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Inhalt
1 Materiallage 2 Die Organisationen 3 Wichtige Ereignisse und Themen 4 Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)
Aus Worms wurde von uns nur wenig örtliches Material ausgewertet, so daß neben einigen Flugblättern und Anträgen der KPD/ML-ZK bzw. ihrer Roten Garde (RG) sowie den Berichten der RJ/ML Mannheim des KAB/ML an ihr ZK über Worms fast nur überörtliches Material ausgewertet wurde.
Bereits früh sind in Worms sowohl die KPD/ML (vgl. Apr. 1969), später KPD/ML-ZK (vgl. März 1971, Sept. 1971), und auch die DKP (vgl. Okt. 1969) aktiv. Hinzu kommt der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. 21.12.1970) sowie eine Jugendgruppe (SAG/ML), für die sich die RJ/ML interessiert (vgl. 18.12.1970, 4.1.1971), die sich aber dem KBW anschließt (vgl. 9.1.1973, 8.6.1973, 24.10.1973, Okt. 1974) und vorher noch in Kommunistische Gruppe (KG) umbenennt (vgl. 13.2.1975, (vgl. 8.1.1976). Die SAG Osthofen dagegen (vgl. Sept. 1971) scheint sich der RG der KPD/ML-ZK angeschlossen zu haben.
Die KPD gelangt vermutlich wesentlich über ihre Altgenossenarbeit nach Worms (vgl. 9.3.1974).
Die Auflösung der IGM-Jugendgruppe (vgl. 25.1.1971), in der der KJVD der KPD/ML-ZB aktiv zu sein scheint, zusammen mit vier IGM-Ausschlußverfahren ist einer der frühen Fälle dieser Art noch lange vor den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB).
Anlässlich einer gemeinsamen Aktion mit der DKP (vgl. Feb. 1971) wird seitens der RJ/ML deren Aktionseinheitspolitik charakterisiert. Trotzdem aber werden weiter Aktionseinheiten zwischen der RJ/ML des KAB/ML, der SAG/ML und der SAO Oppenheim (vgl. 9.3.1971) geschlossen.
Die Stilllegung von Salamander im Organisationsbereich der Gewerkschaft Leder (vgl. 8.2.1971, 22.2.1971) steht im Zusammenhang mit weiteren Salamander-Werksstilllegungen in der Westpfalz.
Von der Roten Garde der KPD/ML-ZK dokumentieren wir deren innerparteilichen Aktivitäten (vgl. 17.6.1971, 9.7.1971, 29.8.1971, 3.9.1971, 10.9.1971). Die KPD/ML-ZK protestierte derweil gegen die Shellansiedlung (vgl. 27.9.1971, 25.10.1971) und betreibt allgemeine Propaganda (vgl. Nov. 1971).
Die innerparteiliche Diskussion innerhalb der angeblich strikt zentralistisch organisierten KPD/ML-ZK wird anhand der Kritik der OG Worms an der Linie zur Bundeswehr deutlich, wobei die Kritiker aus der Kleinstadt in der Provinz praktisch mit der Neuentwicklung der antimilitaristischen Ansichten der Gesamt-Partei beauftragt werden (vgl. 6.12.1971).
Die KPD intensiviert die Kontakte in Worms anlässlich der Landtagswahlen 1975, bei denen sie sich u.a. mit der DKP auseinandersetzt (vgl. 10.2.1975, 14.2.1975)
Von der EWH Worms wird nur am Rand berichtet (vgl. 17.1.1972, 21.4.1975).
Der KBW gründet ein Komitee gegen den Paragraphen 218 (vgl. 25.3.1975) und beteiligt sich vermutlich auch an der Hausbesetzung für ein Jugendzentrum (JZ – vgl. 5.4.1975). Von Röhm Worms berichtet ebenfalls der KBW (vgl. 22.5.1975, 29.5.1975).
Die Darstellung endet mit den Verbrechen der örtlichen Nazis (vgl. 19.12.1993).
April 1969:
In der Aprilausgabe des 'Roten Morgens' der KPD/ML (vgl. März 1969, Mai
1969) wird über die Gründung von Ortsgruppen der KPD/ML u.a. in Worms
berichtet.
=Roter Morgen,Hamburg Apr. 1969
05.06.1969:
Die DKP bringt die Nr.10 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.5.1969,
12.6.1969).
Es wird u.a. eingegangen auf Procter und Gamble Worms.
=Unsere Zeit Nr.10,Essen 5.6.1969
17.07.1969:
Die DKP bringt die Nr.16 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 10.7.1969,
24.7.1969) und berichtet u.a. von der IGM Worms.
=Unsere Zeit Nr.16,Essen 17.7.1969
14.08.1969:
Die DKP bringt die Nr.20 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 7.8.1969,
21.8.1969).
U.a. wird berichtet aus IGM und IGM Ortsvorstand Worms.
=Unsere Zeit Nr.20,Essen 14.8.1969
Oktober 1969:
Die Oktoberausgabe des 'Roten Morgens' der KPD/ML (vgl. Sept. 1969,
1.12.1969) erscheint.
In der Rubrik 'Aus den Landesverbänden' wird aus Worms berichtet, wo Wormser ML
im Bundestagswahlkampf mit ADF und DKP diskutierten.
=Roter Morgen,Hamburg Okt. 1969
01.05.1970:
Zum ersten Mai 1970 erscheint ein Flugblatt, in dem zu Demonstrationen in
Frankfurt, Mannheim und Mainz aufgerufen wird. Als Kontaktadressen werden
neben den KPD/ML-Ortsgruppen Mannheim (Emil Ludwig), Frankfurt (Lothar
Wolfstetter), Worms (Bernd Fritz) und Karlsruhe (Anton Martus) auch die Rote
Garde Bergstraße (H. Schmidt) und die Sozialistische Arbeiterbasisgruppe
(SABG) Mainz (Hans Herrmann Vedder) genannt.
=KPD/ML-Ortsgruppen Mannheim, Frankfurt,Worms und Karlsruhe, Rote Garde
Bergstraße und Sozialistische Arbeiterbasisgruppe Mainz:1. Mai,o.O.
o.J. (1970)
01.07.1970:
In der Nr.3 der 'SBK' (vgl. 1.6.1970, 1.8.1970) wird wiederum
über eine Reihe von Streiks berichtet, u.a. bei Kiefel Worms (IGM-Bereich).
=Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.3,Offenbach 1.7.1970
18.12.1970:
Die neugebildete OG Mannheim der RJ/ML (vgl. 18.11.1970, 4.1.1971) sendet
ihren ersten Arbeitsbericht an das ZK der RJ/ML:" ...
7. Unsere nächsten Aufgaben
a) Kontaktaufnahme mit Wormser und Oppauer Lehrlingsgruppen ..."
=X.X.:ohne Titel (An ZK der RJ/ML),Mannheim 18.12.1970
21.12.1970:
Der KJVD Worms der KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl.
25.1.1971):"
Die IGM-Jugend Worms hat in enger Zusammenarbeit mit den Genossen des KJVD
Worms kämpferisch die Interessen der Jungarbeiter und Lehrlinge vertreten.
Der KJVD verteilte Ende Dezember 1970 Flugblätter, in denen er als
Kampfforderung aufstellte: 'Rückzahlung der 60 Mark'. Diese 60 Mark waren den
Lehrlingen, die die Gesellenprüfung ablegen mußten, als Prüfungsgebühr aus
der Tasche gezogen worden. Die Genossen forderten die Lehrlinge auf, in der
IGM-Jugend gemeinsam aktiv zu werden. Als die Gewerkschaftsbonzen Lunte
rochen, verriegelten sie das DGB-Haus. Die zwanzig Lehrlinge, die gekommen
waren, standen vor verschlossenen Türen. Trotzdem zahlten die Herren der
Handwerkskammer aus Angst vor der entschlossenen Kampffront der Lehrlinge 3
Tage später das Geld zurück, insgesamt 10 000 DM."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.12,Bochum 13.2.1971,S.6
04.01.1971:
Die OG Mannheim der RJ/ML schreibt an ihr ZK (vgl. 18.12.1970, 22.5.1971):"
...
Kurz vor Weihnachten wurden wir über einen Genossen, der in der BASF
arbeitet, zu einem Kontaktgespräch mit einer Wormser Gruppe eingeladen.
Die Gruppe, die aus ca. 20 Schülern und Jungarbeitern besteht (darunter zwei
ehemalige KJVD-Mitglieder (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB,d.Vf.), die
jedoch aus dem KJVD wegen dessen ultralinker Politik ausgetreten sind, will
mit uns weiterhin Kontakte aufrechterhalten. Hierbei wurden wir auch zu einem
Faschismus-Seminar eingeladen. Nach dem Gespräch haben wir einige REBELL und
ROTE FAHNE verkauft."
=X.X.:An das ZK der RJ/ML,Mannheim 4.1.1971
25.01.1971:
Der KJVD Worms der KPD/ML-ZB berichtet:"
SPD-GEWERKSCHAFTSBONZE LÖST IGM-JUGENDGRUPPE AUF
Die Ortsverwaltung Worms hat auf Betreiben des rechten Gewerkschaftsbonzen
Wammes (SPD) in ihrer Sitzung vom 25.1.1971 die IGM-Jugend Worms aufgelöst,
vier Kollegen ausgeschlossen und die Jugendräume geschlossen. Gründe wurden
nicht angegeben."
Die 'wahren Gründe' sieht der KJVD in seinen vorherigen Aktivitäten (vgl.
21.12.1970):"
Aus Angst vor den kampfentschlossenen Jungarbeitern und Lehrlingen griff nun
Gewerkschaftsbonze Wammes zu einem äußerst üblen Mittel: Er löste die IGM-
Jugend einfach auf. Weiterhin wurden 4 Kollegen ausgeschlossen, obwohl Herr
Wammes ihnen noch vor kurzer Zeit versichert hatte, daß sie ohne weiteres in
der IG Metall bleiben könnten.
Als Ersatzlösung bot er nun der IGM-Jugend an, die Gruppenabende in Worms-
Pfeddersheim zu besuchen, denn dort hat sich 'Kollege' Wammes eine solide
Hausmacht zusammengeschustert.
Doch Herr Wammes hat sich getäuscht. Die IGM-Jugend wird sich nicht bestechen
lassen. Sie wird weiterhin konsequent die wirtschaftlichen und politischen
Interessen der Jungarbeiter und Lehrlinge in einem engen solidarischen
Kampfbündnis mit dem KJVD-Worms vertreten."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.12,Bochum 13.2.1971,S.5f
Februar 1971:
In Worms findet vermutlich im Februar eine Aktion statt, über die die RJ/ML
Mannheim des KAB/ML ihrem ZK berichtet:"
Wie wir Euch schon ... mitgeteilt haben, hatten wir seit Anfang Januar
Kontakt mit einer Jungarbeiter- und Schülergruppe in Worms (Sozialistische
Arbeitsgemeinschaft/ML - SAG/ML,d.Vf.). In zahlreichen Gesprächen hatten wir
immer wieder unsere politische Linie dargelegt und waren schließlich zur
Vorbereitung einer antifaschistischen Aktionseinheit eingeladen worden.
Teilnehmer an der Aktionseinheit waren: die von der DKP unterwanderte
Sozialistische Arbeitsgemeinschaft Oppenheim (SAO), die Falken (SJD der SPD,
d.Vf.), die DKP-SDAJ, die SAG/ML und die RJ Mannheim. Schon in den
vorbereitenden Gesprächen verlangte die DKP, daß die Forderung nach
Ratifizierung der Ostverträge ein Hauptbestandteil der Aktionseinheit sein
muß. Von den Genossen der SAG und von uns wurde dies aufs schärfste
zurückgewiesen und der Charakter einer Aktionseinheit dargelegt. Erst nach
der Drohung, die RJ und die SAG würden sich unter diesen Bedingungen nicht an
der Aktionseinheit beteiligen, rückte die DKP von ihrer Forderung ab. Daß es
der DKP nur darum geht ihre parteipolitischen Aufgaben zu erfüllen, zeigt
sich auch an den weiteren Vorfällen: Eine gemeinsam geplante
Podiumsdiskussion fiel aus, da die DKP an diesem Tag eine Wahlveranstaltung
hatte.
In einem gemeinsam entworfenen Flugblatt, das die DKP gedruckt hatte, tauchte
plötzlich dennoch die Ratifizierung der Ostverträge auf. Die SAG-Genossen
machten sich dann die Arbeit, bei jedem Flugblatt die betroffene Stelle
durchzustreichen. Überhaupt beteiligte sich die DKP bei den technischen
Vorbereitungen nicht (Auch die Vorführung eines Films, Errichtung von Info-
Ständen in der Stadt usw. übernahm sämtlich die SAG).
Zur Demonstration hielt es die DKP für nötig 10 Genossen, sowie einen
Lautsprecherwagen abzustellen. Selbst während der Demonstration waren noch
Rufe wie 'Schlag auf Schlag, Moskauer Vertrag' zu hören.
Dennoch verlief die Demonstration recht erfreulich, an der sich ca. 200
Schüler und Werktätige beteiligten. Zahlreiche von uns getragene Transparente
und Plakate wiesen auf die Gefahr des neuerwachenden Faschismus hin. So hieß
es u.a.: 'Faschismus bedeutet Krieg', Hochfinanz und Rüstungskapital bezahlen
das Rechtskartell', 'Nie wieder Faschismus', 'Wir lassen uns nicht knechten,
keine Macht den Rechten' usw. Die abschließende Rede eines SAG-Genossen wies
noch einmal auf die Gefahr des Ultrarechtsblocks und dessen Hintermänner hin
und betonte die Notwendigkeit einer breiten demokratischen Aktionseinheit."
=X.X.:Revolutionäre Jugend (ML) Zentralkomitee,Mannheim 22.5.1971,S.2
08.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Salamander, der größte BRD-Schuhkonzern, legt zwei von über 50 deutschen
Werken still, und zwar das Werk in Worms und Hatzenbühl. Über 500 Arbeiter
sind von der Stillegung betroffen. In Worms sind 2/3 der Arbeiter Frauen.
Salamander will ebenso wie Siemens seine Profite dadurch absichern, daß es
'lohnintensive Produktionszweige' in's Ausland verlegt."
Berichtet wird auch in:
- Baden-Württemberg durch die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972);
- Rheinland-Pfalz durch die KPD/ML-ZK bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich -
vgl. 8.3.1971).
=Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.3;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.13,Bochum 17.2.1971,S.7;
Der Rote Funken Nr.1,Ludwigshafen März 1971,S.10
22.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß das Werk Worms der
Südzucker AG 1975 stillgelegt werden soll.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Bochum 3.3.1971,S.6
22.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. 8.2.1971):"
Nach der Ankündigung der Stillegung der Salamander-Werke in Worms und
Hatzenbühl (...) haben die Salamander-Herren jetzt mitgeteilt, daß auch bei
der zur SALAMANDER-Gruppe gehörenden Lederfabrik Mayer und Sohn Cornelius
Heyl AG in Worms die Produktion eingeschränkt wird. Der Betriebsrat hat sich
'in scharfer Form gegen eventuelle Überlegungen, die in Richtung
Betriebsstillegung zielen' ausgesprochen. Er hat die Stadtverwaltung gebeten,
sich mit dem Salamander-Vorstand in Verbindung zu setzen.
Der Hauptvorstand der Gewerkschaft Leder hat gegen die Stillegung des
Salamander-Werks in Worms protestiert; er erklärte, die Maßnahmen seien
wirtschaftlich nicht begründet!"
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Bochum 3.3.1971,S.6
März 1971:
Der 'Rote Morgen' der KPD/ML-ZK Nr.3 (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) berichtet
u.a. über die Chinawochen die u.a. von der Ortsgruppe Worms durchgeführt
wurden.
=Roter Morgen Nr.3,Hamburg März 1971
07.03.1971:
In Worms wird ein Leserbrief eines Bauarbeiters an die KPD/ML-ZB verfaßt.
=Der Bulldozer Nr.5,Berlin Apr. 1971
09.03.1971:
In Worms beginnt, laut RJ/ML, eine antifaschistische Woche, die bis zum
13.3.1971 andauert und gemeinsam von Sozialistische Arbeitsgemeinschaft
(SAG/ML), Sozialistische Arbeitsgemeinschaft Oppenheim (SAO), DKP und RJ/ML
Mannheim durchgeführt worden sei. An einer Demonstration sollen sich 200
beteiligt haben.
=Rebell Nr.31,Tübingen Mai 1971
01.05.1971:
Die RJ/ML Mannheim des KAB/ML berichtet vom 1.Mai und dessen Vorbereitung:"
... Während der Demonstration bildeten wir, verstärkt durch die Genossen der
Wormser SAG (Sozialistische Arbeitsgemeinschaft/ML,d.Vf.), einen eigenen
Demonstrationsblock, an dem sich ca. 60 Genossen und Freunde beteiligten.
Auf vier großen Transparenten und zahlreichen Plakaten legten wir die
zentralen Forderungen der RJ(ML) und des KAB dar.
=X.X.:Revolutionäre Jugend (ML) Zentralkomitee,Mannheim 22.5.1971,S.3
17.06.1971:
Die OG Worms der Roten Garde (RG) der KPD/ML-ZK im LV Südwest stellt
folgenden Antrag (vgl. 9.7.1971) zum 'Rotgardist' der RG bzw. dem 'Roten
Morgen' (RM):"
ANTRAG DER OG WORMS AUF EINSTELLUNG DER RGZ VOM 17.6.1971
Die 4. Bundeskonferenz der Parteibeauftragten für die Rote Garde hat am
22.11.1970 beschlossen, ein zentrales Propagandaorgan der RG, 'Der
Rotgardist' (vgl. Jan. 1971,d.Vf.) herauszugeben.
Die RG-Zelle ist der Ansicht, daß dieser Beschluß falsch ist.
Die 4. Bundeskonferenz der RG-Beauftragten hat richtig erkannt, daß bei der
Gewinnung der Arbeiterjugend der Schwerpunkt in der Propaganda liegen muß.
Dazu braucht die RG aber kein eigenes Zentralorgan!
Was ist die hauptsächliche Seite der Propaganda?
Unsere Agitation und Propaganda muß die Massen bewußt machen für das erste
Etappenziel, die proletarische Revolution. Dabei liegt die hauptsächliche
Seite auf der politischen Propaganda und zwar Enthüllungen des Kapitalismus,
der bürgerlichen Parteien, des Staates und des DGB-Apparates als Handlanger
des Kapitals, Kampf gegen Reformismus und Revisionismus, klar stellen, daß
nur die Revolution, die zur Diktatur des Proletariats führt, die
Arbeiterklasse von kapitalistischen Joch befreit usw. Denn nur durch
politische Propaganda können wir die Arbeiterklasse bewußt machen für die
proletarische Revolution. Die politische Propaganda ist aber für die Arbeiter
und Arbeiterjugend gleich. Unterschiede in der Propaganda bei Arbeitern und
Arbeiterjugend gibt es nur auf dem ökonomischen Sektor (Lehrlingsausbildung,
besondere Ausbeutungsformen usw.). Jedoch sind wir keine Ökonomisten. Wir
kämpfen für die Diktatur des Proletariats, nicht für die bestmöglichste
Lebensbedingung der Arbeiterklasse im Kapitalismus.
DAS MUSS JEDEM MARXISTEN-LENINISTEN KLAR SEIN!
Es gibt noch ein besonderes Problem bei der Jugend, Sub- und Popkultur. Das
ist aber ein besonderes politisches Problem. Die Sub- und Popkultur ist eine
Maßnahme der Kapitalisten zur Entpolitisierung der Jugendlichen und zur
Spaltung der Arbeiterklasse. Daher gehört dieses Problem zur politischen
Propaganda.
Was die Lehrlingskorrespondenzen betrifft, so entsprechen sie den
Arbeiterkorrespondenzen und müssen zusammen in einem ZO stehen. Zur
Verdeutlichung haben wir den RM März mit der RGZ April verglichen:
RM März-Artikel RGZ April-Artikel
Vietnam Vietnam
USA (Black Panther) USA (Black Panther)
1. Mai (April-Nr.) 1. Mai
Arbeiterkorrespondenz Lehrlingskorrespondenz
Selbstkritik Jusos
Imperialismus und Benzinpreise
Man kann feststellen, daß sich RM und RGZ bei der politischen Propaganda
nicht oder kaum unterscheiden. Das ist logisch, da die politische Propaganda
für ältere und jüngere gleich sein muß.
Was folgt daraus?
'Der Rotgardist' muß eingestellt werden, da es keinen Grund gibt, der ein
eigenes ZO für die Gewinnung der Jugend für die Revolution notwendig macht.
Es ist sogar so, daß der Rotgardist zur Spaltung der Arbeiterklasse beiträgt,
indem die politische Propaganda für Arbeiter und Arbeiterjugend nicht
einheitlich ist, indem Lehrlingskorrespondenzen nicht neben
Arbeiterkorrespondenzen stehen und indem nicht in einem ZO gegen die Spaltung
der Arbeiterklasse angekämpft wird (Popkultur). Dieses zweite Zentralorgan
wurde auch noch zu einem Zeitpunkt aufgebaut, wo der RM noch nicht gefestigt
war und ist.
(Der RM ist noch lange kein gutes ZO). Dies führt natürlich zur Verzettelung
der vorhandenen Kräfte, zur Sabotage des Aufbaus des RM.
Aus diesen Gründen unser Antrag:
1. Sofortige Einstellung der RGZ!
2. Stärkung und Festigung des ZO RM!
RG-Zelle Worms"
Nachgedruckt wird dieser Antrag u.a. vermutlich in Dortmund (vgl. Jan. 1972).
=N.N.:ohne Titel (erster Text: Resolution der LL Niedersachsen an den
außerordentlichen Parteitag der KPD/Marxisten-Leninisten),o.O. o.J. (1972);
RG-LV Südwest-OG Worms:Antrag der OG Worms auf Einstellung der RGZ vom
17.6.1971,Worms 17.6.1971
09.07.1971:
Die RG Worms der KPD/ML-ZK im LV Südwest (vgl. 17.6.1971, 3.9.1971) stellt
bezüglich des 'Rotgardist' der RG bzw. des 'Roten Morgen' (RM) folgenden:"
ZUSATZ ZUM ANTRAG DER RG WORMS AUF EINSTELLUNG DER RGZ
Die RG-Organisationsmitteilung Nr.6 (OM - vgl. 21.6.1971,d.Vf.) zeigt
deutlich die Sabotage des Aufbaus des RM und das Unverständnis der richtigen
Linie zur Erreichung des nächsten Etappenziels (proletarische Revolution) und
des Parteiaufbau. Um aber die Partei aufbauen zu können, ist ein starkes ZO
nötig, das den Parteiaufbau ideologisch, politisch und organisatorisch
vereinheitlicht. 'Die Zeitung (ZO) ist nicht nur ein kollektiver Propagandist
und Agitator, sondern auch ein kollektiver Organisator. Was das Letztere
betrifft, kann es mit einem Gerüst verglichen werden, das um ein in Bau
befindliches Gebäude errichtet ist; es zeigt die Umrisse des Gebäudes an,
erleichtert den Verkehr zwischen den einzelnen Bauarbeitern, hilft ihnen die
Arbeit verteilen und die durch die organisierte Arbeit erzielten gemeinsamen
Resultate zu überblicken.' (Lenin, Was tun?).
Das ZO ist ein wichtiges Mittel zum Parteiaufbau und zur Gewinnung der
Avantgarde des Proletariats. der Aufbau des ZO wird aber gerade sabotiert
durch:
1. ein zweites ZO, das sowieso unnötig und spalterisch ist (siehe Antrag der
RG Worms) und
2. durch einen Spendenaufruf für die RGZ gleichzeitig zu einem Spendenaufruf
für den RM. In der RG-Organisationsmitteilung Nr.6 steht, daß 'die RG die
finanziellen Mittel aus eigener Kraft tragen muß. Wir können weder Partei
noch KSB/ML um Unterstützung angehen, da deren wichtigste finanzielle Aufgabe
das 14-tägige Erscheinen des RM zu ermöglichen, ist'. Wieso ist das nur die
wichtigste finanzielle Aufgabe des KSB/ML und der Partei, und nicht auch die
der RG?
Wieso überhaupt 'finanzielle' Aufgabe? Erst einmal ist das eine POLITISCH
notwendige Aufgabe, den RM zu stärken, und zu einem guten ZO auszubauen, um
dadurch den Parteiaufbau voranzutreiben und die Avantgarde des Proletariats
zu gewinnen. Und diese Aufgabe gilt auch für die RG! Denn 'die
Jugendorganisation muß sich unter die Führung der Partei, auf ihr Programm
und ihre politische Linie stellen' (Plattform des ZK der KPD/ML). Wenn dem
nicht so ist, ist das parteischädigend und konterrevolutionär: der
Parteiaufbau wird sabotiert! Deswegen noch einmal der Antrag:
1. Sofortige Einstellung der RGZ!
2. Stärkung und Festigung des RM!
Ich halte jedoch diese Frage für entscheidend für den weiteren revolutionären
Aufbau der Partei, daß eine Konferenz der RG auf LV-Ebene und auf Bundesebene
nötig ist und daß weiterhin das LK (Landeskomitee,d.Vf.) und das BuSek
(Bundessekretariat,d.Vf.) der RG eine Stellungnahme zu diesem Antrag
verfassen und als ORG-Mitteilung zusammen mit unserem Antrag herausgeben muß,
um den Kampf um die politische Linie der Partei und der RG weiter zu führen.
Mit revolutionärem Gruß
Parteibeauftragter der RG Worms"
Nachgedruckt wird dieser Antrag u.a. vermutlich in Dortmund (vgl. Jan. 1972).
=N.N.:ohne Titel (erster Text: Resolution der LL Niedersachsen an den
außerordentlichen Parteitag der KPD/Marxisten-Leninisten),o.O. o.J. (1972);
RG-LV Südwest-OG Worms-Parteibeauftragter:Zusatz zum Antrag der RG Worms auf
Einstellung der RGZ,Worms 9.7.1971
August 1971:
Die Nr.8 des 'Roten Morgens' (vgl. Juli 1971, 13.9.1971) der KPD/ML-ZK
berichtet u.a. über Spenden durch die Ortsgruppe Worms.
=Roter Morgen Nr.8,Hamburg Aug. 1971
29.08.1971:
Der Parteibeauftragte der KPD/ML-ZK OG Worms für die Rote Garde (RG)
berichtet (vgl. 9.7.1971, 3.9.1971) über die Landeskonferenz der RG Südwest
zum Punkt Rote Garde-Zeitung (RGZ - 'Der Rotgardist'):"
Der Antrag der OG Worms auf Einstellung der RGZ wurde auf dieser Konferenz
einstimmig angenommen. Die Konferenz stellte fest, daß es noch Mängel in
diesem Antrag gab. Ein Stuttgarter Genosse und ich wurden beauftragt, den
Antrag zu überarbeiten."
=RG-LV Südwest-OG Worms-Parteibeauftragter:Antrag auf Einstellung der RGZ,
Worms 3.9.1971
September 1971:
Die OG Worms der KPD/ML-ZK gibt vermutlich im September das folgende
Flugblatt von zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Bernd Fritz heraus,
das vermutlich vor Betrieben verteilt wird:"
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
Tag für Tag 'genießen' wir das Angebot der Zeitungen und Zeitschriften in
Hülle und Fülle. Denn: in unserem Staat gilt die sogenannte 'Pressefreiheit'.
Diese 'Pressefreiheit' ist ein Grundgesetz 'unserer freiheitlich-
demokratischen Ordnung'.
Die Zeitungen, die wir täglich lesen, behaupten, sie seien 'überparteilich'
('Bild') und würden allen Mitgliedern der Gesellschaft mit Informationen
dienen.
Das ist geloegen!!
Denn:
UNSERE GESELLSCHAFT IST EINE KLASSENGESELLSCHAFT.
In ihr sitzen wir nicht 'alle in einem Boot', wie uns so oft erzählt wird. In
dieser Gesellschaft gibt es in der Hauptsache zwei Klassen, die sich
feindlich und unversöhnlich gegenüberstehen: Kapitalistenklasse und
Arbeiterklasse, Ausbeuter und Ausgebeutete, Unterdrücker und Unterdrückte.
In einer Klassengesellschaft gibt es aber nichts, was über oder zwischen den
Klassen steht. Jede Erscheinung der Gesellschaft trägt den Stempel einer
Klasse: den der Arbeiterklasse oder den der Ausbeuterklasse, der Bourgeoisie.
Deshalb gibt es auch keine 'über den Klassen stehende' oder 'überparteiliche'
Presse, genausowenig, wie es 'neutrale' Informationen und Meinungen gibt.
Jede Zeitung und jede in ihr vertretene Meinung dient einer der beiden
Klassen.
Wer uns weismachen will, das Gegenteil sei der Fall, der lügt und unterstützt
damit die herrschende Klasse. Denn die Bourgeoisie muß ihre verbrecherische
herrschaft über die Volksmassen mit allen Mitteln verschleiern. Deshalb darf
sie auch nicht zugeben, daß die herrschende Presse nur in ihrem Interesse
arbeitet, nicht aber im Interesse des ganzen Volkes. Daß aber die Tagespresse
und die Zeitschriften nur der Kapitalistenklasse dienen können, sehen wir
schon daran, daß alle bekannten Zeitungen in der Hand einiger
Großkapitalisten sind.
DIE BÜRGERLICHE PORESSE IST EIN WERKZEUG DER BOURGEOISIE ZUR UNTERDRÜCKUNG
DER ARBEITERKLASSE!
Die Presse dient der Bourgeoisie dazu, ihre Meinungen und Weltanschauung in
die Arbeiterklasse zu tragen. Sie bedient sich dazu aller erdenklichen
Mittel, nur um den gerechten Befreiungskampf der Arbeiterklasse gegen das
unmenschliche System zu verhindern. Deshalb verbreiten ihre bezahlten
Schreiberlinge Schlagworte, wie: 'Wir sitzen alle in einem Boot' und ermahnen
uns, wir sollten für die Erhaltung unserer 'freiheitlich-demokratischen
Ordnung' sorgen. Wir sollen also mithelfen, daß die Bourgeoisie das Volk
weiterhin ausbeuten und unterdrücken kann.
In der bunten Palette der bürgerlichen Zeitungen hat jedes Blättchen seine
eigene besondere Aufgabe.
Die 'Bild'-Zeitung ist für die breite Masse der Arbeiter gedacht. Sie soll
die Arbeiterklasse dumm und unwissend machen, indem sie sie mit
Skandalgeschichten und falschen Anschauungen vollstopft. Sie versucht ständig
dem Volk vorzuspielen, die bürgerlichen Politiker würden sich für die
Interessen des Volkes einsetzen und verschweigt z.B., daß die sogenannten
Volksvertreter bei ihrer 'neuen Ostpolitik' nur nach Moskau fahren, um
Geschäfte für die Kapitalisten abzuschließen.
In Streikzeiten verbreitet die 'Bild'-Zeitung die Lüge, wenn wir zu hohe Löhne
forderten, beschleunigten wir die Inflation. daß aber die Urheber der
Inflation die Kapitalisten und ihre Profitgier sind, daß die
Preissteigerungen den Löhnen dauernd davonlaufen, das verschweigt die 'Bild'-
Zeitung wohlweislich.
Diese Zeitung soll die Unruhe in der Arbeiterklasse in Bahnen lenken, die für
die Kapitalisten ungefährlich sind und behauptet: 'Bild' kämpft für seine
Leser.
Ein anderes Beispiel ist der 'Spiegel'. Er ist die Zeitschrift für die
kritischen und politisch interessierten Kollegen. Der 'Spiegel' enthüllt
viele Mißstände in unserem verfaulten und verrotteten Staatsapparat. Er
stellt diese Mißstände aber so hin, als seien das Einzelfälle und zeigt
nicht, daß unsere Gesellschaft eben von Grund auf verändert werden muß. Damit
verhindert der 'Spiegel', daß die fortschrittlichen Kollegen erkennen: man
muß das Übel - den Kapitalismus - an der Wurzel packen.
Auch die 'Wormser Zeitung' dient der Kapitalistenklasse. Das sieht man
deutlich an der Berichterstattung über die geplante Shell-Raffinerie (CPK-
Bereich,d.Vf.). Sie tutu die berechtigten Sorgen der Bevölkerung als
'Panikmache' ab und druckt in ihren Zeitungsspalten andauernd die Lügen der
Stadtverwaltung und der Shell-Kapitalisten ab. Sie will den gerechten Kampf
der Wormser Bevölkerung abwiegeln und dem Stadtrat die Entscheidung
überlassen ('Die Raffinerie ist Sache des Stadtrats').
DIE ARBEITERKLASSE BRAUCHT EINE EIGENE ZEITUNG!
Diese Zeitung ist der Rote Morgen (RM,d.Vf.), das Zentralorgan der KPD/ML.
Der ROTE MORGEN ist eine revolutionäre Zeitung, weil nicht Gewinnsucht und
Karriere, sondern die Idee des Sozialismus der antreibende Motor ist. Es ist
die Zeitung, die nicht den Ausbeutern und Unterdrückern dient, sondern der
Arbeiterklasse und allen anderen Werktätigen.
Im ROTEN MORGEN wird der Kampf der Arbeiterklasse und aller anderen
unterdrückten Klassen und Schichten gegen den westdeutschen Imperialismus
angeleitet, der zur Zeit seine Machtinstrumente Polizei, Bundesgrenzschutz
(BGS,d.Vf.) und Bundeswehr mit allen Mitteln ausbaut.
DIE KPD/ML steht mit ihrem Zentraloragn an vorderster Front im Kampf gegen
die faschistischen Sturmtruppen des Kapitals: Aktion Widerstand (AW,d.Vf.),
NLA und NPD, um nur einige zu nennen.
Der ROTE MORGEN enthüllt schonungslos die Machenschaften und Verbrechen der
Imperialisten und ihres Staatsapparates. Er wird ständig die Spalter und
Verräter der Arbeiterklasse, wie die D'K'Pler (DKP,d.Vf.), entlarven und ihre
falschen und folgenschweren Ansichten ans Licht zerren.
Der ROTE MORGEN zeigt den Weg zum Sozialismus und propagiert das
sozialistische System - die Diktatur des Proletariats.
LEST: ROTER MORGEN ...
Der ROTE MORGEN wird ab jetzt regelmäßig alle 14 Tage vor dem Betrieb
verkauft. Preis: 0,50 DM."
=KPD/ML-ZK-OG Worms:Kolleginnen und Kollegen!,Worms o.J.
September 1971:
In Osthofen gibt die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK, früher SAG (?) Osthofen
ihre Ortszeitung 'Information' mit einem Artikel über die so genannte Ermordung von 17
Alten in einem privaten Altersheim in Mittelheim im Rheingau heraus, der
später im 'Roten Morgen' nachgedruckt wird.
=Roter Morgen Nr.11,Hamburg 11.10.1971
03.09.1971:
Der Parteibeauftragte der Roten Garde (RG) Worms der KPD/ML-ZK im LV
Südwest stellt erneut (vgl. 9.7.1971) einen:"
ANTRAG AUF EINSTELLUNG DER RGZ
Die Partei sieht sich dem Beginn der Steigerung der spontanen Kämpfe des
westdeutschen Proletariats gegenüber, die Partei ist mitten in der größten
ideologischen, politischen und organisatorischen Zerfahrenheit. Um in dieser
Periode den Parteiaufbau, d.h. die Bolschewisierung der Partei voranzutreiben
und die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus gewinnen zu können, ist
das zentrale Kettenglied zur Lösung dieser Aufgaben das ZO, das das
Sprechrohr der Partei ist, innerhalb der Partei hauptsächlich das des ZK, die
Vorhut der Partei.
Wie muß das ZO nun inhaltlich aussehen, um diese Aufgaben lösen zu können?
1) Im ZO muß der ideologische Kampf gegen alle rechtsopportunistischen
Abweichungen innerhalb der Partei und in der gesamten ML-Bewegung geführt
werden.
2) Im ZO muß die Diskussion um die brennenden Fragen beim Parteiaufbau und
bei der Gewinnung der Vorhut des Proletariats geführt werden (Programm, Form
und Inhalt unserer Agitation und Propaganda usw.).
3) Im ZO muß eine korrekte Anleitung zur Bewältigung der derzeitigen Aufgaben
gegeben werden.
'Die Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und Agitator, sondern
auch ein kollektiver Organisator. Was das letztere betrifft, kann es mit
einem Gerüst verglichen werden, das um ein in Bau befindliches Gebäude
errichtet ist; es zeigt die Umrisse des Gebäudes an, erleichtert den Verkehr
zwischen den einzelnen Bauarbeitern, hilft ihnen die Arbeit verteilen und die
durch die organisierte Arbeit erzielten gemeinsamen Resultate zu überblicken.'
(Lenin, Was tun?).
4) Im ZO müssen ALLSEITIGE POLITISCHE Enthüllungen organisiert werden, um das
sozialistische Bewußtsein in die Massen hineintragen zu können, um in der
jetzigen Periode die Vorhut des Proletariats zu gewinnen.
'Das Bewußtsein der Arbeiterklasse kann kein wahrhaftes Klassenbewußtsein
sein, wenn die Arbeiter es nicht an konkreten und dazu unbedingt brennenden
(aktuellen) politischen Tatsachen und Ereignissen lernen, JEDE andere Klasse
der Gesellschaft in ALLEN Erscheinungsformen des geistigen, moralischen und
politischen Lebens dieser Klassen zu beobachten; wenn sie es nicht lernen,
die materialistische Analyse und materialistische Beurteilung ALLER Seiten
der Tätigkeit und des Lebens ALLER Klassen, Schichten und Gruppen der
Bevölkerung in der Praxis anzuwenden. Wer die Aufmerksamkeit, die
Beobachtungsgabe und das Bewußtsein der Arbeiterklasse ausschließlich oder
auch nur vorwiegend auf sie selber lenkt, der ist kein Sozialdemokrat...'
Das sind im wesentlichen die Aufgaben, die das ZO hat.
Zur Zeit sieht es aber so aus, daß es ein zweites ZO gibt, für die Jugend:
die RGZ. Auf der 4. Bundeskonferenz der Parteibeauftragten für die RG wurde
am 22.11. (1970,d.Vf.) beschlossen, ein zentrales Propagandaorgan der RG, der
'Rotgardist' herauszugeben. Dieser Beschluß ist falsch.
1) Das ZO muß ein KOLLEKTIVER PROPAGANDIST, AGITATOR UND ORGANISATOR SEIN!
Diese Aufgabe kann NUR von der Partei als dem BEWUSSTEN VORTRUPP des
Proletariats erfüllt werden. Es kann also notwendigerweise kein ZO einer
Massenorganisation wie z.B. der RG geben.
Ein ZO für die RG zu schaffen, hieße ein zweites Zentrum aufzubauen und damit
die Partei als den bewußten Vortrupp des Proletariats zu liquidieren.
(Natürlich kann es unter bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen eine
MASSENAGITATIONSzeitung der RG geben, jedoch nicht in der jetzigen Periode des
Parteiaufbaus, in der nicht die Massen, sondern die VORHUT gewonnen werden
muß.)
2) Um die Vorhut des Proletariats, also auch die der Arbeiterjugend zu
gewinnen, müssen, wie oben schon erwähnt, vor allem allseitige politische
Enthüllungen organisiert werden. Diese allseitigen politischen Enthüllungen
sind aber für Arbeiter und Arbeiterjugend gleich, im Inhalt sowie in der
Form. Ein eigenes 'Propagandaorgan' der RG ist also vollkommen unnötig.
Unterschiede in der Agitation und Propaganda gibt es nur auf ökonomischem
Boden (Lehrlingsausbildung, besondere Ausbeutungsformen). Jedoch sind wir
keine Ökonomisten. Wir kämpfen für die Diktatur des Proletariats, nicht für
die bestmögliche Lebensbedingung der Arbeiterklasse im Kapitalismus. Das muß
jedem Marxisten-Leninisten klar sein!
Es gibt noch ein besonderes Problem bei der Jugend: Sub- und Popkultur.
Dieses Problem gehört aber zu den allseitigen politischen Enthüllungen, denn
die Sub- und Popkultur ist eine Maßnahme der Bourgeoisie zur Entpolitisierung
der Jugend und zur Spaltung der Arbeiterklasse. Was die
Lehrlingskorrespondenzen betrifft, so entsprechen sie den
Arbeiterkorrespondenzen und müssen zusammen in einem ZO stehen.
3) Die RGZ trägt zur Spaltung der Arbeiterklasse bei, indem nicht durch ein
ZO gegen die Spaltung der Arbeiterklasse angekämpft wird, indem man den
Arbeitern nicht die Funktion der Sub- und Popkultur enthüllt, indem
Lehrlings- und Arbeiterkorrespondenzen nicht in einem ZO stehen.
AUS DIESEN DREI GRÜNDEN FORDERN WIR DIE EINSTELLUNG DER RGZ.
Was ergibt sich aber weiter aus der Einstellung der RGZ? Wo sollen sich die
Aktivitäten, die Kader nun hinwenden, die sich vorher auf die RGZ
konzentriert haben? Ruft man sich das Hauptkettenglied zur Lösung der
derzeitigen Aufgaben wieder in Erinnerung, so ist die Antwort ganz klar:
Stärkung und Festigung des RM, damit er die obengenannten Aufgaben eines
bolschewistischen ZO erfüllen kann. Wie diese Stärkung und Festigung des RM
konkret ausseiht, wird bestimmt durch die konkrete Situation, in der sich die
Partei selbst befindet. Hier muß man feststellen, daß es in der ganzen Partei
eine starke ökonomistische Linie gibt, daß im ZK und in der RM-Redaktion der
Ökonomismus die bestimmende Linie ist, daß im RM der Ökonomismus propagiert
wird. Stärkung und Festigung des RM heißt jetzt nicht Stärkung und Festigung
dieser bürgerlichen Linie. Der erste Schritt zur Stärkung und Festigung des
RM als bolschewistisches ZO ist die Liquidierung des Ökonomismus innerhalb des
ZK und der RM-Redaktion. Erst wenn das erreicht ist, ist es möglich, ein
bolschewistisches ZO aufzubauen, den Ökonomismus in der gesamten Partei zu
liquidieren und damit die Grundlage für den weiteren revolutionären Aufbau
der Partei zu schaffen. Stärkung und Festigung des RM als bolschewistisches
ZO heißt in der jetzigen Phase des Parteiaufbaus, Kampf gegen den Ökonomismus
in all seinen Erscheinungsformen (kein ideologischer Kampf, prinzipienlose
Einheitsmacherei, revisionistische Theorie usw.) innerhalb der Partei, und
hier vor allem innerhalb des ZK und der RM-Redaktion. Aus diesem Kampf muß
eine starke Zentrale und RM-Redaktion hervorgehen, die fähig sind, der
bewußte Vortrupp der Partei zu sein, d.h. die Organisation der Revolutionäre
sowie die Massenorganisationen auf allen Gebieten und in allen Fragen ihrer
Tätigkeit auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus korrekt anzuleiten.
Parteibeauftragter für RG der OG Worms i.A. der Landeskonferenz (vgl.
29.8.1971,d.Vf.) der RG des LV Südwest.
Der Antrag der OG Worms auf Einstellung der RGZ wurde auf dieser Konferenz
einstimmig angenommen. Die Konferenz stellte fest, daß es noch Mängel in
diesem Antrag gab. Ein Stuttgarter Genosse und ich wurden beauftragt, den
Antrag zu überarbeiten. Da dieser Genosse zum ausgemachten Termin nicht
anwesend war, erstellte ich ohne ihn einen neuen Antrag. Ich beantrage
hiermit, diesen erweiterten und verbesserten Antrag als Diskussionsgrundlage
für die LDK zu nehmen."
Nachgedruckt wird dieser Antrag u.a. vermutlich in Dortmund (vgl. Jan. 1972).
=N.N.:ohne Titel (erster Text: Resolution der LL Niedersachsen an den
außerordentlichen Parteitag der KPD/Marxisten-Leninisten),o.O. o.J. (1972);
RG-LV Südwest-OG Worms-Parteibeauftragter:Antrag auf Einstellung der RGZ,
Worms 3.9.1971
10.09.1971:
Der Parteibeauftragte für die Rote Garde (RG) der OG Worms der KPD/ML-ZK im
LV Südwest formuliert folgende:"
KRITIK DER OG WORMS AM RECHENSCHAFTSBERICHT DES ZK (vgl. Aug. 1971,d.Vf.)
An das ZK
Dem ZK ist immer noch nicht bewußt, in welcher Situation die Partei steht,
welche ungeheure Wichtigkeit der 2. Parteitag hat, was er leisten kann und
muß und wie deshalb der Rechenschaftsbericht inhaltlich aussehen muß. In der
Entwicklung unserer Periode befinden wir uns in der 1. Periode.
'Die ERSTE Periode ist die Periode der FORMIERUNG, der SCHAFFUNG unserer
Partei. (...) In dieser Periode ist die Partei als treibende Kraft schwach.
Ihre Schwäche ist nicht nur aus ihrer Jugend zu erklären, sondern auch aus
der Jugend der Arbeiterbewegung im ganzen und aus dem Fehlen bzw. der
schwachen Entwicklung der revolutionären Situation, der revolutionären
Bewegung, was besonders für die Anfangsstadien dieser Periode gilt.' (Stalin,
Werke, Band V, S.87) Das ist genau die Situation, in der sich unsere Partei
befindet: Die Partei befindet sich in ihrer größten ideologischen,
politischen und organisatorischen Zerfahrenheit, die revolutionäre Bewegung
steht am Beginn der Steigerung der spontanen Massenkämpfe um ökonomische
Forderungen, die Widersprüche zwischen dem deutschen Proletariat und der
deutschen Bourgeoisie sind noch relativ gering.
'Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Sorgen der Partei steht IN DIESER
PERIODE (hervgh. von uns) die Partei selbst, ihre Existenz, ihre Erhaltung.
Die Partei wird in dieser Zeit als eine gewisse sich selbst genügende Kraft
betrachtet. Das ist auch begreiflich: Die wütenden Angriffe des Zarismus auf
die Partei sowie die versuche der Menschewiki, die Partei von innen heraus zu
sprengen und die Parteikader durch ein formloses, parteiloses gebilde zu
ewrsetzen (...) bedrohen die ganze Existenz der Partei, so daß die Frage der
Erhaltung der Partei in dieser Periode erstrangige Bedeutung gewinnt.'
(Stalin, Werke, Band V, S.88)
Auch in der BRD steht jetzt im Mittelpunkt der Sorgen und der Aufmerksamkeit
in dieser Periode die Partei selbst, nicht so sehr angesichts der wütenden
Angriffe der Bourgeoisie als vor allem angesichts der heftigen Versuche der
Ökonomisten, die Partei als bewußte Vorhut der Arbeiterklasse von innen
heraus zu liquidieren, sie als Nachtrab der spontanen Arbeiterbewegung, als
Gratisbeilage zur Gewerkschaft zu festigen und sie mit Opportunisten aller
'Schattierungen' KJVD (der KPD/ML-ZB,d.Vf.), KAB (KAB/ML,d.Vf.) und KPD/AO
prinzipienlos zu vereinigen.
Was heißt nun in der jetzigen Situation, im Mittelpunkt unserer
Aufmerksamkeit steht die Partei selbst? D.h., wir müssen jetzt den Kampf
gegen den Ökonomismus führen, der in Worten für die Diktatur des Proletariats
ist, in Taten aber die KPD/ML auf das Niveau einer für die Bourgeoisie
annehmbaren Gratisbeilage zur Gewerkschaft herabzerrt. Wird der Ökonomismus
in der Partei nicht liquidiert, so ist die Liquidation der KPD/ML als Vorhut
der Arbeiterklasse, als bolschewistische Partei unabwendbare Folge!!
Deshalb muß der II. ord. Parteitag folgende Aufgaben haben:
1) Kampf gegen den Ökonomismus mit all seinen Erscheinungsformen in der
Partei
2) Schaffung einer Grundlage für den weiteren revolutionären Parteiaufbau
(Plan zur Organisierung der zu leistenden Arbeit, Funktion und Inhalt des ZO,
Form und Inhalt unserer Agitation und Propaganda usw.)
3) Wahl einer starken Zentrale und RM-Redaktion, die fähig sind, der bewußte
Vortrupp der Partei zu sein, d.h. die Organisation der Revolutionäre sowie
die Massenorganisationen auf allen Gebieten und in allen Fragen ihrer
Tätigkeit auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus korrekt anzuleiten.
Der Rechenschaftsbericht kann jetzt keine andere Aufgabe haben als der
Parteitag. SEIN INHALT MUSS SICH NACH DEN AUFGABEN DES PARTEITAGES RICHTEN.
Darunter gehört der Punkt V, vor allem V.2 und V.5.
Was die Punkt I - IV betrifft, so dienen sie in keiner Weise der Existenz und
der Einheit unserer Partei in der jetzigen Situation, sie dienen im Gegenteil
der Sabotage des Parteiaufbaus:
1) Der Rechenschaftsbericht konzentriert sich dadurch nicht auf die kommenden
und ohne Umschweife anzugehenden Fragen unserer Partei
2) Das ZK benutzt diesen Rechenschaftsbericht als Vorwand, um den Parteitag
wieder einmal verschieben zu können, (weil das ZK es bis zum Parteitag nicht
schaffen könne; so besteht von der KPD noch nicht einmal eine Analyse)
Damit wird den Ökonomisten in der Partei für einen weiteren Monat Aufschub
gegeben. Dieser Rechenschaftsbericht dient also objektiv den Ökonomisten in
der Partei und es ist GANZ KLAR zu ergänzen und herauszustellen: GERADE DEN
ÖKONOMISTEN IM ZK. Aus dem letzteren ist es verständlich, daß der
Rechenschaftsbericht so aussieht und in dieser Form aufrechterhalten wird.
Er dient der Sabotage des Parteiaufbaus!
Aus diesem Grund fordern wir:
1) Änderung des Rechenschaftsberichts; Streichung der Punkte I - IV.
2) Der Rechenschaftsbericht muß so schnell wie möglich fertiggestellt werden
und vor dem Parteitag herumgeschickt werden.
3) Der Parteitag darf auf keinen Fall ein weiteres Mal verschoben werden.
OG Worms (Pba der RG)"
Verbreitet wird dieser Text im internen Organ der KPD/ML-ZK (vgl.
10.10.1971).
=KPD/ML-ZK-LV Südwest-OG Worms:Kritik der OG Worms am Rechenschaftsbericht
des ZK,Worms 10.9.1971, zitiert nach: Parteiaufbau Nr.6,o.O. 10.10.1971,S.21f
27.09.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.10 (vgl. 13.9.1971, 11.10.1971) berichtet u.a. über das
Erscheinen von zwei Flugblättern der Ortsgruppe Worms gegen die
Shellansiedlung.
=Roter Morgen Nr.10,Hamburg 27.9.1971
25.10.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.12 (vgl. 11.10.1971, Nov. 1971) berichtet u.a. erneut
über die Shellansiedlung aus Worms (vgl. 27.9.1971).
=Roter Morgen Nr.12,Hamburg 25.10.1971
November 1970:
Die OG Worms der KPD/ML-ZK gibt vermutlich im November 1971, eventuell
allerdings auch bereits im November 1970, das folgende Flugblatt mit zwei
Seiten
DIN A 4 unter Verantwortung von Franz Drescher, Worms, Heinrich-Heinestr.29
zur MTR der IGM heraus, das vermutlich vor Betrieben verteilt wird:"
GEWERKSCHAFTEN VERRATEN HINTERLISTIG DIE INTERESSEN DER ARBEITERKLASSE
Vor kurzem hat die IG-Metall, als stärkste Einzelgewerkschaft im DGB, einen
besonders hinterlisten Verrat an der deutschen Arbeiterklasse geübt. Wie
jeder sehen kann, sind bei den Verhandlungen über Lohnerhöhungen für
Metallarbeiter hauptsächlich zwei Ergebnisse herausgekommen:
1. Die Lohnerhöhungen halten mit den Preissteigerungen bei Lebensmitteln,
Mieten, Versicherungen usw. sowie den Steuererhöhungen nicht Schritt.
2. Die Tariflöhne liegen weiterhin beträchtlich unter den tatsächlich
gezahlten Löhnen (Effektivlöhne).
WAS BEDEUTET DAS?
Wenn die Preise schneller steigen als die Löhne, erhalte ich weniger für mein
Geld, das Geld wird weniger wert für mich, damit ist mein Lohn praktisch
gesunken. Die 40-Stundenwoche steht schon lang nur auf dem Papier, ohne
Überstunden und ohne daß die Frau und oft genug die Kinder mitarbeiten, langt
es nicht.
Die Arbeiterklasse muß also insgesamt gesehen für immer weniger Geld immer
mehr arbeiten.
DIE GEWERKSCHAFTEN VERBESSERN ALSO NICHT IDE LAGE DER ARBEITERKLASSE, SONDERN
VERSCHLECHTERN SIE!
Wenn weiterhin ein beträchtlicher Unterschied besteht zwischen Tariflohn und
Effektivlohn, können die Kapitalisten in der nächsten Krise die freiwilligen
Zulagen und Prämien einfach wieder streichen. Das ist bekanntlich in der
Krise 1966/1967 geschehen.
DIE GEWERKSCHAFTEN LIEFERN DAMIT DIE ARBEITER DEN KAPITALISTEN IN DER KRISE
AUS!
WORIUN LIEGEN DIE TIEFEREN URSACHEN FÜR DIESEN VERRAT?
Wir leben im Zeitalter des Imperialismus. Durch den gnadenlosen
Konkurrenzkampf zwischen vielen kleinen Kapitalisten hat sich das Kapital im
Lauf der Zeit in den Händen einiger weniger Großkapitalisten konzentriert.
Die Zeiten der Konkurrenz im eigenen Land sind weitgehend vorbei. Die
Wirtschaft in Deutschland, wie in den USA, Japan, Frankreich, England
(Großbritannien,d.Vf.) usw. wird von wenigen Finanzgruppen beherrscht, den
Großbanken und Konzernen.
Die Finanzgruppen heißen IMPERIALISTEN.
Die Konkurrenz findet umso heftiger im internationalen Maßstab statt. Um den
Gegner aus dem Feld schlagen zu können, muß der eine Imperialist billiger
verkaufen als der andere. Es entbrennt ein mörderischer Kampf um billige
Rohstoffe. Wer die Rohstoffe sich am billigsten beschafft, kann auch den
niedrigsten Preis anbieten. Jeder versucht möglichst allein die
Rohstoffquellen der sogenannten 'Entwicklungsländer' auszubeuten. Die
Imperialisten holen dort riesige Extraprofite heraus, wovon sie einen Teil
dazu verwenden um die Arbeiterführer in ihren Ländern zu bestechen, damit
diese dann die Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländern gefügig
halten. Aber diese Rechnung geht nicht auf!
Die unterdrückten Völker der 'Entwicklungsländer' lassen sich nicht länger
blutig unterdrücken und ausbeuten, sondern greifen zu den Waffen. Das
geschieht in Vietnam, Kambodscha, im Nahen Osten (El Fatah (Palästina,d.
Vf.)), in Afrika und Südamerika. Die US-Imperialisten als Hauptfeind aller
Völker erleiden eine Niederlage nach der anderen.
Daudrch, daß diese Völker sich befreien, ihre eigene Industrie und
Landwirtschaft aufbauen und ihre Rohstoffe selber ausbeuten, fallen die
billigen Rohstoffe für die Imperialisten weg.
Um also weiter konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sie anderswo sparen: Beim
Lohn ihrer eigenen Arbeiterklasse, die westdeutschen Imperialisten beim Lohn
der westdeutschen Arbeiterklasse!
Deshalb muß die deutsche Arbeiterklasse für immer weniger Geld immer mehr
arbeiten.
Wegen der Überproduktion und der steigenden Konkurrenz unter den
Imperialisten sind Absatzschwierigkeiten die Folge. Sind weniger Auftrüge da,
dann werden zunächst mal keine Überstunden mehr gearbeitet, die Prämien
fallen schließlich ganz weg, dann werden die Frauen entlassen und schließlich
folgen Massenentlassungen, Not und Elend brechen über die Arbeiter herein.
DIE GEWERKSCHAFTEN BETREIBEN MIT IHREM HINTERLISTIGEN VERRAT DAS SCHMUTZIGE
GESCHÄFT DER IMPERIALISTEN
Sie sind sogar selber Imperialisten. Sie besitzen die viertgrößte Bank in
Deutschland (BfG,d.Vf.), ihnen gehört der Stinnes-Konzern, sie sind an
mehreren großen, imperialistischen Konzernen beteiligt, ihre Bonzen und
Handlanger aus der Arbeiterschaft sitzen in Aufsichtsräten, im Parlament und
beziehen fürstliche Gehälter.
Niemals werden die heutigen Gewerkschaften die Interessen der Arbeiter
vertreten, Gewerkschaft und Kapital sind so eng miteinander verbunden, daß
alle Versuche, innerhalb dieser Gewerkschaften etwas Grundlegendes zu
verändern von vornherin aussichtslos sind.
Die D'K'P' (DKP,d.Vf.), dieser Ableger der Verräter aus der Sowjetunion (SU,
d.Vf.), unterstützt fleißig die Politik der Gewerkschaften und will die
Arbeiter hinters Licht führen.
Für die deutsche Arbeiterklasse wird das zur absoluten Notwendigkeit, was in
einem Drittel der Welt schon Wirklichkeit geworden ist:
Der Sturz des Kapitalismus, die Errichtung der Diktatur des Proletariats und
der Aufbau des Sozialismus.
Das müssen die Arbeiter begreifen. Wer unter der Arbeiterklasse das bereits
begriffen hat, muß sich der revolutionären Partei, der KPD/ML, anschließen."
Aufgerufen wird zum Lesen des 'Roten Morgen' (RM).
=KPD/ML-ZK-OG Worms:Gewerkschaften verraten hinterlistig die Interessen der
Arbeiterklasse,Worms o.J.
06.12.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.15 (vgl. 22.11.1971, 27.12.1971) erscheint.
Von der Redaktionssitzung für diese Nummer und zusammenfassend über seine
Tätigkeit (vgl. Jan. 1971) berichtet der Landespresseverantwortliche NRW (vgl.
22.11.1971, 27.12.1971):"...
Vorgelegen hat auch eine Kritik aus Worms an der Bundeswehrkampagne im RM 2/
69, wo den ML empfohlen worden war, gerade in der Bundeswehr zu gehen und
dort subversiv zu arbeiten, um die Bundeswehr in eine Volksarmee umzuwandeln.
Die Wormser Genossen hatten dem entgegengehalten: 'Diesem System keinen Mann
und keinen Groschen!' Die Mehrheit der Redaktion hatte entschieden, die
Kritik an die Wormser Genossen zurückzugeben mit der Bitte, einen
Antimilitarismus-Artikel zu schreiben."
=KPD/ML-ZK-LPV NRW:Bericht des LPV NRW (K) und RM-Redkoll-Mitglied über seine
Tätigkeit im RM-Redkoll von Dezember 1970 bis November 1971,o.O. o.J.,S.15ff;
Roter Morgen Nr.15,Hamburg 6.12.1971
17.01.1972:
In der morgigen 'Frankfurt Rundschau' (FR) berichtet, laut AStA der PH
Dortmund (vgl. 26.1.1972), Holger H. Lührig, es seien u.a. nach Angaben des VDS
gegenwärtig die Beiträge der Allgemeinen
Studentenausschüsse (ASten,d.Vf.) u.a. der Erziehungswissenschaftlichen
Hochschule (EWH,d.Vf.) Worms blockiert.
=AStA PH Dortmund:AStA-Information Nr.7,Dortmund 26.1.1972,S.4
09.01.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.11
ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 4.12.1972, 31.1.1972) heraus, die sich vor allem
mit der Vorbereitung der Vietnamdemonstration in Bonn am 14.1.1973 befaßt. Der
Aufruf wird, nach dem derzeitigen Kenntnisstand der KG (NRF), u.a. unterstützt
durch die Sozialistische Arbeitsgemeinschaft (SAG/ML) Worms/Osthofen.
=Arbeiter-Zeitung Nr.11,Mannheim/Heidelberg Jan. 1973
08.06.1973:
In Bremen beginnt die Gründungskonferenz des KBW.
Anwesend als sympathisierende Gastgruppe ist auch die - Sozialistische
Arbeitsgemeinschaft/Marxisten-Leninisten Worms.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973.
03.08.1973:
Der Ständige Ausschuß (StA) des ZK des KBW richtet einen "Rundbrief an die
Ortsgruppen, zur Kenntnisnahme an die befreundeten Organisationen", in dem es
u.a. heißt:
"Material zu den Manteltarifverträgen ist uns noch von der Ortsgruppe Mannheim
und der SAG Worms zugegangen."
=KBW-ZK-StA:Rundbrief,o.O. 3.8.1973
24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft der KBW OG Mannheim in Worms mindestens
40
Exemplare, während 10 weitere zur Zeit der Erstellung des Verkaufsberichtes
noch nicht abgerechnet waren.
=KBW-OG Mannheim:KVZ Nr.5 Verkaufsstatistik Mannheim,Mannheim 3.11.1973
09.03.1974:
An einem nationalen Altgenossentreffen der KPD in Dortmund beteiligen
sich, nach eigenen Angaben, Personen u.a. aus Worms.
=Rote Fahne Nr.11,Dortmund 13.3.1974
17.06.1974:
Die KPD führt vermutlich in dieser Woche ihren ersten Altgenossentreff
(vgl. 28.6.1974) durch, an dem Altgenossen teilnehmen u.a. aus Worms. In einer
Resolution wird die KPD unterstützt.
=Rote Fahne Nr.26,Dortmund 26.6.1974
Oktober 1974:
Der KBW (vgl. 30.10.1974) erwähnt seine vermutlich im Oktober bestehende
Sympathisantengruppe (SG) Worms.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 30.10.1974,S.8
23.10.1974:
In der Nr.43 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 16.10.1974, 30.10.1974)
veröffentlicht die KPD einen Aufruf zu den Landtagswahlen (LTW) von
Altgenossen u.a. aus Worms.
=Rote Fahne Nr.43,Dortmund 23.10.1974
30.10.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 16.10.1974,
7.11.1974) Nr.22 heraus.
Erwähnt wird u.a. die Sympathisantengruppe (SG) Worms.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 30.10.1974
12.12.1974:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 5.12.1974,
19.12.1974) Nr.28 heraus. Für Zimbabwe wurde u.a. gespendet in Worms.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.28,Mannheim 12.12.1974
20.01.1975:
In Worms beschließt die KPD vermutlich in dieser Woche den Aufbau eines
Arbeitslosenkomitees (ALK).
=Rote Fahne Nr.4,Dortmund 29.1.1975
22.01.1975:
In der Nr.3 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 15.1.1975, 29.1.1975) stellt die KPD
die Kandidaten zu den Landtagswahlen (LTW - vgl.
13.1.1975, 24.1.1975) vor, bei denen es sich u.a. um Studenten in Worms
handelt.
=Rote Fahne Nr.3,Dortmund 22.1.1975
29.01.1975:
In der Nr.4 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 22.1.1975, 5.2.1975) berichtet die
KPD u.a. aus Worms, u.a. über die Metallindustrie.
=Rote Fahne Nr.4,Dortmund 29.1.1975
10.02.1975:
In Worms setzt sich die DKP im Wahlausschuß zu den Landtagswahlen (LTW -
vgl. 9.3.1975), laut KPD, vermutlich in dieser Woche für eine Behinderung der
Wählergemeinschaft "Kämpft mit der KPD!" ein
=Rote Fahne Nr.7,Köln 19.2.1975
14.02.1975:
In Worms führt die DKP, laut KPD, eine Veranstaltung zum Preisstop durch.
Die Diskussion sei allerdings von der KPD bestimmt worden.
Die DKP habe daraufhin die KPD in einem Flugblatt als "anarchistisch
beeinflußte Sektierer" und ihren Kandidaten Werner Heuzeroth als
"unzurechnungsfähig" bezeichnet. Zur Sprengung der nächsten
Wahlausschußsitzung der KPD seien gleich 20 DKPler angerückt.
=Rote Fahne Nr.8,Köln 26.2.1975
26.02.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.8 (vgl. 19.2.1975, 5.3.1975) heraus.
und berichtet u.a. von der DKP in Worms (vgl. 14.2.1975), wobei auch auf Alte,
das
Jugendzentrum (JZ) und die Erziehungswissenschaftliche Hochschule (EWH)
eingegangen wird.
=Rote Fahne Nr.8,Köln 26.2.1975
27.02.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.8 (vgl. 20.2.1975, 6.3.1975) heraus.
Es berichtet u.a. die Sympathisantengruppe Worms, u.a. über Behinderungen beim
KVZ-Verkauf.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 27.2.1975
03.03.1975:
Die KPD-Sympathisantengruppe Braunschweig gibt vermutlich in dieser Woche
ein Flugblatt gegen den geplanten Bau des Bleiwerkes der CWM Bärlocher (CPK-
Bereich) aus München in Bayern heraus. Verhindert wurde die Ansiedlung
u.a. bereits in Worms.
=Rote Fahne Nr.10,Köln 12.3.1975
05.03.1975:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.9 (vgl. 26.2.1975, 12.3.1975)
heraus und berichtet u.a. über die Alt-KPDler, von denen man u.a.
drei in Worms für sich zu gewinnen vermochte.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975
13.02.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.10 (vgl. 6.3.1975, 20.3.1975) heraus.
Es wird u.a. berichtet durch die KG Worms.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1O,Mannheim 13.3.1975
25.03.1975:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Worms des KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet, daß
heute 17 Personen ihrer Einladung zur Gründung eines Komitees gegen den
Paragraphen 218 folgten.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975
05.04.1975:
In Worms wird, laut KBW (vgl. 17.4.1975), das Haus Würdtweinstr.11 kurzzeitig
von 60 Personen besetzt, um ein Jugendzentrum (JZ) zu fordern. Es sind bis zu
100 Personen im Haus.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.15,Mannheim 17.4.1975
21.04.1975:
Der KBW (vgl. 30.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Worms von
einer VV an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule (EWH), an der sich bis
zu 70 Studierende beteiligten.
Eine Resolution gegen den Paragraphen 218 sei gegen 8 Stimmen angenommen
worden.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.17,Mannheim 30.4.1975
22.05.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.20 (vgl. 15.5.1975, 29.52.1975) heraus.
Es wird berichtet aus Worms aus dem CPK-Bereich von Röhm (1 000 Besch.).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.20,Mannheim 22.5.1975
29.05.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.21 (vgl. 22.5.1975, 5.6.1975) heraus.
Es wird berichtet aus Worms aus dem CPK-Bereich von Röhm.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
08.01.1976:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.1 (vgl. 15.1.1976) heraus, in der von der
Bildung von 9 neuen Ortsgruppen u.a. in Worms berichtet wird.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim 8.1.1976
17.02.1976:
Die KPD gibt die Nr.7 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl.
10.2.1976, 24.2.1976) heraus.
Es wird berichtet von der Metalltarifrunde (MTR - IGM-Bereich), u.a. aus Worms.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.7,Köln 17.2.1976
19.12.1993:
U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA berichtet am 3.1.1994 im Brett CL/ANTIFA/
ALLGEMEIN:"
JÜDISCHER FRIEDHOF IN WORMS GESCHÄNDET 20.12.93
Unbekannte Täter haben in der letzten Nacht den jüdischen Friedhof in Worms
geschändet. Sie warfen über 40 Grabsteine um. Einige der Grabsteine sind
nicht mehr zu verwenden. Die Täter werden in der Faschoszene vermutet. Die
Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt und hat eine Belohnung von 5000 DM
ausgesetzt.
Schon im Sommer dieses Jahres verunstalteten Unbekannte 100 Grabsteine mit
Hakenkreuzschmierereien. Es gibt deutliche Hinweise auf eine ausgedehnte
Faschoszene im Bereich Worms und Frankenthal. Im Sommer dieses Jahres fand in
der Nähe von Worms eine Nazifeier statt, bei der sich ca. 120 Faschos trafen.
Im Anschluß an diese Feier kam es zu gewaltätigen Übergriffen der Faschos
gegen dort demonstrierende Antifas.
(aus : /CL/ANTIFA)"
=CL/ANTIFA/ALLGEMEIN-U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA:Anschläge - Dezember 1993,
3.1.1994
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