Bochum: AStA - Betriebsgruppe - SDS:
"Den Klassenkampf im Ruhrgebiet vorantreiben! Thesen zu den 'sozialistischen Gruppen' im Ruhrgebiet" (1969).

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 30.3.2018


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Vom AStA, der Betriebsgruppe und dem SDS in Bochum erschien im November 1969 die kleine Studie: "Den Klassenkampf im Ruhrgebiet vorantreiben! Thesen zu den 'sozialistischen Gruppen' im Ruhrgebiet". In den Thesen wurde u. a. festgehalten, dass sich die Gruppen "in der Phase des Übergangs von unverbindlich diskutierenden Freundeskreisen … zu radikal gewerkschaftlich arbeitenden Kadern, die konsequent Selbstschulung betreiben", befänden.

Ein Teil der in der Studie vorgestellten Gruppen organisierten sich ab 1970 u. a. in der Roten Garde, später im KJVD (etwa in Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Dinslaken, Recklinghausen und Dortmund), andere wiederum in der SDAJ, den Falken, den Jusos, aber auch in anderen Gruppen. Das Papier über die "sozialistischen Gruppen im Ruhrgebiet" war übrigens stark von der "Bochumer Betriebsgruppe 1 " (B 1) beeinflusst, wozu Jürgen Schröder in "Ideologischer Kampf vs. Regionale Hegemonie" feststellte: "Die B1 hatte Kontakt zu bzw. Einfluss auf ca. 40 Gruppen aus dem Ruhrgebiet und dem Sauerland, wobei zusätzlich auch noch Bochumer Mitglieder der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), des SHB und der Basisgruppe Kritischer Katholizismus Bochum gewonnen werden konnten."

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

November 1969:
In Bochum erscheint vom Asta Bochum-Betriebsgruppe-SDS herausgegeben, das Papier: "Den Klassenkampf im Ruhrgebiet vorantreiben!" mit den "Thesen zu den 'sozialistischen Gruppen' im Ruhrgebiet".

Neben einer Einschätzung der Gruppen wird in den Thesen auch erwähnt, dass die "Organisierung in einer Partei (z. B. KPD/ML)" bisher in keinem bekannten Fall aus eigenem Antrieb diskutiert worden sei, jedoch sei "das Bemühen um Koordination der einzelnen Gruppen sowohl auf Stadtebene wie auf der Ebene Ruhrgebiet offensichtlich, insbesondere der Erfahrungsaustausch via überregionale Zeitschrift, 'Info-Blatt' oder ähnlichem wird immer wieder gefordert". Erklärt wird auch, dass diese Gruppen eingebunden werden müssen in bereits bestehende im universitären und außeruniversitären Bereich. Im Folgenden werden linke Aktivitäten von Gruppen im Ruhrgebiet beschrieben. Dazu werden Selbstdarstellungen und Fragebögen veröffentlicht.
Gruppen, die genannt werden, sind aus:
- "Essen"
- "Dortmund"
- "Duisburg"
- "Oberhausen"
- "Rheinhausen-Selbstdarstellung"
- "Dinslaken"
- "Fragebogen-Kreis und Stadt Dinslaken"
- "Marl-Hüls"
- "Fragebogen Marl-Hüls"
- "Wanne-Eickel, Herne"
- "Wattenscheid"
- "Adressenliste"

Außerdem gibt das Papier einen schematischen Überblick über "Arbeiter-und Lehrlingsgruppen" sowie "Schülergruppen" im Ruhrgebiet.
Quellen: Asta / Betriebsgruppe / SDS: "Den Klassenkampf im Ruhrgebiet vorantreiben, Bochum, November 1969.

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Letzte Änderung: 30.03.2018