Roter Morgen, 8. Jg., 10. August 1974, Nr. 32

10.08.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr. 32 (vgl. 3.8.1974, 17.8.1974) heraus mit dem Leitartikel "Die Mauer muss weg! Deutschland dem deutschen Volk!". Ein Artikel zum Mauerbau am 13.8.1961 tritt ein "Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!".

Der Artikel "Hände weg vom Roten Morgen!" berichtet über die bundesweite Beschlagnahmung der letzten Ausgabe wegen des Offenen Briefs von Gernot Schubert.

In "Deutsche und holländische Bauern gemeinsam geegn EG-Monopole" wird berichtet von der Blockierung der Grenzübergänge".

Aus Baden-Württemberg wird eine Veranstaltung in Karlsruhe (vgl. 12.8.1974) angekündigt. Aus Mannheim wird berichtet in ""Salmonellenerkrankung im Kinderhort. 13 kranke Kinder sind billiger…".

Aus Bayern wird berichtet von MAN-Druck München über den Betriebsrat H. Heiner, die Druck-Berufsschule, Bruckmann und BMW. Bei BMW München wurde der 'Rote Anlasser' beschlagnahmt. Für Sascha Haschemi sind, laut "Verhindert den Schreibtischmord. Einen deutschen Pass für Sascha!" mehr als 20 000 Unterschriften gesammelt worden. In "Tod dem Faschismus!" wird berichtet aus München von der gemeinsamen Demonstration gegen etwa 70 Anhänger der JN der NPD.

Aus NRW wird berichtet in "Stahltarifrunde: Krisendemagogie darf uns nicht vom Kampf abhalten" von der STR. In "'Sie taten nichts gegen die Schmerzen…'" wird berichtet von einem Arbeitsunfall bei Bayer Elberfeld.
Aus Dortmund wird eine Veranstaltung der Betriebszelle Hoesch angekündigt (vgl. 17.8.1974). In "Schützenhilfe für Antikommunismus" wird berichtet von der Initiative für ein Jugendzentrum über den KJV. In Bonn wurde ein Student wegen Werbung für eine Homosexuellengruppe verurteilt.

In "'Das könnte euch so passen…'" wird berichtet von der ärztlichen Versorgung bei HDW Kiel und bei Siemens Berlin-Gartenfeld.

In "Bewaffneter Kampf zerschlägt Spinolas Lösungen" wird berichtet über die portugiesischen Kolonien in Afrika.

Weitere Artikel sind:
- "Marxisten-Leninisten in Frankreich: Unterstützt den Kampf der Bauern!";
- "Griechenland: Das Volk kämpft für Unabhängigkeit und Freundschaft";
- "Gespräch mit einem Rentnerehepaar aus der DDR";
- "Gespräch eines Vertreters der KPD/ML mit einem Mitglied der Führung der FRAP" Spanien; und
- "Rettet das Leben der vier spanischen Kommunisten" daus der FRAP.

Ein Artikel schildert die:"
Anklage gegen die Genossen Ernst Aust und Gernot Schubert

Genosse Ernst Aust, Vorsitzender unserer Partei als verantwortlicher Redakteur, und Genosse Gernot Schubert als Verleger, sollen vor die Klassenjustiz gezerrt werden. Sie haben angeblich die 'verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland beschimpft und verächtlich gemacht' und den Bundestag beleidigt. Der Bundestagspräsident hat den Staatsanwalt zur Beleidigungsklage ermächtigt. Worum geht es? Am 16. Juni 1973 schrieb der Rote Morgen: 'Klarer als je zuvor ist, dass in diesem Parlament nicht Vertreter des Volkes sitzen, sondern Huren des Kapitals.' Und: 'Nicht über Sitze im Parlament, wo der der Größte ist, der am geschicktesten kassiert, sondern durch den Kampf der Massen, durch die Auseinanderjagung der bürgerlichen Schwatzbude, durch die Zerschlagung des gesamten bürgerlichen Staates, nur so kann der Friede erkämpft werden, nur so kann sich die Arbeiterklasse befreien'.

Die Verjagung des Parlaments durch die Massen, die Zerschlagung des gesamten bürgerlichen Staates - das war die Schlussfolgerung, die unsere Partei aus der 'Steiner-Affäre' zog. Es ist bezeichnend, dass der Staatsanwalt gerade diese beiden Stellen herausgegriffen hat. Die Steiner-Affäre zeigt die ganze Morschheit und Verfaultheit des Parlaments. Die Bourgeoisie bemüht sich deshalb, den 'Fall Steiner' als Einzelfall, als Entgleisung eines Abgeordneten erscheinen zu lassen.

In seiner Anklage vor Gericht sagte Genosse Ernst Aust: 'Wieso aber kann eine wissenschaftliche Feststellung eine Beleidigung oder böswillige Verächtlichmachung der BRD sein? Lenin hat den Imperialismus auf Grund der marxistischen Grundsätze wissenschaftlich analysiert. Er stellt fest, dass die Arbeiterklasse niemals den Staat der Bourgeoisie in Besitz nehmen kann, dass ihre Interessen niemals im Parlament vertreten (Marx sagte: 'Sie werden zertreten!') werden, dass die Befreiung der Arbeiterklasse niemals durch die Eroberung des Parlaments erreicht werden kann, sondern nur dadurch, dass der ganze alte Staat zertrümmert wird, dass das Parlament auseinandergejagt wird. Das Parlament, sagte Lenin, ist 'eine Schwatzbude'. Es gaukelt den Massen Demokratie vor, während die wirklichen Entscheidungen in den Kabinetten des Finanzkapitals fallen. Jeder Abgeordnete ist mit tausend Fäden an die Kapitalistenklasse gebunden.

Die Bourgeoisie fürchtet gerade diese Wahrheit, sie fürchtet, dass die Arbeiterklasse, dass die Werktätigen in unserem Land dieses Wesen des Parlaments begreifen und tatsächlich den ganzen Verein auseinanderjagen. Sie will die Wahrheit unterdrücken, weil sie Angst hat. In Wirklichkeit geht es bei der Anklage nicht um 'Beleidigung' usw. Es geht darum, dass die Bourgeoisie die Verbreitung der Lehren des Marxismus-Leninismus verbieten will, dass sie die kommunistische Agitation und Propaganda verbieten will. Ihre Zielscheibe ist die Partei, unser Vorsitzender und der Rote Morgen und sein Verleger.'"
Q: Roter Morgen Nr. 32, Dortmund 10.8.1974


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