Berliner Extra-Dienst

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 15.10.2021

Der "Berliner Extra-Dienst" war die Nachfolgezeitung des "Berliner Extra-Blatts". Die erste Nummer der Zeitung erschien am 20. Mai 1967; die letzte, laut "Zeitschriftendatenbank", am 30. Januar 1979 (Nr. 9).

In der Auseinandersetzung mit dem "Extra-Blatt" wandte sich die "Rote Presse Korrespondenz" mit der Nr. 1 vom 22. Februar 1969 vom Extra-Blatt" ab und erklärte sich für eine neue Zeitung, die eine neue Frontstellung aufbauen wolle. Sie solle sich gegen "jede autoritäre Herrschaft" wenden. Die neue Zeitung, die "RPK", wolle "antirevisionistisch, antiimperialistisch und antineokolonialistisch" sein und sich für die unterdrückten Völker der Dritten Welt einsetzen, so die "Gründungserklärung" (vgl. "Rote Pressekorrespondenz" Nr. 1/1969, S. 1.). Der "Berliner Extra-Dienst" ging 1979 in die Zeitung "Die Neue" auf. Diese sollte wohl ein Gegenentwurf zur 1978 gegründeten "Tageszeitung" (taz) sein. "Die Neue" wurde mit der Ausgabe 43 vom 29. Oktober 1982 eingestellt.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

1. Jahrgang, 1967

2. Jahrgang, 1968

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

20.05.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 1 erscheint. Hierbei handelt es sich um die erste Ausgabe überhaupt.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Passierscheine: Albertz-Brief an Abusch liegt in Bonn"
- "Berliner SPD: Offener Fraktionskampf"
- "SHB: Leber neuer Sonntagsredner"
- "Schüler: Überregionale Zeitung"
- "Presse: Zensur in der Bunten Illustrierten"
- "Bremen: Rundfunk setzt Springer-Sendung ab"
- "Film: Vierter Mauer Streifen aus der DDR"
- "Theater: Wenig erfolgversprechende Westberliner Pläne"
- "Kabarett: Neuss verschiebt Pläne"
- "Personalien'"
- "Ekkehart Krippendorff: Der Extra-Kommentar: After Meinungen"
- "Entwurf zur Klärung sozialdemokratischer Politik"

Berichtet wird u. a. über die erste Bundestagung der von Studenten und Schülern initiierten "Unabhängigen Schülergemeinschaft" am 17. und 18. 6. in Frankfurt/M. und die Gründung der Schülerzeitung "Roter Turm" der Zehlendorfer Schadow-Schule, über den West-Berliner RC und die Eröffnung seiner Räume in der Wielandstraße am 20.5. Beigefügt ist der Ausgabe ein Bestellschein für den "Extra-Dienst" bei einem Inlandsabonnementenpreis von 5 DM monatlich.
Quelle: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 1, West-Berlin, 20. Mai 1967.

24.05.1967:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 2 erscheint mit einer Dokumentation: "Thesen gegen Alleinvertretungs-Anspruch".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDR: Winzer-Reise soll doch Anerkennung bringen"
- "West-Berlin: Keine neuen Unerwünschten aus der DDR"
- "Schah-Besuch: Bild-Zeitung Nachrichtendienstlich tätig"
- "Chemieindustrie: Gewerkschaft fordert Senats-Stellungnahme"
- "SPD West-Berlin: Hält Büsch durch?"
- "Posener Messe: Senator König fährt offiziell"
- "Rundfunk: SFB stellt III. Programm ein"
- "Verlagswesen: Schwierigkeiten bei Voltaire?"
- "Personalien"

Berichtet wird u. a. über den anstehenden Schahbesuch im Juni 1967 und den iranischen Geheimdienst (SAVAK), der Bild-Zeitung, die einen Fragebogen an die "Vereinigung Iranischer Studenten" in Hamburg verschickte. Darin werden Fragen zum Schah-Besuch gestellt.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 2, West-Berlin, 24. Mai 1967.

27.05.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 3 erscheint mit einer Dokumentation: "Brief eines Soldaten aus Vietnam an seine Eltern".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Außerordentlicher Bundesparteitag in Vorbereitung"
- "Wirtschaftspolitik: Industrie auf Anti-Schiller-Kurs"
- "Westberliner SPD: Soll Albert Klaus Schütz weichen?"
- "Firmenverlegung: West-Berlin ist nicht ohne Risiko"
- "Westberliner Studenten: Geldsammlung für die FNL"
- "Strafvollzug: Glocke -Zellen in Tegel und Moabit bleiben"
- "Westberliner Theater: Oper am Lehniner Platz?"
- "Hinweis"
- "Extra Blatt zum Russell-Tribunal in Stockholm"
- "Personalien (Horst Grabert, Ernst Niekisch, Mike Nichols, Karl Theodor von und zu Guttenberg)"
- "Thesen zur inneren Reform der SPD"

Geworben wird für den "Gewerkschaftsspiegel".
Berichtet wird u. a. über eine Sonderausgabe des "BED" zum Russell Tribunal in Stockholm, über eine Geldsammlung von West-Berliner Studenten für die FNL. Ein "Vietnam-Komitee wurde unter Beteiligung von SDS, SHB, HSU LSD gegründet. Die Geldsammlung "soll den Ankauf von Medikamenten finanzieren". Bei einer Flugblatt-Kampagne wollen die Studenten außerdem amerikanische Soldaten dazu auffordern, den Einsatz in Vietnam zu verweigern.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 3, West-Berlin, 27. Mai 1967.

31.05.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 4 erscheint mit einer Dokumentation: Reinhard Lettau: "Von der Servilität der Presse".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Presse: Spiegel-Verfügung gegen Konkret"
- "Ausländerpolizei: Der Fall Lettau und andere"
- "Notstandsgesetze. Kein Platz für Gegner in West-Berlin"
- "Vietnam: Teile der SPD demonstrieren mit den Falken"
- "Kabarett: Besuche von der Politischen Polizei"
- "Schuldbildung: Lehrer gegen Gewerkschaften"
- "Hinweis"
- "Stadtplanung: Ost-Berlin rechnet mit 2,1 Millionen Einwohnern"
- "Sing-Out: Von den Schwierigkeiten des Massen-Gesangs"
- "Personalien: Dr. Bahman Nirumand, Hans A. Nikel, Hans Abich"
- "Polizeipräsident: Sie unter Anwendung unmittelbaren Zwangs abzuschieben"
- "Günter Grass: Reinhard Lettau wird mein Gast sein"

Berichtet wird u. a. über eine "Spiegel"-Verfügung gegen die Zeitschrift "Konkret". Der "Spiegel" wehrt sich gegen eine Satire: "Spiegel an Springer verkauft". Weiter wird berichtet über den deutschsprachigen Schriftsteller Reinhard Lettau mit amerikanischer Staatsangehörigkeit, dem bisher eine Aufenthaltserlaubnis vom West-Berliner Ausländeramt verwehrt wurde.
Berichtet wird weiter von Plakaten, die sich gegen die Notstandsgesetze richten und an Berliner Litfaßsäulen hängen. Eine Klage gegen den Maler Ruckhaberle wurde vom Landgericht abgewiesen. Weiter wird berichtet über eine Vietnam-Demonstration der West-Berliner Falken am 3.6. unter der Parole: "Keine SPD-Unterstützung für den schmutzigen Krieg in Vietnam", weiter über das engagierte politische Kabarett, das von der politischen Polizei beobachtet wird, über eine Sonderausgabe des BED. Berichtet wird noch über die "Sing-Out" Bewegung, weiter über Nirumand und Hans Abich. Reinhard Lettau schreibt in einer Dokumentation über die "Servilität der Presse". Und Günter Grass lädt Lettau zu sich ein.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 4, West-Berlin, 31. Mai 1967.

03.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr.5 erscheint mit einer Dokumentation von Bahman Nirumand: "Die permanente Konterrevolution - Persien und der Westen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Staatsbesuch: Jubelnde Perser aus Nahost eingeflogen"
- "DDR: Prominenten-Tochter nicht in die SED"
- "Schering AG: Durch Zechenschließung 45 Millionen verdient"
- "Bundespräsident: Erhard als Lübke-Nachfolger genannt"
- "Lieber nach Polen: Drei Namen im Gespräch"
- "Knudsen-Doktoranden: Auf der Suche nach einem neuen Vater"
- "Personalien"
- "Mohammed Reza Pahlewi"
- "Hinweise"

Berichtet wird über den Besuch des Schahs von Persien in Deutschland. Zum Besuch in Berlin seien "meist Mitglieder der Geheimpolizei" nach West-Berlin eingeflogen worden. Dazu heißt es noch: "Die Mehrheit der 'jubelnden Landsleute', die der Schah im Garten seines Hotels bei Bonn empfing und deren Pässe er vor den Kameras des westdeutschen Fernsehens signierte, waren Angehörige der persischen Geheimpolizei. Die persischen Geheimpolizisten beschäftigten sich in ihrer Jubelfreizeit mit der Provokation von Zusammenstößen mit demonstrierenden persischen Studenten, was sich in der westdeutschen Presse als 'Zusammenstöße zwischen Royalisten und Schahgegnern' niederschlug. Der Wirtschaftsattache des Kaiserlichen-Iranischen Konsulats in West-Berlin, Ghazi, warb in Westberlin 35 Perser gegen Zahlung von 80 DM Spesen und Zahlung der Flugkosten zum Jubeln an; die Perser wurden in die Bundesrepublik geflogen, wo sie an der Schah Rundreise teilnahmen. Als Zusatzhonorar wurde den Jubelpersern für Sommer oder Herbst ein 14-tägiger Erholungsurlaub in Persien zugesagt, dessen Kosten die Regierung des Kaiserreichs Iran tragen würde".

Berichtet wird weiter von "der Tochter des Gründers der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und ehemaligen Außenminister, Dr. Lothar Bolz, der Übertritt von der NPD zur sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) verwehrt", über die Schering AG, die Hauptaktionär der Concordia AG mit 65,5% ist. Sie soll durch Zechenschließungen ca. "45 Millionen verdient" haben. Die Nr. 1. des "Oberbaum-Blatts" ist am 1. Juni erschienen. Das Blatt erscheint "bei der Oberbaumpresse", Herausgeber ist Hartmut Sander. Die Nr. 1 beschäftigt sich u. a. mit dem Schah-Besuch in West-Berlin. In Sachen "Brüsseler Kaufhausbrand". Ermittlungsergebnisse sollen verschwunden sein. Biographische Daten gibt es zu: "Walter Ulbricht, Mohammed Reza Pahlewi, Geworben wird für die "Sonderausgabe des Extra-Blatts zum Vietnamtribunal in Stockholm" (Russel-Tribunal). In der Dokumentation von Nirumand zieht dieser den roten Faden von den Vorgängern in Vietnam über die Abhängigkeit der ehemaligen Kolonialländer von den staatskapitalistischen Gesellschaften bis zur persischen Konterrevolution.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 5, West-Berlin, 3. Juni 1967.

10.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 7 erscheint mit einer Dokumentation von Peter Brückner: "Über Ordnung, Unmenschlichkeit und den Geist der deutschen Universität".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Westberlins Senat: Landesverratsverfahren gegen Welt-Redakteur?"
- "Straßenschlacht vor der Oper: Von der Polizei eingeplant"
- "Albertz-Rückzug: Spiegel-Interview soll nicht erscheinen"
- "Bonner SPD: Intervention im Schöneberger Rathaus erwogen"
- "Gerüchte: Es gab keinen zweiten Toten"
- "Polizeigewerkschaft: Kollegen sollen schweigen"
- "RIAS: Tribunal gegen Sam Jensen"
- "Bildzeitung: Wir schießen zurück"
- "Morgenpost: Der Name war bekannt"
- "Telegraf und Abend: Keine Todesanzeige für Ohnesorg"
- "Der Abend: Zwei Mitarbeiter gehen"
- "DDR-Literatur: Neuer Subjektivismus"
- "Pädagogische Hochschule: Gottschalch soll gehen"
- "Studenten rufen Arbeiter zur Solidarität auf"
- "Walter Sickert: Schuld haben nur die Demonstranten"
- "Falken: Nach Duesing müssen auch Albertz und Büsch gehen"
- "Betriebsräte: Protest gegen Unfreiheit in West-Berlin"
- "Solidaritätsadresse an den AStA der FU"
- "Resolution an den regierenden Bürgermeister"
- "Extra Meinung: Einige Folgerungen"

Berichtet wird u. a. über den Tod von Benno Ohnesorg, über die Straßenschlacht vor der Oper, die von "von der Polizei eingeplant war", über Gerüchte, die von einem zweiten Opfer bei den Demonstrationen gegen den Schah-Besuch vor der deutschen Oper berichten, über eine Mikrophonsperre gegen Sam Jensen (RIAS), der sich gegen die "BZ" richtete, die nach der Demo davon sprach: "Das ist Terror", über eine lancierte Meldung der "Bild"-Zeitung, dass Studenten nun "zurückschießen werden". Berichtet wird weiter über den Todesschützen Kurras, über den "Telegraf" und den "Abend", die keine Todesanzeigen für Benno Ohnesorg schalten wollen.

Über die jüngste Geschichte der FU erscheint von Peter Brückner eine Dokumentation. Der AStA der FU ruft die West-Berliner Bevölkerung zur Solidarität auf und wendet sich auch an die Arbeiterschaft. Dazu wird eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Sachverhalte an der deutschen Oper aufklärt und den "Ausnahmezustand" beim Schah-Besuch verurteilt. Zudem werden Fakten über den Schah veröffentlicht. Der DGB-Vorsitzende Walter Sickert, erklärt sich dahingehend, die von der "Unverantwortlichkeit des AStA spricht, der die Arbeiterschaft aufwiegeln will: "Die Schuld für das Todesopfer und für die Verletzten liegt nur bei den Personen, die die Demonstration in Szene gesetzt haben". Der Landesvorstand der Falken ruft u. a. zum Rücktritt von Albertz auf. Vertrauensleute und Betriebsräte aus verschiedenen West-Berliner Betrieben solidarisieren sich mit dem AStA der FU. In einer "Extra-Meinung" wird das West-Berliner Abgeordnetenhaus als eine "Karikatur eines demokratischen Parlaments bezeichnet". Und: "Die 5-Prozent Klausel muss ersatzlos gestrichen werden. (…) Auf jeden Fall muss die Ermittlung gegen den politischen Polizisten Kurras bis Ende Juni abgeschlossen und das volle Ergebnis veröffentlicht sein". Aufgerufen wird zum Abonnieren der Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 7, West-Berlin, 10. Juni 1967.

14.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 8 erscheint mit Dokumentationen: Werner Doye/Hendrik Schmidt/Bettina Lohmann u. a.: "Zum gegenwärtigen Verhältnis der Berliner Presse zur Studentenschaft". Und: Gerhard Zwerenz: "Über diese SPD".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Senatspresseamt: Peter Herz soll gehen"
- "Senatsumbildung: Schütz will jetzt nicht nach West-Berlin"
- "Untersuchungsausschuss: 'Rädelsführer' schon geortet"
- "Alliierte Schutzmächte: Demonstrationsverbot unklug"
- "Kommune West-Berlin: Sie küssten und sie trennten sich"
- "RIAS-Tribunal: Milde Strafe für Schallplatten-Jockey"
- "Presseberichterstattung: Kartei nach Lochkartensystem"
- "Boykotthetze: Demonstranten dürfen nicht mehr hetzen"
- "Diplomatischer Dienst: SPD will Mann in Warschau"
- "Wahlrechtsreform: CDU plötzlich Ja, SPD neuerdings Nein"
- "Sozialdemokratie: Opposition vertat Parteitags-Chance"
- "Hinweise"
- "Augenzeugenbericht: Die Schweine werden schon wieder frech"

Berichtet wird u. a. über die Führungskrise der West-Berliner SPD. Die Mehrheit der SPD-Führung wünsche sich die Abberufung des Senatssprechers Peter Herz, der sich im Falle Ohnesorg eine "unnachrichtliche Nachrichtenpolitik" betrieben haben soll. Eine Senatsumbildung soll zur Zeit nicht stattfinden. Der Sicherheitsausschuss des Abgeordnetenhaus soll auf der Suche nach den "Rädelsführern der Studentendemonstrationen" sein. Im Zentrum stehe der "Republikanische Club", Mitglieder des "Extra-Blatts", Horst Mahler, der "Extra-Dienst" u. a. Die Alliierten in West-Berlin halten ein Demonstrationsverbot für "unklug". Die sog. "Horrorkommune" in West-Berlin hat sich gespalten. Weiter wird berichtet über das "RIAS-Tribunal". "Sam Jensen erhielt Mikrofon-Sperre von 3 Wochen. "Eine ausführliche Pressekartei nach Lochkartensystem über die Berichterstattung westdeutscher und West-Berliner Zeitungen zum Schah-Besuch wird zur Zeit im Auftrag des 'Republikanischen Clubs' angelegt. Gerhard Zwerenz teilt gegen die SPD kräftig aus: "Es ist hohe Zeit, mit der Akrobatik aufzuhören. Eine Partei, die gewählt werden will, muss sich auch aber auch dazu verstehen, die Interessen ihrer Wähler wahrzunehmen, nicht aber die Interessen der Wähler, die ihre Stimmen nicht ihr, sondern der anderen Partei gegeben haben. Ist dem nicht so, können wir uns den Gang zur Wahlurne schenken". Berichtet wird noch über eine Hetzjagd gegen Demonstranten. In der Doku: "Zum gegenwärtigen Verhältnis der Berliner Presse zur Studentenschaft", wird eine "Materialsammlung" seit dem 2.6.1967 vorgestellt und gefolgert: "Von besonderem Interesse dürfte die Folgerung sein, welchen erheblichen Einfluss eines relativen Pressemonopols auf politische Prozesse haben kann".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 8, West-Berlin, 14. Juni 1967.

16.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 9 erscheint mit einer Dokumentation eines Teils der jungen Linken in der SPD: "Zur Konzeption einer Entspannungspolitik".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Besatzungsmächte: West-Berlin ist kein Bundesland"
- "Todesschütze Kurras: Schon einmal wegen Körperverletzung angezeigt"
- "Karnatz-Fahrer: Schlug auf Demonstranten ein"
- "Geheimdienst: Tagung mit Publizisten"
- "Neues Hochschulgesetz: Die Konservativen werden meutern"
- "Wühlmäuse: Neuer Prozess gegen Springer-Konzern"
- "Wolfgang Neuss: Endlich heute Premiere"
- "Rektorenwahl: Mediziner, weil Klinikum eingeweiht wird"
- "Kunst in der DDR: Jeder interpretiert die Wirklichkeit"
- "Studentenpresse: Dreimonatszeitung für West-Berlin geplant"
- "Springerpresse. Angriff auf Gruner+Jahr"
- "Westpresse im Ostblock: Bulgarien interpretiert pro Woche 5.000"
- "Hinweise"

Die Doku der jungen Linken in der SPD: "Zur Konzeption einer Entspannungspolitik,
gliedert sich in:
- "Zur Frage der äußeren Grenzen"
- "Die deutsche Teilung"
- "Das Berlin Problem"
- "Der militärische Status der beiden Teile Deutschlands"
- "Zur Osteuropa- und Deutschlandpolitik"

Zusammenfassend sei zu fordern: Ein wichtiger Abschnitt ist der zur Oder-Neiße Grenze. Dazu wird festgehalten: "Die 1945 vollzogenen Grenzveränderungen sind ein Ergebnis des vom Deutschen Reich unter der Reichskanzlerschaft Hitlers ausgelösten Vernichtungskrieges. (…) Die Politik der Nichtanerkennung der Oder-Neiße Grenze zielt, wenn sie ernst gemeint sein soll, aber nicht nur auf Grenzrevision, sondern auch auf die Revision der jüngeren Geschichte". Und zum "Alleinvertretungsanspruch wird ausgeführt: "Aufgabe des Alleinvertretungsanspruches. Ersatzlose Abschaffung der Hallsteindoktrin. Anerkennung beider deutscher Staaten. (…) Die Osteuropa-und Deutschlandpolitik muss sich orientieren an den in Mittel- und Osteuropa vorgegebenen politischen Verhältnissen und an den Interessenlagen der anderen Mächte, besonders der Großmächte. (…) Die bestehenden Grenzen in Europa sind anzuerkennen von der BRD, insbesondere die Oder-Neiße Linie als polnische Westgrenze".

Berichtet wird u. a. über die alliierten Besatzungsmächte in West-Berlin, die Albertz politisch desavouieren. Sie stören sich an den Status West-Berlins und meinen, dass "Berlin nicht als ein Land der Bundesrepublik anzusehen und auch nicht als ein Land der Bundesrepublik zu regieren ist", über Kurras, der schon mal wegen Gewalttätigkeiten aufgefallen sei, über das neue West-Berliner Hochschulgesetz, dass der Kultursenator Werner Stein vorlegen will, weiter über einen Prozess gegen Dieter Hallervorden (Chef der "Wühlmäuse"), der wegen seiner Darstellung der "Lust auf der Bühne" angezeigt worden war. Berichtet wird über Wolfgang Neuss und sein neues Programm: "Asyl im Domizil", über die Rektorenwahl an der FU, über den sog. "sozialistischen Realismus" in der DDR, über ein mögliches Drei-Monatsblatt der Studentenpresse als sog. "Anti-Springer-Bastion". Geworben wird für eine Sonderausgabe des "Extra-Blatts" über Vietnam und den Fall Ohnesorg". Aufgerufen wird zu Spenden für Vietnam.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 9, West-Berlin, 16. Juni 1967.

21.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 10 erscheint mit einer Dokumentation von Dr. Ekkehart Krippendorff: "Zum 17. Juni 1967".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ostpolitik des Senats: Warten auf Bonn"
- "Arbeitgeber: Keine Gewerkschaftszeitung in Betriebe"
- "West-Berliner Justiz: Immer noch kein Decot-Verfahren"
- "Australische Militärmission West-Berlin: Menschliche Chemie"
- "Britisches Atombunker-Hospital: Angenehm für Berlins Behörden"
- "Reichskabarett: Neues Programm im September"
- "Studentenpresse: Auch in Hamburg Extra-Blatt"
- "West-Berliner Kunstverein: Beschlussunfähig"
- "Theaterwissenschaftler: Warnschuss gegen Knudsen ohne Erfolg"
- "Personalien"
- "West-Berliner Hinweise"

Die "Erklärung von Krippendorff zum 17. Juni" fußt auf einer Rede, die er am 17. Juni dieses Jahres in Tübingen an der Uni gehalten hat. Die Rede geht u. a. auf den 17. Juni 1953 ein, den 4. Juni in den USA, den 14. Juli in Frankreich, den deutschen 9. November, die Katastrophe von 1933, das Jahr 1848, den 20. Juli 1944, den Bauernaufstand von 1525. Vor allem sei der 17. Juni 1953 kein "Lernprozess" gewesen. Er blieb ohne "bewußtseinsbildende Konsequenzen", aber der 17. Juni war eine "spontane Solidarität der Arbeiterschaften in mehr als 270 Städten mit ihrwen streikenden Kollegen in Berlin".

Berichtet wird u. a. über die Ostpolitik des Senats und über die "Passierscheinpolitik" von Albertz, über die Spitzenverbände der Arbeitgeber, die sich für ein Nein zu Gewerkschaftszeitungen in den Betrieben aussprechen. Berichtet wird weiter über die australische Militärmission in West-Berlin: Australien würde, wie die USA den Krieg in Vietnam mit chemischen Kampfmitteln unterstützen. Das West-Berliner "Reichskabarett" startet ein neues Programm im September: "Bildung und Erziehung". Seit dem 21. 6. erscheint auch in Hamburg ein Extra-Blatt, das "Hamburger Extra-Blatt". In den "Personalien" gibt es biographisches zu William Borm und Walter Barthel zu lesen. Im RC soll am 21.6. eine Diskussion über die Hintergründe des Nahost-Konflikts stattfinden. Am 22.6. will man über die Vorfälle im Auditorium Maximum "über die Vorfälle an der Deutschen Oper" debattieren. Am 23.6. soll die verschobene Vietnam-Demo der Falken stattfinden. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 10, West-Berlin, 21. Juni 1967.

24.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 11 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bundeswehr. Piloten werden in Südvietnam kämpfen"
- "Bundes SPD: Machtkampf zwischen Wehner und Schmidt begann"
- "DDR: Jüdischer Zwist wegen Israel"
- "West-Berliner Senat: Rettet uns vor der Partei"
- "VDS: Karlsruhe und Frankfurt wollen austreten"
- "West-Berliner Jungdemokraten: Misstrauen gegen Vorsitzenden"
- "Schüler-Konkurrenz: Liberaler Schülerbund wird gegründet"
- "Personalien"
- "Extra-Meinung: Zum Berliner Hochschulgesetz"
- "Martin Buchholz Extra-Report: Über den Schusswaffengebrauch in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin"

Berichtet wird u. a. über die Bundeswehr und Generalleutnant Steinhoff, der bei einem Treffen in den USA vom 13.-16.2. im amerikanischen Verteidigungsministerium "auch den Einsatz von Bundeswehr-Piloten in amerikanischen Einheiten in Südvietnam erörtert haben soll", über die Auseinandersetzungen in der SPD zwischen Schmidt und Wehner, über den Nahost-Konflikt, über den sog. Mattick-Plan über die VDS-Gruppen Karlsruhe und Frankfurt, die ihren Austritt aus dem VDS angekündigt haben, über die Vorbereitung für eine Gründung eines "Liberalen Schülerbundes" in West-Berlin. Biographische Daten gibt es zu: Ruprecht Rauch, Wolfgang Schollwer. In der "Extra-Meinung" erklärt sich Knut Nevermann (Vorsitzender des AStA der FU) zum Hochschulgesetz, Martin Buchholz schreibt über den Schusswaffengebrauch.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 11, West-Berlin, 24. Juni 1967.

28.06.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 12 erscheint mit einer Dokumentation der Bezirksleitung Stuttgart der IG Metall".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner Linke: Rätedemokratie für die Stadt?"
- "Bundesregierung: Kiesinger unter Beschuss der CDU"
Untersuchungsausschuss: Suche nach 'Rädelsführern' schon abgeblasen"
- "Polizeipräsident Duensing beurlaubt, aber im Amtssitz"
- "West-Berliner Polizei-Schießanlage: Porträts im Schieß-Kino"
- "Auch in Hamburg: Vorwürfe gegen Polizei mehren sich"
- "Schamhafte Presse: Spiegel kastriert Horror-Kommune"
- "Wirtschaftskrise: Nur Arbeiter, kaum Angestellte betroffen"
- "Springer-Werbung mit Kokoschka: Pleite vor 50 Zuschauern"
- "Für langjähriges Wirken im Film: Durchhalte-Regisseur ausgezeichnet"
- "West-Berliner Akademie der Künste: Löffler wehrt sich auf 7 Seiten"
- "Aus einem Protokoll eines Unternehmer-Studien-Kreises
- "Extra-Meinung: Durchbruch der 'Jungen Linken'"

Berichtet wird u. a. über führende Zirkel der West-Berliner Linken, die über einen "Bürgerrat" bzw. "Volksrat" für West-Berlin debattieren, über die Rücktrittsdrohung von Kiesinger, über eine Sitzung des West-Berliner Abgeordnetenhauses. Danach habe der Verfassungsschutz in Fragen einer "Rädelsführerschaft" oder "Attentatspläne" am 2. Juni "nichts anzubieten". Weiter wird berichtet über die Beurlaubung von Duensing, über die KI in Selbstdarstellung, über die Demonstration gegen den Schah am 3. Juni in Hamburg, über den Regisseur Günther Rittau ("U-Boot vorwärts"), über die West-Berliner Akademie der Künste, über die Linke in der SPD. Berichtet wird noch über eine Reihe von Unternehmen, in denen laut Protokoll eines Studienkreises von Unternehmen über Senkung der Personalkosten diskutiert wird. Dazu gehören u. a.: Gebrüder Happich (Wuppertal), Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia (Altlünen), Zinser Textilmaschinen. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 12, West-Berlin, 28. Juni 1967.

01.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 13 erscheint mit einer Dokumentation: "Ein Brief Adenauers an die Nazis: An den Herrn Preußischen Minister der Inneren, Berlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam-Krieg: Invasion Nordvietnams am 7. Juli?"
- "US-Truppen in Vietnam: Bericht über eine Meuterei"
- "SED-Führungsgremium: Im Juli Tagung über Deutschlandproblem"
- "Metall Arbeitgeber: Rüstung für den Arbeitskampf"
- "Altkleidersammlung: Spenden für den Notstand"
- "Verbal-Injurien: 'Rüpel' ist eine strafbare Handlung"
- "DDR: Wahlen mit begrenztem Risiko"
- "Personalien"
- "Dokumentation zum 2. Juni: Bücher in Köln, West-Berlin und anderswo"
- "Linke Literatur: Neue Zeitschrift der West-Berliner Falken"

Berichtet wird u. a. über den Vietnam-Krieg. Laut amerikanischen Kreisen in Paris, soll eine Invasion Nordvietnams am 7. Juli stattfinden, über US-Truppen in Vietnam. Dort soll unter amerikanischen Truppen eine Meuterei stattgefunden haben. Berichtet wird weiter über die SED. Auf einer Tagung des ZK im Juli soll auch über Deutschlandprobleme gesprochen werden. Berichtet wird weiter über den Ausdruck "Rüpel", der nach § des StgB eine "öffentliche Beleidigung" darstellt. Berichtet wird weiter über DDR-Wahlen, Personalien (Jesco von Puttkamer, Hartmut Häussermann), über Westdeutsche Verlage, die planen über die Situation West-Berliner Studenten Bücher herauszubringen. Eine neue Zeitschrift der West-Berliner Falken nennt sich "Positionen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 13, West-Berlin, 1. Juli 1967.

05.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 14 erscheint mit folgenden Dokumentationen:
"Offener Brief der Studenten an die Alliierten" und "Offener Brief des Konvents der Freien Universität Berlin: An die Vertreter der Regierungen der Alliierten Mächte in Berlin, den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, an den Senat von Berlin, die Vorsitzenden der Fraktionen im Abgeordnetenhaus"
Artikel der Ausgabe sind:
- "Presse: Vor einem Tribunal gegen den Springer-Konzern?"
- "Kommune I: Mit Teufel im Bunde"
- "Technische Universität: Schwaben erobern die Uni"
- "Gegenuniversität: Vorlesungsplan bald abgeschlossen"
- "Gewerkschaften: Sickert schießt zurück"
- "SPD und Außerordentlicher Parteitag: Die Absichten der Antragssteller"
- "Zeit: Mußtmaßungen über Biermann"
- "Humanistische Union: Steffen über Berliner Demonstrationen"
- "Personalien"
- "Pfarrer Kanitz: Kann Gewalt dem Frieden dienen?"

Berichtet wird u. a. über die Vorbereitung eines Tribunals gegen Springer. Es soll Ende Oktober/Anfang November 1967 stattfinden. "Das Tribunal soll ermitteln, ob der Springer-Konzern in West-Berlin mit seinen Tageszeitungen gegen das Verfassungsgebot über Völkerverständigung verstoßen hat und fortgesetzt 'Volksverhetzung' treibt", weiter über die KI zu Fritz Teufel, der angeklagt wurde "durch Verbreitung von Schriften zur Begehung strafbarer Handlungen aufgefordert zu haben, nämlich zum vorsätzlichen Inbrandsetzen von Räumlichkeiten." Einige Arbeitsgruppen an der FU bereiten einen "Vorlesungsplan für eine Gegenuniversität" vor. Es würden bisher 28 Vorlesungen feststehen. Demnächst wollen sich wissenschaftliche Assistenten im RC treffen um über einen Förderkreis zu beraten.

Berichtet wird weiter über Biermann und über einen Artikel in der "Zeit", in dem Mutmaßungen über ihn angestellt werden. Berichtet wird noch über West-Berliner Demonstrationen, wozu der Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Joachim Steffen, eine Dokumentationsausstellung der HU eine Eröffnungsrede im Europa-Center halten will. Die Ausstellung firmiert unter dem Titel: "Demonstrationen-Ein Berliner Modell". Biographisches gibt es zu: Karl Heinz Holthausen, Walter Barthel und Gerhard Danelius. In den Dokus geht es u. a. über die erste Lesung der Notstandsgesetzentwürfe im Bundestag.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 14, West-Berlin, 5. Juli 1967.

08.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 15 erscheint mit einer Dokumentation der Jungen Linken in West-Berlin: "Was ist mit der Presse los?"
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner SPD: Reform der Berliner Politik?"
- "West-Berliner Wahlen: Die jungen wählten links"
- "Geheimdienst: Perser weiter in West-Berlin tätig"
- "Berliner Wirtschaft: neue Analyse wird erarbeitet"
- "Springer: Mahnt zur Vorsicht"
- "Biermann-Streit: Zeugen ziehen auf"
- "Nach Herbig-Rauswurf: Bücher der Achtzehn"!
- "Berlinale: Wohin der von Hase läuft?"
- "Extra-Plaketten: Enteignet Springer"
- "Personalien"
- "Aktion Araberhilfe: Verkehrte Fronten"
- "Extra-Meinung: So etwas nennt sich Justiz"
- "Erklärung von Rechtsanwalt Mahler zur Vertagung der Hauptverhandlung gegen Rainer Langhans und Fritz Teufel am 7. Juli 1967"

Berichtet wird u. a. über den LV West-Berlin der SPD und die Erarbeitung eines neuen "Sachprogramms", über die Sonder-Wahlerhebung der letzten West-Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus, über den persischen Geheimdienst, der weiterhin in West-Berlin tätig sei. Nirumand sei davon überzeugt. Weiter wird über die anwachsende Anti-Springer Stimmung berichtet, über den Biermann-Streit. Es geht hierbei um die "Rowohlt-Anthologie: "Nachrichten aus Deutschland". Berichtet wird noch von der Berlinale, über Extra-Plaketten mit dem Logo: "Enteignet Springer" und den Moabiter Teufel-Prozess. Biographisches gibt es zu Fritz Teufel, Carl-Heinz Hagin, Klaus Wagenbach, Günter Wallraff. In der Dokumentation der jungen Linken in der SPD geht es um das Thema: "Die Konzentration im Pressewesen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 15, West-Berlin, 8. Juli 1967.

12.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 16 erscheint mit einem Extra-Report mit Dokumentation: "Wird Fritz Teufel ein Justizopfer?"
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD Landesvorstand: Klausurtagung im September"
- "Hinweis: Bild-Dokumentation zum Fall Teufel"
- "Waggonbau: 180 Millionen Auftrag aus der DDR?"
- "Verfassungsschutz: Bericht über Rädelsführer'"
- "Polizei: Falsche Aussagen gegen Demonstranten"
- "Brandstiftung. Attentäter im Springer-Haus"
- "Aktionsgemeinschaft der Polizei: ÖTV macht nicht mit"
- "Extra-Report mit Dokumentation: Wird Fritz Teufel Justizopfer?"

Bericht wird u. a. über eine SPD Klausurtagung im September, über einen, gerüchteweise, 180 Millionen Auftrag aus der DDR, über einen Verfassungsschutzbericht mit "angeblichen Hintergrundinformationen über Rädelsführer bei den studentischen Unruhen", über falsche Aussagen der Polizei gegen Demonstranten, über eine rätselhafte Brandstiftung im Springer-Hochhaus, über eine "Aktionsgemeinschaft" zwischen dem Deutschen Beamtenbund und der Polizeigewerkschaft, "die das Image der Polizei aufpolieren soll". Die ÖTV erteilt dem eine Absage. Keine westdeutsche Zeitung oder Nachrichtenagentur hat einen Korrespondenten in Vietnam. Berichtet wird weiter darüber, dass im RC eine Diskussion über die Ereignisse des 2. Juni stattfinden soll. U. a. mit Justizsenator Hoppe, FDP-Fraktionschef Oxfort.

Berichtet wird im "Extra-Report mit Dokumentation'' über die Teufel-Festnahme und Polizisten, die "gelogen" haben. Im Prozess gegen Fritz Teufel und Rainer Langhans hat die Verteidigung eine "sensationelle Enthüllung vorbereitet: Der Angeklagte Fritz Teufel sitzt seit fünf Wochen unter einer wissentlich falschen Beschuldigung in Untersuchungshaft". Im "Hinweis" zur Doku wird noch erklärt, dass das "Beweismaterial" kostenlos nachgedruckt werden kann. Die Öffentlichkeit ist zu informieren.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 16, West-Berlin, 12. Juli 1967.

15.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 17 erscheint mit einer Dokumentation zu Springer: "Springer-Betriebsrat: Angst um den Arbeitsplatz", "Offener Brief an den AStA, Helmut Arndt: "Zehn Thesen zur verlorenen Pressefreiheit".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD West-Berlin: Rebellion unter Polizisten wird organisiert"
- "Senatsumbildung: Kampf um den Bürgermeister"
- "Springer-BZ: Zwei Redakteure beurlaubt"
- "Studenten-BZ: Für die Hochschulen Berlins"
- "Brief an Alliierte: Versand vergessen"
- "Personalien"
- "Todesschütze Kurras: Ich hätte 18 Mann erschießen können"
- "Arbeitslosigkeit: Immer mehr Journalisten betroffen"
- "Bundespresseamt: Sorgen um Kaiserkrönung von Teheran"
- "Bildzeitung: Methoden der Bild-Beschaffung"
- "West-Berliner Presse: Methoden der Vietnam-Berichterstattung"
- "Vorwurf gegen Generalstaatsanwalt"

Berichtet wird u. a., über eine mögliche "Rebellion" unter "sozialdemokratischen Polizeibeamten", die mit "Billigung rechter Landesvorstandsmitglieder SPD" organisiert würde, über die kommende Senatsumbildung, über die Kündigung zweier BZ-Redakteure, über den FU-Konvent, der an die westlichen Besatzungsmächte appelliert, "die Übernahme der Bonner Notstandsgesetze zu verhindern", weiter über die Planung eines Arbeitskreises der Berliner Hochschulen, unter dem Arbeitstitel "Hochschulen-BZ", "ein eigenes Wochenblatt" herauszugeben.

Weiter über die Arbeitslosigkeit unter Journalisten, über die kruden Methoden der Beschaffung von Bildern durch die "Bild-Zeitung". Kritisiert wird die West-Berliner Presse und ihre Berichterstattung über Vietnam. Das "Komitee Freiheit für Teufel", der RC und Horst Mahler stellen in einer "Erklärung zur Stellungnahme des Generalstaatsanwalts Dehnicke im Fall Teufel fest, dass es nachgewiesen sei, "dass der Student Fritz Teufel seit nunmehr sechs Wochen unschuldig in Untersuchungshaft einsitzt". Der Generalstaatsanwalt begehe "Freiheitsberaubung im Amt". In der Doku zu Springer veröffentlicht der BR einen "Offenen Brief" und Helmut Arndt stellt "Thesen zur verlorenen Pressefreiheit" auf.
Biographisches erfährt man über: Rudi Dutschke, Malte-Till Kogge, Eugen Gerstenmaier, über Kurras.
Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 17, West-Berlin, 15. Juli 1967.

19.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 18 erscheint mit einer Dokumentation: "Der 2. Juni der SPD".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Frühjahr 68: 1, 3 Millionen auf der Straße?"
- "Industrie: Geschrumpfter politischer Erwartungshorizont"
- "Anti-Vietnam-Demonstration: Schutz durch Polizei und Amerikaner"
- "RIAS-Quizmaster: Sender von Kommunisten unterwandert?"
- "Hamburger SDS: Ein 'Ship in' auf der Alster"
- "Studenten-Demonstration: katholische Jugend gegen Kirche"
- "Kontakte mit der Diktatur: Landjugend lädt Spanien ein"
- "Münchens Desch-Verlag Neue 'Weltbühne' im September"
- "Verlegerpakt rechtsradikal-antifaschistisch: Noch nicht perfekt"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Extra-Exklusiv: Fritz Teufel: Jetzt gestehe ich"

Berichtet wird u. a. über die "Wirtschafts- und Finanzpolitik des Kabinetts Kiesinger-Strauß", über Arbeitslosigkeit 1968, über einen "Tag der offenen Tür auf dem Tempelhofer-Feld", der von Amerikaner veranstaltet wurde. Protestler führten ein Go-in gegen den Vietnamkrieg durch, über RIAS und Hans Rosenthal und die Frage: Ist RIAS von Kommunisten "unterwandert?". Weiter wird berichtet vom Hamburger SDS, der zum Kubanischen Nationalfeiertag am 26.7. Aktionen plane. Berichtet wird noch von Rechtsradikalen, die versprengte Nationalisten in Gruppen sammeln wollen, in die "Jungen Nationaldemokraten" und im "Bund der Heimattreuen Jugend" (BHJ). Der Münchener Desch-Verlag, der die Zeitschrift "Kultur" 1961 einstellte, will im September die Null-Nummer eine neuen Zeitschrift für Kultur und Politik vorstellen. In Anlehnung an Ossietzkys "Weltbühne" soll sie "Neue Weltbühne" heißen.
Im "Extra-Exklusiv" schreibt Fritz Teufel sein "Geständnis" auf. In der Doku: "Der 2. Juni der SPD", legt eine Kommission seine Auffassungen "Zur Situation der Jugend in West-Berlin" vor. Die Analyse wird vom LV der SPD "nicht vertreten".
Biographisches erfährt man über: Ernst Lemmer, Jesco von Puttkamer, Georg Schulemann, Kai Hermann.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 18, West-Berlin, 19. Juli 1967.

22.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 19 erscheint mit einer Dokumentation des Bundeskartellamts: "Von den Schwierigkeiten, den Verbrauchern zu helfen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Republikanische Club: Gründungen in der BRD"
- "SPD-Personalia: Neubauer doch als Bürgermeister?"
- "CDU-Erwägung: Lübke ab nach Rom?"
- "Hamburger Polizei: Maschinengewehre gegen Studenten aufgeboten"
- "Haus Springer: Materialsammlung in Sachen Enteignung"
- "Konservativer Sammlungsversuch in West-Berlin: Demokratischer Club"
- "Evangelische Kontakte zur DDR: Comenius-Club in Gründung"
- "Verleger und Buchhändler: Senat soll Minderheiten tolerieren"
- "Hinweise"
- "Hannes Schwenger: Zur Diskussion gestellt: Warum nicht Springer-Volksaktien?"

Berichtet wird u. a. über die Gründung von Republikanischen Clubs in der BRD, so in Göttingen. Weitere Gründungen sollen folgen in Hamburg, Köln, München und Würzburg, über die Sondierungen bei der West-Berliner Senatsbildung im September/Oktober. Sozialsenator Neubauer wird als Bürgermeister gehandelt. Bestätigt sei, so "konkret", dass während des Schah-Besuchs in Hamburg bewaffnete Polizisten mit Maschinengewehren eingesetzt worden waren.

Berichtet wird weiter über Materialsammlungen in Sachen "Enteignet Springer". Als Gegenorganisation zum RC ist konservativen Kreisen ein "Demokratischer Club" in Vorbereitung. Auf einer MV am 19.7. wurden u. a. Manfred Roeder, Harald Hasper, Heinz Krieg u. a. in den Vorstand gewählt. Karl-Heinz Rose sprach hier über: "Grundlagenliteratur der studentischen Extremisten". Der Tod Benno Ohnesorgs wird hier als "unglückliche Geschichte" bezeichnet. Eine Gründung des "Comenius Clubs" ist für den Herbst geplant. Im "Reichskabarett" gastiert vom 24.-30.7. "Floh de Cologne". Vom 19.-24.9. findet in Köln eine Tagung der Deutschen Jugendpresse in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Gesundheitserziehung, über sexuelle Aufklärung statt. Am 25.7. soll im Rathaus Charlottenburg eine Veranstaltung zum Nahostkonflikt stattfinden. Hannes Schwenger nimmt zur Enteignungsforderung Stellung: Sie könne nur dann Unterstützung finden, "wenn ihre rechtliche und wirtschaftliche Durchführung im Rahmen der bestehenden Ordnung einleuchtet'".
In der Doku wird auf grundlegende Fragen der "Wettbewerbspolitik und des Wettbewerbsrecht" eingegangen.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 19, West-Berlin, 22. Juli 1967.

26.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 20 erscheint mit einer Dokumentation von Jörg Huffschmidt/Karl-Heinz Stanzick/Bernd-Peter Lange: "Vorschläge zur Demokratisierung der Presse".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam-Krieg: USA Nachschub über die Bundesrepublik"
- "SPD-Landesvorstand West-Berlin: Nur noch zwei Linke?"
- "Kanzlerreise in die USA: Von Johnson abgesagt"
- "Familienhilfe: Johnson und Kiesingers Tochter Viola"
- "Springer: Das Image wird aufgeputzt"
- "Schülerzeitungen: Redakteure lehnen Staatspreis ab"
- "Deutsche in Übersee: Fester Platz für Hitler-Bild"
- "Verletzter Demonstrant: Die Polizisten bitten zur Kasse"
- "FIAT 124: Nur ohne Rost empfehlenswert"
- "DDR-Nachruf auf Jonny Löhr: Glasklar"
- "Staatsanwalt in West-Berlin: Nationalzeitung empfohlen"
- "Republikanischer Club: Schlägerkartei eingerichtet"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"

Berichtet wird u. a. über den Vietnam Krieg. Nachschubeinheiten der GIs sollen in der BRD "ihre spezielle Vietnam-Ausbildung" erhalten, "die von Experten der Bundeswehr als 'besonders hart' qualifiziert wird", über Mitglieder des SPD LV West-Berlin, die bei der letzten Senatssitzung gegen eine Entschließung zur an der FU geplanten "Kritischen Universität" stimmten, über die Absage einer Kiesinger-Reise in die USA, über einen "eigenen Nachrichtendienst" über das Verlagshaus Springer. Der werde "jetzt im Hochhaus an der Kochstraße in der Abteilung 'Information Berlin' herausgegeben. Der Dienst soll monatlich erscheinen und soll sich mit "Presse- und Verlagspolitischen Fragen" beschäftigen. Die Redakteure der bayerischen Schülerzeitung "Kurier und Arche Nova" verweigern die Annahme eines Pokals als beste Zeitung. Ein Student, der nach der Anti-Schah Demo vom 2. Juni ärztliche Behandlung verlangt haben soll, wird nun zur Kasse gebeten. In der DDR-Zeitung "Neues Deutschland", erscheint ein Nachruf auf Jonny Löhr, geheimes Mitglied der SED. Der RC will über die tätlichen Auseinandersetzungen zwischen West-Berliner Polizisten und den Bürgern, eine "Schlägerkartei" einrichten. Im RC tagt am 26.7. das Komitee: "Freiheit für Griechenland". Lieder und Songs aus dem spanischen Bürgerkrieg werden im RC am 29.7. vorgetragen. In der Doku "Vorschlag zur Demokratisierung der Presse" sollen "Grundlagen zur Diskussion der Maßnahmen gegen den Springer-Konzern" vorgestellt werden.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 20, West-Berlin, 26. Juli 1967.

29.07.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 21 erscheint mit einer Dokumentation von Helmut Kentler: "Volk, Staatsorgane und Studenten Berlins".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Polizeipräsident Duesing: Schwarze verstehen nur Gewalt"
- "Justizsenator Hoppe: Verurteilung Teufels nicht so wichtig"
- "Steckbrief-Aktion für Teufel: Ab Sonnabend in der City"
- "Nicht-politische Hochschulgruppen: Rechtshilfefonds"
- "Vietnam-Krieg: Hilfestellung der westdeutschen Industrie"
- "DDR: Erich Honecker auf Platz 4"
- "Film über den 2. Juni: Im Oktober fertig"
- "ZDF Ost: Technisch fertig, aber ohne Personal"
- "Kunst-Kollektiv: Ziemlich nutzlose Angelegenheit"

Berichtet wird u. a. über den West-Berliner Polizeipräsidenten Duesing, der den Film "Africa Addio" gelobt haben soll. Schwarze würden "nur Gewalt verstehen", über Justizsenator Hoppe, der der "Zeit" zu verstehen gegeben habe, dass es ihm nicht darauf ankomme, ob Teufel tatsächlich "wegen Landesfriedensbruch verurteilt werde", sondern dass die U-Haft "auch ohne Verurteilung ihren abschreckenden Zweck erfüllen würde".
Berichtet wird weiter über eine "Steckbrief-Aktion West-Berliner Studenten (…) von Sonnabend an auf die City, vor allem auf den Kurfürstendamm ausgedehnt werden soll". Der "Steckbrief" geht auf die "unfähige Staatsobrigkeit" ein, um "einen Sündenbock" zu haben. Der "Steckbrief" fragt weite, warum die Anklage nicht auf die gesamte K I ausgedehnt wurde. Bereits verteilt wurden "Steckbriefe für Generalstaatsanwalt Dehnicke und Oberstaatsanwalt Kuntze". Der Generalstaatsanwalt habe bereits Strafantrag wegen "übler Nachrede" gestellt.

Am 21.7. wurde in Bonn der "Studentenrechtshilfefonds e. V." gegründet. Es solle ein Fonds eingerichtet werden. Ziel sei es: "Geldmittel für die Verteidigung von der Obrigkeit verfolgter Studenten zu stellen, ihre Angehörigen zu unterstützen und auch Gutachten ausarbeiten zu lassen". Berichtet wird über den Vietnam-Krieg und "über den Stand der Kooperation zwischen westdeutschen Industrie-Unternehmungen und der US-Luftwaffe, die sich bei der 'militärischen Stabilisierung' in Vietnam bestens bewährt habe". Ein Dokumentarfilm über den 2. Juni ist in Planung. Er soll im Oktober fertig sein. Eine "nutzlose Angelegenheit" nennt Peter O. Chotjewitz ein "Kunst-Kollektiv" für die Pariser Biennale. In der Doku von Kentler geht es um einen Vortrag über die "rüden Senats-Äußerung zur Wiedergabe der Kentler-Rede in der West-Berliner Presse". Innensenator Büsch erklärt, dass sich "Kentler disqualifiziert habe".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 21, West-Berlin, 29. Juli 1967.

02.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 22 erscheint mit einer Dokumentation von Innensenator Wolfgang Büsch: "Die Protestbewegung unter den Studenten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Parteien-Popularität: Neuer Tiefpunkt für die SPD"
- "Republikanischer Club: Sickerts anonymer Mitschreiber"
- "Disziplinarverfahren: Nun auch im Fall Gottschalch"
- "Dienstaufsichtsbeschwerde: Polizei schießt auf Kentler"
- "Kriminalbeamte: Individualität wird abgewöhnt"
- "Gruppe 47-Treffen in Franken: Zum letzten Mal beisammen"
- "Krupps enterbter Sohn: Das Wort der Woche"
- "Nachtdepesche: Der Witz der Woche"
- "Extra über uns"

Berichtet wird u. a. über die Popularität der Großen Koalition (danach sei die SPD im Abwind), über den RC und den DGB-Vorsitzenden Walter Sickert. Bei einer Podiumsdiskussion sollen sich Anwesende zur Gewerkschaftsführung geäußert haben, und wie man versuchen will, auf die Arbeiterschaft einzuwirken. Die Aufzeichnung im Stile des Verfassungsschutzes hält Redebeiträge von Bernd Rabehl, Knut Nevermann, Lothar Pinkall, Wolfgang Lefevre u. a. fest. Gegen W. Gottschalch von der PH ist nun auch ein Disziplinarverfahren eröffnet worden (Vorermittlung gemäß § 24 der Landesdisziplinarordnung). Helmut Kentler, der die Polizeiführung psychologisch beraten soll, steht weiter unter Beschuss der von ihm kritisierten Polizei. Auch gegen ihn soll ein Disziplinarverfahren eröffnet werden. Berichtet wird noch über die "Gruppe 47", über Arndt von Bohlen und Halbach und die Umwandlung des Konzerns. In der Doku nimmt Innensenator Büsch zur Protestbewegung Stellung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 22, West-Berlin, 2. August 1967.

05.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 23 erscheint mit einer Dokumentation von Wolfgang Büsch (Teil 2): "Die Protestbewegung unter den Studenten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Überlegungen: Münchens OB Vogel als Kanzlerkandidat"
- "FDP-Zwickmühle: Arbeiterstimmen fangen oder Schröder-Partner?
- "Kurras Anklageschrift: Erhebliche Lücken"
- "West-Berliner Wirtschaft: Wink aus Ost-Berlin"
- "DDR-Wirtschaft: Kredite nur noch gegen Zinsen"
- "Springer-Presse: Plötzliche Erregung über Todesschüsse"
- "US-Campaign beim Volksfest: Einladung zum Nachdenken"
- "Hinweis"
- "Extra über uns"

Berichtet wird u. a. über Münchens OB Vogel, der als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt wird, über die FDP, Opposition oder Regierungsbeteiligung, über die Kurras-Anklageschrift. Weiter über die DDR-Wirtschaft. Die Springer-Presse und die Schüsse auf zwei Strafgefangene, worüber sich die Springer-Presse echauffiert. Berichtet wird noch über ein "Deutsch-amerikanisches Volksfest" in Zehlendorf.
Dietrich Kittner tritt in der Galerie Jule Hammer am 9.8. auf, Horst Krüger liest am 6.8. im RC aus seinen West-Berliner Tagebuchblättern. Am 9.8. wollen Horst Mahler und Ulrich Preuß über die derzeitige Situation der Justiz diskutieren. Der "Extra-Dienst" dokumentiert den 2. Teil des Berichts von Senator Büsch: "Die Protestbewegung unter den Studenten der FU West-Berlin".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 23, West-Berlin, 5. August 1967.

09.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 24 erscheint mit einer Dokumentation von Senator Karl König: "Die Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums in Berlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Brecht-Ensemble: Zu Gast bei der IG Metall in West-Berlin"
- "Sickert bestätigt: Verfassungsschutz lieferte ihm Protokoll"
- "Notstandsgesetzgebung: Offenbar bereits gescheitert"
- "Anti-Notstandskampagne: West-Berlins Gewerkschaften sind dabei"
- "Kuno Brandels Brief: Aktion eines 'politischen Toten'"
- "Bundesinnenministerium: Hilflos gegen ausländische Geheimdienste"
- "DDR-Verlage: Doch noch zu Frankfurter Buchmesse?"
- "Ferienstrafkammer: Der Witz der Woche"
- "Hinweise"
- "Extra über uns"

Berichtet wird u. a. über das Brecht-Ensemble aus dem Ost-Berliner Schiffbauerdamm-Theater, das auf Einladung der IGM-Ortsverwaltung Berlins drei Aufführungen geben wird, u. a. "Arturo Ui", über den Verfassungsschutz und Walter Sickert. Dieser soll bestätigt haben, dass der Verfassungsschutz ihm ein Protokoll über eine Veranstaltung im Republikanischen Club übergeben hat. Weiter wird berichtet, dass die Große Koalition sich zur Zeit außerstande sieht, die Notstandsgesetzgebung "noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden". In West-Berlin hat sich am 3.8. der Koordinationsausschuss "Notstand der Demokratie" konstituiert. Vorsitzender ist Studentenpfarrer Tietze. Berichtet wird noch über das Bundesinnenministerium, das hilflos gegenüber "ausländischen Geheimdiensten" und gegenüber "fremden Nachrichtendiensten" machtlos sei. Möglicherweise werden DDR-Verlage doch noch auf der Frankfurter Buchmesse gegenwärtig sein.
In der Doku nimmt Senator Karl König zur Frage des "wirtschaftlichen Wachstums" Stellung. Insgesamt sei es so, dass "der wirtschaftliche Rangverlust West-Berlins allein "durch wirtschaftspolitische Maßnahmen (…) nicht wettgemacht werden könne". Zudem gebe es "keine West-Berlin-Lösung". Man müsse über "das allgemeine Nachdenken" zur "realen Zukunft" kommen. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 24, West-Berlin, 9. August 1967.

12.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 25 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Iran Diplomaten sind Agenten: Seit drei Jahren in Bonn bekannt"
- "Heinrich Albertz: Abusch-Antwortbrief im September"
- "Kommune-Demonstration: Stern-Redakteur misshandelt"
- "Springer-Presse"
- "Fall Tsakaridis: Liberale Haltung des Senats von West-Berlin"
- "Bertelsmann-Konzern; Veränderungen bei Rütten & Loening"
- "Berliner Morgenpost: Falschmeldung der Woche"
- "Das Angebot des Jahres. Wegert machts möglich"
- "Hinweise"
- "Martin Buchholz: Extra-Report: Mord für den CIA. Extra-Dienst untersucht die Behauptung des 'Neuen Deutschland' über die Hintergründe eines kaltblütigen Verbrechens"
- "Extra-Auslese: Springer-Zeitungen und Leser-Stereotype"

Berichtet wird u. a. über Iran Diplomaten, die als "Agenten" bezeichnet werden und "seit mindestens drei Jahren den Behörden der Bundesrepublik" bekannt seien. Das "führende Personal der iranischen Konsulate in der BRD" würde "aus Offizieren der persischen Geheimpolizei SAVAK bestehen". Auch "Aufenthalt und Tätigkeit" dieser seien bekannt.
Bei der Kommune-Demo "anlässlich des Traueraktes für Paul Löbe (…) wurde von der Polizei auch der West-Berliner 'Stern-Redakteur' Ulrich Maurach festgenommen". Die "Springer Presse" stellt u. a. fest, dass "die gesamte Berliner Presse und darüber hinaus die maßgebenden Zeitungen und Zeitschriften im Bundesgebiet den Ereignissen in Berlin eine Berichterstattung zuteil werden haben lassen, die an Umfang diejenigen über den Koreakrieg in den fünfziger Jahren beträchtlich übertrifft".
Im Falle des griechischen Schriftstellers Tsakaridis gehe es um die Gewährung "von politischem Asyl". Die "Berliner Morgenpost" veröffentlichte eine Falschmeldung. Danach würde der RC "durch 'geheime Geldgeber' finanziert. Roman Brodmanns Fernsehbericht "Der Polizeistaatsbesuch" wird nun auch im III. Fernsehprogramm des SFB zu sehen sein. Studentenpfarrer Tietz setzt sich dafür ein, dass ein Büro für den Vorbereitungsausschuss "Notstand der Demokratie" gegründet werden solle. M. Buchholz untersucht einen angeblichen Mord für den CIA (?). Geworben wird für "express International".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 25, West-Berlin, 12. August 1967.

16.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 26 erscheint mit einer Dokumentation: "Die Anklageschrift gegen den Todesschützen Kurras".
Artikel der Ausgabe sind:
- "In der West-Berliner FDP: Hoppe soll zurücktreten"
- "Fall Derlig: Kampagne gegen Brandts Ostpolitik"
- "Springers Anwalt: Front gegen Augsteins FDP-Karriere"
- "West-Berliner Polizei: Gar nicht pingelig gegen NPD
- "Gerüchte in Mainz: Zusammenspiel Spiegel-Springer"
- "Diktatur: Griechenland vor internationales Tribunal"
- "Widerstands-Schallplatte: Schwarze Hand und weiße Hand"
- "Vietnam-Kriegsgegner: Boykott gegen Napalm-Hersteller"
- "Buchmesse Frankfurt: Kongress demokratischer Künstler"
- "Notstands-Kuratorium: Massiv am verkaufsoffenen Samstag"
- "Extra über uns"
- "Carl L. Guggomos: Extra Meinung: In Sachen Löbe"

Berichtet wird u. a. über Justizsenator Hoppe, der sein Amt verlieren solle, über den Fall Annemarie Derlig, die in Ungarn "nachrichtendienstliche Kontakte zu Bürgern der DDR zu unterhalten versuchte", über den Springer-Anwalt Arning, der Springers Ansinnen, in der Hamburger FDP Fuß zu fassen, hintertrieben haben soll. Im ZDF halten sich die Gerüchte, dass seine Mitarbeiter "anonyme Schreiben" erhalten, "in denen von einem 'raffinierten Zusammenspiel der Verleger Augstein und Springer gesprochen wird, mit der Absicht, einen Skandal um das ZDF heraufzubeschwören".

Weiter wird berichtet über oppositionelle griechische Kreise in Westeuropa, die das Athener Diktaturregime vor ein "Internationales Tribunal, ähnlich dem Stockholmer Russell-Tribunal, bringen wollen". Die Frankfurter Filiale der Firma "Down Chemical Company", die den USA Napalm liefert, "soll mit all ihren Erzeugnissen von deutschen Käufern künftig boykottiert werden". Während der Frankfurter Buchmesse vom 12.-17.10. soll auch ein "Kongress demokratischer Künstler" stattfinden. U. a. soll auch Franz Degenhardt dazu gehören. Themen sollen sein: "Die revolutionären Bewegungen in der Dritten Welt und die Gegenreaktion", "Die Entdemokratisierung in den kapitalistischen Ländern und in der BRD", "Faschistische Tendenzen". Für den 5. 11. sind in mehreren Großstädten "massive Aktionen gegen die Notstandsgesetzgebung" geplant. Veranstalter: "Kuratorium Notstand der Demokratie". In der "Extra-Meinung" referiert Guggomos über den Ex-Reichstagspräsidenten Paul Löbe. Der BED dokumentiert auch im Wortlaut die "Anklageschrift gegen Kurras".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 26, West-Berlin, 16. August 1967.

19.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 27 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Botschafter in Moskau: Tauziehen um Egon Bahr"
- "SPD: Parteidemokratie jetzt durch das ganz feine Sieb"
- "Schulen in der DDR: Psychologische Klassenschranken"
- "Von der Botschaft aus: Griechenlands Geheimdienst aktiv"
- "Zensur: Neue Indizierungswelle angelaufen"
- "Berliner Leben: Chefredakteur entlassen"
- "Personalien"
- "Kurt Mattick: Extra-Auslese: Vom Recht, mit Steinen auf Polizisten zu werfen"
- "Extra-Analyse: Kritische Anmerkungen zur Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums in West-Berlin"

Berichtet wird u. a. über Egon Bahr, der Botschafter in Moskau werden soll. Die Frage nach Bahr, so maßgebliche SPD-Kreise, sei endgültig noch nicht beantwortet, über den SPD Bundesparteitag, der vom 13.-15.11. in Nürnberg stattfinden soll, über die DDR Schulen in der DDR, wo zur Zeit erwogen wird, "bei Aufnahmeprüfungen zu weiterführenden Schulen nur noch Intelligenztests durchzuführen und von Prüfungen wie bisher ganz abzusehen". Weiter wird berichtet über die griechische Botschaft in Bonn. Hier soll "Griechenlands Geheimdienst" aktiv sein. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Schriften prüft zur Zeit den Roman von Draginja Dorpat u. a. Der Chefredakteur der Zeitschrift "Berliner Leben" ist entlassen worden. Dieser hatte Kritik an der Akademie der Künste geäußert. Biographische Daten gibt es zu: Rudi Dutschke und Stefan Reisner. In der "Extra-Auslese" erklärt Kurt Mattick, "dass es das Recht demonstrierender und von der Polizei bedrängter Berliner ist, sich mit Steinwürfen zu wehren". Und in der "Extra-Analyse" legt der RC eine Analyse der West-Berliner Wirtschaft vor.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 27, West-Berlin, 19. August 1967.

23.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 28 erscheint mit einer Dokumentation von Walter Barthel zur "Lebensfähigkeit der Stadt" und einer des "RC: Widerstand wird zur staatsbürgerlichen Pflicht".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bonner Berlin-Spekulationen: Professor als Regierender?"
- "SPD-Abgeordnete: Notfalls Notstands-Krach in der Fraktion"
- "West-Berliner FDP: Opposition wird stärker"
- "Ost-West-Ente: Flüchtling war nicht zwangsweise eingebürgert"
- "Springer-Kampagne: West-Berliner verloren ihr Urlaubsgeld"
- "Polizeiwillkür: Grundgesetz außer Kraft"
- "Ost-Berliner Theater-Festtage: Eröffnung mit Chatschaturjan"
- "Griechenland: USA streben Pseudo-Parlamentarismus an"
- "Hinweise"
- "Berliner Morgenpost: Ruf nach Berichtigung"
- "RC: Widerstand wird staatsbürgerliche Pflicht"
- "Das Flugblatt junger Sozialdemokraten"
- "Zeugenaussage n zu den Zwischenfällen"

Berichtet wird u. a. über die Suche nach einem Albertz-Nachfolger. So soll Dr. Ehmke von der Großen Koalition im Gespräch sein. Gescheidle, 2. Vorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft, erklärte zur Notstandsverfassung: "Sollten unsere Bedenken vor der 2. Lesung der Notstandsverfassungsgesetze keine Berücksichtigung finden, werden wir dementsprechende Anträge einbringen". Gescheidle gehört mit zu den "Initiatoren der Anti-Notstands-Unterschriftensammlung in der SPD-Fraktion".

Durch eine Kampagne des Springer-Konzerns über "Masseninhaftierungen westdeutscher Touristen in Bulgarien" stornierten eine Reihe von Bulgarien-Reisenden ihr Ticket. Tags drauf wurde die Meldung dementiert. Berichtet wird weiter über Polizeigewalt in Hannover, über die XI. Ost-Berliner Theater Festtage. So soll das Nationaltheater Weimar den vollständigen "Faust" geben. Weiter wird berichtet über die USA, die Griechenland dazu drängen, "wenigstens ein pseudoparlamentarisches Regime in Athen wieder einzuführen". Biographische Daten gibt es zu: Dieter Süverkrüp und Letzt Lehmann.

Die "Berliner Morgenpost" wird dazu angehalten, ihre Aussagen zum RC zu revidieren. Der RC erklärt anlässlich einer US-Truppenparade in Neukölln, dass Protestierende "gewürgt, geschlagen und getreten" worden seien. Man wolle die Vorfälle der Europäischen Kommission zum Schutz der Menschenrechte übergeben "mit dem Ersuchen, den völkerrechtlichen Auftrag zu erfüllen und in West-Berlin wieder rechtsstaatliche Verhältnisse herzustellen".
In der Dokumentation erläutert Walter Barthel in 10 Thesen seine Vorstellungen über die "Lebensfähigkeit der Stadt".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 28, West-Berlin, 23. August 1967.

26.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 29 erscheint mit einer Dokumentation zu einem "Urteil zur Wehrpflicht ständig in West-Berlin ansässiger Personen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner Ausländerpolizei: Keine Diktatur in Athen"
- "Anwaltskammer: Standesverfahren gegen Rechtsanwalt Mahler?"
- "Demokratischer Klub: Moralische Aufrüstung"
- "Indiskretionen: Albertz-Brief an Prag und die 'Welt'"
- "Gewerkschaften: Im Betrieb wird wieder geprügelt"
- "Sonnabend im KADEWE: Go in für die Verkäufer"
- "Feuriges Eck: RC erzwang Bedienung von Afrikanern"
- "Selbstverteidigung: Lernt Judo beim Club"
- "Anti-Demonstrations-Pulver: 'Tagesspiegel' stellt uns Mittel vor"
- "Liberal: Hofft auf Spenden nach der Geld-Sperre"
- "Beleidigungsprozess: Ich bin nicht Springer-Hörig"
- "Extra über uns"
- "M. Buchholz: Extra-Report: Nach den Prügel-Persern die Prügel Berliner. Volksverhetzung in West-Berlin seit dem 2. Juni"
- "Republikanischer Club: Anzeige wegen Landesfriedensbruch"
- "GSG West-Berlin: Schmitz vor Gericht"

Berichtet wird u. a. über den Chef der West-Berliner Ausländerpolizei. Dieser habe davon gesprochen, "dass von einer Diktatur in Griechenland 'nicht die Rede' sein könne". Im Fall des Griechen Tsakaridis "verweigerte das Gericht auch hier die Einbürgerung". Rechtsanwalt Lindemann (vom CDU Abgeordneten Schmitz mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt) kündigte Horst Mahler an, "gegen ihn werde bei der Anwaltskammer ein Verfahren wegen standeswidrigen Verhaltens beantragt". Mahler hatte gegen Schmitz "wegen dessen (…) 'faschistoiden' Äußerungen Anzeige wegen Aufforderung zum Landesfriedensbruch erstattet", über den "Demokratischen Klub", der sich "nach eigenem Selbstverständnis als Konkurrenzgründung des Establishments zum Republikanischen Club versteht".

Die Bemühungen von Albertz, in Kontakte zum Prager Oberbürgermeister Cerny zu treten, bleiben erfolglos. Cerny betrachte West-Berlin nicht als eine "kommunale Größe". Der RC, SDS und andere planen eine Aufklärungskampagne im Kaufhaus KaDeWe zu den Öffnungszeiten. Im "Feurigen Eck" in Schöneberg dürfen nun wieder Afrikaner bedient werden. Im "Extra-Report" beschreibt Buchholz die Situation in West-Berlin seit dem 2. Juni und wendet sich gegen die "Prügel Berliner". Auch Wolfgang Neuss wird anlässlich der Truppenparade in Neukölln mit beängstigenden Worten bedacht: "Schlagt ihn tot. Das ist doch der Kerl, der immer beim Teufel-Prozess zuguckt". Horst Mahler hat im Auftrag des RC "gegen den CDU-Abgeordneten Karl-Heinz Schmitz Strafanzeige wegen Aufforderung zum Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung erstattet".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 29, West-Berlin, 26. August 1967.

30.08.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 30 erscheint mit einer Dokumentation von Otto Brenner: "Gewerkschaften und SPD".
Artikel der Ausgabe sind:
- "CDU: Große Koalition oder Terror von rechts"
- "Berliner Morgenpost: Organ des demokratischen Klubs"
- "Personalie"
- "Innenministerium: Will Einheit der Kriegsdienstgegner verhindern"
- "IG Metall: Deutliche Anspielung auf Sickert"
- "Antikriegstag: 1. September: Veranstaltung in 13 Städten"
- "Kaufhaus Schwab: Der Witz der Woche"
- "Amerikaner in West-Berlin: Demonstration am Kudamm"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Axel Springer & Sohn: Gegendarstellung"
- "Carl L. Guggomos: Extra-Meinung: Unruhe ist die erste Bürgerpflicht"
- "Extra-Auslese"
- "Extra über uns: West-Berliner Post: Zustellung unzulässig verzögert"
- "Extra-Dienst Brief an die Landespostdirektion"

Berichtet wird u. a. von der Großen Koalition. Die sog. "radikale Parteiführung" will die "bisher geübte Solidarität' der West-Berliner CDU gegenüber dem Senat und der SPD aufkündigen". Weiter heißt es dazu: "Im Hintergrund dieses Planes steht eine weitere CDU-Befürchtung: man ängstigt sich, der Albertz-Senat könnte aus seiner Ratlosigkeit gegenüber der außerparlamentarischen Opposition und unter dem Druck der objektiven Entwicklung für einen 'Sprung nach vorn' in der Ostpolitik ansetzen". Berichtet wird weiter über den "Demokratischen Klub", der als "reaktionär-konservativ" bezeichnet wird und als Gegenpart zum RC aufgebaut wird. In der "Personalie" wird über Horst Mahler berichtet. Das Bundesinnenministerium startet Versuche, die Fusionsverhandlungen "der beiden Organisationen der Kriegsdienstgegner, Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) und Internationale der Kriegsdienstgegner (IdK) zu torpedieren".

Veranstaltungen zum Antikriegstag sollen am 1.9. in 13 Städten (u. a. in: Essen, Hamburg, Karlsruhe, Nürnberg, Mannheim) stattfinden. Getragen werden sie u. a. von den Falken, den Naturfreunden, dem DGB. Biographische Daten gibt es zu: Willy Brandt, Axel Jerschke, Georges Reymond. In der "Extra-Meinung" schreibt Guggomos über die "gewaltlose Warenhaus-Aktion": "Um was es bei dieser Aktion geht: Dem Senat und den etablierten Parteien muss die Vorstellung ausgetrieben werden, dass jede Aktion gegen ihre Bankrottpolitik verfassungsfeindlich ist". Berichtet wird noch über eine Kritik des BED an der Post, die die Zustellung der Zeitung "unzulässig verzögern" würde. Otto Brenner (DGB) schreibt über "Gewerkschaften und SPD". Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 30, West-Berlin, 30. August 1967.

02.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 31 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: Falken-Brief an Gleite: "Dein schlechtes Gewissen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner Polizei: Strafanzeige gegen SPD-Fraktionsführer"
- "Ostpolitik des Senats: Kleiner Sprung nach vorn"
- "Amerikanische Demonstration am KUDAMM: Durch Polizei verboten"
- "DEFAKA und KADEWE: Ursprünglich gegen superlangen Sonnabend"
- "West-Berliner Presse: Mahler-Erklärung verschwiegen"
- "Republikanischer Club: Neue Vorschläge zum Ladenschluss"
- "CDU-Sozialausschüsse: Unterstützung aller Ladenschluss-Proteste"
- "Verwaltungsgericht West-Berlin: Vorentscheidung gegen Polizei"
- "Vietnam-Gegner: Internationale Protest-Tage im Oktober"
- "Hanser-Verlag: Zittern vor dem Tagesspiegel"
- "Witz der Woche: Von PPP und Telefunken produziert"
- "Personalien"
- "Extra über uns"
- "Ekkehart Krippendorff: Extra-Meinung: Faschismus inmitten Westeuropas"
- "In Sachen Teufel: Kammergericht gegen Generalstaatsanwalt"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner Polizei, die Strafanzeige "gegen Unbekannt wegen 'Anstiftung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt' gestellt hat", über die Ostpolitik des Senats. Alberts richtet ein Schreiben an den DDR-Ministerpräsidenten Abusch. Albertz möchte gerne über die "Fortsetzung der Passierscheinkontakte" debattieren. Die "Anti-Vietnam-Demonstration der US-Campaign (…) wurde von der Polizei nicht genehmigt". Weiter wird berichtet über den "superlangen Sonnabend" u. a. bei KADEWE. Eine Mahler-Erklärung wonach er "neutraler juristischer Beobachter bei der Diskutier-Demonstration am Tauentzien anwesend war", sei von der West-Berliner Presse verschwiegen worden.

Der RC legt "neue Vorschläge zum Ladenschluss" vor. Die CDU-Sozialausschüsse würden "alle Ladenschluss-Proteste" unterstützen. Am 21./22.10. sollen in vielen Städten Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg stattfinden, wozu aufgerufen wird. Biographische Daten gibt es zu: Dr. Wener Dopp, Werner Spanehl. In der "Extra-Meinung" referiert Ekkehart Krippendorff über den Faschismus in Griechenland. Das Kammergericht West-Berlins hat die Beschwerde Fritz Teufels "gegen die Haftentlassungsauflagen" verworfen. Geworben wird für die Sondernummer "Neofaschismus an der Universität" der Marburger Studentenzeitschrift "Sine sine". Aufgerufen wird für die Diskussionsreihen: "Revolten an der Universität" des Bezirksamts Schöneberg, Abteilung Jugend und Sport. In Stuttgart wurde das Komitee "Gegen die Diktatur in Griechenland" gegründet. Geworben wird noch für "Voltaire Flugschriften", u. a. "Bedingungen und Organisation des Widerstands", "Der Kongress von Hannover", "Protokolle", hrsg. Vom Bernward Vesper-Triangel in Zusammenarbeit mit dem Republikanischen Club.

Berichtet wird noch vom 9.6. Es tagte "der größte Studentenkongress der Nachkriegszeit mit 5.000 Teilnehmern zusammen mit Gewerkschaftern und Professoren, um gemeinsam die Organisation einer demokratischen Opposition in der Bundesrepublik zu beraten". Dazu ist jetzt ein Band mit Referaten und Diskussionsbeiträgen u. a. von Wolfgang Abendroth, Peter Brückner, Rudi Dutschke, Horst Mahler, Erich Kuby erschienen.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 31, West-Berlin, 2. September 1967.

06.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 32 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Wo Heinrich Albertz der Schuh drückt".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner SPD: Burgfrieden Rechts-Links vor dem Ende?"
- "Tagesspiegel: Studenten-Kommune soll wieder verschwinden"
- "Stachelschwein: Münchener Spitzen abgebogen"
- "Händedruck in der Waldbühne. Von Hassel und Faschistenführer"
- "Volkshochschule Charlottenburg: Ein Herr aus Pretoria zu Gast"
- "West-Berlins CDU: Vernunft auf Reisen"
- "FDP West-Berlin: Mitgliederzahl stagniert bei 1.300"
- "Kommune-Lieder beim Frankfurter SDS-Kongress: Was nun?"
- "Hinweis"
- "Hannes Schwenger: Extra-Report: Der großen Koalition entgegen. Die Berliner CDU seit den Wahlen"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner SPD und ihre Flügel, wo "personelle Veränderungen" geplant sind. Der "Tagesspiegel" würde zur Zeit überlegen, "ob und wie die ständige außerredaktionelle Dienstag-Kolumne 'Studenten und ihre Probleme' wieder aus der Zeitung verschwinden soll". Wolfgang Gruner will mit seinen Stachelschweinen "in diesem Jahrhundert" (…) nicht mehr mit der 'Münchener Lach- und Schießgesellschaft' im Fernsehen auftreten". Pierre Battesti bedankte sich mit einem Händedruck in der Waldbühne "bei von Hassel für dessen Scharfmacherrede vor den Vertriebenenverbänden".

Bei dem in Frankfurt/M. tagenden SDS-Kongress, sollen West-Berliner Kommune-Mitglieder die Tagung "durch Gesänge gestört haben". Hannes Schwenger schreibt über die CDU. Fazit: "Wie sie damals in Bonn, steuert heute die CDU in Berlin auf eine Große Koalition hin". In der "Extra-Dokumentation" wird eine Rede von Albertz veröffentlicht. "In ihr sollte nicht-wie gewöhnlich-die außerparlamentarische Opposition beschimpft werden, sondern es sollte ausnahmsweise einmal der latente faschistische Ungeist in weiten Teilen der West-Berliner Bevölkerung kritische Würdigung erfahren. Die lieben Mitbürger sollten in pastoraler Weise gemahnt werden, einige Grundelemente demokratischen Verhaltens zu begreifen, nach dem man ihren nach-hitlerschen Antikommunismus in seiner trivialen Form nicht mehr so recht gebrauchen kann. Aber für Albertz ist die faschistische Pogromhetze der CDU und der Springer-Presse lediglich 'GEGENDRUCK': Als ob nicht fortlaufend linke Demonstranten unter den Augen der Polizei oder von dieser verprügelt würden, sondern jene Straßenpassanten, die die 'Vergasung' derselben fordern".
Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 32, West-Berlin, 6. September 1967.

06.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 33 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Die Sprache der Heimatvertriebenen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Linker SPD-Flügel: Für eine neue Deutschland- und Berlin Politik"
- "Senatsumbildung: Erst Sachfragen klären"
- "FDP-Bundesparteitag: Nachfolger Mendes schon im Oktober?"
- "West-Berlin: Wirtschaftsbelebung durch sinnlose Käufe"
- "Parteisäuberung: SPD will sich von Unbequemen trennen"
- "CIA-Affäre: VDS Mitgliedschaft im ISC ruht"
- "KADEWE-Go in: Bearbeitung jetzt bei der PoPo"
- "Godard-Film über Kommune: Test in West-Berlin"
- "Hinweise"
- "100 Jahre Kapital"
- "Extra über uns"

Berichtet wird u. a. über den linken SPD-Flügel, die Bezirksbürgermeister Abendroth und Karnatz. Aus objektiven Gründen könne man heute keinen "einheitlichen deutschen Staat (mehr) schaffen". "Das Alleinvertretungsrecht sei deshalb zu beseitigen. Beide deutsche Staaten müssten unter der Bedingung anerkannt werden, dass sie sich gegenseitig nicht als Ausland betrachten und ihren Willen für eine spätere Vereinigung kundtun. Zwischen den Regierungen der beiden deutschen Staaten seien direkte Verhandlungen auf allen Ebenen zu beginnen". Berichtet wird weiter darüber, dass das Führungszentrum der SPD "sofort in Verhandlungen über eine Senatsneubildung einzutreten, zurückgewiesen wird". Verhandlungen sollen für die Zeit nach der SPD-Klausurtagung am 23.9. möglicherweise beginnen. Berichtet wird noch über einen Ausschluss aus der SPD. Es trifft die Autorin Ute Erb.

Die Beziehung des VDS zur ISC "wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert". Die PoPo hat die "weitere Bearbeitung des Kaufhaus-Go in vom 26.8. übernommen". Godards Film "La Chinoise" über eine französische Kommune" soll demnächst gezeigt werden. Das neue Programm des "Reichskabaretts" beginnt am 10.9. Ein Kolloquium zu "100 Jahre Kapital-Kritik der politischen Ökonomie" soll vom 14.-16.9. in der Frankfurter Goethe-Universität stattfinden. Aufgerufen hat das Frankfurter Institut für Politik Wissenschaften und die Europäische Verlagsanstalt. Veröffentlicht wird in der "Extra-Dokumentation" die Rede von Reinhold Rehs, Präsident des "Bundes der Vertriebenen". Sie zeige "unserer Meinung nach am deutlichsten jenes für derartige Verbände typische Gemisch aus unverbindlichen Versöhnungsfloskeln und weitgehend unverhülltem Revanchismus".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 33, West-Berlin, 9. September 1967.

13.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 34 erscheint mit einer Extra-Dokumentation zur Berlin-Frage: "Für eine neue Politik".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ein Angebot aus dem Hause Springer"
- "Tagesspiegel wünscht Gegendarstellung"
- "Affäre Teufel: Go-in im Schöneberger Rathaus"
- "Schriftstellerprotest in der CSSR: Nur zwei Autoren?"
- "Studentenpresse: Keine Studentenzeitung geplant"
- "Neue Kritik: Theoretische Zeitung des SDS"
- "Springer-Anteil an der Jugendpresse: Fast 100 Prozent"
- "Literarische Links-Clubs: Ab sofort Koordination"
- "Hannes Schwenger: Extra-Report: Wie man Lügen lange Beine macht" und: "Aus dem 'Fall Zweig' wurde wieder einmal ein fall Springer"
- "Blütenlese aus der Berliner Morgenpost"
- "Die Antwort der Landespostdirektion"

Berichtet wird u. a. über die BZ, die Mahler zu einem Gespräch eingeladen hatte. Hintergrund: der Chefredakteur soll gesagt haben: "Wenn die außerparlamentarische Opposition ihre Kampagne gegen den Springer-Konzern einstellte, hätte die BZ freie Hand, die Korruption in der West-Berliner Polizei aufzudecken. Zur "Studenten-Kolumne" (BED 32) verlangt der Tagesspiegel eine Gegendarstellung, da die "Behauptungen unwahr seien". Im Rathaus Schöneberg soll am 15.9. ein Go-in stattfinden. Hintergrund: "Freunde des Studenten Fritz Teufel haben dazu aufgerufen, den von der Polizei seit letzten Freitag entsprechend einem Haftbefehl Gesuchten nicht in der Untersuchungshaftanstalt Moabit, sondern bei der West-Berliner Volksvertretung abzuliefern. (…) Rechtsanwalt Horst Mahler, Teufels Verteidiger, warnte davor, die Protestaktionen gegen eine erneute Inhaftierung Teufels zu bagatellisieren oder als Ulk aufzufassen". Eine "Studenten-BZ", wie verlautet, sei nicht geplant. Man arbeite aber zur Zeit an "einer Zeitschrift unbekannten Namens", deren Nullnummer Ende des Monats erscheinen soll.

Das bisherige Diskussionsorgan des SDS "Neue Kritik" wird als "theoretische Sozialistische Zeitung" erscheinen. Herausgeber sind u. a. Oskar Negt, Peter Gäng, Klaus Vack, Lothar Wolfstätter. In Frankfurt/M. trafen sich Vertreter von 15 politisch-literarischen Clubs zu einem Koordinationsgespräch. Unter dem Zeichen POL (Arbeitsgemeinschaft Politisch-literarischer Clubs) soll in Frankfurt/M. ein zentrales Org.-Büro eingerichtet werden, "das Programme arrangiert und koordiniert". Folgende Clubs nahmen u. a. daran teil: "Club Voltaire" (Frankfurt/M.), "Aktion 67" (Wuppertal), "Komm Club" (München), "Lila Eule" (Bremen), "Republikanischer Club" (Hamburg), "Studentenkeller im Schloss" (Darmstadt).

Im "Extra-Report" geht es um Arnold Zweig, der das Leben in der DDR als "Hölle" bezeichnet. Zwischenzeitlich hätten sich aber die Behauptungen "in Nichts aufgelöst". In der "Extra-Dokumentation" wird über die Berlin-Frage diskutiert und dazu 8 Thesen veröffentlicht. Geworben wird für: die Ausstellung: "Dem Scheiterhaufen entgegen", die am 27.9. im jüdischen Gemeindehaus eröffnet wird.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 34, West-Berlin, 13. September 1967.

16.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 35 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "SPD-Linke für eine neue Politik" (II. Teil)
Artikel der Ausgabe sind:
- "Neubauer: Wieder auf dem Marsch nach links?"
- "Albertz: Antwort an Abusch: Schon wieder im Eimer"
- "Westdeutsche Söldner: Kämpfen für Biafra"
- "Vietnam in USA: Jeder zweite Amerikaner gegen den Krieg"
- "SHB-Memorandum: Acht Forderungen an Senat und SPD"
- "Ein Sozialdemokrat hat das Wort: Sickerts Blütenlese"
- "West-Berliner Betriebe: Westdeutsche als Drückeberger beschimpft"
- "Voltaire-Verlag: Strafanzeige gegen drei Springer Chefredakteure"
- "Bremer Polizist: Auf das Grundgesetz pfeife ich"
- "Junge Generation an der Saar: Gegen große Koalition"
- "Günter Grass: Im Zweifelsfalle für den lieben Gott"
- "Katholische Bischöfe: Konkurrenzblatt für Rheinischen Merkur"
- "DDR-Verlage: Messe Zusage in letzter Minute"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Es gilt, ein Justizverbrechen zu verhindern"

Berichtet wird u. a. über Sozialsenator Neubauer, der als "Führer der rechten Fraktion" bezeichnet wird, und jetzt versuche, "die Tuchfühlung zum allgemeinen Linkstrend nicht ganz zu verlieren". Er habe jetzt ein neues Papier vorgelegt: "In der Berlin-Politik könne es so wie bisher nicht weitergehen". Der BED meint dazu: "Allerdings versucht Neubauer im Gegensatz zu den linken Papieren es mehr mit taktischen Erörterungen".

Berichtet wird weiter über Albertz. Seine angeleierten "Passierscheinkontakte werden voraussichtlich wegen der anstehenden Finanzthemen erneut verschoben werden müssen". Der Rundfunksender Lagos, Nigeria berichtet über eine "Zusammenstellung eines Söldnertruppentransportes von westdeutschen Bürgern für die von der Zentralregierung abgefallenen Ostprovinz, die jetzt den Namen Biafra hat". In den USA soll jeder zweite Amerikaner "gegen den Krieg in Vietnam" sein. Berichtet wird auch über ein SHB-Memorandum. Danach veröffentlichte der LV des SHB West-Berlin "ein umfangreiches Memorandum zur Situation von SPD, Senat und Öffentlichkeit in West-Berlin nach dem 2. Juni'".

Der "Voltaire-Verlag" hat "gegen die Chefredakteure der Springer-Zeitungen 'Berliner Morgenpost', 'Mittag' (Düsseldorf) und 'Hamburger Abendblatt Strafanzeige wegen politischer Verdächtigung nach § 241 StGB gestellt". Danach kann mit Gefängnis bestraft werden, "wer andere durch politische Verdächtigungen oder Mitteilungen der Gefahr aussetzt, aus politischen Gründen verfolgt zu werden". Biographische _Daten gibt es zu Kurt Brumlop, Heinz Zellermayer".

Die "Voltaire-Flugschrift" Nr. 12 ist erschienen: "Bedingungen und Organisation des Widerstands". In der "Extra-Dokumentation" werden "die Vorschläge zur Berlin-Politik der SPD-Linken" veröffentlicht: "Zur Deutschland- und Osteuropapolitik. Ergebnisse einer Diskussion interessierter Genossen". Berichtet wird noch über eine Flugblatt-Aktion des SDS, des RC und der Gewerkschaftlichen Studentengemeinschaft zu Fritz Teufel, der sich "im Rathaus Schöneberg dem Abgeordnetenhaus stellen will". Die West-Berliner "Justiz beschuldigte ihn, am 2. Juni 1967 anlässlich der Anti-Schah-Demonstration vor der Oper einen Stein gegen Polizisten geworfen zu haben". Das Flugblatt endet mit den Worten: "Seid Demokraten, befreit euch aus dem Untertanengeist einer unseligen Vergangenheit, kämpft gemeinsam mit den Studenten für die Freiheit Fritz Teufels". Geworben wird für den "Gewerkschaftsspiegel".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 35, West-Berlin, 16. September 1967.

20.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 36 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Eine Darstellung aus dem Hause Springer".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Unvereinbarkeit mit dem Republikanischen Club"
- "Häussermann-Rücktritt: Institutionell nicht mehr möglich"
- "Untersuchungsbericht: Ein fauler Kompromiss"
- "Spendenkonto für Fritz Teufel: Geld und Briefe"
- "Studentenpfarrer: Ja zur kritischen Universität"
- "Studentenpfarrer: Nein zum Krieg in Vietnam"
- "Druckhaus Tempelhof: Zensiert für Springer"
- "Morgenpost-Autor Fraenkel: Wandlungen eines Klassenkämpfers"
- "Witz der Woche: Terror vor dem Parlament"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Kampagne für Abrüstung. Ostermarsch der Atomwaffengegner"
- "Kriegsdienstverweigerer"
- "Berliner Extra-Dienst"

Berichtet wird u. a. über die SPD, in deren Kreisen (Wilmersdorf und Schöneberg) "Resolutionen für einen Unvereinbarkeitsbeschluss SPD-Republikanischer Club vorbereitet wird". "Der Republikanische Club wird angeklagt, Feind der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu sein". Für Aufsehen soll der Rücktritt von Hartmut Häussermann gesorgt haben. Häussermann war bisher Vorsitzender des AStA der FU. Die Konferenz aller evangl. Studentenpfarrer an den westdeutschen und West-Berliner Universitäten und Hochschulen hat sich gegen den Vietnam-Krieg ausgesprochen. FU Professor Ernst Fraenkel soll eine Demo des SDS in Frankfurt/M. mit den Worten bedacht haben: "Dies sind haargenau genau die gleichen Methoden, die vor einer Generation die Rollkommandos der SA angewandt haben". Biographische Daten gibt es zu Franz Amrehn, Heinz Barth. Die SPD-Betriebsgruppe an den West-Berliner Hochschulen und Forschungsinstituten konstituiert sich anlässlich einer Vollversammlung am 9.10.

In der "Extra-Dokumentation" wird darüber berichtet, dass das Verlagshaus Springer seinerseits eine "Materialsammlung zur 'Enteignet-Springer' Aktion" vorgelegt habe. Im Folgenden soll in der Doku "der Ursprung dieser Forderung untersucht werden". Berichtet wird noch über die "Kampagne für Abrüstung - Ostermarsch der Atomwaffengegner" und über "Kriegsdienstverweigerer".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 36, West-Berlin, 20. September 1967.

22.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 37 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Der Bericht des Untersuchungsausschusses".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Springer-Tribunal: Sekretariat zur Vorbereitung eingerichtet"
- "SPD-Papier: Zustellung erst am späten Abend"
- "SPD-Republikanischer Club: Kein Unvereinbarkeitsbeschluss?"
- "West-Berlin: Auch Liberale gehen in Klausur"
- "Morgenpost-Fälschung in Sachen Zweig: Vorsätzlich"
- "Zitat"
- "Katholische Kreise: Widerstand gegen Bonns 'Neue Ostpolitik'"
- "Büro für Vietnam: Quick-Illustrierte windet sich"
- "Wiener Zeitung 'Furche': Springer wie Hugenberg"
- "Demokratischer Klub: Schüler denunziert"
- "Hinweise"
- "West-Berlin": Koordinierung der Außerparlamentarischen Opposition"
- "Springer: appelliert an die Großindustrie"
- "Stefan Reisner: Extra Meinung: Notizen zu Kritiken: Die Premiere des Reichskabaretts"

Berichtet wird u. a. über das "Springer Tribunal". Hierzu wird ein Tribunal eingerichtet, das für Mitte Dezember/Anfang Januar 1968 vorgesehen ist. Das Sekretariat soll geleitet werden von Bernhard Blanke, Peter Schneider und Hans Joachim Hameister. Der SPD-Landesvorstand soll über einen "Beschlussentwurf über eine Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in der SPD und RC" beraten haben. Und "die Zustimmung einer Vorstandsmehrheit gefunden haben.

Weiter wird berichtet von den "Katholischen Blättern", die die "Neue Ostpolitik" ablehnen. Kritik wird an einer "Vietnam-Story" von "Quick" geübt. Die Wiener Zeitung "Furche" agitiert gegen den Darmstädter Professor Karl Otmar Freiherr von Aretin. Die Zeitung erklärt: "das Beunruhigende an 'Bild' sei weniger die Zeitung als die Leserschaft!" Der West-Berliner "Demokratische Klub" soll sich als "Denunziant" gegen die USG und gegen den AUSS betätigt haben. Berichtet wird noch über die Konstituierung des "Koordinationsausschuss der West-Berliner Außerparlamentarischen Opposition". Es erschienen die Verbände: SDS, SHB, LSD, ESG, GSG, HSU, die Studentenvertretungen der FU, TU, PH, der Hochschule für Bildende Künste und der Kirchlichen Hochschule, die HU, die Kampagne für Demokratie und Abrüstung, die Liga für Menschenrechte u. a. "Grundlage des Gesprächs war ein Statement des Republikanischen Clubs, in dem es heißt: 'Ein Hauptanliegen dieser Gespräche liegt darin, allen, die sich an der außerparlamentarischen Opposition orientieren, bewußt zu machen, dass das Anliegen der Opposition nicht nur ein deklamatorischer Protest ist, sondern dass wir auf die Änderung der als schlecht und unzureichend erkannten bestehenden politischen Verhältnisse abzielen. Diese Veränderung beinhaltet nicht die Abschaffung demokratischer Strukturen und Mechanismen-wie es unsere Gegner behaupten, sondern gerade die Herbeiführung eines demokratisch funktionierenden Gemeinwesens, das in der Lage ist, seine politischen Lebensinteressen zu erkennen und durch bewußtes politisches Handeln durchzusetzen. Gerade aber die Tatsache, dass wir es nicht bei einem deklamatorischen Protest bewenden lassen, sondern zielstrebig die Veränderung herbeiführen wollen, fordert den entschiedenen Widerstand des politischen Gegners heraus. Wir sollten sofort damit beginnen, die sich daraus für uns ergebenden politischen Probleme zu diskutieren.' Dieser Anregung wurde gefolgt. Als vordringlich erkannt wurde, alsbald eine Verbreiterung der Massenbasis der außerparlamentarischen Opposition zu erreichen. In den kommenden Monaten sehen die Gruppen der außerparlamentarischen Opposition folgende acht Schwerpunkte ihrer Arbeit: 1. Aktionen, die die Vorstellungen der Opposition von einem lebensfähigen Gemeinwesen West-Berlin sichtbar machen; 2. Aktionen zur Durchsetzung des Modells der Kritischen Universität; 3. Aktionen zur Aufklärung über die Rolle des Springer-Konzerns in dieser Gesellschaft; 4. Aktionen, die über das Justizverbrechen an Fritz Teufel aufklären; 5. Aktionen gegen die Politik der sozialen Demontage; 6. Kampagne für die Anerkennung der DDR als Voraussetzung für eine europäische Friedensordnung; 7. Aktionen gegen die geplante Notstandsgesetzgebung; 8. Aktionen gegen den US-Krieg in Vietnam".

Berichtet wird noch über das "Reichskabarett". In der "Extra-Dokumentation" wird der erste Teil des "Berichts des parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Wortlaut" veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 37, West-Berlin, 22. September 1967.

27.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 38 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Der Bericht des Untersuchungsausschusses (II)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Heinrich Albertz: Von de Mafia gestürzt"
- "SPD und Gewerkschafter: Konflikt spitzt sich zu"
- "DGB-Vorsitzender Lenbach als SPD-Vorsitzender Buchstaller"
- "HBV West-Berlin: Verwirrter Vorstand"
- "Neue Weltbühne: Probenummer verschoben"
- "DDR: Ohnesorg-Song aus Ost-Berlin"
- "Albertz: Gespräch mit Schülern abgesagt"
- "Sing Out: Antrag auf Einrichtung einer Privatschule"
- "Hinweis"
- "Springer Antwort: Gegner wollen Sowjetzonen-Verhältnisse"
- "BZ-Meldung über Anti-Springer Demonstration: Halbwahrheit"
- "Anti-springer Kampagne: Konzertierte Aktion"
- "Nach vierzehn Tagen: Berliner Morgenpost dementiert"

Berichtet wird u. a. von rechten Gruppen in der Berliner SPD, die Albertz stürzten. Dieser trat am 26.9. zurück. Titelüberschrift im BED: "Albertz von der Mafia gestürzt". "Die Mafia um dem Steglitzer Kreisvorsitzenden Harry Liehr, den stellvertretenden Weddinger Kreisvorsitzenden Pätzold und den Abgeordneten Gellermann hat in der Fraktion des Abgeordnetenhauses 35 Stimmen fest. Albertz konnte-obschon nicht Freund der Linken-bestenfalls auf 15 Stimmen der Linken und Halblinken zählen. Der Rest der 32 Unentschlossenen war keine Regierungsbasis mehr. (…) In der außerparlamentarischen Opposition hört man Genugtuung über die Erfüllung der von ihr nach dem 2. Juni erhobenen Rücktrittsforderungen. Die Opposition hatte den Abtritt von Albertz, Büsch und Duensing verlangt. Die Forderung wurde - in umgekehrter Reihenfolge - erfüllt. In Kreisen der außerparlamentarischen Opposition gab man aber deutlich zu verstehen, dass eine personelle Neuorientierung ohne eine Veränderung der sachlichen Politik ohne Bedeutung bleibt".

Berichtet wird weiter von den Konflikten zwischen der Führung der Bundes SPD und den gewerkschaftlich organisierten SPD-Mitgliedern. Die erste Probenummer der "Neuen Weltbühne" ist verschoben worden. In der DDR ist zu einem Gesangswettbewerb ein Lied mit dem Titel "Wie starb Benno Ohnesorg" vertreten. Der Künstler ist Hartmut König. Die Kampagne für Abrüstung "hat sich dem oppositionellen Verlangen nach Beseitigung der marktbeherrschenden Stellung Springers in der Massen-Publizistik angeschlossen. (…) In einer Auflage von 10.000 Stück wurden Plaketten hergestellt, die den Text 'Bild macht dumm' tragen". In der "Extra-Dokumentation" wird der II. Teil des "Berichts des Untersuchungsausschusses" veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 38, West-Berlin, 27. September 1967.

30.09.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 39 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Günter Grass: Faschistische Methoden im Springer-Konzern".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Wehner-Aktion: Schmidt nach Berlin: Im Anlauf gescheitert"
- "DGB-Landesvorsitzender: Zum Rapport in die Baracke bestellt"
- "DGB und Große Koalition: Die Enttäuschung wächst"
- "Im November 1967: Gemeinsame Tagung Falken und FDJ"
- "Dr. Weigand: Dreimal beim Verfassungsgericht abgewiesen"
- "SPD-Fernsehpolitik: In Wehners Papierkorb verschwunden"
- "Personalien"
- "Extra über uns"
- "Extra-Meinung: Nicht eine neue 'Charaktermaske', sondern eine neue Konzeption wird gesucht"
- "Ein Urteil gegen Rudi Dutschke"

Berichtet wird u. a. über einen "taktisch unglücklich angelegten Versuch Herbert Wehners., den ihm mißliebigen Fraktionsführer der Bundestags-SPD, Helmut Schmidt, loszuwerden. Wehner würde schon seit geraumer Zeit daran stricken, "Helmut Schmidts Ambitionen auf den im Statut nicht festgelegten Posten eines 'Kanzlerkandidaten' der SPD zu torpedieren". Berichtet wird weiter über den DGB, der über die "Arbeit der Großen Koalition" enttäuscht sei. Im Juli und September wollen die Falken und der Zentralrat der FDJ der DDR politische Gespräche führen.

Biographische Daten gibt es zu: Beate Klarsfeld, Marianne Usko. In der Extra-Meinung wird über die Floskeln "Albertz soll gestürzt werden" und "Albertz soll gestützt werden" gewitzelt. Die erste Schlagzeile hatte das "Extra-Blatt" am 12.2.1967 verbreitet. Zudem gibt es reichliche Kommentare zur SPD. Von Willy Brandt bis Klaus Schütz. In der Extra-Dokumentation sieht Günter Grass: "Faschistische Methoden im Springer-Konzern". Dazu werden Kommentare aus "Panorama" veröffentlicht. Rudi Dutschke wurde wegen "öffentlicher Beleidigung" zu einer Geldstrafe verurteilt. Er soll zu Beamten gesagt haben: "Ihr Totengräber der Demokratie. Ihr werdet Euch noch wundern, ihr werdet von mir hören". Geworben wird für den "Gewerkschaftsspiegel".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 39, West-Berlin, 30. September 1967.

04.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 40 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Günther Donat: Ein Artikel aus der West-Berliner 'Wahrheit' zur Diskussion über Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Klaus Schütz: Harter rechter Kurs"
- "Engländer in West-Berlin: Freie Stadt-Pläne nicht uninteressant"
- "Dirigent Pierre Boulez: Ich verstehe die Studenten"
- "Oberstaatsanwalt: Prügel für Studenten nicht völlig abwegig"
- "Schriftsteller: Solidarisch mit Grass"
- "Amtsgericht Karlsruhe: Sit in sind nicht anmeldepflichtig"
- "Bundesrepublik: Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt"
- "Hinweise"
- "Personalien"
- "Hannes Schwenger: Extra-Report: Noch einmal: Tarantel-Press"
- "Der Vorstand des Republikanischen Clubs gab folgende Erklärung ab"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz, Nachfolger von Albertz. Seine "künftige Berlin-Politik komme einem "harten rechten Kurs gleich". Berichtet wird weiter über den Dirigenten Pierre Boulez. Im Interview mit Michael Hansch, Student an der Kirchlichen Hochschule, erklärte Boulez, dass die Aktionen der Studenten bei seinem Festwochenkonzert nicht ihm galten: "Sagen sie den Studenten, dass ich sie verstehe und unterstütze. Ich habe mich nicht betroffen gefühlt".

Weiter wird berichtet über Oberstaatsanwalt Kuntze: es sein ein "verfassungsmäßig verbrieftes Recht", wenn "Berliner Bürger androhen, Studenten 'Knüppel um die Ohren' zu schlagen". Eine Reihe von Schriftstellern erklärt sich mit G. Grass zum Fall der Springer-Falschmeldung über Arnold Zweig, solidarisch. U. a. Max von der Grün, Hans Magnus Enzensberger, Reinhard Lettau, Ekkehart Krippendorff. Berichtet wird noch von der Anzahl der Kriegsdienstverweigerer, die ansteigt. Bis zum 31.7. "wurden über 2.000 Kriegsdienstverweigerer nach einem Prüfungsverfahren anerkannt". Im RC findet am 6.10. eine Diskussion zur Senatskrise statt. Eine weitere "Voltaire-Flugschrift" ist erschienen. Sie widmet sich dem Fall Springer am Beispiel Arnold Zweig.

Biographische Daten gibt es zu Hans-Georg Soldat, Horst Wagner. Der RC beantwortet eine Anfrage von William Borm (FDP): Der RC habe nie "das Prinzip der parlamentarischen Demokratie in Frage gestellt".

In der Extra-Dokumentation referiert Günther Donat zu: Herbert Marcuse. Einleitend heißt es dazu: "EXTRA-Dienst dokumentiert nachstehend einen uns wichtig erscheinenden Artikel, der im Parteiblatt der SED-West, 'Die Wahrheit', am 29. September 1967 als Beilage unter dem Titel 'Zur Diskussion über Herbert Marcuse-Der eindimensionale Mensch', Autor Günther Donath, erschienen ist. Dieser Artikel, ungewöhnlich substantiell und akzeptabel in der Form, scheint fast programmatischen Charakter für das Verhältnis der kommunistischen zur außerparlamentarischen Opposition dieser Stadt-soweit sie sich als sozialistisch versteht-zu haben. EXTRA-Dienst geht wohl in der Vermutung nicht fehl, dass dieser Beitrag nicht ohne Zutun kommunistischer Kreise zustande gekommen ist, deren Aktionsfeld nicht auf West-Berlin allein beschränkt ist. Insofern wird sichtbar, welche Haltung beispielsweise auch die Ostberliner Kommunisten zur Westberliner Studenten- und Intellektuellen-Opposition einnehmen; eine bisher immerhin nicht ganz geklärte Frage".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 40, West-Berlin, 4. Oktober 1967.

07.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 41 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "SPD-Ausarbeitung zur Hochschulpolitik und Studentenpolitik: Leitsätze für die Berliner Hochschulpolitik der Autoren Stein und Borinski".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Außerparlamentarische Opposition: DDR anerkennen"
- "SPD-West-Berlin: Mattick mit Gnandenfrist"
- "Anti-Springer-Kampagne: Konzern und Konzernchef in Sorge"
- "Gymnasien: Wir sind demokratisch genug"
- "Anti-Notstandspapier der Theologen: 1.200 Unterschriften"
- "Bundestagsausschuss: Handschellengesetz beerdigt"
- "Konkret als Tageszeitung: Aber nur während der Buchmesse"
- "Evangelische Akademiker: Ja zu außerparlamentarischer Aktion"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Extra über uns"

Berichtet wird u. a. über die APO, die "ein erstes Flugblatt zur Senatskrise verteilen" will. "Die Aktion soll eine offene Diskussion über die politischen Existenzfragen der Stadt erzwingen. (…) Das Flugblatt, in einer Club-Diskussion im Republikanischen -Club vorbereitet und in Verbindung mit Studentenverbänden herausgegeben, wirbt für die Erkenntnis, dass die gegenwärtige Senatskrise nicht Ausdruck 'persönlicher Querelen ist', sondern als Schnittpunkt einer verfahrenen Politik beurteilt werden muss". Der West-Berliner SPD-Politiker Kurt Mattick soll auf dem außerordentlichen Landesparteitag am 15.10. nicht abgewählt werden.

Berichtet wird weiter über die Anti-Springer-Kampagne. "Liberale Kräfte West-Berlins und der Bundesrepublik macht den Springer-Konzern zunehmend unruhig". Der "Offene Brief" zur Notstandsgesetzgebung der evangelischen Theologen wurde zwischenzeitlich von 537 Prominenten unterschrieben. Der Hamburger Konkret-Verlag gibt anlässlich der Frankfurter Buchmesse vom 12.-17. Oktober eine Tageszeitung heraus. Biographische Daten gibt es zu: Heinrich Lübke, Karl König, Arno Scholz, Rudi Dutschke und Rolf Späther. Die DG lädt für den 13.10 zur Veranstaltung ein. Thema: "Gerechtigkeit, Frieden und Menschenbild in unserer Gesellschaft".

Für den 7.10. haben Freunde von Fritz Teufel "zu einer Wiederholung der 'Amtsübernahme und Jubelfeier (…) eingeladen". Im III. Fernsehprogramm soll ab 8.10. auch ein Beitrag zur APO gezeigt werden. Zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution wollen die West-Berliner Falken in der "Neuen Welt" eine Veranstaltung durchführen. U. a. sollen sprechen: Dutschke, Agnoli, Meschkat und Ristock. Martin Bucholz, Redakteur des BED, ist zu einer richterlichen Vernehmung geladen. Er soll Teile der Ermittlungsakten zu Teufel veröffentlicht haben. In der Extra-Dokumentation "SPD-Ausarbeitung zur Hochschulpolitik und Studentenpolitik" werden "Leitsätze für die Berliner Hochschulpolitik und Studentenpolitik" veröffentlicht. Auf einer Arbeitstagung im Herbst, soll noch eine "umfassende Analyse" erstellt werden.
Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 41, West-Berlin, 7. Oktober 1967.

11.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 42 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Der Notstandsentwurf der Freien Demokraten". Angehängt ist das Flugblatt Nr. 1 der APO zur "Senatskrise".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Klaus Schütz: Gegenüber dem Osten bereits gescheitert"
- "Notstandsverfassung: Regierungsvorlage gestorben"
- "Zweckmeldung der Woche: Springer und Professor Giersch"
- "Optimismus: Computer-Produktion nach West-Berlin"
- "Im November: Manifest der Hochschulen zur Notstandsfrage"
- "Grass und die West-Berliner Presse: Ausnahme 'Der Abend'"
- "Hochschul-Betriebsgruppe: Deutlicher Affront gegen Vorstand"
- "Dokumentation: 'Studenten und Presse' als Buch Ende des Jahres"
- "Anti-Springer-Aktion: Koordinationsstelle gegründet"
- "Krönung im Europacenter: Wo uns der Schah drückt"
- "Hinweise"
- "Martin Buchholz: Kabarett der 'Freien Welt': Ein Quizmaster räumt im RIAS auf"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz, der es sich bereits mit Ost-Berlin verscherzt haben soll. So verlautet, man wolle ihn "in aller Entschiedenheit uns sofort auffahren lassen", über Notstandsgegner in der SPD-Bundestagsfraktion, die erklärt haben: "Der Regierungsentwurf ist bereits vor dem Hearing im November tot". Die Paderborner Elektronik Firma Nixdorf will 1968 eine Produktionsstätte in West-Berlin errichten. Westdeutsche und West-Berliner Hochschulen und links-demokratische Studentenverbände haben ein "Manifest der Hochschulen zur Notstandsfrage verabschiedet. Die konstituierende Versammlung der Hochschulbetriebsgruppen der SPD spricht sich gegen die Politik des Landesvorstandes der SPD aus. Gewählt wurde Dr. Skuhr. Zum Jahresende soll eine empirische Untersuchung erscheinen: "Studenten und Presse" von Werner Doye.

Getroffen haben sich eine Reihe von Studentenverbänden (so u. a. SDS, SHB, LSD), um die "Kampagne gegen das Meinungsmonopol des Springer-Konzerns" zu koordinieren. Eine Veranstaltung zum Thema: "Soll Springer enteignet werden?" soll folgen. Auch Materialien "zur Aufklärung über die Rolle des Springer-Konzerns" soll herausgebracht werden. Im RC soll am 13.10. eine Veranstaltung u. a. mit Jörg Huffschmidt zur aktuellen Wirtschaftspolitik stattfinden. Die von den Amerikanern etablierte "Freie Stimme", so der RIAS, sei "von Kommunisten unterwandert". Jetzt soll er sich daran machen, "die 'Kommunisten' aus seinen Mitarbeiterreihen zu eliminieren. In der Extra-Dokumentation wird über den Notstandsentwurf der FDP berichtet. Im Anhang wird das 1. Flugblatt der APO zur West-Berliner "Senatskrise" veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 42, West-Berlin, 11. Oktober 1967.

14.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 43 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: Walter Bartel: Vorbemerkung zu Fritz Behrens: "Kritik der politischen Ökonomie und ökonomische Theorie des Sozialismus".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Landesparteitag: Linke ohne Linie"
- "Internationale Vietnam-Tage: Protestmarsch in West-Berlin"
- "Bundeswehr und Vietnam: Auch Hubschrauber im Einsatz"
- "Hamburger Schah-Zwischenfälle: Senator Ruhnau soll gehen"
- "Mehrheitswahlrecht SPD-Führung weicht weiter zurück"
- "CSU-Korrespondenz: Notstandsgesetze wegen Studenten-Unruhen"
- "Personalien"
- "Bonmot der Woche"

Berichtet wird u. a. über den SPD-Landesparteitag. Dort soll Klaus Schütz nominiert werden. Die Linken in der SPD hätten keine klare Linie. Am 21.10. ist eine Vietnam-Demo geplant. Damit sollen die "Internationalen Vietnam-Tage in West-Berlin ihren Höhepunkt finden". Vom 13. Oktober ab sollen in allen Teilen der Stadt und an allen Hochschulen insgesamt 210.000 Flugblätter mit Informationen über den Vietnam-Krieg verteilt werden. Die Flugblätter werden täglich mit neuem Text erscheinen. Koordiniert ist die West-Berliner Kampagne mit Aktionen in allen anderen europäischen Großstädten. Geplant sind in der Bundesrepublik Aktionen in allen Universitätsstädten, Protestmärsche in München, Frankfurt, Düsseldorf und Mannheim. über das Westberliner Programm wird die nächste Ausgabe von EXTRA-Dienst ausführlich unterrichten".

Berichtet wird noch über mögliche Hubschraubereinsätze der Bundeswehr in Vietnam: "Noch in diesem Jahr sollen 40 Hubschrauber des Typs Bell UH-1D der Bundesluftwaffe mit dem entsprechenden fliegerischen Personal in Vietnam eintreffen". Studenten in Hamburg kritisieren Innensenator Ruhnau, der sich seit den Zwischenfällen während des Schah-Besuchs "in Schweigen hüllt". In einer CSU-Korrespondenz sei folgender Einschub zu lesen, "dass die Verabschiedung der Notstandsgesetze vor allem im Hinblick auf die West-Berliner Situation notwendig sei". Biographische Daten gibt es zu: Axel Springer, Dr. Grunz. Am 25.10 will im RC Abrassimov über das West-Berlin und die sowjetische Außenpolitik sprechen. Am 27.10. soll im RC eine Diskussionsrunde zur "biologischen Manipulierbarkeit des Menschen" stattfinden. Teilnehmer u. a. Prof. Laskowski, Prof. Geißler, Prof. Böhme.

Im RC soll mit lateinamerikanischen Studenten am 14.10. ein Gespräch zu Che Guevara und die bolivianische Guerilla-Bewegung stattfinden. Fritz Behrens beschäftigt sich in der Extra-Dokumentation mit der "Kritik der politischen Ökonomie" und der "Ökonomischen Theorie des Sozialismus". Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 43, West-Berlin, 14. Oktober 1967.

18.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 44 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Der Fall Catsioulis".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD West-Berlin gibt zu: Parteiaustritte häufen sich"
- "Notstandsgesetzgebung: Hessens Zinn wird aktiv"
- "Geheimabkommen Kiesinger-Brandt: Große Koalition nach 1969"
- "Springer: Wer mit wem solidarisch?"
- "Vietnam-Demonstration: Genehmigung mit Auflagen"
- "Professoren: FU-Räume für die kritische Universität"
- "Augstein: Springer-Tribunal eine Schnapsidee"
- "Extra über uns"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Extra-Meinung: Nach dem Parteitag der SPD"
- "Hannes Schwenger: Extra-Report: Die Frankfurter Hausfriedensordnung"
- "Vietnam International, 21. Oktober 1967"
- "Die Antwort eines Antifaschisten"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner SPD, in der sich die "Parteiaustritte häufen", über die Notstandsgesetzgebung und den Entwurf der FDP sowie "Vorschläge zum Regierungsentwurf eines zur Ergänzung des Grundgesetzes", dafür sei Georg August Zinn mitverantwortlich. Berichtet wird weiter vom geplanten "Protestmarsch gegen die amerikanische Aggression" am 21.10. Die Demo wurde unter Auflagen genehmigt. Eine Reihe von Professoren an der FU (u. a. Günther Roth, Otto Stammer) "haben eine Aufforderung an den Akademischen Senat unterzeichnet, mit der sie sich für Toleranz gegenüber den studentischen Bemühungen einsetzen, eine 'Kritische Universität' zur politischen Bildung an den West-Berliner Hochschulen zu schaffen". Augstein meint auf einer Podiumsdiskussion während der Buchmesse in Frankfurt/M., dass das "Springer Tribunal eine Schnapsidee" sei. Biographische Daten gibt es zu: Georges Reymond, Horst Jänichen.

Am 19.10. soll im Europacenter die Gründungsversammlung des West-Berliner Kuratoriums "Notstand der Demokratie" stattfinden. Die "Sozialistische Bildungsgemeinschaft" will am 18.10. über "Marxismus und Psychoanalyse" diskutieren. Am 19.10. soll im RC ein Gespräch mit Agnoli über die politische Situation in Italien stattfinden. In der "Extra-Meinung" wird der SPD-Parteitag analysiert. Hannes Schwenger berichtet über den Frankfurter "Buchhändler Börsenverein". Angehängt ist der Ausgabe eine "Vietnam-Extra-Information: Vietnam International, 21. Oktober 1967. Dazu wird ein "Spendenaufruf" abgedruckt. Dazu heißt es: "VIETNAM INTERNATIONAL 21. OKTOBER 1967 SPENDENAUFRUF
Am 21. Oktober werden in den USA und vielen anderen Ländern, in Europa u. a. in Rom Paris, Brüssel, Wien, London, Amsterdam, Stockholm und Oslo die bisher größten Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg stattfinden. Die amerikanische Opposition gegen diesen Krieg ruft dazu auf; wir schließen uns an. Zur Durchführung intensiver Informationsaktionen (vom 14. bis 21. Oktober in Form von Veranstaltungen (…) und Flugblattaktionen - Gesamtauflage 250 - 300.000 mit täglich neuem Text) benötigen wir über 3.500 DM". Zur Teilnahme rufen u. a. auf:
- Aktionskomitee für politische Arbeit an der Technischen Universität
- Arbeitskreis der Berliner Jungbuchhändler
- AStA der Freien Universität
- AStA der Kirchlichen Hochschule
- AStA der Musikhochschule
- Buchhandlung Karin Röhrbein
- Büro für Vietnam Berlin
- Arbeitsausschuss der Christlichen Friedenskonferenz West-Berlin
- Christlicher Friedensdienst
- Club Ca ira
- Demokratischer Katholischer Arbeitskreis
- Evangelische Studentengemeinde
- Freunde der Publizistik
- Gerhard Verlag
- Gewerkschaftliche Studentengemeinschaft
- Humanistische Studentenunion
- Internationale der Kriegsdienstgegner
- Internationaler Arbeitskreis an der FU
- Kampagne für Abrüstung
- Liberaler Studentenbund Berlins
- Schülerzeitschrift 'Roter Turm'
- SDS
- Sozialistische Jugend Deutschland Die Falken
- Studentenvertretung der. Pädagogischen Hochschule
- Studentenvertretung der TU
- Ständiger Ausschuss für Frieden, nationale und internationale Verständigung
- Vietnam-Arbeitskreis im Republikanischen Club
- Voltaire Verlag

Folgende Veranstaltungen sollen stattfinden:
- 18.10.67: "Wird Bolivien ein zweites Vietnam?" Revolution in Südamerika, authentische Berichte aus Bolivien" Veranstaltet von der Studentenvertretung der TU.
-18.10.67: "2. Juni", Uraufführung des Films. Referat "Wie demonstrieren": RA Mahler -19.10.67: "Schaffen wir zwei, drei, vier Vietnam", veranstaltet vom Berlin Colleg
-19.10.67. "Terror und Repression" - Referate, Filme, Teach-in mit Gäng und Nirumand
-20.10.67 VIETNAM: Großveranstaltung zur Demonstration. In der Extra-Demonstration zu: "Catsioulis", geht es um die Ausweisung eines griechischen Arbeiters. Dokumente: Polizeischeiben.

Geworben wird für den "Gewerkschaftsspiegel".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 44, West-Berlin, 18. Oktober 1967.

21.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 45 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Das Programm der Nationalen Befreiungsfront Südvietnams (FNL)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam International: Demonstrationsleitung bei Neubauer"
- "Alliierte: Sowjetische Handelsvertretung in Wes-Berlin verboten?"
- "Amerikanische Pressestimmen: Che wurde ermordet"
- "Hinweise"
- "TU West-Berlin: Assistenten wehren sich gegen Bevormundung"
- "Messeauszüge: Kein Bekenntnis zu Springer"
- "Personalien"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Kritik: Ein Film ohne Überzeugungskraft"
- "Hinweis"

Berichtet wird u. a. über Innensenator und Bürgermeister Neubauer, der die Verantwortlichen des Vietnam-Marsches zu einem Gespräch eingeladen habe. Er sprach die Hoffnung aus, "die Demonstration ordnungsgemäß im Rahmen der Auflagen durchzuführen", über die Ermordung Ches: "Che Guevara sei nach einem Dschungel-Gefecht seinen Verletzungen erlegen". Die "FAZ" berichtet, dass Che "auf der Stelle durch einen Herzschuss getötet worden sei".

An der West-Berliner TU wehren sich "Assistenten gegen Bevormundung". Biographische Daten gibt es zu: Götz Eggers, Karl Heinz Schmitz, Klaus Riebenschläger. Am 22.10. findet ein Gespräch zum Thema: "Opposition in der parlamentarischen Demokratie". Es diskutieren: Prof. Taubes (USA), G. Grass, B. Nirumand, Knut Nevermann. Am 26.10. Soll im Club "Über Strategie und Taktik der sozialistischen Opposition", u. a. mit den Falken und SDS diskutiert werden.
In der Extra-Dokumentation wird das "Programm der Nationalen Befreiungsfront" veröffentlicht. Einleitend heißt es dazu: "Aus Anlass des internationalen Protesttages gegen die amerikanische Aggression in Vietnam am 21.10. veröffentlicht 'EXTRA-Dienst' nachstehend mit unwesentlichen Kürzungen das Programm der Nationalen Befreiungsfront Südvietnams(FNL), das von einem Außerordentlichen Kongress der FNL beschlossen wurde. Der Kongress tagte an einem geheim gehaltenen Ort in Südvietnam vom 15. bis 20. August 1967. Das Programm wurde am 1. September dieses Jahres veröffentlicht."

Martin Buchholz berichtet über den Film: "Berlin, 2. Juni" und kritisiert ihn u. a. als "technisches Versehen". Dazu heißt es noch: "Der Betrachter war stets am Rätseln, ob nun eine Ton- oder eine Bildstörung vorliege. Leider war das aber alles 'künstlerische Absicht'. Vor leerer Leinwand schlecht formulierte Kommentare zu hören, oder auf Stummfilm-Manier mit Zwischentiteln traktiert zu werden, das kann man bei Jean-Luc Godard nur noch schwer ertragen. Und der macht immerhin Filmkunst. Auch ansonsten technische Mängel: Es wurde beispielsweise mit so geräuschvoller Kamera gearbeitet, dass Dialoge nur schwer verständlich sind. Die wichtigen Dokumentationsszenen wurden durch eingeblendete, oft hilflos wirkende Interviews zerstückelt. Als einziger wesentlicher Regieeinfall wird diese Methode über Gebühr strapaziert. (…) Der Film wurde von den Studenten trotz allem mit Beifall bedacht. Immerhin: Dort saß ein Publikum, das nicht mehr überzeugt zu werden brauchte. (…) Geschwätzige Kommentare sollte man einsparen: Wenn in einem solchen Film die Bilder nicht überzeugen tut es kein noch so gutes Argument".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 45, West-Berlin, 21. Oktober 1967.

25.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 46 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Ein Gewerkschafter weist Fraenkel zurück. IG Metaller Heinz Brandt antwortet auf 'Morgenpost' Interview".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Geheimgehalten: 'Raketen' gegen US-Hauptquartier in West-Berlin"
- "Botschaftsrat Beletzki: Besonderes Gebilde West-Berlin"
- "Springer auf dem Rückzug: Aus TWEN-Imperium verschwunden"
- "US-Militärfachmann empfiehlt: Rückzug aus der NATO"
- "Freiwillige Polizeireserve: Klärung durch Gegenüberstellung"
- "Großverlage: Vor einer Prozesswelle"
- "Personalien"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Prof. Gollwitzer: Damit sich hier etwas ändert!"
- "Nevermann: Zur Konkretisierung der Zielvorstellungen"
- "Übung macht den Meister"
- "Berliner Rechtshilfe"

Berichtet wird u. a. über Flugblätter, die mittels Raketen über dem Gelände des US-Headquarters geschossen wurden, so auch über dem Springer-Hochhaus. "Grund: Inhalt der Flugblätter, die in englischer Sprache abgefasst sind. In deutscher Übersetzung lauten sie: Sind Sie sicher, dass Sie Vietnam überleben werden? (…) Ihre Regierung ist außerstande, ein Volk zu besiegen, das um nationale Unabhängigkeit kämpft. Wir bieten Ihnen Zuflucht in Kanada, Schweden oder Dänemark an!" Weiter wird berichtet über den Botschaftsrat Beletzki, der West-Berlin zu einem "besonderen Gebilde" erklärt. Springer zieht sich aus dem Magazin für junge Leute, 'TWEN', zurück. Ein US-Militärfachmann empfiehlt den "Rückzug aus der NATO". Dies betrifft beide deutsche Staaten aus den Militärbündnissen. Weiter würde es um die "Anerkennung der DDR" gehen. Biographische Daten gibt es zu: Axel Springer, Klaus Schütz.

Die Debatte zur "biologischen Manipulierbarkeit des Menschen", die für den 27.10. im RC vorgesehen war, wird verschoben. Für den 25.10. liest im RC Michael Horrowitz. Am 26.10. diskutieren der SDS und die Falken "über Aufgaben und Methoden der sozialistischen Opposition innerhalb der außerparlamentarischen Opposition". In der Extra-Dokumentation antwortet Heinz Brandt auf den FU-Professor Ernst Fraenkel, der den SDS mit der SA verglichen hatte. Veröffentlicht wird die Rede von Professor Gollwitzer auf der Vietnamkundgebung am 21.10. Es schließt sich ein Bericht über die Debatte im RC: "Opposition in der parlamentarischen Demokratie" (22.10) an. Vermutlich an diesen Tagen die "Rechtshilfe" gegründet. Dazu heißt es: "Wir haben einen Fonds für Berliner Rechtshilfe eingerichtet. Wer der Opposition zu ihrem Recht verhelfen will, den bitten wir, mit einer Geldspende dazu beizutragen". Ein Kuratorium soll über die Verwendung der Mittel entscheiden. Im Kuratorium sind u. a. vertreten:
- AStA der Freien Universität
- AStA der Kirchlichen Hochschule
- Studentenvertretung der Technischen Universität
- Evangelische. Studentengemeinde
- Die Falken
- Republikanischer Club.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 46, West-Berlin, 25. Oktober 1967.

28.10.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 47 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "IG Metall: Über die Lage der Arbeiterschaft".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Moabit: Teufel inszeniert Vietnam-Demonstration für Gefangene"
- "Passierscheine: Nicht für ein 'Bundesland' West-Berlin"
- "Demokratischer Klub: Erste Spaltung"
- "FU-Protest: Rektor wollte Austausch mit Unis der UdSSR"
- "Bonner FDP: Einladung in die DDR unwahrscheinlich"
- "Bonner SPD: Der SDS steht links von der KP"
- "Springer-Konzern: Ein mittelständischer Betrieb"
- "Bundesregierung: Schwanken zwischen Formosa und Peking"
- "Gold-Werbung: West-Berliner Bank wegen Betrug angezeigt"
- "Jungsozialisten: Auseinandersetzung um Vorsitzenden Müller"
- "Hinweise"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Meinung: Rien ne va Plus: Nichts geht mehr …"

Berichtet wird u. a. über Fritz Teufel, der in U-Haft sitzt. Mit seinen Mitgefangenen soll er im Gefängnis mit selbst hergestellten Flugblättern "eine Demonstration" organisiert haben, u. a. mit dem Text: "Amis raus aus Vietnam!", "Nazis raus aus der Justiz!", über den "Demokratischen Club". Hier soll es zu einer ersten Spaltung gekommen sein. Röder, Krieg und andere meinen: "Es sei unzureichend, die Aktionen der außerparlamentarischen Opposition mit Presseerklärungen zu beantworten in denen fast nur die offizielle Senatsmeinung zum Ausdruck käme." Über einen Austausch mit Unis der UdSSR wird im RC diskutiert. Die "Bonner Depesche" der SPD hat den SDS als "links" von der KP eingestuft. Im RC trifft sich am 1.11. der "gewerkschaftliche Arbeitskreis". Am 3.11. soll dort auch über das Thema "Polizei und Demokratie" debattiert werden. Am 4.11. spricht Dr. Rattner vom Soziologischen Institut der FU über "Psychoanalyse und Kultur". In der Extra-Dokumentation wird ein Teil des Weißbuches der IG Metall zur "Unternehmermoral" dokumentiert: "Über die Lage der Arbeiterschaft". In der Extra-Meinung geht es u. a. um die Passierscheinproblematik.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 47, West-Berlin, 28. Oktober 1967.

01.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 48 erscheint mit einer Extra-Dokumentation zu einem Briefwechsel zwischen Willi Stoph und Bundeskanzler Kiesinger: "Entwurf eines Vertrages. Über die Herstellung und Pflege normaler Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Linkssozialisten: Vorerst keine neue Partei"
- "Medizinische Spezialfabrik: Geist in West-Berlin ausgehaucht"
- "Vierzehn Punkte aus den USA zur Deutschen Frage?"
- "Aus Athen geschmuggelt: Autoritäre Verfassung fertiggestellt"
- "Jubelgriechen: Messerheld blieb unbehelligt"
- "Moabit: Pressezensur vor Kurras-Prozess"
- "Republikanischer Club: Auch in Heidenheim gegründet"
- "In Augsburg: Ein kritisches Seminar"
- "Südamerika: US-Spezialisten in 17 Staaten"
- "Anerkennungspartei: Jetzt Partei-Abzeichen"
- "Personalien"
- "Hinweise"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"

Berichtet wird u. a. über die Tagung von Vertretern linkssozialistischer Gruppen in der BRD und West-Berlin am 30./31.10. "über die Möglichkeiten einer besseren Koordination der linkssozialistischen und außerparlamentarischen Opposition". Man will vorerst "keine linkssozialistische Partei gründen". Berichtet wird weiter über das faschistische Regime in Griechenland, das sich nun "per Verfassung legitimieren" möchte, über den Kurras-Prozess, der am 2. 6. beginnt, weiter über den RC, der am 24.10. in Heidelberg gegründet wurde. "Nach dem West-Berliner Modell der 'Kritischen Universität' soll im Wintersemester auch in München und Tübingen gearbeitet werden".

In 17 Staaten Südamerikas sind sog. "Grüne Teufel" gegen südamerikanische Guerilleros im Einsatz. Der RC West-Berlin verbreitet folgende Plakette: "Auch ich gehöre zur Anerkennungspartei". Biographische Daten gibt es zu: Barbara Hamm, Gerhard Speltzer. Am 3.11. soll im RC die Diskussion "Polizei und Demokratie" stattfinden, am 4.11. spricht Dr. Rattner über "Psychoanalyse und Kultur", am 6.11. wird im RC das Flugblatt Nr. 2 der APO zur Passierscheinfrage zur Diskussion gestellt. Am 10.11. will der Historiker Dr. Wolfgang Sauer im RC über die Studentenbewegung an der Berkeley-Uni sprechen. Am 6.11. wollen die Falken den Film "50 Jahre Oktoberrevolution. Eine kritische Würdigung" zeigen, mit J. Agnoli, Rudi Dutschke, Klaus Meschkat, Ernst Madel und Harry Ristock eine Würdigung durchführen.

Im Extra-Report: "Und der Haifisch, der hat Zähne. Fluchthelfer für den CIA", geht es u. a. um Fluchthilfe. In der Extra-Dokumentation heißt es einleitend zum "Entwurf eines Vertrages: "Über die Herstellung und Pflege normaler Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Von dem Streben geleitet, einen wirkungsvollen Beitrag zur Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit in Europa zu leisten und ein friedliches Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten-der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland-als Voraussetzung für ihre Annäherung im Interesse der Zukunft der Nation zu schaffen, sind die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland übereingekommen. (…)

Angehängt ist das Flugblatt Nr. 2 der APO von Ende Oktober: "Wir wollen Passierscheine und einen 'kleinen Grenzverkehr' in der DDR. Was will Schütz?"
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 48, West-Berlin, 1. November 1967.

04.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 49 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Klaus Wagenbach: Was ist Terror und was nicht?"
Artikel der Ausgabe sind:
- "DRK West-Berlin: Schon tausend Schwestern für der Notstand"
- "Ost-Berlin: Keine Antwort Abuschs mehr an Schütz?"
- "Ausländerpolizei West-Berlin: Chilene sollte erpresst werden"
- "RCDS wollte Geld von Springer: Abschlägig beschieden"
- "Teufel-Erklärung: Von der Justiz beschlagnahmt"
- "Carlo Schmid: Halte mir die Arbeiter vom Hals"
- "DFU: Zu spießig: Arbeiter verlangen eine neue Linke"
- "Evangelische Studentengemeinde: Trennung in der BRD und DDR-Organisation"
- "Freiwillige Polizeireserve: Plaudern aus der Trickkiste"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hannes Schwenger: Extra-Auslese"
- "Extra über uns"
- "Aktion für die Anerkennung der DDR"

Berichtet wird u. a. über das DRK. "Nach Auskunft des Landesgeschäftsführers Stamm" seien "schon tausend Frauen als 'Schwesternhelferinnen' für den Notstandsfall ausgebildet worden", über den Briefwechsel zwischen Schütz und Abusch. Zur Zeit gäbe es keine Mitteilung. Um sein Image aufzubessern, will der RCDS sein Image "mit verstärkten Aktionen gegen die Kritische Universität wieder aufputzen" und sich beim Springer-Konzern anbiedern. Eine Presseerklärung von Fritz Teufel an die K I soll wegen "beleidigenden Inhalts" beschlagnahmt worden sein. Die ESG hat erklärt, dass sie für zwei "selbständige Organisationen für die BRD (Berlin-West) und für die DDR" eintrete. Am 6.11. soll im III. Fernsehprogramm der Bericht von Roman Brodmann: "Der Polizeistaatsbesuch. Beobachtungen unter deutschen Gastgebern" gezeigt werden. Am 4.11. soll im RC eine Diskussion mit dem Thema: "Psychoanalyse und Kultur" stattfinden, am 10.11. will Wolfang Sauer über die Studentenbewegung an der Berkeley University sprechen. Am 12.11. will der Iranische Studentenverein im RC zum Thema: "Lyrik in Persien" diskutieren.

In der Extra-Dokumentation geht es um den Arbeitsausschuss des "Kuratoriums Notstand der Demokratie", der zum Entwurf der FDP Stellung bezieht. In der Extra-Auslese geht es u. a. um Klaus Schütz und Herbert Wehner. In Extra über uns wird u. a. eine Analyse der Zusammensetzung der Leser der BED veröffentlicht. Und in der Extra-Dokumentation von K. Wagenbach fragt diese: "Was ist Terror und was nicht?" Aufgerufen wird für den 6. 11. Es soll ein Film zur Oktoberrevolution gezeigt werden.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 49, West-Berlin, 4. November 1967.

08.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 50 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "DDR antwortet Schütz: Beziehungen müssen geordnet werden".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Westfirmen gestoppt: Interzonenhandel nicht zu weit liberalisieren"
- "Ungarn: Erst Realitäten anerkennen, dann Beziehungen"
- "Oberstaatsanwalt Mainz: Anklage wegen GI-Fluchthelfe"
- "Panzer-Affäre HS 30: Nannen unterdrückte Enthüllung im 'Stern'"
- "Politische Jugendclubs: Engere Zusammenarbeit"
- "Bundesjugendring: Kontakte zu Staatsjugendverbände des Ostblocks"
- "Witz der Woche: Gestohlene Raketen in Berlin?"
- "Dementi der West-Berliner Zeitungs GmbH"
- "Jungdemokraten: Arbeiter zur kritischen Universität"
- "SPD-Betriebsgruppe an Hochschulen: Appell an Parteivorstand"
- "US-Mission: Vietnam-Aufklärung nur im kleinen Kreis"
- "Vietnam-Gegner in den USA: Anonyme Zitate"
- "CIA und Tourismus: Reisebüros reagieren allergisch"
- "Tarngesellschaft: Lob und Dank für Springer"
- "Hinweise der Reaktion"
- "Die Kampagne für Rüstung"
- "Hinweise des republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Springer-Tribunal und Wissenschaft: Rede vor der Gründungsversammlung der kritischen Universität der FU"
- "H. Schwenger: Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über Westfirmen, über politische Beziehungen zwischen Bonn und Budapest und über eine "grundlegende Veränderung der Außenpolitik der Bundesrepublik", über die "Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der politischen Jugendclubs. Der AG gehören 14 Clubs, vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, an". "Der Deutsche Bundesjugendring hat auf seiner letzten Sitzung in Bonn die Aufnahme von Kontakten zur den 'Staatsjugendorganisationen und deren Einrichtungen in osteuropäische Staaten' beschlossen". Weiter wird berichtet über "SPD-Betriebsgruppen an Berliner Hochschulen". Diese haben einen "Appell an den Landesparteivorstand verabschiedet". Die SPD wird aufgefordert, "sich gemäß ihren Parteitagsbeschluss vom Mai für die Verankerung des politischen Mandats demokratisch gewählter Studentenvertreter im neuen Hochschulgesetz einzusetzen".

Berichtet wird weiter über Vietnam und die "Nationale Befreiungsfront Südvietnams", über Vietnamgegner in den USA. Die "Sozialistische Bildungsgemeinschaft Berlin" will sein Seminar über die "Räte-Bewegung" abhalten. Das Seminar soll von Dezember bis März nächsten Jahres stattfinden. Eine Vietnam-Broschüre: "Vietnam-Demonstration Berlin 67", ist über die "Kampagne für Abrüstung, Regionaler Ausschuss West-Berlin" erhältlich. Am 8.11. soll im "Friedenauer Jungbuchhändler-Keller", eine Diskussion über das "Rote Buch" stattfinden. "Kuba 67", ein Taschenbuch, ist im Fritz-Küster-Verlag erhältlich. Am 10.11. spricht Dr. Sauer über die Studentenbewegung an der Berkeley-Universität. Ein "ökonomisches Colloquium soll im RC am 11.11. Stattfinden. In der Extra-Dokumentation: "DDR antwortet Schütz: Beziehungen müssen geordnet werden", geht um die Briefe des Bürgermeisters von West-Berlin an den Ministerrat der DDR. Zum "Springer-Tribunal", hielt am 1.11. Bernhard Blanke, ein einleitendes Referat, das im Wortlaut veröffentlicht wird. In der Extra-Auslese "Unvoreingenommene Betrachter: Die Oktoberrevolution in der West-Berliner Presse" referiert H. Schwenger über die "unvoreingenommenen Betrachtungen" über 50 Jahre Oktoberrevolution in der West-Berliner Presse. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 50, West-Berlin, 8. November 1967.

11.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 51 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Gesetzesvorlage zur Wiederherstellung der Pressefreiheit".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Klaus Schütz: Die alte Taktik gegenüber Studenten"
- "Sickert: GSG soll auf Linie gebracht werden"
- "DDR: GAStArbeiter aus Ungarn"
- "Jungsozialisten: Schwarzer Peter an Sofia abgeben"
- "Universität Hamburg: Ordinarius wünschte Studenten ins KZ"
- "Urteil: Zeugen als Gesinnungsgenossen abqualifiziert"
- "West-Berliner Justiz: Verfahren gegen Studenten laufen"
- "Dr. Weissmann: Ausländergesetz liberal gehandhabt"
- "Personalien"
- "Das Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra über uns"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz, der sich am 24.11. den Studenten stellen will. Dies betrifft die Kirchliche Hochschule. Eine Einladung des AStA der FU lehnte er ab. Ein Ordinarius der philosophischen Fakultät der Uni Hamburg soll sich mit den Worten geäußert haben: "Ihr gehört alle ins Konzentrationslager". Ein Student an der FU ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er soll bei der Vietnam-Demo "gemeinsam mit anderen" den Fußgängerverkehr am Kranzlereck "völlig zum Erliegen" gebracht haben. Gegen einige Studenten sollen Prozesse geführt werden. U. a. geht es um eine "Verleumdung zum Nachteil des Generalstaatsanwalts beim Landgericht Berlin. Es geht dabei um den sogenannten Steckbrief gegen Dr. Dehnicke, in dem ihm Rechtsbeugung zum Nachteil von Fritz Teufel vorgeworfen wurde". Biographische Daten gibt es zu: Sammy Drechsler, Gerrt Börnsen, Herbert Wehner.

Am 12.11. soll im RC ein Abend mit der Iranischen Studentenvereinigung stattfinden. Jiri Hajek aus der CSSR will am 15.11. über Fragen der Literaturpolitik sprechen. In der Extra-Dokumentation: "Gesetzesvorlage zur Wiederherstellung der Pressefreiheit" geht es um die "Springer-Enteignung". Dazu hat der RC eine Broschüre vorgelegt. "In zweimonatiger Arbeit hat er eine Dokumentation über die Position und den Machtmissbrauch des Springer-Konzerns zusammengestellt". Zum Entwurf heißt es noch: "Dem Entwurf vorangestellt ist eine ausführliche Dokumentation über die Praktiken des Springer-Konzerns. In einem zweiten Teil werden Überlegungen darüber angestellt, wie die zunehmende Pressekonzentration gesteuert werden könne. Der Vorschlag, ein Gesetz zum Verbot einer weiteren Expansion zu erlassen, wird abgelehnt, da er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll ist und die überragende Stellung eines Konzerns damit nicht erschüttert werden kann. Weiter denkbar wäre ein Gesetzentwurf über Kontrolle des Machtmissbrauchs durch ein Pressegericht, oder eine Aufsichtsbehörde. (…) Die Struktur der Presse, die dies ermöglicht, ist in der BRD und in Westberlin erheblich gefährdet und zum Teil schon nicht mehr vorhanden".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 51, West-Berlin, 11. November 1967.

15.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 52 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Selbstdarstellung der DDR: Sozialistische Landwirtschaft".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Schütz: Erste Kritik aus den eigenen Reihen"
- "Bundes-SPD: Bundeskonferenz mit dem erwarteten Matten Auftakt"§
- "Heidelberg: RC protestiert gegen Demonstrationsverbot"
- "Universität Kiel: Kritischer Hochschularbeitskreis"
- "US-Entwicklungshelfer: Streik gegen den Vietnam-Krieg"
- "Vietnam: Schweigen über Invasions-Gerüchte"
- "Israelischer Geheimdienst: Amtshilfe deutscher Stellen?"
- "Prager Manifest: Unterschriften echt, aber missbraucht"
- "Affäre Schwedler: Keine Konsequenzen für den 'Blausenator'"
- "Kriegsdienstverweigerer: Fusion der Verbände gescheitert"
- "Griechen in West-Berlin: Konsul wird beim Senat vorstellig"
- "Humanistische Union: Zentrale 'Polizeisünder-Kartei' geplant"
- "Regenbogenpresse: Mit Springer geht's aufwärts"
- "Zitat der Woche"
- "Extra über uns"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz und die Rede, dass "mit der Ostpolitik des neuen Regierenden alles schief gegangen sei", über Bundeskonferenz der SPD und den Kurs der Partei, über Heidelberg, wo ein RC gegründet wurde. Gegen ein Verbot, eine zentrale Hauptstraße aus "verkehrstechnischen Gründen" für Demonstration zu sperren, protestiert der RC. Auch in Kiel hat sich nun ein "Hochschulpolitischer Arbeitskreis" konstituiert. Zu möglichen Invasionsplänen der US, auch den Krieg nach Nordvietnam zu tragen, gibt es Hinweise. In der Affäre um einen Agenten des israelischen Geheimdienstes gibt es Verdachtsmomente zur Mithilfe deutscher Stellen. Danach sei ein arabischer Student ausspioniert worden.

Die geplante Fusion zwischen den beiden Kriegsdienstverweigererverbänden IdK und VDK ist gescheitert. "Grund des Scheiterns dürfte sein, dass einige Kreise der IdK (…) unerwartet Fusionskontakte mit der Deutschen Friedensgesellschaft (DFK) aufnahmen". "Extra über uns" erklärt, dass im III. Fernsehprogramm am 19.11. auch ein Bericht des Informationsdienstes gebracht werden solle. Am 16.11. soll im RC eine Diskussion über die RC-Broschüre "Springer enteignen?" mit Jörg Huffschmid stattfinden. Am 19.11. Will Max von der Grün im RC aus seinen eigenen Werken lesen. Im Auditorium Maximum der FU wollen am 20.11. Bernd Rabehl, Christian Semler, Peter Schneider, Rudi Dutschke u. a. über "Springer-Kampagne, Springer-Tribunal und Springers Springerkampagne sowie über die Notwendigkeit des antimanipulativen Kampfes" diskutieren. In der Extra-Dokumentation wird eine "Selbstdarstellung der DDR" über die "Sozialistische Landwirtschaft" veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 52, West-Berlin, 15. November 1967.

18.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 53 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "In Sachen Iran. Ein offener Brief an den Spiegel".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Bundeskonferenz: Linke Taktik war erfolgreich"
- "West-Berliner Justiz: Bankier Descot außer Anklage gesetzt"
- "SPD West-Berlin: Junge Linke konstituiert"
- "Klage gegen Springer: Büsch lehnte ab"
- "Springer gegen Springer: Ein Magazin für Leute"
- "Katholiken: Einen kleinen Marx im Ohr"
- "Fall Selbach: Auf 10.000 Mark Schadenersatz verklagt"
- "Fall Wiegand: In zwei Wochen ins Gefängnis?"
- "Katholische Jugend: Offizielle Ostkontakte"
- "Extra über uns"
- "Neues Flugblatt der außerparlamentarischen Opposition"
- "Martin Buchholz: Extra Diskussion"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die SPD-Bundeskonferenz, auf der die "Partei-Linke" die Konferenz als "nicht ohne Erfolg" bezeichnete. "Die Parteilinke schließt daraus dass es sich lohnen könnte, für den Nürnberger Parteitag der SPD einen eigenen Kandidaten als stellvertretenden Vorsitzenden zu präsentieren". Am 27.11. wird der Prozess gegen Fritz Teufel fortgesetzt. In der SPD hat sich jetzt "eine Gruppe Linker, vornämlich junger Sozialdemokraten konstituiert". Ein Mandat für eine Klage "gegen den Verleger Axel Caesar Springer, lehnte (…) West-Berlins früherer Innensenator, Rechtsanwalt Wolfgang Büsch, ab". Eine neue Zeitschrift nennt sich: "Der Springer - Ein Magazin für junge Leute", herausgegeben von: "Freunde der Publizistik West-Berlins". Die Katholische Jugend hat die Aufnahme von Kontakten zu osteuropäischen Jugendverbänden beschlossen. Ebenfalls bei den Katholiken gibt es Ärger um die Mitbestimmung.

Der Ausgabe ist das "Flugblatt Nr. 3" der APO angehängt: "Warum sind wir hier in West-Berlin gegen Notstandsmaßnahmen?", "Warum unterstützen wir die Kundgebung des DGB?" In der Extra-Diskussion "Paragraphen gegen Pamphlete. Anmerkungen zum Entwurf eines Anti-Springer-Gesetzes" referiert Manfred Buchholz über den "Gesetzesentwurf des Republikanischen Clubs" und nimmt zur Pressefreiheit Stellung. Und in der Extra-Dokumentation: "In Sachen Iran", wird ein "Offener Brief an den Spiegel" veröffentlicht. Dazu heißt es einleitend: "Deutschlands Nachrichtenmagazin erweckte in jüngster Zeit den Eindruck sich in Sachen Iran auf absonderliche Weise zu engagieren. Zu einer Titelgeschichte 'Persien - Krönung auf Öl', die offiziösen Angaben breiten Raum gab, kam eine Zerpflückung des Buches von Nirumand und daran anschließend eine verärgerte und dem sonstigen SPIEGEL-Stil widersprechende Kommentierung der Gegendarstellung Nirumands. Der Iranische Studentenverein West-Berlins schrieb dem SPIEGEL einen 'Offenen Brief', den wir nachstehend unter Weglassung der Anfangsfloskeln dokumentieren". So wird Nirumand vorgeworfen, sein Bild über Persien "sei verzerrt". Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 53, West-Berlin, 18. November 1967.

22.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 54 erscheint mit Extra-Dokumentationen: "Offener Brief: Ist der Herr Regierende bereit …?" und "Ein Schriftsteller zwischen Teufel und seiner Justiz"
Artikel der Ausgabe sind:
- "Prozess Teufel: Studenten fordern Vorlesungsstreik"
- "Prozess Kurras: Freispruch schlug wie Bombe ein"
- "Verfassungsschutz. Sickert nimmt Berichte entgegen"
- "KZ-Professor Spuler: Als Ordinarius nach Bonn berufen"
- "DGB-Notstandskundgebung: Notstandmaßnahmen im Sportpalast?"
- "Fall Gottschalch: Disziplinarverfahren soll verschärft werden"
- "Humanistische Union: Unvereinbarkeit mit NPD-Mitgliedschaft"
- "Zitat der Woche: Wolfgang Büsch steckt zurück"
- "Neue Dokumentation: Axel Springer als Erzieher der Jugend"
- "SHB: Absage an Schmitt-Vockenhausen (SPD)"
- "München: AStA gibt Studentenzeitung heraus Kommunardin Dagmar: Wirbel um Einstellung als Schreibkraft"
- "Falken West-Berlin: Polizeischnüffler am Werk"
- "Sickert: Jetzt scharfe Kritik an der Springer-Presse"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Ein Lied für Benno Ohnesorg ausm der DDR"
- "Extra Dokumentation"
- "Extra-Meinung"

Berichtet wird u. a. über den Fritz Teufel-Prozess. Dazu heißt es: "Progressive Studentenverbände haben den AStA der Freien Universität in einem 'Offenen Brief' gebeten, beim Rektor für den kommenden Montag, Beginn des Prozesses gegen Fritz Teufel, eine allgemeine Arbeitsniederlegung an der FU zu beantragen. In dem 'Offenen Brief' heißt es: 'Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir weder politische Gerichtsprozesse noch die Verurteilung unserer Kommilitonen, noch auch die Vollstreckung der Urteile verhindern können. Wir haben aber die Möglichkeit, unübersehbar unsere Solidarität mit jenen Kommilitonen zu bekunden, die mehr oder weniger zufällig exemplarisch für uns alle bestraft werden sollen. Wir fordern deshalb den AStA auf, beim Rektor eine allgemeine Arbeitsniederlegung an der FU für kommenden Montag zu beantragen, um damit den Studenten die Möglichkeit zu geben, am Montagvormittag gleichzeitig mit dem Beginn des Teufelprozesses im Audimax über das Verhältnis der Universität zu den anstehenden politischen Prozessen zu diskutieren. Wir bitten den AStA, diese Veranstaltung zu arrangieren".

Weiter über den Kurras-Prozess, Kurras wurde freigesprochen. Der AStA der FU gibt ein Flugblatt heraus: "Letzte Meldung: Kurras freigesprochen". Der Hamburger Ordinarius für Islamkunde, Berthold Spuler, soll Philosophie an der philosophischen Fakultät in Bonn lehren. Die am 20.11. veranstaltete Anti-Notstands-Kundgebung im Sportpalast des DGB war von umfangreichen Auflagen begleitet. So riegelten eine Anzahl von Ordnern die Türen ab. Und in den Gängen des Sportpalastes "wartete die Polizei, um das Eindringen nicht organisierter Demonstranten zu verhindern". Die HU hat auf ihrer MV in Kassel einen Unvereinbarkeitsbeschluss HU-NPD beschlossen. Ulrich Sander, Wiesbadener Journalist, "hat eine Dokumentation zur Monopolstellung des Springer-Konzerns in der Jugendpresse herausgegeben. Die Schrift "gibt einen Überblick über die Jugendpresse in der Bundesrepublik und über die Konzentrationsgeschichte".

Berichtet wird noch über die in München erscheinende "Münchner Studentenzeitung" (MS). Die Einstellung der West-Berliner Ex-Kommunardin Dagmar Seehuber als Schreibkraft beim AStA der Uni München hat für Wirbel gesorgt. Berichtet wird noch von den West-Berliner Falken, die von der Polizei beobachtet werden. Am 22.11. wollen im RC Mahler und Schily "über Verlauf und Ausgang des Kurras-Prozesses" diskutieren. Am 26.11. soll im RC eine Veranstaltung zu den vorliegenden Entwürfen zur Notstandsgesetzgebung stattfinden. In der Extra-Dokumentation: "Offener Brief: Ist der Herr Regierende bereit …?" wird darüber berichtet, dass sich Klaus Schütz "der jungen Generation in mehreren Gesprächen stellen will". In einer weiteren Extra-Dokumentation: "Ein Schriftwechsel zwischen Teufel und seiner Justiz" dokumentiert der BED einen Schriftwechsel zwischen Fritz Teufel und der Kammer des Landgerichtsdirektors Pahl". Und in der Extra-Meinung: "Das Klassenurteil von Moabit" geht es um den Kurras-Freispruch und Fritz Teufel. Der Freispruch für Kurras wird als "skandalös" bezeichnet. Und die Prozesslage Teufel als "politische Rache und Disziplinierung". Geworben wird für die Plakette des RC: "Auch ich gehöre zur Anerkennungspartei".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 54, West-Berlin, 22. November 1967.

25.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 55 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Die Urteilsbegründung im Prozess gegen Kurras".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Montag ab 14 Uhr: Demonstration für Teufel"
- "Todesschütze Kurras: Einstweilige Verfügung gegen Extra-Flugblatt"
- "Kirchliche Hochschule: Schütz wurde ausgelacht"
- "Technische Universität: Demonstrationen bei Rektoratsübergabe"
- "Neuer FU-Rektor: Keine Lust zum Gespräch"
- "Bonner CDU: Kontakte zur FDP"
- "Baden-Württemberg: Gemeinsame Wahlkampfleitung DL-DFU"
- "Wolfgang Neuss: Zum Freispruch von Kurras"
- "Erich Fried: Zum Tode Benno Ohnesorgs"
- "Hinweise der Reaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über eine Demo für Fritz Teufel am 27.11. Dazu heißt es: "Der Montag wird eine neue Runde in der Auseinandersetzung zwischen der außerparlamentarischen Opposition West-Berlins und den etablierten Mächten der Stadt bringen. Eine Woche nach dem skandalösen Freispruch-Urteil für den Todesschützen Kurras, steht wegen Landfriedensbruchs der Student Fritz Teufel in Moabit vor Gericht. Polizistenaussagen stehen gegen viele andere, die Teufels Unschuld bezeugen, Teufel sitzt seit dem 2. Juni in Untersuchungshaft. Die Rektoren der Pädagogischen Hochschule und der Hochschule für bildende Künste folgten der Aufforderung der Studentenvertretungen und ordneten für Montag allgemeine Vorlesungsruhe an. Die Studentenvertretung der TU hatte bis Freitagnachmittag keine Antwort vom Rektor. An der FU zog sich der Rektor formal auf den Hinweis zurück, nur der Akademische Senat könne Arbeitsniederlegung für Montag beschließen. Der AStA forderte daraufhin für Sonnabend die Einberufung des Senats. Notfalls soll ein Streik auch ohne dessen Zustimmung stattfinden. Ein Massenmeeting der Westberliner Studentenschaft wird im Auditorium Maximum der FU nahezu gleichzeitig mit dem Teufel-Prozeß (9. 00 Uhr) beginnen. Die progressiven Studentenverbände werden auf diesem Meeting vorschlagen, sich um 14 Uhr zu Demonstration für Teufel vor dem Justizpalast in der Moabiter Turmstraße zu versammeln". Dem BED, bzw. Carl Guggomos wurde eine einstweilige Verfügung gegen ein "Extra-Flugblatt" zugestellt. Es geht um das Flugblatt Nr. 4 der APO. Danach wird dem BED verboten, Äußerungen zu verbreiten, wie: "Der Prozessliebling von Moabit wird nun wieder seine Dienstpistole im Schulterhalfter tragen", oder "Kurras und seine Pistole werden noch gebraucht. Seht euch vor …"

Wolfgang Neuss, der Kabarettist, nimmt u. a. zum Kurras-Freispruch wie folgt Stellung: "Auf dem Gericht sah ich den medizinischen Gutachter jubeln. Er sang vor sich hin 'Und wenn's Studentenblut vom Messer spritzt'. Der Mann muss so krank sein, dass er eine Leichenhalle für nen Kindergarten hält". Berichtet wird weiter von Erich Fried, der ein Gedicht über Ohnesorg schrieb. Am 28.11. soll im Hörsaal HE 101 der TU eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Ziele und Methoden der außerparlamentarischen Opposition in Deutschland und in den USA" mit Grossmann (New York), Charles Nicholz (FU), M. Regensburger (RC), Rudi Dutschke (SDS) u. a. stattfinden. In der Extra-Dokumentation: "Die Urteilsbegründung im Prozess gegen Kurras" wird das Urteil gegen Kurras veröffentlicht. Kurras wurde "vom Verdacht der fahrlässigen Tötung freigesprochen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 55, West-Berlin, 25. November 1967.

29.11.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 56 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Fritz Teufel vor Gericht".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Rudi Dutschke: Verfahren wegen Landfriedensbruchs eingestellt"
- "Teufel-Demonstration: Solidarität mit Studenten gewachsen"
- "Junge Union: Wir stehen hinter Springer"
- "Bild: Wie man 'Time' zitiert"
- "Gastredner: Dutschke an vielen Fronten"
- "SPD West-Berlin: Schütz 1968 Landesvorsitzender?"
- "Extra über uns"
- "Zitat der Woche: Was bleibt einem geduldigen AStA übrig?"
- "Interessenverbände: Protest gegen Anti-Protest"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über Rudi Dutschke, gegen den ein Verfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet wurde, ("Anlass war die Protestdemonstration gegen den Landfriedensbruch-Prozess gegen Fritz Teufel in Moabit") und über die Fritz Teufel Demo. Dazu heißt es: "Die Reaktion der Bevölkerung auf die Demonstration für Fritz Teufel vor dem Moabiter Kriminalgericht kann nicht als eindeutig bezeichnet werden. Passives Verhalten der Passanten, aggressive Handlungen von Moabiter Bürgern gegen Demonstranten und spontane Solidaritätsaktionen wurden beobachtet. Vereinzelt hatten Bewohner der Turmstraße und der Nebenstraßen Wasser aus den Häusern auf die Demonstranten geschüttet, oder Demonstranten, die sich vor dem Strahl der Wasserwerfer in Hauseingänge flüchtete, bei Polizisten denunziert. (…) Zwischen Bauarbeitern und Studenten, die mit roten Fahnen für Teufel demonstrierten, kam es zu Diskussionen, in deren Verlauf auch das Vorgehen der Polizei gegen streikende Arbeiter in Hessen erörtert wurde. Die ursprünglich ablehnende Haltung der Arbeiter schlug zusehends in Solidarisierung".

Berichtet wird weiter über Rudi Dutschke, der sich vor Vorträgen kaum retten kann. Am 30.11. soll im RC eine Diskussion über "Politische Justiz" mit Knut Nevermann, Günter Weigand u. a. stattfinden. Im RC findet am 2.12. ein Vortrag über das Thema: "Neo-Psychoanalyse und Kultur" statt. Josef Rattner hält den Vortrag. Von der "Deutsch-israelischen Studiengruppe" an der FU erscheint die Zeitschrift "Diskussion", die sich mit dem Nahostkonflikt auseinandersetzt. Autoren sind u. a. Iring Fetscher, Herbert Marcuse, Kurt Sontheimer. In der Extra-Dokumentation: "Fritz Teufel vor Gericht" heißt es einleitend: "Fritz Teufel machte sich, nachdem ihm die Justiz die Schreibmaschine weggenommen hatte, in Untersuchungshaft 'Prophylaktische Notizen zur Selbstbezichtigung'. Die Originalnotizen wurden EXTRA-Dienst zur Verfügung gestellt. Wir drucken sie im Wortlautnach. Fritz Teufel trug sie am Montag dem Gericht vor. Er wurde dabei einmal unterbrochen. Als er nämlich (siehe Zwischentitel 'Schmierenkomödie') ironische Zweifel daran äußerte, dass Lübke während des Krieges Pläne für Konzentrationslager entwarf".

In der Extra-Diskussion: "Pamphlete gegen Paragraphen. Erwiderung zu einer Anmerkung". "Martin Buchholz hält den vom Pressearbeitskreis des Republikanischen Clubs vorgelegten Entwurf eines Bundesgesetzes zur Wahrung der Pressefreiheit 'für wenig, teilweise sogar gefährlich', und ist der Auffassung, dass die 'Enteignet Springer-Diskussion dadurch in ein falsches Fahrwasser gekommen ist, aus dem sie wieder heraus manövriert werden muss".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 56, West-Berlin, 29. November 1967.

02.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 57 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Betrifft: Reisebericht eines bundesdeutschen Politikers".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Propaganda-Aktion: kein Ballon mehr nach drüben"
- "Hotel Kurfürstendamm: NPD-Schlägertrupp gegen jüdische Bürger"
- "IG Metall: Solidarisch mit den Studenten West-Berlins"
- "KPdSU: Verärgert über Moskauer Zeitungsartikel"
- "BRD und Polen: Gemeinsame Bischofskonferenz in Österreich?"
- "GSG: Sickerts Erpressungsversuche gescheitert"
- "Katholisches Zentralorgan. Start im Februar 1968"
- "Springer-Blätter: Werben mit Fritz Teufel"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Martin Buchholz: Extra Report"
- "Extra-Dokumentation"
- "Junge Linke West-Berlin: Forderung nach Aktionsprogramm"
- "Dietrich Kittner: Vorschlag für ein Volksermächtigungsgesetz"

Berichtet wird u. a. über die Ballon-Propaganda des SPD-Ostbüros. Diese wurde Ende Oktober eingestellt, über NPD-Schläger gegen jüdische Bürger West-Berlins, über die IG Metall, die sich solidarisch mit den West-Berliner Studenten zeigt. Eine Solidaritätsadresse hat u. a. den Wortlaut: "Mit tiefer Bestürzung haben die unterzeichneten Gewerkschafter von dem empörenden Freispruch des Berliner Kriminalobermeisters und prämierten Scharfschützen Kurras Kenntnis genommen, der den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hat. Während Kurras von Anfang an auf freiem Fuß war, wird der Demonstrant Fritz Teufel in Untersuchungshaft gehalten. Wir sehen in diesem ebenso schändlichen wie verhängnisvoll Urteil eine alarmierende Parallele zu der politischen Justiz in der Weimarer Republik. Professor Gumbel hat in seinen Dokumentarbänden deutlich gemacht, wie sehr damals die politische Linke und Rechte mit zweierlei Maß gemessen wurden. Gumbels Werke sollten heute demonstrativ in den Buchhandlungen, Klubs und Studentenräumen ausgelegt werden. Die Berliner Ereignisse lassen ahnen, wie verhängnisvoll sich eine zusätzliche Notstandsgesetzgebung in den Händen dieser Obrigkeit auswirken müsste. Da das Berliner Landgericht den Tatbestand nicht aufgeklärt und seine politischen Hintergründe bewusst ausgeklammert hat, erscheint uns eine öffentliche Untersuchung des Todes von Benno Ohnesorg notwendig. Aus Protest gegen dieses Urteil sprechen wir dem AStA der Freien Universität und der Technischen Universität sowie der Witwe von Benno Ohnesorg unsere Solidarität aus". Unterzeichner sind u. a. Vorstand Georg Benz, Jacob Moneta, Chefredakteur der 'Metall'.

Berichtet wird weiter über den DGB-Vorsitzenden Walter Sickert. Dazu meint der "Gewerkschaftliche Arbeitskreis im Republikanischen Club: "Der Gewerkschaftliche Arbeitskreis im Republikanischen Club hat folgende Stellungnahme abgegeben: Der Bruch zwischen dem DGB und der GSG hat seine Ursache in der unterschiedlichen Einschätzung der politischen Realitäten in West-Berlin. Während es der Landesbezirksvorsitzende W. Sickert immer noch für richtig hält-sogar im Gegensatz zur politischen Führung der Stadt-an der Politik des kalten Krieges festzuhalten, gibt es in den DGB-Gewerkschaften zahlreiche Mitglieder, die um die Existenz ihres Arbeitsplatzes besorgt sind. Sie können-im Gegensatz zu Herrn Sickert- eine Änderung der politischen und wirtschaftlichen Situation nur in einer Änderung der Politik zur DDR sehen. Der Gewerkschaftliche Arbeitskreis im RC unterstützt die Politik der GSG und wird der GSG die Möglichkeit geben, im Interesse der Arbeitnehmer dieser Stadt ihre Arbeit fortzusetzen".

Am 2.12. soll im SDS-Zentrum mit Mitgliedern des SDS und der Falken-Gruppe 'Spartakus' eine Diskussion mit Alain Krivine über die "Auswirkungen der Kolonialrevolution auf die französische Jugendbewegung" stattfinden. Vertreter des AStA an der FU wollen am 8.12. mit jungen Gewerkschaftern über Politik diskutieren. Am 6.12. soll in der Evangelischen Kirchengemeinde Zehlendorf ein Podiumsgespräch über "Die studentischen Unruhen in West-Berlin - Nur eine studentische Unruhe?" stattfinden. Am 4.12. Will Ingeborg Küster (Hannover) im RC einen Vortrag über Kuba halten. Im Extra-Report berichtet Martin Buchholz über "Polizisten in Moabit" und über Fritz Teufel. In der Extra-Dokumentation: "Betrifft: Reisebericht eines bundesdeutschen Politikers" wird über Bundesinnenminister Lücke berichtet, der vom 9.-14.9. nach Persien reiste, "um seine Kaiserliche Majestät hinsichtlich seines betrüblichen Bundesrepublik-Aufenthaltes zu beruhigen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 57, West-Berlin, 2. Dezember 1967.

06.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 58 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Pfarrer Kanitz: Wir können nicht länger schweigen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Anerkennungsdiskussion: Aufforderung zum 16. Dezember"
- "Justiz: Kampagne gegen Rechtsanwalt Mahler"
- "Teufel-Entlastungszeuge: Verdrehte Protokolle"
- "US-Mission: Angst vor diplomatischer Unterwanderung"
- "DDR-Anerkennung: Neu-Delhi wartet auf Araberliga"
- "SDS: Kapitalisten Begrüßung bei Kempinski"
- "Kapitalflucht: Schering kommt unter die Räder"
- "Steinstücken: Das alte Spiel aufs Neue"
- "Januar in Essen: Konferenz der Opposition"
- "Galinski: Über NPD-Zwischenfall empört"
- "Heidelberg: Ein 'Bittgang' für Teufel"
- "Saarbrücken: Republikanischer Club gegründet"
- "Zeitschrift der Polizei: Beträge von Tarantel-Press"
- "Handelsblatt: Handelsbeilage in russischer Sprache"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra über uns"
- "Hartmut Lange: Kulturbetrieb und Refaschisierung"

Berichtet wird u. a. über den RC und die Verbände der außerparlamentarischen Opposition, die dazu auffordern, am 16.12. Diskussionen auf dem Kurfürstendamm "über die Anerkennung der DDR zu führen", über eine Justizkampagne gegen Horst Mahler, "die ganz gezielt einen Anwalt kaltstellen sollen", über den Prozess gegen Fritz Teufel. So soll sich herausgestellt haben, "dass die Protokolle der Staatsanwaltschaft unvollständig sind". Die US-Mission in West-Berlin hat angeordnet dass "alle in West-Berlin ansässigen Militärmissionen ab sofort mit amerikanischen Kennzeichen fahren müssen". Damit "möchten die Amerikaner einer schleichenden Unterwanderung des Besatzungsstatus West-Berlin durch offizielle östliche Vertretungen wehren".

Eine Aktionskonferenz der APO soll am 13./14.1.1968 in Essen stattfinden. Gastgeber ist die "Kampagne für Abrüstung". Es sollen eine Reihe von Themen diskutiert werden:
- Krise der Demokratie in der Bundesrepublik
- Notstandsgesetzgebung
- Meinungsmanipulation
- Verfall des Parlamentarismus
- APO
- Strategie der Kampagne für Abrüstung in der außerparlamentarischen Opposition

Berichtet wird noch über die Gründung des RC in Saarbrücken. Die "Akademie der Künste" will am 9./10.12. folgende Filme zeigen:
- 9.12: "Das Ende der Romanow-Dynastie"
- 9.12.: "Die Donmbaß-Symphonie"
- 10.12.: "Face to Face"

Der RC hat am 1.12. Einen neuen Arbeitskreis konstituiert, der sich "mit methodischen und praktischen Fragen von politischen Aktionen beschäftigen will". Am 16.12. soll im RC ein Gespräch mit dem Deutschland-Korrespondenten von "Le Monde", Roland Delcour, stattfinden. In Extra über uns wird noch einmal über die "Sportpalast GmbH" berichtet, wo die Veranstaltung des DGB zur Notstandsgesetzgebung stattfand. In der Extra-Dokumentation: "Pfarrer Kanitz: Wir können nicht länger schweigen" geht er in einer Predigt vom 27.11. auch auf Fritz Teufel ein, den Krieg in Vietnam und den Studenten-Protest. Hartmut Lange äußert sich zu "Kulturbetrieb und Refaschisierung". Der BED veröffentlicht eine Rede, die er in der "Akademie der Künste" hielt. Erörtert wird u.a. die "Frage nach dem Zusammenhang zwischen Kunst und Politik", "die Frage nach der Notwendigkeit einer Kulturrevolution des Westens".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 58, West-Berlin, 6. Dezember 1967.

09.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 59 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "KI-HO an Schütz: "Das war keine Diskussion".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Aktion Selbstanzeige: 1.500 'Landesfriedensbrecher"
- "Kammergericht: Diskussionsfreiheit in der City erhalten"
- "Hotel Kempinski: Kapitalisten-Begrüßung ab 17.00 Uhr"
- "Kurfürstendamm: Versteigerung der Gänsefüßchen"
- "Tagesspiegel: Wahlhilfe für rechte TU-Studenten"
- "West-Berliner Wirtschaft: Wahlhilfe für rechte FU-Studenten"
- "Scheuch-Untersuchung: SPD-Wähler als restaurativ entlarvt"
- "Waggon-Arbeiter: Protest bei CDU und SPD"
- "West-Berliner Südosten: Sozialistischer Club konstituiert"
- "Vietnam-Solidarität: Polizisten gegen Demonstranten"
- "Spitzel gegen Demonstranten: Aktion in Gießen wurde angeheizt"
- "RC Köln: Demonstration vor der Oper in Bonn"
- "Bertelsmann-Gruppe Konzentration geht weiter"
- "Hilfe für Vietnam: 75.000,- DM in West-Berlin gespendet"
- "Fall Hotel Kurfürstendamm: Jetzt beim Arbeitsgericht"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über die Aktion "Selbstanzeige" von "Landfriedensbruch", mit der die APO beginnen wolle (das heißt: "Jeder West-Berliner, der seit Dezember 1966 an einer nicht genehmigten Demonstration teilgenommen hat, soll sich selbst anzeigen"), über die sog. "Kapitalisten-Begrüßung" des SDS im Hotel Kempinski am 11.12. Dort treffen sich die Spitzen der westdeutschen Industrie und der Banken. Berichtet wird weiter übe den "Sozialistischen Club", der jetzt in Neukölln gegründet wurde. Dieser strebt eine Zusammenarbeit mit dem RC an. Der SC will sich auf die Arbeiterbezirke in West-Berlin konzentrieren. Die erste öffentliche Veranstaltung ist für den 14.12. geplant. Der "Gießener Wochenspiegel" deckt einen Skandal auf: der Verfassungsschutz soll zwei Studenten aufgefordert haben, dem SDS beizutreten, um diesen auszuspionieren. Der RC Köln will mit einer Demo am 9. 12. auf den von der Todesstrafe bedrohten Koreaner Isang Yun aufmerksam machen.

Der "Ständige Arbeitsausschuss für Frieden, nationale und internationale Verständigung" in West-Berlin weist auf den Erfolg einer Vietnam-Kampagne hin: "Bisher wurden 75.000,- DM gespendet. Ziel sei es, "100.,- DM für die Nationale Befreiungsfront Südvietnams zu sammeln". Zum Tag der Menschenrechte soll am 10.12. im Konzertsaal der Hochschule für Musik eine Lesung stattfinden, mit Martin Held, Peter Lühr, Helmut Griem u. a. Am 12.12. soll im Auditorium Maximum der FU eine Podiumsdiskussion mit Rolf Hochhuth, David Irving und Marcuse stattfinden. Am 15.12. will Degenhardt im RC auftreten.

In der Extra-Dokumentation: "KI-HO an Schütz: Das war keine Diskussion" heißt es u. a.: "Mit dem Ausdruck des Bedauerns stelle ich mit einer großen Zahl meiner Kommilitonen fest, dass wir auf lange Sicht keine Chance sehen, mit dem Berliner Senat eine wirkliche vernünftige und inhaltsbezogene Diskussion zu führen". In der Extra-Diskussion von Dr. Sommer: "Die Parole sollte heißen: "Entmachtet Springer". Dieser geht auf den vom RC der Öffentlichkeit vorgelegten "Gesetzesentwurf" zu Springer ein. Danach meint Sommer u. a., dass "eine Enteignung des Springer-Konzerns weder nach dem Grundgesetz noch nach der Berliner Verfassung allein möglich ist". Die Parole sollte heißen: "Entmachtet Springer". Aufgerufen wird zur Diskussion am 16.12. zur öffentlichen Diskussion auf dem Kurfürstendamm zum Thema: "Anerkennung der beiden deutschen Staaten-Anerkennung der DDR".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 59, West-Berlin, 9. Dezember 1967.

13.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 60 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Fritz Vilmar: Forderungen an den DGB".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Industriellen-Hilfe: Ein Berg-Werk für West-Berlin"
- "Jungsozialisten-Kongress: manipuliert und gesprengt"
- "Melina Mercouri: Appell an die westdeutsche Jugend"
- "US-Kirchen: Asyl für Wehrdienstverweigerer"
- "US-Rückzug aus Vietnam: Forderung aus sechs Staaten"
- "Jungbuchhändler: Gewerkschaftliche Organisieren"
- "Springer-Auslieferung: Polizeischutz gegen Kameras"
- "Gewerkschaftszeitung: Mit Sickert, Springer und Tarantel-Press"
- "Sozialistischer Club: Forum zur Eröffnung"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Martin Buchholz: Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das für den 11.12. angekündigte Treffen des "Bundesverbandes der Deutschen Industrie". Eine angedachte Gründung "eines Arbeitskreises Berlin der deutschen Industrie" "erwies sich noch am selben Tag als bloße Peinlichkeit", über den Mainzer Bundeskongress der Jungsozialisten, der durch den Auszug einiger Delegationen "gesprengt wurde". In West-Berlin sei es in der Zwischenzeit "zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen". Rund "70 Prozent stehen hinter der angenommenen 'Deutschland Erklärung', die die West-Berliner ablehnen". US-Kirchen bieten Wehrdienstverweigerer Asyl an. Das Engagement der USA in Vietnam wird von einigen westeuropäischen Staaten abgelehnt, u. a. von: Finnland, Schweden, Frankreich, Brasilien. Ernst Mandel will am 14.12. in West-Berlin im "Sozialistischen Forum" die Eröffnungsrede zur Eröffnung halten. Am 13.12. will Ernst Hagemann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im RC über Maos Kulturrevolution referieren. Der Arbeitskreis "Bürokratie und Rätesystem" tagt am 14.12. im RC. Am 15.12. soll im "Bellevue" der Film: "Berlin" gezeigt werden.

Im Extra-Report berichtet Martin Buchholz über den "Teufel-Prozess". "Polizisten im Ausnahmezustand". Dazu heißt es noch: "Es wird sich nach diesem Prozess wieder einmal herausstellen, dass die einzigen, ungeschoren davonkommen, die Polizeibeamten und ihre Einsatzleiter sein werden. (…) Egal, ob sie Wehrlose niederprügelt. Egal, ob ein Demonstrant erschossen wurde. Egal, ob sie vor Untersuchungsausschüssen und Gerichten Meineide leisten. Stets handelten sie in nervösem Ausnahmezustand. Seien wir gerecht-auch gegenüber Gericht und Staatsanwaltschaft: Wenn schon die Polizei so schwer an diesem Ausnahmezustand leidet: Warum sollte er nicht auch der Justiz zugebilligt werden?" Fritz Vilmar veröffentlicht einen Vorschlag zu Schwerpunktprogrammen des DGB: "Forderungen an den DGB". Angehängt ist das Flugblatt Nr. 6 der APO: "Warum sind wir für die Anerkennung der DDR?" Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 60, West-Berlin, 13. Dezember 1967.

16.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 61 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "DDR-Gesellschaft: Wege mit der Mitbestimmung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDR-Verfassung: Volksentscheid in zwei Jahren"
- "Anerkennungs-Diskussion: Establishment wird nervös"
- "TU West-Berlin: Rechte Materialschlacht mit spärlichem Erfolg"
- "Verfassungsschutz-Skandal: Hessen-SPD distanziert sich"
- "Teufel-Prozess: Opfer von Polizei-Zeugen"
- "Teufel-Prozess: Rechtsanwalt Mahler plädierte"
- "CDU-Sprecher: Ich freue mich, auf Arbeiter zu schießen"
- "Selbstanzeige: Aktion Landesfriedensbruch läuft"
- "Staatsanwälte in Moabit: Hohn für die Opfer"
- "Verlagshaus Grunewald: Krach in den Redaktionen"
- "Verlagshaus Grunewald: Springers Dank an Arno Schulz"
- "Ost-Berliner Ohnesorg Song: Jetzt auf Platte"
- "Spenden für den Vietcong: Sammlung an der FU"
- "Spenden für Antifaschisten: Basar im Club CA IRA"
- "Extra Dokumentation"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"

Berichtet wird u. a. über die DDR-Verfassung, die "erst nach zweijähriger öffentlicher Diskussion verabschiedet werden soll". Die "Anerkennungsdiskussion" des RC auf dem Kurfürstendamm soll das "Establishment sichtlich nervös gemacht haben". So habe der "Demokratische Club" (…) "zur Mobilisierung aufgerufen", über die Parlamentswahlen an der TU, wo es der Linken gelang von 20 auf 29 Sitze zu erhöhen. "Mit Genugtuung wurde verzeichnet, dass die Rechte nur noch drei Hochburgen an der TU hat. (…) Das Wahlergebnis wertet die Linke vor allem wegen der massiven finanziellen Einsatzes der Rechten als Erfolg für sich". Weiter wird berichtet über einen "Verfassungsschutz-Skandal in Hessen", über den Teufel-Prozess, der mit 5 Monaten-ohne Anrechnung der U-Haft-Gefängnis bestraft werden soll. RA Mahler hält sein Plädoyer, "nannte Teufel das 'Opfer von Polizei-Zeugen', die ihn in 'verbrecherischer Absicht' verleumdet haben. Berichtet wird von der sog. "Selbstanzeigen-Aktion" des AStA der FU. "Die Selbstanzeigen werden beim AStA der FU gesammelt und gebündelt, von dort an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet". An der FU wurde für den Vietcong gespendet. Aufgefordert wird dazu, an anderen Institutionen "ähnliche Aktionen einzuleiten".

In der Extra-Dokumentation: "DDR-Gesellschaft: Wege der Mitbestimmung" heißt es einleitend: "Seit Ende Oktober hat die DDR, nahezu unbemerkt von der westlichen Welt, die überbetriebliche Mitbestimmung der Arbeiter eingeführt. Grundlage dafür ist das neue Statut der gesellschaftlichen Räte bei den Vereinigungen volkseigener Betriebe (VVB), also den einzelnen Industriezweigen. In der Präambel des Statuts heißt es dazu, dass das ökonomische System des Sozialismus-in die uns zugänglichere Sprache der westlichen Welt übersetzt-auf zwei Voraussetzungen beruht: Auf der Mitverantwortung und Mitbestimmung der Einzelnen und der Lenkung durch die Gesellschaft. Neben diesem ideologischen Ziel ist eine volkswirtschaftliche Zielsetzung der neuen Einrichtung nicht zu übersehen: Es soll dem Betriebs- und Branchenegoismus entgegengewirkt werden, indem die Mitbestimmung überbetrieblich geregelt wird, indem der Horizont der Fachvertreter durch Diskussionen mit Wissenschaftlern, Vertretern des Binnen-und Außenhandels und der Zuliefererindustrie geweitet wird. In den Gesellschaftlichen Räten beraten und beschließen daher Vertreter dieser Organe zusammen mit Arbeitern aus den Betrieben des Industriezweiges sowie Funktionären der Partei, der Gewerkschaft und des Staates. Die Arbeitervertreter werden von ihren Kollegen gewählt; die branchenfremden Mitglieder des Rates werden vom Ministerrat berufen.

In seiner Reihe der Selbstdarstellungen des DDR-Sozialismus veröffentlicht 'EXTRA-Dienst' auf den folgenden vier Seiten das im DDR-Gesetzblatt vom 19. Oktober 1967 verkündete Statut der gesellschaftlichen Räte und eine Ausführungsbestimmung des Ministerrates der DDR. Es ist zu erwarten, dass diese Wiederbelebung des Rätegedankens in der DDR die Diskussion über Rätedemokratie in der Bundesrepublik und in West-Berlin befruchtet". Angehängt ist das satirische Flugblatt der APO, das "anlässlich der Konstituierung des West-Berliner Arbeitskreises der westdeutschen Industrie vor dem Hotel Kempinski" verteilt wurde.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 61, West-Berlin, 16. Dezember 1967.

20.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 62 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Professoren-Analyse: Zur Situation an den Hochschulen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ost-Berlin: West-Berlin einwandfrei DDR-Territorium"
- "Aktion Selbstanzeige: Schon 600 'Landesfriedensbrecher'"
- "Teufel-Prozess. Aktion nach dem Spruch"
- "West-Berliner Zeitstück: Thriller über Repression"
- "Bauland-Spekulation: Minister Lücke beteiligt"
- "Unpolitischer ADAC: Mitglieder blieben ohne Antwort"
- "Information: Selbstbezichtigungen von CDU und SPD-Anhängern"
- "Springer: Machtkampf in München mit der AZ"
- "Dutschke: Fernsehen sollte Sendung absetzen"
- "Mannheim: Republikanischer Club gegründet"
- "Köln: Verfassungsschutz gegen Kirchen-Diskussion mobilisiert"
- "Spitzelwesen: Zwei Organisationen auf Griechen angesetzt"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Extra über uns"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über die DDR-Regierung, die der Auffassung sei, dass West-Berlin "Territorium der DDR" ist, über die "Aktion-Selbstanzeige" des AStA der FU. Bereits "600" Selbstanzeigen seien eingegangen. Studenten der FU "haben sich dafür ausgesprochen, am Tag der Urteilsverkündung im Teufel-Prozess eine zweite 'Demonstration der Landesfriedensbrecher' zu veranstalten". Berichtet wird weiter über das Gaus-Interview mit Rudi Dutschke. In Bremen hat sich ein AK der APO konstituiert. Mit dabei sind: Notstandsgesetzgegner, Gewerkschafter, Studenten- und Schülerverbände. "Das Komitee will Aktionen organisieren und praxisbezogene theoretische Arbeit leisten". Weiter heißt es dazu: "Geplant sind Go-ins bei Gerichtsverhandlungen gegen Wehrdienstgegner, Sexualaufklärung für Schüler und Jugendliche sowie die Beobachtung der Verladung amerikanischen Kriegsmaterials für Vietnam in den Häfen von Bremen und Bremerhaven. Eine Zusammenarbeit mit außerparlamentarischen Gruppen in anderen Städten wird angestrebt. Erwogen wird auch, nach dem Vorbild in West-Berlin, Hamburg, Saarbrücken, Köln und anderen Städten, die Gründung eines Republikanischen Clubs Bremen". Berichtet wird weiter über die Gründung eines RC in Bremen, der sich am 15.12. konstituiert hat.

Griechische Gastarbeiter sollen von Geheimdienstagenten bespitzelt worden sein. Biographische Daten gibt es zu: Rudi Arndt, Kurt Georg Kiesinger. Erwin Bürckmann, Betriebsrat bei Daimler-Benz, will am 20.12. im Haus der "Sozialistischen Jugend Tempelhof'" auf Einladung der Falken-Gruppe "Spartacus" über "Erfahrungen und Perspektiven der Gewerkschaftsarbeit in Westdeutschland" berichten. In der Extra-Dokumentation: "Professor-Analyse: Zur Situation an den Hochschulen" hat der Direktor der Frankfurter Uni-Kinderklinik, Prof. Hövels, "für die Medizinische Fakultät der Universität eine Analyse zur Situation an den Hochschulen angefertigt". Der BED dokumentiert diese Analyse. Und in der Extra-Analyse: "Die Sprache der Reaktion: Wahnsinnige, Verlauste, Spinner" geht es um die "Anerkennungsdiskussion auf dem Kurfürstendamm", die "anonyme Briefschreiber mobilisierten". Einige Äußerungen werden veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 62, West-Berlin, 20. Dezember 1967.

23.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 63 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Manifest der Hochschulen gegen die Notstandsgesetze" und "In Sachen Landfriedensbruch".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Polizei-Werner: Durch Dokumente schwer belastet"
- "Schubladengesetze: Bargeld kann rationiert werden"
- "Weltjugendfestival: Flüchtlings-Jugend will teilnehmen"
- "Kalte Krieger: Wieder Geld aus der Staatskasse?"
- "Welt-Redakteur: Als NS-Schreiber: Dem Feind an die Kehle"
- "Jungsozialisten: Kongress soll nicht fortgesetzt werden"
- "Jungsozialisten West-Berlin: Misstrauen gegen ihre Führung"
- "Rechtsanwalt Mahler: Erfolg vor dem europäischen Gerichtshof"
- "Rechtsanwalt Mahler: Schadensersatzklage im Fall Teufel"
- "Bonner SPD-Organisation: Ruck nach Links"
- "Personalien"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Weihnacht"

Berichtet wird u. a. über den Kommandeur der West-Berliner Schutzpolizei, der "durch Dokumente wegen seiner Tätigkeit während der nationalsozialistischen Herrschaft schwer belastet wird", über das "Schubladengesetz über die Notverordnung auf dem Gebiet des Geld- und Kreditverkehrs", das "als einzige nicht außer Kraft gesetzt worden ist". Der Sozialisten-Kongress von Mainz, der mit dem Auszug von West-Berliner Delegierten endete, "soll nicht fortgesetzt werden". Die BRD muss sich am 9.1.198 "wegen der Haftpraktiken des Landgerichtsdirektor Pahl vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg rechtfertigen". Pahl ist seinerzeit Haftrichter von Teufel. Gegen das Land Berlin "will Rechtsanwalt Mahler eine Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft seines Mandanten Fritz Teufel anstrengen". Biographische Daten gibt es zu: Jacob Tauber, Karl-Heinz Kurras.

In der Extra-Dokumentation: "Manifest der Hochschulen gegen die Notstandsgesetze" heißt es einleitend: "Das im Oktober vom AStA der Universität Frankfurt vorgelegte Hochschulmanifest gegen die Notstandsgesetze, wurde bisher von mehr als 30 000 Studenten und 300 Professoren unterschrieben. Der Frankfurter AStA erklärte, das Dokument sei besonders bemerkenswert, weil es nicht von Studentenverbänden, sondern von einzelnen Studenten und AStA als von allen Studenten gewählten Vertretern unterzeichnet wurde. Das Hochschulmanifest soll jetzt auch der außerstudentischen Bevölkerung zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Es wird damit gerechnet, dass das Dokument in den nächsten Wochen von mehr als 100. 000 Bürgern unterschrieben wird". "In Sachen Landfriedensbruch, dokumentiert aus aktuellem Anlass Eberhard Sommer über die "Politische Justiz".

In der Extra-Meinung: "Teufel-Freispruch: Kein Freispruch für die Justiz" wird bekannt gegeben, dass Fritz Teufel freigesprochen wurde, "aus Mangel an Beweisen". Die Urteilsbegründung, die der BED dokumentiert, "ist richtig gelesen, nichts anderes als eine Anklageschrift gegen die politisierende Justiz dieser Stadt".
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 63, West-Berlin, 23. Dezember 1967.

29.12.1967:
Der "Berliner Extra-Dienst" (BED) Nr. 64 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "31 Bremer Pastoren: Auch Jesus störte die Ordnung"
- "Innensenator: Materialsammlung gegen Dutschke"
- "Sozialistischer Club: SPD will ausschließen"
- "Springer: DJV-Geschäftsführer soll gehen"
- "Offenbach: Polizeipräsident unterschrieb Vietnam-Protest"
- "Sozialistische Opposition: Aktionsprogramm im Februar"
- "Köln: Außerparlamentarische Opposition wächst"
- "Gedächtniskirche: Schlichte Christen"
- "Gedächtniskirche: Offener Brief an Helbich"
- "Abendzeitung München: Gegendarstellung erwünscht"
- "Witz der Woche"
- "Extra über uns"
- "Gibt es eine Krise in Spree-Athen? Vorabdruck eines 'Spargel'-Gesprächs über Kunst und Politik"
- "Sachregister für Extra-Dienst, Jahrgang 1967"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über Bremer Pastoren, die meinen, "Auch Jesus störte die Ordnung", mit dem Hinweis auf Rudi Dutschke, der zu Weihnachten aggressiv angegangen worden war, über den Innensenator, der "Material gegen das SDS-Mitglied Rudi Dutschke sammelt". Mitglieder des SC will die SPD-Führung ausschließen. Berichtet wird weiter von einem Polizeipräsidenten, der einen Vietnam-Protest unterschrieb.

Berichtet wird weiter von der "Vereinigung Unabhängiger Sozialisten", vom "Sozialistischen Bund" und der "Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Opposition". Man habe ein "gemeinsames Aktionsprogramm" am 17.6. in Frankfurt/M. beschlossen. Neben den genannten Gruppen waren auch vertreten: DFU, SDS, ADS "sowie der Sozialistischen Opposition aus 26 Städten der Bundesrepublik und aus West-Berlin". Ziel der Gruppen sei es, "die politischen und organisatorischen Ansätze zur Bildung eines sozialistischen Zentrums in kritischer Auseinandersetzung voranzutreiben". Am 3.2.1968 soll die nächste Konferenz stattfinden. In Köln fand eine Vietnam-Demonstration mit "2.000 Menschen teil". Berichtet wird weiter von einem "Offenen Brief" an den Superintendenten der Evangelischen Kirche, in dem Gemeindemitglieder den aggressiven Akt gegen Dutschke in der Gedächtniskirche verurteilen. Angelegt ist ein Sachregister des BED, Jahrgang 1967. In der Extra-Auslese wird das Bild Springers von den Studenten beurteilt.
Q: Berliner Extra-Dienst, 1. Jg., Nr. 64, West-Berlin, 29. Dezember 1967.

03.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 1 erscheint (fälschlich auf 3. Januar 1967 datiert) mit einem "Personenregister für (den) Extra-Dienst, Jahrgang 1967".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Passierscheine: Fehlschlag von Schütz einkalkuliert"
- "US-Universitäten: Im Dienste des Krieges"
- "Liga für Menschenrechte: Brief nach Südkorea"
- "Für sachliche Diskussion: Dawill muss gehen"
- "Kirche und Polizei: Die BZ liegt richtig"
- "Wirt der Woche"
- "Neue Ostpolitik: Rumänien ist enttäuscht"
- "Osthandel: Westeuropa stärker als die USA"
- "Kriegsverbrechen: Sammlung aller Urteile seit 1945"
- "Rezession: Weihnachtsgeld bei 220.000 Metallern gekürzt"
- "Gedächtniskirche: Neuer Protest und Erklärungen"
- "Personenregister"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz und die Passierscheinfrage, über die "US-Raumfahrtbehörde NASA in Sachen Vietnam", über die "West-Berliner Journalistenvereinigung im Deutschen Journalistenverband". Der in Ungnade gefallene Redakteur Dawill, der Springer scharf kritisierte, soll seinen Hut nehmen. Berichtet wird noch über die neue Ostpolitik und den Osthandel. Bei "Associated Publishers Amsterdam" soll ein 21 Bände umfassendes Werk über "Justiz und NS-Verbrechen", eine "Sammlung aller Urteile westdeutscher Gerichte in Strafsachen wegen NS-Tötungsverbrechen" zwischen dem 8. Mai 1945 und dem 1. Januar 1966, erscheinen. In Sachen Dutschke, am 24.12.1967 in der Gedächtniskirche, gibt es weitere Proteste. Demonstranten versuchten in der Neujahrsnacht eine Diskussion über die Vorfälle in Gang zu setzen. Die Kirchenleitung sieht sich außerstande die Diskussion zu führen. Im Anhang wird das Personenregister für das Jahr 1967 veröffentlicht.
Quelle: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 1, West-Berlin, 3. Januar 1968.

06.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 2 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Giulio Girardi: Ein christliches Ja zur Revolution".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Protest-Protestanten: Statt Kirchensteuer Geld für Vietcong"
- "Bundesgrenzschutz: Unternehmen Studentenunruhen"
- "Staatsanwaltschaft: Entlastungszeugen ignoriert"
- "Bundeswehr: Rekrutiert weiter in West-Berlin"
- "Pfarrer Günter Pohl: Gegendarstellung erwünscht"
- "Mehrheitswahlrecht: Pension für widerspenstige Abgeordnete"
- "Juristenball: Unter Beteiligung der Justiz-Opfer"
- "Junge Buchhändler: Republikanischer Arbeitskreis"
- "Afrika ADDIO: Massenprozess ab 14.1."
- "Kaufhausbrandstiftung: Prozess-Neuauflage am 19.2."
- "Demokratischer Klub: Professoren arbeiten mit"
- "Republikanischer Club: Nun auch in Baden-Baden"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Meinung"
- "Extra Report"
- "Extra Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die Vorfälle in der Gedächtnis-Kirche. Protestler fordern u. a. "die bisher regelmäßig gezahlte Kirchensteuer künftig der Nationalen Befreiungsfront in Südvietnam zukommen zu lassen". Sog. "Notstandsübungen" sollen nicht nur am 2.Juni in West-Berlin stattgefunden haben, sondern auch in Hessen, über den Pfarrer Günter Pol, der zu den Vorfällen in der Gedächtniskirche zu Weihnachten 1967 vom BED eine Gegendarstellung verlangt. Berichtet wird weiter über eine überregionale Arbeitstagung der "West-Berliner Buchhändler". Ein Prozess gegen Angeklagte, die am 4. August 1966 gegen den Film "Africa ADDIO" protestieren, soll wegen "Auflaufs" ab 14. 1. der erste Verhandlungstag angesetzt werden. Die Gegenorganisation zum RC, der "Demokratische Klub", wird als "rechtsgerichtet" eingeschätzt. In ihm arbeiten u. a. Prof. Ernst Fraenkel, Prof. Kotowski, Prof. W. Knebels mit. Einen RC gibt es nun in Baden-Baden. Am 8.1. soll im RC der AK "Aktion" tagen. Am 13.1. will J. Rattner seinen Vortag über Psychoanalyse und Kultur" im RC fortsetzen. In der Extra-Meinung referiert Carl L. Guggomos über Augstein und den "Spiegel". Im Extra-Report heißt die Schlagzeile: "Bestimmt der BDI die Politik West-Berlins?" Hier ist Schiller und der BDI das zentrale Thema. In der Extra-Dokumentation: GiulioGirardi: "Ein christliches Ja zur Revolution?", dokumentiert der BED einen Beitrag des katholischen Paters Giulio. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 2, West-Berlin, 6. Januar 1968.

10.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 3 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Christlicher Friedensdienst: Vertragsentwurf West-Berlin-DDR" und: "Notstandsdiskussion: Briefwechsel mit einem SPD MdB".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Schütz: Mit Volldampf in die große Koalition"
- "West-Berliner Polizei: Neue Einschüchterungsmethoden"
- "Evangelische Theologen: Trennung von Kirche und Staat"
- "Erwin Leiser: Übergang zum Establishment"
- "Katholische Kirche: Oppositionsorgan liquidiert"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Droht ein neues 1933"
- "Extra über uns"
- "Hannes Schwenger: Es war einmal ein zweiter Juni"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"

Berichtet wird u. a. über die "Grundsatzbeschlüsse" der West-Berliner SPD. "Für den regierenden Bürgermeister Schütz ist das ein Anlass, seinen alten Plan hervorzuholen: Eine 'Große Koalition' mit der CDU. Sie soll noch in diesem Jahr installiert werden". Berichtet wird weiter über "die Ablösung des regierenden Ex-Bürgermeisters Heinrich Albertz und die Inthronisierung von Klaus Schütz". "Neue Einschüchterungsmethoden" gegen Flugblattverteiler vor der Gedächtniskirche. Danach wurden einige von ihnen festgenommen. Grund: "Gotteslästerung und Störung der öffentlichen Ordnung". Berichtet wird über Erwin Leiser. Die links-katholische Wochenzeitung "Furche" soll "liquidiert worden sei". Die Redaktion erhielt die Kündigung. Eine Veranstaltung zum Thema "Droht ein neues 1933?" veranstaltet der "Bund politisch, rassisch und religiöser Verfolgter" am 28.1. in der "Kurbel". In der Extra-Meinung berichtet Hannes Schwenger im Artikel "Ein zweiter Juni" über die "erfolgte Einstellung des Landfriedensbruch-Verfahrens gegen die Prügelperser des 2. Juni". Gefolgert wird: "Was am 2. Juni wirklich geschah, werden wir von dieser Justiz nie erfahren. Zwei Schüsse in einem Hinterhof, eine kleine mittägliche Schlägerei vor dem Rathaus. Ein Bürgermeister ausgewechselt, ein Innensenator wieder im bürgerlichen Beruf, ein Polizeipräsident im Ruhestand, Karl-Heinz Kurras bald wieder im Dienst. Es war einmal ein 2. Juni". Am 13.1. will Rattner im RC seine Vortragsreihe über "Kultur und Psychoanalyse" fortsetzen. In einer weiteren Extra-Dokumentation: "Notstandsdiskussion" wird ein Briefwechsel mit einem Mitglied des Bundestages veröffentlicht: AStA der Universität Frankfurt/M. versus Martin Hirsch. In der Bücherstube des RC sind u. a. Werke von Marx/Engels, Herbert Marcuse, Trotzki und Georg Lukács erhältlich.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 3, West-Berlin, 11. Januar 1968.

13.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 4 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Enteignet Springer am Revers: Arbeitsgericht billigt Entlassung" und: "National-Zeitung: Verstoß gegen Potsdamer Abkommen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Untersuchungsausschuss: Rädelsführer-Theorie zusammengebrochen"
- "Afrika-ADDIO Prozess: Richter Genthe befangen?"
- "Schauspieler Kieling: Gab Springer-Preis zurück"
- "SPD Wedding an CDU: Helft uns, unseren Mattis loszuwerden"
- "Pfarrer Heipp: Bleibt in der Kirche"
- "Gottschalch-Disziplinarverfahren: Jetzt förmlich eingeleitet"
- "Mietrecht: Erpressungsmanöver einer Versicherung"
- "Deutsche Bank: Profite stiegen durch die Krise"
- "Witz der Woche: Pudding ist doch explosiv"
- "Extra über uns"
- "Unser Kommentar wider die gestürzten Säulenheiligen"
- "Hilfe für Vietnam: Schon 90.000,- DM gespendet"
- "Rentnerfahrten: Betrügerische Machenschaften?"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über die "Rädelsführer-Theorie" der CDU-Fraktion im West-Berliner Senat. Verdächtig sind: Agnoli, Krippendorff und Meschkat. Der "ehemalige AStA-Vorsitzende Nevermann bedachte eine Fragestunde mit dem treffenden Ausdruck: 'McCarthyismus'. RA Mahler hat im "Africa-ADDIO"-Prozess einen Amtsgerichtsrat "wegen Befangenheit abgelehnt". Berichtet wird weiter über Wolfgang Kieling, der einen Preis des Hauses Springer "unter Protest" zurückgegeben hat. In der Gottschalch-Sache ist jetzt ein Disziplinarverfahren "förmlich eingeleitet" worden.

Die Soli-Aktion "Hilfe für Vietnam - Gegen die Eskalation der Aggression - Für die Eskalation der Solidarität" hat bisher 90.000 DM für Vietnam gesammelt. Am 19.1. will der RC im "Bellevue" den kubanischen Film "Die 12 Stühle" von 1962 zeigen. Am 14.1. soll in der "Akademie der Künste" der Film "Das Christusalter" und am 15.1. ebenfalls dort der Film: "Märtyrer der Liebe" gezeigt werden. Am 18.1. will im RC R. Hiepe von der Neuen Münchener Galerie über "Prolet-Kult. Abstrakte Kunst und Kommunismus" referieren. Am 19.1. veranstaltet im RC der Arbeitskreis "Bürokratie und Rätesystem" ein Diskussionsabend zum Thema: "Die Rätebewegung in Russland 1905/1906". Willy Huhn hält das Einleitungsreferat.
In der Extra-Dokumentation: "Enteignet Springer am Revers. Arbeitsgericht billigt Entlassung", wird die Klage der Firma Franz Mietsch GmbH gegen einen Kaufmann vom Amtsgericht West-Berlin abgewiesen.

In der zweiten Extra-Dokumentation: "National-Zeitung: Verstoß gegen Potsdamer Abkommen" heißt es einleitend: "Seit eineinhalb Jahren bemüht sich eine Gruppe junger evangelischer Christen in einem Briefwechsel mit dem Abgeordnetenhaus um die Klärung der Frage, ob die 'Deutsche National- und Soldatenzeitung' wegen ihrer offen zutage tretenden nazistischen Auffassungen nicht verboten werden müsse. EXTRA-Dienst dokumentiert diesen aufschlussreichen Briefwechsel im Wortlaut. Die Gruppe hat sich jetzt entschlossen, die Frage prüfen zulassen, ob nicht die für West-Berlin immer noch zuständigen vier Ex-Alliierten des Zweiten Weltkrieges wegen eines offensichtlichen Verstoßes gegen das Potsdamer Abkommen, das die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes verbietet, zu einer Entscheidung aufgefordert werden sollen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 4, West-Berlin, 13. Januar 1968.

17.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 5 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "US-Ranger: 'Dann verbrannte ich meine Papiere'".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Springer-Tribunal: Termin vom 26.-28. April 1968"
- "Polizeipräsident: Neubauers Kandidat will 'harten Kurs'"
- "DDR: neuer Name ab 1969?"
- "Afrika-ADDIO-Prozess: Angeklagte machen nicht mehr mit"
- "Griechische Mission: Blockade am 3. Februar"
- "Wahlsystem: Wie es gerade passt"
- "SDS: Stellungnahme zur Bundestagswahl 1969"
- "Essen: Aktionskonferenz der Opposition"
- "Ulmer 2.-Juni Stück: Gesang vom Berliner Popanz"
- "Presseball: Axels Schlussball und zerschnittene Kabel"
- "Karlsruhe: Republikanischer Club mit Gastronomie"
- "Düsseldorf: Republikanischer Club in Vorbereitung"
- "Salzburger Volksblatt: Springer hoch drei"
- "Witz der Woche"
- "Hinweise von Verlag und Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "USA-Geheimdienst: Post der Lufthansa durchgeschnüffelt"
- "Strafvollzug: Briefe aus Tegel"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das "Springer-Tribunal". Geplanter Termin: 26.-28.4. Das Tribunal ist vom "Arbeitskreis Springer" der Kritischen Universität ins Leben gerufen worden, über den Senatsrat Prill, der möglicherweise neuer Polizeipräsident werden soll. Möglicherweise soll die DDR einen neuen Namen bekommen: "Sozialistische Deutsche Republik". Am 17.1. soll der Prozess "im Verfahren wegen der Demonstration gegen den rassistischen Streifen 'Afria-ADDIO' fortgesetzt werden. Die Angeklagten seien jetzt nicht mehr "Angeschuldigte", sondern nur noch "zeitgeschichtliche interessierte Zeugen". Die griechische Militärmission in West-Berlin soll am 3.2. durch einen Sitzstreik blockiert werden. Die außerordentliche Delegiertenkonferenz des SDS will im April 1969 "eine eingehende Stellungnahme zur Bundestagswahl 1969 erarbeiten".

Berichtet wird weiter über die Aktionskonferenz in Essen vom 13./14.1., eingeladen hatte die "Kampagne für Abrüstung". Referenten waren: Klaus Ehrler, W. Gottschalch, Arno Klönne, K. D. Wolff. Die Konferenz zählte ca. 350 Teilnehmer. Der Ulmer Dramaturg Michael Hatry plant ein Stück über den 2. Juni. Am 17.1. soll in Karlsruhe der RC offiziell vorgestellt werden. Auch in Düsseldorf ist ein RC in Vorbereitung. Am 25.1. soll im RC ein Streitgespräch "über das Mehrheitswahlsystem zwischen Manfred Rexin und Nils Diederich stattfinden". Im RC will man auch "in einem Arbeitskreis über den Strafvollzug in den West-Berliner Gefängnissen und Zuchthäusern diskutieren".
Im Extra-Report von Walter Barthel: "Schreckensherrschaft für den Feind - Zum neuen StGB der DDR" berichtet dieser über die Grundzüge des neuen DDR-Strafrechts
In der Extra-Dokumentation: "US-Ranger: Dann verbrannte ich meine Papiere" wird von der "politisch motivierten Wehrdienstverweigerung" in den USA berichtet.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 5, West-Berlin, 17. Januar 1968.

20.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 6 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Botschaftsrat Belezki: Zum Statuts West-Berlins. Auszug aus meiner Rede am 14.12.1967 im West-Berliner Europacenter" und "Politik und Theater".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Republikanischer Club: Antwort an Sickert"
- "UdSSR-DDR: Nicht in 'alle Ewigkeit' provozieren lassen"
- "Notstandsgesetzgebung: Wehner erstmals überstimmt"
- "Mehrheitswahlrecht: SPD verzichtet auf Daten-Vorlage"
- "West-Berliner Presse-Monopol: Extra-Dienst abgelehnt"
- "SED-Referenten: Nicht an die Schulen"
- "BZ-Überschriften: Aus rechts macht links"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "In Bonn: Außerparlamentarisches Forum"
- "Kritische Universität: Aktionszentrum für Schüler"
- "Zitat der Woche"
- "Witz der Woche"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den RC, der gegen den West-Berliner DGB-Chef sickert agitiert. Dieser soll behauptet haben, "der RC betreibe Werkspionage". Hierbei handelt es sich um einen Fragebogen des Gewerkschaftlichen AK im RC über die West-Berliner Justiz, die alle "Selbstanzeiger" wegen "einfachen Landfriedensbruch" bestrafen will. In der Frage der Notstandsgesetzgebung soll Wehner auf einer Klausurtagung der SPD überstimmt worden sein.

Biographische Daten gibt es über: F. Stone. Am 22.1. will im RC der AK "Aktion" tagen. Am 26.1. soll M. Tomala aus Warschau über "Polen und Probleme der europäischen Sicherheit" referieren. Die APO steht im Mittelpunkt eines Seminars der Evangelischen Kirchengemeinde in Tempelhof. Referenten sind u. a. Solveig Ehrler (RC), Bernd Rabehl (SDS), Horst Mahler (RC), Rudi Dutschke (SDS). In Bonn soll ein "Forum außerparlamentarischer Parteien" gegründet werden. Die Arbeitsgemeinschaften 10 ("Sexualität und Herrschaft") und 17 ("Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schüler") der Kritischen Universität haben "zur Gründung eines Aktionszentrums für Schüler" aufgerufen.

Im Extra-Report referiert Walter über die "Entkriminalisierung des Alltags" im neuen StGB der DDR. In der Extra-Doku äußert sich Belinski zum Status West-Berlins. In der zweiten Doru spricht Martin Speer über "Politik und Theater".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 6, West-Berlin, 20. Januar 1968.

24.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 7 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Gewerkschaftlicher Arbeitskreis im RC: Fragebogen-Aktion".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Schütz: Pessimistisch wegen Berlin-Hilfe des Bundes"
- "SPD West-Berlin: Angst vor einem Volksentscheid"
- "Griechenland-Protest: Komitee der 100 stellt sich vor"
- "Internationale Vietnam Konferenz: Messehalle sagt ab"
- "SPD West-Berlin: Programm für Hochschulreform"
- "Kalte Krieger: Verwirrt über Anti-Moskau-Proteste"
- "Buchmesse: Das Gesicht muss gewahrt werden"
- "SFB übt Zensur aus: Sickert verleumdet weiter"
- "Enzensberger: West-Berliner Justiz verbreitet Terror"
- "Wiedervereinigung: CDU richtet sich endgültig in Bonn ein"
- "NPD West-Berlin: Vorbereitung auf Wahlkampf 1971"
- "SPD-Reinickendorf: Oppositions-Ausschluss bei Versammlungen"
- "Mainz: Republikanischer Club gegründet"
- "Extra über uns"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"

Berichtet wird u. a. über Klaus Schütz und seine Aussagen über die Wirtschaft in West-Berlin, über eine Griechenland-Demo am 3.2. Aufgerufen hat das "Komitee der 100 für die Freiheit Griechenlands", das sich am 20.1. im RC konstituierte.

Weiter wird berichtet von der "Internationalen Vietnam Konferenz", die auf Initiative des SDS am 17./18.2. in West-Berlin stattfinden soll. Sie wird nicht in den Messehallen durchgeführt. Dazu heißt es: "Die Direktion sagte 'aus technischen Gründen' ab, da vor und nach der geplanten Konferenz messeähnliche Veranstaltungen stattfinden, die 'längere Auf- und Abbaufristen' erforderten. Die Direktion erklärte, die Absage sei ohne Rücksprache mit dem Senat von West-Berlin erfolgt; richtig ist hingegen, dass mit dem Senat über einige Tage hinweg wegen der Vietnam Konferenz beraten wurde. Die Konferenz wird von rund 20 sozialistischen Jugend- und Studentenorganisationen veranstaltet und soll 'die vietnamesische Revolution und den antiimperialistischen und antikapitalistischen Kampf in den kapitalistischen Ländern theoretisch diskutieren'. Die Konferenz wird mit einer 'Straßendemonstration für den Sieg der vietnamesischen Revolution' enden. Der Sportpalast und die Deutschlandhalle stehen wegen bereits fest eingeplanter Veranstaltungen am 17. und 18. Februar nicht zur Verfügung. Wie das vorbereitende Büro mitteilt, ist das Auditorium Maximum der Technischen Universität beauftragt worden. Eine Genehmigung zur Durchführung der Veranstaltung in der TU soll, wie aus der Umgebung des Rektorats zu erfahren ist, erteilt worden" sein.

Die in West-Berlin ansässige Zeitung "Die Wahrheit" der SED hat am 23.1. den "Entwurf eines Programms für eine demokratische Bildungs- und Hochschulreform" veröffentlicht. IM SFB erklärte sich am 19.1. der Vorsitzende des RC, Klaus Meschkat, "zu den Verleumdungen des West-Berliner DGB-Vorsitzenden Sickert". "Meschkat hatte darauf hingewiesen, dass Sickert schon in der Vergangenheit die Pogromhetze gegen die West-Berliner Studenten geschürt habe". Weiter wird berichtet von Enzensberger, der in einem "Offenen Brief" an Heinemann "seine Kritik an der politischen Justiz in der Bundesrepublik erneuerte". In Mainz wurde nun auch ein RC gegründet. Er dient als "oppositionelles Diskussions- und Aktionszentrum". In der Extra-Dokumentation veröffentlicht der "Gewerkschaftliche Arbeitskreis im RC" seinen Fragebogen" zur "gewerkschaftlichen Situation im Betrieb", der vehement vom West-Berliner DGB-Vorsitzenden Sickert abgestraft wurde.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 7, West-Berlin, 24. Januar 1968.

27.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 8 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "West-Berlin: Internationale Vietnam-Konferenz am 17./18. Februar".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Mehrheitswahlrecht: Wehner will INFAS-Chef 'Hängen' sehen'"
- "SPD-Funktionär Wesemann: BND-Agent in Paris?
- "Evangelische Jugend: Skandal vermieden"
- "Sitzstreik: Anmeldung nicht erforderlich"
- "Mainzer Karneval: Die Reaktion marschiert"
- "SPD Schöneberg: Geld für Jusos gesperrt"
- "Witz der Woche"
- "Zitat der Woche"
- "Linker Kindergarten: In West-Berlin vor der Gründung"
- "DDR-Lyriker: Hamburger Stipendium ausgeschlagen"
- "Schütz antwortet nicht: Keine Diskussion im Betrieb"
- "Falken: Rechter Gegenskandal für Gleitze"
- "Mahler: Dieses Verfahren war ein Wendepunkt"
- "Angeklagte: Aufstand gegen Nazi-Generation"
- "Organisieren wir den Ungehorsam gegen die Nazi-Generation"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Report"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über die "Auseinandersetzung um die Wahlrechtsfrage in der SPD", über die Gründung eines linken Kindergartens, wozu eine politisch aktive Frauengruppe aufgerufen hat, um "schon jetzt Möglichkeiten für eine antiautoritäre Erziehung der Kinder zu schaffen". Berichtet wird weiter über den 'Africa-ADDIO'-Prozess. Urteil: "Geldstrafe in Höhe bis zu 300,- DM wegen 'Auflaufs' sowie einige Freisprüche gegen die an den 'Afrika-ADDIO"-Protesten Beteiligten". Mahler erklärte: "Ich bin es mir als Bürger und Anwalt schuldig, mich mit der Tat der Angeklagten zu solidarisieren". Biographische Daten gibt es über: Herbert Wehner, Jürgen Guttenberger. Am 31.1. spricht im RC der West-Berliner Korrespondenz der "Observer", Neal Asherson.

Die "Internationale Vietnam Konferenz" findet am 17./18.2. statt. Dazu wird in der Extra-Dokumentation eine "Erklärung" veröffentlicht. Dazu heißt es: "Vietnam ist das Spanien unserer Generation. Wir dürfen nicht durch Schweigen oder Neutralität gegenüber dem revolutionären Kampf des vietnamesischen Volkes Schuld auf uns laden. Daher begrüßen wir die Initiative der jungen Generation, die dazu beiträgt, die Weltmeinung gegen die US-amerikanische Intervention in Vietnam und die dadurch verursachte Vernichtung des vietnamesischen Volkes zu mobilisieren. Wir solidarisieren uns mit den Streiks, die ein Ende dieser Intervention fördern und mit all denen, die amerikanische Bürger, welche ihren Militärdienst verweigern oder aus ihm desertieren, unterstützen.

Wir begrüßen deshalb auch diese vom SDS einberufene Konferenz junger sozialistischer Gruppen aus den verschiedenen Ländern Europas zur Unterstützung des Kampfes gegen die amerikanische Intervention in Vietnam und die Quisling-Regierung in Saigon und setzen uns für das Recht des vietnamesischen Volkes ein, seine Zukunft selbst zu bestimmen".
Der Aufruf ist u. a. unterzeichnet von: Dr. Johannes Agnoli, Ingeborg Bachmann, Reinhard Baumgart, Prof. Ernst Bloch, Nicolas Born, Prof. Noam Chomsky, Franz Josef Degenhardt, Hans Magnus Enzensberger, Jacomo Feltrinelli, Prof. Ossip K. Flechtheim, Prof. Helmut Gollwitzer, Prof. Wilfried Gottschalch, Hans Werner Henze, Prof. Herbert Marcuse, Jean Paul Sartre, Peter Schneider, Bernward Vesper-Triangel, Dr. Klaus Wagenbach, Gunilla Weiss, Peter Weiss, Peter Paul Zahl.

Im "AUFRUF ZUR INTERNATIONALEN VIETNAM KONFERENZ IN WEST-BERLIN" wird ausgeführt: "Der Kampf des vietnamesischen Volkes ist grundlegend für die internationale Arbeiterbewegung. Eine entscheidende Konfrontation findet zwischen der internationalen Revolution und Gegenrevolution statt. Verzweifelt versucht der Imperialismus zu beweisen, dass er in der Lage ist, jede revolutionäre Bewegung zu vernichten. Unterstützt wird er hierbei von seinen eigenen Internationalen Organisationen, wie z. B. der aggressiven NATO. Der Sieg des vietnamesischen Volkes wäre ein epochaler Beweis für die Unüberwindbarkeit des revolutionären Volkskrieges und des Sozialismus in der ganzen Welt. Die Aufgabe eines jeden Revolutionärs ist es, nicht um einen Kompromissfrieden mit dem Imperialismus auf Kosten der vietnamesischen Revolution zu bitten, sondern auf der Grundlage des FNL-Programms mit aller Kraft für den Sieg der vietnamesischen Revolution zu arbeiten. Der Imperialismus zielt darauf ab, mit seinen Aggressionen in Vietnam, Lateinamerika, Griechenland, usw. die internationale Konstellation der Kräfte zu seinen Gunsten zu verändern. Er versucht, der Entwicklung der Weltrevolution ein Ende zu machen und die Errungenschaften der Arbeiterbewegung in Gefahr zu bringen. Die Aufgabe der revolutionären Jugendbewegung in der ganzen Welt ist es, den Imperialismus in seinen jeweils verschiedenen Erscheinungsformen, so auch den westdeutschen Imperialismus, an jedem Ort und mit allen Mitteln anzugreifen, um die internationale Konterrevolution zu schwächen. Kriterium dieses Kampfes muss das jeweils spezifische Bewusstsein der Massen in den verschiedenen Ländern sein! Die amerikanische Aggression gegen Vietnam betrifft direkt die europäische Arbeiterklasse in ihrem Kampf für den Sozialismus. Deshalb darf Westeuropa nicht eine ruhige Zone für den Imperialismus werden, sondern muss von einem entschlossenen antikapitalistischen und antiimperialistischen Kampf bestimmt werden. (…) Alle Organisationen, die sich entschlossen haben, gegen den Imperialismus zu kämpfen, müssen eine Einheitsfront aufbauen, um den endgültigen Sieg der vietnamesischen Revolution zu erreichen, müssen jeder sektiererischen Politik, die in letzter Konsequenz dem Imperialismus hilft, entschieden entgegentreten. Deshalb hat sich der Sozialistische Studentenbund entschlossen, am 17./18. Februar 1968 in West-Berlin ein internationales Treffen und eine Demonstration zu organisieren. Er ruft alle Jugendorganisationen, die bereit sind, gegen den US-Imperialismus zu kämpfen, auf, an dem Treffen und an der Demonstration teilzunehmen".
Im Extra-Report wird über "chemische und bakteriologische Kampfmittel" berichtet, die die USA in Vietnam einsetzen. Der "chemische Krieg" gehe bis auf 1961 zurück. In der "Bücherstube" des RC sind jetzt u. a erhältlich: Fidel Castro: "Über Che Guevara", Flechtheim: "Westdeutschland am Wendepunkt".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 8, West-Berlin, 27. Januar 1968.

31.01.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 9 erscheint mit einer Extra Auslese von Hannes Schwenger: "Mondo Springer oder die Braune Welt".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Linke West-Berlin: Gegenentwurf zu den Perspektiven"
- "3. Februar: Droht ein neuer 2. Juni?"
- "Schütz: Lehnt Diskussion mit dem RC ab"
- "CSSR: Fehlspekulation nach Führungswechsel"
- "Europa-Ausverkauf: Paris stoppt durch Konzentration"
- "Schlagende Verbindungen. Verstoß gegen Kontrollrats-Gesetz"
- "Generalstaatsanwalt: Nicht zu identifizieren"
- "INFAS-Studie: Von Heinz Kühn in Auftrag gegeben"
- "Auch in Oldenburg: Republikanischer Club"
- "Underground-Zeitung: Jetzt auch in West-Berlin zu haben"
- "Neue Aktion Selbstanzeige: Johnson ist ein Mörder"
- "Generalvikariat: West-Berlin: Zensur für Arbeitskreis"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über eine "Links-Gruppierung in der West-Berliner SPD, die zur Zeit "als Gegenentwurf zu den parteiamtlich verordneten 'Perspektiven' ein 'Aktionsprogramm für die SPD im Übergang zu den 70er Jahren" erarbeitet, das dem Bundesparteitag in Nürnberg vorlegt werden soll. Das "Komitee der 100", das zur Demo vor der griechischen Militärmission am 3.2. aufgerufen hat, hat ein Informationsblatt einer rechten griechischen Organisation erhalten. Danach wollen diese gegen die Teilnehmer vorgehen.

Berichtet wird weiter über Schütz, der eine Diskussion mit dem RC ablehnen würde. Rainer Langhans hat einen Strafbefehl wegen "Waffenbesitz" erhalten. Er lässt jetzt durch seinen Rechtsanwalt "die Frage nach einem Verstoß gegen den Befehl 2 des Alliierten Kontrollrats durch Waffentragende Verbindungen in West-Berlin stellen". Auch in Oldenburg ist nun ein RC gegründet worden. Die Mitgliedschaft "setzt sich aus Gewerkschaftern und Akademikern zusammen. Der RC versteht sich als "Aktions- und Diskussionsgemeinschaft". Folgende Arbeitskreise sollen ins Leben gerufen werden: "Schule und Gesellschaft" und "Arbeiterselbstverwaltung". Gegen die Zeitschrift "elan" ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Es geht um die "Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes". Das Magazin nannte Johnson in Zusammenhang mit Vietnam "einen Mörder". Ernst Busch hat zu seinem 68. Geburtstag am 22.1. eine Spanien-Schallplatte herausgegeben. Titel: "Venceremos". Am 2.2. will Keith Chamberlain im RC über "Black Power und Widerstandsbewegung in den USA" referieren. Am 7.2. wollen u. a. im RC Oberkonsistorialrat von Wedel, Pfarrer Tietz und Marquardt über "Studenten und Kirche" diskutieren. Im Extra-Report erscheint Folge II von "USA: Krieg mit Gas und Bakterien". In der Extra-Auslese veröffentlicht Hannes Schwenger den Artikel: "Mondo Springer oder die Braune Welt". Dazu veröffentlicht der BED einige Namen, u. a. Fritz Dettmann, Walter Görlitz, Gerhard Starke, Georg Schröder.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 9, West-Berlin, 31. Januar 1968.

03.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 10 erscheint mit einem Extra: "Über Springer".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Gutachter im Springer-Hearing: Bundestagsabgeordneter macht mit"
- "Extra-Blatt: Praktiken des Springer-Konzerns"
- "Griechenland-Demonstration: Gewaltfrei widerstehen"
- "Griechenland-Aufruf Kiesingers: Allerdings Jahrgang 1941"
- "Griechen-Diktatur: Einschüchterung verstärkt"
- "Landtagswahl Baden-Württemberg: Droht absolute CDU-Mehrheit?"
- "14 Tage durch die UdSSR: Friedenszug 1968"
- "Arabien-Hilfe gegründet: Gegensätze in Nahost ausräumen"
- "Extra über uns"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra"
- "Extra-Report"
- "SDS Landesverband West-Berlin"

Berichtet wird u. a. über eine Pressekonferenz des RC, auf der "das Programm des Springer-Hearings vom 9.-11.2. im Auditorium Maximum der Technischen Universität vorgelegt wurde", über die "Vorstellung und Begründung des Hearings durch Werner Hofmann" (Marburg) und Jörg Huffschmid (West-Berlin) und Ulrich Preuss". Dazu werden einige Gutachter auftreten, u. a. Eberhard Sommer, Kurt Groenewold, Christian Semmler, Johannes Agnoli. Berichtet wird weiter über eine "Extra-Blatt" zu den Praktiken des Springer-Konzerns, über die Griechenland-Demonstration und Blockade am heutigen Tag, vom "Komitee der 100 für die Freiheit Griechenlands" organisiert. Berichtet wird noch von einem Griechenland-Aufruf Kiesingers von 1941. Berichtet wird weiter davon, dass die Einschüchterungsversuche der griechischen Militärmission und des griechischen Arbeitsministeriums gegen griechische Arbeiter und Studenten "immer stärker werden". In West-Berlin hat sich als e. V. die "Arabien-Hilfe" konstituiert. In Extra-Über uns wird über Erwin Leiser berichtet. "Probleme der Rätedemokratie" behandelt die West-Berliner Evangelische Akademie am 12.2." Terminiert bis 14.2. Am 3.2. soll im RC Dr. Rattners Vortragsreihe "Die psychoanalytische Trieblehre und die Theorie der Aggression" fortgesetzt werden. L. Guggomos referiert im Extra über Springer: "So macht man einen Reibach". Im Extra-Report folgt Folge III von: "USA: Krieg mit Gas und Bakterien". Ein Schreiben des West-Berliner Landesverbandes des SDS geht an das ZK der KPdSU und behandelt die Prozesse gegen Galanskow, Ginsburg, Dobrowolski und Laschkowa.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 10, West-Berlin, 3. Februar 1968.

07.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 11 erscheint mit einem Extra-Report von Martin Buchholz: "Die kalte Dusche der Erkenntnis, oder: Wie macht man Demonstranten wild".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Hearing-Verbot: Furcht vor Enthüllung"
- "Vor dem SPD-Parteitag: Schütz verliert die Nerven"
- "USA-Reise Schütz: Ohne einen Dollar zurückgekehrt"
- "Republikanischer Club: Provokationen sind keine Politik"
- "Bereitschafts-Polizei: Einsatz ohne alliierte Erlaubnis"
- "Polit-Justiz: 500 Mark Geldstrafe für Teufel-Nothilfe"
- "Witz der Woche: Der Mann, der gern zu Springer will"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Die Freunde der Kinemathek"
- "Kassen-Griff abgewehrt"
- "Scharf: Auf der Seite der Studenten"
- "Springer musste sich entschuldigen"
- "Extra-Erlebnis"
- "Trotzdem: Extra-Blatt Verkauf geht weiter"
- "DDR-Verfassung"
- "Extra-Report"
- "Extra Neuss"

Berichtet wird u. a. über das von Polizeisenator Neubauer angeordnete Verbot des "Springer-Hearings" und "aller damit zusammenhängenden Veranstaltungen". Das würde verdeutlichen, "dass das vorherige tagelange Hin- und Her um eine Raumfreigabe an der Technischen Universität West-Berlins nichts war als ein Scheingefecht". Dazu heißt es noch: "Nach Ansicht führender Kreise der Außerparlamentarischen Opposition deutet die massive Pressekampagne des Springer-Konzerns auf die enge Verfilzung dieses Apparates mit dem Schöneberger-Apparat hin: Offenbar fürchtet man das Hearing und die von ihm erwarteten Ergebnisse", über den bald stattfindenden SPD-Parteitag der West-Berliner SPD.

Weiter wird berichtet über den RC, der am 5.2. in einer "Erklärung" zu den Steinwürfen vor Filialen des Verlages Axel Springer u. a. schreibt: "In der Nacht zum 2. Februar haben Unbekannte durch Steinwürfe mehrere Schaufenster von Filialen des Zeitungsverlages Axel Springer zerstört und die Zerstörung mit der Forderung 'Enteignet Springer' legitimiert. Aufgrund von Recherchen und Analysen in zahlreichen Arbeitskreisen ist der Vorstand des Republikanischen Clubs mit der großen Mehrheit seiner Mitglieder davon überzeugt, dass die Enteignungsforderung legitim ist und sich zur Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland und ah Westberlin als unerlässlich erweisen wird. Der Republikanische Club hat darum die volle Verantwortung für die Vorbereitung des 'Springer-Hearing' übernommen, das einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die Gefahren der Pressekonzentration und der systematischen Manipulierung der Wahrheit durch die Zeitungen des Springer-Verlages darstellt. Öffentlichkeit ist für unsere Arbeit wesentlich und unsere Stärke. So ist auch das für den 9.-11. Februar geplante Hearing öffentlich. Es will sich durch die Sachlichkeit seiner Analysen und Befragungen ausweisen. Auch die Vertreter der Springer-Zeitungen wurden eingeladen. Darum missbilligt der Vorstand des Republikanischen Clubs die Aktionen Einzelner, deren gewalttätige Provokationen nur dazu angetan sind, die Legitimität der Aufklärungskampagne und der Enteignungsforderung zu diskreditieren. Weder der Vorstand des Republikanischen Clubs noch der Vorbereitungsausschuss des Hearings haben mit dieser Aktion irgend etwas zu tun. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass die systematische Hetze von bei Springer tätigen ehemaligen Nazis den Zweck verfolgt, deren eigene Kristallnacht durch terroristische Kampagnen gegen die Außerparlamentarische Opposition zu 'bewältigen'".

Berichtet wird weiter über die sog. "Teufel-Nothilfe". Danach ist der Redakteur Martin Buchholz vom BED "per Strafbefehl zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt worden". Buchholz hatte die Hauptbelastungszeugen "ad absurdum geführt". Am 10.2. will der Chefredakteur der "Anderen Zeitung", Dr. Gleissberg, im RC über "Aufgaben und Probleme der sozialistischen Opposition in der Bundesrepublik" sprechen. Die letzte Folge der psychologischen Vortragsreihe von Dr. Rattner über "Die kulturelle Bedingtheit der Neurosen und die Kritik der Kultur" soll am 11.2. im RC stattfinden. In Extra-Über uns "Kassen-Griff abgewehrt" wird über eine Reinigungsgebühr am Sportpalast-Gelände berichtet. In Extra-Neuss "Wer warf Steine gegen die Morgenpost-Filiale" gibt Wolfgang Neuss in einer Satire "Ernsthafte Mutmaßungen" bekannt. Im Extra-Erlebnis "Du Judensau, ich hole jetzt die Polizei, dann wirst Du was erleben" berichtet Hannes Schwenger von einem Erlebnis besonderer Art. Veröffentlicht wird ein Teil der DDR-Verfassung. Und im Extra-Report von Martin Buchholz "Die kalte Dusche der Bekenntnis, oder: Wie macht man Demonstranten wild" referiert dieser über eine Randszene mit "wilden Demonstranten".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 11, West-Berlin, 7. Februar 1968.

10.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 12 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Eine Dokumentation: Eine Zwischenbilanz: Schütz an den Hochschulen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Senats-Verbote: Unwirksam, weil rechtswidrig"
- "SPD-Parteitag West-Berlin: Linke bleibt hart"
- "Juryfreie Kunstausstellung: nicht so ganz frei"
- "Metall-Chefredakteur: Bestürzt über Hearing-Verbot"
- "Demonstranten: Fristlos von ihrem Arbeitgeber entlassen"
- "Verwaltungsgericht: Versammlungsgesetz verfassungswidrig?"
- "Kein Einzelfall: Staatsanwaltschaft stellt weiter ein"
- "DDR-Verfassung"
- "Republikanischer Club Köln: Eigene Räume eröffnet"
- "Extra Über-Uns"
- "Projekt Kindergarten: Anfang für Vietnam-Konferenz geplant"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das Senats-Verbot zum Hearing. Das Verwaltungsgericht gab dem FU-AStA recht: die Veranstaltung darf durchgeführt werden. "Der TU-Rektor Weichselberger beugte sich dem Druck des Senats und de Springer-Presse nicht und gab an der TU für das Springer-Hearing einen Raum frei". Zu einer Auseinandersetzung zwischen dem rechten und dem linken Flügel dürfte es auf dem SPD-Parteitag kommen. Der IG Metall-Chef Jacob Moneta ist bestürzt über das ausgesprochene Verbot "in den Räumen der TU das Springer-Hearing durchzuführen". "Prügelpolizisten" seien in West-Berlin kein Einzelfall berichtet der BED. Veröffentlicht wird ein weiterer Teil der DDR-Verfassung. Berichtet wird weiter vom RC Köln, der am 10.2. seine Clubräume eröffnen will. Der geplante "linke Kindergarten" soll für den 17./18.2., am Tag der "Internationalen Vietnam-Konferenz", in West-Berlin probeweise eingerichtet werden". Zur Vorbereitung der Konferenz, sollen zwischen dem 12. und 16.2. an der TU und FU Filme aus Vietnam und Kuba gezeigt werden. Am 14.2. liest im RC Heino von Damnitz Texte aus: "Tendenzen".
Und in der Extra-Dokumentation "Eine Zwischenbilanz: Schütz an den Hochschulen" wird über Schütz und den kommenden Parteitag der West-Berliner SPD berichtet. Geworben wird für die eigene Zeitung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 12, West-Berlin, 10. Februar 1968.

14.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 13 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Otto Brenner: Reaktion eines Polizeigehirns" und: "SPD Charlottenburg: Versuch zu einer Rückbesinnung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam-Demonstration: Bischof Scharf bei Neubauer"
- "Vietnam-Demonstration: Senat vor seiner größten Blamage"
- "Kampagne stellt fest: Polizeieinsatz ist rechtswidrig"
- "Betriebsräte und Gewerkschafter: Solidarität mit dem Protest"
- "NPD: Bereiterklärung: Ostland wieder besiedeln"
- "CDU Schmitz: Klein parteischädigendes Verhalten"
- "Fernsehprogramm: DDR stört nicht"
- "Europa-Center: Vietnam-Gemälde abgelehnt"
- "Report: Baden-Baden: Von Zahn soll raus"
- "Blutspenden: Für das kämpfende Vietnam"
- "Drohung der Woche"
- "Versprechen der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Satire"
- "Extra Dokumentation"
- "Bücherstube des Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über Kurt Scharf, Hans Werner Henze und Pfarrer Marquardt bei Neubauer, die "gegen dessen Verbot einer Vietnam-Demonstration intervenierten", über die laufenden Vorbereitungen des Vietnam-Komitees für die Vietnam-Demo. "Zur Teilnahme an Kongress und Demonstration, die mit einer Kundgebung enden soll, haben sich inzwischen rund 3.000 Menschen aus der Bundesrepublik und aus zehn Ländern des westlichen Auslands angemeldet". Das Vorbereitungskomitee berichtet auch darüber, dass sich "Protesttelegramme gegen das Verbot der Demonstration stapeln würden", so u. a. von Erich Fried, Paolo Pasolini, Michelangelo Antonioni, Jean Paul Sartre, Hans Werner Richter, Martin Walser. Offenbar, so das Vorbereitungskomitee, sei das "generelle Verbot mit Genehmigungsvorbehalt" nicht tragbar. Verbote der West-Berliner Polizei, "die Demonstration mit Gewalt zu verhindern", wären verfassungswidrig. Auch aus dem Rhein-Ruhr Gebiet haben sich zahlreiche Betriebsräte und Gewerkschafter mit dem Vietnam-Protest solidarisiert. In West-Berliner Krankenhäusern kann Blut für Vietnam gespendet werden.

Die "Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher" will am 19.2. über "Strauß oder Dutschke" diskutieren. Am 14.2. findet im RC eine Pressekonferenz statt, "auf der über den neuesten Stand der Vorbereitungen zur internationalen Vietnam Konferenz am Wochenende berichtet wird". In der Extra-Dokumentation "Otto Brenner: Reaktion eines Polizeigehirns" nimmt dieser zum "Anwachsen der Außerparlamentarischen Opposition" Stellung. In der Extra-Meinung "SPD-Landesparteitag: Druck ausüben" wird auch zur innerparteilichen Opposition Stellung bezogen und erklärt, dass sie sich zur "entscheidenden politischen Kraft entwickeln könnte". In der Extra-Satire stellt Dietrich Kittner dem BED seinen Beitrag "Machtergreifung" zur Verfügung. Und in einer weiteren Extra-Dokumentation geht es um die SPD Charlottenburg, die den Entwurf: "Sozialdemokratische Perspektiven im Übergang zu den siebziger Jahren" vorgelegt hat. In der Bücherstube des RC sind jetzt auch das "Braunbuch", das "Graubuch" und Schriften von Agnoli/Brückner erhältlich.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 13, West-Berlin, 14. Februar 1968.

17.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 14 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "SPD-Charlottenburg: Internationale Garantie für West-Berlin", "Aktion GI: Flugblatt für Soldaten in West-Berlin" und: "US-Entwicklungshelfer: Wegen Vietnam machen wir nicht mehr mit".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Verwaltungsgericht: Demonstrationen müssen genehmigt werden"
- "Republikanischer Club: Senatsmaßnahmen nutzen NPD"
- "Gespräch Schütz-Scharf: Kirchen stehen Demonstranten offen"
- "Solidarisierung verstärkt sich: Jetzt auch Rhein-Main-Gebiet"
- "Peter Weiss: Nie mit 'Tagesspiegel' gesprochen"
- "Drohung der Woche"
- "Witz der Woche"
- "Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: zweierlei Maß bei der Justiz"
- "BDI: Vorbedingungen für West-Berlin Hilfe"
- "Mittelständische Kreise: Steuerstreik erwogen"
- "West-Berliner Buchbinder: Sartre und Weiss abgelehnt"
- "Hamburger Protest-Ausstellung: Springer und Kripo intervenieren"
- "Bayernkurier: Als Deutscher Kurier überall"
- "Außerparlamentarische Opposition: Neues Blatt"
- "Köln: Einschränkung des Rechts auf Meinungsäußerung"
- "NPD-Anfrage in Kiel: Vorstoß gegen 'RES NOSTRA"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die Niederlage des Senats. "Das Verwaltungsgericht entschied, dass die Praxis der West-Berliner Polizei, Demonstrationen nicht zu genehmigen, nicht verfassungskonform ist", über den RC, der erklärt, dass die "Senatsmaßnahmen" nur der NPD nutzen würden. "Der Senat handelt (…) eindeutig gegen eine klare richterliche Entscheidung und hat bewusst die letzte Möglichkeit, eine Konfrontation zu vermeiden, ausgeschlagen. Es kann daher kein Zweifel mehr daran bestehen, dass er eine Kraftprobe mit den demokratischen Kräften in West-Berlin mutwillig herbeiführen will". Solidaritätsadressen zu Vietnam und zum "Kampf gegen den autoritären Staat" gibt es nun auch im Rhein-Main Gebiet.

Die Vorfälle in der Gedächtniskirche "werden von der Justiz in West-Berlin offensichtlich recht unterschiedlich behandelt". Dazu heißt es: "Noch immer dauern die Ermittlungen gegen Rudi Dutschke an, der am Heiligabend von Prügel-Christen der Gemeinde verletzt worden war. In einem anderen Fall stellte der Oberstaatsanwalt Severin, Leiter des politischen Ressorts beim Generalstaatsanwalt, die Ermittlungen gegen den Kirchendiener Gerhard Bruhn ein. Bruhn war von dem 2. AStA-Vorsitzenden an der FU, Bernhard Wilhelmer, wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung angezeigt worden: Wilhelmer war am 12. November 1967 Zeuge der brutalen Behandlung eines jungen Christen. Dieser Protestant hatte vor Beginn des Gottesdienstes die Gemeinde aufgefordert, ihre Weigerung, die Kirche der Evangelischen Studentengemeinde zur Verfügung zu stellen, noch einmal zu überdenken. Der AStA-Vize fotografierte, als zwei Kirchendiener den Protest-Protestanten im Polizeigriff aus dem Kirchenraum schleppten. Daraufhin schlug Kirchendiener Bruhn Wilhelmer die Kamera aus der Hand und beschädigte sie. Der Film wurde dabei unbrauchbar. Wilhelmer selbst wurde zu Boden gestoßen. Severin teilte dem Anzeigenden jetzt mit: "Nach den durchgeführten Ermittlungen vermag ich ein öffentliches Interesse der von Ihnen angezeigten Delikte nicht zu erkennen. Unabhängig davon, ob der von Ihnen angezeigte Sachverhalt sich tatsächlich so abgespielt hat, (…) ist der durch die angezeigten Handlungen gestörte Rechtsfrieden auf das Innere der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche beschränkt. Bei dieser Sachlage vermag ich ein Interesse der Allgemeinheit an einer Strafverfolgung nicht zu erkennen. Ich habe daher das Verfahren eingestellt".

Berichtet wird weiter von der West-Berlin Hilfe des BDI. Der Rechtsanwalt Kurt Groenewold "stellte acht Schaufenster des ehemaligen Kaufhauses KEPA, über die er frei verfügen konnte, dem SDS für eine Ausstellung zur Verfügung, in der gegen die Notstandsgesetzgebung, den Vietnamkrieg und seine Unterstützung durch die Bundesregierung sowie gegen den Missbrauch der Pressefreiheit durch den Springer-Konzern protestiert wurde". Die Ausstellung ist seit dem 21.12.1967 bis Mitte Januar 1968 zu sehen.

Die erste Ausgabe von "Außerparlamentarische Opposition - Informationen für Demokratie und Abrüstung" ist jetzt erschienen. Für den 23.2. ist die nächste Club-Diskussion geplant. Im III. Fernsehprogramm des NDR/SFB/RB soll am 20.2. eine Diskussion zum Thema "Bessere Demokraten oder Anarchisten" stattfinden. In der 1. Extra-Dokumentation "SPD Charlottenburg: Internationale Garantie für West-Berlin" dokumentiert der BED "den Antrag zur West-Berlin Politik des linken Kreises Charlottenburg". In der Doku 2 "Aktion GI: Flugblatt für Soldaten in West-Berlin" werden in den amerikanischen Wohnvierteln für die US-Angehörige, Soldaten und deren Familien Flugblätter verteilt. Dazu veröffentlicht der BED die deutsche Übersetzung. Und in der Doku 3 "US-Entwicklungshelfer. Wegen Vietnam machen wir nicht mehr mit" erklären diese u. a. dass sie nur eine Politik unterstützen würden, "die der Welt im Großen und Ganzen diene". Und man sei "gegen den Krieg in Vietnam".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 14, West-Berlin, 17. Februar 1968.

21.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 15 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Wenn Demokratie funktionieren würde, dann Rücktritt von Schütz".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Geheime Senatsumfrage ergab: Keine Anti-Studentische Mehrheit"
- "Gegenkundgebung: Gemeinschaftsempfang und arbeitsfrei"
- "CDU und NPD: Schlagende Verbindung gegen Demonstranten"
- "Untersuchungsausschuss: SDS-Mitglieder verweigern Aussage"
- "Vietnam-Komitee: Keine Behinderung durch DDR-Grenzorgane"
- "SPD West-Berlin: Vom Zerfall bedroht"
- "SPD-Linke: Attacke der Rechten zurückgewiesen"
- "Eine Klage aus dem Hause Springer: Gegen Extra-Dienst und Neuss"
- "Hamburg: Politische Polizei in den Oberschulen"
- "RC Saarbrücken: Hearing über Saar-Zeitung"
- "RC Mannheim-Ludwigshafen: Faschingszug absagen"
- "Gegenuniversität London: Lehrbetrieb eröffnet"
- "Auf Schallplatte: Neuss spricht Bild"
- "Zitat der Woche"
- "Witz der Woche"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die "Vorbereitungen des Senats und des vereinigten West-Berliner Establishments für die Gegenkundgebung am heutigen Mittwoch", über Aktionen der NPD "gegen Demonstranten". NPD-Zeitungen titeln: "Stoppt die Jung-Roten!", "Stoppt Dutschkes Terror!" SDS-Mitglieder, darunter Bernhard Blanke, Peter Gäng, Christian Semler und Rudi Dutschke, verweigern vor dem Untersuchungsausschuss in Sachen "studentische Unruhe" die Aussagen. Die Aussageverweigerung "wurde mit einer Ordnungsstrafe von 200,- DM belegt".

Berichtet wird weiter vom "Vietnam Komitee", das berichtet, dass die Grenzbehörden der DDR (sich) gegenüber den internationalen Teilnehmern an der Konferenz korrekt verhalten". Die SPD-West-Berlin scheint, so der BED, "vom Zerfall bedroht" zu sein. Springer strengt eine Klage gegen den BED und Neuss an. In Hamburg sei vor der Vietnam-Demonstration die Politische Polizei in Hamburger Oberschulen erschienen.

Der RC-Saarbrücken will sich Mitte März konstituieren. Inzwischen seien schon vier Arbeitskreise gebildet worden: "Pressekonzentration", "Notstandsgesetzgebung", "Vietnamkrieg", "Außerparlamentarische Opposition". Willy Huhn will am 22.2. im RC über "Russland 1917-1921" referieren. Im Extra-Report "Der Frühling kommt. Wach auf, Du Faschist" referiert Martin Buchholz über die Tage an der Deutschen Oper, nationaldemokratische Schläger und Demonstrationsverbote. In der Extra-Dokumentation "Wenn Demokratie funktionieren würde: Dann Rücktritt von Schütz" gibt der Vorstand des RC nach Beendigung der Vietnam-Kundgebung am 18.2.1968 eine Erklärung ab. Ausgeführt wird u. a.: "Zum ersten Mal hat bei einer Massendemonstration in Berlin die Polizei nicht eingegriffen. Infolgedessen ist es nicht zu einer Störung von Sicherheit und Ordnung gekommen. Nicht die außerparlamentarische Opposition, sondern der Regierende Bürgermeister und sein Innensenator haben durch ihre hetzerischen Parolen die extreme Rechte auf die Straße gebracht. Die Versuche der extremen Rechten, mit organisierten Schlägerkolonnen die Demonstranten zu provozieren, sind gescheitert. Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts gegen die verfassungsfeindliche Politik des Senats haben eindeutig klargestellt, auf wessen Seite das Recht ist. Aber auch Schütz ha, sein Verhältnis zur Verfassung von Berlin und zum Grundgesetz verdeutlicht, indem er mit opportunistischem Gespür für das gesunde Volksempfinden weiterhin für ein Demonstrationsverbot eintritt. In jeder funktionierenden parlamentarischen Demokratie wäre der Rücktritt eines Regierungschefs und seiner Regierung, die ihre Unfähigkeit so eklatant zur Schau gestellt haben wie die von Berlin an diesem Wochenende, selbstverständlich".

Berichtet wird noch von der "Internationalen Vietnam Konferenz, die am 17./18.2 stattfand. In der "Schlusserklärung" heißt es dazu u. a.: "Während das vietnamesische Volk den Kampf für Unabhängigkeit und sozialistische Demokratie gegen den barbarischen US-Imperialismus führt, während in West-Berlin der Senat als Komplize des US-Imperialismus versucht, jede Solidarisierung mit dem Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes als kriminell zu verfolgen und mit Polizeiterror zu zerschlagen, haben sich in West- Berlin Vertreter der sozialistischen Jugend Westeuropas, Vertreter der amerikanischen Widerstandsbewegung und Vertreter der revolutionären Jugend der drei Kontinente versammelt, um ihre Solidarität mit dem Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes zu bekunden und um gemeinsame Maßnahmen für den Kampf gegen den US-Imperialismus zu beraten. In einer groß angelegten Offensive hat die FNL Südvietnams den revolutionären Volkskrieg auf eine neue Stufe gehoben. Ihre militärischen Erfolge fußen auf dem intensivierten Kampf des gesamten vietnamesischen Volkes. Diese Erfolge beweisen die Fähigkeit revolutionärer Befreiungsbewegungen, die mit dem gigantischen Vernichtungsapparat einer industriellen Großmacht geführte konterrevolutionäre Aggression abzuweisen. Sie entlarven vor der Weltöffentlichkeit und vor der Bevölkerung der USA alle Erfolgsmeldungen und Prognosen der konterrevolutionären Führung als Lügen. Mit der erfolgreichen Offensive der revolutionären Befreiungskräfte wächst die Gefahr weiterer geographischer und militärischer Eskalation der amerikanischen Aggression. Es ist zu befürchten, dass der in die Defensive getriebene US-Imperialismus einen Ausweg im Einsatz von Atomwaffen sucht. (…) Die Oppositionsbewegung steht vor dem Übergang vom Protest zum politischen Widerstand. (…)

Die in West- Berlin versammelten Vertreter der sozialistischen Jugend Westeuropas, der amerikanischen Widerstandsbewegung und der revolutionären Jugend der drei Kontinente sind sich darin einig, durch folgende Aktionen ihren gemeinsamen antiimperialistischen Kampf zu konkretisieren und zum aktiven Widerstand zu entfalten:
1. In allen westeuropäischen Ländern wird die Kampagne zur materiellen Unterstützung des bewaffneten Befreiungskampfes der FNL Südvietnams auf breiter Basis verstärkt.
2. In westeuropäischen Ländern mit amerikanischen Truppenstützpunkten werden in den USA selbst Aufklärungsaktionen unter den GI' s durchgeführt mit dem Ziel die Wehrkraft der US-Armee zu zersetzen und die Soldaten von der Notwendigkeit derstandes, der Sabotage und der Desertation zu überzeugen. (…)
5. In West-Berlin wird eine Dokumentationszentrale gegen den Missbrauch der Wissenschaft zu Zwecken der imperialistischen Kriegsführung eingerichtet. Die antiimperialistische Widerstandsbewegung wird aufgefordert, diese Zentrale zu unterstütze benutzen.
6. In allen westeuropäischen Ländern wird eine Kampagne vorbereitet zur Aufklärung der Bevölkerung über Konzerne, die als Produktionsstätten für Vernichtungswaffen am schmutzigen Krieg verdienen. Dieser Kampagne werden sich Demonstrationen und Blockaden anschließen (z. B. gegen den Napalmproduzent Dow Chemical).

Wir rufen die antiimperialistischen Widerstandsbewegungen auf, darüber hinaus immer wieder auf gemeinsame Massenmanifestationen gegen den US-Imperialismus und seinen Handlanger in Westeuropa hinzuarbeiten. Im Verlauf dieses gemeinsamen Kampfes muss die politische und organisatorische Zusammenarbeit zwischen den revolutionären Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt und den Widerstandsbewegungen in der in den westeuropäischen Ländern intensiviert und zu einer Einheitsfront ausgebaut werden. Es siege die vietnamesische Revolution!
Es siege die sozialistische Weltrevolution!"
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 15, West-Berlin, 21. Februar 1968.

24.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 16 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Johannes Agnoli: Zur Außerparlamentarischen Opposition".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Zahlenmanipulation: Bestenfalls 50. 000 vor dem Rathaus"
- "West-Berlin: GI bei 'Demonstrationsübung' erschossen?"
- "SPD-Fraktion: Albertz contra Schütz und Neubauer"
- "Club CA IRA: Senat kündigt fristlos Räume"
- "BVG Schaffner: Student aus dem Bus gestoßen"
- "Taxifahrer: Jagd auf Dutschke
- "FDP beklagt sich: Politische Zensur bei Springer"
- "Redaktion BZ: Unruhe über geheime Verlagskonferenz"
- "Meinungsbefragung: Senat zur Veröffentlichung gezwungen"
- "SPD-Rechtsanwalt: Urabstimmung gegen Ristock rechtswidrig"
- "West-Berliner SPD-Vorstand: Jungsozialisten-Versammlung verboten"
- "Studentenvertretungen: Schlappen des Senats"
- "Israelische Fluggesellschaft: Mit NPD für Berlin"
- "RC Düsseldorf: Gründung am 1. März"
- "Nürnberg: Republikanischer Club in Vorbereitung"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Auslese"
- "Prügel gerechtfertigt"
- "Republikanischer Club: Senat für Ausschreitungen verantwortlich"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u.a. über die Zahlenmanipulationen der Teilnehmerzahlen der "Gegendemonstration" vor dem Schöneberger Rathaus, über die SPD-Fraktion und deren Auseinandersetzungen, über das Bezirksamt Wilmersdorf, "das dem Jugendclub CA IRA die Räume gekündigt hat". Berichtet wird weiter über eine RC-Gründung am 1. März. Auch die Gründung eines RC in Nürnberg sei in Vorbereitung. In der Extra-Meinung "Nicht wie Freiwild behandeln lassen - Stoppt die Faschisten" wird über die Jagd von Taxifahrern auf Rudi Dutschke berichtet. Dazu heißt es: "Die Vertreter der einzelnen Verbände der Außerparlamentarischen Opposition sollten jetzt erörtern, ob sie eine Republikanische Miliz zu organisieren beginnen, die als wirkungsvolles Instrument verfassungskonformer, demokratischer Gegengewalt den physischen Schutz ihrer Anhänger übernimmt und gewährleistet, das Verfassungsrecht auf den Straßen West-Berlins ausgeübt werden können".

In einer "Erklärung" des RC zur "Gegendemonstration" heißt es u. a.: "SENAT FÜR AUSSCHREITUNGEN VERANTWORTLICH. Der Vorstand des Republikanischen Clubs gab nach der Senats-Kundgebung am Mittwochabend eine Erklärung ab, die folgenden Wortlaut hat: "Drei Tage nach der weltweit beachteten Demonstration von 20. 000 Studenten und jungen Arbeitern gegen die amerikanische Aggression in Vietnam unternahm der Senat von Westberlin den Versuch, die Zustimmung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung für seine Politik öffentlich nachzuweisen. Die Tatsache, dass selbst nach Meldung der amerikanischen Agentur AP nur 80 000 Teilnehmer vor das Rathaus gebracht werden konnten, stellt, gemessen an dieser Absicht, eine eindeutige Blamage der Senatspolitik dar. Alle eingesetzten Mittel des Macht- und Manipulationsapparates - Arbeitsbefreiung von hunderttausenden Arbeitnehmern, Überstundenzuschläge, geschlossene 'Gefolgschaftsmärsche' nach Nazivorbild und ein tagelanges Propaganda-Trommelfeuer von Presse und Rundfunk - konnten diese Blamage nicht verhindern. Angesichts der Konzeptionslosigkeit des Senats, wie sie während der Kundgebung erneut zutage trat, war es folgerichtig, dass die Veranstaltung von einer Pogromstimmung beherrscht wurde, die die faschistischen Tendenzen in West-Berlin verstärkt. Die Außerparlamentarische Opposition macht den Senat voll für alle weiteren Ausschreitungen seiner rechtsextremen Anhänger verantwortlich!" Im Extra-Report von Martin Buchholz: "Polizist vor dem Rathaus: Kein Mensch ist so schlecht, dass er gleich totgeschlagen werden muss", erklärt sich dieser zu den Vorfällen der sog. "Freiheitskundgebung" vor dem Schöneberger Rathaus. Und in der Extra-Dokumentation nimmt Johannes Agnoli zur APO Stellung und erklärt abschließend: "Der 'Druck der Straße' ist das legitime Mittel einer außerparlamentarischen Opposition, deren geschäftsordnungsmäßig korrekte Eingaben permanent im Papierkorb des Parlaments und der Regierung enden".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 16, West-Berlin, 24. Februar 1968.

28.02.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 17 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Sickert und seine westdeutschen Kollegen: Ein Briefwechsel" und: "Griechenland: So wird gefoltert".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Grass und Bucerius: Großkundgebung am nächsten Mittwoch"
- "SPD-Führung West-Berlin: Rückzug auf der ganzen Linie"
- "Studenten über ihre Probleme: Das las man nicht im Tagesspiegel"
- "Teufel-Prozess. Zweite Runde: Richter sperrt die Presse aus"
- "Thema in Budapest: Westdeutsche Importsperre für Ostwaren"
- "Polen: Westliche Bistümer werden jetzt umbesetzt"
- "Publicity-Gemälde: Wird jetzt übertüncht"
- "Versammlungsgesetz: Neue Klage angekündigt"
- "DDR-Staatsverlag: Neue Überarbeitung des Braunbuchs?"
- "Frankfurt: Vietnam Kundgebung mit 21 Organisationen"
- "Extra Über Uns"
- "Witz der Woche"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Bücherstube des Republikanischen Clubs"

Berichtet wird u. a. über die "Internationale Liga für Menschenrechte" und die HU, die eine "Klebeaktion" zu einer Großkundgebung am 6. März in der TU planen. Es sollen Grass, Bucerius, Heinz Brandt u. a. sprechen. Die Schütz-Neubauer-Mattick-Führung befinde sich "auf dem Rückzug". Danach seien "alle laufenden Ausschlussanträge, Feststellungsverfahren sowie die Urabstimmung gegen die an der Demonstration beteiligten Sozialdemokraten vorerst vom Tisch". Die HU klagt vor dem West-Berliner Verwaltungsgericht. Grund: "Handhabung des Versammlungsgesetz". Berichtet wird weiter über eine Vietnam-Kundgebung, die am 29.2. in Frankfurt/M. stattfinden soll. 29 Organisationen sollen ihre Teilnahme angekündigt haben. Es sollen u. a. Niemöller und Krippendorff sprechen.

Biographische Daten gibt es über: Albrecht Beckel, Jürgen Wohlrabe, Alfons Waltzog. Am 29.2. will Theo Pinkus über Willi Münzenberg im RC sprechen. Am 1.3. will im RC Gottschalch über die "Krise der Demokratie" diskutieren. Am 8.3. ist im RC Johannes Agnoli zu Gast. Thema: "Thesen zur Transformation der Demokratie". In der Extra-Dokumentation "Griechenland: So wird gefoltert" wird über die Organisation Amnesty International berichtet, die Griechenland bereiste. Ihr Rechenschaftsbericht gibt bekannt, dass Foltern von Gefangenen an der Tagesordnung ist. Dazu werden die "Techniken des Folterns" erläutert. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Sickert und seine westdeutschen Kollegen. Ein Briefwechsel" wenden sich Gewerkschafter gegen den West-Berliner DGB Chef Sickert, der "dem Ansehen der Gewerkschaften großen Schaden zugefügt habe". In der "Bücherstube" des RC können Bücher von Debray, Fanon, Steinhaus und Agnoli erworben werden.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 17, West-Berlin, 28. Februar 1968.

02.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 18 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "H. M.: Enzensberger: Warum ich die USA verlasse" und: "Sozialistische Jugend: Faschistisches Potenzial mobilisiert?"
Artikel der Ausgabe sind:
- "Schütz: Nach mir die Sintflut"
- "Wirtschaft: Schillers Fehlprognosen"
- "Neubauer: Rezepte zur Säuberung der SPD"
- "CDU Bonn: Große Koalition auch in West-Berlin"
- "Sozialistischer Club West-Berlin: Dorn im SPD-Auge"
- "Nürnberg: Republikanischer Club gegründet"
- "Personalien"
- "Witz der Woche"
- "Notstandgesetzgebung: SPD-Opposition erfolgreich"
- "Polizeipräsident Moch: Doch nach Aachen?"
- "Mehrheit des Landesjugendrings: Für Ristock, Beck und Gleitze"
- "Bischof Scharf: Gott handelt auch in der Revolte"
- "Sozial-Studenten: Anzeige gegen Schütz"
- "Jungdemokraten: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Senatspresseamt"
- "Hinweise der Redaktion'"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die Regierungstätigkeit von Schütz. Dieser "soll nur 'in Versammlungen' auftreten, wo er seines Publikums sicher ist", über Schiller und Neubauer, über den "Sozialistischen Club West-Berlin", der "dem Landesvorstand der SPD offenbar ein Dorn im Auge ist". In Nürnberg wurde am 29.2. der RC gegründet. Er "hat sich zum Ziel gesetzt, durch Diskussionen und Aktionen der fortschreitenden Entdemokratisierung in der Bundesrepublik entgegenzuwirken". Biographische Daten gibt es über: Heinz Lukasz, Lutz Lehmann. Eine Dokumentation über "Berlin, Februar 1968 - Die Presse und die Springer-Presse" hat der LV West-Berlin der Falken zusammengestellt. Am 6.3. soll im RC eine Diskussion zum Thema "Hochschulpolitik und Hochschulreform" stattfinden. Wolf Schenke von der "Neuen Politik" will am 7.3. über "Politische Räte heute" sprechen. Am 8.3. ist im RC Agnoli zu Gast. Er will zu seinen "Thesen zur Transformation der Demokratie" sprechen.

In der Extra-Meinung referiert E. Krippendorff über den "Zusammenhang: Vietnam und West-Berlin". Zur APO meint er: "Es muss eine wichtige Aufgabe der Außerparlamentarischen Opposition sein, von unseren kämpfenden amerikanischen Freunden nicht nur die Techniken des Demonstrierens zu lernen - von Picketing über Sit-ins bis zu Teach-ins - sondern auch beizeiten die Techniken unseres organisierten Gegners zu studieren und uns darauf vorzubereiten, wie wir damit fertig werden wollen. Zunächst genügt - vielleicht - noch die bloße Publizität, die Enthüllung solcher Zusammenhänge und Vorbereitungen aufseiten von Polizei und politischer Führung; erst wenn solche Vorbereitungen auf systematische gewaltsame Repression nicht durch ihre bloße Publizierung in den Anfängen bereits abgefangen werden, wird man sich auf adäquate Formen der Gegenwehr einzustellen haben."

Enzensberger erklärt in der Extra-Dokumentation "Warum ich die USA verlasse" und geht dabei u. a. auf den Vietnamkrieg ein. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Sozialistische Jugend: Faschistisches Potenzial mobilisiert?" wendet sich der "Ring Sozialistischer Jugend" innerhalb der Falken in einem "Offenen Brief" an seine Mitglieder. Erklärt wird u. a., dass der Aufmarsch vor dem Schöneberger Rathaus mit dazu beigetragen habe, "dass in unsere Gesellschaft latent vorhandenes faschistisches Potential mobilisiert" werden könne. An die progressiven Freunde in der SPD wird appelliert, sich "nicht isolieren zu lassen". Geworben wird für die "Sozialistischen Hefte".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 18, West-Berlin, 2. März 1968.

06.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 19 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Südvietnam: Heeresberichte der Vietcong-Einheiten" und: "Der Appell von Havanna".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Senator Neubauer: Auf ein paar Tote kommt es nicht an"
- "Industrieinstitut: DGB-Sickert als Kronzeuge der Unternehmer"
- "Evangelische Kirchen-Kreise: Einladung an einen Agenten"
- "Republikanischer Club: William Born trat aus"
- "Neuköllner Prügel-Opfer: Anklage gegen Vietnam-Demonstranten"
- "Polizei-Gerüchte: Kein Toter nach der Freiheitskundgebung"
- "SPD-Tauschgeschäft: Lübke-Schweigen gegen SPD-Nachfolger"
- "Bausenator Schwedler: Mit Anti-Ristock Kurs abgeblitzt"
- "Günter Grass,. Diese Art von Pogromhetze"
- "FDJ-Kurs: Mehr an allen Kontakten interessiert"
- "Schulzensur: Auch außerhalb der Schule?"
- "Sozialistischer Club: Der erste Ausschluss aus der SPD"
- "Junge Union: Rechte Schülergruppen"
- "Unterstützung für Gottschalch: 17 Marburger Professoren schreiben"
- "Polizeieinsatz 2. Juni 1967: Rechtswidrig oder nicht?"
- "Extra Über uns"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"
- "Kommuniqué von Thua Thien und Hue"

Berichtet wird u. a. über den Senator Neubauer. Goggomos richtet sich an Schütz und verlangt die Suspendierung von Neubauer. In dem Schreiben heißt es u. a.: "Aus absolut zuverlässig erscheinender Quelle ist mir eine Äußerung bekannt geworden, die Ihr Stellvertreter, der Bürgermeister und Senator des Inneren, Kurt Neubauer, unmittelbar vor der Vietnam-Demonstration des 18. Februar 1968 in einem dienstlichen Gespräch mit dem Polizeipräsidenten in Berlin, Georg Moch, getan hat. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Polizei-Einsatzes gegen die vom Senat rechtswidrig verbotene, vom Verwaltungsgericht später jedoch genehmigte Demonstration gegen den amerikanischen Krieg in Vietnam erklärte Herr Neubauer Herrn Moch, es käme 'auf ein paar Tote nicht an'. Ein Bürger dieser Stadt ist bereit, diese aus einem Privatgespräch eines der beiden Beteiligten stammende Information vor einem ordentlichen Gericht zu beeiden. Ich bedaure, durch diesen Brief - den ich zugleich der Öffentlichkeit übergebe - die private Sphäre einiger Bürger dieser Stadt verletzen zu müssen".

Berichtet wird weiter über den RC und den Austritt von William Borm. Bei der Kundgebung vor dem Rathaus Schöneberg soll es gerüchteweise einen Toten gegeben haben. Der BED zerstreut dieses Gerücht mit aller Deutlichkeit. Grass will heute im Auditorium Maximum der TU eine Rede halten: "Appell zur Vernunft". Gegen ein Disziplinarverfahren gegen Gottschalch wenden sich 17 Marburger Professoren. Wolf Schenke, Herausgeber der "Neuen Kritik", will am 7.3. zum Thema "Politische Räte heute" im RC referieren. Agnoli spricht im RC am 8.3. zu "Thesen zur Transformation der Demokratie". In der Extra-Auslese "Auferstehung: Springers Insulaner im RIAS" wird darüber berichtet, dass G. Neumanns "Insulaner" im RIAS zu hören ist. In der Extra-Dokumentation geht es um "Heeresberichte der Vietcong-Einheiten", die FNL und ein Kommuniqué. In einer weiteren Extra-Dokumentation wird über den Zürcher "Zeitdienst" berichtet. Der BED übernimmt daraus den "Appell von Havanna". Geworben wird für den "Zeitdienst".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 19, West-Berlin, 6. März 1968.

09.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 20 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Lübke: Vertrauensmann der GESTAPO" und "Prof. Kade: Auf die kritische Vernunft verzichten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Polizei: Vietnam-Kundgebung am 23. März genehmigt"
- "Institut am Kudamm: internationales Aktionszentrum gegen die NATO"
- "Jungsozialisten: Aufruf zur Solidarität mit Ristock und Beck"
- "Liberale Studenten: Borm hat sich unglaubwürdig gemacht"
- "Polizisten-Skandal: Strafanzeige gegen Staatsanwalt"
- "CD-Stingl: Würdiger Nachfolger"
- "Anti-Studenten-Kundgebung: Dokumentation über Prügel-Berliner"
- "US-Campaign: Bilder-Auktion für die FNL"
- "Personalien"
- "Wegen Vietnam: Auch mehr Deutsche Wehrdienstverweigerer"
- "Werbemethoden: Wie große Zeitungen größer werden"
- "Bundesjugendring: US-Zerbombung Nordvietnams einstellen"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Witz der "Woche"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über die "Kampagne für Demokratie und Abrüstung", die am 23.3. gegen den Vietnamkrieg in West-Berlin demonstrieren will. Die Demo ist genehmigt worden, über die einstweilige Verfügung des Innensenators Neubauer gegen Guggomos. Letzterem soll untersagt werden, weiter zu behaupten, ein "Abtragsteller habe unmittelbar vor der Vietnam-Demonstration gegenüber dem Polizeipräsidenten geäußert, es käme auf ein paar Tote nicht an'". Berichtet wird weiter von der Gründung eines "Aktionszentrum gegen die NATO". Es soll "anti-imperialistische Aktionen theoretisch und praktisch koordinieren". William Borm ist aus dem RC ausgetreten. Der LSH erklärt dazu: "William Borm hat sich durch diesen Schritt, den er zu Gefallen einer konservativen Minderheit in der Berliner FDP getan hat, als Liberaler für die fortschrittlichen Kräfte in der Bevölkerung, besonders bei der Jugend und bei der eigenen Partei unglaubwürdig gemacht".

Die "Liga für Menschenrechte" will eine Doku "über die Zwischenfälle während der Vietnam- und während der Gegendemonstration am 18. Und 21. Februar" herausgeben. Biographische Daten gibt es über: Gustav Heinemann, Otto Reinmer. Der "Deutsche Bundesjugendring" (Zusammenschluss der westdeutschen Jugendverbände) will sich an den IX. Jugendfestspielen in Sofia beteiligen. Er fordert auch für Vietnam "die sofortige Einstellung aller Kriegshandlungen und die sofortige Aufnahme von Friedensverhandlungen aller Beteiligten". Im RC sprechen am 9.3. Wiegenstein und Enzensberger über ihre Eindrücke des Kulturkongresses in Havanna. Am 14.3. will Hans Kilian, (Gründungsmitglieder der HU) über "Die Kulturrevolution des Westens" sprechen. In der Extra-Dokumentation dokumentiert der BED neue Lübke-Dokumente. In einer weiteren Extra-Dokumentation veröffentlicht der BED die Rede von Professor Kade: "Die auf die kritische Vernunft verzichten, stehen rechts". Kade hatte den Vortrag an der TU gehalten. In der Bücherstube des RC sind auch die Schriften "Imperialismus heute" und "Das Argument" erhältlich.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 20, West-Berlin, 9. März 1968.

13.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 21 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Lübke: Sein oder Nichtsein" und: "Griechenland: Berichte und Briefe aus KZ und Gefängnis".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Solidarität mit polnischen Studenten: Demonstration in West-Berlin"
- "Außerparlamentarische Opposition: Brief an Cyrankiewicz"
- "SPD-Landesvorstand: Ristock und Beck sind die Nächsten"
- "FDP-Fraktionschef Oxfort im RC: Bedauern über Borms Austritt"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Rüstungsgeschäft: Vietnam-Boom für Flugzeugfirmen"
- "Industrie Warndienst: Mobilisierung des Ruhrgebiets?"
- "Ostermarsch 1968: Großkundgebung in Dortmund"
- "Außerparlamentarische Opposition: Neuer jüdischer Arbeitskreis"
- "Jüdischer Arbeitskreis: Offener Brief an Lübke"
- "Lübke: Sein oder Nichtsein"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra Über uns"
- "Witz der Woche"

Berichtet wird u. a. über die "Solidarität mit polnischen Studenten". Studentenvertretungen der West-Berliner Hochschulen verfassten einen "Offenen Brief" an Cyrankiewicz. In Polen sei "eine Restauration des Kapitalismus" ausgeschlossen, die "Produktionsmittel seien abgeschafft" und daher "muss die polnische Gesellschaft dem Einzelnen mehr reale Freiheit gewähren". Daher solidarisiert man sich mit dem "antiautoritären Protest der polnischen Studenten". In West-Berlin will man mit einer Demonstration am heutigen Tag die polnischen Studenten unterstützen.

Berichtet wird weiter über den Austritt von William Borm aus dem RC. Am 17.3. will der Psychoanalytiker Hans Kilian über "Die Bewusstseinsmauer des Westens" im RC diskutieren. Der Ostermarsch 1968 in Dortmund soll mit der traditionellen Abschlusskundgebung der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" enden. Es sollen u. a. Rolf Hochhuth, Gerhard Zwerenz und Arno Klönne sprechen. U. a. sollen auftreten: Fasia Jansen, Gisela May, Franz-Josef Degenhardt. In West-Berlin hat sich am 8.3. ein jüdischer Arbeitskreis konstituiert, der sich zugleich an Bundespräsident Lübke richtet. Lübke soll in der "Baugruppe Schlempp aktiv an der Konzeption von KZ-Bauplänen" beteiligt gewesen sein. Der jüdische Arbeitskreis ersucht Lübke eindringlich, "diese für die Gesamtheit des deutschen Volkes unerträglichen Vorwürfe durch ein ordentliches Gerichtsverfahren klären zu lassen". In der Extra-Dokumentation "Lübke: Sein oder Nichtsein" veröffentlicht der BED "weitere Dokumente aus Lübkes Vergangenheit".

In einer weiteren Extra-Dokumentation "Griechenland: Berichte und Briefe aus KZ und Gefängnis" werden Dokumente u. a. eines griechischen Widerstandskämpfers veröffentlicht und Berichte eines französischen Journalisten und eines griechischen Arztes, die die KZ-Insel Jaros besucht hatten.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 21, West-Berlin, 13. März 1968.

16.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 22 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Vertrauliches SPD-Protokoll: Die ungeschminkte Wahrheit" und: "SPD-Ausschlüsse: Die Führung schädigt die Partei".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berlins SPD: Führungswechsel oder Parteispaltung"
- "Ausschluss Ristock-Beck: Die Rolle von Schütz"
- "Sickert: Wir wollen die Macht behalten"
- "Senat: Wirtschafts-Optimismus unangebracht"
- "Empfehlung von schütz: Gründet eine neue Partei"
- "Express International: Sondernummer zum SPD-Parteitag"
- "Rowohlt-Reihe: Vorabdruckrechte an den Springer-Konzern"
- "Ex Minister Papandreou: Athener Minister seit Jahren CIA-Agent"
- "Arbeitsgericht: Springer-Plakette ist wie Parteiabzeichen"
- "Albertz: Vergessen sie Wasserwerfer und Gummiknüppel"
- "DDR-Konsumgüter: Direkt an Verbraucher im Ostblock"
- "Junge Union Schleswig-Holstein: Zu den Weltjugendfestspielen"
- "Ulmer Theater: Uraufführung der 'Notstandsübung"
- "Neuer Oppositions-Stil: Diskutanten-Trupps"
- "Tagesspiegel Matthes: Den Studenten 'Erbitterter Gegner"
- "Seminar und Workshop: Praxis der gewaltfreien Aktion"
- "Extra Über Uns"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hinweise der Redaktion"

Berichtet wird u. a. über eine mögliche Parteispaltung der West-Berliner SPD und die Rolle von Schütz, über den West-Berliner Vorsitzenden Sickert, der sich nicht verabschieden will. Kritischen SPD-Genossen soll Schütz die "Gründung einer neuen Partei" empfohlen haben. "Express International" will eine "Sondernummer" zum SPD-Parteitag herausgeben. Ein Arbeitsgericht urteilt über die "Springer-Plakette", dass ein Urteil über "Störung des Betriebsfriedens" "aufgehoben" ist. Es sei "zweifelhaft, ob das Tragen der sogenannten Springer-Plakette bereits als eine unzulässige 'politische Betätigung' im Betrieb angesehen werden kann, oder ob es sich nicht vielmehr lediglich um eine rechtlich nicht zu beanstandende bloße politische Meinungsäußerung handelt".

Die "Notstandsübung" von Michael Hatrys soll am 21.3. in Ulm uraufgeführt werden. In einer Extra-Dokumentation "Vertrauliches SPD-Protokoll: Die ungeschminkte Wahrheit" geht es um den Bericht des West-Berliner Senats über die "Lage in der Stadt". In einer weiteren Extra-Dokumentation "SPD-Ausschlüsse: Die Führung schädigt die Partei" geht erst um die ersten Ausschlüsse aus der West-Berliner SPD.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 22, West-Berlin, 16. März 1968.

20.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 23 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Alarmplan der NATO: Bundesrepublik an vierter Stelle in der Liste der Prioritäten hinter Norwegen, Griechenland und der Türkei" und: "Wolfgang Kieling: Ich gehe in die DDR".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Berliner Kunstpreis: zwei Preise für West-Berliner Justizopfer"
- "Samstagnacht im RC: Versteigerung eins Bundesfilmpreises"
- "SPD-Bundesparteitag: Hysterische Stimmung weicht langsam"
- "Protest gegen US-Völkermord: Verkehrsblockade am Ostersamstag"
- "Protest gegen US-Völkermord: Kundgebung am Wochenende"
- "Personalien"
- "Vietnam-Demonstration in London: Hundert West-Berliner dabei"
- "Trier: Revolutionäre Sozialistische Jugend gegründet"
- "Weltjugendfestspiele: Jugendringdelegation festgelegt"
- "Hamburger 'Konkret': Ab September alle vierzehn Tage"
- "Extra Über Uns"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "SPD und Mitbestimmung"

Berichtet wird u. a. über den West-Berliner Kunstpreis. Zwei Preisträger haben ihre mit jeweils 5.000 DM dotierten Preise "der Berliner Rechtshilfe, einem Fond der Außerparlamentarischen Opposition zur rechtlichen Hilfe für die Opfer der West-Berliner Justiz, zur Verfügung gestellt". Wolfgang Kieling will in die DDR übersiedeln. Sein Filmpreis soll am 23.3. in den Räumen des RC versteigert werden. Die "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" setzt sich dafür ein, dass am Ostersonnabend "eine fünf Minuten dauernde Verkehrs- und Arbeitsruhe aus Protest gegen den Völkermord in Vietnam angeordnet wird". Eine Kundgebung gegen den Vietnamkrieg soll am 23.3. stattfinden.

Biographische Daten gibt es über: Reinhard Lettau und Rainer Langhans. In London fand eine Vietnam-Demo statt, an der auch West-Berliner teilgenommen haben. Im Verfahren gegen Martin Buchholz, der per Strafbefehl zu 500 DM Geldstrafe verurteilt wurde, weil er im Juli vergangenen Jahres Entlastungsdokumente im Fall Teufel veröffentlicht hat, will die Staatsanwaltschaft Mahler als Verteidiger ausschalten". Am 22.3. finden im RC die "Clubgespräche" statt. Guggomos will seine "Thesen über Chancen und Möglichkeiten der Außerparlamentarischen Opposition" diskutieren. Peter von Oertzen referiert über "SPD und Mitbestimmung". In der Extra-Dokumentation "Alarmplan der NATO: Bundesrepublik an vierter Stelle in der Liste der Prioritäten hinter Norwegen, Griechenland und der Türkei" veröffentlicht der BED einen Artikel aus der "Osloer Zeitung". In einer weiteren Extra-Dokumentation nennt Wolfgang Kieling im Artikel "Ich gehe in die DDR" seine Gründe.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 23, West-Berlin, 20. März 1968.

23.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 24 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Kohout: Bürger sollen an den neuen Weg glauben" und: "Gomulka: Die Hintergründe der Warschauer Rebellion".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Springer-Hearing: Jetzt Ende Mai in Hamburg"
- "Außerparlamentarische Opposition: Eigene Feier zum 1. Mai"
- "Rowohlt: Vertrag mit Springer nicht unterschrieben"
- "Filmpreis-Versteigerung: Tausend Einladungen verschickt"
- "Polizei kontra Springer-Presse: Keine Schläge für Brandt und Wehner"
- "US-Oberkommando Europa: 1968: Das Jahr der Demonstrationen"
- "West-Berlin: Linker Ordnerdienst konstituiert"
- "Cambridge-Studenten: Demonstranten für besseres Amerika"
- "Springer-Monopol: Grossist macht sich selbständig"
- "PH Hagen: Politische Polizei sucht nach SDS"
- "SDS: Um das Verhalten zum Parlamentarismus"
- "Berliner Stimme: Leserbrief zurückgezogen"
- "CA IRA Baden-Baden: Einstweilige Verfügung von Schlapper"
- "Frankfurter Buchmesse: Paragrafen gegen Demonstrationen"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das "Springer-Hearing", das nun Ende Mai in Hamburg stattfinden soll. Das Organisationskomitee will die Beratungen des für den 9.2. geplanten Hearings fortsetzen. In einem "Rundschreiben" heißt es dazu: "Das intensive Zusammenspiel von Regierungsapparat und Springer-Presse bei dem Versuch, Anti-Springer-Aktivitäten zu unterdrücken, verbunden mit den ungeheuerlichen Geschichtsfälschungen, welche den Faschismusvorwurf stützen und die Bevölkerung gegen die Studenten aufhetzen sollten, hat die Gefahr, welche der Pressekonzern Springer für eine demokratische Öffentlichkeit darstellt, über Berlin hinaus deutlich gemacht. Auf der Gegendemonstration vom 21. Februar äußerte sich die angeheizte Pogromstimmung in blutigen Schlägereien. Die Kritik an der Springer-Presse, die ihr bisher zum Vorwurf machte, über politische Prozesse nicht zu informieren, gesellschaftliche und politische Konflikte durch Verdrängung zu erledigen, kann, konfrontiert mit diesen Beispielen, konkreter werden. Sie erkennt darin die Verdrängung der faschistischen Vergangenheit und begreift die politischen Kampagnen dieser Presse, die Anti-Studenten-Hetze und die Berichterstattung zum Israelkonflikt als die zwanghafte Reproduktion des Verdrängten".

Berichtet wird weiter über die APO, die zum 1. Mai 1968 "eine eigene Kundgebung unter freiem Himmel durchführen" will. "Die Mai-Kundgebung soll Höhepunkt eines Kongresses sein, der sich mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage West-Berlins und seiner arbeitenden Bevölkerung beschäftigen wird". Brandt und Wehner sind bei der Eröffnung des Nürnberger Parteitages der SPD "nicht geschlagen worden". Sie seien nur "durch das starke Gedränge vor der Meistersingerhalle selbst in Bedrängnis geraten". Der RC Nürnberg, "der zusammen mit der Kampagne für Demokratie und Abrüstung die Kundgebung auf dem Platz der Opfer des Faschismus veranstaltet hatte, warnte bereits vor der Veranstaltung davor, die missliebige Kundgebung parteipolitisch gegen die Inner- und außerparlamentarische Opposition auszunutzen".
Der RC wendet sich gegen "die hysterische Reaktion der Parteiorganisationen auf die angekündigte friedliche Kundgebung". SPD-Sprecher würden von "radikalen Aktionen" sprechen. Eine weitere Erklärung des RC wendet sich gegen die "Errichtung von Stacheldrahtsperren am Ort der geplanten Kundgebung".

In West-Berlin wurde jetzt ein "linker Ordnerdienst" konstituiert, der "nicht uniformiert ist". Der "Od" tritt geschlossen und diszipliniert auf. Der Einsatz des 'Od' ist erst nach Zustimmung des Veranstalters und Absprache aller Vertrauensleute möglich". An der PH Hagen soll es Schnüffeleien der 14 K gegeben haben. Auf der a. o. DK des SDS vom 29.-31.3. will der SDS sein "Verhältnis zum Parlamentarismus" klären. In der Extra-Dokumentation "Kohout: Bürger sollen an den neuen Weg glauben" dokumentiert der BED Pavel Kohout. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Gomulka: Die Hintergründe der Warschauer Rebellion" dokumentiert der BED die "offizielle Stellungnahme" Gomulkas zu den "Warschauer Studentenunruhen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 24, West-Berlin, 23. März 1968.

27.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 25 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Top Secret: Pläne über Giftgaseinsatz in Europa" und: "Schütz: Dass das Freie Berlin wie in Brei auseinander läuft".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner SPD: Faktische Spaltung vollzogen"
- "Parlaments-Chef Sickert: Grundrechte praktisch außer Kraft"
- "Bundesfilmpreis: Als Wanderpokal auf die Reise"
- "Kurras-Psychiater: Die haben alle eine Meise"
- "Schaltplan der Revolution: wer mit wem?"
- "West-Berliner Nächte: Agitation unter US-Soldaten"
- "Studentenkundgebung in Prag: Gruß aus West-Berlin verlesen"
- "Samstag in West-Berlin: Öffentliche Zeugnis-Verbrennung"
- "Zitat der Woche"
- "Staatsanwaltschaft: Ehrengerichtsverfahren gegen Mahler"
- "Arbeitslosigkeit: Verdeckt durch Ausländer-Abwanderung"
- "USA-Gewerkschaften: Front gegen Vietnam-Politik wächst"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Briefe der Opposition: King und Papandreou als Feigenblatt"
- "Schweiz: Studentenverband tritt aus ISC aus"
- "Paris: SDS-Gruppe hat sich organisiert"
- "Extra Über Uns"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner SPD, die zur Zeit "die Spaltung vollzieht", über den West-Berliner Psychiater Dr. Sprenger, "der durch sein in der Fachwelt aufsehenerregendes Gutachten dem Ohnesorg-Todesschützen Kurras zum Freispruch verhalf und der auch die Kommunarden Teufel und Langhans beurteilte, hatte von Beginn des Prozesses gegen die beiden ein festgeprägtes Bild. (…) denn 'Alle diese Beschuldigten haben' ne Meise". Nacht für Nacht würden Angehörige der West-Berliner US-Campaign, "eine Gruppe von Gegnern der amerikanischen Vietnam-Aggression, durch Bars und Nachtlokale der West-Berliner City ziehen" und Flugblätter verteilten.

Während einer Studentenkundgebung in Prag wurde auch eine Grußadresse aus West-Berlin verlesen. Berichtet wird weiter von einer West-Berliner Schülergruppe, die am 30.3. eine "öffentliche Zeugnisverbrennung" durchführen will. Berichtet wird noch von einem "Ehrengerichtsverfahren" gegen Horst Mahler. Am 28.3. will Horst Witte im RC "im Rahmen des Arbeitskreises 'Bürokratie und Rätesystem' über 'Rätedemokratie in Deutschland 1918-1921" sprechen. Am 29.3. ist Ossip K. Flechtheim im RC zu Gast. Sein Vortrag lautet: "Der dritte Weg. Gewaltlose Revolution und permanente Reform". In Paris hat sich eine Sektion des SDS gebildet, die "Internationale Sektion". Am 29.3. soll in der "Kinemathek" der "Aufstand der Fischer" nach Seghers gezeigt werden.

In der Extra-Dokumentation "Top Secret: Pläne über Giftgaseinsatz in Europa" wird darüber berichtet, "dass sich die USA und die NATO auch für den Giftgaseinsatz in einem europäischen Krieg rüsten". In einer weiteren Extra-Dokumentation veröffentlicht der BED eine Rede von Schütz, die er vor AEG-Arbeitern gehalten hat. Danach will Schütz "nicht mehr mit Vertretern der Außerparlamentarischen Opposition zusammen in eine Versammlung gehen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 25, West-Berlin, 27. März 1968.

30.03.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 26 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "RIAS und die ZONE: Rentnerbriefe an den Sender".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Baden-Württemberg: SPD verliert acht, NPD gewinnt acht Prozent"
- "Deutschlandfunk: Ostbüro-Chef Thomas Chefredakteur"
- "Erster Mai: Projekt und Initiativgruppen begannen Arbeit"
- "Oppositionskundgebungen: Provokateure eingeschleust"
- "Braunbuch-Beschlagnahme: Andere Dokumente blieben liegen"
- "Moch-Antwort: An der Sache vorbei"
- "Mobil': Neue linke Publikation aus München"
- "Gewerkschaftsjugend: Doch zum Festival nach Sofia"
- "Hessen. Kontroverse SPD-DGB wegen Luftschutz"
- "CVJM Hamburg: Tagung mit allen Oppositionsgruppen"
- "Frankfurter Buchmesse: Spezial-Warnung an Linke Verlage"
- "West-Berliner Ostermarsch: Findet in Holland statt"
- "Witz der Woche"
- "Personalien"
- "Extra Über uns"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Dokumentation"
- "Berliner Rechtshilfe"

Berichtet wird u. a. über die Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, Ende April. Danach verliert die SPD, die NPD gewinnt um 8 Prozent, über die "Kampagne für Demokratie und Abrüstung". Sie berichtet, dass auf zahlreichen Veranstaltungen, auch Provokateure ihr Unwesen treiben würden. Weiter wird berichtet über die neue Münchner Schülerzeitung "Mobil". Darin grenzt sich Peter Brandt von "anarchistischen Tendenzen in der Schüler- und Studentenschaft scharf ab". In West-Berlin findet in diesem Jahr kein Ostermarsch statt. Man wolle sich am "ABC-NATO-Verzichtmarsch 1968" in Holland beteiligen. Biographische Daten gibt es über: Jürgen P. Runge, Peter Brandt, Willy Weyer, Hermann Sitter.

In der Extra-Meinung äußert sich Guggomos zum "Umgang mit Parteitagsbeschlüssen" und beschäftigt sich mit dem Nürnberger-Bundesparteitag der SPD. Und in der Extra-Dokumentation "RIAS und die ZONE" äußert man sich zu "Rentnerbriefen an den Sender". Zur "Rechtshilfe" heißt es: "Die Berliner Justiz beschäftigt die Außerparlamentarische Opposition: Haftbefehle, Ermittlungsverfahren, Vernehmungen, Vorladungen. Über zweihundert politische Verfahren laufen heute gegen Berliner Bürger - Studenten, Arbeiter, Angestellte und ausländische Bewohner. Eine Handvoll unabhängiger Juristen hat den Betroffenen Rechtshilfe geleistet - bis heute fast immer unentgeltlich. Diese Hilfe aber hat Grenzen. Eine Anwaltskanzlei kostet Geld. Gebühren müssen aufgebracht und Spesen ersetzt werden. Die Beschuldigten, die sich für ein politisches Anliegen des West-Berliner Gemeinwesens ein-setzen, sollen die Kosten für ihre Verteidigung nicht selbst aufbringen müssen. Wir haben einen Fonds für Berliner Rechtshilfe eingerichtet. Wer der Opposition zu ihrem Recht verhelfen will, den bitten wir, mit einer Geldspende dazu beizutragen. (…) Ein Kuratorium der unterzeichneten Verbände wird über die Verwendung der Mittel entscheiden und alle sechs Monate öffentlich Bericht erstatten. AStA der Freien Universität Berlin; Studentenvertretung der Technischen Universität Berlin; AStA der Pädagogischen Hochschule Berlin; AStA der Kirchlichen Hochschule Berlin; AStA der Hochschule für Bildende Künste Berlin; Evangelische Studentengemeinde Berlin; Gewerkschaftliche Studentengemeinschaft Berlin; Humanistische Studentenunion Berlin; Liberaler Studentenbund Deutschlands Berlin; Sozialdemokratischer Hochschulbund Berlin; Sozialistischer Deutscher Studentenbund Berlin; SJD-Die Falken Landesverband Berlin; Kampagne für Demokratie und Abrüstung Regionaler Ausschuss; Internationale Liga für Menschenrechte Sektion Berlin; Republikanischer Club Berlin".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 26, West-Berlin, 30. März 1968.

03.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 27 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD West-Berlin: Schütz knüpft wieder Faden zur Linken"
- "Brandt zur KPI: Ich bin isoliert"
- "Sowjetwirtschaft in Fernost: Auf Japan umdisponiert"
- "Nervosität im US-Viertel: Massenaufgebot gegen Zettelverteiler"
- "Martin Buchholz: Capital-Story: Kapitalen Bock geschossen"
- "Ostermarsch West-Berlin: Doch Kundgebung am Sonntag"
- "Vietnam-Solidaritätsaktion: Verschoben auf Ende April"
- "Buchhandel: Gewerkschafter warnen vor Spaltung"
- "Lindau: Republikanisches Forum mit Walser gegründet"
- "Personalien"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "SPD-Parteitag-Diskussion: Was ist Sozialdemokratisch (1)"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über Bürgermeister Kurt Neubauer und Schütz, der "vorsichtig Fäden zur Linken um Ristock spinnt". Beim Staatsempfang in Italien gibt Brandt im einem Gespräch mit KP-Chef Lingo bekannt, dass seine "Ostpolitik isoliert" sei. Martin Buchholz spricht im Artikel "Capital-Story: Kapitalen Bock geschossen" davon, dass in der "Kapital-Ausgabe" der Artikel erscheint. "Wer bezahlt die Linken?". In der Ausgabe erscheint auch ein Interview mit Dutschke. Der Hinweis über den Ostermarsch aus der Ausgabe 26 wird zurückgenommen. Danach ist doch ein Ostermarsch mit einer abschließenden Kundgebung geplant. Eine Vietnam-Ausstellung mit West-Berliner Künstlern findet am 28.4. statt. Der Erlös soll der Nationalen Befreiungsfront Südvietnams zur Verfügung gestellt werden. In Lindau ist nach dem Vorbild von West-Berlin ein "Republikanisches Forum" gegründet worden. Im Vorstand sitzt u. a. Martin Walser. Biographische Daten gibt es über: Liselotte Seibel, Werner Gessler.

Im RC soll am 5.4. eine Diskussion mit Wolfgang Lefevre und anderen stattfinden. In "SPD-Parteitagsdiskussion" äußern sich zu "Was ist Sozialdemokratisch?": Franz Neumann, Kurt Neubauer, Peter Corterier, Walter Sickert, Dr. Hans Witt, Klaus Schütz, Hans Buchholz, Olaf Radke, Christian Richter, Peter Blachstein. In der "Bücherstube im Republikanischen Club" ist u. a. erhältlich: Seeliger: "Die außerparlamentarische Opposition", Müller: "Der Springer-Konzern", W. Reich: "Die sexuelle Revolution", Che Guevara: "Der Partisanenkrieg".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 27, West-Berlin, 3. April 1968.

06.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 28 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "SPD-Parteitagsdiskussion: Was ist Sozialdemokratisch (II)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Hochschulgesetz: Intrige gegen Links-Senator Stein"
- "West-Berlin: Sozialistisches Mai-Komitee konstituiert"
- "Landgericht West-Berlin: Erste Instanz für Springer"
- "DDR-Volksentscheid: Keine Farce?"
- "SED-West-Berlin: Weg in die City"
- "Kommune I: Bald auf der Leinwand zu sehen"
- "Bonn: Leichte Steigerung der Linksradikalen"
- "Jüdische Studenten: Bundesverband konstituiert"
- "Nordrhein-Westfalen: Zensur der Schülerzeitung abgeschafft"
- "Kriegsdienstverweigerer: IdK in Auflösung"
- "Bergisch-Gladbach: Dreigroschenoper abgesetzt"
- "Aktion 'Kinder-Kommune': Schon zwei Kindergärten in Berlin"
- "Hannover: Griechenland-Demonstration am 21. April"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "West-Berliner Falken: Luxemburg und Liebknecht-Straße"
- "Von Springer eingekauft: Fest und Schwab-Felisch"
- "Bundeswehrübung: Mit MG's gegen Außerparlamentarische Opposition"
- "Sternmarsch am 11. Mai: 30.000 werden demonstrieren"
- "Ostermarsch 68"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Witz der Woche"
- "Zitat der Woche"

Berichtet wird u. a. über den von Prof. Stein vorgelegten "Hochschulgesetz-Entwurf" und mutmaßliche Intrigen zwischen dem rechten Flügel der SPD und der CDU, über die Gründung des West-Berliner "Sozialistischen Mai-Komitees", das sich in diesen Tagen konstituiert. Bis zum 1. Mai will das Komitee in Flugblättern und auf Veranstaltungen zum 1. Mai aufrufen. In der DDR soll über die "neue DDR-Verfassung" abgestimmt werden. Berichtet wird weiter über die K I, die "unter Umständen noch in diesem Jahr als Selbstdarsteller auf der Filmleinwand zu sehen ist". Angeblich soll der Film auf drei Episoden angelegt sein.

Im "Erfahrungsbericht zum Linksradikalismus in der Bundesrepublik Deutschland 1967" hat das Bundesinnenministerium zu Protokoll gegeben, das vom BED auszugsweise veröffentlicht wird: "Im Laufe des Monats April wird das Bundesinnenministerium seinen 'Erfahrungsbericht zum Linksradikalismus in der Bundesrepublik Deutschland 1967' veröffentlichen. Der Bericht, der ähnlich wie der bereits veröffentlichte Bericht zum Rechtsradikalismus im Wesentlichen auf Berichten und Einschätzungen der Geheim- und Nachrichtendienste Bonns fußt, wird Bonner Informationen nach u. a. folgende Zahlen enthalten: Die Zahl der Links-Parteien hat gegenüber 1966 von 6 auf 7 zugenommen, die Mitgliederzahl von 7300 auf 9350. Die Zahl der linken Jugendgruppen erhöhte sich von 21 auf 29 (jetzt 3500 Mitglieder statt 17 50), sonstige linke Gruppen gibt es 106 mit 27 000 Mitgliedern (1966: 26 000 Mitglieder). Verlage der Linke gibt es laut Bundesinnenministerium jetzt 39 (1966: 40). Die Gesamtauflagezahl der 'linksradikalen Periodika' wird für 1967 mit 185 000 angegeben. Das Ministerium nennt 6 von 40 Zeitschriften, die eine Auflage von über 10 000 Exemplaren haben: 'Aktuelle Frauenpost', 'Blinkfüer', 'Deutsche Volkszeitung', 'Die Tat', 'elan - Zeitschrift für internationale Jugendbewegung' und "tatsachen'. Nach dem Bonner Bericht verzeichneten die linken Gruppierungen, vor allem die Jugendverbände, wachsende Mitglieder zahlen; die linken Publikationen zeigten nach dem Bericht eine fallende Auflagentendenz. Das Innenministerium behauptet, 1960 hätten linke Publikationen eine Auflage von 634 700 erreicht, 1963 noch 333 000 und 1966 nur noch 198 600".

Berichtet wird auch von der möglichen Auflösung der IdK, da immer mehr Kriegsdienstgegner in den VDK eintreten würden. Die Aktion "Kinder-Kommune" hat die ersten linken Kindergärten gegründet. Der Arbeitskreis "Emanzipation im Republikanischen Club", der diese Kindergärten organisiert, "steht allen Interessierten offen". Am 21.4. soll in Hannover "eine Großkundgebung aus Anlass des 1. Jahrestages des faschistischen Putsches in Griechenland stattfinden". Veranstalter ist die "Aktionsgemeinschaft für Freiheit und Demokratie in Griechenland". Biographische Daten gibt es über: Dieter Hildebrandt, Volker Ludwig, Heinz Westphal.

Am 11. 5. wollen "70 Vertreter der Gruppen und Organisationen der Außerparlamentarischen Opposition der Bundesrepublik und West-Berlin den Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze auf Bonn anlässlich der 2. Lesung im Bundestag am 11. Mai 1968 durchführen". Die Durchführung hat das "Kuratorium Notstand der Demokratie" übernommen. Zum "Ostermarsch 1968" werden die Kundgebungsorte in den verschiedenen Bundesländern veröffentlicht. In der Extra-Dokumentation wird Folge II von: "SPD-Parteitagsdiskussion: Was ist Sozialdemokratisch" veröffentlicht. Hier kommen u. a. zu Wort: Reinhard Scholz, Willy Brundert, Wolfram Schaumann, Vera Rüdiger, Kurt Gscheidle, Alfred Schulz, Oskar Lafontaine, Willy Brandt.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 28, West-Berlin, 6. April 1968.

10.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 29 erscheint mit einer Eilmeldung: "Mordanschlag auf Rudi Dutschke".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDR: Volksentscheid: Zustimmung schwanke bis zu 10,42 Prozent"
- "Industrie: Schiller in der falschen Partei"
- "DGB: Am 1. Mai mit der Polizei gegen die Opposition"
- "Druckerei in West-Berlin: Unter Druck der Behörden"
- "Karfreitag: Solidarität mit Black Power"
- "Karsamstag: Fünf Minuten Verkehrsruhe"
- "Gewerkschaft HBV: Ein Auftrag verschwand"
- "West-Berliner Falken: Gruß aus der CSSR"
- "Lemmer über Lemmer: Besser als Goebbels"
- "Zitat der Woche"
- "Dow Chemical: Internationale Proteste gegen Napalm-Hersteller"
- "Staatsanwaltschaft: Weiter frontal gegen Mahler"
- "Nacht- und Nebel-Aktion: Polizei gegen Buchhändler"
- "SPD und Stadt Trier: 100.000 Mark jährlich für Karl Marx"
- "Extra Teach-In"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Report"
- "Rote Fahnen am Rathaus Schöneberg"
- "Mordanschlag auf Rudi Dutschke"

Berichtet wird u. a. über die Geschichte der DDR-Wahlen, über den DGB-Bundesvorstand, der mit Schreiben vom 3.4. darauf hinweist, "dass Mitglieder der Außerparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik und West-Berlin versuchen würden, Maikundgebungen des DGB in 'undemokratischer Weise' zu nutzen. Die Druckerei Heinz Erben steht unter der Druck der Behörden und hat Druckaufträge der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" zurückgegeben. Am 12.4. wollen Gruppen der APO eine Demo für "Black Power" organisieren. Weiter wird berichtet von Dow Chemical und Proteste gegen den Chemie-Hersteller. Eine Demo fand jetzt auch in England statt. Eine Aktion gegen die Inhaberin der linken Buchhandlung Karin Röhrbein fand jetzt in einer "Nacht-und Nebel Aktion" statt. Am 11.4. wollen sich RC-Mitglieder zu einem Infogespräch dort treffen. Im Extra-Report veröffentlicht Hannes Schwenger den Artikel: "Ernst Lemmer als Widerstandskämpfer". Martin Buchholz schreibt über: "Rote Fahnen am Schöneberger Rathaus", Ekkehart Krippendorff über "Martin Luther King" und die Bürgerrechtsbewegung.

Eilmeldung:
"MORDANSCHLAG AUF RUDI DUTSCHKE
AM DONNERSTAGABEND GEGEN 17. 30 UHR WURDE RUDI DUTSCHKE AUF DEM KURFÜRSTENDAMM MIT DREI SCHÜSSEN NIEDERGESTRECKT! DIE SAAT EINER MONATELANG BETRIEBENEN SYSTEMATISCHEN HETZE WAR AUFGEGANGEN. DIE AUßERPARLAMENTARISCHE OPPOSITION WIRD OSTERN 1968 ZU EINER MANIFESTATION GEGEN DEN FASCHISTISCHEN TERROR UND GEGEN DIE FASCHISTISCHE VOLKSVERHETZUNG MACHEN.
Als die Schüsse fielen, war die vorliegende Nummer des EXTRA-Dienstes 30 bereits ausgedruckt und versandfertig. Eine Verschiebung der Auslieferung um einen Tag wurde durch die Bundespost wegen der bereits frankierten Umschläge abgelehnt.

Die Redaktion des EXTRA-Dienstes und die Druckerei werden daher Nummer 31 mit einer ausführlichen Darstellung der Ereignisse so rechtzeitig fertigstellen, dass sie bereits am Dienstagmorgen statt am Mittwoch zugestellt werden kann.

ERKLÄRUNG DER AUßERPARLAMENTARISCHEN OPPOSITION WESTBERLINS.
Auf Rudi Dutschke ist heute Nachmittag ein Attentat verübt worden. Wir wissen nicht, wer der Täter ist und welches seine Motive waren. Wir glauben allerdings, auf eine solche Information für eine erste Stellungnahme verzichten zu können. Auch wenn der Täter als "Verrückter" bezeichnet werden sollte, so ist der Anschlag auf einen führenden Vertreter der Außerparlamentarischen Opposition dennoch das folgerichtige Ergebnis der jahrelangen und systematischen Verhetzung einer ganzen Stadtbevölkerung. Die Verantwortung dafür trägt in erster Linie das Springer-Monopol in West-Berlin, das seine Anti-Dutschke-Kampagne unter die Parole stellte: 'Wir dürfen der Polizei die Dreckarbeit nicht alleine überlassen.' Schuld aber trägt auch der DGB-Vorstand, dessen Sprecher Walter Sickert unwidersprochen erklären konnte: 'Wir müssen die Berliner dazu bringen, sich dieser Störenfriede wieder selbst zu entledigen, ohne dass die Polizei eingreifen muss'. Schuld aber trägt auch die politische Führung dieser Stadt, deren Regierender Bürgermeister Klaus Schütz erst im Februar sich nicht schämte, öffentlich mehrfach zu sagen: 'Ihr müßt diese Typen sehen, Ihr müßt ihnen genau ins Gesicht sehen'. Wenn dieses Kartell der Intoleranz und Volks-Verhetzung jetzt Empörung heuchelt, so kann das die Außerparlamentarische Opposition nur als Selbstanklage auffassen. Unsere Aktionen in den nächsten Tagen werden die politischen Ursachen bloßlegen, die zu dem Attentat auf unseren Freund und Genossen Rudi Dutschke geführt haben. Donnerstag, 11. April 1968, 20 Uhr".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 29, West-Berlin, 10. April 1968.

12.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 30 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Goldpreis - Spaltung und kapitalistische Währungskrise".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ab 19. April: Dutschke als Rädelsführer vor Gericht"
- "Aktion Ostermarsch: Verkehrsblockade in West-Berlin"
- "DDR: Konkordat mit dem Vatikan"
- "SPD West-Berlin: Altersversorgung für Kurt"
- "Perspektiven: Geheimdienstexperte im Wehner-Ministerium"
- "DGB West-Berlin: Notstandsgesetzgebung akzeptiert"
- "CDU West-Berlin: frontal gegen schütz"
- "Verbot der NPD: Vorentscheidung schon nach Ostern"
- "Liga für Menschenrechte: Polizei schritt eigenmächtig ein"
- "Gag der Woche"
- "Republikanischer Club; 19 gegründet, 9 in Gründung"
- "Moskauer Botschaft: Das ganze Führungspersonal wechselt"
- "Deutsche in Vietnam: Nicht nur Einwanderer werden rekrutiert"
- "Polizei-Zeitschrift: 'Wahrheiten' über die Studentenbewegung"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Kriegsdienstverweigerer in den USA: Über 100 Flüchtlinge pro Woche"
- "Staatsanwaltschaft: Prügel-Perser wurden provoziert"
- "SDS West-Berlin: Geschichte eines Kartei-Diebstahls"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"
- "Klaus Schütz hat sich beschwert"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über die Verhandlungen gegen Dutschke, Gaston Salvatore und Peter Schwiedrzik wegen "behördlich nicht genehmigen Aufzugs und Landfriedensbruch", über die Ostermarsch-Aktionen in West-Berlin, die bis zum 14.4. andauern sollen. Für den 13.4. ist eine "5-minütige Verkehrsblockade als Demonstration für den Frieden in Vietnam geplant". Berichtet wird weiter über den DGB in West-Berlin, der bekannt gegeben haben soll, dass nach Bekanntgabe des Beschlusses zur Notstandsgesetzgebung des Bundestages "sofort alle Protestaktionen (…) in West-Berlin gebremst und völlig eingestellt werden sollen". Die "Liga für Menschenrechte" hat am 9.4. einen Schweigemarsch für den ermordeten Bürgerrechtler Martin-Luther King durchgeführt.

Folgende RC gibt es bereits:
- RC Baden-Baden
- RC Bochum
- RC Dortmund
- RC Düsseldorf
- RC Hamburg
- RC Heidelberg
- RC Karlsruhe
- RC Lindau
- RC Mannheim-Ludwigshafen
- RC Mainz
- RC Oldenburg
- RC Saarbrücken
- RC Tübingen
- RC Nürnberg
- RC Delmenhorst.

Folgende sollen noch gegründet werden:
- RC München
- RC Hannover
- RC Gießen
- RC Bonn
- RC Emden
- RC Münster
- RC Worms
- RC Lörrach
- RC Viersen
- RC Paderborn.

In der Polizei-Zeitschrift "Deutsche Polizei" ist ein Bericht über "Berlin und seine Studenten" zu lesen. Berichtet wird weiter auch über Christian Semler, der bei den Ereignissen am 2. Juni "an einer öffentlichen Zusammenrottung" und "gegen Personen oder Sachen Gewalt" ausgeübt haben soll. Gegen ihn wird ermittelt. Berichtet wird noch darüber, dass am 12.4. die Mitgliedskartei des SDS aus dem SDS-Zentrum gestohlen wurde. In der Extra-Auslese wird im Artikel "Ausschluss: Warum man nicht Sozialdemokrat sein kann" von Irmgard K. berichtet, die aus der SPD u. a. wegen Teilnahme an einer Vietnamdemo am 18.12. ausgeschlossen wurde. In der Extra-Dokumentation wird über die "Spaltung des Goldpreises" (Bretton Woods) berichtet. Jürgen Kuczynski steuert den Artikel "Das geheimnisvolle Zaubermittel" bei.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 30, West-Berlin, 12. April 1968.

16.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 31 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Vier Forderungen an den Senat".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Eure Krise im Senat: Moch muss zurücktreten"
- "SPD-Landesausschuss: Schütz am Ende seiner Kraft"
- "SPD: Kritik an der Kirche: Diese Pfaffen…"
- "Anonyme Morddrohung gegen Mahler, Teufel und Extra-Dienst"
- "Albertz: Deutliche Distanz zu Neubauer und Springer"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die Krise des West-Berliner Senats, die der BED mit "schwerwiegenden Differenzen" bezeichnet, über anonyme Morddrohungen gegen Mahler, Teufel und den BED. Danach hat ein anonymer Anrufer der Extra-Dienst-Redaktion erklärt: "Wir machen dieses mal Schluss mit Euch". In der Extra-Meinung "Erste Bilanz" ist Carl L. Guggomos erschüttert über Ostern 1968. U. a. erklärt er: "Blutige Ostern sind zu Ende. Sie begannen in Westberlin mit einem sozusagen privaten Mordanschlag auf Rudi Dutschke und sie endeten mit offiziell angeordneten Polizeiüberfällen. Mehrfach wurde an diesen Ostertagen wahr, was man bisher gern ins Propaganda-Reich des 'Neuen Deutschland' verwiesen hatte: Brutale Polizeiüberfälle auf friedliche Demonstranten: So geschah es am Karfreitag vor dem Rathaus Schöneberg, so am Ostersonnabend in der Meinekestraße, so in der Sonntagnacht in der Friesenstraße. Es ist seit diesem Wochenende klar, dass es zwei Sorten von Gewalt gibt: Die von oben nach unten und die ist gut, und die von unten nach oben, und die ist verdammenswert. (…)

Am Freitag war noch offiziell geheuchelt worden. Schon am Sonntag aber war, beim Senat und in der Hetzpresse der Stadt, das Opfer der Schuldige. Spätestens nach der Lektüre der Sonntagszeitungen, ihrer Kommentare und ihrer Leserbriefe, musste auch den Osterspaziergängern klar geworden sein, wie krank diese Gesellschaft der Gewalt und der Gewalttätigkeit ist, wie verabscheuungswürdig; wie recht jene haben, die ihre radikale Neugestaltung wollen. Diese Einsicht hat sich verbreitert. An diesem Osterwochenende ist die Außerparlamentarische Opposition aus dem zu engen Anzug der nur-studentischen Protestbewegung herausgewachsen.

Deshalb muss sie der staatlich organisierten Gewalt und Unmoral nun auch eigene Organisationsformen entgegensetzen. Es reicht nicht mehr aus, den anti-institutionellen Fetisch hochzuhalten und sich den Institutionen damit hilflos auszuliefern. Die Aktionskomitees der Arbeiter, Angestellten, Studenten und Schüler können den Kampf um die Verbreiterung der demokratischen Basis nur führen, wenn sie erkennen, das antiautoritäres Denken auch revolutionäre Disziplin einschließt. (…) Den Gewalten und der durch sie manipulierten Öffentlichkeit muss die organisierte permanente Aufklärung über ein fest umrissenes Aktionsprogramm gegenübergestellt werden. Schnelligkeit ist erforderlich, aber kein Übereifer. Der lange Marsch, von dem Rudi Dutschke immer sprach, ist durch die Schüsse auf ihn nicht verkürzt worden. Aber es wurde vielen deutlich, dass sie ihn mitgehen werden und müssen."

Im Extra-Report von Martin Buchholz und Hannes Schwenger "Unvollständige Chronik, Gründonnerstag vor dem SDS-Zentrum" beschäftigen sich die Autoren in mehreren Artikeln mit den aktuellen Ereignissen rund um den Mordanschlag: "Vor dem SDS-Zentrum.

Karfreitag Nachmittag, Rathaus Schöneberg.
Freitag Nachmittag vor dem RIAS
Karfreitagabend, Technische Universität
Karfreitagnacht, im Rathaus Schöneberg
Karsamstag, Verkehrsruhe in der City
Karsamstag, Meinekestraße
Ostersonntagnachmittag, Kurfürstendamm
Ostersonntagnachmittag, Kurfürstendamm
Ostersonntagnacht, Friesenstraße".

In der Extra-Dokumentation wird darüber berichtet, dass die Verbände der APO folgende Forderungen an den West-Berliner Senat nach dem Mordanschlag auf Dutschke stellen: "Rücktritt des Senats und Bildung eines neuen Senats, der mit uns zusammen erste Schritte unternimmt, in Westberlin demokratische Verhältnisse zu schaffen. Unverzügliche Enteignung Springers und Schaffung eines Rates aus Arbeitern, Angestellten, Studenten und Schülern, der Pläne dafür ausarbeitet, wie die Produktionsmittel dieses Konzerns in den Dienst einer demokratischen Öffentlichkeit gestellt werden können. Dieser Rat hat ebenfalls Pläne zur Demokratisierung der Rundfunkanstalten zu erarbeiten. Für den RIAS fordern wir die sofortige Ablösung der amerikanischen Kontrolle durch ein gewähltes und jederzeit abwählbares Kontrollorgan; in den SFB sind sofort Vertreter der außerparlamentarischen Opposition in die Aufsichtsgremien hineinzuwählen unter der Bedingung, dass diese Gremien öffentlich tagen. Für die Zeit bis zum 1. Mai fordern wir täglich eine Stunde Sendezeit, um mit der arbeitenden Bevölkerung dieser Stadt über die wirtschaftliche und politische Lage Westberlins und Möglichkeiten ihrer Veränderung diskutieren zu können. Damit soll gewährleistet werden, dass die Bevölkerung entscheiden kann, ob ihre Teilnahme an der sogenannten Freiheitskundgebung auf dem Platz der Republik oder an einer sozialistischen Maidemonstration ihren wahren Interessen entspricht".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 31, West-Berlin, 16. April 1968.

20.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 32 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Professor Helmut Gollwitzer. Über die Frage von Gewalt" und: "Der Springer-Konzern als Mittel von Gewalt".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Notstandspläne: Demonstrantenkartei für spätere Schutzhaft"
- "Gewerkschaftsabsage an Senat: Verschonen sie uns!"
- "RIAS-Gespräch: Schütz Kniff: Wieder"
- "KZ-Foto aus Polizeischule Spandau: An den Siegel verkauft"
- "21. April: Griechenlanddemonstration am Wittenbergplatz"
- "1. Mai Kampfdemonstration in den Arbeitervierteln"
- "Springer-Angestellte: Der Herr hatte Angst"
- "Parolen aus dem Hause Springer: Kioske sollen brennen"
- "Friesenstraße: Polizeieinsatz vor Gericht"
- "Christlicher Solidaritätskreis: Auf der progressiven Seite"
- "Münchener Todesopfer: Warfen die Polizisten zurück?
- "Bundeswehr-Einsatz: Gegen Demonstranten: In Hamburg und Ulm"
- "Personalien"
- "Zitat der Woche"
- "Republikanischer Club: In Gießen konstituiert"
- "Griechenland: Dokumente einer Diktatur"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra über uns"
- "Zweite Bilanz nach Ostern"
- "Hannes Schwenger: Immer wieder: Die Opfer sind selbst Schuld"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über die Notstandspläne und die sog. "erkennungsdienstliche Behandlung", die in einer "besonderen Kartei der Politischen Polizei" aufgenommen werden soll", über die Griechenlanddemonstration, die am 21.4. stattfinden soll. Am 1. Mai hat die APO eine "sozialistische Maikundgebung vor dem Schöneberger Rathaus" angekündigt. Eine Demo soll durch die Arbeiterviertel führen. Für den Nachmittag des 1. Mai sei die Deutschlandhalle gemietet wurde. Nach einer Demonstration in München ist der Student Rüdiger Schreck ums Leben gekommen. In Hamburg und Ulm soll es zu einem Bundeswehreinsatz gegen Demonstranten gekommen sein, nachdem diese vor der Boehm-Kaserne in Hamburg Flugblätter verteilten. In Ulm seien Feldjäger gegen Demonstranten eingesetzt worden. Biographische Daten gibt es über: Gerd Safir, Josef Achmann.

Berichtet wird noch darüber, dass sich in Gießen ein RC konstituiert hat. Das West-Berliner "Komitee für die Demokratie in Griechenland" eröffnet am 21.4. in der Galerie Hammer die Ausstellung "Chronik einer Unterdrückung". Dr. Rattner spricht am 20.4. im RC zum Thema "Die sexuellen Störungen des Einzelnen und die Sexualverdrängung der Kultur". In der Extra-Meinung "Zweite Bilanz nach Ostern" referiert Guggomos u. a. über die Aufgaben der APO: "Aufklärungsaktionen gegenüber dieser Bevölkerung müssen mit Mitteln wahrgenommen werden, die dem Bewusstseinsstand dieser Bevölkerung adäquat sind. In einzelnen Aktionskomitees der Opposition wird dazu hervorragende Arbeit geleistet. (…) es sollte zur Pflicht gemacht werden, dass jeder, der im Aktionszentrum der Außerparlamentarischen Opposition arbeitet, sich täglich unter die Bürger mischt."

Im Artikel "Immer wieder: Die Opfer sind selbst schuld" schreibt Hannes Schwenger über Springer, den Senat und "Bild". Helmut Gollwitzer erklärt sich in der Extra-Dokumentation zu den Vorfällen um Rudi Dutschke und der Gewaltfrage und meint abschließend: "dass sich die Herren (…) an der Spitze sich an die Arbeit machen und uns jetzt hier Vorschläge machen, wie die Außerparlamentarische Opposition noch besser als bisher eine demokratische Gegengewalt, oder besser gesagt, eine Gegenmacht organisieren kann". In einer weiteren Extra-Dokumentation "Der Springer-Konzern als Mittel der Gewalt" dokumentiert der BED "eine Ausarbeitung des Aktionskomitees der Außerparlamentarischen Opposition (zu Springer, d. Verf.), die bereits am Montag veröffentlicht wurde". Und in der Extra-Auslese wird über eine "brutale Polizeiaktion" in der Friesenstraße berichtet.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 32, West-Berlin, 20. April 1968.

24.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 33 erscheint nur mit den Seiten 1-5. Weitere Seiten fehlen.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Springer Klage: Mahler soll 250.000 DM Schadenersatz zahlen"
- "Erster Mai: Hasenheide und Hohenstauffenplatz"
- "Platz der Republik: Freiheitskundgebung ohne FDP"
- "Autokorse zum 1. Mai: Treffpunkt Sonnabendmorgen"
- "SPD-Linke Tiergarten: 'Zeltmission' gegen den weißen Kreis"
- "Sternmarsch auf Bonn: West-Berliner dabei"
- "Donnerstag in Dahlem: Schütz diskutiert mit Studenten"
- "Axel Springer. Dank an die Mitarbeiter"
- "Prof. Dahrendorf: Welt-Meldung war Welt-Meinung"
- "Zitat der Woche"
- "Witz der Woche"
- "Personalien"
- "Fazit: Telefonüberwachung des RC ausgeplaudert"
- "SFB: Protest gegen Personalrat"
- "Regionalausschuss Kampagne: Arbeitskreise in den Bezirken"
- "Katholische Gegenzeitung: Kampf der Amtskirche"

Berichtet wird u. a. über Horst Mahler, der "50.000 DM Schadenersatz zahlen" soll. Mahler soll "in der Nacht vom 11. zum 12. April an der Spitze eines mit Steinen, Brandfackeln und Molotows-Cocktails bewaffneten Haufens in die Geschäftsräume der Klägerin (Axel Springer und Ullstein GmbH, d. Verf.) eingedrungen sein, um die Auslieferung der Springer-Produkte zu verhindern". Am 30.4. soll in der Hasenheide "ein Kongress zur sozialen und wirtschaftlichen Situation in West-Berlin" stattfinden. Am 1. Mai soll eine "Kampfdemonstration" stattfinden. Sprechen sollen auf der Abschlusskundgebung Günther Tolusch Erwin Birkmann und Meschkat vom RC, Bernd Rabehl vom SDS und Heinz Beinert. Weiter wird berichtet über einen Autokorse zum 1. Mai. Am "Sternmarsch auf Bonn" wollen auch West-Berliner teilnehmen. Biographische Daten gibt es über: Peter Lorenz, George Kistiakowski. Berichtet wird noch darüber, dass der RC telefonisch überwacht wird. In 10 West-Berliner Bezirken ist die "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" aktiv.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 33, West-Berlin, 24. April 1968.

27.04.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 34 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Professor Dr. Ernst Käsemann: Demokratie ist von oben her bedroht" und: "Meschkat in 'Panorama': Abriss der Ziele der APO".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Sozialistischer 1. Mai: Störaktionen von rechts erwartet"
- "RC-Broschüre: West-Berlin im Kern gesund"
- "Baden-Württemberg: Die letzte Meinungsumfrage"
- "CDU-Wahlschlager: Kommunale Werke für Volksaktien"
- "SPD-Landesausschuss: Abstimmungsniederlage für Schütz"
- "Parteitags-Auslese: SPD wünscht keine Zwischenrufe"
- "Geheimnisvolle Nachtsitzung: Welche SPD tagt mit wem?`"
- "Schütz-Absage: Wieder ein neuer Vorwand"
- "Landesjugendring: Kein Aufruf für Senatskundgebung"
- "Falken-Vorsitzender Gleitze: Sickerts dummdreiste Art"
- "Jungsozialisten: Niederlage für Schütz-Neubauer-SPD"
- "Hinweise des Republikanischer Clubs"
- "TU: Studentenvertretung, Teil der APO"
- "Basisgruppen der APO: Arbeit geht voran"
- "Senatsumfrage: Dutschke-Attentat berechtigt oder nicht?"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den 1. Mai. Auf einer PK gab ein Sprecher des RC bekannt, "dass man offiziell über eventuelle Störaktionen von 'Agents provokateurs' informiert wurde", über eine neue RC-Broschüre, die sich "Berlin-Wirtschaft und Politik - im Kern gesund?" nennt. Weiter wird berichtet über das "Sozialistische Maikomitee". Bis zum 1. Mai sollen verschiedene Gruppen die Koordination und Organisation übernehmen. "Zwischen 10-15 Basisgruppen haben sich in den letzten Tagen in West-Berlin gebildet, die sich aus Studenten, Arbeiter, Schüler und Angestellten zusammensetzen." Im Extra-Report von Martin Buchholz "Sieben kamen nicht zurück" geht um die "Arbeitskräfte aus der Bundesrepublik". In einer Extra-Dokumentation "Demokratie ist von oben her bedroht" äußert sich der Theologe Ernst Käsemann, der der "Bekennenden Kirche" angehörte und von den Nazis ins Gefängnis geworfen wurde, in einer "Erklärung zur jetzigen politischen Situation. In einer weiteren Extra-Dokumentation dokumentiert der BED das Interview von Meschkat in "Panorama".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 34, West-Berlin, 27. April 1968.

01.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 35 erscheint mit einer Extra-Dokumentation: "Polizei-Methoden. So schafft man einen harten Kern".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Erster Mai"
- "Der Regierende: zum dritte Mal gekniffen"
- "SPD-West-Berlin: Schütz-Neubauer plötzlich gefährdet"
- "Kritische Universität: Verbindung mit Stadt-Kampagnen"
- "DDR-Spende: Schutzhelme und wasserdichte Kleidung"
- "NPD in Baden-Württemberg: Ostertage ohne Einfluss"
- "Hannover: RC als 'Club Voltaire' gegründet"
- "Aktion weißer Kreis: Mieterdemonstration am 1. Juli"
- "Parteidemokratie: SPD Wedding brüskiert Juso-Mehrheit"
- "Vorstandsbrief des DGB: Keine APO-Redner sprechen lassen"
- "Bundesinnenministerium: Künftig mehr Pferde als Knüppel"
- "ÖTV West-Berlin: Werbung mit Springer-Lobhudelei"
- "Köln: Studenten helfen Arbeiterkindern"
- "Unternehmer-Brief: Allgemeinplätze und Albernheiten"
- "Holländische SP-Gruppe: SPD vor der internationalen Anklage"
- "Rom: Vatikan wird von Anti-Sowjets gesäubert"
- "Gründung am 4. Mai: Marxistische Jugendorganisation der BRD"
- "Personalie"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. vom 1. Mai, wozu aufgerufen wird, über die Krise in der West-Berliner SPD, über die "Kritische Universität", die ihr Programm für den Sommer bekannt gibt. "Neben 15 Arbeitskreisen, die neu geschaffen werden, sind von den ursprünglich 30 Arbeitskreisen 15 weitere im KU-Plan. Man will die Gruppen in verschiedenen Kampagnen koordinieren". So will der AK "Politische Justiz" Ende Juni ein Hearing veranstalten. Der RC Hannover will sich am 5.5. als "Club Voltaire" konstituieren. Für den 1. Juli ist eine Mieterdemonstration geplant. An ihr wollen sich auch die Basisgruppen der APO beteiligen. Der BED berichtet auch, dass auf der 1. Mai-Kundgebung des DGB kein Sprecher der APO zu Wort kommen soll.

Berichtet wird weiter über die Gründung der SDAJ am 4./5.5. in Essen. Eine neue Zeitschrift für Politik und Kunst, die sich "Guernica" nennt, ist jetzt in einer ersten Ausgabe erschienen. In einer Extra-Dokumentation berichtet der BED aus einem "vertraulichen Protokoll des SPD-Landesausschusses". In einer Extra-Auslese "Polizei-Methoden: So schafft man eine harte Hand" beschäftigt sich das "Ermittlungskomitee der Arbeiter, Schüler und Studenten" mit "den Aktionen und Demonstrationen während der Ostertage".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 35, West-Berlin, 1. Mai 1968.

04.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 36 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Wolf Biermann: "Drei Kugeln auf Rudi Dutschke" und Wolfgang Lefevre: "Jungfrau, zitternd des Unternehmers harrend".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Sternmarsch nach Bonn: 2.000 aus West-Berlin per Sonderzug"
- "Donnerstag in der FU: Neues Material gegen Kiesinger"
- "Melina Mercouri: Unerwünschte Schirmherrschaft von Schütz"
- "Arno Scholz: Unter dem Druck der Genossen"
- "Ernst Lemmer: Auch ein Mai-Aufruf"
- "Referendar-Tagung: Besuch bei Springer"
- "Personalien"
- "Zitat der Woche"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Mai-Report"
- "Extra-Auslese"
- "APO: Flugblatt 7"

Berichtet wird u. a. über den Sternmarsch nach Bonn der APO am 11.5.1968. Die APO will sich "mit rund 2.000 Teilnehmern" daran beteiligen. Dazu will das "Kuratorium" auch einen Sonderzug chartern. Auch die Falken wollen demonstrieren. Die Kundgebung soll im Bonner Hofgarten stattfinden. Es sprechen Erich Fried, Prof. Ridder, Christoph Ehmann u. a. Zur Vorbereitung der Demo soll in der TU am 8.5. ein Teach-In stattfinden, über "neues Material" gegen Kiesinger. Biographische Daten gibt es über: Hans Detlev Becker, Jürgen Henschel, Rudolf Stiege. Der Ordnerdienst der APO trifft sich am 8.5. im RC. In der Extra-Dokumentation wird der Text von Wolf Biermann "Drei Kugeln auf Rudi Dutschke" veröffentlicht. Im Extra-Mai-Report von Martin Buchholz "Zur Sache, Schützchen, nimmt Dein Mützchen" geht es um die 1.-Mai-Demo. Veröffentlicht wird das Flugblatt Nr. 7 der APO: "Ausgerechnet in West-Berlin eine oppositionelle Mai-Kundgebung", das auf den 1. Mai datiert ist. In der Extra-Auslese von Hannes Schwenger "Eine Demagogie" geht es um den Leitartikel der "Berliner Morgenpost", "einer der Hauptschuldigen an der Pogromkampagne des Hauses Springer". In einer weiteren Extra-Dokumentation dokumentiert dieser Wolfgang Lefevres Text: "Jungfrau, zitternd des Unternehmers harrend". In diesem nimmt er am Vorabend des 1. Mai zur politischen Situation der Stadt Stellung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 36, West-Berlin, 4. Mai 1968.

08.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 37 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Lothar Pinkall: Notstand und Unternehmer-Interessen" und: Wolfgang Kieling: "Meine Frau kommt nach".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Sternfahrt nach Bonn: Blockade am Zoo ausweichen"
- "Bonn im Zeichen der Notstandsgegner: Schon 30.000 Anmeldungen"
- "NPD West-Berlin: DDR-Anordnung stoppt Mitgliederzahl"
- "SDS: Diskussion mit der SED-Führung"
- "Mittwoch im RC: Aktueller Bericht aus Paris"
- "Personalien"
- "CDU West-Berlin: Aufbau einer Schutztruppe"
- "FDP West-Berlin: Anti-RC-Antrag wurde niedergestimmt"
- "Melina Mercouri: Affront gegen Schütz"
- "Donnerstag in der TU: Neofaschismus und Notstandsdiktatur"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Münchener Pressefreiheit: APO-Anzeige nicht aufgenommen"
- "Zensur in der Wohnung: Hausherr fordert Plakat-Abnahme"
- "Notstandsminister Benda: Beispiel einer Manipulation"
- "Gewerkschaften 'C' soll gestrichen werden"
- "Freispruch in Bremen: Richter für 'Direkte Aktion'"
- "Manfred Leis: Dem System nicht in die Hand arbeiten"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die "Sternfahrt nach Bonn". In West-Berlin wollen "antidemokratische Kräfte" "die Abfahrt des Sonderzuges der Notstandsgegner am Bahnhof Zoo gewaltsam blockieren". Das "Kuratorium Notstand der Demokratie registrierte bis Dienstag bereits über 30.000 feste Anmeldungen für den Sternmarsch der Notstandsgegner am 11. Mai". Berichtet wird weiter über den West-Berliner SDS, der mit der SED u. a. über das "Prinzip der friedlichen Koexistenz" debattieren will. Am 8.5. will Ulrich K. Preuß im RC über die Ereignisse an der Pariser Uni der letzten Tage referieren. Biographische Daten gibt es über: Frank Wolff, Gustav Heinemann, Klaus Schütz.

Am 9.5. soll im Audimax der TU eine Veranstaltung über die NS-Vergangenheit von Bundeskanzler Kiesinger stattfinden. Am 9.5. findet im RC eine Info-Veranstaltung "zur Sternfahrt der Notstandsgegner nach Bonn unter dem Titel 'Notstand der Demokratie' statt". Es sollen sprechen: Martin Bennhold und Reinhard Wolff. Im Artikel von Manfred Leis "Dem System nicht in die Hand arbeiten" referiert dieser über eine Arbeitstagung demokratischer Künstler zur "Rolle des Künstlers in der Gesellschaft", die vom 3.-5.5. in Solingen stattfand. In der Extra-Dokumentation von Lothar Pinkall "Notstand und Unternehmer-Interessen" rezensiert dieser vorab ein Buch der "Jungen Linken" zum Thema: "SPD und Sozialismus heute. Beiträge zur Analyse und zur Veränderung der Bundesrepublik Deutschland". In einer weiteren Extra-Dokumentation "Meine Frau kommt nach" erklärt dieser nach seinem Übertritt in die DDR, dass "seine Frau nach Beendigung der Arbeiten für ein Buch ebenfalls in die DDR umsiedeln wird".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 37, West-Berlin, 4. Mai 1968.

11.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 38 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Das Aktionsprogramm der KPC" und: "Neue Arbeiterjugend-Organisation: Kontroverse um West-Berlin".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Dutschke-Attentäter im Jugendlager 'Peter Fechter' vorbereitet?"
- "Strauß und Räterepublik: Alibi für Kapitalflucht"
- "SPD-Landesausschuss: Dieses Gerede von Brandt…"
- "SPD-Fraktion im Bundestag: Mit CDU gegen Fernseh-Journalisten"
- "NPD West-Berlin: Wachsende Aktivität und Tag der NPD"
- "Strafbefehl: Gegen Oster-Demonstranten: Polizei gibt Falle zu"
- "West-Berliner Falken: Diskussion mit SED und FDJ"
- "Strafanstalt Tegel: Spende für Vietnam zurückgewiesen"
- "Generalstaatsanwalt contra Mahler: BZ-Vize als Kronzeuge"
- "Nürnberger Nachrichten: Ständige Spalte für die APO"
- "Monopol: Grossist erzwingt Verkauf von Springer-Zeitungen"
- "Genossen unter sich: Anzeige wegen Verkehrsvergehen"'
- "Neu erschienen: Die Wahrheit über G. G. Kiesinger"
- "Personalien"
- "Zitat der Woche"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra Über Uns"

Berichtet wird u. a. über den Dutschke-Attentäter Bachmann. Es sei möglich, so Ehmke, "dass Bachmann auf seine Tat im Jugendlager 'Peter Fechter' (…) ideologisch vorbereite wurde". Berichtet wird weiter über Strauß, der mutmaßte, dass "die politischen Bestrebungen des SDS und anderer Gruppen der Außerparlamentarischen Opposition darauf abzielen, durch eine 'Eskalation revolutionärer Aktionen' eine stärkere Kapital- und Industrieflucht aus West-Berlin auszulösen und die 'antirevolutionären Führungskräfte des Establishments' zu verscheuchen. Die Staatsanwaltschaft West-Berlin versuche zur Zeit, "die Massenverhaftungen in der Meinekestraße am Ostersonnabend zu rechtfertigen". Sie würde nun amtliche Vordrucke verschicken.

Berichtet wird weiter über die West-Berliner Falken, die mit SED und FDJ diskutieren will. Spenden für den Vietcong durch Gefangene in der Strafanstalt Tegel werden vom Leiter der Strafanstalt zurückgewiesen. Die "Nürnberger Nachrichten" wollen in Zukunft der APO eine Spalte zur Verfügung stellen. In West-Berlin ist das Buch "Die Wahrheit über Kurt-Kiesinger", das vom "Jüdischen Arbeitskreis für Politik" herausgegeben wird, erhältlich. Biographische Daten gibt es über: Otto Neumann, Max Lüneburg. Am 15.5. findet im RC eine Debatte mit Peter Menkje-Glückert von de OECD zum Thema "Marxismus und Technik" statt. In der Extra-Dokumentation wird das "Aktionsprogramm der KPC" in Auszügen veröffentlicht. In einer weiteren Extra-Dokumentation wird auf die Gründung der SDAJ eingegangen. Berichtet wird auch darüber, dass über die Frage debattiert worden sei, ob man in West-Berlin einen eigenen LV konstituieren kann. In Extra-Über uns wird über einen RA berichtet, der sich darüber beschwert, dass er nur ältere Ausgaben des BED zugestellt bekäme und die Vermutung äußert, dass "wahrscheinlich der Verfassungsschutz hier zugreifen" würde.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 38, West-Berlin, 11. Mai 1968.

15.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 39 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Die Lage war noch nie so ernst"
- "Ab heute 10 Uhr: Generalstreik an den Universitäten"
- "Zahlenmanipulation: Mindestens 80.000 in Bonn dabei"
- "West-Berlin: Notstandsmaßnahmen in Vorbereitung"
- "Nach dem Sternmarsch: Wahlboykott gegen Notstandsbefürworter"
- "Gewerkschaft ÖTV: Kontakte zum FDGB geplant"
- "Briefwechsel: Stoph wird an Kiesinger schreiben"
- "Baden-Württemberg: Doch größere Wähler-Umschichtung"
- "Notstandsgesetzgebung: Mit Menschenrechten vereinbar?"
- "Springers Dank an Taxis: Aufrichtiges Bedürfnis"
- "Amnesty International: Deutsche Gewissenstäter betreuen"
- "Auktion für Befreiungsfront: 65 Künstler stifteten Bilder"
- "Bürgermeisteramt: Was macht Heinrich Albertz?"
- "RC West-Berlin: Foto-Spitzel vor der Haustür"
- "Staatsanwaltschaft: Untersuchung gegen Polizeioffizier eingestellt"
- "NPD West-Berlin: Mutmaßungen über DDR-Informationen"
- "NPD Baden-Württemberg: Berichte vom Verfassungsschutz"
- "Bundestagswahl: Wahlbündnis der Kleinparteien"
- "Bochum: Kritische Universität in Vorbereitung"
- "Bezirksamt Kreuzberg: Vietnam-Demonstration war legitim"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Evangelische Kirche im Zwiespalt"
- "Extra-Report"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Auslese"
- "Hinweise der Redaktion"

Berichtet wird u. a. über einen Generalstreik an der TU und FU gegen die Notstandsgesetze, der heute beginnt. "Auf etwa 20.000 Flugblättern wird den Studenten der Sinn des Streiks erläutert. (…) Zu dem Streik hat auch der Studentenverband deutscher Sozialschulen (…) aufgefordert", über den Sternmarsch in Bonn mit etwa 80.000 Demonstranten. Die Demo der Notstandsgegner vom 11.5. war von der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" organisiert worden und galt gleichzeitig als Auftakt "einer großangelegten Wahlboykott-Kampagne gegen die Befürworter der Notstandsgesetzgebung in allen Parteien".

Berichtet wird weiter über eine "Auktion für die Befreiungsfront FNL". Künstler aus London stiften Bilder. Der Erlös kommt der FNL zu. In Bochum sei nach dem Vorbild von West-Berlin, München und Hamburg nun auch eine "Kritische Universität" in Vorbereitung. Kernstück der Bochumer KU sei: "Die Auseinandersetzung mit der Pressekonzentration". Im Extra-Report von Martin Buchholz "Berlin holt die Kinder rein" gibt es einen satirischen Report zu Willi Weyer und der Jungen Union. Am 17.5. stellen sich im RC neue Kandidaten für die Wahl am 25.5. vor. In der Extra-Auslese geht es noch einmal um die Notstandsgesetzgebung und die Demo in Bonn.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 39, West-Berlin, 15. Mai 1968.

18.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 40 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Verfassungsschutz: Bericht über SDS und RC", "Karl Dietrich Wolff: Unser Widerstand beginnt erst" und: "Jungsozialisten: Rebellion gegen die Partei-Bürokratie".
Artikel der Ausgabe sind:
- "NPD-Kundgebung: Demonstration der demokratischen Kräfte"
- "Schütz-Reise: Gegen den Ratschlag der Alliierten"
- "Dutschke-Attentäter: Kein Geld für Maschinengewehr"
- "Neubauers neue rechte Hand: Maffia-Chef Pätzold"
- "SPD West-Berlin: Eintritts Stopp für junge Leute"
- "Verfassungsschutz: Zwecklüge für den Bundestag"
- "Österreich: SP-Spaltung in Alt und Jung?"
- "Polizeigefängnis: 40 Mann und 1 Mädchen"
- "Jugendpresse: Beat mit Schuss"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Meinung"

Berichtet wird u. a. über eine NPD-Kundgebung, die vermutlich am 18.5. stattfinden soll. Dazu hat sich bereits breiter Widerstand formiert, über den Dutschke-Attentäter, der "die ursprüngliche Absicht hatte, sich ein Maschinengewehr zu besorgen, in die SDS-Räume am Kurfürstendamm einzudringen und 'rein zuhalten'". Eine neue Jugendzeitung soll herausgebracht werden: "20 Report".

"APO kontra SPD" soll eine Veranstaltung, die für den 22.5. geplant ist, heißen. In der Galerie Jule Hammer soll über die Notstandsgesetzgebung am 20.5. diskutiert werden. "Kapitalistische Wissenschaft" ist das Thema einer VV der KU am 20./21.5. im Audimax der FU. Ein Seminar über Rolle und Funktion der APO findet am 18.5. statt. In der Extra-Meinung referiert Martin Buchholz "Zur Lage" und zur Bonner Kundgebung. Der BED dokumentiert in dieser Ausgabe den Bericht des VS "über SDS und RC". Der Bericht gliedert sich in:
- Zur Entwicklung des SDS
- Programm des SDS
- Bevorzugte Kampfformen
- Maßnahmen zur Eindämmung der Aktivitäten des SDS

Veröffentlicht wird auch die Rede von K. D. Wolff, Bundesvorsitzender des SDS, auf der Abschlusskundgebung der Notstandsgesetzgegner am 11.5. in Bonn. Ebenfalls eine Rede von Helmut Ridder.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 40, West-Berlin, 18. Mai 1968.

22.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 41 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "SPD-Landesausschuss: Kritik am Bonner Parteivorstand".
Artikel der Ausgabe sind:
- "NPD-West-Berlin: Nachfolge-Organisation für SS gegründet"
- "Bundestagswahl: Erste Vorausschätzungen"
- "CDU West-Berlin: Vorläufig ohne Lust auf SPD-Koalition"
- "Verfassungsschutzbericht: Allianz des Schweigens in der Presse"
- "RIAS-Reporter: Als Verfassungsschutz Hilfe rekrutiert"
- "Zweckpropaganda: Grenzbefestigungen der CSSR bleiben"
- "NPD: Steigerungsraten in acht Wahlen"
- "FDP West-Berlin: Gesetzesinitiative für Beamten-Freiheit"
- "Instituts-Besetzung an der FU: Neubauer ist ohnmächtig"
- "SPD-Wilmersdorf: Jungsozialisten ausgesperrt"
- "NPD West-Berlin: Nächste Veranstaltung am 17. Juni"
- "NS-Verfolgte: Erste Kontakte mit der APO"
- "Springer-Konzern: Verletzter Demonstrant selber Schuld"
- "Extra Über uns"
- "Personalien"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über die NPD, die sich jetzt in 4 Gruppen aufgeteilt hat und die sich "Ordnungsgruppen" nach dem Vorbild der SS nennen, über die kommende Bundestagswahl. Für die NPD hat sie die Prognose von 11 % erstellt. Zum Verfassungsschutzbericht über den SDS und den RC gibt es "Schweigen in der Presse". Berichtet wird weiter über die Besetzung des Ostasiatischen Seminars an der FU. Die NPD will weiter zum 17.6. eine Großkundgebung veranstalten. In Extra Über Uns "Aus Anlass des ersten Geburtstages" heißt es: "Extra-Dienst versteht sich als zusätzliche Informationsquelle, die Hintergründe liefert, ergänzt, richtig stellt". Biographische Daten gibt es zu Udo Wüst, Adolf Zeitler. Im RC findet am 25.5. die ordentliche Mitgliederversammlung des RC statt. In der Extra-Dokumentation "SPD-Landesausschuss: Kritik am Bonner Parteivorstand" werden Auszüge aus Protokollen des SPD-Landesausschusses veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 41, West-Berlin, 22. Mai 1968.

25.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 42 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Dokumentation zur Politik der NPD. Thema: "Deutsche Einheit und Selbstbestimmung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Parteitag: Resignation auf allen Seiten"
- "Notstand-Streik: Demonstration über 500.000 erwartet"
- "Schulsportfest: Neubauer macht Panik"
- "Basisgruppe Gropiusstadt: Protest gegen Zwangsexmittierung"
- "Buchhändler und Verleger: Aufruf gegen Notstandsgesetze"
- "Neubauer: Polizei soll sich von der Uni fernhalten"
- "Ute Erb: Todesstrafe entgangen"
- "Politik-Spielerei: SPD-Leute nach Peking"
- "SPD-Pressedirektort: Wer zahlt 7.500,- DM im Monat?"
- "ADK: Der SPD mit Enthüllung gedroht"
- "Pariser Mai: Sonderdruck ab Dienstag"
- "Pariser Mai: Vietnam erprobtes Gas gegen Demonstranten"
- "DDR: Autobahnbau Leipzig-Dresden"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Bundespresseamt: Spanischem Einfluss gebeugt?"
- "Junges Theater Berlin: Ensembles arbeiten zusammen"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "NPD stellt fest: Übereinstimmung mit SPD, Bundestag, Adenauer"
- "Dokumentation"
- "Extra-Report"

Berichtet wird u. a. über den West-Berliner Parteitag der SPD, über die Protestaktionen gegen die Notstandsgesetze, wo in den nächsten Tagen ca. 500.000 Menschen erwartet werden, über die Basisgruppe Gropiusstadt, die Proteste gegen die "Zwangsexmittierungen von kinderreichen Arbeiterfamilien" organisiert. Rund 70 West-Berliner Buchhändler und Verleger haben bisher eine öffentliche Erklärung gegen die NS-Gesetze unterzeichnet, darunter Wagenbach, Schoeller, Röhrbein. Berichtet wird weiter von der Schriftstellerin Ute Erb, die wegen "Aufreizung zu öffentlicher Unruhe" zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Erb hatte sich mit anderen aus Protest gegen den Vietnam-Krieg vor einer US-Truppenparade in Neukölln gesetzt.

Berichtet wird weiter vom Sonderdruck "Pariser Mai" mit Berichten von Gisela Mandel, Wolfgang Lefevre u. a. Am 27.5. will der französische Soziologe Lucien Goldmann im RC über "Strukturalismus" sprechen. Am 25.5. soll die ordentliche MV des RC stattfinden, Prof. Gottschalch will am 6.6. im AK des RC "Bürokratie und Rätesystem" über Räte als "Modell politischer Demokratie" referieren. In der "Dokumentation zur Politik der NPD" wird aus dem NPD-Programm der Abschnitt zum Thema "Deutsche Einheit und Selbstbestimmung" veröffentlicht. Im Extra-Report "Westberlins Zeitungsmarkt als Modell des Westens" werden die Anmerkungen zum Bericht der Michel-Kommission von RA E. Sommer veröffentlicht. Geworben wird für die Broschüre des jüdischen Arbeitskreises: "Die Wahrheit über Kiesinger".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 42, West-Berlin, 25. Mai 1968.

29.05.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 43 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Seminarbesetzung: Wissenschaft und Notstands-Gesellschaft" und: "Bericht von einer direkten politischen Aktion vor Kasernen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Notstands-Demonstration; Mittwoch ab 14.30 Uhr"
- "Pariser Mai: Aufruf zur Solidaritätsaktion"
- "Harndt: Schütz um Hilfe gebeten"
- "Weichelsberger: Wir haben eben Pech gehabt"
- "Albertz: APO muss wirksamer werden"
- "sickert: Wieder mal Klage angekündigt"
- "Schütz: Honorarforderung angemeldet"
- "Neuer RC-Vorstand: Huffschmid statt Meschkat"
- "NPD-Westberlin: Rivalität um guten Posten"
- "Falken: Anti-Springer Maßnahmen"
- "Katholische Jugend: Diskussion mit Kommunisten"
- "Lörrach: Republikanischer Club gegründet"
- "Ferien-Agitation auf Sylt: Jeden Abend APO-Gespräch"
- "Sozialschul-Studenten: Wir sind Teil der APO"
- "SDAJ: Wir können unsere Position nicht aufgeben"
- "Personalien"
- "Wilhelm Dröscher"
- "Witz der Woche"
- "Extra über uns"
- "84 Pädagogen an Evers: Notstandsdiskussion in der Schule"
- "Weltjugendfestival: Druck auf Falken, Jusos und DGB-Jugend"
- "Sozialistisches Zentrum: Aktionsplan für Bundestagswahl"
- "Extra-Dokumentation"
- "Aktion Meinekestraße: Strafanzeige gegen Einsatzleiter Burck"
- "Personalversammlung: Manipuliert und reaktionär"
- "Selbstverwaltung: Arbeitskreise an der FU gebildet
- "Hannover: Grundgesetz zu Grabe getragen"

Berichtet wird u. a. über die Notstandsdemo der APO am 29.5. gegen die Verabschiedung der Notstandsgesetze. Abends soll eine Diskussionsveranstaltung mit dem Aktionskomitee der Lehrlinge und Arbeiter bei den West-Berliner Falken stattfinden. Der RC West-Berlin und der BED "haben zu einer Solidaritätsaktion für die um Demokratie und Sozialismus kämpfenden Arbeiter und Studenten Frankreichs aufgerufen". Der Ex West-Berliner Bürgermeister Albertz ruft die APO dazu auf, "wirksamer zu werden". Der RC West-Berlin wählte einen neuen Vorstand. Vorsitzender wurde Jörg Huffschmid. Ehrler (SPD) und W. Gottschalch wurden Stellvertreter. Dem neuen Vorstand gehören weiter an: Mahler, Ulrich Preuß, H. Lessing, Reiner Wethekam u. a.

Berichtet wird noch aus Lörrach. Dort hat sich ein RC konstituiert. Ein Arbeitsausschuss des Sozialistischen Zentrums (Zusammenschluss sozialistischer Oppositionsgruppen im Bundesgebiet) tagte in Frankfurt/M. Dort wurde über das Auftreten im Bundestagswahlkampf 1969 diskutiert. Es soll ein Aktionsplan entwickelt werden. Am 27.5. wurde das Germanistische Seminar der FU besetzt. Auf dem Dach wurde eine Rote Fahne gehisst, das Seminar in "Rosa-Luxemburg-Institut" umbenannt. In der Extra-Dokumentation "Seminarbesetzung: Wissenschaft und Notstands-Gesellschaft" wird über die Besetzung des Germanistischen Seminars der FU berichtet, vermutlich aus Protest gegen die Lesung der NS-Gesetze. In der zweiten Dokumentation "Bericht von einer direkten politischen Aktion vor Kasernen" wird über die Kasernen: Lorch, Wetzlar Hessisch-Lichtenau, Homberg, Herbornseelbach, Allendorf, Niederlahnstein, Horchheim, Ehrenbreitstein und Erbach berichtet.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 43, West-Berlin, 29. Mai 1968.

01.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 44 erscheint mit der Extra-Dokumentationen: "Notstand: Das ist geschehen" und: "Münchner Kammerspiele: Aufruf an die Kollegen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Jahrestag 2. Juni: Kundgebung um 18.00 Uhr"
- "Frankfurt: Die Hintergründe der Polizeiaktion"
- "Neubauer Contra Guggomos: Polizei-Senator muss Gegenbeweis liefern"
- "Bagger: Zwischenfall in der City: Was tat die Polizei?"
- "Frankreich: Besetzung aus Solidarität mit deutschen Genossen"
- "Spanien: 274.000 Arbeiter im Untergrund befragt"
- "Sickert und Raeck: Die Sprache der Gewalt"
- "Aktion Reisebüro. Aufklärung über Athener Regime"
- "Herne: Republikanischer Club gegründet"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Geffeler: Zum Problem Arbeiter-Studenten"
- "Gewerkschaften: Beziehung DGB-FDGB im nächsten Jahr"
- "Hessischer Rundfunk: Linkes Kabarett unerwünscht"
- "Polizei-Gas: Schwere Schäden an Augen, Herz und Lunge"
- "Morgenpost: Dem Senat Entscheidung vorgeschrieben"
- "Zensur: BZ Reporter veranlassten Ausstellungs-Stopp"
- "West-Berliner Senat: Handel mit Taxi-Konzessionen begünstigt"
- "Zitat der Woche"
- "Europa-Center: Unerwünschte Elemente unter Kontrolle"
- "Notstand in München: Täglich 20 Fragen nach der Pille"
- "Personalien"
- "Extra über uns"
- "Walter Barthel: Eine Rede von Klaus Schütz mit Randbemerkungen"
- "Martin Buchholz: Eine Woche Notstand"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den "Jahrestag 2. Juni". Aufgerufen wird zu einer Kundgebung vor der Deutschen Oper, über die Besetzung der Frankfurter Uni durch die Polizei, über die Besetzung des Gebäudes des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Deutsch-Französischen Instituts von französischen Studenten in Paris. Hintergrund: Solidarität mit den deutschen Studenten, die gegen die Einführung der Notstandsgesetzgebung demonstrieren. In Herne wurde jetzt ein RC gegründet. Berichtet wird weiter über die Pille. Das sei bereits ein Notstand in München. Biographische Daten gibt es über den Tagesspiegel-Redakteur Schwartzkopf, Ulrich K. Preuss, Springer. In Extra-Über uns wird über den Pariser Mai berichtet. In "Eine Woche Notstand" berichtet M. Buchholz über die Notstandstage. In der Extra-Dokumentation "Notstand: Das ist geschehen" dokumentiert der BED die NS-Gesetze. In einer weiteren Extra-Dokumentation: "Münchner Kammerspiele: Aufruf an die Kollegen" fordern Mitglieder, "die Theater zu einem Forum gegen die Notstandsgesetze zu machen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 44, West-Berlin, 1. Juni 1968.

05.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 45 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "West-Berliner FDP: Vertragsentwurf zwischen BRD und DDR".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bonn: Rechtsextremisten der CDU sammeln sich"
- "US-Nachrichtenmagazin: Springer hilft dem CIA"
- "Staatsanwaltschaft: Spontane Demonstration ohne Genehmigung"
- "Humanistische Union: Strafanzeige gegen drei Polizisten"
- "Bundeswehr: 25 % für die NPD"
- "Bundeswehr: Vorbereitungen zum Anti-APO Einsatz"
- "Personalien"
- "Protest aus Schweden: SPS-Studenten an Schütz"
- "Kritik aus Holland: Brief an die EKD und die Katholiken"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweis des Republikanischen Clubs"
- "Extra über uns"
- "Walter Barthel (III): Eine Rede von Klaus Schütz"
- "Martin Buchholz: Der Berliner Polizei: Heil! Heil! Heil!"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den "Freundeskreis der CSU", über das US-Magazin "Ramparts", das berichtet, dass Springer dem CIA hilft, über die Bundeswehr, die "Vorbereitungen zum Anti-APO Einsatz" treffen würde. Biographische Daten gibt es zu Lyndon B. Johnson, Graf Bernadotte, Joachim Wilhelm. Am 7.6. findet im RC West-Berlin eine Diskussionsveranstaltung mit Prof. Gottschalch statt. Das Problem der Räte wird weiter behandelt. Walter Barthel dokumentiert eine Rede von Klaus Schütz. In der Extra-Dokumentation geht es um einen Vertragsentwurf zwischen der BRD und der DDR. U. a. wird der "Entwurf eines Vertrages über Gewaltverzicht zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik" veröffentlicht. Er beruht u. a. auf eine Erklärung von Stoph vom 18.9.1967.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 45, West-Berlin, 5. Juni 1968.

08.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 46 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Humanistische Union: Verfassungsschutz-Gesetz revidieren" und: "Heinz Theo Risse: Frankreich und diesseits des Rheins".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Tritt Wehner doch zurück?"
- "SPD West-Berlin: Unbehagen über die etablierte Link"
- "Überfall auf den SDS: Von der NPD voll gedeckt"
- "Sowjetunion: Sympathiekundgebung für Dutschke und Cohn-Bendit"
- "Sender Freies Berlin: Angst vor APO-Partisanen"
- "Bundesrepublik: Kein Asylrecht für verfolgte Griechen"
- "Brief an Dutschke: Auswahl erscheint in Kürze"
- "Witz der Woche"
- "Zwiegespräch der Woche"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Dank aus Paris: West-Berliner Spende angekommen"
- "Notstandsgesetze: Sie sagten Nein"
- "Telefonüberwachung: schon lange vor Notstandsgesetzgebung"
- "Revanchisten-Programmatik: Morgenpost und von Thadden"
- "1. Mai 1969: Anweisung für Jubel-Sozis"
- "Walter Barthel: Eine Rede von Klaus Schütz (III)"
- "Extra Über uns"
- "Ahlers beklagt sich"
- "Extra Dokumentation"
- "Extra Meinung: Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit in der Außerparlamentarischen Opposition"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über einen Überfall auf das SDS-Büro am Kurfürstendamm. Der Sender Freies Berlin hat zum Schutz gegen APO-Partisanen Sicherungsmaßnahmen getroffen. Briefe, die Dutschke während seines Krankenhausaufenthalts erreicht haben, sollen veröffentlicht werden. Am 8.6. liest Ernst S. Steffen im RC West-Berlin Lyrik. Am 12.6. spricht Prof. Gajo Petrovich zur "ideologischen Situation". Der BED veröffentlicht eine Liste von SPD-Abgeordneten, die gegen die NS-Gesetze stimmten. Walter Barthel dokumentiert weiter eine Rede von Klaus Schütz. In Extra Über uns wird darüber berichtet, dass M. Buchholz zu einer Strafe von 500 DM verurteilt wurde. Buchholz war wegen "journalistischer Nothilfe für Fritz Teufel" angeklagt worden. In der Extra-Dokumentation begründet die HU ihre Auffassung, dass das derzeitige Verfassungsschutz-Gesetz revidiert werden müsse. In einer weiteren Extra-Dokumentation referiert Heinz Theo Risse über Frankreich. In der Extra-Meinung geht es um den "linken Radikalismus" in der APO. Und in der Extra-Diskussion geht es um die K I, die einen "Rechtfertigungsbeitrag zu unserem Report 'Eine Woche Notstand'" liefert. Geworben wird für die Broschüre des jüdischen Arbeitskreises: "Die Wahrheit über Kurt-Georg Kiesinger".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 46, West-Berlin, 8. Juni 1968.

12.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 47 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Formierte Gesellschaft. Am Beispiel des Berliner-Kollegs".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Außerordentlicher Parteitag noch im Herbst"
- "Junge Linke West-Berlin: Am 30. Juni gegen Mietwucher"
- "Rudi Dutschke: Auf jedenfall in den USA Arbeit beenden"
- "Anwälte vor Gericht: Nach Mahler auch Groenewold"
- "Unabhängige Schüler: Neuer Vorstand gewählt"
- "NPD West-Berlin: Schläger-Chef Pieper suspendiert"
- "CDU West-Berlin: Stimmungsmache an der FU"
- "Protest-Festival: Theorie des Liedes in der Gesellschaft"
- "Vietnam: Zunehmende Auflösung der KY-Armee"
- "Tunesien: Protestbewegung griff auf Afrika über"
- "Griechenland: Berichte über zunehmende Partisanen-Tätigkeit"
- "Brandt: Verurteilung: Diffamierung und Verschleierung"
- "Diskussion mit Staudte: Mörder unter uns"
- "Personalien"
- "Literatur zur Notstandsgesetzgebung"
- "Gegendarstellung der Jungen Union West-Berlins"
- "Anmerkung der Redaktion"
- "Extra Über Uns"
- "Klaus Herrmann: Analyse statt Simplifikation"
- "Extra Kommentar"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über einen möglichen außerordentlichen Parteitag der SPD, dessen eifrigster Befürworter Brandt sei. Die Junge Linke in der SPD will am 30.6. gegen "die unsozialen Verhältnisse auf dem Gebiet des Wohnungswesens demonstrieren". Neben Mahler steht auch Groenewold vor Gericht. Berichtet wird weiter über die III. DK des "Aktionszentrums Unabhängiger Sozialistischer Schüler" (AUSS). Auf der Burg Waldeck findet vom 12.-17.6. ein internationales Folklore- und Protestsong-Festival statt. Auftreten werden u. a. Degenhardt, Süverkrüp, Colette Magni u. a. Berichtet wird weiter über die Verhaftung des Brandt-Sohnes Peter, über den Film von Wolfgang Staudte: "Die Mörder sind unter uns", der am 16.6. in der West-Berliner Landesbildstelle gezeigt werden soll. Am 14.6. will Solveig Ehrler zu Thesen zum Thema "Die Rolle der SPD in der Strategie der außerparlamentarischen Opposition" referieren. In der Extra-Diskussion veröffentlicht der BED einen Diskussionsbeitrag von Klaus Herrmann: "Analyse statt Simplifikation". Im Extra-Kommentar veröffentlicht der BED weitere Randbemerkungen von Walter Barthel zu "einer Rede von Klaus Schütz, Teil IV". Und in der Extra-Dokumentation "Formierte Gesellschaft am Beispiel des Berliner-Kollegs" werden erste Auszüge veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 47, West-Berlin, 12. Juni 1968.

15.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 48 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Verbände der APO: DDR Beschlüsse treffen nicht Herrschende" und: "Ostasien-Institut: Konkrete Forschung und Gleichberechtigung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDT-Kontakte: Politik nur stundenweise"
- "Nach dem DDR-Passgesetz: Angriffe auf Brandt!"
- "West-Berlin: Verteidigungsausschuss nicht mehr in der Stadt"
- "München: Europatreffen gegen Faschismus"
- "DGB: Stagnation oder Schwund im Organisationsstand"
- "Philosophisches Seminar: Selbstbestimmung gefordert"
- "Biennale: Statt Festival Kulturkongress"
- "Frankreich: Die Ausweisung der 167 Westdeutschen"
- "Sowjetunion: Vatikan: Annäherung über Orthodoxie"
- "Neubauer: Briten lehnten Panzer-Einsatz ab"
- "Notstandsgesetzgebung: Für West-Berlin ein Einsatz"
- "Peter Fechter Jugend: Aktive antikommunistische Aktionen"
- "Arbeiter im Parlament: Wie die SPD-Kandidaten siebt"
- "Ostkontakte: Antwort aus dem Diesseits"
- "Kapfinger-Bericht über SPD: Lust am Untergang"
- "Extra-Meinung"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über ein Europatreffen gegen den Faschismus. Es soll am 22.6. in München stattfinden. 16 Westdeutsche sind aus Frankreich ausgewiesen worden. U. a. die Bibliothekarin Adelheid Benz, Boris Fränkel. Begründung: man habe bei ihnen Telefonnummern von Cohn-Bendit gefunden. In der Extra-Meinung wird über die Einführung des Visumzwangs im Berlin-Verkehr berichtet. In der Extra-Dokumentation richten West-Berliner Studentenverbände einen Brief an das ZK der SED. Sie seien mit neuen Sichtvermerken im Berlin Verkehr nicht einverstanden. In einer weiteren Extra-Dokumentation wird über die Neuordnung des Ostasien-Instituts berichtet.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 48, West-Berlin, 15. Juni 1968.

19.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 49 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "KPdSU: Der Sozialdemokratie historisches Schicksal".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Gegenmaßnahmen: USA warnen vor Eskalation"
- "Baden-Württemberg: Eine fürchterliche Sache"
- "Bundesregierung: Jahn Minister Ehmke raus?"
- "Anti-Infas in West-Berlin: Trend für die Genossen"
- "Internationale Kundgebung: Linke SPD, DGB und APO"
- "West-Berlin: Antifaschistischer Widerstandskreis gegründet"
- "SPD: Mitgliederzahlen gehen wieder zurück"
- "Technische Universität: Wieder linker AStA in Sicht"
- "Extra-Meinung"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Aufruf zur demokratischen Aktion"
- "Springers Welt: Peinliche Unkenntnis"
- "Witz der Woche"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"

Berichtet wird u. a. über eine "Internationale Kundgebung gegen Faschismus und Neofaschismus", die am 20./21.6 in München stattfinden soll. Einen Aufruf haben u. a. unterzeichnet: Prof. Flechtheim, Prof. Gollwitzer, Grass. Berichtet wird weiter von der Gründung eines "Antifaschistischen Widerstandskreises" am 16.6. in West-Berlin. An der TU in West-Berlin, so der BED, sei wieder ein "linker AStA in Sicht". Allerdings habe es an der TU eine Polarisierung gegeben. Die linke Fraktion (Wählergemeinschaft), die rechte Fraktion (Unabhängige Aktionsgemeinschaft) hätten jeweils 39 Sitze. "Die Verhandlungen über die Wahl eines AStAs wurden aufgenommen. Sie zeigen, dass ein linker AStA in Sicht ist, da die beiden Unabhängigen wohl kaum einen rechten Vorsitzenden wählen werden". In der Extra-Meinung "17. Juni 1968: Tag der Anerkennung" wird über Barzel und Wehner berichtet, die auf Kundgebungen zum 17. Juni gesprochen haben. In der Extra-Dokumentation "KPdSU: Sozialdemokratie historisches Schicksal" werden Auszüge aus dem TO der sowjetischen KP "Kommunist" zur Sozialdemokratie veröffentlicht. Veröffentlicht wird auch der "Aufruf zur demokratischen Aktion".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 49, West-Berlin, 19. Juni 1968.

22.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 50 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Heinrich Albertz: Staatsverträge mit der DDR" und: "Umfrage: Große Koalition-DDR Anerkennung-Wirtschaftsfragen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Weißer Kreis: Aktionen in Kreuzberg und Neukölln"
- "Gegenmaßnahmen: Fehlkalkulation beim Planungsstab"
- "Untersuchungsausschuss: Kompakte Darstellung"
- "Filmfestspiele: Warten auf Skandal"
- "Teach-in: Visazwang und DDR-Anerkennung"
- "Berlin-Kolleg: Unterricht selbst organisiert"
- "CDU West-Berlin: Werbeaktion Schlag ins Wasser"
- "Pfarrer unter Anklage. Wegen Hilfe für Vietnam-Flüchtlinge"
- "Katholische Kirche: Wochenzeitung 'Publik': Tod vor der Geburt?"
- "München: Studentenvertretung nach dem, Rätesystem"
- "Kiel: Internationaler Studentenkongress"
- "FDP: Mitgliederbewegung nach oben"
- "Bundeswehr: Reservistenkameradschaft in West-Berlin"
- "Basisgruppen: Informationsstelle etabliert"
- "Journalisten-Reisen: Herrmann wegen Politiker-Porträts bestraft"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Extra-Diskussion"
- "Mitteilung des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hartmut Bunke: Extra-Report"

Berichtet wird u. a. über die Einführung eines Weißen Kreises und kommende Mieterhöhungen. Aktiv seien die Basisgruppen Neukölln und Kreuzberg. Das Sanierungsprojekt in der Kreuzberger Wasserstraße sei das Objekt der Agitation. Berichtet wird weiter über die Filmfestspiele in West-Berlin. Der RC, die Studentenvertretung der TU, der FU-AStA und die Falken wollen am 25.6. ein Teach-in zum Thema "Visazwang und DDR-Anerkennung" durchführen. Berichtet wird weiter vom "Internationalen Studentenkongress", der vom 27.6.-29.6. in Kiel stattfinden soll. Sprechen sollen u. a.: Peter Gäng, Reinhard Opitz, Prof. Hofmann, Johannes Agnoli.

Im Institut für Gegenöffentlichkeit wurde "eine Informationsstelle für die Arbeit der Basisgruppen der West-Berliner Opposition geschaffen". Am 23.6. soll der Film "Die Stunde der Hochöfen" im Filmtheater Bellevue am Hansaplatz gezeigt werden. In der Extra-Diskussion werden Auszüge von E. A. Rauter "Mehr tun, was notwendig ist" veröffentlicht. In der Extra-Dokumentation "Heinrich Albertz: Staatsverträge mit der DDR" werden Rede von ihm und von Eberhard Sommer veröffentlicht. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Große Koalition, DDR-Anerkennung, Wirtschaftsfragen" werden Infos vom Meinungsinstitut DIVO veröffentlicht. Im Extra-Report "Im Herbst wird geteilt" wird darüber berichtet, dass die Kirchenleitung der evgl. Landeskirchen in der DDR Kommissionen berufen hat, die über einen "engeren Zusammenschluss der evangelischen Landeskirchen in der DDR erarbeiten sollen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 50, West-Berlin, 22. Juni 1968.

26.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 51 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "SACI: Die neue Waffe gegen die Unterernährung".
Artikel der Ausgaben sind:
- "Koalitions-Heckmeck: Streit in der FDP"
- "SPD West-Berlin: Angst vor Studenten und Unterwanderung"
- "Gesellschaftspolitik: Wohnungsbau unter der Lupe"
- "NPD West-Berlin: Besiedlung jenseits Oder-Neiße"
- "Dutschke-Brief: Auch einer von Augstein"
- "Schräger Vogel: Verfügung gegen Hesse"
- "Filmakademie: Am Ende"
- "Freie Volksbühne: Schauspieler und Publikum protestieren"
- "Witz der Woche"
- "Fall Gottschalch: Hauptverfahren beantragt"
- "West-Berliner Senat: Neue Taktik gegenüber der APO"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Personalien"
- "Hessen: Schülerstreik an Berufsschulen unzulässig"
- "Rheydt: Republikanischer Club gegründet"
- "Anzeigen-Aufnahme: Schwierigkeiten der Linken"
- "Filmakademie: Schadenersatzwünsche an Besatzer"
- "Katholische Kirche: Kritik in Essen zu erwarten"
- "SPD-Hochschulbetriebsgruppe: OAS Besetzung begrüßt"
- "Extra-Dokumentation"
- "Stimme aus Belgrad: Warum wir demonstrieren"
- "Extra-Diskussion"
- "Extra-Brief"
- "Bücherstube im Republikanischen Club"

Berichtet wird u. a. über die Herstellung von Analysen im West-Berliner Bausektor, über die Deutsche Akademie für Film und Fernsehen, die am Ende sei, über die Freie Volksbühne. Schauspieler und Publikum protestieren gegen das Bühnenstück "Gerettet" von Zadek. Im RC will am 26.6. Horst Schmitt vom PV der SED in West-Berlin zum Thema "Arbeiterselbstbestimmung aus der Sicht der SED West-Berlin" referieren. Am 3.7. will der "Antifaschistische Arbeitskreis" im RC eine Veranstaltung zum Thema: "Antifaschisten contra Verfolgtenverbände" durchführen. Biographische Daten gibt es über: von Schultzendorff, Walter Görlitz. Schülerstreiks an Berufsschulen, so Dr. Hamm-Brücher, Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium, seien unzulässig. In Rheydt ist ein RC am 14.6. gegründet worden. In der Extra-Dokumentation "SACI: Die neue Waffe gegen die Unterernährung" veröffentlicht der BED einen Beitrag aus der Zeitschrift "Gordian" (Lebensmittelbranche). In der Extra-Diskussion "Peter van Spall: Für eine Linksföderation" setzt der BED die Leser-Diskussion über Strategie und Taktik der APO mit dem fort. Im Extra-Brief "Arno Reinfrank: An die schreibenden Oberschüler und Studenten" veröffentlicht der BED einen Brief von Arno Reinfrank, Mitglied des PEN-Clubs.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 51, West-Berlin, 26. Juni 1968.

29.06.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 52 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "VDS zur Hochschulreform: Institute von Räten leiten lassen", "Otto-Suhr Institut: Vorlage einer neuen Satzung" und: "SPD: Der Text der Maulkorb-Beschlüsse".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Exklusiv: Ein Papier des Bundesnachrichtendienstes über den französischen Studentenführer Daniel Cohn-Bendit"
- "Schock im Senat: Zuwachs um Null"
- "FU-Eskalation: Zusammenspiel Neubauer und Harndt"
- "Chemische Kampfstoffe: Merkwürdigkeiten um Hersh-Buch"
- "Spekulationen: Neue bürgerliche Reform-Partei"
- "Bundesnachrichtendienst: Materialien zu Cohn-Bendit"
- "4. Juli: Aktionstag gegen US-Aggression in Vietnam'"
- "Blutspende-Aktion: Am Mittwoch für Vietnam"
- "Dow Chemical Company: Napalm für humanen Krieg"
- "Geheimdienst-Chef: Kritik am Schah"
- "Personalien"
- "Berlinale"
- "Witz des Festivals"
- "Dutschke-Briefe: In einem neuen Verlag: A la Voltaire"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Eskalationen an der FU mit Polizeieinsätzen im Rektorat, im japanischen und sinologischen Seminar, weiter über ein Buch über chemische Kampfstoffe des Autors Eymour M. Hersh, der u. a. auch die BRD angreift, da sie "Ausrüstung für bakteriologische und chemische Waffen zur Verfügung" stellt, für den Vietnamkrieg. Berichtet wird weiterüber Materialien des BND über Cohn-Bendit. Am, 4.7. soll ein Aktionstag gegen den Vietnamkrieg stattfinden. Aufgerufen hat der Arbeitsausschuss der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung". Für den 3.7. ruft der AStA der FU zu Blutspenden für Vietnam auf. In der Extra-Dokumentation "VDS zur Hochschulreform: Institute von Räten leiten lassen" veröffentlicht der BED eine Erklärung des VDS. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Otto-Suhr Institut: Vorlage einer neuen Satzung" veröffentlicht der BED einen Satzungsvorschlag. In der Extra-Dokumentation "SPD: Der Text der Maulkorb-Beschlüsse" geht es um die West-Berliner SPD und eine Vorlage des Landesausschusses.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 52, West-Berlin, 29. Juni 1968.

03.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 53 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Wurde die 'Französische Revolution' verraten?" und: "Augstein: Bedingungslose Anerkennung der DDR: Thesen zur Situation in der Deutschen Außenpolitik".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Notstandsgesetzgebung: West-Berliner Pläne sind fertig"
- "Bonner Studie: Was soll aus West-Berlin werden?"
- "Bundes-FDP: Doch Wahlkampf mit Werbeagentur?"
- "FU-AStA und SDS: Spendenaufruf für französische Arbeiter"
- "Berlin-Flüge: Dauernde Behinderung für Reisende"
- "Begegnung im RC: Dieter Klein und Cohn-Bendit"
- "Innerdeutscher Handel: Kein Druckmittel mehr"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "USA Unabhängigkeitstag: Campaign-Blatt zur Parade"
- "Frankreich: Studenten nach Persien abgeschoben"
- "Israel: Peinliche Fragen an Schütz"
- "Griechenland: Studenten vor dem Kriegsgericht"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra Über Uns"
- "Thomas Knauf: Doppelstrategie der APO"
- "A. Lindemann/H. von Rhode: Antifaschistischer Widerstandskreis"

Berichtet wird u. a. über die Notstandsgesetzgebung und die West-Berliner Pläne, über die Bundes-FDP, die sich die Mitarbeit von Werbeagenturen für den Bundestagswahlkampf gesichert hat, über den FU- und SDS-AStA-Spendenaufruf für die Unterstützung der Arbeiter und Studenten in Frankreich, über ein Streitgespräch zwischen Cohn-Bendit und Dieter Klein von der Ost-Berliner Humboldt-Universität im RC. Biographische Daten gibt es zu: Cabot-Lodge, Sven Backlund, Jean-Marie Straub. Am 4.7. will der Schriftsteller Ulrich Sonnemann über "Institutionalismus und studentische Opposition" referieren. Gerd Moest schreibt in der Extra-Dokumentation "Wurde die 'Französische Revolution' verraten?" über die Wahlniederlage der Linken in Frankreich. In Extra Über Uns "Zur Kasse gebeten" wird über Martin Buchholz berichtet, der einen Strafbefehl erhielt. Hintergrund: "Buchholz hatte in einer Veröffentlichung auf falsche Polizistenaussagen gegen Teufel hingewiesen". In einer weiteren Extra-Dokumentation "Augstein: Bedingungslose Anerkennung der DDR" werden Thesen des West-Berliner ZDF-Leiters Schwarze zur Deutschlandpolitik veröffentlicht. Thomas Knauf referiert über die "Doppelstrategie der APO".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 53, West-Berlin, 3. Juli1968.

06.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 54 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Schauspieler begannen mit Organisation".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDR Passiergesetz: West-Berliner entdeckte eine Lücke"
- "Herbert Wehner: Wie wird man das Ministerium los?"
- "Springer: Ringelspiel um 100 Millionen"
- "Springer: Gegen Mahler: Gericht fordert konkrete Beweise"
- "SPD-Vorstandsmitglieder: Vortisch den Ausschluss angedroht"
- "West-Berlin: Antifaschistischer Widerstand gegründet"
- "Dienstag: Die gesamte Kommune I vor Gericht"
- "Bundeswehr: Notstandsübung gegen APO-Demonstranten"
- "Personalien"
- "Extra Über uns"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra Meinung"
- "Blutspende-Aktion"
- "Extra-Diskussion"
- "Extra-Sachregister"

Berichtet wird u. a. über das "DDR-Passgesetz", über Herbert Wehner, über eine Anklage Springers gegen Mahler. Dieser soll Initiator der Osterunruhen gewesen sein, über die Gründung des "Antifaschistischen Widerstandskreises" in West-Berlin. Am 9.7. beginnt in Moabit ein Prozess gegen die K I. Delikt: "Hausfriedensbruch". Anlass: Go-in vom 15. September letzten Jahres, als sich Fritz Teufel im Schöneberger Rathaus stellte. Biographische Daten gibt es über Rudi Dutschke, Herbert Lederer, Heinz Tiede. In Extra-Über Uns wird über den Chefredakteur des "Stern" berichtet. In der Extra-Dokumentation "Schauspieler begannen mit der Organisation" wird über die West-Berliner Volksbühne berichtet. In der Extra-Meinung "Der Jungfilm rührt sich nicht, er ist gerührt" nimmt Hannes Schwenger zu den XVIII. Berliner Filmfestspielen Stellung. Aufgerufen wird zu Blutspenden für Vietnam. In der Extra-Diskussion nimmt Peter Sörgel zum BED Stellung. Angehängt ist das Extra-Sachregister für das erste Halbjahr 1968.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 54, West-Berlin, 6. Juli1968.

10.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 55 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Diskussion im BBC: Ursachen der Studentenbewegung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berlin: Internationaler Revolutions-Kongress im Januar"
- "Frankreich: Kritische Volks-Universität mit Arbeitern"
- "Ruhr-Universität Bochum: Linksruck im Parlament"
- "Springer-Druckerei: Druck auf Kollegen"
- "Frankfurter Buchmesse: Ordnerdienst verstärkt"
- "Künstler-Protest: Vorwürfe gegen Kunstverein"
- "Aktion Sühnezeichen: 'Friedens-Consultation' gefordert"
- "RC-Gründung: 60 Mitglieder in Mülheim (Ruhr)"
- "Zitat der Woche"
- "Personalien"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra Über Uns"
- "Unsere Position"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den "Internationalen Revolutionskongress", der zum "50 Jahrestag der Novemberrevolution in Deutschland" stattfinden soll. Diskutiert wird eine mehrmonatige Kampagne, die mit einem internationalen Kongress abgeschlossen werden soll. Berichtet wird weiter über eine "Kritische Volks-Universität" in Frankreich, über StuPa-Wahlen an der RUB. Dort haben linke Gruppen 28 Sitze erreicht. Vorreiter ist der SHB, gefolgt von der HU und dem SDS. Berichtet wird weiter aus Mülheim (Ruhr). Dort ist ein RC gegründet worden. Biographische Daten gibt es über: Georg Heims. Am 12.7. Soll im RC eine Diskussion zum Thema: "Zur politischen Strategie des Republikanischen Clubs im kommenden Herbst und Winter stattfinden". In Extra Über uns referiert Guggomos über "Unsere Positionen". In der Extra-Dokumentation dokumentiert der BED Auszüge aus einer Fernsehsendung der BBC mit Studentenvertretern zum Thema Studentenbewegung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 55, West-Berlin, 10. Juli1968.

13.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 56 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Rechtsanwalt Burger: Zum Widerstandsrecht von Demonstranten" und: "BBC-Diskussion: Ursachen der Studentenbewegung (II)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Fall Mahler: Wer links ist, lügt auch"
- "Fall politische Justiz: Presseerklärung des RC verschwiegen"
- "Berlin Visite: Kiesinger kam auf Wunsch der USA"
- "Bonner CDU: Spekulationen um Schröder"
- "Berliner Bürgerkomitee: West-Berlins Wirtschaft auf DDR ausrichten"
- "APO Hamburg: Hungerstreik für griechische Justiz-Opfer"
- "APO West-Berlin: Mieter Aktion am Montag"
- "NHB: Tarnorganisation an der TU"
- "CDU: In APO eingedrungen"
- "NPD: Bessere Planung für Anti-APO-Aktionen"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Auslese"
- "Dutschke-Verhaftung: Verfahren in Frankfurt eingestellt"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Diskussion"
- "Zitrat der Woche"

Berichtet wird u. a. über Horst Mahler und dem Ausschluss von der Verteidigung einiger Angeklagter, die während der Aktionen der Verkehrsblockade der "Kampagne für Demokratie und Abrüstung" am Ostersonnabend verhaftet worden waren, über eine Presseerklärung des RC zum Ausschluss Mahlers, die die Justiz verschwiegen haben soll. Berichtet wird weiter über das "Berliner Bürgerkomitee", das Thesen zur West-Berliner Politik im BED veröffentlicht, über Mieteraktionen der APO am 15.7., über den Nationaldemokratischen Hochschulbund, dem an der TU jegliche Betätigung untersagt wurde. Biographische Daten gibt es über: Werner Nieke, Walter Barthel, Wolfgang Ebert.

Am 19.7. will Willy Huhn im RC über den "Niedergang der revolutionären Räte 1917-1922" berichten, am 20.7. soll im RC eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Widerstand gegen den Faschismus" stattfinden. In der Extra-Auslese wird über eine Polizeiaktion berichtet. Ein Verfahren gegen Dutschkes Verhaftung am Frankfurter Flughafen vom 29.2. wurde eingestellt. In der Extra-Dokumentation "Rechtsanwalt Burger: Zum Widerstand von Demonstranten" wird über eine Diskussion in der Fernsehreihe "Pro und Contra" des 1. Fernsehprogramms berichtet. Dort hatte der Münchner Strafverteidiger Till Burger eine Bewertung abgegeben. In einer weiteren Extra-Dokumentation wird Teil II der "BBC-Diskussion: Ursachen der Studentenbewegung" veröffentlicht.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 56, West-Berlin, 13. Juli1968.

17.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 57 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Springer-Schriftsatz enthüllt: Spitzel im RC tätig", "Erklärung der philosophischen Fakultät" und: "Fall Peter Brandt: Die schriftliche Urteilsbegründung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Senat fragt Bevölkerung: Was wird aus West-Berlin"
- "Polizei-Kennzeichnung: Nach Volksbefragung Initiative der HU"
- "Springer Zweckmeldung: AStA Beitrag nicht nur für politische Arbeit"
- "Bayerisches Kultusministerium: Keine Räume für Studenten"
- "Geheimdienste in der BRD: Auch Türken eerden überwacht"
- "Südostasien: Fast 100.000 Soldaten in Thailand-2
- "Polen: Rotes Licht für Handel mit der BRD"
- "CSSR: Grünes Licht für Handel mit der BRD"
- "West-Berlin: Gründungsaufruf für revolutionäres Kulturzentrum"
- "Zitat der Woche"
- "Personalien"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweis der Redaktion'"
- "Extra-Dokumentation"
- "Volksbühnen-Revolte: Publikumsbeschimpfung des Regisseurs Zadek"

Berichtet wird u. a. über den Berliner Senat, der beim "Institut für angewandte Sozialwissenschaft", Bad Godesberg, eine Studie in Auftrag gegeben hat. Danach soll die Haltung der Bevölkerung erkundet werden. Geheimdienste in der BRD würden nun auch Türken überwachen. Über Südostasien wird berichtet, dass fast "100.000 US- Soldaten" in Thailand stationiert sein sollen. Das bayerische Kulturministerium will keine Räume für Studenten zur Verfügung stellen, in denen Aktionen geplant werden. In West-Berlin ruft eine Initiative dazu auf, ein "Zentrum für Kultur und Revolution" zu gründen. Biographische Daten gibt es über: Rudolf Augstein, Emil Franzel, Robert Kennedy. Am 21.7. soll im RC eine Informationsveranstaltung zu Biafra stattfinden. In der Extra-Dokumentation wird darüber berichtet, dass im RC Spitzel tätig waren. In einer weiteren Extra-Dokumentation erklärt sich die Philosophische Fakultät zum Entwurf einer Satzung für das Otto-Suhr Institut, die der Akademische Senat zurückgewiesen hat. Und in der Extra-Dokumentation "Fall Peter Brandt: Die schriftliche Urteilsbegründung" dokumentiert der BED Auszüge aus der schriftlichen Urteilsbegründung. Berichtet wird noch von der West-Berliner Volksbühnen-Revolte bezüglich der Aufführung "Gerettet".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 57, West-Berlin, 17. Juli1968.

20.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 58 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Pariser Juli: Neue Verhaftungswelle bei Studenten und Arbeitern"
- "CSSR: Eindringliche Warnung aus Westeuropa"
- "Karl Heinz Kurras. Jetzt Privat-Detektiv in Friedenau"
- "Fritz Teufel: Neue Kommune in München"
- "West-Berliner NPD: Unabhängig von der Zentrale"
- "Finnland: DDR Anerkennung im Herbst 1969"
- "Telegramm-Aktion: Solidarität mit Athener Terrorjustizopfer"
- "Buchmesse: Griechische Beteiligung fraglich"
- "West-Berliner DGB: APO-Sprecher wieder ausgeladen"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Mahler am Amtsrichter Karras: Ein Polizei-Meineids-Komplott"
- "Personalien"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "RC-Hamburg: Jetzt Neugründung mit prominenten Namen"
- "Volksbühnen-Revolte: Krippendorff antwortet Peter Zadek"
- "Heinrich Hannover: Notstandsverfassung: Legalisierung des Transformationsprozesses von der Formaldemokratie zur totalitären Klassenherrschaft"
- "Bericht über die Verwendung der Mittel der Berliner Rechtshilfe"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra Personenregister"

Berichtet wird u. a. über eine Verhaftungswelle bei verschiedenen Organisationen in Frankreich, über Horst Mahler, "der vom Amtsgerichtsrat Karras von der Verteidigung dreier Meinekestraßen-Demonstranten ausgeschlossen worden war". Biographische Daten gibt es über: Hartmut Bunke, Hans Erich Bilges, Günter Gaus. Am 22.7. soll im RC der RB "über die bisherige Arbeit des Springer-Büros. Diskussion über seine zukünftigen Aktivitäten. Gründung eines Pressearbeitskreises" diskutiert werden. In Hamburg wurde jetzt ein RC mit prominenten Namen gegründet. Mit dabei sind: Joachim Fest, Klaus Rainer Röhl, Hans Giese u. a. Krippendorff antwortet Peter Zadek. Der BED veröffentlicht eine Stellungnahme von Heinrich Hannover zur Notstandsverfassung (aus "Blätter für deutsche und internationale Politik"). Die West-Berliner Rechtshilfe veröffentlicht die Spendenverwendung. Angehängt ist ein Extra-Personenregister.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 58, West-Berlin, 20. Juli 1968.

24.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 59 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Winterkampagne: 50 Jahre Konterrevolution sind genug (I)", "Rolf Pohle: Terrorjustiz statt Polizei-Terror in München" und: "Luigi Longo: Über Studentenbewegung und Kommunisten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Linke: Fritz Teufel in der Partei!"
- "Üble Nachrede: Innensenator Neubauer abgeblitzt"
- "Dritte Instanz: Enteignet Springer: Eine politische Tagesfrage"
- "Bulgarien: Festival findet statt"
- "China: Kulturrevolution administrativ beendet"
- "Katholische Opposition nach der APO jetzt die KAPO"
- "Personalien"
- "Justiz: Erster Urteile im Fall Gedächtniskirche"
- "Extra-Flugblatt in der City: Volksentscheid gefordert"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Eine Stimme, das APO-Flugblatt Nr. 9"

Berichtet wird u. a. über Fritz Teufel und den Evangelischen Arbeitskreis für eine Reform der SPD. Das Verfahren gegen Guggomos wegen "übler Nachrede" ist eingestellt worden. Das ZK der chinesischen KP hat die Kulturrevolution für beendet erklärt. Auf dem 16. Katholischen Studententag wurde jetzt ein "Aktionskomitee Katholischer Studenten" organisiert". Biographische Daten gibt es über: Fried Wesemann, Rolf Jürgen Priemer. In der West-Berliner City wurde jetzt das Flugblatt Nr. 9 der APO verteilt. Die Forderung nach einer modernen Politik für West-Berlin wurde u. a. gefordert. In der Extra-Dokumentation "Winterkampagne: 50 Jahre Konterrevolution sind genug (I)" wurde am 12. und 19.7. im RC die "politische Strategie im Herbst und Winter" diskutiert. Der ehemalige Münchener AStA-Vorsitzende Rolf Pohle sprach auf einer Veranstaltung der FU über Urteile der Münchener Justiz gegen Demonstranten. In einer weiteren Extra-Dokumentation referiert Longo über "Studentenbewegung und Kommunisten". Angehängt ist das Flugblatt Nr. 9 der APO vom Juli/August 1968.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 59, West-Berlin, 24. Juli 1968.

27.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 60 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Ein Brief, den die 'Zeit' nicht druckte" und: "Winterkampagne: 50 Jahre Konterrevolution sind genug (II)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam: Westdeutsche Ärzte von Südvietnamesen ermordet"
- "Großbritannien: Revolutionäre Studentenversammlung"
- "Oppositions-Zentrum: Weigand sitzt in Ehrenhaft"
- "Wahrheitsfindung: Ahlers Dementi war falsch"
- "Notstandsgegner: 150 schickten Wehrpässe zurück"
- "Republikanischer Club: Acht Arbeitskreise konstituiert"
- "Personalien"
- "Konkret-Aktion: Beifall von Ernst Lemmer"
- "Nochmals 'Gerettet': Zadeks Kurzbrief an Krippendorff"
- "Christlicher Friedensdienst: Frieden für West-Berlin"
- "Gesetzentwurf: Friedensdienst: Frieden für West-Berlin"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Westdeutsche Zeitungen: APO-Argumente werden aufgegriffen"

Berichtet wird u. a. über westdeutsche Ärzte, die möglicherweise in Südvietnam ermordet wurden, über eine Studentenversammlung in London. Hier wurde von einigen hundert Studenten die "Revolutionäre Sozialistische Studentenföderation" gegründet. Im RC West-Berlin wurden jetzt 8 Arbeitskreise konstituiert, die die "Winterkampagne" des SDS vorbereiten sollen.
1. Die Rolle der SPD und der Gewerkschaften in der Arbeiterbewegung
2. Die revolutionäre Situation von 11918/19
3. Agitation und Propaganda mit den Gruppen, Berufsausbildung und Demokratisierung der Schule
4. Situation der Angestellten und der technischen Intelligenz-Automation
5. Internationale Erfahrungen der Arbeiterbewegung
6. Die Rolle der Industrie und der Industrieverbände
7. Kirche und Revolution
8. Gewerkschaftlicher Arbeitskreis mit den Gruppen zur Aufarbeitung der Mitbestimmungsdiskussion von 1918 bis 1968. Situation der Betriebsräte in der Gesellschaft.

Biographische Daten gibt es über Wolfgang Neuss, Jürgen Rummel. Berichtet wird noch von Zadeks "Gerettet". Wegen seiner Volksbühnen-Inszenierung des Bond-Stückes war Zadek heftig angegriffen worden. In der Extra-Dokumentation "Ein Brief, den die 'Zeit' nicht druckte" geht es um einen Artikel des West-Berliner RC: "Belsen in Biafra", den die Zeit-Redaktion nicht veröffentlichte. Im Artikel "Westdeutsche Zeitungen: APO-Argumente werden aufgegriffen" veröffentlicht der BED Leitartikel im Faksimile (aus: Stuttgarter Zeitung, Frankfurter Rundschau). In einer weiteren Extra-Dokumentation "Winterkampagne: 50 Jahre Konterrevolution sind genug (II)" wird darüber berichtet, dass dazu im RC am 12. und 19.7. eine theoretische Debatte stattfand.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 60, West-Berlin, 27. Juli 1968.

31.07.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 61 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "ESG: Kirche und Revolution".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Kein außerordentlicher Parteitag"
- "Arbeitsmarkt: Handel mit Menschen für West-Berlin"
- "Cohn-Bendit: Gerichtliche Schritte gegen Ausweisung"
- "Frankfurt: Berufsschüler organisieren sich"
- "Charterflüge nach Kuba. Regierungen zogen Genehmigung zurück"
- "AStA-Gebühren: Trick des Rektors vom FU-Kuratorium sanktioniert"
- "Polizeipräsident wird 'Gegangen': Rücksicht auf Moch"
- "Zitate der Woche"
- "Frankreich: Geschäft mit der Revolution"
- "CSSR-Delegation: Applaus oder kein Applaus"
- "USA: Wieder kommunistische Tageszeitung"
- "Helmstedt: Quasi-Teufel krankenhausreif geschlagen"
- "Biafra-Protest: Petition an den Innenminister"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "RC West-Berlin: Verein für Sport und Technik gegründet"
- "Industrie Drohung: Nach Mitbestimmung Konzern-Auszug"
- "Springer-Konzern: Neue Zeitungen in Frankfurt und Stuttgart?"
- "Springer-Konzern: Auflagenschwund bei Bild"
- "Süddeutschland: APO-Aktionen gegen Korea-Verschleppung"
- "Süddeutschland: APO Aktionen gegen Korea-Verschleppung"
- "Praktische Aktion: Club-Ferien für Arbeiterkinder"
- "Extra Dokumentation"
- "Extra-Auslese"
- "Hinweise der Redaktion"

Berichtet wird u.a. über die SPD, über den Arbeitsmarkt in West-Berlin, über Cohn-Bendit, der gerichtliche Schritte gegen seine Ausweisung überprüft. In Frankfurt/M. wurde jetzt der "Sozialistische Berufsschülerbund" (SBS) gegründet. Im RC wurde jetzt der "Verein für Sport und Technik" gegründet. Berichtet wird weiter darüber, dass Springer neue Zeitungen für Frankfurt und Stuttgart plane. In Uppsala ging die Weltkirchentagung zu Ende. Die ESG plane danach im West-Berliner RC den Arbeitskreis "Kirche und Revolution" zu gründen. Die Thesen sind:
1. Protest und Widerstand,
2. Weltweit,
3. Herausforderung der Kirche,
4. Praxis, Theorie und Kritik des Protestes und Widerstand sind eine Warnung an die Kirche.

In der Extra-Auslese "Sozialdemokratische Stimmen: Sozialisten und die Sowjetunion" wird über Otto Bauer berichtet. Berichtet wird noch über das "Festival des engagierten Films" vom 22.8.-29.8. Filme sollen im "Bellevue" am Hansaplatz gezeigt werden, u. a.: "Wie ich den Krieg gewann", "Ein Mann zu viel".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 61, West-Berlin, 31. Juli 1968.

02.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 62 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "SHBV: Stellungnahme zur Bundestagswahl".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bundestagswahlen: Scheingefechte in Bonn"
- "Cohn-Bendit: Nach West-Berlin: Student an der FU"
- "Polizeibericht: Verprügelte waren 'Agents Provocateurs'"
- "APO auf Urlaub: Kennzeichen für Autostopper"
- "RC Düsseldorf: Protest gegen Prügel-Polizisten"
- "Senatskundgebung: Ohne Genehmigung durchgeführt"
- "Weltjugendfestspiele: Krach unter Westdeutschen"
- "Weltjugendfestspiele: Die deutsche Delegation"
- "Extra-Diskussion"
- "SHB: Los von Bonn"
- "Pirmasens: Republikanischer Club gegründet"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Report"

Berichtet wird u. a. über die Bundestagswahlen, die 1969 stattfinden sollen, über Cohn-Bendit, der die Absicht habe, im WS 1968 an der FU zu studieren. Der RC Düsseldorf wehrt sich gegen "prügelnde Polizisten". Weiter wird berichtet von den Weltjugendfestspielen in Sofia. Danach kam es zu Streitigkeiten unter den Delegationen. An den IX. Festspielen nahmen aus der BRD u. a. teil: SDS, SHB, SDAJ, AUSS. In der Extra-Diskussion "Bundestagswahlen 1969: APO Beteiligung. Ja oder Nein?" wird ein Artikel von Werner Hofmann veröffentlicht. Der SHB verzichtet in Zukunft auf seinen Bundesvorstand und schafft sich einen Zentralrat. In Pirmasens wurde jetzt ein RC gegründet. In der Extra-Dokumentation "SHB: Stellungnahme zur Bundestagswahl" dokumentiert der BED eine Stellungnahme der außerordentlichen DK in Saarbrücken. Und im Extra-Report "Nigeria und Biafra" legt der BED "Materialien zum Konflikt" vor.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 62, West-Berlin, 2. August 1968.

07.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 63 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Gießener Kreis: Aufruf zu einem Wahlbündnis" und: "Frankreich: Ich bin ein Beteiligter, Du bist beteiligt, sie profitieren".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berlin: Erwägen USA Mitbestimmung der Sowjetunion?"
- "Extra-Dienst: Veröffentlichung: BND entschuldigt sich"
- "Frankreich: SA-Truppe de Gaulles im Quartier Latin"
- "Prügel-Polizisten: unter den Fittichen der Gewerkschaft"
- "West-Berliner Stadtsanierung: Dokumentarfilm in Arbeit"
- "Neu aufgelegtes Braunbuch: Kripo-Chef Sangmeister schwer belastet"
- "Bild-Zeitung Köln: Springer druckt bei der SPD"
- "Darmstadt: Republikanischer Club gegründet"
- "Vietnam-Courier: Nachrichten aus Hanoi in BRD und West-Berlin"
- "Morgenpost: Anti-Springer Kampagne in der DDR"
- "Amnesty International: Bericht über Südkorea"
- "Geheimdienst-Story: Die Freundin des Che Guevara"
- "Wagenbach-Verlag: Künftig mit Mao und Che"
- "Zitat der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Personalien"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über Frankreich. Dort wollen sich "nicht uniformierte SA-ähnliche Sturmtruppen" organisieren, das sog. "Komitee zur Verteidigung der Republik", weiter über das "Büro für Stadtsanierung" im RC. Dort arbeitet man mit Erwin Mühlestein vom Institut für Filmgestaltung an der Ulmer Hochschule zusammen. Ein Dokumentarfilm ist in Arbeit. In der DDR erschien jetzt die 3. Auflage des "Braunbuchs". Berichtet wird weiter aus Darmstadt. Dort ist jetzt ein RC gegründet worden, über Amnesty International. AI hat jetzt einen Bericht über politische Justiz in Nordkorea angefertigt. Im Wagenbach-Verlag sollen in der Reihe "Rotbücher" jetzt auch Texte von Mao erscheinen.

In der Extra-Dokumentation "Gießener Kreis: Aufruf zu einem Wahlbündnis" geht es um den Gießener Kreis, der sich zu den Bundestagswahlen für ein breites Aktionsbündnis einsetzt. Einen Aufruf haben bisher Flechtheim, Abendroth, H. Hannover, E. Käsemann u. a. unterzeichnet. In einer weiteren Extra-Dokumentation geht es um die Zeitschrift "Pouvoir Ouvrier" und einem Beitrag, der sich mit de Gaulles Mitbestimmung beschäftigt. In der Extra-Diskussion "Bundestagswahlen 1969: Die Fragwürdigkeit der Wahlalternative" geht es um ein "Aktions- und Wahlbündnis 1969". Dazu wird ein Beitrag aus der "Düsseldorfer Volkszeitung" veröffentlicht. Geworben wird für Filme des "Kritischen Kinos".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 63, West-Berlin, 7. August 1968.

10.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 64 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Zeit: Antwort auf den offenen Brief des RC West-Berlins" und: "Vietnam: Die vier Phasen des Untergangs von Khe Sanh".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berlin: Der gewachsene Status schrumpft"
- "Kommune-Prozess: Oberstaatsanwalt Kuntze im Zeugenstand"
- "Teufel-Revision: BGH setzt Hauptverhandlung an"
- "Erlangen: Solidaritätsaktion für Soldaten"
- "SPD Charlottenburg: Vorsitzender soll sich verantworten"
- "Personalien"
- "Kuba-Reise: Wie der Boykott zustande kam"
- "Kuba-Lager: Wir arbeiten in den Kaffee-Plantagen"
- "Angola: Dritte Front der Freiheitsbewegung"
- "CSSR-Wirtschaft: Wachstumsindustrie ankurbeln"
- "Ost-Berlin: Gedenkstätte für Spanienkämpfer"
- "Frankfurt: Anti-Nazi Spray beschlagnahmt"
- "Polizeieinsatz Friesenstraße: Armenrecht bewilligt"
- "Hameln: Republikanischer Club gegründet"
- "AStA: Presserklärung zum Urteil des Verwaltungsgerichts"
- "Rechtsextremisten: 'Aktion freies Berlin' macht Propaganda"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über den Status West-Berlins, über den Kommune-Prozess, die Fritz-Teufel-Revision, wobei der BGH nun die Hauptverhandlung ansetzt. Eine Reihe von Gruppen der APO (so in Erlangen, Nürnberg, München etc.) planen eine Aktion für Soldaten. Biographische Daten gibt es über Prof. Matthes, Prof. Walter Grottian. Berichtet wird weiter über Kuba, Kuba-Reisen und Kuba-Lager. Das Politbüro der "Volksbewegung für die Befreiung Angolas" (MPA) hat jetzt eine dritte Front im Befreiungskampf eröffnet. Berichtet wird weiter aus Ost-Berlin. Dort soll am 7.9. ein Denkmal für die Spanienkämpfer eingeweiht werden. In Hameln wurde jetzt ein RC gegründet. Im Extra-Report "Der Mann mit dem goldenen Herzen" referiert Horst Buchholz über Dr. Stolting, Horst Mahler u. a. In der Extra-Dokumentation "Zeit: Antwort auf den 'Offenen Brief' des RC West-Berlin" antwortet Dönhoff. Hannes Schwenger nimmt im Extra-Report "Helmut Schoeck: Ein Ideologe der Reaktion" zu Äußerungen von Helmut Schoeck Stellung. In einer weiteren Extra-Dokumentation geht es um die Schlacht bei Khe Sanh in Vietnam.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 64, West-Berlin, 10. August 1968.

14.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 65 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Kriegsdienstverweigerung: Politische Motivation möglich - Warum ich den Kriegsdienst verweigere (Teil II)" und: "Der Text des Atomwaffensperrvertrages".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD West-Berlin: Wachsende Unruhe über Bunde-SPD"
- "NPD-Demonstration: DGB-Spitze wollte keine Gegendemonstration"
- "SDS: Neuer Bundesvorstand im September"
- "NPD West-Berlin: Überlegungen zu einem DDR-Vertrag"
- "Aktion Biafra-Hilfe: Protestmärsche in Hamburg und Bonn"
- "Extra-Dienst: Offener Brief an Justizsenator Hoppe"
- "West-Berliner Justiz: Ermittlungen gegen leitender Polizisten"
- "Hamburger Justiz: Ermittlungen gegen Prügel-Polizisten eingestellt"
- "Bürokratie: In der Fassung des Jahres 1943"
- "München: Informationszentrum der APO"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Polizei-Prill: Bundesgenossen bei der NPD"
- "US-Magazin: 'Time': West-Berlin, eine sterbende Stadt"
- "CSSR Gericht: Österreichische Nationalität gibt es nicht"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Auslese"
- "Personalien"

Berichtet wird u. a. über den rechten Flügel der West-Berliner SPD und die Haltung der Bundes-SPD, über den DGB, der zum 7. Jahrestag des Mauerbaus keine Gegendemo zur West-Berliner NPD geplant hatte. Die Bundesdelegiertenkonferenz des SDS, die Mitte September in Frankfurt/M. tagen soll, soll einen neuen Vorstand wählen. "Antiautoritäre und Orthodoxe" sollen sich gegenüberstehen. Zu Hilfen für Biafra sind Protestmärsche in Hamburg und Köln am 17.8. geplant. Die Kampagne für Demokratie und Abrüstung hat für die Münchener APO ein Informationszentrum geschaffen. Berichtet wird weiter von der deutschen Musikkultur. Dazu wird eine Broschüre empfohlen: "Das deutsche Musikdilemma".

In der Extra-Dokumentation "Kriegsdienstverweigerung: Politische Motivation möglich" dokumentiert der BED einen Teil der "geforderten Gewissensentscheidung". In der Extra-Auslese "Bundeswehr: Kasernenbefehl gegen Demonstranten" wird der Kasernenbefehl 9/68 "Maßnahmen bei Demonstrationen und Störaktionen" veröffentlicht. In einer weiteren Extra-Dokumentation wird der "Text des Atomwaffensperrvertrages" veröffentlicht. Das "Festival des engagierten Films" zeigt im "Bellevue" am Hansaplatz weitere Filme, so u. a. "Der Unbeugsame" mit Paul Newman, "Zwei Särge auf Bestellung" (Regie: Elio Petri).
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 65, West-Berlin, 14. August 1968.

17.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 66 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Über die Chancen eines demokratischen Theaters" und: "Französische Linke: Schädigt das System de Gaulles".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Das Wort zum Sonntag"
- "RA Mahler an Senator Hoppe: Diffamierung, Intrige, Rufmord"
- "Rechtsextremisten: Zwischenfall auf der Kundgebung zum 13. August"
- "Mitbestimmung: HBV-Kampagne im Management"
- "NPD und Gewerkschaften: Zusammenarbeit mit Christen"
- "Polizeiwillkür: West-Berliner Professor klagt"
- "Frankreich: Polizei kauft neue Waffen ein"
- "Indonesien: Reprivatisierung von Industrie und Boden"
- "Kampagne: Ratschläge für Wehrpflichtige"
- "Fall Gerull: Schwierigkeiten für die SPD-Führung"
- "ISK München: Im Hund ist Wahrheit"
- "Regen/Oberpfalz: MG gegen Kriegsdienstverweigerer"
- "HSU-Flugblatt: Aufruf zu sexuellen Ausschweifungen?"
- "Heidelberg: Springer-Prozesse angekündigt"
- "Augsburg: Republikanischer Club gegründet"
- "Personalien"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über RA Mahler, der jetzt eine Anklageschrift "gegen die ungesetzlichen Methoden der West-Berliner Staatsanwaltschaft vorbereite", über einen rechtsextremistischen Zwischenfall während einer Kundgebung zum 13. August, über den Heidelberger SDS. Gegen Mitglieder wurden Strafverfahren wegen einer "Blockierung der 'Bild'-Druckerei in Esslingen am Karfreitag eingeleitet". In Augsburg wurde ein RC gegründet. Biographische Daten gibt es über Heinz Köster, Hartmut Häussermann. Im Extra-Report "Was wollen sie? Wir hatten ja Handschuhe an" referiert Martin Buchholz u. a. über Jung-Nazis. In der Extra-Dokumentation "Über die Chancen eines demokratischen Theaters" dokumentiert der BED eine Stellungnahme der Regisseure Peter Stein und Wolfgang Schwiedrzik zur Absetzung des Weiß-Stückes "Vietnam-Diskurs". In einer weiteren Extra-Dokumentation "Französische Linke: Schädigt das System de Gaulles" wird über einen Appell berichtet, in dem Studenten "zum Boykott des gaullistischen Systems aufrufen".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 66, West-Berlin, 17. August 1968.

21.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 67 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Dutschke und Cohn-Bendit: Auslieferung durch Springer"
- "Minister-Gespräch: Schütz-Senat ist beunruhigt"
- "Kabel-Fernsehen: Hosen gestrichen voll"
- "Papanastisiou: Abgeordnete sollen sich stellen"
- "Egerländer-Treffen: Fernsehen wollte APO-Demonstration"
- "Buchmesse: 44 DDR-Verlage kommen"
- "Affäre Hearing: Lügenmärchen oder Skandal?"
- "Augsburg: ,Kritisches Seminar mit negativer Bilanz"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Griechenland: West-Berliner Touristen im Gefängnis"
- "Humanistische Union: Räterepublik auf der Lesebühne"
- "Börsenverein: Buchmesse ohne Publikum"
- "NPD: Landesvorsitzender deckt Rowdy"
- "Aktenzeichen I BT JS 135/67"
- "Extra-Auslese"
- "Giselher Wirsing: Engländer, Juden, Araber in Palästina"

Berichtet wird u. a. über Dutschke und Cohn-Bendit (Springer werde demnächst deren gesammelte Werke an den Mann bringen müssen), über die Frankfurter Buchmesse. Die DDR soll mit 44 Firmen dabei sein. In Augsburg wurde jetzt das erste "Kritische Seminar" abgehalten. Laut Leitung mit "negativem Erfolg". Der "Sozialistische Club" in West-Berlin hat jetzt den AK "Theorie" gegründet. Im Extra-Report referiert Martin Buchholz über ein Polizeiaktenzeichen. Danach geht es u. a. um Horst Mahler und andere Ermittlungsverfahren. U. a. wird immer wieder der Name des Ermittlers Groß genannt. In der Extra-Auslese geht es um sein Buch "Engländer, Juden, Araber in Palästina", das in Auszügen veröffentlicht wird. Im "Kritischen Kino", "Bellevue" am Hansaplatz, werden u. a. folgende Filme gezeigt: "Viva Maria" von Louis Malle mit Bardot und Moreau, "Marat" von Peter Weiss und Peter Brooks, "Viva Zapata von Elia Kazan mit Marlon Brando und Anthony Quinn.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 67, West-Berlin, 21. August 1968.

24.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 68 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "APO: Brief an die Parteien der Interventionsstaaten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "DDR-Maßnahmen geplant: Zölle, Transportstopp, Verweigerungen"
- "West-Berliner CSSR-Diplomat: Kundgebung liefert ND-Beweise"
- "APO West-Berlin Solidaritätskonto CSSR 5245 bei der BFG"
- "Extra-Report"
- "Extra-Diskussion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Anarcho-Syndikalisten: Gegen die Heuchelei des Establishments"
- "Niels Kadritzke: Trennung von einer Illusion"
- "Klaus Meschkat: Wir müssen unseren eigenen Weg gehen"
- "CSSR-Invasion: Begründung der SED"
- "Lemmer am Rathaus: Macht Schluss mit den Burschen"

Berichtet wird u. a. über neue DDR-Maßnahmen, über die APO West-Berlin, die dazu aufruft die tschechoslowakischen Sozialisten zu unterstützen. Dazu wurde ein "Solidaritätskonto" eröffnet. Im Extra-Report geht es um den 21. August 1968, Einmarsch der Warschauer Pakt-Gruppen in die CSSR. Berichtet wird über eine Demo in West-Berlin. In der Extra-Dokumentation "APO: Brief an die Parteien der Interventionsstaaten" richtet die APO einen Brief an die Zentralkomitees der Parteien der 5 Interventionsstaaten. Berichtet wird weiter über das "Anarcho-syndikalistische Kollektiv" in West-Berlin. Klaus Meschkat nimmt in einem längeren Beitrag zur CSSR-Intervention Stellung. In der Extra-Diskussion wird über ein Teach-in in der TU zur CSSR-Debatte Stellung bezogen. Das Protokoll nennt folgende Diskussionsteilnehmer: Semler, Strothmann, R. Wolff, Huffschmid, Vieten, Lefevre, Ristock, Krippendorff u. a.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 68, West-Berlin, 24. August 1968.

28.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 69 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Peter Weiss: Wir dürfen uns nicht beirren lassen" und: "Abendroth, Buro, Klönne: Frage an Kommunisten", "APO: Brief an die Parteien der Interventionsstaaten".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Schülermarsch: APO will umfunktionieren"
- "OPD Münster: Politische Zensur bei der Post"
- "CSSR-Botschaft: Klagen über West-Berliner Berichte"
- "Vietnam-Sammlung: Verbot mit Vorwand"
- "Springer-Hearing: Rektor verliert Prozess gegen AStA"
- "Zeitung und Flugblätter aus Prag: Historische Faksimile-Dokumente"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"
- "Rechts-Flugblatt: Kommunisten erkennt man daran…"
- "Gerüchte Meinekestraße: Ermittlungsausschuss warnt"
- "Zitat der Woche"
- "Neuauflage: Kurras-Prozess am 1. Oktober in West-Berlin"
- "APO West-Berlin: Basisgruppen sollen sich melden"
- "Schriftsteller-Aufruf: Buchhändler in den DGB"
- "Bielefeld: SPD-Stadt ehrt Himmler Freund"
- "SDS: Bundesvorstand suspendiert 5 Mitglieder"
- "Katholikentag: Kritiker hinaus manipuliert"
- "München: Olympia: Verhinderungskomitee gegründet"
- "Weigand in der Haft: Ich bin ungebrochen"
- "APO-Basisgruppen: Revanchistentreffen in West-Berlin verbieten"
- "Springer-Kampagne: Zeitungen büßten Vertrauen ein"
- "Dortmund: USB gründet 'Kritische Schule"
- "Extra Über uns"
- "SHB und Kommunisten an SED: Wir beschwören Euch …"
- "SHB an SPD: Inhaltlich mit Prager Sozialismus solidarisieren"
- "Neuerscheinungen"

Berichtet wird u. a. über einen Schülermarsch gegen die CSSR-Intervention in West-Berlin. Die APO will heute den Marsch "umfunktionieren". Der Polizeipräsident von West-Berlin hat die Sammlung "100.000 Mark für Vietnam" verboten. Der Rektor der FU muss sein Verbot gegen den AStA wegen des "Springer Hearings" zurücknehmen. Das Oberverwaltungsgericht hat das entschieden. Revision ist nicht möglich. Im Extra-Report "Kein Asyl in der DDR: Zwei RC-Mitglieder berichten aus der CSSR" wird über die Invasion und über eine Odyssee berichtet. In der Extra-Dokumentation "Peter Weiss: Wir dürfen uns nicht beirren lassen" wird über ein Gespräch von Weiss mit dem WDR berichtet. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Abendroth, Buro, Klönne, Vack: Fragen an Kommunisten" wird über einen "Offenen Brief" an westdeutsche Kommunisten berichtet, die Vertreter der APO verschickt haben. Es geht um die Frage, "ob sie bereit seien, in aller Offenheit über den Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in die CSSR zu diskutieren?" Berichtet wird noch über den SHB, der sich gegen den Einmarsch stellt. In der "Bücherstube" des RC ist erhältlich: "Wie West-Berliner Staatsanwälte den Landfrieden wiederherstellen und das Recht brechen" von H. Mahler.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 69, West-Berlin, 28. August 1968.

31.08.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 70 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Republikanischer Club: Stellungnahme zur CSSR-Frage".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Tag der Revanchisten: Gewerkschafter und APO gegen NPD"
- "Dutschke: Kein Generalvertrag mit Rowohlt"
- "Enzensberger-Urteil: Kein Freispruch für den Staatsanwalt"
- "Anti-APO Maßnahmen: Notstandsdressur für Pferde"
- "Anti-Polizei Maßnahmen: Vorbereitungen zum Sportfest"
- "Schütz verleiht Zille Preis: Man macht alles Mögliche mit"
- "Untersuchungsausschuss: Niederlagen gegen SDS eingesteckt"
- "Erlangen: Republikanischer Club gegründet"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Dokumentation"
- "Papier-Krieg. Materialien zur Presseschlacht um die CSSR"
- "Extra-Report"
- "Extra-Auslese"
- "Hinweise der Redaktion"

Berichtet wird u. a. über Dutschke, der keinen Generalvertrag mit Rowohlt hat. Ob in der Edition Voltaire seine Briefe veröffentlicht werden, sei fraglich. Gegen die Verurteilung des Kommune-Mitglieds Enzensberger zu sechs Wochen ohne Bewährung will die Verteidigung Berufung einlegen. Enzensberger war im Brandstifter-Prozess verurteilt worden. In der Sachlage "parlamentarischer Untersuchungsausschuss" vers. SDS stellte sich das Verwaltungsgericht auf die Seite des SDS, der gegen Ordnungsstrafen geklagt hatte. Hintergrund: Vorfälle am 2. Juni. Die Angehörigen des SDS verweigerten die Aussage und sollten mit Ordnungsstrafen belegt werden.

In Erlangen wurde ein RC gegründet. Am 6.9. findet im RC im "Freitagsgespräch" eine Diskussion zur "CSSR-Frage" statt. In der Extra-Dokumentation "Republikanischer Club: §Stellungnahme zur CSSR-Frage" geht es um Grundlagen einer theoretischen Diskussion über das Thema CSSR. Dazu werden Materialien veröffentlicht. Im Extra-Report "Ein guter Russe ist ein toter Russe" berichtet Martin Buchholz über einen Schweigemarsch der West-Berliner Vereinskindergärten, der aus Protest "gegen Untermenschen" organisiert werden sollte und nun ausfällt. In der Extra-Auslese "Presse-Echo: Wut nach der APO-Demonstration" werden Auszüge aus der "Morgenpost" und dem "Spandauer Volksblatt" veröffentlicht. Es geht um die Schüler-Demo und die Umfunktionierung durch die APO.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 70, West-Berlin, 31. August 1968.

04.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 71 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Die Koalition des Revanchismus: SPD und CDU mit NPD".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Polizei-Ausstellung: APO plant Gemeinschaftsbesuch"
- "Weddinger Explosionsunglück: Nur eine Provokation"
- "C. L. Guggomos: Schmunzel-Lektüre vom Verfassungsschutz"
- "Anarchisten Kongress: Ende mit Krach"
- "Bolivien: Che hat einen Nachfolger"
- "Südafrika: Feldpostpäckchen für Portugiesen"
- "USA: FBI rüstet sich für neues Semester"
- "Schweiz: Rekruten rufen Ho-Chi-Minh"
- "München: Kriegsfilm nach Protest abgesetzt"
- "Schütz: Schon wieder gekniffen"
- "SPD-Demokratie: Juso-Boss in 3:9 Minderheit"
- "Buchmesse: Manipulierte Standverteilung"
- "Folklore und Protest: Untergrund-Festival in Essen"
- "Katholikentag: Die Aktionen der Opposition"
- "Witz der Woche"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"
- "Gegen den Revanchismus: Das Flugblatt der APO"
- "Gert Börnsen: Weiter für Berlin! Vereint für Berlin!"
- "Hannes Schwenger: CDU: Schluss machen-Schon vor zwei Jahren "

Berichtet wird u. a. über eine Polizeieinstellung in West-Berlin am 7.9. Die APO plant einen Besuch. Guggomos berichtet über eine Falschmeldungsberichterstattung des VS. Der V. Weltkongress (Anarchisten-Kongress) der anarchistischen Weltbewegung im italienischen Carrara vom 31.8. bis 4.9. endete mit einem Krach. Cohn-Bendit verließ die Veranstaltung vorzeitig. Grund: seine Agitation gegen den Stalinismus fiel auf keinen fruchtbaren Boden. Ernesto Che Guevara soll einen Nachfolger bekommen haben. Sein Name: Inti Peredo. Bei der Parade am Schweizer Nationalfest in der Schweiz sollen Rekruten beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne 'Ho, ho, ho Chi-Minh' gerufen haben.

Berichtet wird weiter über ein Untergrund-Festival in Essen, das vom 25.-29.9. stattfinden soll. Die der APO nahestehenden katholischen Oppositionsgruppen (u. a. "Mainzer Arbeitskreis Gesellschaft und Kirchen", "West-Berliner Demokratisch-Katholischer Arbeitskreis) haben sich zu einer Aktionsgemeinschaft zusammengefunden und wollen auf dem 82. Katholikentag in Essen (4.-8.9.) auftreten. In der Extra-Dokumentation "Die Koalition des Revanchismus: SPD und CDU mit NPD" wird über die "Landsmannschaften" berichtet, die sich in West-Berlin zu einem Treffen in der Kongresshalle zusammenfanden. Die APO demonstrierte und sang die Internationale. "Gegen den Revanchismus" lautete das Flugblatt der APO, das die Basisgruppe Zehlendorf entworfen hatte.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 71, West-Berlin, 4. September 1968.

07.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 72 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "CSSR-Gewerkschaften: Für Räte der Werktätigen!" und: "Kommunisten: Eine Parallele zwischen Kronstadt und Prag".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Polizei und APO: Vorbereitungen für 's Wochenende"
- "Leopold: Nicht wie ein kleines Kind verhalten"
- "Rowohlt-Verlag: Herausgeber wurden zensiert"
- "SDS-Delegiertenkonferenz: Um Strukturen der Arbeit"
- "Kampagne: Keine Beteiligung an Wahlpartei"
- "DDR-Presse will beweisen: Freie CSSR-Sender kamen aus Bayern"
- "Prügel-Polizisten: Nach Einstellung des Verfahrens jetzt Prozess"
- "Biermann-Lieder: Schallplattenfirmen haben Angst"
- "Zitat der Woche"
- "Architekten: Kritische Öffentlichkeit herstellen"
- "ÖTV West-Berlin: Fragen an die Mitglieder"
- "Baden-Württemberg: Polizei übt bei der Bundeswehr"
- "SPD: Bedauern über NPD-Störung"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Dokumentation"
- "Arbeiterselbstverwaltung-Ja oder nein"

Berichtet wird u. a. über das Polizeiwochenende in West-Berlin. Die APO wird ein Flugblatt verteilen. Berichtet wird weiter über die SDS-Delegiertenkonferenz, die vom 12.-15.9 in Frankfurt/M. stattfinden soll. U. a. geht es um die zukünftige Taktik des SDS, um die Stellung innerhalb der APO, um die programmatische Arbeit. Die Kampagne für Demokratie und Abrüstung wird sich nicht mit einer Wahlpartei an den BTW 1969 beteiligen. Am 9.9. soll im West-Berliner RC eine Info-Veranstaltung zu Biafra stattfinden. Die AK für die "Winterkampagne" haben ihre Tageszeiten veröffentlicht. Der Tagesort ist der RC, Zeiten: jeweils 19.00 Uhr. In der Extra-Dokumentation "CSSR-Gewerkschaften: Für Räte der Werktätigen" wird über den "Prager Reformsozialismus" berichtet. Der BED dokumentiert die Übersetzung eines Artikels von Jan Stern: "Arbeiter-Selbstverwaltung, Ja oder Nein?" In einer weiteren Extra-Dokumentation berichtet der BED über die illegale KPD in der BRD, die ihr Bedauern über die CSSR-Intervention ausgedrückt habe. Der BED dokumentiert des Weiteren einen Beitrag der Kampagne für Demokratie und Abrüstung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 72, West-Berlin, 7. September 1968.

11.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 73 erscheint mit der Extra-Dokumentationen: "Wem gehört die Buchmesse? Aus Anlass der Eröffnung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD: Brandt muss seine Politik verteidigen"
- "Humanistische Union: Strafanzeige gegen Lemmer"
- "Kolonialismus: Biafraner und Nigerianer an einem Tisch"
- "Times: Linker Bomben-Terror in ganz Europa"
- "Extra-Report"
- "Groß-Gerau: Notstands-Schmitt bekommt SPD-Gegner"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Mitteilungen des Republikanischen Clubs"
- "Vietnam-Aktion: 'Grüne Teufel' auf dem Rückzug"
- "Fall Pawla"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Brandt, der sich vor dem Landesausschuss der West-Berliner SPD für seine Absicht, die "Friedens- und Entspannungspolitik der Bundesregierung fortsetzen zu wollen, verantwortet müsse". Im Extra-Report referiert Martin Buchholz über die West-Berliner FDP. Am 12.9. soll im West-Berliner RC eine Diskussion über die "Winterkampagne" stattfinden. Am 18.9. referiert ebenfalls dort Manfred Bissinger zu "Revolution und Konterrevolution in der CSSR". Berichtet wird über Aktionen des Herner RC gegen den Propagandafilm "Die grünen Teufel". Auch in Hannover und anderen Städten kam es zu Aktionen. In Hannover soll als Gegenfilm im Club Voltaire "Mr. Jackson klagt an" gezeigt werden. K. H. Pawla, Kommune I Mitglied, ist zu 10 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Pawla hatte im Gericht seinen Darm entleert und sich mit den Gerichtsakten den Hintern abgewischt. In der Extra-Dokumentation "Wem gehört die Buchmesse?" veröffentlicht der BED eine Tonbandaufzeichnung vom 25.8. Am Gespräch nahmen u. a. teil: Dr. Friedrich Georgi vom Börsenverein, Wilfried Gottschalch und Hannes Schwenger vom BED.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 73, West-Berlin, 11. September 1968.

14.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 74 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Erwiderung der SED West-Berlin auf APO-Erklärung" und: "Eine kommunistische Antwort an drei Genossen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ein Bild, das die westliche Presse nicht veröffentlichte"
- "Schweden: Sozialdemokraten spenden für FNL"
- "Strauß-Buch: In Italien als faschistische Theorie publiziert"
- "Affäre Schmucker: Wieder ein Gewerkschafter entlassen"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Studenten: Senat greift Autonomie an"
- "APO-Flugblätter: Verteidigung im Gericht von Amts wegen"
- "Neue Nationalgalerie: APO will zum Eröffnung kommen"
- "Washington Post: jeder fünfte Polizist ist verrückt"
- "Springer Bild: Quittung für Brenner"
- "Bayern: Koordinierung des RCs"
- "München: Künstler-Kooperative gegründet"
- "Gegenausstellung: Roll Over Mondrian"
- "Personalien"
- "Schülerfilm: In Frankfurt begannen die Arbeiten"
- "Republikanisches Centrum Düsseldorf: Räume gekündigt"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Vietnam, wo US-Soldaten Massaker an vietnamesischen Soldaten durchgeführt haben. Die DDR-Nachrichtenagentur zeigt ein Foto mit abgeschlagenen Köpfen der Vietnamesen. Die Sozialdemokratische Partei Schwedens hat jetzt 18.000 DM für die FNL gespendet. Erich Fried soll am 14.9. im West-Berliner RC zum Thema "Anmerkungen zu Verhaltensmustern zwischen progressiver Intelligenz und Arbeiterklasse" referieren. Am 18.9. ist dort Manfred Bissinger vom Hamburger "Stern" zu Gast. Er spricht zum Thema: "Revolution und Konterrevolution". Zur Eröffnung der neuen Nationalgalerie im Tiergarten plant die "Projektgruppe Kunst und Revolution" im RC eine Flugblattaktion.

Der RC Augsburg plant eine Koordinierungstagung aller RC's in Bayern. Biographische Daten gibt es über: Christian Anders und Manfred Fuchert. In Frankfurt/M. wollen Schüler einen 8 mm-Film drehen. Inhalt u. a. "Die politische Arbeit des AUSS". Im Extra-Report "Der Senatspräsident mit der MP" berichtet Martin Buchholz über einen Bürgermeister mit einer MP. In der Extra-Dokumentation "Erwiderung der SED West-Berlin auf APO-Erklärung" veröffentlicht der BED ein Interview von Danelius (PV der SEW in West-Berlin) zum Einmarsch in die CSSR. Daran schließt sich die Extra-Dokumentation "Eine kommunistische Antwort an drei Genossen" an. Geworben wird für das Buch von Peter Weiss: "Bericht über die Angriffe der US-Luftwaffe und Marine gegen die Demokratische Republik Vietnam nach der Erklärung Präsident Johnson über die begrenzte Bombardierung am 31. März 1968".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 74, West-Berlin, 14. September 1968.

21.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 76 erscheint mit einer "Beilage" zu einigen organisatorischen Fragen (Umzug, Druckerei, Telefonanbindung) und der Extra-Dokumentation: "Liga-Analyse: Rot ist nicht gleich Braun".
Artikel der Ausgabe sind:
- "West-Berliner SPD: Aufstand gegen Brandt misslang"
- "West-Berliner SPD: Diskussion über Status-Fragen"
- "Alliierte: Verordnung gegen die APO?"
- "Falken West-Berlin: Luxemburg-Liebknecht-Gesellschaft"
- "Globke Gratulation durch Schütz: Münchner Verleger verließ SPD"
- "Heidelberger Justiz: NPD als Nebenkläger?"
- "Anti-Springer-Boykott: Rowohlt inseriert wieder in der Welt'"
- "Personalien"
- "Iserlohn: Republikanischer Club im Aufbau"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Griechische Tricks: Wirtschaft als Vorwand?"
- "Griechische Bitte: Helft Jannis Ritsos"
- "Affäre Barrault: RC-Protest bei Malraux"
- "Zitat der Woche"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Meinung"
- "100. 000 DM für Vietnam"
- "BED in eigener Sache"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner SPD und die "neue Ostpolitik", über die Alliierten und die Zusatzverordnung, die "Wahrnehmung ziviler Kontrollrechte", über die West-Berliner Falken, die jetzt die "Luxemburg-Liebknecht-Gesellschaft" gegründet haben. Biografische Daten gibt es über: Werner E. Stichnote. In Iserlohn wurde ein RC gegründet. Am 26.9. will Klaus Hermann im RC über "Strategie und Theorie der APO nach der Intervention in der CSSR" referieren. In der Extra-Dokumentation "Liga-Analyse: 'Rot ist nicht gleich Braun'" berichtet der BED über die "Liga des Antifaschistischen Widerstandes e. V." Die Liga brachte dazu ihr "Memorandum" heraus, das den Standpunkt erläutern soll. Es soll "ein Beitrag zur Debatte über die vom Kapitalismus geprägten Gesellschafts- und Machtstrukturen und deren faschistoiden Tendenzen" geleistet werden. In der Extra-Meinung "Der unaufhaltsame Aufstieg des Albert Schnez" geht es um die innere Führungsspitze der Bundeswehroffiziere. In der "Beilage" des BED werden organisatorische Veränderungen angezeigt.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 76, West-Berlin, 21. September 1968.

25.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 77 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Das 'Mahler'-Papier und die SPD" und: "Politischer Terror des Schah: Bericht aus iranischen Gefängnissen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Ost-Diplomaten: Zur Feindstaatsklausel und NPD"
- "CDU-West-Berlin: Wackelt Amrehn?"
- "Griechen Teach-in und Demonstration am Wochenende"
- "Extra-Glosse"
- "SPD: Tritt Rehs aus der Partei aus?"
- "SPD. Krach zwischen Bielefelder Genossen"
- "SDAJ: Ausschluss-Affäre in Baden-Württemberg"
- "FDP-Jungdemokraten: Bremens Vorsitzender schickt Wehrpass zurück"
- "Ljubljana: Treffen der Neuen Linken"
- "Freitag: Entscheidung über Polizeieinsatz am 2. Juni"
- "APO Stuttgart: 'Grüne Teufel' zur Hölle geschickt"
- "Zitat der Woche"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Pillen: Wo und wer"

Berichtet wird u. a. über ein Teach-in der Auslandsgriechen in der TU am 27.9. anlässlich der "Volksabstimmung" über die Verfassung des Athener-Militärregimes. Am 28.8. soll eine Demo folgen. In der Extra-Glosse "Blindekuh" berichtet Martin Buchholz über "Prügelpolizisten", die freigesprochen wurden. Berichtet wird weiter über die SDAJ, die jetzt 123 Mitglieder des "anti-Autoritären Flügels ausgeschlossen" habe. In Jugoslawien trafen sich Vertreter der Neuen Linken aus Europa. Zur Konferenz hatte der SDS zusammen mit der "International Confederation for Disarmement and Peace" eingeladen. In Stuttgart musste der Film "Die grünen Teufel" nach Protesten abgesetzt werden. Im Extra-Report "Wie Siegfried den Messefrieden zu Frankfurt wahrte" geht es um die Frankfurter Buchmesse. In der Extra-Dokumentation "Das 'Mahler'-Papier und die SPD" wird über einen Diskussionsbeitrag von H. Mahler berichtet, der trotz Geheimhaltung nun auszugsweise veröffentlicht wurde. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Politischer Terror des Schah: Bericht aus iranischen Gefängnissen", veröffentlicht der BED den "Appell an die Demokraten der Welt" der Conföderation Iranischer Studenten. Biografische Daten gibt es über: Axel Springer, Helmut Schmidt. Am 26.9. spricht Elmar Altvater im RC über "die neue Wirtschaftspolitik der CSSR - Rückkehr zum Kapitalismus?"
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 77, West-Berlin, 25. September 1968.

28.09.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 78 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Das 'Mahler'-Papier (II)".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Griechen: Aufruf zur Solidaritätsdemonstration"
- "Waffen für Vietnam: West-Berliner spendeten 10.000 DM"
- "Justizsenator: Extra Dienst-Brief ist Strafanzeige"
- "Schütz: Erkenntnisse nicht offengelegt"
- "Neonazis: Geheimer Organisationsdienst für NPD-Vorstand"
- "Linke Verleger: Vorschläge für eine neue Messe"
- "Junkers-Werke: Hier spricht der SI-BE"
- "Iran: Potemkinsche Erdbeben-Hilfe"
- "Personalien"
- "Springer-Welt: Mutmaßungen über den RC West-Berlin"
- "RC Erlangen: Hat endgültig Domizil"
- "RC München: Heimat im Zentrum gefunden"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Justiz Moabit: Rhythmischer Klatscher vor Gericht"
- "NPD West-Berlin: Neuorganisierung der Öffentlichkeitsarbeit"
- "Zitat der Woche"
- "Satire der Woche"
- "Griechen: Aufruf 'Nieder mit den Faschisten'"
- "Extra-Dokumentation"
- "Hinweis der Redaktion"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. über die heutige Solidaritätsdemonstration der Griechen in West-Berlin, über Spenden für Vietnam, über den Justizsenator aus West-Berlin, der den "Offenen Brief" des BED vom 13.8., in dem es um eine Mahler-Broschüre ging, als "Strafanzeige" und "Dienstaufsichtsbeschwerde" wertet. Biografische Daten gibt es über: Kurt Meurer, Wolfram Sangmeister. Berichtet wird weiter über den RC München. In der Extra-Dokumentation: "Griechen: Aufruf: Nieder mit den Faschisten" wird über oppositionelle griechische Gruppen berichtet, die zur heutigen Demo einen Aufruf verbreiten wollen. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Das Mahler-Papier (II)" wird der "geheimgehaltene Beitrag" von Horst Mahler, Teil II, veröffentlicht. In der Extra-Auslese von Hannes Schwenger: "Senghor, Kante, Mercedes" geht es um die Proteste gegen den Staatspräsidenten von Senegal.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 78, West-Berlin, 28. September 1968.

02.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 79 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "NPD: Reserveversicherungen können oft Wunder wirken".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bundespräsident: Heinemann (SPD) ist sicher"
- "Gesamtdeutsches Ministerium: Auflösung Ende 1969"
- "Rüstungsausgaben: Kalter Krieg mit neuem Höhepunkt"
- "Architektenausstellung: Sechs Forderungen an den Senat"
- "Baden-Württemberg: Vietnam-spendenaktion an Schulen verboten"
- "Kurras-Urteil: Ein Schuss zuviel2
- "Polizisten-Prozess: 2. Juni 1967: Eine Strafexpedition?"
- "Griechenland-Werbung: Vorwärts-Chefredakteur verdächtigt"
- "RC Paderborn: Als Club Voltaire konstituiert"
- "Kölner Buchhändler: Große Verlage ließen kleine im Stich"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Glosse"
- "DKP-Gründung: Grünes Licht nach langer Wartezeit"
- "Verfassungsschutz: Koordinierungsstab gegen den SDS?"
- "Baden-Württemberg: Anti-Club-Aktion der Justiz"
- "Sarg am Ku-Damm: Biafra-Geld für Befreiungsfront"
- "Frankreich: Cine-Tracts vom Mai jetzt in West-Berlin"
- "Großbritannien: Komitee der Hundert aufgelöst"
- "Hinweise der Redaktion"
- "Extra-Auslese"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über den Bundesjustizminister Heinemann, über die "Aktion 507" der Gruppe junger Architekten und Wissenschaftler. In Baden-Württemberg wurden jetzt Spenden für Vietnam an den Schulen verboten. Der RC Paderborn hat sich jetzt als "Club Voltaire" konstituiert. Am 3.10. tagt im West-Berliner RC erstmals der AK "Die Rolle der SPD und der Gewerkschaften in der Arbeiterbewegung". Am 4.10. soll ebenfalls dort über die "Verlagspolitik in der BRD" debattiert werden, und am 6.10. will Michael Naether über den "Befreiungskampf in der portugiesischen Kolonie Guinea" referieren. Berichtet wird weiter über die Gründung der DKP am 26.9., über eine Demo der "Kommune 99" am 29.9, bei der Geld für Biafra gesammelt wurde. Das "Komitee der Hundert" ist jetzt in Großbritannien aufgelöst worden. In der Extra-Auslese "Griechenland: Die Verfassung einer Diktatur" wird zum Verfassungsentwurf der griechischen Militärjunta Stellung bezogen. Und in der Extra-Dokumentation "Reserveversicherungen können oft Wunder wirken" bietet der BED "Auszüge aus vertraulichem Material für die NPD-Vorstandsmitglieder" an.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 79, West-Berlin, 2. Oktober 1968.

05.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 80 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Bundesrepublik: Konstituierung einer neuen KP".
Artikel der Ausgabe sind:
- "W. Barthel: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"
- "CDU-Abgeordnete: Oetker entließ Anti-NPD Mann"
- "West-Berlin: Kapitalflucht nach der CSSR-Intervention"
- "Dortmund: Kritische Schule verboten"
- "Kriminalpolizei: Ermittlungen gegen Besteller"
- "Staatsanwaltschaft: Ein neuer Warenhaus-Brandprozess?"
- "Vietnam-Spendenaktion: 155.000 übergeben"
- "SPD-Frankfurt: Krach mit den Jungsozialisten"
- "Fall Klarsfeld: NS-Richter Hailer musste zurücktreten"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"
- "Republikanische Clubs: 42 Adressen bekannt"
- "Personalien"

Berichtet wird u. a. über Fritz Berg (BDI) und Walter Sickert (DGB West-Berlin). Walter Bartel berichtet über die NPD, über eine "Kritische Schule" des USB in Dortmund, die den Lehrbetrieb aufnehmen wollte, aber verboten wurde, über die literarisch-satirische Zeitschrift "Exitus", über die Vietnam-Spendenaktion. 155.000 DM wurden am Sitz der Südvietnamesischen Befreiungsfront in Ost-Berlin übergeben. Im Fall Beate Klarsfeld musste ein NS-Richter zurücktreten. Im Extra-Report wird über die Funkausstellung am Funkturm berichtet. In der Extra-Dokumentation "Verfassungsschutz: Über 'Linksextreme Schüler' in West-Berlin wird über die Senatsverwaltung des Inneren, den Landesverfassungsschutz, berichtet. Wiederum wurde ein Papier erstellt: "Linksextreme Tendenzen in der Berliner Schülerschaft", das in Auszügen veröffentlicht wird. Weiter wird darüber berichtet, dass bisher 42 Adressen von Republikanischen Clubs bekannt sind. In der Extra-Dokumentation "Bundesrepublik: Konstituierung einer neuen KPD" wird über den "Bundesausschuss für die Konstituierung einer neuen Kommunistischen Partei" berichtet. Ein vorläufiges Büro der DKP hat sich nun in Bonn konstituiert. Dazu wird die "Erklärung zur Neukonstituierung einer Kommunistischen Partei" veröffentlicht. Biografische Daten gibt es über: Fritz Teufel, Rainer Langhans. Am 6.10. soll in der Majakowski-Galerie in der Reihe "Klassischer Stummfilm" der Film "Jüdisches Glück" gezeigt werden.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 80, West-Berlin, 5. Oktober 1968.

09.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 81 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Wolfgang Fritz Haug: Das Ende des hilflosen Antifaschismus".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Verwaltungsgericht: Schlagstockgebrauch ist ungesetzlich"
- "Dutschke: Neues Vorwort nach Konkret-Raubzug"
- "Klinikum West-Berlin: Protest der Studentenschaft"
- "Moabit: Gießkannen-Einsatz am 2. Juni"
- "Hannover: APO verlangt Rückzieher der Olympia-Mannschaft"
- "Vietnam: Freie Station des Rundfunks etabliert"
- "Vietnam: Hintergründe eines Gefangenenaufstandes"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "L. Guggomos: Strafanstalt Tegel: Korruption und Repression"
- "Extra-Report"
- "Extra-Kritik"
- "Extra-Auslese"
- "Berichterstattung mit Postkarten"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das West-Berliner Verwaltungsgericht, das urteilte, dass der Schlagstockgebrauch vom 2. Juni 1967 "ungesetzlich" war. Für den Dutschke-Band mit seinen Briefen, der bei der "Edition Voltaire" erscheinen soll, schreibt Dutschke nun ein neues Vorwort. Berichtet wird weiter über das West-Berliner Klinikum. Hier ist nun die "Initiativgruppe medizinischer Arbeiter" aktiv, die mit dem AStA der FU zusammenarbeitet. Der "Club Voltaire" aus Hannover hat sich in einem Schreiben an das NOK dafür ausgesprochen, die westdeutsche Olympia-Mannschaft aus Solidarität mit den demonstrierenden mexikanischen Studenten zurückzuziehen.

Am 9.10. soll im West-Berliner RC eine Informationsveranstaltung über Kuba stattfinden. Manfred Bissinger aus Hamburg will im RC am 11.10. über "Revolution und Konterrevolution in der CSSR" sprechen. Am 10.10. will sich im RC der AK "Lehrlinge" konstituieren. L. Guggomos berichtet im Artikel "Korruption und Repression" über die Strafanstalt Tegel. Der Artikel in der Extra-Kritik von Martin Buchholz "Festwochen in Moabit" berichtet über einige Zwischenfälle bei einer Teufel-Verhandlung. Und in der Extra-Dokumentation erscheint eine Vorabveröffentlichung aus den "Werkheften" von Wolfgang Fritz Haug: "Das Ende des hilflosen Antifaschismus". Geworben wird für die "Kritische Justiz".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 81, West-Berlin, 9. Oktober 1968.

12.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 82 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Fritz Teufel: Wie die Justiz sich selbst abschafft".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Affäre Tegel: Untersuchung und neue Anklagen"
- "Humanistische Union: Neue Ermittlungen zum 2. Juni notwendig"
- "SPD-West-Berlin: 35 Parteiordnungsverfahren"
- "2. November in Dortmund: Gründung der Wahlpartei"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "West-Berlin: Christliche Konkurrenzpartei zur CDU"
- "Springer Contra Mahler: Urteil noch in weiter Ferne"
- "Ende Oktober: Neue Vietnam-.Aktionen der APO"
- "Meinungsforscher: CDU schätzt NPD noch ein"
- "APO West-Berlin. Friedlicher Empfang für Clifford"
- "Evangelische Kirche: Auszug der Jugendvertreter"
- "Wallraff-Reportage: Unternehmer kaufte Zeitschriften auf"
- "RC-Lörrach: sechsmonatige Diskussion zur deutschen Frage"
- "Rechtshilfe: Hilferuf an Spender"
- "Polizei West-Berlin: Frage nach SS-Angehörigen"
- "Falken West-Berlin: Fahrt in die CSSR"
- "Frankfurt: Jung-Gewerkschaftler gegen SPD-Polizist"
- "Dortmund: Zentrum der Schülerbewegung in NRW"
- "Witz der Woche"
- "Personalien"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Report"
- "Eckart Wörner: Exemplarisches Lernen in Tegel"

Berichtet wird u. a. über die Tegel-Affäre, Untersuchungen und neue Anklagen. So sollen u. a. Gefangene angegriffen und geschlagen worden sein, weiter über die HU, über die Gründung einer Wahlpartei in Dortmund zu den Bundestagswahlen 1969 am 2.11. Es soll sich "Demokratisches Wahlbündnis" nennen. Franz Marek will am 12.10. im RC über "CSSR-Modell oder Episode" referieren". Am 14.10 trifft sich ebenfalls dort der AK Kirche und Revolution. Am 14.10. beginnt ein Prozess gegen Horlemann. Im Zivilstreit Springer contra Mahler gibt es zurzeit keinen neuen Termin. In der Zeit zwischen dem 21.10. und 5.11. will die APO Aktionen gegen den US-Krieg in Vietnam starten.

Im RC-Lörrach will man in der Zeit vom Oktober 1968 bis März 1969 über die deutsche Frage diskutieren. Dortmund avanciert zurzeit zum Zentrum der Schülerbewegung. Der Sitz des AUSS soll in Dortmund-Hörde sein. Biografische Daten gibt es über: Herbert Wehner, Otto Schily. In der Extra-Dokumentation "Fritz Teufel: Wie die Justiz sich selbst abschafft" stellt dieser dem BED sein Schlusswort zur Verfügung. Im Extra-Report "Haftanstalt Tegel - Neue Materialien" berichtet der BED von unhaltbaren Zuständen dort.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 82, West-Berlin, 12. Oktober 1968.

16.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 83 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Kennwort Flötensolo. Polizei probt den Bürgerkrieg" und: "EKD: Kritische Synode wider die Heuchelei".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Senatsumbildung: Ruhnau sagt ab: Schütz bleibt vorläufig"
- "NPD-Verbot: SPD-Widerstand von rechts gegen Senat"
- "Clifford: Besuch, Prügel und Kernsätze"
- "CSSR: Intervention: NATO wusste und plante Gegenaktion"
- "Vietnam-Information: Buddhistischer Mönch in West-Berlin"
- "Extra-Dienst zieht um"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "APO-Arbeitskreis: RUF an Gegner der US-Aggression in Vietnam"
- "Aktionsrat: Information über Kinderläden"
- "Klinikum der FU: Gespräch zwischen Arbeitern und Studenten"
- "Mexiko: BZ: Gelungener Coup auf dem Kurfürstendamm"
- "West-Berlin: Erste Kommune-Hochzeit am Mittwoch"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Erlesenes"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner Senatsumbildung, über die Möglichkeiten eines NPD-Verbots, über den amerikanischen Verteidigungsminister Clifford, der in West-Berlin zu Besuch war. Es kam zu Demonstrationen der APO-Gruppen. Renate Hanffstengel spricht am 16.10. im RC über die revolutionäre Bewegung in Mexiko. Im Bellevue wird am 18.10. der Film: "No Vietnamese ever calles me Nigger" gezeigt. Der RC ruft die Vietnamgegner dazu auf, am 18.10. zu einer Besprechung über weitere Vietnam-Aktion zu kommen. Für den 27.10. ist eine große Demo geplant. Heute will der "Aktionsrat zur Befreiung der Frauen" im RC Einblicke in die bisherige Arbeit geben. Heute soll in West-Berlin die erste Kommune-Hochzeit stattfinden. In der Extra-Dokumentation "Kenntwor Flötensolo: Polizei probt den Bürgerkrieg" wird über "regelmäßige Planspiele" der Polizei berichtet. Dazu wird ein Dokument veröffentlicht. In einer weiteren Extra-Dokumentation "EKD Kritische Synode wider die Heuchelei" wird über Vorschläge der Synode berichtet. Der BED veröffentlicht eine Vorlage zur Entwicklungshilfe. In der Rubrik Extra-Erlesenes "EKD broschierter Mythos" nimmt Hartmut Bunke zu einer Broschüre der EKD Stellung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 83, West-Berlin, 16. Oktober 1968.

19.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 84 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Vor dem bewaffneten Aufstand in Griechenland? Ein Interview mit Andreas Papandreou".
Artikel der Ausgabe sind:
- "NPD-Selbstauflösung: Perfekte Gemeinschaftsarbeit"
- "Jugend-Umfrage: Absage an Bonner Koalitionspartner"
- "Angola: Einzelheiten über bundesdeutsche Beteiligung"
- "Schweiz: APO wird aktiv und koordiniert Gruppen"
- "Sozialistisches Zentrum: Auflösungserscheinungen"
- "Interessenkollision: Lowka bei Kressmann"
- "Verfolgten-Organisation: Links-Flugblatt abgelehnt"
- "Bundeswehr-Deserteur: Musterprozess in Schweden"
- "Finnische Sozialdemokratie: Dämpfer für Schütz-Senat"
- "Nürnberg: Kommune gegründet"
- "Klassenjustiz: Ein Jahr für Gießener Demonstranten"
- "Frankfurt: Internationale Abrüstungskonferenz"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Report"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über die NPD und deren offizielle Mitteilung über eine Jugend-Umfrage mit dem Ergebnis, dass "keine der bestehenden Parteien" für wählbar gehalten wird. Im Hörsaal der FU soll am 21.10. die Wahl eines Nachfolgers für den zurückgetretenen AStA-Vorsitzenden Fronius stattfinden. Der RC-Iserlohn hat jetzt eine Broschüre zusammengestellt, die auf die Unterstützung der Kolonialpolitik Portugals durch die BRD verweist. Mit der Konstituierung der DKP befindet sich das "Sozialistische Zentrum" in West-Berlin nun in Auflösung. In einem Flugblatt der "Liga des antifaschistischen Widerstandes" wird zu einer "Abwehrfront der verschiedenen Verfolgtenorganisation" aufgerufen. In Nürnberg wurde jetzt eine Kommune mit der Bezeichnung "K 13" gegründet. Die herauszugebende Zeitschrift soll "Peng" heißen. In der Extra-Dokumentation "Vor dem bewaffneten Aufstand in Griechenland" wird ein Interview mit A. Papandreou veröffentlicht. Im Extra-Report "Tunesien: Über eine Demokratie der Dritten Welt" wird u. a. über die Massenproteste im letzten Monat berichtet.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 84, West-Berlin, 19. Oktober 1968.

23.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 85 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "West-Berliner APO-Gruppen über ihren Standort".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Ausschluss: Ristock, Bleck, Gerull ohne Anwälte"
- "Demokratischer Klub: Kostspielige Postwurf-Sendung"
- "Affäre Tegel: Erste Erfolge für Häftlinge"
- "Affäre Lowka: Erstaunen in der SPD-Fraktion"
- "Veranstaltungen im Republikanischen Club"
- "Deutschland-Stiftung: Preisträger lobt NS-Jugend"
- "Offenbach: Bundeskonferenz der DKP am Sonntag"
- "Nürnberg: Ein Bundespräsident wird beschlagnahmt"
- "Kölner Justiz: Bundeswehr im Zuhörerraum"
- "Iran: Schah-Regime verhindert Hilfe für Erdbebenopfer"
- "Mexiko: Die Krise wurde nun vertagt"
- "Bärmeier und Nickel: Ab November ein Schülermagazin"
- "Evangelische Jugend: Lanze für Rockers gebrochen"
- "AUSS-Gegenschule mit Happenings geplant"
- "Extra-Dokumentation"
- "Informationen"

Berichtet wird u. a. über den Parteiausschluss Ristock und Beck, weiter über den West-Berliner "Demokratischen Club", über die Haftanstalt Tegel, die "Affäre Lowka", wo es um eine Interessenskollision mit einem Architektenbüro geht. Im RC tagt am 24.10 der Arbeitskreis der Sozialpädagogen. Am 25.10. soll eine Diskussion über die Justizkampagne stattfinden. Die Bundeskonferenz der DKP soll am 27.10. in der Offenbacher Stadthalle stattfinden. Man geht von ca. 500 Teilnehmern aus. Die iranische Studentengemeinde in West-Berlin will erfahren haben, dass das Schah-Regime "Hilfe für Erdbeben-Opfer" verweigert. AUSS-Mitglieder kündigen in West-Berlin eine "Gegenschule" an, die das Schulsystem "lächerlich machen will". In der Extra-Dokumentation berichten die West-Berliner APO-Gruppen über ihren Standort. Im Einzelnen wird beleuchtet:
- Falken
- AUSS
- Deutsche Pfadfindergesellschaft
- Christlicher Friedensdienst
- SHB
- Neuer Roter Turm
- Europäischer Föderalistischer Studentenverband
- Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher
- Humanistische Union
- Deutsche Jungdemokraten.

Geworben wird u. a. für: Arthur M. Schlesinger: "Das bittere Erbe. Vietnam-Prüfstein der Demokratie", Peter Bender: "Zehn Gründe für die Anerkennung der DDR", Hans Roeper: "Die Geschichte der D-Mark".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 85, West-Berlin, 23. Oktober 1968.

26.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 86 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "West-Berliner APO-Gruppen über ihren Standort (II)" und: "Basisgruppen: Erfolgreiche Versuche in München".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Vietnam-Aktion"
- "Mexiko sollen 2.000 Gefangene sterben?"
- "West-Berlin: DDR-Pressionen erwartet: SPD-Angstkäufe"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Prozesstermine"
- "Vietnam-Aktion: Demonstration und Sammlung:
- "Prozesse: Meinekestraße: Polizeiarbeit kommt ins Stocken"
- "West-Berliner Norden: Gründung eines Sozialistischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über Mexiko. Dort wird "für die Woche nach den Olympischen Spielen mit einem blutigen Massaker unter den etwa 200 politischen Gefangenen gerechnet". Im RC soll am 26.10. ein vorbereitendes Treffen der Teilnehmer an der Vietnam-Aktion stattfinden. Theodor Ebert will am 1.11. im RC über "Strategie gewaltfreier Aktionen in der Formaldemokratie" referieren. In der TU soll am 29.10. eine Podiumsdiskussion zum Thema "Reform oder Revolution" stattfinden. Zugesagt haben Agnoli, Moersch und Steffen. Ein Prozess gegen Guggomos soll am 28.10. wegen "Verstoßes gegen das Pressegesetz" stattfinden. Vom 27.10.-4.11. soll eine große Spendenaktion für Vietnam stattfinden. Sie läuft unter dem Motto: "Hilfe für Vietnam". Im West-Berliner Norden ist ein RC gegründet worden. Im Extra-Report "Über die Verhältnisse in West-Berliner Jugendheimen" berichtet die "Initiativgruppe D im Pestalozzi-Fröbel-Haus". In der Extra-Dokumentation "West-Berliner APO-Gruppen über ihren Standort" wird Teil II veröffentlicht. In einer weiteren Extra-Dokumentation" berichtet ein RC-Mitglied über seine Erfahrungen mit einer Basisgruppe. In der Extra-Glosse "Gereift zur Krücke, Genossen" berichtet Ma. Bucholz über jenen Rentner, der auf Dutschke mit einer Krücke eingeschlagen hat. Der wurde jetzt wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 86, West-Berlin, 26. Oktober 1968.

30.10.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 87 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "APO-Diskussion: Aufgaben eines Republikanischen Clubs".
Artikel der Ausgabe sind:
- "APO-Aktion: 10.000 Flugblätter zum CDU-Bundesparteitag"
- "SPD-Verfahren: Verbannungsurteile gegen die Linke"
- "2. November in Dortmund: Gründung des Wahlblocks"
- "Veranstaltungen im Republikanischen Club"
- "FDP-Wahlkampf: Agentur in Düsseldorf beauftragt"
- "Bundeskabinett: Mehr Geld für die Zensur"
- "Aufrüstung: Drei Milliarden Mark in Reserve"
- "Indonesien: SDS-Protest gegen Todesurteil"
- "APO-kalypse: Zugunsten der Rechtshilfe"
- "Straßentheater: Jetzt auch in den USA"
- "CSSR: Reportage: Für Spiegel bestimmt, von Bild gedruckt"
- "Amberg: PoPos gründeten DKP mit"
- "Frankfurt: Hintergründe der Eides-Affäre"
- "Personalien"
- "Extra Dokumentation"
- "Extra-Auslese"

Berichtet wird u. a. von den APO-Aktionen zum CDU-Bundesparteitag. Verteilt wurden ca. 10.000 Flugblätter, über den Gründungskongress "für eine demokratisches und sozialistisches Aktionsbündnis zur Bundestagswahl 1969". Am Bündnis will sich auch die VUS beteiligen. Am 1.11. soll im West-Berliner RC eine Diskussion mit Theodor Ebert stattfinden. Thema: "Zur Strategie gewaltfreier Aktionen in Formal-Demokratien". Am 31. 10. lautet das Diskussionsthema: "Persien, Griechenland und der Imperialismus". Am 2.11. finden weitere Vietnam-Aktionen der APO-Gruppen statt. Berichtet wird weiter von Protesten des SDS gegen Todesurteile in Indonesien. Die Rechtshilfeorganisationen der APO treffen sich zu Veranstaltungen in Bonn am 22./23.11. Biographische Daten gibt es zu: Hans-Dietrich Wedepohl, Jürgen Moser. In Marburg wurde ein NATO-Arbeitskreis gegründet. In der Extra-Dokumentation "APO-Diskussion: Aufgaben eines Republikanischen Clubs" wird berichtet, dass am 4.11.der RC Hamburg über seine weitere Arbeit beraten will. Der BED dokumentiert dazu ein Referat. In der Extra-Auslese geht es um Pawla und Moabit. Geworben wird für die "Kritische Justiz".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 87, West-Berlin, 30. Oktober 1968.

02.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 88 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Griechenland: Solidarität für Vietnam", "Mexiko: 250 unterzeichneten Telegramm" und: "Marcus Scholz: Mögliche Aufgaben eines RC innerhalb der APO".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Musterprozess: Gegen die Hoheitsgewalt der BRD in West-Berlin"
- "Senatsumbildung: Revirement zur Jahreswende?"
- "Gewerkschaftliche Unruh: Sickert gibt Hoffnungslosigkeit zu"
- "Strauß-Intimus: Gegen verstärkte West-Berliner Präsenz
- "Justizkampagne: Solidaritätsaktionen für Mahler"
- "Hinweise des Republikanischen Clubs"
- "Extra Über uns"
- "Spanien: Kiesinger bekam Protest-Schreiben"
- "DKP: Initiative an den Hochschulen"
- "West-Berlin: Liberale Zeitung ab Dezember"
- "Olympiastadion: Pfiffe für die MDB's
- "Republikanischer Clubs: Neue Adressen"
- "Fall Weigand: Neuerliches Gnadengesuch abgelehnt"
- "Kurfürstendamm: Meinungszensur durch die Polizei"
- "Strafanzeigen: Rechtsanwälte gegen den RC West-Berlin"
- "Affäre Tegel: Einzelhäftlinge in Hungerstreik"
- "HU: Beschwerde bei Hoppe erfolgreich"
- "DDR: Nächste Woche neue repräsentative Zeitung"
- "Kuba: Silbermedaillen für Carmichael"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Porträt"

Berichtet wird u. a. über die Justizkampagne. RA Mahler muss sich in einem "Ehrengerichtsverfahren" verantworten. Der Arbeitskreis Agitprop im RC ruft in einem Flugblatt zur Solidarität auf. Am 3.11. will im RC der AK "Politische Theorie" seine Debatten fortsetzen. Hier soll es um die "Wertformen" (Politische Ökonomie von Marx) gehen. Am 3.11. wollen Solveig Ehrler und Niels Kadritzke über "Israel - Der zionistische Staat" debattieren. Am 2.11. ist in West-Berlin die Vietnam-Kundgebung mit anschließender Demonstration geplant. Zwei Arbeitsgemeinschaften im RC erhielten Strafanzeigen von Rechtsanwälten, die Inhalte von Flugblättern anprangerten. Sie fühlten sich etwa beleidigt durch Formulierungen wie: "Kämpft mit uns gegen die Komplizenschaft unserer Regierung mit faschistischen Regimen, einschließlich der USA".

In der Haftanstalt Tegel gibt es jetzt eine illegale Gefangenenzeitung. Beteiligte Häftlinge wurden jetzt in Einzelzellen verlegt. Daraufhin wurde ein Hungerstreik organisiert. Laut der Extra-Dokumentation "Griechenland: Soldaten für Vietnam" soll Griechenland laut Bündnisverpflichtung Soldaten für Vietnam bereitstellen. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Mexiko: 250 unterzeichneten Telegramm" geht es um die Einkerkerung von Oppositionellen, die in Untersuchungsgefängnissen einsitzen. In der dritten Extra-Dokumentation "Mögliche Aufgaben eines RC innerhalb der APO" berichtet Marcus Scholz über die Auseinandersetzungen im Hamburger RC.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 88, West-Berlin, 2. November 1968.

06.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 89 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Mahler-Prozess: Die Verteidigungsrede des APO-Anwalts" und: "West-Berliner Bürgerkomitee für eine neue Politik".
- "Extra-Mitteilung"
- "Extra-Vorschlag"
- "Extra-Dokumentation"
- "APO West-Berlin: Kaum endgültige Stellungnahmen"
- "Molotow-Cocktail: Anschlag auf AStA der FU
- "Wahlbündnis: Parteigründung im Dezember"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Fall Rabehl: Sieg über den Rektor"
- "SPD-Landesminister: APO soll Gesetze mitmachen"
- "Berliner Stimme: Gerull-Anzeige abgelehnt"
- "Falken West-Berlin: Eine Gruppe will sich abspalten"
- "Griechische Konzentrationslager: Entlassene Leichen"
- "NATO. Griechenland soll Atomstützpunkt werden"
- "Desertation: Mit Hubschraubern und Jeeps"
- "Neger-Aufstand in Vietnam-Gefängnis. Sechs Farbige angeklagt"
- "Griechenland: Vietnam-Brigade und ein Dementi"
- "Extra-Report"
- "Hinweise der Redaktion"

In der Extra-Mitteilung "An einer wichtigen Markierung" soll Christian Semler in der TU erklärt haben, dass der "individuelle Terrorismus zum legitimen Bestandteil einer neuen Strategie und Taktik der APO" gehöre. Weiter wird berichtet vom 50. Jahrestag der Novemberrevolution. In der Extra-Dokumentation "Mahler-Prozess: Die Verteidigungsrede des APO-Anwalts" wird über die Verteidigungsrede von Mahler im Ehrengerichtsverfahren berichtet, weiter über die Straßenschlacht am Tegeler Weg, über einen Molotow-Anschlag auf den AStA der FU.

Im Dezember soll möglicherweise im Ruhrgebiet eine "Wahlpartei' für die Beteiligung außerparlamentarischer Oppositionsgruppen an der Bundestagswahl 1969 gegründet werden". Am 8.11. soll im RC West-Berlin eine Diskussion mit Willy Huhn stattfinden: Thema: "Zur Kritik einiger Legenden über die deutsche Novemberrevolution 1918". "Unrecht im Rechtsstaat - Gegenwart in Gefängnissen" lautet das Thema einer Diskussionsveranstaltung in der TU. Für den 9.11. ist in West-Berlin die Vietnam-Demonstration von Verbänden und Organisationen der APO angesetzt. Bernd Rabehl hat sich in der Debatte um eine Hilfsassistentenstelle an der FU durchgesetzt. Griechenland soll jetzt NATO-Stützpunkt werden. Im Extra-Report berichtet St. Krull aus Hannover "Polizisten schützen Faschisten". In der Extra-Dokumentration "West-Berliner Bürgerkomitee: Plädoyers für eine neue Politik" wird über ein West-Berliner "Bürgerkomitee" berichtet, das sich nach Ostern 1968 konstituiert hatte. Der BED veröffentlicht Auszüge aus einem Referat.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 89, West-Berlin, 6. November 1968.

09.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 90 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "West-Berlin Status: Klage gegen Senat und Polizei" und: "Basisgruppe Neukölln: Elemente möglicher Betriebs-Strategie".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Klein-Chicago in der Hasenheide: CDU ließ sich von Catchern schützen"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Drohungen: Anrufe bei der Polizei"
- "CDU-Kundgebung: Kiesiger war da"
- "NPD-Auflösung: Neue Einzelheiten"
- "Alliierte: Wollte Prill Feuerwehr bewaffnen?"
- "Großbritannien: Solidarität mit Mahler"
- "Ex-Soldaten: Beifall für das Hakenkreuz"
- "Siegen: NPD Landesparteitag soll gesprengt werden"
- "Extra-Report"
- "Mahlers Beweisantrag Nr. 4: abgelehnt"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Report"
- "Wahlbündnis: Zusammenfassung der Dortmunder Diskussion"
- "Demokratische Wirtschafts- und Strukturpolitik"
- "APO im Parlament"

Berichtet wird u. a. über die heutige Vietnam-Demonstration, über eine Parteiversammlung der CDU in der Hasenheide. Berichtet wird weiter über Veranstaltungen im West-Berliner RC. Am 11.11. tagt dort der AK "Kirche und Revolution". Am 18.11. soll im RC der "Journalistenarbeitskreis" gegründet werden. Die RSSF in London solidarisiert sich mit Horst Mahler. Im Extra-Report von Martin Buchholz "Die Ohrfeige Jahres" wird über Kiesinger und Klarsfeld berichtet.

In der Extra-Dokumentation "West-Berlin Status: Klage gegen Senat und Polizei" wird über M. Grashof, den Bundeswehr-Deserteur berichtet, im Extra-Report "Wahlbündnis: Zusammenfassung der Dortmunder Diskussion" über den "Gründungskongress eines Aktionsbündnisses für die Bundestagswahl 1969". Eine weitere Extra-Dokumentation "Basisgruppe Neukölln: Elemente möglicher Betriebs-Strategie" stellt eine Ausarbeitung für die Basisgruppen Diskussion zur Verfügung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 90, West-Berlin, 9. November 1968.

13.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 91 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "West-Berliner Praxis: Völkerrechtswidrige Amtshilfe".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bonner Pläne: Geheime Staatspolizei soll wieder erstehen"
- "Prozess gegen Polizisten: Vier Termine in einem Vierteljahr"
- "Kammergericht: Ordnungsstrafe für Teufel wurde aufgehoben"
- "Links-Jugend: Koordinationstreffen im Dezember"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Aachen: Hintergründe des SDS-Verbots"
- "Sozialistisches Zentrum: SB trat aus"
- "Rhein-Ruhr: Progressiver Lehrer Zusammenschluss"
- "Mahler-Papier: Material für SPD-Auseinandersetzung"
- "DDR: Regelmäßige Besteller-Liste veröffentlicht"
- "CDU-Parteitat: Ermittlungsausschuss sucht Zeugen"
- "Polizei West-Berlin: Mehr Pferde und Hunde"
- "Falken: Demonstration am Mordtag von Rosa und Karl'"
- "Christliche Opposition. Pfadfinder legen Thesen vor"
- "Rechtsradikale: Deutschland im Böhmerwald"
- "Bonn 67: Verfahren gegen APO-Mitglieder"
- "Revolutionäre Jugend: West-Berliner Plattform veröffentlicht"
- "Kritische Katholiken: Kein einheitliches Dach"
- "Landgericht West-Berlin: Seit 1959 keine Schul-Direktorin mehr"
- "Der Fremdsprachenverlag Hanoi"
- "Das Schüler- und Lehrlingszentrum"

Berichtet wird u. a. über mögliche Bonner Pläne, die westdeutschen Nachrichtendienste zu koordinieren und sie "mit exekutiven Vollmachten auszustatten". Eine Ordnungsstrafe für Fritz Teufel wurde aufgehoben. Er soll einem Staatsanwalt "beispiellosen Zynismus" vorgeworfen haben. Linke Jugend- und Studentenverbände in Italien, so die PSIP, der französische UNEF und der deutsche SDS, planen ein Koordinationstreffen in der BRD. Am 14.11. tagt im RC der Gewerkschaftliche Arbeitskreis. Am 17.11. will Eduard März zum Thema "Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele der sozialistischen Parteien in Westeuropa" referieren. Am 22.11. soll in West-Berlin die Berufungsverhandlung gegen Ute Erb und Lopez Carrion wegen "Störung einer Militärparade" stattfinden. Die Hintergründe der Nichtwiederzulassung des SDS in Aachen seien auf einen Sicherheitsgrund zurückzuführen. An der TH werden Forschungsaufträge für die Bundeswehr durchgeführt, so der BED.

Berichtet wird weiter vom Frankfurter "Sozialistischen Zentrum". Als eine Gruppe ist nun der "Sozialistische Bund" ausgetreten. Im Ruhrgebiet hat sich die "Aktionsgemeinschaft progressiver Lehrer" konstituiert. Am 15.1.1969 soll in West-Berlin der Grundstein für ein Luxemburg-Liebknecht-Denkmal gelegt werden. Der "Initiativausschuss für eine Revolutionäre Jugendorganisation" hat jetzt seine Plattform vorgelegt. Der Fremdsprachenverlag Hanoi bringt jetzt eine Anzahl von Broschüren in Englisch, Französisch und Spanisch heraus. Kontaktadresse ist Inge Jahnke aus Hamburg. In Wiesbaden hat sich ein "Club Voltaire" konstituiert. In der Extra-Dokumentation "West-Berliner Praxis. Völkerrechtswidrige Amtshilfe" wird über den ehemaligen Bundeswehrsoldaten M. Grashof berichtet, gegen den ein Verfahren läuft. U. a. geht es um Fahnenflüchtige. RA Mahler übernimmt seine Verteidigung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 91, West-Berlin, 13. November 1968.

16.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 92 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD Albert als einigender Faktor"
- "SPD West-Berlin: Weitere Parteiordnungsverfahren"
- "RC Hamburg: Keine Zusammenarbeit mit DKP und SDAJ"
- "Neubauer-Prozess: Immer peinlicher für den Senator"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Extra Über uns"
- "Verfassungsschutz: Als Vertreter des Senats getarnt"
- "Bonn: Becher wollte keine Diskussion"
- "Falken: Gegen Sonderjustiz und für Amnestie"
- "Falken: Keine Doppelmitgliedschaft in der SDAJ"
- "SPD-Hessen: Jugendgruppe trat aus"
- "CDU: Opposition vom RCDS angekündigt"
- "Amnesty International: Kunstbasar für Gefangene"
- "LSD: Straßensammlung für Lateinamerika"
- "Rechtsradikale: DJO distanziert sich"
- "Extra-Diskussion"
- "Extra-Report"

Berichtet wird u. a. über Heinrich Alberts, über weitere Parteiordnungsverfahren in der SPD, über den RC-Hamburg, der "keine Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Organisationen wie der DKP oder der SDAJ sieht". Am 18.11. soll im RC ein Journalistenarbeitskreis konstituiert werden. Im Extra-Report "In Tegels Küche: Schaben, Mäuse, TBC" von Martin Buchholz geht es um die fürchterlichen Zustände im Gefängnis. Danach bestehe dort "Gefahr für Gesundheit und Leben". Zur Küche: "Wir warnen ernsthaft davor diesen Report zu lesen. Er fördert so ekelhafte und skandalöse Tatsachen an den Tag, dass man sich übergeben möchte".

Der LSD plant für das kommende Semester eine Straßensammlung für Lateinamerika. In der Extra-Diskussion von Wilfried Gottschalch "Zum Problem der direkten Aktion" geht es um die "Demonstration vor dem Charlottenburger Landgericht". Der BED veröffentlicht dazu den Diskussionsbeitrag von Gottschalch. Helmut Bunke nimmt im Extra-Report Stellung zum DDR-Kirchenbund: "Nur das Datum fehlt noch".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 92, West-Berlin, 16. November 1968.

19.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 93 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "SPD: Der Zustand der Partei nach dem 21. August" und: "Pressekonzentration: Der Verfassungsschutz war da".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Neubauer: Schusswaffengesetz kommt"
- "Fall Harndt: Strafanzeige oder Rücktritt gefordert"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "SPD: Jungsozialisten an die Kandarre"
- "Amtshilfe: Tiergarten verfolgt Wehrpflichtige nicht"
- "Mexiko: Solidaritätsversteigerung im RC West-Berlin"
- "Beate Klarsfeld: Heute Pressekonferenz im RC West-Berlin"
- "Italien: Beispiel revolutionärer Stadtbesetzung"
- "Maschinenfabrik 'Birka': APO arbeitet mit Arbeitern zusammen"
- "Denunzierung: 'Morgenpoist' will neuen Fall Gottschalch"
- "NS-Richter Gente in Moabit: APO marschiert!"
- "Filmprojekt: Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte"
- "Underground: Unruhe an West-Berliner Schulen"
- "Anti-APO-Aktion: Der Dank des kommandierenden Generals"

Berichtet wird u. a. über ein mögliches Schusswaffengesetz für West-Berlin, über das Otto-Suhr-Institut. Flechtheim habe FU-Rektor Harndt dazu aufgefordert, entweder den BED zu verklagen oder zurückzutreten (vgl. BED Nr. 88). Am 20.11. soll im West-Berliner RC eine Veranstaltung zum Thema "Bundeswehr - Armee ohne Auftrag" stattfinden. Referent: H. M. Vogel. Am 22.11. soll ebenfalls dort eine Solidaritätsveranstaltung für Mexiko stattfinden. Am 19.11. will E. März aus Wien im Gebäude der Wiso-Fakultät über Marx und Schumpeter referieren.

Beate Klarsfeld will am 19.11. eine Pressekonferenz im RC geben. Eine Stadt soll auf Sardinien durch "revolutionäre Schichten der Bevölkerung" besetzt worden sein. In der Spandauer Maschinenfabrik "Birka" wollen Gruppen der APO den Belegschaftsmitgliedern zu Hilfe kommen, da die Firma nach Solingen verlagert werden soll. Ein Filmprojekt des Produzenten Artur Brauner lautet: "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte". Die erste Ausgabe der Schülerzeitschrift "Underground" ist jetzt in West-Berlin erschienen. In der Extra-Dokumentation "SPD: Der Zustand der Partei nach dem 21. August" dokumentiert der BED ein vertrauliches Protokoll einer außerordentlichen West-Berliner Fraktionssitzung. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Pressekonzentration: Der Verfassungsnotstand war da" dokumentiert der BED ein Gutachten von Eckart Osborg.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 93, West-Berlin, 19. November 1968.

23.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 94 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Politische Gefangene: Briefe aus den Gefängnissen" und: "Anarcho-Kollektiv Hamburg: Möglichkeiten der Opposition heute".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Neubauer-Verfahren: Guggomos gibt Erklärung ab"
- "DDR: Mark frei konvertierbar"
- "VR China: Internationale in Vorbereitung"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Affäre Tegel: Strafanzeigen und Fragen an den Justizsenator"
- "Extra-Meinung"
- "Sonntag im RC: Die 'Schwarze Garde' wird gegründet"
- "SPD-Parteitag: Vor einem innerparteilichen Verfassungsbruch"
- "Junge Union: Sollte in Ostberlin spionieren"
- "Hamburg: Erste westdeutsche SPD-Betriebsgruppe an den Unis"
- "Sickert-Prozess: Der DGB-Chef nicht als Zeuge"
- "Kommune-Prozess: Teufel-Haftrichter als 'Befangen' abgelehnt"
- "Personalien"
- "Wahrheit: Briefwechsel Semler-Biastoch"
- "Weltbühne Ostberlin: Senghor, Marx und gelbe Rosen"
- "Tegel-Report: Schülerzeitung unter Druck"
- "Schwaben-Streich: Deserteuren Aufenthalt in West-Berlin verbieten"
- "Extra-Dokumentation"

Berichtet wird u. a. über das Verfahren gegen Guggomos, über die VR China, die möglicherweise eine 5. Internationale vorbereitet. Im Jugendfreizeitheim Schöneberg soll am 28.11. ein Seminar der evangelischen Kirche stattfinden. Thema: "Kreuze auf den Barrikaden. Theologie der Revolution". In der Extra-Meinung "Wie wurde die Scharf-Äußerung verdreht" geht es um die Auseinandersetzung zwischen Neubauer und Bischof Scharf. Am 24.11. will sich die "K 99" in "Schwarze Garde" umbenennen. In Hamburg wurde die erste westdeutsche SPD-Betriebsgruppe an Hochschulen gegründet. Im Kommune-Prozess hat Teufel den Haftrichter als befangen abgelehnt. Biographische Daten gibt es über: Gerhard Schmid, Horst Mahler. Berichtet wird weiter über die Schülerzeitung "Das Blättchen" am Ernst-Abbe-Gymnasium. In der Extra-Dokumentation "Politische Gefangene: Briefe aus den Gefängnissen" wird aus Südafrika, Portugal und Brasilien berichtet. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Anarcho-Kollektiv Hamburg: Möglichkeiten der Opposition heute" dokumentiert der BED einige Beiträge des Kollektivs über die "Auseinandersetzung um Strategie und Taktik der APO".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 94, West-Berlin, 23. November 1968.

27.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 95 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Fall Harndt: Eine Antwort und eine Anzeige" und: "Peru: Revolutionäre in Lebensgefahr".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD-Landesparteitag: Ein Sieg der Linken"
- "Kommune-Zeitung: Kunzelmann vor Gericht misshandelt"
- "Affäre Tegel: Verdorbene Konserven auf Lastwagen zur Müllkippe"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Aktion GI: Linke wollen US-Soldaten einladen"
- "SPD-Gesinnungsverfolgung und ein Freispruch"
- "Petition gegen die Pressekonzentration"
- "Gegen Börsenverein: Konstituierung im Februar"
- "Extra-Dokumentation"
- "Klinikum Steglitz: Studenten zu kritisch"
- "Klarsfeld-Prozess: Gutachten zum Fall Kiesinger"
- "Agit-Shop: Wandzeitung für Projekt- und Baugruppen"

Berichtet wird u. a. über den Landesparteitag der SPD in West-Berlin und über die Kontroverse zwischen Schütz und Karnatz, über den Kommune-Prozess. Bei Anhörungen soll Kunzelmann misshandelt worden sein. Weiter wird berichtet über die "Affäre Tegel". Dort sollen verdorbene Lebensmittel mit einem LKW abtransportiert worden sein. Am 27.11. will die Aktionsgruppe "Kunst und Politik" mit Dieter Ruckhaberle über die "Situation des Berliner Kunstvereins" diskutieren. Eine Diskussionsrunde mit Yaak Karsunke vom "Kürbiskern" ist für den 30.11. geplant.

Am 28.11. werden die Prozesse gegen die K I fortgesetzt. Eine "Petition gegen die Pressekonzentration" veröffentlicht der BED. Sie ist an den Deutschen Bundestag und an die Länderparlamente gerichtet. In der Extra-Dokumentation "Fall Harndt: Eine Antwort und eine Anzeige" dokumentiert der BED aus der Strafanzeige von Buchholz einige Passagen. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Peru: Revolutionäre in Lebensgefahr" stellt der "Kritische Katholizismus" dem BED einen Solidaritätstext zur Verfügung. Im Wesentlichen geht es um führende Persönlichkeiten der Linken: Ricardo Gadea und Hector Bejar.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 95, West-Berlin, 27. November 1968.

30.11.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 96 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Rolf Czeskleba: Sanierungs-Diskussion mit Hausmeistern" und: "Klarsfeld-Urteil: Im Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Affäre Tegel: Justizausschuss will nicht eingreifen"
- "Napalm: Produktion in Niedersachsen?"
- "West-Berliner Staatsanwaltschaft: Ermittlungen gegen Biermann?"
- "Film- und Fernsehakademie: 25 Prozent der Studenten gefeuert"
- "West-Berlin: Elf Mann gegen zwei Porno-Bilder"
- "SPD-Abgeordnete: Liebknecht gleich Horst Wessel"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Professor Gottschalch: Strafanzeigen gegen CDU Schmitz und andere"
- "Kunstverein: Demokratisierung durch Masseneintritt"
- "SPD-Kalender: Erwin Beck ohne Partei"
- "Schul-Disziplin: Steglitzer Schüler wegen eines Flugblatts bestraft"
- "Buchhandel: Wir sind die nächsten"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Dokument"

Berichtet wird u. a. über die Tegel-Affäre. Danach will der Justizausschuss "nicht eingreifen". Dow Chemical will in Stade eine Produktionsstätte errichten. "Offenbar soll die für Europa benötigte Napalm-Produktion dann in Stade erfolgen". Berichtet wird weiter über die Film- und Fernsehakademie. Von 70 Studenten seien 18 entlassen worden. Im RC soll am 30.11. eine Diskussion mit Yaak Karsunke vom "Kürbiskern" stattfinden. Gottschalch und andere haben Strafanzeige gegen die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Tiergarten wegen "übler Nachrede" gestellt.

Zu Auseinandersetzungen kam es bei einer Veranstaltung der TU-Aktionsgruppe "Kunst und Politik" mit dem Maler Dieter Ruckhaberle im West-Berliner RC. In der Extra-Dokumentation "Rolf Czeskleba: Sanierungs-Diskussion mit Hausmeistern" dokumentiert der BED ein Referat von Czeskleba. In einer weiteren Extra-Dokumentation "Klarsfeld-Urteil: Im Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt" dokumentiert der BED "den Tenor des Urteils des West-Berliner Schnellgerichts" vom 7.11. Klarsfeld wurde wegen einer Kiesinger-Ohrfeige zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt. Geworben wird für die Neuerscheinung der Berliner Extra-Bibliothek, Bd. 1: "Biographien von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Leo Jogiches", hrsg. von Karl Radek im Januar-März 1919.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 96, West-Berlin, 30. November 1968.

04.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 97 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "Arbeiter-Kontakte: Haben die Studenten Fehler gemacht?'" und: "SPD in Nikolassee: Fragen nach Neubauers Äußerungen".
Artikel der Ausgabe sind:
- "SPD West-Berlin: Statut-Kompromiss in Aussicht"
- "Polizei: Demonstranten zu Kriminellen machen"
- "Schriftsteller: Protest gegen liberale Tünche"
- "SDS: Bundesseminar zur Justiz-Kampagne"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra-Report"
- "Schweden: Bundeswehr-Deserteur in die BRD ausgeliefert"
- "Persien: Acht Todesurteile drohen"
- "Frankreich: Seminare über kritische Schüler"
- "S-Bahn: Ende einer Selbstbestrafung"
- "Bundeswehr: Frühere Zeugnisse gefordert"
- "Bundeswehr: Geheimniskrämerei um ein Nichts"
- "Extra Über uns"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Meinung"

Berichtet wird u. a. über die West-Berliner SPD, über einen Schriftstellerprotest, der dem Senat vorwirft, seine Politik als "Aushängeschild für eine liberale Gesinnung zu missbrauchen". Der SDS bereitet zurzeit ein "Bundesseminar zur Justizkampagne" vor. Dazu sei ein "umfassender Materialaustausch" gesammelt worden. Am 6.12. ist im RC eine Debatte über "Demonstration und Gewalt" geplant. U. a. diskutieren Niels Kadritzke und Knut Nevermann mit dem RC-Vorstand. Für den 8.12. ist geplant: "Widerstand in Spanien heute". Im Extra-Report berichtet Martin Buchholz über die unhaltbaren Zustände über "Mäusekot im Tegel-Essen". In Persien drohen 8 Todesurteile gegen Oppositionelle. Die "Konföderation Iranischer Studenten" hat zur Solidarität aufgerufen. In der Extra-Dokumentation "Arbeiter-Kontakte: Haben die Studenten Fehler gemacht?" wird über eine Diskussion des NDR vom 19.11. berichtet. Thema war: "Arbeiter und Studenten". In einer weiteren Extra-Dokumentation "SPD in Nikolassee: Fragen nach Neubauers Äußerungen" dokumentiert der BED aus einer Resolution der Bonner Schiedskommission der SPD.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 97, West-Berlin, 4. Dezember 1968.

07.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 98 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Fernsehakademie: Was Benda meint".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Dokumente beweisen: FU-Direktor Harndt hat Unwahrheit gesagt"
- "Bahr-Affäre: Gegenattacke der SPD"
- "Affäre Tegel: Fieberhafte Arbeiten in Küche und Keller"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "AUD: Will Staatsgelder an APO-Fonds übergeben"
- "Demokratischer Club: Angeblich 320 Mitglieder"
- "West-Berlin: Erste Erfolge beim Kunstverein"
- "Basisgruppe Zehlendorf: Unruhe in den Betrieben"
- "NS-Verfolgte: Offener Brief an BVN-Mitglieder
- "Mozambique: 1.500 Portugiesen im Kampf getötet"
- "Dänemark: Künstler treten für Biermann und Havemann ein"
- "INFI: Helft Kuba mit Büchern und Maschinen"
- "Che-Filme: Der 'Antiautoritäre Markt' wird erschlossen"
- "Herbert Marcuse: Ein neues Buch im nächsten Jahr"
- "Extra-Dokumentation"
- "Extra-Glosse"
- "SDAJ: Straßensammlung für die FNL in Nordrhein-Westfalen"
- "Fragebogen"
- "Extra-Meinung"
- "Extra Über uns"

Berichtet wird u. a. über den FU-Rektor Harndt und seine Äußerungen gegenüber dem BED. Der BED legt dazu Beweise, die seine Verleumdungen gegenüber Oppositionellen entkräften sollen (S. 9-12), vor, über die "Bahr-Affäre", über die "Affäre Tegel" und die Beseitigung der offengelegten Missstände. Am 7.12. will im RC West-Berlin der griechische Politiker Georgios Patsis über "Die Rolle des internationalen Kapitals und der NATO bei der Errichtung der Militärdiktatur in Athen und Möglichkeiten eines Volksaufstandes" sprechen. Am 8.12., ebenfalls dort, geht es um "Widerstand in Spanien heute". Am 13.12. soll dort eine Clubdiskussion u. a. mit Jörg Huffschmidt stattfinden. Thema: "Mitbestimmung als strategisches Konzept gesellschaftlicher Veränderung".

Am 10.12. findet im Landgericht zu Berlin ein Prozess gegen die Zeitung "Linkeck" "wegen Beleidigung eines Staatsoberhaupts", "Aufforderung zu strafbaren Handlungen" und "Verbreitung unzüchtiger Schriften" statt. Berichtet wird weiter über den "Demokratischen Klub" als Gegengründung zum RC. Angeblich habe der DK "320 Mitglieder". Die Basisgruppe Zehlendorf hat jetzt mit der Herausgabe von regelmäßig erscheinenden "Extra-Informationen" begonnen. Sie sind "für die Belegschaft verschiedener Betriebe in Zehlendorf-Süd" gedacht.

Die Frelimo berichtet aus Mozambique über Portugiesen, die im Kampf getötet worden seien. Das INFI hat sich zur Aufgabe gemacht, "neben der Erarbeitung eines theoretischen Konzepts über die kubanische Revolution Kuba auch materiell zu unterstützen". "Twentieth-Century-Fox" will jetzt einen Film über Che drehen. Für 1969 plant Herbert Marcuse ein "Essay über die Befreiung". In der Extra-Dokumentation "Fernsehakademie: Was Benda meint" geht es um die Kündigung von 18 Studenten. Berichtet wird von einer Straßensammlung der SDAJ in NRW. Für die FNL seien 2.000 DM gesammelt worden. In der Extra-Meinung "Anlässlich einer weggenommenen Kamera" berichtet Hannes Schwenger vom SFB über die Freiheit des Journalismus. In Extra Über Uns wird eine Meinung von Ingeborg Drewitz kolportiert.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 98, West-Berlin, 7. Dezember 1968.

11.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 99 erscheint mit der Extra-Dokumentation: "Fragen zu einer Preisverleihung".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Sonnabend 14 Uhr: Kampfdemonstration in West-Berlins City"
- "Fall Harndt: AStA der FU fordert Klarheit"
- "Interzonenhandel: Kein politischer Preis der DDR"
- "Kinderläden: Vom Senator positiv beurteilt"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Extra Meinung"
- "Extra-Report"
- "Jüdischer Aktionskreis: Kampf dem NEO-Faschismus"
- "SFB: Liste gegen das Rehse-Urteil"
- "Silbermann-Schule: Streik für einen Vertrauenslehrer"
- "Schüler: Solidarität mit entlassener Lehrerin"
- "Extra-Flugblatt zum Fall Rehse"
- "Hartmut Lange: Fragen zu einer Preisverleihung"
- "Extra-Diskussion"

Berichtet wird u. a. über eine "Kampfdemonstration" der APO am 14.12. in West-Berlin. Anlass für die Demo ist "der Freispruch für den Freisler-Gehilfen Rehse". Die Demo habe eine "breite Basis gefunden". Teilnehmer sollen sein: AStA FU und TU, Falken, FDJ West-Berlin, IA zur Vorbereitung einer revolutionären Jugendorganisation, Jüdischer Aktionskreis, Jungdemokraten, KfDA, RC, SDS, VVN und andere. Dazu wird das Extra-Flugblatt veröffentlicht: "Zum Fall Rehse". Berichtet wird weiter vom Fall Harndt, über Kinderläden. Im RC sollte am 11.12. eine Veranstaltung mit Karl Liebknechts ältestem Sohn stattfinden. Der Termin wurde verschoben. Am 15.12. will man im RC über die "Ziele der AUD und ihre Stellung zur APO" diskutieren.

Am 11.12. findet im Landgericht die Berufungsverhandlung gegen Peter Brandt wegen "Auflaufs" statt. Am 13.12. wird der Prozess gegen den Dutschke-Attentäter Bachmann fortgesetzt. In der Extra-Meinung von Carl L. Guggomos "Sogenannte Öffentlichkeit" wird über den West-Berliner Strafvollzug und über die Zustände in der Haftanstalt Tegel berichtet. Im Extra-Report von M. Buchholz "Gefangene werden zum Selbstmord getrieben" geht es um einen "Bericht über den Berliner Strafvollzug" (4. Juni 1968). Eine Solidaritätsaktion für eine entlassene Lehrerin wird von der Krankengymnastik-Schule in Moabit bekannt.

In der Extra Dokumentation von Hartmut Lange "Fragen zu einer Preisverleihung" druckt der BED eine Widerrede zur Verleihung des Gerhart-Hauptmann-Preises an Hartmut Lange und Egon Menz, den sie von der West-Berliner Freien Volksbühne erhalten haben. In der Extra-Diskussion "Republikanischer Club: Über Demonstration und Gewalt" stellt der BED einen Tonbandmitschnitt zur "Erklärung zur Demonstration am 4.11. vor dem Landgericht am Tegeler Weg" zur Verfügung.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 99, West-Berlin, 11. Dezember 1968.

14.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 100 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Rehse-Demonstration: Senat verweigert technische Hilfe"
- "Personalien"
- "NPD West-Berlin: Tarnorganisationen werden gebildet"
- "CDU Ost-Berlin: Kontakte als Wahlkampfthema
- "ÖTV West-Berlin: Trügerische Berlin-Werbung gerügt"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "VDS: Hochschulgesetzentwurf der FDP begrüßt"
- "Fall Gottschalch: Studentenaktion erfolgreich"
- "Extra-Dienst: Neuer Strafantrag gegen FU-Rektor"
- "SPD Bonn: Widerstand gegen Wahlalter-Herabsetzung"
- "Aus der Welt des Kapitalismus (I)
- "Fall 1: Weihnachtsgeld bei Isophon-Werke GMBH"
- "Fall 2: Die Toilette der Firma Sendlinger"
- "Maoisten: 'Roter Morgen' als Parteiorgan"
- "West-Berlin: Erstmals Gastspiel des Deutschen Theaters"
- "Prozesse Meineckestraße: Polizei vernichtet Beweismittel"
- "Rote Fahne gezeigt: Referendar soll entlassen werden"
- "Extra-Diskussion"
- "Repression: RC Augsburg wurde gekündigt"

Berichtet wird u. a. über die Rehse-Demonstration, die heute stattfinden soll. Biographische Daten gibt es über: Hans-Joachim Rehse, Ernst-Jürgen Oske, Gerhard Spletzer, Rudolf Börker. Berichtet wird weiter über die NPD in West-Berlin. Im RC West-Berlin soll am 15.12. eine Podiumsveranstaltung mit der AUD stattfinden, über Gottschalch, gegen den zurzeit ein "Kesseltreiben" läuft. In "Aus der Welt des Kapitalismus" will der BED "Erscheinungen aus kapitalistischen Betrieben und Einzeldarstellungen kapitalistischer Verhaltensweisen veröffentlichen", hier Fall 1 und Fall 2 ("Weihnachtsgeld bei Isophon-Werke GmbH" und Fall 2: "Die Toilette der Firma Sendlinger").

Berichtet wird weiter über die KPD/ML und deren Gründungsaufruf vom 26.10. In der Extra-Diskussion "Republikanischer Club: Über Demonstration und Gewalt (II)" wird der letzte Teil der Diskussion über die Demo am 4.11. veröffentlicht. U. a. diskutierten Agnoli, Nevermann, Huffschmid. Geworben wird für die Neuerscheinung der Berliner Extra-Bibliothek, Bd. 1: "Biographien von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Leo Jogiches", hrsg. von Karl Radek im Januar-März 1919.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 100, West-Berlin, 14. Dezember 1968.

18.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 101 erscheint mit den Extra-Dokumentationen: "VDS: Wissenschaftsrat betreibt Wissenschaftsverrat", "Zu einer sozialistischen Organisation" und: "Fall Rehse: Demonstration gegen die Klassenjustiz".
Artikel der Ausgabe sind:
- "Dutschke: Ich gehe jetzt nicht vor ein deutsches Gericht"
- "Vorbeugehaft: Erfindung der SPD-Kommunen"
- "Persien: Pressekonferenz zur neuen Situation"
- "PH West-Berlin: Streik und Lehrerverweigerung"
- "Extra-Meinung"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Aus der Welt des Kapitalismus (II)"
- "Junge Franzosen: Zum Widerstand in die BRD"
- "Kinderläden West-Berlin: Kritik aus München"
- "Bauern: Was die Erzeuger nicht bekommen"
- "Extra-Dokumentation"
- "Stille Nacht im Knast"
- "Flugblatt zur Rehse-Demo"

Berichtet wird u. a. über Rudi Dutschke. Ein Prozess gegen ihn ist für den 17.1.1969 angesetzt. Vorwurf "schwerer Landfriedensbruch" während des Teufel-Prozesses, über die PH West-Berlin. Aus Solidarität für Gottschalch beschlossen die Studenten "bis Jahresende zu streiken". In der Extra-Meinung "Dementis aus Tegel" erklärt die Justizverwaltung, das "alles in bester Ordnung sei" und die "erhobenen Vorwürfe" nicht zutreffend seien. Am 20.12. soll im RC eine öffentliche Pressekonferenz zum Thema "Prozess in Persien" stattfinden. Reinhard Opitz spricht am 27.12. im RC über "Außerparlamentarische Opposition und Parlament".

In "Aus der Welt des Kapitalismus" wird im Fall 3 über "Diskriminierung der Arbeiter bei der Krone KG" berichtet, im Fall 4 über "Deine Chance in Berlin". In München soll nun auch ein antiautoritärer Kinderladen gegründet werden. Das Konzept der Berliner wird vom "pädagogischen Kollektiv" kritisiert. In der Extra-Dokumentation "VDS: Wissenschaftsrat betreibt Wissenschaftsverrat" geht es um eine kurze Stellungnahme des VD, der die "schizophrene Haltung beamteter Wissenschaftler" kritisiert. In einer weiteren Extra-Dokumentation nimmt Arno Klönne zum Thema "Zu einer sozialistischen Organisation" Stellung. Und in der letzten Extra-Dokumentation geht es um den Fall Rehse: "Demonstration gegen die Klassenjustiz". Dazu wird das Flugblatt des "Arbeitskreises für Agitation und Propaganda - Arbeitskreis für politische Theorie im RC West-Berlin" veröffentlicht. Geworben wird für "Exitus, die literarisch-satirische Zeitschrift".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 101, West-Berlin, 18. Dezember 1968.

21.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 102 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "März: Bundesversammlung hinter Stacheldraht"
- "Heute Sonnabend: Autokorso gegen Weihnachtsrummel"
- "FU West-Berlin: Professoren solidarisieren sich"
- "HU West-Berlin: Protest gegen Studenten-Diskriminierung"
- "Affäre Harndt: Der FU-Rektor kneift"
- "Es wird an einer zweiten Mauer gebaut"
- "Schaut auf diese Stadt (I)"
- "West-Berlin: 'Liberale Zeitung' demnächst auch in Hamburg"
- "Veranstaltungen des Republikanischen Clubs"
- "Affäre Tegel (I-V)"
- "Extra Auslese"
- "Commandante Ernesto Che Guevara"

Berichtet wird u. a. über die Bundesversammlung, über einen heutigen Autokorso gegen den "Weihnachtsrummel" und den "Konsumterror". Berichtet wird weiter über die "Affäre Harndt" und Buchholz, über die "Berliner Liberale Zeitung", die am 20.12. erstmals in West-Berlin erschien. In der "Affäre Tegel" gibt es folgende Abschnitte, die im BED erläutert werden:
- Selbstmordfälle der Staatsanwaltschaft angezeigt
- Bleikammern im Zuchthaus
- ESG-Aktion für Gefangene
- Diskussion mit Häftlingen abgelehnt
- Von 'Mäuschen' und Menschen

In der Extra-Auslese geht es um eine DDR-Analyse zu "Che und die kontinentale Revolution". Der BED veröffentlicht Faksimile aus der DDR-Wochenzeitschrift "Horizont".
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 102, West-Berlin, 21. Dezember 1968.

23.12.1968:
Der Berliner Extra-Dienst (BED) Nr. 103/104 erscheint.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Benda 1969: Verbotserörterung gegen Linke geplant"
- "West-Berliner Presse: Anti-Schah Resolution vertuscht"
- "Silvester: Solidarität mit der Dritten Welt"
- "Napalmopfer in Europa: Kinder sollen nach Südvietnam zurück"
- "Affäre Tegel: Neue Zeugen durch Weihnachtsamnestie"
- "NPD West-Berlin: Parteibeiträge nach Hannover"
- "Aus der Welt des Kapitalismus (Fall 6)"
- "Maoisten: Bereits eine Spaltung"
- "1969: Statt Ostermarsch jetzt Demonstrationen"
- "In eigener Sache"
- "Senat: Es gibt genug Silvester-Attraktionen"
- "Weihnachtslektüre: Zehlendorfer verteilen Marx"
- "Weihnachtsdank: Die Einzelheiten sind ja bekannt"
- "APO-Autofahrer: Rubbelt die Macht der Konzerne"
- "Buchmesse: Konkrete Vorschläge im Februar"
- "Kaufhausprozess: Schlusswort erschienen"
- "Personalien"
- "SPD-Ambitionen: Hesse und Kettner wollen Bürgermeister werden"
- "Extra-Dokumentationen"

Berichtet wird u. a. über Justizminister Benda. Es soll ein Verbotsantrag gegen die DKP geprüft werden. Eine PK der "Conföderation Iranischer Studenten" ist, so der BED, von West-Berliner Zeitungen verschwiegen worden. Für Silvester ist "Solidarität mit der Dritten Welkt" angesagt. Mahler forderte für den 31.12. zu öffentlichen politischen Diskussionen am "Kranzler-Eck" auf. In der "Affäre Tegel" seien neue Zeugen aufgetaucht.

In "Aus der Welkt des Kapitalismus" (Fall 6) geht es um die West-Berliner Firma Schuh-Neumann. Die Gründung der KPD/ML kritisiert die "Hamburger Initiative zur Bildung einer marxistischen Liga für Westdeutschland und West-Berlin". Kontaktadresse ist Inge Jahnke aus Hamburg. Statt eines Ostermarsches sollen 1969 Demonstrationen am 29./30.3. stattfinden. Im Frankfurter Kaufhausprozess ist jetzt ein "Schlusswort" erschienen. Titel: "Vor einer solchen Justiz verteidigen wir uns nicht". In den Extra-Dokumentationen werden mehrere Briefe, Stellungnahmen, Protokolle und Presseerklärungen veröffentlicht:
- Sozialarbeit: Missstände öffentlich machen
- Presseerklärung des Arbeitskreises
- Resolution der Vollversammlung
- Heimattreu Junge: von Südtirol nach Südafrika
- Protokoll des 6. Bundesjugendtages"
- CSSR: Rahmengrundsätze für die Räte der Werktätigen

Am 29.12. soll im RC eine Diskussion über ein Flugblatt des Arbeitskreises Agitprop stattfinden.
Q: Berliner Extra-Dienst, 2. Jg., Nr. 103/104, West-Berlin, 23. Dezember 1968.

Letzte Änderung: 15.10.2021