AKW Brokdorf
Teil 1: Der Protest bis Ende Oktober 1976

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

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Hier werden nur einige wenige der in vielen Archiven verfügbaren Dokumente zu der ersten Phase des Protests gegen das Atomkraftwerk Brokdorf vorgestellt.

Nachdem bereits 1971 erste Pläne für eine AKW Brokdorf bekannt werden (vgl. 1971) werden diese Ende 1973 konkreter (vgl. Nov. 1973, Dez. 1973, 5.12.1973) und mit der Gründung der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU – vgl. 26.11.1973) beantwortet. Die Kraftwerksbetreiber der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG (NWK) versuchen Einfluss auf die Bürgermeinung zu nehmen (vgl. 12.3.1974), gegen die Baupläne aber gibt es zahlreiche Einwendungen (vgl. 20.8.1974). Die KPD (vgl. 2.4.1975) und auch der mit einer Sympathisantengruppe im nahen Itzehoe vertretene Kommunistische Bund Westdeutschland (KBW) beginnen nun die Proteste zu unterstützen (vgl. 16.10.1974, 12.11.1974, Jan. 1975, 27.3.1975, 10.4.1975). Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW engagiert sich auch in der Arbeitsgruppe Kernkraftwerke im Bereich Physik der Universität Hamburg (vgl. 15.4.1975, 21.4.1975, 7.11.1975), die ihrerseits die BUU in deren ersten öffentlichen Aktionen unterstützt (vgl. 30.4.1975, Mai 1975, Juli 1975).

Die Protesterklärung der BUU (vgl. Nov. 1975) wird auch vom KBW veröffentlicht (vgl. 13.11.1975). In Hamburg tritt die Anti-Atomkraftbewegung damals verstärkt an die Öffentlichkeit (vgl. 12.12.1975, 4.2.1976). Kaum ist der Bauplatz bekannt, so wird dieser schon symbolisch besetzt (vgl. 28.2.1976), in Wilster kommt es beim Erörterungstermin zur Demonstration (vgl. 8.3.1976), an der sich auch wiederum KBW-Anhänger beteiligen, die sich vermutlich auch in der sich nun überörtlich ausdehnenden BUU engagieren und eine erste große Broschüre zum AKW Brokdorf vorlegen (vgl. Apr. 1976, 29.4.1976, 20.5.1976, 23.6.1976, 1.7.1976, 14.7.1976). Außer in Elmshorn (vgl. 2.9.1976) und Itzehoe engagieren sich die KBW-Gruppen auch in Hamburg (vgl. 20.5.1976), Kiel (vgl. 11.3.1976, 29.4.1976, 1.7.1976) und Lübeck (vgl. 8.9.1976, 18.9.1976) gegen das AKW Brokdorf. Auch das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW engagiert sich im Anti-AKW-Protest, der sich allerdings zunächst an einer Übung beim AKW Krümmel festmacht (vgl. 4.10.1976, 23.10.1976).

Der KBW scheint so schon früh vielfältig in der Bewegung präsent und begleitete diese publizistisch (vgl. 21.10.1976, 28.10.1976, 30.10.1976).

Die KPD aber vermochte, nicht zuletzt durch ihren Bremer Physikprofessor Jens Scheer (vgl. 2.4.1975, 29.10.1975), einen gewissen, für ihre sonstigen Bemühungen eventuell gar außerordentlichen, Einfluss zu nehmen, obwohl sie sich durchaus einer etwas widersprüchlichen Argumentation bzgl. des Segens der Atomkraft bediente (vgl. 24.3.1976).

Der Kommunistische Bund (KB) veröffentlicht zwar schon früh einen ersten Hinweis auf das geplante AKW Brokdorf (vgl. 7.1.1975) scheint aber in seiner Zeitung für Schleswig-Holstein das AKW Brokdorf offenbar überhaupt nicht zu erwähnen (vgl. Okt. 1976).

Kaum ist die Teilerrichtungsnehmigung erteilt (vgl. 25.10.1976) und der Bauplatz eingezäunt (vgl. 26.10.1976), beginnen neben parlamentarischen Debatten (vgl. 27.10.1976) auch handfeste Proteste gegen das AKW Brokdorf (vgl. 27.10.1976, 28.10.1976, 29.10.1976), die in einer Bauplatzbesetzung münden, die im nächsten Teil geschildert wird.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

1971:
Vom AKW Brokdorf (vgl. Nov. 1973) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976):"
Während der Bürgermeister Brokdorfs E. Block sich um die Aufwertung der 700 Bewohner großen Gemeinde zum 'Bad' bemüht, 'empfiehlt die NWK der Kieler Landesregierung insgeheim bereits die Elbgemeinde als Reaktorstandort.' (SPIEGEL Nr. 46)".
Quelle: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11

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November 1973:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 1971, 26.11.1973) berichtet der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977):"
Die NWK (Nordwestdeutsche Kraftwerke AG) gibt Brokdorf als Standort für den Bau eines geplanten AKW bekannt. (Druckwasserreaktor mit 1300 Mw Leistung, betriebsfertig 1980)".
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

26.11.1973:
Vom AKW Brokdorf (vgl. Nov. 1973, Dez. 1973) berichtet der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977):"
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) wird gegründet."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

Dezember 1973:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 26.11.1973, 5.12.1973) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976) von 1973:"
Die Bevölkerung Brokdorfs erfährt – nicht offiziell – von dem geplanten Bauprojekt. Eine Befragung der Bürger von Brokdorf und Wewelsfleth ergibt eine ¾ Mehrheit gegen das geplante Kernkraftwerk."

Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet aus dem Dezember:"
Eine Bürgerumfrage der Gemeinden Brokdorf und Wewelsfleth erbrachte 75% Ablehnung gegen das AKW.

Auf einer von der Landesregierung anberaumten Bürgerversammlung, ergab eine spontane Abstimmung das gleiche Ergebnis ablehnender Stimmen, nämlich 75%."
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11; BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

05.12.1973:
Vom AKW Brokdorf (vgl. Dez. 1973, 12.3.1974) berichtet der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977):"
Gespräch zwischen NWK und Vertretern des Kreises Steinburg über die Unterstützung gewisser Baumaßnahmen in der Gemeinde Brokdorf."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

12.03.1974:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 5.12.1973, 24.3.1974) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976):"
Die Nordwestdeutschen Kraftwerke AG stellen den Antrag auf Errichtung und Betrieb eines Druckwasserreaktors.
Die Landesregierung setzt im selben Jahr Brokdorf als offiziellen möglichen KKW-Standort fest. (In der darauffolgenden Zeit gehen auffällig viele Geldbeträge in der Gemeinde ein z. B. für ein neues Freibad, einen Kindergarten und den Ausbau umliegender Kreisstraßen.)
Kurz nach der öffentlichen Proklamierung bildet sich die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU)" (vgl. 26.11.1973).
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11

24.03.1974:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 12.3.1974, 20.8.1974) berichtet der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) über die Vorbereitung der heutigen Kommunalwahlen (KW):"
Kommunalwahlen. Befragung der Kandidaten aller Parteien durch die BUU zum Bau des AKW."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

20.08.1974:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 24.3.1974, 12.11.1974) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976) über die Zeit von heute bis zum 19.9.1974:"
Der Antrag der NWK zur Errichtung und zum betrieb eines Kraftwerks liegen in Wilster aus; daraufhin werden 20.588 Einwendungen erhoben: 156 von Einzelpersonen, 16 von Vereinigungen, 9 von Gemeinden, der Rest waren Sammeleinwendungen."

Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet aus dem August:"
Die NWK und HEW (Hamburgische Elektrizitätswerke) beantragen die Bau- und Betriebsgenehmigung für das AKW Brokdorf.
Innerhalb einer vierwöchigen Einspruchsfrist sammelte die BUU 31178 Einspruchsunterschriften. Viele Bürgerinitiativen und Vereine schließen sich im Namen von 40.000 Mitgliedern den Einsprüchen an."
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11; BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

16.10.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 2.10.1974, 30.10.1974) Nr. 21 heraus. Aus Schleswig-Holstein wird berichtet vom AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 21, Mannheim 16.10.1974, S. 11

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12.11.1974:
Die Sympathisantengruppe Itzehoe des KBW (vgl. 21.11.1974) berichtet vom heute in Wilster beginnenden viertägigen Erörterungstermin des AKW Brokdorf (vgl. 20.8.1974, 30.4.1975): "Bevölkerung will kein Kernkraftwerk in Brokdorf".

Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet aus dem November:"
Der atomrechtliche Erörterungstermin wird in Wilster abgehalten. Die Erörterung dauert 4 Tage und wird ohne vollständige Erörterung aller Fragen von der Behörde abgebrochen.
Festgestellt wird, daß von 14 geforderten Gutachten nur 4 vorliegen."

Das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976) berichtet:"
Erörterungstermin für das atomrechtliche Genehmigungsverfahren in Wilster, bei dem nicht alle vorhandenen Fachunterlagen zur Verfügung standen."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 25, Mannheim 21.11.1974, S. 10; Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11;BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

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Januar 1975:
Von den Zellen Chemie / Biologie und Mathematik / Physik des KSB Göttingen des KBW wird die Broschüre "Kernenergie im Kapitalismus" herausgegeben. Eingegangen wird auch auf den Protest gegen das AKW Brokdorf.
Q: KSB Göttingen-Zellen Chemie / Biologie und Mathematik / Physik: Kernenergie im Kapitalismus, Göttingen Jan. 1975,S.22f

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07.01.1975:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.54 (vgl. 3.12.1974, 28.1.1975) heraus. In einem ersten Artikel gegen das geplante Atomkraftwerk (AKW) Brokdorf an der Unterelbe im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein wird u.a. festgestellt:"
Hier wird auch deutlich, daß die Atomenergie nicht nur zur Versorgung der Industrien dienen soll, sondern auch die Pläne der westdeutschen Imperialisten auf dem Energiesektor schlechthin darstellt: ein ernstzunehmender Konkurrent zu den anderen imperialistischen Ländern zu werden."
Q: Arbeiterkampf Nr.54,Hamburg 7.1.1975

27.03.1975:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 12 (vgl. 20.3.1975, 3.4.1975) heraus. Berichtet wird in: "Aus den Gewinnen der HEW werden Kernkraftwerke im Unterelbegebiet finanziert" aus Brokdorf. Erklärt werden "Wirkungsweise und Gefahren eines Kernkraftwerkes".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 12, Hamburg 27.3.1975, S. 3

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02.04.1975:
In Hollerwettern im Kreis Steinburg will die KPD eine Veranstaltung "Kampf der Verseuchung von Luft, Wasser und Erde" mit Prof. Jens Scheer durchführen, zu der vom KPD-Regionalkomitee Wasserkante mit einem Flugblatt "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!" aufgerufen wurde, welches sich an "Arbeiter, Werktätige und Bauern von Brokdorf und Wewelsfleth" richtet.
Q: KPD-RK Wasserkante: Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!, Hamburg o. J. (1975)

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10.04.1975:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 14 (vgl. 3.4.1975, 17.4.1975) heraus. Die KBW-Sympathisantengruppe Elmshorn berichtet "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf! Die bürgerlichen Politiker kommen mit ihren Argumenten nicht an".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 14, Hamburg 10.4.1975, S. 4

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15.04.1975:
Die SSG Hamburg gibt die Nr. 3 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 6.2.1975, 22.4.1975) heraus. Der Artikel "Kernkraftwerke: AG am Physikinstitut" befasst sich auch mit dem AKW Brokdorf.
Q: Rote Presse Nr. 3, Hamburg 15.4.1975, S. 4

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30.04.1975:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 12.11.1974, Mai 1975):"
'Tanz in den Mai'. Die BUU, der inzwischen 160 Mitglieder angehören, veranstaltet ein Maifeuer."

Die AG Kernkraftwerke an der Uni Hamburg und die dortige Sozialistische Studentengruppe (SSG) des KBW boten einen Treffpunkt für Mitfahrer zum Volksfest bzw. Maifeuer in Brokdorf am Elbstrand nahe des Bauplatzes.
Q: Rote Presse Nr. 4, Hamburg 29.4.1975, S. 6; BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

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Mai 1975:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 30.4.1975, Juli 1975):"
Eine Gruppe der BUU fährt in den Kieler Landtag. Auf Anfragen antwortet Stoltenberg, daß die neuangelegte Straße zum Bauplatz kein Vorgriff auf die Baugenehmigung des AKW sei und außerdem der atomrechtliche Erörterungstermin ordnungsgemäß abgeschlossen sei."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

Juli 1975:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Mai 1975, Okt. 1975):"
Die BUU veranstaltet ein Straßentheater mit dem Titel 'Sein oder Nichtsein' und startet eine Theatertournee in die Orte der näheren Umgebung Brokdorfs."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

Oktober 1975:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Juli 1975, Nov. 1975):"
Die Kernkraftwerk Brokdorf GmbH beantragt, 'die Elbe zu Kühlzwecken und zur Einleitung von Abwässern' nutzen zu dürfen. Gegen den Antrag erheben 5800 Menschen Einspruch. Ausliegende Gutachten dürfen von den Einwendern nicht fotokopiert werden."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

November 1975:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Okt. 1975, 28.2.1976):"
Die norddeutschen Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbände erklären, daß sie den Bauplatz für das AKW Brokdorf besetzen werden, wenn Rechtsmittel den Baubeginn nicht stoppen können."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

07.11.1975:
Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW rief auf zur und berichtet über die heutige Veranstaltung in der ESG Hamburg gegen das AKW Brokdorf, die von der Arbeitsgruppe Kernkraftwerke am Physik-Bereich organisiert und von über 200 Menschen besucht wurde.
Q: Rote Presse Nr. 9 und 11, Hamburg 28.10.1975 bzw. 1.12.1975, S. 15 bzw. S. 15

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13.11.1975:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 45 (vgl. 6.11.1975, 20.11.1975) erstellen die KBW-Sympathisantengruppen Plön und Preetz eine Beilage für den Kreis Plön Nr. 19 (vgl. 30.10.1975, 27.11.1975). Berichtet wird: "Bürger wehren sich gegen das Atomkraftwerk Brokdorf", dokumentiert wird die Erklärung der norddeutschen Bürgerinitiativen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Beilage für den Kreis Plön Nr. 19, Preetz 13.11.1975, S. 2

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12.12.1975:
Die Hamburger Studentengruppe Kernkraftwerke lud für heute mit einem Flugblatt "Stop Atomenergie - Kein Kernkraftwerk in Brokdorf" mit einer Auflage von 20 000 Stück zu ihrer Veranstaltung im PI-Hörsaal der Uni um 19 Uhr ein.
Q: Studentengruppe Kernkraftwerke: Stop Atomenergie - Kein Kernkraftwerk in Brokdorf, Hamburg o. J. (1975)

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04.02.1976:
In Hamburg soll eine Brokdorf-Ausstellung in der Galerie Schnecke, Rothenbaumchaussee im Turm auf der Moorweide bis zum 17.3.1976 beginnen, die von einer Ausstellungsinitiative der BUU mitgetragen wird. Zur Eröffnung sollen auch der Bürgermeister von Wewelsfleth, Sachse sowie Gerhard Weber, MdBü von der FDP und Peter Paterna, MdB von der SPD kommen.
Q: Galerie Schnecke, BUU: Brokdorf Austellung 4.2.-17.3.76, Hamburg o. J. (1976)

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28.02.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Nov. 1975, 8.3.1976):"
Im Rahmen einer Sternfahrt wird der Bauplatz symbolisch durch das Anpflanzen einer Tanne besetzt."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

08.03.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 28.2.1976, Apr. 1976):"
Der wasserrechtliche Erörterungstermin beginnt. Die Behörde trennt einheimische und auswärtige Bewohner und schließt willkürlich Gutachter und Sachverständige der BUU aus. Der Verhandlungsraum in Wilster ist von mehreren Hundertschaften Polizei umstellt. Schleichende Baumaßnahmen haben bereits begonnen:
Eine Zufahrtsstraße ist gebaut, Belastungsproben auf dem Bauplatz sind vorgenommen worden, Häuser auf dem Bauplatz wurden abgerissen.
Die Erörterung wird am 16.3.76 beendet, ohne das alle Fragen geklärt werden konnten."

Das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976) berichtet:"
Wasserrechtliches Genehmigungsverfahren in Wilster (Sachbearbeiter und Betroffene, die Einwände erhoben haben, werden getrennt; das Kopieren von Gutachten wird untersagt)".
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 11; BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 1

11.03.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 10 (vgl. 4.3.1976, 18.3.1976) erstellt die KBW-Ortsgruppe Kiel eine Ortsbeilage (vgl. 4.3.1976, 1.4.1976) mit dem Leitartikel "Kein Atomkraftwerk in Brokdorf!" sowie einem "Bericht unseres Korrespondenten vom Anhörungstermin am Montag in Wilster".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Kiel Nr. 10, Kiel 11.3.1976, S. 1

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24.03.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.12 (vgl. 17.3.1976, 31.3.1976) heraus. Auf Seite 6 wird im Artikel "Gegen Atomkraftwerke!" auch eingegangen auf die AKWs in Brokdorf in Schleswig-Holstein und Wyhl bei Freiburg in Baden-Württemberg und ganz allgemein, wozu erklärt wird, "die VR China ist ein sozialistisches Land, in dem die Atomenergie zum Wohl und im Dienste des Volkes genutzt wird, bei der deshalb, weil das unter Kontrolle der Volksmassen geschieht und nicht unter der von profitgierigen Kapitalisten, wirklich ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind." Das die DKP ähnliches von der DDR und Sowjetunion behauptet wird ihr übel genommen, weil dort ja gar kein Sozialismus ist.
Q: Rote Fahne Nr.12,Köln 24.3.1976

April 1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 8.3.1976, 15.5.1976):"
Die BUU – Ortsgruppe Itzehoe wird gegründet. Es folgen weitere Gruppen in Krempe und Wilster."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

April 1976:
Die Sympathisantengruppen Elmshorn und Itzehoe des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands (KBW) erstellen mit Unterstützung der KBW-Sympathisantengruppe Heide und der Gesellschaften zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV) Hamburg und Kiel die Broschüre "Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!" mit 48 Seiten DIN A4 in einer ersten Auflage von 1 000 Stück zum Preis von 1,20 DM. Enthalten sind die Abschnitte:
- "Vorwort";
- "Der Kampf gegen das KKW Brokdorf";
- "Die Ruinierung der Bauern in der Wilster Marsch", wobei auch auf die angekündigten Entlassungen beim Zementwerk Alsen-Breitenburg und den Papierwerken Temming AG in Glückstadt eingegangen wird;
- "Die wirtschaftliche Situation in der BRD";
- "Warum soll aus der Unterelbe eine Industrieregion werden?";
- "Wer ist das Finanzkapital"?;
- "Warum werden Kernkraftwerke gebaut?";
- "Der westdeutsche Imperialismus bereitet den Krieg vor!";
- "Beschleunigtes Bauernlegen durch Industrie und Staat" mit Berichten aus Averlak, Brunsbüttel und Büttel sowie vom AKW Brunsbüttel;
- "Redebeitrag des Elbfischers Wulf in Wilster am 11.3.1976";
- "Prof. Reinheimer für ein KKW in Brokdorf";
- "Interview mit einem Facharbeiter aus Brunsbüttel";
- "Von 1973 bis 1974 stieg der Tritiumgehalt in der Milch bei Stade";
- "Die Lage eines Bauern in Kudensee – 'Man kummt dormit lang'";
- "Zerstörung der Landwirtschaft in Stade";
- "Reynolds: Senat garantiert Profit für 25 Jahre" aus der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) vom 15.5.1975;
- "Der bürgerliche Staat ist der direkte Gegner der Menschen in der Wilster Marsch";
- "Verflechtung Staat - Industrie";
- "Die steile Karriere des Dr. Stoltenberg";
- "Energieplanung in Schleswig-Holstein im Dienste des Kapitals";
- "Ein Bauer zum Vorgehen des Staates";
- "Methoden zur Durchsetzung des Atomprogramms" über das in Wyhl beauftragte Batelle-Institut;
- "In Brokdorf versucht der Staat, die Erfahrungen aus Wyhl anzuwenden";
- "Vorwärts im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse und des Volkes! Vorwärts im Kampf für den Sieg des Sozialismus";
- "Moritat aus dem Theaterstück 'Sein oder Nichtsein' der BUU".
Q: KBW-Sympathisantengruppen Elmshorn und Itzehoe: Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!, Elmshorn / Itzehoe Apr. 1976

02.04.1976:
In Bremen beginnt, laut KPD, eine viertägige Tagung der International Youth Federation for Environmental Studies (in der 'BRD': Jugendbund für Naturbeobachtung) über Kernenergie, auf der man sich u.a. mit den AKWs in Brokdorf und Wyhl bei Freiburg, der KFA Jülich und WAAs befaßt. Verabschiedet wird eine Resolution gegen Berufsverbote (BV) wie sie u.a. den KPD-Professor Jens Scheer treffen.
Q: Rote Fahne Nr.15,Köln 14.4.1976

29.04.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 17 (vgl. 22.4.1976, 6.5.1976) erstellt die KBW-Ortsgruppe Kiel eine Ortsbeilage (vgl. 1.4.1976, 13.5.1976) mit dem Artikel "Lieber heute aktiv als morgen radioaktiv" zum AKW Brokdorf sowie einer Anzeige für die wieder erschienene Broschüre zum AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Kiel Nr. 17, Kiel 29.4.1976, S. 2f

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15.05.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Apr. 1976, 23.6.1976):"
Seglerausfahrt einiger Hamburger Verbände nach Wewelsfleth mit anschließender Begehung des Bauplatzes und Besuch des 'Informationszentrums' der HEW/NWK."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

20.05.1976:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 20 (vgl. 13.5.1976, 27.5.1976) heraus. Eine Anzeige wirbt: "'Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!' Broschüre des KBW. 48 Seiten. 1,20 DM.
Q: Kommunistische Volkszeitung – Ortsbeilage Hamburg Nr. 20, Hamburg 20.5.1976, S. 4

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23.06.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 15.5.1976, 14.7.1976):"
Das AKW Brunsbüttel wird in Betrieb genommen. Eine weitere Ortsgruppe der BUU wird in Brunsbüttel gegründet."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

01.07.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 26 (vgl. 24.6.1976, 8.7.1976) erstellt die KBW-Ortsgruppe Kiel eine Ortsbeilage (vgl. 17.6.1976, 8.7.1976) mit dem Artikel "Kein Kernkraftwerk an der Ostsee und anderswo", der auch auf das AKW Brokdorf eingeht.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Kiel Nr. 26, Kiel 1.7.1976, S. 4

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14.07.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 23.6.1976, 16.7.1976):"
1. Regionaltreffen der BUU-Gruppen einschließl. der Hamburger Initiativgruppe in Krempe."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

16.07.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 14.7.1976, Okt. 1976) bzw. aus dem Lichtenmoor von der WAA (vgl. 18.7.1976):"
In Lichtenhorst im Lichtenmoor verhindern Bürger die Vermessungsarbeiten für eine geplante Wiederaufbereitungsanlage und errichten ein Zeltlager zur Bewachung am Gelände. Mitglieder der BUU beteiligen sich und unterstützen die Aktionen."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

02.09.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 35 (vgl. 26.8.1976, 9.9.1976) erscheint eine Regionalbeilage Schleswig-Holstein. Es berichtet auch die Stadtzelle Elmshorn in "Kein Atomkraftwerk in Brokdorf! Matthöfer ging stiften!".
Q: Kommunistische Volkszeitung Regionalbeilage Schleswig-Holstein Nr. 35, Kiel 1976, S. 2

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08.09.1976:
In Lübeck besuchen, laut und mit KBW (vgl. 16.9.1976), 100 Menschen eine Veranstaltung des Arbeitskreis für Politik zum Anti-AKW Kampf. der KBW verkauft 13 Brokdorfbroschüren und findet Zustimmung für eine Versammlung in 14 Tagen zwecks Gründung einer Anti-AKW-BI.
Q: Kommunistische Volkszeitung Regionalbeilage Schleswig-Holstein Nr. 37, Kiel 1976, S. 3

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18.09.1976:
Der KBW (vgl. 23.9.1976) berichtet vom Anti-AKW Kampf "Lübeck: Werberummel für KKW's zieht nicht!". Eine BI solle am 24.9.1976 gegründet werden.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Schleswig-Holstein Nr. 38, Kiel 1976, S. 4

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Oktober 1976:
Der KB gibt die Nr. 8 seiner Zeitung für Schleswig-Holstein, 'Blinkfüer' (vgl. Sept. 1976, Feb. 1977) für Oktober heraus mit den Artikeln "Werberummel für KKW's" zum Tag der offenen Tür bei der NWK, die auch das AKW Brokdorf baut, in Lübeck und "Acht KKW's an der Nordsee?" von der KB / Gruppe Niebüll.
Q: Blinkfüer Nr. 8, Kiel Okt. 1976, S. 5

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Oktober 1976:
Laut Aust gibt es Zahlreiche Aktionen und Demonstrationen von Kernkraftgegnern gegen das in Bau befindliche AKW Brokdorf. U.a. beteiligen sich maoistische, anarchistische und spontaneistische Gruppierungen.

Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. 16.7.1976, 2.10.1976):"
In Brokdorf wird auf dem Feld gegenüber dem Bauplatz ein großes Schild aufgestellt mit der Aufschrift:
HIER VERHINDERT DIE BEVÖLKERUNG DAS ATOMKRAFTWERK BROKDORF
Alle Bürgerinitiativen, die die BUU unterstützen, werden unter dem Schild aufgeführt.
Ein Bauwagen wird als Informationszentrum der BUU am Deich aufgestellt."
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2; Stefan Aust:Brokdorf. Symbol einer politischen Wende,Hamburg 1981,S.27

02.10.1976:
Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet vom AKW Brokdorf (vgl. Okt. 1976, 25.10.1976):"
2. Seglerausfahrt einiger Hamburger Verbände nach Wewelsfleth, als Solidaritätsaktion mit der BUU"
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2

04.10.1976:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt vermutlich in dieser Woche erstmals seine 'Volksmiliz' bisher 'Hamburger Militärzeitung' (vgl. 4.9.1976, 23.10.1976) Nr. 10 heraus mit dem Leitartikel "Die Kompanieführung konnte die Bewegung der Mannschaften nicht zerschlagen!", der aus der 11./LAR 1 in der Lettow-Vorbeckkaserne in Wandsbek berichtet, in der 22 Soldaten eine Erklärung gegen das Gelöbnis verabschiedeten, die sich u.a. gegen die Atommüllübung richtet. Solidaritätsadressen kommen u.a. von 10 Kollegen aus der Uniklinik Eppendorf (UKE), der Gruppe Hamburg der SOZDL sowie den 17 noch anwesenden Teilnehmern der Regionalkonferenz gegen das AKW Brokdorf. "8 Delegierte hatten aus Zeitgründen die Konferenz bereits verlassen müssen."
Q: Volksmiliz Nr. 10, Hamburg Okt. 1976 (Datum unleserlich), S. 1ff

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21.10.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 42 (vgl. 14.10.1976, 28.10.1976) erscheint eine Bezirksbeilage Schleswig-Holstein. Ein Artikel berichtet vom AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Schleswig-Holstein Nr. 42, Kiel 1976, S. 3

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23.10.1976:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt seine 'Volksmiliz' (vgl. 4.10.1976, 6.11.1976) Nr. 11 heraus, die uns nur unvollständig vorlag. Auf den fehlenden Seiten findet sich laut Inhaltsverzeichnis u.a. eine "KKW-Resolution" vermutlich gegen das AKW Brokdorf.
Q: Volksmiliz Nr. 11, Hamburg 23.10.1976, S. 1

25.10.1976:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 2.10.1976, 26.10.1976) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976) über die heutige Teilerrichtungsnehmigung.
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 12

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26.10.1976:
In Brokdorf wird der AKW-Bauplatz eingezäunt (vgl. 25.10.1976, 27.10.1976). Der Ermittlungsausschuß der BUU (vgl. Feb. 1977) berichtet:"
In einer Nacht- und Nebelaktion wird mit dem Bau des AKW begonnen. Unter Polizeischutz wir der Platz mit einem Maschendrahtzaun und mehreren Rollen Nato-Draht eingezäunt, auf dem Gelände befinden sich Werkschutz und Polizei mit Schild, Schlagstock, chemischer Keule und Hunden."
Q: Atomalarm Nr. 3, Elmshorn 27.10.1976; BUU-Ermittlungsausschuß: Chronologie des Widerstandes gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf, o. O. o. J. (1977), S. 2;Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 12;Rote Fahne Nr.44,Köln 3.11.1976

27.10.1976:
Vom AKW Brokdorf (vgl. 27.10.1976, 29.10.1976) berichtet das HdJ Kronshagen (vgl. 29.11.1976):"
Kontroverse im schleswig-holsteinischen Landtag – Oppositionsführer Matthiesen spricht von einer 'Nacht- und Nebel-Aktion' und von Unverhältnismäßigkeit der Mittel".
Q: Nr. 9 Extra / Sonderausgabe 1, Kronshagen Nov./Dez. 1976, S. 13

27.10.1976:
Die BUU Elmshorn gibt ihren 'Atomalarm' Nr. 3 heraus, der von der gestrigen Einzäunung des Bauplatzes des AKW Brokdorf berichtet und zur Veranstaltung dort am 30.10.1976 aufruft.
Q: Atomalarm Nr. 3, Elmshorn 27.10.1976

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28.10.1976:
Die Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) geben vermutlich Mitte dieser Woche das Flugblatt "Bürger verhindern Atomanlagen. Kein Atomkraftwerk in Brokdorf oder anderswo" in einer Auflage von 20 000 Stück heraus.
Q: BUU: Bürger verhindern Atomanlagen. Kein Atomkraftwerk in Brokdorf oder anderswo, Wewelsfelth o. J. (1976)

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28.10.1976:
Zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 43 (vgl. 21.10.1976, 4.11.1976) erscheint eine Bezirksbeilage Holstein. Aufgerufen wird zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Holstein Nr. 43, Kiel 1976, S. 1

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29.10.1976:
In Brokdorf wird, laut KPD, ihr Professor Jens Scheer aus Bremen festgenommen (vgl. 27.10.1976, 30.10.1976).
Q: Rote Fahne Nr. 44, Köln 3.11.1976

Letzte Änderung: 21.11.2017

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