Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Hamburg, Jg. 2, Nr. 15, 24. Juli 1974

24.07.1974:
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 15 (vgl. 10.7.1974, 7.8.1974) heraus.

Aus dem IGM-Bereich wird berichtet:"
Kapitalisten wünschen Duckmäuser als Lehrlinge

Folgender Fall passierte im letzen Jahr in einer großen Hamburger Berufsschule: Der Ausbildungsleiter eines Betriebs der Metallindustrie rief den Schulleiter an und fragte ihn, ob er neuerdings Kommunisten als Lehrer beschäftigte. Grund: Sein Lehrling hätte sich ihm gegenüber beschwert, daß er zu lange im Betrieb arbeiten muß und zu kurze Pausen hat. Er hätte sich dabei auf das Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArSchG, d. Vf.) berufen: Nach einigem Bohren sei dann herausgekommen, daß sein Lehrer in den Berufsschule im Unterricht mit der Klasse die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes durchgenommen hätte. Der Ausbildungsleiter drohte, er würde sich bei der Behörde beschweren, wenn 'solche Sachen' nicht demnächst unterblieben. Schließlich sei es allein Sache des Betriebs selbst, die Jugendlichen über die für sie wichtigen rechtlichen Bestimmungen zu informieren. Die Lehrer sollten sich da heraushalten. Es sei nicht ihre Aufgabe, die Schüler gegen die Lehrherren aufzuhetzen. Lehrer sollten den Schülern Kenntnisse beibringen, die im Betrieb zu verwerten seien.

Das ist kein Einzelfall. Nur hat dieser Ausbildungsleiter sehr anschaulich beschrieben, was der Zweck der Ausbildung der Jugendlichen ist: Anpassung und Duckmäusertum in der Fabrik, damit die Kapitalisten noch länger die uneingeschränkten Herren bleiben."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 15, Hamburg 24.7.1974

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