1. Mai 1974 in Berlin

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Das Jahr 1974 ist in dieser Darstellung zunächst von Repressionen aufgrund von Maiaktionen geprägt (vgl. Jan. 1974, 19.2.1974, 1.4.1974), ungeachtet dessen aber wird auch 1974 von den Freunden der KPD wieder ein Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter gegründet (vgl. 24.3.1974, 25.3.1974, 1.4.1974, 8.4.1974, 15.4.1974,24.4.1974), aber auch die SEW bereitet den 1. Mai 1974 vor (vgl. 8.4.1974) und natürlich auch der DGB (vgl. 15.4.1974, 22.4.1974), der zum 1. Mai 1974 gar wieder eine Demonstration durchführt, an der sich dann auch viele Linke beteiligen, wie etwa die GIM (vgl. 29.3.1974, 1.4.1974, 25.4.1974), wobei die KPD dies als "Schlappe für die Bonzen" wertet (vgl. 14.5.1974), die sich dafür offenbar mit Ausschlußverfahren rächen (vgl. 3.5.1974).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Januar 1974:
Der GEW-AjLE Berlin veröffentlicht spätestens im Januar eine Dokumentation über Berufsverbote-Anhörungsverfahren (BV).

Der AStA der PH Dortmund (vgl. 21.1.1974) berichtet:"
SOZIALDEMOKRATISCHE INQUISITION
Abdruck eines Dokumentationsauszugs des AjLE Berlin

1. GEDÄCHTNISPROTOKOLL

Frage: Haben Sie ein Flugblatt vom 1.Mai 1968 unterschrieben (Flugblatt wurde nicht vorgelegt)?
Antwort: Weiß ich nicht. Ich habe an Diskussionen teilgenommen, die den 1.Mai betrafen.

Frage: Waren Sie Mitglied der Basisgruppe Friedenau?
Antwort: Ich weiß nicht, ob man die Gruppe 'Basisgruppe' nennen konnte - es hatten sich Bürger in Friedenau getroffen, um Fragen der Resozialisierung von Strafgefangenen zu besprechen und Strafgefangene zu betreuen."
Quelle: DOS Nr.27,Dortmund 21.1.1974,S.4ff

19.02.1974:
Die IG Metall (IGM) Berlin veröffentlicht in der 'Metall', laut KPD, eine Liste mit den Namen von 20 aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) ausgeschlossenen Mitgliedern.
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 3, Berlin 1974

24.03.1974:
In Berlin wird, laut und wesentlich durch die KPD, das Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter (vgl. 25.3.1974) von über 150 Mitgliedern der IGM, CPK, ÖTV, DruPa, DPG, DAG, HBV, GEW, BSE und GLF gegründet, das für eine Beteiligung an der KPD-Demonstration und einen oppositionellen Block beim DGB eintritt.
Q: Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 3.4.1974, S. 8

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25.03.1974:
In Berlin wird vermutlich noch in dieser Woche die Plattform des Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter (vgl. 24.3.1974, 1.4.1974) mit einem Umfang von 6 Seiten DIN A 4 und keiner presserechtlichen Verantwortung veröffentlicht. Die Sitzungen des Komitees finden bei Max und Moritz in Kreuzberg statt. Eingegangen wird u.a. auf den DGB, die Deutsche Reichsbahn (DR), die SEW bei der BVG, auf den Öffentlichen Dienst (ÖD), die Berufsverbote (BV) und Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB), auf Ausländer, Rentner, Lehrlinge und Jungarbeiter, Krankenhäuser und die Metallbetriebe Daimler-Benz, Flohr-Otis und SEL.
Q: Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter 1974:Plattform,Berlin 1974

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29.03.1974:
Vermutlich Ende dieser Woche erscheint das Flugblatt der GIM Berlin: "1. Mai 1974: Zwei Demonstrationen - was tun? (Die SEW sorgt für eine Überraschung)", das von der SEW-Demonstration berichtet und zur Bildung eines roten Blocks auf der DGB-Demonstration aufruft.
Q: GIM: 1. Mai 1974: Zwei Demonstrationen - was tun? (Die SEW sorgt für eine Überraschung), Berlin o. J. (1974)

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01.04.1974:
In der Abteilung Wissenschaft und Forschung (WiFo) der ÖTV Berlin wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Beschluß gegen die Anwendung der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) auch auf Kampfausschüsse (KA) und Kampfkomitees (KK) gefaßt.
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 2, Berlin 1974

01.04.1974:
In Berlin gibt vermutlich in dieser Woche das Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter der KPD (vgl. 25.3.1974) erstmals seine Zeitung '1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse' (vgl. 8.4.1974) mit zwei Seiten DIN A 3 heraus. Die presserechtliche Verantwortung übernimmt Ursula Heist.

Die SEW habe bei der BVG mit Hilfe ihrer Deutschen Reichsbahn (DR) den Streik gebrochen und mobilisiere für ihre eigene Demonstration in Neukölln.

Im Maikomitee seien KollegInnen aus folgenden Betrieben oder Bereichen:
- aus dem Bereich der IG Bau (BSE) vom Architekturbüro Bautechnik;
- aus dem Bereich der IG Chemie (CPK) von Schering;
- aus dem Bereich der IG DruPa (DP) von der Bundesdruckerei und von Systemdruck;
- aus dem Bereich des FDGB der DDR von der Deutschen Reichsbahn (DR);
- aus dem Bereich der HBV vom Kaufhaus Denninger und von Hertie;
- aus dem Bereich der IG Metall (IGM) von AEG Brunnenstraße und Schwedenstraße, Borsig, Daimler-Benz Marienfelde, DTW, DWM, Flohr-Otis, Feiler, Gerb, Gillette, Krone, Kraecker, KWU, Siemens Gartenfeld, Röhrenwerk und Wernerwerk und Wagner Computer;
- aus dem Bereich der ÖTV von den Bezirksämtern (BZA) Kreuzberg und Wilmersdorf und aus den Krankenhäusern Urban-, Neukölln, Moabit, Rudolf Virchow Krankenhaus (RVK), Auguste Viktoria (AVK), Mariendorfer Weg und dem FU-Klinikum Steglitz.
- aus dem Bereich der DPG vom Postscheckamt (PSA);
sowie aus GEW, DAG und GLF.

Berichtet wird aus dem ÖTV-Bereich Gesundheit von den Krankenhäusern, dem nichtärztlichen Medizinischen Personal, über Auszubildende in der Betriebsgruppe (BG) Urbankrankenhaus und von den Mitgliederversammlungen (MV) des Bundes freier Schwestern und Pfleger, wo u.a. Schüler und Lehrlinge vertreten waren, und in der Fachgruppe (FG) Krankengymnastik, wo über die privaten Schulen beraten wurde.
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 1, Berlin 1974

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01.04.1974:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint das Flugblatt der GIM Berlin: "1. Mai 1974: Zwei Demonstrationen - was tun? (Die SEW ruft zu einer Spalterdemonstration auf)" mit dem Aufruf zu einer Veranstaltung der GIM im Hörsaal 104 der TU am 4.4.1974.
Q: GIM: 1. Mai 1974: Zwei Demonstrationen - was tun? (Die SEW ruft zu einer Spalterdemonstration auf), Berlin o. J. (1974)

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02.04.1974:
Bei Daimler Benz Berlin gibt die KPD die Nr. 4 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 12.3.1974, 15.8.1974) heraus, die sich mit dem 1.Mai befaßt.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Daimler Benz Westberlin Nr. 4, Berlin 2.4.1974, S. 1f

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03.04.1974:
In der Nr. 14 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 27.3.1974, 10.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem 1. Mai. Aus Berlin wird u.a. berichtet von der Gründung des Maikomitees (MK) (vgl. 24.3.1974), welches u.a. einen oppositionellen Block beim DGB bilden will. Eingegangen wird hierbei auf die Hauptabteilung Gesundheit der ÖTV, den Bund freier Schwestern und Pfleger, die KrankengymnastInnen, die Auszubildenden im nichtärztlichen Personal und auf die Haltung der SEW zum 1. Mai.
Q: Rote Fahne Nr. 14, Dortmund 3.4.1974, S. 8

08.04.1974:
In Berlin wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Offener Brief an die SEW für eine Beteiligung an der DGB-Demonstration durch ÖTV-Mitglieder aus den Betriebsgruppen (BG) Rathaus Steglitz, Max Planck Institut (MPI) für Bildungsforschung, Amerika Gedenkbibliothek (AGB), Technische Universität (TU), Hahn-Meitner Institut (HMI), Freie Universität (FU), Bezirksamt (BZA) Tiergarten, Urbankrankenhaus und Krankenhaus Neukölln sowie dem Arbeitskreis (AK) Transport und der Fachgruppe (FG) Bibliotheken verfaßt, der auch unterstützt werde von ÖTV-Mitgliedern aus dem Bezirksamt (BZA) Neukölln, dem Auguste Viktoria Krankenhaus (AVK), dem Rudolf Virchow Krankenhaus (RVK), der Betriebsgruppe Max Planck Institut (MPI) für molekulare Genetik, Gerichtsreferendaren, aus dem Bereich Sozialarbeit und von der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (FHSS) sowie von Mitgliedern der GEW Fachgruppe (FG) Sozialpädagogik und der IG BSE Jugendgruppe (JG) Süd.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974; 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr.3,Berlin 1974

08.04.1974:
In Berlin gibt vermutlich in dieser Woche das Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter der KPD seine Zeitung '1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse' Nr. 2 (vgl. 1.4.1974, 15.4.1974) mit 4 Seiten DIN A 3 heraus, in der es sich mit der SEW befaßt. Man selbst will auf der DGB-Demonstration einen oppositionellen Block bilden.

Im Maikomitee seien KollegInnen aus folgenden Betrieben oder Bereichen:
- aus dem Bereich der IG Bau (BSE) vom Architekturbüro Bautechnik;
- aus dem Bereich der IG Chemie (CPK) von Schering;
- aus dem Bereich der IG DruPa (DP) von der Bundesdruckerei und nun ohne Systemdruck;
- aus dem Bereich des FDGB der DDR von der Deutschen Reichsbahn (DR);
- aus dem Bereich der HBV vom Kaufhaus Denninger und von Hertie;
- aus dem Bereich der IG Metall (IGM) von AEG Brunnenstraße und
Schwedenstraße, Borsig, Daimler-Benz Marienfelde, DTW, DWM, Flohr-Otis, Feiler, Gerb, Gillette, Krone, Kraecker, KWU, Siemens Gartenfeld, Röhrenwerk und Wernerwerk und Wagner Computer;
- aus dem Bereich der ÖTV von den Bezirksämtern (BZA) Kreuzberg und Wilmersdorf und aus den Krankenhäusern Urban-, Neukölln, Moabit, Rudolf Virchow Krankenhaus (RVK), Auguste Viktoria (AVK), Mariendorfer Weg und dem FU-Klinikum Steglitz sowie neuerdings auch dem Waldkrankenhaus.
- aus dem Bereich der DPG vom Postscheckamt (PSA);
sowie aus GEW, DAG und GLF.

Berichtet wird:
- aus dem Bereich der IG DruPa (DP) von DJU und Officina, aus dem DruPa Ortsverein (OV) von den Hilfskräften, Frauen, Lehrlingen, Gehilfen im 1. und 2. Jahr;
- aus dem Bereich der HBV von der Neuen Heimat (NH) des DGB in Südvietnam;
- aus dem Bereich der IG Metall (IGM) von den 20 Frauen des Prüffeldes 22 bei AEG SF Brunnenstraße, von Krone (2 000 Besch.) in Zehlendorf von der eigenen Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG), der Betriebsgruppe (BG) 'Klassenkampf' Krone und der SEW, vom Siemens Hausgerätewerk (HGW) über Frauen und Türken;
- aus der ÖTV von der Abteilung Wissenschaft und Forschung (WiFo) (vgl. 1.4.1974), von der BVG von der SEW und den Busbahnhöfen Cicerostraße, Hindenburgdamm und Winfriedstraße sowie aus dem Bereich Gesundheit von den Schwesternheimen der Krankenhäuser, über Auszubildende im Klinikum Steglitz und das Urbankrankenhaus;
sowie aus dem Bereich der DPG allgemein von der Post.
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 2, Berlin 1974

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08.04.1974:
In Berlin-Wedding verabschiedet die ÖTV Betriebsgruppe (BG) Rudolf Virchow Krankenhaus (RVK) vermutlich in dieser Woche, laut KPD, eine Resolution gegen die Räumung des Jugendzentrums (JZ) Putte (vgl. 4.4.1974).
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 3, Berlin 1974

09.04.1974:
Bei Siemens Berlin gibt die Werkszelle Röhrenwerk der KPD die Nr. 2 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 13.12.1974) heraus mit dem Leitartikel "1. Mai '74" und dem Artikel "Wahl zwischen Cholera und Pest" zur SEW bzw. zu den Abgeordnetenhauswahlen (AW) und dem 1. Mai.

Beigelegt ist ein Aufruf der Werkszellenleitung Siemens zur Veranstaltung zum 1. Mai und zum Programmentwurf der KPD.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Siemens Röhrenwerk Nr. 2, Berlin 9.4.1974, S. 1ff, 8 und Beilage

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10.04.1974:
In der Nr. 15 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.4.1974, 17.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. aus Berlin mit dem Maikomitee (MK), in dem Mitglieder der IGM, der CPK, der DruPa, der BSE, der DAG, der DPG, der HBV, der GEW, der ÖTV und Beschäftigte der Metallbetriebe AEG Brunnenstraße und Schwedenstraße, Borsig, Flohr-Otis, Feiler, Daimler-Benz, DTW, Gerb, DWM, Gillette, Kraecker, Krone, KWU, Siemens Gartenfeld und Röhrenwerk und Wernerwerk sowie Wagner Computer, der Druckbetriebe Bundesdruckerei und Systemdruck, des Chemiebetriebes Schering, des Architekturbüros Bautechnik AG, der Kaufhäuser Denninger und Hertie, des Postscheckamtes (PSA) , der Deutschen Reichsbahn (DR), der Bezirksämter (BZA) Kreuzberg und Wilmersdorf sowie der Krankenhäuser Neukölln, Moabit, Mariendorfer Weg, Rudolf Virchow (RVK), Auguste Viktoria (AVK) und Klinikum Steglitz mitarbeiten.
Q: Rote Fahne Nr. 15, Dortmund 10.4.1974, S. 2

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10.04.1974:
Bei KWU Berlin gibt die KPD die Nr. 37 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 13.3.1974, 8.11.1974) heraus mit dem Artikel "Vorwärts zum 1. Mai!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Nr. 37, Berlin 10.4.1974, S. 4f

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10.04.1974:
In Berlin wird ein "Offener Brief an die Mitglieder und Sympathisanten der SEW" verabschiedet von Delegierten u.a. der ÖTV-Fachgruppe Bibliotheken, dem Arbeitskreis Transport und Verkehr und der ÖTV-Betriebsgruppen Rathaus Steglitz, MPI für Bildungsforschung, Amerika-Gedenkbibliothek, Technische Universität (TU), Hahn-Meitner-Institut, Freie Universität (FU Dahlem), Urban-Krankenhaus, Krankenhaus Neukölln und Bezirksamt Tiergarten. Kritisiert wird der Aufruf der SEW für eine Demonstration in Neukölln.
Anwesend auf der Versammlung waren auch Gäste und Beobachter u.a. der ÖTV-Fachgruppe Gerichtsreferendare, des ÖTV-Bezirksjugendausschuß (ÖTV-BJA), der ÖTV-Betriebsgruppen Bezirksamt Neukölln, Auguste-Viktoria Krankenhaus (AVK), MPI für Molekulare Genetik, FHSS, Rudolf-Virchow-Krankenhaus (RVK), Klinikum Westend, und Krankenhaus Moabit, der Fachgruppe Sozialpädagogik der GEW und der IG Metall Jugendgruppe Süd.
Q: ÖTV-BG Rathaus Steglitz u.a.: Offener Brief an die Mitglieder und Sympathisanten der SEW, O. O. (Berlin) o. J. (1974)

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15.04.1974:
Der DGB Berlin beginnt vermutlich in dieser Woche, laut KPD, mit dem Aufstellen von Schlägertrupps zum 1. Mai.
Q: Rote Fahne Nr. 17, Dortmund 24.4.1974, S. 1

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15.04.1974:
In Berlin gibt vermutlich in dieser Woche das Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter der KPD seine Zeitung '1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse' Nr. 3 (vgl. 8.4.1974) mit 4 Seiten DIN A 3 heraus.

Im Maikomitee seien KollegInnen aus folgenden Betrieben oder Bereichen:
- aus dem Bereich der IG Bau (BSE) vom Architekturbüro Bautechnik;
- aus dem Bereich der IG Chemie (CPK) von Schering;
- aus dem Bereich der IG DruPa (DP) von der Bundesdruckerei und von neuerdings Springer;
- aus dem Bereich des FDGB der DDR von der Deutschen Reichsbahn (DR);
- aus dem Bereich LehrerInnen der GEW;
- aus dem Bereich der HBV vom Kaufhaus Denninger und von Hertie;
- aus dem Bereich der IG Metall (IGM) von AEG, Borsig, Daimler-Benz
Marienfelde, DTW, DWM, Flohr-Otis, Krone, KWU, Siemens und Wagner Computer,
neuerdings auch SEL, nicht mehr genannt werden Feiler, Gerb, Gillette und Kraecker;
- aus dem Bereich der ÖTV von den Bezirksämtern (BZA) Kreuzberg und Wilmersdorf, sowie neuerdings auch Neukölln, Spandau und Tempelhof, und aus den Krankenhäusern Urban-, Neukölln, Moabit, Rudolf Virchow (RVK), Auguste Viktoria (AVK), Mariendorfer Weg und nicht mehr dem FU-Klinikum Steglitz dafür neuerdings mit dem A. Achilles Krankenhaus, den Kinderkliniken Charlottenburg und Wedding, der Landesnervenklinik, sowie neuerdings aus dem Bereich aus dem Bereich Sozialarbeit, aus der Abteilung Wissenschaft und Forschung (WiFo) von den anderen Dienstkräften (AD) von FU und TU; sowie aus DAG, GLF und neuerdings NGG.

Eingegangen wird auch auf Türken, Griechen und Jugoslawen.

Aus dem Bereich der DPG wird das Postscheckamt (PSA) nicht mehr aufgeführt.

Berichtet wird:
- aus dem Bereich der IG Chemie (CPK) über Frauen und Ausländer im OJA der Verwaltungsstelle;
- aus dem Bereich der IG Metall (IGM) von den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) (vgl. 19.2.1974), u.a. bei der Jugendgruppe AEG (JG AEG)und bei DTW sowie auf die IGM Jugendgruppen (JG) und den IGM OJA;
sowie aus dem Bereich der ÖTV vom Offenen Brief an die SEW (vgl. 8.4.1974), von der Senatsbauverwaltung am Fehrbelliner Platz, sowie aus dem Bereich Gesundheit aus der Fachgruppe Krankengymnastik (FGKG) über Privatschulen, von der Betriebsgruppe Rudolf Virchow Krankenhaus (BGRVK) (vgl. 8.4.1974), auch über Schüler und Lehrlinge, vom nichtärztlichen Medizinischen Personal, u.a. an kirchlichen Krankenhäusern, über Lehrlinge in der Betriebsgruppe Urbankrankenhaus (BGUK) und Lehrlinge und Schüler in der BG des Krankenhauses Neukölln (BGNK) sowie im Bund freier Schwestern und Pfleger (BFSP), aus der Fachgruppe Sozialarbeit (FGSA) aus den Heimen, dem Öffentlichen Dienst allgemein und von den Auszubildenden, aus der Abteilung Wissenschaft und
Forschung (WiFo) u.a. aus der BG Freie Universität (BGFU) und auch über den Arbeitskreis Transport (AKTr).
Q: 1. Mai Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 3, Berlin 1974

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16.04.1974:
Bei Siemens Berlin gibt die Konzernzellenleitung der KPD die Nr. 26 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 12.4.1972, 23.10.1974), die uns nur unvollständig vorlag, heraus mit dem Leitartikel "1. Mai '74".

Der Artikel "Wahl zwischen Cholera und Pest" befasst sich anläßlich des 1. Mai mit DGB und SEW.

Eine Korrespondenz berichtet über die gewerkschaftliche Mitgliederversammlung im Hausgerätewerk, auf der auch der 1. Mai zur Sprache kam.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe Siemens Nr. 26, Berlin 16.4.1974

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17.04.1974:
In der Nr. 16 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 10.4.1974, 24.4.1974) berichtet die KPD aus Berlin vom Maikomitee (MK).
Q: Rote Fahne Nr. 16, Dortmund 17.4.1974, S. 5

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22.04.1974:
Bei DTW Berlin erscheinen in einer gemeinsamen Ausgabe die 'Kommunistische Arbeiterpresse' der KPD Nr.18 (vgl. 14.5.1974) und die 'Kommunistische Jugendpresse' des KJV Nr.7 . U.a. wird auch über den 1.Mai berichtet (vgl. 27.4.1974, 29.4.1974, 1.5.1974) wobei man u.a. ausführt:"
Nachdem die Maiplaketten der Gewerkschaftsbonzen schon vom KBW ('Der Metallarbeiter') im Betrieb verkauft werden," suche der DGB jetzt noch Transparentträger für den 1.Mai, daß sollten die Bonzen doch lieber selber tun.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr.18,Berlin 22.4.1974; Kommunistische Jugendpresse - DeTeWe Nr.7,Berlin 22.4.1974

22.04.1974:
Das Regionalkomitee Westberlin des KJV der KPD gibt spätestens in dieser Woche eine Maizeitung unter der Schlagzeile "1. Mai" heraus mit dem Leitartikel "Jugendliche heraus zum 1. Mai".

Weitere Artikel sind:
- "Macht den oppositionellen Block stark!";
- "Kampf gegen Geldstrafen an Berufsschulen" (vgl. 23.3.1974);
- "Für ein unabhängiges Jugendzentrum im Wedding" zum Abriss der Putte (vgl. 4.4.1974);
- "Siemens: Jugendvertreterin Ulla muß bleiben!" (vgl. 2.4.1974);
- "Berufsausbildung im Kapitalismus";
- "Sommer 1974: Jugendlager des KJV";
- "Der KJV sammelt für eine Frauenklinik in Vietnam"; sowie
- "Westberliner Polizeireform: Mit Knüppeln, Knarren und netten Onkels".

Aufgerufen wird zur Maidemonstration der KPD ab Leopoldplatz, zum oppositionellen Block beim DGB und zu den Maiveranstaltungen der KPD (vgl. 29.4.1974) und des Maikomitees oppositioneller Gewerkschafter (vgl. 27.4.1974).
Q: KJV: 1. Mai, O. O. (Berlin) o. J. (1974)

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23.04.1974:
Bei DeTeWe Berlin gibt die Gruppe oppositioneller Gewerkschafter (GOG) ein Flugblatt "Auch bei Kurzarbeit - Entlassungen, Lohneinbuße und Akkordhetze müssen wir verhindern!" heraus welches für heute 17 Uhr zum Haupteingang der TU zum Malen der Transparente für den 1. Mai aufruft.
Q: GOG DeTeWe: Auch bei Kurzarbeit - Entlassungen, Lohneinbuße und Akkordhetze müssen wir verhindern!, Berlin 30.4.1974

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24.04.1974:
Der KJV der KPD gibt seine 'Kämpfende Jugend' (KJ) Nr. 8 (vgl. 10.4.1974, 8.5.1974) heraus. Aufgerufen wird zur Maidemonstration im Wedding und zur Veranstaltung der KPD (vgl. 30.4.1974), eingegangen wird auch auf das Maikomitee (MK) sowie auf den 1. Mai 1929 und 1973.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund 24.4.1974,S. 1 und 4f

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24.04.1974:
In Berlin riefen die Sympathisanten des KOV der KPD in Steglitz / Zehlendorf für heute auf "Kommt zum Maitreff", um 16 Uhr 30 im Psychologischen Institut der FU.
Q: KOV-Sympathisanten Steglitz / Zehlendorf: Kommt zum Maitreff, O. O. (Berlin) o. J. (1974)

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25.04.1974:
Die regionale Leitung des KOV der KPD in Westberlin rief zu heute mit einem Flugblatt "Aufruf zur Veranstaltung zum 1. Mai" auf um 17 Uhr in das Berlin-Kolleg zu kommen.
Q: KOV-RL Westberlin: Aufruf zur Veranstaltung zum 1. Mai, Berlin o. J. (1974)

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25.04.1974:
Die GIM gibt in Berlin spätestens heute ein 'Was tun Extra' unter der Schlagzeile "Arbeiterregierung in Frankreich?" heraus mit dem Aufruf zum 1. Mai Teach-In zum selben Thema am 30.4.1974 und zum klassenkämpferischen Block ab Fehrbelliner Platz.
Q: GIM: Was tun Extra Arbeiterregierung in Frankreich?, Berlin o. J. (1974)

26.04.1974:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Fritz Werner Werkzeugmaschinen (FWW) vermutlich Ende dieser Woche ihre 'Fritz Werner Informationen' (vgl. März 1974, 27.5.1974) Nr. 3 für April mit dem Leitartikel "Sei dabei - am 1. Mai!" heraus.

Weitere Artikel sind:
- "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" zu den Frauen bzw. zum DGB-Maiaufruf;
- "Weiter so? Zur Ausbildungsmisere bei FWW" bzw. den 15 neuen Lehrlingen seit dem 1. April, die bereits nach einer Woche alle in die IGM eingetreten seien und von denen 12 eine rote Mainelke tragen;
- "zum 1. Mai" auf Serbokroatisch;
- "1. Mai - für alle Arbeiter gleich welcher Nation gleiche Rechte und gleicher Lohn" zu den ausländischen Kollegen;
- "Freie politische Betätigung in Ausbildung und Betriebs" zu den Jugendvertreterentlassungen, Berufsverboten und politischen Entlassungen sowie dem Maiaufruf des DGB; sowie
- "1. Mai. Tag der internationalen Solidarität", wobei berichtet wird aus Chicago 1886 und aus Chile.

Berichtet wird von der Vertrauensleutesitzung:"
Beschlossen auf der VL-Sitzung am Donnerstag, 18.4.:
Jeder Vertrauensmann soll 10 DM bar auf die Hand bekommen, wenn er sich auf der 1. Mai Demonstration am Fehrbelliner Platz blicken läßt. Haben unsere Vertrauensleute soviel Widerwillen zusammen mit ihrer Gewerkschaft am 1. Mai auf der Straße zu demonstrieren, daß sie sich selbst mit einem Geldschein ködern müssen? Oder verwenden sie das Geld richtig, indem sie Transparente herstellen, um unsere Forderungen und Probleme besser öffentlich machen zu können? Wir werden ja sehen am 1. Mai um 10 Uhr 15 Ecke Barstraße / Hohenzollerndamm!"
Q: Fritz Werner Informationen Nr. 3, Berlin April 1974, S. 1ff

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27.04.1974:
In Berlin will heute das, der KPD-nahestehende, Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter seine Maiveranstaltung um 16 Uhr in der Neuen Welt Saal II durchführen.

Aufgerufen wurde auch vom KJV (vgl. 22.4.1974), u.a. bei DeTeWe (vgl. 22.4.1974).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr. 18, Berlin 22.4.1974; Kommunistische Jugendpresse - DeTeWe Nr. 7, Berlin 22.4.1974;KJV: 1. Mai, O. O. (Berlin) o. J. (1974), S. 4

28.04.1974:
In Berlin führt die KPD/ML (vgl. 22.4.1974) heute ihre Maiveranstaltung durch. Sie selbst (vgl. 11.5.1974) zählt rund 800 Teilnehmende.
Q: Roter Morgen Sdr.Nr. zum 1.Mai 1974, Nr. 17 und 19,Dortmund 1974 27.4.1974 bzw. 11.5.1974

28.04.1974:
Die KG Westberlin des KBW (vgl. 17.4.1974) rief auf zur Großveranstaltung zum 1.Mai, auf der J. Schmierer spricht.
Q: KVZ-Ortsbeilage Westberlin Nr. 8, Berlin 17.4.1974, S. 2

29.04.1974:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang dieser Woche ein Extra "Zum 1. Mai 74" der 'Betrieb und Gewerkschaft' - Zeitung für die Arbeiter und Angestellten der chemischen Industrie (vgl. 1.4.1974, Mai 1974). Aufgerufen wird zum Treff der IG Chemie um 10 Uhr 30 an der Württembergischen Straße am Fehrbelliner Platz.
Q: Betrieb und Gewerkschaft Extra Zum 1. Mai 74, Berlin o. J. (1974)

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29.04.1974:
In Berlin wollte heute die KPD ihre Maiveranstaltung um 19 Uhr in der Hasenheide durchführen, tut dies aber vermutlich erst morgen.

Aufgerufen wurde auch vom KJV (vgl. 22.4.1974), u.a. bei DeTeWe (vgl. 22.4.1974).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr. 18, Berlin 22.4.1974; Kommunistische Jugendpresse - DeTeWe Nr. 7, Berlin 22.4.1974;Kämpfende Jugend Nr. 8, Dortmund 24.4.1974, S. 1;KJV: 1. Mai, O. O. (Berlin) o. J. (1974), S. 4

29.04.1974:
Die Schülergruppe Zehlendorf, die Droste-Gruppe der FDJW und das Schadow-Kollektiv der FDJW geben vermutlich Anfang dieser Woche ein Sonderblatt der 'Klärwerk' zum 1. Mai heraus mit den Artikeln:
- "1. Mai 74";
- "Was sollen Schüler auf einer Arbeiterdemonstration?"; sowie
- "Klassenkampf und Solidarität. Aus der Geschichte des 1. Mai".

Aufgerufen wird zur Demonstration in Neukölln.
Q: Klärwerk Sonderblatt 1. Mai 74, Berlin Apr. 1974

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29.04.1974:
Der Schülerarbeitskreis der Jusos Berlin-Zehlendorf gibt vermutlich Anfang dieser Woche seine 'Zehlendorfer Schülerzeitung' Nr. 6 (vgl. Dez. 1973, Juni 1976) für April / Mai heraus mit dem Artikel "Vorwärts zum 1. Mai 1974!".
Q: Zehlendorfer Schülerzeitung Nr. 6, Berlin Apr. / Mai 1974, S. 1 und 10ff

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Mai 1974:
Die Betriebsgruppe Krone Berlin gibt ihren 'Klassenkampf - Klasna Borba - Sinif Mucadelisi' für Mai (vgl. März 1974, Okt. 1974) heraus. Berichtet wird auch vom 1. Mai.
Q: Klassenkampf - Klasna Borba - Sinif Mucadelisi, Berlin Mai 1974, S. 4 und 6

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01.05.1974:
In Westberlin kommen laut KB ca. 30 000 Menschen zur DGB-Demonstration. Die KB/Gruppe Westberlin und die Arbeitergruppe Westberlin "hatten sich zur Teilnahme an der SEW-Demonstration entschlossen und mit Flugblättern dazu aufgerufen. … Etwa 15 - 20. 000 Menschen nahmen an der SEW-Demonstration teil, darunter etwa 200 in einem Block des KB und AG." KPD und KPD/ML führten eigene Demonstrationen durch.

Zur DGB-Demonstration am Hohenzollerndamm wurde u.a. durch ein Flugblatt "Heraus zum 1. Mai" aufgerufen, welches von GIM, Spartacusbund - Ortsgruppe Westberlin und den Kommunistischen Arbeiter Basis Gruppen Berlin (KABB) um Paul H. Druschky unterzeichnet ist.

Auf der DGB-Demonstration mit 30 000 Personen führt die KPD eine Kundgebung mit, nach eigenen Angaben, 15 000 ZuhörerInnen durch. Anwesend beim DGB sind auch die JU der CDU und die KG Westberlin des KBW.

Laut und mit den 'Politischen Briefen' gibt es auf der DGB-Demonstration einen Block der SJD Die Falken mit 200 Leuten und je einen Block der Jusos der SPD Charlottenburg und Wilmersdorf.

Innerhalb des Spartacusbundes (SpB) berichtet das ZK (vgl. 25.5.1974):"
BERLIN: Hier wurde festgestellt, dass die Berliner OG den ZK-Beschluß zum 1. Mai gebrochen hat, da sie NICHT als Organisation (egal ob mit Transparent (…) oder Fahnen, Transparentebeschriftungen), sondern als Komitee o. etwas ähnliches aufgetreten ist. Das verwundert umso mehr, als die Kritik der Berliner an der Mai-Kampagne immer darauf pochte, daß das 'politische' Auftreten mit dem 'vollen' Programm in dem Vordergrund stehen müßte. So fällt auf, das der Maiaufruf in Berlin zwar in haarsträubender ultimatistischer Weise 'verbessert' wurde ('Proletarier aller Länder…' und 'Alle Macht in Arbeiterhand'), die praktischen Aktivitäten jedoch zutiefst opportunistisch waren. Die Kritik der SEW von rechts (alle Gewerkschafter auf die Gewerkschaftsdemo, wo sie hingehören, und völliges Versacken in der Aktionseinheit mit GIM und KABB (ex-SDA,d.Vf.). Wir konnten die Diskussion mit den Berliner Genossen noch nicht führen (2 ZK-Genossen … sollen in der nächsten Zeit nach Berlin fahren) und haben auch noch keine Erklärung der Berliner OL bekommen, glauben aber doch, das sich die Berliner Genossen selbst einem unverständlichen Druck der Berliner SL-Tendenz inclusive des ausgeschlossenen X., unterwerfen, der ihr Verhalten erklärt. Der versuch sich in den LOSUNGEN politisch zu profilieren - und völliger Opportunismus (was sicher nicht nur eine technische Panne war) in der gewerkschaftlichen Aktion. Wir bitten die Berliner möglichst Stellung zu nehmen. (Bevor die ZK-Genossen anreisen!)"

Aus der Fachgruppe (FG) Architektur- und Ingenieurbüros der IG Bau (BSE) beteiligen sich, laut und mit KPD, 20 Mitglieder an der Maidemonstration des DGB. Die SEW demonstriert, laut KPD, mit anfangs 7 000 später 10 000 durch Neukölln.

An ihrer Demonstration im Wedding ab Leopoldplatz beteiligen sich, laut KPD, erst 6 000, später wird auch die Zahl 5 000 verbreitet. Die Zelle AEG Telefunken beteiligt sich, nach eigenen Angaben, mit einem Block von 18 Personen an der KPD Demonstration.
Die Rote Hilfe e.V. und die Ortsgruppe Reinickendorf der LgdI führen nachmittags eine Kundgebung vor der JVA Tegel durch.

Laut KBW (vgl. 15.5.1974) nehmen ca. 8O 000 Menschen an der DGB-Demonstration teil. Die SEW rief zu einer eigenen Mai-Demonstration auf, an der sich ca. 15 000 Menschen beteiligt haben sollen. An einer Kundgebung des KBW nahmen ca. 2 000 Menschen teil. Weiter heißt es, zunächst zur KPD/ML:"
Völlig isoliert hat sich die Gruppe Roter Morgen, aufgrund ihrer absurden Einschätzung, der DGB sei genauso ein imperialistischer Apparat wie die Bundeswehr, hatten sie nicht zur Teilnahme an der DGB-Demonstration aufgerufen und demonstrierte mit etwa 500 bis 600 Menschen im Wedding. Auch der Einfluß der Gruppe Rote Fahne(KPD), die im Wedding die 'Parteidemonstration' durchführte, ist gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Um 3 000 Menschen demonstrierten mit ihr."

Laut KPD/ML (vgl. 11.5.1974) beteiligen sich 600 bis 700, u.a. Palästinenser und griechische ML an ihrer Demonstration, während die KPD beim DGB mitgelaufen sei. Es wurden über 5 000 DM gesammelt.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 10, Mannheim 15.5.1974, S. 11; Politische Briefe Nr. 3/4, Berlin o.J. (Mai 1974);Rote Fahne Nr. 17, 18, 19, 24 und 27, Dortmund 24.4.1974, 2.5.1974, 8.5.1974, 12.6.1974 bzw. 3.7.1974, S. 1, S. 8, S. 1 und 5, S. 4 bzw. S. 8;Kämpfende Jugend Nr. 8 und 9, Dortmund 24.4.1974 bzw. 8.5.1974, S. 1 bzw. S. 1;Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr. 18, Berlin 22.4.1974;Kommunistische Jugendpresse - DeTeWe Nr. 7, Berlin 22.4.1974;GIM, Spartacusbund- Ortsgruppe Westberlin und Kommunistische Arbeiter Basis Gruppen Berlin (KABB): Heraus zum 1. Mai, Berlin o.J. (1974);Klassenkampf Nr. 35, Frankfurt Mai 1974;Arbeiterkampf Extrablatt zum 1.5.1974 und Nr. 44, Hamburg 1974 bzw. 22.5.1974, o.S. bzw. S. 13;Rote Hilfe Nr. 6, Dortmund Juni 1974, S. 12ff;Roter Morgen Nr. 17 und 19, Dortmund 27.4.1974 bzw. 11.5.1974, S. 10 bzw. Beilage S. 1f;Spartacusbund: Internes Bulletin Nr. 8, o.O. Juli 1974

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03.05.1974:
Der KBW (vgl. 26.6.1974) berichtet von den UVB:"
DGB-Sekretär entlassen

Berlin. Der Rechtsschutz-Sekretär beim DGB-Landesbezirk, Kollege Heinz Burghardt, erhielt zum 30.6.74 die Kündigung, wobei er bereits seit 3. Mai beurlaubt wurde. Der Betriebsrat hatte ohne Anhörung des Betroffenen zugestimmt. Begründung: 'aktive Beteiligung an einer gewerkschaftsoppositionellen Gruppe' bei der 1. Mai-Demonstration.

Nach eigenen Angaben habe sich der Kollege Burghardt in der Mitte des Zuges befunden, womit er seine 'oppositionelle Betätigung' selbst bestätigt habe, denn 'nur das erste Viertel sei eine gewerkschaftliche Demonstration' gewesen, die restlichen drei Viertel 'gewerkschaftsoppositioneller Block'.

Interessant ist hieran nur das Eingeständnis der eigenen Isolation der bürgerlichen Machthaber in den Gewerkschaften, die sie zum Ausschluß von drei Viertel der ca. 50 000 Demonstrationsteilnehmer führen müßten.

An der sonstigen Arbeit des Kollegen Burghardt fand man nur auszusetzen, daß er Betriebsräten auch außerhalb der Sprechzeit Rechtsauskunft gewährt habe."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr. 13, Mannheim 26.6.1974, S. 7

13.05.1974:
Das Berliner Kampfkomitee gegen politische Disziplinierung und Berufsverbote für fortschrittliche und kommunistische Lehrer gibt vermutlich in dieser Woche seine 'Lehrerzeitung' Nr. 2 (vgl. Juni 1974) für Mai heraus mit den Artikeln "Der 1. Mai - ein Erfolg aller fortschrittlichen Menschen" und "Ein Kreuzberger Kollegen berichtet: MV diskutiert über den 1. Mai".
Q: Lehrerzeitung Nr. 2, Berlin Mai 1974, S. 19ff

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14.05.1974:
Bei DTW Berlin gibt die KPD die Nr.19 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 22.4.1974, 22.5.1974) heraus, die in "1. Mai - KPD. Schlappe für die Bonzen" vom 1. Mai berichtet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr. 19,Berlin 14.5.1974, S. 1 und 8

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27.05.1974:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Fritz Werner Werkzeugmaschinen (FWW) vermutlich in dieser Woche ihre 'Fritz Werner Informationen' (vgl. 26.4.1974, Aug. 1974) Nr. 4 für Mai / Juni heraus mit den Artikeln "Kündigung nach der Betriebsversammlung… …von den Kollegen verhindert" wegen Aufruf zur Maidemonstration des DGB und "1. Mai" auf Deutsch und Serbokroatisch.
Q: Fritz Werner Informationen Nr. 4, Berlin Mai / Juni 1974, S. 3 und 8ff

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04.06.1974:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die Betriebszelle der KPD/ML ihren 'AEG-Arbeiter' Nr. 78 (vgl. 4.2.1974, 21.1.1980) heraus mit dem Artikel "Roter 1. Mai 1974".
Q: Der AEG-Arbeiter Nr. 78, Berlin 4.6.1974, S. 5

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06.06.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD gibt die Nr. 10/11 seiner 'Kämpfenden Jugend' (KJ - vgl. 8.5.1974, 26.6.1974) heraus. Aus Berlin wird auch berichtet vom 1. Mai.
Q: Kämpfende Jugend Nr. 10/11, Dortmund 6.6.1974, S. 3

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Letzte Änderung: 10.04.2018