Bargeldlose Lohnzahlung

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 2.5.2020

Die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung erscheint in dieser, wie immer unvollständigen, Darstellung zunächst trotz bereits vorliegender negativer Erfahrungen (vgl. Apr. 1969, 12.10.1970) teilweise noch als Tariferfolg, mit dem die IG Bergbau sich rühmt (vgl. 3.11.1970), während die linken Betriebsgruppen sich nahezu ausnahmslos kritisch gegen.

In Dortmund stellt die DKP zunächst auf der Zeche Fürst Hardenberg die Bevorzugung der Bezahlung per Bargeld durch die Beschäftigten dar, von Hoesch, wo es die bargeldlose Lohnzahlung offenbar bereits gibt (vgl. 23.8.1971), schildert die DKP dann doch wiederholt den Kostenfaktor, der sich in Form der Kontogebühren auftut (vgl. 6.9.1971, 19.1.1972, 13.7.1972), trotz offenbar anfänglich gegenteiliger Versprechungen der Banken und Geldinstitute (vgl. 19.7.1972), so dass nun vielfach die Übernahme der aus den Kontogebühren resultierenden finanziellen Mehrbelastung durch die Arbeitgeber gefordert wird, erweisen sich die Kontogebühren doch als Instrument zur Schröpfung der Lohnabhängigen.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

April 1969:
Bei DWM Berlin erscheint erstmals 'Der rote Weichensteller' (vgl. Juli 1969) mit dem Artikel "Schlangestehn macht Spass oder: Wie ich kämpfen muß, um meinen Lohn zu bekommen" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Quelle: Der rote Weichensteller Nr. 1, Berlin Apr. 1969, S. 8

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23.05.1969:
In Heidelberg gibt die SDS-Betriebsprojektgruppe eine Ausgabe der 'Roten Kommentare' (vgl. 13.5.1969, 9.6.1969) heraus mit dem Artikel "Deutsch-amerikanische Freundschaft" zu den Beschäftigten der US-Army, die von der ÖTV vertreten, durch bargeldlose Lohnzahlung und Abbau der übertariflichen Zulagen belastet werden.
Q: Rote Kommentare Strassenbahnfahrpreiserhöhung, Heidelberg 23.5.1969, S. 2

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30.06.1969:
Bei Gillette Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche durch Kollegen im Betrieb in Zusammenarbeit mit der Basisgruppe Tempelhof das 'Gillette-Informationsblatt' Nr. 10 (vgl. 24.6.1969, 8.9.1969) zur für den 8. oder 9.7.1969 anstehenden Betriebsversammlung wobei auch auf die bargeldlose Lohnzahlung ab 1.11.1969 eingegangen wird.
Q: Gillette-Informationsblatt Nr. 10, Berlin o. J. (1969), S. 1

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Juli 1969:
Es erscheint die 'Schering Betriebskorrespondenz' Nr. 3 (vgl. Apr. 1969, Aug. 1969) mit dem Artikel "Bargeldlose Ausbeutung" zur Lohnzahlung auf Konto.
Q: Schering Betriebskorrespondenz Nr. 3, Berlin Juli 1969, S. 4

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Juli 1970:
In Hamburg gibt die DKP Betriebsgruppe Hafen ihre 'Kiek ut' (vgl. Juni 1970, Okt. 1970) heraus mit dem Artikel "Jetzt kostet auch das Giro-Konto Geld!" bei den Sparkassen, zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Kiek ut 45 DM das müsste der Grundlohn der I. Schicht für alle Häfenarbeiter sein!, Hamburg Juli 1970, S. 4

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13.07.1970:
In Hamburg erscheint vermutlich in dieser Woche, auf Juli/August datiert, die Nr. 3 der 'Blohm und Voss Arbeiterzeitung' (vgl. Juni 1970, Nov. 1970) mit dem Artikel "Schon wieder mehr Ausgaben für den Arbeiter!" zu den Kontogebühren der Neuen Sparkasse von 1864.
Q: Blohm und Voss Arbeiterzeitung Nr. 3, Hamburg Juli/Aug. 1970, S. 6

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12.10.1970:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Bosch Anfang dieser Woche die Nr. 3 des 'Roten Bosch-Zünders' (vgl. 2.10.1970, Dez. 1970) für Oktober heraus mit dem Artikel "Bargeldlose Lohnzahlung: was kostet uns das?".
Q: Roter Bosch-Zünder Nr. 3, Berlin Okt. 1970, S. 6

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03.11.1970:
Die IGBE (vgl. 15.12.1970) berichtet:"
RHEINISCHE BRAUNKOHLE: FÜR ALLE MITARBEITER NUR NOCH EIN TARIFVERTRAG
HÖHERE EINKOMMEN - MEHR KINDERGELD

Nach überaus langen und harten Verhandlungen einigten sich die Tarifpartner in der Rheinischen Braunkohle in ihrer abschließenden Sitzung ab 3.November 1970 über einen neuen Gehaltstarifvertrag sowohl als auch über einen neuen Manteltarifvertrag. Beide Verträge werden am 1.12.1970 in Kraft treten.

Ab 1. Januar 1971 wird das Gehalt bargeldlos an die Mitarbeiter zur Auszahlung gelangen."
Q: Einheit Nr.24,Bochum 15.12.1970,S.1 und 4

Januar 1971:
Die SBG Regensburg befaßt sich in der Nr.4 ihrer 'Arbeitersache' (vgl. Dez. 1970, Feb. 1971) aus dem IGM-Bereich u.a. mit der bargeldlosen Lohnauszahlung beim AEG Sachsenwerk und bei der MF Reinhausen.
Q: Arbeitersache Nr.4,Regensburg Jan. 1971,S.8

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Januar 1971:
'Der Hammer' - Betriebszeitung der Roten DEMAG Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK erscheint wahrscheinlich im Januar für DEMAG in Duisburg u.a. mit dem Artikel: "Bargeldlose Zahlung: Vorteile für wen?".
Q: Der Hammer Nr.1,Duisburg 1971

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27.01.1971:
Frühestens heute gibt die Rote Opel-Betriebsgruppe (RBG) der KPD/ML-ZK bei Opel Bochum die Nr.6 ihrer 'Zündkerze' (vgl. 17.12.1970, 9.2.1971) heraus. In einer Meldung wird festgestellt:"
GANZ SCHÖN KRANK

Für jeden im vergangenen Jahr nicht benutzten Krankenschein zahlt die BKK (Betriebskrankenkasse,d.Vf.) der Adam Opel AG 10 DM aus, d.h. 10 Mark für große Mengen eingesparter Arznei usw. Die Auszahlung dieser 10 DM handhabt die BKK aber nicht so, wie anderswo üblich, nämlich Auszahlung in bar. Nicht aber so die BKK. Sie kassiert den oder die Krankenscheine und wickelt die Rückzahlung über den Lohnweg ab (Konto), worüber bis zu 4 Wochen bis zur Erstattung vergehen."
Q: Zündkerze Nr.6,Bochum o.J. (1971)

22.04.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB die Nr.5 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 2.4.1971, 14.5.1971) heraus Es wird u.a. auf die bargeldlose Lohnzahlung (wie es sie bereits bei Schering gibt) eingegangen.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr.5,Berlin 22.4.1971,S.2f

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14.05.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB gibt die Nr.6 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 22.4.1971, 24.5.1971) heraus, die sich u.a. mit der bargeldlosen Lohnzahlung beschäftigt.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr.6,Berlin 14.5.1971,S.10

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30.06.1971:
Die DKP berichtet vermutlich von heute über die Zeche Minister Stein/Hardenberg Dortmund:"
UNPLANMÄSSIGE BETRIEBSVERSAMMLUNG IN DER ZW….. (Zentralwerkstatt, d. Vf.)

Berechtigte Empörung gab es bei der vorletzten Lohnabrechnung in der Z.W. Hardenberg. Einige Kollegen stellten fest, daß sie bis zu 250 DM weniger in ihrer Lohntüte hatten. Ein neues Abrechnungsverfahren, das die Direktion der Z.W. für die Belegschaft ausgearbeitet hatte, war der Grund einer unfreiwilligen Belegschaftsversammlung. Die Abrechnungsart ist so kompliziert, daß offensichtlich selbst die, die sich dieses System ausgedacht haben, nicht damit klar kommen. Sonst müßte ja der Lohn gestimmt haben. Bei dieser Arbeitsniederlegung marschierte die Belegschaft zum Betriebsratsbüro. Dort saß der im Anfang von der Belegschaft hoffnungsvoll erwartete PS-Direktor (Personal-Direktor,d.Vf.) Fricke. Aber wie enttäuscht sah sich die Belegschaft von diesem Kollegen! In der Diskussion um das neue Abrechnungssystem verhöhnte er die Kollegen, als er ihnen vorschlug, ihre 2 m langen und 20 cm breiten Abrechnungsscheine zu Hause nachzurechnen. Oder ob es sich um höhere Lohneinstufungen für benachteiligte Kollegen handelte, immer konnte man nur sein Bedauern hören. Viele Kollegen haben bereits Antrag auf eine höhere Lohneinstufung gestellt, z.B. Dreher, Schlosser und Schweißer. Diese qualifizierten Arbeiter würden draußen in der Metallindustrie auf jeden Fall mehr verdienen, auch würde ihre Zukunft besser gesichert sein.
Kollege Fricke scheint vergessen zu haben, wie es in einem Arbeiterhaushalt aussieht. Arbeiter haben kein dickes Bankkonto. Deshalb brauchen sie am Zahltag ihren vollen Lohn.
Erst durch den Protest der Belegschaft wurde erreicht, daß die Betriebsleitung sofort für alle Betroffenen Vorschußscheine ausschrieb, damit die Kollegen den ihnen zustehenden Lohn bekommen konnten."
Q: Kumpel-Post Die 'goldenen siebziger' Jahre für den Bergmann ??,Dortmund Aug. 1971,S.2

23.08.1971:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ein Extrablatt ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 16.8.1971, 30.8.1971) heraus, in dem neben der These 41 des Düsseldorfer Parteitages der DKP (vgl. 25.11.1971) unter der Überschrift "Gemeinsam sind wir stärker! Unser Recht, über die Lohnrunde 1971 zu sprechen!" eine Leserzuschrift von der Westfalenhütte abgedruckt wird, in der es u.a. heißt:"
Gezielte Orientierungsdaten sind vom Vorstand der IG Metall noch nicht erstellt, zumindest aber noch nicht veröffentlicht worden. Wir wissen, daß hier bei uns im Lande NRW die Preise um 5,9% gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind. Wir wissen, daß dieser Preisverfall von 5,9% durch Lohn- und Gehaltsforderungen aufgefangen werden muß.
Wir wissen, daß wir wenn wir rund 6% mehr auf unser Konto überwiesen haben wollen, 8% mehr verdienen müssen; denn 2% gehen durch Abgaben wie Steuer und Sozialversicherung wieder baden."
Q: Heisse Eisen Gemeinsam sind wir stärker!, Dortmund o.J. (1971)

06.09.1971:
Die DKP gibt bei Hoesch Dortmund vermutlich in dieser Woche eine auf September datierte Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 30.8.1971, 20.9.1971) heraus. Berichtet wird auch von den Gebühren für das Lohnkonto.
Q: Heisse Eisen Realeinkommen sichern - durch gemeinsame Aktionen, Dortmund Sept. 1971

Oktober 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 19 (vgl. 9.9.1971, 5.10.1971) als Betriebszeitung der Betriebsgruppe DWM mit dem Artikel "Bericht eines Kollegen von der Varta" über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Der rote Weichensteller Nr. 19, Berlin Okt. 1971, S. 5f

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November 1971:
Die Nr.14 des 'Röhrenkieker' - Betriebszeitung der Roten Mannesmann-Betriebsgruppe der KPD/ML) erscheint vermutlich im November für Mannesmann in Duisburg (vgl. 11.10.1971, Sept. 1972). Ein Leserbrief erhebt Beschwerde über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Der Röhrenkieker Nr. 14, Duisburg o. J. (1971), S. 7

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Januar 1972:
Bei Siemens Bremen gibt der KB Bremen (KBB) vermutlich im Januar seinen 'Kern' Nr. 2 (vgl. Dez. 1971, März 1972) heraus mit dem Artikel "Da haben wir den Salat?" zur bargeldlosen Lohnzahlung bzw. den Kontogebühren.
Q: Der Kern Nr. 2, Bremen o. J. (1972), S. 3f

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19.01.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP frühestens heute Nachmittag oder am Abend eine Ausgabe ihrer 'Heisse Eisen' (vgl. 15.1.1972, 7.2.1972) heraus. U.a. verbreitet die DKP auch einen Leserbrief:"
BLAUER BRIEF AN ALLE HOESCH-KUMPEL BEWEIST: HOESCH-BOSSE IN HARNISCH!

DAS GESCHÄFT MIT UNSEREM GELD!

Erst machten die Unternehmer unter Anwendung leichten Drucks die bargeldlose Lohnzahlung schmackhaft und setzten sie durch, jetzt sollen die Kollegen dafür bei den Banken bezahlen. Die Verflechtung der Großbanken und der Konzerne ermöglicht es den Herren immer, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Erst scheffeln sie Riesenbeträge, die durch die übermäßig langen Wartezeiten bei der Lohnauszahlung an Zinsen entstehen sowie durch eingesparte Personalkosten in den Lohnbüros. Jetzt möchten sie von unseren paar Kröten noch etwas mehr für sich abzwacken. So, liebe Kollegen, geht es nicht weiter. Wenn die Unternehmer nicht bereit sind, diese Kosten zu übernehmen, die sie in der Endkonsequenz heraufbeschworen haben, kann es für uns nur eine Schlußfolgerung geben:
Zurück zur alten Entlohnungsform.

Ein Kollege aus dem Stahlbau."
Q: Heisse Eisen Stellungnahme der DKP Dortmund, Dortmund Jan. 1972; DKP-Kreisvorstand Dortmund-Rudi Skott: Stellungnahme der DKP Dortmund zum Brief des Hoesch-Vorstandes an alle Belegschaftsmitglieder der Hoesch-Hüttenwerke in Dortmund, Dortmund o. J. (Jan. 1972)

20.01.1972:
Die Sozialistische Betriebsgruppe in der Revolutionär Kommunistischen Jugend (RKJ) Speyer der GIM gibt die Nr. 13 des 'Speyerer Betriebsreport' (vgl. 14.9.1971, Apr. 1972) heraus mit dem Artikel "Klambt-Druck: Bargeldlose Lohnzahlung…".
Q: Speyerer Betriebsreport Nr. 13, Speyer 20.1.1972, S. 6f

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Februar 1972:
Bei AEG Regensburg gibt die SBG die Nr.3 ihres 'Roten Sachsenwerkers' (vgl. Jan. 1972, März 1972) heraus, die sich u.a. mit der bargeldlosen Lohnzahlung bzw. den Kontogebühren befaßt.
Q: Roter Sachsenwerker Nr.3,Regensburg Feb. 1972,S.12

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14.02.1972:
In Regensburg gibt die Druck-Betriebsgruppe der SBG vermutlich in dieser Woche die Nr. 2 des 'Roten Widerdrucks' (vgl. 26.1.1972, März 1972) heraus. Zur bargeldlosen Lohnzahlung wird gefragt "Kontokosten aus unserer Tasche?".
Q: Roter Widerdruck Nr. 2, Regensburg Feb. 1972, S. 3 und 7

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März 1972:
Die Nr. 18 der Regensburger 'Arbeitersache' (vgl. Feb. 1972, 24.4.1972) der SBG erscheint mit dem Artikel "Banken = Lohnräuber" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Arbeitersache Nr. 18, Regensburg März 1972, S. 9

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April 1972:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr. 3 seines 'Druckarbeiters' (vgl. März 1972, Juli 1972) heraus Artikel "Aus den Betrieben", wobei von Springer berichtet wird über die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung bzw. die Kontogebühren.
Q: Der Druckarbeiter Nr. 3, Hamburg Apr. 1972, S. 12

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08.06.1972:
In Bremen erscheint der 'Mitmischer' (vgl. 15.2.1972, Okt. 1972) als Extrablatt "Griff in unsere Lohntüte" zu den Kontoführungsgebühren der Sparkasse Bremen bzw. der bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Mitmischer Extrablatt Griff in unsere Lohntüte, Bremen 8.6.1972

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27.06.1972:
In Regensburg gibt die Betriebsgruppe AEG Sachsenwerk der SBG ihren 'Roten Sachsenwerker' Nr.7 (vgl. 10.6.1972, 25.7.1972) für falsch datiert als Nr.5 für April heraus, der aus dem eigenen Betrieb u.a. über die bargeldlose Lohnzahlung bzw. die Kontokosten berichtet.
Q: Roter Sachsenwerker Nr.7,Regensburg Juni 1972,S.1

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Juli 1972:
Die AG Weser Betriebsgruppe des KB Bremen gibt die Nr. 11 ihres 'Brenner' (vgl. Mai 1972, Sept. 1972) heraus mit dem Artikel "Beispielhafte Aktion im Kampf gegen Kontogebühren" zur bargeldlosen Lohnzahlung bei Schünemann.
Q: Der Brenner Nr. 11, Bremen Juli 1972, S. 3

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03.07.1972:
Die Zelle Druckindustrie des KB Bremen gibt vermutlich Anfang dieser Woche ihre Zeitung 'Das Fundament' Nr. 4 (vgl. Apr. 1972, 30.10.1972) für Juli heraus mit dem Leitartikel "Schünemann: Für die Einheit der Belegschaft im Kampf gegen die Abwälzung der Kontogebühren auf den Rücken aller Kollegen".
Q: Das Fundament Nr. 4, Bremen Juli 1972, S. 1f

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08.07.1972:
Bei Nordmende Bremen hat heute der KB Bremen (KBB) Redaktionsschluß für seine 'Antenne' Nr. 9 (vgl. Juli 1972, 17.9.1972) mit dem Artikel "Für die Einheit der Belegschaft im Kampf gegen die Abwälzung der Kontogebühren auf den Rücken aller Kollegen" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Die Antenne Nr. 9, Bremen Juli 1972, S. 8f

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13.07.1972:
Auf der Hoesch Westfalenhütte findet eine Vollversammlung der Vertrauensleute der IGM statt. In einem Bericht der DKP, den wir - unautorisiert - im Interesse unserer auswärtigen und ausländischen Leserschaft ins mehr oder minder Hochdeutsche übersetzt haben, heißt es:"
DIE ROTEN ZAHLEN DES DR. HARDERS

Aber was der Harders dann über die Geldtüten gesagt hat: 'Auch in Zukunft möchte ich die Geldtüten gefüllt wissen, Eure und meine!!' Ich dachte, mich trifft der Schlag. Und Josef Becker hat gar den 'Messias' gesehen. Bloß, ob der Harders überhaupt weiß, was in unseren Geldtüten drin ist?

Ich wüßte jedenfalls nicht, daß meine schon einmal voll war. Bloß eines weiß ich, daß die Arbeit mehr geworden ist, und meine Geldtüte auf dem Konto jetzt mit einer 'Kontoführungsgebühr' versehen werden soll. Aber das macht ja nur 20 Mark im Jahr. Für Herrn Dr. Friedrich Harders sicher nicht viel!"
Q: Heisse Eisen Nr. 12, Dortmund Juli 1972, S. 1 und 3f

19.07.1972:
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche, laut Herausgabeplan (vgl. 14.2.1972) heute, ihre 'Heisse Eisen' Nr.12 (vgl. 13.7.1972, 16.8.1972) auf Juli heraus. Einige Meldungen finden sich in der Rubrik:"
VERSCHIEDENES

Die Geldinstitute setzten jetzt endgültig zum Angriff auf unsere Pfennige an. Nachdem zur Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung die tollsten Versprechungen in punkto kostenlos gemacht wurden, wollen die Kassen jetzt, nachdem je Buchung bereits 50 Pfennig Gebühr erhoben werden, die Kontenführung mit 20 DM pro Jahr belasten. Es ist an der Zeit, daß die zur Kasse gebeten werden, die der Belegschaft die bargeldlose Lohnzahlung aufgezwungen haben."
Q: Heisse Eisen Nr. 12, Dortmund Juli 1972

27.07.1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen 'Kommentar' (vgl. 29.6.1972, 20.11.1972) heraus. In "Zahlung der Kontogebühren durch die Kapitalisten" wird berichtet von der Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung u.a. bei Klambt in Speyer und bei Teldix, BBC Stotz, International Harvester und dem Öffentlichen Dienst in Heidelberg.
Q: Kommentar Jetzt Tarifforderungen im Betrieb aufstellen, Mannheim 27.7.1972, S. 3f

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07.08.1972:
Bei Klöckner Bremen gibt die Zelle des KBB vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Für die einheitliche Kampffront der Klöcknerbelegschaft" heraus. Gefordert wird wegen der Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung "Übernahme der Kontogebühren durch die Firma!".
Q: KBB-BZ Klöckner: Für die einheitliche Kampffront der Klöcknerbelegschaft, Bremen o. J. (1972), S. 1

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24.09.1972:
Laut IGBE (vgl. 15.12.1971, 15.5.1972) soll heute in Hannover ihr 10. Gewerkschaftskongreß (vgl. 30.9.1971) beginnen (vgl. 3.1.1972), der am 28.9.1972 abgeschlossen sein soll.

Die IGBE dokumentiert in ihrer 'Einheit' (vgl. 1.8.1972) u.a. folgende Anträge:"
86. Ortsgruppen Alt-Heide; Billmerich; Hemmerde; Lenningsen; Lünern; Mühlhausen; Nordbögge; Langendreer-Kaltehardt; Langendreer-Ost; Langendreer-Wilhelmshöhe; Langendreer; Chemische Betriebe Amalia; Elversberg; Kley; Lütgendortmund-Süd-Ost; Castrop Rauxel 12, 13, 14, 15; Dortmund-Kley; Lütgendortmund-Süd-Ost; Castrop-Rauxel.

Antrag:
Der 10.Gewerkschaftskongreß möge beschließen:

Der Hauptvorstand wird beauftragt, sich dafür einzusetzen, daß bei der bargeldlosen Lohn-, Gehalts- und Rentenzahlung den Kontoinhabern keine Kosten entstehen.

Begründung:
Bei der Einführung der bargeldlosen Lohn-, Gehalts- und Rentenzahlung sind von Arbeitgebern, Rententrägern und Geldinstituten gebührenfreie Abwicklung zugesichert worden."

125. Ortsgruppen Jungferntal; Kirchlinde-Süd; Marten-Hangeney; Eving-Ost; Eving-Nord-Ost; Eving-Fredenbaum; Obereving; Brechten; Lindenhorst; Eving-Nord, Dorstfeld-Oberndorf-West; Dorstfeld-Oberndorf-Süd; Dortmund-Süd-West; Versuchsgrube; Derne; Boy; Welheim; Johannestal; Bottrop-Ost; Eigen; Eschweiler-Wetterschacht; Alsdorf-Busch; Dürwiß; Eschweiler-Mitte; Herten 1; Röllinghausen; Eickel 1, 2 und 3; Horst 8/2; Buer 1/2 und 3; Horst 8/2; Buer 1/2; 1/8 und 9; 1/3 und 5; Buer 1/10; 1/4 und 6; Buer 1/7; Resse 3/1, 3/2-3; Atenbögge; Bergkamen-Mitte; Kamen; Wölfersheim; Hemmingstedt/Heide; Ebel/Welheimer Mark.

Antrag:
Der 10.Gewerkschaftskongreß möge beschließen:

Der Hauptvorstand wird beauftragt, sich dafür einzusetzen, daß die Kontengebühren für Lohn- und Gehaltsempfänger vom Unternehmen getragen werden.

Begründung:
Durch die bargeldlose Lohnzahlung haben die Arbeitgeber Kosten eingespart, so daß sie die Kosten der Kontoführung übernehmen sollten."
Q: Einheit Nr.24, 10, 15 und 19,Bochum 15.12.1971, 15.5.1972, 1.8.1972 bzw. 1.10.1972,S.1, S.3, S.4 und 6ff bzw. S.1ff

April 1973:
Bei den Stahlwerken Bochum (SWB) gibt die DKP die Nr. 3 ihrer 'Stahlhart' (vgl. 26.2.1973, 9.4.1973) heraus mit dem Artikel "Keinerlei Nebenkosten?" zur bargeldlosen Lohnzahlung bzw. den Kontogebühren.
Q: Stahlhart Nr. 3, Bochum Apr. 1973, S. 1

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03.04.1973:
In Mannheim gibt das Betriebskollektiv B& R der KG (NRF) einen 'Kommentar für die Kollegen von Bopp & Reuther' (vgl. 24.10.1972, 21.5.1973) heraus unter der Schlagzeile "Für sofortige innerbetriebliche Lohnerhöhung in ausreichender Höhe für alle gleich" zur Forderung nach einer Teuerungszulage (TZL). Der Artikel "Kontoüberweisung nicht auf Kosten der Arbeiter und Angestellten" behandelt die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Kommentar für die Kollegen von Bopp & Reuther Für sofortige innerbetriebliche Lohnerhöhung in ausreichender Höhe für alle gleich, Mannheim 3.4.1973

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07.08.1973:
Die Berliner Werkszelle Siemens Wernerwerk Gebäude 1 der KPD gibt ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) Nr. 5 (vgl. 16.9.1974) heraus mit der "Korrespondenz: Neue Lohnzahlung" über die geplante bargeldlose Lohnzahlung, die es bei SEL schon gibt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Siemens Wernerwerk Gebäude 1 Nr. 5, Berlin 7.8.1973, S. 5

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Oktober 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe Arnold und Richter (Arri) des AB (ex-ABG) ihre 'Rote Optik' Nr. 25 (vgl. Sept. 1973, 19.11.1973) für Okt./Nov. vermutlich im Oktober heraus. Berichtet wird u.a. über die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Rote Optik Nr. 25, München Okt./Nov. 1973, S. 1 und 3

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Oktober 1973:
In Berlin besuchen, nach eigenen Angaben, 35 eine Veranstaltung der Konzernzellenleitung (KZL) Siemens der KPD gegen die Einführung der bargeldlosen Lohnauszahlung.
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 12.12.1973

23.10.1973:
Bei Siemens Berlin gibt die Konzernzellenleitung der KPD einen Sonderdruck "Bargeldlose Lohnzahlung. Bezahlte Stunden frei im Monat - wie durchsetzen?" ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 26.7.1972, 16.4.1974) heraus mit der Forderung nach drei bezahlten freien Stunden im Monat und der Übernahme der Kontogebühren durch Siemens.
Eingeladen wird zur Veranstaltung am 25.10.1973 im 'Berliner Kindl' in der Quitzowstr. 120 in Moabit.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Siemens Sonderdruck Bargeldlose Lohnzahlung. Bezahlte Stunden frei im Monat - wie durchsetzen?, Berlin 23.10.1973

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23.10.1973:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von Salamander/Speyer' (vgl. 26.9.1973, 28.2.1974) heraus mit dem Artikel "Aus den Abteilungsversammlungen: Wie kriegen wir den Lohn bezahlt?" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Kommentar für die Kollegen von Salamander/Speyer Jetzt eine Gewerkschaftsmitgliederversammlung fordern, Mannheim 23.10.1973, S. 3

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November 1973:
Die Zelle Siemens Wernerwerk der KPD führt vermutlich im November eine Veranstaltung gegen die Einführung der bargeldlosen Lohnzahlung durch.
Q: Rote Fahne Nr. 47, Dortmund 20.11.1973, S. 5

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12.11.1973:
Die Zelle Siemens der KG Westberlin gibt ihre Zeitung 'Der Metallarbeiter' (vgl. 25.2.1974) heraus mit dem Artikel "Bargeldlose Lohnzahlung", die ab nächstes Jahr verpflichtend wird.
Q: Der Metallarbeiter - Siemens, Berlin 12.11.1973, S. 3

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12.12.1973:
Die KPD gibt ihre Rote Fahne Nr. 50 (vgl. 5.12.1973, 19.12.1973) heraus mit dem "Bericht der Zelle Siemens-Wernerwerk Westberlin: Gegen bargeldlose Lohnzahlung!".
Q: Rote Fahne Nr. 50, Dortmund 12.12.1973, S. 4

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19.12.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr. 51/52 (vgl. 12.12.1973, 3.1.1974) heraus. Von Siemens Berlin wird u.a. berichtet von der bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Rote Fahne Nr. 51/52, Dortmund 19.12.1973, S. 8

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08.04.1974:
Bei Arnold und Richter (Arri) München gibt die Betriebsgruppe des AB ihre 'Rote Optik' Nr.31 (vgl. März 1974) vermutlich in dieser Woche heraus. Eingegangen wird u.a. auf die bargeldlose Lohnzahlung.
Q: Rote Optik Nr. 31, München Apr. 1974, S. 4

Muenchen_Arri159


21.11.1974:
Die Ortsgruppe Köln des KBW gibt zur heutigen 'Kommunistischen Volkszeitung' Nr. 25 eine Ortsbeilage heraus mit dem Artikel "KHD soll die Kontogebühren zahlen!" zur bargeldlosen Lohnzahlung.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Ortsbeilage Köln Nr. 25, Köln o. J. (1974), S. 2

Koeln_KVZ017


20.06.1974:
Die Ortsgruppe Speyer der GIM gibt den 'Speyerer Betriebsreport' Nr. 22 (vgl. 20.6.1974, 23.9.1974) heraus mit dem Artikel "Speyerer Vertrauensleute fordern Alterssicherung".
Q: Speyerer Betriebsreport Nr. 22, Speyer 20.6.1974, S. 4

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11.07.1977:
Der KBW Bezirk Mittlerer Neckar gibt zur heutigen Nr. 28 die 'Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar' (vgl. 12.6.1977, 18.7.1977) zur KVZ heraus mit dem Artikel "Kontoführungsgebühren" zu deren jüngster Erhöhung bei der Deutschen Bank.
Q: Kommunistische Volkszeitung - Bezirksbeilage Mittlerer Neckar Nr. 28, Stuttgart 10.7.1977, S. 1

Mittlerer_Neckar_KBW021


Letzte Änderung: 02.05.2020