Buchhaltung TZ-EasyBuch 3.0
Buchhaltungsprogramm TZ-EasyBuch 3.0

Anzeige

Buchhaltungssoftware speziell für Freiberufler und Kleinunternehmer

TZ-EasyBuch 3.0


  Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO

Ludwigshafen

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Inhalt

1      Materiallage
2      Die Organisationen
3      Wichtige Ereignisse und Themen
3.1    Die IG Chemie Papier Keramik Ludwigshafen
3.1.1  Die BASF Ludwigshafen
3.1.2  Grünzweig+Hartmann Ludwigshafen
3.1.3  Raschig Ludwigshafen
3.2    Die IG Druck und Papier und der Rheinpfalzverlag
3.3    Der Öffentliche Dienst und die ÖTV
4      Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

1  Die Materiallage

Rote Kolonne - Zeitung der BASF-Betriebszelle der KPD/ML, April 1975
Bild vergrößern Betriebszeitung der KPD/ML bei BASF

Aus Ludwigshafen haben wir nur wenig örtliches Material, vor allem die Betriebszeitung der KPD/ML-ZK bei der BASF sowie Berichte der RJ/ML Mannheim des KAB/ML, ausgewertet. Ansonsten stützt sich die Darstellung wesentlich auf überörtliche Publikationen und Interna.

2  Die Organisationen

Die KPD/ML ist bereits sehr früh in Ludwigshafen präsent vgl. Jan. 1969), wobei uns allerdings keine Aktivitäten bekannt wurden bis im März 1971 sowohl die ZB- (vgl. 2.3.1971, 6.3.1971) als auch ZK-Linie (vgl. 1.3.1971) bei der BASF auftreten.

Die KPD/ML-ZB schließt sich vermutlich zumindest teilweise mit Teilen der örtlichen KPD/ML-ZK, die aber weiter besteht (vgl. 20.1.1973) zur MLG Mannheim-Ludwigshafen zusammen (vgl. Jan. 1973, März 1973), die zwar anfänglich mit den Zirkeln des späteren KBW debattiert, sich diesem aber nicht anschließt, sondern zumindest zunächst eine vierte Front des Parteiaufbaus zu eröffnen (vgl. Apr. 1973).

Auch die spätere RKJ der GIM ist in Gestalt der Sozialistischen Betriebsgruppe Ludwigshafen bei der BASF als einer der sehr frühen Ansätze zur Betriebsarbeit dargestellt (vgl. Jan. 1969, 2.8.1969). Aus ihr entsteht später die RSI (vgl. 8.6.1977), die sich dem Dritter-Weg-Trotzkismus der SAG annähert.

Dazu tritt die scheinbar von Anfang an recht starke DKP (vgl. 13.4.1969, 15.6.1969) nebst SDAJ und auch ADF (vgl. 25.9.1969).

Aus Heidelberg bzw. Mannheim (vgl. 19.2.1974) arbeitet sich der SDS (vgl. Aug. 1969), später die KG(NRF) bzw. der KBW (vgl. 15.9.1973) nach Ludwigshafen ergänzt um den KAJB, der spätestens ab Herbst 1973 auch örtlichen Einheiten gründet (vgl. 3.10.1973) und die KSG (vgl. Jan. 1974), vor, aus Mannheim die RJ/ML des KAB/ML (vgl. 8.10.1970) bzw. später die RJVD und auch der KABD selber, die auch die erste große Spaltung linientreu überstanden zu haben scheinen (vgl. 22.5.1976).

Ebenfalls u.a. aus Heidelberg kommt die KPD nach Ludwigshafen (vgl. Feb. 1974), die Ludwigshafen später von Mannheim aus betreut (vgl. 4.1.1975).

Inwieweit der Verlag Humanitas, Ludwigshafen (vgl. Jan. 1973) über eine größere örtliche Basis verfügt konnte bisher nicht ermittelt werden.

3  Wichtige Ereignisse und Themen

Roter Zunder - Extrablatt - Betriebszeitung der Revolutionären Jugend (Marxisten-Leninisten), der Jugendorganisation des Kommunistischen Arbeiterbundes Deutschlands für die BASF-Jugend
Bild vergrößern Betriebszeitung der RJ(ML) für die BASF-Jugend

Ende 1969 kommt es noch zur Vietnam-Aktionseinheit zwischen GIM und DKP (vgl. 15.11.1969), wobei die RJ/ML die Fraktionierung zu suchen scheint (vgl. 20.12.1969). Im Juni 1972 ist diese soweit gegeben, dass die SDAJ Zuflucht zur Gewalt sucht.

An der Berufsschule wird demonstriert (vgl. 1.5.1970), 1973 ist dort der KAJB (NRF) des späteren KBW aktiv (vgl. März 1973). Im Frühjahr 1971 wird, u.a. durch die KPD/ML-ZK bei BASF, gegen die Fahrpreiserhöhungen protestiert (vgl. 1.3.1971).

Die DKP als vermutlich stärkere Gruppe prügelt wiederholt auf die KPD/ML-ZB, u.a. bei der Umweltschutzdemonstration der DKP (vgl. 6.3.1971) und der Bachmann-Veranstaltung am 12.3.1971.

1973 gibt es erneut Fahrpreiserhöhungen (vgl. 9.2.1973), gegen die u.a. die KG(NRF) Mannheim-Heidelberg (vgl. 5.3.1973) protestiert sowie auch die KPD/ML-ZK und die GIM, die offenbar im ÖTV KJA vertreten ist (vgl. März 1973).

Erstaunlich ist die offensichtlich eigenständig organisierte Maidemonstration von KABD und RJ/ML am 1.Mai 1973 mit vergleichsweise (vgl. Aug. 1973) vielen Teilnehmern.

Das Umweltschutz-Thema wird erneut vom KBW aufgegriffen, wobei zunächst um Luftverschmutzung geht (vgl. 15.9.1973), aber dann auch bald um Atomkraftwerke (vgl. 8.10.1973, 5.12.1973), um die sich später auch die KPD sorgt (vgl. 7.8.1974, 29.1.1975). Die Teilnehmerzahlen an einer Anti-AKW-Veranstaltung des vermutlich vom KBW unterstützten oder gar initiierten Komitees (vgl. 17.3.1975) blieben dabei zunächst durchaus noch im üblichen Rahmen von durch den KBW unterstützten Veranstaltungen (vgl. 1.5.1974). Dies gilt auch für den KJVD der KPD, dessen Anti-AKW-Veranstaltung (vgl. 28.5.1975) nicht mehr Personen besuchen wie andere Veranstaltungen zuvor (vgl. 24.2.1975). Mit der KPD kommt es diesbezüglich später zum Konflikt über die Fahrt zum Bauplatz des AKW Brokdorf (vgl. 18.2.1977, 19.2.1977).

Zunächst aber protestieren, nicht zuletzt die Heidelberg-Mannheimer KBWler, gegen Jugendvertreterentlassungen (vgl. 13.11.1973), was zum Konflikt in der DGB-Jugend führt (vgl. 1.12.1973).

Die KPD/ML beteiligt sich an der Gründung der örtlichen Roten Hilfe (RH – vgl. 21.9.1974) und hat auch eine Rote Garde (RG – vgl. Juli 1975) sowie später eine RGO-Gruppe (vgl. Feb. 1978), während die KPD zu den Landtagswahlen eine Wählergemeinschaft gründet (vgl. 13.1.1975) und regional gegen den Vietnamkrieg demonstriert (vgl. 8.2.1975) und sich sowohl die Agitation der Lehrlinge der BASF (vgl. 24.2.1975) als auch der Arbeitslosen bemüht (vgl. 19.2.1975), wobei es sich aber scheinbar zumindest teilweise um wandernde Agitproptrupps aus sog. Reisekadern gehandelt hat (vgl. 31.3.1975).

Evtl. der KBW arbeitet an der FHS Wirtschaft Ludwigshafen (vgl. 8.3.1975), gründet ein Komitee gegen §218 (vgl. 26.5.1975) und beteiligt sich, vermutlich initiativ, am landesweiten (Berufs-)Schülerprotest für Fahrkostenerstattung (vgl. 2.6.1975). Nur wenig später (vgl. 27.7.1975) kommt es erneut zu Protesten gegen die Fahrpreiserhöhungen.

Über die türkischen Faschisten berichtet die KPD (vgl. 3.3.1976).

Im Jahr 1979 berichtet der KB über die Verschwörung des örtlichen KABD mit diversen Trotzkisten und der DKP (vgl. 1.5.1979).

Diese Darstellung endet mit den Naziverbrechen des Jahres 1994 (vgl. 13.1.19994).

3.1  Die IG Chemie Papier Keramik Ludwigshafen

Hier kommt es früh zu Ausschlüssen aufgrund von Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB – vgl. Mai 1971).

Der KBW, der vermutlich auch aus Frankenthal vertreten ist, berichtet u.a. aus der Frauenkonferenz (vgl. 10.3.1975).

3.1.1  Die BASF Ludwigshafen

Bei der BASF, neben Bayer Leverkusen und Hoechst Frankfurt einem der drei wichtigsten Betriebe der bundesdeutschen chemischen Industrie, arbeitet zunächst die SBL (vgl. Jan. 1969), und protestiert u.a. gegen Jugendvertreterentlassungen (vgl. 22.8.1969). Auch die DKP und ihre SDAJ sind dort tätig (vgl. 28.8.1969, 4.9.1969). In der CTR 1970 propagiert die SDAJ das erzielte Ergebnis (vgl. 18.5.1970), Betriebsräte der BASF setzen sich für die KSZE ein (vgl. Sept. 1970), die aber nicht alle der DKP zuzurechnen scheinen (vgl. 18.10.1970).

Nach diversen Preiserhöhungen der BASF (vgl. 19.10.1970, Nov. 1970, Jan. 1971) könnte in der CTR 1971 auch eine Lohnerhöhung folgen, wobei die SDAJ sich, zum Ärgers des KJVD der KPD/ML-ZB, bei der Forderungsaufstellung auf der BASF-Jugendvollversammlung durchsetzt (vgl. Feb. 1971, März 1971) und die BASF Entlassungen ankündigt (vgl. 22.2.1971). Die KPD/ML-ZB erwähnt erstmals explizit ihre Genossen vor Ort anlässlich der folgenden Vertrauensleuteversammlung (vgl. 2.3.1971). Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe bei der BASF versucht sich mit einem Aktionseinheitsangebot an die DKP. Auf der Umweltschutzdemonstration der DKP (vgl. 6.3.1971), im Rahmen des Landtagswahlkampfes 1971, aber wird die KPD/ML-ZB verprügelt. Die KPD/ML-ZK Ortsgruppe Mannheim beginnt ungefähr zur selben Zeit mit ihrer regelmäßigen betrieblichen Publizistik (vgl. 8.3.1971). Frühere Publikationen wurden zumindest nicht an die 'Roter Morgen'-Redaktion gesandt, da uns von diesen Materialien eine geschlossene Sammlung ab Dez. 1970 vorlag. Die SDAJ ist in der CTR 1971 pessimistisch (vgl. 17.5.1971), die DKP ist gegen den Abschluss und ist für einen Haustarif, wobei sie aber von der KPD/ML-ZB scharf kritisiert wird (vgl. 24.5.1971).

Es folgt eine Lehrlingsdemonstration (vgl. Jun i 1971). Ab dem Januar 1973 haben sowohl RJVD als auch KABD, d.h. die Nachfolger von RJ/ML bzw. KAB/ML (vgl. März 1973, März 1974) offizielle Betriebsgruppen bei der BASF, die sich u.a. den Lehrlingen widmen (vgl. Apr. 1973) und auch eine eigene Jugendzeitung (vgl. 4.4.1973) herausgeben.

Im Frühjahr 1973 kommt es erneut zu Warnstreiks (vgl. 6.4.1973, 13.4.1973, 24.4.1973). Im Herbst 1973 ist der Kanzler zu Besuch (vgl. 16.11.1973), zum 1. Mai 1974 gibt es ein betriebliches Maikomitee. Der KBW ist noch im März 1975 nur mit einer Aufbauzelle bei der BASF tätig, die vermutlich u.a. im Jugendbereich auch gewerkschaftliche Funktionen ausübt (vgl. 3.3.1975).

Zu dramatischen Aktionsmitteln wie dem Hungerstreik greifen die Jugendvertreter noch im selben Jahr (vgl. Aug. 1975, 14.8.1975), wobei die Proteste der Jugendlichen anhalten (vgl. 25.11.1975) und die Älteren sich bald eher angriffslustig zeigen (vgl. 28.6.1976) und auch in der CTR 1977 demonstrieren (vgl. Mai 1977, 30.5.1977).

Der RGO der KPD/ML gelingt auf Anhieb (vgl. Feb. 1978) ein Einzug in den Betriebsrat (vgl. Mai 1978), den sie aber ncith wiederholt (vgl. März 1981).

3.1.2  Grünzweig+Hartmann Ludwigshafen

Im Frühjahr 1973 kommt es hier zum Warnstreik (vgl. 18.4.1973).

3.1.3  Raschig Ludwigshafen

In diesem Chemiebetrieb wird die RJ/ML des KAB/ML tätig (vgl. Feb. 1971, März 1971).

3.2  Die IG Druck und Papier und der Rheinpfalzverlag

Beim Rheinpfalzverlag kommt es anscheinend zu polizeilich geduldeten Gewalttaten (vgl. Apr. 1973).

3.3  Der Öffentliche Dienst und die ÖTV

Hier scheint der KAJBD (vgl. 13.11.1973, 1.12.1973) bzw. der KBW vor allem am Städtischen Krankenhaus aktiv zu sein (vgl. 28.11.1973), aber auch die KPD (vgl. 9.1.1974).


4  Auszug aus der Datenbank Dietmar Kesten / Jürgen Schröder: "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Januar 1969: 
Erst im Januar erscheint der auf Dezember 1968/Januar 1969 datierte
'Rote Morgen' (vgl. Nov. 1968, 8.2. 1969), dafür ist er jetzt das
Zentralorgan der KPD/ML (vgl. 31.12.1968). Ein Leserbrief ist enthalten aus
Ludwigshafen.
=Roter Morgen Dez. 1968/Jan. 1969,Hamburg 1969

Januar 1969: 
Vermutlich Anfang 1969 bildet sich in Ludwigshafen, laut RKJ, "durch die
zähe Arbeit eines hervorragenden trotzkistischen Genossen im Betrieb ...
zuerst die aus BASF-Lehrlingen bestehende 'Sozialistische Betriebsgruppe
Ludwigshafen' (SBL), deren einjährige Praxis durchaus einen historischen
Stellenwert in der pfälzischen revolutionären Arbeit besitzt."
=Was Tun Nr.1,Mannheim Jan. 1971,S.15

18.01.1969: 
Laut 'apo press' München findet in Offenbach eine Sitzung des Zentralen
Ausschusses der Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA) statt, "in deren
Mittelpunkt die politische und organisatorische Vorbereitung der
Ostermarschdemonstration 1969 stand. Größere Aktionen und Veranstaltungen
sind u.a. geplant in ... Ludwigshafen... Um
Mitarbeit als unterstützende Organisation haben sich die SDAJ und der
Sozialistische Bund beim ZA der Kampagne beworben".
=apo press Nr.3,München 28.1.1969,S.5

13.04.1969: 
Beim Heidelberger Ostermarsch nimmt, laut RJ/ML, die DKP u.a. auch aus
Ludwigshafen teil.
=Rebell Nr.8,Mannheim Apr. 1969

05.06.1969: 
Die DKP bringt die Nr.10 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 29.5.1969,
12.6.1969).
Es wird u.a. eingegangen auf die Stadtwerke Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.10,Essen 5.6.1969

15.06.1969: 
Bei den vermutlich heute stattfindenden Kommunalwahlen (KW) in Ludwigshafen
erhält die DKP, nach eigenen Angaben, 3,4% der Stimmen.
=Unsere Zeit Nr.12,Essen 19.6.1969,S.4

August 1969: 
In Heidelberg wird vermutlich im August durch SDS-Mitglieder der folgende
Text verfaßt, der u.a. in der Berliner 'RPK' (vgl. 19.9.1969) veröffentlicht
wird. Darin heißt es u.a.:"
Aber schon jetzt muß der Heidelberger SDS die engen Mobilisierungs- und
Aktionsgrenzen Heidelbergs durchbrechen, indem er seine Arbeit auf das
Industriezentrum Ludwigshafen-Mannheim ausweitet, wenn sich seine Erfolge in
Heidelberg nicht als Eintagsfliegen erweisen sollen."
=Rote Pressekorrespondenz Nr.31,Berlin 19.9.1969

02.08.1969: 
In Frankfurt beginnt, laut und mit den Internationalen Kommunisten
Deutschlands (IKD) - Gruppe Darmstadt (vgl. 13.12.1969), ein zweitägiges
(Betriebs-) Basisgruppentreffen.
Anwesend waren u.a. folgende Gruppen: Sozialistische Betriebsgruppe
Ludwigshafen (SBL).
=IKD-Gruppe Darmstadt:Bericht über das Basisgruppentreffen in Frankfurt am 2.
und 3.August,o.O. o.J. (1969)

21.08.1969: 
Die DKP bringt die Nr.21 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 14.8.1969,
28.8.1969). Es wird u.a. berichtet von der BASF Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.21,Essen 21.8.1969

22.08.1969: 
Auf der Leitungssitzung des Berliner Spartacus - IAfeKJO wird
bekannt, daß bei BASF ein Jugendvertreter entlassen worden sei. Die
Information stammt von der Sozialistischen Betriebsgruppe Ludwigshafen (SBL).
=Spartacus - IAfeKJO:Leitungssitzung vom 22.8.69,Berlin 22.8.1969

28.08.1969: 
Die DKP bringt die Nr.22 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 21.8.1969,
4.9.1969). Es wird berichtet von der eigenen Betriebsgruppe und der
SDAJ bei BASF Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.22,Essen 28.8.1969

04.09.1969: 
Die DKP bringt die Nr.23 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 28.8.1969,
11.9.1969).
Es wird u.a. eingegangen auf die SDAJ bei BASF Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.23,Essen 4.9.1969

25.09.1969: 
Die DKP bringt die Nr.26 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 18.9.1969,
2.10.1969). Es wird u.a. berichtet von der ADF Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.26,Essen 25.9.1969

02.10.1969: 
Die DKP bringt die Nr.27 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 25.9.1969,
9.10.1969).
Es wird u.a. berichtet von der BASF und dem öffentlichen Dienst
in Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.27,Essen 2.10.1969

09.10.1969: 
Die DKP bringt die Nr.28 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 2.10.1969,
16.10.1969). U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.28,Essen 9.10.1969

30.10.1969: 
Die DKP bringt die Nr.31 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 23.10.1969,
6.11.1969). U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen und aus Heßheim im Kreis
Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.31,Essen 30.10.1969

15.11.1969: 
Zwischen der GIM Mannheim und der SDAJ Ludwigshafen der DKP kommt es, laut
KAB/ML, heute zu einer Aktionseinheit gegen die Vorführung südvietnamesischer
Filme in der Universität.
=Rebell Nr.17,Tübingen Jan. 1970

20.12.1969: 
In Mannheim wird die zentrale Vietnamdemonstration zu den Turley Barracks,
laut KAB/ML, von 300 DKPlern u.a. aus Ludwigshafen besucht.
Die MLer hätten einen eigenen Block gehabt und darin über 100 Maoposter
getragen. Es seien mehrere hundert 'Rebells' der RJ/ML und des KAB/ML
verkauft worden.
=Rebell Nr.17,Tübingen Jan. 1970

Januar 1970: 
Ehemalige Mitglieder der Sozialistischen Betriebsgruppe Ludwigshafen (SBL)
(SBL) (vgl. Jan. 1969) gründen in Speyer, laut RKJ, ungefähr Anfang 1970 die
Betriebsprojektgruppe des RC (vgl. Jan. 1971).
=Was Tun Nr.1,Mannheim Jan. 1971,S.15

29.01.1970: 
Die DKP bringt die Nr.5 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 22.1.1970,
5.2.1970). U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.5,Essen 29.1.1970

12.02.1970: 
Die DKP bringt die Nr.7 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.2.1970,
19.2.1970). U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen von der eigenen
Betriebsgruppe (BG) BASF und ihrer Zeitung, 'Die Anilin'. Ein Leserbrief
kommt aus Heßheim.
=Unsere Zeit Nr.7,Essen 12.2.1970

19.02.1970: 
Die DKP bringt die Nr.8 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.2.1970,
26.2.1970). U.a. wird berichtet von BASF Ludwigshafen sowie von der IG BSE
Verwaltungsstelle Ludwigshafen. Auch ein Leserbrief kommt aus Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.8,Essen 19.2.1970

12.03.1970: 
Die DKP bringt die Nr.11 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 5.3.1970,
19.3.1970). U.a. befaßt sich der DKP KV Ludwigshafen mit der BASF.
=Unsere Zeit Nr.11,Essen 12.3.1970

02.04.1970: 
In Ludwigshafen will die DKP-Betriebsgruppe BASF um 17 Uhr 30 im Lokal
Metropol ihre Mitgliederversammlung durchführen.
=Unsere Zeit - Regionalausgabe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland,Essen
4.4.1970,S.16

04.04.1970: 
Die DKP gibt die Nr.14 ihrer 'Unsere Zeit - Regionalausgabe Hessen/
Rheinland-Pfalz/Saarland' (UZ - vgl. **.*.1970, **.*.1970) heraus.
U.a. wird eingegangen auf das AKW der BASF in Ludwigshafen.
=Unsere Zeit - Regionalausgabe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland,Essen
4.4.1970,S.16

01.05.1970: 
Es erscheint die Nr.1 der 'Sozialistischen Betriebskorrespondenz'
(SBK) (vgl. April 1970, 1.6.1970).
Aus Ludwigshafen wird über eine Demonstration von 250 Lehrlingen der
Berufsschule gegen die unzulängliche Ausbildung und die Umstellung des
Schuljahres, die die Lehrlinge dazu verurteile ein halbes Jahr als
Hilfsarbeiter zu arbeiten, berichtet.
=Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.1,Offenbach 1.5.1970.

02.05.1970: 
Die DKP bringt die Nr.18 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 25.4.1970,
9.5.1970).
U.a wird berichtet von der eigenen Betriebsgruppe BASF und der IG Chemie (CPK)
Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.18,Essen 2.5.1970

09.05.1970: 
Die DKP bringt die Nr.19 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 2.5.1970,
16.5.1970). U.a. wird berichtet von der IG Chemie (CPK) Ludwigshafen.
=Unsere Zeit Nr.19,Essen 9.5.1970

18.05.1970: 
In der Chemietarifrunde (CTR) im Bezirk Rheinland-Pfalz wird, laut KPD/ML-
ZB, heute ein Tarifvertrag abgeschlossen, welches der erste im Bundesgebiet
sei:"
Die SDAJ-Führer (der DKP,d.Vf.) haben die Jugendtarifkommission von Anfang an
unterstützt und in ihren Betriebszeitungen (z.B. 'Rotstift' bei BASF (in
Ludwigshafen,d.Vf.)) eifrig dafür geworben.

Das Ergebnis haben sie dann sogar als Erfolg gewertet (Schlagzeile im
'Rotstift' - 'Durch Kampf erste Erfolge')."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.27 und 40,Bochum 7.4.1971 bzw.
26.5.1971,S.6 bzw. S.11;
Rote Fahne Nr.5,Bochum 15.3.1971

September 1970: 
Vermutlich Ende August oder Anfang September wird, laut DKP, folgende
Einladung für eine KSZE verfaßt und für diese um Unterschrift gebeten u.a.
durch:"
Gerhard Blumenthal - Betriebsratsmitglied der BASF (CPK-Bereich in
Ludwigshafen,d.Vf.);
Gertrud Hermann - Betriebsratsmitglied der BASF
Heinz Hust - Betriebsratsmitglied der BASF
Rudi Schmid - Betriebsratsmitglied der BASF
Rudi Stillger - Betriebsratsmitglied der BASF
Otto Zimpelmann - Betriebsratsmitglied der BASF"
=Unsere Zeit Nr.38,Essen 19.9.1970,S.5

08.10.1970: 
Eine vom ZK der RJ/ML beauftragte Person führt einen Besuch bei einer
Person in Mannheim durch, die ehemals der dortigen Ortsgruppe des KAB/ML
angehörte, sich bei dessen Trennung vom KAB/ML aber von der Ortsgruppe
abwandte (vgl. 29.9.1970, 15.11.1970).
In einem Bericht heißt es über den Besuch u.a.:"
2. Mit X.X. gibt es in Mannheim einen Kern von Genossen, die bisher nur
intern gearbeitet haben, keine Flugblätter herausgebracht haben etc.."
Von diesen drei Personen arbeitet eine bei BASF Ludwigshafen.
=RJ/ML-ZK:Besuch bei X.X. in Mannheim 8.10.70 18.00 Uhr,o.O. o.J. (1970)

18.10.1970: 
Auf der 7. Tagung des Parteivorstandes der DKP (vgl. 17.10.1970) wird von
34 PV-Mitgliedern und zugleich Betriebsräten bzw. Gewerkschaftsfunktionären
ein "Wort an unsere sozialdemokratischen Kollegen" verfaßt. Unterzeichnet ist
der in Düsseldorf verfaßte Text von Betriebsräten (B) und
Gewerkschaftsfunktionären (G) u.a. aus:
- Rheinland-Pfalz von Manfred Fackel (G) und Otto Zimpelmann (B) aus
Ludwigshafen.
=Werft-Echo,Hamburg Okt. 1970;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 31.10.1970,S.5ff
Der Hammer Tödliche Bilanz,Bochum o.J. (1970),S.3;
Hasper Gold Stellungnahme der DKP zur Lohnbewegung der Metaller,Hagen o.J.
(1970),S.6;
Lüfter Brief an den Minister,Dortmund o.J.,S.4;
DKP Stadtteilgruppe Scharnhorst:Kommunisten stellen sich zur Diskussion,
Dortmund o.J. (1970)

19.10.1970: 
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Die Farbwerke Hoechst in Frankfurt werden am 19. Okt. die Preise für
Farbstoffe und Pigmente um 12% erhöhen. Auch hier wurden die Erhöhungen mit
der 'sinkenden Ertragslage' begründet. Damit durch die drastische
Preiserhöhung nicht die Konkurrenz aufgrund billigerer Waren mehr Geschäfte
macht, haben sich die Kapitalisten mit ihren 'Konkurrenten' abgesprochen:
auch die anderen Monopole der Farbstoffwerke werden die Preise erhöhen, zum
gleichen Zeitpunkt und mit dem gleichen Zuwachs; Bayer Leverkusen, Sandoz AG
Nürnberg und die Cassella Werke in Mainz beteiligen sich an der
'Konzertierten Aktion'."

Bei BASF Ludwigshafen berichtet die OG Mannheim der KPD/ML-ZK (vgl.
25.3.1971):"
Die BASF-Herrn haben im letzten Oktober die Farbenpreise um 12% erhöht".
=Der rote Funken Extra,Ludwigshafen 1.4.1971,S.1;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.31,Bochum 9.9.1970,S.5f

November 1970: 
Die KPD/ML-ZK bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich - vgl. 25.3.1971)
berichtet von den Preiserhöhungen der BASF für Hochdruck-Polyäthylen.
=Der Rote Funken Extra,Ludwigshafen 1.4.1971,S.1

Januar 1971: 
Die KPD/ML-ZK bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich - vgl. 25.3.1971)
berichtet, die BASF habe im Januar die Preise "für Polystyrol um 8 - 10% und
für Nitrophoska-Volldünger um durchschnittlich 5%" erhöht.
=Der Rote Funken Extra,Ludwigshafen 1.4.1971,S.1

Februar 1971: 
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. März 1971) berichtet vermutlich aus dem
Februar von der Chemietarifrunde (CTR):"
CHEMIE-TARIFRUNDE 1971

DIE FORDERUNGEN MÜSSEN AUF DEN TISCH

Die Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie stehen vor der Tür. In Hessen,
Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen können die Tarife ab 31.3.1971
gekündigt werden.

Einstellungsstop bei Bayer, Hoechst, BASF, CWH, Boehringer; das ist die Lage
der Chemiearbeiter. Die Schließungen bei Phrix im letzten Jahr haben gezeigt,
welche Ausmaße die Krise diesmal auch in der Chemieindustrie annehmen wird.

Das heißt für die Arbeiter, Jungarbeiter und Lehrlinge: Wir müssen uns gegen
die Angriffe der Kapitalisten organisiert zur Wehr setzen. Wir müssen in der
Tarifrunde geschlossen für die Absicherung unserer Lage kämpfen.

Für die Gewerkschaftsführer heißt das etwas anderes.

Je weiter die Krise voranschreitet, umso fester stehen sie zu den
Kapitalisten. An einem 'runden Tisch' wollen sie sich jetzt regelmäßig mit
ihnen treffen. Damit wollen sie die Kollegen aus allen Verhandlungen
heraushalten.

So war bei BASF in Ludwigshafen eine Jugendvollversammlung geplant, auf der
die Forderung für die Tarifverhandlung diskutiert und die Vertreter für den
Tarifabschluß gewählt werden sollten.

Aber der Bezirksjugendsekretär von Rheinland-Pfalz, Meyer, und sein
Beauftragter für BASF, Selzer, haben das verhindert.

Auf einer Jugendvertrauensleutesitzung, wo auf der Tagesordnung die
Tarifverhandlungen nur ein Punkt unter anderen waren, hieß es auf einmal:
'Entweder ihr wählt jetzt die Vertreter, oder sie werden von der
Verwaltungsstelle bestimmt.' Und wenn sie mit solchen Überrumpelungsmanövern
keinen Erfolg haben, dann gehen sie auch rabiater vor.

Ihre Hauptangriffe richten sie gegen die Kommunisten. Auf sie setzen sie
Spitzel in den Gewerkschaftsschulungen an. Sie werden einfach aus der
Gewerkschaft hinausgeworfen. Auf sie ist das gemünzt, was Meyer auf einer
Jugendversammlung bei Schott (in Mainz - vgl. Feb. 1971,d.Vf.) sagte: 'Die
Unternehmer sind selbst schuld. Sie lassen nicht mit sich reden. Da ist es
kein Wunder, wenn solche Gruppen hochkommen, die nur ihr ideologisches
Süppchen kochen wollen.'

Denn die Kommunisten stören die Ruhe, die die Gewerkschaftsführer gerade
jetzt brauchen.

Denn in Rheinland-Pfalz sind am 21.März Landtagswahlen (LTW,d.Vf.). Und einer
der SPD-Kandidaten ist Schweitzer, IG-Chemie-Bezirkssekretär. Seine
Wahlparole ist: 'Zwanzig Jahre CDU-Regierung haben euch die Löhne
kaputtgemacht. Jetzt muß die SPD ran.'

Seine Mauscheleien mit den Kapitalisten zeigen schon jetzt, wie die Löhne
aussehen werden. Schweitzer wird alles daransetzen, sie so niedrig zu halten,
wie sein Kollege Schiller sie vorschreibt. Und Schillers Lohnleitlinien
liegen um 7%.

Aber das dürfen die Kollegen natürlich vor den Wahlen nicht so deutlich
merken. Darum wollen die Gewerkschaftsführer die Tarifverhandlungen bis dahin
am liebsten totschweigen. Sehen wir diesen Manövern nicht tatenlos zu!

Wir verlieren die Zeit, die wir brauchen, um den Kampf für die Durchsetzung
unserer Forderungen zu organisieren.

Darum fordert der KJVD:

UNSERE FORDERUNGEN MÜSSEN JETZT AUF DEN TISCH!

DAS WICHTIGSTE, WAS DIE LEHRLINGE ERREICHEN MÜSSEN, IST DIE BINDUNG DER
LEHRLINGSLÖHNE AN DIE FACHARBEITERLÖHNE.

Diese Forderung sichert, daß die Lehrlinge nicht mehr in gesonderten
Tarifverhandlungen verschaukelt werden. Denn nur gemeinsam mit den
Jungarbeitern und den älteren Kollegen können auch die Lehrlinge wirksam für
die Durchsetzung ihrer Forderungen kämpfen.

Auch die SDAJ-Führer reden von dieser Forderung.

Aber sie machen daraus die Forderung nach der Staffelung der Lehrlingslöhne:
40%, 60%, 70%, 80% des Facharbeiterlohnes.

Bei der BASF haben sie es auf der Versammlung, auf der die
Gewerkschaftsführer die Lehrlinge überrumpelt haben, geschafft, diese
Forderung zur Forderung aller BASF-Lehrlinge erklären zu lassen. Diese
Forderung spaltet die Lehrlinge in einzelne Lehrjahre. Stark sind wir aber
nur, wenn wir einig und geschlossen kämpfen: einig mit den älteren Kollegen
und untereinander.

DESHALB STELLT SICH DER KJVD GEGEN DIESE FORDERUNG

Gerade in der jetzt beginnenden Krise werden immer mehr Lehrlinge in die
Produktion eingespannt (..). Sie sollen für einen Hungerlohn die Arbeit für
die älteren Kollegen weitermachen.

Die richtige Forderung kann da nur heißen:

GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT!

100% DES EFFEKTIVLOHNES FÜR ARBEIT IN DER PRODUKTION!

60% FÜR ALLE LEHRLINGE FÜR DIE ZEIT, IN DER SIE AUSGEBILDET WERDEN!

WEGFALL DER ALTERSABSCHLÄGE FÜR JUNGARBEITER!

Das ist die Forderung, die uns Lehrlinge und Jungarbeiter mit den älteren
Kollegen vereint.

Die SDAJ-Führer aber arbeiten mit ihrer spalterischen Forderung den Feinden
der Arbeiterjugend in die Hand."
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.3,Bochum März 1971,S.1

Februar 1971: 
Vermutlich im Februar wird die RJ/ML Mannheim des KAB/ML bei Raschig
Ludwigshafen aktiv:"
Linksradikales Verhalten zeigte sich auch im Kampf gegen die
Essenspreiserhöhung. Vor dem Betrieb wurde ein Diskussionsstand errichtet, zu
dem die Arbeiter und die Angestellten eingeladen wurden. Daß neben den
Kollegen der Raschig GmbH auch der Werkschutz da war, ist zu erwarten
gewesen."
Schuld an dieser Aktion trage u.a. der in die RJ/ML eingedrungene 'Agent'
(vgl. Jan. 1971, März 1971).
=X.X.:Revolutionäre Jugend (ML) Zentralkomitee,Mannheim 22.5.1971,S.2

22.02.1971: 
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. 1.3.1971):"
Über die ersten Anzeichen der Krise in der CHEMIEINDUSTRIE haben wir ...
berichtet.
Jetzt haben die BASF-Kapitalisten die Entlassung von 3 000 Arbeitern und
Angestellten in diesem Jahr angekündigt. (BASF hat insgesamt 51 000
Beschäftigte). Diese 'Personalverringerung soll unter Ausnutzung der
Fluktuation und der Nichtverlängerung von abgelaufenen Arbeitsverträgen mit
Gastarbeitern erfolgen.' Die Entlassungsdrohung verbinden die BASF-Herren
auch gleich mit Drohungen zur Chemietarifrunde (CTR,d.Vf.): eine zweistellige
Lohnerhöhung sei völlig indiskutabel".
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Bochum 3.3.1971,S.5

März 1971: 
Die Nr.29 des 'Rebell' (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) der RJ/ML des KAB/ML
erscheint. U.a. wird von einem RJ/ML Flugblatt bei Rasching in
Ludwigshafen berichtet.
=Rebell Nr.29,Tübingen März 1971

März 1971: 
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Apr. 1971) berichtet vermutlich aus dem März
von der Lehrlings-Chemietarifrunde (LCTR) der CPK bei BASF Ludwigshafen:"
In Rheinland-Pfalz haben sie für die Lehrlinge wieder die spalterische
Forderung nach 40, 60, 70, 80% mehr für die Lehrlinge aufgestellt. Bei BASF
in Ludwigshafen haben die SDAJ-Führer (der DKP,d.Vf.) die Lehrlinge für diese
Forderung der Gewerkschaftsführer auf die Straße geholt."
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.4,Bochum Apr. 1971,S.5

01.03.1971: 
Die KPD/ML-ZK bei BASF Ludwigshafen (CPK-Bereich - vgl. 8.3.1971) berichtet
vermutlich aus dieser Woche:"
ERSTER ERFOLG IM KAMPF GEGEN FAHRPREISERHÖHUNGEN IN LUDWIGSHAFEN UND MANNHEIM

Auf einmal sollen die Fahrpreise für die Straßenbahn in Ludwigshafen doch
nicht erhöht werden. Das sagen die SPD-Funktionäre im Stadtrat von
Ludwigshafen.

Seit langem stand es fest: Am 1.April Fahrpreiserhöhungen bei den Städtischen
Verkehrsbetrieben in Mannheim und Ludwigshafen. Einzelfahrscheine von 60 auf
80 Pfg., Vorverkaufskarten von 50 auf 60 Pfg., und die Wochenkarten sollten
bis zu 25% teurer werden.

Für diese Pläne waren die SPD- und DGB-Bonzen im Mannheimer und Luwigshafener
Stadtrat die Hauptverantwortlichen. Statt daß die Unternehmer unsere Fahrt
zur Arbeit bezahlen, müssen wir jetzt noch mehr für die Straßenbahn ausgeben.
So sieht die Politik dieser sogenannten Arbeitervertreter aus, die dauernd
von Reformen schwätzen.

Aber plötzlich machen die SPD-Funktionäre einen Rückzieher. Sie wollen von
der ganzen Fahrpreiserhöhung nichts mehr wissen und zaubern einen großartigen
'Reformplan' aus der Tasche. Nur die Preise für die Einzelfahrscheine sollen
steigen. Die Straßenbahn soll moderner werden. Und nachts sollen wir alle für
50 Pfg. mit dem Taxi fahren können.

DIE MARXISTEN-LENINISTEN ORGANISIEREN DEN WIDERSTAND GEGEN DIE
FAHRPREISERHÖHUNGEN

Die Marxisten-Leninisten haben klar gesagt: Wenn die Fahrpreise erhöht
werden, antworten wir mit einer Blockade. Sie haben sich in einem Komitee
zusammengeschlossen (vgl. Mannheim - März 1971,d.Vf.), um den Kampf
vorzubereiten. Die KPD/ML beteiligt sich an diesem Komitee.

Die SPD hat große Angst, daß die Arbeiter und die anderen Werktätigen den
Kampf gegen diese unverschämten Preissteigerungen aufnehmen. Wie vor zwei
Jahren in Hannover (vgl. S9.**.1969,d.Vf.). Da blockierten Tausende von
Arbeitern, Lehrlingen und Schülern die Straßenbahn und zwangen den
hannoverschen SPD-Stadtrat, die Tariferhöhungen zurückzunehmen. Deswegen
wagen es die SPD-Bonzen nicht mehr, die Fahrpreise mit einem Schlag am 1.
April zu erhöhen. Das ist ein Erfolg der entschlossenen Haltung der
Marxisten-Leninisten.

Die Fahrpreise in Hannover sind heute die niedrigsten in der Bundesrepublik,
weil damals die Arbeiter entschlossen gegen die Fahrpreiserhöhungen gekämpft
haben.

Die D'K'P-Funktionäre (DKP,d.Vf.) haben es abgelehnt, sich an diesem Komitee
zu beteiligen. Diese Leute nennen sich Kommunisten und tun so, als wollten
sie den Sozialismus. Sie sind aber nicht einmal bereit, die Werktätigen zum
Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen aufzurufen. Statt dessen machen sie
Eingaben an die Stadt. Damit wollen sie uns weismachen, wir könnten durch
gute Worte vom kapitalistischen Staat irgendwelche Verbesserungen für uns
herausholen. Aber die Kapitalisten geben nichts freiwillig her. Jede
Verbesserung muß sich die Arbeiterklasse erkämpfen.

DIE ABLENKUNGSMANÖVER DER SPD TÄUSCHEN UNS NICHT!

DER KAMPF GEHT WEITER!

Der 'Reformplan' der SPD soll uns nur davon ablenken, daß die Fahrpreise
früher oder später erhöht werden sollen. Das beweisen zwei Tatsachen.
Erstens: die Landesregierung in Mainz hat den Fahrpreiserhöhungen schon
zugestimmt. Zweitens: die zusätzlichen Einnahmen durch die Tariferhöhungen
sind im neuen Haushalt schon eingeplant. Die SPD in Ludwigshafen hat es
besonders nötig, zu einem solchen Betrugsmanöver zu greifen. Weil die
Landtagswahlen (LTW - vgl. 21.3.1971,d.Vf.) anstehen und der Lohnkampf in der
Chemie (CTR,d.Vf.).

Wir müssen wachsam sein. Denn die Fahrpreiserhöhungen kommen. Mit dem
'Reformplan' will uns die SPD nur vom Kampf abhalten. Sie macht jetzt einen
Schritt zurück, um bei der nächsten Gelegenheit zwei Schritte nach vorn
machen zu können.

Wir sagen diesen Herren, die im Stadtrat von Ludwigshafen und Mannheim
sitzen, gleich ob sie SPD, CDU oder FDP sind: Eure Tricks nützen Euch nichts.
Wenn die Sammelkarten oder die Monats- und Wochenkarten teurer werden, dann
kämpfen wir solange dagegen, bis in Ludwigshafen und Mannheim die
Straßenbahnen wieder für das alte Geld fahren."
=Der Rote Funken Nr.1,Ludwigshafen März 1971,S.8f

02.03.1971: 
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. 22.2.1971):"
Bei BASF in Ludwigshafen fand nach der Ankündigung von 3 000 Entlassungen
eine Vertrauensleuteversammlung statt, auf der die Vertrauensleute Klarheit
über die angekündigten Maßnahmen forderten. Der Personalleiter Frank wurde
geholt. Er erklärte, die ganze Aufregung sei umsonst, es würde niemand
rausgeworfen, man würde sich auf die 'Fluktuation' beschränken. Im übrigen
halte er es für eine Zumutung, mitten aus einer Versammlung gerissen zu
werden; er habe drei wichtige Leute sitzen lassen müssen, worauf die V-Leute
mit lauten Buh-Rufen reagierten.

(Bericht der Genossen aus Ludwigshafen)"

Die KPD/ML-ZK bei BASF (vgl. 8.3.1971) berichtet:"
UMSETZUNGEN, KURZARBEIT, ENTLASSUNGEN

VERTRAUENSLEUTEVERSAMMLUNG STELLT WERKSLEITUNG ZUR REDE

Am 2.März tagten die 900 Vertrauensleute der BASF acht Stunden und eine
Überstunde lang. Was ist bei dieser Sitzung rausgekommen?

Die Kollegen wurden kaum über die Versammlung informiert, obwohl es um sie,
um ihren Arbeitsplatz ging.

Die Werksleitung wurde erst am Abend vorher vom Betriebsrat von der
Versammlung unterrichtet und war aus Zeitmangel nicht erschienen. Die
Vertrauensleute verabschiedeten eine vom Betriebsrat vorbereitete Resolution.
Darin äußern sie ihr Mißfallen über die schlechte Zusammenarbeit zwischen
Werksleitung und Betriebsrat und stellen acht Fragen an den Vorstand zur
weiteren Entwicklung der BASF. Sie schickten eine Delegation zu Direktor Dr.
Frank und drohten mit einem Protestmarsch zu Bau 1, wenn er sich noch länger
weigern würde, auf der Versammlung zu erscheinen und zu den Fragen Stellung
zu nehmen. Nach langen Hin und Her sagte er sein Erscheinen für 15 Uhr 30 zu.
Das ist ein Beweis dafür, daß man mit Druck etwas erreichen kann.

WERKSLEITUNG BELÜGT IDE VERTRAUENSLEUTE

DIE ARBEITSHETZE IN DER ANILIN WIRD IMMER SCHLIMMER

Wir drucken die vier wichtigsten Fragen aus der Resolution ab, dazu die
Antworten der Werksleitung, wie sie in einem Extra-Blatt der IG-Chemie (vgl.
5.3.1971,d.Vf.) veröffentlicht wurden, und geben selbst die richtigen
Antworten.

1. Frage: Welches unternehmerische Ziel strebt man an und in welchem Ausmaß
soll die Belegschaft dabei belastet werden?

Antwort der Werksleitung:

Ziel für 1971 ist eine Umsatzvermehrung von 17%. Es sollen 1,1 Mrd.
Investitionen verdient werden. In Ludwigshafen wird auch in Zukunft ein
Ausbau vorgenommen. 1971 werden 550 Mio. DM investiert. Entlassungen werden
zur Verringerung des Belegschaftsstandes nicht vorgenommen. Es wird über den
Weg der normalen Abgänge (Fluktuation) der Belegschaftsstand in den nächsten
Jahren rückläufig sein.

Unsere Antwort:

1,1 Mrd. DM sollen für Investitionen erwirtschaftet werden, aber nur die
Hälfte, 550 Millionen, wird hier in Ludwigshafen angelegt. Das heißt, was wir
hier schaffen, pumpen die Kapitalisten ins Ausland, weils da mehr einbringt.

Und woher kommen die 17% Umsatzsteigerung, wenn der 'Belegschaftsstand
rückläufig' ist? Nicht anders als durch immer neue Rationalisierungen,
Sparmaßnahmen und immer größere Arbeitshetze. Täglich spüren wir es am
eigenen Arbeitsplatz: Immer weniger Leute - immer mehr Arbeit - immer weniger
Lohn.

Keine Entlassungen? Wenn ein Schlosser plötzlich Hilfsarbeiter wird und Rohre
streicht und grad 800 DM verdient und seine Familie nicht mehr ernähren kann
und sich eine neue Stelle suchen muß - was unterscheidet das von einer
Entlassung? Lassen wir uns nichts vormachen: Bis zu 3 000 Kollegen sollen auf
diese Weise in nächster Zeit auf die Straße getrieben werden.

2. Frage: Sollen wirtschaftliche Fehlentscheidungen von der Belegschaft
getragen werden?

Antwort der Werksleitung:

Auf die Frage nach möglichen wirtschaftlichen Fehlentscheidungen gab die
Werksleitung keine Antwort. Sie sagte jedoch: Auf keinen Fall muß die
Belegschaft solche Fehlentscheidungen tragen.

Unsere Antwort:

Hier hat nicht nur irgendjemand mal falsch gerechnet, wie der Betriebsrat uns
das weismachen will. Was wir in der BASF und in vielen anderen Großbetrieben
in der Bundesrepublik jetzt erleben, ist eine Krise. Krisen erschüttern
regelmäßig die kapitalistische Wirtschaft: 1966/1967 - jetzt - in ein paar
Jahren wieder, und jedesmal werden sie schärfer.

In ihrer Profitgier produzieren die Kapitalisten wild drauf los, solange, bis
sie auf ihren Waren sitzenbleiben. Die Krise ist da. Solange es den
Kapitalismus gibt, solange gibt es Krisen und solange werden die Kosten der
Krise auf die Arbeiter abgewälzt.

Die Antwort der Werksleitung ist eine glatte Lüge. Wir spüren es täglich am
eigenen Leib: Die Umsetzungen nehmen immer mehr zu. Und es stimmt nicht, daß
sie nicht mit Lohnminderungen verbunden sind, wie die Herren uns weismachen
wollen. Die Kesselschmiede in Oppau und eine Schreinerei sind schon
stillgelegt worden (vgl. S5f*.1971,d.Vf.). Jetzt schaffen Handwerker als
Hilfsarbeiter, verlieren ihre Prämie und rutschen später auch im Tariflohn.
Akkordarbeiter schaffen im Stundenlohn, Produktionsprämie gibts kaum noch.
Die Arbeitshetze wird immer größer und der Lohn immer geringer.

Sollten sie doch lieber an den ganzen Aufpassern, den Meistern, den
Weißkitteln, dem Werkschutz sparen! In der Anilin kommen auf einen, der
schafft, bald zehn, die auf ihn aufpassen.

3. Frage: Sichert man die Dividendenhöhe auf Kosten der Belegschaft?

Keine Antwort

Unsere Antwort:

Natürlich, man kann doch die Aktionäre nicht enttäuschen. Für 1971 ist ihnen
wieder die gleiche Dividende von 22% zugesichert worden. Aber nicht nur für
die Dividende müssen wir schaffen, sondern auch für die hohen Zinsen, die die
Finanzbosse von der Deutschen Bank (DB,d.Vf.) und anderen Großbanken
einstecken. Die immer größeren Investitionen verschlingen immer größere
Summen. Schon 1969 hatte die BASF fast 5 Milliarden Schulden.

Und dann noch die circa 4 Millionen DM für die 9 Vorstandsmitglieder!

4. Frage: Will man die Belegschaft verunsichern und sie so zu weitergehenden
Leistungen pressen?

Antwort der Werksleitung:

Es besteht nicht die Absicht, die Belegschaft zu verunsichern, warum auch? Es
trifft nicht zu, daß 50% der Gruppierungen gestrichen wurden. Allerdings gibt
es 1971 keine Gefälligkeitsgruppierungen.

Unsere Antwort:

Die Antworten der Werksleitung sind ein glatter Hohn. Der Druck wird immer
größer: Das Personalbüro schickt Schreiben an die Betriebsleiter und Meister:
Sie sollen die Leistungen der Arbeiter noch genauer kontrollieren. Wer viel
krank ist, wird nicht umgruppiert.

Keine 'Gefälligkeitsgruppierungen' mehr, das heißt, soziale Gründe werden
nicht mehr berücksichtigt. Wer seine Gesundheit für das Werk ruiniert hat,
wird nicht mehr umgruppiert oder sogar zurückgestuft. Wer eine große Familie
hat und keinen besseren Arbeitsplatz bekommen kann, wird nicht mehr höher
gestuft. Den Konzernherrn ist es egal, wie wir leben, sie interessiert allein
der Profit. Jetzt wollen sie uns Angst um unsere Arbeitsplätze machen, damit
wir in dieser Lohnrunde (CTR der CPK,d.Vf.) nicht zu viel fordern.

Kollegen, die einzig richtige Antwort:

Schluß mit Lohndrückerei und Antreiberei!

Für einen harten Lohnkampf!"

In einem Kasten heißt es:"
HÖRT, HÖRT...!

'Der Mensch steht keinesfalls im Mittelpunkt des Betriebes. Dort steht der
wirtschaftliche Erfolg. Denn um seinetwillen ist der Betrieb da. Das
Wesentliche am Menschen ist die Nummer, die angibt, wie er als Ersatzteil
verwendet werden kann.'
H. A. Bischoff, Direktor von BASF und gleichzeitig im 'Sozialbeirat' der
Bundesregierung."

Weiter heißt es:"
DER BETRIEBSRAT VERSCHAUKELT VERTRAUENSLEUTE UND BELEGSCHAFT

Was ist bei dem Frage- und Antwortspiel zwischen Vertrauensleuten und
Werksleitung herausgekommen? Nichts als Ausflüchte, Verdrehungen und Lügen.
Einziges Ergebnis: 'Die Forderung auf bessere Unterrichtung und
Zusammenarbeit wird akzeptiert.'

'Reinigendes Gewitter' nennt das die IG-Chemie und 'eine sachliche
Diskussion'. 'Da ist nichts bei rausgekommen', sagen die Kollegen.

Die Vertrauensleute haben sich vom Betriebsrat verschaukeln lassen. War es
nicht ein Trick des Betriebsrats, die Werksleitung erst einen Tag vor der
Versammlung einzuladen? Der Betriebsrat konnte die Empörung der
Vertrauensleute von den Umsetzungen, Lohnkürzungen und Entlassungen ablenken
und darauf konzentrieren, daß die Werksleitung nicht erschienen war. Damit
verhinderte er, daß die Vertrauensleute die Forderungen der Kollegen auf den
Tisch legten: Umsetzung nur bei gleichem Lohn und gleicher Arbeit, keine
Lohnkürzung, keine Verringerung der Belegschaft! Stattdessen haben sich die
Vertrauensleute mit 'besserer Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und
Werksleitung abspeisen lassen. Was nützt es dem Kollegen, der versetzt wird,
wenn der Betriebsrat das vorher weiß?

Den größten Nutzen von der Versammlung hat der Betriebsrat. Seine Position
ist gestärkt. Das ganze Gefasel von Zusammenarbeit und Mitbestimmung ist nur
eine Taktik der Bonzen von DGB und SPD, sich als Partner der
Konzernkapitalisten breitzumachen. Über den Betriebsrat schleichen sie sich
in die Betriebsführung ein, um an Macht und Profit der Milliardenbosse
teilzuhaben.

Auch die Werksleitung hat von der Versammlung profitiert. Sie kann weiter
unseren Lohn drücken und die Arbeitshetze verschärfen, dank der
Gewerkschaften und dem Betriebsrat.

Gewerkschaftsbonzen und Konzernherren streiten sich, wenn es darum geht, wer
den größten Profit aus den Knochen der Arbeiter schlägt.

Sie sind sich einig, wenn es darum geht, die Arbeiter zu belügen und zu
betrügen. Das zeigt die Sondernummer des Chemie-Kurier, wo die Gewerkschaft
die Lügen der Werksleitung ohne Kommentar abdruckt.

FÜR EINEN BETRIEBSRAT UND VERTRAUENSLEUTEKÖRPER, DER DIE INTERESSEN DER
BELEGSCHAFT VERTRITT

Kollegen, wir brauchen einen Betriebsrat, der unabhängig ist von den
verschiedenen Kapitalistencliquen, ob Konzernherren oder DGB-Bonzen, einen
Betriebsrat, der auf UNSERER Seite steht und UNSERE Interessen vertritt.

Wir brauchen Vertrauensleute, die nicht nach dem Munde der Gewerkschaft
reden, sondern die unsere Forderungen vertreten und mit uns für die
Durchsetzung kämpfen.

Vertrauensleute, die uns schöne Worte machen und hinter unserem Rücken beim
Meister und Betriebsleiter radfahren, die uns verschaukeln, um selber ein
gutes Pöstchen zu ergattern, solche Vertrauensleute sind Verräter, solche
Vertrauensleute müssen wir von ihrem Posten verjagen.

Wir müssen DEN Vertrauensleuten den Rücken stärken und uns solche
Vertrauensleute wählen, die hart bleiben gegenüber dem Meister, die nicht nur
Geld für die Gewerkschaft von uns kassieren wollen, sondern die wirklich
unsere Interessen vertreten. Solche Vertrauensleute unterstützt die KPD/ML.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, VERTRAUENSLEUTE, SCHREIBT UNS, WIE ES AN EUREM
ARBEITSPLATZ AUSSIEHT, MELDET EUCH MIT KRITIK UND FRAGEN, KOMMT ZU UNSEREN
DISKUSSIONSRUNDEN, UNTERSTÜTZT UNSERE BETRIEBSZEITUNG!"
=Der Rote Funken Nr.1,Ludwigshafen März 1971,S.4ff;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.19,Bochum 10.3.1971,S.6

05.03.1971: 
Bei der BASF Ludwigshafen gibt die IG Chemie, laut KPD/ML-ZK (vgl.
8.3.1971), vermutlich Ende dieser Woche eine Sondernummer bzw. ein Extrablatt
ihres 'Chemie-Kurier' (vgl. **.*.1971, **.*.1971) zu den Ergebnissen der
Vertrauensleuteversammlung (vgl. 2.3.1971) heraus.
=Der Rote Funken Nr.1,Ludwigshafen März 1971,S.4 und 7

06.03.1971: 
Die Parteigruppe Ludwigshafen der KPD/ML-ZB berichtet von der DKP:"
D'K'P-FUNKTIONÄRE VERPRÜGELN KPD/ML-GENOSSEN

Am 6.3. veranstaltete die D'K'P in Ludwigshafen eine
'Umweltschutzdemonstration' als Veranstaltung ihres Landtagswahlkampfes in
Rheinland Pfalz.

Vor dieser Demonstration wollten Genossen der KPD/ML ein Flugblatt mit dem
Bündnisangebot der KPD/ML-Betriebsgruppe bei BASF (CPK-Bereich,d.Vf.) an die
D'K'P-Betriebsgruppe verteilen:
Auf der Grundlage ihres Kampfprogramms für die Chemietarifrunde (CTR,d.Vf.)
bei BASF hatte die KPD/ML-Parteigruppe ein Bündnisangebot an die D'K'P-
Betriebsgruppe gerichtet. Darin ging sie auf den Beginn der Krise,
insbesondere bei BASF ein, und auf die Rolle der rechten SPD-Führer und der
rechten Gewerkschaftsführer als Spalter der Arbeiterklasse.

Weiter heißt es in dem Brief:
'Wenn die Arbeiter in der chemischen Industrie in der Lohnrunde, die jetzt
ansteht, Erfolge erreichen wollen, die sich auch wirklich im Geldbeutel
bemerkbar machen, dann können sie dies nur im Kampf gegen diese
Arbeiterverräter vom Schlage der Schweitzer, Kluncker, Vetter, Schiller und
Arendt.
...Aufgrund dieser Situation hat die KPD/ML ihr Kampfprogramm für die
Lohnrunde in der Chemieindustrie aufgestellt.
...Wir als Kommunisten sind der Meinung, daß es jetzt darum geht, diese
EINHEITSFRONT DER ARBEITERKLASSE herzustellen.

Dazu sind wir zu Bündnissen mit allen Arbeiterorganisationen bereit, wenn
diese Bündnisse zur Einheit der Arbeiter beitragen und der Arbeiterklasse
nutzen.

Wir sind der Meinung, daß der Einheitsfront im wirtschaftlichen und
politischen Kampf die allergrößte Bedeutung zuzumessen ist. An der Haltung
zur Einheitsfront scheiden sich die, die nur in Worten die Interessen der
Arbeiterklasse vertreten, von denen, dies das wirklich und tatsächlich tun.

Wir fordern euch auf, im Interesse der Arbeiterklasse in der Chemietarifrunde
mit uns zusammenzuarbeiten.

Wir schlagen vor, daß sich zur Klärung dieser Zusammenarbeit jeweils
Vertreter unserer Parteien zu einer Unterredung treffen. Wir bitten euch, uns
Zeit und Ort eines solchen Treffens vorzuschlagen.
BASF-Betriebsgruppe der KPD/ML'

Da die D'K'P-Führer in Ludwigshafen alles unternehmen, um die KPD/ML bei den
D'K'P-Mitgliedern schlecht zu machen, wollten die KPD/ML-Genossen ihr
Bündnisangebot nicht nur an die Betriebsgruppe schicken, sondern mit den
proletarischen Genossen der D'K'P darüber diskutieren.
Deshalb wollten sie es vor der Umweltschutzdemonstration verteilen.

Sie hatten jedoch kaum ein paar verteilt, da stürzten schon einige D'K'P-
Ordner auf sie zu und rissen ihnen die Flugblätter aus der Hand. Dabei
schlugen sie auf einen Genossen ein und verdrehten sogar zwei Genossinnen die
Arme und drohten ihnen auch Schläge an.

Einem Genossen nahmen die D'K'P-Ordner sogar eine Privattasche mit
Geldbeutel, Ausweis usw. weg, die sie erst nach längerem Hin und Her wieder
hergaben.

Das alles zeigt deutlich die Angst der D'K'P-Führung in Ludwigshafen, die aus
Angst, daß die KPD/ML mit ihren Mitgliedern diskutieren könnte, sogar zur
Gewalt greifen müssen:
Auch der D'K'P-Landtagskandidat Herbert Kohl unterstützte das Vorgehen seiner
Parteigenossen."

Neben der Demonstration sollte in Ludwigshafen auch eine D'K'P-Konferenz "Für
einen wirksamen Umweltschutz - D'K'P kontra Großkapital" stattfinden.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.16 und 22,Bochum 27.2.1971 bzw.
20.3.1971,S.12 bzw. S.5f

08.03.1971: 
Bei BASF Ludwigshafen gibt die OG Mannheim der KPD/ML-ZK vermutlich in
dieser Woche erstmals ihre Betriebszeitung 'Der rote Funken' (vgl. 1.4.1971)
mit 12 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Helmut Günther, Mannheim,
Nauheimer Str.7 mit folgendem Leitartikel zur CTR heraus:"
CHEMIEARBEITER IN HESSEN FORDERN 15%

In Hessen hat der Lohnkampf schon begonnen. Bei Merck in Darmstadt (vgl.
S1.*.1971,d.vf.) haben die Vertrauensleute 15% gefordert. Sie ließen sich
nicht von den Drohungen der Konzernherren und den Lohnleitlinien der
Regierung einschüchtern. 7 - 8% wäre grad so viel, daß wir mit den steigenden
Preisen mithalten könnten, das heißt keinen Pfennig mehr zum leben. Immer
mehr, immer schneller, immer besser müssen wir schaffen, das machen wir nicht
umsonst!

Die Hoechster Kollegen (in Frankfurt - vgl. S1.*.1971,d.Vf.) haben die 15%-
Forderung übernommen, die Gewerkschaft hat dagegen nur 12% angeboten. Doch
durch die berechtigten Forderungen und die Geschlossenheit der Kollegen bekam
sie schon Muffensausen. Aus Frucht, die Kollegen könnten 15% fordern, lehnten
sie eine Mitgliederbefragung ab, die die Vertrauensleute bei Hoechst (vgl.
S1.*.1971,d.Vf.) und Cassella (vgl. S1.*.1971,d.Vf.) einstimmig gefordert
hatten. Dann aber rückte die Tarifkommission mit 13,9% raus (vgl. 1.2.1971,d.
Vf.). Der Druck der Kollegen ist so stark, daß sich die Gewerkschaftsbonzen
mit ihren lumpigen 12% nicht an die Öffentlichkeit wagen können.

Die Gewerkschaft kann sich nicht allzu weit von den Forderungen der Arbeiter
entfernen, denn dann verliert sie ihren Einfluß und die Bestechungsgelder der
Kapitalisten fließen spärlicher.

WIE KÖNNEN WIR UNSERE FORDERUNGEN DURCHSETZEN?"

Neben einer Zeichnung von dreien, die Fäuste ballenden Arbeitern heißt es:"
SO

1 DM MEHR PRO MANN PRO STUNDE GLEICH 15%

Hinter dieser Forderung stehen viele Kollegen. Diese Forderung ist richtig.
Für diese Forderung müssen wir kämpfen.

Glaubt nicht, die Kapitalisten könnten die 170 DM mehr im Monat für jeden von
uns nicht zahlen! 307 Mio. DM Reingewinn haben die BASF-Konzernherren im
letzten Jahr kassiert, 1,585 Mrd. DM haben sie 1970 investiert, und für 1971
haben sie den Aktionären wieder 22% Dividende garantiert.

Einige Kollegen meinen, wenn wir zu viel Lohn fordern, steigen die Preise.
Das lügen uns die Kapitalisten vor. Die Preise steigen so und so. Den
Kapitalisten geht es immer um den Profit, und deshalb treiben sie die Preise
so hoch sie können. Egal ob wir viel oder wenig fordern.

1 DM mehr pro Stunde, das ist etwa so viel wie 15% mehr von Lohngruppe III
mit 30% Prämien. Aber Forderungen in Prozent sind schlecht, denn da kriegen
immer die am meisten, die schon vorher viel hatten, und die am wenigsten, die
vorher sehr wenig hatten. So werden die Abstände zwischen den Lohngruppen
immer größer. Deshalb keine Prozente, sondern gleiche Erhöhung für alle,
volle Markbeträge!

MINDESTNETTOLOHN 900 DM - ABSICHERUNG DES EFFEKTIVLOHNS

Das ist die zweite richtige Forderung, hinter der viele Kollegen stehen.

Wir merken es in jeder Krise, wie die Kapitalisten die nicht tariflich
verankerten Zulagen dazu benutzen, unseren Lohn zu drücken. Auf einmal
kriegen wir 30% weniger als sonst. Wir müssen jetzt unseren Effektivlohn
absichern, denn diese Krise wird noch schlimmer. Immer mehr Betriebe führen
Kurzarbeit ein. Im letzten Monat gab es schon 63 000 Kurzarbeiter.

Wir haben es durchgerechnet: Lohngruppe III plus Prämien plus 1 DM mehr pro
Stunde, ist das Mindeste, was heute jeder Mann mit Familie zum Leben braucht.
Das muß als Effektivlohn abgesichert werden.

Keinen Zahltag mehr unter 900 DM!
Weg mit den Leichtlohngruppen und Lohngruppe I und II!

Auch für diejenigen, die in guten Zeiten über 900 DM verdienen, ist diese
Forderung von Vorteil. Wir sehen es täglich, wie auch deren Lohn in der Krise
durch Umsetzungen und Prämienstreichungen plötzlich bis knapp an die 800 DM
rutschen kann.

ZWINGT DIE GEWERKSCHAFT, ZU UNSEREN FORDERUNGEN ABZUSCHLIESSEN

Nur wenn wir geschlossen hinter unseren Forderungen stehen, können wir die
Gewerkschaft zwingen, damit abzuschließen. Die Hoechster Kollegen hatten
dabei einen ersten Erfolg. Auch beim Streik der Lufthansa (DLH, ÖTV-Bereich -
vgl. 6.2.1971,d.Vf.) hat die Gewerkschaft nur deshalb mit 15,9%
abgeschlossen, weil der Druck der Kollegen so groß war. In den
Septemberstreiks 1969 haben die Kollegen von den Metallbetrieben die
Gewerkschaftsbonzen an die Seite gedrängt und ihre Forderungen mit wilden
Streiks durchgesetzt. Daraus müässen wir lernen. Wenn wir den
Gewerkschaftsbonzen die Führung des Kampfes überlassen, hauen sie uns übers
Ohr, so wie jetzt die Drucker (DTR der DruPa - vgl. 11.2.1971,d.Vf.), die nur
9% bekommen haben.

MIT DEM MANTELTARIFVERTRAG WILL DIE IG-CHEMIE DIE ARBEITER SPALTEN

In den Verhandlungen um den neuen Manteltarifvertrag (MTV,d.Vf.) haben die
Gewerkschaftsbonzen uns verraten. Im Manteltarifvertrag werden die
Arbeitsbedingungen wie Lohngruppen, Urlaub usw. festgelegt außer der
Lohnhöhe. Statt wie bisher einen einheitlichen Vertrag für das ganze
Bundesgebiet, fordern sie jetzt Verträge nach Bezirken. Das ist ein Mittel,
um die Kampfkraft der Arbeiter zu schwächen. Auch die Forderung nach 10
Lohngruppen dient der Spaltung der Arbeiter.

Die Gewerkschaft will sogar noch weiter gehen. Für jeden Betrieb soll ein
extra Tarifvertrag abgeschlossen werden. Uns wollen sie weismachen, dann
könnten sie mehr für uns herausholen und die Schere zwischen Tariflohn und
Effektivlohn schließen. Das ist glatter Hohn. Jeder Arbeiter weiß, daß die
Kapitalisten nur dann etwas herausrücken, wenn sie sich einer geschlossenen
Front der Arbeiter gegenübersehen. Mit ihrer 'betriebsnahen Tarifpolitik'
verfolgen die Gewerkschaftsbonzen nur ein Ziel: ihre Machtstellung im Betrieb
zu stärken, um einen größeren Teil von den Profiten der Unternehmer in die
eigene Tasche zu stecken.

DIE KPD/ML UNTERSTÜTZT DIE BERECHTIGTEN FORDERUNGEN DER KOLLEGEN

1 DM mehr pro Mann pro Stunde, Mindestnettolohn 900 DM, das sind Forderungen,
die wirkliche Verbesserungen für die Kollegen bringen.

Wir müssen mit unseren Kollegen und Vertrauensleuten über diese Forderungen
diskutieren. Wir müssen Betriebsversammlungen und
Gewerkschaftsmitgliederversammlungen verlangen, in denen wir unsere eigenen
Forderungen aufstellen, und die Gewerkschaft zwingen, sie durchzusetzen.

Die KPD/ML wird den Kampf um diese Forderungen unterstützen, hier in der
BASF, so wie sie es in Hessen bei Hoechst und Cassella und im Lufthansastreik
schon erfolgreich getan hat. Durch Berichte über den Lohnkampf in anderen
Chemiebetrieben werden wir die Einheit der Arbeiter herstellen. Alle Arbeiter
müssen für ihre Forderungen gemeinsam kämpfen, nicht getrennt nach Bezirken,
wie die IG-Chemie es will. Wir müssen dafür sorgen, daß die Forderungen so
schnell wie möglich gestellt werden. Dann können wir mit unseren Kollegen in
Hessen gemeinsam kämpfen.

MACHEN WIR ES WIE DIE KOLLEGEN IN HESSEN!"

Berichtet wird von der Vertrauensleuteversammlung (vgl. 2.3.1971) und von den
Fahrpreiserhöhungen (vgl. 1.3.1971, 1.4.1971).

Zu den Landtagswahlen (LTW - vgl. 21.3.1971) heißt es:"
WAHLEN SIND SCHWINDEL

Es ist wieder soweit. Mit Musik und Tralala ziehen die Parteibonzen durch die
Lande, um Stimmen zu fangen für die Landtagswahlen. Die fortschrittlichen
Kollegen winken müde ab und sagen: 'Egal wer in Mainz ans Ruder kommt, die
Arbeiter sind immer die Dummen.'

DIE LANDESREGIERUNG IST EIN WERKZEUG DER KAPITALISTEN

Die Landesregierung zieht uns das Geld aus der Tasche und schiebt es den
Kapitalisten zu. Zum Beispiel den BASF-Bossen. Für die baut das Land jetzt
einen Ölhafen. Die Miete, die die BASF zahlen muß, ist niedriger als die
Zinsen für die 40 Millionen Baukosten. Die Parteibonzen sagen: 'Mit diesen
Millionen schaffen wir neue Arbeitsplätze für die Bevölkerung.' Aber darum
geht es nicht. Wenn die Kapitalisten nicht mehr profitieren können, sind
ihnen auch die Arbeitsplätze gleichgültig. Wie bei Phrix (CPK-Bereich,d.Vf.)
und jetzt bei Salamander in Worms (GLeder-Bereich - vgl. 8.2.1971,d.Vf.).
Dann wird der Laden dicht gemacht. Und die Arbeiter fliegen auf die Straße.

Jedem Politiker sein Pöstchen in der Industrie, jeder Unternehmer in die
Politik. So sichern die Kapitalisten ihre Herrschaft über das Land. Egal
welche Partei bei den Landtagswahlen gewinnt, die Konzerne werden die Politik
bestimmen. Sie werden weiterhin dafür sorgen, daß Land und Gemeinden einen
großen Teil ihrer Investitionen mit unseren Steuergeldern bezahlen. In
Offenbach bei Landau baut der englische (britsche,d.Vf.) Chemiekonzern ICI
ein Kunstfaserwerk. Die Gemeinde schenkte den Kapitalisten: 1,4 Millionen DM
für Straßenbau, 1,5 Millionen DM für Versorgung mit Elektrizität, 4,8
Millionen für Abwässerbeseitigung. Das Land bezahlt 15% der Kosten für die
erste Ausbaustufe des Werkes, das sind 27 Millionen DM.

Damit die Konzernherren billige Arbeitskräfte und billiges Land für ihre
neuen Fabriken bekommen, werden tausende von kleinen Bauern kaputtgemacht.
Allein das ICI-Werk in Offenbach braucht 80 Hektar Land und 5 000
Arbeitskräfte.

Der Staat verteilt großzügig unsere Steuergelder an die Kapitalisten. Aber
für die Bedürfnisse des Volkes langt es hinten und vorne nicht. Überall
fehlen Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser.

DIE FÜR DEN LANDTAG KANDIDIERENDEN PARTEIEN SIND HANDLANGER DER KAPITALISTEN

Mit dem Wahlrummel wollen uns die Parteien vormachen, daß in diesem Land das
Volk bestimmt und nicht die Kapitalisten. Diese Parteien sind Vereine von
Postenjägern. Sie bekämpfen sich, weil jede den anderen die besten Posten
wegschnappen will.

- Die CDU sagt offen, daß sie eine Unternehmerpartei ist. Bei ihr sind auch
die meisten Unternehmer Mitglied, wie der Ludwigshafener Chemie-Boß Giulini.

- Die FDP ist eine kleine Partei. Sie verkauft sich an den Meistbietenden.
Deshalb geht sie mal mit der CDU, mal mit der SPD.

- Die SPD tut so, als ob sie die Interessen der Arbeiter vertritt. Ihre
Reformen dienen aber hauptsächlich den Kapitalisten. Die Kapitalisten
brauchen mehr Akademiker, die SPD reformiert die Bildungspolitik. Die
Kapitalisten wollen durch Handel mit dem Osten aus der Krise kommen, die SPD
reformiert die Ostpolitik. Die Kapitalisten wollen, daß die Preise schnell
und die Löhne langsam steigen. Die SPD legt 'Lohnleitlinien' von 7 - 8% fest.
Die Kapitalisten aber können ihre Preise frei bestimmen.

- Die D'K'P (DKP,d.Vf.) nennt sich Arbeiterpartei. Aber die D'K'P-Bonzen sind
die schlimmsten Arbeiterverräter. Sie tun so, als ob sie Kommunisten sind,
und wollen den fortschrittlichen Arbeitern einreden, sie könnten den
Sozialismus auf friedlichem Wege durch einen Sieg bei Parlamentswahlen oder
durch ein Bündnis mit bürgerlichen Parteien wie der SPD einführen. Die
Geschichte beweist: Nur durch eine gewaltsame Revolution können die Arbeiter
die Kapitalisten verjagen und den Sozialismus aufbauen. Denn die Kapitalisten
verzichten nicht freiwillig auf ihre Millionengewinne. Wer etwas anderes
sagt, belügt die Arbeiterklasse, um sie vom Kampf abzuhalten und die
Herrschaft der Kapitalisten zu verlängern.

BAUEN WIR EINE STARKE KOMMUNISTISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS/MARXISTEN-LENINISTEN
(KPD/ML) AUF!

Nur unter Führung einer starken kommunistischen Partei können wir die Macht
der Kapitalisten stürzen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, eine
kommunistische Partei aufzubauen. Diese Partei ist die KPD/Ml. Sie hat in der
Bundesrepublik den Kampf für den Sozialismus, wie er in China verwirklicht
ist, aufgenommen.

Die KPD/ML wird sich später an Wahlen beteiligen, aber nur, um breite Teile
der Bevölkerung über den Wahlschwindel der bürgerlichen Parteien aufzuklären
und um klarzustellen, daß das kapitalistische System nur gewaltsam gestürzt
werden kann.

Die KPD/ML ist eine junge Partei. Deshalb stellt sie jetzt noch keine
Kandidaten auf. Für die KPD/ML geht es erst einmal darum, die
fortschrittlichsten Arbeiter in den Großbetrieben für ihre Ziele zu gewinnen.
Dazu genügen Flugblätter, Betriebszeitungen, Versammlungen und Gespräche mit
Kollegen im Betrieb.

KEINE STIMME FÜR DIE BÜRGERLICHEN PARTEIEN, OB SIE NPD, CDU, FDP, SPD ODER
D'K'P HEISSEN!

DEMONSTRIERT EURE ABLEHNUNG DES KAPITALISTISCHEN SYSTEMS DURCH UNGÜLTIG
GEMACHTE STIMMZETTEL!

UNTERSTÜTZT DEN AUFBAU DER KPD/ML!

ORGANISIERT EUCH IN DEN DISKUSSIONSRUNDEN UND ROTEN BETRIEBSGRUPPEN (RBG,d.
Vf.)  DER KPD/ML!

ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN GARDE, JUGENDORGANISATION DER KPD/ML!"

Geworben wird für den 'Rotgardisten' der Roten Garde (RG) und zum 'RM' (vgl.
März 1971) wird angekündigt:"
Wir verkaufen den ROTEN MORGEN nach Feierabend an dem Tor, an dem wir morgens
unsere Betriebszeitung verteilt haben.

Haltet 50 Pfg. bereit."

In eigener Sache heißt es:"
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!

'EIN FUNKE KANN DIE GANZE STEPPE IN BRAND SETZEN.' Mao Tse-tung

Nach unseren sechs Flugblättern (vgl. S12**.1970, **.*.1971,d.Vf.) erscheint
jetzt die angekündigte Betriebszeitung. DER ROTE FUNKEN hat noch viele
Mängel. Das ist auch verständlich, denn wir stehen erst am Anfang. Wir
Kommunisten wollen dem deutschen Volk dienen und Ausbeutung und Unterdrückung
beseitigen. Ein Mittel dazu kann eine gute Betriebszeitung sein, die alle
Machenschaften der BASF-Herrn aufdeckt und den Kollegen Mittel und Wege
aufzeigt zu kämpfen. Es ist nötig, die Betriebszeitung zu kritisieren, damit
sie besser werden kann. Nur wenn die Betriebszeitung zu einem wirklichen
Sprachrohr der Belegschaft geworden ist, kann sie ihre Aufgaben richtig
erfüllen. Deshalb ist es gut, wenn die Kollegen den Aufbau dieser Zeitung
durch kritische Briefe, Vorschläge und Informationen unterstützen.

Wendet euch an unsere Verteiler oder schreibt uns über:" die Kontaktadresse.
=Der Rote Funken Nr.1,Ludwigshafen März 1971

12.03.1971: 
Die KPD/ML-ZB berichtet von der DKP:"
D'K'P-WAHLVERANSTALTUNG IN LUDWIGSHAFEN

Am 12.3. sprach Kurt Bachmann, D'K'P-Vorsitzender, auf einer Wahlkundgebung
in Ludwigshafen. Diese Kundgebung fand statt im Pfalzbau, der sicher viel
Geld kostete zu mieten und begann um 20 Uhr.

Bereits vorher waren Genossen von der KPD/ML und vom KJVD da und wollten die
neueste Nummer der ROTEN FAHNE (RF,d.Vf.) verkaufen, auf der Straße vor dem
Pfalzbau.

Aber kaum hatten die D'K'Pisten das gesehen, kamen sie angerannt und
verlangten, unsere Genossen sollten verschwinden.

Als diese sich weigerten, fingen die Revisionisten an zu prügeln. Einer
jungen Genossin verdrehten sie den Arm, einem Genossen zerrissen sie die
Jacke. Dabei diffamierten sie die KPD/ML und behaupteten, wir würden die
Gewerkschaften bekämpfen, die Arbeiterklasse spalten und die Scheiben am
Amerikahaus einschmeißen. Bei der Schlägerei stahlen sie uns 30 ROTE FAHNEN.

Einige Genossen nahmen dann an der Kundgebung teil.

Es waren 4 - 500 Leute da. Wahrscheinlich waren die meisten D'K'Pler oder
Antikommunisten. Kurt Bachmann hielt eine Rede, in der er die D'K'P als
Gegengewicht zu den anderen Parteien hinstellte. Er sprach sich für die
Ratifizierung der Ostverträge aus und wandte sich an die Jugend, für die er
eine bessere Ausbildung forderte. Am Ende forderte er dazu auf, D'K'P zu
wählen und mit der D'K'P und in der D'K'P zu kämpfen.

Bachmann bemühte sich sichtlich, eine gute Rede zu halten. Er brachte einige
einstudierte Gesten an, las aber die ganze Zeit wie Heinrich Lübke vom Blatt
ab und versprach sich auch öfters. Trotz Bachmanns markiger Stimme war die
Rede langweilig.
Dann sprach der Landtagskandidat und Betriebsrat bei BASF, Otto Zimpelmann.
Er wiederholte genau wörtlich das, was er schon am tag vorher im Radio gesagt
hatte:

Die CDU sei reaktionär, die FDP spiele den Goliath, ließe sich aber vom David
mittragen (wahrscheinlich meinte er es umgekehrt), die SPD-Politik nutze nur
dem Großkapital mit der Aufrüstung, der Lohnsteuervorauszahlung und der
Verweigerung der Mitbestimmung.

Er fuhr fort:
'Wir Kommunisten sagen: Dieser Weg ist falsch, denn er schadet der
arbeitenden Bevölkerung und nutzt nur dem Großkapital.

Wir erklären: CDU, FDP und SPD dürfen nicht länger unter sich, nicht länger
ohne Kontrolle sein. In den Landtag gehören konsequente Vertreter der
arbeitenden Bevölkerung, in den Landtag gehören Kommunisten.'

Nach seiner Rede stellten sich die sechs anwesenden Landtagskandidaten zur
Diskussion. Dazu kamen sie in den Saal hinab, um mit den Anwesenden zu reden.
Von denen ging aber ein großer Teil weg.

Ein Landtagskandidat namens Fackel forderte z.B., die BASF in Gemeineigentum
zu überführen, und zwar solle sie dann der Stadt Ludwigshafen gehören. Das
sei nach der Verfassung möglich.

Ein SDAJler wurde gefragt, wieso die 'UZ' die verräterische 11% Forderung
Fabians in Hessen (in der CTR der CPK - vgl. 1.3.1971,d.Vf.) feiere. Er
erklärte das damit, daß die UZ EINE GANZ NORMALE ZEITUNG sei, IN DER EBEN
KOMMUNISTEN SCHRIEBEN.

BACHMANN selbst wurde gefragt, warum die SU die kambodschanische Regierung
unter Sihanouk noch nicht anerkannt habe, worauf er nichts zu sagen wußte,
und sich damit aus der Affäre zog, daß er den Zuhörern mitteilte, er sei
nicht der sowjetische Außenminister, was aber schon allgemein bekannt war.

Auf die Frage, wieso eine Gesellschaftsordnung notwendig sei, in der die
Macht der Monopole zwar zurückgedrängt, aber nicht gestürzt sei, konnte er
nichts sagen. Er meinte nur, der antimonopolistische Kampf sei notwendig, was
aber niemand bestritten hatte. Im übrigen verstehe der fragende Genosse das
Problem nicht, denn durch die Macht des sozialistischen Lagers sei ein
antimonopolistisches Stadium möglich. Ob man sich denn nicht vorstellen
könne, daß im Jahr 2 000 der Sozialismus überall gesiegt habe außer in einem
Land, in dem dann eine antimonopolistische Gesellschaft möglich sei.

Schließlich stellte er sogar die Theorie auf, je mehr die Monopole
zurückgedrängt seien, desto friedfertiger werde der Imperialismus. Als er so
immer mehr in die Enge getrieben wurde, meinte er endlich, er sei jetzt 16
Stunden unterwegs und könne nicht mehr diskutieren.

Er meinte, die Diskussion sollte auf Ortsebene fortgeführt werden und
sicherte sich einen guten Abgang, indem er dem Genossen die Hand drückte und
laut 'Genosse' rief, damit es auch alle hörten.

Währenddessen drohten andere D'K'P-Funktionäre anderen Genossen an, sie
würden nicht mehr lange bei der BASF politisch arbeiten können, denn die
D'K'P werde auch physische Gewalt anwenden."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.22,Bochum 20.3.1971,S.6f

25.03.1971: 
Von BASF Ludwigshafen berichtet die OG Mannheim der KPD/ML-ZK:"
DIE ARBEITER VON C 13 FORDERN:

- 1 DM MEHR PRO STUNDE

- MINDESTNETTOLOHN 900 DM

Die Aniliner überlassen den Lohnkampf nicht länger den Gewerkschaftsbonzen.
Sie stellen ihre eigenen Forderungen (zur CTR,d.Vf.) auf. Die Arbeiter von C
13 haben auf ihrer Betriebsversammlung am 25.3. ohne Gegenstimme folgende
Resolution verabschiedet und sie an alle Vertrauensleute der BASF geschickt:

'RESOLUTION

Die Arbeiter von C 13 sind mit der 12%-Forderung der Tarifkommission nicht
einverstanden. Sie kritisieren das Verhalten der Gewerkschaft, eine Forderung
aufgestellt zu haben, ohne vorher die Mitglieder und die Belegschaft nach
ihren Forderungen zu fragen.

WIR FORDERN 1 DM MEHR PRO STUNDE.
AUSSERDEM FORDERN WIR EINEN MINDESTNETTOLOHN VON 900 DM.

Wir fordern den Betriebsrat und die Vertrauensleute der BASF auf, in allen
Betrieben Versammlungen durchzuführen und über diese Forderungen zu
diskutieren.'

1 DM mehr pro Stunde, das sind 15% vom effektiven Facharbeiterlohn. Aber eine
Prozentforderung bringt immer denen am wenigsten, die vorher schon am
wenigsten hatten, wie den Frauen. Deshalb volle Markbeträge.

Und außerdem einen Mindestnettolohn. Damit endlich jeder Arbeiter einen
gesicherten Lebensstandard hat, den ihm die Kapitalisten in der Krise nicht
wieder nehmen können. Kollegen, 900 DM sind nicht zu hoch gegriffen. Wir
wissen alle, das ist das Mindeste, was heute jede Familie zum Leben braucht.

Und wenn die Kapitalisten uns vorjammern: 'die erhöhten Lohnkosten müßten
durch Preissteigerungen aufgefangen werden', dann können wir nur fragen:
Glaubt einer von euch, daß die Kapitalisten nicht die Preise hochtreiben wie
sie können, egal ob wir viel oder wenig fordern? Die BASF-Herrn haben im
letzten Oktober die Farbenpreise um 12% erhöht (vgl. 19.10.1970,d.Vf.), im
November die Preise für Hochdruck-Polyäthylen und im Januar für Polystyrol um
8 - 10% und für Nitrophoska-Volldünger um durchschnittlich 5% (wo war die
Lohnerhöhung?). Die Milch ist teurer geworden, der Brotpreis steigt, die KFZ-
Steuern sind höher geworden usw. usw. Die einzige Antwort auf diese
Preistreiberei ist ein harter Lohnkampf.

'Aber die Anilin ist so arm', jammern die Betriebsräte und
Gewerkschaftsbonzen im Chor mit den Konzernherrn, 'wir haben Minus gemacht
und wenn ihr so viel fordert, dann gehen wir kaputt und ihr verliert eure
Arbeitsplätze.' Kollegen, laßt euch von dem Gewinsel nicht einschüchtern.
Fragt die Herren lieber mal, wo die 'arme Anilin' die 1,1 Mrd. DM für
Neuinvestitionen hernimmt, wo die 22% Dividende für 1971 und wieso sie immer
noch soviel überflüssiges Geld für all die Aufpasser und Kalkulatoren
ausgeben kann. Die BASF-Herrn haben im letzten Jahr aus jedem Arbeiter,
unteren Angestellten und Handwerker ungefähr 9 000 DM geschlagen.

Wer die Sicherheit unserer Arbeitsplätze gefährdet, das sind die
Großaktionäre und Geldsäcke von der Deutschen Bank (DB,d.Vf.). Über 3 000
Kollegen werden jetzt durch Umsetzungen, Prämienkürzungen und Erhöhung des
Akkords zur Kündigung gezwungen und nicht mehr ersetzt. Dagegen wurden im
letzten Monat im BASF-Vorstand zwei neue Arbeitsplätze geschaffen. Die beiden
neuen 'Kollegen' Dr. Willersinn und Dr. Seefelder kassieren jeder 357 710 DM
im Jahr."
=Der rote Funken Extra,Ludwigshafen 1.4.1971,S.1f

01.04.1971: 
Bei BASF Ludwigshafen gibt die OG Mannheim der KPD/ML-ZK ein Extra ihrer
Betriebszeitung 'Der rote Funken' (vgl. 8.3.1971) mit 2 Seiten DIN A 4 unter
Verantwortung von Helmut Günther, Mannheim, Nauheimer Str.7 mit einem Bericht
von der Betriebsversammlung in C 13 am 25.3.1971 heraus. Fortgefahren wird:"
12% SIND NICHT GENUG! SCHLIESST EUCH DEN FORDERUNGEN VON C 13 AN!

Daß die Gewerkschaftsbonzen Schweitzer, Müller und Co. mit 12% auskommen, ist
klar. Die kriegen sowieso langsam Schwielen am Arsch vom Auf-dem-Geldsack-
hocken.

1 DM MEHR PRO STUNDE! MINDESTNETTOLOHN 900 DM!

Das sind die Forderungen der Chemiearbeiter, nicht die Forderungen von
Schweitzer, Müller und Co. Deshalb müssen wir uns selbst für diese
Forderungen einsetzen. Die Kollegen vom Hoesch-Konzern in Dortmund haben es
uns vorgemacht. Im September 1969 (IGM-Bereich - vgl. 2.9.1969,d.Vf.)
forderten sie außerhalb der Tarifverhandlungen 30 Pfg. mehr Betriebszulage.
Der Vorstand bot aber dem Betriebsrat nur 15 Pfg. an. Der Betriebsrat
informierte die Vertrauensleute, die Vertrauensleute informierten ihre
Kollegen und nach einer Stunde stand die ganze Belegschaft, 5 000 Mann, vorm
Vorstandsgebäude. Gleichzeitig traten die Kollegen in den Zweigwerken von
Hoesch in den Streik. Alle vereint zogen in einer machtvollen Demonstration
durch die Dortmunder Innenstadt. Nach zwei Tagen hatten die Arbeiter gesiegt.
Die Direktion mußte der 30 Pfg.-Forderung nachgeben UND NOCH DAZU DIE
STREIKTAGE BEZAHLEN.

Die Gewerkschaftsfunktionäre und einige Betriebsräte wehrten sich mit Händen
und Füßen gegen den wilden Streik und jammerten über den Betriebsfrieden. Die
Arbeiter schoben diese Verräter beiseite und setzten ihre Forderungen aus
eigener Kraft durch. Wenn wir unsere eigenen Forderungen aufstellen und
hinter ihnen stehen, dann können wir sie gegen Kapitalisten und
Gewerkschaftsbonzen durchsetzen. Die Gewerkschaftsführung kann sich nicht
allzu weit von den Forderungen der Arbeiter entfernen, denn dann wird allen
klar, daß die Gewerkschaftsbonzen keine Arbeitervertreter, sondern
Arbeiterverräter sind.

Die Kollegen in Hessen haben durch ihren Druck die Gewerkschaft von 12% auf
13,9% getrieben (vgl. 1.3.1971,d.Vf.). Die Hoechster Kollegen (in Frankfurt,
d.Vf.) bleiben weiter bei ihrer 15%-Forderung und haben auf
Werksversammlungen (vgl. 16.3.1971,d.Vf.) die Gewerkschaftsbonzen ausgebuht.

In der Anilin haben die Kollegen von C 13 den Anfang gemacht und ihre eigenen
Forderungen aufgestellt.

KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN! MACHT ES WIE DIE ARBEITER BEI HOECHST UND IN C 13!

BESPRECHT DIE FORDERUNGEN UNTEREINANDER UND MIT DEN VERTRAUENSLEUTEN!

HALKTEN BETRIEBSVERSAMMLUNGEN AB UND SCHLIESST EUCH DER RESOLUTION VON C 13
AN!"
=Der rote Funken Extra,Ludwigshafen 1.4.1971

Mai 1971: 
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Juni 1971) berichtet vermutlich aus dem Mai
über die Auswirkungen des Unvereinbarkeitsbeschlusses (UVB - vgl. 17.2.1971)
der CPK:"
In Ludwigshafen sagte ein Kollege auf einer Gewerkschaftsschulung, daß die
SPD-Führer mit dazu beigetragen haben, daß Hitler 1933 an die Macht kommen
konnte.

Die Gewerkschaftssekretäre fanden, daß sie solche Ansichten nicht auf ihren
Schulungen dulden dürften. Der junge Gewerkschaftler wurde nicht mehr zu
solchen Schulungen eingeladen.

'Der Kampf für die Durchsetzung der Interessen der Arbeiterjugend', das sind
die 'antigewerkschaftlichen Bestrebungen', die jetzt mit Ausschlüssen
bekämpft werden sollen. Die SPD-Führer sind mit ihrem Antikommunisbeschluß
vorangegangen - die IG Chemie-Führer folgen ihnen auf dem Fuß."
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.6,Bochum Juni 1971,S.10

01.05.1971: 
In Ludwigshafen beteiligt sich die KPD/ML-ZK, nach eigenen Angaben, an
einer Maidemonstration.
Hierbei handelt es sich um eine der drei zentralen Maidemonstrationen des
Landesverbandes Südwest der KPD/ML-ZK.
=KPD/ML-ZK, RG, KSB/ML:Wir zahlen keinen Pfennig mehr - Nulltarif im
Nahverkehr, Marburg o.J. (1971);
Roter Morgen Nr.5,Hamburg 1971

17.05.1971: 
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß die SDAJ der DKP
bei BASF Ludwigshafen ihren 'Rotstift' (vgl. **.*.1971, **.*.1971) herausgibt
und darin ankündigt, daß es in der diesjährigen Chemietarifrunde (CTR) weit
schwieriger sein werde, das 'gute' Ergebnis vom Vorjahr zu erreichen.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.11

24.05.1971: 
Bei der BASF Ludwigshafen demonstrieren, laut SALZ Hamburg, vermutlich in
dieser Woche 5 000 zur Verwaltung.

Die KPD/ML-ZB (vgl. 16.6.1971) kommentiert die Berichterstattung der DKP,
vermutlich aus dieser Woche:"
Nach dem 6,5%-Abschluß heißt es in der UZ vom 5.6. auf der Titelseite unter
der Überschrift '23% für Bosse, 6,5% für Chemiearbeiter': '...wertet die DKP-
Betriebszeitung für die BASF-Belegschaft, 'Die Anilin', diesen Abschluß als
Schwächung der gewerkschaftlichen Gesamtsituation in der Auseinandersetzung
mit den Unternehmern. SIE SCHLÄGT VOR, BETRIEBSRAT UND VERTRAUENSLEUTE DER
BASF SOLLTEN VON DER KONZERNLEITUNG VERLANGEN, DIE 7,8% AUCH FÜR DIE
AUSGESPARTEN MONATE APRIL UND MAI ZU ZAHLEN.'

Das ist also die 'klare Stellungnahme zu dem Zurückweichen' (vgl. Kalle
Wiesbaden - Apr. 1971,d.Vf.) der Gewerkschaftsführer:

DIE UZ, Zeitung des D'K'P-Vorstandes, besteht also nicht etwa auf der
ursprünglichen Forderung von 12% (die sowieso schon unter der Forderung der
Kollegen von 15% lag), sie zeigt nicht den Verrat von Schweitzer und Co.
(...), im Gegenteil, sie LIEGT VOLL AUF DER LINIE DES LOHNDIKTATS, INDEM SIE
LEDIGLICH DIE AUSDEHNUNG DER 7,8% AUF APRIL UND MAI FORDERT. Das ist das
Ergebnis der D'K'P-Politik der 'Orientierung an den Gewinnen'".

Die DKP-Führer decken und unterstützen die rechten Gewerkschaftsführer bei
der Durchsetzung des Lohndiktats:"
Wie sie das machen, zeigt sich gerade beim Beispiel BASF sehr deutlich:
Wie ... berichtet ..., werden durch die Betriebsvereinbarungen bei der BASF,
nach der die Lohnerhöhungen effektiv angerechnet werden, schon immer die
Tarifvereinbarungen gedrückt und eine einheitliche Front der Chemiearbeiter
verhindert.

Die UZ stellt die 7,8%-Forderung ebenfalls nur für die BASF auf und fordert
'Betriebsrat und Vertrauensleute' zu ihrer Durchsetzung auf - und unterstützt
damit gerade jene arbeiteraristokratischen Betriebsräte bei der BASF, die in
den Tarifverhandlungen drücken und hinterher in eignen 'Haustarifen' mit der
BASF 'mehr herausholen'.

Die D'K'P hat zur Unterstützung dieser Forderung sogar eine Demonstration bei
der BASF organisiert. In der UZ vom 5.6. heißt es dazu: 'Einem Aufruf der DKP
folgend, demonstrierten über 500 Jungarbeiter, Lehrlinge, Arbeiter und
Vertrauensleute in Ludwigshafen vor dem Verwaltungsgebäude des Chemiekonzerns
BASF und riefen den Bossen zu: 'Gebt den Monopolen Zunder - Löhne rauf,
Preise runter!''

Was nicht in der UZ stand:
Diese Demonstration war ursprünglich - schon vor dem 6,5% Abschluß - vom IG
Chemie-Jugendsekretär angemeldet worden; nach dem Verratsabschluß sagte der
sie dann schnell ab; darauf haben die D'K'P Funktionäre zu dieser
Demonstration aufgerufen - bis zum Ende der Demonstration meinten viele
Kollegen aber noch, es handle sich um eine Demonstration der Gewerkschaft zur
Durchsetzung eines BASF-Haustarifs!

Die D'K'P-Führer haben also auf dieser Demonstration nicht den Verrat der
Gewerkschaftsführer entlarvt, den Jungarbeitern und Lehrlingen nicht die
Spaltung durch die Abtrennung der Jugendtarifabschlüsse von den Verhandlungen
der Erwachsenen gezeigt, sondern den Gewerkschaftsbonzen den Rücken gedeckt,
indem sie deren Demonstration allein gegen die BASF-Bosse durchführten."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46 und 57,Bochum 16.6.1971 bzw.
31.7.1971,S.6f bzw. S.5;
Der Chemiearbeiter Nr.4,Hamburg 7.6.1971

06.07.1971: 
In Ludwigshafen führen, laut RJ/ML, 600 Lehrlinge der BASF eine
Demonstration durch.
=Rebell Nr.33,Tübingen Juli 1971

21.02.1972: 
Manfred Funke (vgl. Nov. 1977) berichtet vom linken Terrorismus in der
'BRD' (vgl. Berlin 7.2.1972, Augsburg 2.3.1972) aus Ludwigshafen:"
Bankraub Ludwigsplatz 1, Beute: 285 740 DM, 2 Tat-Pkw, falsche Kennzeichen
verwendet."
=Funke, Manfred:Terrorismus,Bonn 1977,S.335

Juni 1972: 
Im Juni führen RJ/ML und KAB/ML, nach eigenen Angaben, in Ludwigshafen vier
Vietnamveranstaltungen durch.
Die RJ/ML sei dort erst im Aufbau, während die SDAJ der DKP recht stark sei.
Die SDAJ habe die Veranstaltungen sprengen gewollt, mit dem Resultat, daß
eines der Mitglieder ihres Kreisvorstandes zur RJ/ML übergegangen sei.
=Rebell Nr.8,Tübingen Aug. 1972

Januar 1973: 
Die Nr.1 des 'Rebell' (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) der RJ/ML des KABD
berichtet u.a. von der RJ/ML Betriebsgruppe bei dem Chemiebetrieb BASF
Ludwigshafen.
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1973

Januar 1973: 
Die Nr.1 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Dez. 1972, Feb. 1972) berichtet
u.a. über die eigene Betriebszeitung 'BASF-Arbeiterstimme' von KABD und RJ/ML
Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.1,Tübingen Jan. 1973

Januar 1973: 
Die Marxistisch-leninistische Gruppe Mannheim/Ludwigshafen (MLG MA/LU) gibt
die Nr.1 ihres Diskussionsorganes 'Proletarischer Kampf' heraus, die wir noch
nicht einsehen konnten. Darin enthalten ist vermutlich die "Politische
Plattform der MLG".
=Proletarischer Kampf Nr.1 und 4,Mannheim Jan. 1973 bzw. Apr. 1973

Januar 1973: 
Die Freireligiöse Landesgemeinde NRW gibt die Nr.1 ihrer Zeitung 'Freies
Denken' (vgl. Dez. 1972, Feb. 1973) mit der Titelschlagzeile 'Trennung von
Staat und Kirche' heraus.

Laut Seite 3 stellt 'Freies Denken' im Juni 1973 ihr Erscheinen ein. Als neue
Zeitschrift wird ab 1.Juli 1973 'Der Humanist' (Kultur - Weltanschauung -
Religion) herausgegeben. Herausgeber ist dann der Verlag Humanitas,
Ludwigshafen.
=Freies Denken Nr.1,Dortmund Jan. 1973

20.01.1973: 
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.2 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 14.1.1973,
27.1.1973) heraus.
In Ludwigshafen führt man jeden Sonnabend einen Infostand in Hemshof
durch.
=Roter Morgen Nr.2,Hamburg 20.1.1973

09.02.1973: 
Die Fahrpreiserhöhungen in Mannheim und Ludwigshafen sollen laut (KG(NRF) 66%
betragen.

Die heutige Komiteegründung in Mannheim wurde, laut KAJB (NRF), u.a. durch ein
Extrablatt
der 'Arbeiter-Zeitung' für Mannheim und Ludwigshafen vorbereitet, welches die
Initiative des Schülerrates der Siemens Berufsschule unterstützte.
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.4,Mannheim Feb./März 1973;
Arbeiter-Zeitung Nr.3,Mannheim März 1973,S.3

März 1973: 
Vermutlich im März gibt die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD die
Nr.3 ihrer 'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' heraus.
Anläßlich der Chemietarifrunde befaßt man sich mit der BASF Ludwigshafen.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.2,Dortmund o.J. (1973)

März 1973: 
Die Nr.3 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Feb. 1973, Apr.
1973) berichtet u.a. über die eigene Betriebszeitung 'BASF-
Arbeiterstimme' in Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.3,Tübingen März 1973

März 1973: 
Vermutlich erst im März gibt der KAJB (NRF) Mannheim/Heidelberg die
auf Feb./März datierte Nr.4 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung'
(vgl. 15.1.1973, Mai 1973) heraus.
Berichtet wird vor allem über die Fahrpreiserhöhungen in
Mannheim/Ludwigshafen. Die KPD/ML-ZK habe im Aktionskomitee gegen die
Fahrpreiserhöhungen zum schwarzfahren aufgerufen. Ebenfalls säßen
Trotzkisten aus dem ÖTV KJA im Aktionskomitee, welches bereits 18 000
Unterschriften gesammelt habe.
Weiter beschäftigt man sich u.a. mit der Gewerblichen Berufsschule
Ludwigshafen. Dort sei früher die SDAJ stark
gewesen, diese habe jetzt den Schwanz eingezogen.
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.4,Mannheim Feb./März 1973

März 1973: 
Die Nr.1/2 des 'Neuen Roten Forum' (vgl. Dez. 1972, Mai 1973) behandelt
die "Auseinandersetzung um das Programm der westdeutschen Kommunisten"
Abgedruckt werden Stellungnahmen dazu von einer Reihe von Gruppen.
Die ML Gruppe
Mannheim/Ludwigshafen ist nicht angetan von dem Entwurf, will sich aber
weiter an der Auseinandersetzung beteiligen.
=Neues Rotes Forum Nr.1/2,Heidelberg März 1973

05.03.1973: 
In dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.3 ihrer
'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 31.1.1973, 9.4.1973) heraus, die u.a. über die
Fahrpreiskampagne in Mannheim/Ludwigshafen berichtet (vgl. 9.2.1973). Dagegen
seien bereits über 22 000 Unterschriften gesammelt worden.
=Arbeiter-Zeitung Nr.3,Mannheim/Heidelberg März 1973.

April 1973: 
Die Nr.4 des 'Rebell' (vgl. März 1973, Mai 1973) der RJ/ML des KABD berichtet
u.a. aus Ludwigshafen von den 3 500 BASF-Lehrlingen.
=Rebell Nr.4,Tübingen Apr. 1973

April 1973: 
Die Nr. 4 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. März 1973, Mai 1973) berichtet
u.a. über die Ludwigshafener 'BASF-Arbeiterstimme' die sich außer mit
Lehrlingen auch noch mit der DKP befasst.
=Rote Fahne Nr.4,Tübingen Apr. 1973

April 1973: 
Anfang April 1973 erscheint die Nr.2 'Proletarischen Kampfes' der
Marxistisch-Leninistischen Gruppe (MLG) Mannheim-Ludwigshafen. Helmut Günther
aus Mannheim ist verantwortlich. Es ist die zweite Nummer überhaupt. U.a. wird
eingangs formuliert:"
Diese Nummer des Proletarischen Kampf erscheint in einer Situation der
entschiedenen Zerschlagung kleinbürgerlicher Fehler in der MLG. ... Wir müssen
unseren Arbeitsstil, unser Diskussionsklima verbessern, proletarisieren,
gründlicher an die Betriebs- und theoretische Arbeit herangehen, proletarische
Genossen ... zu verantwortlicher Tätigkeit heranziehen. ... Ausdruck dieser
Vorwärtsentwicklung müssen die weiteren Nummern des PROKA sein."

Zum Parteiaufbau wird u.a. ausgeführt:
"Wir selbst haben erklärt, daß wir die Bildung einer 4. Front zum Parteiaufbau
als Gegenfaktor zu opportunistischem und linksradikalen Parteiaufbau-Gewurstele
anstreben. Welche Schritte haben wir dazu eingeleitet? Wir haben mit
verschiedenen Zirkeln Kontakte aufgenommen, die in nächster Zeit bis zur
Klärung verschiedener Fragen intensiviert werden müssen. ... So halten wir die
Entwicklung der ML Dortmund für bemerkenswert. ... Seit einiger Zeit haben wir
uns in den Zusammenhang einiger Zirkel, der 'nationalen Konferenz', integriert.
Diese Zirkel (ML Aachen, ML Bochum, ML Braunschweig, ML Duisburg, ML Freiburg,
ML Südwest), die aus dem Zerfallsprozeß der KPD/ML hervorgegangen sind,
versuchten noch im letzten Jahr, über die Arbeit an einer 'Plattform' möglichst
schnell eine nationale Organisation aufzubauen. Dieser Versuch ist gescheitert,
weil einerseits nicht alle beteiligten Zirkel diese Arbeit in den Mittelpunkt
stellten, und andererseits das Plattform-Projekt ungenügend den Primat der
Politik verwirklichte. Seitdem standen die 'nationale Konferenzen' unter dem
Leitmotiv der konkreten Diskussion über anstehende Aufgaben."

Zur eigenen "Politischen Plattform" (PP) vom Jan. 1973 wird u.a. ausgeführt:
"Der entscheidende Mangel der P. P. ist, daß sie nicht unsere politische Linie
gegen den BRD-Imperialismus entfaltet, sondern mehr nach innen gerichtet, als
Existenzberechtigung für die MLG, konstituierende Elemente für den Parteiaufbau
abtrennt vom Klassenkampf. ... Wir werden künftig jeweils konkret prüfen,
inwiefern Teile der Plattform Markierungspunkte unserer weiteren Arbeit sein
können, gleichzeitig werden wir im Proletarischen Kampf versuchen, im Kampf mit
falschen Auffassungen Elemente von kommunistischer Programmatik, Strategie und
Taktik zu entwickeln. ... Unser entscheidender Fehler war, programmatische
Arbeit von der Polemik um die grundlegenden Fragen der Bewegung zu trennen, und
gleichzeitig programmatische Arbeit ziemlich geschichtslos als Anhäufung von
allgemeinen Aussagen des ML mißzuverstehen. ... Auf Grundlage eines falsch
verstandenen 'Hauptkettengliedes' richteten wir unsere Organisation falsch
aus."
=Proletarischer Kampf Nr.4,Mannheim Apr. 1973

April 1973: 
Beim Rheinpfalzverlag in Ludwigshafen wird, laut ABG, während der
Drucktarifrunde gestreikt. Der Verlagsleiter sei mit seinem PKW in die
Streikpostenkette gefahren und habe einen Streikposten schwer verletzt. Die
Polizei habe nur zugesehen, aber nicht eingegriffen.
=Roter Aufmucker Nr.26,München Mai 1973

April 1973: 
In München gibt die Betriebsgruppe Arri der ABG ihre 'Rote Optik' Nr.19 (vgl.
März 1973, Mai 1973) heraus.
Von der Chemietarifrunde (CTR) wird berichtet von BASF Ludwigsburg, womit das
Werk Ludwigshafen gemeint sein dürfte.
=Rote Optik Nr.19,München Apr. 1973

April 1973: 
In München gibt die ABG-Betriebsgruppe beim Bundesbahn-Ausbesserungswerk
Freimann die Nr.7 ihres 'Roten Weichenstellers' (vgl. März 1973, Mai 1973)
heraus. Berichtet wird u.a. über einen Streik bei BASF Ludwigsburg, der
vermutlich eher in Ludwigshafen stattfand.
=Der Rote Weichensteller Nr.7,München Apr. 1973

04.04.1973: 
In Ludwigshafen gibt die RJ/ML ein Extrablatt ihrer BASF-
Betriebsjugendzeitung 'Roter Zünder' heraus (vgl. 6.4.1973).
=Rebell Nr.5,Tübingen Mai 1973

06.04.1973: 
Bei BASF Ludwigshafen finden Streiks und Demonstrationen statt, an denen
sich, laut RJ/ML, auch die 500 Lehrlinge des Betriebs H 307 und die der
Außenstelle Friesenheim beteiligen (vgl. 4.4.1973, 6.4.1973).
Laut KAJB (NRF) führen 6 000 mehrere Stunden lang Demonstrationen durchs
Werk durch.
Laut SAG streiken 5 000 einen Nachmittag lang.
=Klassenkampf Nr.23,Frankfurt Mai 1973;
Arbeiter-Zeitung Nr.5,Mannheim/Heidelberg Mai 1973;
Kommunistische Jugendzeitung Nr.5,Mannheim Apr./Mai 1973;
Rebell Nr.5,Tübingen Mai 1973

13.04.1973: 
Bei der BASF Ludwigshafen wird heute, laut KG (NRF), gestreikt (vgl.
6.4.1973, 24.4.1973).
=Arbeiter-Zeitung Extra,Mannheim/Heidelberg 25.4.1973

16.04.1973: 
In München gibt die Druck-Betriebsgruppe der ABG ihren 'Roten Widerdruck'
Nr.21 (vgl. März 1973, Mai 1973) heraus.
Aus der Chemietarifrunde wird von einem Warnstreik bei BASF Ludwigsburg
berichtet, der vermutlich in Ludwigshafen stattfand.
=Roter Widerdruck Nr.21,München Apr. 1973

18.04.1973: 
Heute wird, laut KG (NRF), bei dem Ludwigshafener Chemiebetrieb Grünzweig
und Hartmann (G+H) gestreikt.
=Arbeiter-Zeitung Extra,Mannheim/Heidelberg 25.4.1973

21.04.1973: 
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.15 (vgl. 14.4.1973,
28.4.1973) heraus.

U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen über die BASF (CPK-
Bereich) und die Redaktionen im Rheinpfalzverlag (DruPa-Bereich).
=Roter Morgen Nr.15,Dortmund 21.4.1973

24.04.1973: 
Bei BASF Ludwigshafen streiken, laut SAG, hauptsächlich Handwerker.
Insgesamt streikten in der Tarifrunde nie mehr als 7 000 der 47 000
Kollegen (vgl. 13.4.1973).
=Klassenkampf Nr.23,Frankfurt Mai 1973

28.04.1973: 
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.16 (vgl. 21.4.1973, 5.5.1973)
heraus.
U.a. wird berichtet von der CTR der CPK über Streiks bei BASF
Ludwigshafen (u.a. über Lehrlinge) und Grünzweig und Hartmann
(G+H) Ludwigshafen.
=Roter Morgen Nr.16,Dortmund 28.4.1973

Mai 1973: 
Bei BASF Ludwigshafen kommt es, laut KPD/ML, vermutlich im Mai zu einem
Streik anläßlich der CTR der CPK.
=Roter Morgen Nr.19,Dortmund 19.5.1973

01.05.1973: 
In Ludwigshafen führen KABD und RJ/ML, nach eigenen Angaben, eine
Demonstration mit 200 Teilnehmern in Hemshof durch.

Die KPD/ML-ZK führt eine Maiveranstaltung durch.
=Roter Morgen Extra Trotz Verbot der 1.Mai bleibt rot,Dortmund Mai 1973;
Rebell Nr.5,Tübingen Mai 1973;
Rote Fahne Nr.5,Tübingen Mai 1973

31.05.1973: 
Frühestens heute gibt die KHG (NRF) Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe die
Nr.25 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (vgl. 7.5.1973,
20.6.1973) heraus, in der sie u.a. von BASF Ludwigshafen und berichtet.
=Kommunistische Hochschulzeitung Nr.25,Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe
o.J. (Mai 1973)

Juni 1973: 
Die Gewerkschaftsabteilung beim ZK der KPD gibt die Nr.4 ihrer
'Revolutionären Gewerkschaftsopposition' (RGO) (vgl. Mai 1973, Aug. 1973)
heraus.
Von der Chemietarifrunde (CTR) wird u.a. berichtet von der
Lehrwerkstatt bei BASF Ludwigshafen.
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.4,Dortmund Juni 1973

Juni 1973: 
Anfang Juni gibt die SAG ihren 'Klassenkampf' Nr.24 (vgl. Mai 1973, Juli
1973) heraus. Berichtet wird u.a. von BASF Ludwigshafen.
=Klassenkampf Nr.24,Frankfurt Juni 1973

Juli 1973: 
Die Freireligiöse Landesgemeinde NRW gibt die Nr.1 ihrer Zeitung 'Der
Humanist' (Kultur - Weltanschauung - Religion) heraus, welche die Zeitung
'Freies denken' (vgl. Juni 1973) fortführt.
'Der Humanist' erscheint im Verlag Humanitas Ludwigshafen, Postverlagsort ist
Neustadt/Weinstraße. Die Zeitschrift kann auch über den Verlag Humanitas,
Verlag und Buchversand, Dortmund bezogen werden.
=Humanitas Nr.1,Ludwigshafen Juli 1973

August 1973: 
Die Nr.8 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Juli 1973, Sept. 1973) berichtet
u.a. über die Kampagne des KABD zum 10.
Jahrestag der 'Polemik über die Generallinie' bzw. zur Kambodschasolidarität.
Eine Veranstaltung der Ortsgruppe Mannheim/Ludwigshafen habe mehr als 80
Besucher gehabt.
=Rote Fahne Nr.8,Tübingen Aug. 1973

15.09.1973: 
Auf der heutigen ZK-Sitzung des KBW wird eine Ortsaufbaugruppe (OAG)
Ludwigshafen des KBW gebildet:"
LUDWIGSHAFEN: Antrag KBW-Aufbaugruppe. Ortsaufbaugruppe einstimmig
AKZEPTIERT.
C., D.: Gruppen müssen sich schriftlich geäußert haben. Es muß einer von uns
mit ihnen diskutiert haben.

G.: Nicht die Gruppen hängen lassen. Aufnahme muß vom ZK beschlossen werden.
ANGENOMMEN"
=KBW-ZK-N.N.:ZK-Sitzung 15.Sept.,o.O. o.J. (Sept. 1973) ;
Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 26.9.1973,S.15

15.09.1973: 
Der KBW berichtet u.a. von heute:"...
Mannheim/Ludwigshafen hat bekanntlich die dickste und schädlichste
Luft in ganz Westdeutschland und die BASF ihren maßgeblichen Anteil daran."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.16

03.10.1973: 
Die KAJB Aufbauzelle Ludwigshafen des KBW berichtet:"
DEUTSCHE POLIZEI IN DER TÜRKEI - 'TOURISTENBEWACHUNG' ALS SPEZIALAUSBILDUNG

Ludwigshafen. Nach einem Bericht in der 'Rheinpfalz' vom 3.10.1973
verhandelte der derzeitige Vorsitzende der Bundesinnenministerkonferenz
(IMK,d.Vf.) und Innenminister von Rheinland-Pfalz, Schwarz, Anfang Oktober in
Istanbul mit dem türkischen Innenminister Öztekin über 'Probleme eines
erweiterten polizeilichen Informationsaustausches'. Schwarz erklärte, die
türkischen Behörden seien interessiert an Informationen über diejenigen ihrer
Landsleute, die in Deutschland straffällig werden. Die Weitergabe solcher
Informationen sei politisch unbedenklich, wenn es sich nur um rein
polizeiliche Mitteilungen handele.

Was damit gemeint ist zeigt der Artikel in der KVZ Nr.8 (vgl. 5.12.1973,d.
Vf.). Das faschistische Regime in der Türkei will mit Hilfe der deutschen
Polizei vor allem solche Türken in der BRD verstärkt überwachen, die hier als
Gegner und Kritiker der Verhältnisse in ihrem Heimatland auftreten.

Außerdem befürchtet das Regime, daß die türkischen Arbeiter durch ihre aktive
Beteiligung an den Klassenkämpfen in der BRD, wie in den spontanen Streiks im
Sommer 1973, an Kampfkraft gewinnen und dies nach ihrer Rückkehr in die
Türkei erfolgreich gegen das Regime anwenden könnten. Die verstärkte
Unterdrückung der türkischen Kollegen hier, die Ausweitung der Bespitzelung,
ist deshalb in seinem Interesse. Die enge Zusammenarbeit mit dem türkischen
Terrorregime, der Einsatz des türkischen Geheimdienstes zeigen, wie sehr die
westdeutsche Kapitalistenklasse bei der Verfolgung ihrer eigenen Interessen
auf die Unterdrückung des türkischen Volkes in der Türkei baut. Schwarz sagt
ganz offen: 'Auf Grund unserer jüngsten Vergangenheit sind wir weder
qualifiziert noch berechtigt, anderen Ländern in Sachen Demokratie ungebetene
Ratschläge zu erteilen.'
Die erbetene Hilfe bei der Unterdrückung wird erteilt.

DEUTSCHE POLIZISTEN SOLLEN IN DER TÜRKEI EINE SPEZIELLE AUSBILDUNG ERHALTEN

Aus dem 'Rheinpfalz'-Bericht geht weiter hervor, daß geplant ist, deutsche
Polizisten mit türkischen Sprachkenntnissen während der Urlaubssaison zur
Betreuung deutscher Touristen in der Türkei einzusetzen. So soll der 'Dienst'
am deutschen urlauber als Vorwand dafür dienen, daß deutsche Polizisten in
Istanbul die Kenntnisse erwerben, die notwendig sind, um hier besser an die
türkischen Kollegen heranzukommen. Außerdem kann natürlich dort viel besser
studiert werden, was Einsatz unter schärferen Bedingungen bedeutet. Das
Anschauungsmaterial und die Praxis der türkischen Polizei ersetzen manche
Notstandsübung in der BRD.

Dabei wird zur Tarnung der eigentlichen Absichten das Verkehrsproblem
genannt: 'In der Türkei beginne jetzt die Eroberung der Straße ind Stadt und
Land durch das Auto. Da benötige die Türkei die Erfahrung der BRD.' Unter dem
selben Vorwand bildet das Land Rheinland-Pfalz seit drei Jahren im Auftrag
des Bundes türkische Polizei des gehobenen und höheren Dienstes aus. Die
Ergebnisse dieser 'Ausbildung' spürt das türkische Volk in Gestalt der
Unterdrückung mit Folter, Mord und Verfolgung in seinem Land tagtäglich am
eigenen Leib.

Deutlich wird hier sichtbar, wie die BRD ihre Rolle als imperialistischer
'Entwicklungshelfer' versteht. Zur Sicherung ihrer Herrschaft wendet die
westdeutsche Bourgeoisie nicht nur im eigenen Land verfeinerte und
umfassendere Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Arbeiterklasse und das Volk
an. Immer klarer wird, wie notwendig die Aufrechterhaltung dieser Herrschaft
auch an die Unterdrückung anderer Völker gebunden ist."
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim 9.1.1974,S.2

08.10.1973: 
Für den KBW berichtet J.F. vermutlich u.a. aus dieser Woche:"
'... Auch in Ludwigshafen ... werden bereits Planstudien für
ähnliche Kraftwerke angefertigt. 'Mit anderen Worten: Rund um das
Ballungsgebiet Rhein-Main-Kinzig werden Kernkraftwerke gebaut, die rund 8 400
MW Leistung bringen, ohne die Umwelt zu verseuchen. ...' (Offenbachpost,
17.7.1973)"
=Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.16

24.10.1973: 
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft der KBW in Ludwigshafen mindestens 12
Exemplare.
=KBW-OG Mannheim:KVZ Nr.5 Verkaufsstatistik Mannheim,Mannheim 3.11.1973

07.11.1973: 
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die KBW OAG Ludwigshafen insgesamt 157
Exemplare, davon 113 im Stadtverkauf, 8 auf Demonstrationen und 36 an
SympathisantInnen und GenossInnen.
=KBW-OAG Ludwigshafen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.6,Ludwigshafen o.J. (1973)

12.11.1973: 
In Ludwigshafen beteiligen sich, laut KABD, 1 500 an einer Demonstration
gegen Entlassungen von Jugendvertretern (JV).

Laut KAJB des KBW demonstrieren 600 gegen Jugendvertreterentlassungen und
Berufsverbote (BV). Aufgerufen hatte der DGB-Landesbezirk Rheinland-Pfalz,
250 Demonstranten seien aus Mannheim/Heidelberg gekommen (vgl. 1.12.1973).
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.10,Mannheim Nov. 1973;
Rote Fahne Nr.12,Tübingen Dez. 1973

13.11.1973: 
Frühestens heute gibt der KAJB Mannheim/Heidelberg/Wiesloch, der jetzt auch
seine Ortsaufbaugruppe Sinsheim im Titel erwähnt, die Nr.10 seiner
'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 3.10.1973, 6.1.1974) heraus, die u.a. aus
der ÖTV Ludwigshafen berichtet.
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.10,Mannheim Nov. 1973

22.11.1973: 
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die KBW OAG Ludwigshafen insgesamt 204
Exemplare, davon 163 im Stadtverkauf und 41 an SympathisantInnen und
GenossInnen.
=KBW-OAG Ludwigshafen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.7,Ludwigshafen o.J. (1973)

26.11.1973: 
Die KPD (vgl. 5.12.1973) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom Besuch von
Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) bei BASF Ludwigshafen.

Die Zelle Hoesch der Ortsaufbaugruppe Dortmund des KBW (IGM-Bereich - vgl.
18.12.1973) berichtet:"
Wie reagieren die Kapitalisten und ihre bürgerlichen Politiker auf dieses
Anzeichen? Die SPD/FDP-Regierung tritt der wachsenden Unruhe unter den
Arbeitern mit Beruhigungsappellen entgegen. So sprach W. Brandt vor
BASF-Arbeitern davon, daß er zwar keinem den Erhalt SEINES Arbeitsplatzes
garantieren könne, aber auf jeden Fall werde jeder EINEN Arbeitsplatz
erhalten."

Die DKP Betriebsgruppe Hoesch Dortmund (vgl. 17.12.1973) berichtet:"
Sagte Kanzler Brandt vor Arbeitern der BASF nicht: Wir werden keine Politik auf
dem Rücken der arbeitenden Menschen machen?"

Im Dortmunder ÖTV-Bereich berichten Freunde der KPD (vgl. 9.1.1974):"
Als Willy Brandt zu den Arbeitern bei BASF sprach, meinte er, jetzt sei es
'unklug, die Kostenentwicklung durch ungebührliche Tarifabschlüsse über Gebühr
zu belasten.' Für die ÖTV hat er sich sogar zum Ziel gesetzt, den Tarifabschluß
unter 10% zu halten."
=Heisse Eisen Vorsicht: Lohnraub auf Umweg geplant?,Dortmund Dez. 1973;
Roter Hoesch Arbeiter,Dortmund 18.12.1973,S.2;
Rote Fahne Nr.49,Dortmund 5.12.1973;
N.N.:Aufruf zur Gründung des Kampfausschusses Dortmund zur ÖTV-Tarifrunde,o.O.
(Dortmund) o.J. (Jan. 1974),S.1

28.11.1973: 
In Ludwigshafen wird, laut KBW, im städtischen Fuhrpark gestreikt.
Solidarität wird u.a. am Städtischen Krankenhaus (SK) geübt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 5.12.1973

01.12.1973: 
In Ludwigshafen findet, laut KAJB des KBW, die Kreisjugendkonferenz des DGB
statt, wo die Mehrheit der Delegierten von DKP und SDAJ gestellt worden
sei. Diese seien gegen die Beteiligung von Gewerkschaftern aus anderen
Städten an der Demonstration gegen Jugendvertreterentlassungen (vgl.
12.11.1973) aufgetreten, weil es sich dabei nicht um Kollegen sondern um die
Mannheim/Heidelberg Chaoten gehandelt habe.
Ein Antrag der Jugendgruppe Städtisches Krankenhaus auf Siebenstundentag bei
Fünf-Tage-Woche sei als vom KBW gesteuert abgelehnt worden.
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.1,Mannheim Jan. 1974

05.12.1973: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.8 (vgl. 22.11.1973, 19.12.1973) heraus.
U.a. wird berichtet aus Ludwigshafen von dem geplanten AKW der BASF.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.8,Mannheim 5.12.1973

07.12.1973: 
Bei Teves Gifhorn gibt die Betriebszelle des KBW Ortsgruppe Wolfsburg/
Gifhorn die Nr.12 der 'Roten Bremse' (vgl. Nov. 1973) heraus,
Berichtet wird u.a. von BASF Ludwigshafen.
=Rote Bremse Nr.12,Gifhorn 7.12.1973

17.12.1973: 
Bei Hoesch Dortmund gibt die DKP vermutlich in dieser Woche ihre 'Heisse
Eisen' (vgl. 10.12.1973, 14.1.1974) heraus:"
Sagte Kanzler Brandt(SPD,d.Vf.) vor Arbeitern der BASF (CPK-Bereich in
Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz - vgl. 26.11.1973,d.Vf.) nicht: Wir werden
keine Politik auf dem Rücken der arbeitenden Menschen machen?"
=Heisse Eisen Vorsicht: Lohnraub auf Umweg geplant?,Dortmund Dez. 1973

Januar 1974: 
Vermutlich diesen Monat erscheint die Nr.15 des 'Schulkampfs' (vgl.
18.11.1973), der jetzt herausgegeben wird von der Kommunistischen
Schülergruppe (KSG) Heidelberg/Mannheim/Wiesloch/Karlsruhe/Bruchsal und deren
Aufbaugruppen im Kreis Bergstraße, in Schwetzingen/Hockenheim und
Ludwigshafen.
In Ludwigshafen führte die Basisgruppe am Geschwister Scholl Gymnasium eine
Chileveranstaltung mit 60 Leuten durch.
=Schulkampf Nr.15,Heidelberg o.J. (1974)

06.01.1974: 
Frühestens heute gibt im Raum Mannheim/Heidelberg der KAJB die Nr.1
seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 13.11.1973, 10.2.1974)
heraus, die von der DGB Kreisjugendkonferenz in Ludwigshafen (vgl.
1.12.1973) berichtet.
=Kommunistische Jugendzeitung Nr.1,Mannheim Jan. 1974

09.01.1974: 
In Dortmund führt die KPD, nach eigenen Angaben, eine Konferenz
oppositioneller ÖTV-Gewerkschafter mit TeilnehmerInnen u.a. von den
Städtischen Kliniken und der Stadtverwaltung durch.
Vermutlich im Zusammenhang mit diesem oder weiteren Treffen steht auch das
folgende Papier, das uns als Schreibmaschinendurchschlag vorlag:"
AUFRUF ZUR GRÜNDUNG DES KAMPFAUSSCHUSSES DORTMUND ZUR ÖTV-TARIFRUNDE ...

Als Willy Brandt zu den Arbeitern bei BASF (in Ludwigshafen - vgl.
26.11.1973,d.Vf.) sprach, meinte er, jetzt sei es 'unklug, die
Kostenentwicklung durch ungebührliche Tarifabschlüsse über Gebühr zu
belasten.' Für die ÖTV hat er sich sogar zum Ziel gesetzt, den Tarifabschluß
unter 10% zu halten."
=KPD:KPD lädt ein zum Treff oppositioneller Gewerkschafter zur Tarifrunde der
ÖTV!,Dortmund o.J. (Jan. 1974);
N.N.:Aufruf zur Gründung des Kampfausschusses Dortmund zur ÖTV-Tarifrunde,o.
O. (Dortmund) o.J. (Jan. 1974);
Rote Fahne Nr.3,Dortmund 16.1.1974

Februar 1974: 
Der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Heidelberg nimmt vermutlich im Februar
den Verkauf der 'Roten Fahne' in Ludwigshafen auf.
=Rote Fahne Nr.9,Dortmund 27.2.1974

06.02.1974: 
In der Nr.6 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 30.1.1974, 13.2.1974) befaßt sich die
KPD u.a. mit
der Tarifrunde im ÖD u.a. in Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.6,Dortmund 6.2.1974

19.02.1974: 
Innerhalb des KBW verfaßt der Regionalbeauftragte des Ständigen Ausschusses
des ZK des KBW für Südwest, d.h. Südhessen, Rheinland-Pfalz und die badischen
Teile Baden-Württembergs, vermutlich in dieser Woche einen Bericht zur
Erstellung des Berichts des ZK an die erste ordentliche DK des KBW (vgl.
12.4.1974), in dem es u.a. heißt:"
Krasses Beispiel Mannheim: Von hier aus wurden Fäden gezogen nach ...
Ludwigshafen".
=N.N. [KBW-Regionalbeauftragter Südwest]:ohne Titel, o.O. [Mannheim] o.J. (1974)

März 1974: 
In Ludwigshafen erscheint durch den KABD eine Ausgabe seiner 'BASF-
Arbeiterstimme'.
=Lernen und kämpfen (Auswahl 1973-1975),o.O. Sept. 1975

27.04.1974: 
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974)
heraus.
Für Haschemi wurden insgesamt 14 262 Unterschriften gesammelt, davon 248 in
Mannheim/Ludwigshafen.
=Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

Mai 1974: 
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.35 (vgl. Apr. 1974, 1.5.1974)
heraus, mit Berichten u.a. über BASF Ludwigshafen.
=Klassenkampf Nr.35,Frankfurt Mai 1974

01.05.1974: 
In Mannheim beteiligen sich, laut RJVD, 6 000 an der Maidemonstration.
Neben der Blaskapelle des KABD sei auch noch nach der Kundgebung der 'Rote
Zünder' auf dem Marktplatz aufgetreten. Diese Aktionen sowie eine
Veranstaltung seien u.a. vom Maikomitee BASF Ludwigshafen (Chemiebereich), in
dem KABD und RJVD mitarbeiten, organisiert worden.
=Rebell Nr.5,Tübingen Mai 1974

01.05.1974: 
In Ludwigshafen nehmen an einer Veranstaltung der KBW OAG zum 1.Mai an
unbekanntem Tage ca. 6O Menschen teil.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974

10.06.1974: 
Die Kommunistische Gruppe Goslar (KGG) gibt ihre 'Arbeiterzeitung' Nr.10
(vgl. 24.4.1974, 15.10.1974) als Betriebszeitung der KGG für die Kollegen und
Kolleginnen der Firma H.C. Starck heraus.
Berichtet wird von der Chemie-Tarifrunde u.a. bei BASF
Ludwigshafen.
=Arbeiterzeitung Nr.10,Goslar 10.6.1974

07.08.1974: 
In der Nr.32 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 31.7.1974, 14.8.1974) berichtet
die KPD u.a. daß eventuell Atomkraftwerke (AKW) u.a. in
Ludwigshafen  gebaut werden sollen.
=Rote Fahne Nr.32,Dortmund 7.8.1974
Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet vom AKW Obrigheim.
=Rote Fahne Nr.32,Dortmund 7.8.1974

21.09.1974: 
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.38 (vgl. 14.9.1974, 28.9.1974)
heraus und berichtet u.a. von der Gründung der Roten Hilfe (RH)
Mannheim/Ludwigshafen.
=Roter Morgen Nr.38,Dortmund 21.9.1974

30.10.1974: 
Der KBW (vgl. 30.10.1974) erwähnt seine Ortsaufbaugruppe (OAG) Ludwigshafen.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 30.10.1974,S.8

04.01.1975: 
In Mannheim feiern, nach eigenen Angaben, über 80 Personen die Gründung
der Ortsleitung (OL) der KPD. Eingegangen wird in dem Gründungsbericht der OL
u.a. auch auf Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.1,Dortmund 8.1.1975,S.10

13.01.1975: 
In Ludwigshafen beginnt, laut KPD, vermutlich in dieser Woche die
Wählergemeinschaft 'Kämpft mit der KPD' die Agitation mit Schwerpunkt auf dem
Arbeitsamt und der BASF (CPK-Bereich), aber auch z.B. an der GBS I.
=Rote Fahne Nr.4,Dortmund 29.1.1975

29.01.1975: 
In der Nr.4 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 22.1.1975, 5.2.1975) berichtet die
KPD u.a. aus Ludwigshafen, u.a. von der BASF und dem geplanten AKW
Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.4,Dortmund 29.1.1975

08.02.1975: 
In Ludwigshafen führt die KPD eine regionale Vietnamdemonstration durch.
Dabei habe es sich um die erste revolutionäre Demonstration in Ludwigshafen
seit Jahren gehandelt. In Hemshof habe man 50 'Rote Fahnen' (RF) verkauft.

Laut KBW (vgl. 13.2.1975) beteiligen sich 165 KPD-Anhänger aus Rheinland-Pfalz,
Hessen sowie aus Mannheim und Heidelberg.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.6,Mannheim 13.2.1975;
Rote Fahne Nr.4 und 6,Dortmund 29.1.1975 bzw. 12.2.1975

19.02.1975: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.7 (vgl. 12.2.1975, 26.2.1975)
heraus.
Aus Rheinland-Pfalz wird berichtet, daß man mittlerweile 3 000 Unterschriften
für die Landtagskandidatur habe, die u.a. gesammelt wurden vor dem Arbeitsamt
Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.7,Köln 19.2.1975

24.02.1975: 
In Ludwigshafen führt, laut KPD, ihr Wahlausschuß vermutlich in dieser
Woche eine Veranstaltung mit 30 Lehrlingen der BASF (CPK-Bereich) in einer
Kneipe durch, da sie im Wohnheim der Lehrlinge untersagt wurde. Beschlossen
wird einen 'Kämpfende Jugend' Lesetreff (KJLT) für die KJ des KJV aufzubauen.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975

03.03.1975: 
Die Aufbauzelle BASF Ludwigshafen des KBW (vgl. 13.3.1975) berichtet
vermutlich aus dieser Woche über die Kreisjugenddelegiertenkonferenz der IG
Chemie Verwaltungsstelle Ludwigshafen.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1O,Mannheim 13.3.1975

08.03.1975: 
Der KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet, daß für eine heutige Gründungsversammlung
des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) die folgenden, nicht von MSB
und SHB der DKP getragenen ASten eingetreten seien: ... FHS Wirtschaft
Ludwigshafen.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975,S.11

10.03.1975: 
Der KBW (vgl. 20.3.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche von der
Frauenkonferenz der IG Chemie Ludwigshafen, an der sich u.a. Frauen von BASF,
Knoll, Giulini, Grünzweig und Hartmann, Rasching, Wöllner, Benckiser und
Pegulan beteiligten.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.11,Mannheim 20.3.1975

13.03.1975: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.10 (vgl. 6.3.1975, 20.3.1975) heraus und
berichtet u.a. aus Ludwigshafen aus dem CPK-Bereich über die IG Chemie
Verwaltungsstelle und durch die Aufbauzelle BASF, u.a. über die IG
Chemie-Jugend (vgl. 3.3.1975).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.1O,Mannheim 13.3.1975

17.03.1975: 
Der KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus
Ludwigshafen von der Veranstaltung des Aktionskomitees gegen den Bau des BASF
KKW gegen das AKW Wyhl, die 60 Menschen besuchten.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975

26.03.1975: 
In der Nr.12 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 19.3.1975, 2.4.1975) berichtet
die KPD u.a. über BASF
Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.12,Köln 26.3.1975.

31.03.1975: 
Der KBW (vgl. 10.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß die KPD
ihre Zelte in Ludwigshafen abgebrochen habe.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

03.04.1975: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.13 (vgl. 26.3.1975, 10.4.1975) heraus, in der
u.a. berichtet aus dem IG Chemie Bezirk Rheinland-Pfalz und aus Ludwigshafen
von BR und JV bei BASF.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.13,Mannheim 3.4.1975

10.04.1975: 
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.14 (vgl. 3.4.1975, 17.4.1975) heraus in der u.a.
berichtet wird aus der IG Chemie, u.a. von BASF Ludwigshafen, u.a. auch über
die Jugendvertretung (JV).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

01.05.1975: 
In Ludwigshafen findet, laut und mit KPD/ML, eine Rote Maidemonstration
statt.
In Oppau will die KPD/ML eine Maiveranstaltung auch für Mannheim durchführen.
Diese findet auch statt, ob in Oppau blieb ungewiß.
=Roter Morgen Nr.17,19 und 45,Dortmund 26.4.1975,10.5.1975 bzw. 8.11.1975

26.05.1975: 
In Ludwigshafen wird, laut und mit KBW (vgl. 5.6.1975), spätestens in dieser
Woche ein Komitee oder eine Initiativgruppe gegen den Paragraphen 218
gegründet, die für die Volksentscheidsdemonstration am 21.9.1975 aufruft (vgl.
31.5.1975).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 5.6.1975

28.05.1975: 
In Ludwigshafen besuchen, laut KPD, ca. 30, u.a. von der DKP, die
Veranstaltung ihres KJVD gegen das geplante AKW der BASF (CPK-Bereich).
=Rote Fahne Nr.22,Köln 4.6.1975

02.06.1975: 
In Ludwigshafen gründet sich, laut KBW (vgl. 12.6.1975), spätestens in dieser
Woche ein Komitee für Fahrkostenerstattung (vgl. 7.6.1975).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.23,Mannheim 12.6.1975

Juli 1975: 
In der Nr.4 von 'Die Rote Garde' (vgl. Juni 1975, Aug. 1975) berichtet die RG
der KPD/ML u.a., dass die RG Mannheim/Ludwigshafen gemeinsam mit einigen vom
KJV der KPD ein Zeltlager im Odenwald durchführte.
=Die Rote Garde Nr.4,Dortmund Juli 1975

27.07.1975: 
Der AB gibt die Nr.66 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl.
13.7.1975, 10.8.1975) heraus und berichtet u.a. von der BASF Ludwigshafen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.66,München 27.7.1975

27.07.1975: 
In Mannheim demonstrieren, laut KPD, 400 durch die Neckarstadt und von
da in die Innenstadt, um gegen die Fahrpreiserhöhungen für Mannheim und
Ludwigshafen zu protestieren.
=Rote Fahne Nr.30,Dortmund 30.7.1975

August 1975: 
Bei BASF Ludwigshafen demonstrieren, laut AB, vermutlich im August 1 000,
u.a. auch Lehrlinge, gegen Entlassungen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.69,München 6.9.1975

10.08.1975: 
Der AB gibt die Nr.67 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl.
27.7.1975, 24.8.1975) heraus und berichtet u.a. von der BASF Ludwigshafen
und den dortigen Lehrlingen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.67,München 10.8.1975

14.08.1975: 
Bei der BASF Ludwigshafen treten, laut SAG, 9 Mitglieder der
Jugendvertretung (JV) in den Hungerstreik.
=Klassenkampf Nr.49,Frankfurt 31.8.1975

24.08.1975: 
Der AB gibt die Nr.68 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl.
10.8.1975, 6.9.1975) heraus.
Die Kämpfende Jugend berichtet von der BASF Ludwigshafen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.68,München 24.8.1975

Oktober 1975: 
Bei BASF Ludwigshafen findet, laut AB, vermutlich im Oktober ein Streik von
70 Beschäftigten statt.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.74,München 16.11.1975

15.10.1975: 
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.50 (vgl. 31.8.1975, Nov. 1975) heraus
und berichtet u.a. von der BASF Ludwigshafen.
=Klassenkampf Nr.50,Frankfurt 15.10.1975

25.11.1975: 
Bei BASF Ludwigshafen beteiligen sich heute, laut AB, 100 Lehrlinge der
Lehrwerkstatt Friesenheim an einem Streik.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.75,München 30.11.1975

06.12.1975: 
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.49 (vgl. 29.11.1975,
13.12.1975) heraus. Erwähnt wird auch die eigene OG Mannheim/Ludwigshafen.
=Roter Morgen Nr.49,Dortmund 6.12.1975

08.02.1976: 
Der AB gibt die Nr.80 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ)
(vgl. 25.1.1976, 22.2.1976) heraus. Die Kämpfende Jugend berichtet von der
Jugendvertretung bei BASF Ludwigshafen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.80,München 8.2.1976

10.02.1976: 
Die KPD gibt die Nr.6 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl.
3.2.1976, 17.2.1976) heraus.
Gegen die 14. Strafrechtsänderung (SRÄ) wenden sich u.a. Chemielaboranten
in Ludwigshafen.
=Rote Fahne Pressedienst Nr.6,Köln 10.2.1976

03.03.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.9 (vgl. 3.3.1976, 10.3.1976) heraus
und berichtet u.a. über die türkischen Faschisten von der MHP
und ihre Grauen Wölfe, die u.a. in Ludwigshafen tätig sind.
=Rote Fahne Nr.9,Köln 3.3.1976

23.04.1976: 
Bei der BASF Ludwigshafen beginnt, laut KPD, eine Reihe von fünf
Jugendversammlungen bis zum 29.4.1976 anlässlich der Jugendvertretungswahlen
(JVW), bei denen es zu Demonstrationen durch das Werk kommt.
=Rote Fahne Nr.19,Köln 12.5.1976

22.05.1976: 
Von der ZKK des KABD wird die 'ZKK Mitteilung' Nr.11 (vgl. 21.5.1976,
23.5.1976) herausgegeben.
Inhalt: Ergebenheitsadressen an die ZKK und an die ZL des KABD u.a. von der
Ortsleitung Mannheim/Ludwigshafen des RJVD und KABD Mannheim/Ludwigshafen.
Tenor: Verurteilung der sog. Liquidatoren.
=KAB(RW):Vom prinzipienlosen Frieden zum prinzipienlosen Kampf,Frankfurt
1976,S.88f;
KABD-ZKK:Mitteilung Nr.11,o.O. 22.5.1976;
ML-Zirkel Neu Isenburg:Analyse der Spaltung des KABD - 1976,Neu Isenburg März
1977,S.95f

27.06.1976: 
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.90 (vgl. 13.6.1976,
11.7.1976) heraus und berichtet u.a. von der BASF Ludwigshafen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.90,München 27.6.1976

28.06.1976: 
Bei der BASF, vermutlich in Ludwigshafen, kommt es, laut KPD, vermutlich in
dieser Woche zu Forderungen nach einem Lohnnachschlag bzw. einer
Teuerungszulage (TZL).
=Rote Fahne Nr.27,Köln 7.7.1976

04.08.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.31 (vgl. 28.7.1976, 11.8.1976)
heraus. Wahlspenden gingen u.a. ein vom KJVD Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.31,Köln 4.8.1976

22.08.1976: 
In Baden-Württemberg organisiert die KPD, nach eigenen Angaben, eine
Konferenz oppositioneller Gewerkschafter aus mehreren Gewerkschaften.
Teilnehmer kommen u.a. von der BASF Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.35,Köln 1.9.1976

September 1976: 
In Ludwigshafen erscheint im 5.Jahrgang die 'BASF-Arbeiterstimme' des KABD,
für die G. Klein verantwortlich zeichnet.
=Lernen und kämpfen Nr.11,o.O. Nov.1976

29.09.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.39 (vgl. 20.9.1976, 6.10.1976)
heraus. U.a. wird berichtet vom Bundestagswahlkmapf u.a. über die BASF
Ludwigshafen (CPK-Bereich).
=Rote Fahne Nr.39,Köln 29.9.1976

06.10.1976: 
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.40 (vgl. 29.9.1976, 13.10.1976)
heraus,
Wahlspenden gingen ein u.a. vom KJVD Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.40,Köln 6.10.1976

18.02.1977: 
Der KBW gibt, laut KPD (vgl. 23.2.1977) ein Extrablatt der 'KVZ' – Ausgabe
Mitte (vgl. **.*.1977, **.*.1977) heraus und ruft darin für morgen statt zur
bundesweiten Demonstration gegen das AKW Brokdorf zu Kundgebungen auf u.a. in
Ludwigshafen.
=Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

19.02.1977: 
In Ludwigshafen führt der KBW, laut KPD (vgl. 23.2.1977), anstatt zur
bundesweiten Demonstration nach Brokdorf zu fahren, eine Kundgebung gegen das
AKW Brokdorf durch.
=Rote Fahne Nr.8,Köln 23.2.1977

April 1977: 
Die Jugendbetriebszelle Bayer Leverkusen des KJVD der KPD gibt die
Dokumentation "KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme - Bayers Geschäft
mit der Arbeitslosigkeit" heraus, in der es u.a. heißt:"
Ein Beispiel für den Weg, den WIR einschlagen müssen, gaben die Lehrlinge des
Chemiekonzerns BASF (in Ludwigshafen - vgl. S11.**.197*, S11.**.197*,d.Vf.).
Im Kampf gegen drohende Nichtübernahmen sprachen sich über 1 000 Lehrlinge
für aktiven Widerstand aus und demonstrierten zweimal auf dem Werksgelände!"
=KJVD-Zelle Bayer Leverkusen:KJVD enthüllt. Neue 'Ausbildungs'Programme -
Bayers Geschäft mit der Arbeitslosigkeit,Leverkusen Apr. 1977

Mai 1977: 
Innerhalb des KABD erscheint 'Lernen und kämpfen' Nr.5 (vgl. Apr. 1977,
Juni 1977).
Es kommt auch die BASF-Zelle aus Ludwigshafen zu Wort.
=Lernen und kämpfen Nr.5,o.O. Mai 1977

Mai 1977: 
Bei der BASF Ludwigshafen wird, laut AB, eine Demonstration durch das Werk
durchgeführt.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.112,München 14.5.1977

30.05.1977: 
Bei der BASF Ludwigshafen beteiligen sich, laut SAG, vermutlich in dieser
Woche 15 000 an einer Demonstration anlässlich der Chemietarifrunde (CTR).
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.24,Frankfurt 8.6.1977

02.06.1977: 
Bei der BASF Ludwigshafen streiken, laut AB, die Lehrlinge.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.114,München 14.6.1977

08.06.1977: 
Die SAG gibt ihre 'Sozialistische Arbeiterzeitung' Nr.24 (vgl. 25.5.1977,
22.6.1977) heraus. Berichtet wird u.a. aus über die Revolutionär sozialistische
Initiative (RSI) Mannheim/Ludwigshafen um Ludwig
Rosso.
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.24,Frankfurt 8.6.1977

Februar 1978: 
Laut RGO wird wahrscheinlich im Februar bei BASF Ludwigshafen "im scharfen
Kampf um die Durchsetzung der RGO-Liste" die dortige RGO-Gruppe konstituiert.
=RGO-Nachrichten Nr.1,Essen Apr. 1978,S.13

Mai 1978: 
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei BASF Ludwigshafen erhält die RGO der
KPD/ML, laut KB und RGO, 530 Stimmen (3%) und einen Sitz.
=RGO:Nachrichten Nr.2,Essen Mai 1978,S.12f;
Arbeiterkampf Nr.130,Hamburg 29.5.1978,S.17

01.05.1979: 
Laut KB beteiligen sich in Ludwigshafen an einer DGB-Demonstration einige
Hundert Menschen:"
Ein Zweckbündnis von DKP, KABD, GIM, SAG und einer weiteren trotzkistischen
Splittergruppe (vermutlich Revolutionär-Sozialistische Initiative,d.Vf.)
sorgte für Transparente mit Forderungen zur 35-Stundenwoche etc.".
=Arbeiterkampf Nr.153,Hamburg 14.5.1979,S.16

März 1981: 
Der KB berichtet vermutlich aus dem März von den Betriebsratswahlen (BRW):"
Ruhiger als vor drei Jahren verläuft die Wahl '81 bei BASF-Ludwigshafen ...
Die RGO, die 1978 erstmals auftrat und einen Kandidaten durchbrachte,
kandidiert nicht wieder."
=Arbeiterkampf Nr.198,Hamburg 30.3.1981,S.20

13.01.1994: 
Im Brett CL/ANTIFA/ALLGEMEIN berichtet U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA am
6.2.1994:"
Ludwigshafen. In der Nacht von Donnerstag, den 13.1.1994, gegen 2 Uhr wurde
ein Brandanschlag auf das Asylsuchendenheim in Ludwigshafen-Oppau verübt. Im
Hauseingang des Heimes wurden mehrere Matratzen angezündet. Dabei erlitten
mehrere Menschen Rauchvergiftungen und wurden verletzt. Die Angaben über die
genaue Zahl schwanken zwischen vier und acht Personen.

Lediglich aufgrund der frühzeitigen Entdeckung des Feuers konnte Schlimmeres
verhindert werden. Der Fluchtweg über die Treppe war durch die Flammen
versperrt. Nur durch den Sprung aus den Fenstern im 1.Stock konnten sich die
Bewohnerinnen und Bewohner in Sicherheit bringen.

Angesichts der Tatsache, daß diese Menschen beinahe verbrannt wären, ist es
völlig unverständlich, daß der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Brandstifter
- nach Angaben der Polizei ein 34-jähriger, einschlägig vorbestrafter Mann -
nicht wegen versuchten Totschlags oder Mordes, sondern Körperverletzung und
Brandstiftung erlassen wurde."
=CL/ANTIFA/ALLGEMEIN-U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA:Rechte Anschläge - Januar
1994,6.2.1994

19.01.1994: 
Im Brett CL/ANTIFA/ALLGEMEIN berichtet U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA am
6.2.1994:"
Ludwigshafen (dpa). Unbekannte Täter haben in Dannstadt bei Ludwigshafen eine
selbstgebastelte Rohrbombe in den Briefkasten eines Asylbewerberheims
geworfen. Von den 100 Bewohnern des Hauses wurde niemand verletzt.
(aus: RP vom 20.1.1994)"
=CL/ANTIFA/ALLGEMEIN-U.SCHATZSCHNEIDER@NADESHDA:Rechte Anschläge - Januar
1994,6.2.1994

Text erstellt im Mai 2004.
Letzte Korrekturen am 23.2.2005.

Valid HTML 4.01!   Valid CSS!


[ Zum Seitenanfang ]  [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]