. 8.9.1971), forderte diese doch damals vom IG Metall-Tag das Verbot der 'Maoisten' (vgl. 11.9.1971, 29.9.1971).

Von diesen allerdings tritt nun vermutlich noch eine weitere Richtung bei Klöckner Bremen auf (vgl. Okt. 1971, 15.10.1971) so dass immerhin schon zwei KPD/MLs dort tätig werden.

Auch die Gruppen der KPO-Tradition aber sind zweifach vertreten (vgl. 20.11.1971, 1.12.1971).

Gegen einen vermutlich der KPD/ML-ZB Nahestehenden kommt es zur Entlassung (vgl. 7.12.1971, 16.12.1971, 7.1.1972, 9.1.1972, Feb. 1972, 15.2.1972).

Nachdem auch Klöcknerbeschäftigte den 1.Mai 1972 aktiv begingen (vgl. 1.5.1972), und auch ein neuer ?triebsrat gewählt wurde (vgl. 1.7.1972) kommt es bald darauf wiederholt zu Warnstreiks (vgl. Juli 1972, 2.8.1972, 18.8.1972) und dann zum längerfristigen Ausstand (vgl. 25.8.1972, 31.8.1972), von dem natürlich viele linke Gruppen landauf landab berichten, auch bei Hoesch Dortmund (vgl. 17.10.1972, 18.10.1972), wo versucht wird eine neue Streikwelle zu initiieren.

Zunächst aber wird erneut die Klöcknerforderung durch den Gewerkschaftsvorstand gekürzt (vgl. 23.10.1972, Nov. 1972, 11.12.1972, 14.1.1973), auch die KPD wird nun bei Klöckner Bremen tätig (vgl. 8.11.1972), der KB Bremen gibt nun seine Betriebszeitung heraus, von der uns einige Ausgaben vorlagen (vgl. Dez. 1972, 24.1.1973, 26.1.1973). Die Auseinandersetzungen zwischen der IG Metall-Führung und den Linken gehen auch vor Gericht weiter (vgl. 1.12.1972, 12.12.1972).

Es kommt erneut zu Streikaktionen (vgl. 29.1.1973, 30.1.1973, 31.1.1973), wovon viele linke Gruppen berichten, wobei in Regensburg (vgl. 23.2.1973) aber auch im Ruhrgebiet (vgl. 26.3.1973, 20.4.1973) bereits auf die Achse Hoesch – Klöckner abgehoben wird, die dann die 'Mitmischer'-Redaktion offen aufzubauen versucht (vgl. 3.4.1973).

Auch die KPD hat mittlerweile eine Klöcknerbetriebszeitung (vgl. 6.12.1976), dann stehen auch bei Klöckner Entlassungen an (vgl. 25.8.1977). Bei den Betriebsratswahlen scheitert die KPD/ML erneut (vgl. Apr. 1978, Mai 1978), sie baut nun eine RGO-Betriebsgruppe bei Klöckner auf (vgl. 29.11.1975, 18.12.1978, 18.6.1979, 23.6.1979, 22.8.1979, 28.8.1979), die dann bei den nächsten Betriebsratswahlen erfolgreich gewesen zu sein scheint (vgl. Feb. 1981) und mit in die Stahltarifrunde 1982 eingreift (vgl. 23.3.1982).

Nach dem wieder kämpferisch begangenen 1.Mai (vgl. 1.5.1973) kommt es nun auch bei Klöckner Bremen zum wilden Streik für eine Teuerungszulage (vgl. 25.6.1973, 27.6.1973, 28.6.1973, Juli 1973, 2.7.1973).

Im KBW wird zwar intern berichtet, und auch in der Zeitung (vgl. 11.7.1973), der Beitrag für die geplante Streikbroschüre aber wird von der Klöcknerzelle offenbar nicht erstellt (vgl. 7.7.1973, 15.9.1973, 13.10.1973), trotzdem werden im ZK die Lehren gezogen. Die Dortmunder GIM sieht den Streik als Niederlage (vgl. 22.10.1973), gegen den Kollegen Röpke richten sich in der Folge wiederholt Repressalien (vgl. Nov. 1973, Nov. 1974).

Der Verkauf der Zeitung des KBW bei Klöckner bleibt äußerst bescheiden (vgl. 11.7.1973, 12.9.1973, 26.9.1973, 10.10.1973, 24.10.1973, 7.11.1973), Klöckner-Kollegen scheinen mittlerweile auch anderswo aufzutreten (vgl. 1.10.1973). Während die KPD/ML-ZB aufgelöst wurde ist nun bei Klöckner dafür die KPD/ML aktiv (vgl. 21.7.1973, 15.10.1973, 17.1.1974) und auch die KPD scheint ihre Bemühungen zu intensivieren (vgl. 13.2.1974, 25.2.1974, 27.7.1974, 31.7.1974, 8.9.1974).

Bei den Betriebsratswahlen scheitert die Liste der KPD/ML, während die Röpkeliste erfolgreich ist (vgl. 13.1.1975, 6.3.1975, 8.7.1975). Der offenbar ebenfalls erfolglose KBW scheint Röpke gegenüber aufgeschlossen (vgl. 24.3.1975, 12.5.1975).

Es scheint erneut zur Auseiandersetzung zwischen der DKP und der KPD/ML zu kommen (vgl. 24.3.1976, 31.3.1976) sowie in der Stahltarifrunde zu Streiks (vgl. 29.11.1976, 1.12.1976).

Mitte Juli 1977 demonstrieren 2.000 Klöckner_Arbeiter gegen die Entlassung von 500 Kollegen
Mitte Juli 1977 demonstrieren in Bremen 2.000 Klöckner-ArbeiterInnen gegen die angekündigte Entlassung von 500 KollegInnen.

Auch die KPD hat mittlerweile eine Klöcknerbetriebszeitung (vgl. 6.12.1976), dann stehen auch bei Klöckner Entlassungen an (vgl. 25.8.1977). Bei den Betriebsratswahlen scheitert die KPD/ML erneut (vgl. Apr. 1978, Mai 1978), sie baut nun eine RGO-Betriebsgruppe bei Klöckner auf (vgl. 18.12.1978, 18.6.1979, 23.6.1979, 22.8.1979, 28.8.1979), die dann bei den nächsten Betriebsratswahlen erfolgreich gewesen zu sein scheint (vgl. Feb. 1981) und mit in die Stahltarifrunde 1982 eingreift (vgl. 23.3.1982).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1966:
Bei Klöckner Bremen gelingt es den Kollegen, laut IMSF, durch eine Neuordnung der Prämien 8 bis 10 Pf. Lohnerhöhung durchzusetzen, wobei der Überstundenstop als Kampfmittel eingesetzt wurde.
Quelle: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

Januar 1968:
Bei Klöckner Bremen stellen, laut IMSF, die Vertrauensleute, aus denen sich die Tarifkommission für die Stahlindustrie Bremens zusammensetzt, eine Forderung von 10% auf, die gegen den Bezirksleiter der IGM aufrechterhalten und erst durch den Hauptvorstand der IGM auf 8% erniedrigt wurde.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

Januar 1968:
In Bremen finden, laut IMSF, die Aktionen der Jugendlichen gegen die Fahrpreiserhöhungen statt, bei denen der Betriebsrat von Klöckner der erste ist, der sich solidarisiert, während sich viele Betriebsräte dann anschließen.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

20.01.1968:
In Bremen wird, laut Haug/Maessen, im Zuge der heute eher ruhigen Auseinandersetzungen um die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 19.1.1968, 20.1.1968) heute ein gemeinsames "Flugblatt an die Mitbürger" verteilt von USB, AStA der PH und ABS, welches mitunterzeichnet ist von den Betriebsräten u.a. von Klöckner. Darin heißt es u.a.:"
Wir fordern: Rücknahme unzumutbarer Tariferhöhungen. ... Wir fordern: sofortige Suspendierung des Polizeipräsidenten von Bock und Polach und Überprüfung des Verhaltens der leitenden Polizeibeamten, ... . ... Wir fordern: Einstellung der Schnellgerichte und Aufhebung der Strafanträge gegen die Demonstranten, die keine Sachbeschädigung begangen haben."
Q: Haug,Hans-Jürgen,Maessen,Hubert:Was wollen die Schüler?,Frankfurt 1969,S.62f

Mai 1968:
Bei Klöckner Bremen finden, laut IMSF, betriebliche Aktionen gegen die Notstandsgesetze (NSG) statt, wegen denen das Mitglied der Gruppe Arbeiterpolitik und stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Bonno Schütter wegen Verletzung des Paragraphen 49 des BVG entlassen wird, was von dem SPD-Betriebsratsvorsitzenden Heinz Prott begrüßt wird.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

06.06.1968:
Bei Klöckner Bremen gelingt es, laut IMSF, eine Lohnerhöhung von 6,5% und 0,8% Erschwerniszulage durchzusetzen. Zuvor hatten sich 83,81% der an einer Urabstimmung Teilnehmenden für Streik ausgesprochen.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

Dezember 1968:
Bei Klöckner Bremen finden, laut IMSF, die Wahlen zur IGM-Vertreterversammlung statt, an der allerdings nur 91 IGM-Mitglieder teilnehmen. Aufgrund von Manipulationen seien nur wenige Linke gewählt worden.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

10.04.1969:
Die DKP bringt die Nr.2 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 3.4.1969, 17.4.1969).
Auf S.7 erscheint der Artikel "Nasse Hütten Kalte Füße" von E.R., in dem es u.a. heißt:"
Das Wettrennen der Montankonzerne um den größten Happen des Stahlmarktes gewinnt immer mehr an Tempo. Durch Konzentration und Ausbau der Kapazitäten streben die Stahlgiganten amerikanische Größenordnungen an. Unübersehbar ist dabei die Standortverlagerung zum Meer. Durch die 'nassen Hütten' aber bekommen die Stahlwerker des Binnenlandes kalte Füße.

An kaum einer anderen Branche wie gerade an der Stahlindustrie zeigt sich, wie weit sich das ungeplante, private, allein am Gewinn orientierte Wirtschaftssystem überlebt hat. Schneller als in der Gesamtwirtschaft wechseln hier die Jahre völlig ungenügender Kapazitätsauslastung mit jenen, da Stahl gekocht wird, was immer die Öfen hergeben. Und nach Aussage des Klöckner-Direktors Dr. Bender ist der Konjunkturrhythmus der Stahlindustrie in der letzten Zeit noch kürzer geworden.

Diesen nicht kontinuierlichen Produktionsphasen entspricht die Beschäftigungspolitik. Im Abschwung werden regelmäßig die Belegschaften abgebaut, und im Aufschwung muß dann die reduzierte Zahl der Beschäftigten die jeweils höhere Leistung erbringen.
...
DIE FOLGEN

Was auf die Hüttenwerker von Hoesch zukommt, haben die Klöckner-Beschäftigten des Hüttenwerks in Hagen-Haspe zum Teil schon erfahren. Als Klöckner vor Jahren in Bremen seine 'nasse Hütte' baute, wurden als direkte Folge in Hagen-Haspe das Siemens-Martin-Werk und vier Walzwerke stillgelegt. Inzwischen hat die Bremer Hütte eine Rohstahlkapazität von 2,2 Mio. t erreicht. Wenn auf der Bilanzpressekonferenz für das letzte Geschäftsjahr darauf hingewiesen wurde, daß die Rohstahlerzeugung um 3,8 Prozent zunahm, ohne Haspe aber um 17,5 Prozent, dann zeigt sich auch hier, wohin der größte Teil der vorgesehenen Investitionen von drei viertel Milliarden DM fließen soll. Die höhere Produktion wurde bei Klöckner ebenfalls mit einer um 1 300 Mann oder 3,2 Prozent verminderten Belegschaft erzielt.

Die für die Belegschaften und ganze Wirtschaftsregionen so folgenreichen Standortverlagerungen und Konzentrationsbewegungen erfordern zwingend, daß die Stahlindustrie in Gemeineigentum."
Q: Unsere Zeit Nr.2,Essen 10.4.1969

05.05.1969:
Bei Klöckner Bremen werden, laut IMSF, vermutlich in dieser Woche die Betriebsratswahlen (BRW) vorbereitet, wobei es zu heftigen Auseinandersetzungen kommt. Von den Kollegen wird gefordert, daß diejenigen Betriebsräte die Geschäftsführung übernehmen, die die meisten Stimmen bekommen, wodurch die derzeit Freigestellten wahrscheinlich abgewählt worden wären. Die Linken fordern auch eine alphabetische Kandidatenliste, was aber vom IGM-Bevollmächtigten Arno Weinkauf und dem Betriebsratsvorsitzenden Heinz Prott (SPD) abgelehnt wird. Deshalb stellen 30 Vertrauensleute eine eigene IGM-Liste (Liste 1) auf, auf der u.a. Mitglieder von DKP und Gruppe Arbeiterpolitik kandidieren. Eine weitere Liste wird von Sozialdemokraten gebildet (Liste 2), beide werden von der IGM als gegen die Gewerkschaft gerichtet eingestuft. Bei der Wahl erhält die Liste 1 16 Sitze, die Liste 2 2 Sitze und die offizielle IGM-Liste (Liste 3) 11 Sitze. Dafür werden gegen die 40 Kandidaten der Listen 1 und 2 Ausschlußverfahren aus der IGM eingeleitet. Als Ergebnis der Wahl werden der geschäftsführende Ausschuß und der Verhandlungsausschuß ausschließlich von den Listen 1 und 2 besetzt, von den 7 Freigestellten sind 3 SPDler, 2 DKPler und 2 Parteilose. Der IGM-Bevollmächtigte Arno Weinkauf soll Röpke (DKP) den Vorsitz angeboten haben, wenn der Betriebsrat Bonno Schütter (Arbeiterpolitik) fallen ließe. Dies sei aber abgelehnt worden. Bonno Schütter erhielt, laut SDS BPG Bonn, 50,9% der Stimmen.

Die DKP berichtet:"
SELTSAME WAHL BEI KLÖCKNER

In der Bremer Klöckner-Hütte fand Anfang Mai die Wahl des Betriebsrates (BRW,d.Vf.) statt. Hier standen sich drei Listen gegenüber, auf denen Mitglieder der IG Metall kandidierten. Die Ortsverwaltung der Gewerkschaft hatte nur eine Liste gebilligt. Eine andere gewann 16 von den 29 Betriebsratsmandaten. Wird die IG Metall die Ungehorsamen jetzt ausschließen?

Der Wahl ging ein harter Wahlkampf voraus, in dem lokale und politische Differenzen ausgetragen wurden. Die drei Listen kamen zustande, nachdem in der Vertrauensleutekonferenz die Meinungsverschiedenheiten über die Kandidatenliste nicht überbrückt werden konnten. Danach verkündete der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bremens, WEINKAUF, den Ausschlußantrag (später aufgrund UVB,d.Vf.) gegen die 42 IG-Metall-Mitglieder, die zwei weitere Listen aufgestellt hatten.

Das Ergebnis der Wahl kann nur als Ausdruck einer beträchtlichen Mißstimmung der Belegschaft gewertet werden. Denn von 4 100 Stimmen erhielt die offizielle IG-Metall-Liste - Listenführer der ehemalige Betriebsratsvorsitzende PROTT - gerade 1 500 Stimmen, während die vom ehemaligen stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden SCHÜTTER geführte Liste fast 2 100 Stimmen gewann. Die dritte Liste erreichte knapp 500 Stimmen. Alle Betriebsräte sind Mitglieder der IG Metall.

Man kann es nur als gezielte Falschinformation bezeichnen, wenn Presseberichte vor der Wahl der DKP die Schuld am Zustandekommen mehrere Listen in die Schuhe zu schieben versuchten.

Genauso falsch wäre es aber auch, das jetzige Wahlergebnis als eine Niederlage der IG Metall fehlzudeuten. Wir haben schon erwähnt, daß die Kandidaten aller Listen IGM-Mitglieder sind. Und Vertreter der Liste, die jetzt die Mehrheit der Betriebsräte stellt (darunter zwei DKP-Mitglieder), haben vor und nach der Wahl zu verstehen gegeben, daß sie ihre Arbeit auf dem Boden der IG-Metall-Politik zu gestalten gedenken. Sie bezeichnen das Wahlergebnis als Kritik an der Tätigkeit des bisherigen Betriebsratsvorsitzenden Prott.

Eine solche Situation läßt sich schwerlich mit Ordnungsverfahren regeln. Und jetzt erweist sich, daß der Bremer Bevollmächtigte Weinkauf nicht gut beraten war, als er mit Vehemenz die Stellung Protts stützte, anstatt den Einwänden aus dem Betrieb mehr Gehör zu schenken und im Sinne eines den Interessen der Kollegen dienenden Ausgleichs zu wirken.

Wie die UZ aus gut unterrichteten Kreisen der IG Metall erfahren konnte, beurteilt man dort die Ausschlußdrohung von Weinkauf als zumindest taktische Fehlleistung. Die Gewerkschaft sei faktisch zum Partner der Niederlage einer Gruppe gemacht worden. Trotzdem soll das Ausschlußverfahren abgewickelt werden, da die Beteiligung an den zwei Listen die Satzung der IG Metall verletze.

Natürlich weiß die IG Metall, daß Maßregelungen eine schlechte Visitenkarte im Betrieb hinterlassen.

Es wäre daher naheliegend, daß alle Beteiligten eine rasche Verständigung herbeiführen. Denn erst die Zusammenarbeit von Betriebsrat und IGM sichert die Interessenvertretung der Klöckner-Arbeiter."
Q: Unsere Zeit Nr.8,Essen 22.5.1969,S.6;
Arbeitermacht Nr.1,Bonn 15.11.1969;
IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

08.07.1969:
In Frankfurt soll um 20 Uhr eine Diskussion des Sozialistischen Bundes (SB) unter dem Thema "Mitbestimmung oder Rätedemokratie" sich vor allem den Gewerkschaftsausschlußbemühungen der IG Metall gegen die linken Gewerkschafter bei Klöckner Bremen, die bei der letzten Betriebsratswahl 63% der Stimmen erhielten, widmen.
Q: SC:Info Nr.7,Frankfurt 5.7.1969,S.*

08.07.1969:
Bei Klöckner Bremen weist, laut IMSF, der Betriebsrat nach, daß lediglich 1 500 der ca. 5 800 Beschäftigten überhaupt Überstunden machen können (vgl. 11.7.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

11.07.1969:
Bei Klöckner Bremen informiert der Betriebsrat die Kollegen über seine Untersuchung der Überstundenlage (vgl. 8.7.1969, 23.7.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

23.07.1969:
Auf der Klöcknerhütte in Bremen tagt, laut IMSF, der Betriebsrat und berät über die Überstunden (vgl. 11.7.1969, 24.7.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

24.07.1969:
Auf der Bremer Klöcknerhütte ruft der Betriebsrat, laut IMSF, dazu auf, keine Überstunden mehr zu machen (vgl. 23.7.1969, 1.9.1969). Gefordert wird eine Erhöhung der übertariflichen Zulagen um 11,5% auf die ursprünglichen 30%.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

September 1969:
Bei Klöckner Bremen gibt die DKP eine Ausgabe ihrer 'Bramme' heraus.
Q: Die Bramme,Bremen Sept. 1969

01.09.1969:
Bei Klöckner Bremen findet, laut IMSF, eine Betriebsversammlung statt, auf der über den Stand der Lohnverhandlungen berichtet wird (vgl. 24.7.1969, 2.9.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

02.09.1969:
In Bremen verfügt der Betriebsrat der Klöcknerhütte, laut IMSF, einen totalen Überstundenstop (vgl. 1.9.1969, 4.9.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

04.09.1969:
Bei Klöckner Bremen findet, laut IMSF, erneut eine Betriebsversammlung zu den Lohnauseinandersetzungen (vgl. 2.9.1969, 5.9.1969) statt, bei denen die Direktion versucht, diese zu verzögern.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

05.09.1969:
Auf der Bremer Klöcknerhütte beginnt, laut IMSF, ein neuntägiger Streik von 6 000 Stahlarbeitern (vgl. 4.9.1969). Zwischen IGM und Arbeitgebern sind für heute Tarifgespräche vereinbart, obwohl der Tarifvertrag eigentlich noch bis zum 30.11.1969 läuft. Unter den ca. 5 800 Beschäftigten gibt es 3 bis 400 SPD-Mitglieder, von denen aber nur 30 bis 40 aktiv sind, eine DKP-Gruppe und 10 bis 20 Anhänger der Gruppe Arbeiterpolitik. Diese verteilten in der Vergangenheit Flugblätter, die DKP Bremen-West gibt die Betriebszeitung 'Bramme' heraus. Als Sprecher sollen sich Heinz Röpke und Max Müller (beide DKP) hervorgetan haben, während Bonno Schütter (Arbeiterpolitik), der das Werk nicht betreten durfte, konstruktiv mitarbeitete. Zwischen DKP und Schütter habe es zwar meist in taktischen betrieblich-gewerkschaftlichen Fragen Übereinstimmung gegeben, Schütter habe aber seine stärksten Schläge gegen den Arbeitsdirektor und den Gewerkschaftsapparat gerichtet. Schütter kooperiere mit der Bremer APO (u.a. Lila Eule, Sozialistischer Club) und habe offensichtlich auf diese dahingehend eingewirkt, daß sie sich nicht in den Streik einmischten. Solidaritätserklärungen seien außer von SPD und DKP auch von einer Versammlung der Betriebsräte der Bauarbeiter eingegangen. Der IGM-Bevollmächtigte Arno Weinkauf wendet sich heute gegen eine Einmischung der IGM in den Streik, da die IGM sonst Millionen zahlen müsse. Nachdem es zwischen 1 und 3 Uhr morgens im Warmwalzwerk bereits zu einem Streik kam, beginnt ein weiterer Streik kurz nach 9 Uhr morgens (Beginn der Lohnverhandlungen) im Kaltwalzwerk, von wo aus durch das Werk demonstriert wird. Die anderen Betriebsteile schließen sich dem Streik an. Der Zug geht zum Verwaltungsgebäude. Ein Angebot der Werksleitung von 25 Pf. um 9 Uhr und von 30 Pf. um 12 Uhr wird von Betriebsrat und versammelten Kollegen abgelehnt. Der Betriebsrat fordert eine übertarifliche Zulage von 70 Pfennig. Nun werden die Tore besetzt, im Laufe des Nachmittags werden alle Warmanlagen ordnungsgemäß abgefahren, abends aber läßt die Betriebsleitung den Mischer im LD-Stahlwerk noch einmal auffüllen. Mit dessen Inganghaltung sind noch weitere Arbeiten verbunden, so daß dann nicht richtig gestreikt werden könnte (vgl. 6.9.1969). Entweder rechnete man mit nur einem kurzen Streik oder wollte die Kollegen provozieren. Das Füllen geschah trotz der Warnungen des Leiters der Anlage.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

06.09.1969:
In Bremen tagt, laut IMSF, die große Tarifkommission der IGM für die Stahlindustrie ohne exakte Forderungen zu formulieren. Bei Klöckner wird derweil von den Streikenden der Zugang zum Mischer im LD-Stahlwerk blockiert (vgl. 5.9.19659, 7.9.1969). Ein von der DKP verteiltes Flugblatt wird von einer starken Minderheit als Einmischung abgelehnt. IGM-Bezirksleiter Scholz lehnt eine nachträgliche Legalisierung des Streiks ab, betont aber Verständnis, lediglich die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel müsse gewahrt bleiben. Die SPD-Betriebsgruppe solidarisiert sich heute mit dem Streik. Der Bremer CDU-Bundestagsabgeordnete gibt heute und am 8.9.1969 Erklärungen zum Streik ab, in denen er diesen als Werk radikaler Elemente denunziert.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

07.09.1969:
Bei Klöckner Bremen sperren die Arbeiter, laut IMSF, auch heute den Zugang zu dem Mischer im LD-Stahlwerk (vgl. 6.9.1969, 8.9.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

08.09.1969:
Bei Klöckner Bremen geht, laut IMSF, der Streik (vgl. 7.9.1969) weiter. Eine Belegschaftsversammlung lehnt erneut das Angebot vom 5.9.1969 ab. Die Direktion beginnt eine Hetzkampagne wegen des von ihr am 5.9.1969 gefüllten Mischers, der durch den Streik zerstört worden sei, während Betriebsrat und Kollegen nachweisen, daß dieser noch intakt ist (vgl. 9.9.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

09.09.1969:
In Bremen tagt, laut IMSF, zum zweiten Male die IGM-Tarifkommission für die Stahlindustrie (vgl. 6.9.1969, 10.9.1969). Es gibt aber noch keine Forderung und damit keine Vollmacht für Tarifverhandlungen. Die Direktion von Klöckner bezeichnet auf einer Pressekonferenz ihr Angebot vom 5.9.1969 für erledigt und fordert die Entleerung des Mischers als Vorbedingung für Verhandlungen. Auch IGM-Bezirksleiter Scholz fordert zum Entleeren des Mischers auf und distanziert sich von den angeblichen Beschädigungen der Betriebsanlagen.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

10.09.1969:
Bei Klöckner Bremen verschickt die Werksleitung, laut IMSF, einen Brief an die Kollegen, der morgen ankommt, in dem als letztes Angebot 20 Pf. für die Arbeiter und 35 DM auf das Eckgehalt der Angestellten und eine Vorauszahlung von 50 DM bei Arbeitsaufnahme geboten werden. Eine Bezahlung der Streikzeit wird abgelehnt. Gewarnt wird davor den bestand des Werkes und des eigenen Arbeitsplatzes durch den Streik zu gefährden. Der Betriebsrat lehnt dieses Angebot mit 28 gegen eine Stimme ab und fordert stattdessen 50 Pf. und Bezahlung der Streiktage. In der Nacht besucht der IGM Bezirksleiter Scholz zum einzigen Male während des Streiks das Werk. Seine Forderungen für die Tarifverhandlungen werden von einer Vertrauensleuteversammlung verabschiedet.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

10.09.1969:
Die IGM Tarifkommission für die Bremer Stahlindustrie stellt heute, laut IMSF, ihre Forderungen nach u.a. 14% Lohn- und Gehaltserhöhung und einem vollen 13. Monatsgehalt auf (vgl. 9.9.1969). Bezirksleiter Scholz erklärt, die magische Zahl sei 72 Pf., alles darunter sei nicht diskutabel.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

11.09.1969:
Die DKP bringt die Nr.24 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 4.9.1969, 18.9.1969). Im Leitartikel heißt es:"
STREIKFUNKE SPRINGT ÜBER
DIE ANTWORT AUF DIE PROFITEXPLOSION

Der Funke des siegreichen Streiks der über 20 000 Stahlwerker der Dortmunder Hoesch-Hütten sprang über.
... Auch bei Klöckner, Bremen wurde gestreikt. Der Funke sprang über den Stahlbereich hinaus. ... Bei Redaktionsschluß hielt die Streikbewegung noch an."
Q: Unsere Zeit Nr.24,Essen 11.9.1969

11.09.1969:
In München verteilen die ABG der APO München Nord, Ost, Süd, West und Neuhausen, nach eigenen Angaben, heute und morgen vor 19 Betrieben folgendes Flugblatt Nr.5 (vgl. 2.9.1969, 17.9.1969):"
Dienstag voriger Woche: Hoesch-WestfalenhÜtte in Dortmund - Mittwoch: Hoesch-Werke Union und Phoenix - Donnerstag: Rheinstahl-Hüttenwerke in Mülheim und Mannesmann (MM in Duisburg,d.Vf.) in Huckingen - Freitag: Klöckner in Bremen und Osnabrück".
Q: Agitation Nr.2,München o.J. (1969),S.22 bzw. o. Numerierung

11.09.1969:
Der Streik bei Klöckner Bremen tritt, laut IMSF, in eine kritische Phase, nachdem sowohl IGM als auch Werksleitung behaupten, daß die Streikenden ihre Arbeitsplätze gefährden. Ermutigend dürfte allerdings die Nachricht von der gestrigen Abstimmung bei Klöckner Osnabrück gewirkt haben. Morgens findet eine Versammlung mit überdurchschnittlicher Beteiligung von Angestellten statt, auf der beschloßen wird den Mischer zu entleeren, während die Versammlung der Nachmittagssschicht, an der überwiegend Arbeiter teilnehmen, dies immer noch ablehnt. Trotzdem wird noch heute um 23 Uhr mit der Entleerung begonnen (vgl. 12.9.1969). Der Betriebsrat entwickelt als Alternative zu den Tarifforderungen der IGM die Forderung nach entweder 30 Pf. oder 20 Pf. ab 1.8.1969 und Bezahlung der Streiktage und 50 DM Vorauszahlung. Dürrbeck von der IGM erklärt, daß die IGM vom Streik nicht überrascht sondern beeindruckt sei, sie habe bereits zuvor die Arbeitgeber ständig zu Verhandlungen aufgefordert.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

12.09.1969:
In der 'RPK' Nr.30 (vgl. 5.9.1969, 17.9.1969) erscheint der Artikel "Streik in Westdeutschland". Der Artikel ist verfaßt von einer Basisgruppe Bochum der Berliner Ruhrkampagne:"
Für Klöckner in Bremen und Osnabrück spielen regionale Lohndifferenzen für die dort besonders hart geführten Auseinandersetzungen ebenfalls eine Rolle. Aufgrund der günstigen Arbeitsmarktstruktur sind dort die Löhne hinter den Löhnen der Stahlarbeiter im Ruhrgebiet zurückgeblieben. Die streikenden Arbeiter in Bremen und Osnabrück wollen über den Streik einen gewaltsamen regionalen Lohnausgleich herbeizwingen. ...
Über das sich in den Streiks entwickelte Bewußtsein genaueres auszusagen, ist zur Zeit noch recht schwierig. Deutlich zeichnen sich lediglich Unterschiede zwischen Bremen, Saar und Ruhrgebiet ab. In den Klöckner-Werken besteht eine klassenbewußte Kadergruppe. Streikführung und Dauer lassen eine zunehmend anti-gewerkschaftlich und anti-kapitalistische Tendenz erkennen. Dabei ist die Zusammensetzung der Belegschaft von Bedeutung: ein Kern erfahrener kommunistischer Facharbeiter, der den Streik führt, und eine Belegschaft, die überwiegend aus angelernten Arbeitern, die erst seit "kurzem" von der Landwirtschaft und kleingewerblicher Tätigkeit in die Betriebe wechselte. Aufgrund der etwas größeren Arbeitskraftreserven ist bei Klöckner der während der Rezession erfolgte Lohnabbau noch nicht wieder rückgängig gemacht worden."
Q: Rote Pressekorrespondenz Nr.30,Berlin 12.9.1969

12.09.1969:
Bei Klöckner Bremen findet, laut IMSF, um 14 Uhr eine Belegschaftsversammlung statt, die beschließt, über das Angebot der Werksleitung von 20 Pf. sowie 200 DM Vorschuß bei Arbeitsaufnahme geheim abzustimmen. Die Abstimmung geht von heute Abend bis morgen früh (vgl. 13.9.1969). Otto Brenner von der IGM erklärt:" Es hat sich deutlich gezeigt, daß hier von politisch extrem orientierten Kräften der Versuch gemacht wurde, auf Kosten der Organisation und eines erheblichen Teiles der gutgläubigen Arbeitnehmer ihr politisches Geschäft zu machen." Um 18 Uhr 30 beginnen Tarifverhandlungen für die Bremer Stahlindustrie bzw. deren einzigen Betrieb, die Kööcknerhütte. Ein Vorschlag aus dem Vertrauensleutekörper, den Betriebsrat zu den Verhandlungen hinzuziehen wird von Bezirksleiter Scholz abgelehnt:"Die IG-Metall ist doch keine Hure!" (vgl. 13.9.1969).

Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

13.09.1969:
Die Tarifverhandlungen für die Bremer Stahlindustrie werden, laut IMSF, morgens um 6 Uhr 30 mit einem Ergebnis von u.a. Anhebung der Ecklöhne um 11% und einem 75 prozentigen 13. Monatsgehalt abgeschlossen. Bei Klöckner Bremen gehen, laut IMSF, die Streikenden ab der Mittagsschicht wieder an die Arbeit. In der gestern Abend begonnen geheimen Abstimmung sprachen sich 52,3% (1 415) für die Wiederaufnahme der Arbeit aus, dagegen stimmten 1 195. Eine IGM-Mitgliederversammlung akzeptiert die Ergebnisse der Tarifverhandlungen. IGM-Bezirksleiter Scholz erklärt: "Es darf nicht zugelassen werden, daß unkontrollierbare Gruppen das wirtschaftliche und politische Gestalten in unserem Staat ins Wanken bringen." Der Betriebsrat habe nur zu Lasten der Arbeiter, die einen Verdienstausfall von 200 DM hätten, eine Schau abgezogen. Konsequenz müsse eine Neuwahl des Betriebsrates sein. Die IGM aber habe sich durch ihr abwieglerisches Verhalten das Vertrauen vieler Kollegen verscherzt, beim Betriebsrat lägen einige Hundert Mitgliedsbücher. In der Folge des Klöcknerstreiks fordern u.a. 800 Schweißer der Bremer Vulkanwerft übertarifliche Zulagen. Die SPD-Betriebsgruppe begrüßt in einer Erklärung den Erfolg und weist gleichzeitig auf die 'erfolgreiche Wirtschaftspolitik' von Schiller hin. Bei Hansa-Waggon (800 Beschäftigte) werden 5% Zulage gefordert und bewilligt, bei Kocks werden 5% nur gefordert. Zu Unruhe kommt es auch unter den Hafenarbeitern (vgl. 22.9.1969).
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

14.09.1969:
Bei Klöckner Bremen werden heute, laut IMSF, sowohl ein Flugblatt der Gruppe Arbeiterpolitik mit dem Titel "16% Lohnerhöhung!" als auch eine Ausgabe der 'Bramme' der Betriebszeitung der DKP Bremen-West verteilt. Die Arbeiterpolitik vergleicht das erstreikte Ergebnis mit dem möglichen, ohne Streik erreichbaren, Tarifergebnis, wobei herauskommt, daß sich der Streik gelohnt habe. Die Gewerkschaftsspitze aber diffamiere die Streikenden und schließe andererseits bei 11% ab, sie versuche den Erfolg der Streikenden auf ihre eigenen Fahnen zu schreiben. Diese Selbstherrlichkeit der Funktionäre müsse zurückgeweisen werden. Nur durch das eigene Handeln im Betrieb könne man seine Interessen durchsetzen.

Die DKP verbreitet in ihrer 'Bramme' unter dem Titel "Erfolg bei Klöckner" eine Stellungnahme ihres Bezirksvorstandes Bremen / Niedersachsen-Nordwest, in der einerseits betont wird, daß die IGM durch den Streik unter Druck gesetzt worden sei die Tarifverhandlungen vorzuziehen und 14% zu fordern. Verwahrt wird sich dagegen, daß der Streik kommunistisch gesteuert gewesen sei. Auch der Betriebsrat trage nicht, wie IGM Bezirksleiter Scholz dies behaupte, die Schuld am Streik. Die große Lehre des Streiks heiße: "Die oben können nicht machen was sie wollen, wenn die unten einheitlich und entschlossen für ihre Interessen eintreten!"
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

17.09.1969:
Bei Klöckner Bremen gibt der Betriebsrat, laut IMSF, ein Flugblatt heraus, in dem über die durch den Streik (vgl. 5.9.1969) erzwungene Lohnerhöhung berichtet wird, in dieser Größenordnung habe es eine solche seit 20 Jahren nicht mehr gegeben, sie betrage insgesamt mehr als 16%.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

19.09.1969:
Es erscheint der 'Expreß International' (EXI) Nr.81 (vgl. 5.9.1969, 3.10.1969) mit folgendem Leitartikel:"
STREIKS - STREIKS

Die Stahlarbeiter an Rhein und Ruhr, im Saarland und in der Oberpfalz, in Osnabrück und in Bremen griffen zur Selbsthilfe. Die Bergarbeiter schlossen sich an. ... Die jahrelange von oben verordnete und konsequent betriebene Entpolitisierung machte sich bemerkbar. Dennoch: der Streik brachte ein Unbehagen ans Tageslicht, das tiefer als die bloßen Geldforderungen reicht. Die an den Galgen gehängte Puppe - Hoesch Generaldirektor Harders - deutet ebenso daraufhin wie der hartnäckige Widerstand gegen die Einmischung durch die Gewerkschaften in der Bremer Klöckner-Hütte."
Q: Express International Nr.81,Frankfurt 19.9.1969

22.09.1969:
Im Bremer Hafen läuft heute, laut IMSF, ein Ultimatum an die öTV zur Vorlage eines Tarifabschlusses aus. Im Gefolge des Klöcknerstreiks hatten zunächst die Gabelstaplerfahrer 3 Mark 50 mehr pro Schicht gefordert, andere Gruppen hatten sich angeschlossen. Heute wird dann durch einen drei Monate vorfristig abgeschlossenen Tarifvertrag der Schichtlohn um 10% erhöht.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

06.10.1969:
In Berlin tagt die Leitung von Spartacus - IAfeKJO. Von Klöckner Bremen wird durch Oldenburger Genossen berichtet.
Q: Spartacus - IAfeKJO:Protokoll Leitungssitzung vom 6.10.69,Berlin 6.10.1969

13.10.1969:
In Hamburg erscheint vermutlich heute die Nr.18 der 'Apo press' – Informationsblatt der Studenten Schüler und Arbeiter in Hamburg (vgl. 29.9.1969, 27.10.1969). Herausgeber ist der SDS Hamburg. Enthalten ist der Artikel "Wilder Streik in der Klöcknerhütte Bremen – Vom antigewerkschaftlichen zum antikapitalistischen Kampf (Abdruck aus RPK Nr.32)".
Quelle: Apopress Nr.18,Hamburg "29.9.1969",S.15ff

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21.10.1969:
In München verteilen die ABG der APO München Nord, Ost, Süd, West und Neuhausen, nach eigenen Angaben, heute und in den nächsten beiden Tagen vor 22 Betrieben folgendes Flugblatt Nr.5 (vgl. 2.9.1969, 17.9.1969) mit zwei Seiten DIN A 3 in einer Auflage von 24 000 heraus:"
DREH DICH UM KOLLEGE
...
'technologische Investitionen' (was das für uns bedeutet, zeigte sich z.B. bei der Klöckner-Hütte in Bremen: durch die Umrüstung vom Siemens-Martin-Verfahren auf das moderne LD-Verfahren wurde die Produktivität um fast 400% gesteigert, zugleich aber wurden die Kollegen, die vom Siemens-Martin-Werk ins moderne LD-Stahlwerk überwechseln mußten, um 2 - 3 Lohnstufen zurückgestuft und bekamen bis zu 1,30 weniger in der Stunde, 'weil die Arbeit nicht mehr so schwer sei')."
Q: Agitation Nr.2,München o.J. (1969),S.22 bzw. o. Numerierung

November 1969:
In Berlin gibt Spartacus - IAfeKJO die Nr.8 seines 'Spartacus' (vgl. Sept. 1969, Dez. 1969) heraus, die u.a. von Klöckner Bremen berichtet.
Q: Spartacus Nr.8,Berlin Nov. 1969

06.11.1969:
Die DKP bringt die Nr.32 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 30.10.1969, 13.11.1969) und berichtet u.a. aus Bremen von Klöckner, der IGM Verwaltungsstelle und auch in einem Leserbrief.
Q: Unsere Zeit Nr.32,Essen 6.11.1969

15.11.1969:
In Bonn gibt die Betriebsprojektgruppe (BPG) des SDS Bonn erstmals ihr Info 'Arbeitermacht' (vgl. 16.12.1969) heraus.
Eingegangen wird zunächst auf die Septemberstreiks im Ruhrgebiet (Hoesch), im Saarland, Kiel und Bremen.
Über den bei Klöckner Bremen tätigen Betriebsrat Bonno Schütter wird behauptet, daß er ein nichtorganisierter Maoist sei, obwohl andere Quellen ihn ja zumeist als zumindest ehemals in der Gruppe Arbeiterpolitik aktiven Brandleristen kennzeichnen.
Q: Arbeitermacht Nr.1,Bonn 15.11.1969

Januar 1970:
In Kiel erscheint die Nr.1/70 der 'Roten Skizze' - Studentenzeitschrift an der Uni Kiel (vgl. März 1970), herausgegeben von der Studentenschaft der Uni Kiel.
U.a. wird auch über Klöckner Bremen berichtet, wo der, der Gruppe Arbeiterpolitik (ARPO) angehörende, Bonno Schütter tätig ist. Dieser wird als "hervorragender Revolutionär" bezeichnet.
Q: Rote Skizze Nr.1,Kiel Jan. 1970

22.01.1970:
Die DKP bringt die Nr.4 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 15.1.1970, 29.1.1970) und berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Unsere Zeit Nr.4,Essen 22.1.1970

Februar 1970:
In Bremen erscheint die Nr.1/70 des 'Mitmischer', Betriebszeitung für die Klöckner Hütte Bremen Unabhängiges Informationsblatt von Kollegen für Kollegen, welche vor allem betriebliche Neuigkeiten enthält. Herausgeber ist, allerdings nicht offen, die Gruppe Arbeiterpolitik (ARPO).
Q: Mitmischer Nr.1,Bremen Feb. 1970

07.03.1970:
In Berlin beginnt eine zweitägige Arbeitskonferenz zur Gewerkschaftsfrage und Betriebsarbeit, von der es protokollarische Notizen gibt:
Anwesend waren Gruppe Arbeiterpolitik (Arpo) aus Bremen, Hamburg und Nürnberg, der Zentralrat der Schülerbasisgruppen Bremen, die Betriebsprojektgruppen Freiburg, die Howaldtgruppe Kiel, Rote Skizze/Rote Zellen Kiel, Rote Garde Kiel, Rote Garde Bochum, Sozialistische Arbeiter Gruppe (SAG) Frankfurt, PEI Berlin, Betriebsgruppen Telefunken, Schering, DWM Berlin, Rote Garde Berlin und ... 3 Freischwebende.

Bei Howaldt (HDW) Kiel werde im Vertrauensleutekörper (VLK) gearbeitet, während der Betriebsrat (BR) rechts sei. Die Arpo Bremen sitzt dagegen bei Klöckner im BR, während der VLK rechts ist.

Bonno Schütter von Klöckner tritt für die Erarbeitung einer gemeinsamen Plattform und dadurch Schaffung einer Kaderorganisation ein.

Zu dieser Plattform äußern sich die Gruppen so:
"Freiburg: Bei uns steht in der Arbeit noch eine organisatorische Trennung von Studenten und Jungarbeitern [an], ... . Unser Interesse an der Mitarbeit der Plattform ist klar. ...
Göttingen (tauchen in der Anwesenheitsliste nicht auf, d.Vf.): Unsere Arbeit bestimmt sich als Fraktion der GSG (Gewerkschaftliche Studenten Gruppe, d.Vf.) in einer betrieblichen Arbeitsgruppe. Wir werden gerade aus der Gewerkschaft geschmissen. Interesse an Mitarbeit. ...
Bochum: Wir arbeiten in betrieblichen Gruppen vor allem im Stahlbereich ... (Rote Garde) ...
BG Bochum: ... Es gibt bis jetzt 35 betrieblich arbeitende Zirkel im Bochumer Raum (Lüdenscheid, Iserlohn, Wuppertal)."

Von Klöckner Bremen wird noch ein Streikbericht gegeben.

Vermutlich im Zusammenhang mit der Arbeitskonferenz verbreitet die Berliner PEI zwei unbetitelte Papiere zur Gewerkschaftsfrage (eines von ihr selbst, welches uns auch als 5-seitige Kopie eines Typoskripts vorliegt, und eines von der Berliner Betriebsgruppe Bosch), das 5-seitige Papier der PEI führt u.a. aus:
Im September 1969 brachen die wilden Streiks aus, weil die Gewerkschaft weder Lust noch, durch die Tarifverträge, Erlaubnis hatte, die Lasten der Krise von der Arbeiterklasse abzuwälzen. So mußten die Lohnerhöhungen ohne die Gewerkschaft erkämpft werden, die sich bestenfalls neutral verhalten habe. In vielen Betrieben (Klöckner, Bergbau) habe sie aber auch Sabotage geübt. Der Staat habe sie gezwungen zu einer Ordnungsmacht zu werden.

In den zweiseitigen "Thesen einer Berliner Betriebsgruppe zur Gewerkschaftsfrage", die den beiden vorhergehenden Papieren in unserem Exemplar beigeheftet ist, wird u.a. eine aktive Arbeit in den Vertrauenskörpern befürwortet, um dadurch den institutionellen Schutz bei betrieblicher Agitation zu erlangen, eine auf die revolutionäre Propaganda abgestimmte 'erfolgreiche' reformistische Politik betreiben und die Konflikte zwischen Führung und Basis verschärfen zu können. Außerdem könne die gewerkschaftliche Schulung übernommen oder weitergeführt werden und in den Gewerkschaften sei das beste Rekrutierungsfeld für potentielle Kader. Verfrüht sei es jedoch gegenüber der Bürokratie linke Machtpolitik zu betreiben. Dies habe man im Sept. 1969 vor allem bei Klöckner Bremen gelernt. Auch bei Schering Berlin habe die Unterstützung der Mehrheit für den linken Vertrauenskörper bei den Repressionen der Bürokratie gefehlt.
Q: PEI:ohne Titel(Papier zur Gewerkschaftsfrage),Berlin o.J. (1970);
BG Bosch Berlin:ohne Titel (Papier zur Gewerkschaftsfrage),Berlin o.J. (1969);
Thesen einer Berliner Betriebsgruppe zur Gewerkschaftsfrage,Berlin o.J.;
Protokollnotizen:Arbeitskonferenz zur Gewerkschaftsfrage und Betriebsarbeit,7.-8.3.1970,Berlin o.J. (1970)

24.03.1970:
Bei Klöckner Bremen wird, laut RFO Saarland, durch einen kurzen Warnstreik 8 Pfg. mehr für Arbeiter, 14 DM mehr pro Monat für Angestellte und 16 DM pro Monat mehr für Lehrlinge erreicht.
Q: Rote Fahne - Röchling Nr.3,Völklingen 4.5.1970;
Rote Fahne - Hadir o.Nr.(1),St. Ingbert o.J. (1970)

April 1970:
Vermutlich im April erscheint erstmals die 'Sozialistische Betriebskorrespondenz' (SBK), die vom Sozialistischen Büro Offenbach herausgegeben wird, mit einer Nullnummer (vgl. 1.5.1970). Als Beilage wird eine Ausgabe des 'Mitmischer' von Klöckner Bremen vertrieben, in der u.a. festgestellt wird, daß die dortigen linken Betriebskader bereits auf der Norddeutschen Hütte, einer Vorläuferfirma, aktiv gewesen und dann von Klöckner übernommen worden seien.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.0,Offenbach 1970

04.04.1970:
Die DKP bringt die Nr.14 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.3.1970, 11.4.1970). Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Unsere Zeit Nr.14,Essen 4.4.1970

15.04.1970:
Bei Opel Bochum Werk I findet, laut DKP, eine Belegschaftsversammlung (BV) statt. Später berichtet die KPD/ML-ZK u.a.:"
ORGANISIERT EUCH MÖGLICHST ZAHLREICH IN DER RBG, DAMIT WIR ZUSAMMEN WIRKLICH MAL OFFEN GEGEN DIESEN SCHWINDEL VORGEHEN KÖNNEN!

1. BEISPIEL: KLÖCKNER

Denkt an das Beispiel der roten Listen bei Klöckner in Bremen!

Dort haben klassenbewußte Arbeiter, die mit der verräterischen Politik des Betriebsrats nicht einverstanden waren, bald soviel Solidarität bei den Kollegen gehabt, daß sie es wagen konnten, Gegenlisten gegen die offizielle IG-Metall-Liste aufzustellen. Als sie dann die absolute Mehrheit bekamen, schloß die Gewerkschaftsführung ihre Anführer aus der Gewerkschaft aus (UVB,d.Vf.). Bei den Kollegen hatten sie jedoch soviel Rückhalt bekommen, daß sie bei den Septemberstreiks in die Streikleitung gewählt wurden."
Q: Zündkerze Nr.1 und 2,Bochum 1970,S.5 bzw. S.1ff; Roter Kadett Nr.4,Bochum Apr. 1970

01.05.1970:
Es erscheint die Nr.1 der 'Sozialistischen Betriebskorrespondenz' (SBK) (vgl. April 1970, 1.6.1970), die sich u.a. mit Klöckner Bremen befaßt.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.1,Offenbach 1.5.1970

10.06.1970:
Die Nr.2 der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der Roten Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK erscheint vermutlich heute für Opel Bochum (vgl. 26.5.1970, 30.6.1970). In einem Artikel geht es um die:"
DREI WÄLLE
...
Eins ist klar: Wenn wir vorwärts wollen, werden wir so oder so zuerst auf den äußeren Wall des Kapitals, den Gewerkschaftsapparat stoßen.

Die meisten Kollegen haben das schon lange erkannt, nur wissen sie nicht recht, was nun zu tun ist. Doch in den Septemberstreiks waren die ersten Ansätze vorhanden, um wirklich vorwärts zu kommen. In vielen Betrieben entstanden bei Streikbeginn sofort Streikkomitees. So in Dortmund bei den Zechen (IGBE-Bereich,d.Vf.), in Bremen auf der Klöcknerhütte usw. Diese Streikkomitees übernahmen sofort die Leitung der Streiks. Sie hatten das Vertrauen aller Kollegen, alle Kollegen standen hinter ihnen."
Q: Zündkerze Nr.2,Bochum 1970

August 1970:
In Bremen kommt es auf der Klöcknerhütte, laut 'SBK', zu Streiks in der Flämmerei, dem Eisenbahnbetrieb, bei den Kranführern des Kaltwalzwerks und den Dornhubwagenfahrern. Laut BKA Freiburg kommt es von Mitte bis Ende August sporadisch zu Streiks mit vielen hundert Teilnehmern für 20 Pfennig, die bis zu zwei Stunden dauern. Laut KPD/ML-ZB wird in einer Woche sporadisch bis zu zwei Stunden täglich für 20 Pfg. mehr gestreikt.
Q: KPD/ML-ZB:Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB o.Nr.(3),Berlin o.J. (1970);
Klassenkampf Nr.1,Freiburg Sept. 1970;
Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 10.9.1970

August 1970:
Bei Klöckner Bremen werden, laut KPD/ML-ZK bei Opel Bochum, vermutlich spätestens im August 18% für die Stahltarifrunde (STR) gefordert.
Q: Zündkerze Nr.4,Bochum Sept. 1970,S.1

19.08.1970:
Bei Klöckner Bremen beginnt, laut RFO Saarland und 'Marburger Betriebsbote' (MBB) ein mehrtägiger Streik für 20 Pfg. mehr.
Q: Marburger Betriebsbote Nr.5,Marburg 25.8.1970;
Rote Fahne - Hadir o.Nr.(1),St. Ingbert o.J. (1970);
Rote Arbeiterzeitung Nr.4 und 5,Frankfurt 1970

September 1970:
Die Nr.3 der Münchner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. Juli 1970, Okt. 1970) berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.3,München Sept. 1970

September 1970:
In Berlin erscheint die Nr.3 des 'Klassenkampf - Ausgabe DIAG' - Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - Aug. 1970, 12.10.1970) durch die Betriebszellen und Betriebsgruppen DIAG der PL/PI. Berichtet wird u.a. von Klöckner Bremen mit Hilfe des 'Mitmischer' Nr.5 über Kranfahrer, das KWW, die Dornhubwagenfahrer, die Flämmerei und die Eisenbahn.
Q: Klassenkampf - Ausgabe DIAG Nr.3,Berlin Sept. 1970, S. 2

Berlin_Siemens_PL_081


September 1970:
Der Kommunistische Bund Bremen (vgl. 29.8.1970) gibt erstmals seine 'Kommunistische Arbeiter Korrespondenz' (vgl. Nov. 1970) heraus. Berichtet wird darin u.a. von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiter Korrespondenz Nr.1,Bremen Sept. 1970, S. 5ff

Bremen_KAK005

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07.09.1970:
Die OG München der KPD/ML-ZK gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt zur MTR der IGM heraus:"
DIE WIRTSCHAFTSKRISE DROHT
DANK FÜR ERHÖHTE ARBEITSLEISTUNG: KURZARBEIT, ENTLASSUNGEN
...
STATT ALLEINGANG - SOLIDARISCHER KAMPF

Die Metallerkollegen, die im vorigen September bei Hoesch, Klöckner (IGM-Bereich in Dortmund bzw. Bremen,d.Vf.) usw. streikten, haben bewiesen, daß man durch massiven Druck die Kapitalisten zu weit größeren Zugeständnissen zwingen kann als durch den Alleingang einzelner Kollegen oder den Kuhhandel der Gewerkschaften.

EINEN FINGER KANN MAN BRECHEN - FÜNF FINGER SIND EINE FAUST!

Folgen wir diesem Beispiel: Jetzt gilt es rauszuholen, was noch rauszuholen ist!"
Q: KPD/ML-ZK-OG München:Die Wirtschaftskrise droht,München o.J. (1970)

10.09.1970:
In der Nr.5 der 'Sozialistischen Betriebskorrespondenz' (SBK) des Sozialistischen Büros (SBO) (vgl. 1.8.1970, 29.9.1970) wird u.a. berichtet, daß auf der Klöcknerhütte in Bremen 18% mehr Lohn gefordert werde, und daß die Nr.5 des dortigen 'Mitmischers' erschienen sei.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 10.9.1970

Oktober 1970:
Die Nr.4 der Münchner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. Sept. 1970, Nov. 1970) berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.4,München Okt. 1970

Oktober 1970:
In der Nr.10 der 'Roten Fahne' (vgl. 15.9.1970, Nov. 1970) gibt die KPD/AO ihre Vorstellungen von der Metalltarifrunde (MTR) bekannt:"
TARIFRUNDE: DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER METALLARBEITER WIEDER STÄRKEN!
...
Zu den regionalen Abschlüssen tritt noch etwas, das die Spaltung der Arbeiter beschleunigt: Die Verhandlungsabschlüsse sind auch zeitlich so aufgesplittert, daß das Abbröckeln der Streikfront wesentlich erleichtert wird.

So passen dann auch die von den Gewerkschaftsbossen bisher ausgesprochenen Verhandlungskündigungen ins Bild, denen nun Schlichtungsverhandlungen folgen werden: gerade in Nordrhein-Westfalen, Nordwürttemberg-Nordbaden (NB/NW,d.Vf.) und Bremen (in diesen Gebieten wurden die ersten Kündigungen ausgesprochen) war und ist der Widerstand der Arbeiter gegen die Beschränkung auf 10% am größten (Die Forderung für die Klöckner Werke AG, Bremer Hütte, beträgt sogar 18%)."
Q: Rote Fahne Nr.10,Berlin Okt. 1970

21.10.1970:
Die Nr.43 des 'KND' (vgl. 17.10.1970, 24.10.1970) der KPD/ML-ZB erscheint mit der Schlagzeile "Kampf der Zusammenarbeit von rechten Gewerkschaftsführern und SPD!", die sich wieder einmal auf die Metalltarifrunde (MTR) bezieht. Hier habe die IG Metall in Bremen einem Schiedsspruch von ca. 12% Lohnerhöhung zugestimmt (gefordert wurde zuvor 15%) und auch für Klöckner Bremen eine nur zehnprozentige Lohnerhöhung akzeptiert, obwohl als Forderung 18% aufgestellt worden waren. Dasselbe gelte auch für Klöckner Osnabrück.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.43,Bochum 21.10.1970

24.10.1970:
Die Nr.44 des 'KND' (vgl. 21.10.1970, 26.10.1970) der KPD/ML-ZB erscheint. Zur Metalltarifrunde (MTR) bzw. Stahltarifrunde (STR) wird bekanntgegeben, daß für Klöckner Bremen beim Hauptvorstand eine Urabstimmung über Kampfmaßnahmen für 10% beantragt worden sei, obwohl die ursprüngliche Forderung 18% betragen habe.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44,Bochum 24.10.1970

30.10.1970:
In Bremen streiken, laut KPD/ML-ZB, 13 000 Metaller gegen die Anrechnung von 4 Pfennigen (1%) der Lohnerhöhung auf die übertariflichen Zulagen:"
Die Kapitalisten mußten wegen des geschlossenen Widerstandes diese Maßnahme zurücknehmen."

Gleichzeitig läuft in Bremen die ursprünglich vereinbarte Erklärungsfrist für die Stahl- (d.h. Klöckner) Tarifrunde ab, die IG Metall aber erbat sich wegen des knappen Ergebnisses der heutigen Urabstimmung (bei 60% Wahlbeteiligung: 28,6% (1 296) gegen und 31% (1 407)) für einen 10%-Abschluß noch eine Verlängerung der Frist bis zum 6.11.1970 aus, damit noch einmal die Große Tarifkommission zusammentreten kann.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.47 und 48,Bochum 4.11.1970 bzw. 7.11.1970,S.3 bzw. S.2

Januar 1971:
Die Rote Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK in Bochum Die zieht folgende Schlußfolgerungen:"
ZUR V-LEUTEWAHL IN DER KÜCHE
...
So wie die vom amerikanischen CIA bezahlten Gewerkschaftsbonzen nach 1945 allmählich alle Kommunisten und linken Sozialdemokraten aus der Gewerkschaft rausgeschmissen haben, würden sie auch jetzt wieder verfahren, sobald sie einen kämpferischen Kollegen in ihren eigenen Reihen wittern sollten. So geschah es dem Kollegen Schütter in Bremen (bei Klöckner,d.Vf.), der für die V-Leutewahl eine rote Liste organisiert hatte, die auch von der Mehrheit der Kollegen gewählt wurde. Die IGM hatte verloren und warf ihren Wahl-Gegner, ca. 40 Kollegen aus der Gewerkschaft, d.h.: die IGM wird wird sich auf lange Sicht nicht als Basis 'hergeben' für V-Leute, die für unsere wirklichen Interessen kämpfen. Dennoch muß dieser Kampf gewagt werden, mit dem Ziel vor Augen, in den Roten Betriebsgruppen eine neue Basis für diese Kämpfe zu schaffen."
Q: Zündkerze Nr.7,Bochum März/Apr. 1971,S.5ff und S.14

27.01.1971:
Frühestens heute gibt die Rote Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK bei Opel Bochum die Nr.6 ihrer 'Zündkerze' (vgl. 17.12.1970, 9.2.1971) heraus. In einem Artikel heißt es u.a.:"
ZUR DISKUSSION GESTELLT:

Wie schon in den letzten Ausgaben der 'Zündkerze' angekündigt, beginnen wir hier mit einer Artikelserie, die sich speziell mit Aufgaben und Zielen der Gewerkschaften beschäftigt. Die folgenden Ausführungen sind als allgemeine Einleitung in diese Problematik gedacht.
...
Hat nun aber die Gewerkschaft unsere Reihen tatkräftig geeint? Nein! Sie hat nicht nur bis 1956 systematisch die roten Kollegen hinausgesäubert, sie hat auch die kampfbereiten linken Sozialdemokraten in Zusammenarbeit mit amerikanischem Geheimdienst und Bundesverfassungsschutz gefeuert. Der Fall des Kollegen Agartz dürfte einigen noch bekannt sein. DGB-Vorsitzender Freitag tanzte, als Adenauer aufspielte. 'Aber jetzt haben wir eine SPD-Regierung!' werden einige Kollegen sagen. 'In der Tat, aber hat sich etwas geändert?' fragen wir. So wie Mitte der 50er Jahre Agartz und viele andere gefeuert wurden, so wurde 1969 Kollege Schütter in Bremen (bei Klöckner - IGM-Bereich - vgl. **.**.1969,d.Vf.) geschaßt wie viele andere mehr."
Q: Zündkerze Nr.6,Bochum o.J. (1971)

22.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Die Krisenentwicklung zeichnet sich im Moment noch hauptsächlich durch das Sammeln einer industriellen Reservearmee aus. Von Entlassungen und Kurzarbeit sind bisher zum großen Teil Frauen, ältere Kollegen und ausländische Arbeiter betroffen.

Zusätzlich setzen die Kapitalisten noch andere Methoden zur Spaltung der Arbeiterklasse ein. Die Drohung mit Entlassungen ist in der Zeit der verlangsamten Krisenentwicklung das hauptsächliche Mittel, um die Arbeiter anzutreiben und die Profite zu sichern. Dabei werden Überstunden gekürzt oder Umversetzungen vorgenommen und so das Realeinkommen der Beschäftigten Arbeiter gesenkt.

Diese Entwicklung zeigte sich jetzt auch bei KLÖCKNER in BREMEN. In einem Bericht der KPD/ML-Betriebsgruppe heißt es:
'Am 10. April soll das Siemens-Martinwerk stillgelegt werden. Ehemals waren hier sechs SM-Öfen in Betrieb. Heute ist es nur noch einer. Für 300 Kollegen bedeutet diese Stillegung weniger Lohn. Es ist zwar zugesichert worden, daß alle Kollegen im Betrieb umversetzt werden und zwar bei gleichbleibenden Löhnen, auch dann, wenn sie auf schlechterbezahlte Arbeitsplätze kommen. In Wirklichkeit sieht es aber so aus: laut Arbeitsvertrag ist der Lohn für ein halbes Jahr garantiert, wird dann aber monatlich um 20 DM abgebaut, bis der niedrige Lohn des neuen Arbeitsplatzes erreicht ist.

Der Aufsichtsrat der Klöckner Werke AG hat auch Rationalisierungsmaßnahmen im Verwaltungsbereich angekündigt. Die Verwaltung der Hütte Bremen, der Georgsmarienhütte und der Hütte Haspe (Hagen) soll zusammengefaßt werden. Das wird für viele Angestellte Entlassung bedeuten. Die Geschäftsleitung teilte bereits mit, daß 'nicht jeder von ihnen geeignet ist in die Verwaltung des Stahldirektoriums im AG-Weserhaus umgesetzt zu werden.'

Tatsächlich wird an allen Ecken und Enden rationalisiert. Seit September 1970 ist ein Überstundenstop eingeführt, die Prämien werden gekürzt. Es werden keine neuen Arbeiter eingestellt, die Fremdfirmen sind schon rausgeschickt worden. Auch die sozialen Einrichtungen müssen dran glauben. Vor einem Jahr war die Erweiterung der Kantine, die bei Schichtwechsel hoffnungslos überfüllt ist, zugesichert worden. Angeblich hatte die Direktion dafür bereits 350 000 DM bereitgestellt. Bis heute wurde die Kantine nicht erweitert.

Während die Lage der Kollegen bei Klöckner sich schnell verschlechtert, reden die D'K'P-Führer von einer 'angeblich schlechten Auftragslage bei Klöckner' und bestreiten sogar, daß überhaupt Entlassungen geplant sind. Stattdessen schreiben sie: 'Wir haben dem Direktorium gegenüber auch klar unser Mißfallen zu den Praktiken einiger Abteilungsleiter (!) zum Ausdruck gebracht. Einige Herren glauben, weil wir von einem unnormal hohen Produktionsstand auf einen Normalzustand (!) gegangen sind, gleich mit Einschüchterungen und Panikmache unsere Belegschaft verunsichern zu können, um dann in Wirklichkeit nur noch höhere Leistungen aus unseren Kollegen herauszuholen... Wir sind der Meinung, Kollegen, unsere Konzernleitung hat auf unsere Knochen in den letzten Jahren mehr als genug gespart. Zur Erhaltung unserer Belegschaft und ihres Besitzstandes sollen und müssen die Herren jetzt in den Topf der von erarbeiteten Gewinne greifen. BEWAHRT DAHER RUHE, Kollegen und laßt euch nicht verunsichern! Sobald wir auch nur den Anschein von Personalmaßnahmen auf den Tisch bekommen, werdet ihr umgehend informiert; und dann haben wir alles in unseren Kräften stehende zu tun - WENN NOTWENDIG MIT EUCH GEMEINSAM - um alle Angriffe auf die Belegschaft abzuwehren.'

Das ist eine durch und durch verräterische Haltung. Man leugnet die Krise und spricht wie Schiller und Brandt von Normalisierung. Man redet zugleich von 'gewollter Krise' - gewollt von einigen Abteilungsleitern - um damit die Leistung der Arbeiter zu steigern. Die Vorbereitung des Kampfes der Arbeiterklasse gegen die Abwälzung der Krise wird hintertrieben, indem die Kollegen hingehalten und Versprechungen gemacht werden: Wenn doch Personalmaßnahmen auf den Tisch kommen, dann informieren wir euch schon. Das wird der 'Kampf' geführt - natürlich erstmal vom Betriebsrat, und nur wenn er es für notwendig hält, wird zur Verstärkung der Verhandlungsposition der 'Kampf der Belegschaft' begonnen.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.25,Bochum 31.3.1971,S.6f

April 1971:
Der KB Bremen gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Arbeiter-Korrespondenz' (vgl. März 1971, 9.5.1971) heraus mit dem Bericht "Krisenmassnahmen bei Klöckner – auf Kosten der Arbeiter !!".
Q: Kommunistische Arbeiter-Korrespondenz Nr. 6,Bremen Apr. 1971, S. 21

Bremen_KAK087


10.04.1971:
Bei Klöckner Bremen soll, laut KPD/ML-ZB, das Siemens-Martin (SM) Werk stillgelegt werden.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.25,Bochum 31.3.1971,S.6

10.06.1971:
In der Nr.5 der 'SBK' (vgl. 20.5.1971, 20.9. 1971) wird über die Anti-Bildzeitungsaktionen in NRW bei Hoesch Dortmund, bei Klöckner Bremen und in Hessen bei den Stadtwerken Offenbach berichtet.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 10.6.1971

01.07.1971:
Die Rote Opel Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK rief auf (vgl. 1.7.1971) und berichtet (vgl. 5.7.1971):"
PERSCHKE AUF DER BETRIEBSVERSAMMLUNG: 'TARIFVERHANDLUNGEN IM AUG... OKTOBER!'
...
Gerade die Metall-Tarifverhandlungen haben eine zentrale Bedeutung. In der IGM sind die meisten organisiert, sie ist die größte Gewerkschaft im DGB. Wenn sie hier das Lohndiktat durchsetzen, werden sie es in allen Bereichen schaffen. Die Kapitalisten, SPD-Regierung, Gewerkschaftsbonzen bereiten sich gut darauf vor. In den bisherigen Verhandlungen hatten sie ZWEI TAKTIKEN:
- Geheimverhandlungen wie im Bergbau (BETR der IGBE,d.Vf.), oder
- Abwiegelung in Streiks wie in der Chemie,
um den Bossen zu beweisen, daß sie am besten in der Lage sind, das Lohndiktat durchzusetzen. Dann werden sie wahrscheinlich solche Kollegen wie Jasczyk oder Perschkes Paradepferd Adamek vorschicken, die sich mit 'radikalem' Getöne an die Spitze stellen, um im entscheidenden Moment abwiegeln zu können. Wie so etwa geht, hat der Kollege Jasczyk ja schon beim letzten Streik (vgl. S5.**.197*,d.Vf.) geübt, als er die Kollegen der B-Schicht vor dem Humboldt-Eck aufrief, Perschke zu vertrauen und wieder an die Arbeit zu gehen. Was sie versuchen werden mit allen Mitteln zu verhindern, ist, daß fortschrittliche Kollegen den Streik anführen. Dabei schrecken sie dann auch nicht vor Kündigungen zurück. Wie z.B. der Kollege Schütter in Bremen (bei Klöckner - vgl. S6.**.196*,d.Vf.) entlassen wurde. Genauso versuchte Perschke auf der BV, einen Keil zwischen die Kollegin B. und die Kollegen zu treiben, indem er die Lüge aufstellte, B. sei eine Studentin, die nicht zur Belegschaft gehöre und nur vorübergehend bei Opel arbeite. Das ist genau die Taktik, die in den Arbeitgeber-Richtlinien empfohlen wurde: Versuchen, die 'Rädelsführer' zu isolieren. Wir hoffen nur, daß mit dem 'vorübergehend' nicht gemeint ist, daß die Kollegin B. wie der Kollege Schütter gekündigt werden soll! Eine Möglichkeit, dies richtig zu stellen, gab es auf der BV für die Kollegin B. natürlich nicht. Wie auf einer der letzten Betriebsversammlungen in Langendreer und bei Hoesch (in Dortmund - vgl. S6.*.1971,d.Vf.) wurde auch in diesem Fall das Mikrophon abgestellt."
Q: Zündkerze Perschke auf der Betriebsversammlung und Extra Ein feines Süppchen,Bochum o.J. (1971) bzw. o.J. (1.7.1971),S.1ff bzw. S.1ff

22.07.1971:
Laut Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg findet in Oberhausen eine Geheimtagung zwischen IG Metall-Arbeitsdirektoren der Montanindustrie und einigen IG Metall-Vorstandsmitgliedern statt. Dort "forderten die Arbeitsdirektoren zahlreicher Großbetriebe (z.B. Mannesmann (MM,d.Vf.), Rheinstahl, Klöckner) vom Vorstand, energisch etwas gegen 'den politisierenden Einfluß der Vertrauensleute' (VL,d.Vf.), 'die sich als die Kontrolleure des Betriebsrats (BR,d.Vf.) aufspielen' zu tun."

Die KPD (vgl. 8.10.1971) berichtet über das auf dem IGM-Tag 'aufgetauchte' Protokoll:"
Hier konnte man lesen, daß sich 'Vertrauensleute als Kontrolleure des Betriebsrates aufspielen' (Rheinstahl-Hütten-Arbeitsdirektor Hagner), daß Vertrauensleute in gefährlicher Weise 'die Politisierung in den Betrieben fördern' (Hoesch-Arbeitsdirektor Hoelkeskamp), daß 'man auch die Vertrauensleute im Griff haben müsse' (Rheinstahl-Gießerei-Arbeitsdirektor Kapust). Und Strothmann selbst hatte in der Sitzung lt. Protokoll gesagt, 'daß die Freiheit in der IG-Metall, gegen die IG-Metall (sprich: die IG-Metall-Führung) sein zu dürfen, natürlich ihre Grenzen gegenüber sogenannten Basisdemokraten (sprich: den fortschrittlichen Gewerkschaftern, die in ihrem Betrieb aktiv sind) haben müsse'.

Auf dem Gewerkschaftstag darauf angesprochen, wurde das von ihm nochmals ausdrücklich bestätigt. 'Ohne oder gegen die Betriebsräte ist keine vernünftige Arbeit im Betrieb möglich'. Und: Man müsse gegen die vorgehen, 'die im betrieb pokern und alle gewerkschaftlichen Funktionäre in unflätiger Weise beschimpfen'."

Die KPD (vgl. 10.3.1972) berichtet auch anläßlich der Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 1.3.1972).
Q: Rote Fahne Nr.27 und 38,Berlin bzw. Dortmund 8.10.1971 bzw. 10.3.1972,S.2 bzw. S.6;
Klassenkampf Nr.14,Freiburg 13.10.1971,S.6

29.07.1971:
Die IGM-Vertrauensleute der Klöcknerhütte Bremen fordern heute, laut PL/PI (vgl. Sept. 1971), eine 80 Pfg. Lohnerhöhung in der Metalltarifrunde (MTR) bzw. Stahltarifrunde (STR).
Q: Klassenkampf – Ausgabe KWU Nr.18,Berlin Sept. 1971, S. 1

August 1971:
In Bremerhaven gibt das SALZ seine 'Arbeiterstimme' Nr.12 (vgl. Juli 1971, Sept. 1971) heraus, berichtet wird u.a. über Klöckner Bremen.
Q: Arbeiterstimme Nr.12,Bremerhaven Aug. 1971, S. 2

Bremerhaven406


14.08.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.61 (vgl. 11.8.1971, 18.8.1971) heraus. Berichtet wird u.a. aus Bremen von der eigenen Betriebsgruppe Klöckner ('Roter Metall Arbeiter').
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.61,Bochum 14.8.1971

23.08.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr.17 des 'Klassenkampf' für August als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 17.7.1971, Sept. 1971) in einer allgemeinen Ausgabe. Berichtet wird u.a. von der Metalltarifrunde (MTR) der IGM u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Klassenkampf Nr.17,Berlin Aug. 1971

23.08.1971:
In dieser Woche erscheint in Berlin die zweite Augustausgabe der 'Kommunistischen Arbeiterpresse AEG Telefunken' der KPD die Nr.24 (vgl. 2.8.1971, 13.9.1971) mit dem Artikel zur Metalltarifrunde (MTR) "Gegen kapitalistische Lohndisziplin, gegen Stillhaltepolitik der IGM-Führer: 120 DM mehr für alle!", der berichtet von den linearen Forderungen in der IGM Düsseldorf und bei Klöckner Düsseldorf, bei Hoesch Dortmund, Klöckner Bremen und Ford Köln.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG-Telefunken Nr.24,Berlin Aug. 1971, S. 2

25.08.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.64 (vgl. 21.8.1971, 28.8.1971) heraus. Eingegangen wird auch auf Klöckner Bremen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.64,Bochum 25.8.1971

25.08.1971:
Der BKA Freiburg berichtet von der Aufstellung der Forderung für die Metalltarifrunde (MTR) in Baden-Württemberg:"
IG METALL FÜHRUNG FORDERT 11% - EINSCHWENKEN AUF SPD-LOHNLEITLINIEN

Gestern Nachmittag hat die IG Metall Bezirk Baden-Württemberg in Sindelfingen die Forderungen für die kommenden Tarifverhandlungen bekanntgegeben. Für die Arbeiter und Angestellten sollen die Löhne im nächsten Jahr um 11% erhöht werden.

Diese Forderung der IG Metall-Führung, zuvor wurden schon in Hamburg 10% und für Bremen 11% gefordert, soll die Kollegen auf einen Abschluß in Höhe der SPD-Lohnleitlinien vorbereiten (vgl. 21.8.1971,d.Vf.). ...

Die 10-11%-Forderung der IG Metall-Führung widerspricht den Forderungen der Kollegen aus den Betrieben in der ganzen Bundesrepublik. Die Kollegen von Hoesch in Dortmund, von Ford in Köln, Klöckner in Bremen hatten eine Lohnerhöhung von mindestens 15% gefordert."
Q: Klassenkampf Extrablatt,Freiburg 26.8.1971,S.3

26.08.1971:
Es findet eine Sitzung der Großen Tarifkommission (GTK) der IG Metall (IGM) anläßlich der Eisen- und Stahltarifrunde (STR) in NRW statt. Die DKP berichtet bei Hoesch Dortmund:"
GROSSE TARIFKOMMISSION FÜR EISEN UND STAHL IN NRW MIT KNAPPER MEHRHEIT FÜR 10%-FORDERUNG

Die Forderungen von 10% sind völlig unzureichend. Sie entsprechen weder den Forderungen der Arbeiter und Angestellten der Betriebe, noch den Zielvorstellungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Es ist bekannt: Die Kollegen der Westfalenhütte in Dortmund, von Mannesmann (MM,d.Vf.) in Duisburg, Klöckner in Bremen und Ford in Köln fordern eine Lohnerhöhung von 15%. Sind diese Forderungen von 15% berechtigt? JA!"
Q: Heisse Eisen Extrablatt Grosse Tarifkommission für Eisen und Stahl in NRW mit knapper Mehrheit für 10%-Forderung,Dortmund o.J. (1971),S.1

27.08.1971:
In der 'Roten Fahne' Nr. 24 (vgl. 13.8.1971, 10.9.1971) der KPD wird u.a. auf Klöckner Bremen eingegangen.
Q: Rote Fahne Nr.24,Berlin 27.8.1971

28.08.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.65 (vgl. 25.8.1971, 1.9.1971) mit dem Leitartikel "Vorbereitung des Lohndiktats auf breiter Front - Tarifkommissionen fordern 10%" heraus. Berichtet wird u.a. von der letzten Tarifrunde:"
Beim Bochumer Verein (Krupp) unterstützen V-Leute und Betriebsräte zunächst einen Streik, der vor Beginn der Tarifkämpfe (Mitte September) durchgeführt wurde und gegen die Wegrationalisierung von mehreren tausenden Arbeitsplätzen gerichtet war. Als die Stimmung der Kollegen sich jedoch am Abend des zweiten Streiktages klar gegen die Mauscheleien von Brenner mit den Krupp-Bossen zu richten begann, würgten sie den Streik schnell ab. Danach kam es beim BV zu keinem weiteren Streik während der Tarifrunde. Bei Klöckner in Bremen wandten sie dasselbe Manöver an."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.65,Bochum 28.8.1971

30.08.1971:
Laut KPD/ML-ZB beschließt der IGM-Vorstand "seine Forderungen zur Tarifrunde: die verräterischen 9 - 11% Forderungen der Tarifkommissionen werden anerkannt, die 80 Pfennig Forderung von Klöckner Bremen wird auf 11% zurückgestuft, die Arbeiterjugend wird auf angemessene Erhöhung der Lehrlingslöhne vertröstet. Das ist ein weiterer Schritt der IGM-Führer zur Durchsetzung des Lohndiktats der SPD-Regierung".

Laut RKJ der GIM billigt der IGM-Vorstand "mit einer Ausnahme die in der zweiten Augusthälfte von den regionalen Tarifkommissionen aufgestellten Lohn- und Gehaltsforderungen, die sich zwischen 9 und 11% bewegen und kündigte die Lohn- und Gehaltstarifverträge zum 30.September.

Die Forderung der Tarifkommission der Klöckner-Hütte in Bremen, die Stundenlöhne linear um 80 Pfennig und die Monatsgehälter um 138 DM zu erhöhen, wurde vom Vorstand verworfen. Stattdessen zwang er der Klöckner-Tarifkommission eine Forderung von 11% auf."

Berichtet wird auch in:
- NRW in Bochum im IGM-Bereich bei Opel durch die KPD (vgl. 6.12.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Opel Nr.1,Bochum 1971 (Datumsangabe in Vorlage beschädigt),S.4;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.66,Bochum 1.9.1971,S.1;
Rote Fahne Nr.18,Bochum 13.9.1971;
Was Tun Nr.10,Mannheim Nov. 1971,S.9

31.08.1971:
Nach eigenen Angaben wird heute ein nationales Flugblatt der KPD/ML-ZB "vor den wichtigsten Metall- und Stahlbetrieben der Bundesrepublik und Westberlins, in denen Betriebsgruppen der KPD/ML und des KJVD existieren" verteilt. Darin wird u. a. ausgeführt:"
Arbeiter! Am Montag beschloß der IGM-Vorstand, die verräterischen 9 - 11%- Forderungen der meisten Tarifkommissionen zu übernehmen. Die 80 Pfennig Forderung von Klöckner Bremen wird auf 11% gedrückt. Die Arbeiterjugend auf eine angemessene Erhöhung der Lehrlingslöhne vertröstet. Das ist ein weiterer Schritt zum Lohndiktat der SPD-Regierung."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.66,Bochum 1.9.1971,S.1f

September 1971:
In der Nr.9 seines 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) (vgl. 14.8.1971, Okt. 1971) berichtet der KJVD der KPD/ML-ZB aus Bremen von Klöckner.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.9,Bochum Sept. 1971

September 1971:
Die Sozialistischen Arbeitergruppen (SAG) Frankfurt geben die Nr.3 ihres 'Klassenkampf' (vgl. 15.6.1971, 11.10.1971) heraus. Berichtet wird u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Klassenkampf Nr.3,Frankfurt Sept. 1971

September 1971:
Das 'Ruhr-Park Info', Betriebszeitung der Roten Ruhr-Park Gruppe (RRG) der KPD/ML-ZK, Nr.8 erscheint in Bochum (vgl. Apr. 1971). U.a. heißt es:"
DIE METALLTARIFFRONT

Die Metaller streikten 1970 ebenso wie im Jahr davor, sie sind also die kampferprobtesten, sie wissen, wohin der Hase läuft. Während beider Streiks erfuhren sie den Verrat der SPD-Regierung und 'ihrer' DGB-Bürokratie in seinem ganzen Ausmaß. Sie erlebten, wie sich die DGB-Bürokratie als DGB-Bonzokratie und eine ganze Reihe von Arbeitervertretern als Arbeiterverräter entpuppten. Sie wissen also, mit wem sie es zu tun haben. Sie wissen, daß jeder Pfennig für die Erhaltung und Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Lage erkämpft werden muß.

Die Forderungen der IG-Metall liegen nach den Tarifgebieten zwischen 9 und 11%. Für die Klöckner-Belegschaft (in Bremen,d.Vf.) werden 16% gefordert.

Darin wird die Spaltertaktik der IGM-Bonzen ganz klar: dort, wo sie Angst haben, sich die Zähne auszubeißen, kommen sie den Kollegen scheinbar entgegen. Dort, wo sie sich sicher fühlen, reichen die nackten 9 - 11%. Bei Klöckner allerdings fürchten sie, keinen Fuß mehr auf die Erde zu kriegen. Die dortigen Stahlkollegen hatten nämlich bei der letzten Betriebsrats-Wahl (BRW - vgl. S10.*.196*,d.Vf.) eine zweite Liste - gegen die offizielle Gewerkschaftsliste -, aufgestellt. Seitdem gehören sie zu den rebellischsten, zu den kampfentschlossensten Belegschaften."
Q: Ruhr Park Info Nr.8,Bochum Sept. 1971

September 1971:
Bei Hadir - Arbed St. Ingbert gibt die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland bzw. die Sozialistische Betriebsgruppe (SBG) der Hadir die Nr.12 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 21.7.1971, Dez. 1971) heraus. Berichtet wird u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne - Arbed o.Nr.(12),St.Ingbert o.J. (1971)

September 1971:
In Berlin erscheint für September die Nr. 18 des 'Klassenkampf' (vgl. 23.8.1971, 11.10.1971). Zur MTR heißt es:"
Die Funktionäre haben klar das Geschäft der Kapitalisten und ihres Vasallen der SPD erledigt, als sie konsequent die Verhinderung des Aufstellens von eigenen Forderungen versucht haben.

Das ist ihnen hier in Berlin gelungen, in Westdeutschland haben aber trotzdem Belegschaften und Vertrauensleute schon Wochen vor der offiziellen Kündigung der Tarifverträge ihre Forderungen gestellt. Wir haben sie im letzten Klassenkampf veröffentlicht. Das fortschrittlichste war die Forderung der Kollegen der Klöckner-Hütte Bremen: Bereits im Juni forderten Sprecher der Belegschaft auf Betriebsversammlungen die 15%. Der Vertreter der IG-Metall wurde ausgelacht als er den Kollegen weismachen wollte: 'Lohnleitlinien gibt es für die IG-Metall nicht, man muß erst die Entwicklung im Herbst abwarten, bis man an Forderungen denken kann.' Die Vertrauensleute des Warmwalzwerkes setzten gegen die IG-Metall die Vorverlegung der Vertrauensleutevollversammlung durch.

Bereits am 29.7. beschlossen die Vertrauensleute der Hütte:
80 Pf. für alle, das sind umgerechnet 17 % auf den Ecklohn
138 DM für die Angestellten
20 % mehr Lehrlingsvergütung

Sie begründeten das so:
Preissteigerungen von über 6 %, dauernde Erhöhung der Steuern und der anderen Abzüge, hohe Steigerung der Arbeitsproduktivität im Werk.

Weil die SPD-Betriebsgruppe seit 69 Schritt für Schritt ihren Einfluß in der Belegschaft verlor und aus dem Vertrauensleutekörper, Betriebsrat und Tarifkommission verschwand und weil die Kollegen so geschlossen hinter den Forderungen standen, wurden sie auch von der örtlichen Tarifkommission vertreten. Deshalb mußte hier der IGM-Vorstand selbst her, und die 80 Pf.-Forderung verbieten. So mußte er selbst offen zeigen, dass er eine Agentur der Kapitalisten ist und uns Scheingefechte vorführt und uns verrät!

Eins ist also klar, die Forderung der Funktionäre ist nicht die Forderung der Arbeiter, als die sie sie gern verkaufen möchten!"
Q: Klassenkampf Nr. 18, Berlin Sept. 1971, S. 2

September 1971:
Vermutlich diesen Monat gibt der KB Bremen die Nr. 8 seiner 'Kommunistischen Arbeiter-Korrespondenz' (vgl. 9.5.1971, Nov. 1971) heraus mit dem Bericht "Klöckner: Vertrauensleute für konsequenten Lohnkampf".
Q: Kommunistische Arbeiter-Korrespondenz Nr. 8, Bremen o.J. (1971), S. 29

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September 1971:
Auf der AG Weser Bremen gibt der KBB die Nr.4 seines 'Brenners' (vgl. Juli 1971, 8.11.1971) heraus, in der man sich für die Forderungen zur MTR wie bei Klöckner Bremen erhoben einsetzt.
Q: Der Brenner Nr.4,Bremen Sept. 1971, S. 1

September 1971:
Bei Klöckner Bremen gibt die KPD/ML-ZB eine Ausgabe ihres 'Roten Metall Arbeiters' heraus. Nach eigenen Angaben der KPD/ML-ZB führt der 'Rote Metall-Arbeiter' ihrer Betriebsgruppe Klöckner Bremen einen konsequenten Kampf "gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung".
Q: Rote Fahne Nr.19,Bochum 27.9.1971,S.4; Kommunistische Arbeiter Korrespondenz Nr.9,Bremen o.J. (1971), S. 45f

RF_1971_19_04

Bremen_KAK190

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01.09.1971:
Vermutlich zu Beginn des Monats gibt die KPD in NRW einen 'Sonderdruck zur Metalltarifrunde' (MTR der IGM) ihrer 'Roten Fahne' (RF-SD) heraus. Der Text der Rückseite lautet u.a.:"
DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT ORGANISIERT VERBREITERN!

Wie in den anderen Tarifbezirken zuvor, forderte die große Tarifkommission der IG Metall auch für NRW 10% für die Eisen- und Stahlindustrie und 9% für die metallverarbeitende Industrie.

Für die Stahlarbeiter bedeutet das für die höchste Lohngruppe 61 Pfennig - und für die unterste Lohngruppe nur 39 Pfennig mehr!

So liegt die spalterische Prozentforderung um 50% unter den Mindestforderungen aus verschiedenen Großbetrieben, z.B. Hoesch-Westfalenhütte 75 Pfennig (in Dortmund,d.Vf.), Klöckner 80 Pfennig (Bremen,d.Vf.), Ford (in Köln,d.Vf.) 85 Pfennig. 10% auf den Tariflohn sichert nicht den Effektivlohn und fängt noch nicht einmal die Preis- und Mietsteigerungen auf."
Q: Rote Fahne Sonderdruck NRW zur Metalltarifrunde,Berlin Sept. 1971

02.09.1971:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr.17 (vgl. 19.8.1971, 16.9.1971) in dem u.a. von Klöckner Bremen berichtet wird.
Q: Marburger Betriebsbote Nr.17,Marburg 2.9.1971

06.09.1971:
Vermutlich zu Beginn dieser Woche gibt die KPD bei Hoesch Dortmund die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 9.8.1971, 20.9.1971) mit einem Leitartikel zur MTR bzw. STR heraus:"
120 DM MEHR FÜR ALLE! 10% SIND EIN HOHN!

Die große Tarifkommission von Nordrhein-Westfalen hat ihre Forderungen aufgetischt: 10% für die Eisen- und Stahlindustrie (vgl. 26.8.1971,d.Vf.), 9% für die Metallverarbeitung (vgl. 27.9.1971,d.Vf.). Wie in den anderen Tarifbezirken (Hamburg und Schleswig-Holstein 10%, Oldenburg und Hannover 10,3% bzw. 10,4%, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Westberlin 11%) bereitet sie mit diesen Forderungen einen verräterischen Abschluß innerhalb der Lohnleitlinien unter 7,5% vor.

Kollegen, wer von uns hat jemals von 9, 10 oder 11% geredet?
75 Pfennig mehr für alle, das ist die Forderung der Vertrauensleute der Westfalenhütte,
80 Pfennig mehr für alle - Klöckner Hütte Bremen,
65 Pfennig mehr für alle - Mannesmann-Werke Duisburg (MM,d.Vf.),
100 DM mehr für alle - Klöckner-Drahtwerke Düsseldorf (VDI,d.Vf.),
85 Pfennig mehr für alle - Ford-Werke Köln,
75 Pfennig mehr für alle - Maschinenfabrik Deutschland (MFD Dortmund,d.Vf.).
Das sind die Forderungen der Stahl- und Metallarbeiter.

Die 10%-Forderung liegt für die große Mehrheit der Kollegen um ein Drittel unter diesen Mindestforderungen. In der Stahlindustrie bedeutet sie für die höchste Lohngruppe 61 Pfennig mehr, für Lohngruppe 1 ganze 39 Pfennig mehr. Das heißt: die 10% liegen nicht nur erbärmlich niedrig, die spalterische Prozentforderung vergrößert weiter die Unterschiede zwischen den Lohngruppen."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr.2,Dortmund Sept. 1971

07.09.1971:
Die PL/PI berichtet über Betriebsversammlungen zur Tarifrunde (MTR) von heute von Klöckner Bremen, wo die 80 Pfg. Forderung vom IGM Vorstand nicht übernommen worden sei und es spätestens im Oktober Unruhen im Betrieb geben werde.
Q: Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 3, Berlin 12.9.1971

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08.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.68 (vgl. 4.9.1971, 11.9.1971) mit dem Leitartikel "DKP-Führer - Schutz der SPD-Regierung und Kampf gegen die KPD/ML" heraus. Danach spielt die DKP "ihre Rolle als 'linke' Agentur der Sozialdemokratie" und unterstützt die SPD-Regierung z.Zt. in zwei Punkten:"
"1. Propagieren sie in den letzten Tagen verstärkt, oft in direkter Auseinandersetzung mit der KPD/ML, die CDU und das Großkapital als Hauptfeind;
2. verschärfen sie ihre offenen Angriffe auf die KPD/ML um den wachsenden politischen Einfluß der Partei zu brechen."
Auch bei Klöckner Bremen gehe die DKP gegen die KPD/ML-ZB vor.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.68,Bochum 8.9.1971

08.09.1971:
Bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 20.9.1971) berichtet die KPD:"
STADTTEILVERSAMMLUNG DER IGM IN BRACKEL

Etwa 25 Kollegen waren zu der letzten Stadtteilversammlung der IGM am 8.9.1971 in Brackel gekommen, hauptsächlich Vertrauensleute der drei Hoesch-Werke sowie von Rheinstahl und von Pohlschröder. Es sollte an diesem Abend um die Tarifrunde (MTR bzw. STR,d.Vf.) gehen. Da fast alle anwesenden Kollegen eindeutig hinter den linearen Forderungen der verschiedenen Vertrauensleutekörper (z.B. Westfalenhütte, Klöckner (Bremen, d.Vf.) und Ford (Köln,d.Vf.)) standen, war man gespannt auf die Auseinandersetzung mit dem Abgesandten der IGM-Spitze, der das Referat zur Tarifrunde hielt."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr.3,Dortmund Sept. 1971,S.2f

11.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.69 (vgl. 8.9.1971, 15.9.1971) heraus. Erneut eingegangen wird auf die Anträge zum IGM-Tag zum Verbot der Maoisten, wobei u.a. die bei Klöckner Bremen tätigen Gruppen Arbeiterpolitik und DKP Erwähnung finden.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.69,Bochum 11.9.1971

12.09.1971:
In Berlin erscheint von der PL/PI der 'Klassenkampf Nachrichtendienst' Nr. 3 (vgl. 5.9.1971, 19.9.1971). Es werden die Forderungen zur MTR dokumentiert, die außer für Klöckner Bremen auch vom IGM-Vorstand übernommen worden seien.
Q: Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 3, Berlin 12.9.1971, S. 5

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13.09.1971:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr.9 (vgl. Aug. 1971, 27.9.1971) berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Roter Morgen Nr.9,Hamburg 13.9.1971

13.09.1971:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr.9 (vgl. Aug. 1971, 27.9.1971) berichtet auf Seite 1 von der Metalltarifrunde (MTR):"
15 statt 10% - Gegen Lohndiktat!

IGM-Boß Brenner ist entschlossen, koste es, was es wollen, gegen den Willen der Metallarbeiter die Lohnleitlinien seiner kapitalistischen Auftraggeber durchzusetzen. Deshalb der unverschämte Trick seiner Handlanger in den regionalen Tarifkommissionen, statt der von den Arbeitern geforderten 15% Lohnerhöhung, Forderungen von 9 bis 11% aufzustellen, die dann erfahrungsgemäß auf rund 7 bis 8% runtergehandelt werden sollen, was angesichts der gestiegenen Preise - rund 10% - eine glatte Lohnkürzung darstellt.
Kollegen, verhindert diesen Anschlag auf euren Lohn. Macht es wie die Klöckner-Arbeiter in Bremen: sie fordern geschlossen 16% !"
Q: Roter Morgen Nr.9,Hamburg 13.9.1971, S. 1

14.09.1971:
Anläßlich des heutigen Besuchs von Franz Josef Strauß (CSU) in Bremen demonstrieren, laut KB Bremen (KBB), 3 000.

Vor einiger Zeit richtete der KB Bremen, nach eigenen Angaben, einen Offenen Brief u.a. an die Gruppe Arbeiterpolitik und die Redaktion des 'Mitmischer' (Klöckner), die sich aber nicht am Aktionskomitee (AK) gegen den Straußbesuch beteiligten.
Q: Kommunistische Arbeiter Korrespondenz Nr.9,Bremen o.J. (1971);
Wahrheit Nr.3,Bremen Apr. 1972,S.4

15.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.70 (vgl. 11.9.1971, 18.9.1971) heraus. Im Zusammenhang mit der Metallrunde wird auch eingegangen auf Klöckner Bremen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.70,Bochum 15.9.1971

15.09.1971:
In der Nr.18 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 8.9.1971, 27.9.1971) geht die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB u.a. auf Klöckner Bremen ein.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr.18,Berlin 15.9.1971

15.09.1971:
In der Nr.18 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. 8.9.1971, 27.9.1971) geht die Berliner Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB u.a. auf Klöckner Bremen ein.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr.18,Berlin 15.9.1971, S. 6

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16.09.1971:
Es erscheint der 'Marburger Betriebsbote' (MBB) Nr.18 (vgl. 2.9.1971, 30.9.1971) in dem u.a. von Klöckner Bremen berichtet wird.
Q: Marburger Betriebsbote Nr.18,Marburg 16.9.1971

20.09.1971:
Vermutlich spätestens in dieser Woche erscheint zum 10. IGM-Tag in Wiesbaden (vgl. 27.9.1971) unter dem Titel 'Sozialistische Gewerkschaftspolitik' (SOGEPO) eine gemeinsame Ausgabe von 'Sozialistischer Betriebskorrespondenz' (SBK) des SBO (vgl. 10.6.1971, 10.11.1971) und 'Göttinger Betriebszeitung' (GBZ). Diese geht u.a. auf Klöckner Bremen ein.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz/Göttinger Betriebszeitung:Nr.4 bzw. Ausgabe zum 10. IGM Tag in Wiesbaden,Offenbach 20.5.1971

22.09.1971:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf' Nr.13 (vgl. 26.8.1971, 13.10.1971) heraus. Der erste Leitartikel befaßt sich mit der MTR:"
METALLTARIFRUNDE
GEGEN DIE ANGRIFFE DER KAPITALISTEN UND IHRES STAATES
...
Die IG Metall-Spitze verhinderte, daß diese 15%-Forderung der Kollegen aus den kampfstärksten Betrieben, wie Hoesch in Dortmund, Ford in Köln, Klöckner in Bremen zur einheitlichen Forderung aller Metallarbeiter wurde."
Q: Klassenkampf Nr.13,Freiburg 22.9.1971

27.09.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.10 (vgl. 13.9.1971, 11.10.1971) erscheint. Zur Metalltarifrunde (MTR) heißt es in "TARIFRUNDE 71" u.a.:"
Auch in diesem Metallkampf wurden trotz aller Versuche der Bonzen, Forderungen der Kollegen zu unterdrücken, klare Forderungen erhoben: Bei Klöckner/Bremen waren es 16%, bei Maschinenfabrik Deutschland (Hoesch - MFD,d.Vf.) und einigen kleineren metallverarbeitenden Betrieben in Dortmund 15%, bei Opel/Bochum forderte eine Belegschaftsversammlung 15% - 1 DM. Die KPD/ML hat ihre Forderung 15% - 1 DM, Absicherung der Effektivlöhne, 1 000 DM Mindestnettolohn, gegen Arbeitsplatzbewertung und Punktsystem, gleichen Lohn bei gleicher Arbeit in vielen Flugschriften propagiert und begründet."
Q: Roter Morgen Nr.10,Hamburg 27.9.1971

29.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.74 (vgl. 25.9.1971, 2.10.1971) heraus. U.a. versuchte die DKP-Betriebszeitung bei Klöckner Bremen gegen die KPD/ML-ZB zu hetzen, "die Kommunisten seien bezahlte Agenten des Kapitals". =Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.74,Bochum 29.9.1971

30.09.1971:
Die RJ/ML des KAB/ML berichtet anläßlich der heute beginnenden Metalltarifrunde (MTR):"
METALLLER KAMPFENTSCHLOSSEN. KOLLEGEN FORDERN 15% MEHR LOHN
...
Was angesichts der Kapitalistenprofite angemessen ist, haben die Kollegen deutlich zum Ausdruck gebracht. Bei MAN fordern sie 15%, bei Hoesch 15%, bei Kugelmüller 14%, bei Siemens und AEG 15%, Klöckner 17%, Ford 16%. In vielen Resolutionen tauchen auch noch die Forderungen nach einem 13.Monatseinkommen und einer Kündigungsklausel auf, falls die Preise mehr als 2-3% steigen."
Q: Rebell Nr.35,Tübingen Sept.1971,S.1ff

Oktober 1971:
Die Nr.8 des 'Parteiarbeiter' - Funktionärsorgan der KPD/ML-ZB (vgl. Sept. 1971, Nov. 1971) erscheint. Im Zusammenhang mit dem Lohndiktat der SPD-Regierung wird auch auf die 'revolutionäre Bewegung' in Westdeutschland eingegangen:"
Die Gruppe Neue Einheit (KPD/ML-NE,d.Vf.) ist jetzt endgültig vom KAB und Dickhut getrennt und hat mit ihrem neuen ZO 'Revolutionäre Stimme' ihre ökonomistische und rechtsopportunistische Politik vor den wichtigsten westdeutschen Großbetrieben vertrieben (Klöckner, Ford, Mannesmann, Hoesch)".
Q: Der Parteiarbeiter Nr.8,Bochum Okt. 1971

Oktober 1971:
In Heidelberg erscheint das 'Neue Rote Forum' (NRF) Nr.4 (vgl. 1.6.1971, 29.11.1971). In "Metalltarifrunde 1971" heißt es u.a.:"
Die KPD/ML (ZB) hat die 15%-Forderung auf den Ecklohn von Lohngruppe 7 der Hoesch-Vertrauensleute zur Forderung der Partei erhoben und stellt diese Forderung als Forderung der Arbeiterklasse den Forderungen der anderen Betriebe (z.B. Klöckner-Bremen) gegenüber und verurteilt jede Abweichung von der 15%-Forderung nach oben und nach unten als Spaltung der Arbeiterklasse. Gegenüber den realen Entwicklungen in der Metalltarifrunde bleibt sie vorsätzlich blind und katapultiert sich selbstbewußt aus der realen Auseinandersetzung hinaus."
Q: Neues Rotes Forum Nr.4,Heidelberg Okt. 1971

04.10.1971:
Die KJO Spartacus gibt vermutlich heute eine Sonderausgabe ihres 'Spartacus' (vgl. Sept. 1971, Nov. 1971) zur "Metall Tarif Runde 71" heraus, in der u.a. von Klöckner Bremen berichtet wird.
Q: Spartacus Sonderausgabe MTR 71,Berlin 1971

06.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.76 (vgl. 2.10.1971, 9.10.1971) heraus. Aus Bremen berichtet die eigene Betriebsgruppe Klöckner, die sich mit SPD und DKP befaßt.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.76,Bochum 6.10.1971

09.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.77 (vgl. 6.10.1971, 13.10.1971) heraus. In einem Klöckner-Artikel wird u.a. die eigene Betriebsgruppe in Bremen ('Roter Metall Arbeiter') behandelt.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.77,Bochum 9.10.1971

13.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.78 (vgl. 9.10.1971, 16.10.1971) heraus und berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.78,Bochum 13.10.1971

15.10.1971:
In der Nr.6 seines 'Jungen Bolschewik' (vgl. Sept. 1971, 15.11.1971) veröffentlicht der KJVD der KPD/ML-ZB den "Politischen Bericht des KJ-Inform". Darin heißt es u.a. zur "Revolutionären Bewegung in Westdeutschland":"
Die Gruppe Neue Einheit (KPD/ML-NE,d.Vf.), die sich inzwischen vom KAB getrennt hat, hat ihren Wirkungskreis auf wichtige Betriebe Westdeutschlands (Hoesch, Mannesmann, Ford, Klöckner) (in NRW bzw. Bremen,d.Vf.) ausgedehnt und verteilt dort ihr Zentralorgan Revolutionäre Stimme."
Q: Der Junge Bolschewik Nr.6,Bochum 15.10.1971

26.10.1971:
In Bremen gibt die KPD/ML-ZB eine weitere Ausgabe ihrer Betriebszeitung für die Klöcknerhütte 'Der Rote Metallarbeiter' heraus. Die KPD/ML-ZB (vgl. 8.11.1971) berichtet:"
Am 26. Oktober verbot die Polizei in Bremen bei der Klöckner-Hütte die Verteilung der Betriebszeitung der KPD/ML 'Roter Metallarbeiter'. Begründung: Die Verteilung soll 'verkehrsgefährdend' sein. Die Verteilung der D'K'P-Betriebszeitung wird von der Polizei nicht behindert."
Q: Rote Fahne Nr.22,Bochum 8.11.1971, S. 2

30.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.83 (vgl. 27.10.1971, 3.11.1971) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.83,Bochum 30.10.1971

November 1971:
Bei Klöckner Bremen findet, laut KPD/ML-ZB, vermutlich im November ein Warnstreik statt, der insgesamt fünf Stunden dauert und an dem alle drei Schichten beteiligt sind.
Q: Rote Turbine Extrablatt,Berlin 3.12.1971

06.11.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.85 (vgl. 3.11.1971, 10.11.1971) heraus. Eingegangen wird auch auf die Stahlrunden in NRW und Bremen-Unterweser (Klöckner).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.85,Bochum, 6.11.1971

20.11.1971:
In Frankfurt beginnt, nach eigenen Angaben, die zweitägige Vereinigungskonferenz der Gruppen Arbeiterpolitik Nürnberg (ARPO-N) und Unser Weg (UW) um Emma Kümmerle, die beide Abspaltungen der in der KPO-Tradition stehenden Gruppe Arbeiterpolitik (ARPO) sind. Die Gruppen vereinigen sich, "nachdem eine gemeinsame politische und organisatorische Basis gefunden wurde". Der Schwerpunkt der ARSTI bleibt Nürnberg, vertreten ist sie aber auch in Frankfurt und Bremen, da die Bremer Minderheit, die gegen die Rote Liste bei Klöckner eintrat nun mitarbeitet. Vorgeschlagen wurde die Vereinigung von der Gruppe Unser Weg. Die Redaktion der Zeitschrift 'Arbeiterstimme' (vgl. 1.9.1971, 1.12.1971) verbleibt in Nürnberg.
Q: Arbeiterstimme Nr.3,Nürnberg 1.12.1971

01.12.1971:
Die Gruppe Arbeiterstimme gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 1.9.1971, 25.2.1972) Nr.3 heraus, wobei es sich um die erste überörtliche Ausgabe handelt. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Arbeiterstimme Nr.3,Nürnberg 1.12.1971

02.12.1971:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt ein Extrablatt seines 'Klassenkampf' (vgl. 23.11.1971, 8.12.1971) zur Metalltarifrunde (MTR) u.a. in Nordbaden/Nordwürttemberg (NB/NW) (vgl. 1.12.1971) heraus:"
Seit gestern 'besonderes Schlichtungsverfahren' in NW/NB
6,9% WIE IN DER CHEMIE?
...
Doch Ende September wurden vom IGM Vorstand (HV,d.Vf.)in allen Tarifkommissionen (TK,d.Vf.) die 11% durchgesetzt. In Bremen, wo die Tarifkommission der Klöcknerhütte sich diesem Diktat nicht beugen wollte, wurde die Forderung vom Vorstand eigenhändig auf die 11% reduziert.

Mit der Durchsetzung der 11% war klar, daß es der IGM Führung um einen Abschluß in Höhe der Lohnleitlinien ging."
Q: Klassenkampf Extrablatt,Freiburg 2.12.1971

07.12.1971:
Bei Klöckner Bremen findet, laut KPD/ML-ZB, eine Betriebsversammlung (BV) statt, wegen der dem Kollegen Kretschmann gekündigt wird (vgl. 16.12.1971), da er "offen für den Kampf gegen das Lohndiktat der SPD-Regierung, Kampf gegen die Krisenangriffe und gegen die Spaltungsmanöver Röpkes (BR-Vorsitzender und DKP-Mitglied,d.Vf.) gesprochen hatte".
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.2,Bochum 8.1.1972,S.*

08.12.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.94 (vgl. 4.12.1971, 11.12.1971) heraus und berichtet u.a. aus Bremen von Klöckner.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.94,Bochum 8.12.1971

14.12.1971:
Die KPD (vgl.17.12.1971) berichtet:"
LEHREN DER METALLTARIF-KÄMPFE
...
Noch wurden die linearen Lohnforderungen nur von fortschrittlichen Vertrauensleuten beschlossen (Hoesch, Ford, Mannesmann, Klöckner Bremen, Siemens München), nicht erkämpft. Aber die oppositionellen Kräfte in den Gewerkschaften, gerade in der IG Metall beginnen sich zu formieren."
Q: Rote Fahne Nr. 32,Berlin 17.12.1971,S.3

16.12.1971:
Bei Klöckner Bremen, wird, laut KPD/ML-ZB, dem Kollegen Kretschmann von MB 8/S (Schweißerei) zum 1.1.1972 gekündigt. Als Begründung wird dafür angegeben, daß "der Kollege fachlich für Klöckner nicht geeignet sei". Der wirkliche Grund für die Entlassung ist jedoch das Auftreten des Kollegen auf der letzten Belegschaftsversammlung (BV - vgl. 7.12.1971, 7.1.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.2,Bochum 8.1.1972,S.*

17.12.1971:
In der Nr.32 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 3.12.1971, 31.12.1971) berichtet diese u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.32,Berlin 17.12.1971

Januar 1972:
Vermutlich im Januar gibt Spartacus Bolschewiki/Leninisten (BL) mit der Nr.25 für Dez. 1971 und Jan. 1972 erstmals seinen eigenen 'Spartacus' (vgl. Nov. 1971, Feb. 1972) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.25,Bonn Dez. 1971/Jan. 1972

Januar 1972:
Der Kommunistische Bund Osnabrück (KBO) gibt die Nr. 1 des ersten Jahrganges seiner 'Roten Fahne' (RF - vgl. Feb. 1972) als Zentralorgan heraus. Berichtet wird auch von Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.1,Osnabrück Jan. 1972

07.01.1972:
Bei Klöckner Bremen organisiert die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB, nach eigenen Angaben, in der noch laufenden Stahltarifrunde eine Veranstaltung gegen "die schmutzigen Machenschaften der Röpke (DKP-BR,d.Vf.) und Co." Die Veranstaltung steht unter dem Motto:
- Das Lohndiktat durchbrechen!
- Kampf den Krisenangriffen!
- Wiedereinstellung des Kollegen Kretschmann!
- Gegen die Verräter Röpke und Co.!
"Durch grobe Fehler in der Vorbereitung waren leider nur wenige Kollegen erschienen. Daß die Partei jedoch mittlerweile eine ernstzunehmende Kraft ist, die sich nicht mehr ignorieren läßt, zeigten Röpke und Co. schon auf der Belegschaftsversammlung, in der die KPD/ML fast das einzige Thema war. Die Kampfveranstaltung zeigte noch einmal, wie groß die Angst der Verräter vor der Partei ist."
Bekannt wird, daß die Kündigung des Kollegen Kretschmann vom Personalleiter zurückgenommen wurde (vgl. 16.12.1971, 9.1.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.3,Bochum 12.1.1972

09.01.1972:
Laut KPD/ML-ZB setzt in Bremen der Klöckner-Betriebsrat die Entlassung des Kollegen Kretschmann durch (vgl. 7.1.1972). Die Entlassung wird als politische Entlassung gedeutet, da Kretschmann vor dem Betrieb die Betriebszeitung der KPD/ML-ZB ('Roter Metall Arbeiter') verteilte.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.6,Bochum 22.1.1972

10.01.1972:
In der ersten Nummer der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB in diesem Jahr (vgl. 20.12.1971, 24.1.1972) berichtet diese u.a. über ihre Betriebsgruppe bei Klöckner in Bremen ('Roter Metall-Arbeiter').
Q: Rote Fahne Nr.1,Bochum 10.1.1972, S. 4

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13.01.1972:
Der KAB/ML (vgl. Feb. 1972) berichtet von der STR in NRW (vgl. 10.1.1972, Hoesch Dortmund 14.1.1972):"
Am 13.Januar wurde für die 220 000 Stahlarbeiter im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt. Danach werden die Ecklöhne rückwirkend ab Oktober um 22 Pfennig kostenneutral auf 5, 09 DM angehoben. Ab 1.Februar werden darauf 6% mehr Lohn gezahlt und für die viermonatige Lohnpause vom Oktober bis Februar gibt es eine Pauschale von 200 DM.

Ähnlich wie bei dem Abschluß in der Metallindustrie bedeutet das einen Lohnraub von über 2%, wenn man Preissteigerungen, höhere Lohnsteuer und Sozialabgaben berücksichtigt. Nach dem Vorbild des Tarifvertrags wurden auch die Abkommen für die eisenschaffende Industrie des Saarlandes, für die Stahlwerke Peine Salzgitter AG und für die Klöckner-Hütte Bremen abgeschlossen.
...
Dem dreisten Lohnraub durch die Stahlbosse wurde auf mehreren Vertrauensleuteversammlungen die Forderung nach mindestens 15% mehr Lohn entgegengesetzt; so z.B. von den Vertrauensleuten der Stahlwerke Südwestfalen (SSW,d.Vf.) und der Tarifkommission für die Klöckner-Hütte Bremen.

Die rechten IG-Metall-Führer dagegen, die schon vorher gemeinsam mit dem Kapitalistenverband BDA 'den gemeinsamen Willen, die Stabilitätspolitik der Bundesrepublik zu unterstützen', bekräftigt hatten, steuerten von vornherein die Durchsetzung des Lohndiktats der SPD-Regierung an.

Die Forderung nach 15% mehr Lohn wurde von den rechten Gewerkschaftsführern kurzerhand auf 10 bzw. 11% herabgesetzt.

Dabei setzte sich der IG-Metallvorstand sogar über den Beschluß der Tarifkommission hinweg. Als in Nordrhein-Westfalen eine Urabstimmung über Streik beantragt wurde, lehnte der IG-Metall-Vorstand dies ab.

Stattdessen wurden die Tarifverhandlungen in der Eisen- und Stahlindustrie monatelang verschleppt."
Q: Rote Fahne Nr.2,Tübingen Feb. 1972,S.5

14.01.1972:
Bei Klöckner Bremen wird, laut KPD/ML-ZB, von der IGM ein Flugblatt verteilt, in dem eine Urabstimmung für den 19. bis 21.1.1972 angekündigt wird. Eine Großveranstaltung wird für den 18.1.1972 einberufen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.5,Bochum 19.1.1972

18.01.1972:
Bei Klöckner Bremen will die IGM, laut KPD/ML-ZB, eine Großveranstaltung zur Stahltarifrunde durchführen (vgl. 14.1.1972, 19.1.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.5,Bochum 19.1.1972

19.01.1972:
Bei Klöckner Bremen will die IGM, laut KPD/ML-ZB, mit der bis zum 21.1.1972 dauernden Urabstimmung zur Stahltarifrunde beginnen (vgl. 18.1.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.5,Bochum 19.1.1972

20.01.1972:
In Hamburg berichtet der KB in der Nr.15 des 'Metallarbeiters' (vgl. 14.12.1971, März 1972) aus Bremen u.a. über Klöckner.
Q: Der Metallarbeiter Nr.15,Hamburg 20.1.1972, S. 6f

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Februar 1972:
Die Nr.2 der 'Roten Fahne' (RF) des KAB/ML (vgl. Jan. 1972, März 1972) beschäftigt sich u.a. mit Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.2,Tübingen Feb. 1972

Februar 1972:
Laut KPD/ML-ZB führt der Hamburger IGM-Bezirksleiter Heinz Scholz vermutlich gegen Ende Februar "Klage gegen den entlassenen Kollegen Kretschmann von Klöckner. Grund: Verleumdung und Beleidigung" (Kretschmann hatte u.a. auch die Betriebszeitung der KPD/ML-ZB bei Klöckner, den 'Roten Metall Arbeiter' verteilt.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.18,Bochum 5.3.1972

07.02.1972:
Es erscheint die Nr.3 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 24.1.1972, 21.2.1972) und berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.3,Bochum 7.2.1972

15.02.1972:
Laut KPD/ML-ZB wird ihr Mitglied Kretschmann bei der Bremer Vulkan-Werft politisch entlassen, nachdem dies zuvor bereits bei Klöckner Bremen geschah (vgl. 9.1.1972).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.21,Bochum 15.3.1972

März 1972:
In der Märznummer seines 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (vgl. Jan. 1972, Apr. 1972) (KDAJ) berichtet der KJVD der KPD/ML-ZB aus Bremen von Klöckner.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.2,Bochum März 1972

15.03.1972:
Die Nr.21 des 'KND' der KPD/ML-ZB und des KJVD (vgl. 11.3.1972, 16.3.1972) erscheint. Aus Bremen wird u.a. berichtet über die SPD, u.a. bei Klöckner.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.21,Bochum 15.3.1972

08.04.1972:
Die Nr.26 des 'KND' der KPD/ML-ZB und des KJVD (vgl. 28.3.1972, 12.4.1972) erscheint. Aus Bremen wird berichtet von der SPD bei Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.26,Bochum 8.4.1972

19.04.1972:
Die Nr.29 des 'KND' der KPD/ML-ZB und des KJVD (vgl. 15.4.1972, 22.4.1972) erscheint. Aus Bremen wird u.a. eingegangen auf Klöckner.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.29,Bochum 19.4.1972

01.05.1972:
Laut KPD/ML-ZB findet in Bremen der 1.Mai u.a. so statt:
Die Demonstration von 1 700 bis 2 000 Leuten habe zur Hälfte aus Älteren bestanden. Die Gewerkschaftsjugend habe die KBB-Parolen unterstützt. Teils ein wenig vermischt seien Blöcke von 600 der ÖTV, 200 der HBV und 500 der BSE gebildet worden. 40 bis 50 seien mit dem KBB, 30 mit dessen Roter Liste an den Hochschulen und 30 bis 40 mit dem KBB-dominierten Dachverband Bremer Berufsschüler demonstriert. Von Klöckner (IGM-Bereich) hätten 60 bis 100 teilgenommen, von der AG Weser hätten ein Betriebsrat und 6 Lehrlinge gegen das KPD-Verbot demonstriert. Gezeigt habe sich, daß der KBB bald bankrott sei.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.34,Bochum 10.5.1972

10.06.1972:
In Bremen beginnt, nach eigenen Angaben, eine zweitägige Delegiertenkonferenz des Kommunistischen Bundes Bremen (KBB) bei der es sich um die 3. Halbjahreskonferenz des KBB handelt. Anwesend sind Vertreter aller Grundeinheiten (GE).

Der Bericht der Betriebsinstrukteure wird angenommen, enthält er doch auch viel Angenehmes:
Sämtliche Betriebszellen, bis auf die Klöckner-Zelle, geben z.T. schon seit einiger Zeit etwa monatlich Betriebszeitungen heraus.
Q: Wahrheit Nr.5/6 und 7/8,Bremen Juni/Juli 1972 bzw. Aug./Sept. 1972

28.06.1972:
In Bremen beteiligen sich, laut KBB, 1 200 an einer Demonstration gegen die reaktionären Ausländergesetze, zu der ein Initiativkomitee aus KBB, KPD/ML-ZB, der Organisation spanischer Arbeiter, der Landeszentrale der EDL, dem Kommunistischen Studentenbund (KSB) Bremen, Schülerorganisationen und MSB Spartakus, nicht aber der DKP, aufrief. Die Kundgebungsrede wird von einem Jugendvertreter bei Nordmende, der gleichzeitig im IGM OJA sitzt, gehalten. Zum selben Anlaß wird auch eine Veranstaltung durchgeführt, die sich u.a. mit der Lage der ausländischen Arbeiter (Türken, Jugoslawen, Spanier, Italiener, Griechen, Tunesier und Portugiesen) in Bremen, u.a. bei Vulkan, Klöckner und auf der AG Weser befaßt.
Q: Wahrheit Nr.5/6,Bremen Juni/Juli 1972;
Unter dem Roten Banner Nr.2,Bremen o.J. (1972)

Juli 1972:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt eine Sondernummer Bergbau seines 'Spartacus' (vgl. Apr. 1972, Aug. 1972) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Sdr.Nr. Bergbau,Mainz Juli 1972

Juli 1972:
Bei Klöckner Bremen führen, laut KBB, die Kranfahrer im Warmwalzwerk einen Warnstreik durch (vgl. 18.8.1972).
Q: Wahrheit Nr. 7/8,Bremen Aug./Sept. 1972, S. 1

01.07.1972:
Vermutlich Anfang Juli gibt der KB Bremen die auf Juni/Juli datierte Nr.5/6 seiner 'Wahrheit' (vgl. 16.5.1972, 1.9.1972) heraus. Bei den Betriebsratswahlen wurden in Bremer Großbetrieben 8 KBB-Mitglieder gewählt. Bei Klöckner habe die Vertrauensleutekörper-Liste aus vielen DKPlern und einigen Leuten von der Gruppe Arbeiterpolitik bestanden.
Q: Wahrheit Nr.5/6,Bremen Juni/Juli 1972, S. 7

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02.08.1972:
Auf der Bremer Klöcknerhütte treten, laut 'Mitmischer', die Kranführer des Kalt- und des Warmwalzwerkes in den Streik für die Eingruppierung in höhere Lohngruppen. Das Resultat seien 113 fristlose Kündigungen gewesen.

Von dem Streik berichtet auch, ohne Datumsangabe, die KPD/ML-ZB bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich in NRW - vgl. 18.10.1972).
Q: Stählerne Faust Extra Streik im Kaltwalzwerk!,Dortmund Okt. 1972,S.1;
Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972

18.08.1972:
Bei Klöckner Bremen führen, laut KBB, die Kranfahrer im Warmwalzwerk und im Kaltwalzwerk kurze Warnstreiks für eine Eingruppierung in höhere Lohngruppen durch (vgl. Juli 1972, 25.8.1972).
Q: Wahrheit Nr. 7/8,Bremen Aug./Sept. 1972, S. 1; Der Zunderbrecher Nr. 1,Bremen Dez. 1972

23.08.1972:
In Georgsmarienhütte demonstrieren, laut 'SBK', rund 2 000 Arbeiter von Klöckner gegen das Treffen zwischen Barzel und dem Klöckner Vorstand, wovon auch die Werke in Bremen, Osnabrück und Duisburg betroffen seien. Auch die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg und die KPD zählen 2 000 Demonstranten.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972;
Arbeiter-Zeitung Nr.8,Mannheim/Heidelberg Okt.1972;
Rote Fahne Nr.59,Dortmund 6.9.1972

25.08.1972:
Bei Klöckner Bremen beginnt abends ein Streik von 220 Kranführern, der bis zum 31.8.1972 dauert. Die anderen wurden in der Zwischenzeit ausgesperrt und streikten daraufhin lieber auch. Anläßlich des Streiks kommt die KPD zu dem Schluß, daß die hier früher starke Gruppe Arbeiterpolitik zerschlagen sei. Auch der KBB (vgl. 1.9.1972) berichtet, dass die ARPO im Gegensatz zu 1969 "überhaupt nicht 'mitgemischt'" habe.
Q: Rote Fahne Nr.59,Dortmund 6.9.1972; Arbeiter-Zeitung Nr.7,Mannheim/Heidelberg Sept. 1972;Klassenkampf Nr.24,Freiburg 13.9.1972;Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr.16,Berlin 26.9.1972, S. 5;Stählerne Faust Nr.2,Dortmund Okt. 1972,S.4;Wahrheit Nr. 7/8,Bremen Aug./Sept. 1972, S. 1 und 5f

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29.08.1972:
Bei Klöckner Bremen gibt die KPD/ML-ZB einen 'Roten Metall Arbeiter' heraus.
Q: Wahrheit Nr.7/8,Bremen Aug./Sept. 1972

31.08.1972:
Bei Klöckner Bremen endet, laut KG (NRF) Mannheim/Heidelberg, der Streik der Kranführer (vgl. 25.8.1972).
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.7,Mannheim/Heidelberg Sept. 1972;
Arbeiter-Zeitung,Frankfurt/Offenbach 14.12.1972

September 1972:
Die Nr.9 der 'Roten Fahne' (RF) des KABD (vgl. Aug. 1972, Okt. 1972) berichtet u.a. über Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.9,Tübingen Sept. 1972

02.09.1972:
Es erscheint die Nr.18 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 21.8.1972, 18.9.1972), u.a. wird über die Klöcknerhütte Bremen berichtet.
Q: Rote Fahne Nr.18,Bochum 2.9.1972, S. 1 und 8

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12.09.1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen zweiseitigen 'Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie' (vgl. 17.8.1972, 26.9.1972) heraus. Berichtet wird von Streiks u.a. bei Klöckner Bremen.
Q: Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie,Heidelberg/Mannheim 12.9.1972

20.09.1972:
In der Nr.60 der 'Roten Fahne' der KPD (vgl. 13.9.1972, 27.9.1972) wird u.a. berichtet von der Metalltarifrunde, in deren Zusammenhang eingegangen wird auf Klöckner Hagen, Bremen und Osnabrück.
Q: Rote Fahne Nr.61,Dortmund 20.9.1972

20.09.1972:
Vermutlich in dieser Woche geben die ABG die Nr.27 ihrer 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 11.9.1972, 9.10.1972) heraus. Aus Bremen wird berichtet vom Streik bei Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.27,München Sept. 1972

25.09.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr.19 (vgl. 11.9.1972, 9.10.1972) berichtet u.a. von der Verteilung des ersten Flugblattes der KPD/ML-ZK bei Klöckner Bremen.
Q: Roter Morgen Nr.19,Hamburg 25.9.1972, s. 3

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26.09.1972:
Bei KWU Berlin gibt die KPD die Nr.16 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 14.8.1972, Okt. 1972) heraus. Eingegangen wird u.a. auf Klöckner Bremen.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr.16,Berlin 26.9.1972, S. 4f

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Oktober 1972:
In Bremen erscheint eine Ausgabe der Klöckner-Betriebszeitung 'Mitmischer', die u.a. über den Streik am 2.8.1972 berichtet.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972

Oktober 1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 1.11.1972) berichtet vermutlich aus dem Oktober über die Aufstellung der MTR-Forderungen:"
Die JUGENDVERSAMMLUNG BEI KLÖCKNER in Bremen hat eine Anhebung um 150 DM gefordert."
Q: Die Rote Front Nr.5,Dortmund Dez. 1972,S.5

01.10.1972:
In der Nr.5/72 der 'SBK' (vgl. 15.6.1972, 1.11.1972) wird aus der Oktoberausgabe des 'Mitmischer' auf der Bremer Klöcknerhütte einiges übernommen.
Q: Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972

17.10.1972:
Laut KPD/ML-ZK streikt ein Teil der Belegschaft des Kaltwalzwerkes (KWW) bei Hoesch Westfalenhütte Dortmund:"
DIE ZEICHEN STEHEN AUF STURM!

Am 17.10 bekundete die Belegschaft des Kaltwalzwerkes durch einen 6-stündigen Streik: das Maß ist voll! Die Ablehnung des 160 DM-Vorschlags durch den Vorstand muß zurückgenommen werden. Wir werden es den herren zeigen, daß sie nicht alles mit uns machen können. Objektiv war das auch ein Streik für die 20%. Unsere 20%-Forderung von der Teilbelegschaftsversammlung (vgl. 2.10.1972,d.Vf.) und unser Streik: Das ist eine Linie, die sich auch auf der kommenden Gesamt-Belegschaftsversammlung (BV - vgl. 15.11.1972,d.Vf.) fortsetzen wird. Stehen wir alleine, wie uns mit vereinter Kraft IGM- und DKP-Betriebsratsbonzen erzählen wollten? Nein! Der faktische Lohnraub durch die rapiden Preiserhöhungen hat die Erbitterung aller Kollegen im Bundesgebiet bis zu einem Punkt gesteigert, wo sie sagen: Jetzt ist es genug! Die Arbeitskämpfe bei Klöckner und Enka-Glanzstoff, beim Bochumer Verein und bei Opel-Bochum beweisen, daß die Empörung überall vorhanden ist, daß wir überall Verbündete haben! Die Situation soll angeblich eine andere sein wie 1969, weil die Ertragslage der Unternehmen heute schlechter sei. Das ist eine alte Masche der DKP. Seit wann müssen wir uns bei unseren Lohnforderungen nach der Ertragslage der Kapitalisten richten? Wir richten uns nach UNSERER Lebenslage, und die ist schon lange beschissen genug."

Die KPD Zelle Westfalenhütte Dortmund (vgl. 24.10.1972) berichtet:"
STREIK IM KALTWALZWERK. KAMPF DEM LEISTUNGSLOHN!
KAMPF DEM TARIFVERTRAGSSYSTEM!
...
Die Arbeiter aus dem Kaltwalzwerk haben bewiesen, daß auch auf Hoesch immer mehr erkennen, was die Kollegen von Krupp in Bochum, von Mannesmann, Thyssen und Klöckner in den letzten Monaten immer klarer durchschaut haben. Es geht darum, sich nicht durch Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Lohnsysteme vom Kampf abhalten zu lassen.
Es geht darum, besonders für die Kollegen mit den niedrigsten Löhnen Lohnerhöhungen durchzusetzen.
Es geht darum, für alle Kollegen einen Mindestlohn zu erkämpfen, den heute jede Arbeiterfamilie braucht: MINDESTENS 1.200 DM NETTO!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Hoesch,Dortmund 24.10.1972,S.1;
Stählerne Faust Extra Streik im Kaltwalzwerk und Nr.3,Dortmund Okt. 1972,S.1 bzw. S.1f

18.10.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die KPD/ML-ZK ein Extra ihrer 'Stählernen Faust' (vgl. 3.10.1972, 23.10.1972) mit einer Seite DIN A 4 heraus:"
STREIK IM KALTWALZWERK!
...
Die Bonzen haben mit allen Mitteln versucht zu verhindern, daß sich der Streik ausweitet. Deshalb ihre Furcht vor unserem Marsch durch die Betriebe. Weiterhin versuchten sie uns einzureden, wir hätten jetzt eine andere Situation wie 1969. Auch das ist eine Lüge! Davon kann sich jeder überzeugen, der den Beginn der Lohnkämpfe in der BRD in den letzten Wochen verfolgte:
- Kranführen von Klöckner streiken für Lohnanhebung (IGM-Bereich in Bremen - vgl. 2.8.1972,d.Vf.) -
- Erfolgreicher Streik bei Enka-Glanzstoff gegen geplante Stillegung eines Werkes (CPK-Bereich in NRW in Wuppertal - vgl. 19.9.1972,d.Vf.) -
- Bochumer Verein streikt für 50 Pfg. Lohnerhöhung (IGM-Bereich in Bochum in NRW - vgl. 24.7.1972,d.Vf.) -
- Opel Bochum: ebenfalls 50 Pfg. Drei Tage haben die spanischen Kollegen im Kampf gestanden für die Wiedereinstellung des oppositionellen Gewerkschafters Andres Lara (vgl. 11.10.1972,d.Vf.) -
- Bei uns im Kaltwalzwerk war auf der Teilbelegschaftsversammlung (vgl. 2.10.1972,d.Vf.) 20% gefordert worden -

Kollegen, alle diese Beispiele zeigen: WIR STEHEN VOR EINEM NEUEN 1969 !!! Die Lawine kann jeden Tag losrollen. Wir dürfen uns nicht isolieren lassen. Wir müssen auf der allgemeinen Lohnbewegung unsere innerbetrieblichen Forderungen durchsetzen. Wenn alle streiken sind wir am stärksten!"

Q: Stählerne Faust Extra Streik im Kaltwalzwerk!,Dortmund Okt. 1972

23.10.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie' Nr.1 heraus. Unter der Überschrift "Für lineare Lohnerhöhung – Gegen Prozenterspaltung" wird von linearen Forderungen zur Metalltarifrunde (MTR) berichtet aus Bremen u.a. durch die Jugendversammlung Klöckner.
Q: Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie Nr.1,Freiburg 23.10.1972,S.1

November 1972:
Die ML Castrop-Rauxel, ML Dortmund, ML Hagen und die PL Hamm (vgl. 11.12.1972) berichten vermutlich aus dem November:"
Vor kurzem hat die Tarifkommission für die Klöckner Hütte in Bremen die Forderung von 16,5% aufgestellt. Diese Forderung wurde von der IGM-Führung gestrichen und durch die von ihr festgesetzten 11% ersetzt. Begründung: 16,5% ist nicht stabilitätsgerecht. (Die Unternehmergewinne müssen halt stabil bleiben)."

Der Kommunistische Bund Bremen (KBB - vgl. 20.11.1972) berichtet vermutlich u.a. aus dem November über die Aufstellung der MTR-Forderungen:"
Bei KLÖCKNER hat der sozialdemokratische Hauptvorstand die ohne breite Debatte der Belegschaft von der kleinen Tarifkommission aufgestellte Forderung nach linearer Erhöhung für alle Lohngruppen um 0,90 DM, 16,5% für Angestellte und 75 DM für Lehrlinge kurzerhand auf die Vorstandsforderung von 60 Pf., 11% und 60 DM gedrückt. Sogar die spalterische Forderung der kleinen Tarifkommission, die anstatt einer Forderung für alle, drei Forderungen aufgestellt hat, wird durch das diktatorische Vorgehen des Hauptvorstandes für null und nichtig erklärt. Stattdessen führt der Hauptvorstand die Verhandlungen für die Klöckner-Hütte, und erklärt die Große und Kleine Tarifkommission der Hütte für nicht mehr zuständig. Diesem gewerkschaftsfeindlichen Verhalten des Hauptvorstandes müssen wir unsere Solidarität mit den Klöckner-Kollegen entgegensetzen und als Betriebsräte und Vertrauensleute dieses Vorgehen bekämpfen."
Q: Die Rote Front Nr.5,Dortmund Dez. 1972,S.5;
ML Castrop-Rauxel, ML Dortmund, ML Hagen, PL Hamm:Resolution zur Metalltarifrunde: Gegen Stabilitätspakt und Konzertierte Aktion den klassenbewußten gewerkschaftlichen Kampf,Dortmund o.J. (1972),S.3

November 1972:
Der KABD (vgl. dez. 1972) berichtet vermutlich aus dem Novembervon der MTR und STR:"
IGM-VORSTAND ÜBERGEHT FORDERUNGEN DER KUMPELS

Die Forderungen des IG-Metall-Vorstandes für die rund 260. 000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen und saarländischen Eisen- und Stahlindustrie sowie für die Klöckner-Hütte stehen fest. Sie belaufen sich auf 60 Pfennig Lohnerhöhung für die Arbeiter aller Lohngruppen und auf 11% Gehaltserhöhung für die Angestellten. Mit diesen Forderungen schlug der IGM-Vorstand die weitaus höheren Forderungen aus den Hüttenwerken in den Wind."
Q: Rote Fahne Nr.12,Tübingen Dez. 1972,S.4

November 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (Neues Rotes Forum) Mannheim/Heidelberg (KAJB (NRF)) gibt erstmals seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) (vgl. 11.2.1972) heraus, Berichte kommen u.a. aus Bremen u.a. von Klöckner.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.1,Mannheim Nov. 1972, S. 7

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November 1972:
Der KB/Gruppe Eutin gibt die Nr.12 seines 'Metallkampf' (vgl. Juni 1972, März 1973) für die ostholsteinischen Metallkollegen für November heraus. Berichtet wird u.a. von der Metalltarifrunde (MTR) 1972/73 und den bisherigen kurzen Warnstreiks u.a. bei Klöckner Bremen. Lineare Forderungen werden verbreitet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Metallkampf Nr.12,Eutin Nov. 1972

08.11.1972:
Die KPD gibt in der Nr.68 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 31.10.1972, 15.11.1972) bekannt, wo, außerhalb der Regionen in denen sie bereits als Partei arbeitet die 'Rote Fahne' verkauft wird. Hierbei handelt es sich u.a. um Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.68,Dortmund 8.11.1972

09.11.1972:
Frühestens heute gibt der Kommunistische Bund Bremen (KBB) die Nr.10 seiner 'Wahrheit' (vgl. 5.10.1972, 1.12.1972) heraus, mit Berichten aus Bremen u.a. von Klöckner.
Q: Wahrheit Nr.10,Bremen Nov. 1972, S. 11

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15.11.1972:
Der BKA Freiburg gibt die Nr.26 seines 'Klassenkampfes' (vgl. Nov. 1972, 24.1.1973) heraus, die u.a. über die Zelle Klöckner des KB Bremen berichtet.
Q: Klassenkampf Nr.26,Freiburg 15.11.1972

20.11.1972:
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Roten Widerdruck' Nr.16 (vgl. Okt. 1972, 18.12.1972) heraus. Über die Metalltarifrunde (MTR) wird u.a. berichtet von Klöckner Bremen.
Q: Roter Widerdruck Nr.16,München Nov. 1972

23.11.1972:
Die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland gibt bei den Röchlingschen Eisen- und Stahlwerken (RESW) Völklingen ihre 'Rote Fahne' Nr.12 (vgl. 3.11.1972, Jan. 1973) heraus, in der u.a. von Klöckner Bremen berichtet wird.
Q: Rote Fahne - Röchling Nr.12,Völklingen 23.11.1972

29.11.1972:
In der Nr.71 der 'Roten Fahne' (vgl. 21.11.1972, 6.12.1972) geht die KPD zur Metalltarifrunde u.a. auf Klöckner Bremen ein.
Q: Rote Fahne Nr.71,Dortmund 29.11.1972

Dezember 1972:
Die Zelle Klöckner des KB Bremen gibt erstmals ihren 'Zunderbrecher' (vgl. 24.1.1973) heraus. Dieser befaßt sich auf seinen 10 Seiten mit dem eigenen Werk und auch dem in Georgsmarienhütte und berichtet von Streiks bei Klöckner Bremen (vgl. 18.8.1972) und Hagen-Haspe (vgl. 1.8.1972). Angekündigt wird für diese Woche der Verkauf des "Programmes der westdeutschen Kommunisten". Ansonsten würden bei Klöckner noch die 'Bramme' der DKP und der 'Mitmischer' verteilt, der nach einem Kampf den Kommentar abgebe. Nicht mehr erwähnt in dieser Aufzählung wird der 'Rote Metall Arbeiter' der KPD/ML-ZB, deren Ortsgruppe sich ja noch diesen Monat z.T. dem KBB anschließt (vgl. 30.12.1972).
Q: Der Zunderbrecher Nr.1,Bremen Dez. 1972

01.12.1972:
Vermutlich Anfang Dezember gibt der KB Bremen die Nr. 11 seiner 'Wahrheit' (vgl. 9.11.1972, 21.1.1973) heraus. Von Klöckner erscheint ein Offener Brief von Jochen Kretschmann zu seinem Prozeß gegen Heinz Scholz.
Q: Wahrheit Nr. 11,Bremen Dez. 1972, S. 15

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11.12.1972:
Vermutlich in dieser Woche erscheint von den Marxisten-Leninisten (ML) Castrop-Rauxel, den ML Dortmund, den ML Hagen und der Proletarischen Linken (PL) Hamm ein Flugblatt zur Metalltarifrunde (MTR) der IGM:"
RESOLUTION ZUR METALLTARIFRUNDE: GEGEN STABILITÄTSPAKT UND KONZERTIERTE AKTION DEN KLASSENBEWUSSTEN GEWERKSCHAFTLICHEN KAMPF!
...
Unter Gewerkschaftsbürokraten hält man die Durchsetzung von 3/4 der Forderungen für einen großen Erfolg. Vor kurzem hat die Tarifkommission für die Klöckner Hütte in Bremen die Forderung von 16,5% aufgestellt (vgl. Nov. 1972,d.Vf.). Diese Forderung wurde von der IGM-Führung gestrichen und durch die von ihr festgesetzten 11% ersetzt. Begründung: 16,5% ist nicht stabilitätsgerecht. (Die Unternehmergewinne müssen halt stabil bleiben)."
Q: ML Castrop-Rauxel, ML Dortmund, ML Hagen, PL Hamm:Resolution zur Metalltarifrunde: Gegen Stabilitätspakt und Konzertierte Aktion den klassenbewußten gewerkschaftlichen Kampf,Dortmund o.J. (1972)

12.12.1972:
Der KB Bremen (KBB - vgl. 25.1.1973) berichtet von Klöckner Bremen: "Scholz-Prozess geplatzt!".
Q: Wahrheit Nr. 1, Bremen Jan. 1973, S. 19

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Januar 1973:
Es erscheint die Nr. 15/16 der 'Sozialistischen Arbeiterpolitik' (SAP – vgl. März 1973) – Organ für Arbeiterpolitik in der SPD. Rolf Stier berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Sozialistische Arbeiterpolitik Nr.15/16,Bochum Jan. 1973

14.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.1 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 31.12.1972, 20.1.1972) heraus. Der KB Bremen (KBB) wird in einem Leserbrief angegriffen. Er sei nämlich in der Metalltarifrunde (MTR) anfangs für 150 DM eingetreten, ebenso wie die Jugendversammlung bei Klöckner und der Vertrauensleutekörper auf dem Bremer Vulkan. Nach der Beschlußfassung der Tarifkommission habe der KBB dann nur noch die volle Durchsetzung der verräterischen 11% gefordert.
Q: Roter Morgen Nr.1,Hamburg 14.1.1973, S. 7

15.01.1973:
Frühestens heute gibt der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Bremen, der sich am KBB orientiert, erstmals seine 'Kämpfende Jugend' (vgl. Feb. 1973) heraus. Berichtet wird aus Bremen u.a. von Klöckner.
Q: Kämpfende Jugend Nr.1,Bremen Jan. 1973

24.01.1973:
Bei Klöckner Bremen ist heute Redaktionsschluß für die Nr.2 des 'Zunderbrechers' (vgl. Dez. 1972, 26.1.1973) des KBB, in der man sich mit dem eigenen Betrieb und der perfiden Behauptung der DKP, die KBB-Betriebszelle bestehe zu 90% aus Oberschülern, befaßt. Aufgerufen wird dazu 'Halkin Sesi' zu kaufen.
Q: Der Zunderbrecher Nr.2,Bremen Jan. 1973

26.01.1973:
Der KB Bremen (KBB - vgl. 19.2.1973) berichtet von Klöckner Bremen (vgl. 29.1.1973):"
Im Kampf um eine innerbetriebliche Zulage von 25 Pfennig für alle trat die Belegschaft der Klöckner Hütte Bremen in den Streik. Zahlreiche Warnstreiks am 26.1. und in den folgenden Tagen sollten die Verhandlungsposition stärken."

Heute gibt die Zelle des KBB ein Extrablatt ihres 'Zunderbrechers' (vgl. 24.1.1973, 30.1.1973) heraus, in dem zu einer Demonstration am 29.1.1973 aufgerufen wird.
Q: Wahrheit Nr. 2 und 3,Bremen Feb. 1973 bzw. März 1973, S. 7 bzw. S. 8f

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29.01.1973:
Bei Klöckner Bremen rief die Zelle des KBB (vgl. 26.1.1973) für heute 9 Uhr zu einer Demonstration zur Ressortleitung auf. Der KBB (vgl. 19.2.1973) berichtet:"
Am Montag und Dienstag, dem 29. und 30.1., führten ganze Werke und einzelne Abteilungen Warnstreiks zur Durchsetzung der innerbetrieblichen Zulage von 25 Pf. bzw. DM 43,- durch. Die Montags-Spätschicht vom Warmwalzwerk und Kaltwalzwerk legten ab 19 Uhr 45 die Arbeit nieder. Die Nachtschicht nahm erst nach längerer Zeit die Arbeit wieder auf."

Laut ABG werden durch dreitägige Streikaktionen 14 Pfg. mehr erzielt.

Die Proletarische Front (PF - vgl. 12.3.1973) Bremen berichtet, "daß die Streikagitation der gewerkschaftsoppositionellen Gruppen (DKP, Gruppe Arbeiterpolitik, KBB) gerade im Warmwalzwerk … nicht zog. DEN WARMWALZERN IST DER LOHNKAMPF ZU WENIG."
Über die DKP heißt es, "sie stellt ca. die Hälfte des Betriebsrats". Eingegangen wird auch auf Kaltwalzwerk, Eisenbahner, Gießerei und Beize sowie Hoesch Werk Phoenix Dortmund, Salzgitter und das Saarland.

Berichtet wird auch in:
- Bayern in Regensburg durch die ABG bzw. SBG bei Siemens (IGM-Bereich - vgl. 23.2.1973) und bei AEG (IGM-Bereich - vgl. 26.2.1973).
Q: Auf Draht Nr.24,München März 1973; Auf Draht Nr.2,Regensburg Feb. 1973,S.6;Roter Sachsenwerker Nr.14,Regensburg Feb. 1973,S.5;Wahrheit Nr.2 und 3,Bremen Feb. 1973 bzw. März 1973, S. 7 bzw. S. 8f;Zündfunke Nr.15,München März 1973;Zunderbrecher Extrablatt,Bremen 30.1.1973;Wir wollen alles Nr.1,Gaiganz 12.3.1973

30.01.1973:
Bei Klöckner Bremen gehen, laut KBB (vgl. 19.2.1973), die Streiks (vgl. 29.1.1973, 2.2.1973) über Nacht weiter:"
Die Nachtschicht des Kaltwalzwerkes ging widerstrebend an die Arbeit, um dann Punkt 4 Uhr morgens einschließlich dem Bundlager in den Streik. Die Frühschicht des Kaltwalzwerkes, ebenso wie die Eisenbahner führten mit kürzeren Warnstreiks den Kampf weiter."

Die Zelle des KBB gibt mit Redaktionsschluß Spätschicht ein Extrablatt ihres 'Zunderbrechers' (vgl. 26.1.1973, 31.1.1973) heraus, in der über die bisherigen Streiks informiert und zu neuen ab der morgigen Frühstückspause aufgerufen wird.
Sowohl in der Spät- als auch der Nachtschicht wird im KWW und WWW je zwei Stunden gestreikt.

Laut BKA Freiburg (vgl. 15.2.1973) wird heute von 800 Kollegen gestreikt.
Q: Wahrheit Nr.2 und 3,Bremen Feb. 1973 bzw. März 1973, S. 7 bzw. S. *; Zunderbrecher Extrablatt,Bremen 30.1.1973 und 31.1.1973;Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie Nr.11,Freiburg 15.2.1973,S.4f

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31.01.1973:
Bei Klöckner Bremen rief die Zelle des KBB gestern zu Streiks nach der Frühstückspause auf. Dieser Aufruf wurde, laut KBB, zunächst von einem großen Teil des KWW befolgt, die dann zum WWW demonstrierten, von da zur Blockstraße zogen und so ab 11 Uhr 30 das ganze Werk mitrissen.
Mit Redaktionsschluß Spätschicht gibt die Zelle des KBB ein Extrablatt ihres 'Zunderbrechers' (vgl. 30.1.1973, 5.2.1973) mit Informationen über die Streiks heraus.
Q: Wahrheit Nr.3,Bremen März 1973;
Zunderbrecher Extrablatt,Bremen 30.1.1973 und 31.1.1973

Februar 1973:
Die KJO Spartacus gibt die Nr.35 ihres 'Spartacus' (vgl. Jan. 1973, März 1973) heraus, die u.a. von Klöckner Bremen berichtet.
Q: Spartacus Nr.35,Berlin Feb. 1973

Februar 1973:
Die Rote Fahne Organisation (RFO) Saarland gibt bei Röchling Völklingen ihre 'Rote Fahne' Nr.2 (vgl. Jan. 1973, 1.3.1973) heraus, in der u.a. von den Kranführern bei Klöckner Bremen berichtet wird.
Q: Rote Fahne - Röchling o.Nr.(2),Völklingen Feb. 1973

02.02.1973:
Der KB Bremen (KBB - vgl. 19.2.1973) berichtet von Klöckner (vgl. 30.1.1973, 6.2.1973):"
Nach der Frühstückspause am 2.2. hat ein großer Teil der Kollegen im Kaltwalzwerk die Arbeit nicht wieder aufgenommen, sondern sich an den Frühstücksbuden in der Verladung versammelt. Von dort sind sie geschlossen ins Warmwalzwerk marschiert. Auf ihrem Weg bis zur Blockstraße haben sie alle übrigen Kollegen der beiden Werke abgeholt. Gegen 11.30 Uhr hatten sich auch die Kollegen aller übrigen Werke dem Warnstreik angeschlossen. Die gesamte Klöckner-Hütte stand still! Bereits die beiden vorhergehenden Schichten hatten für jeweils zwei Stunden die Arbeit niedergelegt."
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen Feb. 1973, S. 7

05.02.1973:
Bei Klöckner Bremen gibt die Zelle des KBB ein Extrablatt ihres 'Zunderbrechers' (vgl. 31.1.1973, Apr. 1973) heraus.
Q: Zunderbrecher Extrablatt,Bremen 5.2.1973

06.02.1973:
Der KB Bremen (KBB - vgl. 19.2.1973) berichtet von Klöckner (vgl. 2.2.1973):"
das Ergebnis der über 13stündigen Verhandlungen wurde am Dienstag, dem 6. Februar bekanntgegeben: 5 Pfg. innerbetriebliche, außertarifliche Zulage, dazu 6 Pfg. zusätzliche Prämienerhöhung. Wegen des komplizierten Prämiensystems weiß jedoch kein Arbeiter, wie weit sich diese Prämienerhöhung auf seinen Lohn auswirken wird."
Q: Wahrheit Nr. 2, Bremen Feb. 1973, S. 7

23.02.1973:
In Regensburg gibt die Siemens-Betriebsgruppe der SBG der ABG ihre 'Auf Draht' Nr.2 (vgl. 22.1.1973, März 1973) für Siemens Irler Höhe Regensburg und das Siemens Wernerwerk Prüfening auf Februar datiert vermutlich heute heraus. Zum Abschluß der Stahltarifrunde (STR) der IGM u.a. in NRW (vgl. 11.1.1973) heißt es:"
NACH DEM ABSCHLSS

Die Rechnung war eindeutig: mindestens 60 Pfg. pro Stunde oder 11%. Deshalb gibt es auf das Lohndiktat von 46 Pfg. oder 8,5% nur eine richtige Antwort: Streik.

Zwei Tage ruhte in den Hoesch-Hüttenwerken Dortmund die Arbeit (vgl. 8.2.1973,d.Vf.). Viele tausend Arbeiter zogen, trotz strömenden Regens, wie im Herbst 1969 durch die Straßen und forderten 14 Pfg. mehr. Gegen den unerbittlichen Widerstand der Stahl-Bosse und trotz der Weigerung von Loderer und IGM-Führung, diesen Streik zu unterstützen, konnten die Hoesch-Stahlwerker sich 5 Pfg. mehr erkämpfen.

- Ebenfalls zwei Tage lang streikten die Klöckner-Kollegen in Bremen (vgl. 29.1.1973,d.Vf.). Sie setzten durch ihre geschlossene Aktion nach dem 8,5%- Lohnraub-Abschluß die 11% voll durch.

- Denselben Erfolg errangen die Arbeiter von Ford Köln (vgl. Jan. 1973,d. Vf.). In einer Betriebsvereinbarung wurden die auf 11% fehlenden 2,5% festgelegt.

Kollegen, für uns ist der 8,5%-Abschluß genausowenig tragbar. Die Metaller von Hoesch, Klöckner und Ford geben das richtige Beispiel!"
Q: Auf Draht Nr.2,Regensburg Feb. 1973

März 1973:
Die SAG gibt die Nr.21 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Feb. 1973, Apr. 1973) heraus, in der u.a. von Gewerkschaftsausschlußverfahren berichtet wird von Klöckner Bremen (Bonno Schütter).
Q: Klassenkampf Nr.21,Frankfurt März 1973

17.03.1973:
Frühestens heute gibt die Kommunistische Schülergruppe (NRF) die Nr.9 ihres 'Schulkampf' (vgl. 28.2.1973, 11.5.1973) heraus und berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Schulkampf Nr.9,Heidelberg o.J. (1973),S.14

26.03.1973:
Für die Kommunistische Fraktion im Ruhrgebiet (KFR - vgl. 28.3.1973) berichtet H. R. vermutlich in dieser Woche von der Stahltarifrunde (STR):"
NACHTARIFE IN DER STAHLINDUSTRIE

Die Unruhe unter den Stahlarbeitern, die sich im Streik bei Hoesch, Mannesmann-Duisburg, HUF-Velbert und Klöckner-Bremen nach dem miserablen 8,5% - 46 Pfg. ? Abschluß niederschlug, greift jetzt auch auf Gewerkschaftsbonzen und Stahlmanager über."
Q: Die Rote Front Nr.7 und 8,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973, S.1 und 3f. bzw. 7

April 1973:
'Der Zunderbrecher' Nr.4, Zeitung der Betriebszelle Klöckner des Kommunistischen Bundes Bremen (vgl. 5.2.1973, 30.4.1973) erscheint unter der Titelüberschrift "Arbeitereinheit am 1. Mai."
Q: Der Zunderbrecher Nr.4,Bremen Apr. 1973

03.04.1973:
Die Nr.2 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM – Gruppe Internationale Marxisten erscheint in Dortmund (vgl. 20.3.1973, 23.4.1973). Im Artikel "Eine richtige Konsequenz aus der letzten Tarifbewegung – Zum 'Mitmischer' Sondernummer für Hoesch" (vgl. **.*.1973) wird ausgeführt:"
Mit der Herausgabe einer Sondernummer des 'Mitmischers', einer Betriebszeitung von fortschrittlichen Kollegen der Klöckner-Werke in Bremen, versuchten diese vor wenigen Tagen Kontakte zu fortschrittlichen Teilen der Vertrauensleute der Hoesch-Werke zu bekommen. Die Kollegen haben damit aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Tarifauseinandersetzungen eine wichtige Schlußfolgerung gezogen. Sie haben klar erkannt, daß, solange die Bürokraten in den Gewerkschaften noch eine Politik betreiben können, die einzig und allein ihren Freunden in der SPD-Regierung und den Unternehmern zugute kommt, auch für die nächste Zeit 'wilde Streiks' notwendig sind, um zu verhindern, daß die Löhne weiter abgebaut werden. Gerade die gegenwärtigen Preissteigerungen um 7% auf der einen und durch den Konjunkturaufschwung in der Stahlindustrie bedingten höheren Gewinne der Stahlbosse auf der anderen Seite sind Grund genug, um sich auf weitere Kampfmaßnahmen vorzubereiten. Die Kollegen der Klöckner-Hütte schreiben richtig: 'Soll verhindert werden, daß die IGM-Führung die selbständig handelnden Belegschaften im Stich läßt, wie bei Euch vom 8.-10. Februar, kommt es darauf an, die Bedingungen und den Zeitpunkt für das gemeinsame Vorgehen richtig einzuschätzen. Das heißt nicht, daß man Zeitpunkt und Forderungen im voraus festlegt, sondern daß Vertrauensleute und Betriebsräte unserer Werke rechtzeitig Kontakt aufnehmen und in regelmäßiger Verbindung miteinander die Bedingungen und den Zeitpunkt zum Losschlagen festlegen. So können wir unnötige Niederlagen vermeiden.' Sehr richtig! War doch die Tatsache, daß der Streik gegen den 46 Pfennig-Abschluß vom 8.-10. Februar auf die Hoesch-Betriebe beschränkt blieb und sich nicht auf andere wichtige Betriebe der Stahlindustrie ausdehnte, mit eine Ursache dafür, daß die 14 Pfennig-Forderung nicht durchgesetzt werden konnte (s. u.a. 'Solidarität' Nr.1). Aus diesem Grunde ist die Aufforderung der Bremer Kollegen so wichtig. Wenn es gelingt, die kommenden Kämpfe zusammen mit den Vertrauensleuten anderer wichtiger Betriebe vorzubereiten und besser zu organisieren, wird es möglich, daß diese Kämpfe nicht so enden wie der letzte Streik. Deshalb: Nehmt Kontakt auf zu den Vertrauensleuten von Klöckner, Mannesmann und andere! Bereitet gemeinsam die kommenden Kämpfe vor!"
Q: Solidarität Nr.2,Dortmund 3.4.1973

14.04.1973:
In Dortmund-Mengede beginnt der zweitägige nationale Kongreß oppositioneller Gewerkschafter im Saalbau (vgl. 1.4.1973, 16.4.1973), der, laut der aufrufenden KPD, von über 500 Gewerkschaftern besucht wird, die sich für die "Stärkung der Revolutionären Gewerkschaftsopposition" ausgesprochen hätten. Die 'RGO' berichtet u.a.:"
THESEN ZUR ARBEIT IN DER IG METALL

Aufbauend auf den Thesen zur weiteren RGO-Arbeit und den Thesen zur Arbeit in der IG Metall entwickelte sich in der IGM-Konferenz eine lebhafte Diskussion. Die Kollegen aus fast sämtlichen wichtigen Bereichen und Betrieben der Stahl-, Metall- und Automobilindustrie gingen in ihren Berichten ausführlich auf die Situation in ihren Betrieben ein; untersucht wurde dabei ob die Bedingungen für den Aufbau von oppositionellen Gruppen schon vorliegen und wie dies zu erreichen ist. Ein Vertrauensmann von VW, der mit mehreren Kollegen gekommen war, berichtete über die Streiks anläßlich der Manteltarifverhandlungen bei VW, denen eindeutig eine entschlossene Stoßrichtung gefehlt habe. Anhand der Berichte vom Streik bei MM-Huckingen wurde die Tarifsituation in der IG-Metall und ihre brüchigste Stelle (das Stahldreieck Klöckner-Bremen - Mannesmann-Huckingen und Hoesch-Dortmund) analysiert.
...
Im Rahmen der Organisierung gewerkschaftsoppositioneller Konferenzen, Veranstaltungen, Flugblattverteilung etc. muß das Dreieck der kampfstärksten Betriebe (MM-Duisburg - Hoesch-Dortmund - Klöckner-Bremen) verstärkt in die Agitation und Propaganda einbezogen werden. Anhand der sich z.Zt. hinziehenden Verhandlungen über die Schlichtungsordnung muß die reaktionäre Rolle der SPD-Gewerkschaftsführer einerseits entlarvt werden, andererseits muß mit dem Kampf gegen das staatliche Schlichtungswesen eine Front dafür eröffnet werden, jedes Verhandlungsergebnis von den Arbeitern beraten und abstimmen zu lassen."
Q: Rote Fahne Nr.14, 15 und 16,Dortmund 4.4.1973, 11.4.1973 bzw. 18.4.1973,S.1,S.1 bzw. S.1, 4 und 5;
Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr.3 und 6/7,Dortmund Mai 1973 bzw. Sept. 1973,S.2ff bzw. S.*

14.04.1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten (SBL) gibt seinen 'Spartacus' Nr.4 (vgl. 5.3.1973, Mai 1973) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.4,Mainz 14.4.1973

20.04.1973:
Vermutlich erscheint Ende dieser Woche die 'Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop-Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei' (KFR). Auf Seite 1f und 4f erscheint folgender, vermutlich z.T. aus Mannheim übernommener Artikel:"
DER SELBSTÄNDIGE KAMPF DER INTERNATIONALEN ARBEITERKLASSE WÄCHST!
...
Seit Jahren entwickeln sich die Lohnkämpfe zu immer heftiger werdenden Klassenauseinandersetzungen zwischen Kapitalisten und Werktätigen; immer mehr Arbeiter und Angestellten gliedern sich solidarisch in die Kampffront ein, von Jahr zu Jahr begreifen die Werktätigen mehr ihre ausgebeutete Situation und durch die immer offensichtlicher werdenden Verrätereien von
Gewerkschaftsführern die Notwendigkeit, den Lohnkampf selbst in die Hand zu nehmen.

Gerade von solchen Kämpfen war das vergangene Jahr gekennzeichnet. In allen Industriezweigen häuften sich die Stimmen aus den Betrieben für die Forderungen von 12-15% und vor allen Dingen für lineare Forderungen wie 150,-DM monatlich mehr. Auch als die Tarifkommission diese auf 11% herunterdrückte, ließen sich die Kollegen nicht entmutigen. Entschieden traten sie in fast geschlossener Front in den Urabstimmungen für die volle Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen ein. Und als die Gewerkschaftsführer auch diese verrieten und auf 7-10% herunterhandelten, nahmen an vielen Stellen die Kollegen das Heft selbst in die Hand. Die hervorragendsten Beispiele sind hier Hoesch, HuF (Velbert), Klöckner (Bremen) und Mannesmann (Duisburg).

In diesen selbständigen Streiks wandten sich die Kollegen nicht nur gegen den Lohnabbau der Kapitalisten durch zu niedrige Löhne, sondern auch gegen die Sabotage und den Verrat an ihrem berechtigten Kampf durch gewisse Gewerkschaftsführer. So erklärte IG-Metall Chef Loderer den Hoesch-Streik für ungesetzlich und IGM-Vorstandsmitglied Judith forderte die kämpfenden Metaller wieder zur Arbeit auf. Doch in Velbert und Duisburg konnten die Streikziele trotz solcher Machenschaften zum größten Teil erfolgreich durchgesetzt werden. Diese Beispiele werden die Richtlinie sein für die notwendigen zwischentariflichen Lohnkämpfe in diesem Sommer, sie weisen den Weg zum Erfolg."
Q: Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973

30.04.1973:
Bei Klöckner Bremen gibt die Zelle des KBB ein Extrablatt ihres 'Zunderbrechers' (vgl. Apr. 1973) heraus.
Q: Zunderbrecher Extrablatt,Bremen 30.4.1973

01.05.1973:
In der Maivorbereitung verteilt der KB Bremen (KBB) u.a. ein Flugblatt "Für eine kampfstarke gewerkschaftliche Maidemonstration".

Laut KG Hamburg nehmen in Bremen ca. 6 000 an der DGB-Kundgebung teil:"
Doch nur 1 000 Menschen folgten dem Aufruf, gleich zum Abschlußkundgebungsplatz zu gehen. Die Jugendgremien des DGB und der KBB führten mit 5 000 Teilnehmern die Demonstration durch."
Der KB Bremen konnte auch noch einen Klöcknerblock von 200 Leuten ausmachen.
Q: Das Ruder Nr.6,Bremen Mai 1973;
Unter dem Roten Banner Nr.10,Bremen 17.5.1973;
Schulkampf Nr.5,Bremen 17.5.1973;
Kommunistische Jugendzeitung Nr.5,Mannheim Apr./Mai 1973;
Hamburger Arbeiter-Zeitung 1.Mai Extra,Hamburg 1973,S.2;
KBB:Für eine kampfstarke gewerkschaftliche Maidemonstration,Bremen 1973;
Wahrheit Nr.5/6,Bremen Mai/Juni 1973,S.6

Juni 1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973) berichtet von Nordmende Bremen, vermutlich aus dem Juni, unter Erwähnung von Klöckner und Bremer Vulkan.
Q: Wir wollen alles Nr.6,Gaiganz 27.7.1973

12.06.1973:
Bei KWU Berlin verteilt die KPD einen vierseitigen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Juni 1973, 20.7.1973) zur heutigen Vertrauensleutesitzung. Unter Verweis auf die Streiks u.a. bei Mannesmann, Klöckner und Rheinstahl wird vorgeschlagen, sich daran ein Vorbild zu nehmen.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Sonderdruck,Dortmund 12.6.1973

16.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.23 (vgl. 9.6.1973, 23.6.1973) heraus. Aus Bremen wird berichtet durch Genossen von Klöckner:"
Judaskuss

Genossen von Klöckner/ Bremen fuhren nach der Solidaritätsdemonstration für Genossen Ernst Aust, der am folgenden tag vor Gericht stand, nach Hause. Eine ältere Dame kam ins Zugabteil und berichtete, sie sei aus der DDR, worauf sich sofort eine Diskussion über die Ausbeutersysteme 'hüben und drüben' entspann.

Die Frau, die mit 78 Jahren noch zwei Nachtwachen in der Woche als Krankenschwester machen muss, um von den 270,- DM Rente leben zu können, erzählte dabei einen Witz, der in der DDR geläufig ist und die Korruptheit der SED-Bonzen geisselt:

'Warum ist der Bruderkuss bei der Begrüssung zwischen Parteioberen in der DDR noch so gebräuchlich? - Weil sie sich dabei leichter ins Ohr flüstern können: Hast was mitgebracht? Hast was mitgebracht?'"
Q: Roter Morgen Nr.23,Dortmund 16.6.1973

25.06.1973:
Bei Klöckner Bremen beginnt, laut KAJB Mannheim/Heidelberg/Wiesloch, ein dreitägiger Streik für eine Teuerungszulage (TZL) von 30 Pfennig. Laut KBW dauert der Streik bis zum 27.6.1973 (vgl. dort).

Laut SAG beginnt ein sechzigstündiger Streik, in den u.a. KBW und DKP eingreifen. Berichtet wird auch durch die RFO Saarland.

Laut AB streiken 6 000.

Laut KPD beginnt in der Nacht von heute auf morgen ein Streik bis zum 28.6.1973 früh, in den u.a. auch die DKP eingreift.

Vom Streik berichtet auch die GIM bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich in NRW - vgl. 2.7.1973).

Laut KPD/ML (vgl. 30.6.1973) gibt ihre Zelle Klöckner Bremen während des Streiks ihren 'Angriff' Nr. 3 und 4 (vgl. 28.6.1973) heraus.

Laut 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973), die auch über die Hochöfen, die LD-Öfen, das Warmwalzwerk, die Lehrlinge und den u.a. von Anhängern der Arbeiterpolitik (ARPO) und der DKP besetzten Betriebsrat berichtet, beginnt der Streik in der Spätschicht (vgl. 28.6.1973).
Q: Wir wollen alles Nr.6,Gaiganz 27.7.1973; Roter Morgen Nr.25,Dortmund 30.6.1973;Solidarität Nr.6,Dortmund o.J. (1973);Rote Fahne Nr.27,Dortmund 4.7.1973;Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973;Kommunistische Jugendzeitung Nr.7,Mannheim Juli 1973;Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973, S. 4;Rote Fahne - Röchling o.Nr.(7),Völklingen o.J. (1973);Roter Aufmucker Nr.28,München Juli 1973;Roter Weichensteller Nr.10,München Juli 1973;Roter Widerdruck Nr.24,München Juli 1973

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27.06.1973:
Vermutlich heute gibt in München die BMW-Betriebsgruppe des AB (ex-ABG) ihren 'Motor' (vgl. 25.6.1973, Juli 1973) als Flugblatt unter dem Titel "Kampf der Inflation" heraus. Berichtet wird u.a. vom Streik bei Klöckner Bremen.
Q: Der Motor Kampf der Inflation,München o. J. (Juni 1973),S.1

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27.06.1973:
Der KBW berichtet zentral und intern (vgl. 2.7.1973):"
Genossen, der Streik bei Klöckner Bremen ist von der Geschäftsleitung zerschlagen worden. Die Möglichkeit dazu bot sich ihr, weil es nicht gelang, alle Arbeiter auf Versammlungen zusammenzufassen und den Streik zu organiseren. Nach dem Marsch der LD-Werk-, KW-Werk- und Hochofenbelegschaft zum Direktorium am Montag hat die Belegschaft das Werk verlassen. An den Toren des riesigen Werksgeländes blieben nur wenige Streikposten zurück. Schon am Dienstag gelang es daher einem Trupp von Meistern, Vorarbeitern usw., gegen nur drei Streikposten den Schlagbaum eines Werkstores mit Bolzen zu blockieren, so daß er nicht mehr geschlossen werden konnte. Gleichzeitig wurden 60 - 80 Streikbrecher ins Werk geschafft, welche die Kräne bewegten usw., um laufende Produktion zu spielen. Über Radio, Presse wurde berichtet, das Werk sei wieder in Gang. Die zu Hause sitzenden Arbeiter und ihre Familien wurden zugleich durch Drohtelegramme der Geschäftsleitung eingeschüchtert. Als Dienstag die Busse der Nachtschicht eintrafen und sich im langen Zufahrtsschlauch am Werkstor stauten, stand wiederum den kaum stärker gewordenen Streikposten ein starker Trupp von 'Weißhelmen' (Meister, Vorarbeiter, Mitglieder der Verwaltung und der Geschäftsleitung) gegenüber, welche die Streikposten bedrängten. Hinter den Bussen stand - offenbar in konzertierter Aktion mit der Geschäftsleitung abgesprochen - ein Lautsprecherwagen der Polizei, der die Busse ständig zur Weiterfahrt aufforderte und ins Werkstor hineindrückte. Das Werkstor war nicht mehr zu halten. Die Busse fuhren aufs Gelände. Dort kam es in den einzelnen Abteilungen zwar noch zu heftigen Auseinandersetzungen, teilweise zu Tätlichkeiten, aber der Streik war gebrochen. Es war nicht gelungen, die Zersplitterung der Belegschaft aufzuheben und den Streik zu organisieren.

Die Klöckner-Geschäftsleitung hat noch während des Streiks zwei Kollegen fristlos entlassen: Siegfried Wegener von der Vertrauenskörperleitung und Edmund Dinger, Vertrauensobmann im KW-Werk. Der Betriebsrat hat der Entlassung nicht zugestimmt. Ebenso wurde sie vom über 200-köpfigen Vertrauenskörper einstimmig abgelehnt. Kampfmaßnahmen, um die beiden wieder ins Werk zu holen, sind nach der Niederlage aber nicht unmittelbar zu erwarten.

Am Tag nach Streikende (Mittwoch) wurde der Vertrauensmann E. Dinger vom Werksschutz an seinem Arbeitsplatz fortgeholt und aus dem Werk getragen. - Es kommt jetzt darauf an, gegen diese Maßnahmen eine möglichst breite öffentliche Meinung zu schaffen. Wo immer das möglich ist, sollten von uns Solidaritätsresolutionen in Gewerkschaftsgremien, aber auch in Universitäten, Schulen usw. veranlaßt werden, in denen das dreckige Vorgehen der Kapitalisten gegeißelt wird. Dabei ist darauf hinzuweisen, daß bei John Deere in Mannheim und bei Harvester in Heidelberg es gelungen ist, die fristlos entlassenen Kollegen wieder in den Betrieb zu bekommen. Entscheidend war dabei wohl, daß sich die IGM veranlaßt sah, um ihr Verhalten während des Streiks vergessen zu lassen, etwas für die entlassenen Kollegen zu tun, um der Unruhe in den Betrieben Herr zu werden.

Zu den politischen Gruppen im Streik bei Klöckner: Die DKP (etwa 50 Mann stark im Werk) hat sich nicht gegen den Streik gestellt, ihn aber auch nicht organisiert, obwohl sie von ihrer Stärke her die einzige Gruppe war, die dazu in der Lage war. Stattdessen kam sie, als die Niederlage sich abzeichnete, auf die Schnapsidee, Spartakus-Studenten (MSB,d.Vf.) von der Universität als Streikposten einzuspannen. Diese bildeten dann die Kette gegen die anrückenden Busse. - Die 'Arbeiterpolitik' (ARPO,d.Vf.) tauchte nicht weiter auf. Die KPD/ML hat einen Mann im Werk, konnte nichts organisieren, produzierte aber reichlich Flugblätter. Die andere 'Partei der Arbeiterklasse' (KPD,d.Vf.) tauchte nicht auf. Unsere Zelle hat zwar eine wichtige Initiativrolle spielen können beim Auslösen des Streiks, war aber viel zu schwach, um den Streik organisieren zu können. Das aber wäre notwendig gewesen in einer Situation, wo der Vertrauenskörper insgesamt auf legalistischen Positionen beharrte, die darauf hinausliefen, als IGM-Gremium dürfe er den Streik nicht organisieren, sonst würde wegen Verletzung des Tariffriedens die IGM regreßpflichtig gemacht."

Laut Kommunistische Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach die den obigen Text gekürzt und geringfügig geändert verbreitet (vgl. 11.7.1973), handelt es sich dabei um einen Bericht der Betriebszelle Klöckner des KBW.

Nach einem späteren Bericht (vgl. 26.3.1975) des KBW wird der Betriebsratsvorsitzende Röpke (DKP) nach dem Streik gekündigt (vgl. Nov. 1973).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975; Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973, S. 4;Arbeiter-Zeitung Extra,o.O. (Frankfurt) 11.7.1973,S.2;KBW-ZK-StA:Rundbrief,Mannheim 2.7.1973,S.1f

27.06.1973:
An diesem Tag erscheint eine zweiseitige Ausgabe von 'Die Rote Front aktuell' – Aktuelle Information für die Hoesch-Kollegen (vgl. 20.6.1973, 9.7.1973):"
'BREMEN: KLÖCKNER - KOLLEGEN IM STREIK!
60 PFG. MEHR FÜR ALLE!"

Die Kollegen der Klöckner Hütte in Bremen haben auf die ständigen Preissteigerungen, die Lohnraubabschlüsse, die Hinhaltemanöver von Kapitalisten und Gewerkschaftsspitze jetzt die einzige mögliche Antwort gegeben: Sie STREIKEN für 60 Pfg. mehr für alle.
Schon seit einiger Zeit besteht nach den Lohnraubabschlüssen unter den Klöckner-Kollegen - wie bei allen Stahlarbeitern - die Forderung nach innerbetrieblichen Zulagen, um die Folgen der Inflation und der ständigen Preissteigerungen, die laufende Senkung des Reallohnniveaus abzuwehren. Bei den Klöckner-Kapitalisten wurden wie im ganzen Stahlsektor die Auftragsbücher dicker und dicker, während die Kollegen sich für die 'Stabilität' der Profite den Gürtel enger schnallen sollen.
Nach einer Abstimmung im Betriebsrat (für 30 Pfg. 11 Stimmen gegen 10 für 60 Pfg.) nahm der Betriebsrat die Verhandlung für 30 Pfg. mit der Geschäftsleitung auf.
Obwohl der Betriebsrat schon für eine Forderung eintrat, die von einem großen Teil der Kollegen nur als schlechter Kompromiß eingestuft wurde, scheiterten die Verhandlungen. Darauf fand am Dienstag voriger Woche eine Belegschaftsversammlung statt, wo vor allem Kollegen aus dem Kaltwalzwerk versuchten, wieder über die 60 Pfg.-Forderung zu diskutieren und wo schließlich verlangt wurde, darüber abzustimmen. Vor allem der Betriebsratsvorsitzende Heinz Röpke (DKP) versuchte, diesen Vorschlag niederzubrüllen und konnte so am Schluß auch gegen die Mehrzahl der Kollegen eine Abstimmung verhindern. Die Kollegen gaben sich natürlich nicht geschlagen; denn damit hätten die Klöckner-Kapitalisten natürlich genau das erreicht, was sie wollten: Keinen Pfennig für die Kollegen und außerdem noch ungestörte Produktion!
Denn das fürchten die Stahlkapitalisten jetzt am meisten: daß ihnen dicke Aufträge durch die Lappen gehen.
Angespornt durch den Streik der Kollegen von der Bremer-Vulkan-Werft (für 70 DM mehr für alle!) und deren Aufruf zur Solidarität, der auf der Belegschaftsversammlung verlesen wurde, führten die Kollegen im Kaltwalzwerk am Donnerstagabend einen 3-stündigen Warnstreik durch.
Außerdem demonstrierten die Kollegen durch die verschiedenen Abteilungen der Hütte, aber die Demonstration hatte noch keinen Erfolg, weil sich die anderen nicht anschlossen.

Vorgestern aber lief das Faß endgültig über: Der Vorschlag für ein neues Lohnrahmentarifabkommen. Darin sind Lohnerhöhungen zwischen 3 und 44 Pfg. vorgesehen. Die 44 Pfg. gibt es allerdings nur für ungefähr 30 Mann in der höchsten Lohngruppe auf der ganzen Hütte. 2/3 der Kollegen sollen sich mit 3 Pfg. zufrieden geben.
Um 15. 30 Uhr zogen die Kollegen der Frühschicht vom LD-Werk zum Kaltwalzwerk, nach der Mittagspause streikte dann auch das Kaltwalzwerk und die Kollegen vom Hochofen schlossen sich an.
Unter den Parolen: 'Solange der Arsch…' und '60 Pfg. und nicht weniger' marschierten dann alle geschlossen zum Direktorium. Die Geschäftsleitung verlangte daraufhin mit dem Betriebsrat und 5 direkt gewählten Vertretern der streikenden Kollegen zu verhandeln. Die Kollegen lehnten das natürlich ab, da dadurch die Kapitalisten nur die aktivsten Kollegen im Streik herausbekommen wollte, um sie dann als Rädelsführer entlassen zu können.
Auch die folgenden Verhandlungen des Betriebsrates blieben ohne Erfolg.
Seit vorgestern abend 18. 45 Uhr steht die ganze Hütte still. Überall im Werk und vor den Toren stehen Schilder mit der Aufschrift: 'Dieser Betrieb wird bestreikt - 60 Pf.!'
Viele Kollegen reden wieder von '69 und meinen:
'Wenn die ein zweites '69 haben wollen, dann sollen sie es bekommen!' Auch die Frühschicht gestern hat weitergestreikt und seit gestern Mittag sind auch die Tore mit Streikposten besetzt.

STAHLKAPITALISTEN PLANEN GEMEINSAMES ABKOMMEN ÜBER KÄMPFENDE STAHLARBEITER!

Inzwischen ist ein Schreiben der Klöckner-Kapitalisten bekannt geworden, daß sich an die Stahlkapitalisten in der Bundesrepublik richtet. darin wird festgestellt, daß die Hütte samt Versand stilliegt und daß es jetzt darauf ankommt, daß die Stahlunternehmer den Klöckner-Kapitalisten Sach- und Lieferhilfe gewähren. Auf die Weise soll versucht werden, die Stoßkraft des Streikes zu unterlaufen. Die Kapitalisten versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, daß sich der Kampf der Klöckner-Kollegen zu einem Beispiel entwickelt, daß sie jetzt am empfindlichsten trifft. Denn überall in der Stahlindustrie fordern die Kollegen weitere Lohnerhöhungen, aber teilweise ist es den Kapitalisten noch gelungen der Kampfbereitschaft die Spitze abzubrechen. Und sie werden diese Versuche immer wieder unternehmen, wie jetzt mit der kümmerlichen innerbetrieblichen 'strukturellen' Lohnerhöhungen bei Hoesch. Die Klöckner-Kollegen haben jetzt gezeigt wie es allein geht um unsere Interessen durchzusetzen: Selbständiger Arbeitskampf für klare Forderungen!
60 Pfg. mehr für alle!
Nur auf dieser Grundlage läßt sich ein Erfolg erzielen; denn der STREIK trifft jetzt die Kapitalisten am Lebensnerv: an ihren ständig steigenden Profiten! Es geht jetzt darum, eine einheitliche Kampffront der Stahlarbeiter herzustellen, um die Versuche der Stahlkapitalisten zu verhindern, den Klöckner-Kollegen und damit dem Kampf aller Stahlarbeiter in den Rücken zu fallen.
SOLIDARITÄT MIT DEN KOLLEGEN DER KLÖCKNER-HÜTTE!
60 PFG. MEHR FÜR ALLE METALLER!
VORFRISTIGE KÜNDIGUNG DER TARIFVERTRÄGE!"
Q: Die Rote Front aktuell,Dortmund 27.6.1973

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28.06.1973:
Die 'Wir wollen alles' (WWA – vgl. 27.7.1973) berichtet, dass heute bei Klöckner Bremen (vgl. 25.6.1973) die Hälfte der Belegschaft die Arbeit wieder aufnimmt, nachdem eine Teuerungszulage (TZL) von 280 DM durchgesetzt werden konnte.
Q: Wir wollen alles Nr.6,Gaiganz 27.7.1973

28.06.1973:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben' Nr.16 (vgl. 7.6.1973) heraus. Berichtet wird auch über den Streik bei Klöckner Bremen.
Q: Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben Nr.16,Freiburg 28.6.1973,S.1f

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28.06.1973:
Bei Klöckner Bremen gibt die Zelle der KPD/ML ihren 'Angriff' Nr.8 (vgl. 25.6.1973) heraus.
Q: Roter Morgen Nr.26,Dortmund 7.7.1973, S. 3

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Juli 1973:
Die Nr.7 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Juni 1973, Aug. 1973) widmet sich wiederum der Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL). Auf Seite 1 erscheint der folgende Artikel:"
TROTZ KAPITALISTISCHEM TERROR: STREIKS FÜR TEUERUNGSZULAGEN. HEISSER SOMMER FÜR DIE BOSSE

Wie ein Lauffeuer breiten sich die Streiks um Teuerungszulagen aus. Kaum eine Stadt, in der sich die Kollegen nicht gegen die Profitexplosion und Preistreiberei zur Wehr setzt. Überall flammt Empörung auf: Jetzt ist unsere Geduld am Ende, Teuerungszulagen müssen her! Der Streikkampf bringt den Wunschtraum der Bosse, die Arbeiter für ihre imperialistischen Nachtträume bluten zu lassen, immer mehr ins Wanken. Wo entschlossen gekämpft wird, da müssen die Herren in der Chefetage klein beigeben. Viele der Streiks führten zu ersten Erfolgen. Doch die Bosse greifen auch zu allen möglichen Tricks mit Willkürmaßnahmen, um die Streikfront zu zerbrechen. Bei Klöckner in Bremen drohten sie mit Massenentlassungen."
Q: Rote Fahne Nr.7,Tübingen Juli 1973

Juli 1973:
Bei Siemens Berlin gibt die Jugendzelle des KJV der KPD ihre 'Kommunistische Jugendpresse' Nr.9 (vgl. Juni 1973) heraus, in der es u.a. heißt."
Die Kollegen von Klöckner und Vulkan Werft, Bremen, AEG Oldenburg und Landmaschinenfabrik John Deere (Mannheim,d.Vf.): weisen den weg: Den Kampf um höhere Löhne jetzt ohne und gegen die Gewerkschaftsführung aufnehmen."
Q: Kommunistische Jugendpresse - Siemens Nr.9,Berlin Juli 1973, S. 3

02.07.1973:
Bei Hoesch Dortmund erscheint die Nr.6 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM (vgl. 13.6.1973) vermutlich frühestens in dieser Woche. Der Artikel "Und nicht vergessen, weiter für die sofortige Kündigung der Lohnabbautarifverträge vom Januar" führt aus:"
ARBEITSKÄMPFE SOMMER 73: FÜR TEUERUNGSZULAGEN (TZL,d.Vf.)!
...
Klöckner in Bremen: Am 25. Juni traten 6 000 Kollegen in den Streik. Ihre Forderungen: 30 Pfennig pro Stunde mehr für die Arbeiter und 51 DM für die Angestellten. Die Reaktion der Unternehmer war in bezug auf Verhandlungen gleich Null, aber 2 'Rädelsführer' wurden entlassen und mehrere Drohungen ausgesprochen.

Die Unternehmer reagierten hart, denn sie wollten 'stabilitätsbewußt' sein, d.h. sie wollen sich ihre Profite nicht schmälern lassen. Die bürokratischen Kräfte in den Gewerkschaften unterstützten diese Haltung; denn sie wollen sich nicht die Lohnkämpfe aus der Hand nehmen lassen, da spontane Aktionen gegen ihr Machtinteresse verstoßen."
Q: Solidarität Nr.6,Dortmund o.J. (1973)

07.07.1973:
Es findet die zweite Sitzung des ZK des KBW (vgl. 16.6.1973, 15.9.1973) statt. In Beschlußanträgen des Ständigen Ausschusses heißt es u.a.:"
In Ausführung der Beschlüsse der Gründungskonferenz, die die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der Streikerfahrungen der einzelnen Betrieb festgestellt hat, beschließt das ZK die Herstellung und Veröffentlichung einer Broschüre, in der die Streiks bei Mecano Bundy, Harvester, John Deere, Vulkan, Klöckner (alle IGM-Bereich in Bremen, Heidelberg und Mannheim,d.Vf.) ausgewertet werden sollen. Die betreffenden Kollektive werden beauftragt bis spätestens Ende August ausführliche Berichte anzufertigen, die unabhängig von Charakter und Gliederung des Berichts folgende Informationen enthalten sollen: Charakterisierung des Betriebs, Organisationsgrad, Vorgeschichte des Streiks, Auslösung des Streiks, Verhalten des Betriebsrats und des VLK. Besonders sorgfältig soll das Vorgehen des örtlichen Gewerkschaftsapparats und der Geschäftsleitung untersucht werden. Nachgeschichte des Streiks. Auswirkungen auf die Belegschaft, Verschiebungen in BR und VLK. Politik der Zelle vor, während und nach dem Streik. Die Kollektive sollen sofort an die Ausarbeitung ihres Beitrags zur Broschüre gehen. Mit dem Vorwort zur Broschüre werden die Genossen B. und A. beauftragt. Das Vorwort wird vom Ständigen Ausschuß geprüft und verabschiedet. Der Ständige Ausschuß zeichnet für die Broschüre verantwortlich."
Q: KBW-ZK-StA:ZK-Sitzung vom 7.7.1973,o.O. o.J. (1973)

09.07.1973:
Vermutlich heute erscheint eine Ausgabe von 'Die Rote Front – aktuell' – Aktuelle Informationen für die Kumpel der Kokerei und der Zeche Hansa (vgl. 4.6.1973, 23.7.1973) in der es zur Bergbautarifrunde (BETR) u.a. heißt:"
FÜR LINEARE FORDERUNG - DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT!
...
Die Kollegen im Stahl- und Metallbereich haben uns ein praktisches Beispiel gegeben. Bei Klöckner in Bremen, Mecano in Heidelberg, AEG und John Deere in Mannheim und bei Hoesch in Dortmund haben die Kollegen gezeigt, wie es allein geht um unsere Interessen durchzusetzen. Sie führten den selbständigen Arbeitskampf für klare Forderungen z. B. 60 Pfennig für alle! Um diese Forderung scharte sich die einheitliche Front der Kollegen. Von diesem Beispiel der Metaller müssen die Kumpel lernen. Der jetzige und auch die spontanen Kämpfe werden nur erfolgreich sein, wenn lineare Forderungen zum Ziel gesetzt werden und die Kumpel nicht auf die Verhandlungstaktik der IGBE-Führer vertrauen und harren, sondern den Kampf selbständig unter Führung der klassenkämpferischen Betriebsräte und Vertrauensleute in die Hand nehmen.

GEGEN SPALTERISCHE PROZENTFORDERUNGEN - FÜR EINE AUSREICHENDE EINHEITLICHE LOHNERHÖHUNG IN MARK UND PFENNIG!"
Q: Die Rote Front aktuell Für lineare Forderung - die einheitliche Kampffront,Dortmund/Castrop-Rauxel o. J. (1973)

10.07.1973:
Die Gruppe Arbeiterstimme gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 8.5.1973, 22.9.1973) Nr.3 heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Arbeiterstimme Nr.3,Nürnberg 10.7.1973

11.07.1973:
Die Nr.1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), des Zentralorgans des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW), erscheint ab heute auf Juli datiert.

Eine Zusammenfassung der Kritiken aus den einzelnen Orten (vgl. auch dort) wird von einem Mitglied des Ständigen Ausschuß (StA) am 12.9.1973 für das ZK des KBW (vgl. auch dort) erstellt, in der es u.a. heißt:"
DIE KRITIK AN DER KVZ NR.1

Nicht von allen Ortsgruppen sind Kritiken eingegangen. Aus Göttingen erreichte uns nur die selbständig abgesandte Kritik einer einzelnen Zelle. Stellungnahmen aus Heidelberg und Mannheim liegen mir überhaupt nicht vor. Aus Bremen wurden zwar die Kritiken von Zellen geschickt, eine Stellungnahme der Leitung dazu und zur Zeitung wurde nicht abgegeben.

Was den allgemeinen Charakter der Zeitung angeht, so laufen die Stellungnahmen darauf hinaus, daß es noch nicht gelungen sei, eine sich an die Massen wendende politische Zeitung zu machen. Das wird dargelegt am Erscheinungsbild ('zu wenig einprägsam'), an der Artikellänge (zu lang) und an der Gewichtung der Artikel. Insbesondere wird kritisiert, daß der Breschnew-Nixon-Artikel auf die erste Seite gekommen ist. Gleichzeitig wird bemängelt, daß eine Tendenz vorgeherrscht habe, bloß zu berichten (insbesondere am Fluglotsen-Artikel, aber auch am Steiner-Wienand- und am Watergate-Artikel). darüber würde die Propagierung der sozialistischen Alternative und die 'Anleitung in Fragen des kommunistischen Standpunktes und des Eingreifens und der Aufgabe von Kommunisten' vernachlässigt (Klöckner VZ Bremen).
...
Auf breite Kritik stößt die Streikberichterstattung, insbesondere der Artikel zum Klöckner-Streik. Hier wird bemängelt, daß er sich völlig auf die Beschreibung einer verworrenen Situation beschränke, ohne daß versucht worden wäre, zumindest eine Einschätzung der taktischen Situation zu geben, eine Erörterung der Fehler zu leisten, die Rolle der Kommunisten im Betrieb zu untersuchen usw.
...
Was das Erscheinungsbild der Zeitung angeht, so hat es sich mit der 2. Nummer wesentlich geändert. Artikel aber, die ohne großen Kommentar über Vorgänge bloß berichten, ohne jeweils eine 'Anleitung in Fragen des kommunistischen Standpunktes und des Eingreifens der Kommunisten' (Klöckner VZ Bremen) zu geben, solche Artikel finden sich auch in der 2. Nummer und sind nötig, wenn die Zeitung nicht aus lauter langen Bandwurmartikeln bestehen soll. Allerdings werden wir uns bemühen, die jeweiligen Vorgänge so darzustellen, daß sie für sich sprechen.
...
5. Auf breite Kritik ist die Streikberichterstattung gestoßen, insbesondere der Bericht über den Klöckner-Streik. Hier wird bemängelt, daß er sich auf die Beschreibung einer verworrenen Situation beschränke, ohne daß versucht worden wäre, eine Einschätzung der taktischen Situation zu geben, eine Erörterung der Fehler zu leisten, die Rolle der Kommunisten im Betrieb zu untersuchen. - Diese Kritik kann auch gegen Streikberichte in der KVZ Nr.2 noch erhoben werden und deckt eine tatsächliche Schwäche auf, die wir dringend überwinden müssen. Dennoch erscheint uns die Veröffentlichung von Berichten auch dann richtig zu sein, wenn sie lediglich eine Chronologie der Ereignisse geben. Wir brauchen viel Material, um ein höheres taktisches Niveau in den Kämpfen auszubilden. In den nächsten Nummern der KVZ soll die Auseinandersetzung um die Fragen der Kampfführung verstärkt geführt werden."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973;
KBW-StA-1 Mitglied:Die Kritik an der KVZ Nr.1,o.O. 12.9.1973

11.07.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach gibt zum letzten Mal ihre 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. Mai 1973) heraus. Im Leitartikel wird u.a. ausgeführt:"
AUS DEN STREIKBEWEGUNGEN LERNEN!
NIEDERLAGEN IN SIEGE VERWANDELN!

Eine Welle von heftigen Arbeitskämpfen geht durch die Betriebe in Westdeutschland. Hoesch, Mannesmann, John Deere, Vulkan, Karmann, AEG und Klöckner - diese Namen stehen jeweils für kraftvolle Streikaktionen tausender Kollegen, die auch von der Unternehmerpresse nicht totgeschwiegen werden konnten. Neben diesen großen, oft eine Woche oder länger dauernden Kämpfen fanden hunderte kleinerer Streiks statt, oder wurde auf andere Weise Lohnforderungen Nachdruck verliehen."

Der zweite Artikel berichtet über:"
DIE ZERSCHLAGUNG DES KLÖCKNER-STREIKS

Der Streik bei Klöckner in Bremen ist eines der wichtigsten Beispiele der letzten Zeit, aus welchem unbedingt die Lehren gezogen werden müssen. Unsere Genossen vom KOMMUNISTISCHEN BUND WESTDEUTSCHLAND, die bei Klöckner in einer kommunistischen Betriebszelle organisiert sind, schrieben uns bereits letzte Woche in einem kurzen Bericht ... (vgl. Bremen - 25.6.1973,d.Vf.)

Ein noch genauerer Bericht sowie praktische Schlußfolgerungen aus den Kampferfahrungen der Klöckner-Kollegen finden sich in der KOMMUNISTISCHEN VOLKSZEITUNG."
Q: Arbeiter-Zeitung Extra,o.O. (Frankfurt) 11.7.1973

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 verkauft die Klöckner Zelle des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW bis zum 25.7.1973 keine Exemplare:"
Noch keinerlei Verkauf, da fast alle Genossen im Urlaub. Die Bezirksleitung erfuhr davon nichts, sodaß erst jetzt ein Not-Trupp zusammengestellt wird."
Q: KBW-OG Bremen:Statistik zum Verkauf der KVZ Nr.1,Bremen 25.7.1973

21.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.28 (vgl. 21.7.1973, 28.7.1973) heraus mit dem Leitartikel "Brecht den Tariffrieden - Kampf dem reaktionären DGB-Apparat!

Ob bei Klöckner oder Vulkan in Bremen, ob in kleineren Betrieben wie Bänninger in Gießen - überall hat die Verschlechterung der Lebenslage den Haß auf die Kapitalisten, die Bereitschaft zum Kampf verstärkt".
Q: Roter Morgen Nr.28,Dortmund 21.7.1973, S. 1

26.07.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.9 seines 'Metallarbeiters' heraus. Berichtet wird u.a. über Klöckner Bremen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.9,Hamburg 26.7.1973, S. 4

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22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.34,Dortmund 22.8.1973

September 1973:
Die Aktionsgruppe Demokratischer Lehrer (ADL) Bremen gibt ihr 'ADL-Info' Nr.5 (vgl. Apr. 1973) heraus. Ein Artikel berichtet über "Die selbständigen Streiks der westdeutschen Arbeiter", wobei u.a. genauer auf Klöckner Bremen eingegangen wird.
Q: ADL-Info Nr.5,Bremen Sept. 1973,S.8ff

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03.09.1973:
In Flensburg bringt der KB die Nr.25 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 4.7.1973, 18.9.1973) heraus, der sich u.a. mit Klöckner Bremen befaßt.
Q: Der Metallarbeiter Nr.25,Flensburg 3.9.1973, S. 4

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12.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.2 verkauft der Bezirk Mitte der OG Bremen des KBW bei Klöckner 17 Exemplare.
Q: KBW-OG Bremen:KVZ-Statistik Bremen/Delmenhorst,Bremen o.J. (1973)

15.09.1973:
Es beginnt die zweitägige 3. Sitzung des ZK des KBW (vgl. 7.7.1973, 13.10.1973). Vorgelegt wird auch ein Bericht des Sekretärs des Ständigen Ausschusses (StA):"
TOP 1: ÜBERPRÜFUNG DER BESCHLÜSSE
...
Beschluß zur Streikbroschüre:
Die beauftragten Zellen haben bis jetzt mit Ausnahme der Zelle bei Mecano in Heidelberg nichts von sich hören lassen. Dies ist ziemlich schlimm, weil zwischen dem Auftrag und dem heutigen Tag immerhin über zwei Monate verflossen sind und die Ortsleitungen mehrmals aufgefordert wurden, dafür zu sorgen, daß die Berichte am 1.9. vorliegen. Offensichtlich haben die Genossen die Bedeutung einer baldigen und möglichst vollständigen Auswertung der Streikerfahrungen der einzelnen Betriebe vor der ganzen Arbeiterklasse noch nicht ganz begriffen. Inzwischen kann die Broschüre natürlich nicht mehr in der ursprünglich geplanten Form veröffentlicht werden. Falls die beauftragten Zellen uns ihre Berichte noch zuschicken, werden wir die Broschüre durch Berichte über die späteren Streiks ergänzen. Die Herausgabe einer entsprechenden Broschüre ist dringlicher denn je. Außerdem müssen die Zellen unbedingt sich daran gewöhnen, ihre Pflichten gegenüber der Organisation und der ganzen Arbeiterklasse sorgfältig zu erfüllen."

Im Protokoll heißt es u.a.:"
H.: Falsche Vorstellung, man könne über die gewerkschaftlichen Kämpfe die Zersplitterung überwinden. Wir haben Möglichkeit durch POLITISCHE Anleitung Zersplitterung zu überwinden. Wie wurde in den streikenden Betrieben von uns eingegriffen? In Berichten an Redaktion beschränkt sich das darauf, was man so geschrieben hat. Wichtig wäre zu wissen: ob man als SPRECHER eingegriffen hat. Vermutung: Man hat nicht in der Weise eingegriffen.
...
G.: Was bedeutet Zersplitterung? Daß zu verschiedenem Zeitpunkt, an verschiedenen Orten mit verschiedenen Zielen gestreikt wird. Die Bewegung im Augenblick weniger zersplittert wie vorher, in Bezug auf Gebiet, Zeitpunkt und Losung. Man kann von StreikBEWEGUNG sprechen deshalb. Gewisse Einheitlichkeit im Ruhrgebiet, bis sie von den Kapitalisten zerschlagen wurde.

In dem Maße, wie Streikbewegung sich vereinheitlichte, trat sie gegen die Klasse der Kapitalisten an. Kommunisten hätten das aufgreifen müssen. Objektive Möglichkeit der Vereinheitlichung in Auguststreiks größer. Rundbrief kommentiert nur, interpretiert falsch (ökonomistisch).

Es gibt in der Organisation falschen Begriff von Zersplitterung, ähnlich KB Nord. Die sagen, Kommunisten hätten die Zersplitterung erst hervorgebracht, in dem sie zu Streiks aufgerufen hätten.

Massenstreiks zeichnen sich dadurch aus, daß immer zunächst einzelne anfangen.

BESCHREIBUNG Massenstreikbewegung von Rosa Luxemburg ist richtig.

Wir hätten rausarbeiten müssen den Zusammenhang der Streiks und politische Bedeutung. Wir haben die Reife unterschätzt, wir sind der Arbeiterbewegung hinterhergelaufen.

Wir sind vom Herbst als Jahreszeit ausgegangen, nicht von Bedingungen der Arbeiterklasse, dann hätten wir die Zeitung anders geplant.

Ein Komplex (Zersplitterung) kann zu KB Nord-Position führen. Kehrseite davon die AO-Position (KPD,d.Vf.): Streik das Werk einer kleinen Anzahl Leute.

Verhältnis Spontaneität und Bewußtheit nicht richtig.
1. Spontane Kämpfe drängen Klasse gegen Klasse.
2. Kommunisten mehr Möglichkeiten als 1969 das aufzuzeigen.

Die augenblickliche Überschätzung führt zur Entschuldigung des Fehlers, den die Leitung gemacht hat. Korrektur unseres Fehlers muß dahin gehen mehr OG aufzubauen.

Der zweite schwere Fehler: wir sind nicht gegen selbständige Streiks, wir verbinden sie, das ist eine falsche Gewichtung. Politisch die Funktion der selbständigen Streiks unterschätzt. Arbeiterklasse heute anders, selbstbewußter, politischer als vor zwei Jahren. Heute werden Niederlagen von der Klasse auch nicht so tragisch genommen. Teuerungszulage war der Hebel der Spaltung für die Bourgeoisie. Unsere Fehler sind ökonomistische Fehler. Wenn der Staat eingreift um Streiks niederzuschlagen und in unserem Rundbrief nichts dazu auftaucht, ist das ökonomistisch.

F.: Was G. sagt ist richtig.
zu H.: Vulkan, Klöckner, Nordmende, AG-Weser (alle Bremen,d.Vf.) - in allen Streiks haben Zellen einen wesentlichen Anteil gehabt. ... Klöckner: Vorher Tarifstreiks, wir beteiligt. Als alle streiken: VLK legalistisch, Streik nicht mehr organisiert. Unser Genosse vor Belegschaft. Zweiter Genosse gekündigt. Keine Kraft, die Kündigung zurückzunehmen. Drei BR jetzt gekündigt, DKP versucht juristisch, innerhalb der Belegschaft verbindet sich das."
Q: KBW-N.N. (StA-Sekretär):Überprüfung der Beschlüsse,o.O. o.J. (Sept. 1973);
KBW-ZK-N.N.:ZK-Sitzung 15.Sept.,o.O. o.J. (Sept. 1973)

26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.3 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW bei Klöckner 15 Exemplare.
Q: KBW-OG Bremen:Verkaufsstatistik der Ortsgruppe Bremen von KVZ Nr.3,Bremen o.J. (1973)

26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.3 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW 29 Exemplare an Bekannte.
Q: KBW-OG Bremen:Verkaufsstatistik der Ortsgruppe Bremen von KVZ Nr.3,Bremen o.J. (1973)

27.09.1973:
Der Ständige Ausschuß (StA) des ZK des KBW richtet einen Rundbrief "An die Ortsgruppen, den befreundeten Organisationen zur Kenntnisnahme" (vgl. 19.9.1973, 16.10.1973), in dem er u.a. ausführt:"
ZEITUNG

30 000 Exemplare der zweiten Nummer (KVZ - vgl. 12.9.1973,d.Vf.) sind im wesentlichen verkauft worden. Leider kommen von einigen Gruppen unerwartet Remittenden. Dennoch hoffen wir, daß die 32 000 Exemplare der Nummer 3 voll verkauft werden, wenn die Ortsgruppen ihre bisherigen Anstrengungen fortsetzen und dort, wo dies möglich ist, erhöhen. In der nächsten Ausgabe wird ein Artikel erscheinen, der die Erfahrungen mit den ersten drei Nummern auswertet, sowohl was Inhalt und Form der Zeitung betrifft, als auch was ihren Verkauf betrifft. Was die Korrespondenzen betrifft, so haben manche Ortsgruppen und Zellen die Bedeutung der Korrespondenzen offensichtlich noch nicht begriffen. Ausgesprochen wichtige Ereignisse, wie z.B. die Röpcke-Kündigung bei Klöckner (IGM-Bereich in Bremen,d.Vf.) werden nicht rechtzeitig zu Korrespondenzen verarbeitet und der Redaktion zugesandt. Hier muß unbedingt mehr Initiative entwickelt werden, damit die Zeitung nicht nur über die ganze Bundesrepublik berichtet, sondern AUS der ganzen Bundesrepublik. Nur dann wird sie immer lebendiger werden und eine wirkliche Waffe im Klassenkampf und in den Volkskämpfen. Tut alles um die Zeitung zu verbessern, tut alles um die Zeitung zu verbreiten!"
Q: KBW-ZK-StA:Rundbrief,Mannheim 27.9.1973

Oktober 1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.8 (vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.8,Mainz Okt. 1973

Oktober 1973:
Die Nr.10 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) beschäftigt sich erneut mit der Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL), u.a. in Bremen bei Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.10,Tübingen Okt. 1973

01.10.1973:
In München will das Komitee Kampf der Inflation eine Veranstaltung "Kampf der Inflation - für Teuerungszulagen" im Schwabinger Bräu durchführen, zu der auch der AB mobilisiert. Teilnehmen sollen u.a. Kollegen von Klöckner Bremen.
Q: Der Motor Nr.10,München Sept. 1973;
Zündfunke Nr.21,München o.J. (Sept. 1973)

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW bei Klöckner 15 Exemplare.
Q: KBW-OG Bremen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.4,Bremen o.J. (1973)

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW 29 Exemplare an Genossen und Sympathisanten.
Q: KBW-OG Bremen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.4,Bremen o.J. (1973)

13.10.1973:
Es beginnt die zweitägige 4.Sitzung des ZK des KBW (vgl. 15.9.1973, 10.11.1973). Vom Verlauf der Sitzung lag uns das handschriftliche Protokoll vor, in dem es u.a. heißt:"
Streikbroschüre:
Nach wie vor Misere. Vulkan, Klöckner (beide IGM-Bereich in Bremen,d.Vf.) fehlt. Laut B. sind Berichte losgeschickt und lang auf Tonband, Harvester (IGM-Bereich in Heidelberg,d.Vf.) gibt es noch nicht. Streikbroschüre noch auf dem gleichen Stand.

Z.: Verschlampen der Broschüre ist Ausdruck von nach wie vor existierenden Mängeln in der Organisation; Zellen noch nicht selbständig handelnde Organe der Organisation."
Q: KBW-ZK-N.N.:Protokoll vom 13.10.1973,o.O. o.J. (1973)

15.10.1973:
Die KPD/ML (vgl. 27.10.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Bremen von der Solidarisierung der KPD/ML Zelle Klöckner mit dem bei Thyssen Duisburg entlassenen G. Wagner (vgl. 1.10.1973).
Q: Roter Morgen Nr.42,Dortmund 27.10.1973, S. 4

22.10.1973:
Die Kommunistische Studentenorganisation (KSO) Bremen des KSV der KPD führt vermutlich in dieser Woche eine Kundgebung mit 250 Personen zur Solidarität mit Baha Targün (Ford Köln) durch. Agitiert wird u.a. bei Klöckner und im Hafen.
Q: Rote Fahne Nr.44,Dortmund 31.10.1973

22.10.1973:
Die Nr.8 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM erscheint bei Stahlbetrieben in Bochum, Dortmund und Hagen (vgl. 24.9.1973, 2.11.1973) mit dem Leitartikel "Bei den spontanen Streiks: Polizeieinsätze gegen streikende Arbeiter. Provokation der Arbeiterklasse!", in dem u.a. ausgeführt wird:"
Über den bedeutenden Erfolgen, die in diesem Sommer errungen wurden, dürfen aber nicht die bitteren Niederlagen vergessen werden, z.B. Klöckner, Bremen und John Deere-Lanz, Mannheim (in Baden-Württemberg,d.Vf.). Diese Niederlagen waren dadurch bedingt, daß alle Streiks einzeln ausbrachen und jede Belegschaft auf sich allein gestellt war, und weil es versäumt wurde, die Macht der Arbeiterschaft zu organisieren und Organe der Streikenden zu errichten. So erst wäre die Schlagkraft von vielen Arbeitern wirkungsvoll geworden. In den zukünftigen Arbeitskämpfen müssen Formen der Selbstorganisierung der Arbeiter entwickelt werden."
Q: Solidarität Nr.8,Dortmund 22.10.1973

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW bei Klöckner 14 Exemplare.
Q: KBW-OG Bremen:Statistik vom KVZ-Verkauf Nr.5,Bremen o.J. (Nov. 1973)

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW 28 Exemplare an Genossen und Bekannte.
Q: KBW-OG Bremen:Statistik vom KVZ-Verkauf Nr.5,Bremen o.J. (Nov. 1973)

November 1973:
Die SAG (vgl. Dez. 1973) berichtet vermutlich aus dem November von Klöckner Bremen, wo sich der Betriebsrat (8 DKP, 8 SPD, 13 Parteilose) gegen die Entlassung von Röpke ausgesprochen habe.
Laut KBW (vgl. 27.3.1973) wurde Röpke nach dem Streik im Juni 1973 gekündigt (vgl. 27.6.1973, Nov. 1974).
Q: Klassenkampf Nr.30,Frankfurt Dez. 1973;
Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW bei Klöckner 3 Exemplare.
Q: KBW-OG Bremen:Statistik über den Verkauf der KVZ Nr.6,Bremen o.J. (1973)

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die Verteilerzelle Klöckner des Bezirks Mitte der OG Bremen des KBW 38 Exemplare an Genossen, Bekannte und Sympathisanten.
Q: KBW-OG Bremen:Statistik über den Verkauf der KVZ Nr.6,Bremen o.J. (1973)

Dezember 1973:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.30 (vgl. Nov. 1973, Feb. 1974) heraus. Man befaßt sich u.a. mit der IGM bei Klöckner Bremen.
Q: Klassenkampf Nr.30,Frankfurt Dez. 1973

22.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.50 (vgl. 15.12.1973, 29.12.1973) heraus. Aus Bremen wird berichtet von der MTR bzw. STR über die "Betriebsversammlung, Klöckner Bremen: Die Halle war voll wie selten. Der reaktionäre Betriebsrat Kintrupp kommt überhaupt nicht mehr zu Wort. Um die Kollegen zu beschwichtigen, muß der D'K'P-Betriebsrat Röpke herhalten, dessen ebenfalls angeknackstes vertrauen bei den Kollegen durch eine Entlassung vor einiger Zeit wieder aufgefrischt werden mußte. In der gesamten Diskussion wird sorgfältig vermieden, daß das Gespräch auf die Tarifrunde kommt. Die Forderung des V-Leute-Körpers nach 16% und 200 DM mehr für die Lehrlinge kommt überhaupt nicht zur Sprache. Am besten kam der Beitrag eines Kollegen an, der klar betonte, daß gerade angesichts der drohenden Krise gekämpft werden muß. 'Bange machen gilt nicht! Dabei ist es falsch zu sagen, Politik gehört nicht in den Betrieb - aber Politik im Interesse der Arbeiter muß es sein!'"
Q: Roter Morgen Nr.50,Dortmund 22.12.1973, S. 3

17.01.1974:
Bei Klöckner Bremen gibt die KPD/ML ihren 'Angriff' heraus.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

26.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.4 (vgl. 19.1.1974, 2.2.1974) heraus. Aus Bremen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Klöckner:"
Erfolg bei Klöckner

Auf der Betriebsversammlung bei Klöckner in Bremen Anfang Dezember letzten Jahres ging ein jüngerer Kollege nach vorn und stellte gegen das 'Wir sitzen alle in einem Boot'-Gerede der Kapitalisten und die Demagogie der D'K'P-Revisionisten einige Forderungen der Kollegen klar. Unter anderem sagte der Kollege: 'Arbeitsdirektor Sporbeck empfiehlt uns angesichts der 'Ölkrise' mehr mit den Werksbussen zu fahren. Das empfehlen wir ihm auch, denn dann würde er sehen, wie voll die sind, das man kaum noch stehen kann. Wir brauchen mehr Werksbusse! Außerdem stellte der Kollege klar, daß die Kollegen nicht daran denken, an den Feiertagen bis in die Nacht zu arbeiten'.

Das mutige Auftreten des Kollegen und die starke Unterstützung durch den Beifall der Kollegen brachte Erfolg: Auf den überfüllten Werksbuslinien fahren jetzt morgens 2 Busse und zur Spätschicht Gelenkbusse statt der einfachen. Und Silvester 'durften' alle schon um 17.30 Uhr nach Hause gehen statt wie noch auf der Betriebsversammlung angekündigt um 22.00 Uhr. alle Kollegen haben verstanden, wo diese Änderungen herrühren. Die nächste Betriebsversammlung bei Klöckner wird bestimmt noch kämpferischer."
Q: Roter Morgen Nr.4,Dortmund 26.1.1974, S. 3

28.01.1974:
Vermutlich in dieser Woche erscheint die Nr. 25 der 'Sozialistischen Arbeiterpolitik' (SAP – vgl. Okt. 1973, 25.2.1974) – Organ für Arbeiterpolitik in der SPD. Für SPD-Alleinregierung für Jan./Feb 1974. Manfred Lang berichtet u.a. von Klöckner Bremen.
Q: Sozialistische Arbeiterpolitik Nr.25,Bochum Jan./Feb. 1974

07.02.1974:
Der KB in Kiel gibt vermutlich Mitte dieser Woche die Nr.1 des zweiten Jahrganges seines 'Metallers' (vgl. Jan. 1974, 11.2.1974) heraus. Zur Metalltarifrunde (MTR) heißt es: "Tarifrunde politisch begreifen!", wobei auch eingegangen wird auf Klöckner Bremen.
Q: Metaller Nr.1,Kiel Feb. 1974,S.3f

13.02.1974:
In der Nr.7 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 19.12.1973, 9.1.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Bremen, dieser berichtet u.a. von Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.7,Dortmund 13.2.1974

20.02.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 6.2.1974, 6.3.1974) Nr.4 heraus. Aus Bremen kommen Spenden u.a. von den Verteilern vor Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.4,Mannheim 20.2.1974

25.02.1974:
In Bremen kommt es, laut KPD, vermutlich in dieser Woche zum Streik bei Klöckner, in den auch der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Bremen der KPD eingreift.
Q: Rote Fahne Nr.10,Dortmund 6.3.1974

01.06.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.22 (vgl. 25.5.1974, 8.6.1974) heraus. Aus Bremen wird in "Stahlindustrie: Krisenzeichen in den Kaltwalzwerken" berichtet von Klöckner aus dem Kaltwalzwerk sowie aus dem Warmwalzwerk 2 aus der Direktversandhalle.
Q: Roter Morgen Nr.22,Dortmund 1.6.1974. S. 3

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27.07.1974:
In Bremen führt die KPD Ende Juli, also vermutlich an diesem Wochenende ihre erste Mitgliederversammlung (MV) durch, auf der eine erste Ortsleitung (OL) gewählt wird.
Die KPD interessiert sich in Bremen vor allem für den Hafen, die Werften AG Weser (AGW) und Bremer Vulkan (BV), wo sie eine Betriebszelle hat, für das Stahlwerk Klöckner und für die Metallindustrie, wie Krupp-Atlas, Nordmende und Hanomag.
Stützen kann die KPD sich auf den KSV, der bereits seit über einem Jahr in Bremen arbeitet, sowie auf die Kampfkomitees im Ostertor und in Huchting, wo jüngst auch ein Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) gebildet wurde (vgl. 15.7.1974).
Q: Rote Fahne Nr.34,Dortmund 21.8.1974

31.07.1974:
In der Nr.31 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.7.1974, 7.8.1974) berichtet die KPD u.a. aus Bremen wird berichtet von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) im IGM-Bereich beim Bremer Vulkan und bei Klöckner. Mit der Stahltarifrunde (STR) befaßt sich u.a. die Ortsleitung (OL).
Q: Rote Fahne Nr.31,Dortmund 31.7.1974

07.08.1974:
In der Nr.32 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.7.1974, 14.8.1974) berichtet die KPD aus Bremen von Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.32,Dortmund 7.8.1974

04.09.1974:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.18 (vgl. 21.8.1974, 18.9.1974) heraus. Die Zelle Klöckner Bremen berichtet in "Der bisherige Verlauf der Stahltarifrunde" von der STR.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.18,Mannheim 4.9.1974, S. 5

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08.09.1974:
Die KPD führt eine Konferenz oppositioneller Gewerkschafter der Eisen- und Stahlindustrie in Duisburg in NRW durch. Anwesend sind u.a. Beschäftigte von Klöckner Bremen, Mannesmann (MM), Hoesch und Thyssen.
Q: Rote Fahne Nr.35 und 37,Dortmund 28.8.1974 bzw. 11.9.1974

November 1974:
Die Zelle Klöckner Bremen des KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet, daß der Betriebsratsvorsitzende Röpke (DKP) vom Betriebsrat, in dem ehemals linke SPD, rechte SPD, 2 DKPler und der Arbeitsdirektor säßen, zum Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen gezwungen worden sei (vgl. Nov. 1973, 6.3.1975).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975

27.11.1974:
In Bremen besuchen, laut KAJB des KBW (vgl. 12.12.1974), heute ca. 120 Jugendliche, u.a. von der AG Weser und vom Bremer Vulkan sowie von der Jugendvertretung Klöckner die Veranstaltung des IGM-OJA zur Stufenausbildung.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.28,Mannheim 12.12.1974, S. 7

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05.12.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 28.11.1974, 12.12.1974) Nr.27 heraus. Für die ZANU Zimbabwe wurde gespendet u.a. in Bremen durch den KAJB bei Klöckner. Aus Bremen wird berichtet durch die Betriebszelle Klöckner über "Unfälle bei Klöckner".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.27,Mannheim 5.12.1974, S. 4

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13.01.1975:
Der KBW (vgl. 23.1.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche in einem Artikel "Klöckner-Hütte Bremen: Der Wahlkampf zu den Betriebsratswahlen ist in vollem Gange. Die Betriebszelle des KBW untersucht die Entwicklung der Klassenkämpfe und der Kräfteverhältnisse auf der Hütte" von den BRW (vgl. 6.3.1975) u.a.:"
Im Interesse der Belegschaft ist es, wenn der neue Betriebsrat auf einer IGM-Einheitsliste zustande kommt und die Kandidaten aus der alphabetischen Reihenfolge ausgewählt werden können." Die KPD/ML wird wegen ihrer Bemühungen, eine eigene Liste aufzustellen, kritisiert.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 23.1.1975

Februar 1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.44 (vgl. Jan. 1975, März 1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Klöckner.
Q: Klassenkampf Nr.44,Frankfurt Feb. 1975

Februar 1975:
Die Zelle Klöckner Bremen des KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet vermutlich aus dem Februar, daß sie sich in ihrem 'Zunderbrecher' (vgl. **.*.197*, **.*.1975) für inhaltliche Forderungen bei den Betriebsratswahlen (BRW - vgl. 6.3.1975) eingesetzt habe.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975

20.02.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.7 (vgl. 13.2.1975, 27.2.1975) heraus.
Aus Bremen wird u.a. berichtet durch die Zelle Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.7,Mannheim 20.2.1975

06.03.1975:
Die Zelle Klöckner Bremen des KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet von den heute endenden dreitägigen Betriebsratswahlen (BRW) bei Klöckner Bremen, daß die Liste 3 bei den Arbeitern mit 2 006 Stimmen 14 von 24 Sitzen erobern konnte, so daß sie im Bündnis mit zwei Angestellten die Mehrheit im 31köpfigen Betriebsrat innehat.

Die Bildung der Liste 3 rührte aus der Ablehnung des erzwungenen Rücktritts des Betriebsratsvorsitzende Röpke (DKP - vgl. Nov. 1973, Nov. 1974) mit der weder die anderen DKP-Betriebsräte noch die Mehrheit der DKP-Betriebsgruppe einverstanden gewesen sei. Danach habe eine breite Front von kommunistischen, sozialdemokratischen, DKP- und parteilosen Kollegen die Liste 3 gebildet, von deren 37 Kandidaten nur wenige DKPler seien.

Laut KG Bochum gab es bei den Arbeitern sechs IGM-Listen und eine des CMV. Die Liste 3 aus DKP, Gruppe Arbeiterpolitik und linken Sozialdemokraten habe über 50 % der Arbeiterstimmen erhalten.
Q: Bochumer Arbeiterzeitung Nr.11,Bochum Apr. 1975,S.9; Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975

24.03.1975:
Die Zelle Klöckner Bremen des KBW (vgl. 3.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche von einer Betriebsversammlung (BV), auf der der ex-Betriebsratsvorsitzende Röpke (DKP) gesagt habe, "daß es viel mehr bringen würde, wenn die Gewerkschaft ihre Kraft für die Verwirklichung der auf dieser Versammlung erhobenen Forderungen einsetzen würde, als die ganze Quaddelei um die Mitbestimmung".
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.13,Mannheim 3.4.1975

14.04.1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.15 (vgl. März 1975, 1.5.1975) heraus. Berichtet wird aus Bremen von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.15,Essen 14.4.1975

24.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.16 (vgl. 17.4.1975, 30.4.1975) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet durch die Zelle Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.16,Mannheim 24.4.1975

30.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.17 (vgl. 24.4.1975, 7.5.1975) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet durch die Zelle Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.17,Mannheim 30.4.1975

12.05.1975:
Der KBW (vgl. 22.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Bremen von einer Solidaritätsveranstaltung mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich), zu der einige Betriebsräte aus dem IGM-Bereich von Klöckner und Vulkan aufgerufen hatten.

Solidaritätsadressen werden verlesen von den Jusos der SPD und der Ortsgruppe des KBW.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.20,Mannheim 22.5.1975

12.05.1975:
Der KBW (vgl. 22.5.1975) berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche von Klöckner Bremen über den Betriebsrat (BR):
Die Kräfte um Röpke (DKP), die gegen die Kurzarbeit angegangen waren, hatten eine knappe Mehrheit. ...Die anderen politischen Kräfte, die vor einigen Jahren die Belegschaft in ihren Kämpfen geführt hatten, wie die DKP und die Gruppe 'Arbeiterpolitik' (ARPO,d.Vf.), wollen Posten im Betriebsrat, um stellvertretend für die Belegschaft etwas herauszuholen. Sie haben nur die Neuwahl des Betriebsrates im Auge und nicht die Aufgabe des Zusammenschlusses der Belegschaft."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.20,Mannheim 22.5.1975

26.05.1975:
Die Gruppe Arbeiterstimme gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 26.2.1975, 1.9.1975) Nr.2/3 heraus. Aus Bremen wird ua. berichtet von den Betriebsratswahlen (BRW) bei Klöckner.
Q: Arbeiterstimme Nr.2/3,Nürnberg 26.5.1975

29.05.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.21 (vgl. 22.5.1975, 5.6.1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975

12.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.23 (vgl. 5.6.1975, 19.6.1975) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet aus dem IGM-Bereich von Klöckner.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.23,Mannheim 12.6.1975

23.06.1975:
In Bremen wurde, laut KBW (vgl. 5.6.1975), bei Klöckner Kurzarbeit für das ganze Werk bis zum 5.7.1975 angekündigt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 5.6.1975, S. 5

08.07.1975:
In der Zeit bis zum 11.7.1975 finden auf der Klöckner-Hütte Bremen die Betriebsratswahlen (BRW) statt. Laut KB kommen "die drei zur Wahl angetretenen KBW-Genossen" nicht in den Betriebsrat. Sie erreichen zwischen 123 und 43 Stimmen. "Schließlich traten auch die Vaterlandsverteidiger der KPD/ML mit einer 5 Kandidaten umfassenden Wahlempfehlung auf ... Am Wahltag kamen sie dann auch nur unter ferner liefen." Sie erhalten mit zwischen 165 und 70 Stimmen ebenfalls keinen Sitz.
Q: Spartacus Nr.17,Essen 28.5.1975;
Arbeiterkampf Nr.64 und 65,Hamburg 22.7.1975 bzw. 19.8.1975,S.9 bzw. S.12ff

21.09.1975:
Der AB gibt die Nr.70 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 6.9.1975, 5.10.1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.70,München 21.9.1975

Oktober 1975:
Die Nr.11 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Juni 1975, Dez. 1975) erscheint. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Voran Nr.11,Köln Okt. 1975

19.10.1975:
Der AB gibt die Nr.72 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 5.10.1975, 2.11.1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.72,München 19.10.1975

02.11.1975:
Der AB gibt die Nr.73 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 19.10.1975, 16.11.1975) heraus. Die Kämpfende Jugend ruft zur Demonstration in Dortmund am 8.11.1975 gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf und geht auf die Lehrlinge bei Klöckner Bremen ein.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.73,München 2.11.1975

15.11.1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.51 (vgl. Nov. 1975, 15.12.1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Klassenkampf Nr.51,Frankfurt 15.11.1975

17.11.1975:
In Bremen gibt die KPD/ML bei Klöckner zusammen mit der RG ein Extra des 'Angriff' heraus, in dem sie sich u.a. mit dem KBW befaßt.
Q: Roter Morgen Nr.48,Dortmund 29.11.1975

29.11.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.48 (vgl. 22.11.1975, 6.12.1975) heraus. Aus Bremen wird berichtet von der Stahltarifrunde (STR) der IGM bei Klöckner über Arbeiter, Angestellte sowie Lehrlinge und über ein Extra des eigenen 'Angriff' (vgl. 17.11.1973).
Q: Roter Morgen Nr.48,Dortmund 29.11.1975, S. 4

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15.12.1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.52 (vgl. 15.11.1975, 18.2.1975) heraus. Aus Bremen wird eingegangen auf Klöckner.
Q: Klassenkampf Nr.52,Frankfurt 15.12.1975

24.02.1976:
Die KPD gibt die Nr.8 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 17.2.1976, 2.3.1976) heraus. Aus Bremen wird berichtet von der Metalltarifrunde (MTR - IGM-Bereich) u.a. aus Bremen von Klöckner.
Q: Rote Fahne Pressedienst Nr.8,Köln 24.2.1976

24.03.1976:
Bei Klöckner Bremen wird, laut KPD, der Kommunist Michael W. durch die Polizei aus dem Betrieb geschleppt (vgl. 31.3.1976).
Q: Rote Fahne Nr.14,Köln 7.4.1976

31.03.1976:
Bei Klöckner Bremen wird, laut KPD, der Kommunist Michael W. entlassen (vgl. 24.3.1976). Die DKP habe dem im Betriebsrat zugestimmt. Die KPD/ML habe im Kampf dagegen eine falsche Linie verfolgt, indem sie die DKP nur als Handlanger von Klöckner, nicht aber als Agent der SU angriff.
Q: Rote Fahne Nr.14,Köln 7.4.1976

28.06.1976:
Bei Klöckner Bremen kommt es, laut KPD, vermutlich in dieser Woche zu Forderungen nach einem Lohnnachschlag bzw. einer Teuerungszulage (TZL).
Q: Rote Fahne Nr.27,Köln 7.7.1976

25.08.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.34 (vgl. 18.8.1976, 1.9.1976) heraus. Von der Stahltarifrunde (STR der IGM) wird berichtet von Klöckner Bremen.
Q: Rote Fahne Nr.34,Köln 25.8.1976

21.09.1976:
Bei Klöckner Bremen verteilt auch die KPD, nach eigenen Angaben, zur heutigen Betriebsversammlung (BV - vgl. **.*.1976, **.**1.97*) ein Flugblatt, in dem sie u.a. auf die Maxhütte in Bayern eingeht.
Q: Rote Fahne Nr.40,Köln 6.10.1976

22.09.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.38 (vgl. 15.9.1976, 29.9.1976) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.38,Köln 22.9.1976

27.09.1976:
Bei Klöckner Bremen findet, laut KPD, vermutlich in dieser Woche eine Jugendversammlung (JV - vgl. **.*.1976, **.**.197*) statt, auf der u.a. die SDAJ der DKP aktiv wird.
Q: Rote Fahne Nr.40,Köln 6.10.1976

06.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.40 (vgl. 29.9.1976, 13.10.1976) heraus, aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner u.a. von der Stahltarifrunde (STR der IGM).
Q: Rote Fahne Nr.40,Köln 6.10.1976

12.10.1976:
Bei Klöckner Bremen explodiert, laut der Ortsleitung (OL) der KPD, einer der drei Cowper des großen Hochofens, wobei drei Arbeiter verletzt werden.
Q: Rote Fahne Nr.42 und 43,Köln 20.10.1976 bzw. 27.10.1976

20.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.42 (vgl. 13.10.1976, 27.10.1976) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von der Stahltarifrunde (STR der IGM) bei Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.42,Köln 20.10.1976

20.10.1976:
Die SAG gibt die Nr.11 ihrer 'Sozialistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 6.10.1976, 5.11.1976) heraus. Aus Bremen wird eingegangen auf Klöckner.
Q: Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr.11,Frankfurt 20.10.1976

27.10.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.43 (vgl. 20.10.1976, 3.11.1976) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von der Stahltarifrunde (STR der IGM) bei Klöckner.
Q: Rote Fahne Nr.43,Köln 27.10.1976

03.11.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.44 (vgl. 27.10.1976, 10.11.1976) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich), u.a. über DKP und SPD im Betriebsrat, den großen Hochofen, die Schlosser und die Flämmerei.
Q: Rote Fahne Nr.44,Köln 3.11.1976

05.11.1976:
Die SAG gibt die Nr.12 ihrer 'Sozialistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 20.10.1976, 17.11.1976) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr.12,Frankfurt 5.11.1976

14.11.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.100 (vgl. 31.10.1976, 28.11.1976) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.100,München 14.11.1976

28.11.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ) Nr.101 (vgl. 14.11.1976, 12.12.1976) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.101,München 28.11.1976

29.11.1976:
Bei Klöckner Bremen findet, laut der Ortsleitung (OL) der KPD, vermutlich in dieser Woche (vgl. 1.12.1976) ein Streik anläßlich der Stahltarifrunde (STR) u.a. im Kaltwalzwerk und am großen Hochofen statt, in den auch die DKP eingreift.
Q: Rote Fahne Nr.49,Köln 8.12.1976

01.12.1976:
Bei Klöckner Bremen wird, laut AB, in der Nachtschicht im Kaltwalzwerk (KWW) zwei Stunden lang gestreikt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.102,München 12.12.1976

06.12.1976:
Bei Klöckner Bremen gibt die KPD, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche ihre Betriebszeitung (vgl. **.**.1976, **.**.197*) heraus.
Q: Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

07.12.1976:
Bei Klöckner Bremen demonstrieren, laut AB, 1 000 anläßlich der Stahltarifrunde (STR). Laut KPD gehen dabei DKP-Schläger gegen sie vor.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.102,München 12.12.1976;
Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

09.12.1976:
Bei Klöckner Bremen gibt der KBW, laut KPD, eineinhalb Tage nach Abschluß der Stahltarifrunde (STR) am 8.12., also heute oder morgen, ein Flugblatt heraus, in dem er mit keinem Wort auf die DKP eingegangen sei.
Q: Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

10.12.1976:
Die Betriebszelle Bremer Vulkan der KPD gibt ihren 'Vulkan' (vgl. **.**.1976, **.**.197*) heraus, in dem sie sich außer mit der MTR u.a. auch mit der DKP und Klöckner Bremen befaßt.
Q: Rote Fahne Nr.51/52, 2 und 5,Köln 22.12.1976, 12.1.1977 bzw. 2.2.1977

15.12.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.50 (vgl. 8.12.1976, 22.12.1976) heraus. Aus Bremen wird berichtet aus dem IGM-Bereich von Klöckner, u.a. über die DKP-BG und die SPD-BG.
Q: Rote Fahne Nr.50,Köln 15.12.1976

29.03.1977:
Der AB gibt, nach eigenen Angaben, die Broschüre "Kampf gegen jede Entlassung auf der Maxhütte" heraus. An deren 7 500 Beschäftigte werden am 30./31.3.1977 in Sulzbach-Rosenberg 18 und in Haidhof 36 Broschüren verkauft. Erwähnung findet in diesem Zusammenhang auch der 'Mitmischer' bei Klöckner Bremen.

Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.110,München 17.4.1977

Mai 1977:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP ihre 'Heisse Eisen' (vgl. Apr. 1977, Juni 1977) sowie ein Extrablatt davon heraus. In der regulären Ausgabe heißt es auf der Titelseite u.a.:"
ARBEITSPLATZKILLER - MILLIONENGEWINNER

Einsparungen von 100 bis 120 Millionen DM sind vom Hoesch Vorstand schon vorprogrammiert. Dahinter steht eine planmäßige Vernichtung von hunderten Arbeitsplätzen, die ersatzlos gestrichen sind und auch in einem 'neuen Aufschwung' nicht wieder besetzt werden sollen. Rationalisierungen und extreme Belastungen der Kollegen machen diesen Extraprofit für Hoesch auf Kosten der Kollegen möglich.

Die Stahlkocher werden abgekocht, wie ein Suppenhuhn, wobei die Konzerne das Fett abschöpfen. In einer Stahlarbeiterberatung der DKP (vgl. **.*.1977,d.Vf.) an der Kollegen aus sämtlichen Hüttenwerken an Rhein und Ruhr sowie von Klöckner Bremen teilnahmen wurde deutlich, daß überall die gleichen Methoden angewendet werden. Hier wurde deutlich, daß die Belegschaften in der Stahlindustrie in den nächsten Jahren um 30% abgebaut werden sollen. Aber hier wurde ebenso deutlich, daß bei einem geschlossenen Kampf der Kollegen und ihrer Gewerkschaft die Krise in der Stahlindustrie mit einem einheitlichen Gegenkonzept gegen die Stahlbosse verhindert" werden kann.
Q: Heisse Eisen o.Nr. und Extrablatt,Dortmund Mai 1977;
DKP-Hoesch-Betriebsgruppen Westfalenhütte und Phoenix:Heisse Eisen 1968-1978,Dortmund o.J. (1978),S.3

06.07.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.26 (vgl. 22.6.1977, 20.7.1977) heraus. Aus Bremen wird u.a. berichtet von Klöckner.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.26,Frankfurt 6.7.1977

12.07.1977:
Bei Klöckner Bremen wird, laut AB, eine Demonstration und eine Kundgebung durchgeführt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.120,München 6.9.1977

25.08.1977:
In Bremen demonstrieren, laut AB, 15 000 gegen Entlassungen in der Metallbranche, die u.a. auf den Werften AG Weser (AGW) und Vulkan, beim Stahlwerk Klöckner und bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) anstehen. Laut SAG beteiligen sich 10 000 bzw. an anderer Stelle 15 000 an einer Demonstration der IG Metall (IGM) gegen Arbeitsplatzvernichtung.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.30 und 31,Frankfurt 31.8.1977 bzw. 14.9.1977;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.121,München 20.9.1977

18.10.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.123 (vgl. 4.10.1977, 1.11.1977) heraus. Aus Bremen wird Klöckner erwähnt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.123,München 18.10.1977

01.11.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.124 (vgl. 18.10.1977, 15.11.1977) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.124,München 1.11.1977

Februar 1978:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.41/42 (vgl. Nov. 1977, März 1978) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.41/42,Frankfurt Feb. 1978

06.03.1978:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Mehrheitsgruppe gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 5.12.1977, 15.6.1978) Nr.1/2 (35/36) heraus. Aus Bremen wird berichtet von Klöckner.
Q: Arbeiterstimme Nr.1/2,Nürnberg 6.3.1978

April 1978:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Klöckner Bremen erhalten, laut KB, die Röpke-Liste 18 Sitze, eine linke Türken-Liste einen Sitz und die RGO der KPD/ML mit 85 Stimmen keinen Sitz.
Q: Arbeiterkampf Nr.127 und 130,Hamburg 17.4.1978 bzw. 29.5.1978,S.28 bzw. S.17

Mai 1978:
Die Nr.2 der 'RGO-Nachrichten' (vgl. Apr. 1978, Juni 1978) erscheint. Die Ausgabe gibt u.a. Ergebnisse der Betriebsratswahlen (BRW) 1978 bekannt:"
Nur in einem Fall konnte sich eine aufgestellte Liste nicht durchsetzen: bei Klöckner in Bremen die Liste des Arbeiterkomitees. Dort hatten sechs weitere Listen zur Wahl gestanden."
Q: RGO:Nachrichten Nr.2,Essen Mai 1978

18.12.1978:
Gemeinsames Flugblatt der RGO Stahl-Betriebsgruppen von Klöckner Bremen, Krupp Bochum, Hoesch Dortmund, Thyssen Duisburg, Kuperhütte Duisburg, Mannesmann Duisburg und Brackwede und Böhler Düsseldorf: "Arbeitszeitsverkürzung für alle Stahlarbeiter".
Q: RGO-BGs:Arbeitsverkürzung für alle Stahlarbeiter,Dortmund 18.12.1978

28.11.1978:
Ende 1978 beteiligen sich auch die Klöckner-Arbeiter am Streik der IGM für Lohnerhöhungen und die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Dazu schreibt die KPD/ML 1979:

Streikzelt der IGM bei Klöckner in Bremen Ende 1978

Streikzelt der IGM bei Klöckner in Bremen Ende 1978

„Einen Tag nach dem Gründungskongreß der RGO, am 28.11.1978, treten 50.000 Kollegen aus acht Stahlbetrieben vor allem in Duisburg und Dortmund in den Streik. Sie kämpfen für die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und für 5 Prozent mehr Lohn. Bei der Urabstimmung zehn Tage zuvor hatten sich allerdings viel mehr Kollegen für den Streik ausgesprochen - über 135.000. Und 120.000 Stahlarbeiter waren am 17.11. in 14 Städten der Bundesrepublik auf die Straße gegangen, um ihre Kampfbereitschaft zu demonstrieren. Als die Gewerkschaftsführung entgegen dem Willen der Basis nicht den Streik in allen Stahlbetrieben ausruft, sondern nur den Schwerpunktstreik in acht Betrieben, ist die Empörung groß. Bereits am 24.11. fordert die Vertrauensleuteversammlung bei Mannesmann/Huckingen in Duisburg den Streik in allen Stahlbetrieben. Flugblätter der RGO, auf denen ebenfalls Vollstreik gefordert wird, finden bei den Kollegen große Zustimmung. Das Verlangen nach der Ausweitung des Streiks wächst noch, als die Unternehmer einen Tag vor Streikbeginn die Aussperrung von 30.000 Kollegen ankündigen und sie auch am 1.12. durchführen. Bei Mannesmann und Thyssen/Hamborn in Duisburg, bei Klöckner in Bremen, bei Krupp/Rheinhausen werden von Vertrauensleuteversammlungen und Belegschaften Resolutionen gegen die Aussperrung und für den Vollstreik verabschiedet. Bei Mannesmann/Mülheim treten am 30.11. 3.000 Kollegen aus Protest gegen die Aussperrung in den Streik, bei Phoenix in Dortmund sind es am 1.12. 350. In Duisburg demonstrieren am 7.12. 6.000 Mannesmann-Arbeiter. Die wiederholte Forderung lautet: „Einbeziehung weiterer Betriebe in die Streikfront. Vollstreik!“ An einigen Betrieben kommt es zu Beginn der Aussperrung auch zu aktivem Widerstand der ausgesperrten Kollegen. So versuchen die Phoenix-Arbeiter in Dortmund am 1.12. mehrere Stunden lang ein Tor vollständig zu blockieren. Überall aber stehen nicht nur vor den Toren der bestreikten Betriebe, sondern auch dort, wo ausgesperrt wurde, Kollegen als Posten vor den Toren.

Die Solidarität mit den streikenden und den ausgesperrten Stahlarbeitern ist groß. Sie werden vor den Toren mit heißen Getränken usw. versorgt, erhalten unzählige Solidaritätsadressen und hohe Geldspenden aus allen Teilen der Bundesrepublik. So sammeln etwa allein die Kollegen des Krupp-Werkes in Bochum, die weder streiken noch von der Aussperrung betroffen sind, über 20.000 Mark. Diese Solidarität drückt sich auch in der Teilnahme von Tausenden Kollegen anderer Branchen an Kundgebungen der Gewerkschaft am 8.12. aus. Über 30.000 Werktätige, Stahlarbeiter und Werktätige anderer Branchen, sind es allein in Duisburg, die sich zum Protest gegen die Aussperrung und zur Unterstützung der Forderungen der Stahlarbeiter versammeln.

Auf diesen Kundgebungen warnen bereits Schilder und Transparente, die RGO-Mitglieder und andere Kollegen erstellt haben, vor dem von der Gewerkschaftsführung angesteuerten Schlichtungsbetrug. Die Kollegen wollen keinen faulen Kompromiß. Sie wollen die Erfüllung ihrer Forderungen bzw. zumindest eine eindeutige, in Stunden zu messende Arbeitszeitverkürzung und eine echte Lohnerhöhung. Dieser Wille der Kollegen, der Gewerkschaftsbasis und der Mehrheit der Vertrauensleute, ist so stark, daß die Große Tarifkommission der IG Metall am 18.12. praktisch einstimmig einen durch Schlichtungsverhandlungen zwischen der Gewerkschaftsführung und den Unternehmern ausgehandelten Abschluß ablehnt, der statt echter Arbeitszeitverkürzung nur einige Feierschichten vorsieht. Und die auch nur für einen Teil der Stahlarbeiter. Drei Tage später wird die Ausweitung des Streiks beschlossen, der noch bis in den Januar 1979 hinein andauern soll.“
Q: ZK der KPD/ML (Hrsg.): 1968/69 bis 1978/79. Zehn Jahre KPD/ML. 10 Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, Dortmund 1979, S. 304ff.

8.1.1979:

Protest gegen den Tarifabschluss Anfang Januar 1979
Protest gegen den Tarifabschluss Anfang Januar 1979

Über den Kompromiß, der am 8.1.1979 gegen die Proteste und den Widerstand vieler Kollegen durchgesetzt wird, herrscht große Empörung. Mit Transparenten fahren an die 2.000 Kollegen zur Sitzung der Tarifkommission, um den „faulen Kompromiß“ doch noch zu Fall zu bringen.
Q: ZK der KPD/ML (Hrsg.): 1968/69 bis 1978/79. Zehn Jahre KPD/ML. 10 Jahre Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, Dortmund 1979, S. 314

Protest gegen den Tarifabschluss Anfang Januar 1979
Protest gegen den Tarifabschluss Anfang Januar 1979

18.06.1979:
In einer Information der RGO-Betriebsgruppen der KPD/ML von Hoesch Dortmund, Thyssen (ATH) Duisburg, Mannesmann (MM) Duisburg und der Kupferhütte Duisburg heißt es u.a.:"
- 'WER DEN ABSCHLUSS WEITERHIN KRITISIERT, VERHÄLT SICH GEWERKSCHAFTSFEINDLICH!'

Mit solchen Drohungen versuchte Eugen Loderer auf der letzten Bezirkskonferenz in Oberhausen (vgl. S2.*.1979,d.Vf.) die Meinungsdiktatur der IGM-Führung durchzusetzen und die Kritiker des Abschlusses mundtot zu machen!

Janßen und Loderer sind sogar noch einen Schritt weitergegangen: es wird nicht mehr nur gedroht, jetzt werden die Kritiker diffamiert und madig gemacht.
Janßen in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau (FR,d.Vf.):

- 'DA, WO WIR AM LAUTESTEN KRITISIERT WURDEN, WURDE AUCH STREIKBRUCHARBEIT GELEISTET.'

Damit sind in erster Linie die Kollegen von Mannesmann in Duisburg-Huckingen und der Betriebsrat von Klöckner Bremen gemeint.

- 'WIR MÜSSEN DIE DUISBURGER KOLLEGEN ERNSTHAFT FRAGEN, WARUM SIE SO DIE PRODUKTION AUFRECHTERHALTEN HABEN.'

So Loderer laut NRZ vom 22.5.1979. Das ist deutlich. Die Mannesmänner sollen also Streikbrecher sein. Streikbruch aber führt laut Paragraph 12 der Satzung zum sofortigen Ausschluß. Mit dieser versteckten Drohung will die IGM-Führung ihre Kritiker einschüchtern.

Was war denn überhaupt bei Mannesmann vorgefallen? Ein Ofen lief weiter zur Aufrechterhaltung der Energieversorgung. Das anfallende Roheisen wurde im BSW II zu Blöcken weiterverarbeitet. Weiterverarbeitet wurde es nur, weil Mannesmann keine Masselmaschine bzw. Granulierung hat.

GEGENANGRIFF STATT SELBSTKRITIK

Auch den Bremer Kollegen von Klöckner wurde vom Vorstand unberechtigt Streikbruch vorgeworfen. Als Loderer die Mannesmänner während des Streiks besuchte, hatte er sich nicht daran gestört, daß das Stahlwerk arbeitete. Auch der Umfang der Überstunden in Bremen war dem Vorstand bekannt. Eine Kritik kam nicht.

Tatsächliche Streikbrucharbeiten, die während des Streiks von den Huckinger Kollegen angeprangert wurden, hat der Vorstand damals nicht unterbunden und kritisiert sie auch heute nicht (z.B. 42-Stundenwoche bei Krupp Bochum, Streikbrucharbeiten in Salzgitter und Neunkirchen).

DIE STREIKBRECHER SITZEN IM VORSTAND

Dafür, daß die Kollegen von Mannesmann und Klöckner vom Vorstand angegriffen werden, gibt es nur einen Grund: Sie haben es gewagt, den Vorstand zu kritisieren. Mehr noch - sie haben durch ihren konsequenten Kampf Tausende von Stahlarbeitern erkennen lassen, wo die Bremser des Tarifkampfs saßen, nämlich in Frankfurt und Essen. Nicht etwa ein paar Überstunden in Bremen, nicht etwa die paar Tonnen Stahl in Huckingen haben den Streik zur Niederlage geführt, sondern der Schwerpunktstreik und sein von der IGM-Führung organisierter Abbruch, als der Streik zu wirken begann.

Die Mannesmänner haben die einzig richtige Forderung gestellt, daß Loderer sich bei ihnen entschuldigt. es kam aber nichts. Am Freitag, den 8.6. wurde daraufhin die Forderung in einer Resolution der Vertrauensleuteversammlung erneut aufgestellt.

Wir meinen, daß alle Stahlarbeiter die Huckinger und Bremer Kollegen unterstützen sollten. Sei es durch Resolutionen, durch mündlichen oder schriftlichen Protest: LODERER MUSS SICH ENTSCHULDIGEN! Im übrigen - ein solcher Mann ist als IGM-Vorsitzender untragbar!"
Q: RGO-BGs Hoesch Dortmund, ATH Duisburg, MM Duisburg, Kupferhütte Duisburg: Information,Dortmund 18.6.1979

23.06.1979:
Nach eigenen Angaben der RGO der KPD/ML beginnt in Bochum eine zweitägige Konferenz der RGO für den Bereich Eisen und Stahl. Anwesend sind u.a. Mitglieder der RGO-Betriebsgruppe von Klöckner Bremen.
Q: RGO-Nachrichten Nr.7,Vellmar Juli 1979,S.2;
RGO-Vorstand:Rundschreiben,**** Juni 1979,S.1

22.08.1979:
Es erscheint ein gemeinsames Flugblatt der RGO-Betriebsgruppen der KPD/ML von Klöckner Bremen, Krupp Bochum, Hoesch Dortmund, Thyssen (ATH) Duisburg, Kupferhütte Duisburg, Mannesmann (MM) Duisburg, Mannesmann-Kammerich Bielefeld, Böhler Düsseldorf, Salzgitter Peine, Thyssen-Henschel Kassel, Henrichshütte Hattingen und Stahlwerke Südwestfalen (SSW) Hagen.
Das Flugblatt spricht sich gegen eine geplante Stillegung des Mannesmann- Werkes in Bielefeld aus. Danach stehen die Kollegen für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze im Streik.
Das Flugblatt fordert zu einer "breiten Solidarität für die Bielefelder Kollegen" auf:"
Helft ihnen alle zu siegen! Fordern wir von der IGM-Führung die sofortige und bedingungslose Unterstützung des Streiks. Schlagen wir gemeinsam die Stillegungspläne der Mannesmann-Kapitalisten zurück."
Q: RGO-BGs Klöckner Bremen, Krupp Bochum u.a.:Flugbatt,Dortmund 22.8.1979

28.08.1979:
Vermutlich in dieser Woche erscheint ein weiteres gemeinsames Flugblatt (vgl. 22.8.1979) der RGO-Betriebsgruppen der KPD/ML von Klöckner Bremen, Krupp Bochum, Hoesch Dortmund, Thyssen (ATH) Duisburg, Kupferhütte Duisburg, Mannesmann (MM) Duisburg, Mannesmann-Kammerich Bielefeld, Böhler Düsseldorf, Peine und Salzgitter Peine, Thyssen-Henschel Kassel und Henrichshütte Hattingen unter dem Titel "IGM-Ortsverwaltung zerschlägt Streik" bei Mannesmann Kammerich Bielefeld. Danach "betätigte sich die Ortsverwaltung der IG Metall unter Führung des IGM-Ortsbevollmächtigten und Bundestagsabgeordneten, Kurt Vogelsang" als Streikbrecher, nachdem ein "6-Punkte-Katalog als entscheidenden Punkt die Aufforderung an die Kollegen enthielt, wieder an die Arbeit zu gehen. Was er nicht enthielt, waren Garantien für die Forderungen der Kollegen. Was er nicht enthielt, war die Forderung: Keine Repressalien gegen die Streikenden nach Abbruch des Streiks!" Während der Streikaktionen wird auch das Betriebsratsmitglied Norbert W. entlassen, da er "als einziger Betriebsrat fest zu den Streikenden gestanden (hat) und ihre Forderungen aktiv unterstützte".
Q: RGO-BGs Klöckner Bremen, Krupp Bochum u.a.:IGM-Ortsverwaltung zerschlägt Streik,Dortmund o.J. (1979)

Februar 1981:
Laut RGO der KPD/ML hat sich bei Klöckner Bremen "eine echte Persönlichkeitswahl" zur Betriebsratswahl (BRW) 1981 ergeben. Die RGO-Betriebsgruppe Klöckner soll daran entscheidend mitgewirkt haben.
Q: RGO:Nachrichten Nr.3,Vellmar März 1981,S.4

23.03.1982:
Es erscheint ein zweiseitiges Flugblatt der Betriebsgruppen Mannesmann (MM) Duisburg-Huckingen, Thyssen (ATH) Duisburg-Hamborn, -Ruhrort und -Hüttenheim, Krupp Bochum und Klöckner Bremen der RGO der KPD unter Verantwortung von D. Theil in Dortmund zur Stahltarifrunde (STR):"
HERAUS ZU DEN WARNSTREIKS

Heute und morgen wird es in allen Stahlbetrieben wieder zu Warnstreiks kommen. Dabei ist es wichtig, daß die Produktion vollständig zum Erliegen kommt, so wie z.B. am letzten Mittwoch in den Hamborner Betrieben der Thyssen AG (ATH Duisburg - vgl. 17.3.1982,d.Vf.). Wir müssen der Provokation der Stahlbosse geschlossen entgegentreten. keiner darf sich ausschließen, denn Uneinigkeit wird uns nur als Schwäche ausgelegt.

'WENN DIE 4,2% NICHT KOMMEN, MACHEN WIR DEN LADEN DICHT!'

So und ähnlich brachten etliche Kollegen schon während der Warnstreiks am letzten Dienstag und Mittwoch ihre Kampfbereitschaft zum Ausdruck. Aber die Meinungen sind geteilt und das ist kein Wunder.

Denn 1. geht seit Monaten ein wahres Trommelfeuer an Unternehmerpropaganda auf uns nieder: 'Maßhalten, Lohnpause, die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage und die besonders schlechte Situation beim Stahl... Mit solchem Gerede wollen sie uns weichkochen.

2. Die IG Metall hat fast drei Monate lang im Bereich Stahl keinen Finger krumm gemacht, keine Kampfmaßnahmen eingeleitet oder vorbereitet, ja, nicht einmal mit Nachdruck ernstzunehmende Verhandlungen geführt. Den Propagandalügen der Stahlunternehmer, die gerade die Preise für Stahl um 150 DM je Tonne heraufgesetzt haben, wurde nichts entgegengesetzt.

3,04% SIND EINE PROVOKATION!

Diese Situation wollen die Stahlbosse jetzt ausnutzen und starten eine Provokation nach der anderen. Denn ein Angebot von effektiv 3,04% ist schon ein starkes Stück. Schließlich beträgt die Steigerungsrate für die Lebenshaltungskosten im Durchschnitt der ersten drei Monate dieses Jahres 6 Prozent.

Daß es soweit kommen konnte geht einzig und alllein auf das Konto der IGM-Führer und ihrer Nachbeter in den Tarifkommissionen, Ihre Taktik des 'Anhängens an die Metallverarbeitung' ist voll in die Hose gegangen. Was wir brauchen ist eine eigenständige Kampfführung während der Lohnrunde und zwar von Anfang an. Alle Kollegen müssen in die Mobilisierung einbezogen werden, denn solange wir nur Zaungäste bei den Tarifverhandlungen sind, wird man uns mit Almosen abspeisen.

IST DIE BASIS WIRKLICH NICHT KAMPFBEREIT?

Wir glauben allerdings, daß Weisweiler sich irrt, wenn er annimmt, die Stahlarbeiter würden sein mieses 'Angebot' schlucken. Sollten am Mittwoch bei den Verhandlungen die 4,2% nicht durchgesetzt werden, dann können sich Weisweiler und seine Freunde schon 'mal warm anziehen, dann wird es nicht mehr bei Warnstreiks bleiben. Dann muß die Urabstimmung für den Streik eingeleitet werden. Streik ist offensichtlich die einzige Sprache, die solche Leute verstehen. Im Falle der Urabstimmung dürfte es auch nicht bei der Forderung von 4,2% bleiben, sondern der generelle Teuerungsausgleich muß zur Abstimmung gestellt werden.

KEINE 'SONDEROPFER'

So verfahren wie die Kiste im Moment auch ist (denn daß wir um lumpige 4,2% so hart kämpfen müssen hätte nicht zu sein brauchen), wir dürfen uns von niemandem zu irgendwelchen 'Sonderopfern überreden lassen. Uns treffen die laufenden Preissteigerungen genauso hart wie alle anderen auch. Die Kürzung der Sozialausgaben und die Steuererhöhungen werden zusätzlich noch unsere Verluste im Laufe des Jahres vergrößern. Außerdem haben die Stahlarbeiter eine weitere schwere Bürde zu tragen: Tausende Arbeitsplätze sind vernichtet worden und sollen noch vernichtet werden. - Wir haben genug Opfer gebracht!!!

ES IST GENUG GELD IN DEN GEWERKSCHAFTSKASSEN, UM EINEN ERFOLGREICHEN STREIK ZU FÜHREN!

Falls jetzt irgendein Gewerkschaftsbonzen jammern sollte, es sei kein Geld da für einen Streik, und man solle die Sache deshalb nicht allzusehr zuspitzen, dann möchten wir ihn an dieser Stelle daran erinnern, welche Summen an Gewerkschaftsgeldern an die 'Neue Heimat Städtebau' (NH,d.Vf.) geflossen sind, um deren Verluste aus wahnwitzigen Spekulationsgeschäften auszugleichen:

Am 4. Dezember 1981 wurde eine Kapitalerhöhung für den gewerkschaftseigenen Spekulationskonzern beschlossen. Insgesamt wurden 140 Millionen DM von den Gesellschaftern, zu denen auch der DGB und alle seine Einzelgewerkschaften gehören, in den maroden Konzern hineingepumpt. Allein die IG Metall wurde mit 15 Millionen DM zur Kasse gebeten. Wenn dafür Geld vorhanden ist, dann doch wohl erst recht für einen Streik!

BETEILIGT EUCH AN DEN WARNSTREIKS!
DIE PRODUKTION MUSS STEHEN!

Am letzten Mittwoch waren nur wenige Kollegen in Krefeld bei den Lohnverhandlungen. Das muß diesmal besser werden!
Die VK-Leitungen können Busse organisieren.
Oder bildet einfach Fahrgemeinschaften.
Auf jeden Fall muß den Bossen Dampf unterm gemacht werden!

3,04% SIND GLATTER HOHN - WEISWEILER, WIR KOMMEN SCHON!"
Q: RGO-BGS MM Duisburg, ATH Duisburg, Krupp Bochum, Klöckner Bremen,Dortmund 23.3.1982

Letzte Änderungen: 10.2.2012

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