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Velbert

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 29.10.2006


Materiallage

Aus Velbert lag uns nur wenig örtliches Material, von DKP und SDAJ sowie der Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst vor, über die 1975 nach Velbert eingemeindeten Städte Neviges und Langenberg wird anhand überörtlicher Quellen berichtet.


Die Organisationen

In Velbert sind die DKP und ihre SDAJ, sowie die Jusos der SPD nicht nur örtlich, sondern auch in der Gewerkschaftsjugend präsent (vgl. 3.4.1969). In Neviges gibt es zu Beginn dieser Darstellung die Junge Demokratische Linke, aus der vermutlich später die SDAJ hervorgeht.


Wichtige Themen und Ereignisse

Wir erfahren von der SDAJ Velbert (vgl. Jan. 1969), die offenbar bereits vor Gründung der DKP bestand, aber auch von der DKP sofort mit Aufmerksamkeit bedacht wird (vgl. 3.4.1969), ebenso wie die Junge Demokratische Linke und die ADF in Neviges (vgl. 10.4.1969).

Bald gibt es auch in Velbert eine DKP Ortsgruppe (vgl. 24.4.1969), die vor allem in der IGM aktiv zu sein scheint (vgl. 8.5.1969, 15.5.1969).

Die DKP berichtet aber auch aus Tönisheide (vgl.- 22.5.1969) und auch aus Neviges, wo ihr die DFU zur Seite steht, ebenfalls aus dem Metallbereich (vgl. 29.5.1969).

In Velbert gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Jugendorganisationen (vgl. 5.6.1969), wobei der Name des Republikanischen Clubs Velbert-Niederberg (vgl. 26.6.1969, 3.7.1969, unklar bleibt, später erfolgt offenbar eine Anpassung des Namens an das Republikanische Centrum Düsseldorf (vgl. 15.1.1970).

In Neviges gründet die DKP nun ebenfalls eine Ortsgruppe (vgl. 3.7.1969), in Velbert interessiert sich die DKP nicht nur für den DGB KJA (vgl. 3.7.1969), die IGM und das Lehrlingskomitee (vgl. 21.8.1969), sondern gibt nun auch ihre 'Heiße Eisen' für die Metallindustrie heraus (vgl. 24.7.1969, Sept. 1969, Okt. 1969, Nov. 1969).

An den Septemberstreiks 1969 beteiligt sich in Neviges das Thyssen Walzwerk (vgl. Sept. 1969), von dem auch die DKP wiederholt berichtet (vgl. 4.9.1969, 25.9.1969, 23.10.1969), die sich aber auch mit Metallbetrieben in Velbert befasst (vgl. 11.9.1969), u.a. mit Hülsbeck und Fürst (vgl. 25.9.1969).

Nur einmal erfahren wir von den Progressiven Lehrern in Velbert (vgl. Okt. 1969), weit öfter dagegen durch die DKP aus dem Metallbereich von BKS Velbert (vgl. 15.5.1969, 24.7.1969), u.a. über die Jugendvertretung (vgl. 9.10.1969). Das Kommunalwahlergebnis der DKP bleibt zwar mit zwei Prozent eher bescheiden, aber vermutlich vergleichsweise doch recht gut (vgl. 9.11.1969).

Die DKP befasst sich in Velbert sowohl mit der 'proletarischen' (vgl. 13.11.1969), als auch der 'kleinbürgerlichen' (vgl. 20.11.1969, 5.2.1970, 20.6.1970) Jugend, aber auch weiterhin mit dem Metallbereich (vgl. 11.12.1969).

Zu dem vermutlich mehr oder minder fraktionsübergreifenden Republikanischen Centrum in Velbert und Niederberg (vgl. 15.1.1970, 26.2.1970, 12.3.1970, 19.3.1970), gesellt sich nun auch in Neviges-Tönisheide eine SDAJ (vgl. 23.1.1970), die aber offenbar bald mit der SDAJ Velbert vereinigt wird (vgl. 6.2.1970, 19.2.1970, 26.2.1970, 5.3.1970, 12.3.1970, 19.3.1970, 26.3.1970). Die Häufigkeit der Erwähnung von Velbert und Neviges in der 'UZ' mag hierbei neben der intensiven Aktivität der örtlichen Gruppen auch der geringen Entfernung zu den Redaktionssitzen der 'UZ' geschuldet sein.

Die SDAJ und die DKP scheinen 1970 immer noch bei BKS Velbert aktiv (vgl. 19.3.1970, 11.4.1970), berichten auch aus dem zuständigen IGM-Bezirk (vgl. 18.4.1970) und verfügen offenbar über Gewerkschaftsfunktionäre (vgl. 18.10.1970). Die DKP wird weiterhin von der DFU unterstützt (vgl. 16.5.1970), die SDAJ Neviges gewinnt die Selbstständigkeit (vgl. 23.5.1970, 30.5.1970, 6.6.1970) und auch die DKP Langenberg tritt an die Öffentlichkeit (vgl. Okt. 1970).

Aus dem ersten Halbjahr 1971 wird hier die Velberter DKP-Publizistik referiert, wobei von Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen keine Berichte aufgefunden werden konnten.

Vom Streik bei Schmalbach-Lubeca Velbert berichtet die KPD/ML-ZB (vgl. 4.6.1971), fühlt sich dann vom Antrag auf Verbot maoistischer Gruppen, der zum IG-Metall-Tag auch von der IGM-Verwaltungsstelle Velbert eingebracht wird, persönlich getroffen (vgl. Sept. 1971, 4.9.1971, 11.12.1971). Fraglich bleibt, aufgrund welcher 'maoistischer' Aktivitäten den Velberter Metallgewerkschaftern eine solche Forderung auf den Nägeln brannte, oder ob sich dabei nur der offenbar starke DKP-Einfluss handfest niederschlug.

Von örtlichen 'maoistischen' Aktivitäten kann in dieser, zugegebenermaßen unvollständigen Dokumentensicht erst im Juli 1972 berichtet werden, wobei die Quelle der örtlichen Linksradikalen vom ASS Velbert in der FDP bzw. deren Deutschen Jungdemokraten (DJD) vermutet werden kann. Sie beteiligen sich in der Folge an den Aktionen des späteren KBW (vgl. 9.1.1973) und nehmen auch an der Solidarität für den Streik bei Hülsbeck und Fürst (HuF) Velbert teil (vgl. 31.1.1973, 7.2.1973).

Interessant erscheint hier die Dialektik der Kämpfe, wie sie die ML Dortmund des späteren KBW (vgl. 8.2.1973), aber auch die DKP (vgl. 9.2.1973) anlässlich des Besuches von Velberter Kollegen in Dortmund herausstellen, dass also der Funke des selbständigen, mithin also illegalen Streiks von dem kleinen Velberter Betrieb auf den Riesenbetrieb Hoesch Dortmund übergesprungen sei. An ähnlichen Kraftakten und Quantensprüngen des Klassenkampfes versucht sich 1975 die KPD anlässlich der von ihr propagierten Verbindung der Kämpfe bei Seibel Erwitte und Stübbe-DEMAG Kalldorf mit VW.

In Velbert wird eine Demonstration für HuF durchgeführt (vgl. 9.2.1973), wobei offenbar aktiv Unterstützung gesucht wurde. Für die ML Dortmund dient HuF wiederum bei Hoesch Dortmund als Vorbild (vgl. 10.2.1973, 13.2.1973), auch wenn es gewisser Berichtigungen bedurfte. Die KPD streicht ihren Anteil an der Solidarität mit dem Streik heraus (vgl. 14.2.1973), SAG und RFO Saarland melden gemeinsam den 15.2.1973 als Streikende, wobei offenbar nur die RFO Verbindungen zum ASS Velbert hat.

Im 'Express' scheint Velbert nun nicht mehr der Initialzünder bzw. Vorreiter, sondern eher der Reflektor des Streiks bei Hoesch Dortmund zu sein (vgl. 17.2.1973), etwas anders liest sich dies vor Ort in Dortmund bei den Marxisten-Leninisten (vgl. 18.2.1973).

Die KPD/ML-ZK reagiert umgehend auf den Streik bei HuF (vgl. 24.2.1973), verfügt dafür aber offenbar später über Kontakte zu Kollegen aus dem Betrieb (vgl. 3.3.1973), die KPD analysiert abschließend (vgl. März 1973, 14.4.1973, Mai 1973), ebenso wie zahlreiche andere Gruppen vom Streik berichten (vgl. 5.3.1973, 12.3.1973, 14.4.1973).

Bei Hülsbeck und Fürst (HuF) selber erscheint eine neue Betriebszeitung (vgl. März 1973), wobei das Impressum Verbindungen zur Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet (KFR) des späteren KBW (vgl. 17.3.1973) nahe legt, der bzw. dem sich die herausgebende Betriebsgruppe HuF Velbert aber offenbar nicht bzw. wenigstens vollständig angeschlossen hat. Dass die KFR dann HuF auch noch indirekt als Stahlbetrieb bezeichnet, vermag zu erstaunen (vgl. 26.3.1973), davon ist zumindest auch im zweiten 'HUF-Arbeiter' nichts zu lesen (vgl. Apr. 1973).

Die KPD/ML-ZK befasst sich mit Stanley Velbert, kann sich evtl. auch auf die befreundete PCE/ML Spanien bzw. deren FRAP stützen (vgl. 7.4.1973).

Für die ML Dortmund steht HuF Velbert auch am 1.Mai 1973 immer noch in einer Reihe mit den ganz großen Betrieben (vgl. 20.4.1973), ähnlich sehen dies in Dortmund die KPD (vgl. 23.4.1973) und auch die KPD/ML-ZK (vgl. 23.4.1973).

Von der Bewegung für ein Jugendzentrum in Velbert erfahren wir nur indirekt, vor allem durch den Dortmunder AKJZ (vgl. 30.4.1973).

Die Velberter Freunde der KFR sowie einige Reste der KPD/ML-ZB demonstrieren am 1.5.1973 offenbar in Essen (vgl. 1.5.1973) und besuchen vermutlich auch die dortige Veranstaltung. Die ASS Velbert ist vermutlich über die Sozialistischen Schülergruppen NRW im Komitee gegen die Demonstrationsverbote (vgl. 8.5.1973), gegen die sich auch die örtlichen Jungdemokraten der FDP wenden (vgl. 17.5.1973), mit aktiv, auch die Initiative Velbert der KFR mobilisiert nach Dortmund für die Demonstration gegen die Demonstrationsverbote am 18.5.1973.

Die KPD/ML spannt dann wiederum den Bogen zurück von Dortmund nach Velbert zu HuF (vgl. 26.5.1973), wo die Betriebsgruppe sich in einer Staatskapitalismusanalyse des Ostblocks versucht (vgl. Juni 1973), aber vermutlich auch den Streik im August unterstützt (vgl. Aug. 1973), so wie sich bei Opel Bochum an der Solidarität beteiligt (vgl. Sept. 1973).

Der KBW scheint im mittlerweile offenbar existierenden Jugendzentrum nicht arg erfolgreich bei der Agitation (vgl. 12.9.1973, 26.9.1973), die Velberter Jugendlichen solidarisieren sich mit den Dortmundern (vgl. 17.11.1973), über sie berichtet auch der KJV der KPD (vgl. März 1974).

Die KPD scheint aus dem Streik bei HuF die richtigen Lehren gezogen zu haben, glaubt dies zumindest (vgl. 26.1.1974). Die Betriebsgruppe HuF arbeitet 1974 im spontaneistisch bis trotzkistischen Maikomitee mit (vgl. 28.4.1974), ob sich die Kommunistische Gruppe Velbert des KBW, die gegen den §218 kämpft (vgl. 25.5.1975, 13.3.1975), teilweise auch aus ihr rekrutierte, bleibt hier vorerst unklar.

Ab 1975 berichtet auch der AB ab und an aus Velbert (vgl. 6.4.1975, 14.11.1975), die KPD dagegen enthüllt die Hintergründe brachliegender Wiesen in Neviges (vgl. 3.11.1975) und geschlossener Zweigwerke Langenberger Betriebe in Lüneburg (vgl. 10.11.1975).

Den Schluss dieser Darstellung bildet die Schließung des Walzwerkes Neviges, wovon wiederum vor allem die KPD berichtet (vgl. 27.1.1976, 1.3.1976, 2.3.1976), aber auch die SAG (vgl. Feb. 1976).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Januar 1969:  Das Innenministerium NRW berichtet von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) der DKP, sie "hat im Laufe des Jahres 1968 ihren Aufbau im Wesentlichen abschließen können. Sie hat im Landesbereich zur Zeit ca. 650 Mitglieder und gründete Gruppen in ... Velbert, ..."
=Innenministerium NRW:Extremismusberichte an den Landtag oder Landesbehörden 1969,Düsseldorf 1969,S.17f

03.04.1969:  Die DKP gibt die Nr.1 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 10.4.1969).
Die SDAJ Velbert, trifft im örtlichen IGM OJA auf die Jusos der SPD.
=Unsere Zeit Nr.1,Essen 3.4.1969

10.04.1969:  Die DKP gibt die Nr.2 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 3.4.1969, 17.4.1969). Berichtet wird u.a. über die Junge Demokratische Linke Neviges sowie das Panzergrenadierbtl. 202 in Hemer, bei dem ein Jugendvertreter von Yale und Towne (BBS) Velbert Dienst tut.
=Unsere Zeit NRW Nr.2,Essen 10.4.1969

17.04.1969:  Die DKP gibt die Nr.3 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 10.4.1969, 24.4.1969). Erwähnung findet auch die ADF Neviges.
=Unsere Zeit NRW Nr.3,Essen 17.4.1969

24.04.1969:  Die DKP gibt die Nr.4 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 17.4.1969, 1.5.1969). Berichtet wird u.a. über die IGM in Velbert und Langenberg und von der DKP Ortsgruppe Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.4,Essen 24.4.1969

08.05.1969:  Die DKP gibt die Nr.6 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 1.5.1969, 15.5.1969). Berichtet wird u.a. über die Bundeswehr in Velbert sowie aus dem IGM Bezirk Hagen u.a. aus Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.6,Essen 8.5.1969

15.05.1969:  Die DKP gibt die Nr.7 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 8.5.1969, 22.5.1969). Berichtet wird u.a. über die IGM und BKS Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.7,Essen 15.5.1969

22.05.1969:  Die DKP bringt die Nr.8 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 15.5.1969, 29.5.1969). Berichtet wird aus Tönisheide.
=Unsere Zeit Nr.8,Essen 22.5.1969

29.05.1969:  Die DKP gibt die Nr.9 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 22.5.1969, 5.6.1969). Aus Neviges wird auf die DFU und die Gießerei Otto Großsteinbeck eingegangen.
=Unsere Zeit NRW Nr.9,Essen 29.5.1969

05.06.1969:  Die DKP bringt die Nr.10 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.5.1969, 12.6.1969) und berichtet aus Velbert über SDAJ, IGM OJA, den Republikanischen Club (RC) und das Lehrlingskomitee.
=Unsere Zeit Nr.10,Essen 5.6.1969

05.06.1969:  Die DKP gibt die Nr.10 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.5.1969, 12.6.1969). Berichtet wird u.a. über Neviges.
=Unsere Zeit NRW Nr.10,Essen 5.6.1969

26.06.1969:  Die DKP gibt die Nr.13 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.6.1969, 3.7.1969). Berichtet wird u.a. über den RC Velbert-Niederberg.
=Unsere Zeit NRW Nr.13,Essen 26.6.1969

03.07.1969:  Die DKP gibt die Nr.14 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.6.1969, 10.7.1969). Eine neue Ortsgruppe der DKP wurde in Neviges gegründet. Erwähnung finden der RC und der DGB KJA Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.14,Essen 3.7.1969

24.07.1969:  Die DKP gibt die Nr.17 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 17.7.1969, 31.7.1969). Berichtet wird u.a. über die eigenen 'Heißen Eisen' für die Metallindustrie in Velbert, u.a. BKS, und über Neviges-Tönisheide.
=Unsere Zeit NRW Nr.17,Essen 24.7.1969

August 1969:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im August ihre 'Heiße Eisen' Nr.1 (vgl. Sept. 1969) für die Metallbetriebe heraus, die uns bisher leider noch nicht vorlagen.
=Heiße Eisen Nr.2,Velbert Sept. 1969

21.08.1969:  Die DKP gibt die Nr.21 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 14.8.1969, 28.8.1969). Berichtet wird u.a. über den IGM Ortsverband Velbert und das Lehrlingskomitee Velbert-Niederberg.
=Unsere Zeit NRW Nr.21,Essen 21.8.1969

September 1969:  Diesen Monat wird, laut IMSF, auch im Thyssen Walzwerk Neviges drei Stunden lang gestreikt und dadurch der Lohn um 40 Pf. erhöht.
=IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

September 1969:  Die DKP Velbert gibt ihre 'Heiße Eisen' Nr.2 (vgl. Aug. 1969, Okt. 1969) für die Metallbetriebe heraus.
=Heiße Eisen Nr.2,Velbert Sept. 1969

04.09.1969:  Die DKP gibt die Nr.23 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ)
heraus (vgl. 28.8.1969, 11.9.1969). Berichtet wird u.a. über den Metallbetrieb DWU in Neviges und Tönisheide.
=Unsere Zeit NRW Nr.23,Essen 4.9.1969

11.09.1969:  Die DKP gibt die Nr.24 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 4.9.1969, 18.9.1969). Berichtet wird u.a. über August Engels Gießerei (1 000 Besch.) in Velbert, die dortige IGM Ortsverwaltung und die ADF.
=Unsere Zeit NRW Nr.24,Essen 11.9.1969

25.09.1969:  Die DKP gibt die Nr.26 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ)
heraus (vgl. 18.9.1969, 2.10.1969). Berichtet wird u.a. über Tönisheide und Velbert, das Wohnheim Essen-Karnap (260 Bewohner) von Hülsbeck und Fürst (HUF) Velbert und die eigenen 'Heißen Eisen' beim Thyssen Walzwerk Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.26,Essen 25.9.1969

Oktober 1969:  Im Herbst 1969 wird in NRW eine Aktionsgemeinschaft Progressive Lehrer von Lehrern und Pädagogikstudenten aus Düsseldorf, Essen und Heiligenhaus/Velbert gegründet. Davon berichtet zumindest die Herforder 'Kaputt'.
=Kaputt Nr.6, o.O.(Herford) o.J. (1969)

Oktober 1969:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im Oktober ihre 'Heiße Eisen' Nr.3 (vgl. Sept. 1969, Nov. 1969) für die Metallbetriebe heraus, die uns leider noch nicht vorlagen.
=Heiße Eisen Nr.2 und 4,Velbert Sept. 1969 bzw. Nov. 1969

09.10.1969:  Die DKP gibt die Nr.28 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 2.10.1969, 16.10.1969). Berichtet wird u.a. über die Jugendvertretung bei BKS Velbert und die eigenen 'Heißen Eisen' für die Metallindustrie in Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.28,Essen 9.10.1969

23.10.1969:  Die DKP gibt die Nr.30 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 16.10.1969, 30.10.1969). Berichtet wird u.a. über DWU Neviges.
=Unsere Zeit NRW Nr.30,Essen 23.10.1969

30.10.1969:  Die DKP gibt die Nr.31 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 23.10.1969, 6.11.1969). Berichtet wird u.a. über die IGM Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.31,Essen 30.10.1969

November 1969:  Die DKP Velbert gibt ihre 'Heiße Eisen' Nr.4 (vgl. Okt. 1969, Jan. 1971) für die Metallbetriebe heraus.
=Heiße Eisen Nr.4,Velbert Nov. 1969

09.11.1969:  Heute finden die Kommunalwahlen (KW) in Velbert statt, bei denen die DKP 2% der Stimmen erhält.
=Unsere Zeit Nr.33,Essen 13.11.1969,S.2

13.11.1969:  Die DKP gibt die Nr.33 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 6.11.1969, 20.11.1969). Berichtet wird u.a. über das Don Bosco Lehrlingsheim in Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.33,Essen 13.11.1969

20.11.1969:  Die DKP gibt die Nr.34 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 13.11.1969, 27.11.1969). Berichtet wird u.a. über das Jungengymnasium Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.34,Essen 20.11.1969

11.12.1969:  Die DKP gibt die Nr.37 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 4.12.1969, 18.12.1969). Berichtet wird u.a. über Schulte Schlagbaum Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.37,Essen 11.12.1969

15.01.1970:  Die DKP gibt die Nr.3 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 8.1.1970, 22.1.1970). Berichtet wird u.a. über das Republikanische Centrum (RC) Velbert-Niederberg.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.3,Essen 15.1.1970

23.01.1970:  Die SDAJ Neviges-Tönisheide der DKP will heute eine Veranstaltung "50 Jahre Kapp-Putsch" durchführen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.4,Düsseldorf 22.1.1970

05.02.1970:  Die DKP gibt die Nr.6 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.1.1970, 12.2.1970). Berichtet wird u.a. über den Politischen Arbeitskreis (PAK) der SMV am Jungengymnasium Velbert.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.6,Essen 5.2.1970

06.02.1970:  In Tönisheide will die SDAJ Velbert / Neviges der DKP eine Diskussion "Wie arbeiten junge Sozialisten in der Gewerkschaft?" im Karl Liebknechtkeller in der Kirchstr. 58 durchführen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.6,Düsseldorf 5.2.1970

12.02.1970:  Die DKP gibt die Nr.7 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.2.1970, 19.2.1970). Veröffentlicht wird die Reserveliste zu den Landtagswahlen (LTW - vgl. 14.6.1970). Diese KandidatInnen kommen u.a. aus Velbert.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.7,Essen 12.2.1970

19.02.1970:  Die DKP gibt die Nr.8 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.2.1970, 26.2.1970). Veranstaltungen werden u.a. angekündigt von der SDAJ Velbert/Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.8,Essen 19.2.1970

26.02.1970:  Die DKP gibt die Nr.9 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.2.1970, 5.3.1970). Berichtet wird über das Hauptpostamt Velbert.
Veranstaltungen werden angekündigt von der SDAJ Velbert/Neviges und dem Republikanischen Centrum (RC) Velbert.
=Unsere Zeit NRW Nr.9,Essen 26.2.1970

05.03.1970:  Die DKP gibt die Nr.10 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.2.1970, 12.3.1970). Veranstaltungen werden angekündigt von der SDAJ Velbert/Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.10,Essen 5.3.1970

12.03.1970:  Die DKP gibt die Nr.11 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.3.1970, 19.3.1970). Veranstaltungen werden angekündigt vom Republikanischen Centrum (RC) Velbert in Heiligenhaus, der SDAJ Velbert/Neviges sowie vom DKP KV Düsseldorf-Mettmann in Neviges-Tönisheide.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.11,Essen 12.3.1970

19.03.1970:  Die DKP gibt die Nr.12 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.3.1970, 26.3.1970). Berichtet wird u.a. über die Arbeit von Republikanischem Centrum (RC) Velbert und SDAJ in der IGM und bei BKS.

Angekündigt wird eine Vietnamsolidaritätswoche (vgl. 16.3.1970). Deren Schwerpunkte sollen liegen u.a. in Velbert.
Veranstaltungen werden u.a. angekündigt von der SDAJ Velbert/Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.12,Essen 19.3.1970

26.03.1970:  Die DKP gibt die Nr.13 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.3.1970, 4.4.1970). Veranstaltungen werden u.a. angekündigt von der SDAJ Velbert/Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.13,Essen 26.3.1970

11.04.1970:  Die DKP gibt die Nr.15 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 4.4.1970, 18.4.1970). Berichtet wird u.a. über die eigenen 'Heisse Eisen' für Velberter Metallbetriebe, die sich mit BKS befaßten.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.15,Essen 11.4.1970

18.04.1970:  Für die DKP berichtet W. S.:"
20 PROZENT MEHR LOHN

VON DER IG-METALL-BEZIRKSTAGUNG IN HILDEN

Auf der Hildener Konferenz des IG-Metall-Bezirkstages am 18. April wurden die gewerkschaftspolitischen Aufgaben für das nächste Jahr beschlossen. ...
Werner Ronig, Velbert: 'Den wachsenden Druck von rechts sollte die Gewerkschaft entsprechend beantworten'."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.18,Essen 2.5.1970,S.17

18.04.1970:  Die DKP gibt die Nr.16 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 11.4.1970, 25.4.1970). Veranstaltungen werden u.a. angekündigt von der DKP Velbert.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.16,Essen 18.4.1970

16.05.1970:  Die DKP gibt die Nr.20 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 9.5.1970, 23.5.1970). Berichtet wird u.a. über die DFU in Neviges und Velbert.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.20,Essen 16.5.1970

23.05.1970:  Die DKP gibt die Nr.21 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 16.5.1970, 30.5.1970). Veranstaltungen werden angekündigt von der SDAJ Gruppe Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.21,Essen 23.5.1970

30.05.1970:  Die DKP gibt die Nr.22 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 23.5.1970, 6.6.1970). Veranstaltungen werden u.a. angekündigt von der SDAJ Gruppe Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.22,Essen 30.5.1970

01.06.1970:  Am Gymnasium Velbert wird, laut DKP, vermutlich in dieser Woche gestreikt.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.23,Düsseldorf 6.6.1970

06.06.1970:  Die DKP gibt die Nr.23 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 30.5.1970, 13.6.1970). Berichtet wird u.a. über die SDAJ Neviges.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.23,Essen 6.6.1970

20.06.1970:  Die DKP bringt die Nr.25 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 13.6.1970, 27.6.1970) und berichtet über das Gymnasium Velbert.
=Unsere Zeit Nr.25,Essen 20.6.1970

13.07.1970:  Vermutlich diese Woche fordert eine IG Metall (IGM) Funktionärskonferenz in Velbert, laut KPD/ML-ZB, 15% für die Metalltarifrunde (MTR).
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.16,Bochum 18.7.1970

Oktober 1970:  Die DKP Langenberg (Rheinland, heute Velbert) gibt ihren 'Stachel' Nr.2 heraus.
=Der Stachel Nr.2,Langenberg Okt. 1970

18.10.1970:  Auf der 7. Tagung des Parteivorstandes der DKP (vgl. 17.10.1970) wird von 34 PV-Mitgliedern und zugleich Betriebsräten bzw. Gewerkschaftsfunktionären ein "Wort an unsere sozialdemokratischen Kollegen" verfaßt. Unterzeichnet ist der in Düsseldorf verfaßte Text von Betriebsräten (B) und Gewerkschaftsfunktionären (G) u.a. von Günter Judick (G) aus Velbert.
=Der Hammer Tödliche Bilanz,Bochum o.J. (1970),S.3;
Hasper Gold Stellungnahme der DKP zur Lohnbewegung der Metaller,Hagen o.J. (1970),S.6;
Lüfter Brief an den Minister,Dortmund o.J.,S.4;
DKP Stadtteilgruppe Scharnhorst:Kommunisten stellen sich zur Diskussion,Dortmund o.J. (1970)


Januar 1971:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im Januar ihre 'Heiße Eisen' Nr.1 (vgl. Nov. 1969, März 1971) für die Metallbetriebe heraus.
=Heiße Eisen Nr.1,Velbert 1971

Januar 1971:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im Januar ihre Stadtzeitung 'Der Schlüssel' Nr.1 (vgl. Juni 1971) heraus.
=Der Schlüssel Nr.1,Velbert 1971

März 1971:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im März ihre 'Heiße Eisen' Nr.3 (vgl. Jan. 1971, Apr. 1971) für die Metallbetriebe heraus.
=Heiße Eisen Nr.3,Velbert 1971

April 1971:  Die DKP Velbert gibt vermutlich im April ihre 'Heiße Eisen' Nr.4 (vgl. März 1971) für die Metallbetriebe heraus.
=Heiße Eisen Nr.4,Velbert 1971

Juni 1971:  Die DKP Velbert gibt ihre Stadtzeitung 'Der Schlüssel' Nr.2 (vgl. Jan. 1971) heraus. Eingegangen wird u.a. auf die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 1.6.1971).
=Der Schlüssel Nr.2,Velbert Juni 1971

01.06.1971:  In Velbert treten, laut DKP, Fahrpreiserhöhungen in Kraft.
=Der Schlüssel Nr.2,Velbert Juni 1971

04.06.1971:  Laut KPD/ML-ZB wird heute bei Schmalbach-Lubeca Velbert gestreikt. Die KPD/ML-ZB berichtet von den Streiks u.a. in Velbert und fährt fort:"
Die Gewerkschaftsführer tun nichts, um diese Streiks zu vereinheitlichen und voranzutreiben: Sie haben zwar Flugblätter verteilt, auf denen sie radikal verkünden, daß die Friedenspflicht jetzt beendet ist, doch das ist auch alles. Die Kämpfe der Chemiekollegen sollen zersplittert bleiben und sich totlaufen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44 und 50,Bochum 9.6.1971 bzw. 3.7.1971,S.2 bzw. S.4;
Das Rote System Nr.15,Berlin 22.6.1971


September 1971:  In der Nr.9 seines 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) (vgl. 14.8.1971, Okt. 1971) berichtet der KJVD u.a. von der IG Metall (IGM) Verwaltungsstelle Velbert.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.9,Bochum Sept. 1971

04.09.1971:  Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.67 (vgl. 1.9.1971, 8.9.1971) heraus.
Man weiß auch davon zu berichten, daß eine Reihe von Anträgen zum IGM-Gewerkschaftstag, ein Verbot "maoistischer Gruppen" fordern. Diese Anträge werden u.a. gestellt von der IGM-Verwaltungsstellen Velbert.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.67,Bochum 4.9.1971

11.12.1971:  Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.95 (vgl. 8.12.1971, 15.12.1971) heraus und berichtet u.a. vom IGM OV Velbert bzw. dem IG Metall Tag.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.95,Bochum 11.12.1971

Juli 1972:  Von den Sekretariaten niedersächsischer und nordrheinwestfälischer Schülergruppen wird die Broschüre "Zur Praxis des Oberschulkampfes" herausgegeben.
Im einleitenden Vorwort stellen die Verfasser u. a. fest:
"Dieses Papier ist also keine 'Plattform' der Gruppen, es ist vielmehr eine Vorarbeit dafür. Zugleich soll mit Veröffentlichung der praktischen Erfahrungen unserer Arbeit anderen Gruppen Material für ihre Praxis und theoretische Diskussion zur Verfügung gestellt werden, der Prozeß der Klärung der politischen Perspektive, theoretischen Ableitung und praktischen Durchführung des sozialistischen Oberschulkampfes vorangetrieben und damit auch unserer Arbeit verbessert werden. Die Veröffentlichung des Papiers fällt zusammen mit der Konsolidierung des organisatorischen Rahmens dieser Arbeit. Die Gruppen stehen seit gut einem Jahr in einem ständigen Kommunikationszusammenhang, durch den die Entwicklung der örtlichen Praxis, die theoretische Qualifikation der Schülergenossen und die politische Orientierung der Gruppen planmäßig und gemeinsam vorangetrieben wurde. Vor einigen Monaten ist diese erste Etappe durch die Konstituierung als Konferenz niedersächsischer Schülergruppen' abgeschlossen worden, für die Gruppen Nordrhein-Westfalens ist ein ähnlicher Prozeß eingeleitet."
Wichtiger Inhalt der Schulpolitik soll sein:
- ideologischer Kampf,
- demokratischer Kampf,
- anti-imperialistischer Kampf,
- anti-militaristischer Kampf.
Zu Wort kommen in der Broschüre u.a. die Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Herne und das Sozialistische Aktionskollektiv (SAK) Clausthal-Zellerfeld sowie eine dritte Gruppe, deren Identität wir bisher nicht entschlüsseln konnten. Beteiligt waren sicher auch die ASS Velbert und das Schülerkollektiv/ML Bochum. Getroffen hatten sich die Gruppen in Berlin. Diskutiert wurde die Broschüre auch in anderen Schülergruppen des späteren KBW, zumindest in der Hamburger Sozialistischen Schülerfront (SSF).
=Sekretariate niedersächsischer und nordrheinwestfälischen Schülergruppen: Zur Praxis des Oberschulkampfes,Bochum 1972

24.09.1972:  Laut IGBE (vgl. 15.12.1971, 15.5.1972) soll heute in Hannover ihr 10. Gewerkschaftskongreß (vgl. 30.9.1971) beginnen (vgl. 3.1.1972), der am 28.9.1972 abgeschlossen sein soll. Aktiv vorbereitet wird dieser auch in Velbert, Langenberg und Tönisheide.
=Einheit Nr.24, 10, 15 und 19,Bochum 15.12.1971, 15.5.1972, 1.8.1972 bzw. 1.10.1972,S.1, S.3, S.4 und 6ff bzw. S.1ff

09.01.1973:  Zur Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 ruft, laut einer in Dortmund verbreiteten Liste, auch die Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Velbert auf.
=N.N.:Aufruf Vietnam-Demonstration am 14.1.1973 in Bonn,Dortmund o.J. (Jan. 1973),S.2

31.01.1973:  Bei Huf Velbert beginnt, laut SAG, in der Nacht von heute auf morgen ein Streik in zwei Abteilungen, denen sich später noch einen dritte anschließt (vgl. 7.2.1973, 15.2.1973).
Laut RFO Saarland beginnt der Streik in der Nacht von gestern auf heute. 180 Frauen und Männer streiken für die volle Tariflohnerhöhung von 8,5%, die durch eine Zulagenkürzung für 140 ArbeiterInnen gestrichen werden soll. Diese 140 seien ausgesperrt worden, woraufhin sich 40, zumeist Jugoslawinnen, solidarisierten. Laut ASS Herne beginnt ein Streik von 140 Akkordarbeitern unter den insgesamt 1 600 Beschäftigten bis zum 13.2.1973.

In den heute beginnenden Streik bei Hülsbeck und Fürst (HUF) Velbert greifen, laut BKA Freiburg, neben dem AStA der Ruhruni Bochum auch Velberter Schüler, die Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS), ein.

Laut KPD (vgl. 7.2.1973) beginnt der Streik schon am 19.1. in der Nachtschicht. Auch der eigene KJV greift ein, während sich die IG Metall solidarisiert und am 23.1. eine Demonstration stattfindet.

Der KABD (vgl. 1.5.1973) berichtet:"
Zwei Wochen lang streikten 140 Akkordarbeiter der Firma Hülsbeck & Fürst in Velbert. Sie wehrten sich gegen die Versuche der Unternehmer, die tarifliche Lohnerhöhung zu unterlaufen. 50 ausländische Arbeiterinnen legten aus Solidarität ebenfalls die Arbeit nieder. 15. 000 Mark wurden in den beiden Streikwochen an Solidaritätsspenden gesammelt."
=Rote Fahne Nr.6,Dortmund 7.2.1973;
Rote Fahne Extrablatt,Tübingen o.J. (1973),S.2;
Klassenkampf Nr.31,Freiburg 21.3.1973;
Herner Schülerpresse Nr.1,Herne 1973;
Rote Fahne - Röchling o.Nr.(3),Völklingen 1.3.1973;
Klassenkampf Nr.21,Frankfurt März 1973;
Stählerne Faust Extra,Dortmund 1.5.1973


07.02.1973:  In Velbert führen, laut KPD, die streikenden HuF-Arbeiter (vgl. 31.1.1973, 9.2.1973) eine Demonstration durch die Stadt durch, an der sich, laut ASS Herne (vgl. 19.2.1973), u.a. auch Mitglieder der befreundeten Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Schüler (ASS) Velbert beteiligen.
=Herner Schülerpresse Nr.1,Herne 1973;
Rote Fahne Nr.7,Dortmund 14.2.1973


08.02.1973:  Bei Hoesch Dortmund beginnt, laut KG (NRF) um 4 Uhr morgens ein Streik auf der Westfalenhütte, aus dem sich eine Demonstration aller 3 Werke zum Marktplatz entwickelt. Erkämpft wird eine Lohnerhöhung von 5 Pfennig.

Für die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund und die ML Castrop/Rauxel berichtet H. R. später (vgl. 16.2.1973):"
SELBSTÄNDIGER STREIK DER HOESCH-KOLLEGEN
...
Doch die Macht von Tausenden Kollegen kam nicht zum tragen. Es wurden keine Belegschaftsversammlungen planmäßig und organisiert durchgeführt, die die Basis des Streiks hätte weiter verbreiten können.
Eine permanente Streikversammlung konnte nur an der Westfalenhütte durchgführt werden, da hier die Basis des Streiks am größten war und eine alte Kantine als Versammlungsraum besetzt war.

Das ermöglichte die Entfaltung einer breiten, proletarischen Demokratie, bei der die Aufgaben von allen diskutiert und die Beschlüsse und Aktionen immer von der großen Mehrheit der Kollegen getragen wurde. Diese Mehrheit hätte jedoch verbreitert werden müssen durch das Einbeziehen der Kollegen der anderen Dortmunder Werke, um zu einer noch größeren Kraft zu werden, und sie hätte gesichert werden müssen durch den Kampf um die Sympathie der Dortmunder Bevölkerung, wie es uns die Velberter Kollegen beispielhaft vorgemacht haben."
=Die Rote Front Weitermachen und Nr.4,Dortmund o.J. (1973),S.1 bzw. S.1f

09.02.1973:  Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund zweimal ihre 'Heisse Eisen' (vgl. 8.2.1973, 12.2.1973) heraus. Vermutlich am Nachmittag erscheint eine vierseitige - ordentlich gedruckte Ausgabe:"
NICHT 46, SONDERN 60 PFENNIG!
...
Der Kampf der Hoesch-Hüttenarbeiter findet ein großes Echo in der
Öffentlichkeit. Die Sympathie für die Hoeschianer wächst. Ein Vertreter der streikenden Metallarbeiter aus Velbert (von Hülsbeck und Fürst - HuF,d.Vf.) erklärte richtig, daß nur der entschlossene und einheitliche Kampf aller Arbeiter zum Erfolg führt."

Auf den folgenden Seiten werden Artikel aus der heutigen Presse (WAZ, Ruhr-Nachrichten und Westfälische Rundschau) über den Streik bei Hoesch sowie Artikel aus der 'UZ' der DKP über die Lohnrunde bzw. HuF Velbert nachgedruckt.
=Heisse Eisen 25 000 Arbeiter gegen ein Häufchen Aktionäre bzw. Extrablatt,Dortmund 9.2.1973

09.02.1973:  In Velbert führen, laut KPD, 300 bis 400 HuF-Arbeiter eine Demonstration durch die Stadt durch (vgl. 7.2.1973, 13.2.1973).

Das ASS Herne (vgl. 19.2.1973) berichtet (vgl. 7.2.1973) von der Teilnahme von u.a. auch Studenten der Ruhruniversität Bochum (RUB).

Für die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund und die ML Castrop/Rauxel (vgl. 16.2.1973) berichtet H. R., u.a. von heute, "die Kollegen hatten sich inzwischen mit der Bitte um solidarische Hilfe an die Bochumer Studentenschaft gewandt, woraufhin etwa 300 Studenten und Schüler sich an einer Demonstration am letzten Freitag durch Velbert beteiligten und eine Spendensammlung von einigen Tausend Mark in der Bochumer Universität zusammenbrachten."
=Die Rote Front Nr.4,Dortmund o.J. (1973),S.3;
Herner Schülerpresse Nr.1,Herne 1973;
Rote Fahne Nr.7,Dortmund 14.2.1973


10.02.1973:  Bei Hoesch Dortmund wird heute Abend, laut KPD, der Streik beendet (vgl. 9.2.1973, 12.2.1973).
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 11.2.1973) berichten:"
ABER EINS, ABER EINS, DAS IST GEWIß, DAß 14 PFG MÖGLICH IST
...
Die Kollegen von Velbert haben uns in den letzten Tagen bewiesen, daß man so seine Forderungen durchsetzen kann. Sie waren nur 180 von mehr als tausend Arbeitern eines Werkes. Sie haben sich über 14 Tage nicht einschüchtern lassen, weil sie wußten, daß der Kapitalist für sie zur Zeit keinen Ersatz kriegen kann. Woher will der Hoesch-Vorstand 22. 000 Stahlarbeiter hernehmen?

Deshalb werden wir wahrscheinlich auch nicht 14 Tage zu streiken brauchen, um unsere Forderungen hundertprozentig durchzusetzen."
=Die Rote Front Aber eins, aber eins, das ist gewiß, daß 14 Pfg. möglich ist,Dortmund o.J. (1973),S.1f;
Rote Fahne Nr.7,Dortmund 14.2.1973


13.02.1973:  Bei HuF Velbert wird, laut KPD, der Streik beendet (vgl. 9.2.1973, 15.2.1973).

Für die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund und die ML Castrop/Rauxel (vgl. 16.2.1973) berichtet H. R.:"
BEISPIELHAFTER ERFOLGREICHER LOHNKAMPF VON 180 VELBERTER KOLLEGEN

Während des Streiks bei Hoesch kam eine Delegation der streikenden Velberter Metaller in das Streiklokal auf der Westfalenhütte (vgl. 9.2.1973,d.Vf.). Sie berichteten ihren streikenden Kollegen von Hoesch über ihren Kampf; um zu möglichst einheitlichen, solidarischen Aktionen zu kommen. Tatsächlich haben ihre Erfahrungen eine wichtige Bedeutung für den Streß der Hoesch-Kollegen und die Lohnkämpfe aller westdeutschen Arbeiter. Denn nur 140 Akkordarbeiter von insgesamt 1 600 Beschäftigten der Firma Hülsbeck und Fürst in Velbert waren in den Streik getreten, weil die Geschäftsleitung bei ihnen nur 6% von 8,5% Tarifabschluß auf den betrieblichen Effektivlohn umlegen wollen. Doch trotz ihrer zahlenmäßigen Schwäche konnten die Kollegen ihren Kampf nach 2 Wochen erfolgreich beenden: sie bekamen 8,5%! Wesentlich für ihren Erfolg war, daß sie geschlossen - ungeachtet der Drohungen der Betriebsleitung - kämpften, bis sie ihr Ziel durchgesetzt hatten, und daß sie sich um die Solidarität ihrer Kollegen im Werk un der Velberter Bevölkerung bemühten.

Sie streikten nicht in den umliegenden Kneipen, sondern standen jeden Tag vor den Toren, um ihre übrigen Kollegen aufzufordern, sich zu solidarisieren und auch zu streiken. Zwar folgten nur 40 diesem Aufruf, weil die anderen sich von den Drohungen der Betriebsleitung einschüchtern ließen. Doch die streikenden Kollegen waren sich der Sympathie der Velberter Bevölkerung gewiß, nachdem sie in mehreren Demonstrationen über ihre Ziele aufgeklärt hatten.
Die Betriebsleitung beantwortete diese Aktionen damit, daß sie einen Kollegen fristlos entließ und die anderen Streikenden aussperrte. Doch die Kollegen hatten sich inzwischen mit der Bitte um solidarische Hilfe an die Bochumer Studentenschaft gewandt, woraufhin etwa 300 Studenten und Schüler sich an einer Demonstration am letzten Freitag (vgl. 9.2.1973,d.Vf.) durch Velbert beteiligten und eine Spendensammlung von einigen Tausend Mark in der Bochumer Universität zusammenbrachten.
Diese praktische Solidarität war eine entscheidende Hilfe für den Erfolg: gestützt auf die Sympathie von außen, konnten die Kollegen 14 Tage durchhalten und 8,5% durchsetzen. Es zeigt, daß bereits wenige Kollegen, wenn sie sich einig sind, geschlossen vor gehen und überall für ihre Sache werben, zum Erfolg kommen können. Für den Lohnkampf aller westdeutschen Arbeiter lassen sich aus dem Erfolg der Velberter Kollegen zwei wichtige Lehren ziehen. Zum einen zeigt er, daß es möglichst notwendig ist (die örtliche IG Metall-Führung verhielt sich sehr passiv), daß die Arbeiterklasse den Kampf um ihre Forderungen selbst in die Hand nimmt und daß der selbständige Kampf zum Erfolg führt. Zum zweiten zeigt er, daß eine wesentliche Bedingung für den Erfolg der beständige Kampf um die Solidarität der nicht streikenden Kollegen und der übrigen Werktätigen ist, daß man sich nicht mit dem Vorwand 'die noch arbeitenden Kollegen sind halt rückschrittlich' davon abbringen lassen darf, für die geschlossene und einheitliche Kampffront zu kämpfen.

Wenn das erreicht wird, dann ist die Arbeiterklasse - das hat die Geschichte oft genug bewiesen - immer stärker als ihre Ausbeuter."

Später (vgl. 5.3.1973) verfasst H. R. für die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund und die ML Castrop-Rauxel die folgende:"
BERICHTIGUNG

In der letzten Ausgabe der DRF berichteten wir falsch über den Streik der Velberter Kollegen. Sie mußten ihren Streik nach zwei Wochen beenden, obwohl sie ihr Ziel nicht erreicht hatten: sie erhielten nicht - wie wir berichteten - 8,5%, sondern nur 7,5%. Gegenüber den anfangs von den Kapitalisten angebotenen 6% ist auch das als ein Erfolg des selbständig geführten Lohnkampfes zu werten."
=Die Rote Front Nr.4 und 5,Dortmund o.J. (1973) bzw. März 1973,S.2f bzw. S.4;
Rote Fahne Nr.7,Dortmund 14.2.1973


14.02.1973:  Die KPD gibt die Nr.7 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 7.2.1973, 21.2.1973) heraus, in der von den Streiks bei Hoesch Dortmund (vgl. 8.2.1973) und HuF Velbert (vgl. 13.2.1973) berichtet wird.
Solidarität für HuF kam aus dem zuständigen IGM Ortsverein Düsseldorf von Jagenberg und auch von Schieß (1 600 DM). Das Regionalkomitee der KPD organisierte Solidarität in Essen, Bochum und Solingen sowie aus Berlin von der Jugendvertretung KWU und den IGM Jugendgruppen AEG und SEL.
=Rote Fahne Nr.7,Dortmund 14.2.1973

15.02.1973:  Bei Huf Velbert endet, laut SAG, der Streik. Solidarität kommt aus dem IGM Bezirk Hagen, von den Unis Bochum und Frankfurt sowie, laut RFO Saarland, auch von Schülern der Umgebung. Im Verlaufe des Streiks wurden, laut RFO, 5 Demonstrationen durchgeführt. Erreicht worden seien 7,5% Lohnerhöhung und die Bezahlung von 3 Streiktagen (vgl. 13.2.1973).
=Klassenkampf Nr.21,Frankfurt März 1973;
Rote Fahne - Röchling o.Nr.(3),Völklingen 1.3.1973


17.02.1973:  Es erscheint der 'Express' Nr.2 (vgl. 22.1.1973, 21.2.1973).
Aus NRW wird im Leitartikel berichtet von Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 8.2.1973) bzw. der Stahltarifrunde (STR) sowie durch W.S. (Willi Scherer aus Gelsenkirchen - d.Vf*) von dieser und der MTR im folgenden:"
BRIEF AUS NRW
...
In Großbetrieben sind die Unternehmer gezwungen, wenn sie Ruhe haben wollen, Zugeständnisse zu machen. Ford Köln und Babcock Oberhausen und andere haben die Löhne effektiv gezahlt. In anderen Betrieben, vorwiegend Klein- und Mittelbetrieben in Düsseldorf, Velbert, Gelsenkirchen, Hagen, Wuppertal, Dortmund streikten die Arbeiter, um Umgruppierungen, Kürzungen ihrer Akkorde und den Abbau von übertariflichen Leistungen zu verhindern. In der gesamten Metallindustrie wird das Hoesch-Beispiel diskutiert und gibt Arbeitern und Betriebsfunktionären Mut und Auftrieb."
=Express Nr.2,Offenbach 17.2.1973

18.02.1973:  Für die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund und die ML Castrop-Rauxel (vgl. 5.3.1973) berichtet H. R.:
DRASTISCHE STEUERERHÖHUNG: DIE WERKTÄTIGEN MÜSSEN ZAHLEN!
...
Nur einer muß wirklich löhnen: Otto Normalverbraucher. Schmidts Gerede will ihm nur Sand in die Augen streuen. So versuchte er erst gar nicht, mit einem Konjunkturzuschlag zu kommen, davor warnte ihn das Kampfbewußtsein der streikenden Dortmunder und Velberter Kollegen zu sehr. So versuchte er es auf die laue Tour und erzählte was von 'sozialer Ausgewogenheit'. Aber das darf uns nicht täuschen."
=Die Rote Front Nr.5,Dortmund/Castrop-Rauxel März 1973,S.4

24.02.1973:  Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.7 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 17.2.1973, 3.3.1973) heraus und berichtet vom Streik bei Huf Velbert.
=Roter Morgen Nr.7,Hamburg 24.2.1973

März 1973:  Vermutlich im März gibt die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD die Nr.3 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' heraus. Berichtet wird vom Streik bei HuF Velbert, mit dem sich u.a. die GOG Siemens Berlin, die Mietersolidarität Düsseldorf-Garath und oppositionelle Gewerkschafter aus Solingen solidarisierten. Abgedruckt wird ein Flugblatt des Ausschuß Akkordarbeiter von HuF.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.2,Dortmund o.J. (1973)

März 1973:  'Der HUF-Arbeiter' - Zeitung der Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst Velbert erscheint erstmals (vgl. Apr. 1973) mit der Titelüberschrift: "Giesserei: Unsere Gesundheit für den Profit? Wo bleibt die Sicherheit und Menschenwürde des Arbeiters."
Im Editorial heißt es zur Herausgabe des 'HUF-Arbeiters':"
Allen Voraussagen von Pessimisten und Abwieglern zum Trotz kommt nun doch die erste Nummer des HUF-Arbeiter, einer Betriebszeitung für Hülsbeck und Fürst, heraus. ... Wer macht den HUF-Arbeiter? ... Wir sind 'waschechte' HUF-Arbeiter, deutsche und ausländische Frauen und Männer. ... Wir sind eine Gruppe, die sich während des Streiks gebildet hat und sich vorgenommen hat, eine kontinuierliche Arbeit im Betrieb zur Vorbereitung von Arbeitskämpfen zu leisten. ... Wir arbeiten mit drei Studenten zusammen, die vor allem die technische Arbeit für uns erledigen. Sie drucken für uns Zeitungen und Flugblätter und sorgen für die Verteilung. ... Der HUF-Arbeiter soll der ganzen Belegschaft dienen. ... Wir wollen deshalb den HUF-Arbeiter zu einem Kampfinstrument der gesamten Belegschaft machen, um uns so erfolgreich gegen die Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen gemeinsam zu wehren. Es ist wichtig, über alles informiert zu sein. Erst dann können wir einheitlich gegen Mißstände kämpfen. Wir wollen deshalb über alle Mißstände im Betrieb genau berichten, wollen alle Sauereien anprangern, um die Wahrheit ans Licht zu fördern und so über Kampfmaßnahmen entscheiden zu können. ... Darüber hinaus soll unsere Zeitung für die Arbeiter bei HUF über die Erfahrungen der Kollegen anderer Betriebe in ganz Deutschland berichten, damit wir aus diesen Erfahrungen für unseren Kampf lernen können. ... Wir gehören keiner bestehenden Partei an, weder SPD noch DKP noch FDP, und schon gar nicht der CDU. Wir sind zur Zeit noch eine kleine Gruppe, die aber fest entschlossen ist, sich für die Interessen der HUF-Kollegen voll und konsequent einzusetzen."

Es ist nicht bekannt, welche Gruppe hinter dem 'HUF-Arbeiter' steht. Es kann aber angenommen werden, daß die Herausgeber der Zeitung mit der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei zumindest in Verbindung stehen, da die Verfasser mitteilen:"
Wir sichern euch zu, daß eure Zuschriften streng anonym bleiben, so daß keinem durch die Mitarbeit bei uns eine Gefahr seitens der Geschäftsleitung droht. Wir veröffentlichen unsere Namen nicht, um uns nicht unnötig einer Gefahr auszusetzen. Schickt eure Zuschriften an die angegebene Adresse: R. Wagner, 46 Dortmund, Postfach 1506. R. Wagner ist ein vertrauenswürdiger Kollege aus Dortmund, den wir kennen und der unsere Veröffentlichungen unterzeichnet, da dies juristisch notwendig ist." (R. Wagner zeichnet auch für Publikationen der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei verantwortlich.
=Der HUF-Arbeiter Nr.1,Velbert März 1973

03.03.1973:  Heute beginnt, laut KPD/ML-ZK, eine zweitägige Bundeskonferenz ihrer Gewerkschaftsopposition (GO), an der sich Kollegen aus ca. 50 Betrieben und 8 Gewerkschaften, u.a. von Hülsbeck und Fürst (HuF) Velbert beteiligen. Festgestellt wird:
"Die GO ist die organisierte Fraktion in den bestehenden Gewerkschaften."
=Roter Morgen Nr.9 und 10,Hamburg 10.3.1973 bzw. 17.3.1973

05.03.1973:  Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.3 (vgl. Jan. 1973, 14.4.1973) heraus. Berichtet wird aus dem IGM-Bereich aus Velbert.
=Spartacus Nr.3,Mainz 5.3.1973

12.03.1973:  Erstmals erscheint die 'Wir wollen alles' (WWA - 12.3.1973, Apr. 1973).
RKler aus Frankfurt, Offenbach und Rüsselsheim berichten vom Streik bei Hoesch, eingegangen wird in diesem Zusammenhang auch auf Huf Velbert.
=Wir wollen alles Nr.1,Gaiganz 12.3.1973

17.03.1973:  Gründungskonferenz der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet (KFR) für den Wiederaufbau der KPD (vgl. 10.3.1973).

Für die KFR berichtet P. U. in der 'Roten Front' (vgl. 28.3.1973):"
KOMMUNISTISCHE FRAKTION IM RUHRGEBIET ZUM WIEDERAUFBAU DER KPD GEGRÜNDET!

Am Samstag, dem 17.März fand in Dortmund eine Konferenz verschiedener kommunistischer Gruppen des östlichen Ruhrgebiets statt. Es waren die Marxisten-Leninisten Hagen, die Marxisten-Leninisten Castrop-Rauxel und Dortmund und einige Genossen aus Essen, Recklinghausen und Münster anwesend. ...

In Dortmund haben an den drei Werken der Hoesch AG (IGM-Bereich,d.Vf.) und an der Zeche Hansa (IGBE-Bereich,d.Vf.) solche kommunistischen Kollektive die Arbeit aufgenommen, in Castrop-Rauxel am Chemiewerk Gewerkschaft Viktor (CPK- Bereich,d.Vf.). Initiativen zum Aufbau weiterer Kollektive gibt es in Hagen, Essen und Velbert."
=Die Rote Front Nr.7,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973,S.1 und 4f;
Klassenkampf und Programm Nr.3,Dortmund Apr. 1973,S.1ff


26.03.1973:  Für die Kommunistische Fraktion im Ruhrgebiet (KFR - vgl. 28.3.1973) berichtet H. R. vermutlich in dieser Woche von der Stahltarifrunde (STR):"
NACHTARIFE IN DER STAHLINDUSTRIE

Die Unruhe unter den Stahlarbeitern, die sich im Streik bei Hoesch, Mannesmann-Duisburg, HUF-Velbert und Klöckner-Bremen nach dem miserablen 8,5% - 46 Pfg. ? Abschluß niederschlug, greift jetzt auch auf Gewerkschaftsbonzen und Stahlmanager über.
=Die Rote Front Nr.7 und 8,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973, S.1 und 3f. bzw. 7

April 1973:  Die Nr.2 von 'Der HUF-Arbeiter' - Zeitung der Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst Velbert erscheint (vgl. März 1973, Juni 1973) mit der Titelüberschrift: "Vertrauensleutewahl. Kämpfen wir für innergewerkschaftliche Demokratie." Aufgerufen wird dazu, an der 1. Mai-Veranstaltung des DGB in Velbert teilzunehmen. Dort soll demonstriert werden "gegen die Politik der DGB-Spitze für unsere selbständige Politik unter den Losungen: Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse! Vorwärts im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse und des Volkes". In Essen soll am Abend des 1. Mai eine "regionale 1. Mai-Veranstaltung für eine selbständige Arbeiterpolitik" stattfinden.
=Der Huf-Arbeiter Nr.2,Velbert Apr. 1973

07.04.1973:  Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.13 (vgl. 31.3.1973, 11.4.1973) heraus und befaßt sich mit der Beschlägefabrik Stanley in Velbert (IGM-Bereich) und deren Wohnheim für die 90 Ausländerinnen (u.a. aus Spanien).
=Roter Morgen Nr.13,Hamburg 7.4.1973

14.04.1973:  In Dortmund-Mengede beginnt der zweitägige nationale Kongreß oppositioneller Gewerkschafter im Saalbau (vgl. 1.4.1973, 16.4.1973), der, laut der aufrufenden KPD, von über 500 Gewerkschaftern besucht wird.
In der 'RGO' finden sich die Ausführungen der Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD:"
ZUR SELBSTÄNDIGEN STREIKFÜHRUNG
...
Der Manövrierspielraum von Gewerkschaftsbonzen, die sich voll und ganz dem Kapital verschrieben haben, ist gesetzmäßig umso geringer, je mehr das Monopokapital die direkte Ausbeutung der Arbeiterklasse steigern muß. So sind die zugespitzten Interessen der Kapitalisten die Ursache für die zugespitzt arbeiterfeindliche Politik der Gewerkschaftsführer heute im Vergleich zu vor drei Jahren. Statt sich an spontane Streikbewegungen anzuhängen (wie im September 1969), müssen sie sich nach kürzester Zeit offen dagegen stellen und ihren Abbruch betreiben. So sah in Velbert die Ortsverwaltung zunächst noch zu, sperrte aber dann den ganzen Apparat, als sich die Kollegen nicht mit 7,5% zufrieden geben wollten."
=Revolutionäre Gewerkschafts Opposition Nr.3 und 6/7,Dortmund Mai 1973 bzw. Sept. 1973

14.04.1973:  Spartacus Bolschewiki/Leninisten (SBL) gibt seinen 'Spartacus' Nr.4 (vgl. 5.3.1973, Mai 1973) heraus und berichtet von Hülsbeck und Fürst (HuF) Velbert.
=Spartacus Nr.4,Mainz 14.4.1973

20.04.1973:  Vermutlich erscheint Ende dieser Woche die 'Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop-Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei' (KFR). Hierbei handelt es sich vermutlich um die Nr.9 der 'Roten Front' (vgl. 6.4.1973, 9.5.1973).

Zur Mitbestimmung heißt es auf S.1 und 4 u.a.:"
MITDENKEN, MITBESTIMMEN, MITVERANTWORTEN
...
Wem dient also die Mitbestimmung, die Mitverantwortung und das Mitdenken? Allein den Kapitalisten, ihrem 'Betriebsfrieden', der Sicherung ihrer Herrschaft über die Arbeiterklasse und breite Teile des Volkes.

Die 1. Mai-Parole des DGB kann deshalb niemals zur Losung der Arbeiterklasse werden. Wir müssen nicht mit den Kapitalisten und ihren Vertretern 'mitdenken', mitbestimmen und mitverantworten', wie wir von diesen Leuten ausgebeutet und unterdrückt werden! Wir müssen dagegen vielmehr bestimmen und verantworten, wie die Sache der Arbeiterklasse und aller Lohnabhängigen und ihrer selbständigen Politik vorankommt. Wir müssen vom Denken, Bestimmen und Verantworten lernen, das noch vor einigen Wochen die Kollegen von Mannesmann, Hoesch und in Velbert beispielsweise zusammengeschweißt und zum Erfolg gebracht hat. Hier wurde nicht über die Entlassung von fortschrittlichen Kollegen 'mitbestimmt', sondern gegen diese Entlassung selbständig gekämpft. Hier haben viele gelernt warum wir klassenbewußte und kampfstarke Gewerkschaften brauchen, was praktisch heißt: Gewerkschaft, das heißt, gemeinsamer Kampf aller Arbeiter und Angestellten gegen Lohnabbau und wirtschaftliche Ausplünderung. Der Parole der DGB-Führung von der 'Mitbestimmung' und 'Mitverantwortung' bei der kapitalistischen Profitwirtschaft setzen wir deshalb unsere Losung entgegen:

FÜR KAMPFSTARKE KLASSENBEWUßTE GEWERKSCHAFTEN!"
=Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973

23.04.1973:  Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint in Dortmund ein zweiseitiges Flugblatt der 'Roten Fahne' (RF) der KPD unter Verantwortung von Maria Bergmann, Zimmerstr.19:"
BRANDT-REGIERUNG, MONOPOLPRESSE UND GEWERKSCHAFTSBONZEN AUF JAGD GEGEN KOMMUNISTEN UND FORTSCHRITTLICHE MENSCHEN. GEWERKSCHAFTSBONZEN UND DKP-REAKTIONÄRE MOBILISIEREN SCHLÄGER UND PROVOKATEURE GEGEN OPPOSITIONELLE GEWERKSCHAFTER UND REVOLUTIONÄRE MAI-DEMONSTRATIONEN.
...
Die Streiks bei Mannesmann-Duisburg, Hoesch, Velbert und in der Druckindustrie - sie alle sind nicht nur ohne die Gewerkschaftsbonzen geführt worden, sondern gegen sie. Für den 1.Mai wollen sie in Zusammenarbeit mit der Polizei, 8-Groschenjungen und Schlägern die wachsende Opposition mit faschistischer Manier unterdrücken."
=Rote Fahne Sonderdruck Jetzt erst recht: Heraus zum 1.Mai!,Dortmund o.J. (Apr. 1973)

23.04.1973:  Eine Extra-Ausgabe der 'Stählernen Faust' - Betriebszeitung der KPD/ML-ZK für die Hoesch-Betriebe (vgl. 12.3.1973, Juli 1974) in Dortmund erscheint in dieser Woche:"
STRASSE FREI FÜR DEN ROTEN 1. MAI
...
Die Arbeiterklasse ist erwacht! Der Streik bei Hoesch ist den Bossen und Bonzen in die Knochen gefahren. Streiks bei Mannesmann in Duisburg (MM - vgl. 28.2.1973,d.Vf.), in Velbert (im IGM-Bereich bei HuF - vgl. 31.1.1973,d.Vf.). Streiks in den Druckereien, den Chemiekonzernen, den Textilfabriken."
=Stählerne Faust Extra,Dortmund 1.5.1973

30.04.1973:  Vom Aktionskreis Jugendzentrum (AKJZ) Dortmund erscheint ein Offener Brief. Danach bestehen Initiativen für ein freies Jugendzentrum u.a. in Velbert.
=AKJZ:Offener Brief,Dortmund 30.4.1973

Mai 1973:  Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr.3 der 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (vgl. März 1973, Juni 1973) datiert auf Mai heraus.
Enthalten sind Artikel zur selbständigen Streikführung (in NRW bei Hoesch Dortmund, Mannesmann Duisburg-Huckingen und in Velbert).
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.3,Dortmund Mai 1973

01.05.1973:  Ein Flugblatt des Regionalen Maikomitees Essen rief zum 1. Mai 1973 auf: "Heraus zum 1. Mai - Gegen Arbeitshetze und Überstundenschinderei! Raus aus der konzertierten Aktion! Kampf den politischen Ausschlüssen aus den Gewerkschaften! Für kampfstarke und klassenbewußte Gewerkschaften!"

Im Maikomitee Essen haben sich folgende Organisationen zusammengeschlossen:
- Regionales Maikomitee im Ruhrgebiet,
- Sozialistische Schülergruppen NRW,
- Kommunistische Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei (KFR),
- Gruppe Rote Fahne Bochum/Ortsgruppe Essen,
- Marxistisch-Leninistische Initiativgruppe Essen.

Laut KFR wird vom Regionalen 1. Mai-Komitee ein kurzes Flugblatt zum Verbot der Dortmunder Demonstration auch auf der Demonstration in Essen verteilt.

In Essen soll am Abend des 1. Mai eine "regionale 1. Mai-Veranstaltung für eine selbständige Arbeiterpolitik" stattfinden, zu der u.a. die Betriebsgruppe HUF Velbert aufruft.

Die Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop-Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei' (KFR ? vgl. 20.4.1973) riefen auf:
KOMMT ZUR ZENTRALEN 1. MAI-VERANSTALTUNG IN ESSEN

Die Aufgabe der Veranstaltung in Essen wird es sein, die verschiedenen Erfahrungen, die an den jeweiligen Orten gemacht worden sind, zusammenzufassen. Einzelne Sprecher der örtlichen Maikomitees werden berichten, welche Erfahrungen oder auch Rückschläge es bei ihrer Arbeit gegeben hat. Der 1. Mai ist zwar ein zentraler Punkt des Klassenkampfes, aber es genügt nicht, nur an diesem einen Tag für eine selbständige Arbeiterpolitik zu demonstrieren. Daher wird es eine weitere Aufgabe der Veranstaltung sein, Kampfperspektiven und die nächsten politischen Aufgaben zu nennen. Ein Vertreter der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet zum Wiederaufbau der Kommunistischen Partei wird dies in einem Referat versuchen. Weiterhin wird auf der Veranstaltung ein Film gezeigt, und zwar: 'Der Kampf um 11%'. Es handelt von den Metalltarifkämpfen 1971 in Baden-Württemberg. Das Ganze wird ergänzt durch musikalische Beiträge. Essen 'Steeler Stadtgarten', 1. Mai 18. Uhr."
=Regionales Maikomitee Essen:Heraus zum 1. Mai- Gegen Arbeitshetze und Überstundenschinderei! Raus aus der konzertierten Aktion! Kampf den politischen Ausschlüssen aus den Gewerkschaften! Für kampfstarke und klassenbewußte Gewerkschaften,Dortmund 1973;
Der Huf-Arbeiter Nr.2,Velbert Apr. 1973,S.1;
Die Rote Front Extra,Dortmund 9.5.1973;
Mai-Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop Rauxel) Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei,Dortmund/Castrop-Rauxel 1973,S.4


08.05.1973:  Ab heute werden in Dortmund und Umgebung Aufrufe des Regionalen Komitees im Ruhrgebiet gegen das Verbot der 1. Mai-Demonstration in Dortmund verbreitet (vgl. 8.5.1973, 11.5.1973), einerseits als Flugblatt von zwei Seiten DIN A 4, andererseits in einer Extra-Ausgabe der 'Roten Front', Zeitung der Kommunistischen Kollektive Hoesch, Zeche Hansa (Dortmund) und Gewerkschaft Viktor (Castrop Rauxel) - Mitglieder der Kommunistischen Fraktion im Ruhrgebiet für den Wiederaufbau der KPD (KFR - vgl. 9.5.1973).
In dem Komitee sind, nach eigenen Angaben, neben Einzelpersonen u.a. vertreten die Initiative Velbert der KFR und die Sozialistischen Schülergruppen NRW.
Aufgerufen wird dazu, am 18. Mai in Dortmund gegen das Demonstrationsverbot zu demonstrieren.
=Die Rote Front Extra 1. Mai 1973 in Dortmund: Für freie politische Betätigung der Arbeiterklasse und des Volkes,Dortmund/Castrop-Rauxel o. J. (1973),S.4;
Regionales Komitee gegen das Demonstrationsverbot - für uneingeschränkte Demonstrations- und Organisationsfreiheit der Arbeiterklasse und des Volkes!: Aufruf,Dortmund o.J. (Mai 1973)


17.05.1973:  Die Deutschen Jungdemokraten, Ortsverband Velbert/Rheinland (Judos der FDP) erklären heute, laut Komitee gegen die Demonstrationsverbote:"
Der Ortsverband Velbert der DEUTSCHEN JUNGDEMOKRATEN verurteilt das durch den Dortmunder Polizeipräsidenten Riwotzki ausgesprochene Verbot der Demonstration am 18.5.1973 um 18 Uhr in Dortmund, Nordmarkt auf schärfste und wertet dieses Demonstrationsverbot als weiteren Angriff auf die demokratischen Rechte des Volkes.
Obwohl sich die DEUTSCHEN JUNGDEMOKRATEN in vielen Punkten von den Organisationen, die diese Demonstration durchführen und dazu aufgerufen haben, politisch unterscheiden, so solidarisieren wir uns voll mit den Zielen dieser Demonstration. Es ist die Pflicht aller entschiedenen Demokraten, jederzeit für das demokratische Recht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit energisch einzutreten und gegen die verschärften Angriffe auf die elementarsten Rechte des Volkes zu protestieren und kämpfen.

Der Ortsverband Velbert der DEUTSCHEN JUNGDEMOKRATEN fordert daher alle demokratisch gesinnten Menschen auf, sich mit den Zielen und Inhalten der genannten Demonstration zu solidarisieren.
WEG MIT DEN UNDEMOKRATISCHEN DEMONSTRATIONSVERBOTEN!
FÜR UNEINGESCHRÄNKTE DEMONSTRATIONSFREIHEIT!"
=Komitee gegen die Demonstrationsverbote:18./19. Mai 73 Dokumentation,Dortmund o.J. (Juni 1973),S.7

18.05.1973:  In Dortmund stehen, laut BKA Freiburg, bei einer Demonstration gegen die Demonstrationsverbote 800 Demonstranten 3 000 Polizisten gegenüber, was zu 300 Festnahmen führt.
Dem Regionalen Komitee gegen das Demonstrationsverbot haben sich nach dem Aufruf u.a. angeschlossen:
- Mitglieder der Initiative Velbert der KFR.
=Regionales Komitee gegen das Demonstrationsverbot:Das Regionale Komitee gegen das Demonstrationsverbot ruft euch auf: Heraus zur Protestdemonstration gegen das Demonstrationsverbot, Freitag, 18.5., 18h, Nordmarkt,Dortmund o.J. (Mai 1973)

26.05.1973:  Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.20 (vgl. 19.5.1973, 2.6.1973) heraus.
Vermutlich gemeinsam mit dieser Ausgabe des 'Roten Morgens' und auch einzeln wird ein Extrablatt "Kampf der politischen Unterdrückung" verbreitet, welches sich vornehmlich mit den Ereignissen in Dortmund, aber u.a. auch mit HuF Velbert befaßt.
=Roter Morgen Nr.20 und Extrablatt Kampf der politischen Unterdrückung,Dortmund 26.5.1973 bzw. Mai 1973

Juni 1973:  Die Nr.3 von 'Der HUF Arbeiter - Zeitung der Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst' in Velbert (vgl. Apr. 1973) kommt u.a. zu dem Schluß, daß in der DDR der Kapitalismus herrsche.
=Der HUF Arbeiter Nr.3,Velbert Juni 1973

August 1973:  Bei Hülsbeck und Fürst (HuF) Velbert kommt es, laut KPD, vermutlich im August zu einem Streik für eine Teuerungszulage (TZL).
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

September 1973:  Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.7 (vgl. Aug. 1973, Okt. 1973) heraus. Berichtet wird aus dem IGM-Bereich aus Velbert.
=Spartacus Nr.7,Mainz Sept. 1973

September 1973:  Laut der Projektgruppe Ruhrgebietsanalyse Bochum konstituiert sich Anfang September nach den Streikaktionen bei Opel in Bochum ein Solidaritätskomitee für die entlassenen Opel-Kollegen. Mit diesem Komitee wurde das seit einem Jahr bestehende Komitee für Andreas Lara und Rudi Wischnewski neu belebt. In diesem Komitee arbeitet auch mit die Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst (HuF) Velbert.
=Erwin Bawulski:Die Septemberstreiks 1969 und ihre Folgen unter besonderer Berücksichtigung der Adam Opel AG in Bochum,Dortmund 1974;
Projektgruppe Ruhrgebietsanalyse Bochum:Opel streikt,Bochum 1973,S.18f


12.09.1973:  Der Regionale KVZ-Vertrieb Ruhrgebiet der KFR des KBW berichtet vom Verkauf der heutigen 'KZV' Nr.2 durch das Ortskollektiv Dortmund der KFR, daß dieses auch zwei Stück im Jugendzentrum Velbert verkaufte.
=KFR-Regionaler KVZ-Vertrieb:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.2,Dortmund 2.10.1973

26.09.1973:  Der Regionale KVZ-Vertrieb Ruhrgebiet der KFR des KBW berichtet vom
Verkauf der heutigen 'KZV' Nr.3 durch die OG Dortmund des KBW, daß diese auch neun Stück im Jugendzentrum Velbert verkaufte.
=KFR-Regionaler KVZ-Vertrieb:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.3,Dortmund o.J. (Okt.
1973)

17.11.1973:  In Dortmund findet, laut und mit KJV der KPD, eine Demonstration des Aktionskreises für ein freies Jugendzentrum (AKJZ), der die Besetzungen der letzten Wochen (vgl. 12.11.1973) organisierte, trotz Verbot statt. Es beteiligen sich auch Jugendzentrumsinitiativen u.a. aus Velbert.
=Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973;
AKJZ:Der Kampf um das Erich-Dobhardt-Haus geht weiter,Dortmund o.J. (13.11.1973).


26.01.1974:  In Duisburg beginnt das Regionalkomitee (RK) Rhein/Ruhr der KPD mit seiner zweitägigen Konferenz oppositioneller Gewerkschafter.

Im Hauptreferat heißt es u.a.:"
Zu Beginn des Jahres 1973 analysierten wir richtig, daß die Hauptform der Auseinandersetzung zwischen Monopolen und Arbeiterklasse Lohnkämpfe sein würden, und daß unsere Hauptaufgabe darin bestehen würde, SELBSTÄNDIGE Streikführungen aufzubauen.

Dies ist uns im Herbst gelungen: nach den Erfahrungen bei Hoesch, bei Hülsbeck und Fürst (HuF in Velbert,d.Vf.), Hella in Lippstadt, Mannesmann-Huckingen und anderen Betrieben ergriffen Kommunisten und oppositionelle Gewerkschafter bei den Metallarbeiterstreiks überall mutig ein, standen an vielen Punkten an der Spitze der Kämpfe."
=Rote Fahne Nr.3 und 5,Dortmund 16.1.1974 bzw. 30.1.1974;
KPD-RK Rhein/Ruhr:Material zur Konferenz oppositioneller Gewerkschafter in NRW am 26./27. Januar in Duisburg Hauptreferat,o.O. o.J. (Jan. 1974)


März 1974:  Der KJV der KPD gibt sein 'Kämpfende Jugend Agitationsheft' Nr.4 (vgl. Feb. 1974, **.**.1974) unter dem Titel "Wir werden kämpfen, wir werden siegen - unabhängige Jugendzentren werden wir kriegen!" heraus. Berichtet wird vom Kampf um Jugendzentren (JZ) u.a. in Velbert.
=Kämpfende Jugend Agitationsheft Nr.4,Dortmund März 1974

28.04.1974:  Im Revierpark Nienhausen in Gelsenkirchen besuchen, laut und mit Spartacusbund (SpB) fast 500 Personen die Maiveranstaltung des Multinationalen Arbeiterkomitees, in dem der SpB selbst sowie Lucha Obrera (LO) Spanien, Lotta Continua (LC) Italien und die Betriebsgruppe Hülsbeck und Fürst (HuF - IGM-Bereich) Velbert im Kreis Mettmann mitarbeiten. Am 1.Mai demonstriert das Komitee in Essen.
=Spartacus Nr.5,Essen 1.6.1974

25.02.1975:  Die Kommunistische Gruppe (KG) Velbert des KBW (vgl. 3.4.1975) berichtet vermutlich von heute, daß in Velbert 15 Personen am Tage nach dem Richterspruch ein Komitee für die Abschaffung des Paragraphen 218 gegründet hätten (vgl. 13.3.1975).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.13,Mannheim 3.4.1975

13.03.1975:  Die Kommunistische Gruppe (KG) Velbert des KBW (vgl. 3.4.1975) berichtet, daß in Velbert 80 Personen, u.a. vom 218-Komitee (vgl. 25.2.1975), die SPD-Veranstaltung "Die Reform des Paragraphen 218" besuchen.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.13,Mannheim 3.4.1975

06.04.1975:  Der AB gibt vermutlich heute die auf April datierte Nr.58 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. März 1975, 20.4.1975) heraus und berichtet aus Velbert.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.58,München Apr. 1975

03.11.1975:  Bei Enka-Glanzstoff Wuppertal geben das KPD-RK NRW und die LgdI Wuppertal in dieser Woche das folgende Flugblatt heraus:"
KAMPF GEGEN DIE GEPLANTEN MASSENENTLASSUNGEN BEI ENKA-GLANZSTOFF!
...
An den Verkauf der riesigen brachliegenden Wiesen, die Glanzstoff vor Jahren für Betriebserweiterungen in Neviges gekauft hatte, denken sie nicht. Der Bau des Glanzstoff-Parkhauses an der Alexanderbrücke für x Millionen Mark ist beschlossene Sache. Die angeblichen Verluste sollen auf die Arbeiter abgewälzt werden."
=KPD-RK NRW, LgdI Wuppertal:Kampf gegen die geplanten Massenentlassungen bei Enka-Glanzstoff!,Wuppertal o.J. (Nov. 1975)

10.11.1975:  In Lüneburg wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche die für März 1976 bevorstehende Schließung des Werkes der Bartels-Ibus GmbH (390 Besch., Zentrale in Langenberg in NRW) bekannt, wo Bauelemente, Türen und Spanplatten produziert werden.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.2,Köln 18.11.1975

14.11.1975:  Heute streiken, laut AB, 250 bei der Zahnradfabrik (ZF) Velbert zwei Stunden lang.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.74,München 16.11.1975

27.01.1976:  Die KPD gibt die Nr.4 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 20.1.1976, 3.2.1976) heraus und berichtet vom Walzwerk Neviges der Bochumer Stahlwerke, womit auch die Stahlwerke Bochum (SWB) gemeint sein könnten.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.4,Köln 27.1.1976

Februar 1976:  In Velbert wird, laut SAG, vermutlich im Februar eine Demonstration gegen die Schließung des Stahlwerkes Neviges (320 Besch.) durchgeführt.
=Klassenkampf Nr.54,Frankfurt März 1976

01.03.1976:  Im Werk Neviges (600 Besch.) der Stahlwerke Bochum (SWB) wird, laut KPD, gegen die Stillegung gestreikt.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 3.3.1976

02.03.1976:  Die KPD gibt die Nr.9 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD) (vgl. 24.2.1976, 9.3.1976) heraus und berichtet über die Stahlwerke Bochum (SWB) in Bochum und Neviges (320 Besch.).
=Rote Fahne Pressedienst Nr.9,Köln 2.3.1976

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