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Düsseldorf-Reisholz: Stahl- und Röhrenwerke bzw. Mannesmann Röhrenwerk und Mannesmann Kammerich

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 15.09.2010

Bei den zunächst zum Thyssenkonzern, bald dann zur Mannesmann-Gruppe gehörigen Stahl- und Röhrenwerken Reizholz in Düsseldorf ist zu Beginn dieser, wie immer unvollständigen Darstellung offenbar die DKP gleich nach ihrer Gründung aktiv (vgl. 10.4.1969, 3.7.1969), bald dann auch mit einer Betriebszeitung (vgl. Aug. 1969). es kommt bei den Stahl- und Röhrenwerken nicht nur zum kurzen Streik in der Dreherei (vgl. Aug. 1969, 28.8.1969), sondern auch an den Septemberstreiks 1969 beteiligt sich die Belegschaft der Stahl- und Röhrenwerke Reisholz mit einem zweitägigen illegalen Ausstand (vgl. 8.9.1969, 9.9.1969).

Die DKP berichtet nicht nur vom Septemberstreik 1969 8vgl. 18.9.1969), sondern gibt auch weiter ihre Betriebszeitung heraus (vgl. Aug. 1970, Okt. 1970, Juni 1971, März 1972, Sept. 1972, Okt. 1972), sieht sich aber bald der Konkurrenz in Gestalt der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971, 22.2.1971, 1.3.1971, 3.11.1971, 3.12.1971, 20.12.1971, 4.2.1972, März 1972, 28.4.1972, 18.9.1972) sowie ein wenig auch der KPD (vgl. 16.9.1971) ausgesetzt.

Die KPD ist damals in Düsseldorf vor allem bei Mannesmann Lierenfeld und Mannesmann Rath aktiv, berichtet zwar ab und an vom Stahl- und Röhrenwerk Reisholz, welches nun zum Mannesmann Röhrenwerk wird (vgl. 1.1.1973, 22.2.1973, März 1973, 22.8.1973), agitiert dort aber vermutlich nur auch ab und zu (vgl. 22.8.1973), was sich dann vermutlich trotz politischer Entlassungen (vgl. 15.10.1973) im Zuge der Intensivierung der konzernweiten KPD-Agitation gegen die Stillegungen bei Mannesmann ändert (vgl. Nov. 1973, 20.11.1973), wobei sich die KPD in Reisholz vermutlich vor allem auf jüngere Beschäftigte stützen kann (vgl. 6.4.1974, Mai 1974).

Auch die KPD/ML und ihre Rote Garde sind bei Mannesmann Reisholz aktiv (vgl. 27.4.1974), vermutlich aber nur in bescheidenem Umfang.

Über die Entlassungen bei den Stahl- und Röhrenwerken und auch bei Mannesmann Kammerich Reisholz sowie die Proteste dagegen berichten verschiedene, vermutlich in den Betrieben selbst nicht präsente linke Gruppen (vgl. Aug. 1975, 28.11.1976, 8.3.19777, 26.3.1977, Juni 1977, 20.9.1977, Feb. 1978), der ehemalige führende Kader der KPD/ML-ZB, Gerd Genger, ist dort offenbar mittlerweile für die DKP tätig (vgl. Juni 1977).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

10.04.1969:
Die DKP gibt die Nr.2 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 3.4.1969, 17.4.1969).
Berichtet wird u.a. aus Düsseldorf von den Stahl- und Röhrenwerken in Düsseldorf-Reisholz.
Quelle: Unsere Zeit NRW Nr.2,Essen 10.4.1969

03.07.1969:
Die DKP bringt die Nr.14 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.6.1969, 10.7.1969) und berichtet u.a. von Thyssen-Röhren in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Unsere Zeit Nr.14,Essen 3.7.1969

August 1969:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1970) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1969)

August 1969:
Die DKP berichtet vermutlich aus dem August von Stahl- und Röhren (S+R) Düsseldorf-Reisholz:"
Anlaß für die Kampfmaßnahme der Arbeiter im Röhrenwerk Reisholz war ein Arbeitszeitaufnehmer. Dieser sollte einen Arbeiter überprüfen, dem die Firmenleitung die Bedienung von zwei Maschinen zugedacht hatte.

Die gesamte Drehereibelegschaft war jedoch der Meinung, daß dieser Mann dazu physisch gar nicht in der Lage war.

Als die Firmenleitung dann das Arbeitstempo des Kollegen kontrollieren wollte, kam es zum Solidaritätsstreik. 100 Mann legten spontan nach der Frühstückspause die Arbeit nieder. Der Arbeitszeit-Aufnehmer verließ fluchtartig seine Wirkungsstätte. Die Werksleitung zog die Maßnahme zurück. Der Betriebsrat ist inzwischen in neue Verhandlungen getreten.
Q: Unsere Zeit NRW Nr.22,Essen 28.8.1969,S.10

28.08.1969:
Die DKP gibt die Nr.22 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 21.8.1969, 4.9.1969). Auf Seite 10 berichtet Ja.:"
SPONTANE ANTWORT: STREIK

In zwei Streiks haben sich Arbeiter aus großen Konzernen in Nordrhein-Westfalen gegen Maßnahmen der Betriebsleitung gewehrt, die den Grad ihrer Ausbeutung noch steigern sollten. Bei den Stahl- und Röhrenwerken in Reisholz (S+R in Düsseldorf, IGM-Bereich - vgl. Aug. 1969,d.Vf.) (Thyssen-Konzern) legten 100 Mann der Dreherei die Arbeit nieder. In der zum Hoesch-Konzern gehörenden Westfalenhütte (IGM-Bereich in Dortmund - vgl. 15.7.1969,d.Vf.) streikten die Arbeiter im Walzwerk I und der Halbzeugstraße."
Q: Unsere Zeit NRW Nr.22,Essen 28.8.1969

08.09.1969:
In Düsseldorf beginnen, laut IMSF, die etwa 500 Arbeiter des Zweigwerks Oberbilk der Stahl- und Röhrenwerke (S+R) Reisholz einen zweitägigen Streik. Die Belegschaft ist zu fast 100% in der IGM, die Betriebsgruppen von SPD und DKP treten während des Streiks nicht sichtbar in Erscheinung. Den Anfang macht die Frühschicht um 10 Uhr, die eine Forderung von 20 Pf. aufstellt, weil sie von der Fehlinformation ausgeht, daß diese Zulage auch in gleichgelagerten Konzernbetrieben gezahlt worden sei. Der Arbeitsdirektor erklärt, daß er von dem Streik überrascht sei, da das Werk mit an der Spitze der Lohnskala stehe. Die IGM Ortsverwaltung distanziert sich von dem Streik.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

09.09.1969:
In Düsseldorf-Oberbilk beenden, laut IMSF, die Kollegen des Zweigwerks der Stahl- und Röhrenwerke (S+R) Reisholz ihren zweitägigen Streik noch am Morgen. Auf dem Werkshof findet eine Versammlung statt, auf der die bisherige Forderung aufgegeben und stattdessen eine einmalige Zulage von 50 DM und Bezahlung des Streiks gefordert wird.
Der Arbeitsdirektor verkündet, daß die Streikzeit nicht bezahlt werde, gesteht aber eine Bruttozulage von 52 DM zu. Diese gilt auch für die anderen 3 nicht streikenden Stahl- und Röhren Reisholz Werke. Der Betriebsrat argumentiert später zur Bezahlung der Streikzeit, daß man keine Spenden von den Unternehmern wolle. Dies sei von den Kollegen weithin akzeptiert worden.
Q: IMSF:Die Septemberstreiks 1969,Frankfurt Nov. 1969

18.09.1969:
Die DKP bringt die Nr.25 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 11.9.1969, 25.9.1969) und berichtet u.a. von Stahl und Röhren Düsseldorf-Reisholz sowie deren Tochter Oberbilker Stahlwerk in Düsseldorf.
Q: Unsere Zeit Nr.25,Essen 18.9.1969

August 1970:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im August ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1969, Okt. 1970) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1970)

Oktober 1970:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Oktober ihre 'Rote Presse' (vgl. Aug. 1970, Jan. 1971) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1970)

Januar 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dem Januar von der DKP Düsseldorf:"
D'K'P ZUR KRISE

Als Mittel gegen verschärfte Arbeitshetze empfehlen die D'K'Pisten Mitbestimmung und Einblick des Betriebsrats in die Geschäftsbücher. So heißt es in der 'Roten Presse' (Stahl- und Röhrenwerk Reisholz, Düsseldorf) (S+R - vgl. Okt. 1970, Juni 1971,d.Vf.): 'Kann eine Gesellschaftsordnung wirklich in Ordnung sein, in der technischer Fortschritt für uns mehr und härtere Arbeit, aber höhere Profite für die Unternehmer bringt?… Da stimmt doch was nicht, wenn wir Überstunden schieben müssen, damit das Geld in der Lohntüte einigermaßen stimmt… Deshalb meinen wir Kommunisten: Wir Arbeiter müssen mitbestimmen. Was wir in der Lohntüte haben, das ist für die da oben ein offenes Geheimnis. Aber wie hoch die Profite sind, das ist top secret, das ist streng geheim. Wir meinen: Es wird Zeit, daß der Betriebsrat Einblick in die Gewinnabrechnungen nehmen kann. Das könnte für unsere nächsten Lohnforderungen sehr interessant sein.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.11,Bochum 10.2.1971,S.7f

22.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche von S+R:"
Die Genossen aus Düsseldorf berichten uns:
Bei STAHL UND RÖHREN REISHOLZ (Betrieb der Mannesmann-Gruppe) machen sich die Auswirkungen der Krise jetzt auch bemerkbar: In den Warmbetrieben sind alle Überstunden sowie Samstags- und Sonntagsschichten gestrichen worden. Einige Kollegen, sogenannte Bummelanten, sind entlassen worden. Währenddessen wird die Arbeitshetze ständig verschärft. Die Kollegen werden von einem 'Spion' überwacht. Dieser arbeitet folgendermaßen: Sobald die Produktion läuft, zeichnet ein Schreiber die Arbeit mit auf eine Scheibe, die sich im Steuerpult - meist die Meisterbude - befindet. Treten jetzt Störungen auf, dann kann man an dieser Scheibe genau ablesen, wie lange die Störung dauerte und welcher Art sie gewesen ist. Da die Arbeiter gezwungen sind, bei Störungen weniger zu arbeiten, werden sie auch so bezahlt, also nur noch der normale Stundenlohn. Die Daten, die der Spion aufzeigt, werden in das Schichtbuch geschrieben und an die Personalbüros oder Lohnbüros weitergegeben."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.17,Bochum 3.3.1971,S.5f

01.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich u.a. aus dieser Woche von S+R Reisholz:"
DIE LAGE DER AUSLÄNDISCHEN ARBEITER BEI MANNESMANN IN DÜSSELDORF

Über die Lage der ausländischen Kollegen bei Stahl und Röhren (Betrieb der Mannesmann Gruppe) in Düsseldorf berichten uns die Genossen folgendes:
'Die ausländischen Arbeiter wohnen in Werkswohnungen, zum größten Teil mit 4 - 6 Mann auf einem Zimmer. Das sieht dann so aus:
Die Frühschicht beginnt, die Nachtschicht ist beendet. Die Männer, die zur Frühschicht gehen, machen die Betten frei für die Männer, die von der Nachtschicht kommen. In besonders krassen Fällen: die Frühschicht ist beendet, die Spätschicht beginnt. Die Kollegen, die von der Frühschicht kommen, halten sich in den Räumen auf, in denen die Männer von der Nachtschicht schlafen. Wenn es ihnen zu laut wird, wechseln sie die Zimmer und schlafen in einem anderen Zimmer weiter.

Die Männer, die um 6 Uhr anfangen, sehr oft schon um 4 Uhr 45 an ihrem Arbeitsplatz und ziehen sich um. Sie sind so früh da, weil es in den Werkswohnungen so kalt ist, daß sie dort nicht schlafen können. Sie 'schlafen' dann in den Waschräumen der Fabrik, da diese geheizt sind. Dabei verschlafen sie dann häufig und kommen zu spät an ihren Arbeitsplatz und die deutschen Kollegen sind sauer auf sie.

Als ausländische Arbeiter jetzt aus den Warmbetrieben in andere Betriebe versetzt wurden, wo sie weniger verdienen, waren die deutschen Kollegen damit einverstanden.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.19,Bochum 10.3.1971,S.7

Juni 1971:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Juni ihre 'Rote Presse' (vgl. Jan. 1971, März 1972) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1971)

16.09.1971:
Die KPD berichtet bei Klöckner Düsseldorf (vgl. 4.10.1971) von MTR bzw. STR:"
KAMPFVERANSTALTUNG DER KPD IN DÜSSELDORF

Um die Kampfentschlossenheit der Metallarbeiter in der Tarifrunde, gegen Lohnraub und Stillegungspläne der Kapitalisten, gegen Verrat und Abwiegelei der Gewerkschaftsführung zu stärken, führte die KPD in Dortmund (vgl. 10.9.1971,d.Vf.), Düsseldorf und Westberlin (vgl. 26.8.1971,d.Vf.) Kampfveranstaltungen durch.

Nachdem zuvor in Westberlin hauptsächlich Kollegen von Siemens, AEG, Borsig und DWM, in Dortmund überwiegend Hoesch-Arbeiter geschlossen für lineare Lohnerhöhungen eingetreten waren, erschienen am 16.9. in Düsseldorf bei 'Aust-Horres' vor allem zahlreiche Kollegen von Mannesmann (MM,d.Vf.).

Im einleitenden Beitrag wurden nochmals die Forderungen der KPD begründet und Schritte zu ihrer Durchsetzung angegeben. In der Hauptforderung nach 120 DM MEHR FÜR ALLE wurde klargestellt, daß bei den ständig steigenden Lebenshaltungskosten 120 DM die Mindestsumme ist, die die Arbeiterklasse in dieser Tarifrunde erkämpfen muß.

In der folgenden Diskussion wurde immer wieder die Forderung nach einer GROSSVERANSTALTUNG DER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE erhoben. Die Angst der IGM-Ortsverwaltung vor dieser Veranstaltung zeigt sich darin, daß der Termin auf den 6.Oktober (also nach dem Gewerkschaftstag (vgl. 27.9.1971,d.Vf.)) verschoben wurde. Die Meinung vieler Kollegen faßte ein oppositioneller Gewerkschafter in seinem Beitrag zusammen:

'Gegen die Stillhaltepolitik der IG-Metallspitze setzen wir den aktiven Kampf der organisierten und unorganisierten Kollegen. Ein wichtiger Schritt ist die Durchsetzung der Forderung der Klöckner-Kollegen: GROSSVERANSTALTUNG ALLER DÜSSELDORFER VERTRAUENSLEUTE. In Abteilungs- und Betriebsversammlungen müssen wir die Kollegen überzeugen:

GEGEN PREISAUFTRIEB UND LOHNABBAU HILFT NUR DER EINHEITLICHE LOHNKAMPF!'

Beifall erhielt auch ein DKP-Genosse, Mitglied der VK-Leitung bei 'Stahl und Röhren' (S+R,d.Vf.) Reisholz, der im klaren Gegensatz zur verräterischen DKP-Führung, entschieden für die Großveranstaltung und für eine einheitliche, lineare Erhöhung eintrat.

Gegen Ende der Veranstaltung wurden mit überwältigender Mehrheit mehrere Protestresolutionen verabschiedet. So wurde einstimmig der faschistische Mordüberfall auf die schwarzen Revolutionäre in den Zuchthäusern von San Quentin und Attica (in den USA - vgl. 22.8.1971, 14.9.1971,d.Vf.) verurteilt. Eine andere Resolution richtete sich gegen die geplante Neuvorlage des Betriebsverfassungsgesetzes durch die SPD/FDP-Regierung. Sie endete mit der Losung:
KAMPF DEM ARBEITERFEINDLICHEN BVG!"
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr.3,Dortmund Sept. 1971,S.4; Kommunistische Arbeiterpresse Klöckner Nr.1,Düsseldorf Okt. 1971,S.6; Kommunistische Arbeiterpresse Mannesmann Nr.3 und 4,Düsseldorf Sept. 1971,S.4 bzw. S.2 und 5; Rote Fahne Nr.27,Berlin 8.10.1971,S.4

Duesseldorf-Mannesmann014

Duesseldorf-Mannesmann016

Duesseldorf-Mannesmann019


03.11.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.84 (vgl. 30.10.1971, 6.11.1971) heraus. Von der Metalltarifrunde wird u.a. berichtet von Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.84,Bochum 3.11.1971

03.12.1971:
Nach eigenen Angaben erscheint heute und morgen in Düsseldorf bei Mannesmann Werk Stahl und Röhren Reisholz die erste Ausgabe der KPD/ML-ZB und KJVD Betriebszeitung 'Roter Rohrzieher'.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.94,Bochum 8.12.1971,S.20

20.12.1971:
Es erscheint die Nr.25 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 6.12.1971, 10.1.1972). Darin berichtet die KPD/ML-ZB aus NRW über ihre Düsseldorfer Betriebsgruppe bei Stahl und Röhren Reisholz ('Der Rote Rohrzieher').
Q: Rote Fahne Nr.25,Bochum 20.12.1971

04.02.1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) Reisholz in Düsseldorf verteilen die Betriebsgruppen der KPD/ML-ZB und des KJVD, die dort die Betriebszeitung 'Der Rote Rohrzieher' herausgeben, ein Flugblatt, woraufhin, nach ihren eigenen Angaben, ein Streik ausbricht.
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend,Bochum März 1972

März 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im März ihre 'Rote Presse' (vgl. Juni 1971, Sept. 1972) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1972)

März 1972:
Laut KPD/ML-ZB droht der Betriebsrat bei Stahl und Röhren (S+R) Reisholz in Düsseldorf (eine Mannesmann - MM Tochter) vermutlich im März damit, gegen die KPD/ML-ZB Strafanzeige zu stellen. Die Zeitung der Betriebsgruppe, 'Der Rote Rohrzieher' propagiere seit Wochen die Schmiedung der proletarischen Einheitsfront im Betrieb für die anstehenden Betriebsratswahlen (BRW).
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.25,Bochum 28.3.1972

28.04.1972:
Bei KWU Berlin gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB vermutlich heute eine Ausgabe ihrer 'Roten Turbine' (vgl. 19.4.1972) heraus. Eingegangen wird auch auf den 'Roten Rohrzieher' der KPD/ML-ZB bei Mannesmann Düsseldorf.
Q: Rote Turbine Datum unleserlich,Berlin 2?.4.1972

September 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP ihre 'Rote Presse' (vgl. März 1972, Okt. 1972) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf Sept. 1972

18.09.1972:
Es erscheint die Nr.19 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 2.9.1972, 4.10.1972). In den Betrieben laufen derzeit eine Reihe von Beleidigungsprozessen gegen Betriebszeitungen der KPD/ML-ZB an, und zwar im IGM-Bereich u.a. gegen den 'Roten Rohrzieher' bei Stahl- und Röhren (SR) Reisholz in Düsseldorf.
Q: Rote Fahne Nr.19,Bochum 18.9.1972

Oktober 1972:
Bei den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) in Düsseldorf-Reisholz gibt die DKP vermutlich im Oktober ihre 'Rote Presse' (vgl. Sept. 1972) heraus.
Q: Rote Presse,Düsseldorf o.J. (1972)

01.01.1973:
In Düsseldorf-Reisholz wird, laut KPD, das ehemalige Werk von Stahl und Röhren Reisholz ab heute zum Mannesmann-Werk.
Q: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973

22.02.1973:
Vermutlich heute wird, laut DKP, folgende Resolution gegen die 8 Entlassungen bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 20.2.1973) verfasst:"
Wir protestieren schärfstens gegen die von Hoesch geplanten Entlassungen unserer Kollegen. Wir erklären uns mit den Kollegen solidarisch und erwarten die Zurücknahme der Entlassungspläne.
Betriebsrat, Jugendvertretung, Vertrauenskörper Mannesmann (MM,d.Vf.), Düsseldorf, Werk Reisholz".
Q: Heisse Eisen,Dortmund 23.2.1973,S.4

März 1973:
Bei Mannesmann (MM) Düsseldorf-Lierenfeld erscheint vermutlich im März ein Flugblatt des Stufenplan-Ausschusses, in dem es u.a. heißt:"
AUFRUF AN ALLE LEHRLINGE GEGEN DIE VERABSCHIEDUNG DES STUFENPLANS

Bei Krupp in Essen kämpften die Lehrlinge erst, als der Stufenplan schon eingeführt war. da war es natürlich zu spät.

Aber bei Mannesmann-Huckingen (in Duisburg,d.Vf.) und in Solingen kämpfen die Lehrlinge schon heute gegen die Einführung des Stufenplans und bei Stahl- und Röhren Reisholz (S+R in Düsseldorf,d.Vf.) steht heute schon fest, daß der Stufenplan nicht eingeführt wird!

Kollegen! Darum rufen wir euch auf:
STEHT NICHT ZURÜCK, WENN ES NÖTIG IST!!!
LASST EUCH NICHT UNTERKRIEGEN!!!
ZWINGT DEN BETRIEBSRAT ZUR ABLEHNUNG VON ZWEI-JAHRES-LEHRVERTRÄGEN!!!"
Q: Stufenplan-Ausschuß Lierenfeld: Aufruf an alle Lehrlinge gegen die Verabschiedung des Stufenplans,o.O. (Düsseldorf) o.J.

22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus.
Aus NRW wird berichtet, daß die KPD in die laufende Streikwelle mit Flugblättern eingegriffen habe, die u.a. verteilt worden sind bei Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Rote Fahne Nr.34,Dortmund 22.8.1973

24.08.1973:
Bei den Klöcknerwerken in Düsseldorf - Vereinigte Drahtindustrie (VDI) beginnt, laut KPD, ab 10 Uhr morgens ein 'wilder' Streik für eine Teuerungszulage (TZL) u.a. in der Drahtzieherei (vgl. 27.8.1973).

Die DKP gibt im Verlaufe des Streiks, laut KPD, u.a. ein Extrablatt ihrer 'Auf Draht' heraus, in dem sie sich u.a. mit Jagenberg Düsseldorf und den Stahl- und Röhrenwerken (S+R) Düsseldorf-Reisholz befaßt.
Q: Rote Fahne Nr.35,Dortmund 29.8.1973; Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

15.10.1973:
Die Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD gibt vermutlich in dieser Woche ihre auf Oktober datierte 'Revolutionäre Gewerkschaftsopposition' Nr.8 (vgl. 10.9.1973, Feb. 1974) heraus. Über politische Entlassungen wird auch berichtet von Stahl- und Röhren Düsseldorf-Reisholz.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.8,Dortmund Okt. 1973

November 1973:
Bei Mannesmann in Düsseldorf-Reisholz (bis 1.1.1973 Stahl- und Röhren Reisholz) wird, laut KPD, vermutlich im November ein Sonderdruck der 'Kommunistischen Arbeiterpresse' der KPD-Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld gegen die Stillegungspläne von Mannesmann verteilt.
Q: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973

20.11.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.47 (vgl. 14.11.1973, 28.11.1973) heraus. Beim Mannesmann-Konzern stehen (Teil-)Stillegungen an im Werk Mülheim, in Düsseldorf in den Werken Oberbilk und Reisholz, in Langenfeld (700 Besch.) und bei Mannesmann Kronprinz in Langenfeld und Solingen. Proteste gab es bereits in Langenfeld-Immigrath (vgl. 30.10.1973) und durch die Zelle Mannesmann Düsseldorf-Lierenfeld der KPD (vgl. Nov. 1973).
Q: Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973

06.04.1974:
Der Kommunistische Jugendverband (KJV) der KPD berichtet vom heute beginnenden zweitägigen Treffen von Jungarbeitern und Lehrlingen von Mannesmann (MM) aus den Werken Düsseldorf-Lierenfeld, Düsseldorf-Reisholz, Düsseldorf-Rath, Duisburg-Huckingen, Solingen, Mülheim und Kronprinz Solingen.
Q: Kämpfende Jugend Nr.7,Dortmund 10.4.1974,S.2

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27.04.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.17 (vgl. 20.4.1974, 4.5.1974) heraus. Nachgedruckt werden die Titelköpfe einer Reihe von Zeitungen der KPD/ML und ihrer Roten Garde, u.a. aus Düsseldorf 'Der rote Rohrzieher' von KPD/ML und RG für Stahl und Röhren (S+R) Reisholz.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

Mai 1974:
In Düsseldorf wird im Mai und eventuell schon früher eine Unterschriftenliste gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB) der DGB Gewerkschaften unterzeichnet u.a. von Mitgliedern der IG Metall (IGM) bei Stahl- und Röhren (S+R) Reisholz.
Q: Rote Fahne Nr.21,Dortmund 22.5.1974

August 1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.19 (vgl. 14.4.1975, Sept. 1975) heraus. Berichtet wird auch von Mannesmann (MM - IGM-Bereich) u.a. über das Werk in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Spartacus Nr.19,Essen Aug. 1975

28.11.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ) Nr.101 (vgl. 14.11.1976, 12.12.1976) heraus. Berichtet wird von Stahl und Röhren in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.101,München 28.11.1976

08.03.1977:
In Düsseldorf demonstrieren, laut SAG, 1 500 Beschäftigte der Mannesmann Röhrenwerke (MMRW) Reisholz und der Mannesmann (MM) Kaemmerich Reisholz während der Arbeitszeit gegen 1 800 Entlassungen.
Q: Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.19,Frankfurt 16.3.1977

26.03.1977:
In Düsseldorf demonstrieren, laut AB, Beschäftigte der Mannesmann Röhrenwerke (MMRW) und der Mannesmann Kammerich AG, die beide im Stadtteil Reisholz liegen, gegen Entlassungen, wobei sie auch von Beschäftigten der Gerresheimer Glas, der Düsseldorfer Waggonfabrik und Mannesmann Hilden unterstützt werden.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.119,München 23.8.1977

Juni 1977:
Laut MLPD (2) tritt Gerd Genger (ehemals ZB der KPD/ML-ZB) ca. im Sommer 1977 als Mitglied der DKP Betriebsgruppe im Düsseldorfer Mannesmann (MM) Betrieb Kammerich-Reisholz auf.
Q: MLPD-ZK:Geschichte der MLPD,I.Teil,Stuttgart 1985,S.273

Juni 1977:
Vermutlich im Juni wird, laut AB, in Düsseldorf bei den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) und Mannesmann Kammerich drei Stunden lang gestreikt.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.115,München 28.6.1977

20.09.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.121 (vgl. 18.9.1977, Okt. 1977) heraus und berichtet auch von den Mannesmann Röhrenwerken (MMRW) in Düsseldorf-Reisholz.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.121,München 20.9.1977

Februar 1978:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.41/42 (vgl. Nov. 1977, März 1978) heraus und berichtet von Mannesmann (MM) aus Bielefeld, Langenfeld, Duisburg-Mündelheim und über das stillgelegte MM Kammerich Werk in Düsseldorf-Reisholz (1 854 Besch.).
Q: Spartacus Nr.41/42,Frankfurt Feb. 1978

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