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Niedersachsen:
Wehrkundeerlass

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin

Für diese wie immer unvollständige Darstellung konnten nur einige der zahlreichen vorliegenden lokalen Materialien berücksichtigt werden.

Der alte Wehrkundeerlass (WKE - 11.2.1966) spielte in Niedersachsen zunächst offenbar keine bedeutende Rolle, wird aber dann durch die Anweisung Willy Brands aktualisiert, was offenbar zu frühen Protesten u.a. in Bad Gandersheim (vgl. 14.9.1971, 16.11.1971) und Göttingen führt (vgl. 18.10.1971, 12.12.1971, 24.1.1972, 18.2.1972), aber auch in Hildesheim (vgl. Apr. 1972, Juni 1972) und Walsrode (vgl. Apr. 1972), bald schon wird eine Novellierung angekündigt (vgl. März 1972) und auf den Weg gebracht (vgl. 2.6.1972). Von der DKP bzw. ihren Freunden konnte bisher nur eine Bezugnahme auf den Wehrkundeerlass gefunden werden (vgl. 6.6.1973).

Die radikale Linke dagegen greift den Wehrkundeerlass als wichtiges Thema auf. Die RJ/ML Hannover ist zwar durch ihre Verbandszugehörigkeit vermutlich aus Baden-Württemberg gut mit Argumentationsvorlagen versorgt (vgl. Okt. 1972) und wohl auch innerhalb einer Aktionseinheit aktiv (vgl. Dez. 1972), und die RJ/ML vermag gar die Wolfenbütteler Schülergruppe, die sonst der KPD befreundet beeinflussen (vgl. 1.10.1972), sonst aber steht die RJ/ML Hannover doch recht allein auf weiter Flur als nördlichster Vorposten dieser Strömung. Ähnlich, wenn auch spiegelverkehrt geht es vermutlich dem KB bzw. der AGL in Göttingen (vgl. 4.7.1972), sowie dem KJVD (vgl. Aug. 1972), den ML Braunschweig (vgl. Mai 1973) und den Wolfenbüttelern. Sie alle scheinen isoliert.

Anders steht es um die Zirkel des späteren KBW, diese befassen sich gemeinsam mit anderen linken Gruppen u.a. in Braunschweig (vgl. 3.7.1972, 2.7.1972, Aug. 1972, 18.9.1972, 13.11.1972, 19.2.1973, 12.3.1973, 13.3.1973, 29.3.1973, 30.3.1973, 30.5.1973, 21.6.1973), Göttingen (vgl. 4.7.1972, 5.7.1972, 29.1.1973, 26.2.1973, 1.3.1973), Hameln (vgl. Nov. 1973), Hildesheim (vgl. Dez. 1972, 8.12.1972, Apr. 1973) und Oldenburg (vgl. 11.12.1972, 13.12.1972, 24.3.1973, 29.3.1973, 30.3.1973, Apr. 1973, Sept. 1973), aber auch landesweit (vgl. 5.3.1973) intensiv mit dem Kampf gegen den Wehrkundeerlass, können dabei vermutlich nicht nur ihre örtliche Verankerung stärken, sondern sich auch selbst auf Landesebene effektiver koordinieren und so im Bereich der Oberschüler die Gründung des KBW voranzutreiben. Die ausführliche Debatte um die Plattform gegen den Wehrkundeerlass trug dabei vermutlich nicht unwesentlich zur Schulung der Beteiligten bei. Der Protest gegen die Jugendoffiziere der Bundeswehr wird auch später fortgeführt (vgl. 14.10.1974).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

11.02.1966:
Der Marxistische Schülerbund (MSB) Lübeck (vgl. März 1972) berichtet vom heutigen Wehrkunderlass (WKE) in Niedersachsen.
Q: Marxistischer Schülerbund-Info Nr.5,Lübeck März 1972,S.2

14.09.1971:
In Bad Gandersheim bzw. Kreiensen erscheint die 'Alternative' - Schülerzeitung - Nr.6 (vgl. 21.7.1971, 16.11.1971). Eingegangen wird auch auf den Wehrkundeerlaß (WKE).
Quelle: Alternative Nr.6,Kreiensen 14.9.1971

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18.10.1971:
An der Universität Göttingen gibt die Rote Zelle Lehramtskandidaten (ROTZLEHR) die Nr. 8 ihrer 'Rotzlehr-Zeitung'(vgl. Okt. 1971, 8.11.1971) – Göttinger Zeitung für Lehrer und Lehrerstudenten - heraus u.a. mit dem Artikel "Wehrkundeunterricht droht" zum WKE.
Q: Rotzlehr-Zeitung Nr.8,Göttingen 18.10.1971,S.2f

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16.11.1971:
In Bad Gandersheim bzw. Kreiensen erscheint die 'Alternative' - Schülerzeitung - Nr.7/8 (vgl. 14.9.1971, 21.1.1972). Berichtet wird über den Wehrkundeerlaß (WKE), gegen den auch die GEW Fachgruppe Gymnasien Niedersachen protestierte.
Q: Alternative Nr.7/8,Kreiensen 16.11.1971,S.11ff

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12.12.1971:
In Göttingen erscheint die uns bisher nur teilweise vorliegende Nr.1 der 'Rote Schule' (vgl. 1.3.1971) – Organ des Sozialistischen Schülerbundes Göttingen (SSG), in den sich das bisherige Aktionszentrum Sozialistischer Schüler (ASS) umbenannt hat, da die aus dem ASS ausgetretene Gruppe (vgl. 12.12.1970) nun als Kommunistische Schülerfront (KSF) tätig ist. Eingegangen wird u.a. auf den Wehrkundeerlaß (WKE).
Q: Rote Schule Nr.1,Göttingen 12.12.1971

Rote Schule - Organ des SSG, Nr. 1, 12.12.1971, Seite 3

Rote Schule - Organ des SSG, Nr. 1, 12.12.1971, Seite 4

Rote Schule - Organ des SSG, Nr. 1, 12.12.1971, Seite 5

Rote Schule - Organ des SSG, Nr. 1, 12.12.1971, Seite 6


24.01.1972:
In Göttingen beteiligen sich, laut KAJB Wolfsburg, ca. 2 500 an einer zweiten Demonstration gegen die Zustände an der Gewerbeschule (vgl. 18.1.1972).
Laut Kommunistischer Schülerfront (KSF – vgl. 18.2.1972) Göttingen war dies, abgesehen von den Flugblattverteilungen zum FKG-Konflikt (vgl. Nov. 1971) und gegen den Wehrkundeerlass (WKE), die erste öffentliche Aktion der KSF.
Q: Schulkampf Nr.1,Göttingen o. J., S. 8;
Solidarischer Kampf Nr.3,Wolfsburg 1972

18.02.1972:
In Göttingen gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF – vgl. 12.12.1971) vermutlich heute erstmals ihren 'Schulkampf' (vgl. 28.4.1972) als Zentralorgan heraus, auf S. 10 werden im Artikel "Der Wehrkundeerlaß und der SSG" die Sozialistischen Schüler Göttingen (SSG) und deren 'Rote Schule' Nr.1 kritisiert, sehen diese doch offenbar die Sowjetunion als sozialistischen Staat an.
Q: Schulkampf Nr.1,Göttingen o. J.

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März 1972:
Der Marxistische Schülerbund (MSB) Lübeck (vgl. März 1972) berichtet von Wehrkunderlass (WKE) aus Niedersachsen, dass "ein neuer Erlaß von Prof. Oertzen angekündigt" sei (vgl. 16.2.1966).
Q: Marxistischer Schülerbund-Info Nr.5,Lübeck März 1972,S.2

April 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Hildesheim gibt die Nr.1 seines Organes 'Arbeiterjugendpresse' (vgl. Juni 1972) heraus. Der Artikel "Offensive des Militarismus" befasst sich mit dem Wehrkundeerlass (WKE).
Q: Arbeiterjugendpresse Nr.1,Hildesheim Apr. 1972,S.3

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April 1972:
Die Interessengemeinschaft der Jugend (IDJ) Walsrode gibt im April die Nr.6 ihres 'Landbote Ulifus' (vgl. Okt. 1971) heraus. Man äußert sich auch "Zum Wehrkundeunterricht" (WKE).
Q: Landbote Ulifus Nr.6,Walsrode Apr. 1972,S.11f

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Juni 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Hildesheim gibt die Nr.2 seines Organes 'Arbeiterjugendpresse' (vgl. Apr. 1972, Sept. 1972) heraus, gefordert wird: "Weg mit dem Wehrkundeerlass!" (WKE).
Q: Arbeiterjugendpresse Nr.2,Hildesheim Juni 1972,S.2

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02.06.1972:
Die RJ/ML Hannover des KABD (vgl. Okt. 1972) berichtet vom heutigen Entwurf zum Wehrkundeerlaß (WKE) der Landesregierung Niedersachsen bzw. des Kultusministers (KuMi) Oertzen (SPD).
Q: Roter Berufsschüler Nr.1,Hannover Okt. 1972,S.2

12.06.1972:
In Göttingen gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF) vermutlich in dieser Woche ein Extra ihres 'Schulkampf' (vgl. Mai 1972, 6.10.1972) als Zentralorgan heraus. Enthalten ist das "Aktionsprogramm der KSF gegen den Wehrkundeerlass" (WKE – vgl. 2.6.1972).
Q: Schulkampf Extra Aktionsprogramm der KSF gegen den Wehrkundeerlass,Göttingen <1972>

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03.07.1972:
In der vermutlich in dieser Woche erscheinenden Nr.2 seiner 'Roten Universitätszeitung' (vgl. Juni 1972, 12.7.1972) befaßt sich der Sozialistische Bund (SB) Braunschweig u.a. mit dem Wehrkunde-Erlaß (WKE).
Q: Rote Universitätszeitung Nr.2,Braunschweig Juli 1972,S.3

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04.07.1972:
In Göttingen findet, laut KB, eine Demonstration gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) mit 1 500 Teilnehmern statt, zu der nicht nur der DGB KJA und die SMV's mobilisieren sondern auch die dem KB nahestehende Aktionsgruppe Göttinger Lehrlinge und Jungarbeiter (AGL).

Vermutlich auf dieser Demonstration verteilt die Kommunistische Schülerfront (KSF) ein Flugblatt "Für konsequenten antimilitaristischen Kampf!", in dem sie gegen den SSG polemisiert, aber auch Selbstkritik übt.
Q: Arbeiterkampf Nr.21,Hamburg Aug./Sept. 1972; KSF:Für konsequenten antimilitaristischen Kampf!,Göttingen o. J.

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05.07.1972:
An der Universität Göttingen gibt die Zelle Medizin des KSB die Nr.3 ihrer Zeitung 'Rote Diagnose' (vgl. 15.6.1972, 25.10.1972) heraus. Der Leitartikel zur Militärmedizin ruft auf: "Kampf der Militarisierung der Hochschule", wobei auch, u.a. mit Hilfe der RSF München, gegen den Ellweinplan bzw. den Wehrkundeerlaß (WKE) und die Bundeswehrhochschulen eingetreten wird.
Q: Rote Diagnose Nr.3,Göttingen 5.7.1972,S.1ff

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12.07.1972:
Der Sozialistische Bund (SB) Braunschweig gibt seine 'Rote Universitätszeitung' Nr.3 (vgl. 3.7.1972, 18.10.1972) heraus. Von der Kampagne gegen den Wehrkunde-Erlaß (WKE) wird kundgetan, daß sich in diese u.a. die vierköpfige Oberschülerkommission (OSK) des SB, die innerhalb der Schülerbasisgruppe (SBG) Braunschweig arbeitet, u.a. mit einer Zellenzeitung eingemischt hat. Die Marxisten-Leninisten (ML) Braunschweig aber, die ehemalige Ortsgruppe der KPD/ML-ZK (vgl. 27.11.1971), hätten eine abstrakte Diskussion initiiert, weswegen zur Demonstration nur 80 erschienen seien.
Q: Rote Universitätszeitung Nr.3,Braunschweig 12.7.1972,S.2f

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August 1972:
Im August bringt der KJVD der KPD/ML-ZB die Nr.7 seines 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) (vgl. Aug. 1972, Sept. 1972) heraus. Der KJVD Münster aus NRW berichtet über den Wehrkundeerlaß (WKE) (vgl. Juli 1972), mit dem sich auch der Niedersächsische KJVD beschäftigt. Eine Veranstaltung in Langendamm (vermutlich das Langendamm im Kreis Nienburg,d.Vf.) soll außer von Lehrlingen und Schülern auch von Soldaten besucht worden sein.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.7,Bochum Aug. 1972

August 1972:
In Braunschweig bildet sich, nach eigenen Angaben, Anfang August durch den ideologischen Kampf der Oberschülerkommission (OSK) des Sozialistischen Bundes (SB) Braunschweig innerhalb der Schülerbasisgruppe und die Wehrkunde-Erlaß (WKE) Kampagne der OSK die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig (vgl. Mai 1972, 18.9.1972).
Q: Rote Oberschüler Front Nr.1,Braunschweig 18.9.1972

18.09.1972:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig (vgl. Aug. 1972) erstmals ihr Organ 'Rote Oberschüler Front' (ROF) heraus (vgl. Okt. 1972). Berichtet wird u.a. über die 4 Verweise am Wilhelm Gymnasium durch die Wehrkundeerlaß (WKE) Kampagne.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.1,Braunschweig 18.9.1972

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Oktober 1972:
Die RJ/ML Hannover des KABD gibt die Nr.1 ihres 'Roten Berufsschülers' heraus.
Zum Wehrkundeerlaß (WKE) heißt es:"
Ende 1970 (vgl. 19.10.1970,d.Vf.) forderte 'Friedens'kanzler Brandt in einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder, 'die Notwendigkeit und Probleme der Landesverteidigung' sollten 'in den Schulen mehr Beachtung finden.'

Diesem Aufruf folgte jetzt (vgl. 2.6.1972,d.Vf.) der niedersächsische SPD-Kultusminister (KuMi,d.Vf.) von Oertzen mit einem Wehrkundeerlaß-Entwurf. Dort heißt es: 'Die Probleme der Friedens- und Sicherheitspolitik' sollen 'sinnvoll und zwanglos aus dem gesamten Zusammenhang von Gesellschaft und Politik heraus entwickelt werden.' Also, Friedens- und Sicherheitspolitik soll besprochen werden. Kann man dagegen etwas haben? So wird manch Einer fragen.

FRIEDENSBETRUG UND NOTSTANDSKURS

Was verstehen die Bundes- und die Länderregierungen unter 'Friedens- und Sicherheitspolitik'?

Treffend kennzeichnete Minister Ehmke die Bonner Politik der 'inneren Sicherheit': 'Wir sichern die Demokratie nach links.'

In den letzten zwei Jahren ist die Unzufriedenheit und Kampfbereitschaft der Werktätigen gegenüber der Profitschinderei der Konzernherren gewachsen. So auch bei Hanomag, wo 4 000 Kollegen im Juni demonstrierten (vgl. 12.6.1972,d.Vf.). Die Gewinne der Bosse steigen unermeßlich. Selbst nach Angaben der Unternehmerzeitung 'Handelsblatt' (HB,d.Vf.) stiegen die Gewinne bei Großkonzernen wie Daimler-Benz und Siemens um 10 - 20%. Aber für uns hielten die 'Lohnerhöhungen' nicht einmal die Preissteigerungen in der Waage. Viele Kollegen sind nicht mehr bereit stillzuhalten. Bei Krupp, bei Mannesmann und Thyssen wurde schon für mehr Lohn gestreikt. Da fürchten die Konzerngewaltigen um die hohen Profite.

Im Auftrag dieser Herren haben die Bonner Parteien den staatlichen Machtapparat unheimlich verstärkt. Die Polizei wird mit MPs, MGs und Panzerfahrzeugen ausgerüstet. Der Grenzschutz (BGS,d.Vf.) ist kraft Gesetz zu einer Bundespolizei geworden (vgl. 22.6.1972,d.Vf.). Die Notstandsgesetze (NSG - vgl. 30.5.1968,d.Vf.), schon 1968 unter der CDU/SPD-Regierung gegen den Protest Hunderttausender verabschiedet, sehen auch den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vor. Seitdem heißt es in Paragraph 87a des Grundgesetzes (GG,d.Vf.):

'Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitlich demokratische Grundordnung (FdGo,d.Vf.) des Bundes... kann die Bundesregierung... Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutz von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen.'

Zu ersten Notstandseinsätzen kam es während der Olympiade in München (vgl. 5.9.1972,d.Vf.). Ein Bundeswehrflugplatz wurde den Terroristen zur Falle gemacht. Soldaten nahmen an dem Einsatz teil. Während der Abschlußfeier kommandierten Brandt und 'Verteidigungs'minister Leber Starfighter zur Abschirmung des Luftraums.

Heute werden Terroristen als Vorwand hochgespielt, um für morgen die Waffen zum Einsatz gegen streikende Arbeiter und ihre Organisationen zu schärfen. SPD und CDU verteidigen den 'freiheitlich-demokratischen' Staat des Großkapitals, in dem die Abs, Flick, Siemens und Springer alle rechte genießen. Ihre 'Sicherheits'maßnahmen beschließen die Bonner Parteien meist einmütig.

STÄRKT DIE FRONT DES FRIEDENS - KAMPF DEM BRD-IMPERIALISMUS

Auch in der Außenpolitik ist die Bonner Regierung nicht so friedliebend, wie sie immer tut. Die Bundeswehr hält heute schon Manöver in Portugal und der Türkei ab. Dort unterdrücken faschistische Regimes die einheimische Bevölkerung. Sie garantieren, daß westdeutsche Großkonzerne niedrigste Löhne zahlen und Höchstprofite machen. In der Türkei z.B. haben sich Daimler-Benz, Siemens, AEG, Bayer Leverkusen und andere Werke angesiedelt. Daß die Bundeswehr dort als Natopartner die Niederschlagung von Volksaufständen übt, wird 'Verteidigung des freien Westens' genannt. In Wirklichkeit wird hier die Ausdehnung der westdeutschen Monopolherrschaft über andere Völker militärisch gesichert.

HINTER BRANDTS FRIEDENSMASKE BLÜHT DIE RÜSTUNGSINDUSTRIE

Obwohl viel vom 'Friedenskanzler' geredet wird und die SPD 'den Frieden sicherer machen will', hat sie die militaristische Politik der CDU-Regierung fortgesetzt. Der Rüstungshaushalt wurde in diesem Jahr um 11% erhöht. 24,7 Milliarden DM, ein Viertel des Bundeshaushaltes werden in die Rüstung gesteckt.

Diese Steuergelder stecken die Großkonzerne wieder ein, denn sie weiten ihre Rüstungsproduktion mehr und mehr aus. So kletterte beim Rheinstahl-Konzern der Umsatz mit der Rüstung um 118,6%, während Teile der Rheinstahl-Hanomag, die mit den Höchstprofiten in der Rüstung nicht mithalten, einfach stillgelegt werden.

RÜSTUNG, KRIEG UND LEICHEN - PROFITE FÜR DIE REICHEN

Auch vor den beiden Weltkriegen wurde wie wild aufgerüstet und militaristische Propaganda betrieben. Auch damals hieß es, eine starke Armee würde den Frieden sichern. Diese Lüge haben Millionen Menschen am eigenen Leib erfahren.

Bundeswehroffiziere sollen diese Propaganda wieder in die Schulen tragen. Mit Kasernenbesuchen sollen die Schüler zu militaristischer Begeisterung erzogen werden. Lehrer werden auf Seminaren der Bundeswehr vorbereitet, das volksfeindliche Gift geschickt in den Unterricht einzumischen.

Gegen die Versuche, uns mit dem Gerede von der 'Friedens- und Sicherheitspolitik' irrezuführen, und mit Notstands- und Kriegspropaganda zu bearbeiten, müssen wir uns zusammenschließen. Lehrlinge, Schüler und fortschrittliche Lehrer gehören in eine Front gegen den Wehrkundeerlaß.

WEG MIT DEM WEHRKUNDE-ERLASS!"
Q: Roter Berufsschüler Nr.1,Hannover Okt. 1972

01.10.1972:
In Wolfenbüttel gibt der örtliche Initiativkreis Sozialistische Schülerarbeit (ISS) erstmals seine 'Wolfenbütteler Schülerpresse' (vgl. 14.12.1972) heraus.
Bekanntgegeben wird, daß es schon seit einiger Zeit sozialistische Schüler in Wolfenbüttel gibt, zumindest schon vor den Sommerferien (vgl. Juni 1972), wo man gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) kämpfte. Zu diesem Thema wird auch aus dem 'Roten Signal' der MLSG des KABD ein Interview mit einem Soldaten übernommen.
Q: Wolfenbütteler Schülerpresse Nr.1,Wolfenbüttel 1.10.1972

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13.11.1972:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.3 (vgl. Okt. 1972, 11.12.1972) heraus, vom Wilhelmgymnasium (WG) wird berichtet über Disziplinierungen.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.3,Braunschweig 13.11.1972

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Dezember 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (KAJB) Hildesheim gibt die Nr.4 seines Organs 'Arbeiterjugendpresse' (vgl. Sept. 1972, März 1973) heraus, angekündigt wird der Aufbau von Komitees gegen den Wehrkundeerlaß (WKE).
Q: Arbeiterjugendpresse Nr.4,Hildesheim Dez. 1972,S.2

Dezember 1972:
Die Nr.12 des 'Rebell' (vgl. Nov. 1972, Jan. 1973) der RJ/ML des KABD berichtet u.a. aus Hannover, die bisherige RJ/ML-Sympathisantengruppe werde in eine Ortsgruppe umgewandelt. Diese arbeite u.a. in einer Wehrkundeerlaß-Aktionseinheit mit.
Q: Rebell Nr.12,Tübingen Dez. 1972

08.12.1972:
Die hauptsächlich in Niedersachsen stationierte Panzergrenadierdivision 1 der Bundeswehr beginnt das Manöver 'Wilde Hatz' bis zum 11.12.1972, bei dem sechs Soldaten sterben.
Q: Arbeiterjugendpresse Nr.5,Hildesheim Apr. 1973,S.6

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11.12.1972:
Das Initiativkomitee zum Aufbau einer Kommunistischen Schülergruppe (IK/KSG) Oldenburg (vgl. 8.1.1973) berichtet spätestens von Anfang dieser Woche von der Kampagne gegen den Wehrkundeerlaß (WKE - vgl. 11.12.1973), daß die zusammen mit Gruppen aus Braunschweig, Göttingen, Hannover und Osnabrück verfaßte Plattform der WKE-Komitees durch IK/KSG und die KHG der PH an Schulen, Berufsschulen und der PH verteilt worden sei.
Q: Schulkampf Nr.2,Oldenburg Jan. 1973

13.12.1972:
Das Initiativkomitee zum Aufbau einer Kommunistischen Schülergruppe (IK/KSG) Oldenburg (vgl. 8.1.1973) berichtet von der heutigen Infoveranstaltung gegen den Wehrkundeerlaß (WKE - vgl. 11.12.1973), daß nachdem die HBV-Jugend und der MSB Spartakus der DKP die Runde verlassen hätten, die Plattform mit 70 Ja-Stimmen und 10 Enthaltungen verabschiedet worden und ein Aktionsausschuß Kampf gegen Wehrkunde gegründet werden konnte, in dem fast alle Gymnasien vertreten sind.
Q: Schulkampf Nr.2,Oldenburg Jan. 1973

29.01.1973:
In Göttingen gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF) Göttingen vermutlich in dieser Woche die Nr. 4 des 'Schulkampfs' (vgl. Nov. 1972, 26.2.1973) zum Wehrkundeerlaß (WKE) als Zentralorgan heraus.

Enthalten ist zu diesem Thema der gemeinsame Aufruf, unterzeichnet aus Göttingen von KB, KAJB, KSF und KSB, aus Osnabrück von KB, KAJB und KOB, aus Oldenburg von KHG und KSG, aus Braunschweig von IG/KOB und KSB sowie aus Hannover vom KB/AK.
Q: Schulkampf Nr. 4,Göttingen <1973>

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Februar 1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg (vgl. 27.3.1973) berichtet vom Wehrkundeerlaß (WKE) vermutlich aus dem Februar, daß ein oder mehrere Jugendoffiziere der Bundeswehr die Oldenburger Realschule Margretenstraße besuchten.
Q: Schulkampf Nr.3,Oldenburg März 1973

19.02.1973:
Der KB Braunschweig gibt die Nr.5/6 seiner 'Roten Arbeiter Zeitung' (vgl. 21.12.1972, 15.3.1973) heraus. Ein Aufruf gegen den Wehrkunde-Erlaß (WKE) ist unterzeichnet von der Initiativgruppe/Kommunistischer Oberschülerbund (IG/KOB) Braunschweig, der Initiativgruppe Sozialistischer Schüler (IGSS) Wolfenbüttel, von KB Braunschweig, KSB Braunschweig, ML Braunschweig und der GIM Braunschweig.
Q: Rote Arbeiter Zeitung Nr.5/6,Braunschweig 19.2.1973,S.6ff

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19.02.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.6 (vgl. 11.1.1973, 5.3.1973) heraus, die zum Wehrkunde-Erlaß (WKE) eine längere Aufruferliste als die heutige 'RAZ' des KB Braunschweig veröffentlicht.
Bei der IG/KOB finden sich noch die Unterschriften von KB Göttingen, KSB Göttingen, Kommunistischer Schülerfront (KSF) Göttingen, KAJB Göttingen, KB Osnabrück, KAJB Osnabrück, KOB Osnabrück, KHG Oldenburg und vom Initiativkomitee/Kommunistische Schülergruppe (IK/KSG) Oldenburg.
Vom WKE wird außer vom WG dann auch vom Hoffmann von Fallersleben (HvF) Gymnasium berichtet, wo ein Jugendoffizier der Bundeswehr tätig wurde. Weitere WKE Berichte kommen aus der Lutherschule in Langschede/West bzw. der Hellwegkaserne in Unna in NRW und aus Wilhelmshaven. Abgedruckt wird auch der Bericht eines Braunschweiger Bundeswehrsoldaten der Panzerbrigade 2, die auch noch in Hildesheim liegt, u.a. über den Übungsplatz Bergen-Hohne.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.6,Braunschweig 19.2.1973

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26.02.1973:
In Göttingen gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF) Göttingen vermutlich in dieser Woche ein Extra "Kampf der militaristischen Verhetzung" des 'Schulkampfs' (vgl. 19.2.1973, 23.4.1973) zum Wehrkundeerlaß (WKE) als Zentralorgan heraus. Aufgerufen wird zur Gründung der entsprechenden Kampfkomitees am 1.3.1973.

Berichtet wird vom Felix-Klein Gymnasium, von der Berufsschule Osterode und von der Bundeswehr u.a. aus der Zietenkaserne Göttingen.
Q: Schulkampf Extra Kampf der militaristischen Verhetzung,Göttingen <1973>

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01.03.1973:
In Göttingen sollen, laut Kommunistischer Schülerfront (KSF) Göttingen (vgl. 26.2.1973), heute auf ihrer Veranstaltung im Jugendfreizeitheim die Kampfkomitees gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) gegründet werden.
Q: Schulkampf Extra Kampf der militaristischen Verhetzung,Göttingen <1973>

05.03.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.7 (vgl. 19.2.1973, 29.3.1973) heraus. Ein Aufruf gegen den WKE ist unterzeichnet aus Göttingen von KB, KSB, KAJB und KSF, aus Osnabrück von KB, KAJB, und KOB, aus Oldenburg von KHG und IK/KSG, aus Braunschweig von KB und IG/KOB sowie aus Hannover vom KB/Aufbaukomitee (KB/AK).
Q: Rote Oberschüler Front Nr.7,Braunschweig 5.3.1973,S.15ff

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12.03.1973:
In Braunschweig gibt die Zelle Wilhelm-Gymnasium (WG) der Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihr Organ 'Roter Wilhelm' Nr.2 (vgl. 21.2.1973) heraus. Die Zelle äußert sich auch zur Wehrkunde (WKE) am WG.
Q: Roter Wilhelm Nr.2,Braunschweig 12.3.1973,S.6f

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13.03.1973:
In Braunschweig will u.a. die IG/KOB (vgl. 5.3.1973, 29.3.1973) auf einer Sitzung im AStA der TU ein Komitee gegen den Wehrkunde-Erlaß (WKE) gründen.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.7,Braunschweig 5.3.1973

24.03.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg (vgl. 27.3.1973) berichtet vom Wehrkundeerlaß (WKE), daß sie dagegen heute gemeinsam mit der KHG einen Infostand am Lefferseck in der City durchführte.
Q: Schulkampf Nr.3,Oldenburg März 1973

29.03.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.8 (vgl. 5.3.1973, 21.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von der Wehrkunde-Erlaß (WKE) Kampagne (vgl. 13.3.1973, 30.3.1973). Die IG/KOB habe ihren Aufruf an allen Oberschulen in Braunschweig und Wolfenbüttel verbreitet und daraufhin ein Gespräch mit der IGSS Wolfenbüttel sowie GIM und ML Braunschweig geführt. Die ML hätten den Aufruf unterstützt und gerne noch um Ablehnung der Kriegsdienstverweigerung (KDV) als Alternative sowie die Forderung nach freier politischer Betätigung für fortschrittliche Menschen ergänzt. Bei der politischen Betätigung habe man einen Kompromiß geschlossen, die KDV solle in den Schulkomitees diskutiert werden. Hiervon gibt es an einer Stelle 4, an einer anderen Stelle mehr als 4 Stück. An der Berufsschule arbeiten sowohl KB als auch ML Braunschweig mit.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.8,Braunschweig 29.3.1973

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29.03.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg rief für heute zentral (vgl. 26.3.1973) und auch am Neuen Gymnasium (vgl. 29.3.1973) zu einer Veranstaltung gegen die Schulverweise in Bremen (vgl. 19.3.1973) auf, die im Hörsaal F der PH stattfinden und sich vermutlich ursprünglich gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) richten sollte. Laut KSG (vgl. 18.6.1973) kommen rund 80 Schüler.
Q: KSG: Schulverweise für fortschrittliche Schüler in Bremen,Oldenburg o.J. (1973);
KSG-BG NGO:Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO,Oldenburg 29.3.1973;
Schulkampf Nr.3 und 4,Oldenburg März 1973 bzw. Juni 1973

29.03.1973:
Die Basisgruppe Neues Gymnasium Oldenburg (NGO) der Kommunistischen Schülergruppe (KSG) Oldenburg gibt zum Wehrkundeerlaß (WKE) ein Flugblatt "Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO" mit einer Auflage von 400 Stück unter Verantwortung von R. Duddeck heraus.

Berichtet wird aus Göttingen, von der Bundeswehr in Stadtoldendorf und vom Gymnasium Eversten Oldenburg.
Aufgerufen wird zur heutigen Solidaritätsveranstaltung mit den Bremer Schülern und zur morgigen Veranstaltung gegen den WKE.
Q: KSG-BG NGO:Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO,Oldenburg 29.3.1973

Flugblatt: Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO

30.03.1973:
In Braunschweig soll ein Teach In gegen den Wehrkunde-Erlaß (WKE) im Freizeit- und Bildungszentrum stattfinden. Ein erneuter Aufruf in Braunschweig ist von GIM, ML Braunschweig und KB Braunschweig nebst IG/KOB und KSB unterzeichnet. Die IG/KOB ruft u.a. in ihrer gestrigen Zeitung auf.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.8,Braunschweig 29.3.1973

30.03.1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg Basisgruppe am Neuen Gymnasium (vgl. 29.3.1973) rief für heute zu einer Veranstaltung gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) auf.
Später berichtet die KSG (vgl. 18.6.1973) daß sich 35 bis 40 Schüler an einer verbotenen Versammlung in der Pausenhalle beteiligt hätten.
Q: Schulkampf Nr.4,Oldenburg Juni 1973;
KSG-BG NGO:Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO,Oldenburg 29.3.1973

April 1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg (vgl. 27.3.1973) berichtet vom Wehrkundeerlaß (WKE) vermutlich aus dem April, daß Jugendoffiziere der Bundeswehr bald das Neue Gymnasium Oldenburg, konkret die Klassen 11m und 11s, besuchen wollen.
Q: Schulkampf Nr.3,Oldenburg März 1973;
KSG-BG NGO:Diskussionsveranstaltung zur Wehrkunde am NGO,Oldenburg 29.3.1973

April 1973:
Der KB Hildesheim gibt vermutlich im April eine Ausgabe, vermutlich die Nr.3, seines Organs 'Arbeiterzeitung Hildesheim' (vgl. März 1973, 21.5.1973) heraus. Aufgerufen wird zur Bildung von Komitees gegen den Wehrkundeerlass (WKE).
Q: Arbeiterzeitung Hildesheim,Hildesheim o.J. (1973),S.3

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Mai 1973:
In Braunschweig erscheint erstmals die 'Rote Wühlmaus – Revolutionäre Zeitung für Lehrlinge und Schüler', die von den Marxisten-Leninisten/Braunschweig initiiert wurde. Berichtet wird auch über die Wehrkunde.
Q: Rote Wühlmaus Nr.1,Braunschweig Mai 1973,S.15ff

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30.05.1973:
In Braunschweig gibt die Zelle Wilhelm-Gymnasium (WG) der Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihr Organ 'Roter Wilhelm!' Nr.3 (vgl. 12.3.1973, Feb. 1974) heraus. Die Zelle äußert sich auch "Zur weiteren Arbeit im Wehrkundekomitee WG" (WKE).
Q: Roter Wilhelm! Nr.3,Braunschweig 30.5.1973,S.3f

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06.06.1973:
Der Bezirksvorstand Niedersachsen der DKP gibt seine 'DKP Informationen' Nr.4 (vgl. 16.5.1973, 15.6.1973) heraus, in der er sich u.a. mit dem neuen Wehrkundeerlaß (WKE) befaßt.
Q: DKP Informationen Nr.4,Hannover 6.6.1973

21.06.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.9 (vgl. 29.3.1973, 22.12.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von der Bundeswehr vom Tag der Braunschweiger Infanterie am 6. Mai und von der Wehrkunde-Erlaß (WKE) Kampagne (vgl. 30.3.1973), in der Komitees an den Gymnasien Ina Seidel, Ricarda Huch und Hoffmann von Fallersleben aufgebaut wurden.
Q: Rote Oberschüler Front Nr.9,Braunschweig 21.6.1973

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September 1973:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Oldenburg des KBW gibt die Nr.5 ihres Organs 'Schulkampf' (vgl. 18.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über den Wehrkundeerlaß (WKE) bzw. die Jugendoffiziere am Neuen Gymnasium.
Q: Schulkampf Nr.5,Oldenburg Sept. 1973

November 1973:
Vermutlich im November gibt die Kommunistische Schülerfront (KSF) Hameln erstmals ihren 'Schulkampf' (vgl. März 1974) heraus. Eingetreten wird gegen den Wehrkundeerlaß (WKE).
Q: Schulkampf Sr.1,Hameln o. J. (1973),S.12ff

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14.10.1974:
In Göttingen gibt der Kommunistische Oberschülerbund (KOB) die Nr.6 seines 'Schulkampfs' (vgl. 7.10.1974, 2.12.1974) heraus. Berichtet wird u.a. vom Hainberg-Gymnasium, wo Jugendoffiziere der Bundeswehr auftraten.
Q: Schulkampf Nr.6,Göttingen 14.10.1974,S.6

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Letzte Änderungen: 18.04.2010

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