April 1968

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 31.3.2018


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Der April 1968 wird hier im Spiegel der oppositionellen und studentischen Gruppierungen sowie ihrer Publikationen dargestellt, wobei die benutzten Quellen keineswegs erschöpfend sind und der Ergänzung bedürfen.

Der April 1968 war vor allem bestimmt durch das Attentat auf Rudi Dutschke in Berlin, auf das die APO an verschiedenen Orten, wie etwa in Esslingen, im Verlauf der sog. 'Osterunruhen' mit der Blockade der Springer-Verlagshäuser antwortete und in den folgenden Tagen und Wochen in Berlin mit der Organisierung an der Basis innerhalb von Basisgruppen in den Stadtteilen, die sich der Arbeit mit Schülern, aber auch den Arbeitern widmeten bzw. der Vorbereitung des 1. Mai.

Beherrschendes Thema der Debatte war die Frage der Gewalt.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

April 1968:
Das ZK der PCMLB Belgien (vgl. 29.6.1970), berichtet über den Leiter ihres Gebietskomitees in Charleroi (vgl. Sept. 1969) evtl. u.a. aus dem April:"
1. Im ersten Trimester 1968 ersucht eine Interkommunale von Charleroi der Bevölkerung ein teures und wenig praktisches Müllabfuhrsystem aufzuzwingen. Die Bevölkerung führt einen einmütigen Kampf. Der Genosse will einen Artikel in der 'Clarte' veröffentlichen mit dem Vorschlag, auf den Müllsäcken solle eine Reklame aufgedruckt werden, die die Kosten decke. Die Redaktion der 'Clarte' hat diesen Artikel mit der Begründung zurückgewiesen, daß die Parteizeitung sich nicht um die Werbung der kapitalistischen Unternehmen zu kümmern habe. Aber der Genosse hat diesen Artikel in der Zeitung veröffentlicht, die er in seiner Gemeinde herausgibt. Daß die von der Partei eingenommene Haltung richtig war, ist durch die Tatsache bewiesen, daß die Bevölkerung, die in ihrem Kampf ausharrte, recht erhalten hat, ohne daß die kapitalistsiche Werbung beansprucht werden mußte.

2. Kurze Zeit danach schlug der Genosse dem Zentralkomitee vor, die Parole von der 'Arbeiter-Kontrolle' zu verteidigen, eine jener berüchtigten 'Strukturreformen', die die Revisionisten, die Trotzkisten und einige Anführer der FGTB propagieren. Es ist offensichtlich, daß ein solcher Vorschlag dem Marxismus-Leninismus zuwider lief und keinerlei Notiz nahm von den tiefgehenden Analysen der 'mystifizierten Strukturreformen', die die Kommunistische Partei Chinas und die Partei der Arbeit Albaniens (PAA, d.Vf.) durchgeführt haben."
Quelle: KSB/ML Freiburg: Zur Einheit aller Revolutionäre, besonders der Marxisten-Leninisten, Freiburg O. J. (1970), S. 14

April 1968:
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 11.2.1971) berichtet:"
GEMISCHTBELEGUNG EIN POLITIKUM!

Die Studenten des Pariser Vororts Nanterre hatten es satt, täglich Eingriffe in ihre intimsten Lebensbereiche hinzunehmen und mit Kündigungen rechnen zu müssen, nur weil sie die Nacht mit ihren Freundinnen oder Freunden zugebracht hatten.

Und deshalb packten sie eines Nachts im April 1968 ihre Koffer und zogen einfach um: Studenten in das Heim für Studentinnen - und Studentinnen in das Heim für Studenten.

Am nächsten Tag alarmierten die Heimleitungen die Polizei, es kam zu Prügeleien und was daraus erwuchs war nichts weniger, als die französische Studentenrevolte des Mai 1968."
Q: Bochumer Studentenzeitung Nr. 73, Bochum 11.2.1971, S. 2

April 1968:
Laut Schlomann/Friedlingstein konstituiert sich in Großbritannien aus Gruppen um die prochinesische Zeitschrift 'The Marxist' (erschien ab Nov. 1966) die Communist Party of Britain/Marxist-Leninist (CPB/ML). Vorsitzender wird Reg Birch.
Q: Schlomann, Friedlingstein: Die Maoisten, Frankfurt 1970, S. 186; Der Klassenkampf Nr. 7/8, Köln 1971, S. 6

April 1968:
Die Aktion Lateinamerika (ALA) Freiburg (vgl. 2.7.1973) berichtet aus Guatemala über rechte Terrorakte bzw. die Ermordung von Rogelia Cruz Martinez (vgl. Jan. 1968) und die Entführung des Erzbischofs Casariego (vgl. März 1968), durch diese "wurde der Durchschnittsbürger so erschüttert, daß dieses möglicherweise zur Bildung neuer politischer Zustände verhalf, die das Ende der Violencia einen Monat später ermöglichten."
Q: Aktion Lateinamerika Nr. 1, Freiburg 1973, S. 16

April 1968:
In der deutschen Sektion des Vereinigten Sekretariats (VS) der Vierten Internationale erscheint der 'Zentral-Redaktion Rundbrief' (ZR-RB) Nr. 3 für März frühestens Anfang April (vgl. Feb. 1968, 1.8.1968). Die Ortsredaktion Köln möchte nicht in die SDAJ eintreten, sie will lieber eine offen auftretende Sektion der Vierten haben. Weitere Ortsredaktionen werden erwähnt aus Berlin, Frankfurt und Mannheim. Berichtet wird auch von der SDS DK (vgl. 29.3.1968).
Q: VS-deutsche Sektion-ZR: Rundbrief Nr. 3, O. O. März 1968

April 1968:
Die Aprilausgabe des 'Roten Morgens' (vgl. März 1968, Mai 1968) behandelt u.a. die italienische Halbinsel. In Crotone in Kalabrien sei die PCI zur PCI/ML übergetreten, die auch in Apulien aktiv ist. Außer über die Gründung eines Provisorischen Komitees einer ML Kommunistischen Bewegung San Marinos, wird auch noch von Sardinien berichtet (vgl. 24.3.1968).

Im Leitartikel "Schlagt den Faschismus, wo ihr ihn trefft. Brutaler Polizeiterror zum Schutze des Druck- und Mordhauses Springer" wird ausgeführt:"
Alle jene, die bisher meinten, der Gefahr der Refaschisierung der Bundesrepublik mit papiernen Protesten, wehklagenden Artikeln und Appellen an die demokratische Gesinnung der Herrschenden begegnen zu können, sollte der feige Mordanschlag auf den Genossen Rudi Dutschke eine Besseren belehrt haben. Konterrevolutionäre Gewalt kann nur mit revolutionärer Gewalt begegnet werden. Dieser Staat, in dem wir leben, legt nach und nach die Maske ab. Und was dahinter hervortritt, ist die brutale Fratze des Neofaschismus … Als die Schüsse auf Rudi Dutschke fielen und die Studenten auf die Straße gingen, um zu protestieren, als sie die Druck- und Verlagshäuser des Springer-Konzerns belagerten, um die Auslieferung der Pogrom-Presse zu verhindern, war das ihr legitimes Recht. Denn BILD schoß mit. Lächerlich, den Mordanschlag als die Tat eines halbirren Einzelgängers hinzustellen. Wer hetzt denn seit Jahr und Tag zum Pogrom? Wer hat die Nachfolge des berüchtigten Hetzblattes des Judenhassers Julius Streicher 'Der Stürmer' angetreten? BILD! … Wer kommandierte Westberliner Bürger vors Schöneberger Rathaus, um die Stimmung gegen die fortschrittliche Minderheit der Stadt anzuheizen? Westberlins regierender Knüppelmeister Schütz … War der Mordschütze Kurras, der den Studenten Benno Ohnesorg niederknallte, etwa auch ein Einzelgänger? Oder war es das, was uns da von ehemaligen SS-Führern und bewährten Nazis, im Geiste von Gestern erzogen, als Schutztruppe der Reaktion in großen Teilen der Polizei entgegenritt? … Die Studenten und Jungarbeiter, die der Reaktion ein heißes Ostern bereiteten, haben tapfer gekämpft. Sie haben Hunderte Polizisten außer Gefecht gesetzt. Und Dank auch den Genossen, die als wahre Marxisten-Leninisten unter der roten Fahne der Arbeiterbewegung in vorderster Reihe des Kampfes standen … Die Welle des Protestes und Kampfes hat ihren Höhepunkt überschritten und klingt ab. Was war der Erfolg? Die Auslieferung der Springer-Erzeugnisse wurde teilweise verhindert oder beträchtlich verzögert, das revolutionäre Bewußtsein der Jugend gestärkt … Die Menschen beginnen sich zu schämen, dies Drecksblatt in die Hand zu nehmen. Hier müssen wir dran bleiben und den Boykott fortsetzen. Durch geduldige offensive Diskussion müssen wir erreichen, daß kein Mensch die BILD-Zeitung mehr kauft, um nicht als BILD-Trottel zu gelten. Kein Kiosk darf mehr Springer-Erzeugnisse bestellen, um nicht selbst boykottiert zu werden. Das allerwichtigste aber bleibt nach wie vor, durch verstärkte Agitation in den Betrieben die Massen im marxistisch-leninistischen Sinne zu schulen. Denn ohne das Bündnis der Arbeiter, Bauern mit der fortschrittlichen Intelligenz wird es nicht möglich sein, die reaktionäre Klassenherrschaft des Monopolkapitals zu stürzen und an seiner Stelle ein einiges, sozialistisches Deutschland, unter der Klassenherrschaft des Proletariats zu errichten."
Der Artikel stammt von Ernst Aust.

Weitere Artikel sind:
- Soziale Symmetrie - Ein sozialer Beschiss,
- Renegaten aller Länder vereinigt Euch,
- Wohin geht die CSSR - Eine Clique löst die andere ab.

Im Artikel von Günter Ackermann "Fahne der südvietnamesischen Befreiungsfront unerwünscht" werden die Vorfälle in Köln am 6.4.1968 behandelt (vgl. dort).

S. Markowski aus Bergisch Gladbach (Initiativausschuß zur Gründung einer sozialistischen Partei - IA) habe eine Reihe 'Fragen an den Roten Morgen' gerichtet, wozu ausgeführt wird:"
Zwischen Verbalinjurien und unsachlichen Ausfällen hübsch verpackt, wird uns eine Reihe 'konkreter Fragen' offeriert … Wir werden keine geschlossene Antwort abfassen. Zu einigen der 'Fragen' haben wir uns schon geäußert, andere werden wir gelegentlich aufgreifen. Einige der Fragen sind leider so saublöd, daß sich jede Diskussion erübrigt. Da jedoch die meisten Leser des ROTEN MORGEN nicht auch zugleich den INFORMATIONSBRIEF beziehen (das Organ, für das S. Markowski verantwortlich zeichnet, d.Vf.), möchten wir im Folgenden ganz kurz den Gedankengang des erwähnten Artikel skizzieren."
S. Markowski kritisiert u.a.:
- Nationale Engstirnigkeit und Selbstsucht der Chinesen,
- Eine rein machtpolitische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion,
- Unberechtiger Vorwurf des Revisionismus,
- Der Kapitalismus in der Sowjetunion wird nicht restauriert,
- Zwischen sowjetischer und chinesischer Außenpolitik besteht kein
grundsätzlicher Unterschied,
- Die Genossen des ROTEN MORGEN gehen den Chinesen auf den Leim,
- Sie wollen den Kult um Stalin wiederbeleben.

"All das könnte man zur Not auch in der BILD-Zeitung nachlesen. Wer sich dennoch bemüssigt fühlt, den 'Informationsbrief' zu bestellen, kann schreiben an S. Markowski … ."
Q: Roter Morgen, Hamburg Apr. 1968

April 1968:
Der Vorstand des Initiativausschusses zur Gründung einer Sozialistischen Partei (IA) gibt ein Sonderblatt des 'Informationsbriefes' (IB) zum Mordanschlag auf Rudi Dutschke heraus (vgl. März 1968, April 1968). Titel:"Helft Rudi Dutschke!"
Q: Initiativausschuss zur Gründung einer Sozialistischen Partei: Informationsbrief, Sonderblatt, Bergisch-Gladbach April 1968

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April 1968:
Der Vorstand des Initiativausschusses zur Gründung einer Sozialistischen Partei (IA) gibt die Nummer 61 des 'Informationsbriefes' (IB) heraus (vgl. März 1968, Mai 1968). Er enthält die Artikel:
- Die Redaktion: Der Prozess [Vorbemerkung zum Abdruck des Briefes des SDS an das ZK der KPdSU über einen Prozess gegen einige Schriftsteller in der Sowjetunion]
- SDS Landesverband Berlin: Brief an das ZK der KPdSU
- Aus Briefen, die uns erreichten [zu Dutschke, zum SDS und den Arbeitern, Dankesbrief von Karl-Hermann Flach, zur Diskussion um Che Guevara und Herbert Marcuse]
Q: Initiativausschuss zur Gründung einer Sozialistischen Partei: Informationsbrief, Nr. 61, Bergisch-Gladbach April 1968

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April 1968:
Frühestens im April 1968 werden vom Aktionszentrum Unabhängiger Sozialistischer Schüler (AUSS) und dem SDS Freiburg "Thesen zur autoritären Schule" in einer Broschüre von 25 Seiten veröffentlicht, auf der handschriftlich auch eine Adresse des AUSS Freiburg in der Sedanstrasse 10 vermerkt ist.

Die Thesen gliedern sich wie folgt:"
A. Analyse
I. Schule und Elternhaus
1. Elternhaus
2. Schule
2.1 Schule und Autorität
2.2 Schule und Triebstruktur
II. Schule und Gesellschaft
1. Am Beispiel der Kinder aus sozial schwächeren Schichten
2. Der vorgeschriebene Wissenskanon
III. Analyse und Kritik der SMV
B. Gegenvorstellungen (Umrisse einer demokratischen Schule)
C. Die Linken Schülergruppen: Struktur und Aufgabe".

Erwähnung finden die Schülergruppe SSG, die Schüler aller Gymnasien umfasse, sowie der Sozialistische Lehrerbund (SLB).
Q: AUSS, SDS Freiburg: Thesen zur autoritären Schule, Freiburg O. J.

April 1968:
Vermutlich im April erscheint die Broschüre "SDS-Flugblätter zur Hochschulpolitik. Tübingen, Sommer-Semester 1967 Winter-Semester 1967/68".

Enthalten sind die Flugblätter:
- "Hochschulpolitik in Tübingen" vom 27.6.11967;
- "Vorne Bach hinten Bach und dazwischen Blech!" zur Immatrikulationsfeier (vgl. Okt. 1967);
- "Fall Bechtoldt" zu dessen Verweigerung einer Diskussion in seiner Vorlesung über den "Vietnam-Konflikt" (vgl. Dez. 1967);
- "Go-In" mit dem Aufruf dazu am 17.1.1968 beim Soziologen Tenbruck, wo über Autorität an der Hochschule diskutiert werden solle;
- "Hochschulgesetz" (vgl. Feb. 1968);
- "Warschau ist nicht allein" zu Polen (vgl. 15.3.1968); sowie
- "Waffen für den Vietcong!" (vgl. 14.2.1968).
Q: SDS-Flugblätter zur Hochschulpolitik. Tübingen, Sommer-Semester 1967 Winter-Semester 1967/68, Tübingen O. J. (1968)

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April 1968:
Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:"
Ende April 1968 versuchten die Sozialisten noch einmal, die Aktionseinheit mit dem KP-orientierten Flügel im GAST für den Kampf gegen die Notstandsgesetzgebung (NSG, d.Vf.) herzustellen. Das konnte natürlich nur bis zum 20.Mai klappen" (vgl. Jan. 1968, 18.5.1968).
Q: apo press Nr. 7, München 25.2.1969, S. 10ff

April 1968:
Nach Ostern gründet sich, laut 'BED', eine der ältesten Basisgruppen in Berlin, die Basisgruppe Zehlendorf. Bereits im Sommer wird ein erster Arbeitskreis gegründet, der Vorbereitungen für eine künftige Betriebsarbeit trifft (vgl. Okt. 1968).
Q: Berliner Extra-Dienst Nr. 24, Berlin 1969, S. 5

April 1968:
Der Republikanische Club (RC) Westberlin gibt die Broschüre: "Berlin. Wirtschaft und Politik - Im Kern gesund? Materialien vom Berlin Arbeitskreis im Republikanischen Club Westberlin" heraus.
Einleitend wird erwähnt, dass sich die "Westberliner Wirtschaft in einer tiefen Strukturkrise, die sich im Wesentlichen in einem starken Rückgang der Westberliner Bevölkerung, der Zahl der Erwerbstätigen, einem starken Zurückbleiben der Ausrüstungsinvestitionen hinter der Entwicklung der Bundesrepublik bzw. Der produktionstechnischen Möglichkeiten der Westberliner Wirtschaft, die in der Abwanderung bzw. Verlagerung von Produktionsstätten und dem Verlust von Arbeitsplätzen ausdrückt, befindet"..
Die "ökonomische Strukturkrise" wird mit der "Verschleierung durch Regierungsapparat und Presse" in Verbindung gebrach, deren "fruchtlose Versuche, sie mit systemimmanenten Maßnahmen zu beheben".
Die Broschüre will in "zwei kritischen Dokumentationen" zu den "wirtschaftspolitischen Maßnahmen und Konzeptionen des Senats" Stellung beziehen, sowie "theoretische Überlegungen" anstellen, "über die besondere Situation der Privatunternehmer in Westberlin und ihre daraus resultierende Unlust, zu investieren". Abschließend will man eine "Alternativkonzeption" vorstellen, wie wirtschaftliche Potentiale "zugleich in einer sozialistischen Gesellschaft organisiert werden könnte".
Artikel der Broschüre sind:
- "1. Lage und Entwicklung der Westberliner Wirtschaft" mit den Unterpunkten:
- " Die Entwicklung der Globalgrößen: Offizielle Einschätzung und Kritik"
- "Indikatoren der Strukturkrise"
- "Verminderung der Erwerbsbevölkerung"
- "Zurückbleiben der Ausrüstungsinvestitionen"
- "Rückgang der Industrieansiedlung"
- "Die soziale Lage der Bevölkerung"
- "Die soziale Bedeutung der Flächensanierung in Westberlin"
-"2. Wirtschaftspolitische Maßnahmen und Konzeptionen des Senats" mit den Unterpunkten:
- "Ziele des Senats"
- " Mechanismus und Steuerpräferenzen"
-"3. Kapitalistische Perspektive für Westberlin?"
-"4. Sozialistische Perspektive für Westberlin"
Geworben wird für den "Berliner Extra Dienst."
Q: RC: Berlin. Wirtschaft und Politik - Im Kern gesund?, West-Berlin Apr. 1968

April 1968:
In Berlin gibt der Arbeitskreis Agitprop im Republikanischen Club (RC) die Broschüre "1. Mai - Gegen konzertierte Ausplünderung" zum Preis von 1 DM, die auf ein Konto überwiesen werden soll, heraus mit dem Aufruf zur Demonstration ab Karl-Marx-Platz und den Abschnitten:
- "Was ist Reichtum?";
- "Immer höhere Mieten";
- - "Der weiße Kreis";
- - "Altbausanierung durch die Haus- und Grundbesitzerbrille";
- - "Wie wird das Objekt 'rentabel?'";
- - "Altbaumieten";
- - "Neubaumieten";
- - "Wie die hohe Miete zustande kommt";
- - "Der Kapitalistentrick mit der steuerlichen Abschreibung (§ 7, 7b Einkommensteuergesetz)";
- - "Annuitätshilfe";
- - "Das Grundeigentum: Die heilige Kuh der Herrschenden";
- - "Aussichten";
- - "Soziale Marktwirtschaft";
- - "Nur die öffentliche Kontrolle entfällt!";
- - "Wer wird denn schlechter gestellt? !";
- - "Es geht auch anders";
- - "Wie der Rechenkünstler Schwedler den Mietern ein X für ein U vormacht und seine Rechnung nie ohne den Hauswirt gemacht hat" zum Bausenator;
- "Keine Mitbestimmung für Maschinen - die raffinierte Ausplünderung oder wie man Menschen zu Maschinen macht";
- - "Ein Roboter liest ein Buch";
- - "Wie man ein MTM, ein Maschinen-Teil-Mensch wird", wobei von Bosch Wilmersdorf berichtet wird;
- - "Höhere Kontoziffern für die Unternehmer - höhere Unfallziffern bei den Arbeitern" zu Bosch;
- - "8 000 SEL-Arbeiter mußten gehen" zu Mix & Genest (SEL) Schöneberg und Adrema Tiergarten;
- - "'Work Factor' ohne den Faktor Mensch" zu Siemens Berlin;
- - "Akkord-Rekord ist Mord" zu den Arbeitsunfällen bei Siemens, u.a. im Schaltwerk;
- - "AEG - Aus Erfahrung gerissen" zur AEG-Turbine;
- - "MKF - Macht Konzerne Fetter" zu AEG-Telefunken;
- - "Multi-Moment für Multimillionäre" zu Karstadt;
- - "Bei Krupp sind Arbeiter nur 'Kruppzeug'" zur Krupp Kesselfabrik in Rudow;
- - "Ausplünderung der Persönlichkeit";
- "Warum man über die Westberliner Wirtschaft nicht spricht";
- - "König zu den Fleischer-Vorwürfen";
- "Berufsausbildung heute - für morgen?" u.a. zu Buchbindern und Siemens;
- - "Keine Angst vor der Zukunft";
- - "Krupp plant" zum Stufenplan;
- - "Facharbeiter nicht mehr gebraucht" zum Stufenplan;
- - "Konzernabhängigkeit wächst"; sowie
- "Die Bourgeoisie hat weitere Fortschritte gemacht in der Kunst, das Unglück der Arbeiterklasse zu verbergen. - Engels, 1892" zur Statistik.
Q: RC-AK Agitation: 1. Mai - Gegen konzertierte Ausplünderung, Berlin Apr. 1969

April 1968:
In Berlin erscheint vermutlich im April ein anonymes Flugblatt mit dem Aufruf zum 1. Mai und dem Mailied von Klaus Schütz, welches von Farbe und Format her bereits an spätere Rote Garde Flugblätter erinnert.
Q: Heraus zur ersten oppositionellen Maikundgebung, O. O. O. J.

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April 1968:
Es erscheint die Nr.3 des 2. Jahrgangs der 'Positionen', einer theoretischen Zeitschrift der Berliner Falken (SJD) unter der Schlagzeile "Alle Macht den Räten?".

Verantwortlich zeichnen Peter Bischoff und Heinz Beinert, zur Redaktion gehören auch Hajo Schrankel, Gunther Soukup und Barbara Tennstedt.

Enthalten sind die Beiträge:
- "Alle Macht den Räten?" von der Redaktion;
- "Die Rätedemokratie ist keine Utopie" von Bernd Rabehl;
- "Von der Einheitsfront zum Aufstand" von Jochen Ebmeier;
- "Für eine Wiederbelebung des Rätegedanken" von Willy Huhn;
- das Gedicht "Schwierigkeit des Regierens" von Bertolt Brecht;
- "Staat und Bürokratie aus jugoslawischer Sicht" von Predrag Vranicki;
- die Lieder "Resolution" und "Die Internationale"; sowie
- "Die Ungarische Revolution und die Rätedemokratie" von Hannah Arendt.
Quelle: Positionen Nr. 3, Berlin Apr. 1968

April 1968:
In Berlin erscheint vermutlich im April ein Flugblatt "Lehrlinge" welches zur Maidemonstration in Neukölln aufruft und von Alf Böhmert, Ezra Gerhardt, Simon Kleebauer, Michael Witte und Norbert Deutschmann unterzeichnet ist.
Q: Alf Böhmert, Ezra Gerhardt, Simon Kleebauer, Michael Witte und Norbert Deutschmann: Lehrlinge, o. O. O. J.

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April 1968:
In Berlin erscheint eventuell im Frühjahr 1968 ein Flugblatt für die Demokratisierung des Berliner Schülerparlaments (BSP).
Q: Ezra Gerhardt u.a.: Die Bemühungen, O. O. O. J.

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April 1968:
In Berlin erscheint vermutlich im April ein Flugblatt "Was bedeutet der 1. Mai in Berlin?" welches die Schüler zur Maidemonstration in Neukölln aufruft und von Alf Böhmert, Ezra Gerhardt, Simon Kleebauer, Michael Witte und Norbert Deutschmann unterzeichnet ist.
Q: Alf Böhmert, Ezra Gerhardt, Simon Kleebauer, Michael Witte und Norbert Deutschmann: Was bedeutet der 1. Mai in Berlin, o. O. O. J.

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April 1968:
In Berlin erscheint ein Flugblatt des Aktionskreis Schülerselbsthilfe (ASH) mit dem Aufruf zum 1. Mai.
Q: ASH: Aufruf 1, O. O. April 1968

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April 1968:
In Berlin erscheint ein Flugblatt des Aktionskreis Schülerselbsthilfe (ASH) als Information Nr. 4 zur Disziplinarordnung.
Q: ASH: Information Nr. 4, Berlin April 1968

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April 1968:
An der FU Berlin erscheint vermutlich zu Anfang des Sommersemesters ein "Fragebogen zu den einzelnen Veranstaltungen".
Q: N. N.: Fragebogen zu den einzelnen Veranstaltungen O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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April 1968:
An der FU Berlin erscheint vermutlich im April eine Sondernummer des 'Info-Blatt' der Studentenvertretung des Friedrich-Meinecke-Institut als Sondernummer, die uns nur unvollständig vorlag, mit der "Auswertung der Fragebogenaktion zur Situation der Grundkurse durch Referat Studienreform".
Q: FU SV FMI: Info-Blatt Sondernummer Auswertung der Fragebogenaktion zur Situation der Grundkurse durch Referat Studienreform, Berlin O. J. (1968) [Fragment]

April 1968:
An der FU Berlin erscheint zu Anfang des Sommersemesters eine Ausgabe des 'Philosophiestudiums' der Studentenvertretung des Philosophischen Seminars. Angekündigt wird ein zukünftiges Erscheinen mindestens einmal pro Semester.

Enthalten sind die Beiträge:
- "Zur Arbeit der Studentenvertretung";
- "Zur Frage der Grundstudien";
- "Das Unbehagen an der Philosophie";
- "Über die Gewalt";
- "Fragebogen zu den einzelnen Veranstaltungen"; sowie
- die Antworten der Dozenten darauf.
Q: Philosophiestudium, Berlin O. J. (1968)

April 1968:
Beim Bremerhavener Ostermarsch werden, laut SALZ Bremerhaven, vom Außerparlamentarischen Arbeitskreis Parolen gesprüht und eine US-Flagge eingeholt.
Q: SALZ-Korrespondenz Nr. 1, Bremerhaven Jan. 1970

April 1968:
In Wolfsburg beteiligt sich, laut RKJ der GIM, auch der Unabhängige Schülerbund (USB - vgl. Dez. 1967, Nov. 1968) am Protest gegen die Notstandsgesetze (NSG).
Q: RKJ-Info Nr. 9, Mannheim Mitte Jan. 1971, S. 15

April 1968:
Bei Opel Bochum erklärt Rudi Wischnewski ungefähr im August oder September 1972, laut DKP, während seinem Ausschlußverfahren aus der IG Metall (IGM) zu den Betriebsratswahlen (BRW) (vgl. Jan. 1968, Mai 1968) sinngemäß:"
Im April 1968 besuchte mich Arthur Böhm an meinem Arbeitsplatz im Bau D5 (Endmontage). Arthur Böhm kam aber nicht um mich von meinem Vorhaben - eine eigene Liste bei den Betriebsratswahlen 1968 herauszugeben - abzuhalten, sondern um mich zu diesem Schritt zu ermuntern. Er gab mir zu verstehen, daß nicht nur er (Arthur Böhm) sondern auch noch Peter Labensberg (zu der Zeit Mitglied des Wahlvorstands) und einige andere Kollegen am Zustandekommen einer Liste interessiert wären. Er gab mir dann eine Liste mit den Kandidaten der IGM und erklärte, die letzten drei Kandidaten könnte ich schon mal streichen und die Namen der Kandidaten auf meiner Liste eintragen. Ferner sagte er mir, sie, die am Zustandekommen einer Liste Interessierten, würden dafür sorgen, daß in allen Werksteilen genug Reklame für unsere Liste (Rudi Wischnewski) gemacht würde. Bekanntlich wurde R.W. 1968 auf diese Art und Weise in den Betriebsrat gewählt."

An anderer Stelle berichtet die DKP:"
Damals sagte 'Ben Wisch' auf die Frage: 'Warum stellst Du Dich keiner Persönlichkeitswahl?' 'Mich kennt doch sowieso keiner, darum hätte ich auch dabei keine Chancen!' Und weiter: 'Ich komme doch während der 8 Stunden nicht aus dem Loch heraus.' Mit 'Loch' meinte er die Montagegrube in der er tätig war. Nun, Ben Wisch ist aus dem 'Loch' herausgekommen und in die Küchenkommission des Betriebsrates hinein."
Q: Roter Kadett Nr. 4 und Extrablatt, Bochum Apr. 1970 bzw. Sept. 1972, S. 6 bzw. S.1f; Rote Fahne Nr. 6, Bochum 20.3.1972, S. 5

April 1968:
Der SAJB Gelsenkirchen gibt sein erstes Flugblatt heraus: "Gegen die Anti-Baby Pille wenden wir uns nicht. Aber gegen die Volksverdummung durch die Bild-Zeitung".
Q: SAJB Gelsenkirchen: Gegen die Anti-Baby Pille wenden wir uns nicht …, Gelsenkirchen O. J. (Apr. 1968)

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April 1968:
Der SAJB Gelsenkirchen gibt das Flugblatt "Aufruf des Sozialistischen Arbeitskreises der Jugend für politische Bildung, SAJB" heraus. Es wendet sich "An alle Jugendlichen!" Appelliert wird an das "demokratische Verantwortungsbewusstsein". Der Kreis bietet die Möglichkeit "zur objektiven, politischen Meinungsbildung" an und ruft dazu auf: "Helft mit beim Aufbau einer besseren Gesellschaft!"
Q: SAJB Gelsenkirchen: Aufruf des Sozialistischen Arbeitskreises der Jugend für politische Bildung (SAJB), Gelsenkirchen O. J. (Apr. 1968)

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April 1968:
Vermutlich erscheinen im Frühjahr in Gelsenkirchen die "Politischen Grundsätze, Richtlinien und Forderungen" des SAJB. Einleitend wird darin erklärt, dass "die Selbstbestimmung der Menschen über ihre Lebensbedingungen durchgesetzt wird … die Selbstbestimmung in unserem Staat erfordert die Sozialisierung der Demokratie".
Forderungen sind u. a.:
- "Ablehnung des Mehrheitswahlrechts"
- "Initiative für eine europäische Sicherheitskonferenz"
- "Die Durchsetzung einer Bodenreform"
- "Ablehnung der Gründung einer Partei"
Q: SAJB Gelsenkirchen: Politische Grundsätze, Richtlinien und Forderungen, Gelsenkirchen O. J. (Apr. 1968)

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April 1968:
Während die Arbeitslosenquote in der 'BRD', laut IMSF, 1, 6% beträgt, liegt diese im Saarland bei 4, 2%.
Q: IMSF: Die Septemberstreiks 1969, Frankfurt Nov. 1969

01.04.1968:
In Berlin rief die Studentenvertretung der TU mit einem Flugblatt "Öffentliches Hearing vor dem Abgeordnetenhaus zum Hochschulgesetz" auf zum zweiten Hearing im Rathaus Schöneberg um 11 Uhr (vgl. 25.3.1968).
Q: SV TU: Öffentliches Hearing vor dem Abgeordnetenhaus zum Hochschulgesetz, Berlin O. J. (1968)

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01.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang April die Nr. 2 der 'Linkeck' (vgl. 29.2.1968, 29.4.1968) mit den Artikeln:
- "Bethge" mit einem Strafbefehl des Amtsgerichts Tiergarten wegen Verbreitung von Schriften vor der Freiherr-vom-Stein-Schule am 2. und 6.11.1967, in denen der Rektor Bethge beleidigt wurde, und einem Bericht vom Verkauf der 'Linkeck' Nr. 1 dort, die Bethge als 'Porno' bezeichnete;
- "Selbstmord eines Polizisten" am 6.3.1968;
- "Molotow" zu Molotow-Cocktails;
- "Warum Clyde Barrow nicht die schöne Bonny bumsen konnte";
- "Galerie Dr. Filzinger. Amtsgerichtsrat";
- Der Beschlagnahmebeschluß zur 'Linkeck' Nr. 1;
- "Das neue Geschlecht" zur gescheiterten Kommune in der Paulsborner Str. 3;
- "854837" zu Günter Grass;
- "Arme Buchhändler" zum Vertriebsverbot für die 'Linkeck' Nr. 1;
- "SDS korrupt" zum Institut für Gegenöffentlichkeit der Springer-Kampagne und dem Institut für Koordination internationaler antiimperialistischer Aktionen von den Organisatoren des Vietnamkongress;
- "Krüppelchens Märchen";
- "Berliner Bürger stellt Strafantrag gegen Schuldirektor" der Kinkelschule in Spandau;
- "Guerilla an Berliner Schulen" zum Disziplinarverfahren gegen den Grundschullehrer H. Wesendonk wegen der Vietnamdemonstration vom 18.2.1968;
- "Geschwister Scholl";
- "Frühlingsanfang" zur Razzia in der Oberbaumpresse am letzten Donnerstag;
- "Dreams" zu Tangerine Dream; sowie
- "Klaut mehr!".

Berichtet wird:"
RC in Aktion, am 25.3.

Den Witz der Woche besorgte diesmal die Außerparlamentarische Opposition. Ein Vertreter derselben bat eine Gruppe von Schülern, die im Republikanischen Club direkte Aktionen der nächsten Tage beriet, mit der Begründung hinaus: 'Hier tagt jetzt der Arbeitskreis 'Aktion'.'"
Q: Linkeck Nr. 2, Berlin O. J. (1968)

01.04.1968:
An der Universität Frankfurt erscheint der 'Diskus' - Frankfurter Studentenzeitung Nr. 3 (vgl. Feb. 1968, 17.4.1968) vermutlich Anfang des Monats mit dem Leitartikel "Wer herrscht über die Legalität?" von Eckart Osborg und Rainer Roth.

Weitere Artikel und Rubriken sind:
- "Ralf Dampf in allen Spalten. Zur Artikelreihe in der 'Zeit': Krise der Demokratie" von Hermann Lohaus;
- "Viva La Revolucion Cubana!" von Gisela Mandel;
- "Störungen, Störungen" zu Übergriffen der Polizei in Bremen und politischen Prozessen in Berlin;
- "Autonome Gewerkschaft" zum Aktionskomitee gegen Ausländergesetz und Notstandsgesetze, das nicht im DGB-Haus gegründet werden durfte, von Josef Wiest;
- "Parlamentarismuskritik: Protestkandidaten oder Massenversammlungen? Die a.o. Delegiertenkonferenz des SDS" vom 29.-31.3.1968;
- "Politisiertes Selbstverständnis des VDS. Anmerkungen zur 20. ordentlichen Mitgliederversammlung des VDS" vom 4. bis 10.3.1968, von M. H. Wolf;
- "Bücherreport";
- "Die Reaktion sammelt ihre Kräfte: Der parlamentarische Show-Down" zur Bundestagssitzung vom 9.2.1968 über die Studentenproteste, von E. Grünewald;
- "Gegen die rote Gefahr. Wie der Berliner Senat die Massen mobilisierte" zum 21.2.1968, von D. Claussen;
- "Springers 'Wort zum Sonntag'. Analyse von Kommentaren und Berichten der Springer-Presse vom 17. bis 22.2.1968" in Berlin, von Bettina von Rath und Rudolf Sinz;
- "Die Waldgeschichte des Vogelsbergs. Anmerkungen zur Reform der Schule und der Lehrerausbildung" von W. Münzinger;
- "Vorlesungsnotstand - Die ersten Frankfurter Gegenvorlesungen" Ende des WS 1967/68 in der Juristischen Fakultät;
- "Flugblatt Germanistik eine allzudeutsche Wissenschaft";
- - "Gervinus und Grimm. Progressiver Nationalismus und Utopie rückwärts";
- - "Wilhelm Scherer. Sieg des Positivismus - Sieg der Affirmation";
- - "Wilhelm Dilthey. Lebensphilosophischer Irrationalismus";
- - "Karl Vietor. Vom Faschismus erwartet und enttäuscht";
- - "Wilhelm Emrich. Existenzialismus und Agnostizismus";
- - "Geisteswissenschaft und Literatur. Widersprüche zwischen der Germanistik und der deutschen Literatur" von Hans Mury;
- - "Wider das Selbstverständliche. Aufforderung an die Germanisten, über ihre Prämissen nachzudenken" von Helmut Hartwig;
- "Es geht nicht um Brecht" zu Klaus-Detlef Müller: Die Funktion der Geschichte im Werk Bertolt Brechts, von Günther Frank;
- "Über eine Grafik von Raimund Girke. Zur Rückseite" von Henning Rischbieter;
- "Plakate und 50 Jahre" zum Buch "Plakate der russischen Revolution, 1917-1928";
- "Biografisches von El Lissitzky";
- "Oh yes, we had one other rebellion. Ho Chi Minh / Osip Mandelstam" zu Vietnam; sowie
- "Die permanente Krise. Der HfG in Ulm soll der Garaus gemacht werden" von Joachim Helmbucher.

Aufgerufen wird:"
Sternmarsch auf Bonn 11. Mai: Laßt Euch nicht sicherstellen
Lähmt den Zusammenhang von Forschung und Wirtschaft
Sprengt Rüeggs Privatissimum über Faschismus"
Q: Diskus Nr. 3, Frankfurt Apr. 1968

02.04.1968:
Die illegale KPD-Betriebsgruppe Krupp-Bochumer Verein (BV) Bochum (IGM-Bereich - vgl. 8.4.1968) berichtet:"
Vor unseren Werkstoren, wie in allen Teilen der Bundesrepublik, wurde am 2.4. der Programmentwurf unserer Partei verteilt."
Q: Die Glocke, Bochum März/Apr. 1968, S. 1

02.04.1968:
An der FU Berlin verfasst die Studentenvertretung der Wiso Fak einen Offenen Brief an den Dekan Prof. Dr. H. Sanmann zur Teilnahme von Mittelbau und Studenten an der Berufungskommission auf der Grundlage der Vertraulichkeit, die aber der Dekan nun selbst verletzt habe.
Q: FU - SV Wiso: Offener Brief, Berlin 2.4.1968

Berlin_FU_1968_April_004

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02.04.1968:
Andreas Baader und Gudrun Ensslin (später führende Mitglieder der Roten Armee Fraktion) legen, laut Langguth, in zwei Frankfurter Kaufhäuser Brandsätze.

Manfred Funke (vgl. Nov. 1977) berichtet vom linken Terrorismus in der 'BRD' (vgl. Berlin 6.3.1968, Frankfurt 14.10.1968) aus Frankfurt:"
Andreas BAADER, Gudrun ENSSLIN, Thorwald PROLL und Horst SÖHNLEIN festgenommen. Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt am 14.10.1968.
Q: Funke, Manfred: Terrorismus, Bonn 1977, S. 331; Langguth, G.: Protestbewegung, Köln 1983, S. 203

02.04.1968:
Die illegale KPD-Betriebsgruppe Krupp-Bochumer Verein (BV) Bochum (vgl. 8.4.1968) berichtet:"
Vor unseren Werkstoren, wie in allen Teilen der Bundesrepublik, wurde am 2.4. der Programmentwurf unserer Partei verteilt. Bei allen an der Verteilung Beteiligten in Bochum wurden am selben Tag Hausdurchsuchungen ohne Hausdurchsuchungsbefehle durchgeführt, die an Methoden des Dritten Reiches erinnern. Alles wurde in den Wohnungen auf den Kopf gestellt, selbst die Kohle im Keller wurde umgeschaufelt.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

So sieht das Gesicht unserer Partner im Werk, und so unsere Freiheit, die im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert ist, in Wahrheit aus.

WIR FORDERN AUFHEBUNG DES KPD-VERBOTES"
Q: Die Glocke, Bochum März/Apr. 1968, S. 1

02.04.1968:
Innerhalb des Republikanischen Clubs (RC) Dortmund (vgl. 7.2.1968, 21.4.1968) findet eine Mitgliederversammlung statt. Im Protokoll heißt es:"
Versammlungsbeginn: 19 Uhr
Tagungsort: Dortmund, Südwall 31 (Clubräume)
Versammlungsleiter: Gerhard Niemöller (bis Tagesordnungspunkt 2), Rüdiger Beier (ab Tagesordnungspunkt 3) Protokoll: Christine Orban, Rudolf Schultz

Der Vorsitzende des Republikanischen Clubs, Max von der Grün, eröffnete die Mitgliederversammlung, begrüßte die Erschienenen und ließ den Versammlungsleiter wählen. Gewählt wurde Gerhard Niemöller.

Der Versammlungsleiter stellte satzungsgemäße Einberufung und Beschlußfähigkeit der Mitgliederversammlung fest und gab die mit der Einladung versandte Tagesordnung bekannt:
1) Bericht über den Stand der Rep.-Club-Entwicklung
2) Satzungsänderungsanträge
3) Wahlen
4) Verschiedenes

ZU TAGESORDNUNGSPUNKT 1):
Max von der Grün berichtete über den Stand der Entwicklung des Republikanischen Clubs und teilte die Absicht der Vorstandsmitglieder mit, auf dieser Mitgliederversammlung gemeinsam von ihren Ämtern zurückzutreten.

ZU TAGESORDNUNGSPUNKT 2):
Der Versammlung lagen zwei satzungsgemäß eingebrachte Satzungsänderungsanträge vor. Der erste Antrag, eingebracht von Peter Rath, lautete:
'Ergänzung des Paragraphen 9:

Zur besseren Durchführung der organisatorischen und politischen Arbeit wird ein Beirat gebildet. Er besteht aus acht Mitgliedern, die als Beisitzer dem Vorstand angehören. Sie werden in einem gemeinsamen Wahlgang gewählt. Jedes Mitglied kann acht Kandidaten wählen. Im ersten Wahlgang sind die Kandidaten gewählt, die die absolute Mehrheit auf sich vereinigen. In weiteren Wahlgängen bzw. Stichwahlen sind die Kandidaten gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen.'

Zu diesem Antrag brachten Jochen Walbersdorf und 9 weitere Mitglieder einen Änderungsantrag mit folgendem Wortlaut ein:
'Paragraph 9 (Neufassung)

Der Vorstand besteht aus 7 gleichberechtigten Vorsitzenden, die den Verein gerichtlich und außergerichtlich im Sinne des Paragraphen 26 BGB gemeinsam vertreten. Die Vereinigung von mehreren Vorstandsämtern in einer Person ist unzulässig. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung jeweils für ein Jahr gewählt. Die Abwahl vor Ablauf der Amtsperiode setzt eine Zweidrittelmehrheit der Erschienenen voraus. Bei Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes oder mehrerer Vorstandsmitglieder (durch Rücktritt etc.) hat der Restvorstand binnen 14 Tagen eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Auf dieser Versammlung werden die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder durch neue ersetzt, deren Amtszeit mit dem Ablauf der Amtszeit des Gesamtvorstandes endet. Der Vorstand wird gemeinsam gewählt. Im ersten und zweiten Wahlgang sind die Kandidaten gewählt, die die absolute Mehrheit auf sich vereinigen. In weiteren Wahlgängen bzw. Stichwahlen sind die Kandidaten gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlen finden in geheimer Abstimmung statt. Eine Abweichung von diesem Verfahren ist nur nach einer entsprechenden Satzungsänderung zulässig.'

Nach Diskussion beschloß die Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit, dem Satzungsänderungsantrag folgende Formulierung zu geben:
'Paragraph 9 der Satzung wird wie folgt geändert:
Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und einem sechsköpfigen Beirat. Der Club wird gerichtlich und außergerichtlich in gesetzlichem Umfange durch den Vorsitzenden, bei seiner Verhinderung durch die stellvertretenden Vorsitzenden gemeinschaftlich vertreten. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung jeweils für ein Jahr gewählt. Die Abwahl vor Ablauf der Amtszeit setzt eine Zweidrittelmehrheit voraus. Der Vorsitzende wird in einem besonderen Wahlgang gewählt. Sind mehrere Kandidaten vorgeschlagen, so ist der Kaniddat gewählt, der die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt. Kommt im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit nicht zustande, so ist die Wahl zu wiederholen. Ergibt sich auch im zweiten Wahlgang keine absolute Mehrheit, so ist der Kandidat gewählt, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Haben mehrere Kandidaten die gleiche Stimmenzahl erhalten, so findet unter ihnen eine Stichwahl statt. Die zwei stellvertretenden Vorsitzenden werden in einem gemeinsamen Wahlgang gewählt. Im ersten und zweiten Wahlgang sind die Kandidaten gewählt, die die absolute Mehrheit auf sich vereinigen. In weiteren Wahlgängen bzw. Stichwahlen sind die Kandidaten gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen. Die 6 Mitglieder des Beirats werden in einem gemeinsamen Wahlgang gewählt. Jedes Mitglied kann acht Kandidaten wählen. Im ersten Wahlgang sind die Kandidaten gewählt, die die absolute Mehrheit auf sich vereinigen. In weiteren Wahlgängen bzw. Stichwahlen sind die Kandidaten gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlen finden stets in geheimer Abstimmung statt. Eine Abweichung von diesem Verfahren ist nur nach entsprechender Satzungsänderung zulässig.'

Die Abstimmung über diesen Antrag ergab 31 Ja-, 4 Neinstimmen und 5 Enthaltungen. Damit wurde die vorgeschriebene satzungsändernde Mehrheit erreicht und die Satzungsänderung beschlossen.

Der zweite Antrag auf Satzungsänderung (eingebracht von Peter Rath) lautete:
'Veränderung des Paragraphen 2 Satz 3 wie folgt:

Die Mitglieder fühlen sich den in Deutschland schwach entwickelten republikanischen Traditionen verpflichtet und verstehen sich als Teil der politischen Linken.'

Hierzu brachte R. Schultz den folgenden Änderungsantrag ein:
'…und verstehen sich als Teil der außerparlamentarischen Opposition.'

Mit 24 Ja-, 21 Neinstimmen und 5 Enthaltungen beschloß die Versammlung, die letztgenannte Formulierung zur Abstimmung zu stellen.

Die Abstimmung über diesen Satzungsänderungsantrag ergab 19 Ja-, 26 Neinstimmen und 5 Enthaltungen. Damit wurde die für Satzungsänderungen erforderliche Mehrheit von drei Vierteln der Erschienenen nicht erreicht. Paragraph 2 Satz 3 der Satzung bleibt unverändert.

Der Versammlungsleiter bat für die folgenden Tagesordnungspunkte um seine Ablösung; zum neuen Versammlungsleiter wurde Rüdiger Beier gewählt.

ZU TAGESORDNUNGSPUNKT 3:
Die Wahl der neuen Vorstandsmitglieder erfolgte satzungsgemäß in geheimer Abstimmung.

Für das Amt des ersten Vorsitzenden kandidierte MAX VON DER GRÜN (…). Die Abstimmung ergab 21 Ja-, 16 Neinstimmen und 3 Enthaltungen. Max von der Grün nahm die Wahl an.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden kandidierten R. Schultz, P. Rath, Christel Priemer und H. Pyttel. Auf die Kandidaten entfielen die folgenden Stimmenzahlen:
R. Schultz: 25
P. Rath: 20
Chr. Priemer: 19
H. Pyttel: 13
Enthaltungen: 3

Da nur R. Schultz die satzungsmäßig erforderliche Mehrheit erreicht hatte, fand ein zweiter Wahlgang für das Amt des anderen stellvertretenden Vorsitzenden statt. Auf die Kandidaten entfielen die folgenden Stimmen:
P. Rath: 25
Chr. Priemer: 15
Enthaltungen: 0

Damit sind RUDOLF SCHULTZ (…) und Peter Rath (…) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Gewählten nahmen die Wahl an.

Vor der Wahl des sechsköpfigen Beirats erfolgte eine Personaldebatte. Im ersten Wahlgang wurde bereits die satzungsgemäße absolute Mehrheit für sechs Kandidaten gefunden. Im einzelnen entfielen auf die Kandidaten die folgenden Stimmen:
Hilmar Pyttel 35
Frl. Sander 28
Wilh. Sprenger 27
Rüdiger Beier 26
Frau Orban 21
Frau Priemer 21

J. Diederichs 18
Frl. Sust 17
J. Walbersdorf 17
P. Wiegand 15

Dem Beirat gehören damit an:
Hilmar Pyttel (…)
Frl. Annegret Sander (… Lünen …)
Wilhelm Sprenger (…)
Rüdiger Beier (…)
Frau Christine Orban (…)
Frau Christel Priemer (…)

Die Gewählten nahmen die Wahl an.

Zu Revisoren wurden gewählt: Frl. ASSAUER, Frl. SUST und Herr DUDZ.

ZU TAGESORDNUNGSPUNKT 4):
Der Tagesordnungspunkt 4 wurde auf die nächste Mitgliederversammlung vertagt.

Die Mitgliederversammlung wurde um 24 Uhr geschlossen."
Q: RC Dortmund: Protokoll der Mitgliederversammlung vom 2.4.1968, Dortmund 10.4.1968

03.04.1968:
Zur Vietnam-Demonstration in Stuttgart um 17 Uhr 30 ab Schillerplatz, die durch zahlreiche Infostände am 30.3.1968 vorbereitet wurde, rufen u.a. die Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA), die DFU, der SDS, die USG Stuttgart, HU und HSU, LSD, IdK, NFJ, VVN, der Bund der Deutschen, die Demokratische Linke und zahlreiche Einzelpersonen auf.

Es beteiligt sich vermutlich auch der SDS Tübingen.
Q: KfDA u.a.: Aufruf zur Kundgebung und Demonstration gegen den Krieg in Vietnam, Stuttgart O. J. (1968)

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03.04.1968:
Die Arbeitsgemeinschaft an der Philosophischen Fakultät der FU Berlin (APhil) gibt ihre Zeitung Nr. 2 heraus. Enthalten sind "Vorschläge zur Studienreform an der Philosophischen Fakultät", die sich gliedern in:
- "Allgemeine Vorschläge";
- - "Zwischenprüfung";
- - "Promotion";
- - "Philosophikum";
- - "Kleingruppenarbeit";
- - "Öffentliche Lehrplandiskussion";
- "Philosophie";
- "Mittelalterliche und Neuere Geschichte";
- "Klassische Philologie";
- "Germanistik";
- "Anglistik";
- "Romanistik";
- "Kunstgeschichte";
- "Musikwissenschaft"; sowie
- "Theaterwissenschaft".
Q: APhil Nr. 2, Berlin 3.4.1968

04.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, und der Senator für Justiz, Hans-Günter Hoppe, beantworten eine Kleine Anfrage von Hermann Oxfort (FDP) vom 22.3.1968 bzgl. der Kleinen Anfrage Oxforts vom 6.2.1968 zur Demonstration vom 2.6.1967.
Q: Landespressedienst Nr. 72, Berlin 9.4.1968, S. 2f

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04.04.1968:
An der FU Berlin verfasst die Studentenvertretung des Romanischen Seminars, laut einem Eingangsstempel heute, einen Offenen Brief an den Dekan zur Weigerung von Prof. Baader am 3.4.1968, einen studentischen Vertreter bei einer Honnef-Eignungsprüfung zuzulassen.
Q: FU - SV Rom: Offener Brief, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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04.04.1968:
An der FU Berlin verfasst der Dekan der Wiso Fak, Prof. Dr. H. Sanmann einen Offenen Brief als Antwort auf den Offenen Brief der Studentenvertretung der Wiso Fak vom 2.4.1968.
Q: FU - Wiso Dekan: Offener Brief, Berlin 4.4.1968

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04.04.1968:
Laut 'Bochumer Studenten Zeitung' demonstrieren in Bochum erneut ca. 100 Schüler (vgl. 15.2.1968, 5.4.1968) gegen die Fahrpreiserhöhungen bei der BOGESTRA.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 22, Bochum 1968, S. 5

05.04.1968:
In Berlin riefen die ASten der FU und TU sowie der SDS auf zur Vietnam-Veranstaltung "Aspekte des kulturellen Imperialismus" um 19 Uhr im Hörsaal 3010 der TU.
Q: Asten FU und TU, SDS: Fortsetzung des Krieges in Vietnam mit anderen Mitteln, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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05.04.1968:
In Berlin verfasst der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz eine Erklärung zur Ermordung von Martin Luther King in den USA.
Q: Landespressedienst Nr. 70, Berlin 5.4.1968

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05.04.1968:
Der Initiativausschuß Berlin zur Schaffung einer revolutionär sozialistischen Jugendorganisation richtet ein Schreiben an die Marxistische Arbeiterjugend Deutschlands, weil er gerne am Gründungskongreß der SDAJ (vgl. 4.5.1968) teilnehmen möchte. Dafür wurden bereits 5 Delegierte (4m, 1w) gewählt.
Q: VS-deutsche Sektion-ZR: Rundbrief, o.O. O. J. (Anfang Aug. 1968)

05.04.1968:
Laut 'Bochumer Studenten Zeitung' kommt es in Bochum auch heute (vgl. 4.4.1968) zu Demonstrationen von Schülern und Studenten gegen die Fahrpreiserhöhungen.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 22, Bochum 1968, S. 5

06.04.1968:
In Köln wird, laut 'Roter Morgen', heute eine 'Mahnwache' der IdK gegen den Krieg in Vietam durchgeführt. Davon berichtet man:"
Einer unserer Genossen kam auf den Kölner Rudolfplatz, wo diese Sache durchgeführt wurde, mit der roten Fahne der südvietnamesischen Befreiungsfront. Er wollte die Fahne an einen Zaun befestigen. Er hatte aber noch nicht ganz begonnen, da kam ein Herr von K 14 und wollte dies verhindern. Er fragte nach der Erlaubnis, und als ihm gesagt wurde, daß ihn das nichts anginge, kamen die Veranstalter und wurden rabiat. Sie verlangten die sofortige Entfernung dieser Fahne, ansonsten wolle man die Polizei holen. … Alles in allem kann man aus dieser 'Mahnwache' des IdK das Facit ziehen: Es handelt sich hier um Wirrköpfe, die voll sind mit antikommunistischer-bürgerlicher Ideologie. Es sind Kleinbürger, die keinen Klassenstandpunkt haben. Durch ihr Verhalten in bezug auf die Fahne der FNL … beweisen sie, daß sie objektiv auf Seiten der Amibanditen stehen und nicht auf Seiten des Volkes. Diese Herren Pazifisten helfen durch ihr Verhalten den Aggressoren, auch wenn viele es ehrlich meinen."
Q: Roter Morgen, Hamburg Apr. 1968

07.04.1968:
Auf der 7. ordentlichen Landesbezirkskonferenz der HBV Berlin hält der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, eine Rede.
Q: Landespressedienst Nr. 71 Dokument Berlins Zukunft muss dauerhaft gesichert werden, Berlin 8.4.1968, S. 1f

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07.04.1968:
An der FU Berlin verfasst die Studentenvertretung der Wiso Fak einen Offenen Brief an den Dekan Prof. Dr. H. Sanmann zu dessen Antwort vom 4.4.1968.
Q: FU - SV Wiso: Offener Brief, Berlin 7.4.1968

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08.04.1968:
Auf dem heute in Frankfurt beginnenden Soziologentag der DSG, der bis zum 11.4.1968 dauert, legen die Fachschaften Soziologie der FU und TU Berlin ein Papier zur Reform der DSG vor.
Q: FU - FS Soz, TU - FS Soz: Mit großer Freude…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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08.04.1968:
Der LSD Tübingen gibt vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Schlaf, Bürger, schlaf, der Notstand ist die Straf'…" heraus zu den Notstandsgesetzen (NSG) bzw. dem Streik dagegen an der Universität Tübingen am 10.4.1968.
Q: LSD: Schlaf, Bürger, schlaf, der Notstand ist die Straf'…, O. O. (Tübingen) O. J. (1968)

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08.04.1968:
Auf dem heutigen Schweigemarsch der Berliner Jugendorganisationen für Dr. Martin Luther King hält auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, eine Rede.
Q: Landespressedienst Nr. 71 Dokument Berlin gedachte Dr. Martin Luther Kings, Berlin 8.4.1968, S. 1f

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08.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, beantwortet eine Kleine Anfrage von Wolfgang Werth (CDU) vom 18.3.1968 zur finanziellen Förderung des SDS, die seit 1962 eingestellt sei. Ein Verfahren zur Prüfung eines möglichen Widerrufs der Zulassung des SDS als Hochschulgruppe an der FU laufe. An der TU sei der SDS nicht registriert.
Q: Landespressedienst Nr. 71, Berlin 8.4.1968, S. 2

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08.04.1968:
In Bochum erscheint vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe März/April der illegalen Betriebszeitung der KPD-Betriebsgruppe Krupp-Bochumer Verein (BV), 'Die Glocke' (vgl. Dez. 1967) mit zwei Seiten DIN A 4 als Spiritcarbonabzug. Auf der gezeichneten Glocke wird Frieden und Abrüstung gefordert.

Im Text heißt es:"
WAS GIBT ES NEUES BEI KRUPP!
GLEICHE ARBEIT, GLEICHER LOHN, GLEICHE SICHERHEIT!

Was sagen die Betriebsräte, Gewerkschaften und etablierten Parteien dazu? Auf dem BOCHUMER VEREIN werden zur Zeit wieder, wie es fast allen Betriebsangehörigen bekannt ist, über 300 Leiharbeiter von den Firmen Honsel, Kuhmich und uns unbekannten Firmen beschäftigt.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

Diese Firmen lassen sich durch das Arbeitsamt nur solche Arbeiter zuweisen, die schon alle in der Hütten- und Stahlbranche gearbeitet haben. Diese Arbeiter werden bei den genannten Firmen als Bauhilfsarbeiter (BSE-Bereich, d.Vf.) eingestellt und an den BOCHUMER VEREIN verliehen.

Im Werk werden diese Leiharbeiter in den gesamten Arbeitsprozeß eingegliedert, das heißt, diese Leiharbeiter müssen wie wir B.V.-Arbeiter alle von der Werksleitung angeordneten Arbeiten ausführen, werden aber nur als Bauhilfsarbeiter bezahlt. Lohndifferenzen zwischen Leiharbeiter und B.V.-Arbeiter bis 1, 50 DM je Stunde sind keine Seltenheit, außerdem kann die Werksleitung sich zu jeder Zeit von den Leiharbeitern trennen, ohne eine Kündigung aussprechen zu müsen.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

Diese Art Arbeitskraft auszubeuten, ist nach unserer Meinung moderner Sklavenhandel und im Sinne des Grundgesetzes nicht erlaubt.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

Im Werk größte Ausbeutung der Arbeitskraft, vor dem Werk Gestapomethoden!"

Berichtet wird von der eigenen und der bundesweiten Verteilung des KPD-Programmentwurfs (vgl. 2.4.1968).

Aufgerufen wird:"
Hört den deutschen Freiheitssender (904)
904 sendet täglich um 4 Uhr 30, 5 Uhr, 5 Uhr 30, 19 Uhr, 21 Uhr und 22 Uhr 30 auf der Mittelwelle 904 KHz gleich 331, 9 m."

An anderer Stelle heißt es:"
Hört den Freiheitssender 904. Den Sender der verbotenen KOMMUNISTISCHEN PARTEI, die um ihre Zulassung kämpft."

Angekündigt wird:"
Liebe Kolleginnen und Kollegen, demnächst erhaltet ihr das Parteiprogramm der K.P.D. zugesendet."

Enthalten ist auch noch eine:"
BUCHBESPRECHUNG:

Nachdem wir in der Dezemberausgabe, zum ersten Mal in unserer Zeitung, eine Buchbesprechung vorgenommen hatten und diese bei allen Kolleginnen und Kollegen einen großen Anklang gefunden hatte (A.R. u. Ch.), stellen wir heute das einbändige Werk 'Imperialismus heute' vor. Dieses Werk ist von einem Autorenkollektiv herausgegeben (Horst Hemberger, Lutz Maier, Heinz Petrak, Otto Reinhold und Karl-Heinz Schwunk) und in der DDR, im Dietz-Verlag-Berlin erschienen, in der Bundesrepublik in allen führenden Buchhandlungen und im Brückenverlag, Düsseldorf, zum Preis von 10, 80 DM, 823 Seiten, zu erhalten.

Mit dem vorliegenden Werk ist den Verfassern eine erste, umfassende Darstellung und politökonomische Analyse des staatsmonopolistischen Kapitalismus, dargestellt am Beispiel Westdeutschlands, zu verdanken. Der staatsmonopolistische Kapitalismus erfaßt heute alle Seiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Der vollständige Übergang zum staatsmonopolistischen Kapitalismus ist dadurch gekennzeichnet, daß sich die Verflechtung von Monopolen und Staat nicht mehr nur auf bestimmte Teilbereiche beschränkt, sondern alle Bereiche und ökonomischen Prozesse erfaßt hat. Es hat sich eine Kombination von nationalen und internationalen Formen des staatsmonopolistischen Kapitalismus herausgebildet. Der staatsmonopolistische Kapitalismus hat sich zu einem umfassenden Gesamtsystem mit einem straff organisierten Mechanismus entwickelt, der einerseits Resultat der gesamten historischen Entwicklung des deutschen Imperialismus, andererseits Produkt des ökonomischen und politischen Widerspruchs, seiner Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg ist.

Durch die Verschmelzung von Monopolen und Staat ergibt sich eine engere, neuartige Wechselbeziehung von Ökonomie und Politik.

Der vom Monopol gesetzmäßig ausgehende Drang zur politischen Reaktion, zur Expansion und Machterweiterung, insbesondere zur Aggressivität, überträgt sich noch unmittelbarer auf den Staat und seine Politik.

Untrennbar verbunden mit der Entwicklung und dem Wesen des staatsmonopolistischen Kapitalismus sind die neuen Probleme der Strategie und Taktik des Klassenkampfes. Die Arbeiterklasse und ihre Organisationen müssen es verstehen, für alle Gebiete des gesellschaftlichen Lebens eine demokratische Alternative zu entwickeln. Heute ist es möglich, der durch den staatsmonopolistischen Kapitalismus konzentrierten Macht der Monopole die organisierte Kraft der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten entgegenzusetzen.

In der Epoche des Übergangs der Menschheit vom Kapitalismus zum Sozialismus macht der Sozialismus auch um Westdeutschland keinen Bogen."
Q: Die Glocke, Bochum März/Apr. 1968

10.04.1968:
In München findet, laut 'Bochumer Studenten Zeitung', eine spontane Demonstration gegen den Mordanschlag auf Rudi Dutschke statt. In der Nacht wird, laut MSB Spartakus der DKP, versucht die Auslieferung der 'BILD-Zeitung' zu verhindern.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968; MSB Spartakus: 500 Jahre Klassenuniversität München - 500 Jahre Kampf gegen die Reaktion, München O. J., S. 78

10.04.1968:
Heute wird Rudi Dutschke beim Verlassen des SDS-Zentrums auf dem Ku-Damm in Berlin durch drei Pistolenschüsse lebensgefährlich verletzt. In Berlin findet sofort nach Bekanntwerden des Attentates, wie in anderen Städten auch, eine spontane Demonstration gegen den Mordanschlag statt.

Wolfgang Biermann verfasst dazu das Lied "Drei Kugeln auf Rudi Dutschke".
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968; N.N.: Drei Kugeln auf Rudi Dutschke, O. O. (Berlin) O. J. 1968

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10.04.1968:
In Frankfurt findet, laut 'Bochumer Studenten Zeitung', eine spontane Demonstration gegen den Mordanschlag auf Rudi Dutschke statt.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968

10.04.1968:
In Bochum findet, laut 'Bochumer Studenten Zeitung', eine spontane Demonstration gegen den Mordanschlag auf Rudi Dutschke statt, bei der sich rund 200 Demonstranten vor dem Bahnhofsgebäude versammeln.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968

10.04.1968:
In Essen findet, laut 'Bochumer Studenten Zeitung', eine spontane Demonstration gegen den Mordanschlag auf Rudi Dutschke statt.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968

11.04.1968:
Die KPD/ML-ZK berichtet von der UJC/ML Frankreich (vgl. 31.12.1967, Mai 1968):"
Am Tage nach dem Dutschke-Attentat trafen sich in einer Pariser Wohnung … zum erstenmal Vertreter aller revolutionären Studentenorganisationen, um eine erste große gemeinsame Demonstration (vor der deutschen Botschaft) zu organisieren. Wortführer waren hauptsächlich Daniel Cohn-Bendit und Alain Krivine von der trotzkistisch unterwanderten JCR (Revolutionäre kommunistische Jugend). … Die Vertreter der UJC/ML kritisierten zu Recht den Begriff antiautoritär, den Cohn-Bendit benutzte, als unmarxistisch. Sie konnten aber im übrigen keinerlei Alternative anbieten. Abstrakt betonten sie nur immer wieder, daß die Demonstration äußerst diszipliniert verlaufen müsse. Nur unter größten Mühen war sie überhaupt zur Teilnahme zu bewegen."
Q: Roter Morgen Nr. 7, Hamburg Aug. 1970

11.04.1968:
Die Rote Druckerei-Arbeitergruppe München der KPD/ML-ZK (DruPa-Bereich - vgl. Juni 1971) berichtet zur Mitbestimmung über den heutigen 'Volkswirt' (vgl. **.*.1968, **.*.1968), in dem sich Franz Josef Strauß (FJS - CSU) so geäußert habe:"
Tieferer Einblick in die wirtschaftlichen Gegebenheiten kann durchaus in wohltuendem Sinne mäßigend auf die gewerkschaftlichen Forderungen wirken."
Q: Der Druckerei Arbeiter Nr. 2/3, München Juni 1971, S. 13

11.04.1968:
Vermutlich heute erscheint von den Landesverbänden Baden-Württemberg der HSU und des SDS sowie den ASten der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen das Flugblatt "Dutschke niedergeschossen!".
Q: HSU, SDS, ASten Freiburg, Heidelberg, Tübingen: Dutschke niedergeschossen!, O. O. O. J. (1968)

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11.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint vermutlich heute Abend das Flugblatt "SDS zum Attentat an Rudi Dutschke" mit dem Aufruf zur Demonstration am 12.4.1968 um 15 Uhr auf dem Universitätsplatz.
Q: SDS: SDS zum Attentat an Rudi Dutschke, Heidelberg O. J. (1968)

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11.04.1968:
In Berlin gibt der SDS ein Flugblatt heraus, das über den Anschlag auf Rudi Dutschke am Nachmittag informiert und die APO zur Demonstration am 12.4.1968 um 15 Uhr ab Lehniner Platz aufruft.
Q: SDS: Liebe Freunde und Genossen, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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11.04.1968:
An der FU Berlin verfasst der Dekan der Wiso Fak, Prof. Dr. H. Sanmann einen Offenen Brief als Antwort auf den Offenen Brief der Studentenvertretung der Wiso Fak vom 7.4.1968.
Q: FU - Wiso Dekan: Offener Brief, Berlin 11.4.1968

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11.04.1968:
In Hannover wird in der Nacht von heute auf morgen die Auslieferung der Springer-Zeitungen verhindert.
Q: Göttinger Nachrichten Nr. 13, Göttingen 25.4.1968, S. 2

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11.04.1968:
In Hamburg findet, laut Detlev Albers, in der Innenstadt eine erste spontane Demonstration gegen das Attentat auf Rudi Dutschke statt. Es rufen SDS, SHB und AStA zur Demonstration auf.

Laut AStA der Uni (vgl. 22.4.1968) fliegen am Gänsemarkt an der Hamburger Abendblatt-Filiale erste Steine. Dies seien die ersten Steinwürfe in Hamburg überhaupt.

Laut AStA der Uni (vgl. 25.4.1968) protestieren in der Hamburger Innenstadt 500 spontan gegen das Dutschkeattentat. Steinwürfe seien von einem 'Geheimpolizisten' bzw. von einem Polizisten in Zivil durchgeführt worden.
Q: Zur Sache, Hamburg 25.4.1968, S. 1; Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 51;AStA-Dokumente Nr. 1, Hamburg 22.4.1968

12.04.1968:
Vermutlich heute geben Kurt Wolff, Hockenheim, und Raul Ravensburger, Heidelberg das Flugblatt "Die Blutlinie" zum Attentat auf Rudi Dutschke heraus, das zur Teilnahme an den Demonstrationen in Heidelberg und Mannheim aufruft.
Q: Wolff / Ravensburger: Die Blutlinie, Hockenheim / Heidelberg O. J. (1968)

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12.04.1968:
In Esslingen finden im Rahmen der Anti-Springer-Kampagne Demonstrationen gegen das Druck- und Verlagshaus Bechtle statt, an denen sich auch die Gruppe Heidelberg des SDS beteiligt. Sie führen u.a. zu einem Verfahren gegen den Heidelberger Gerichtsreferendar Jürgen Laubscher (SDS) (vgl. 16.8.1968).

Aufgerufen wurde u.a. vom SDS Landesverband Baden-Württemberg mit dem Flugblatt "Im Anschluss an den Ostermarsch Demonstration gegen den Springerkonzern in Esslingen vor der Bechtle-Druckerei". Verbreitet wird das Flugblatt auch in Tübingen.
Q: SC: Info Nr. 6, Frankfurt 21.6.1969; Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 10, Bochum 29.6.1970;SDS-LV Baden-Württemberg: Im Anschluss an den Ostermarsch Demonstration gegen den Springerkonzern in Esslingen vor der Bechtle-Druckerei, O. O. O. J. (1968);N. N.: Schematischer Lageplan des Industrie-Gebietes, O. O. O. J. (1968)

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12.04.1968:
Vermutlich heute erscheint vom SDS Tübingen und dem AStA der Uni das Flugblatt "Mordanschlag auf Dutschke!", das vermutlich auch in Esslingen sowie auf dem Ostermarsch in Stuttgart verteilt wird. Aufgerufen wird:"
Fangen wir an die Verhältnisse zu verändern mit der Zerschlagung des Springerkonzerns!".
Q: SDS / AStA: Mordanschlag auf Dutschke!, Tübingen O. J. (1968)

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12.04.1968:
In Berlin wurde für heute um 15 Uhr am Lehniner Platz vom Berlin-Komitee: BLACK POWER zu einer Solidaritätsdemonstration für Black Power aufgerufen. Aufgrund des Attentats auf Rudi Dutschke aber findet zur selben Zeit am selben Ort die Protestdemonstration gegen dieses statt.
Q: FU-Dokumentation Bd.5, S. 83; Berlin-Komitee: BLACK POWER: Auch unsere Geduld ist zu Ende, Berlin O. J. (1968)

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12.04.1968:
In Berlin gibt die Landesjugendleitung der DAG vermutlich heute das Flugblatt "Attentat auf Dutschke!" heraus, in dem sie gegen Gewalt und für die geistige Auseinandersetzung eintritt.
Q: DAG-LJL: Attentat auf Dutschke!, Berlin O. J. (1968)

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12.04.1968:
In Berlin werden "Forderungen der Außerparlamentarischen Opposition an Senat und Abgeordnetenhaus von Westberlin" veröffentlicht, die u.a. den Rücktritt des Senats und die Demokratisierung des Rundfunks umfassen.
Q: N. N.: Forderungen der Außerparlamentarischen Opposition an Senat und Abgeordnetenhaus von Westberlin, Berlin 12.4.1968

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12.04.1968:
In Berlin erscheint ungefähr heute ein Flugblatt "Wie verhalte ich mich bei einer Festnahme".
Q: Bülow, M.: Wie verhalte ich mich bei einer Festnahme, Berlin O. J. (1968)

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12.04.1968:
Vermutlich heute erscheint in Hamburg ein Flugblatt "Mordanschlag auf Dutschke", mit dem die Humanistische Studenten-Union (HSU), der SDS, der SHB, der Liberale Studentenbund Deutschlands (LSD) und der AStA der Universität zur Demonstration um 19 Uhr ab Moorweide aufrufen.

Laut AStA der Uni (vgl. 25.4.1968) beginnt die Polizei ein "sinnloses Gemetzel" am Valentinskamp. Vor dem Polizeihochhaus seien 1200 Demonstranten eingekesselt und zusammengeschlagen worden.

Laut Detlev Albers gelingt es 1 000 Demonstranten längere Zeit über den Hauptausgang des Springerkonzerns an der Kaiser-Wilhelmstraße zu blockieren.
Q: HSU, SDS, SHB, LSD, AStA Uni Hamburg: Mordanschlag auf Dutschke, o. O. O. J.; Zur Sache, Hamburg 25.4.1968, S. 1;Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 51f

AStA-Dokumente Nr. 1, Hamburg 22.4.1968
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12.04.1968:
In Frankfurt geben der Politische Arbeitskreis der Evangelischen Jugend Frankfurt, das Evangelische Mädchenwerk in Hessen und Nassau, das Evangelische Jungen- und Jungmännerwerk Groß-Frankfurt und das Evangelische Stadtjugendamt Frankfurt vermutlich Ende dieser Woche in ein Flugblatt mit Empfehlungen für Demonstranten und Polizisten heraus.
Q: Politischer Arbeitskreis der Evangelischen Jugend Frankfurt: Bitte weitergeben - auch an Polizisten, O. O. (Frankfurt) O. J. (1968)

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13.04.1968:
Otto Brenner, Vorsitzender der IG Metall, verurteilt heute in einer Presserklärung den Mordanschlag auf Rudi Dutschke.
Q: AStA der Universität Hamburg, die Gewerkschaftliche Studentengruppe der Universität und der Akademie für Politik: Presserklärung von Otto Brenner, Hamburg O. J. (1968), S. 1

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13.04.1968:
Der Vorsitzende der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK), Ruegg, verfasst ein Telegramm an alle Rektoren zu den vom VDS vorgeschlagenen studentischen Vollversammlungen am 17.4.1968.
Q: Ruegg: Telegramm an alle Rektoren, O. O. 13.4.1968

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13.04.1968:
Vermutlich heute erscheint vermutlich vom SDS das Fugblatt "Mordanschlag auf Rudi Dutschke" das auch an der Universität Tübingen verbreitet wird. Berichtet wird aus Berlin, dass ein Springer-Auslieferungsfahrzeug zwei auf dem Boden liegende Studenten überfahren habe.
Q: N. N.: Mordanschlag auf Rudi Dutschke, O. O. O. J. (1968)

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13.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich heute ein Flugblatt "Schütz: 'Gegen die Führung dieser Stadt wird mit Gewalt vorgegangen.'" des Aktionskomitees der Schüler, Studenten und Arbeiter in der TU.
Q: Aktionskomitees der Schüler, Studenten und Arbeiter in der TU: 'Gegen die Führung dieser Stadt wird mit Gewalt vorgegangen.', O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.04.1968:
In Berlin erscheint das Flugblatt "An alle Theater und ihr Publikum", das von der Massenverhaftung in der Meinekestraße am Nachmittag berichtet und zur Beteiligung an den Demonstrationen aufruft.
Q: N. N.: An alle Theater und ihr Publikum, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.04.1968:
In Berlin wird ungefähr heute eine Übersicht "Aktionsgliederung und Komitees" über die meist in der TU ansässigen Untergliederungen des Aktionskomitees der Schüler, Studenten und Arbeiter Berlins verfasst.
Q: N. N.: Aktionsgliederung und Komitees, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.04.1968:
In Berlin gibt die Studentenvertretung der TU vermutlich ungefähr heute ein 'AStA-Info' heraus mit einer Karte "Zugänge zur TU".
Q: SV TU: AStA Info Zugänge zur TU, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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13.04.1968:
Von der 'Bochumer Studenten Zeitung' erscheint heute ein Extrablatt, in dem zu einer Demonstration gegen den Mordanschlag auf Rudi Dutschke (vgl. 10.4.1968) in Bochum aufgerufen wird. Von dieser Demonstration wurde uns allerdings bisher nichts bekannt, während es in Essen (vgl. dort) hoch her ging.
Q: Bochumer Studenten Zeitung Extra, Bochum 13.4.1968

13.04.1968:
Laut der 'Bochumer Studenten Zeitung' kommt es in der Nacht vom 13. auf den 14.4. vor dem Essener Druckhaus des Axel Springer Verlags zu Aktionen von Studenten, die nach dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke die Auslieferung der 'Bild-Zeitung' verhindern wollen. Ca. 2 000 Demonstranten (unter ihnen auch das SDS Mitglied Stephan Bock, der u. a. führend bei diesen Aktionen ist), besetzen die Ausfahrten des Druckhauses, beginnen später damit "Barrikaden zu bauen - das Absperren mit menschlichen Körpern erschien zu gefährlich. … Eine Baustelle vor dem Haus lieferte das Material: Balken, Mülltonnen waren es zunächst. Zwei hintereinanderliegende Sperren wurden errichtet. … Als wieder zwei Springer-Wagen einen Ausbruch versuchten, roch es plötzlich nach Benzin: eine Barrikade ging in Flammen auf. Zeitungen wurden von den Wagen gerissen, auch sie wurden angezündet. … Mittlerweile waren an der anderen Ausgangseite der Sachsenstraße Wagen der Demonstranten quer auf die Straße gestellt. … Auch am vorderen Ende wurden sofort die Barrikaden neu aufgebaut. … Das war um 23 Uhr. Währenddessen wurden die Barrikaden immer höher. Auf der einen Seite der Straße wurde ein herbeigerollter Aral-Tankwagen von einer Baustelle geholt und quergestellt: diese Barrikade wurde mit Balken, Pflastersteinen, die aus der Straße gerissen wurden, verstärkt. … Auf der anderen Seite wurde die Absperrung dreigestaffelt: vorn vier Stahlträger, von jeweils fünfzig Demonstranten Hunderte von Metern herbeigeschleppt … in der zweiten Stufe eine Baumaschine, Mülltonnen, Stahldrähte, in der dritten Stufe Massen von Tonröhren. … Stahldrähte wurden kunstvoll in die Straße gestoßen, sie bildeten eine Rosette von drei Metern Höhe, auch hier eine rote Fahne. … Auf der anderen Seite - auf der Sachsenstraße - war es ruhig: an jeder Barrikade ein paar Posten an einem Feuer, dazwischen diskutierende Gruppen, die Straße war erobert, das Springer-Haus belagert. Die Polizei hatte vollends kapituliert. … Kurz vor vier Uhr rückten die ersten Polizeitrupps an. … Dann machte sich allmählich die Kälte bemerkbar, die durch die Übermüdung verstärkt wurde: viele Demonstranten fuhren nach Hause. Da brachen sie dann durch, es waren nur noch hundert Demonstranten, sie konnten es nicht mehr verhindern: WELT und BILD wurden ausgeliefert."
Q: Bochumer Studenten Zeitung Nr. 22, Bochum 1968, S. 1f

14.04.1968:
Das Anti-Springer-Komitee (ASK) Heidelberg gibt vermutlich heute seine 'Gegenzeitung der Anti-Springer--Kampagne' heraus unter der Schlagzeile "Attentat auf Rudi Dutschke - Protestaktionen gegen Axel Springer!". Berichtet wird über die Pressekampagne und aufgerufen: "Brecht die Macht der Manipulateure!".
Q: ASK: Gegenzeitung der Anti-Springer--Kampagne Attentat auf Rudi Dutschke - Protestaktionen gegen Axel Springer!, Heidelberg O. J. (1968)

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14.04.1968:
Der SDS Heidelberg gibt vermutlich heute das Flugblatt "Anti-Springer--Kampagne in Stuttgart" heraus, dass zur Diskussion über Protestaktionen gegen Axel Springer nach der Schlußkundgebung des Ostermarsches in Stuttgart aufruft, zu der aus Heidelberg eine gemeinsame Abfahrt organisiert wird.
Q: SDS: Anti-Springer--Kampagne in Stuttgart, Heidelberg O. J. (1968)

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14.04.1968:
An der Universität Tübingen wird mit einem Flugblatt die "Ansprache des Bundesjustizministers Dr. Gustav Heinemann im Fernsehen am 14.4.1968" zu den Osterunruhen bzw. den Springerblockaden u.a. in Esslingen verbreitet.
Q: N. N.: Ansprache des Bundesjustizministers Dr. Gustav Heinemann im Fernsehen am 14.4.1968, O. O. (Tübingen) O. J. (1968)

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14.04.1968:
In Berlin gibt der Koordinationsausschuß der in der TU versammelten Gruppen der APO eine Presseerklärung zur drohenden, aber durch den Rektor der TU abgelehnten polizeilichen Räumung heraus.
Q: Koordinationsausschuß der in der TU versammelten Gruppen der APO: Presseerklärung, Berlin 14.4.1968

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14.04.1968:
In Berlin gibt die Pressestelle des Aktionskomitees der Arbeiter, Schüler und Studenten das Flugblatt "Ausschnitte aus Solidaritätserklärungen" Nr. 1 heraus.
Q: Aktionskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten: Ausschnitte aus Solidaritätserklärungen Nr. 1 Titel unbekannt, O. O. (Berlin) 14.4.1968

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15.04.1968:
In Esslingen finden im Rahmen der Anti-Springer-Kampagne erneut Demonstrationen gegen das Druck- und Verlagshaus Bechtle statt, an denen sich auch die Gruppe Heidelberg des SDS beteiligt (vgl. 12.4.1968).
Q: Innenministerium Baden-Württemberg: Verfügung: Verbot und Auflösung der Hochschulgruppe Heidelberg des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, Stuttgart 24.6.1970, zitiert nach: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 10, Bochum 29.6.1970

15.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, und der Senator für Inneres, Kurt Neubauer, sprechen den "Berliner Polizeibeamten für ihren, laut LPD, aufopferungsvollen Dienst während der Osterfeiertage" ihren Dank aus.
Q: Landespressedienst Nr. 75, Berlin 16.4.1968, S. 1

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15.04.1968:
In Berlin werden die Reden der heutigen Kundgebung "Macht einen neuen Anfang" auf dem Dag-Hammarskjöld-Platz später in einer Broschüre veröffentlicht, die uns nur als Fragment vorliegt. Enthalten sind neben einem Eröffnungsbeitrag mit einer Grußadresse des Bundesjugendrings (BJR) Reden von Heinrich Albertz, Prof. Ralf Dahrendorf, Knut Nevermann, Wolfgang Lefevre, Dr. Klaus Meschkat und Harry Ristock.
Q: N. N.: Kundgebung Hammarskjöld-Platz 15.4.1968, O. O. (Berlin) O. J. (1968) [Fragment]

15.04.1968:
In Berlin gibt das Informationskomitee der Versammelten in der TU das Flugblatt "Polizeiterror in der Nacht vom 14./15. April 1968" heraus.
Q: Informationskomitee der Versammelten in der TU : Polizeiterror in der Nacht vom 14./15. April 1968, Berlin 15.4.1968

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15.04.1968:
In Berlin gibt das Aktionskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten in der TU Berlin vermutlich heute das Flugblatt "Vorfall in der Polizeischule Spandau am 14.4.68" heraus. Enthalten ist auch der Bericht "Korrespondent der Neuen Presse Zürich 19 Stunden festgesetzt".
Q: Aktionskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten: Vorfall in der Polizeischule Spandau am 14.4.68, Berlin O. J. (1968)

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15.04.1968:
In Berlin gibt das Aktionskomitee der Schüler, Studenten und Arbeiter Berlins vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Was haben wir getan?" heraus.
Q: Aktionskomitee der Schüler, Studenten und Arbeiter Berlins: Was haben wir getan?, Berlin O. J. (1968)

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15.04.1968:
In Berlin gibt der Ermittlungsausschuß (EA) in der TU vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Vorbereitung für antiautoritäre Ermittlungen" heraus.
Q: EA in der TU: Vorbereitung für antiautoritäre Ermittlungen, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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15.04.1968:
Am Kantgymnasium Berlin erscheint vermutlich Mitte April ein Flugblatt "Warum rote Fahnen?" zu den Protesten gegen das Attentat auf Rudi Dutschke.
Q: Warum rote Fahnen?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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B_Schuelerbewegung_Warum_Rote_Fahnen_S_2


15.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang dieser Woche, herausgegeben von den Studentenvertretungen der Hochschulen und Akademien, die 'aktuell Berlin' Nr. 1, von der uns nur das erste Blatt vorliegt mit den "Forderungen der Außerparlamentarischen Opposition an Senat und Abgeordnetenhaus von Westberlin" und einer "Dokumentation der Ereignisse seit dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke".
Q: aktuell Berlin Nr. 1, Berlin O. J. (1968) [Fragment]

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15.04.1968:
In Hamburg findet, laut Detlev Albers, eine weitere Demonstration gegen das Attentat auf Rudi Dutschke statt, die von der Abschlußkundgebung des Ostermarsches 1968 auf der Moorweide startet und 4 - 5 000 Teilnehmer hat. Gegen Mitternacht erfolgt vor dem Polizeipräsidium der blutigste Polizeieinsatz der Ostertage überhaupt gegen ca. 1 500 Menschen, die vor dem Polizeipräsidium die Freilassung der vorbeugend inhaftierten SDS-Mitglieder fordern.
Q: Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 52f; AStA-Dokumente Nr. 1, Hamburg 22.4.1968

16.04.1968:
In Berlin geben Antifaschistische griechische Arbeiter und Studenten sowie die Arbeitsgruppe Griechenland des SDS vermutlich Anfang dieser Woche das Flugblatt "Wir wissen" heraus mit dem Aufruf zur Veranstaltung am 19.4.1968 im Audimax und zur Demonstration am 21.4.1968 ab Wittenbergplatz. Festgestellt wird, dass der "Ausweg aus der politischen Sackgasse Griechenlands" bewaffneter Kampf heiße.
Q: Antifaschistische griechische Arbeiter und Studenten, SDS-Arbeitsgruppe Griechenland: Wir wissen, Berlin O. J. (1968)

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16.04.1968:
Der Beschluß des Senats von Berlin für eine Neuregelung der Alarmzulage für die Beamten der Polizeibehörde wird veröffentlicht.
Q: Landespressedienst Nr. 75, Berlin 16.4.1968, S. 2

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16.04.1968:
In Berlin gibt vermutlich das Ermittlungskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten vermutlich heute eine Flugschrift heraus, die uns nur als Fragment vorlag. Enthalten sind die Abschnitte:
- "Montag 15.4.:";
- "Pressefreiheit oder Konzernmanipulation?";
- "Axel Cäsar Springer";
- "Polizeiterror"; sowie
- "Ergebnisse der Diskussionen im Audimax TU zur Frage der Gewalt und zu unseren weiteren Aktionen".

Angekündigt wird die "Großveranstaltung zur Vorbereitung auf den 1. Mai" am 17.4.1968.
Q: N. N.: Titel unbekannt, O. O. (Berlin) O. J. (1968) [Fragment]

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16.04.1968:
An der FU Berlin veröffentlichen der Rektor und die Dekane der Fakultäten einen Aufruf zur Vernunft.
Q: FU-Rektor: Aufruf, Berlin 16.4.1968

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17.04.1968:
Der Republikanische Club e.V. Berlin weist in seinem 'Informationsbrief' Nr. 14 besonders darauf hin, daß sich ein 'Sozialistisches Maikomitee Westberlin' gegründet habe, dem alle wichtigen Verbände der außerparlamentarischen Opposition angehören.
Q: Republikanischer Club e.V. Berlin: Informationsbrief Nr. 14, Berlin 17.4.1968

17.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, beantwortet zwei Anfragen von Jürgen Wohlrabe (CDU) vom 3.4.1968 bezüglich der Disziplinarverfahren gegen die FU-Angehörigen Häußermann, Wilhelmer, Dutschke, Lefevre und Nevermann wegen dem Sit-in am 19.4.1967 und zu den Kosten der Schäden in der TU wegen des Vietnamkongresses.
Q: Landespressedienst Nr. 79, Berlin 22.4.1968, S. 1f

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17.04.1968:
In Berlin gibt Winfried Schulze ein Flugblatt heraus, in dem die Gewaltanwendung kritisiert wird.
Q: Schulze, W.: Kommilitonen…, O. O. (Berlin) 17.4.1968

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17.04.1968:
In Berlin geben der Ostpolitische Deutsche Studentenverband (ODS), der Studentenbund Ostpreußen (BOSt) und die Freiheitliche Studentengruppe (FSG) ein Flugblatt gegen die APO heraus, in dem sie u.a. für Verbot nicht nur des SDS, sondern auch des SHB, des LSD, der HSU und der GSG eintreten.
Q: ODS, BOSt, FSG: Die Berliner Bevölkerung…, Berlin 17.4.1968

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17.04.1968:
In Berlin gibt die Burschenschaft Semnonia vermutlich Mitte dieser Woche ein Flugblatt heraus mit der Einladung zur Semesterantrittskneipe am 19.4.1968.
Q: Burschenschaft Semnonia: Lieber Kommilitone!, Berlin O. J. (1968)

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17.04.1968:
An der FU Berlin gibt die Studentenvertretung des Instituts für Publizistik einen Aufruf zur Vollversammlung am 22.4.1968 heraus mit der Aufforderung, die Streikempfehlung anzunehmen.
Q: FU SV Pub: An alle Publizistik-Studenten, Berlin 17.4.1968

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17.04.1968:
An der FU Berlin gibt die Studentenvertretung des Instituts für Publizistik vermutlich Mitte dieser Woche einen Appell heraus mit der Aufforderung an den Aktionskomitees zur Demokratisierung der Massenmedien mitzuarbeiten.
Q: FU SV Pub: Appell der Studentenvertretung Publizistik, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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17.04.1968:
An der FU Berlin wurde eingeladen zur VV der Wiso um 13 Uhr u.a. mit dem Bericht über die Vertraulichkeit der Berufungskommission. Beschlossen wird ein imperatives Mandat.
Q: N. N.: Konsequenzen des Dekans, O. O. (Berlin) O. J. (1968); N. N.: Beschluß der Vollversammlung der Wi.So. Fakultät…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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17.04.1968:
In Frankfurt erscheint die 'Arbeiter Schüler Studenten Zeitung' Nr. 1 als Extrablatt des 'Diskus' (vgl. 1.4.1968, 6.5.1968) frühestens heute mit dem Leitartikel "Die Herrschenden riefen zur Gewalt auf - Bachmann schoß" zum Attentat auf Rudi Dutschke.

Weitere Artikel sind:
- "Politik und Gewalt" von Jakob Moneta;
- "Bild schießt scharf";
- "Die grosse Koalition. Terror der Mitte";
- "Springer manipuliert - enteignet Springer";
- "Gefährdet Springer-Blockade Arbeitsplätze?";
- "Die Lage in Esslingen ist ganz ausgezeichnet", mit Bericht von Ostern und der Ankündigung des Anti-Springer-Tags in Esslingen am 27.4.1968;
- "Die Angst vor der Straße"; sowie
- "Frankfurt ist doch Berlin - Augenzeugenberichte" vom 15. und 16.4.1968.
Q: Diskus Extrablatt Arbeiter Schüler Studenten Zeitung Nr. 1, Frankfurt Apr. 1968

17.04.1968:
In Hamburg findet, laut Detlev Albers, ein Teach-In statt, auf dem der AStA vor über 2 000 Studenten sein Konzept der Demonstrationspause begründet.

Der AStA der Universität Hamburg sowie die Gewerkschaftliche Studentengruppe (GSG) der Universität und der Akademie für Politik Hamburg veröffentlichen von diesem Teach-In den Beitrag von Otto Köhler über die Rolle des Springerkonzerns.

Auf dem Teach-In wird Geld gesammelt für eine erste Ausgabe der AStA-Zeitung für die Hamburger Bevölkerung, 'Zur Sache' (vgl. 18.4.1968).
Q: Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 53; AStA der Universität Hamburg, die Gewerkschaftliche Studentengruppe der Universität und der Akademie für Politik: Presserklärung von Otto Brenner, Hamburg O. J. (1968);Unilife, Hamburg April 1968, S. 2

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18.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das Flugblatt des AStA zum Tod von Klaus Frings unter dem Titel "teach-in heute" mit dem Aufruf dazu um 20 Uhr in der Neuen Universität zu den Themen:"
1. Augenzeugenberichte aus Berlin und Eßlingen
2. Funktion der Springer-Presse in unserer Gesellschaft
3. Gewalt und Gewaltlosigkeit als Problem studentischer Aktionen".
Q: AStA Uni: teach-in heute, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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18.04.1968:
Der SDS und die Studentische Linke (SL) Tübingen geben vermutlich heute das Flugblatt "Kollegen! Warum Widerstand gegen Springer!" heraus das vermutlich an Betrieben in Tübingen und auch Esslingen verteilt wird. Berichtet wird von den Springerblockaden in Esslingen und aus Berlin vom Tod von Klaus Frings und eingeladen zu einer Trauerfeier für ihn um 14 Uhr in der Neuen Aula der Universität Tübingen. Anschließend soll eine Geldsammlung für Frau Frings durchgeführt werden.

Der SDS gibt dazu das Flugblatt "Erklärung des SDS Tübingen auf der Kundgebung zum Tode von Klaus Frings (18.4.68)" heraus.
Q: SDS / SL: Kollegen! Warum Widerstand gegen Springer!, Tübingen O. J. (1968); SDS: Erklärung des SDS Tübingen auf der Kundgebung zum Tode von Klaus Frings (18.4.68), Tübingen O. J. (1968)

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18.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, gibt mit Billigung des Senats eine Erklärung zu den Osterunruhen und den Hochschulen ab, in der u. a. bekanntgegeben wird, dass der Polizeipräsident drei Kommissionen gebildet habe, wobei die erste sich den 120 Verfahren wegen Verdachts des Auflaufs, die zweite den übrigen Ermittlungsverfahren und die dritte den Hintermännern widmen soll.
Q: Landespressedienst Nr. 77, Berlin 18.4.1968, S. 1ff

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18.04.1968:
Die Demokratische Studentenschaft (DS) am Berlin-Kolleg (BK) gibt das Flugblatt "An die Berliner Bürger, Arbeiter, Schüler und Studenten!" heraus, das sich gegen Gewaltanwendung richtet.
Q: DS BK: An die Berliner Bürger, Arbeiter, Schüler und Studenten!, Berlin 18.4.1968

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18.04.1968:
Der Senator für Wissenschaft und Kunst von Berlin, Dr. Stein, richtet ein Schreiben an den AStA der FU und die Studentenvertretung der TU zur gestern von ihnen und dem AStA der Kirchlichen Hochschule (KiHo) im 'Tagesspiegel' veröffentlichten Erklärung bzgl. der Gewalt gegen Sachen.
Q: Berlin-Sen Wiku: An den Allgemeinen…, Berlin 18.4.1968

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18.04.1968:
Die Vereinigten Arbeitsgemeinschaften an der FU (VAFU) veröffentlichen, laut einem Eingangsstempel heute, einen Sonderdruck ihres im 'Tagesspiegel' am 17.4.1968 veröffentlichten Beitrags "Entscheidung gegen revolutionäre Gewalt".
Q: VAFU: Entscheidung gegen revolutionäre Gewalt, Berlin O. J. (1968)

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18.04.1968:
Die Vereinigten Arbeitsgemeinschaften an der FU Berlin (VAFU) veröffentlichen, laut einem Eingangsstempel heute, ein Flugblatt zum Tod von Klaus Frings.
Q: VAFU: Klaus Frings, Berlin O. J. (1968)

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18.04.1968:
An der FU Berlin erscheint das 'Math Nat Blatt' Nr. 9 mit dem Aufruf zur Diskussion der Math Nat. Fakultät über die Ereignisse der letzten Tage am 19.4.1968 um 11 Uhr.
Q: Math nat Blatt Nr. 9, O. O. (Berlin) 18.4.1968

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18.04.1968:
In Hamburg erscheint vermutlich heute die erste Ausgabe der AStA-Zeitung für die Hamburger Bevölkerung, 'Zur Sache' (vgl. 25.4.1968) unter der Schlagzeile: "Mit der Polizei kam die Gewalt" zu den Osterunruhen. Berichtet wird in "Draufhauen! Nachsetzen!" aus Bremen vom Protest gegen die Fahrpreiserhöhungen, gefragt wird: "Bild schoß mit. Was hat Springer mit Dutschke zu tun?", festgestellt: "Springer pfeift - Regierung tanzt!", dargestellt die "Gefahr durch Springer", wobei es dann nicht verwundert, wenn es zu Otto Brenner, Vorsitzender der IG Metall heißt: "Brenner warnt Bundesregierung".

Berichtet wird vom schwerverletzten Dietmar Schmidt und im Impressum vom Teach-In, welches das Geld aufbrachte (vgl. 17.4.1968), aufgerufen zum Griechenlandprotest (vgl. 19.4.1968).
Q: Zur Sache, Hamburg April 1968

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19.04.1968:
Von dem Theologen Ernst Käsemann erscheint heute zu den Osterunruhen bzw. den Springerblockaden u.a. in Esslingen in der 'Südwestpresse', aber auch im 'Schwäbischen Tageblatt', der Beitrag "Versäumnisse von 20 Jahren. Eine politische Stellungnahme von Professor Ernst Käsemann", der an der Universität Tübingen als Flugblatt nach dem 'Schwäbischen Tageblatt' verbreitet wird.
Q: N. N.: Versäumnisse von 20 Jahren. Eine politische Stellungnahme von Professor Ernst Käsemann, O. O. (Tübingen) O. J. (1968); N. N.: I Dutschke…, O. O. (Tübingen) O. J. (1968), S. 2

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19.04.1968:
In Berlin rief die Internationale Liga für Menschenrechte zum Schweigemarsch für Dr. Martin Luther King um 18 Uhr ab Olivaer Platz auf, der in Verbindung mit der Studentenvertretung der TU veranstaltet wird.
Q: ILfM: Schweigemarsch, Berlin O. J. (1968)

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19.04.1968:
In Berlin gibt das Ermittlungskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten vermutlich frühestens Ende dieser Woche die Flugschrift "Ermittlungen über Aktionen + Demonstrationen der außerparlamentarischen Opposition + die vergeblichen Versuche der Polizeibürokratie sie zu liquidieren. Westberlin Ostern 1968" heraus. Enthalten ist ein "Vorläufiger Bericht des Ermittlungskomitees über die Ereignisse vom Donnerstag, den 11.4.68 bis Montag, den 14.4.68", der sich gliedert in die Abschnitte:
- "11.4.68 nach dem Attentat";
- "Demonstration am 12.4.68 zum Schöneberger Rathaus";
- - "Verhaftungen";
- - "Körperverletzungen";
- "Demonstrationszug vom Kurfürstendamm aus zum Schöneberger Rathaus 12.4.";
- "Springer-Aktionen am 11. und 12. April 1968";
- "13.4. Verkehrsblockade Kurfürstendamm und Kesselschlacht in der Meinekestrasse";
- - "Gesamtbericht über die Polizeiaktion in der Meinekestr";
- - "Familie Friesenstraße";
- - "Pressebericht der Inhaftierten (Meinekestr.)";
- "Kundgebung und Demonstration der Kampagne für Demokratie und Abrüstung auf dem Wittenbergplatz und Kurfürstendamm am 14.4.68 ab 15.00 Uhr" zur KfDA;
- "14.4. Die Nacht- und Nebelaktion der Polizei beim Abholen der inhaftierten Genossen (Friesenstrasse, Polizeischule Spandau)";
- - "Bericht über den Polizeiüberfall vor der Polizeischule Joachim Lipschitz in Spandau Hohenzollernring Ecke Pionierstrasse";
- - "Ein Bericht über den polizeilichen Abtransport der Inhaftierten"; sowie
- - "Friesenstrasse" mit zwei Zeugenaussagen.
Q: Ermittlungskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten: Ermittlungen über Aktionen + Demonstrationen der außerparlamentarischen Opposition + die vergeblichen Versuche der Polizeibürokratie sie zu liquidieren. Westberlin Ostern 1968, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

19.04.1968:
In Berlin erscheint ein Flugblatt "Gewalt" der Asten von FU, TU und Kirchlicher Hochschule (KiHo). Enthalten ist auch die Presseerklärung vom 17.4.1968.
Q: ASten FU, TU, KiHo: Gewalt, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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19.04.1968:
Vermutlich an der FU Berlin erscheint, laut einem Eingangsstempel heute, ein Flugblatt "Faust I: Vom Eise befreit…?" der AG Wachsames Auge zu den Protesten gegen das Attentat auf Rudi Dutschke.
Q: AG Wachsames Auge: Faust I: Vom Eise befreit…?, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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19.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich Mitte dieser Woche ein Flugblatt der KU mit der Übersicht über die Arbeitskreise.
Q: KU: KU-Arbeitskreise, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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19.04.1968:
Am OSI der FU Berlin gibt die Fachschaftsvertretung (FSV) vermutlich Ende dieser Woche ein Flugblatt mit dem Aufruf zur VV am 23.4.1968. Für den 22.4. wird ein 'OSI Info' angekündigt.
Q: N. N. (FSV OSI): erste außerordentliche Vollversammlung, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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19.04.1968:
Es erscheint eine 'AStA-Information der Pädagogischen Hochschule Oldenburg' zum gestrigen Studientag mit Teach-In über das Attentat auf Rudi Dutschke, zu dem auch die Bevölkerung mit Flugblättern eingeladen worden war und auf der in der Diskussion über die Springer-Presse den Hochschulgruppen, d.h. SHB, SDS, RCDS und GAG (vermutlich Gewerkschaftliche Arbeitsgemeinschaft) von der 'NWZ' Veröffentlichungsmöglichkeiten zugesichert wurden.
Q: AStA-Information der Pädagogischen Hochschule Oldenburg, Oldenburg 19.4.1968

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19.04.1968:
Der AStA der Universität Hamburg veröffentlicht vermutlich spätestens Ende dieser Woche eine Presseerklärung des Hamburger AStA zur Korrektur der Erklärungen des Hamburger Polizeipräsidenten unter dem Titel "Frenzel sagte nicht die Wahrheit!".
Q: AStA der Universität Hamburg: Frenzel sagte nicht die Wahrheit! Presseerklärung des Hamburger AStA zur Korrektur der Erklärungen des Hamburger Polizeipräsidenten, Hamburg O. J. (1968)

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20.04.1968:
In Hamburg kommt es laut AStA der Uni (vgl. 25.4.1968) vermutlich heute im Prozeß um die Vietnamdemonstration am 17.2.1967 zu zwei Freisprüchen und einer Verurteilung zu vier Monaten auf Bewährung.
Q: Zur Sache, Hamburg 25.4.1968, S. 2

21.04.1968:
Aus Vietnam berichtet Horst Szeponik (vgl. 16.3.1968, 10.5.1968):"
Gründungskonferenz der 'Allianz der nationalen, demokratischen und Friedenskräfte Vietnams', die sich aus Vertretern der Industrie- und Wirtschaftskreise, aus den Reihen der Kirchen und Sekten sowie der Intelligenz und Kulturschaffenden zusammensetzt."
Q: Horizont Nr. 46, Berlin (DDR) 2. Novemberwoche 1972, S. 25f

21.04.1968:
Der Europäisch-föderalistische Studentenverband (EFS) verteilt auf dem Wittenbergplatz einen Aufruf zur Griechenland-Demonstration, in dem es abschließend heißt: "Gewaltanwendung ist nicht progressive ratio sondern emotionale passio".
Q: EFS: Aufruf, Berlin O. J. (1968)

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21.04.1968:
An der FU Berlin wird ein Entwurf für eine Erklärung der ESG zu den beiden Toten, Frings und Schreck, verfasst.
Q: ESG FU: Entwurf, Berlin 21.4.1968

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21.04.1968:
Im Republikanischen Club (RC) Dortmund (vgl. 2.4.1968, 18.10.1968) wird folgendes Dokument erarbeitet:"
GESCHÄFTSORDNUNG DES VORSTANDES

Gemäß Paragraph 10 der Satzung hat sich der Vorstand auf seiner Sitzung vom 21.4.1968 die folgende Geschäftsordnung gegeben:

A. REDE-, ANTRAGS- UND STIMMRECHT

Paragraph 1: Unbeschränktes Rede- und Antragsrecht auf Vorstandssitzungen haben
1) die Mitglieder des Vorstandes
2) je ein Delegierter der Arbeitskreise
3) der Vorsitzende einer im RC vertretenen Gruppe.

Paragraph 2: Stimmrecht auf Vorstandssitzungen haben die Mitglieder des Vorstandes.

B. EINBERUFUNG

Paragraph 3: Für eine Vorstandssitzung beträgt die Einberufungsfrist 24 Stunden.

Paragraph 4: Zur Einberufung einer Vorstandssitzung bedarf es keiner Tagesordnung.

Paragraph 5: Die Vorstandssitzung kann eine Tagesordnung beschließen.

C. BESCHLUSSFÄHIGKEIT

Paragraph 6: Zu Beginn der Sitzung stellt der Vorsitzende die Beschlußfähigkeit fest.

Paragraph 7: Die Vorstandssitzung ist beschlußfähig, wenn mindestens 5 Vorstandsmitglieder anwesend sind.

D. RECHTE DES VORSITZENDEN IN DER VORSTANDSSITZUNG

Paragraph 8: Der Vorsitzende leitet die Versammlung gemäß dieser Geschäftsordnung.

Paragraph 9: Er übt sein Amt unparteiisch aus.

E. PFLICHTEN DER TEILNEHMER

Paragraph 10: Jeder Teilnehmer an der Vorstandssitzung hat die Verpflichtung, alles zu tun, was geeignet ist, dem Fortgang der Verhandlungen zu dienen.

Paragraph 11: Jeder Teilnehmer hat insbesondere bei den Beratungen und Abstimmungen anwesend zu sein, sowie an den Arbeiten der Sitzung teilzunehmen.

Paragraph 12: Bei schuldhaftem Verstoß gegen diese Pflichten kann der Vorsitzende der Mitgliederversammlung Meldung erstatten.

Paragraph 13: Die beabsichtigte Meldung muß in der Vorstandssitzung diskutiert und mit einfacher Mehrheit beschlossen werden.

Paragraph 14: Weitere Ordnungsmaßnahmen sind unzulässig.

F. FORM DER ABSTIMMUNG

Paragraph 15: Abgestimmt wird durch Handaufheben.

Paragraph 16: Die Abstimmung erfolgt grundsätzlich öffentlich.

Paragraph 17: Das Abstimmungsergebnis muß in das Protokoll aufgenommen werden.

Paragraph 18: Die Beschlüsse der Vorstandssitzung werden mit einfacher Mehrheit der Anwesenden gefaßt, sofern in dieser Geschäftsordnung nichts anderes festgelegt ist.

G. VERTRAUENSANTRÄGE

Paragraph 19: Jedes Vorstandsmitglied hat das Recht, den Antrag, ihm das Vertrauen auszusprechen, jederzeit einbringen zu können.

Paragraph 20: Ein Mißtrauens- oder Tadelantrag wird von mindestens 4 der anwesenden stimmberechtigten Teilnehmer in schriftlicher Form eingebracht.

Paragraph 21: Über diesen Antrag wird ohne Diskussion mit Zweidrittelmehrheit abgestimmt. Wird er angenommen, so ist er der nächsten Mitgliederversammlung in schriftlicher Form vorzulegen.

H. BEURKUNDUNG

Paragraph 22: Über die Beschlüsse der Vorstandssitzungen wird ein Protokoll geführt."
Q: RC Dortmund: Geschäftsordnung des Vorstandes, Dortmund 21.4.1968

22.04.1968:
Der SDS Tübingen gibt vermutlich in dieser Woche die erste Broschüre seiner Schriftenreihe (vgl. 13.5.1968) heraus als "Analyse & Dokumentation. Zum Widerstand der Ausserparlamentarischen Opposition - Ostern 1968" mit einer Analyse, die sich teilt in die Abschnitte:
- "I Dutschke = SDS = Volksfeind Nr. 1";
- "II Vom Protest zum Widerstand";
- "III Innerer Notstand";
- "IV Einübung in den Faschismus"; und
- "V Konsequenzen", wozu es abschließend heißt: "Die Aggression der Bevölkerung gegen die außerparlamentarische Opposition muß durch breite Aufklärungsaktionen auf die Ursachen unseres Widerstandes gewendet werden."

Die Dokumentation berichtet von den Osterunruhen aus Berlin, Frankfurt, Hamburg, und Esslingen.
Q: SDS: Analyse & Dokumentation. Zum Widerstand der Ausserparlamentarischen Opposition - Ostern 1968, Tübingen 1968

22.04.1968:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint in Berlin die '1. Mai Zeitung der Arbeiter, Schüler & Studenten' vom Komitee der Arbeiter, Schüler und Studenten unter Verantwortung von Tilman Fichter, Peter Neitzke und Wolfgang Hohmann, mit den Artikeln:
- "'Ihr studiert auf unsere Kosten'. Euch geht's ja viel zu gut. Ihr solltet erst mal richtig arbeiten! - Bringt doch erst mal euren eigenen Mist in Ordnung!" von Sonja Braust;
- "'Im Kern gesund'?" zur Berliner Wirtschaft, von Paul Spalenke;
- "Betriebsrat: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser" zu den Betriebsratswahlen (BRW), von S. Fried;
- "Unternehmer-Mai vor dem Reichstag" von Wolfgang Faber;
- "Wie man 35 Millionen DM aus den Taschen der Steuerzahler zieht, ohne sich besonders anzustrengen" zu den Abschreibungen;
- "Bunter Nachmittag bei der ÖTV" zum Tag der Jugend am 18.4.1968, von Elmar Wirth;
- "Der Chefredakteur der Zeitung der IGM, Jakob Moneta, 'Metall', erklärt: Politik und Gewalt" aus der 'Arbeiter-Schüler-Studenten-Zeitung, Frankfurt, April 1968;
- "Nachdruck aus Oberbaumblatt Nr. 3. Walter S. - ein Gewerkschaftsboss nach Maß" zu Walter Sickert, von P. T.;
- "Comisiones obreras. Arbeiter und Studenten in Spanien" von Ezra Benjamin;
- "Was ist los im Märkischen Viertel? Eine Zwangsräumung und was man dagegen tun kann" zum MV, von Willi Pohlmann;
- "Warum Mieten?";
- "Straßensperren und Arbeitsgerät" zu den Rockern der Lederjackenbande aus dem Wedding, die die 'BZ' am 16.4.1968 angeblich interviewte, von Heidi Knütter;
- "Lehrlinge auf die Barrikaden!" von Christian Rakowski; sowie
- "Arbeitslose durch Springer-Enteignung?" aus der 'Arbeiter-Schüler-Studenten-Zeitung, Frankfurt, April 1968.

Aufgerufen wird zur Mai-Veranstaltung am 30.4.1968 in der Neuen Welt und zur Demonstration um 10 Uhr ab Karl-Marx-Platz.
Q: 1. Mai Zeitung der Arbeiter, Schüler & Studenten, Berlin 1968

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22.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt, welches angesichts der beiden Toten in München nach der Mitverantwortung von APO und SDS fragt und zur Selbstbesinnung aufruft.
Q: N. N.: Es ist höchste Zeit…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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22.04.1968:
In Berlin geben die Groupes d' Etudes et d' Action Socialiste Tunesien (GEAST), der Iranische Studentenverein (ISV), die Lateinamerikanische Studentenvereinigung (LASV - AELA), die Türkische Sozialisten Gemeinschaft (TSG) und der Verein Griechischer Studenten und Akademiker, laut einem Eingangsstempel heute, das Flugblatt "Solidarität" zum Attentat auf Rudi Dutschke heraus.
Q: GEAST et al.: Solidarität, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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22.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt der KU, "Georg Büchner an die Familie". Aufgerufen wird zur Flugblattverteilung, Mitarbeit in den Basisgruppen und zur Vorbereitung einer sozialistischen 1. Mai-Feier.
Q: KU: Georg Büchner an die Familie, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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22.04.1968:
An der FU Berlin beschließen die Studenten der Publizistik auf ihrer Vollversammlung die Besetzung des Instituts.
Q: FU SV Pub: Streik der Publizisten ?!, O. O. (Berlin) O. J. (1968); N. N.: Vollversammlung jetzt!, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: Resolution der Vollversammlung der Publizisten am 22.4.1968, O. O. (Berlin) O. J. (1968);N. N.: Resolution der Publizistikstudenten, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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22.04.1968:
Der AStA der Universität Hamburg gibt sein 'AStA-Info' Nr. 2 für das Sommersemester 1968 heraus, in dem zu den Demonstrationen der Ostertage bekanntgegeben wird: "Akademischer Senat fordert Untersuchungsausschuß", aber auch dass morgens ein Gespräch von Studenten mit u.a. Ruhnau und Weichmann stattfinde. Hingewiesen wird auf die eigene heutige Dokumentation dazu. Aufgefordert wird zu Spenden für das Informationsblatt 'Zur Sache' sowie zu Zeugenaussagen.
Q: AStA-Info Nr. 2 SS 68, Hamburg 22.4.1968

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22.04.1968:
Der AStA der Universität Hamburg gibt seine 'Dokumente' Nr. 1/1968 (vgl. Sept. 1967) zu den Demonstrationsereignissen vom 11., 12. und 15.4.1968 heraus, die im Einzelnen dargestellt werden. Dokumentiert werden Verhaltensregeln des Innensenators Heinz Ruhnau für die Polizei und verschiedene Zeugenaussagen.

Eine dieser Aussagen wurde auch als Flugblatt verbreitet.
Q: AStA-Dokumente Nr. 1, Hamburg 22.4.1968; Fehland / Heide: Bericht über die Vorfälle am Polizeihochhaus, Hamburg O. J. (1968)

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22.04.1968:
Der AStA der Universität Hamburg gibt sein 'Auditorium - Hamburger Studentenzeitung' Nr. 53 (vgl. 29.1.1968, Mai 1968) für April vermutlich in dieser Woche in einer Auflage von 10 000 Stück heraus. Eine teilweise verbreitete Beilage der Burschenschaft Alemannia-Redaria lag uns nicht vor.

Das Titelbild ist Axel Springer gewidmet. Die Innenseite enthält Bilder der Osterunruhen in Hamburg. Berichtet wird von diesen auch aus Bochum, Frankfurt, Göttingen, Heidelberg bzw. Eßlingen, Kiel, Köln, München und Münster sowie in einer Reihe von Beiträgen. Hans Erich Bahr, Ordinarius für praktische Theologie an der Ruhruni Bochum (RUB) erklärt: "Schweigen ist Verrat". Jens Litten eröffnet in einer Stellungnahme des AStA "Perspektiven", Urs Möller definiert "Pressefreiheit: Freiheit VON der Springerpresse", Peter Münder stellt fest: "Wir schießen zurück!", Wolfgang E. Bolz entrichtet "Dank an Professor Weichmann".

Jenseits der Osterunruhen widmet sich R. Winter in "Ein Filmspiegel für Ordinarien" dem Vorlesungsverzeichnis der Germanistik und Literaturwissenschaft, Richard E. Otto rezensiert in "Studienverführer" den Hamburger Studienführer.

Sven G. Papcke stellt fest: "War is peace. Zur Ideologie der Friedfertigkeit des Westens", Reginald Lark verkündet Thesen "Von der Gewalt", Wolf Walter verfasst "'Zionisten' machen sit-ins. Ein Bericht über die Studentenrebellion in Polen". Tobias Strunk und Peter Münder ergehen sich bzgl. Großbritanniens in "Erinnerungen an die KU beim Besuch der Londoner Anti-University". Aus den USA berichtet Dirk Hoerder von MLK in "Martin Luther King - Attentat auf die Gewaltlosigkeit".

Rezensiert werden Klaus Dörner: "Die Hochschulpsychiatrie", H. J. Schoeps / Chr. Dannemann (Hrg.):"Die rebellischen Studenten", André Gorz: "Zur Strategie der Arbeiterbewegung im Neokapitalismus" und Siegried Bernfeld: "Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung".

Beworben werden u.a. die 'Sozialistischen Hefte' sowie die Katholische Studentengemeinde (KSG) in der Rentzelstraße 17.
Q: Auditorium Nr. 53, Hamburg Apr. 1968

23.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, beantwortet die Kleine Anfrage von Ursula Besser (CDU) vom 8.4.1968 zu den Disziplinarverfahren gegen Landesbedienstete, die an der Vietnamdemonstration am 18.2.1968 teilgenommen haben.
Q: Landespressedienst Nr. 84, Berlin 29.4.1968, S. 1ff

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23.04.1968:
An der FU Berlin verfasst eine Reihe von Professoren, die die Stellungnahme der FU zum Entwurf des Universitätsgesetzes ablehnen, die Erklärung "Einige Grundsätze für eine zukünftige Universität".
Q: Arndt, H. et al.: Einige Grundsätze für eine zukünftige Universität, Berlin 23.4.1968

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23.04.1968:
An der FU Berlin gibt der Rektor im Einvernehmen mit dem Dekan der Philosophischen Fakultät vermutlich heute eine Presseerklärung zum Institut für Publizistik heraus.
Q: N. N.: Zu den am Montag…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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23.04.1968:
Im SDS Berlin erscheint ein Rundbrief.
Q: N. N. (SDS): Genossinnen und…, Berlin 23.4.1968

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23.04.1968:
An der FU Berlin gibt der LSD das Flugblatt "Die Maus, die brüllte…" heraus zum AStA-Vorsitzenden Landsberg.
Q: LSD: Die Maus, die brüllte…, Berlin 23.4.1968

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24.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das Flugblatt des AStA "Kiesinger in Heidelberg" zum Auftritt des Bundeskanzlers (CDU) in der Stadthalle am 25.4.1968, mit dem Aufruf zum anschließenden Teach-in in der Neuen Universität.
Q: AStA: Kiesinger in Heidelberg, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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24.04.1968:
In Berlin gibt der Ortsverband der Humanistischen Union (HU), laut einem Eingangsstempel heute, ein Flugblatt zur Springerpresse bzw. der Verteilung von 40 000 Sonderdrucken der 'Zeit' heraus.
Q: HU: Wir Berliner…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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24.04.1968:
In Berlin rief der Sozialistische Club Neukölln mit zwei Flugblättern "Berliner fordern: Weisser Kreis!" zu einer Veranstaltung im Lokal 'Zum alten Glaskasten' in der Hermannstraße 200 (U-Leinestraße) auf.

Während eines der Flugblätter in der Kopfzeile zum 1. Mai in der Deutschlandhalle aufruft, ruft das andere zur Maidemonstration in Neukölln auf.
Q: SC Neukölln: Berliner fordern weißer Kreis!, Berlin O. J. (1968)

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24.04.1968:
In Berlin verteilt das Sozialistische Maikomitee Friedenau vermutlich heute seine 'Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Dienstag, 23. April 68' (vgl. 25.4.1968) als Flugblatt.
Q: Sozialistisches Maikomitee Friedenau: Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Dienstag, 23. April 1968, Berlin O. J. (1968)

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24.04.1968:
An der FU Berlin gibt das Sozialreferat des AStA ein Flugblatt "Freitisch-Markenausgabe" heraus, dass sich auch zum Entwurf des BAFöG äußert.
Q: FU AStA-Sozialreferat: Freitisch-Markenausgabe, Berlin 24.4.1968

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24.04.1968:
An der FU Berlin verfasst Prof. Dr. jur. Roman Herzog einen Brief an seinen Kollegen zum Papier "Einige Grundsätze für eine zukünftige Universität", das er heute erhielt und ablehnt.
Q: Herzog, R.: Sehr verehrter Herr Kollege!, Berlin 24.4.1968

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24.04.1968:
An der FU Berlin lud der RCDS mit einem Flugblatt "Über unsere Schwäche", in dem er sich als antiautoritär und linksliberal bezeichnet, ein zur Stadtrundfahrt um 15 Uhr.
Q: RCDS: Über unsere Schwäche, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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24.04.1968:
In Hamburg findet, laut Detlev Albers, eine vom SDS einberufene Studentenversammlung statt, die eine Demonstration für den 1. Mai beschließt. Einem Aktionsausschuß gehören vor allem Mitglieder von SHB und SDS an.
Q: Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 53

25.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das Flugblatt des SDS "Was wählt Kiesinger?" zu dessen Auftritt in der Stadthalle um 16 Uhr.
Q: SDS: Was wählt Kiesinger?, Heidelberg O. J. (1968)

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25.04.1968:
In Berlin luden die Deutschen Jungdemokraten (DJD) Neukölln / Kreuzberg und der Liberale Schülerbund (LSB) ein ins Haus der Jugend Morusstraße zur Veranstaltung "Das Attentat. Voraussetzung und Folgen" zu Rudi Dutschke mit Justus Schmucker (FDP) und einem Sprecher der SPD.
Q: DJD / LSB: Das Attentat, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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25.04.1968:
In Berlin verteilt das Sozialistische Maikomitee Friedenau noch heute oder morgen seine 'Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Mittwoch, 24. April 68' (vgl. 24.4.1968, 26.4.1968) als Flugblatt.
Q: Sozialistisches Maikomitee Friedenau: Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Mittwoch, 24. April 68, Berlin O. J. (1968)

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25.04.1968:
In Berlin rufen die Gruppe Neuer Roter Turm (NRT) und die Gruppe Zehlendorf des Aktionskomitees der Arbeiter, Schüler und Studenten zu einer Informationsveranstaltung für Schüler "Ein Attentat - zwei Tote, wer trägt die Verantwortung ?" um 19 Uhr im ESG-Heim in der Gelfertstraße auf. Als Redner sind Christian Semler und Peter Gäng vorgesehen.
Q: Neuer Roter Turm und Gruppe Zehlendorf des Aktionskomitees der Arbeiter, Schüler und Studenten: Informationsveranstaltung für Schüler, Berlin O. J. (1968)

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25.04.1968:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, verfasst eine Erklärung zur Absage des für heute geplanten Gespräches mit Vertretern der Hochschulen und Studentenverbände durch die ESG, die es vermittelt hatte.
Q: Landespressedienst Nr. 82, Berlin 25.4.1968, S. 1

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25.04.1968:
In Berlin gibt der Ostpolitische Deutsche Studentenverband (ODS) ungefähr heute das Flugblatt "Auf ein Wort, Herr Mahler u. Genossen!" heraus, in dem er für Gewaltlosigkeit eintritt.
Q: ODS: Auf ein Wort, Herr Mahler u. Genossen!, Berlin O. J. (1968)

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25.04.1968:
An der FU Berlin verfasst Dieter Claessens einen Offenen Brief an Prof. Dr. jur. Roman Herzog zu dessen gestrigem Brief an seinen Kollegen.
Q: Claessens, D.: Offener Brief, Berlin 25.4.1968

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25.04.1968:
Der AStA der Universität Göttingen gibt seine 'Göttinger Nachrichten' (GN) Nr. 13 (vgl. 29.3.1968, 9.5.1968) heraus mit dem Leitartikel "Keine Knüppel - Keine Steine. Nach dem Attentat" zu den Osterunruhen nach dem Attentat auf Rudi Dutschke.

Weitere Artikel sind:
- "Kein Ergebnis" zur Diskussionen über die Göttinger Aktionen;
- "Gewalt";
- "Was passierte. Aktionsstenogramm";
- "Schwer zu überzeugen. Reaktionen der Göttinger Bevölkerung";
- "Senatsstellungnahme" zum Dutschke-Attentat;
- "Hemmschuh" zur Theologischen Fakultät;
- "Ein Fünftel für Studenten" im Konzil;
- "Neue Aktionsform. Der AStA, wie er bisher war, muß sterben";
- "Bundeskreuz für PG-Wurm" zum Bundesverdienstkreuz für Wurm;
- "Falsche Berichterstattung. Was in Hannover wirklich geschah. Ein Augenzeugenbericht" von der Nacht vom 11.4.1968 auf den 12.4.1968;
- "Gerichtliches Nachspiel? Jugendverbände fordern Untersuchung" zum Polizeieinsatz in Hannover;
- "Unruhe ja - Terror nein";
- "Tschechische Studenten. Gn-Interview" zur CSSR;
- "Jetzt drei Mark mehr. Die Gebührenerhöhung ist durch" zum AStA-Beitrag;
- "Prof. Gamillscheg: Gesammelte Werke";
- "Unter den Talaren. Rektoratsübergabe";
- "Schießen Deutsche in Vietnam? Merkwürdige Einwanderungsbestimmungen der USA";
- "Gn-Gespräch mit dem Intendanten. Fleckenstein zum Spielplan" zum Deutschen Theater;
- "Gloss-In. Für Proteste Sonderpreise!"; sowie
- "Theater Kritik".
Q: Göttinger Nachrichten Nr. 13, Göttingen 25.4.1968

25.04.1968:
Der AStA der Universität Hamburg gibt seine 'Zur Sache' (vgl. 18.4.1968, 9.5.1968) heraus. Der Leitartikel fragt: "Was wollen die Studenten?". Berichtet wird von der Notstandsübung anlässlich der Osterunruhen (vgl. 12.4.1968, 13.4.1968). Gefragt wird: "Ist die Pressefreiheit in Gefahr?", gewarnt wird vor der Teilnahme am 1. Mai, da die Bevölkerung stark aufgehetzt sei.

Berichtet wird von den Prozessen um die Vietnamdemonstration am 17.2.1967 (vgl. 20.4.1968) und wegen des 17.2.1968. Dokumentiert wird die Berichterstattung der Presse vom 16.4.1968. Analysiert wird die Polizeiausbildung.
Q: Zur Sache, Hamburg 25.4.1968

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26.04.1968:
Der SDS Heidelberg gibt vermutlich Ende dieser Woche das Flugblatt "1. Mai - Kampftag der Arbeiter" heraus, welches aufruft:"
Arbeiter und Studenten müssen gemeinsam um die soziale Demokratie kämpfen!".
Q: SDS: 1. Mai - Kampftag der Arbeiter, Heidelberg O. J. (1968)

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26.04.1968:
In Berlin verteilt das Sozialistische Maikomitee Friedenau vermutlich heute seinen 'Kommentar zu BZ & Bild Zeitung Donnerstag, 25. April 1968' (vgl. 25.4.1968, 27.4.1968) als Flugblatt.
Q: Sozialistisches Maikomitee Friedenau: Kommentar zu BZ & Bild Zeitung Donnerstag, 25. April 1968, Berlin O. J. (1968)

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26.04.1968:
In Berlin erscheint ein Flugblatt "Achtung Gefahr" mit dem Aufruf zur Sternfahrt gegen die Notstandsgesetze (NSG) nach Bonn am 11.5.1968.
Q: N. N.: Achtung Gefahr, O. O. (Berlin) 26.4.1968

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26.04.1968:
An der FU Berlin gibt der AStA ein Flugblatt heraus mit dem Aufruf zur Vollversammlung am 3.5.1968 und Informationen zur "1. Mai-Kampagne".
Q: AStA FU: Freitag VV…, Berlin 26.4.1968

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26.04.1968:
An der FU Berlin erscheinen die 'Wiso Informationen', laut einer handschriftlichen Datierung heute, in einer Auflage von 3 000 Stück mit dem Inhalt:
- "Freiheit und Autonomie an der Ordinarienuniversität";
- "Diskussionsbeitrag zur Strategie der Studentenvertretung: Jeder Lehrveranstaltung ihre Ad-hoc-Gruppe";
- ein Offener Brief aus Marburg zum Disziplinarverfahren gegen Professor Gottschalch an der PH;
- "Disziplinar-Verfahren";
- "Schließfächer…";
- "Prof. Kade: Die auf kritische Vernunft verzichten stehen rechts";
- "Besetzung vakanter Lehrstühle";
- "Diplomprüfungsordnung";
- "Vorlesungsankündigungen";
- "Statistik";
- "Liebe und Betriebswirtschaft";
- "Nachrichten der APO";
- Bücherrezensionen; sowie
- "Kurze Zulassungsstatistik für das SS 68".
Q: Wiso Informationen, Berlin O. J. (1968)

26.04.1968:
An der FU Berlin lädt die ESG vermutlich Ende dieser Woche mit einem Flugblatt zu ihrer Kurrende und der ersten Probe am 29.4.1968 ein.
Q: ESG FU: Möchten Sie vom…, Berlin O. J. (1968)

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27.04.1968:
Heute findet, laut 'Roter Morgen' ein Treffen der Gruppen Roter Morgen Hamburg, Mannheim und Karlsruhe, der Freien Sozialistischen Partei/ML Siegerland und der Revolutionären Kommunisten NRW's statt, auf dem eine Koordinierung der Arbeit auf eine Parteigründung (vgl. 31.12.1968) beschlossen wurde. Organ dieser Bestrebungen solle der 'Rote Morgen' sein.

Laut MLPD (2) findet das Treffen in Niederschelderhütte (bei Siegen) statt. Vertreten sind auf dieser Versammlung u.a.: Hans Kolbe (Hamburg), G. Ackermann (Köln), W. Heuzeroth (Siegen), Helmut Günther (Mannheim) und Rainer Strähle (Mannheim).

Laut OG Essen RF-O (ex-KPD/ML-ZB) setzten "sich zum ersten Mal Vertreter der Gruppen Hamburg, Mannheim, Karlsruhe sowie der FSP/ML zusammen. Der Charakter dieses Treffens wurde klar von der FSP/ML bestimmt".

Laut Knut Mellenthin sind etwa 40 Delegierte anwesend, die ein Redaktionskollektiv unter Führung von Ernst Aust bilden und eine gemeinsame Leitung wählen.

Im 'Roten Morgen' heißt es dazu u.a.:"
Ein entscheidender Schritt ist getan. Die zur Zeit stärksten marxistisch-leninistischen Gruppen Westdeutschlands haben beschlossen, ihre Kraft zu vereinen und zur Offensive überzugehen. … Der Anfang ist getan. Das heißt jedoch nicht, daß andere marxistisch-leninistische Gruppen aus anderen Ländern und Städten, die zur Zeit noch im organisatorischen Aufbau begriffen sind, sich unseren Bestrebungen nicht anschließen können. Im Gegenteil, sie sind uns jederzeit als gleichberechtigte Gruppen willkommen. Das einzige Kriterium, das wir stellen, ist, daß sie revolutionäre Marxisten-Leninisten sind. Daß sie sich vorbehaltslos zu den Lehren Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tsetung bekennen."

Programmatisch wird erklärt:"
Die Hauptgefahr ist nach wie vor - und das trifft besonders auf Deutschland zu - der Reformismus, der Revisionismus aller Schattierungen, der die sich formierenden Reihen der Marxisten-Leninisten bedroht. … Die andere Gefahr, mit der wir es beim Aufbau unserer Organisation zu tun haben, ist die Erscheinung des linken Radikalismus. … Beide Abweichungen, dem rechten wie linken Opportunismus ist eines gemeinsam: die direkte oder indirekte Ablehnung des Prinzips des demokratischen Zentralismus. … Wie wichtig der schnelle Aufbau einer revolutionären marxistisch-leninistischen Kampfpartei ist, zeigen uns die derzeitigen Ereignisse in Frankreich, wo der Klassenkampf, der Kampf um die Macht in voller Stärke entbrannt ist. … Ihr heldenhafter Kampf sei uns Verpflichtung. Verpflichtung in täglicher, unermüdlicher Kleinarbeit, das revolutionäre sozialistische Bewußtsein der Menschen zu heben. Verpflichtung, bereit zu sein, für die Kämpfe, die in den nächsten Jahren auch in Westdeutschland auf uns zukommen werden."
Q: Roter Morgen ohne Nr. und Nr. 15, Hamburg Mai 1968 bzw. 31.7.1972, S. 1ff bzw. S.9; MLPD-ZK: Geschichte der MLPD, Teil 1, Stuttgart 1985, S. 33;Klassenkampf und Programm Nr. 3, Dortmund Apr. 1973, S. 40;Mellenthin, Knut: Einige Bemerkungen zur Vorgeschichte der KPD/ML, o.O. O. J., S. 2

27.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint, laut AStA-Archiv heute, das AStA-Flugblatt "AStA-Rechtshilfeaktion" zu den Anti-Springer-Aktionen über Ostern in Esslingen.
Q: AStA: AStA-Rechtshilfeaktion, O. O. (Heidelberg) O. J. (1968)

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27.04.1968:
In Berlin verteilt das Sozialistische Maikomitee Friedenau vermutlich heute seine 'Kommentare zu BZ & Bild Zeitung von Freitag, 26. April 68' (vgl. 26.4.1968, 30.4.1968) als Flugblatt.
Q: Sozialistisches Maikomitee Friedenau: Kommentare zu BZ & Bild Zeitung von Freitag, 26. April 68, Berlin O. J. (1968)

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27.04.1968:
In Berlin verfasst der Politische Beirat des RCDS "Thesen zur Situation nach dem Attentat auf Rudi Dutschke", von denen uns nur die erste Seite vorliegt.
Q: RCDS-Politischer Beirat: Thesen zur Situation nach dem Attentat auf Rudi Dutschke, Berlin 27.4.1968

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27.04.1968:
In Niederschelden findet, laut KPD, das erste Treffen von Kommunisten im Hause von Ruth und Werner Heuzeroth statt.
Q: Rote Fahne Nr. 3, Dortmund 22.1.1975

28.04.1968:
An der Universität Heidelberg erscheint das SAALA-Flugblatt Nr. 8 (vgl. 28.2.19968, 6.5.1968) mit dem Titel "SAALA zu 1. Mai-Feier in der Bundesrepublik Deutschland". Aufgerufen wird: "Ausländische Studenten! Kommt die deutschen Arbeiter unterstützen!" um 9 Uhr 30 vor dem DGB-Haus und um 10 Uhr 30 in der Stadthalle.
Q: SAALA: Flugblatt Nr. 6, O. O. (Heidelberg) 28.4.1968

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28.04.1968:
Der Sozialistische Club Esslingen rief auf zum Anti-Springer-Tag gegen den Bechtle-Verlag. Dazu geben die Evangelischen Studentengemeinden (ESG) ein Flugblatt "an alle Esslinger Bürger" heraus, in dem es u.a. heißt:"
Bitte, bemühen Sie sich, Ausschreitungen Ihrer Mitbürger gegen Studenten zu verhindern, wie auch wir Studenten jede Gewalttätigkeit aus unseren Reihen heraus zu unterbinden versuchen."
Eingeladen wird zur Podiumsdiskussion um 20 Uhr 30 im Evangelischen Gemeindehaus.

Von SDS und Studentischer Linke (SL) Tübingen wird vermutlich heute das Flugblatt "Bürger von Esslingen!" verteilt.

Der SDS Tübingen verteilt dort ein Flugblatt an die Demonstranten, in dem aufgefordert wird:"
Aktivisten daran hindern, gegen Polizei und andere Leute vorzugehen - bei aggressivem Verhalten von Demonstrationsgegnern zurückweichen und am Sammelplatz (Rathausplatz) Nachricht geben".
Q: ESG: an alle Esslinger Bürger, Tübingen / Stuttgart / Esslingen Apr. 1968; SDS: Anfangs verteilten wir Flugblätter, Tübingen O. J. (1968);SC: Aufruf zum Anti-Springer-Tag in Esslingen am 27.4.68, Esslingen O. J. (1968);SDS / SL: Bürger von Esslingen!, Tübingen O. J. (1968)

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28.04.1968:
In Berlin findet eine Versammlung der Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) statt, auf der ein Antrag für eine Resolution gegen die politische Disziplinierung vorgelegt wird.
Q: N. N.: Resolutionsantrag zur Versammlung der Berliner Stipdendiaten…, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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28.04.1968:
In Hamburg beginnen, laut Detlev Albers, der AUSS und andere Schüler mit der Verteilung der 1. Maiflugblätter.
Q: Partisan Nr. 2, Hamburg O. J., S. 53

29.04.1968:
In Berlin wurde zu einer Maiveranstaltung um 19 Uhr 30 im Lokal Ediths' Schultheiss Stuebchen in der Friesenstr. Ecke Fidicinstr. aufgerufen mit einem Flugblatt "1. Mai 1895" unter Verantwortung von K.-H. Brentzel, das vermutlich von der Basisgruppe Kreuzberg stammt.
Q: N. N.: 1. Mai 1895, Berlin O. J. (1968)

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29.04.1968:
In Berlin lud der Arbeitskreis "Gewalt und Bedeutungsveränderung" der KU für heute zu seiner ersten Sitzung im Philosophischen Seminar der FU auf.
Q: KU-Arbeitskreis Gewalt und Bedeutungsveränderung: Keiner glaubt, daß Steinwürfe Springer stürzen, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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29.04.1968:
An der FU Berlin wurde aufgerufen zur Vollversammlung der Germanisten von 15 bis 18 Uhr im Hörsaal 101 der Wiso.
Q: FU - Germ Sprecher für Öffentlichkeit: Vollversammlung der Germanisten, O. O. (Berlin) O. J. (1968)

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29.04.1968:
In Berlin erscheint vermutlich kurz vor dem 1. Mai die Nr. 3 der 'Linkeck' (vgl. 29.2.1968, 6.5.1968) mit einem Titelbild zum 1. Mai mit einem Hakenkreuz und dem Leitartikel "Hammer und Sichel oder Hakenkreuz. Zur Titelseitenvorgeschichte" zum Konflikt mit der Pots-Kommune.

Weitere Artikel sind:
- "Streik" der Publizisten an der FU;
- "Theaterpolitik";
- "APO + SED = Schlips und Kragen";
- "Was ein Demonstrant in 30 Stunden Haft alles lernen kann!";
- "Gewalt gegen Sachen";
- "Es ist alles so sinnlos" zu Klaus Frings, der am 17.4.1968 in München bei einer Demonstration nach dem Dutschke-Attentat durch einen Steinwurf starb;
- "Rocker raus. Karrieremacher praktiziert Konterrevolution" zu Jens Litten und den Hamburger Springer-Protesten;
- "Ex und hopp", ein Bericht zur Kaufhausbrandstiftung in Frankfurt;
- ein Bericht zum Rücktritt des AStA-Vorsitzenden der FU, Wolfgang Landsberg;
- "Linkeck-Interview" mit Josef Bachmann;
- "2 Tote schaffen mehr als 20.000 Polizisten" zu Frings und Schreck;
- der Artikel "Schüler" aus dem 'Spiegel' über Linkeck;
- "Putschistenkacke" zu den Berliner Osterunruhen;
- "Brave Linke" zum Buchladen Europäisches Buch, wo tausend Mark aus der Kasse gestohlen wurden und die beiden Angestellten dies nun bezahlen müssen; sowie
- "Django der Rächer" eine Filmkritik.

Im Impressum heißt es:"
Redaktionen von Jugendzeitschriften erhalten Linkeck auf Anforderung regelmäßig kostenlos zugestellt unter der Bedingung, daß sie ihre eigenen Zeitungen und bei Schülerzeitungen auch Flugblätter, die an ihrer Schule verteilt werden, an uns schicken.
Wir sind stark an Nachrichten über Verhältnisse und Konflikte an Schulen interessiert und wollen eine Sammlung darüber anlegen, um einen Überblick zu bekommen und Richtlinien zu finden, nach den Schüler sich wehren können. Auch Schüler oder Gruppen, die sich erfolgreich gegen Lehrer durchgesetzt haben, bitten wir, uns zu berichten."
Q: Linkeck Nr. 3, Berlin o. J. (1968)

30.04.1968:
In Berlin verteilt das Sozialistische Maikomitee Friedenau vermutlich heute seine 'Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Montag, 29. April 68' (vgl. 27.4.1968, 1.5.1968) als Flugblatt. Aufgerufen wird zur Veranstaltung am 30.4.1968 und zur Demonstration am 1. Mai.
Q: Sozialistisches Maikomitee Friedenau: Kommentare zu BZ & Bild Zeitung Montag, 29. April 68, Berlin O. J. (1968)

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30.04.1968:
Zur Vorbereitung der 1. Mai-Demonstration in Berlin findet, laut 'BED', ein Kongreß mit dem Thema "Die Lage der Wirtschaft in Berlin" statt. An diesem Kongreß nehmen Gruppen teil, die auch den 1. Mai in Berlin vorbereiten: GSG, Falken, Arbeitsgemeinschaft linker Jungsozialisten in der SPD, Gewerkschaftlicher Arbeitskreis im Republikanischen Club, Sozialistischer Club Neukölln, Gruppe Nordwest (Wedding), SDS, Sozialistisches Maikomitee 1968 Westberlin.
Q: Berliner Extra Dienst Nr. 26, Berlin 1968, S. 1f

30.04.1968:
In Hamburg wird ein "Versuch zur Aufstellung eines Programms zur Erneuerung der Sektion Architektur an der HBK Hamburg" verfasst. Ein erster Teil wird am 15.5.1968 verfasst.
Q: N. N.: Versuch zur Aufstellung eines Programms zur Erneuerung der Sektion Architektur an der HBK Hamburg, Hamburg 30.4.1968

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Letzte Änderung: 31.03.2018