Zur Geschichte des Unikollektivs des KJVD Bochum und seiner Zeitung ROTFRONT (1970/71)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 24.3.2018


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An der Universität Bochum konstituierte sich im Mai 1970 das Unikollektiv des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD), vormals "Betriebsgruppe Universität der Roten Garde Bochum" (auch "Rote-Garde Kollektiv"). Im gleichen Monat erschien wohl die Nr. 1 der "ROTFRONT - Zeitung des Unikollektivs des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands".

Die Konstituierung des Unikollektivs lief nicht ohne Auseinandersetzungen mit linken Gruppen an der Uni Bochum ab. U. a. waren es die Differenzen zum SDS/ML (später KSB/ML), aber auch zum "Spartakus", zum "SHB" und zur "Jungen Garde", die ausschlaggebend für eine eigene Gruppenbildung waren. Übergreifend wurden diese Organisationen als "Trotzkisten und Revisionisten" bezeichnet.

Im April 1970 erschienen dazu zwei Erklärungen: "Eine Plattform der Kleinbürger", die sich mit der "Vorläufigen Plattform des SDS/ML" beschäftigte. Sie hielt einen "eigenen Studentenverband" für nicht sinnvoll und rief dazu auf "Rote-Garde-Kollektive an der Universität zu gründen" sowie den "SDS/ML zu liquidieren" (vgl. April 1970). Die zweite Erklärung trug den Titel: "Die kleinbürgerliche Intelligenz für den revolutionären Kampf des Proletariats gewinnen!"

Mit der Umbenennung der Roten Garde in KJVD (18.-20.4.1970) erschien dann die "ROTFRONT" als Zeitung des KJVD. Von ihr erschienen insgesamt 4 Ausgaben.

Die Nr. 1 beschäftigte sich mit der Bewegung 2. Juni und übte Kritik an einem Artikel der "Bochumer Studentenzeitung" Nr. 58, die einen Artikel zur "2.-Juni-Bewegung" veröffentlicht hatte (vgl. Mai 1970). Zudem beschäftigte sich die Ausgabe mit "Spartakus" und der "Jungen Garde".

Die Nr. 2, die vermutlich um den 20.10.1970 erschien, trug den Leitartikel: "SPD - stumpfes Instrument der Bourgeoisie" und stand ganz im Zeichen der SPD-Kampagne des Zentralbüros der KPD/ML. Gleichzeitig wurde gegen den SHB und gegen Spartakus zu Felde gezogen (vgl. 20. Oktober 1970).

Eine Nr. 3, die vermutlich noch Ende November erschien, setzte sich mit den "Wohnaktionen des AStA" auseinander und betrachtete die Kampagne als eine ohne "revolutionäre Perspektive". Zudem erschien der Artikel "Die Aufgaben des KJVD-Unikollektivs" (vgl. 30. November 1970).

Die wohl letzte Nummer der "ROTFRONT", Nr. 1-2/1971, erschien am 26. Januar 1971 und beschäftigte sich u. a. mit dem "Kampf der KPD/ML in den Betrieben" (vgl. 26. Januar 1971).

Im Juli 1971 erschien eine Kritik von "Ehemaligen" des Kollektivs, die im Mai 1971 mit dem Vorwurf Zusammenarbeit mit der "Schwarzen Linie" aus dem Unikollektiv ausgeschlossen worden waren. Sie setzten sich für die Einheit aller Marxisten-Leninisten ein (vgl. 5. Juli 1971).

Zugunsten der Ausrichtung der KPD/ML-ZB auf die Betriebe stellte das Unikollektiv Bochum vermutlich auf Weisung des Org.-Büros des Zentralbüros spätestens im Spätsommer 1971 seine Aktivitäten ein.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

April 1970:
Vermutlich noch im April erscheint vom Rote-Garde-Kollektiv an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) die Schrift "Eine Plattform der Kleinbürger". Sie beschäftigt sich mit der "Vorläufigen Plattform des SDS/ML", der sich am 2.6.1970 offiziell konstituieren wird. Die Debatte um die "Plattform", die später in der Zeitung "Rot Front" des Unikollektivs des KJVD fortgesetzt werden wird, ist einer der Höhepunkte in der Auseinandersetzung an der RUB. Wie in der "Plattform", aber auch in der ersten Ausgabe der "Rotfront", geht es u. a. um die Einschätzung der Bewegung 2. Juni. Das Papier will den "kleinbürgerlichen Charakter" der "Plattform" entlarven. Es endet mit dem Aufruf: "Liquidieren wir den SDS/ML!"
Quellen: Rote-Garde-Kollektiv (an der RUB): Eine "Plattform" der Kleinbürger, o. O., o. J. (1970).

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April 1970:
Vermutlich Mitte April erscheint von der Betriebsgruppe Universität der Roten Garde Bochum das Papier "Die kleinbürgerliche Intelligenz für den revolutionären Kampf des Proletariats gewinnen!", das auf die Situation an der RUB eingeht und eine "Asta-Krise" festmacht. Erklärt wird u.a., dass sich die "Neubestimmung einer Kommunistischen Politik" an der "revolutionären Partei und ihre Massenorganisationen" zu messen habe. Andenfalls würde man "in den reformistischen Sumpf " versinken. Eine "sozialistische Hochschulpolitik" sei "illusionär". Die KPD/ML und die Rote Garde würden eine "proletarische Linie" vertreten. Agitiert wird gegen die DKP, Spartakus, den SHB und die Junge Garde. An der Uni müsse nun die Rote Garde aufgebaut werden. Dazu werden die Aufgaben des RG-Kollektivs genannt, u. a. "aktive Unterstützung von Aktionen und Kampagnen der KPD/ML und der Roten Garde". In der ersten Etappe des Aufbaus eines "Uni-Kollektivs" seien die Aufgaben: "Kampf gegen Sozialdemokratismus, Revisionismus und Antiautoritarismus" primär. Danach müssten in allen Abteilungen "arbeitsfähige Kollektive" aufgebaut werden. Schließich müssten dann die "fortschrittlichen Teile der Studenten als Bündnispartner für das Proletariats" gewonnen werden. Es sei auch eine Schulung notwendig, die die "ideologische Festigung und Vereinheitlichung" schaffe.
Q: Betriebsgruppe Universität der RG Bochum: Die kleinbürgerliche Intelligenz für den revolutionären Kampf des Proletariats gewinnen, o. O., o. J. (Bochum, April 1970).

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Mai 1970:
Die Nr. 1 von "ROTFRONT - Zeitung des Unikollektivs des Kommunistischen Jugendverbands Deutschland, KJVD" erscheint mit der Schlagzeile: "Zur 'Großen 2. Juni-Bewegung'". Die Ausgabe enthält eine "Kritik an einem Artikel aus der "Bochumer Studentenzeitung" Nr. 58: "Die 2. Juni-Bewegung". Initiator des Artikels soll der SDS/ML gewesen sein. Die Analyse sei "durch eine subjektivistische Vermischung der Ebenen der marxistisch-leninistischen Analyse gekennzeichnet".

Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Was heißt vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus betrachten?"
- "Was war denn nun die Studentenbewegung?"
- "Wie sind die kommunistischen Studenten zu organisieren?"
- "Spartakus - Assoziation Sozialdemokratischer Studenten. Das Programm des Spartakus 'Zur Einleitung einer neuen Hochschulpolitik'"
- "Junge Garde: Kleinbürgerlicher Syndikalismus. Kritik des Hochschulprogramms der Jungen Garde".

Aufgerufen wird dazu, sich im Unikollektiv des KJVD (Rote Garde) zu organisieren.
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Rotfront, Nr 1, Bochum, Mai 1970.

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29.06.1970:
Vom Unikollektiv des KJVD der KPD/ML-ZB an der RUB Bochum wird ein Flugblatt mit zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Peter Weinfurth, Bochum, herausgegeben, das vermutlich auf dem heutigen Teach-In gegen das Verbot des SDS Heidelberg verteilt wird:
"VERBOT DES SDS-HEIDELBERG: VORBEREITENDER SCHLAG GEGEN DIE REVOLUTIONÄRE ORGANISATION DES PROLETARIATS! Egal, ob das Verbot des SDS Heidelberg für das Innenministerium von Baden-Württemberg ein Testfall war, um an den Reaktionen zu prüfen, wie stark die Studentenbewegung noch ist, oder ob es sich bei dieser Terroraktion um einen Versuch der SPD handelt, sich angesichts der bevorstehenden Wahlen rechte Wählerstimmen zu sichern-wir Kommunisten müssen das objektiv als Ausdruck der zunehmenden Radikalisierung der Kapitalistenklasse werten. Das Verbot des SDS Heidelberg steht in der Reihe: Notstandsgesetze, kürzliche Verabschiedung des Handgranatengesetz in Berlin, seit den Septemberstreiks zunehmend mit den Methoden der politischen Polizei arbeitender Werkschutz in den Betrieben.

Heute, wo die subjektiven Illusionen der kleinbürgerlichen Studentenbewegung klar werden, wo sie in sich zusammenfällt, wo andererseits aber auf nationaler und internationaler Ebene das Proletariat den Klassenkampf offensiver führt, wo sich in der Bundesrepublik die revolutionäre marxistisch-leninistische Partei herauszubilden beginnt, ist es für die Bourgeoisie überaus notwendig, sich auf den Schlag gegen die kommunistischen Organisationen vorzubereiten. Für uns Kommunisten ist es deshalb um so wichtiger, uns mit allen Kräften an den Aufbau dieser Partei zu begeben.

Falsch wäre es jetzt - und ganz im Sinne der Bourgeoisie-auf das Verbot des SDS Heidelberg mit den Mitteln der Studentenbewegung, nämlich putschistisch, zu reagieren. Ziel der Bourgeoisie nämlich ist es ja gerade, im Proletariat systematisch entstehendes Klassenbewußtsein zu zerstören: Einerseits bedient sie sich der verschiedenen Varianten des Sozialdemokratismus um die Arbeiterklasse zu fesseln, andererseits gelang es ihr mit unbewußter Hilfe der radikalen Studenten der Arbeiterklasse die Gleichsetzung Sozialismus gleich SDS-Aktionen plus SDS-Schwärmereien zu verkaufen.

Die KPD/ML und ihr Jugendverband, der KJVD, versuchen in ihren Betriebszeitungen den Arbeitern diesen Zusammenhang zwischen SDS-Verbot und erstarkender Arbeiterbewegung in der BRD zu erklären. Im augenblicklichen Zeitpunkt wäre es aber sektiererisch, von der Arbeiterklasse zu verlangen, sich für die Zulassung des SDS Heidelberg einzusetzen. Objektiv ist zwar das Verbot des SDS-wie jeder Schlag gegen eine fortschrittliche Organisation-gegen die Arbeiterklasse gerichtet, der unvermittelte Appell an die Arbeiterklasse, den objektiven Zusammenhang zu durchschauen, stellt für einen Kommunisten eine unrealistische Einschätzung dar.

Die bundesweite Demonstration am morgigen Dienstag kann deshalb nur die Aufgabe haben, die Solidarität und Empörung der Studenten und der übrigen liberalen Öffentlichkeit auszudrücken. Der Kommunistische Jugendverband Deutschland wird GEGEN JEDES VERBOT VON POLITISCH FORTSCHRITTLICHEN ORGANISATIONEN DURCH DIE KAPITALISTENKLASSE kämpfen. Der KJVD ruft deshalb alle sozialistischen und demokratischen Studenten auf, sich morgen an der Demonstration gegen das SDS-Verbot zu beteiligen.
FÜHRT DEN KAMPF GEGEN DIE UNERHÖRTEN ÜBERGRIFFE DER BOURGEOISIE! STÄRKT DIE REVOLUTIONÄRE ORGANISATION DES PROLETARIATS-DIE KPD/ML! ORGANISIERT EUCH IM UNIKOLLEKTIV DES KJVD!"
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Verbot des SDS-Heidelberg: Vorbereitender Schlag gegen die revolutionäre Organisation des Proletariats!, Bochum, o. J. (29.6.1970).

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20.10.1970:
Die Nr. 2 der "ROTFRONT" erscheint vermutlich am 20. Oktober mit der Schlagzeile: "SPD - stumpfes Instrument der Bourgeoisie".
Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Zu den Tarifkämpfen in der Metallindustrie"
- "Kampf-Kritik-Umgestaltung an den Universitäten der VR China"
- "BRD-Imperialismus & Cabora Bassa"
- "Die Schulung in Angriff nehmen"
- "AStA intern"

Der Artikel "SPD - stumpfes Instrument der Bourgeoisie" richtet sich gegen den SHB und Spartakus. "Die kommunistische Politik im Dienste des Proletariats muss immer wieder die Zusammenhänge aufzeigen. Wir dürfen uns nicht irre machen lassen: Nach wie vor gilt es, - gerade auch wegen einer möglichen vorbeugenden Konterrevolution, die die Bourgeoisie zusammen mit den kleinbürgerlichen faschistischen Gruppierungen vorbereitet (siehe jüngster CSU-Parteitag)- die Sozial-Demokratie als größte Fessel zur Bildung der starken Arbeiterkampffront energisch zu bekämpfen. Den verlängerten Arm der eher sozialfaschistischen als sozialdemokratischen SPD in der Arbeiterklasse, die linken Gewerkschaftler, Vertrauensleute, aber auch die DKP-Arbeitergenossen hingegen gilt es, von der kommunistischen Alternative, der KPD/ML und ihrer kompromißlosen proletarischen Politik zu überzeugen… Was geht das alles uns Studenten an, werden manche meinen: Wir haben den SHB gewählt-SHB ist nicht gleich SPD-es kommt ja gerade auf die Opposition innerhalb dieser autoritären Partei an, und da ist der SHB, sind die Jusos etc. ja gerade das Salz in der Suppe. So ist es eben nicht… Die Neugründung des ausgemergelten SHB kommt also nicht von ungefähr. Einerseits drückt sich darin die Unzufriedenheit der sozialdemokratischen Studenten mit ihrer Partei aus, zum anderen hat dieses Sammelbecken linker Leute ausgewiesenermaßen die Funktion der kritischen Bindung an die Sozialdemokratie. Was der SPD selbst unter den Studenten nicht gelingen sollte, schafft die entsprechende Hochschulgruppe: In der Klassenauseinandersetzung wird das akademische Kleinbürgertum neutralisiert, damit es auch in kommenden Zeiten der Krise der Herrschaft der Bourgeoisie sich nicht auf die Seite der kämpfenden Arbeiter zu stellen vermag."

Im Artikel "Zu den Tarifkämpfen in der Metalltarifrunde" im September heißt es bezüglich der KPD/ML-ZB: "Zum ersten Mal konnte die KPD/ML mit einheitlicher Linie in die Kämpfe eingreifen. In einigen Betrieben konnte sie die politisch-ideologische Führung übernehmen, so z. B. bei WIDIA in Essen, beim BV (Fried. Krupp Hüttenwerke AG) in Bochum, bei Opel in Rüsselsheim, wo die Parole der KPD/ML Kampf dem Lohnraub, Gegen die Verrätereien der SPD-Regierung die geschlossene Front der Arbeiterklasse den Demonstrationszug anführten. In vielen Betrieben konnten sich die Betriebsgruppen der KPD/ML verstärken, oder es wurden neue gegründet. Auch in vielen Städten, in denen die KPD/ML früher nicht vertreten war, konnte sie Fuß fassen."

Zur Aufgabe des Unikollektivs des KJVD in den Tarifkämpfen heißt es: "Das Unikollektiv Bochum des KJVD hat für die streikenden Arbeiter im Bochumer Raum praktische Unterstützungsarbeit geleistet. Es hat die Aufgabe, die fortschrittlichen Studenten an der RUB als Bündnispartner der Arbeiterklasse zur Unterstützung ihres Kampfes zu organisieren. Das Unikollektiv des KJVD wird deshalb in der ersten Novemberhälfte in Zusammenarbeit mit der KPD/ML eine offene Diskussion über die Septemberstreiks 70 veranstalten. Das wird die erste einer Reihe von Veranstaltungen sein, in der das Unikollektiv seine Stellung zu wichtigen Fragen darlegen wird."

Bekannt gegeben wird auch, dass im kommenden WS eine Offene Grundschulung veranstaltet wird. Themen sollen sein:
- Die Marxsche Werttheorie,
- Kapital und Mehrwert,
- Die Akkumulation des Kapitals,
- Der Profit,
- Die Marxsche Krisentheorie,
- Die Leninsche Imperialismustheorie,
- Der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion unter Lenin und Stalin und in der VR China unter Mao Tsetung.

Geworben wird für die "Rote Fahne" der KPD/ML-ZB.
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Rotfront, Nr. 2, Bochum, (20. Oktober 1970).

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27.10.1970:
Vom Unikollektiv des KJVD Bochum der KPD/ML-ZB wird, nach eigenen Angaben, ein Extrablatt der Zeitung "ROTFRONT" herausgegeben. Es beschäftigt sich mit der Mietaktion des AStA. Angekündigt wird, dass das Unikollektiv mit einer Mietkampagne beginnen wird, die die Forderungen enthalten soll: "Räumung des zukünftigen Schwesternheims und des Sammelgebäudes an der Overbergstraße".
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Rotfront, Nr. 3, Bochum 1970.

11.11.1970:
Laut "Bochumer Studenten Zeitung" (BSZ), "setzt der KJVD in seiner Hauspostille Rotfront seine wütenden Angriffe gegen den AStA und seine Wohnungspolitik fort, mit dem man eine Woche zuvor ein Aktionsbündnis eingegangen war". In einem "Rundbriefentwurf des KJVD" der KPD/ML-ZB heiße es dazu: "Die Wohnkampagne erklärt, dass die Einbeziehung des AStA in ihre Arbeit deshalb erfolgt ist, weil der technische Apparat des AStA eine große Erleichterung bei der Durchführung ihrer Aufgaben ist, daß sie aber die Täuschungsmanöver des AStA gegenüber den Studenten und seinem Drang nach Öffentlichkeit (Zeitungen, Fernsehen) verurteilt und feststellt, dass sie weder mit den AStA Flugblättern an der Uni noch mit seinen Presseverlautbarungen das Geringste zu tun hat." Diesen Rundbrief nimmt der AStA zum Anlass, die begonnene Aktionseinheit mit dem KJVD abzubrechen.
Q: Bochumer Studenten Zeitung, Nr. 69, Bochum 1970, S. 5.

30.11.1970:
Vermutlich erscheint die Nr. 3 der "ROTFRONT" gegen Ende des Monats mit der Schlagzeile: "Die Wohnkampagne kompromisslos weiterführen!"
Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Die Aufgaben des KJVD Unikollektivs"
- "Sozialdemokratische Gruppen an der RUB"
- "Wissenschaftlicher Faschismus"
- "Studiensituation der Erstsemester"
- "Bericht eines Kaders der FPDLP"
- "Das sozialistische China auf dem Vormarsch.

Im Artikel "Die Wohnkampagne kompromißlos weiterführen" wird erklärt, dass das Unikollektiv des KJVD "kompromißlos berechtigte soziale Interessen eines Großteils der Studenten, ohne sozialreformistische Illusionspolitik zu betreiben" vertritt. "Prinzipiell müßte das Recht jedes Studenten auf Wohnraum verwirklicht werden, aber nicht nur das Recht von Studenten, sondern das Recht aller Werktätigen und des ganzen Volkes. Eine grundsätzliche Lösung der Wohnungsmisere ist unter kapitalistischen Verhältnissen nicht möglich. Um so mehr muß aber mit allen Mitteln der unverschämte Übergriff zurückgewiesen werden, daß nämlich den Studenten staatlich, das heißt durch Steuergelder finanzierter Wohnraum durch privatwirtschaftliche Benutzung vorenthalten wird. Politisches Ziel dieser Kampagne für das KJVD-Unikollkektiv ist es, durch das Aufzeigen der ökonomischen Gründe der Wohnungsmisere den Studenten klarzumachen, daß die Wohnunsfrage unter kapitalistischen Verhältnissen unlösbar ist … Der Kampf um die Verbesserung der allgemeinen Wohnunssituation kann aber nicht von Studenten angeführt werden. Die KPD/ML als Partei des Proletariats, desjenigen Teils des Volkes, der auch am schwersten unter der Wohnungsmisere leidet, ist deshalb die Organisation, die die Kämpfe der verschiedenen Teile des Volkes zur Verbesserung ihrer sozialen Lage anleitet, vereinheitlicht und die revolutionäre Perspektive klarmacht. Die Rolle, die Studenten bei einem solchen Kampf spielen, kann allerdings die eines Bündnispartners für das Proletariat sein."

Im Artikel "Die Aufgaben des KJVD Unikollektivs" heißt es: "Langfristige Hauptaufgabe der kommunistischen Studenten ist es, die akademische und technische Intelligenz während ihrer Hochschulausbildung zu einem Teil für den Kampf der Arbeiterklasse zu gewinnen, zu einem Teil dem unmittelbaren Einfluß der bürgerlichen Ideologie zu entziehen und zu einem Teil energisch als Agenten des Kapitals zu bekämpfen, um ihn zu isolieren. Da diese korrekterweise unter der ideologischen Anleitung der revolutionären Partei des Proletariats, der KPD/ML zu erfolgen hat, gilt für die Aufbauphase, die Phase der Verankerung der Partei und ihres Jugendverbandes in den Arbeitermassen, dass die fortgeschrittensten Studenten, die sich bei uns im Universitätskollektiv des KJVD organisiert haben, der Partei verstärkt praktische Unterstützung erweisen. Diese besteht beispielsweise im Verteilen von Betriebszeitungen, aus technischer Hilfe bei der Anfertigung dieser Zeitungen oder der Unterstützung beim Aufbau des Parteiarchivs. In dem Maße, in dem die Partei und ihr Jugendverband, der KJVD, im proletarischen Bereich erstarken, werden auch die Unikollektive ihre eigentliche Aufgabe angehen: Die Gewinnung der studierenden Jugend als Bündnispartner für den revolutionären Kampf des Proletariats und der unterdrückten Nationen. Das heißt aber eben, das auch bereits jetzt diese zukünftige Hauptaufgabe von den KJVD-Unikollektiven vorbereitend in Angriff genommen werden muß. Es muss der Kampf zur Verbesserung der sozialen-und Studienlage der Studenten geführt werden. Vor allem aber muß die Ideologie der bürgerlichen Wissenschaft bekämpft und bis in ihre letzten Schlupfwinkel verfolgt werden. Dazu ist es notwendig, alle organisierten und unorganisierten subjektiven und objektiven Vertreter des Kapitals an den Hochschulen zu entlarven und zu bekämpfen. Dazu muss weiterhin in hohem Maße marxistisch-leninistische Bildungsarbeit geleistet werden, es muß von den Kämpfen des nationalen und internationalen Proletariats, von den Volksbefreiungsbewegungen usw. berichtet sowie der kühne Aufbau des Sozialismus und seine Probleme in China und Albanien geschildert werden… Eingedenk dieser Aufgaben hat das Universitätskollektiv des KJVD-Bochum sich folgenden vorläufigen Plan für das laufende Semester entwickelt:
- 3-wöchentliche Herausgabe des Agitprop-Organs ROTFRONT
- Wöchentliche offene Elementarschulung über den Marxismus-Leninismus und die Mao Tsetungideen für alle interessierten Studenten,
- Arbeitskreis Probleme der technischen Intelligenz für die Studierenden der Natur- und Ingenieurwissenschaftlichen Fächer,
- Schaffung der Bedingungen für den korrekten ideologischen Kampf gegen die Hochburgen der bürgerlichen Wissenschaft durch Herausgabe der wichtigsten Schriften zu naturwissenschaftlichen, ökonomischen, soziologischen und erkenntnistheoretischen Problemen aus der theoretischen Zeitschrift der Kommunistischen Internationale Unter dem Banner des Marxismus".

Geworben wird für die "Rote Fahne" der KPD/ML-ZB. Aufgerufen wird dazu, sich Im Unikollektiv des KJVD zu organisieren.
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Rotfront, Nr. 3, Bochum, 30. November 1970.

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26.01.1971:
Die Nr. 1/2 der "ROTFRONT" erscheint. Es handelt sich hierbei um die letzte uns bekanntgewordene Ausgabe.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Der Kampf der KPD/ML in den Betrieben"
- "Prüfungsordnungen: Instrument kapitalistischer Ausbildungspolitik"
- Arbeiterbewegung in den USA (Teil II)"
- "Arbeitereinheit schlägt Faschismus"
- "Albanien-25 Jahre Kampf und Sieg auf dem Wege des Sozialismus"
- "Der Kampf der polnischen Arbeiterklasse gegen die Gomulka/Gierk-Clique"

Im Artikel "Der Kampf der KPD/ML in den Betrieben" wird darauf verwiesen, dass "sämtliche Aktivitäten und Aufgaben der Studenten unter Anleitung der revolutionären Partei des Proletariats bzw. des Kommunistischen Jugendverbandes stehen müssen". "Die praktische Umsetzung dieser Linie ist aber erst bei einer festen proletarischen Grundlage der Organisation möglich. In der gegenwärtigen Phase befinden sich die KPD/ML und der KJVD noch im Aufbau. Sie haben gerade erst begonnen, sich im Proletariat zu verankern. In dieser Phase ist es die Hauptaufgabe des Universitäts-Kollektivs, die praktische Arbeit im proletarischen Bereich zu unterstützen. Die Arbeit an der Universität wird damit zur Nebenaufgabe, d.h. sie kann nur vorbereitend in Angriff genommen werden. Obgleich das Universitäts-Kollektiv Bochum seine Hauptaufgabe immer in der praktischen Unterstützung der Partei gesehen hat, war in der Praxis das Verhältnis von Haupt- und Nebenaufgabe nicht korrekt. Die nächste und dringendste Aufgabe des Universitäts-Kollektivs ist es daher, seine ganze Tätigkeit auf die Hauptaufgabe auszurichten, d.h. einmal Stärkung des technischen Apparates der Leitungen (Organisierung des Literaturvertriebs, Übernahme von Aufgaben bei der Herstellung der Parteiliteratur), zum anderen Unterstützung der Agitation vor den Betrieben und damit des Aufbaus von Betriebszellen (Verkauf des Zentralorgans, Verteilen von Flugblättern und Betriebszeitungen etc.) … Eines der wichtigsten Mittel um unsere Ansichten in die Massen zu tragen, um den kommunistischen Einfluss in den Betrieben zu verstärken, ist die regelmäßige Herausgabe eines Zentral-Organs und der Betriebszeitungen. Das ZO der KPD/ML, die Rote Fahne, propagiert die allgemeinen Richtlinien des Kampfes, die Linie der Partei, nimmt zu allen Fragen der Tagespolitik Stellung, veröffentlicht Berichte über Arbeitsverhältnisse und Kampferfahrungen in den einzelnen Betrieben. Ein solches ZO dient daher in zweierlei Hinsicht der Agitation und Propaganda. Indem es direkt unter den Massen verbreitet wird, unterstützt es die örtliche Agitation und Propaganda und weiter dient es zur Vereinheitlichung der Agit-Prop. der einzelnen Zellen. Es unterstützt die Aufgabe der Partei, das Proletariat und alle Werktätigen auf der Grundlage der politischen Linie zu vereinigen. In der momentanen Situation bedeutet das, daß der Kampf sich richtet einmal gegen die Verschlechterung der Situation der Arbeiter durch die herannahende Krise, zum anderen gegen die Spaltertätigkeit der SPD-Führung … Durch den Kampf in den Betrieben gelingt es der Partei das Vertrauen der Massen zu erwerben und organisatorische Erfolge zu erringen. Darum muß es im jetzigen Stadium, in dem die Partei noch schwach ist, vor allem um die weitere Ausdehnung und Konsolidierung der Betriebszellen gehen. Daran bestimmt sich die Hauptaufgabe eines jeden Kollektivs".

Über die Aufgabe des Bochumer Uni-Kollektivs bei der Dortmunder antifaschistischen Demonstration vom 17.1.1971, die von der KPD/ML-ZB organisiert wurde, heißt es: "Wir, Mitglieder des KJVD-Uni-Kolls der RUB haben bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Demonstration tatkräftig mitgeholfen. Die derzeitige Hauptaufgabe des Uni-Kolls heißt nämlich Unterstützung der Partei und des Jugendverbandes in technischer und organisatorischer Hinsicht. Nur so können wir als Studenten heute korrekt kommunistische Politik betreiben".

Geworben wird für die "Rote Fahne" und den "Kommunistischen Nachrichtendienst" der KPD/ML-ZB.
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum: Rotfront, Nr. 1/2, Bochum, 26. Januar 1971.

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05.07.1971:
Von ehemaligen Mitgliedern des Unikollektivs des KJVD an der RUB erscheint das Papier: "Für den ideologischen Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten". Danach sind mehrere Aktivisten aus dem Unikollektiv ausgeschlossen worden. Ihnen wird eine Zusammenarbeit mit der "Schwarzen Linie" (KSB/ML, d. Verf.) vorgeworfen. Das Papier versucht, die Differenzen zu erklären und kritisiert die Behandlung durch das LK NRW. Der "ideologische Kampf um die Einheit aller Marxisten-Leninisten" müsse nun "voll in Angriff genommen werden".
Q: KJVD-Unikollektiv Bochum (ehem. Mitglieder): Für den ideologischen Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten, Bochum, 5. Juli 1971.

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Letzte Änderung: 24.03.2018