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Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Es geht hier um die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), eine der frühesten Organisationen der sogenannten ML-Bewegung in Westdeutschland und auch in der DDR, wo die MLPD nach eigenen Angaben mit ihrer Sektion DDR (einschließlich Westberlin) tätig war. Gegründet wurde sie am 5. März 1965 (vgl. Sozialistisches Deutschland, Nr. 17, S. 9), aufgelöst hat sie sich vermutlich im Herbst 1968. Ihre Tätigkeit betrachtete sie in allen Teilen Deutschlands als illegal.

Keinesfalls verwechselt werden darf die hier vorgestellte MLPD mit der heutigen Formation gleichen Namens, der MLPD (2), die aus dem KABD hervor ging und die sich - außer durch skurrile Neuerungen auf dem Gebiet der Taktik (Offensive als Antwort auf eine Offensive) - bisher vor allem durch ihre Erfindung auf dem Gebiet der Neurologie, die 'proletarische Denkweise', der sich ihre Kader angeblich befleißigen, hervor tat.

Diese proletarische Denkweise besteht offenbar nicht zuletzt im Mut zur Ausblendung von nicht ins Konzept passender Tatsachen, so dass die hier anhand einiger ihrer Dokumente vorgestellte MLPD in der Gründungslegende der heutigen MLPD (2), die durchaus detailliert auf die Entwicklung der ML-Bewegung eingeht, schlichtweg nicht auftaucht, obwohl es sich bei der MLPD sicherlich um eine der wichtigen der ja nur sehr wenigen ML-Gruppen der sechziger Jahre handelt.

Die Mitglieder der älteren MLPD sind, nach mündlichen Angaben von Helmut Müller-Enbergs, der zahlreiche Materialien zur MLPD gesammelt, aber leider noch nicht veröffentlicht hat, nur in sehr geringem Umfange in die KPD/ML oder andere spätere ML-Gruppen gegangen, sondern später eher vor allem im neutralistischen Milieu angesiedelt gewesen. So war auch die Kenntnis über die MLPD in der ML-Bewegung der siebziger Jahre eher gering, was sich auch an den wenigen, nur bedingt zutreffenden Berichten über diese, die wir hier dokumentieren können, widerspiegelt (vgl. 5.3.1965, 31.10.1967, 1968), die sich meist auf die Haltung der MLPD zu den ehemaligen deutschen Ostgebieten konzentrieren.

Bei den vollmundigen Behauptungen über die eigenen Mitgliederzahlen (vgl. 31.10.1967) bzw. die Aktivitäten der eigenen Mitgliedschaft (vgl. 1.6.1968) scheint es eine gewisse Konkurrenz im Aufschneiden zwischen der MLPD und dem 'Roten Morgen' bzw. der wenig später auftretenden KPD/ML gegeben zu haben. Ferner berief sich die MLPD ebenso wie die KPD/ML (Roter Morgen) und andere maoistische Organisationen auf die 1925 in der Prawda veröffentlichten "12 Bedingungen für die Entwicklung der KPD zur Partei neuen Typus“ (vgl. SD, Nr. 18, S. 5ff.)

Im Jahre 2004 behauptete ein ehemaliger Funktionär der KPD/ML (vermutlich Günter Ackermann) in einem Interview, dass einige Genossen um den „Roten Morgen“ in der zweiten Hälfte der 60er Jahre schon den Verdacht gehabt hätten, dass die MLPD „eine Kreatur des Verfassungsschutzes“ gewesen sei (vgl. 16.12.2004). Auch ein uns namentlich bekannter ehemaliger Kader der KPD/ML-ZB will sich Ende 2008 in einer E-Mail ans MAO-Projekt „gut daran erinnern“, dass Willi Dickhut mehrmals davon gesprochen habe, dass die „MLPD eine Verfassungsschutzgründung“ gewesen sei.

Beweise liegen uns für diese Behauptung bisher nicht vor. Sollten unsere Leserinnen und Leser im Besitz irgendwelcher Hinweise sein, bitten wir darum, uns diese zugänglich zu machen. Das gilt ebenso für weiteres Material von der oder über die MLPD (Ausgaben des SD, Erklärungen, Flugblätter etc.). Wir würden das dann in diesen Beitrag einarbeiten, selbstverständlich nur mit dem Einverständnis des Absenders.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

05.03.1965:
Laut Schlomann/Friedlingstein gründet sich die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), die das Zentralorgan 'Sozialistisches Deutschland' (vgl. Jan. 1967) herausgibt. Es erscheint bis August 1965 sporadisch und wird offiziell im Herbst 1968 eingestellt. Ziel der MLPD ist u.a. die "Deutsche Demokratische Republik zu verteidigen", "Westberlin zu befreien" und eine "Volksrepublik Deutschland" zu errichten.

Laut OG Essen RF-O (ex-KPD/ML-ZB) sorgt sich die MLPD in ihrem Zentralorgan 'Sozialistisches Deutschland' vor allem um die 'deutschen Ostgebiete', die nicht preisgegeben werden dürften (vgl. 1968).
Quelle: Klassenkampf und Programm, Nr.3,Dortmund, Apr. 1973,S.40;
Schlomann/Friedlingstein:Die Maoisten,Frankfurt/M., 1970,S.245

Januar 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt vermutlich im Januar die Nr. 15 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. 5.3.1965, Feb. 1967), aus der hervorgeht, dass die MLPD in der DDR sowie in Westdeutschland tätig ist.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 15,o. O., 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 1/1967, Seite 10 und 11


Februar 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt vermutlich im Februar die Nr. 16 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. Jan. 1967, März 1967), in der sie sich bezüglich der Ablehnung der Teilung Deutschlands auf Stalin beruft und aus Ostberlin vom Überfall der Staatssicherheit auf die Schaukästen der chinesischen Botschaft berichtet.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 16,o. O., 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 2

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 4

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 6

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 8

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 10

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 16, Ausgabe 2/1967, Seite 11

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 15, Ausgabe 2/1967, Seite 12


März 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt vermutlich im März die Nr. 17 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. Feb. 1967, Apr. 1967), in der sie u.a. von ihrem zweijährigen Bestehen berichtet. Weiter verteidigt sie in dieser Ausgabe programmatische Ausführungen Enver Hoxhas auf dem V. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens (PAA) 1966 gegen die "modernen Revisionisten" und erklärt sie auch für die MLPD als verbindlich. Ferner wird als "Dokument zum IV. Parteitag der MLPD" ein Auszug aus dem "KPD-Programm zur nationalen Befreiung des deutschen Volkes v. 24.8.1930" dokumentiert.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 17,o. O., 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 17, Ausgabe 3/1967, Seite 10 und 11


April 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt vermutlich im April die Nr. 18 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. März 1967, Mai 1967), in der sie gesamtdeutsche Volksrepublik aus BRD und DDR anstrebt. Ferner wird als "Dokument zum IV. Parteitag der MLPD" ein Auszug aus J. W. Stalins "Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung", zuerst veröffentlicht in der "Prawda" vom 3.2.1925, dokumentiert.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 18,o. O., 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 18, Ausgabe 4/1967, Seite 10 und 11


Mai 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt vermutlich im Mai die Nr. 19 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. Apr. 1967, 31.8.1967), in der die 'Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung', eine 'einsatzbereite geistige Atombombe Deutschlands' als nunmehr verfügbar gemeldet werden und ein Nachruf auf den Berliner Marxisten-Leninisten Ernst Wollweber und ein Dank seiner Witwe Erika erscheint.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 19,o. O., 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 19, Ausgabe 5/1967, Seite 12, 1, 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 19, Ausgabe 5/1967, Seite 4 bis 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 19, Ausgabe 5/1967, Seite 8 bis 11


31.08.1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt die Nr. 22 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. Mai 1967, 31.10.1967), die in Berlin erscheint und in der sie höhere Mindestlöhne für die Werktätigen und die Senkung der Bezüge der priviligierten Schichten in der DDR fordert und Stalin als Verteidiger der Oktoberrevolution herausstellt.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 22,Berlin, 31.8.1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 22, 31.8.1967, Seite 12, 1, 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 22, 31.8.1967, Seite 4, 9, 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 22, 31.8.1967, Seite 8, 5, 10 und 11


31.10.1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt die Nr. 24 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. 31.8.1967, 30.11.1967), die in Berlin erscheint und in der über Burma berichtet wird - außerdem über die eigenen mehr als 5 000 Mitglieder in der DDR (einschließlich Westberlin) und Westdeutschland.

Das 'Sozialistische Deutschland' der MLPD behauptet, laut KPD/ML, daß es "mehr als 5 000 deutsche Marxisten-Leninisten" gäbe.
Q: KPD/ML:Die Hindernisse für eine prinzipienfeste Einheit der Marxisten-Leninisten müssen ausgeräumt werden,Dortmund, 1976,S.46;
Sozialistisches Deutschland, Nr. 24,Berlin, 31.8.1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 24, 31.10.1967, Seite 10 und 11


30.11.1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt die Nr. 25 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. 31.10.1967, Dez. 1967), in der sie eine gesamtdeutsche Volksrepublik aus BRD und DDR anstrebt und die illegale KPD, SED und SED-W als gewöhnliche Reformparteien angreift.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 25,Berlin, 30.11.1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 25, 30.11.1967, Seite 10 und 11


Dezember 1967:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt die Nr. 26 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl. 31.11.1967, 1968), in der sie die stufenweise Rückgabe der ehemaligen deutschen Ostgebiete an die DDR fordert, um deren Einverleibung in die BRD zu verhindern.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 26,Berlin, Dez. 1967

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 3. Jg., Nr. 26, im Dez. 1967, Seite 10 und 11


1968:
Laut OG Essen RF-O (ex-KPD/ML-ZB) fordert die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) in ihrem Zentralorgan 'Sozialistisches Deutschland' Nr. 27 (vgl. Dez. 1967, 1.6.1968): "Es ist unmarxistisch, die deutschen Ostgebiete nicht zurückgeben zu wollen. ... Wer die Ideen Mao Tse-Tungs anwendet, weiß, daß unsere Rückforderung marxistisch-leninistisch ist."
Q: Klassenkampf und Programm, Nr.3,Dortmund, Apr. 1973,S.40

01.06.1968:
Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) gibt die Nr. 32 ihres Zentralorgans 'Sozialistisches Deutschland' heraus (vgl.1968), in der sie sich selbst die roten Fahnen auf der Demonstration gegen die Notstandsgesetze am 11. Mai anrechnet.
Q: Sozialistisches Deutschland, Nr. 32,Berlin, 1.6.1968

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 12 und 1

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 2 und 3

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 4 und 5

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 6 und 7

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 8 und 9

Sozialistisches Deutschland - Zentralorgan der MLPD, 4. Jg., Nr. 32, 1.6.1968, Seite 10 und 11


16.12.2004:
2004 interviewte Helmut Lucas von „Kommunisten-online“ einen „ehemals führenden Funktionär der KPD/ML“. In dem Interview äußert sich der ehemalige KPD/MLer, vermutlich Günter Ackermann, auch zur frühen MLPD:

»Es gab ab etwa 1965 eine Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (die heutige MLPD hat mit ihr nichts zu tun). Deren Chef war der Steuerberater Erich Reimann aus Hanau. Diese Partei gab eine Zeitung heraus, die „Sozialistisches Deutschland“ hieß. Reimann vertrat die Ansicht, das KPD-Verbot würde auf uns angewendet, deshalb meinte er, seine MLPD dürfe nicht legal politisch arbeiten.

Wir, d. h. Ernst Aust, ich und andere, dagegen meinten, es sei keineswegs sicher, dass das Verbot auf uns angewendet werde. Jedenfalls würden wir uns wichtige Möglichkeiten der politischen Arbeit selbst wegnehmen, wenn wir illegal die KPD/ML aufbauen würden. Auch passe das KPD-Verbot nicht mehr in die politische Landschaft.

Kurz: Wir wollten keinen konspirativen Verein, sondern wir wollten die Partei an den Klassenkämpfen beteiligen und sie hier aufbauen. „So legal wie möglich,“ meinten wir. Sich freiwillig illegalisieren kam nicht in Frage.

Von der MLPD sah ich das letzte Mal etwas, als ich mit Ernst Aust auf dem Weg nach Wien war zur MLPÖ. Ein Genosse hatte das „Sozialistische Deutsachland“ dabei. Die Hauptüberschrift: „Das 50.000ste Mitglied der MLPD aufgenommen“. Wir lachten darüber.

Natürlich gab es Verbindungen zu Reimanns Gruppe. Ich hatte sie bereits seit 1966, war aber niemals Mitglied. Aus irgendeinem Grund verhinderte das Reimann.

Einige waren Reimann auf den Leim gegangen und hatten sich wieder abgewendet, sie stießen zu uns. Damals schon hatten wir den Verdacht, dass diese MLPD eine Kreatur des Verfassungsschutzes ist. Heute bin ich überzeugt davon. Denn in den Jahren danach tauchte niemals wieder der Name Reinmann auf, es gab keinerlei Lebenszeichen von ihm. Reimann und seine „Gruppe“ waren einfach weg.

Aber nach Berichten derer, die bei Reimann mitgemacht hatten, war Geld vorhanden. So bekamen sie Reisen in die Schweiz zur chinesischen Botschaft bezahlt, auch innerhalb der BRD wurde das Fahrgeld ersetzt und das „Sozialistische Deutschland“ kostete auch Geld. Es wurde als Brief verschickt, der Versand war also recht teuer. Da Reimann kein Geld von den Chinesen bekam, bleibt nur übrig: eigenes Geld oder vom Verfassungsschutz. Ich vermute letzteres.

Die Erklärung: Indem sich um Ernst Aust ein ML-Zentrum bildete, war Reimann für den Verfassungsschutz unnütz geworden. Die Fiktion, es gäbe eine MLPD, hätte niemand mehr geglaubt.«
Q: Auszug aus: Räuberpistole. Kommunisten-online interviewte einen ehemals führenden Funktionär der KPD/ML zu der Behauptung des Ex-Mitarbeiters des niederländischen Geheimdienstes, in den Niederlanden sei eine eigene maoistische Partei vom Geheimdienst gegründet worden, o. O., 16.12.2004. Das Interview führte Helmut Lucas. www.kommunisten-online.de/blackchanel/niederlande.htm

Letzte Änderungen: 24.11.2008

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