Westberlin:
Teach-in am 15.1.1969, dem 50. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg - Beiträge zur Organisation der Arbeiterklasse und Studentenbewegung in Westeuropa von Ernest Mandel und den Basisgruppen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 11.7.2019


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Die hier vorgestellte, vermutlich von den Basisgruppen herausgegebene Broschüre, verdeutlicht die wichtige Rolle, die Trotzkisten wie Ernest Mandel damals in der Westberliner Linken spielten.

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

15.01.1969:
Vom Berliner "Teach-in am 15.1.1969, dem 50. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg" erscheinen vermutlich noch im Januar "Beiträge zur Organisation der Arbeiterklasse und Studentenbewegung in Westeuropa" von Ernste Mandel und den Basisgruppen bzw. von Marianne Brentzel.

Mandel sieht Rosa Luxemburgs "Beitrag zur Entwicklung der revolutionären Bewegung und des Sozialismus" in fünf dialektischen Zusammenhängen, "die sie versuchte zu klären: Das Verhältnis Aktion - Erkenntnis, das Verhältnis Reform - Revolution, das Verhältnis Spontaneität - Organisation, das Verhältnis Demokratie - revolutionäre Diktatur und das Verhältnis Nation - proletarischer Internationalismus."

Eingegangen wird von Mandel auf das Verhältnis von Lenin zu Luxemburg, berichtet wird von ihm über den Pariser Mai 1968, befürwortet, dass "es den Studenten gelingt, aus ihrer praktischen Erfahrung der Hochschulrevolte Elemente der Arbeiterkontrolle in die Betriebe hineinzutragen".

Marianne Brentzels Beitrag für die Basisgruppen wurde geleistet:"
1. weil in der Berliner Linken die Ursachen für die relative Stagnation der Universitätsrevolte analysiert werden müssen,
2. weil die Organisierung des nichtstudentischen Bereichs, konkret der Betriebsgruppen in den Basisgruppen Gestalt angenommen hat und sie eventuell der keim einer neuen sozialistischen Klassenorganisation werden können."

Weiter heißt es u. a. zur DFFB: "Der bisher einzig dastehende Ansatz der Studenten der Filmakademie, die Kritik der Manipulation praktisch zu wenden und den Basisgruppen und Rockern ihre Produktionsmittel zur Verfügung zu stellen, wurde mit Entzug des Bildungsprivilegs: mit Relegation beantwortet."

In zwölf Berliner Großbetrieben hätten sich mit Unterstützung der Basisgruppen informelle Gruppen gebildet, "die zum Teil schon selbständig durch Zeitungen und Flugblätter ihre Kollegen agitieren und den Konflikt im Betrieb direkt am Arbeitsplatz zuspitzen."

Verwiesen wird auf die englischen shop stewards, und weiter ausgeführt: "Die englischen Studenten richten ihre Arbeit vorwiegend auf den Betrieb aus, die deutschen Studenten bleiben noch im Überbau isoliert."
Quelle: N. N. (Basisgruppen): Teach-in am 15.1.1969, dem 50. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg - Beiträge zur Organisation der Arbeiterklasse und Studentenbewegung in Westeuropa, O. O. (Berlin) o. J. (1969)

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Letzte Änderung: 04.11.2019