Februar 1968

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 10.2.2018


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Der Februar 1968 wird hier im Spiegel der oppositionellen und studentischen Gruppierungen sowie ihrer Publikationen dargestellt, wobei die benutzten Quellen keineswegs erschöpfend sind und der Ergänzung bedürfen.

Der Februar 1968 war vor allem bestimmt von der Vietnamsolidarität und dem Internationalen Vietnamkongress in Westberlin am 17./18.2.1968, die hier zwecks Übersichtlichkeit nur als Text und nicht mit Dokumenten erschlossen wird. Fortgesetzt wurden aber vor allem zu Anfang des Monats auch die Aktionen gegen die Militärjunta in Griechenland.

Auf Bundsebene war das Erscheinen des Gründungsaufrufs der späteren Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) der DKP wichtig, in der anfangs auch Trotzkisten mitarbeiten wollten.

In Berlin kam es in Folge der Auseinandersetzungen vom 31. Januar an der FU zu Raumverboten an den Universitäten, von denen der Vietnamkongress im Vorfeld betroffen war, vor allem aber neben der Kritischen Universität (KU) auch das geplante Springer-Hearing, dessen westdeutsche Referenten wegen der Verbote nicht anreisten. Der Senat mobilisierte als Antwort auf den Vietnamkongress massiv zu einer Freiheitskundgebung.

Die erfolgreichen Bremer Aktionen gegen die Fahrpreiserhöhungen spornen nun auch in Freiburg und Göttingen die Protestbewegung an, in Bochum werden die Aktionen fortgesetzt.

Sowohl in Hamburg als auch in Heidelberg gehen auch die Aktionen innerhalb der Kirchen weiter, während sich in Westberlin die Katholische Studentengemeinde (KSG) neuorganisiert und kritisch engagiert.

Verschiedentlich, wie aus Hamburg und Tübingen berichtet wird, beginnt nun die Agitation an den Betrieben.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Februar 1968:
Es erscheint die 'Resistentia' Nr. 2 zum Thema "Vier Jahre Al-Fatah". Darin erscheint auch der Artikel "Das Nah-Ost-Problem im Spiegel der deutschen Presse". Dieser wird auch vom SDS Hamburg (vgl. 7.4.1969) übernommen.
Quelle: Apopress Nr. 6, Hamburg 7.4.1969, S. 13ff

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Februar 1968:
Nach einem Bericht der Zeitschrift 'Rebell' wird ein Aufruf zur 'Gründung der Revolutionären Sozialistischen Jugend' (später: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend') bekannt.

Zumindest in der 'Sozialistischen Korrespondenz', die in Hamburg erscheint und als Blatt des Stamokap-Flügels einzuschätzen ist, erscheint ein Aufruf zur Gründung der Revolutionären Sozialistischen Jugend.
Rolf J. Priemer, späterer SDAJ-Funktionär, wird als Kontaktadresse angegeben (vgl. 4.5.1968).
Q: Rote SDAJ-Opposition Nr. 1, Mannheim 1968; Gruppe Revolutionärer Weg: Rebell, Organ der Roten-SDAJ-Opposition (Reprint, Auszüge aus den Jahren 1968-1970), Frankfurt 1978, S. III

Februar 1968:
Vermutlich im Februar 1968 erscheint ein 'Rundbrief - Junge Garde für den Aufbau einer revolutionären Organisation der Jugend' unter Verantwortung von Rainer Haase Frankfurt.

Berichtet wird von einer Schülerdemonstration in Freiburg (vgl. 1.2.1968) sowie einem internationalen Jugendtreffen (vgl. Juni 1967).

Man tritt ein gegen den Vietnamkongress in Berlin und dafür für einen Marsch auf Bonn gegen die Notstandsgesetze (NSG).
Q: Rundbrief - Junge Garde für den Aufbau einer revolutionären Organisation der Jugend, Frankfurt O. J. (1968)

Februar 1968:
In der deutscher Sektion des Vereinigten Sekretariats (VS) der Vierten Internationale erscheint der 'Zentralredaktions-Rundbrief' (ZR-RB) für Januar und Februar (vgl. Dez. 1967, März 1968). Aufgrund des Erscheinens des Gründungsaufrufes der SDAJ der späteren DKP (vgl. Feb. 1968) solle man nun keine eigene Jugendorganisation mehr gründen. Berichtet wird auch über die DEA, die Demokratischen Ausschüsse des Widerstands in Griechenland.
Q: VS-deutsche Sektion-ZR: Rundbrief, o.O. Jan./Feb. 1968

Februar 1968:
Die Februarausgabe des Hamburger 'Roten Morgens' (vgl. Jan. 1968, März 1968) berichtet u.a. von der Gründung der Gruppe Roter Morgen Mannheim (vgl. 2.2.1968).
Im Leitartikel "Großoffensive in Südvietnam" wird ausgeführt:"
Die Großoffensive der südvietnamesischen Befreiungsfront rollt. Täglich, stündlich treffen neue Erfolgsmeldungen ein. Kämpfe in Saigon, Hue, Da Nang und in weiteren 55 Städten des Landes. Die Lage der USA-Invasoren und ihrer südvietnamesischen Marionetten verschlechtert sich täglich. Schon drohen Kriegswahnsinnige im Pentagon mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen. In ihrer Bedrängnis greifen sie zu der von Hitler kreierten Taktik der verbrannten Erde und vernichten ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung mit Raketen, Napalm und Bomben ganze Städte … Die Großoffensive im Landesmaßstab hat eine neue Etappe des vietnamesischen Volksbefreiungskrieges eingeleitet. Die Moral der Aggressoren ist auf dem Null-Punkt angelangt. Die Marionettenarmee ist fast vollständig zusammengebrochen … Je miserabler die Situation der Aggressoren, desto unverschämter die Versuche der Reformisten und Pazifisten, ihnen aus der Patsche zu helfen … Solidarität mit dem Volk Vietnams, d.h. Kampf gegen die Aggressoren, vor allem gegen ihre Stützpunkte und Filialen in Westdeutschland. Gleichzeitig müssen wir aber all die entlarven, die den Aggressoren goldene Brücken bauen möchten."

Weitere Artikel sind:
- Marxistisch-Leninistische Partei Frankreichs gegründet,
- Verhindert zwei, drei, viele Griechenlands,
- Wir brauchen die internationale marxistisch-leninistische Einheit.
Q: Roter Morgen, Hamburg Feb. 1968

Februar 1968:
Der Vorstand des Initiativausschusses zur Gründung einer Sozialistischen Partei (IA) gibt die Nummer 59 des 'Informationsbriefes' (IB) heraus (vgl. Jan. 1968, März 1968). Er enthält die Artikel:
- Wird das "Dorf" die "Stadt" besiegen? [Beiträge von Siegfried Markowski und Werner Lauritz zum Che-Guevara-Artikel in IB, Nr. 57]
- [Friedrich Zimmermann]: Bemerkungen über die Vorgänge in China (6. Fortsetzung)
- Aus Briefen, die uns erreichten
- Die Redaktion. Liebe Leser
Q: Initiativausschuss zur Gründung einer Sozialistischen Partei: Informationsbrief, Nr. 59, Bergisch-Gladbach Februar 1968

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Februar 1968:
In Freiburg beteiligen sich, laut GUV, etwa 5 000 Menschen an den Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen.
Q: GUV: Zur Geschichte der Arbeiterbewegung und der demokratischen Bewegung nach 1945 in Freiburg. Weg mit dem KPD-Verbot!, Freiburg O. J. (1976), S. 18

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Februar 1968:
Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Heidelberg gibt das 'forum academicum' - Heidelberger Studentenzeitschrift Nr. 1 (vgl. Dez. 1967, Juli 1968) heraus mit den Artikeln und Beiträgen:
- "Das Heidelberger Modell" für eine demokratische Universität, von Jürgen Kegler;
- "Effektivität und Vernunft. Bemerkungen zum Dahrendorf-Plan" von Hans Gerhard Schmierer;
- "Habemus papam" zur Rektorwahl im Großen Senat, von Ludwig Jäger;
- "Rechter Rat am rechten Platz?" zum Hochschulrecht bzw. der Aberkennung eines Psychologie-Diploms wegen charakterlicher Mängel, von Hans Dettweiler;
- "Der Knüppel oder wie man das Spiel nicht spielen kann" zur Hochschulreform, von Stefan Summerer;
- "Das fiktive Ghetto der Wertfreiheit. Zum Verhältnis soziologischer Theorien zur sozialen Praxis" von Hartwig Berger;
- "Willfährige Knechte? Bemerkungen zur empirischen Sozialforschung" von Peter Sonnhütter;
- "Geschichtswissenschaft und Politik" von Hans Gerhart Schmierer;
- "Weh' denen, die dem ewig Blinden Des Lichtes Himmelsfackel leihen (Schiller) Bemerkungen zum Verhältnis zwischen Naturwissenschaften und Politik" von Johannes Petermann;
- "History is bunk. Zur Ideologie des Strukturalismus" von Gerhard H. Kurz;
- "FORUM bringt Vorlesungs- und Seminarkritiken":
- - zur Vorlesung Sprachanalytische Ethik von Prof. Tugendhat, von Peter Bierl;
- - "Etwas Durcheinandriges. Wie man in dem Musikhistoriker Reinhold Hammerstein den Dichter erkennen kann" von Dietrich Lohff;
- - "Versuch zu ändern. AT-Seminar 'Ziontradition' Dr. Streck" von Meinhard Schröder;
- "Herrn Hübners empfindsame Hand" zum Bachverein, von Dietrich Lohff;
- "Zum Fragebogen über das FORUM ACADEMICUM" ein Leserbrief von Claus Born, Elisabeth Koesters, Dirk Pilger und Bernhard Vatter; sowie
- "aufgeschnitten" zu Büchern.

Eine Anzeige wirbt zu den Landtagswahlen (LTW) für die Demokratische Linke (DL). Eine Anzeige wirbt für das Amerika-Haus.
Q: forum academicum Nr. 1, Heidelberg Feb. 1968

Februar 1968:
Der SDS Tübingen gibt vermutlich im Februar das Flugblatt "Hochschulgesetz" heraus. Aufgerufen wird dazu zu einer Demonstration in Stuttgart am Tag der Verabschiedung im Landtag, voraussichtlich am 15.3.1968.
Q: SDS-Flugblätter zur Hochschulpolitik. Tübingen, Sommer-Semester 1967 Winter-Semester 1967/68, Tübingen O. J. (1968), S. 8

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Februar 1968:
An der Universität Tübingen erscheint die Nr. 81 der 'Notizen' (vgl. Feb. 1966, Apr. 1969) mit einem Titelbild mit Frank Zappa und den Artikeln:
- "Kampf den Provokateuren" zur Erklärung der Rektoren;
- "Ausländerreferat", das geschaffen werden soll;
- "Fachschaft Soziologie";
- "Wertfreie Wissenschaft" zur Strafanzeige gegen 5 SDS-Mitglieder wegen Störung der Vorlesung von Tenbruck (Soziologie);
- "Hellas und Teutonien. Prüfstein für die Demokratie";
- "Mit allen Mitteln einer Pressure Group. Notizen-Gespräch mit Prof. von Beyme";
- "Der Fall Tenbruck" in der Soziologie, von J. F. Anders;
- "Die Ohnmacht der Pseudo-Konkreten. Zum Go-In des Tübinger SDS" bei Tenbruck, von Rainer Eckertz;
- "Nachtrag zur ESG-Umfrage in der math.-nat. Fak." vom Arbeitskreis für Hochschulreform der ESG;
- "Theologie und Revolution";
- "Zur Technik des SPIEGEL. Bornierte Skepsis, käuflich" zum 'Spiegel', von Féderic Flammer;
- "Ein Abgrund von Radikalität. Faschismus - und kein Ende?" von Alf Lüdtke;
- "Enteignet Springer! Entwurf zu einem neuen Pressegesetz";
- "Beischlaf auf offener Bühne" zur Studentenbühne;
- "Germanistik als Schlußlicht. Pongs über Brecht" von Hermann Pongs;
- "'Die Nacht der Puppen'";
- "Buchbesprechung" zu Habermas: Theorie und Praxis sowie zu Habermas, Friedeburg et al: Student und Politik;
- "Bornismus. Tübingen (r)evolutionäre Komplikationen";
- "Prozeß 'Politisches Mandat'" zum Urteil vom 1.2.1968 gegen den AStA; sowie
- "AStA-Wahlen und Urabstimmung".
Q: Notizen Nr. 81, Tübingen Feb. 1968

Februar 1968:
Die Aktion Demokratische Universität (ADU) München stellt sich vermutlich im Februar mit einem Flugblatt "Die Uni München und die ADU" den bundesdeutschen Asten vor, in dem sie ihre Gründung auf die Übernahme des AStA der LMU durch die MSU im Jan. 1968 zurückführt und sich beschreibt als syndikalistische Organisation mit rund 450 Mitgliedern an Uni, TH, PH, Kunsthochschule und HfPW, von denen etwa 100 zugleich Mitglied von DIS, GASt, HSU, LSD, SDS, SHB und STAKK seien. Man betreibe gemeinsam mit den Fachschaften etwa 12 kritische Arbeitskreise und habe monatlich den 'Unireport' in einer Auflage von 15 000 Stück veröffentlicht.
Q: ADU: Die Uni München und die ADU, München O. J. (1968)

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Februar 1968:
Die Aktion Demokratische Universität (ADU) München veröffentlicht, unter Verantwortung von Reiner Jendis und Rolf Pohle, ihre "Dokumente zur Hochschulpolitik" Nr. 1, die vermutlich bundesweit verbreitet werden, zum Thema "Zum politischen Bewusstsein des Professors".

Der Text gliedert sich in die Abschnitte:
- "1. Vorbemerkung";
- "2. Der Professor und sein Verhältnis zum Staat und zum Studenten";
- "3. der Professor als Untertan";
- - "3.1 Historisches";
- - "3.2 Keine grundsätzlichen Wandlungen nach 1945";
- - "3.3 Regierung und Grundgesetz" zum Besuch des Schah von Iran 1967, zu den indonesischen Studenten, mit denen sich der Senat der LMU am 23.2.1967 befasste, zum US-Amerikaner Shuford (DFU), zur Verleihung der Konrad-Adenauer-Preise der Deutschland-Stiftung in der LMU am 28.2.1967, zum 'Sing-Out 66' der Moralischen Aufrüstung und zum Politischen Polizisten auf dem Teach-In über Ausländerfragen am 19.12.1967;
- - "3.4 Professoren und Hochschulpolitik" zur Universität Regensburg, zum Klinikum Großhadern und zum Bayrischen Hochschulgesetz (BHG);
- - "3.5 Folgerungen";
- "4. Der Professor als Patriarch";
- - "4.1 Von der Lehrkanzel verkündete der Professor…" zur Geschichte seit dem 18. Jahrhundert;
- - "4.2 Die gegenwärtige Haltung des Professors den Studenten gegenüber";
- - "4.3 Dokumente aus dem Bereich der Münchener Universität";
- - - "4.31 Auf die Senatssitzung am 23.2.1967…" zur studentischen Mitbestimmung;
- - - "4.32 'Der Papa wird's schon richten'" zur Teilnahme der Studenten an Fakultätssitzungen und anderen Hochschulgremien;
- - - "4.33 Öffentlichkeit = Anarchie?" zur Geheimhaltung der Senatssitzung vom 9.11.1967 über Mitbestimmung;
- - - "4.34 Korporationstag zur 500-Jahrfeier";
- - - "4.35 Universität als Staatsbürokratie";
- "5. Folgerungen" mit der Forderung nach Öffentlichkeit der Sitzungen der akademischen Gremien um die Kritik zu ermöglichen, wobei "wir davon ausgehen, daß jede Aussage zur Hochschule politischen Charakter trägt."
Q: ADU: Dokumente zur Hochschulpolitik Nr. 1, München Feb. 1968

Februar 1968:
In Berlin erscheint vermutlich im Februar ein Flugblatt "Enteignet Springer!" mit Zitaten von Adolf Hitler.
Q: N. N.: Enteignet Springer!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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Februar 1968:
In Berlin-Zehlendorf gibt Constantin Bartning für Schüler die 'Information' Nr. 2 heraus zum Thema "Reifeprüfung" bzw. Abitur. Bekanntgegeben wird: "Verschiedene Schülerarbeitskreise suchen noch Mitarbeiter." Diese sind u.a. über den AStA der PH erreichbar.
Q: Information Nr. 2, Berlin Feb. 1968

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Februar 1968:
In Berlin legt der Arbeitsausschuß am Romanischen Seminar der FU "Vorschläge zu einem Organisationsmodell" der KU vor.
Q: KU-Arbeitsausschuß am Romanischen Seminar: Vorschläge zu einem Organisationsmodell, Berlin Feb. 1968

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Februar 1968:
An der Universität Frankfurt erscheint der 'Diskus' - Frankfurter Studentenzeitung Nr. 1/2 (vgl. 1.4.1968) für Jan. /Feb. vermutlich im Februar mit einem Titelbild zu Vietnam und dem Leitartikel "Permanente Wissenschaftskritik".

Weitere Artikel und Rubriken sind:
- "Polizei und Immatrikulationskartei" u.a. zum Teach-In vom 17.1.1968;
- "Politischer Mord" zu Benno Ohnesorg;
- "Dienstverpflichtung" zum Ausländergesetz, über das die spanischen Arbeiter besorgt seien;
- "Vom Sinn der Repräsentationsideologie" von Gert Schäfer;
- "Nach dem Blitzkrieg" zu Israel, von Manfred Buddeberg;
- "Schutz der Verfassungswirklichkeit. Über die Praxis des Verfassungsschutzes" zum BfV, von Hermann Lohaus;
- "Trüber Spiegel. Offener Brief des Iranischen Studentenvereins Berlin" vom ISV zum 'Spiegel';
- "Erstunken und erlogen" zu den Angriffen des 'Spiegel' auf Bahmand Nirumand;
- "Das Faustrecht des SPIEGEL" zum Iran, von C. Rainer Roth;
- "Berliner Rechtshilfe", die sich selbst darstellt;
- "Offener Brief an die FAZ von D. Bald, H.-J. Blank, Dr. W. Euchner, G. Kress, Dr. J. Hirsch, G. Schäfer (Assistenten der Universität Frankfurt)" zum Bericht der 'FAZ' über Studentenproteste in Frankfurt;
- "Geschäftsgebaren eines Presseorgans der Freien Welt" zur 'FAZ';
- "Deutschritterorden - Vorbild der SS. Von der 'Christianisierung' im Osten - zur Lebensraumtheorie" von Hans-Peter Riese;
- "Geschichtswissenschaft gleichgeschaltet?" zum Buch "Das NS-Geschichtsbild und die deutsche Geschichtswissenschaft", von Hermann Lohaus;
- "Unheilbares Deutschland" zum Buch "Student und Politik im geteilten Deutschland" des Kuratorium Unteilbares Deutschland (KUD) von Til Schulz;
- "Bücherreport";
- "Wissenschaftsreform und Studienreform. Eine exemplarische Skizze für die Jurisprudenz" von Eckhart Osborg;
- "Notstandsprofessor" zum Juristen Prof. Bernhardt, von Hubert Rottleuther;
- "Versuch einer Analyse" der Studentenproteste, von Prof. Hövels vor der medizinischen Fakultät im Dez. 1967, mit dem Kommentar "Kritische Ansätze";
- "Das Faß ohne Boden oder: Diskussionen als Alibi" von Fritz Glöde;
- "Bewußte Irreführung der Studenten. Beitrag zur Podiumsdiskussion am 17.1.1968" von Wetzel (SDS) zur Godesberger Erklärung der WRK;
- "Die Taktik des Rektor Rüegg" von L. Finke;
- "Zur Motivation der Godesberger Erklärung" von Walter Rüegg;
- "Studende geeche Professorn";
- "Der Fall Wenke" an der Universität Hamburg, von E. Neckermann;
- "Bundeswehroffiziere als Privatarmee für Thielicke" in der Hamburger Michaeliskirche;
- "Die Bremer Revolte" zum Protest gegen die Fahrpreiserhöhungen in Bremen (vgl. 15.1.1968), von Til Schulz;
- "AUSS kommunistisch unterwandert?" von M. Lukasik;
- "'Unternehmen Studentenunruhen'" zum BGS in Alsfeld;
- "Der Kapitalismus und die Fachidioten. Zur Frankfurter Ringvorlesung: Wissenschaft und Gesellschaft" von Wolfgang Streeck;
- "Magnifizienzens Studenten-Maffia" zur Fachschaft Soziologie, von V. Weyel;
- "'Lehrstunde in Manipulation'?" zur Abteilung für Erziehungswissenschaften (AfE) von den Mitgliedern des Rates der Nichthabilitierten;
- "Nervus rerum: Devisenbilanz" zum 'Deutschen Studentenanzeiger', von H. Wolf;
- "Gibt es einen Fortschritt?" zur Fachschaft Sozialwissenschaft an der RUB Bochum;
- "Bundeswehr - Schule der Nation";
- "Knokke - Hors Concours" von Johannes Egenolff;
- "Mackie Messer, der Ballade dritte Folge" von Henrich von Nussbaum;
- "Aufgehängte Kunst" von Hans-Peter Riese;
- "Von der Wirklichkeit der Kunst" von Irma Reblitz;
- "Anagogisch!;
- Buchrezensionen;
- "Rauschgiftjugend röchelt noch" von Ulf Mathiesen;
- "Kleines Geläut" von Angelika Mechtel;
- "Konzentration III" von Elmar Barn; sowie
- "Spiel" von Hans Imhoff.
Q: Diskus Nr. 1/2, Frankfurt Jan. / Feb. 1968

Februar 1968:
Erste öffentliche Veranstaltung des sich neu konstituierenden RC in Oldenburg.
Q: Berliner Extra Dienst Nr. 9, Berlin 1968, S. 4

Februar 1968:
Bei den Beratungen über ein neues Schulverwaltungsgesetz (SVG) in Hamburg setzt sich der Vorstand des Hamburger Schülerparlaments (HSP - vgl. Juni 1968), laut Hermann Hanser (vgl. 19.4.1969), für unabhängige Schülervertretungen, Mitbestimmungsrecht der Schüler in ihren Angelegenheiten sowie fünf stimmberechtigte Schüler in der Lehrerkonferenz ein, kann sich aber nicht durchsetzen.
Q: AUSS-Info Nr. 5/6, Frankfurt 1969, S. 68f

Februar 1968:
Laut Peter Schütt (vgl. März 1968) darf Prof. Spuler seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen, da "sich, einer Erklärung der Hamburger Schulbehörde zufolge, 'zahlreiche Schüler' für seine Rückkehr ausgesprochen hatten. Wie sich später herausstellte, hatten sich ganze vierzehn Unterschriften für einen entsprechenden Antrag gefunden.

Die Bewegung gegen die 'Braune Universität Hamburg' hatte immer wieder zahlreiche Studenten zur Aktion bewegt. Schütt fährt fort:"
Wesentlich geringeren Mobilisierungseffekt besaß dagegen die Hamburger 'Kritische Universität', die in ihrem ersten Semester mehr um kritische Aufklärung als um direkte Aktion bemüht war. Die KU blieb in Hamburg Randerscheinung, ihr fehlte von vornherein der Rückhalt innerhalb der Studentenschaft. Sie war nicht, wie in Berlin, das Ergebnis einer gesamtstudentischen Reflexion auf die Stellung der Hochschule in der Gesellschaft, sondern verdankte ihre Gründung der Information und Initiative einzelner, von der Masse der Studenten isolierter Aktivisten. Wie der aus ähnlichen Gründen in Hamburg in Anfängen steckengebliebene 'Republikanische Club' (RC, d.Vf.) füllte die Kritische Universität allenfalls Lücken und Leerstellen aus, ohne auf die etablierten Hochschulverhältnisse einzuwirken." Allerdings gab es auch Ausnahmen: "Die Hamburger Germanisten, die seit einigen Semestern zusammen mit ihren Berliner Kollegen eine studenteneigene kritische Zeitschrift 'Germanistikstudium' herausgeben, verstärkten ihre überregionalen Kontakte, sie leiteten zusammen mit Berliner und Bonner Kommilitonen eine kritische Auseinandersetzung mit den Monopoltendenzen des 'Germanistenpapstes' Benno von Wiese ein und unterstützen die Vorbereitungen zu einem studentischen 'Gegen-Germanistentag', mit dem während der nächsten Tagung des deutschen Germanistenverbandes in Westberlin gegen die Unterdrückung jeglicher Kritik durch die autoritäre Verbandsleitung protestiert werden soll."

Zur internationalen Solidarität im WS 1967/68 heißt es u.a.:"
Zwei Demonstrationen richteten sich gegen die Militärdiktatur in Griechenland und gegen ihre moralische, ökonomische und militärische Unterstützung durch die Bundesrepublik".
Q: Peter Schütt: Entwicklung der demokratischen Bewegung an der Universität Hamburg im Wintersemester 1967/68, In: Blätter für deutsche und internationale Politik Jg. 13/1968, S. 381 und 388f

Februar 1968:
Die DKP berichtet vom KPD-Verbot (vgl. 8.10.1970):"
Im Februar 1968 hatten schleswig-holsteinische Kriminalbeamte in einer Neumünsteraner Druckerei insgesamt 55 000 Exemplare des KPD-Parteiprogramms beschlagnahmt."
Q: Kommunist Extra KPD-Verbot aufheben, Hamburg O. J. (1971), S. 1

01.02.1968:
Lars Müller berichtet vom Freiburger Fahrpreiskampf (vgl. 2.2.1968), "am 1. Februar blockierten Tausende den Bertholdsbrunnen, um gegen die Erhöhung der Bus- und Straßenbahnpreise zu demonstrieren. Vier Tage lang dauerten die Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizei. Zum ersten Mal begehrte auch in Freiburg die Jugend gegen die Obrigkeit auf, wurden Formen des Zivilen Ungehorsams massenwirksam. … Es wäre 'wohl nicht anzunehmen, dass in Freiburg die Schüler und Lehrlinge den Betrieb [des Verkehrs] stören werden.' So schrieben die Verkehrsbetriebe an die Stadtverwaltung, wenige Tage nachdem die Zeitungen über erfolgreiche Fahrpreisdemonstrationen aus Bremen berichteten. Dennoch wollte die Direktion der Verkehrsbetriebe, bereits in bester Fastnachts-Laune, vorbereitet sein: 'Man könnte hier die bevorstehende Faschingszeit ausnutzen: Wenn sich jüngere Menschen auf Schienen bzw. Straßen setzen nicht gleich Polizei, sondern Lautsprecherwagen mit moderner Tanzmusik. (…) Damit könnten Spitzen gebrochen und alles mehr in das Humorige verbogen werden.' Das Ordnungsamt beurteilte die Lage etwas ernster. Eine knappe Woche vor der geplanten Einführung erhöhter Straßenbahntarife wurde der Termin deshalb in letzter Minute um genau einen Monat auf den 1. März - und damit in die Semesterferien - verlegt. Am 1. Februar kamen dennoch Schüler und Studenten zum demonstrieren an die damals stark befahrene Straßenkreuzung am Bertholdsbrunnen. 'Gleich wirds grün' riefen sie im Chor am Straßenrand, gingen los, als die Ampel umsprang und blieben bei rot auf der Straße stehen. So war die Kreuzung blockiert. Die Bewegung gegen den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze und das selbstgerechte Leben der alten Nazis lag seit Monaten in der Luft. Mit der Blockade war sie von Freiburgs Schülern und Studenten endgültig aufgenommen und in die lokalen Auseinandersetzungen hineingetragen worden.

Die Aktionsgemeinschaft gegen Fahrpreiserhöhung, ein informeller Zusammenschluß sozialistisch organisierter Schüler, Studenten und Lehrlinge, hatte den Protest angezettelt. Im Demonstrationsaufruf zeigte sich, dass das Thema geeignet war, viele in ihrem Drang nach Protest zusammenzubringen. 'Wenn jetzt die Straßenbahnpreise erhöht werden sollen, dann sind die Betroffenen vor allem: Arbeiter, Rentner, Hausfrauen, Schüler und Studenten.' Zur ersten Freiburger Fahrpreisdemonstration kamen etwa 2000 Menschen, die von 13: 00 Uhr an die Kreuzung am Bertoldsbrunnen den ganzen Nachmittag über blockierten. Ein Stadtrat bemühte sich um Gespräche mit Demonstranten. Die aber bestanden darauf, mit dem Oberbürgermeister an Ort und Stelle persönlich zu reden. Der stellte sich ihnen allerdings nur auf dem Rathausplatz. Erst nachdem bekannt wurde, dass er zugesagt hatte, die Fahrpreiserhöhungen erneut zu prüfen, wurden die Blockaden am Abend beendet. Der erste Demonstrationstag hatte somit Erfolge gezeigt. Die Tariferhöhungen sollten überprüft werden, der Gemeinderat würde sich gleich in der nächsten Sitzung erneut mit dem Thema befassen, der Oberbürgermeister und andere Lokalpolitiker haben mit den Demonstranten auf der Strasse diskutiert."

Die Junge Garde der IAK (vgl. Feb. 1968) berichtet vermutlich von heute von einer Schülerdemonstration in Freiburg.
Q: Rundbrief - Junge Garde für den Aufbau einer revolutionären Organisation der Jugend, Frankfurt O. J. (1968); Müller, Lars: Freiburger Kämpfe 1968 gegen Fahrpreiserhöhungen. In: Stattzeitung für Südbaden Nr. 53, Freiburg Mai 2003

01.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheinen vermutlich heute die 'Informationen zur St.P.-Wahl' Nr. 1 (vgl. 5.2.1968) unter der Schlagzeile "Wenn die Hüllen fallen…" zur ADS.
Q: Informationen zur St.P.-Wahl Nr. 1, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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01.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich heute das Flugblatt "Die Mitte ist sachlich!" zur ADS.
Q: Feuerborn et al.: Die Mitte ist sachlich!, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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01.02.1968:
In Berlin hatte die KU zum "Springer-Tribunal" um 20 Uhr im Hörsaal HE 101 der TU aufgerufen.
Q: KU: Springer-Tribunal, Berlin O. J. (1968)

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01.02.1968:
In Berlin erscheint, laut einer handschriftlichen Datierung heute, ein "Offener Brief an die Berliner", unterzeichnet von je einem Studenten der FU, PH und TU, der darum bittet, die Studenten nicht "mit einer radikalen Minderheit gleichzusetzen".
Q: Göpelt, P. et al.: Offener Brief an die Berliner, Berlin O. J. (1968)

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01.02.1968:
An der FU Berlin ruft der AStA mit einem Flugblatt auf zur Uni-VV am 2.2.1968. Auf der Rückseite wird die Aufführung des Münchner Rationaltheaters am 5.2.1968 angekündigt.
Q: AStA FU: Freitag 2.2.68…, Berlin 1.2.1968

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01.02.1968:
An der FU Berlin ruft, laut einer handschriftlichen Datierung heute, die Studentenvertretung der Phil. Fak heute mit dem Flugblatt "Können se nich, wolln se nich, dürfen se nich?" zum Romanischen Seminar und zur Uni-VV am 31.1.1968 auf zu einer weiteren Uni-VV am 2.2.1968.
Q: SV Phil Fak: Können se nich, wolln se nich, dürfen se nich?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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01.02.1968:
Der RCDS an der FU Berlin gibt, laut einer handschriftlichen Datierung heute, das Flugblatt "Repressive Demokratie" heraus zu den Vorfällen auf der Uni-VV am 31.1.1968.
Q: RCDS FU: Repressive Demokratie, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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01.02.1968:
Innerhalb des Republikanischen Clubs (RC) Dortmund (vgl. 26.1.1968, 2.2.1968) verbreitet der Vorstand die 'RC-Informationen' Nr. 3 (vgl. 8.1.1968):"
1. RAUMFRAGE: Die Schwierigkeiten für den Republikanischen Club Räume zu mieten, waren größer als erwartet. Eine genaue Mitteilung über die bevorstehende Entscheidung in der Raumfrage hoffen wir Ihnen in der Mitgliederversammlung geben zu können.

2. ARBEITSKREIS NEOFASCHISMUS: Aufgrund der Initiative einiger Clubmitglieder hat sich der Arbeitskreis Neofaschismus gebildet. Er will zu diesem Problem eine Materialsammlung anlegen und Möglichkeiten erörtern, wie dem Neofaschismus im Dortmunder Raum begegnet werden kann. Anläßlich einer Information aus französischen Pressekreisen ist der Rep. Club mit einem Brief an den Oberbürgermeister von Dortmund und an die Öffentlichkeit getreten (vgl. 26.1.1968, d.Vf.). Der OB und die Presse haben inzwischen darauf reagiert. (Siehe: WAZ v. 29.1. und 30.1.1968, RN vom 30.1.1968 und WR vom 30.1.1968; ein Abzug des Briefes an den OB sowie die Presseerklärung des Rep. Clubs sind beigefügt).

3. FINANZLAGE: Wir möchten Sie an die Überweisung der fälligen Mitgliedsbeiträge und Spenden erinnern. Eine reibungslose organisatorische Arbeit erfordert von der Miete bis zum Briefporto Geld.

4. ENTSCHULDIGUNG: Wir bitten Sie um Entschuldigung (und Verständnis), weil wir aufgrund der Schwierigkeiten in der Übergangsphase bis zur räumlichen Etablierung nicht immer alle Mitglieder ausreichend informieren konnten.

NACHTRAG ZU PUNKT 1: Eine endgültige Entscheidung in der Raumfrage ist gefällt worden. Der Rep. Club zieht auf dem Südwall 31 ein."
Q: RC Dortmund: RC-Informationen Nr. 3, Dortmund 1.2.1968

02.02.1968:
Lars Müller berichtet vom Freiburger Fahrpreiskampf (vgl. 1.2.1968, 6.2.1968):"
Um dem Erfolg Nachdruck zu verleihen, wurden die Blockaden am folgenden Tag fortgesetzt."
Q: Müller, Lars: Freiburger Kämpfe 1968 gegen Fahrpreiserhöhungen. In: Stattzeitung für Südbaden Nr. 53, Freiburg Mai 2003.

02.02.1968:
Im Raum Mannheim findet, laut 'Roter Morgen', ein Treffen der dem 'Roten Morgen' nahestehenden Genossen statt, die sich als Gruppe Roter Morgen Mannheim konstituieren und eine Leitung wählen. "Politisch wurde beschlossen: Den Imperialismus und an seiner Spitze den derzeit aggressivsten Vertreter, den der USA zu bekämpfen, den Revisionismus unaufhörlich anzugreifen, die nationale Bourgeoisie zu schwächen mit dem Ziel, die Diktatur des Proletariats zu errichten, die einzig und allein der Weg zur Errichtung des Sozialismus ist". Anwesend ist u.a. auch Helmut Günter, der in der KPD-Zeitschrift 'Freies Volk' als "Agent des Verfassungsschutzes" bezeichnet wird.
Q: Roter Morgen, Hamburg Feb. 1968, S. 6

02.02.1968:
In Berlin wird vermutlich heute eine Übersicht über Veranstaltungen in den nächsten Wochen erstellt.
Q: N. N.: Veranstaltungen, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der FU Berlin findet um 14 Uhr im Audimax eine Vollversammlung statt, zu der u.a. heute der AStA aufruft und einen Antrag vorlegt.

Der Rektor gewährt den Raum nur unter der Auflage, dass nicht zu strafbaren Handlungen aufgefordert werde.

Gellhardt, Lagodzinski und Zinser legen der Vollversammlung einen Alternativantrag zum Antrag des AStA vor, der sich für Schwerpunktstreiks und Go-ins ausspricht. Verabschiedet wird eine Resolution, die diesen Antrag teilweise annimmt.

Die Studentenvertretung des Institut für Germanistik rief dazu auf mit einem Flugblatt, das auch zur Kandidatur zur Studentenvertretung auffordert.
Q: AStA FU: Freitag…, Berlin 2.2.1968; AStA FU: Der Rektor der Freien…, O. O. (Berlin) O. J. (1968);Gellhardt et al.: Die Vollversammlung…, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: Resolution der Vollversammlung aller Fakultäten am 2.2.1968, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der FU Berlin gibt, laut einem Eingangsstempel heute, der Dekan der Phil. Fak das Flugblatt "Einige Richtigstellungen" zum gestrigen Flugblatt der Studentenvertretung heraus.
Q: Dekan Phil Fak: Einige Richtigstellungen, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der FU Berlin erscheint, laut einem Eingangsstempel heute, das Flugblatt "Stellungnahme" von Karin Bauer, Christian Brete, Horst Domdey, Manfred Lefèvre und Veronika Ullmer zu den Vorfällen vom 31.1.1968.
Q: Bauer, K. et al.: Stellungnahme, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der FU Berlin erscheint, laut einer handschriftlichen Datierung heute, das Flugblatt "Gesang vom romanischen Popanz" durch die "noch zu gründende Projektgruppe 'Anti-Popanzen-Poesie' des SDS.
Q: SDS: Gesang vom romanischen Popanz, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der TU Berlin gibt das Aktionskomitee für Politische Arbeit (APA) vermutlich heute den "Aufruf zum Sitzstreik" am 3.2.1968 vor der Griechischen Militärmission heraus.
Q: APA: Aufruf zum Sitzstreik, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
An der FU Berlin lud die ESG zur Fete ab 20 Uhr in der Gelfertstrasse ein.
Q: ESG FU: Fete, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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02.02.1968:
Innerhalb des Republikanischen Clubs (RC) Dortmund (vgl. 1.2.1968, 7.2.1968) lädt Peter Rath zur Mitgliederversammlung am 7.2.1968 ein, wobei u.a. ausgeführt wird:"
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie einen eigenen Stuhl (mögl.) mitbringen würden, denn die Rep. Club Räume sind noch leer. Wir würden dann schon einige Stühle haben - und Sie hätten am Mittwoch einen Sitzplatz."
Q: RC Dortmund: Einladung zur Mitgliederversammlung, Dortmund 2.2.1968

03.02.1968:
Nach einem Bericht von Schlomann/Friedlingstein beteiligt sich an einer 'Sozialistischen Februar Konferenz' u.a. auch der Initiativausschuß für die Wiederzulassung der KPD. Ein Sozialistisches Zentrum konstituiert sich.
Q: Schlomann, Friedrich-Wilhelm, Friedlingstein, Paulette: Die Maoisten, Frankfurt 1970

03.02.1968:
Das Komitee der 100 rief zur Blockade der griechischen Militärmission von 11 bis 13 Uhr auf sowie zur Informationsveranstaltung um 20 Uhr im Audimax der FU.

Vorgeschlagen worden war die Blockade vom Arbeitskreis 28, "Methodik der direkten, gewaltfreien Aktion" der Kritischen Universität (KU).

Von den heutigen Griechenlandaktionen in Berlin berichtet auch die Kommune Eins (vgl. 17.2.1968).
Q: Antrag des KU-Arbeitskreises 28 'Methodik der direkten, gewaltfreien Aktion', O. O. (Berlin) O. J. (1968); Kommune Eins: Nr. 1, Berlin 17./18.2.1968, S. 13f;Komitee der 100: Freiheit für Griechenland, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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03.02.1968:
In Berlin hatten die Studentenvertretung der TU, der Lateinamerikanische Studentenverein und die Selbstverwaltung Sigmundshof eingeladen zum Wochenendseminar zu Lateinamerika.
Q: SV TU, LASV, SV Sigmundshof: Wochenendseminar, Berlin 1.2.1968; SV TU, LASV, SV Sigmundshof: am 3. und 4. …, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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03.02.1968:
An der FU Berlin erscheint, laut einer handschriftlichen Datierung heute, die "Stellungnahme des RCDS zur Vollversammlung aller Fakultäten und zur Informationsveranstaltung des AStA über Griechenland".
Q: RCDS FU: Stellungnahme des RCDS zur Vollversammlung aller Fakultäten und zur Informationsveranstaltung des AStA über Griechenland, Berlin O. J. (1968)

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03.02.1968:
Laut der 'Bochumer Studenten Zeitung' kommt es in der Bochumer Innenstadt zu weiteren Demonstrationen gegen die anstehenden Fahrpreiserhöhungen, die von Schülern und Studenten organisiert sind, in deren Verlauf die Polizei auch Wasserwerfer und Schlagstöcke einsetzt. Auch am 5.2.1968 findet noch ein sog. Aktionstag statt (vgl. 29.1.1968, 15.2.1968).
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 19, Bochum 1968, S. 1

04.02.1968:
In Heidelberg führt der SDS ein Go-In in der Peterskirche durch und fordert mitten im Gottesdienst einfach eine Diskussion.
Q: Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 10, Bochum 29.6.1970

04.02.1968:
An der FU Berlin verfasst Irmgard Kohlhepp einen Offenen Brief zu den Vorfällen vom 31.1.1968.
Q: Kohlhepp, I.: Offener Brief, Berlin 4.2.1968

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04.02.1968:
An der FU Berlin erscheint das 'Math Nat Blatt' Nr. 7 mit der Einladung der Fachschaft Physik zur öffentlichen Diskussion über einige Aspekte des Physik-Studiums am 7.2.1968 um 16 Uhr.
Q: Math nat Blatt Nr. 7, O. O. (Berlin) 4.2.1968

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05.02.1968:
An der Universität Heidelberg rufen zum Teach-in für die ausländischen Studenten im Studentenwohnheim Klausenpfad der SDS und die SAALA (vgl. 18.2.1968) auf, aber auch der AStA.
Q: SDS: Wilde Störversuche in der Presse, Heidelberg O. J. (1968); AStA: Heute Teach-In, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968);SAALA: [unleserlich] zur Lage der ausländischen Studenten in HD, O. O. Heidelberg) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheinen vermutlich Ende dieser Woche die 'Informationen zur St.P.-Wahl' Nr. 3 (vgl. 1.2.1968) unter der Schlagzeile "ADS ist indiskutabel".
Q: Informationen zur St.P.-Wahl Nr. 3, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich heute das Flugblatt "Zwischenberichte aus der Modell-Werkstatt oder erste Ansätze von Kritischer Universität" zur KU bzw. zu acht Seminaren der Theologischen Fakultät im WS 1967/68.
Q: N. N.: Zwischenberichte aus der Modell-Werkstatt oder erste Ansätze von Kritischer Universität, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt von vier unabhängigen Kandidaten zum Studentenparlament.
Q: Frei et al.: Die erfreuliche…, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt "Waren Sie dabei?" zur Rolle der Korporationen beim Aufstieg des NS, unter Verantwortung eines SDS-Mitglieds.
Q: Schwarzenberg / Baumann: Waren Sie dabei?, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt "(Studenten)-Provinz-Parlament" des World University Service (WUS) Komitee Heidelberg zu den Wahlen zum Studentenparlament und der Abschaffung des AStA-Auslandsreferats.
Q: WUS: (Studenten)-Provinz-Parlament, Heidelberg O. J. (1968)

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05.02.1968:
In Heidelberg gibt der AStA der Universität sein 'Info' Nr. 76 (vgl. 29.1.1968, 9.2.1968) heraus unter der Überschrift "Wahl mit hohem Einsatz" zu den Studentenparlamentswahlen, deren Kandidaten vorgestellt werden.

Eine Anzeige wirbt für das Amerika Haus.
Q: AStA Uni: Info Nr. 76, Heidelberg 5.2.1968

05.02.1968:
Im Audimax der FU soll um 20.15 Uhr das Münchener Rationaltheater auftreten. Karten werden verkauft durch die Asten von FU, PH und TU.

Eingeladen wurde an der FU auch durch die Studentenvertretung der Math-Nat. Fak und die Fachschaft Physik.
Q: N. N.: Lieben Sie Lübke?, O. O. (Berlin) O. J. (1968); SV Math.-Nat Fak FU, FS Physik FU: Seltsame Begegnung, Berlin O. J. (1968)

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05.02.1968:
In Berlin gibt der SHB vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Die Universität vor ihrem Ende?" heraus zu den Raumverboten.
Q: SHB: Die Universität vor ihrem Ende?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der FU Berlin geben die Institutsvertretung Publizistik und die Freunde der Publizistik (FdP) vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Solidarität" heraus zum Romanischen Seminar.
Q: IV Pub, FdP: Solidarität, Berlin O. J. (1968)

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05.02.1968:
An der FU Berlin geben die Sprecher der Studentenvertretung der Math-Nat. Fak vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Zur Information" heraus zur Uni-VV vom 2.2.1968. Aufgerufen wird dazu, sich von Gewalt zu distanzieren.
Q: SV Math.-Nat Fak FU: Zur Information, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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05.02.1968:
Laut 'Roter Morgen' demonstrieren in Frankfurt ca. 3 000 Menschen ihre Solidarität mit Südvietnam. Vor dem US-Generalkonsulat, dem Amerikahaus und dem US-Handels-Centre am Opernplatz, kommt es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Q: Roter Morgen, Hamburg Feb. 1968, S. 2

06.02.1968:
Lars Müller berichtet vom Freiburger Fahrpreiskampf (vgl. 2.2.1968):"
Am Dienstag, den 6. Februar befasste sich der Gemeinderat wie versprochen mit der Fahrpreisgestaltung, blieb jedoch bei seinem alten Beschluss. Während der Debatte wurde vor dem Rathaus demonstriert. Die Schüler und Studenten empörten sich dabei besonders darüber, dass die Sitzung des Gemeinderats nicht per Lautsprecher auf den Platz übertragen wurde. Sie fühlten sich als souveräne Diskussionspartner übergangen. Lapidar erklärte OB Keidel in der Sitzung 'nochmals, dass keine neuen Sachargumente vorliegen, die eine erneute Beschlußfassung notwendig machen.' Die Aktionsgemeinschaft verfasste daraufhin ein wütendes Flugblatt: 'Der Stadtrat hat uns bewußt provoziert, (…). Wenn der Stadtrat sich vom Druck der Strasse distanziert, 'Vertritt er nicht die Interessen der Bevölkerung!'

Für die Aktionsgemeinschaft gegen Fahrpreiserhöhungen war deshalb klar: 'Ab heute 13.00 Uhr Bertholdsbrunnen' Die Stadtverwaltung betrachtete die Angelegenheit dagegen als erledigt und untersagte die Fortsetzung der Versammlungen. Die Polizei, inzwischen durch 28 auswärtige Einheiten verstärkt, wurde angewiesen zu räumen. Die Blockaden wurden zwar beim Anrücken der Polizei langsam aufgegeben, aber gleich darauf an anderer Stelle fortgesetzt. Gegen diese Taktik konnten auch die erstmals in Baden-Württemberg eingesetzten Wasserwerfer nichts ausrichten. Während draußen Demonstranten und Polizei eine 'Notstandsübung' abhielten, wie es in Sprechchören gerufen wurde, versuchte der 'Studenten-Rat' im Theatersaal der Alten Uni eine ordentliche Sitzung abzuhalten: von 11: 05 Uhr bis nachts um 3: 30 Uhr. Mehrfach wurde die Sitzung unterbrochen, 'um mit der Staatsanwaltschaft über die Freilassung der inhaftierten Studenten (…) zu verhandeln', oder um 'Polizeirat Maier Gelegenheit zu geben, mit den anwesenden Studenten über die Demonstration am Nachmittag zu diskutieren.' Polizeirat (PR) Maier, seinerzeit Einsatzleiter bei den Fahrpreisdemonstrationen, war aufgrund einer Schreckensnachricht in die Alte Uni geeilt: 'Gegen 1.30 Uhr erfuhren wir, daß dabei von 300 bis 400 Studenten beschlossen worden sein soll, noch in der Nacht die Haftanstalt am Holzmarktplatz zu 'stürmen', wo noch festgenommene Demonstranten einsaßen.' Als PR Maier in die Versammlung platzte, fand gerade eine ordentliche Abstimmung über den neuen AStA-Vorsitzenden statt. Die Demonstration zum Knast war zuvor in Geschäftsordnungsdebatten verhandelt worden. 'Gegen 03.50 Uhr standen etwa 50 Versammlungsteilnehmer am Holzmarktplatz. Außer einigen Ansätzen zu Sprech-Chören fanden keine Ordnungsstörungen statt, …' so der Polizeibericht.

Die Studenten dachten dabei noch gar nicht an eine militante Herausforderung des Staates. Im Gegenteil. Sie kritisierten, dass Polizeieinsätze von den Inhalten ablenkten. 'Durch Einsatz von Wasserwerfern und Polizeiketten tut man so, als ob die Demonstranten im Unrecht seien. (…) Verhaftet wird zum Beispiel, wer ins Megaphon spricht oder Flugblätter verteilt. So versucht man, das politische Anliegen der Demonstration zu zerstören.' Daran zeigte sich, dass es der Bewegung von Beginn an um mehr ging als um die Fahrpreise. Durch die erfolgreichen Blockaden verloren die Landesbehörden das Vertrauen in die lokale Polizeiführung und griffen in deren Arbeit ein. Der Freiburger Einsatzleiter PR Maier wurde von einem auswärtigen Beamten abgelöst, der sich mit einem harten Polizeieinsatz jedoch auch nicht durchsetzen konnte. Der Nachmittag mündete im Chaos. 'Demonstranten blockieren mit erbeuteten Absperrgittern die Fahrbahn' (Polizeibericht), anstatt dahinter zu bleiben. Vereinzelt konnten Busse und Personenwagen über die umkämpfte Kreuzung am Bertholdsbrunnen geschleust werden - zu einem hohen Preis. Wasserwerfer beschädigten Geschäfte in der Innenstadt, zahlreiche unbeteiligte Passanten gerieten in die Auseinandersetzungen. Ein Student wurde bei einem Schlagstockeinsatz schwer verletzt.

Bereits vor dieser Eskalation hatte die 'Aktionsgemeinschaft Demokratischer Schüler und Studenten' an diesem Abend zu einem 'Hearing' ins Haus der Jugend geladen. Demonstranten sollten dort mit Bürgermeistern und Stadträten diskutieren. Nach den Straßenkämpfen des Tages fanden sich am Abend 1500 der Konfliktgegner, darunter auch OB Keidel, zur Diskussion ein. Erst diese Versammlung konnte die Situation befrieden. Die Ergebnisse des Abends veranlasste Schüler und Studenten aufzurufen: 'Vorerst keine Demonstrationen mehr', denn der Gemeinderat würde zu einer Sondersitzung zusammentreten."
Q: Müller, Lars: Freiburger Kämpfe 1968 gegen Fahrpreiserhöhungen. In: Stattzeitung für Südbaden Nr. 53, Freiburg Mai 2003

06.02.1968:
In Berlin gibt der Arbeitskreis Kuba der KU, laut einem Eingangsstempel heute, das Flugblatt "2. Vietnam in Guatemala" heraus.
Q: KU-AK Kuba: 2. Vietnam in Guatemala, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin erscheint vermutlich heute ein Flugblatt der KU mit der Einladung zur morgigen Vollversammlung in der TU zum Thema "Unmenschliche Wissenschaft".
Q: KU: Technische Universität Vollversammlung, Berlin O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin geben die Studentenvertretung der TU und der AStA FU das Flugblatt "Springer schlägt zurück!" zur Raumvergabe für das Springer-Hearing und die Vollversammlung der KU heraus.
Q: SV TU, AStA FU: Springer schlägt zurück!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin gibt der Initiativausschuß der KU eine Presseerklärung heraus, in der mitgeteilt wird, dass die morgige Vollversammlung der KU um 19 Uhr im Audimax der TU stattfinde, da die Studentenvertretung der TU Klage gegen das Raumverbot eingereicht habe. Teilweise erscheint diese Presseerklärung auch auf der Rückseite eines Flugblattes "Notstand an der Uni" mit einem Auszug aus dem Landespressedienst Berlin vom 6.2.1968.
Q: KU-IA: Presseerklärung, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin gibt die Studentenvertretung der TU ein 'AStA Info' heraus mit einer Presseerklärung zum Raumverbot für die Vollversammlung der KU und das Springer-Hearing. Enthalten ist auch ein "Bericht über die Presse-Erklärung von Bürgermeister Neubauer im RIAS am 06.02.68 um 15.00 Uhr".
Q: SV TU: AStA Info Mit äusserstem Befremden…, Berlin 6.2.1968

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06.02.1968:
An der TU Berlin erscheint vermutlich heute ein Flugblatt "Springer schlägt zurück!" der 'Anrisse' zur Raumvergabe für das Springer-Hearing und die Vollversammlung der KU.
Q: Anrisse Flugblatt Springer schlägt zurück!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin lud der EFS ein zur Diskussion mit Dr. Klaus Bloemer (CDU) zum Thema "'Die Europäisierung der Deutschen Frage' - Ausflucht? Vorwand? Chance?" um 19.30 Uhr im Hörsaal B des Henry Ford Baus der FU.
Q: EFS: 'Die Europäisierung der Deutschen Frage' - Ausflucht? Vorwand? Chance?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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06.02.1968:
In Berlin lud der AStA der PH ein zur Veranstaltung "Die zukünftige Situation Westberlins" mit Danelius von der SEW.
Q: AStA PH: Danelius in der PH, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
In Berlin erscheint, laut einer handschriftlichen Datierung heute, das Flugblatt "Vielleicht muss sich mancher einschränken" von einem Ex-Springer-Leser mit Kritik an der 'Bild'-Zeitung.
Q: Ex-Springer-Leser: Vielleicht muss sich mancher einschränken, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
In Berlin gibt der Initiativausschuß der KU eine "Resolution zur Vollversammlung der KU" zusammen mit dem Aufruf zu dieser um 19 Uhr im Audimax der TU heraus.
Q: KU-IA: Resolution zur Vollversammlung der KU, Berlin O. J. (1968)

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07.02.1968:
In Berlin gibt der LSD ein Flugblatt "Haben wir einen neuen Rektor?" heraus mit dem Aufruf zur Vollversammlung der KU um 19 Uhr im Audimax der TU heraus.
Q: LSD: Haben wir einen neuen Rektor?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
In Berlin gibt der SDS ein Flugblatt "Die Vollversammlung der KU findet statt !!!" mit dem Aufruf zu dieser um 19 Uhr im Audimax der TU heraus.
Q: SDS: Die Vollversammlung der KU findet statt !!!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
Zur heutigen Vollversammlung der KU wird auch ein "Entwurf für eine Resolution Ziele und Organisation der Kritischen Universität" vorgelegt.
Q: N. N.: Entwurf für eine Resolution Ziele und Organisation der Kritischen Universität, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
An der TU Berlin geben der Präsident des Studentenparlaments und zwei Fachschaftssprecher das Flugblatt "Vor einer Kraftprobe?" heraus mit dem Aufruf zur Vollversammlung der KU um 19 Uhr im Audimax der TU heraus.
Q: Born, H., et al.: Vor einer Kraftprobe?, Berlin 7.2.1968

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07.02.1968:
Am Romanischen Seminar der FU Berlin erscheint vermutlich Mitte dieser Woche ein Flugblatt "Praktische Winke für den Lehrkörper des romanischen Seminars an der FUB zur Bekämpfung 'radikal-marxistischer'" Störer.
Q: N. N.: Praktische Winke für den Lehrkörper des romanischen Seminars zur Bekämpfung 'radikal-marxistischer', O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
An der FU Berlin wurde mit dem 'Soziologen Paper' Nr. 8 für heute eingeladen zur Vollversammlung um 15 Uhr.
Q: Soziologen Paper Nr. 8, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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07.02.1968:
In Hamburg wird für heute in der Zeitschrift 'Roter Morgen' von Ernst Aust zur Gründung der Gruppe Roter Morgen (GRM) aufgerufen.
Q: Roter Morgen, Hamburg Jan. 1968, S. 10

07.02.1968:
Innerhalb des Republikanischen Clubs (RC) Dortmund (vgl. 2.2.1968, 2.4.1968) soll um 19 Uhr 30 in den Clubräumen im Südwall 31 eine Mitgliederversammlung stattfinden.
Q: RC Dortmund: Einladung zur Mitgliederversammlung, Dortmund 2.2.1968

08.02.1968:
In Heidelberg ruft der AStA der Universität, laut seinem Archiv heute, für morgen zum Vorlesungsstreik auf und zum morgigen Teach-In.
Q: AStA Uni: Teach-In, Heidelberg O. J. (1968); AStA Uni: Go-Out, Heidelberg O. J. (1968)

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08.02.1968:
In Tübingen hatte der SDS zur Vietnam-Spaziergangsdemonstration aufgerufen, die zum Amerikahaus führt, wo die ca. 400 Teilnehmer einen halbstündigen Sitzstreik durchführen und dann zum Marktplatz weiterziehen. Der SDS verteilt ein Flugblatt "An die Tübinger Bürger!".

Später kommt es zur Anklage gegen drei Rädelsführer und zum Prozeß am 9.10.1968.
Q: Dokumentation zur Vietnam-Demonstration am 8. Febr. '68 in Tübingen & zum Prozess am 9. Okt. '68 vor dem Amtsgericht gegen Behnken, Winterhagen, Wolf, O. O. (Tübingen) O. J. (1968); SDS: An die Tübinger Bürger!, Tübingen O. J. (8.2.1968)

08.02.1968:
In Berlin wird mit einem Flugblatt zur Vollversammlung aller Universitäten um 14 Uhr im Foyer der TU aufgerufen. Berichtet wird unter der Überschrift "Wir lassen uns nicht in die Konfrontation treiben" von der gestrigen Vollversammlung der KU.

Auch die Studentenvertretung der TU ruft mit einem Flugblatt auf.
Q: N. N.: Heute Vollversammlung…, O. O. (Berlin) O. J. (1968); SV TU: Heute 14 Uhr Vollversammlung aller Berliner Hochschulen, Berlin 8.2.1968

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08.02.1968:
An der TU Berlin gibt die Studentenvertretung eine Presseerklärung heraus zum Springer-Hearing am 9.2.1968.
Q: SV TU: Presseerklärung, Berlin 8.2.1968

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08.02.1968:
An der TU Berlin nimmt das Studentenparlament vermutlich noch heute zur Debatte im Abgeordnetenhaus Stellung. Veröffentlicht wird der Text mit Angabe der Parlamentarier, die ihm zustimmten und der Aufforderung, ihn selbst zu unterschreiben.
Q: StP TU: Unterschriften für Parlamentsbeschluss, Berlin 8.2.1968

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08.02.1968:
In Berlin lud der Arbeitskreis 21 der Kritischen Universität (KU) für heute ein zur Diskussion "Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland" mit Dr. Johannes Feest um 20 Ur in der Jur. Fak der FU.
Q: KU: Kommilitoninnen, Kommilitonen, …, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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08.02.1968:
Der AStA der Universität Göttingen berichtet von den Fahrpreiserhöhungen:"
Sitzstreik vor Stadtbussen

Tritte und angeblich auch Schläge benutzte die Göttinger Polizei, um am Donnerstag, dem 8.2., 17.30 Uhr, die Kreuzung Weender Tor von demonstrierenden Schülern und Studenten zu räumen. Zuvor hatten 50 Schüler den Verkehr blockiert, indem sie sich vor Linienbussen der Stadt auf die Straße setzten. (…). Die vorbereitete Polizei brauchte 45 Minuten, um den Bussen einzeln den Weg freizuräumen. - Die der Gewaltanwendung beschuldigten Polizisten weigerten sich, AStA-Mitgliedern ihren Namen zu nennen. Polizei-Chef Fritz: 'Ich habe Gewaltanwendung untersagt.'"
Q: Göttinger Nachrichten Nr. 11, Göttingen 9.2.1968, S. 2

08.02.1968:
In Hamburg erscheint das 'Hamburger Extrablatt' Nr. 2 (vgl. 25.1.1968, 22.2.1968) mit einem Leitartikel zu unverheirateten Müttern "Diese unverschämte Frage richtet der Staat täglich an 150 Frauen und Mädchen: 'Haben Sie wirklich nur mit einem Mann verkehrt?'". Dazu wird dokumentiert: "Ledige Mütter sind praktisch entmündigt". Der Artikel "Herzlich Ihr Amtsbruder - Aus diesen Gründen wurde der junge Reform-Pastor abgeschossen wirklich:" äußert sich zum Schulpastor der evangelischen Kirche, Reimer Piening. Gefragt wird "Mehrwertsteuern brachte neue Preise - wann meckern?". Von der Deutschen Bundesbahn bzw. über Sexurlauber wird in "Schlüpfer und schöne Hefte" berichtet über den Abteilfeger des aus Dänemark bzw. Kopenhagen kommenden Hamburg-Expreß D 344. Vom Verfassungsschutz und dem KPD-Verbot wird berichtet in "Unauffällige Herren wandern von Chef zu Chef: Entlassen Sie mal den!". Zu Südkorea wird in "Kleiner Unfall gefällig?" berichtet über den Protest von Rechtsanwalt Heinrich Hannover gegen die Todesurteile und Verschleppungen. Aus dem Hafen (ÖTV-Bereich) wird berichtet in "Ein Hamburger Präzedenzfall signalisiert: Bald Rente mit 60 für alle!", dokumentiert wird von der Pressestelle des Senats ein "Brief an Extra".
Q: Hamburger Extrablatt Nr. 2, Hamburg 8.2.1968

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08.02.1968:
Laut der 'Bochumer Studenten Zeitung' "inszenierte das FORUM POLITIKUM, Herausgeber der 'RUHR-REFLEXE' eine Podiumsveranstaltung über die "Politische Dimension einer Arbeiterliteratur heute".
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 19, Bochum 1968, S. 7

09.02.1968:
In Heidelberg rief der AStA der Universität für heute zum Vorlesungsstreik und zum Teach-In über Hochschulgesetz, Hochschulreform und Grundordnung um 14 Uhr im Großen Hörsaal der chemischen Hörsaalgruppe auf. Ein Resolutionsvorschlag fordert zur Gründung eines Aktionskomitees auf.
Q: AStA Uni: Teach-In, Heidelberg O. J. (1968); N. N.: Resolution, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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09.02.1968:
In Heidelberg gibt der AStA der Universität sein 'Info' Nr. 77 (vgl. 5.2.1968, 26.2.1968) heraus mit dem Leitartikel "Uneingeschränkt. AStA legt dem StP Memorandum zum politischen Mandat vor".

Weitere Artikel sind:
- "Nachrichten aus der Philosophischen Fachschaft" bzw. der Philosophischen Fakultät;
- "Studentische Selbsthilfe - (Knüppel aus dem Sack)" zu einem Artikel in der 'Welt';
- "Demonstrationsrecht - auch nach 15 Uhr";
- "Freier Eintritt ins Theater?";
- "Kein Visum für den CIA Denn: Der Dienstpass reicht";
- "STP zum Moskauer Literatenprozess" in der Sowjetunion;
- "Buchbesprechungen";
- "Der Klau geht um" zum Diebstahl an der Uni;
- "Resolution für Freiheit Griechenlands";
- "Mitteilungen der Fachschaft Volkswirtschaft";
- "Die reaktionäre Linke" zum Hochschulgesetz;
- "Leserbrief: Betrifft: Fotografen im Institut für Soz. und Ethn." zur Soziologie und Ethnologie bzw. den Polizeifotografen bei der Demonstration für Fritz Teufel am 30.11.1967;
- "Sturm auf den Elfenbeinturm;
- "Kritik der Kritik";
- "Fachschaft Medizin";
- "Wie man grundordnet";
- "Go-In die Grundordnungskommission";
- "Statt Auslandsreferat: Hochschulreferat";
- "3 000 DM: für politisches Wohlverhalten?" zur Spende von Alex Möller (MdB, SPD) an den AStA der Uni Karlsruhe;
- "Republikanischer Club etabliert" zum RC;
- "Geht der RCDS unter die Anerkennler?" zur DDR;
- "Studentisches Jugendarbeitsprogramm - Stipendien";
- "Empfängnisverhütung";
- "Presseerklärung des AStA zur Gründung der ADS (gekürzt)";
- "Urteil zum politischen Mandat"; sowie
- "Schütte hat noch den Spott im Ohr" zum Kultusminister von Hessen.
Q: AStA Uni: Info Nr. 77, Heidelberg 9.2.1968

09.02.1968:
In Berlin erscheint vermutlich heute ein Flugblatt zum Springer-Hearing, das stattfinden werde.
Q: N. N.: Trotz massiver politischer Intervention…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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09.02.1968:
Der SHB ruft in Berlin mit einem vermutlich heute oder gestern am Abend veröffentlichten Flugblatt auf zum Springer-Hearing um 19 Uhr in der TU.
Q: SHB: Das Springer-Hearing findet statt!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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09.02.1968:
Der AStA der FU Berlin ruft mit einem Flugblatt zum Springer-Hearing um 19 Uhr in der TU auf.
Q: AStA FU: Was will BZ?, Berlin 9.2.1968

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09.02.1968:
An der FU Berlin wurde in das Studentendorf für heute und morgen eingeladen zum Dorffasching.
Q: N. N.: Dorffasching, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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09.02.1968:
Der AStA der Universität Göttingen gibt seine 'Göttinger Nachrichten' (GN) Nr. 11 (vgl. 18.1.1968, 29.3.1968) heraus mit dem Leitartikel "Der AStA trat zurück. Linksrutsch bei Neuwahlen" zu den Studentenparlamentswahlen (StPW).

Weitere Artikel sind:
- "Votum fürs 'Establishment'";
- "Streik abgeblasen" zur dreimonatigen Nichtbesetzung freiwerdender Stellen;
- "In Göttingen keine Chance für die rechte. Hohe Wahlbeteiligung - Niederlage der Unabhängigen" zu den Studentenparlamentswahlen (StPW), bei denen die SDS-Liste DU 28 % und 13 von 41 Sitzen erhielt, das UFO 18 % und 8 Sitze, die UHU 15,8 % und 7 Sitze, der RCDS 15,5 % und 7 Sitze, die AGS 8,5 % und 5 Sitze, RABE 4,3 % und einen Sitze sowie UNS 3,7 % und einen Sitz;
- "Auch in Göttingen: Schüler gegen Busse!" zum Protest gegen die Fahrpreiserhöhungen, von denen auch eine "Letzte Meldung" vom 8.2.1968 berichtet;
- "Professoren im Kreuzfeuer der Kritik. Direkte Aktionen in den Lehrveranstaltungen";
- "Die Kosten der Wahl" zu den Studentenparlamentswahlen (StPW);
- "Verschläft Hannover die Zeit?" zum Hochschulausbau;
- "Göttingens Studenten wollen keine Elfenbeinfabriken. Stellungnahme des AStA zur Godesberger Rektorenerklärung";
- "Rektoren nehmen Stellung. Auszug aus der Godesberger Erklärung";
- "Gloss-in: Das ist der Wurm drin - Stimmenauszählung";
- "'Ein Wahlleiter namens Schulze'. Eine Richtigstellung" zu einem Flugblatt der Liste UNS gegen den Wahlleiter;
- "Theaterkritik"; sowie
- "Die Restauration und ihr Erfolg" mit Buchvorstellungen.
Q: Göttinger Nachrichten Nr. 11, Göttingen 9.2.1968

10.02.1968:
Laut der 'Bochumer Studenten Zeitung' "trafen sich am Samstag, dem 10.2.1968 ca. 15 Bochumer Schüler zu einer Vorbesprechung über eine zukünftige sozialistische Schülergewerkschaft in Bochum. Um schon in nächster Zukunft mit ihrer Arbeit beginnen zu können, gab sich diese Gruppe vorläufig den Namen 'Unabhängige Schüler Gemeinschaft' (USG). Als Sofortmaßnahmen wurden beschlossen, die Schüler zu weiteren Demonstrationen gegen die Fahrpreiserhöhungen aufzufordern. Außerdem wird ein Aufruf an Schüler ergehen, sich zu einer Bochumer Schülergewerkschaft zu formieren, "da die SMV nur als Beruhigungspille für die Schüler gedacht sei. … Sie diene nur dazu, die autoritären Maßnahmen der Schule, der Schulräte und des Kultusministeriums an die Schüler weiterzugeben. Die SMV sei aufgrund dessen nie in der Lage gewesen, eine Diskussion über Zensurengebung, Sexualaufklärung, Unterrichtsgestaltung und Disziplinierungsmaßnahmen herbeizuführen. Diesem Aufgabenbereich will sich daher die USG widmen".
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 19, Bochum 1968, S. 8

11.02.1968:
An der TU Berlin lud das Kulturreferat der Studentenvertretung für heute 20 Uhr ein zur Aufführung des Stückes "Der Schatten" von Jewgenij Schwarz durch das Theater der Freien Volksbühne Berlin, DDR.
Q: SV TU: Einladung, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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12.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt der Israelischen Studenten "Anmerkung zum teach-in des ASTA (5. Febr.) betr. Auslandsamt und Aktion des SDS in der Stadthalle", in der darauf hingewiesen wird, dass die israelischen Studenten vom Akademischen Auslandsamt (AKA) nicht eingeladen wurden, da die arabischen Studenten sonst abgesagt hätten. Kritisiert wird sowohl der Einsatz israelischer Studenten für das AKA auf dem teach-in als auch die antiisraelische Haltung des SDS.
Q: Israelischen Studenten: Anmerkung zum teach-in des ASTA (5. Febr.) betr. Auslandsamt und Aktion des SDS in der Stadthalle O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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12.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Handzettel der Projektgruppe Vietnam des LSD, die Mitarbeiter für eine Unterschriftensammlung vom 15.-17.2.1968 sucht und dazu am 13. und 14.2.1968 zwei Treffen durchführen will.
Q: LSD: Die Projektgruppe 'Vietnam'…, Heidelberg O. J. (1968)

12.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt der Kritischen Universität "Erstes teach-in der KU - Erfolg oder Schlappe?" zur Vollversammlung der KU vom 2.2.1968, mit der Einladung zum teach-in um 20 Uhr.
Q: KU: Erstes teach-in der KU - Erfolg oder Schlappe?, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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12.02.1968:
In Berlin gibt der SDS vermutlich heute seine 'Vietnam Informationen' Nr. 7 (vgl. 13.2.1968) heraus mit dem Aufruf zu den Filmveranstaltungen am 12., 13., 15. und 16.2.1968.
Q: SDS: Vietnam Informationen 7, Berlin O. J. (1968)

12.02.1968:
In Berlin lud der SDS für heute in der TU und morgen in der FU zur Vorbereitung des Vietnam-Kongresses zu Filmveranstaltungen auf.
Q: SDS: Veranstaltungskalender, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

12.02.1968:
An der FU Berlin gibt der Arbeitskreis zum Schutz der Freiheit von Forschung und Lehre in der FU Berlin vermutlich in dieser Woche die Flugschrift "Die Vietnam-Kampagne an den deutschen Universitäten" als Veröffentlichung Nr. 5 heraus.
Q: Arbeitskreis zum Schutz der Freiheit von Forschung und Lehre in der FU Berlin: Die Vietnam-Kampagne an den deutschen Universitäten, Berlin Feb. 1968

12.02.1968:
An der FU Berlin lädt vermutlich in dieser Woche der Arbeitskreis "Intellektuelle Psychosynthese" der Kritischen Universität (KU) zur Mitarbeit ein.
Q: Arbeitskreis Intellektuelle Psychosynthese, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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12.02.1968:
An der FU Berlin gibt die Studentenvertretung der Wiso Fak ein 'Wiso-Info' heraus, in der das regelmäßigere Erscheinen im Sommersemester angekündigt wird.
Q: Wiso-Info, O. O. (Berlin) 12.2.1968

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12.02.1968:
An der FU Berlin gibt die Institutsvertretung Publizistik, laut einem Eingangsstempel heute, das Flugblatt "Warten auf Godot" heraus zur Berufungskommission mit dem Aufruf zur Vollversammlung am 14.2.1968.
Q: N. N. (IV Publizistik): Warten auf Godot, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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12.02.1968:
In Berlin geben der LSD und der SHB ein Flugblatt "Macht ohne Mandat!" heraus mit dem Aufruf zur Neugründung der Katholischen Studentengemeinde (KSG).
Q: LSD, SHB: Macht ohne Mandat!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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12.02.1968:
In Berlin rief der Initiativausschuß der Katholischen Studentengemeinde (KSG) auf zur 1. Gemeindevollversammlung der KSG um 18 Uhr im Henry-Ford-Bau der FU.

Aufgerufen wurde auch mit einer Serie von drei Flugblättern unter der Schlagzeile "Aufklärung - Kritik - Verkündigung - Provokation".
Q: KSG-IA: 1. Gemeindevollversammlung, Berlin O. J. (1968); Fahlbusch, R. et al: Aufklärung - Kritik - Verkündigung - Provokation Nr. 1-3, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.02.1968:
Die Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA) gibt vermutlich heute eine Presseerklärung "Verbot der Demonstration am 18. Februar 1968" zum Abschluß der Vietnam-Konferenz in Berlin heraus, in der betont wird, dass das Verbot rechtwidrig sei.
Q: KfDA: Presseerklärung Verbot der Demonstration am 18. Februar 1968, O. O. O. J. (1968)

13.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt des Aktionskomitee "2. Lesung", das am 9.2.1968 auf dem Teach-in zum Hochschulgesetz gewählt wurde und für die Busse zur Demonstration nach Stuttgart am 15.2.1968 wirbt.
Q: Aktionskomitee '2. Lesung': 'Die Hochschulreform…', O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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13.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt des AStA mit der "Resolution, verabschiedet beim Teach-in im Hörsaal 13 am 9.2.1968" zum Hochschulgesetz.
Q: AStA: Resolution, verabschiedet beim Teach-in im Hörsaal 13 am 9.2.1968, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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13.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt "Auf Ehre näßt jeder Hund… aus dem Parteiblatt der NPD".
Q: Neuweiler: Auf Ehre näßt jeder Hund… aus dem Parteiblatt der NPD, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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13.02.1968:
In Berlin gibt der SDS vermutlich heute seine 'Vietnam Informationen' Nr. 8 (vgl. 12.2.1968, 14.2.1968) heraus mit dem Aufruf zu den Filmveranstaltungen am 13., 15. und 16.2.1968.
Q: SDS: Vietnam Informationen 8, Berlin O. J. (1968)

13.02.1968:
In Berlin erscheint vermutlich heute das Flugblatt "Proteste" zum Verbot der Vietnamkonferenz.
Hingewiesen wird darauf, dass die Filmveranstaltung nicht in der FU, sondern der TU stattfindet.
Q: N. N.: Proteste, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

13.02.1968:
In Berlin rief die Gruppe des SDS am Berlin-Kolleg (BK) für heute mit einem Flugblatt "Krawalle - demnächst auch am Berlin-Kolleg?" zur Vollversammlung auf, auf der über ihre Zulassung abgestimmt werden soll.
Q: SDS BK: Krawalle - demnächst auch am Berlin-Kolleg?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.02.1968:
An der FU Berlin gibt der AStA ein Flugblatt heraus, mit der "Öffentlichen Erklärung" der Professoren Gollwitzer und Taubes zu ihrem Aufruf zur Vietnam-Konferenz, in der sie vor Anwendung von Gewalt warnen.
Q: AStA FU: Öffentliche Erklärung, Berlin 13.2.1968

13.02.1968:
Die Studentenvertretung (SV) der TU Berlin gibt ein Flugblatt "Warum wurde das Springer-Hearing vertagt?" heraus.
Q: SV TU: Warum wurde das Springer-Hearing vertagt?, O. O. (Berlin) 13.2.1968

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14.02.1968:
In Heidelberg erscheint ein Handzettel des Republikanischen Clubs (RC) mit dem Aufruf zur Vietnamdemonstration um 17 Uhr 30 auf dem Bismarckplatz, die auch unterstützt wird von der Gewerkschaftlichen Arbeitsgemeinschaft (GAG), dem LSD, SDS Heidelberg, SDS Mannheim, ESG, HSU, DJD, KfDA, Kritische Universität (KU), Demokratische Linke (DL) und Deutsche Friedensgesellschaft (DFG).
Q: RC: Der Republikanische Club veranstaltet…, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

14.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint ein Flugblatt der Kritischen Universität mit der auf der Vollversammlung der KU am 12.2.1968 beschlossenen Resolution zur Solidarität mit der KU Berlin.
Q: KU: Die Kritische Universität…, Heidelberg 14.2.1968

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14.02.1968:
Der SDS Tübingen gibt das Flugblatt "Waffen für den Vietcong!" heraus, das uns in zwei Versionen vorlag, welches den Vietnam-Kongress in Westberlin am 17.2.1968 ankündigt und zur Unterstützung der Geldsammlung des SDS auffordert.
Q: SDS Tübingen: Waffen für den Vietcong!, Tübingen O. J. (1968); SDS-Flugblätter zur Hochschulpolitik. Tübingen, Sommer-Semester 1967 Winter-Semester 1967/68, Tübingen O. J. (1968), S. 10

14.02.1968:
In Berlin gibt der SDS vermutlich Mitte dieser Woche seine 'Vietnam Informationen' Nr. 9 (vgl. 13.2.1968, 16.2.1968) heraus mit dem Aufruf zum Vietnamkongress am 17./18.2.1968 und zu den Filmveranstaltungen am 15. und 16.2.1968.
Q: SDS: Vietnam Informationen 9, Berlin O. J. (1968)

14.02.1968:
In Berlin gibt der SDS, laut einem Eingangsstempel heute, das Flugblatt "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter!" heraus zu den Raum- und Demonstrationsverboten. Betont wird: "Die Vietnamdemonstration findet statt".
Q: SDS: Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

14.02.1968:
An der FU Berlin erscheint, laut einem Eingangsstempel heute, ein Flugblatt der KU, das zur Gründung neuer Arbeitskreise aufruft, die dem AStA bis zum 1.3.1968 angezeigt werden müssen, um noch in der neuen KU-Broschüre aufgeführt zu werden.
Q: KU: Kurz vor den Ferien…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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14.02.1968:
An der FU Berlin erscheint ein Extra des 'FU-Spiegel' unter dem Titel "Strafanzeige gegen FU-Spiegel" wegen dem abgedruckten Leserbrief der Kommune 1. Dokumentiert werden die Presseerklärung des Rektors vom 13.2.1968 und der Konventsbeschluß vom selben Tag, der Brief der Redaktion an den Bürgermeister Klaus Schütz sowie die Erklärung der Redaktion zu dem Vorfall.
Q: FU-Spiegel Extra Strafanzeige gegen FU-Spiegel, Berlin 14.2.1968

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14.02.1968:
An der FU Berlin soll um 15 Uhr eine Sitzung der Philosophischen Fakultät stattfinden, zu der auch die Studentenvertretung am 12.2. mit einem Flugblatt aufrief.
Q: FU SV Phil Fak: Zur Information, Berlin 12.2.1968

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14.02.1968:
Am Romanischen Seminar der FU Berlin wurde mit einem Flugblatt "Siegt die Konterrevolution?" aufgerufen zur Vollversammlung um 16 Uhr.
Q: N. N.: Siegt die Konterrevolution?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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14.02.1968:
Die Studentenvertretung (SV) der TU Berlin gibt ein Flugblatt "Politische Justiz im Zeichensaal" heraus zu den gestrigen Vorfällen an der Fakultät IV im Zeichensaal der Bauingenieure, wo ein Student wegen seiner Vietnamplakette von den anderen Studenten angegriffen wurde.
Q: SV TU: Politische Justiz im Zeichensaal, O. O. (Berlin) O. J. (14.2.1968)

15.02.1968:
Auf der landesweiten Demonstration gegen das Hochschulgesetz in Stuttgart verteilt die Demokratische Linke (DL) das Flugblatt "Nur ein Plan?", in dem sie ihre studentischen Kandidaten zu den Landtagswahlen (LTW) am 28.4.1968 vorstellt.
Q: DL: Nur ein Plan?, Stuttgart O. J. (1968)

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15.02.1968:
Auf der landesweiten Demonstration gegen das Hochschulgesetz in Stuttgart verteilt der SDS Stuttgart ein Flugblatt "Arbeiter, Hausfrauen, Bürger!" an die Bevölkerung.
Q: SDS: Arbeiter, Hausfrauen, Bürger!, Stuttgart O. J. (1968)

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15.02.1968:
Auf der landesweiten Demonstration gegen das Hochschulgesetz in Stuttgart verteilt der AStA der Uni Stuttgart ein Flugblatt "An die Stuttgarter Bevölkerung".
Q: AStA Uni: An die Stuttgarter Bevölkerung, Stuttgart O. J. (1968)

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15.02.1968:
Auf der landesweiten Demonstration gegen das Hochschulgesetz in Stuttgart erscheint ein Flugblatt des Landesvorstands des LSD in Baden-Württemberg.
Q: LSD-LV BW: Um die Demokratie…, Heidelberg O. J. (1968)

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15.02.1968:
Lars Müller berichtet vom Freiburger Fahrpreiskampf (vgl. 6.2.1968, 1.3.1968):"
Eine knappe Woche später begann am Nachmittag des 15. Februars die öffentliche Gemeinderatssitzung. Diesmal wurde die Debatte über Lautsprecher auf den Rathaus- und Münsterplatz übertragen. Der Gemeinderat beschloss nach fünfstündiger Debatte, die Tarife wie geplant zum 1. März zu erhöhen und um kleinere soziale Vergünstigungen zu ergänzen.

Die Demonstranten konnten sich mit ihren Forderungen nicht durchsetzen. Dennoch unterblieben weitere Demonstrationen. Am folgenden Tag fanden sich nur wenige Entschlossene am Bertoldsbrunnen ein. Statt zu blockieren, diskutierten sie mit dem Oberbürgermeister, der ebenfalls zum Bertoldsbrunnen gekommen war. Der SDS verteilte derweil Flugblätter, in denen er zur Teilnahme an der Berliner Vietnamkonferenz aufrief."
Q: Müller, Lars: Freiburger Kämpfe 1968 gegen Fahrpreiserhöhungen. In: Stattzeitung für Südbaden Nr. 53, Freiburg Mai 2003

15.02.1968:
Der SDS Tübingen richtet einen Offenen Brief an das Dezernat Staatsschutz der Landespolizeidirektion betreffend die "Vorladungen für Peter Winterhagen und Volker Wolf vom 14. Februar 1968" wegen der Spaziergangsdemonstration gegen den Vietnamkrieg am 8.2.1968. Man könne die Vorladungen nicht wahrnehmen, da man an dem gewünschten Tag bereits auf der Reise zum Vietnamkongress in Westberlin (vgl. 17.2.1968) sein werde.
Q: SDS: Offener Brief, Tübingen 15.2.1968

15.02.1968:
In Berlin erscheint, laut einer handschriftlichen Datierung heute, das Flugblatt "Wem gehört diese Stadt?" zur Einführung des Weissen Kreises für Mietwohnungen ab 1.7.1968. Gefragt wird abschließend: "Soll auch dann der Polizeiknüppel gegen Demonstranten eingesetzt werden?".
Q: N. N.: Wem gehört diese Stadt?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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15.02.1968:
Laut der 'Bochumer Studenten Zeitung' kommt es in der Bochumer Innenstadt zu einer weiteren Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen bei der BOGESTRA (vgl. 3.2.1968, 4.4.1968), in deren Verlauf teilnehmende Demonstranten auch "die Mao-Bibel schwenken". Ca. 1 000 Menschen nehmen an der Demonstration teil.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 20, Bochum 1968, S. 4

16.02.1968:
Auch an der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt "An die ausländischen Studierenden der Universität Heidelberg" des AStA und ausländischer Studenten mit dem Aufruf zur Ausländer-Vollversammlung am 20.2.1968, die auf dem letzten Teach-in der ausländischen Studenten am 5.2.1968 gefordert und deren Termin vom AStA am 14.2.1968 beschlossen worden sei.
Q: AStA / Ausländische Studenten: An die ausländischen Studierenden der Universität Heidelberg!, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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16.02.1968:
Auch an der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt "Israelische Einschüchterung arabischer Flüchtlinge im Gaza-Streifen" der GUPS und der Arabischen Studentenvereinigungen (ASV) in Freiburg und Heidelberg mit einem übersetzten Auszug aus dem britischen 'Guardian' vom 26.1.1968.
Q: GUPS, ASV: Israelische Einschüchterung arabischer Flüchtlinge im Gaza-Streifen, Freiburg / Heidelberg O. J. (1968)

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16.02.1968:
In Berlin gibt der SDS vermutlich Ende dieser Woche seine 'Vietnam Informationen' Nr. 10 (vgl. 14.2.1968) heraus mit dem Aufruf zur Demonstration am 18.2.1968.
Q: SDS: Vietnam Informationen 10, Berlin O. J. (1968)

16.02.1968:
An der FU Berlin lud der AStA zwecks Vorbereitung des Vietnam-Kongreß mit einem Flugblatt "Warum Widerstand Demonstration ersetzen muss" ein zur Vorführung des Films "Hanoi 13. Dezember" um 19 Uhr im Audimax.
Q: AStA FU: Warum Widerstand Demonstration ersetzen muss, Berlin O. J. (1968)

16.02.1968:
In Berlin werden innerhalb des SJ-Rings der SJD Die Falken die Mitglieder mit einem Schreiben über die aktuelle Lage bzgl. des Vietnamkongreß unterrichtet.
Q: SJD-SJ-Ring: An alle Mitglieder im SJ-Ring!, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

17.02.1968:
Die Worldwide Union of Ethiopian Students (WWUES) veröffentlicht vermutlich zum heute in Berlin beginnenden Vietnamkongress eine Solidaritätserklärung, die endet mit dem Satz: "Vietnam is our example".
Q: WWUES: Solidarity, o. O. O. J.

17.02.1968:
In Westberlin beginnt eine Internationale Vietnamkonferenz, die am 18.2. fortgesetzt wird. Laut 'BED' wird die Konferenz von ca. 20 sozialistischen Jugend- und Studentenorganisationen veranstaltet. Aufgerufen wurde u.a. vom AStA der FU am 30.1.1968 mit einem Flugblatt, in dem auch eine Erklärung von Agnoli und zahlreichen weiteren Prominenten zur Unterstützung dokumentiert wird. Vermutlich ungefähr zur selben Zeit richtete auch die Studentenvertretung der TU einen Brief an die westdeutschen ASten.

Der SDS Bundesvorstand erlässt einen "Aufruf an die deutschen Hochschulen zur Teilnahme an der Vietnam-Konferenz am 17./18. Februar 1968". Begrüßt wird dieser Aufruf durch zahlreiche Professoren und Prominente. In Berlin erließen im Vorfeld SDS, GSG, HSU und der Landesverband des SHB ebenfalls einen "Aufruf an die deutschen Hochschulen zur Teilnahme an der Vietnam-Konferenz am 17./18. Februar in Berlin".

Laut 'Roter Morgen' nehmen ca. 4 500 Menschen aus Westdeutschland und aus dem Ausland daran teil.

U.a. wird während des Kongresses ein provisorischer Kindergarten eingerichtet. Die Initiative zu diesem Kindergarten ging vom Aktionsrat zur Befreiung der Frau aus (vgl. Jan. 1968). Es gibt einen ärztlichen Notdienst und während der Demonstration am 18.2. auch einen chirurgischen Notdienst.

Zur Unterbringung der Gäste wurden vom Vorbereitungskomitee, das über den RC erreichbar ist, Privatquartiere gesucht.

Laut der deutschen Sektion des Vereinigten Sekretariats (VS) der Vierten Internationale beteiligen sich aus Köln auf die eigene Initiative hin 250 bis 300 Personen.

Der Europäisch-Föderalistische Studentenverband (EFS) bekundet in einem Flugblatt "Europa und Vietnam" seine Unterstützung des Kongresses und spricht sich für gewaltfreien Widerstand aus.

Am 17.2. wird ein "Offener Brief der ausländischen Delegationen des Vietnamkongresses an die alliierten Stadtkommandanten" verfasst, der sich gegen das Verbot der Demonstration wendet. Vermutlich ebenfalls am 17.2. wird eine "Protesterklärung" gegen das Verbot verbreitet.

Vermutlich ebenfalls am 17.2.1968 erscheint das Flugblatt "Wie wird Berlin regiert", dass über die Beantragung einer Demonstration vom Kudamm nach Dahlem informiert.

Zur Organisierung der Demonstration erscheint das Flugblatt "Die Demonstration findet statt", das den einzelnen Gruppen ihre Plätze zuteilt.

Laut dem Solidaritätskomitee (manchmal: Köln-Kalk) Freispruch im Kölner Vietnamprozeß (vgl. 30.9.1975) ist einer der Mitorganisatoren des Kongresses Horst Mahler (später RAF). Das Komitee vermeldet, daß "nahezu 30 000 Menschen teilnahmen und gegen die USA-Aggressoren demonstrierten."

Laut der Roten Hilfe Westberlin wird Vorbeugehaft gegen Störer angeordnet.

Aufgerufen wurde auch vom SDS Tübingen (vgl. 12.2.1968).
Q: AStA FU: Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen!, Berlin 30.1.1968; Solidaritätskomitee Freispruch im Kölner Vietnamprozeß: Nachrichtendienst Vietnamprozeß Nr. 4, Köln O. J. (1975), S. 5;VS-deutsche Sektion-ZR: Rundbrief Nr. 10, o.O. Apr. 1969;Rote Hilfe: Imperialismus, Sozialdemokratie, Terror, Militanz. Zur Konterrevolution in Westberlin, Berlin Juni 1970, S. 84;Rote Presse Korrespondenz Nr. 2, Berlin 1969, S. 6ff;Roter Morgen, Hamburg März 1968, S. 9;Berliner Extra Dienst Nr. 7, Berlin 1968, S. 2;Offener Brief der ausländischen Delegationen des Vietnamkongresses an die alliierten Stadtkommandanten, Berlin 17.2.1968;N. N.: Die Demonstration findet statt, O. O. (Berlin) O. J. (1968);SDS-BV: Aufruf an die deutschen Hochschulen zur Teilnahme an der Vietnam-Konferenz am 17./18. Februar 1968, Frankfurt O. J. (1968);SDS, GSG, HSU, SHB: Aufruf an die deutschen Hochschulen zur Teilnahme an der Vietnam-Konferenz am 17./18. Februar in Berlin - zwei Versionen, O. O. (Berlin) O. J. (1968);Agnoli, J. u.a.: Aufruf zur internationalen Vietnamkonferenz, O. O. O. J. (1968);SDS Tübingen: Waffen für den Vietcong!, Tübingen O. J. (1968);Vorbereitungskomitee: gesucht: Privatquartiere für die Vietnamkonferenz, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: Protesterklärung, O. O. (Berlin) O. J. (1968);EFS: Europa und Vietnam, Berlin O. J. (1968);N. N.: Kongressinformationen, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: Internationale Vietnamkonferenz Westberlin 1968, Berlin O. J. (1968);Ströhler, U.: Wie wird Berlin regiert, O. O. (Berlin) O. J. (1968);SV TU: AStA Info Am 17.02. …, O. O. (Berlin) O. J. (1968);SV TU: An die ASTAs und…, Berlin O. J. (1968)

17.02.1968:
Das Neuer Roter Turm Schülerflugblatt Nr. 1 in Berlin, welches zu dem heute beginnenden Vietnamkongreß aufruft und eine Auflage von 20 000 Stück angibt, ist außer von der NRT-Gruppe noch unterzeichnet von: Unternehmen Caroline (unabhängige Berufsschülerzeitschrift), Politischer Arbeitskreis Berufsschulen, USG, Arbeitskreis Kritische Presse, Rote Sophie, Politik AG an der Fritz Karsen Schule.
Q: Neuer Roter Turm: Schülerflugblatt Nr. 1, Berlin O. J. (1968)

17.02.1968:
In Berlin gibt die Kommune I, Berlin 12, Kaiser Friedrich Str. 54 a die Schrift "Nr. 1" heraus, in der zunächst ein Strafbefehl dokumentiert wird. Weitere Beiträge sind:
- "Willkommen, Kanonenfutter" zum Vietnamkongress bzw. zum Demonstrationsverbot;
- "So rutsch man unschuldig in eine Sache hinein" zu einem Leserbrief der Kommune I im 'FU-Spiegel', der zuerst in 'Anrisse' an der TU erscheinen sollte, wozu auch ein Schreiben der Druckerei Mercator dokumentiert wird;
- ein anonymer Brief aus Braunschweig von "zwei Maoistinnen", in dem Kunzelmann als das parasitäre Element der Kommune bezeichnet wird;
- "Nachlese zu unseren Gefängnisaktionen";
- "Wie man einen Molotowcocktail unschädlich macht";
- "alle wasserwerfer sind papiertiger" zur Relegation Fritz Teufels von der FU;
- "Zahnklinik";
- "Pazifismus, Terror, nackter Terror" zu den Griechenlandaktionen am 3.2.1968;
- "Wir sind allein geblieben" zur Nichtgründung weiterer Kommunen;
- "Kommune packt aus";
- Anzeigen und ein Aufruf zum "Volksfest Moabit mit Prachtfeuerwerk" am 4.3.1968;
- eine Dokumentation der Anklageschrift gegen die Kommune Eins sowie;
- ein Prozesskalender.
Q: Kommune Eins: Nr. 1, Berlin 17./18.2.1968

17.02.1968:
Der AStA der Universität Hamburg (vgl. 25.4.1968) berichtet vom Prozeß wegen der heutigen Demonstration am Hauptbahnhof.

Peter Schütt (vgl. März 1968) berichtet, "am Semesterende fand zur Vorbereitung des Berliner Vietnamkongresses eine eindrucksvolle Solidaritätskundgebung für die vietnamesische Revolution statt, an der über 3000 Studenten, Schüler und Arbeiter teilnahmen. Eine Woche lang hatten SDSler jeden Morgen Flugblätter vor Hamburger Firmen und Fabriken verteilt, in denen die Vietnamberichterstattung der 'Bild'-Zeitung vom selben Tag richtiggestellt wurde, eine 'Anweisung zum richtigen Zeitunglesen', die vor allem bei den Hafenarbeitern Zustimmung fand."
Q: Zur Sache, Hamburg 25.4.1968, S. 3; Peter Schütt: Entwicklung der demokratischen Bewegung an der Universität Hamburg im Wintersemester 1967/68, In: Blätter für deutsche und internationale Politik Jg. 13/1968, S. 389

18.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das SAALA-Flugblatt Nr. 3 (vgl. 5.2.1968, 20.2.1968) mit dem Aufruf zur Ausländer-Vollversammlung am 20.2.1968, für die Öffentlichkeit auch für deutsche Studenten gefordert wird.
Q: SAALA: Flugblatt Nr. 3, O. O. (Heidelberg) 18.2.1968

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18.02.1968:
Zur Abschlußdemonstration des Vietnamkongresses in Berlin mit, laut 'Roter Morgen' mehr als 15 000 und laut SEW gar 30 000 Teilnehmern, wurde u.a. aufgerufen mit einem Flugblatt "So verteidigen die USA unsere Freiheit in Vietnam".

Für die Katholiken geben vermutlich im Vorfeld der Arbeitskreis Lateinamerika, der Arbeitskreis Kirche und Öffentlichkeit und die Unitas Stauffenberg ein Flugblatt "Vietnamdemonstration" heraus.

LSD, HSU, SHB, ESG, GSG, SDS und RC verbreiten vermutlich im Vorfeld das Flugblatt "Die Demonstration ist genehmigt".

Auf der Demonstration verteilt die U.S. Campaign das Flugblatt "Informationen von US-Bürgern über Vietnam" Nr. 2.

Das Vereinigte Sekretariat (VS) der Vierten Internationale wendet sich mit einem Flugblatt auf Deutsch und Französisch "An die Teilnehmer der internationalen Demonstration".

Eine vermutlich rechte Gruppierung veröffentlicht später, vermutlich auf der Gegenkundgebung, drei Fotos von der Demonstration mit jeweils dem Text auf der Rückseite.
Q: Roter Morgen, Hamburg März 1968, S. 9; N. N.: So verteidigen die USA unsere Freiheit in Vietnam, O. O. (Berlin) O. J. (1968);U. S. Campaign: Informationen von US-Bürgern über Vietnam, Berlin O. J. (1968);AK Lateinamerika et al.: Vietnamdemonstration, O. O. (Berlin) O. J. (1968);LSD et al.: Die Demonstration ist genehmigt, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: drei Fotos, O. O. O. J.;Wahrheit Sonderausgabe, Berlin 19.2.1968;VS: An die Teilnehmer der internationalen Demonstration, Paris O. J. (Berlin)

18.02.1968:
Auf der Vietnamdemonstration verteilt die Gruppe Neuer Roter Turm (NRT) noch einmal ihr Flugblatt Nr. 3 vom 26.1.1968 an die Demonstranten mit einer angegebenen Auflage von 5000 Stück.
Q: Neuer Roter Turm: Flugblatt an die Demonstranten, Berlin O. J. (1968)

19.02.1968:
Die DPA verbreitet den Text "Der politische Standort der deutschen Studenten" von Curt Ottensmeyer.
Q: DPA: Der politische Standort der deutschen Studenten, 19.2.1968

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19.02.1968:
In Berlin lud die AUD zur Großveranstaltung "Strauß oder Dutschke wo liegt unsere Zukunft?" um 20 Uhr im Schultheiß in der Hasenheide mit August Haußleiter ein. Rudi Dutschke sei eingeladen, FJS vermutlich nicht.
Q: AUD: Strauß oder Dutschke wo liegt unsere Zukunft?, Berlin O. J. (1968)

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19.02.1968:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Freiheit für die nichteuklidische Geometrie" als satirische Antwort auf den Fragebogen, der Hochschullehrern für die Vorlesungsankündigung zugeschickt worden sei.
Q: Stöhr / Tippe: Freiheit für die nichteuklidische Geometrie, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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20.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das SAALA-Flugblatt Nr. 4 (vgl. 18.2.1968, 21.2.19968) mit dem Aufruf zur Ausländer-Vollversammlung um 20 Uhr, wo ein Brief eines Provisorischen Komitees vom 17.2. erwähnt wird, der zum 19.2.1968 zu einer VV einlud.
Q: SAALA: Flugblatt Nr. 4, O. O. (Heidelberg) 20.2.1968

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20.02.1968:
In Berlin verfassen die Asten von FU, PH und Kirchlicher Hochschule (KiHo) sowie die Studentenvertretung der TU eine Presseerklärung zur morgigen Freiheitskundgebung bzw. zur Vietnamdemonstration vom 18.2.1968, die auch als Flugblatt "Nicht unsere Demonstration" verbreitet wird.
Q: AStA FU, AStA PH, AStA KiHo, SV TU: Presseerklärung In den letzten Wochen…, Berlin O. J. (1968); AStA FU, AStA PH, AStA KiHo, SV TU: Nicht unsere Demonstration - zwei Versionen, Berlin 20.2.1968

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20.02.1968:
In Berlin lud der Arbeitskreis "Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland" der Kritischen Universität (KU) ein zur Diskussion mit Helmut Ridder über das Thema "Progressive verfassungsrechtliche Deutungen zum Problem des Sozialstaats" um 20 Uhr in der Jur Fak der FU.
Q: KU: Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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20.02.1968:
Vermutlich an der Architekturfakultät der TU Berlin erscheint vermutlich heute ein Flugblatt, das den Aufruf der Aktion demokratisches Berlin zur Freiheitskundgebung am 21.2.1968 dokumentiert und darauf hinweist, dass dieser auch von Professor Werner Düttmann unterzeichnet worden sei.
Q: N. N.: Unter der Überschrift…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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20.02.1968:
Die Fachschaft Architektur der TU Berlin verfasst vermutlich heute ein Flugblatt "Offener Brief an Professor Werner Düttmann", das den Aufruf der Aktion demokratisches Berlin zur Freiheitskundgebung am 21.2.1968 dokumentiert und darauf hinweist, dass dieser auch von Düttmann unterzeichnet worden sei.
Quelle: TU FS Arch: Offener Brief an Professor Werner Düttmann, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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21.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das SAALA-Flugblatt Nr. 5 (vgl. 20.2.1968, 28.2.19968) mit dem Aufruf zur Veranstaltung "Songs und Anderes aus vielen Ländern von Studenten und Arbeitern" am 23.2.1968 mit Juan und Jose aus Spanien, Nicos und Fuenko aus Griechenland und Kamerun, Hugh Bobb aus Trinidad und Anderen.
Q: SAALA: Flugblatt Nr. 5, O. O. (Heidelberg) 21.2.1968

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21.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das SDS-Flugblatt "Vom Protest zum Widerstand" zum Vietnamkongreß in Berlin.
Q: SDS: Vom Protest zum Widerstand, Heidelberg O. J. (1968)

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21.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich heute ein Flugblatt von Kurt Berna mit einem Artikel des 'Tages-Anzeiger' (Schweiz), in dem der SDS mit Hitler gleichgesetzt wird.
Q: Berna, K.: Versuch, Berlin in ein Saigon zu verwandeln, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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21.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich heute ein 'Scarlet Paper' - Information für Anglisten zur Vollversammlung vom 19.2.1968, die von nur 46 Stundenten besucht wurde.
Q: Scarlet Paper Aufklärerische Bergriffsbestimmung, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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21.02.1968:
In Dortmund streiken, laut 'Roter Morgen, 1 400 bei Rheinstahl Union Brückenbau.
Q: Roter Morgen, Hamburg März 1968

22.02.1968:
Der AStA der FU Berlin gibt eine Presseerklärung heraus zur Demonstration vom 21.2.1968.
Q: AStA FU: Presseerklärung, Berlin 22.2.1968

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22.02.1968:
Die Studentenvertretung (SV) der TU Berlin gibt eine Presseerklärung zur Demonstration vom 21.2.1968 heraus, die uns aus dem Archiv der SV auch mit einer handschriftlichen Ergänzung vorlag.
Q: SV TU: Presseerklärung, Berlin 22.2.1968

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22.02.1968:
In Hamburg erscheint das 'Hamburger Extrablatt' Nr. 3 (vgl. 8.2.1968, 7.3.1968) mit einem Leitartikel "Politische Polizei holt Schüler aus den Klassenzimmern - Die rebellierenden Studenten sind nicht mehr allein - PoPos in der Schule". Berichtet wird auch in "Fanny's Knödel sind verboten" vom katholischen Volkswartbund bzw. der durch diesen bewirkten Indizierung von Kurt Deschs "Fanny Hill". Zur Schutzgemeinschaft (SG) heißt es: "NPD-Kolonnen schließen ihre Reihen - SG marschiert". Dokumentiert wird das "Kalkül der NPD: Parteiprogramm für Provinzler". Aus dem Justizbereich wird berichtet über die repressive "Amtshilfe für die KPD" am 8.2.1968 in Frankfurt aber auch von der Liberalisierung des Sexualstrafrechts kundgetan:"'1967 nur 123 Ehebrüche' - Justizminister Heinemann spottet über bestehende Gesetze". In "Für ein paar Dollar mehr" wird berichtet aus Vietnam.

Berichtet auch aus Hamburg vom RC in "Republikanischer Club Hamburg - Nach kurzer schwerer Krankheit" sowie in "150 Betten, notfalls Reifen beim Li-La-Le: Die Polizei verbietet nichts" zum Fest in der Hochschule der bildenden Künste (HBK) am Lerchenfeld, für das auf der Titelseite geworben wurde: "Künstlerfasching Li-la-Le: Mädchen dürfen gekniffen werden" und wo offenbar hinreichend Lagerstätten für freien Sexualverkehr bereitgestellt werden.

Beigelegt ist ein Extrablatt des 'Blinkfüer' mit dem Titel "Bonn fürchtet KPD-Programm".
Q: Hamburger Extrablatt Nr. 3, Hamburg 22.2.1968; Blinkfüer Extrablatt Bonn fürchtet KPD-Programm, Hamburg 1968

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23.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint eine Einladung zur Veranstaltung "Songs und Anderes aus vielen Ländern von Studenten und Arbeitern" um 20 Uhr. Das Programm und auch die Texte der Lieder werden vermutlich auf der Veranstaltung selbst verteilt.
Q: N. N.: Kommen Sie unbedingt heute Abend tut sich was, O. O. (Heidelberg) O. J. (23.2.1968)

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23.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das SDS-Flugblatt "Über die Fehler des SDS und wie die Studenten sie vermeiden können" zur Wahl des 1. AStA-Vorsitzenden bei der der SDS-Kandidat, ein Theologe und 'Kirchenterrorist', dem unabhängigen Kandidaten unterlag.
Q: SDS: Über die Fehler des SDS und wie die Studenten sie vermeiden können, Heidelberg O. J. (1968)

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23.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt der KU "Medizinische Arbeitskreise in der Kritischen Universität" mit der Einladung zur Vorbesprechung am 5.3.1968.
Q: KU: Medizinische Arbeitskreise in der Kritischen Universität, Heidelberg O. J. (1968)

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23.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein "Diskussionsbeitrag" von Meinhard Schröder zum Thema "Kritik der Theologie und kritischen Theologie", der sich gliedert in die Abschnitte:
- "Aufgaben einer kritischen Theologie";
- - "I. Traditionskritik";
- - "II. Ideologiekritik"; und
- - "III. Institutionskritik".
Q: Meinhard Schröder: Diskussionsbeitrag, Heidelberg O. J. (1968)

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23.02.1968:
Laut MSB Spartakus lassen Studenten aus den Obergeschossen der Ludwig Maximilian Universität (LMU) in München, während einer Festrede zum 25. Jahrestag der Ermordung der Geschwister Scholl, Flugblätter flattern, die nach "den antifaschistischen Taten des versammelten Establishments" fragen. Auf Handzetteln wird zum Protest gegen die Ermordung Benno Ohnesorgs und die Springer-Hetze aufgerufen.
Q: MSB-Spartakus: 500 Jahre Klassenuniversität München - 500 Jahre Kampf gegen die Reaktion, München O. J., S. 78

26.02.1968:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint die Vorankündigung für die ab dem 27.2.1968 erhältliche März-Ausgabe der 'konkret' mit dem Artikel "Der Kampf in den Metropolen" von Ulrike Marie Meinhof.
Q: konkret Der Kampf in den Metropolen, O. O. O. J. (1968)

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26.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das Flugblatt "Quo vadis, AStA?" des Collegium Politicum (CP) in einer verbesserten Neuauflage zur Wahl von Arnulf Lorentz zum 1. AStA-Vorsitzenden. Aufgefordert wird zum Besuch der nächsten Sitzung des Studentenparlaments (StP) am 28.2.1968.
Q: CP: Quo vadis, AStA?, Neuaufl., Heidelberg O. J. (1968)

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26.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, ein Flugblatt des SHB Heidelberg mit einer "Erklärung" gegen die "faschistische Politik" des westberliner Senats zur Vietnamdemonstration.
Q: SHB: Erklärung, Heidelberg O. J. (1968)

26.02.1968:
In Heidelberg gibt der AStA der Universität sein 'Info' Nr. 78 (vgl. 9.2.1968, 7.5.1968) heraus mit dem Leitartikel "'Wenn wir Drittelparität fordern…'" von Burkhart von Braunbehrens.

Weitere Artikel sind:
- "Zusammensetzung des 28. StP.";
- "Gegenerklärung der ADS" zur Erklärung des AStA;
- "In Sachen ADS: Einstweilige Anordnung gegen AStA abgewiesen";
- "Verwalter und Ausbilder" u.a. zu den Spitzeln auf der Immatrikulationsfeier im November 1967, von D. Walter;
- "Jedem Ordinarius sein Spezialgebiet! Prof. Dolf Sternberger: Zur Geschichte des Repräsentationsbegriffs", eine Vorlesungskritik;
- Leider nur ein Gastspiel! Prof. Chr. Graf v. Krockow: Marxismus, Kommunismus und Probleme der Entwicklungsländer" von der Universität Saarbrücken, eine Vorlesungskritik;
- "Chemisches Praktikum für Mediziner", eine Vorlesungskritik;
- "Vorlesungskritik;. Prof. Weinert, Psychologie der Persönlichkeit, Teil 1";
- "'Allgemeine Histologie' (Prof. Altmann)" in der Vorklinik der Medizin, eine Vorlesungskritik;
- "Arbeitskreis zur Methodik und Koordination der Vorlesungskritik" von Regula Langbein;
- "Blockierung der Parlamentsarbeit. Gegendarstellung zur RNZ und zum HT" zum Vietnamprotest am 14.2.1968 im Studentenparlament;
- "Sinnlichkeit allein führte dem AStA nicht die Feder" zu seinen Briefen an Ärzte zwecks Verschreibung der Antibabypille;
- "Wer war am Apparat" zum Aktionskomitee für die Hochschulgesetzdemonstration in Stuttgart;
- "Collegium Academicum" zum CA, von Detlef Feuerborn;
- "'Krawall' in der Stadthalle" am 26.1.1968, von Eckhard Daser; sowie
- "Ist die Landeskirche Baden sozial?" zur Theologischen Fakultät bzw. der Unterbringung von 15 sich dort weiterbildenden Pfarrern im Studentenwohnheim Comeniushaus.
Q: AStA Uni: Info Nr. 78, Heidelberg 26.2.1968

26.02.1968:
Peter Schütt (vgl. März 1968) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Als Ende Februar die Schließung der Kampnagel-Werke drohte, halfen Studenten bei der Herstellung und Verbreitung von Flugblättern und trugen den Protest der Belegschaftsmitglieder in die Öffentlichkeit. Die gemeinsamen Aktionen von Arbeitern und Studenten haben gezeigt, daß die Verständigungsschwierigkeiten zwar groß sind, aber keineswegs unüberwindlich. Ein Anfang ist gemacht."
Q: Peter Schütt: Entwicklung der demokratischen Bewegung an der Universität Hamburg im Wintersemester 1967/68, In: Blätter für deutsche und internationale Politik Jg. 13/1968, S. 389

27.02.1968:
Auch an der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, vermutlich u.a. vom RC Heidelberg und evtl. auch vom RC Mannheim, ein Aufruf "10 000 Tote Hunger Krieg Fasching" zu einer Vietnamspendensammlung auf ein Konto der Stadtsparkasse Mannheim, der das "Ergebnis einer Diskussion zwischen dem Republikanischen Club und Vertretern der Kirchen" sei.
Q: N. N.: 10 000 Tote Hunger Krieg Fasching, Heidelberg O. J. (1968)

27.02.1968:
Der SDS Tübingen und die Studentische Linke (SL) Tübingen verteilen, laut einer handschriftlichen Datierung heute vor Tübinger Betrieben, ein Flugblatt zum Vietnam-Kongress in Berlin (vgl. 17.2.1968) bzw. zu dessen Abschlußdemonstration.

Abschließend heißt es:"
Dies ist das erste Mal, dass wir uns in dieser Form an Sie wenden. Wir wären interessiert daran, mit Ihnen über all dies zu sprechen. In Kürze werden wir einen Vorschlag machen, wann solche Gespräche stattfinden könnten."
Q: SDS / SL: Liebe Kolleginnen und Kollegen!, Tübingen O. J. (1968)

27.02.1968:
In Berlin richtet der Vorstand des SJ-Rings der SJD Die Falken einen Offenen Brief an die Mitglieder zum Vietnamkongreß und der Freiheitsdemonstration vor dem Rathaus Schöneberg.
Q: SJD-SJ-Ring: Offener Brief an die Mitglieder des SJ-Ringes, Berlin 27.2.1968

28.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das SAALA-Flugblatt Nr. 6 (vgl. 21.2.19968, 28.4.1968) in der SAALA sich vorstellt als bereits seit zwei Semestern bestehende Arbeitsgemeinschaft.
Q: SAALA: Flugblatt Nr. 6, O. O. (Heidelberg) 28.2.1968

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28.02.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das Flugblatt "Die Alternative: ein linker AStA" des SDS und Collegium Politicum (CP).
Q: SDS / CP: Die Alternative: ein linker AStA, Heidelberg O. J. (1968)

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29.02.1968:
In Berlin erscheint die Nr. 1 der 'Linkeck' (vgl. 1.4.1968) mit einem gefälschten Faksimile der 'VBZ' mit der Schlagzeile "Vergast die Kommune!" und einem Hintern, aus dem Blasen emporsteigen mit dem Text "Dreigeteilt - niemals!" zur "Freiheitskundgebung" vor dem Schöneberger Rathaus am 21.2.1968 bzw. der Schwäche der Berliner Wirtschaft.

Weitere Artikel sind:
- "Terror" zu "SS Werner", heute Kommandeur Berliner Schutzpolizei, der den Einsatz am 2.6.1967 leitete;
- "Fritz Teufel wieder in Moabit" zum Urteil gegen ihn am 23.2.1968;
- "Springer" - Prügelnde Dummheit und regierende Verbrecher";
- "'Wir werden euch die roten Pimmel abschneiden!'" zur Jagd von 10 bis 12 Taxifahrern auf den Privatwagen von Rudi Dutschke in der Nacht zum 18.2.1968;
- "Kurt der Feinmechaniker" zum Regierenden Bürgermeister Kurt Neubauer;
- "Schlagt zurück!" zur "Freiheitskundgebung" vom 21.2.1968;
- "Drei Tage lang" zum 21.2.1968;
- "Blutiger Mittwoch" zum 21.2.1968;
- ein Poster einer nackten, zum Skelett abgemagerten KZ-Insassin mit dem Text "Diesem wohlgestalteten Mädchen baute unser hochverehrter Herr Bundespräsident Lübke vor gut 30 Jahren ein Eigenheim mit allen Schikanen. Und unser ebenfalls hochverehrter Herr Bundeskanzler Kurt Kiesinger propagierte auch in anderen europäischen Ländern zur gleichen Zeit diese Form der deutschen Wohnkultur.";
- "'Schütz ist eine kleine impotente radikale Minderheit'" zum 21.2.1968;
- "Schüler!" mit dem Angebot bei Bernd Kramer, im Linkeck-Verlag selbst zu drucken;
- "SC" zum Sozialistischen Club Neukölln, der sich am 29.2.1968 trifft;
- "Haut den Springer. Prozesstermine";
- "Liberale Scheiße. Frostaufbrüche" zu einem Artikel im 'Tagesspiegel' über die Anweisung für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes zur Teilnahme an der Kundgebung am 21.2.1968;
- "Me, myself and I. Interview mit Mick Jagger";
- "Mothers Absolutely free" zu den Mothers of Invention; sowie
- "Schauspieler gehen auf die Straße" in den USA.
Q: Linkeck Nr. 1, Berlin 29.2.1968

Letzte Änderung: 11.02.2018