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Für diese wie immer unvollständige Darstellung wurden nur deutschsprachige Dokumente bemüht, die vor allem von der KPD/ML-ZB sowie verschiedenen trotzkistischen Gruppen stammen.
Argentinien erfährt zumindest per Film bereits früh Aufmerksamkeit im Ruhrgebiet (vgl. 22.1.1969) und ist offenbar mit einer reichlichen Handvoll trotzkistischer Avantgarden gesegnet (vgl. 6.3.1973), die sich aber vermutlich in der Unterstützung der Generalstreiks in Cordoba (vgl. 7.6.1970, 3.3.1971) bzw. landesweit (vgl. 9.10.1970, 22.10.1970, 13.11.1970) nicht nur untereinander sondern auch mit anderen Gruppen der radikalen Linken einig sind, auch wenn einige von diesen nun den bewaffneten Kampf zu beginnen versuchen (vgl. 18.9.1970, 1.3.1971, 2.3.1971, 4.3.1971, 9.3.1971).
Wiederum geht Cordoba beim Generalstreik voran und werden von der Polizei blutig niedergemetzelt (vgl. 12.3.1971), was zum erneuten Streikversuch und dem Armeeeinsatz gegen diesen führt (vgl. 15.3.1971). Während in Argentinien bereits regional das Kriegsrecht herrscht, wird international noch auf Argentinien als Anker der neokolonialen Aufrüstungsstrukturen gesetzt (vgl. 3.4.1971). Auffällig an der Berichterstattung der KPD/ML-ZB über durchaus als terroristisch geltende Aktionen ist die offenbare Zustimmung zu diesen (vgl. 1.5.1971, 1.6.1971).
Über Freunde unter den trotzkistischen Organisationen Argentiniens verfügt das damalige Internationalen Komitee der Vierten Internationale, also die Vereinigung der Healyisten und Lambertisten (vgl. 3.7.1971), in Gestalt der Politica Obrera, wobei zumindest der Name der Gruppe bei den Lambertisten verbleibt (vgl. 1.4.1972, 1.7.1972), eventuell hat es eine healyistische Abspaltung gegeben.
In Argentinien kommt es, trotz Teuerungszulage (vgl. Jan. 1972) erneut zum Generalstreik (vgl. Apr. 1972). In den folgenden Jahren aber scheint sich die Situation eher zu beruhigen, außer für die Posadisten (vgl. 22.7.1973), während sie sich in Chile zuspitzt und auch dort von den faschistischen Häschern ergriffene Argentinier mit Folter und Mord rechnen müssen (vgl. 1.10.1973), war Argentinien doch offenbar eine der Ausgangsbasen der US-Army (USA) bzw. US Air Force (USAF) für den Fall größeren Widerstandes, wie die Jusos Dortmund berichten (vgl. 26.11.1973).
Die KPD scheint eine Weile lang mit der PCR bzw. RKP Argentinien befreundet, so wie diese mit der KP Chinas (vgl. 27.3.1974, 11.1.1975), von der erneuten krisenhaften Zuspitzung berichtet nun auch der KB (vgl. 11.9.1975), der Militärputsch kommt der Revolution zuvor (vgl. 22.3.1976), so dass sich nun Chile-Solidarität und Argentinien-Solidarität vermischen (vgl. 23.4.1976).
Neben der RKP Argentinien gibt es nun offenbar auch eine KP Argentinien/ML, die auf Albanien schwört (vgl. 5.2.1977, 25.4.1977, 16.5.1977). Die cliffyistische SAG ist eventuell mit einer der trotzkistischen Gruppen befreundet (vgl. 20.7.1977).
22.01.1969:
Laut einer Sondernummer der 'PH-AStA-Informationen' des AStA der PH Dortmund soll eine Latein-Amerika-Woche in Dortmund beginnen, die bis zum 24.1.1969 dauern soll und offensichtlich im Zusammenhang mit den Filmvorführungen der Bochumer Internationalismusgruppe steht.
Die Zeitung enthält auf ihren 23 Seiten DIN A 4 u.a. eine Chronik zu 'Lateinamerikanische Annalen', einen Aufsatz von Hans Magnus Enzensberger: 'Berliner Gemeinplätze', einen Bericht über: 'Lateinamerika – Revolutionäre Situation', weiter einen Aufsatz von Rene Mayarga: 'Über die Notwendigkeit der revolutionären Gewalt in Amerika', einen Zeitungsartikel aus 'Die Zeit': 'Der Kleinbürger als Baron. Die lateinamerikanische Gesellschaft und das Schreckgespenst Che Guevara' sowie Besprechungen des Filmes 'La hora die los hornos' (Argentinien 1966/67).
=PH AStA Informationen Lateinamerika Sondernummer,o.O. (Dortmund) o.J. (1969)
06.03.1970:
Richard Stephenson von der Revolutionary Communist League (RCL) Großbritannien (vgl. Juni 1969, 28.3.1970) verfaßt "Die Vierte Internationale und unsere Haltung ihr gegenüber". Derzeit gäbe es in den meisten Ländern mehrere trotzkistische Organisationen, so in Argentinien 5 Stück.
=RCL-Richard Stephenson:Die Vierte Internationale und unsere Haltung ihr gegenüber,o.O. 6.3.1970
07.06.1970:
In Cordoba in Argentinien beginnt, laut KPD/ML-ZB, ein Generalstreik, der von der gesamten Bevölkerung unterstützt werde, obwohl er verboten worden sei. Anlaß sei das brutale Vorgehen der Polizei bei der Räumung einer besetzten Fabrik gewesen.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.5,Bochum 11.6.1970
18.09.1970:
In Argentinien tritt, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), in Rosario das der PRT nahestehende Revolutionäre Volksheer (ERP) erstmals öffentlich auf (vgl. 1.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
09.10.1970:
In Argentinien soll heute, laut KPD/ML-ZB, ein erster 24-stündiger Generalstreik (vgl. 22.10.1970) durchgeführt werden, den der Gewerkschaftsbund CGT beschlossen habe. Gefordert werde die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von rund 360 DM im Monat, die Aufhebung des seit 4 Jahren bestehenden Lohnstopps und die Aufhebung der Beschränkung bestimmter verfassungsmäßiger Rechte.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.39,Bochum 7.10.1970,S.11
22.10.1970:
In Argentinien soll heute, laut KPD/ML-ZB, ein zweiter 24-stündiger Generalstreik (vgl. 9.10.1970) durchgeführt werden. Ein weiterer 36-stündiger Streik solle folgen, wenn die Gespräche mit der Militärregierung nicht zum Erfolg führen werden.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.39,Bochum 7.10.1970,S.11
13.11.1970:
In Argentinien hatte, laut KPD/ML-ZB, der Gewerkschaftsbund Confederacion General de Trabajo (CGT) für diesen Tag zu einem Generalstreik für die Aufhebung des Ausnahmezustands, eine sofortige Erhöhung der Mindestlöhne um 40% und eine Rückkehr zu freien Tarifverhandlungen aufgerufen. An den Streiks sollen sich ca. 80% der Arbeiter beteiligt haben, ein Arbeiter wurde von der Polizei erschossen und weitere verletzt. Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Die argentinische Arbeiterklasse leidet besonders unter der durch die Kapitalisten immer wieder angeheizten Inflationspolitik. Allein innerhalb eines Jahres betrug die Inflationsrate 17%. Dadurch, daß die Löhne festgesetzt sind, verschlechtert sich die Lage der Arbeiterklasse und der gesamten werktätigen Bevölkerung zusehends."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.51,Bochum 18.11.1970,S.10f
01.03.1971:
In Argentinien führt, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), das Revolutionäre Volksheer (ERP) Aktionen in La Plata, Cordoba und Rosario durch (vgl. 18.9.1970, 2.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
02.03.1971:
In Argentinien kommt es, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), in Salta zu revolutionären Aktionen (vgl. 1.3.1971, 3.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
03.03.1971:
In Argentinien findet, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), ein Generalstreik in Cordoba statt (vgl. 2.3.1971, 4.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
04.03.1971:
In Argentinien führt, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), die FAR Aktionen in La Plata und gegen ein Gefängnis der Provinz Buenos Aires durch (vgl. 3.3.1971, 9.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
09.03.1971:
In Argentinien führt, laut AELA München (vgl. Dez. 1971), das Revolutionäre Volksheer (ERP) eine Aktion in Tucuman durch (vgl. 4.3.1971, 12.3.1971).
=Lateinamerika heute Nr.6/7,München 1971/1972
12.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Argentinien (vgl. 15.3.1971):"
KÄMPFE DER ARBEITER IN ARGENTINIEN
Die Bereitschaft der argentinischen Arbeiter, sich der faschistischen Diktatur der Oberbefehlshaber der Marine, des Heeres und der Luftwaffe zu entledigen, nimmt zu.
Anläßlich der Lohnverhandlungen, die von sogenannten 'paritätischen Kommissionen' durchgeführt werden, haben die illegalen Gewerkschaften der Stadt Cordoba zu einem Generalstreik zum 12.3. aufgerufen. Die Arbeiter von Cordoba sind dem Aufruf der Gewerkschaft geschlossen gefolgt.
Die Erbitterung der Arbeiter über die faschistische Diktatur zeigte sich an vielen Fabrikbesetzungen. Die Polizeistreitkräfte griffen die Arbeiter mit Gewehrschüssen und Tränengasgranaten an. Ein Arbeiter wurde ermordet."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.22,Bochum 20.3.1971,S.12
15.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Argentinien über den von der Polizei ermordeten Arbeiter (vgl. 12.3.1971):"
Um gegen diesen Mord zu protestieren, riefen die Gewerkschaften zu einem neuen Streik zum 15.3. auf. Dieses Mal wurden die Arbeiter von Armeetruppen angegriffen. 60 Arbeiter wurden bei den Kämpfen verletzt, 300 verhaftet.
Die faschistischen Diktatoren Argentiniens haben sich aufgrund der Kämpfe in Cordoba, und der drohenden Gefahr der Solidarisierung der gesamten argentinischen Arbeiterklasse zu einer Sondersitzung zusammengefunden. Es ist mit der Verhängung des Kriegsrechts über die gesamte Provinz, in der Cordoba liegt, zu rechnen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.22,Bochum 20.3.1971,S.12
03.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet aus Madagaskar (vgl. 1960):"
Am 2./3. April kam es nach Berichten in der bürgerlichen Presse zu KÄMPFEN ZWISCHEN REGIERUNGSTRUPPEN UND ANHÄNGERN DER NATIONALEN UNABHÄNGIGKEITSBEWEGUNG MONIMA (Madagaskar für die Madegassen). Der Regierungspräsident Tsirana erklärte am 3.4. über das Radio, daß bisher 30 Rebellen erschossen worden seien.
...
DIE VORFÄLLE IN MADAGASKAR MÜSSEN IN ZUSAMMENHANG MIT DER STRATEGIE DER US-IMPERIALISTEN UND IHRER LAKAIEN IM INDISCHEN OZEAN UND IM SÜDATLANTIK GESEHEN WERDEN. Die Imperialisten planen ein festes Militärbündnis, das den Nahen Osten, Afrika, und die Westküste Lateinamerikas vor der 'kommunistischen Gefahr' schützen soll. Die Pläne für dieses Bündnis, das SATO (South Atlantic Treaty Organisation) heißen soll, liegen fertig in der Schublade der NATO. Portugal, Brasilien, Argentinien und die Republik Südafrika werden die wichtigsten Mitglieder. Im persischen Golf sorgt das CIA-Regime des Schah von Persien (Iran,d.Vf.) für 'Ruhe und Ordnung'. Madagaskar würde ein ideales Bindeglied zwischen dem faschistischen Dreieck SATO und dem nicht weniger faschistischen Persien bilden.
Die nationale und sozialistische Opposition hat jedoch den Kampf gegen diese Pläne aufgenommen, mit denen Madagaskar noch enger an die Imperialisten gekettet werden soll."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.29,Bochum 17.4.1971,S.10
01.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von Anfang Mai (vgl. 1.6.1971):"
ARGENTINIEN: ENTFÜHRUNG GEGEN LEBENSMITTEL
Anfang Mai hatte die Revolutionäre Volksarmee (ERP,d.Vf.) Argentiniens den englischen (britischen,d.Vf.) Honorarkonsul Sylvester entführt.
Entführungen dienen den Volksbefreiungsorganisationen als Teil ihrer Politik: sie beschaffen sich dadurch Mittel, den Kampf weiterzuführen, Geld, Waffen etc."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 16.6.1971,S.12
01.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von Anfang Juni über die Entführung des britischen Honorarkonsuls Sylvester durch die ERP in Argentinien (vgl. 1.5.1971):"
Auch im Fall des Konsuls Sylvester diente die Entführung den Interessen des Volkes. Anfang Juni wurde er freigegeben, unter der Bedingungen, daß Kleidung und Lebensmittel im Wert von 230 000 DM an die Einwohner der Stadt Rosario und die Arbeiter der Firma Swift, deren Geschäftsführer Sylvester ist (verteilt werden,d.Vf.).
Während in Argentinien große Teile des Volkes hungern, ist die Firma Swift damit beschäftigt, in Argentinien produziertes Fleisch in die kapitalistischen Länder zu schaffen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 16.6.1971,S.12
03.07.1971:
In Essen beginnt die, vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale organisierte, zweitägige internationale Jugendversammlung, mit, nach eigenen Angaben, 5 000 Teilnehmern, von denen allerdings die übergroße Mehrheit aus dem Ausland stammt.
Ein Aufrufflugblatt ist u.a. auch unterzeichnet von der Politica Obrera Argentinien.
=Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr.38/39,Eschborn Nov./Dez. 1971;
Flugblatt zu Essen,Bochum 1971
Januar 1972:
Die KPD/ML-ZK (vgl. 23.5.1972) berichtet aus Argentinien (vgl. Apr. 1972) über einen, vermutlich allgemeinen, Lohnzuschlag von 15%.
=Roter Morgen Nr.10,Hamburg 23.5.1972,S.4
April 1972:
Die KPD/ML-ZK (vgl. 23.5.1972) berichtet vermutlich aus dem April:"
ARGENTINIEN
DIE ARBEITERKLASSE ERKENNT IHRE KRAFT
Auch Südamerika ist keine Insel im weltweiten Aufschwung des Kampfes gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Bestes Beispiel dafür sind die Kämpfe der letzten Wochen in Argentinien. In Argentinien üben die herrschenden Klassen ihre Macht heute mit den Mitteln der Militärdiktatur aus. Zusammen mit dem USA-Imperialismus beuten sie das argentinische Volk bis auf die Knochen aus. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht, um ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten. Mit Streikverboten und Einsatz von Militär gegen Demonstranten hoffen sie, den Widerstand der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauern unterdrücken zu können. Doch da haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht!
DER KAMPF DER ARBEITER LÄSST SICH NICHT VERBIETEN!
Obwohl Streikende, auch das Personal der Stadtverwaltung und der öffentlichen Dienste, fristlos entlassen werden können, fand bereits vor einem Monat ein zweitägiger Generalstreik (vgl. **.*.1972,d.Vf.) statt. In den letzten Tagen nahm der Kampf der argentinischen Arbeiterklasse weiter einen neuen Aufschwung. Die Regierung hatte die Strompreise um 50% erhöht. Damit war das Maß voll! Der im Januar (vgl. Jan. 1972,d.Vf.) gewährte Lohnzuschlag von 15% war längst durch die laufend kletternden Preise aufgefressen. Die Inflationsrate betrug während der letzten drei Monate 21%! Um wirklich das Letzte aus den Arbeitern herauszuholen, sind die Lebenshaltungskosten des letzten Jahres um 52%!! gestiegen.
DOCH DIE ARBEITERKLASSE BEGINNT ZU KÄMPFEN!
Diese Ausbeutung bis auf die Knochen läßt sich die Arbeiterklasse nicht gefallen! Und sie ging auf die Straße. Stundenlange Straßenschlachten in Mendoza (vgl. **.*.1972,d.Vf.) mit Militär und Polizei, Demonstrationen und neue Streiks, das ist die Antwort der argentinischen Arbeiterklasse. Sympathiestreiks mit den Kämpfern von Mendoza im Industriezentrum von Cordoba - die Arbeiterklasse erkennt, daß sie gegen Ausbeutung und Unterdrückung geschlossen kämpfen muß! Sie sieht immer mehr, wie verrottet dieses System ist, daß sie dagegen ankämpfen muß und kann. Ein erster Erfolg ist erreicht: Die Erhöhung der Strompreise ist vorerst zurückgenommen.
Diese Kämpfe sind zwar noch weitgehend spontan, doch auch in Argentinien existiert eine Kommunistische Vorhut, die vor kurzem (VC?- vgl. *.*.197*,d.Vf.) ihren ersten Kongreß abgehalten hat. Die Kommunistische Vorhut Argentiniens zeigt der Arbeiterklasse ihre Hauptfeinde ganz klar: Der US-Imperialismus und die kleine Clique der Herrschenden im eigenen Land, die Oligarchie: 'Ohne die Abhängigkeit von Imperialismus und die Macht der Oligarchie zu zerschlagen, ist es unmöglich, dem wirtschaftlichen Rückstand, der politischen Abhängigkeit und der Ausbeutung der Arbeiterklasse ein Ende zu setzen', so erklärt unsere argentinische Bruderpartei. Den Kampf zu leiten, ihm immer die richtige Stoßrichtung zu verleihen, das wird Aufgabe der argentinischen Revolutionäre in der Kommunistischen Vorhut sein, Sie werden ihn bestimmt zum endgültigen Erfolg führen!
ES LEBE DER KAMPF DER ARGENTINISCHEN ARBEITERKLASSE!
NIEDER MIT DEM US-IMPERIALISMUS!"
=Roter Morgen Nr.10,Hamburg 23.5.1972,S.4
01.04.1972:
Es beginnt die viertägige 2.Vorkonferenz des Internationalen Komitees der Vierten Internationale, an der u.a. teilnimmt die Politica Obrera Argentinien.
=Internationale Arbeiter Korrespondenz Nr.40/41,Eschborn Jan. 1973
01.07.1972:
Die zweite Vorkonferenz des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (IK - vgl. Juni 1970), die bis zum 4.7.1972 dauert, beginnt heute laut und mit IAK sowie der Politica Obrera Argentinien.
=Internationale Arbeiterkorrespondenz Nr.40/41,Frankfurt 1973
10.12.1972:
Die Aktion Lateinamerika (ALA) Freiburg (vgl. 2.7.1973) verbreitet den folgenden Text anläßlich der Ermordung von Kommunisten in Guatemala (vgl. 26.9.1972) "SOZIALISTISCHE UND KOMMUNISTISCHE FÜHRER AMERIKAS VERURTEILEN DIE ERMORDUNG IHRER GENOSSEN DER PGT", der auch von Athos Fava, Mitglied des Exekutivkomitees und Sekretär des ZK der KP Argentiniens unterzeichnet ist.
=Aktion Lateinamerika Nr.1,Freiburg 1973,S.4f
07.02.1973:
Die KPD gibt die Nr.6 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.1.1973, 14.2.1973) heraus, in der sie sich u.a. mit Argentinien befaßt.
=Rote Fahne Nr.6,Dortmund 7.2.1973
27.06.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.26 (vgl. 20.6.1973, 4.7.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über Argentinien.
=Rote Fahne Nr.26,Dortmund 27.6.1973
02.07.1973:
Die Aktion Lateinamerika (ALA) Freiburg gibt vermutlich Anfang dieser Woche erstmals ihre 'Aktion Lateinamerika' (vgl. **.**.197*) heraus. Einleitend heißt es:"
Seit kurzer Zeit existiert in Freiburg eine Gruppe von Studenten, die sich mit der lateinamerikanischen Realität befaßt und die sich in ihrer Arbeit folgende Ziele gesetzt hat:
Unserer Arbeit liegt die Einschätzung zugrunde, daß die lateinamerikanischen Völker, mit Ausnahme des kubanischen, ihre Geschicke noch nicht selbst in die Hand genommen haben, sondern durch den internationalen Imperialismus in Zusammenarbeit mit den nationalen Oligarchien ausgeplündert werden.
Doch das lateinamerikanische Volk setzt sich immer stärker gegen die Unterdrücker zur Wehr. Am klarsten sehen wir diesen Prozeß in der chilenischen Revolution und der jüngsten Entwicklung in Argentinien. In den meisten Ländern jedoch ist der Widerstand der Völker noch nicht weit organisiert und die Befreiungsbewegungen zersplittert."
=Aktion Lateinamerika Nr.1,Freiburg 1973
06.07.1973:
Die KHG Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe (HD/MA/KR) gibt die Nr.27 ihrer 'Kommunistische Hochschulzeitung' (vgl. 20.6.1973, 17.10.1973) heraus. Man beschäftigt sich u.a. mit Peron in Argentinien.
=Kommunistische Hochschulzeitung Nr.27,Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe 6.7.1973
22.07.1973:
Die Österreichische Sektion der Internationalen Revolutionär-Marxistischen Tendenz (IRMT) (die einzigen echten Pabloisten, d.Vf.) schreibt der KJO Spartacus einen Brief, in dem berichtet wird, daß sich die Posadisten in Argentinien in der Krise befänden. Man selbst habe Kontakt zu einer Bolschewistischen Tendenz.
=Arbeiterkampf Wien:Brief an KJO Spartacus,Wien 22.7.1973
01.10.1973:
Der AStA der PH Dortmund (vgl. 17.10.1973) berichtet über Folterungen in Chile mit Hilfe des heutigen 'Spiegel' Nr.40:"
Der Schwede Henrik Janbell, Jahrgang 1948, kam als Entwicklungshelfer an das Institut für Holzkunde nach Chile. Er war elf Tage Gefangener, erst auf einer Polizeistation in Santiago, dann im Estadio Chile und zuletzt im Estadio National.
Während meines Verhöres wurden ich und andere Mitgefangene durch Schläge mit Gewehrkolben, mit Fußtritten in die Nieren, Rippen und Genitalien traktiert.
Eine besonders ausgeklügelte Folter war das Liegen auf dem kalten Beton bis zu 40 Stunden. Mit Schubkarren, die mit Pflastersteinen gefüllt waren, fuhren Soldaten über die Gefangenen hinweg.
Ein junger Mann in meiner Zelle kam aus der Folterzelle der Militärhochschule. Er hatte mitangesehen, wie eine Kadettengruppe, von Offizieren kommandiert, fast eine Stunde lang auf den Körpern der im Hof liegenden Gefangenen wie auf einem Trampolin auf und nieder sprangen.
Ein Argentinier, der neben mir in der Zelle lag, wurde zum Verhör gerufen. Nach einer Stunde kam er blutverschmiert zurück, sein Gesicht war eine einzige Wunde. Kaum war er in der Zelle, schleiften sie ihn schon wieder zur Tür; kurz danach hörten wir Schüsse. Er kam nicht wieder...
Zu den schlimmsten Bestien bei den Folterungen gehörten Zivilisten. Mitgefangene beschworen, daß es sich um Mitglieder der Organisation 'Patria y Libertad' handelte. Auch Offiziere waren sehr fanatisch, es ist mehrfach vorgekommen, daß die einfachen Soldaten und Polizisten Gefangene vor deren Blutrausch in Schutz nahmen."
=DOS Nr.22,Dortmund 17.10.1973,S.10
26.11.1973:
Im UB Dortmund der Jusos der SPD wird vermutlich in dieser Woche der folgende Artikel von Albert Herzmann und Manfred Zöllmer zum 11.9.1973 verbreitet:"
MILITÄRPUTSCH IN CHILE
...
Wohl nicht ohne Grund hatten die Amerikaner nach dem Wahlsieg Allendes jegliche finanzielle Unterstützung für das Land gestrichen, die Unterstützung für die Militärs aber noch ausgebaut. 'Zehn Prozent des chilenischen Offizierskorps lernen laufend auf Kriegsschulen und in Ausbildungsstätten der amerikanischen Streitkräfte oder in jener berüchtigten 'School of the Americans' in der Panama-Kanalzone, in der jährlich etwa 3 000 lateinamerikanische Offiziere von US-Rangern einem Anti-Guerrilla-Training unterzogen werden' (aus 'Spiegel' 38/1973). Es mag weiterhin eine Zufälligkeit gewesen sein, daß der amerikanische Botschafter Nathaniel Davis am Wochenende vor dem Putsch (vgl. 8.9.1973,d.Vf.) zu einem Blitzbesuch nach Washington geflogen war, und nach Angaben eines SFB-Korrespondenten nur 100 km von der chilenischen Hauptstadt entfernt auf einem argentinischen Flugplatz hunderte von US-Militärmaschinen einsatzbereit standen. So darf man wohl den Putsch als ein Werk des US-Monopolkapitals unter Zuhilfenahme faschistischer Militärs werten."
=SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.4,Dortmund 1973,S.22f
27.03.1974:
In der Nr.13 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 20.3.1974, 3.4.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit der PCR Argentinien.
=Rote Fahne Nr.13,Dortmund 27.3.1974
02.05.1974:
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 3 (vgl. 20.2.1974, 1.6.1974) heraus. Berichtet wird aus Argentinien.
=Münchner Studentenzeitung Nr.3,München 2.5.1974
27.11.1974:
In der Nr.48 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 20.11.1974, 4.12.1974) berichtet die KPD u.a. über Argentinien.
=Rote Fahne Nr.48,Dortmund 27.11.1974
11.09.1975:
Der KB gibt eine Sondernummer der 'Internationale' (vgl. Juni 1975, Feb. 1976) mit dem Artikel "Revolutionärer Volkskrieg in Argentinien" heraus.
=Die Internationale Sdr.Nr.,Hamburg 11.9.1975
11.11.1975:
Die KPD gibt erstmals ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD - vgl. 18.11.1975) als Nachfolgeorgan der 'Roten Pressekorrespondenz' (RPK) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. die Beziehungen der RKP Argentinien zur VR China.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.1,Köln 11.11.1975
02.12.1975:
Die KPD gibt ihren 'Roten Fahne Pressedienst' (RFPD) Nr.4 (vgl. 25.11.1975, 9.12.1975) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. Argentinien.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.4,Köln 2.12.1975
22.03.1976:
In Argentinien findet, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein Militärputsch statt.
=Rote Fahne Nr.13,Köln 31.3.1976
23.04.1976:
In Freiburg beginnt, laut KB, eine Chile-Argentinien-Solidaritätswoche bis zum 29.4.1976.
Sie wurde "vom Chile Komitee Freiburg, der Chile-Flüchtlingshilfe, Amnesty International (AI,d.Vf.), Aktion Dritte Welt (ADW,d.Vf.), der ESG, dem Komitee gegen die Repression in Argentinien und zahlreichen Chile-Flüchtlingen getragen. Ziel war die Solidarität mit dem Kampf des Chilenischen und argentinischen Volkes gegen die Militärjuntas, und die Anklage gegen deren Unterstützung durch die BRD". Insgesamt nehmen ca. 3 000 Menschen an der Solidaritätswoche teil.
=Arbeiterkampf Nr.81,Hamburg 31.5.1976,S.40
25.04.1976:
Es erscheint die 'Marxistische Studentenzeitung' (MSZ - Jan. 1976, 5.6.1976) Nr.10 als Hochschulzeitung der Arbeitskonferenz für die BRD und Westberlin. Eingegangen wird u.a. auf Argentinien.
=Marxistische Studentenzeitung Nr.10,München 25.4.1976
28.07.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.30 (vgl. 21.7.1976, 4.8.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. Argentinien.
=Rote Fahne Nr.30,Köln 28.7.1976
01.09.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.35 (vgl. 25.8.1976, 8.9.1976) heraus. Auslandsmeldungen behandeln u.a. Argentinien.
=Rote Fahne Nr.35,Köln 1.9.1976
05.02.1977:
Auf dem 3.ordentlichen Parteitag der KPD/ML sind, laut KB, auch Vertreter der Parteien anwesend, die sich um die Schaffung einer albanien-orientierten Internationalen (vgl. 30.1.1977, 14.3.1977) bemühen. Grußbotschaften übermitteln u.a. das ZK der Partei der Arbeit Albaniens (PAA) und die Delegation der Kommunistischen Partei Argentiniens/Marxisten-Leninisten.
=Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977,S.58;
KPD/ML-ZK:Dokumente der öffentlichen Abschlußveranstaltung des III. ordentlichen Parteitages der KPD/ML am 5.Februar 1977,Dortmund 1977,S.1ff
25.04.1977:
In Frankfurt beginnt, laut KPD/ML, der 17.Kongreß der CISNU, der bis zum 29.4.1977 dauert und auf dem u.a. auch anwesend ist die KP Argentinien/ML und die KPD/ML.
=Roter Morgen Nr.18,Dortmund 6.5.1977
16.05.1977:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.104 (vgl. 29.4.1977, 31.5.1977) heraus. Der Artikel "ML-Internationale: Ein totgeborenes Kind!" geht zunächst davon aus, daß Enver Hoxha auf dem 7.Parteitag der PAA erklärte, daß "eine Situation eintreten (kann), in der man sogar zu einer großen Beratung der Vertreter aller marxistisch-leninistischen kommunistischen und Arbeiterparteien gelangt". Der Artikel folgert weiter:"
Nach dem 7. Parteitag der PdAA hat sich ein fester Block von europäischen ML-Parteien herausgebildet, die sich immer klarer von der chinesischen Außenpolitik abgrenzen und die sehr bestrebt sind, als Vorform einer neuen Internationale möglichst häufig öffentlich in Erscheinung zu treten. "Das ständige Ensemble dieser internationalen Wanderbühne besteht vor allem aus den Parteivorsitzenden der folgenden Organisationen:
...
- Ferner einige lateinamerikanische ML-Parteien, nämlich die KP Argentiniens (ML), die Revolutionäre Kommunistische Partei Chiles, und die KP Brasiliens, die bei keiner der bisherigen internationalen Großkundgebungen gefehlt haben".
=Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977
20.07.1977:
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.27 (vgl. 6.7.1977, 17.8.1977) heraus.
Berichtet wird u.a. aus Argentinien mit Hilfe der SWP Großbritannien, die sich wiederum an die vermutlich zumindest ein wenig befreundete Orientacion Socialista (OS) hält.
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.27,Frankfurt 20.7.1977
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