1. Mai 1971 in Hamburg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Die DKP gibt sich für 1971 kampfentschlossen (vgl. Dez. 1970, 11.1.1971), die Spartacisten bemühen sich ergänzend frühzeitig um ein breites Bündnis (vgl. Feb. 1971), während das SALZ einen Gutteil der Seiten des halben Dutzends von Ausgaben seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) des Frühjahrs 1971, nicht nur im Hafen (vgl. Feb. 1971), wo es zu intensiven Maivorbereitungen kommt (vgl. 1.2.1971, März 1971, 9.3.1971, 10.3.1971), sondern auch auf der Ebene der Gesamtstadt (vgl. 8.3.1971, 9.3.1971, 15.3.1971, 2.4.1971, 14.4.1971, 28.4.1971), dem 1. mai widmet. Ergänzt wird dies nicht nur um die Agitation der Bergedorfer (vgl. 15.3.1971, 5.4.1971, 1.5.1971), sondern auch noch um betriebliche Veröffentlichungen wie bei Phoenix (vgl. März 1971) und im Chemiebereich (vgl. 28.4.1971), aber auch im Bereich der HBV (vgl. 25.3.1971) und an den Hochschulen (vgl. Apr. 1971, 26.4.1971).

Die Aktion am 30.4.1971 ohne das SALZ scheint bescheidenen Umfangs, ganz im Gegensatz zur Demonstration des SALZ und seiner Freunde am 1. Mai 1971. Während die DKP sich angesichts dessen in inhaltlicher Kritik versucht (vgl. 4.5.1971), scheint das SALZ mit seinen Bemühungen zum 1. Mai 1971 recht zufrieden (vgl. 1.6.1971, 7.8.1971).

Die KPD/ML-ZB mobilisierte regional nach Hamburg (vgl. 8.3.1971).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Dezember 1970:
In Hamburg gibt die DKP Betriebsgruppe Hafen ihre 'Kiek ut' (vgl. Okt. 1970, Feb. 1971) heraus mit dem Artikel "Fordert Kampfdemonstration am 1. Mai 71".
Quelle: Kiek ut Reform des BVG - ein Kampfauftrag, Hamburg Dez. 1970, S. 5

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11.01.1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche ein Extra ihres 'Kommunist' (vgl. Okt. 1970, 4.5.1971) heraus. Auf der letzten Seite wird aufgerufen:"
Fordert: Kampfdemonstration am 1.Mai 1971".
Q: Kommunist Extra,Hamburg Jan. 1971

Februar 1971:
In Hamburg gibt die DKP Betriebsgruppe Hafen ihre 'Kiek ut' (vgl. Dez. 1970) heraus mit dem Leitartikel "Betriebsversammlung des GHB fordert: Grosse Demonstration u. Kundgebung am 1. Mai dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse" zur Versammlung vom 1.2.1971.
Q: Kiek ut Betriebsversammlung des GHB fordert: Grosse Demonstration u. Kundgebung am 1. Mai dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, Hamburg Feb. 1971, S. 1

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Februar 1971:
Das SALZ Hamburg gibt ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) als Informationen für die Kollegen des Hamburger Hafens mit einer Auflage von 3 500 heraus, in der sie die Herausgabe der DKP-Hafenzeitung 'Kiek ut' am 22.2.1971 erwähnt, die sich für eine Maidemonstration einsetzte. Kritisiert wird die Befürwortung der Ostverträge durch die DKP, wozu ein "Offener Brief an die Genossen der DKP-Betriebsgruppe Hafen" verfasst wurde.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Extrablatt Informationen für die Kollegen des Hamburger Hafens,Hamburg Feb. 1971

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Februar 1971:
Vermutlich im Februar verfaßt die KJO Spartacus in Hamburg einen Offenen Brief an das SALZ zwecks Vorbereitung des 1. Mai. Das SALZ aber antwortet darauf, laut KJO Spartacus, nicht, was nicht verwundern mag, wird die KJO Spartacus doch erst, nach eigenen Angaben, im Frühjahr in Hamburg eine Ortsgruppe gründen.
Q: KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, o.O. Juni 1971; KJO Spartacus: Internes Bulletin Nr. 10, o.O. Februar 1972

01.02.1971:
Im Hamburger Gesamthafenbetrieb (GHB bzw. GHBG, letztes G für Gesellschaft, d.Vf.) wird, laut SALZ Hamburg, auf Initiative des Betriebsrates eine Resolution für die Durchführung einer Maidemonstration verabschiedet.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

11.02.1971:
Die Hamburger Vertreterversammlung der IGM beschließt, laut BALZ und SALZ, sich für die Durchführung einer Demonstration am 1.Mai einzusetzen.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
HAMBURG - IG METALLER FÜR OFFENEN 1.MAI

Der Widerstand gegen die rechten Gewerkschaftsführer wächst. In Hamburg, wo die DGB-Bonzen genau wie in Westberlin den 1.Mai im geschlossenen Saal stattfinden lassen wollten, hat sich die Vertreterversammlung der IGM (sie vertritt 50 000 Gewerkschaftsmitglieder) für einen offenen 1.Mai ausgesprochen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.20,Bochum 13.3.1971,S.10; Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr.10,Hamburg Apr. 1971;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

März 1971:
In Hamburg gibt die Betriebsgruppe des SALZ auf der Phoenix die Nr.2 ihres 'Durchblickers' (vgl. Jan. 1971) heraus. Über das Maikomitee Hamburg-Harburg wird mitgeteilt, daß dieses auf einer Versammlung von etwa 70 Kollegen aus Harburger Betrieben gewählt worden sei.
Q: Durchblicker Nr.2,Hamburg März 1971

März 1971:
In Hamburg erfährt die KJO Spartacus, nach eigenem Bekunden, Anfang März vom Maikomitee im Hafen, hinter dem u.a. DKP und SALZ stecken.
Q: KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971

08.03.1971:
Das SALZ Hamburg gibt heute oder bereits in der letzten Woche ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 23.2.1971, 9.3.1971) mit dem Titel "Heraus zur Demonstration am 1.Mai" heraus. Verantwortlich zeichnet Dieter Ahlers, die Auflage wird mit 40 000 angegeben. Neben der Ankündigung, daß morgen die 'Kommunistische Arbeiter Zeitung' Nr.2 erscheinen soll, wird noch ein "Offener Brief an alle Gewerkschafter, die fortschrittlichen Kollegen in der SPD, die Deutsche Kommunistische Partei (DKP, d.Vf.) und ihre Jugendorganisation, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend" (SDAJ) veröffentlicht, der diese zur Unterstützung einer Maidemonstration bewegen soll und auch vom Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) und der Gruppe KAB unterzeichnet ist.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Extrablatt Heraus zur Demonstration am 1.Mai,Hamburg März 1971

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08.03.1971:
Bei Klöckner Bremen gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB vermutlich in dieser Woche ihre Zeitung 'Roter Metall Arbeiter' (vgl. 30.7.1971) Nr. 1 für Februar heraus mit dem Artikel "Kampf für den 1. Mai" in Berlin, Hamburg und Dortmund.
Q: Roter Metall Arbeiter Nr. 1, Hamburg "Feb. 1971", S. 4

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09.03.1971:
In Hamburg treffen sich, laut SALZ, auf Einladung der Seefahrtschüler, Kollegen des Hafens und der Werften sowie Seeleute im Seemannsheim Stella Maris und wählen dort ein Maikomitee Hafen bzw. Werft-Hafen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.3,Hamburg März 1971, S. 1

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09.03.1971:
Vor dem oder am 9.3.1971 gibt das SALZ Hamburg die Nr. 2 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ - vgl. 8.3.1971, 15.3.1971) heraus. Berichtet wird im Leitartikel "DGB: Verrat am Arbeiterkampftag" über die Vorbereitung des 1.Mai. Resolutionen für eine Demonstration seien bisher u.a. bei HDW, Maihak, Still Eßlingen und Heidenreich und Harbeck verabschiedet worden. Der DGB Kreisvorstand aber habe, bis auf H. von Bargen, eine Demonstration abgelehnt, ganz im Gegensatz zum DGB KJA.

Enthalten ist auch noch eine "Beilage zu KAZ, KAB AZ, A+LP Bergedorf", für deren 17 800 Exemplare Dieter Ahlers die Verantwortung trägt. Diese beschäftigt sich mit dem 1.Mai. Inzwischen hätten sich der DGB KJA und die OJAs von GHK, CPK, IGM, HBV und das Jugendforum der DruPa für eine Demonstration ausgesprochen, der DGB KV aber weigere sich immer noch. Auch die DKP will nicht mitmachen, weshalb auch ein Offener Brief "An den Landesvorstand der DKP - an unsere Kollegen, die in der DKP und SDAJ organisiert sind" veröffentlicht wird.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 2, Hamburg März 1971, S. 1 und 4ff

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10.03.1971:
Im Hamburger Hafen begrüßt die DKP, laut SALZ und BALZ, in einem Flugblatt die Durchführung einer Maidemonstration. Im selben Sinne habe sie sich auch in ihrer Betriebszeitung für Still Eßlingen, deren Erscheinungsdatum wir nicht kennen, geäußert. Dies schließt auch die Befürwortung der Maikomitees ein.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.4,Hamburg Apr. 1971; Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr.10,Hamburg Apr. 1971

15.03.1971:
In Hamburg erscheint ein Extrablatt der 'Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf' (vgl. März 1971, 5.4.1971) welches sich der Vorbereitung einer Maidemonstration durch den DGB widmet. Deren Durchführung sei vom KJA und dem Jugendarbeitskreis der GHK Verwaltungsstelle Hamburg gefordert worden. Beigeheftet ist der offene Brief von BALZ, KAB Hamburg und SALZ Hamburg "An den Landesvorstand der DKP - an unsere Kollegen, die in der DKP und SDAJ organisiert sind" (vgl. März 1971). Die Auflage wird mit 3 000 angegeben.
Q: Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Extrablatt,Hamburg 15.3.1971

15.03.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.3 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ - vgl. 9.3.1971, 5.4.1971) heraus. Wichtigstes Thema ist wieder die Vorbereitung des 1.Mai (vgl. 9.3.1971). Geschildert wird "Roter 1. Mai - revolutionäre Tradition der Hamburger Arbeiter". Berichtet wird auch vom 3.3.1971 über die "Pressekonferenz des Hamburger DGB zum 1.Mai".
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.3,Hamburg März 1971, S. 5ff

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17.03.1971:
In Hamburg beschließt, laut SALZ, die DKP eine, auch auf Flugblättern verbreitete, Resolution gegen die Durchführung einer Maidemonstration ohne bzw. gegen den DGB KV. Eine Betriebsarbeiterkonferenz der DKP wendet sich auf ihrer heutigen Sitzung gegen das SALZ Hamburg.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 4, Hamburg Apr. 1971

25.03.1971:
In Hamburg gibt die Betriebsgruppe Iduna des SALZ (vgl. 24.3.1971) erstmals ihre 'Iduna-Zeitung' heraus, die u.a. über den 1.Mai und dabei speziell das Maikomitee Versicherungen, welches man propagiert, berichtet.
Q: Iduna-Zeitung Nr. 1, Hamburg 25.3.1971

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April 1971:
Der KB/ML Westberlin gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. März 1971, Juni 1971) Nr. 8 heraus mit dem Artikel "Berlin: Eine machtvolle Demonstration am 1. Mai".
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 8, Berlin Apr. 1971, S. 12

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April 1971:
Bei Phoenix Hamburg gibt die DKP ihre 'Blick nach vorn' (vgl. März 1971) Nr. 4 heraus mit einem Titelbild "1. Mai 1971" und dem "Aufruf zum 1. Mai 1971" sowie den vom DKP-Landesvorstand beschlossenen "Kampflosungen zum 1. Mai 1971".
Q: Blick nach vorn Nr. 4, Hamburg Apr. 1971, S. 1, 4f, und 8

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April 1971:
Der KHB/ML Hamburg gibt die Nr. 3 seiner 'Studieren Propagieren Organisieren' (SPO - vgl. Jan. 1971, Mai 1971) in einer Auflage von 3 000 heraus. Enthalten ist auch der Artikel "1. Mai - Kampftag der internationalen Arbeiterklasse", der u.a. gegen DKP und KPD/ML polemisiert.
Q: Studieren Propagieren Organisieren Nr. 3, Hamburg Apr. 1971

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02.04.1971:
Vermutlich Ende dieser Woche gibt das SALZ Hamburg die Nr.4 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 15.3.1971, 14.4.1971) mit 16 Seiten in einer Auflage von 10 000 heraus. Mittlerweile gibt es in Hamburg 11 Maikomitees: Werft-Hafen, Harburg, Bergedorf, Wandsbek, Buchhandel und Verlage, Banken und Versicherungen, Druck, Springer, Bauer und Burchardt-Kai und ein zentrales Komitee. Berichte widmen sich auch der geplanten eigenen Maidemonstration der KPD/MLs.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 4, Hamburg Apr. 1971

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04.04.1971:
Es erscheint die "Erklärung der Leitung des Landesverbandes Wasserkante der KPD/ML vom 4. April 1971. Entlarvt die neorevisionistische Linie der SALZ-Führer. Für die Einheit der Marxisten- Leninisten in der KPD/ML!".

Diese gliedert sich in die Abschnitte:
- "Gegen Opportunismus und Sozialdemokratismus - für die kämpferische Einheit aller Marxisten-Leninisten in der bolschewistischen Partei!", in dem ausgeführt wird, dass zur neorevisionistischen Richtung in der ML-Bewegung nun auch "infolge des opportunistischen Kurses seiner Führer" das SALZ gezählt werden müsse;
- "Zirkelunwesen oder Parteiaufbau?";
- "Es gibt die bolschewistische Partei: die KPD/ML!";
- "Der Rechtsopportunismus des SALZ kann nicht länger durch irgendwelche Demagogie getarnt werden.", da das SALZ bzw. dessen KHB/ML die KPD/ML-ZK nun unverhüllt angreifen wegen deren selbständiger Laos-Demonstration im Februar. Verwiesen wird diesbezüglich auf die "Gemeinsame Erklärung der KPD/ML und des KSB/ML" vom 16.2.1971 und den Brief der KPD/ML-ZK "An das ZAK des SALZ" vom 29.2.1971;
- "Kommunismus in Worten, Ökonomismus in der Tat." mit zahlreichen Auszügen aus Publikationen des SALZ;, wobei festgestellt wird: "Die Arbeit der SALZ-Führer ist keine kommunistische, sondern eine direkte Sabotage- und Schädlingsarbeit an der revolutionären Bewegung."
- "Kampf zweier Linien in der Gewerkschaftsfrage.";
- "Der 'Antifaschismus' der SALZ-Führer." zur 'opportunistischen Politik' des SALZ in der Vorbereitung des 1. Mai;
- "Eine 'völlig neue' Art des Parteiaufbaus.";
- der Brief der KPD/ML-ZK "An das ZAK des SALZ" vom 29.2.1971;
- "Die Antwort der neorevisionistischen SALZ-Führer:" mit einem Auszug "Mai-Demonstration mit Sturmgewehr?" aus der 'KAZ' Nr. 4 (vgl. 2.4.1971); sowie
- der "Aufruf zum 1. Mai".
Q: KPD/ML-LV WK: Erklärung der Leitung des Landesverbandes Wasserkante der KPD/ML vom 4. April 1971. Entlarvt die neorevisionistische Linie der SALZ-Führer. Für die Einheit der Marxisten- Leninisten in der KPD/ML!, Hamburg 4.4.1971

05.04.1971:
Vermutlich heute gibt in Hamburg das Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) die Nr. 10 seiner 'Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf' (vgl. März 1971) in einer Auflage von 3 000 heraus, u.a. mit Berichten über die Vorbereitung des 1.Mai, wo sich mittlerweile neben dem DGB KJA auch die OJA von GHK, CPK, IGM, HBD und das Jugendforum der DruPa für eine Demonstration einsetzen.
Q: Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr. 10, Hamburg Apr. 1971

14.04.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.5 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 5.4.1971, 28.4.1971) heraus. Die DKP wolle eventuell am 30.4.1971 eine eigene Maidemonstration durchführen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.5,Hamburg 14.4.1971, S. 8

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26.04.1971:
Der KHB/ML Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Der 1. Mai - Kampftag der Arbeiterklasse" heraus.
Q: KHB/ML Hamburg: Der 1. Mai - Kampftag der Arbeiterklasse,Hamburg o. J. (1971)

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27.04.1971:
In Hamburg geben KHB/ML, Rote Zelle Ökonomie (Rotzök) und der AStA der HfbK ein Flugblatt "Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 1.Mai" heraus, dessen Auflage mit 8 000 angegeben wird. Aufgerufen wird dazu sich an der Demonstration der 11 Maikomitees zu beteiligen.
Q: KHB/ML Hamburg, Rotzök Hamburg, AStA HfbK Hamburg:Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 1.Mai,Hamburg 27.4.1971

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28.04.1971:
In Hamburg erscheint 'Der Chemiearbeiter' - Zeitung des Sozialistischen Arbeiter und Lehrlingszentrums (SALZ Hamburg) für die Chemische Industrie in Hamburg Nr. 2 (vgl. 15.3.1971, 11.5.1971) für April in der die Chemietarifrunde (CTR) vorbereitet wird. U.a. wird zur Demonstration des Gewerkschaftlichen Mai-Komitees am 1.Mai aufgerufen.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.2,Hamburg 28.4.1971

28.04.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.6 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 14.4.1971, 26.5.1971) mit einem Umfang von 4 Seiten und einer angegebenen Auflage von 18 000 heraus, deren ausschließliches Thema der 1.Mai ist. Die DKP-Führung habe die DKP-Kollegen, die im Maikomitee Werft-Hafen mitarbeiteten, zum Austritt aus diesem bewegt und die DKP Betriebsgruppe Hafen dazu angehalten auf der Betriebsversammlung des Gesamthafenbetriebes (GHB) dafür zu agitieren, daß die Betriebsversammlung zur Maidemonstration der DKP am 30.4.1971 aufruft.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.6,Hamburg 28.4.1971

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30.04.1971:
In Hamburg gibt die KPD/ML-ZK vermutlich Ende dieser Woche für Chemiebetriebe das Flugblatt "Die Scharfmacher kommen…" zur Chemietarifrunde (CTR) heraus, das zur 1. Mai-Demonstration um 10 Uhr, S-Bahnhof Sternschanze aufruft.
Q: KPD/ML-ZK: Die Scharfmacher kommen…, Hamburg o. J. (Apr. 1971)

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30.04.1971:
In Hamburg gibt die KPD/ML-ZK vermutlich Ende dieser Woche bei Schwarzkopf das Flugblatt "Was kostet ein Arbeiterver(t)räter?" zur Chemietarifrunde (CTR) heraus, das zur 1. Mai-Demonstration um 10 Uhr, "U-Bahnhof Sternschanze" aufruft.
Q: KPD/ML-ZK: Was kostet ein Arbeiterver(t)räter?, Hamburg o. J. (Apr. 1971)

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30.04.1971:
In Hamburg findet, laut KJO Spartacus, eine DGB-Veranstaltung zum 1.Mai statt. Man selber bildet gemeinsam mit der RKJ einen Block. Das SALZ habe sich zuvor gegen eine Intervention dort ausgesprochen, während KJO und GIM wiederum die SALZ-Demo am 1.Mai falsch fanden. Die Proletarische Front (PF) habe keine Stellung bezogen, die Sozialistische Front der Arbeiter (SFdA) habe gemeint, eine solche noch nicht beziehen zu können.

Allerdings müsse man dem SALZ doch eines lassen, die Maikomitees nämlich seien alle vom SALZ getragen. Aus dem ersten Maikomitee, im Hafen, sei die DKP ausgestiegen und betreibe keine Mobilisierung für die Demonstration mehr.

Laut SALZ wird die Maiveranstaltung in der Ernst Merck Halle von ca. 3 000 Zuhörern besucht. An der ebenfalls heute stattfindenden DKP-Maidemonstration beteiligen sich, laut SALZ, ca. 300 Kollegen, während die 'UZ' von über 1 000 berichtet habe.

Die KPD/ML-ZB berichtet von der DKP (vgl. 1.5.1971):"
In Hamburg, wo die DGB-Führer sich geweigert haben, zum 1.Mai eine Demonstration zu veranstalten, wird der Verrat der D'K'P-Führer besonders deutlich: …

Auf einem Flugblatt in Hamburg riefen die D'K'P-Führer auf: 'Gestalten wir gemeinsam die DGB-Kundgebung am 30. April in der Ernst-Merck-Halle, das Arbeiterforum 1971 sowie die Jugendveranstaltung des DGB am 1.Mai im Gewerkschaftshaus zu eindrucksvollen Demonstrationen für unsere Forderungen'.

Am 30.4. hatte die D'K'P dann zu einer Demonstration zum DGB-Kundgebungsort aufgerufen, war aber selbst kurz vorher wieder in den Hintergrund getreten. Nach einem Bericht der Hamburger Genossen kamen dann etwa 4 - 500 Leute, 50% ältere eingefleischte D'K'Pisten, 50% junge Leute, zum Teil wüstes Aussehen: die D'K'P-Führer, die hierzu ursprünglich aufgerufen hatten, organisierten überhaupt nichts, verkauften nur ein bißchen UZ und ließen schließlich die Demonstration als unordentlichen Haufen abmarschieren."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.10; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971;KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971

Mai 1971:
In Hamburg gibt die Betriebsgruppe HDW-Finkenwerder der KPD/ML-ZB die Nr. 2 ihrer 'Kiek Ut' heraus. In "Vorwärts im Geist des roten 1. Mai!" wird berichtet von der zentralen Demonstration in Dortmund sowie:"
Wie war die Situation in Hamburg?

Der DGB wollte den 1. Mai hinter verschlossenen Türen stattfinden lassen. Dabei wurde er noch von der D'K'P unterstützt. Und von einigen D'K'Pisten wurde am 30.4. spätnachmittags eine kleine Demonstration zur Ernst-Merck-Halle veranstaltet. Die Studentenorganisation SALZ veranstaltete ebenfalls eine Demonstration am 1. Mai. Eine abgesplitterte Gruppe der KPD/ML, die sich 'KPD/ML-Roter Morgen' nennt, führte eine eigene kleine Demonstration durch. Mit Recht hat sich unsere Partei, die KPD/ML, nicht an diesem Durcheinander beteiligt."
Q: Kiek Ut Nr. 2, Hamburg Mai 1971, S. 3

01.05.1971:
In Hamburg findet die Demonstration des SALZ und der von ihm, dem KAB Hamburg und dem Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) getragenen Maikomitees statt, an der sich, laut KAB/ML und BKA Freiburg 5 000, laut SALZ Bremerhaven und KB Bremen über 5 000 beteiligen.

Laut SALZ Hamburg schließen sich rund 5 000 der Demonstration der Maikomitees vom Berliner Tor nach Hasselbrook an. Dabei habe es sich hauptsächlich um jüngere, aber auch um einige hundert ältere Kollegen gehandelt, sowie um ca. 1 000 Schüler und Studenten. Anwesend seien auch viele Mitglieder von DKP und SDAJ (vgl. 30.4.1971) gewesen. Im Rückblick wird dazu u.a. ausgeführt:"
Trotz ständiger Proteste aus Gewerkschaftsgremien und Betrieben wollte die DGB-Führung unseren Kampftag endgültig einschlafen lassen. … Daraufhin bildeten sich spontan Mai-Komitees in verschiedenen Branchen und Stadtteilen Hamburgs. Diese Kollegen übernahmen die Planung der Demonstration am 1. Mai. Um dieser Aktion zum Erfolg zu verhelfen, gaben die Kommunistischen Organisationen (SALZ, KAB, BALZ) jede organisatorische Hilfe. Am 1. Mai zeigte sich dann, wo unsere Interessen tatsächlich gelagert sind … Über 5 000 Kollegen … marschierten unter den Losungen des Mai-Komitees am 1. Mai durch Hamburg."

Die KJO Spartacus schildert ihre Haltung zu der Demonstration intern so: Man selber sei erst durch eine Intervention der Zentralen Leitung zu einer Teilnahme bewogen worden und habe dann zwei Flugblätter zum 30.4. und zum 1.5. an Berufsschulen, im Hafen, in der S-Bahn und auf Veranstaltungen verteilt. Der eigene Block habe 50 - 80 Leute umfaßt, von denen etliche RKJler waren. Dies mag daran gelegen haben, daß die RKJ die Demonstration ablehnte. Man habe dadurch nun 25 Sympathisanten.

Die KPD/ML Demonstration ist, laut SALZ Hamburg, von ca. 700 Leuten besucht worden. Dabei habe es sich zumeist um Studenten gehandelt, die z.T. eigens aus Kiel herbeigeordert worden seien. Mit der Arbeiterklasse habe diese Gruppe ohnehin nichts zu tun. Welche KPD/ML hier denn nun gemeint ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, beteiligt war aber auf jeden Fall die KPD/ML-ZK, denn laut dieser beteiligen sich, 1 500 an ihrer Maidemonstration durch das Karolinenviertel, wo sie schon länger arbeite, und durch Altona. Teilgenommen haben auch GUPS und GUPA Palästina. Zur Mobilisierung sei ein Agitpropstand im Hafen durchgeführt worden. Die 1 000 Teilnehmer der Demonstration der KPD/ML-ZK sind, laut KB Bremen, überwiegend Studenten gewesen.

Die KPD/ML-ZB berichtet über die DKP:"
In der UZ zum 1.Mai steht am Ende einer 1.Mai-Reportage, die demagogisch 'linke' Äußerungen von Betriebsräten und V-Leuten für einen kämpferischen 1.Mai wiedergibt, die Erklärung eines Hamburger OJA-Mitglieds der HBV: 'Von der Gewerkschaftsleitung in Hamburg ist es unverantwortlich, den 1.Mai, den traditionellen Kampftag der Arbeiterklasse, nicht in der Form einer machtvollen Demonstration durchzuführen. Ich bin aber der Meinung, daß es genauso falsch wäre, losgelöst von den Arbeitern und Angestellten in den Betrieben und ihren Gewerkschaften eine Demonstration durchzuführen. Es kommt in erster Linie darauf an, die Gewerkschaft zu stärken. Damit wend e ich mich entschieden gegen solche Linkssektierer, die versuchen eine Spaltung der Gewerkschaften zu vollziehen.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 35, Bochum 8.5.1971, S. 10; Kommunistische Arbeiter-Korrespondenz Nr. 7, Bremen o.J. (1971), S. 12f;Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 7, Hamburg 26.5.1971, S. 1 und 3ff;KJO Spartacus: Nationales Internes Bulletin Nr. 7, o.O. Juni 1971;Spartacus Nr. 25, Bonn Dez. 1971/Jan. 1972;Rote Fahne Nr. 5, Tübingen Mai 1971;Iduna-Zeitung, Hamburg 1.6.1971;Klassenkampf Nr. 9, Freiburg 11.5.1971;Arbeiterstimme Nr. 9, Bremerhaven Mai 1971, S. 4;Der Chemiearbeiter Nr. 3 und Extrablatt Mai 1971, Hamburg 11.5.1971 bzw. 19.5.1971, S. 4 bzw. S. 4;Studieren Propagieren Organisieren Nr. 4, Hamburg Mai 1971;

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01.05.1971:
Zur Hamburger Maidemonstration vom Berliner Tor zum Hammer Steindamm wurde im Stadtteil Bergedorf u.a. durch ein Flugblatt "Aufruf zum 1.Mai" mobilisiert, welches von W. Vogel für den Gewerkschaftlichen Maiausschuß Bergedorf und H. Biedermann für das Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) unterzeichnet ist. Über die Organisationen BALZ und SALZ Hamburg heißt es darin:"
Die Hamburger Maikomitees sind an diese beiden Organisationen herangetreten und haben sie aufgefordert, den Maikomitees ihre technischen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen". Esa dürfte nicht ganz falsch sein, davon auszugehen, daß es sich bei dieser Aufforderung zumindest teilweise um einen Appell an sich selbst gehandelt haben dürfte.
Q: Gewerkschaftlicher Mai Ausschuß Bergedorf/BALZ:Aufruf zum 1.Mai,Hamburg o.J.

(1971)

04.05.1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche die Nr.6 ihres 'Kommunist' (vgl. 11.1.1971, 21.6.1971) heraus. Mit dem SALZ Hamburg befaßt man sich u.a. so:"
'WIR LEHNEN ES AB, IN DAS KRISENGESCHREI DER ULTRALINKEN FRAKTIONSMACHER MITEINZUSTIMMEN' (Thälmann)

Die zentrale Losung des SALZ lautet im Moment: 'Die nächste Krise darf nicht wieder auf die Werktätigen abgewälzt werden!' (Mai-Flugblatt,21.4.1971). Was soll damit gesagt werden? Vielleicht, daß die Krise eine Sache ist, die man hin und herwälzen kann, und die diesmal gefälligst von den Kapitalisten getragen werden soll? - Denn an und für sich wäre das ja auch gerecht, denn es ist nicht einzusehen, warum wir 'für das, was die Kapitalisten versauen, … unsere Knochen hinhalten sollen.' (Krisenflugblatt, Jan. 1971)."
Q: Kommunist Nr.6,Hamburg Mai 1971

01.06.1971:
Das SALZ Hamburg gibt eine Ausgabe seiner 'Iduna-Zeitung' heraus, die sich u.a. mit einem Rückblick auf den 1.Mai befaßt.
Q: Iduna-Zeitung, Hamburg 1.6.1971

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07.08.1971:
In Hamburg gibt das SALZ die Nr.2/3 seiner 'Einheit Kritik Einheit' (vgl. Juli 1970) als theoretisches Organ heraus. Anhand u.a. der Hamburger Maikampagne wird erörtert "Die Haltung der Kommunisten zur Aktionseinheit" und vorgestellt die in Hamburg zum 1. Mai angewandte "Politik des offenen Briefes".
Q: Einheit Kritik Einheit Nr.2/3,Hamburg 7.8.1971,S.14ff

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Letzte Änderung: 10.04.2018