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Kreis Lippe

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 28.7.2008

Lokales Material aus dem Kreis Lippe wird hier kaum erschlossen, die teilweise vorliegenden Dokumente des KBW aus Detmold konnten bisher nicht ausgewertet werden. Weitere Artikel über den Kreis Lippe gibt es bisher für Stübbe-DEMAG Kalldorf.

Zu Beginn dieser wie immer unvollständigen Dokumentenauswertung tritt die ADF auf (vgl. 7.12.1968), in der vermutlich die illegale KPD aktiv ist, die auch die Gründung der DKP mit betreibt, welche dann auch sofort über einen Kreisverband Detmold-Lippe verfügt (vgl. 3.4.1969), die ADF weiterführt (vgl. 26.6.1969), vermutlich auch bei der Rommelkaserne Augustdorf aktiv wird (vgl. 3.7.1969) und auch zentrale Veranstaltungen im Kreis durchführt (vgl. 19.2.1972).

Bald kommt als linksradikale Konkurrenz die KPD/ML-ZK hinzu, zunächst vermittels des KSB/ML Detmold (vgl. Juli 1971), dann aber auch in Form der KPD (vgl. 1.5.1972, 18.10.1972), die auch einen Vietnamausschuss Detmold unterstützt (vgl. 9.10.1972), dann bald über einen Rote-Fahne-Freundeskreis (RFFK) Detmold verfügt (vgl. 11.3.1973) sowie über eine KSV-Zelle an der Fachhochschule Lippe in Lemgo (vgl. 9.1.1974, 26.6.1974). Daneben gibt es noch die Rote Garde Detmold der KPD/ML (vgl. 2.6.1973, 25.10.1973) bzw. die KPD/ML selbst (vgl. 13.4.1974) und auch der KBW beginnt in Detmold aktiv zu werden (vg. 22.11.1973, 5.12.1973, 19.12.1973, 23.1.1974), wird später vor allem in Augustdorf bei der Rommelkaserne rührig (vgl. 21.4.1975), wo aber nicht nur das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Paderborn / Augustdorf (vgl. 21.4.1975), sondern auch der KJVD der KPD (vgl. Okt. 1975) Soldatenzeitungen verteilen. Von der offenbar kleinen Ortsgruppe des RJVD in Detmold kann hier bisher kaum etwas berichtet werden (vgl. Dez. 1975), der KB scheint vor allem in Extertal aktiv (vgl. 14.3.1977, 1.5.1977).

Der Ökumenische Arbeitskreis Dritte Welt Lippe setzt sich für internationale Solidarität ein (vgl. 8.1.1973), die iranischen Studenten aus Lage/Lippe (vgl. 30.11.1974) arbeiten evtl. mit der Liga gegen den Imperialismus (LgdI) Lemgo (vgl. 11.12.1974) der KPD zusammen, ebenso wie evtl. auch der Türkische Arbeiterverein Lemgo (vgl. 18.1.1975).

Gegen die LgdI Lemgo geht die Polizei vor (vgl. 27.2.1975, 28.2.1975, 1.3.1975), obwohl es gar evtl. der KBW war, der gegen den §218 protestierte (vgl. 16.6.1975).

Von der Arbeiterbewegung im Kreis Lippe – jenseits der Auseinandersetzungen bei Stübbe Kalldorf -, ist hier ansonsten zunächst nur wenig zu erfahren, und zwar von Schürmann (vgl. Apr. 1970), von wo später auch die KPD erneut berichtet (vgl. 19.6.1974). Der Gewerkschaftstag der IG Metall 1971 allerdings wird in Detmold aktiv vorbereitet (vgl. 16.9.1971, 23.9.1971). 1973 kommt es auch in Detmold offenbar zum wilden Streik (vgl. Aug. 1973) 1975 dann zur Solidarität mit Stübbe-Demag (vgl. Feb. 1975).

Die Nationalsozialisten haben im Kreis Lippe Ende der sechziger Jahre eine Hochburg (vgl. 9.11.1969), gehen dort ihren okkulten Umtrieben nach (vgl. 19.6.1971) und verfügen offenbar über, zumindest ehemalige, Gesinnungsgenossen im Justizapparat (vgl. 15.12.1971).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

07.12.1968:
Das Innenministerium NRW berichtet von der Aktion Demokratischer Fortschritt (ADF - vgl. 2.11.1968, 1.1.1969):"
In Nordrhein-Westfalen bestehen, soweit bisher bekannt wurde, örtliche Gruppen des Aktions- und Wahlbündnisses an 44 Orten, und zwar in ... Detmold-Lippe".
=Innenministerium NRW:Extremismusberichte an den Landtag oder Landesbehörden 1969,Düsseldorf 1969,S.11ff

03.04.1969:
Die DKP gibt die Nr.1 der Ausgabe NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 10.4.1969). Im Regionalteil wird der eigene Kreisverbande Detmold-Lippe erwähnt.
=Unsere Zeit NRW Nr.1,Essen 3.4.1969

26.06.1969:
Die DKP gibt die Nr.13 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 19.6.1969, 3.7.1969). Berichtet wird u.a. über ADF Detmold.
=Unsere Zeit NRW Nr.13,Essen 26.6.1969

03.07.1969:
Die DKP gibt die Nr.14 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.6.1969, 10.7.1969). Berichtet wird u.a. über die Rommelkaserne Augustdorf.
=Unsere Zeit NRW Nr.14,Essen 3.7.1969

09.11.1969:
Heute finden die Kommunalwahlen (KW) im Kreis Lemgo statt, bei denen die NPD 3253 und damit 4,2% der Stimmen erhält.
=Innenministerium NRW:Extremismusberichte an den Landtag oder Landesbehörden 1969,Düsseldorf 1969,S.21

22.01.1970:
Die DKP gibt die Nr.4 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 15.1.1970, 29.1.1970). Berichtet wird u.a. über Oerlinghausen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.4,Essen 22.1.1970

April 1970:
Bei Schürmann Felgen in Greste im Kreis Lemgo streiken, laut DKP, vermutlich im April 100 an zwei Tagen.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.18,Düsseldorf 2.5.1970

11.04.1970:
In Herford beteiligen sich, laut und mit DKP, 3 000 an einer Kundgebung der Aktion Roter Punkt (ARP) gegen die Fahrpreiserhöhungen, für die u.a. auch in Minden, Bad Salzuflen, Bad Oeynhausen, Spenge und Enger mobilisiert wurde.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.16,Düsseldorf 18.4.1970

25.04.1970:
Die DKP bringt die Nr.17 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 18.4.1970, 2.5.1970). Leserbriefe kommen aus Detmold.
=Unsere Zeit Nr.17,Essen 25.4.1970

19.06.1971:
Die DKP veröffentlicht eine "Stellungnahme des Bezirksvorstandes Ruhr-Westfalen der DKP zu der beabsichtigten faschistischen 'Sommersonnenwendfeier' am 19. Juni am Hermannsdenkmal bei Detmold

Drei Tage vor dem 22. Juni, dem Tag, an dem sich 30. Mal der Überfall der Hitlerwehrmacht auf die Sowjet-Union jährt, beabsichtigen faschistische Organisationen aus allen Teilen der BRD, anläßlich einer 'Sonnenwendfeier' am Hermannsdenkmal bei Detmold, zu einem Feldzug gegen eine Politik des Friedens und der Verständigung, gegen die Verträge von Moskau und Warschau, aufzurufen.

Nazis aller Schattierungen, die sich hinter solchen Namen wie 'Arbeitskreis volkstreuer Verbände', 'Deutsches Kulturwerk europäischen Geistes' (DKEG,d.Vf.), 'Wiking-Bund' u.a. verbergen, fühlen sich angesichts den von der SPD/FDP-Regierung tolerierten und geförderten Umtrieben neonazistischer Parteien und Organisationen, der entspannungsfeindlichen Politik der CDU/CSU, der sogenannten Vertriebenenverbände, der NPD und der 'Aktion Widerstand' (AW) ermuntert, ihr grundgesetzwidriges Verhalten in aller Öffentlichkeit zu demonstrieren.

Diese Kräfte sind nicht gewillt, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

Der 22. Juni 1941 war der Anfang vom Ende des Nazistaates.
Der verbrecherische faschistische Überfall auf die Sowjet-Union brachte unserem Volk, den Völkern der Sowjet-Union (SU,d.Vf.) und vieler anderer Länder unermeßliche Leiden und Opfer.

Der 22. Juni 1971 muß zu einem Bekenntnis für Frieden und Freundschaft mit der Sowjet-Union werden, gegen Nationalismus, neuen Faschismus, Völkerhetze und Revanchegeist.

Die richtigen Lehren für unser Volk aus dem 22. Juni 1941 ziehen, das heißt: Herstellung friedlicher und freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjet-Union und allen sozialistischen Ländern.
Sofortige Ratifizierung der Verträge von Moskau und Warschau.

Die Deutsche Kommunistische Partei fordert die SPD/FDP-Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auf, entsprechend ihres Verfassungsauftrages, den faschistischen Aufmarsch am Hermannsdenkmal zu verhindern. 30 Jahre nach dem faschistischen Überfall auf die Sowjet-Union ist es angesichts der Formierung der Rechtskräfte in der BRD höchste Zeit alle neonazistischen Organisationen, einschließlich der 'Aktion Widerstand' und der NPD aufzulösen.

Die DKP fordert alle demokratischen Organisationen und Persönlichkeiten auf, sich für die Verhinderung der Naziprovokation am 19. Juni zusammenzuschließen."
=DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen:Stellungnahme des Bezirksvorstandes Ruhr-Westfalen der DKP zu der beabsichtigten faschistischen 'Sommersonnenwendfeier' am 19. Juni am Hermannsdenkmal bei Detmold,Essen 1.6.1971

Juli 1971:
Die Nr.7 des 'Roten Morgens' der KPD/ML-ZK (vgl. Juni 1971, Aug. 1971) erscheint. Spenden gingen u.a. ein vom KSB/ML Detmold.
=Roter Morgen Nr.7,Hamburg Juli 1971

Juli 1971:
Die DKP Dortmund-Hombruch gibt vermutlich im Juli ihre 'DKP Nachrichten für den Verwaltungsbezirk Hombruch (vgl. 14.6.1971, 27.9.1971) heraus. U.a. fragt Lore Junge, "VIELE TAUSENDE KINDER ERWARTET WIEDER EIN FERIENPARADIES?".
Im Zusammenhang damit wird berichtet:"
Landschulheim Mollseifen/Sauerland wird von der Stadt Dortmund aufgegeben (da die Renovierung zu teuer).

Kindererholungsheim Pivitsheide bei Detmold wird von der Stadt Dortmund aufgegeben, es soll anstelle von Mollseifen künftig der Dortmunder Schuljugend als Landschulheim dienen.
Unsere Stadtväter scheuen sich nicht, eine soziale Einrichtung aufzugeben, die seit der Zeit nach der Ruhrbesetzung den Kindern unserer Stadt als Erholung diente ohne eine andere dafür zu schaffen. Angeblich wollen die Eltern ihre Kinder während der Schulzeit nicht in ein Kindererholungsheim senden, darüber hinaus bestehe Personalmangel.
Zunächst gehörte dieses Heim dem Amt Barop (als Barop noch zum Landkreis Hörde gehörte). Der frühere Amtmann Wenck hatte dieses idyllische Fleckchen entdeckt, als er vor den Franzosen dorthin geflohen war.
Vielen älteren Bürgern unseres Stadtteils ist dieses Kinderheim in noch recht guter Erinnerung. Es liegt auch heute - obwohl nicht weit von einer belebten Straße - ruhig inmitten von hohen Bäumen, duftenden Sträuchern, umgeben von großen gepflegten Rasenflächen. Ein Ort der Ruhe und Erholung. Dieses Heim sollte als ERHOLUNGSHEIM erhalten bleiben.

Für das Landschulheim Mollseifen muß ein anderer Ersatz geschaffen werden!"
=DKP Nachrichten für den Verwaltungsbezirk Hombruch Hoesch Röhrenwerke
provoziert Belegschaft,Dortmund o.J. (1971)

16.09.1971:
In Heidelberg gibt die KG (NRF) einen 'Kommentar' (vgl. 22.7.1971, 27.10.1971) heraus. Eingegangen wird auch auf verschiedene Anträge zum IG Metall Tag u.a. aus der Verwaltungsstelle Detmold.
=Kommentar,Heidelberg 16.9.1971

23.09.1971:
In Mannheim gibt die KG (NRF) einen 'Kommentar' (vgl. 8.9.1971, 23.6.1972) heraus. Eingegangen wird auch auf verschiedene Anträge zum IG Metall Tag u.a. aus der Verwaltungsstelle Detmold.
=Kommentar,Mannheim 23.9.1971

15.12.1971:
Der DKP Bezirk Ruhr-Westfalen gibt zum heutigen Roter Punkt Prozeß gegen seinen Vorsitzenden Manfred Kapluck in Gelsenkirchen (vgl. 15.12.1971) Unterlagen zur Nazivergangenheit von Richtern und Staatsanwälten heraus, u.a. auch über:"
Dr. Claus Büngener, geb. 19.4.1911. Z. Zt. Amtsgerichtsrat in Detmold.

Büngener war Mitglied der NSDAP. Büngener gehörte zu jenen Nazijuristen, die an Gerichten auf dem heutigen Gebiet der CSSR eingesetzt wurden und dort den Justizterror vor allem gegen tschechoslowakische Bürger praktizierten
(Liberec, Wroclaw).

Uns ist bekannt, daß in der CSSR Urteile vorliegen, an denen B. mitgewirkt hat und die ausgesprochen wurden, weil z.B. ein Angeklagter Zigaretten an französische Zwangsarbeiter und an einen französischen Kriegsgefangenen verschenkte und dabei betont hatte, daß er Tscheche sei oder weil eine französische Zwangsarbeiterin ein Verhältnis zu einem französische Kriegsgefangenen aufgenommen hatte.

B. war außerdem auch an ähnlichen Urteilen gegen tschechoslowakische Bürger wegen Umgangs mit sowjetischen Kriegsgefangenen beteiligt."
=DKP Bezirk Ruhr-Westfalen:Protest gegen antidemokratische Justizkampagne,Essen o.J. (1971),S.2;
DKP-Bezirk Ruhr-Westfalen:Wie lange noch?,o.O. (Essen) o.J. (Dez. 1971),S.2


19.02.1972:
Zur bundesweiten Georg Weerth-Veranstaltung des Parteivorstandes (PV) der DKP in Detmold um 20 Uhr in der Stadthalle mobilisiert auch der DKP-Kreisvorstand Dortmund (vgl. 13.2.1972, 14.2.1972), der auch zur lokalen Abfahrt einlädt.
=DKP-Kreisvorstand Dortmund:Genossinnen und Genossen,Dortmund 13.2.1972,S.1;
DKP-Kreisvorstand Dortmund:Liebe Genossinnen und Genossen!,Dortmund 14.2.1972,S.1


19.02.1972:
Der DKP-Kreisvorstand Dortmund (vgl. 13.2.1972) kündigte an:"
Die Veranstaltung des Parteivorstandes (PV,d.Vf.) der DKP aus Anlaß des 150. Geburtstages von Georg Weerth findet am 19.2.1972 um 20 Uhr in der Stadthalle von Detmold statt. Da es bereits zahlreiche Anfragen nach der Möglichkeit gibt diese Veranstaltung zu besuchen, teilen wir mit, daß am Samstag 19.2.1972 um 15 Uhr 45 vom Busbahnhof - gegenüber dem Dortmunder Hauptbahnhof - ein Bus nach Detmold fährt."

Der DKP-Kreisvorstand Dortmund lud am 14.1.1972 mit einem Schreiben von einer Seite DIN A 4 ein, das uns als Spiritcarbonmatrizenabzug vorlag:"
Liebe Genossinnen und Genossen!

Aus Anlaß des 150.Geburtstages von Georg Weerth findet am Samstag, den 19.2.1972, eine Veranstaltung des Parteivorstandes statt. In der Detmolder Stadthalle spricht Gerd Deumlich, Mitglied des Präsidiums der DKP. Es konnten für diese Veranstaltung das Künstlerensemble der Volksbühne Berlin und der Jugend-Singeclub Leipzig gewonnen werden.

Wir Kommunisten haben besonderen Anlaß, uns an Georg Weerth zu erinnern. Friedrich Engels bezeichnete ihn als 'ersten und bedeutendsten Dichter des deutschen Proletariats'. Wie Georg Weerth die Schwächen seiner Zeit anprangerte und dagegen ankämpfte, so begreifen wir Kommunisten als fortschrittlichster Teil der Arbeiterklasse unsere Aufgabe auch heute.

Wir sind nicht der Meinung, daß man die Ehrung dieses Dichters dem bürgerlichen Kulturbetrieb überlassen sollte, zumal immer wieder die Tatsache verschwiegen wird, daß es sich bei Georg Weerth nicht einfach um einen Arbeiterdichter handelt sondern um einen Marxisten und Revolutionär seiner Zeit.

Die Veranstaltung des Parteivorstandes wird diesen politischen Akzent setzen, wenn sie die DKP als Träger des geistigen Erbes von Georg Weerth bezeichnet. Wir sollten sie also nicht als Kulturveranstaltung im landläufigen Sinne abhaken, sondern dazu beitragen, daß das Bild dieses Dichters nicht verfälscht wird.

Wir laden Euch zu dieser Veranstaltung herzlich ein.

Treffpunkt zur Fahrt nach Detmold:

Samstag, 19.2.1972 um 15 Uhr 45 am Busbahnhof / gegenüber Hauptbahnhof"
=DKP-Kreisvorstand Dortmund:Liebe Genossinnen und Genossen!,Dortmund 14.2.1972,S.1;
DKP-Kreisvorstand Dortmund:Genossinnen und Genossen,Dortmund 13.2.1972,S.1


01.05.1972:
In Dortmund demonstrieren, laut KB, 90 000 in zwei Zügen auf der größten Maidemonstration in der 'BRD'. Die KPD (vgl. 3.5.1972) sowie in Folge fast identisch auch die KPD-Zelle Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich - vgl. 31.5.1972) berichten:"
1.MAI IN DORTMUND

1 100 Menschen waren dem Aufruf der KPD zu ihrer zentralen Maidemonstration in Dortmund gefolgt. Wir sehen als wesentliches Ergebnis der breitangelegten Agitation und Propaganda der ganzen Partei, daß die Hauptparole:
GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS, FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD
als richtige Bestimmung der Hauptaufgaben des Kampfes der Kommunisten in dieser Etappe unter den Kollegen verbreitet und verankert wurde.

So hatten sich viele Arbeiter, Schüler, Studenten und fortschrittliche Menschen nach Dortmund begeben, um an der zentralen Demonstration der KPD teilzunehmen.

Unter dem Beifall der bereits versammelten Genossen und Kollegen trafen am Dortmunder Nordmarkt Arbeiter- und Lehrlingsgruppen, oppositionelle Gewerkschafter und Sympathisantengruppen aus Siegen, Hagen, Attendorn, Köln, Aachen, Witten, Duisburg (bei Hoesch Dortmund hier auch: Detmold,d.Vf.) ein. "
=Rote Fahne Nr.40, 41, 42 und 43,Dortmund 7.4.1972, 19.4.1972, 3.5.1972 bzw. 17.5.1972, S.1, S.1, S.1 und 3 bzw. S.3;
Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Westfalenhütte Nr.13,Dortmund 31.5.1972,S.6f


14.08.1972:
Vermutlich frühestens in dieser Woche erscheint das Heft 4 des 17. Jahrganges des der DKP nahestehenden 'Mittelstandskuriers' (vgl. **.*.1972, **.**.1972) - Zeitschrift für Handwerk, Handel und Gewerbe. Auf Seite 6 fragt Bernd van Roosmalen:"
FINANZIERT DAS HANDWERK PARTEIZEITUNGEN?
EIN REVISIONSBEDÜRFTIGER BESCHLUSS
...
'Ich möchte Sie hierdurch bitten, mich nicht immer daran zu erinnern, daß ich mal CDU/CSU gewählt habe... Ich hatte in den zwanzig Jahren Gelegenheit, die christliche Demokratie in der beschämendsten Weise kennenzulernen. Ich danke dafür, ich bin nun mal für Unwahrheiten nicht zu haben... Also verschonen Sie mich mit dem Geschreibsel.'
Heinrich Klöpping, Detmold

Das ist eine Auslese aus Leserbriefen an die 'Handwerks-Zeitung', die in 'HZ - Deutsches Wirtschaftsblatt' umbenannte wurde und sich im Untertitel als 'Stimme des Handwerks' empfiehlt."
=Mittelstandskurier H.4,Köln Juli/Aug. 1972

02.09.1972:
Zur Friedenskundgebung am sowjetischen Gräberfeld in Stukenbrock ruft neben dem Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock auch die DKP auf. Im Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock arbeiten u.a. mit Heinrich Diestelmeier, Pfarrer, Lemgo-Brake; Helmut Heinze, Angestellter, Lemgo und Wilhelm G. Niemöller, Lehrer, Lemgo.
=Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock:Pressemitteilung,o.O. o.J. (1972)
Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock:Aufruf zum Antikriegstag 1972,o.O. o.J. (1972)

09.10.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt das NVK die Nr.5 seines 'Bulletins' heraus. Berichtet wird von der eigenen Delegiertenkonferenz (vgl. 7.10.1972) und der Olympiadedemonstration in München (vgl. 26.8.1972). Von den eigenen Vietnamausschüssen (VAs) wird auch erwähnt Detmold.
=NVK:Bulletin Nr.5,Bonn 1972

18.10.1972:
In der Nr.65 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 11.10.1972, 25.10.1972) gibt die KPD bekannt, daß sie zu den Bundestagswahlen einen Sonderdruck der 'Roten Fahne' mit dem Titel "Nur Volksfeinde stehen zur Wahl - stimmt ungültig!" in einer Auflage von 100 000 Exemplaren verbreitet hat. Neben den Regionen wo die KPD als Partei arbeite, sei dieser Sonderdruck u.a. auch verteilt worden in Detmold.
=Rote Fahne Nr.65,Dortmund 18.10.1972

08.01.1973:
Spätestens zu Beginn dieser Woche erscheint das Flugblatt des Organisationskomitee - Kongreß 'Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique' am 13.1.1973: "SOLIDARITÄTS-DEMONSTRATION FREIHEIT FÜR ANGOLA, GUINEA-BISSAU UND MOCAMBIQUE! FRIEDEN FÜR VIETNAM JETZT!" Das Flugblatt wird u.a. unterstützt vom Ökumenischen Arbeitskreis Dritte Welt Lippe.
=Organisationskomitee Kongreß 'Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique:Solidaritäts-Demonstration Freiheit für Angola, Guinea-Bissau und Mocambique! Frieden für Vietnam jetzt,o.O. o.J. (1973)

11.03.1973:
Zur Maivorbereitung veranstaltet die KPD in Dortmund, nach eigenen Angaben, ein Treffen zwischen KPD, KJV, KSV, KOV, LgdI, den RFFK's und den KPD-Sympathisantengruppen. Hieran nimmt auch teil der RFFK Detmold.
=Rote Fahne Nr.11,Dortmund 14.3.1973

15.03.1973:
In Duisburg verfügt das Gewerbeaufsichtsamt, laut KPD, die Stillegung des Hochofens Schwelgern I der August Thyssen-Hütte (ATH - vgl. 24.2.1973, 16.3.1973):"
Angesichts des entschiedenen Protestes der Mraxloher und der Wellen, die die Sache bereits in der Öffentlichkeit geschlagen hatte, sah sich auch das Gewerbeaufsichtsamt gezwungen, einzuschreiten. Am 15.3. verfügte es die Stillegung des Hochofens. Dagegen legten die ATH-Kapitalisten sofort mündlich Widerspruch ein, dem stattgegeben wurde. Am Donnerstag (vgl. 22.3.1973,d.Vf.) will das Verwaltungsgericht in Düsseldorf über den Fall entscheiden.

Die ATH-Kapitalisten jammern, daß sie den Lärm nur abstellen können, wenn der Ofen in Betrieb ist, und sind voller Hoffnung, daß die Belästigung von Woche zu Woche abnehmen wird.

Doch die Hoffnung nützt den Marxlohern wenig. Wenn schon Pläne geäußert werde, die Anwohner zu evakuieren, kann man absehen, wie Kapitalisten, SPD-Stadtrat und Gewerbeaufsichtsamt sich den Ausgang denken: In einem System, wo der Profit über alles geht, gilt der Mensch gar nichts, d.h. die ATH-Kapitalisten werden notgedrungen sich bemühen, den Geräuschpegel um einige Phon zu senken, um schließlich mit dem Hinweis auf die 'Wirtschaftlichkeit' alle weiteren Maßnahmen für ausgeschlossen zu erklären. Dem werden sich Verwaltungsgericht und Gewerbeaufsichtsamt geflissentlich anschließen, entsprechend ihren Richtlinien: 'Einzelmaßnahmen aus der Sicht des Gewerbeunternehmers im Interesse des Immissionsschutzes müssen technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar sein.' Entsprechend äußerte sich der Gewerbeoberamtmann Bünermann aus Detmold: 'Als besonders unrentierlich können z.B. der Einbau von Rauchgasentstaubungsanlagen, Schalldämpfern, nachträglichen Schallschutzmaßnahmen, aber auch Nutzungsbeschränkungen bestimmter Betriebsanlagen sowie zeitliche Betriebseinschränkungen angesehen werden.'"
=Rote Fahne Nr.12 und 14,Duisburg 21.3.1973 bzw. 4.4.1973,S.4 bzw. S.5

26.05.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.20 (vgl. 19.5.1973, 2.6.1973) heraus und berichtet u.a. aus Bad Salzuflen.
=Roter Morgen Nr.20,Dortmund 26.5.1973

02.06.1973:
In Detmold führen heute, laut KPD/ML (vgl. 23.6.1973), 100 bis 150 Personen u.a. von der eigenen Roten Garde (RG), von den KPD-Sympathisanten und vom Kommunistischen Studentenkollektiv, dessen ideologische Zuordnung unbekannt ist, eine Demonstration in der Innenstadt gegen die heute beginnende Bundeswehrausstellung 'Unser Heer', die bis zum 5.6.1973 dauern soll, durch.
=Roter Morgen Nr.24,Dortmund 23.6.1973

23.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.24 (vgl. 16.6.1973, 30.6.1973) heraus und berichtet u.a. aus Lemgo.
=Roter Morgen Nr.24,Dortmund 23.6.1973

August 1973:
Beim Zylinder-Guß in Detmold kommt es, laut KPD, vermutlich im August zu einem Streik für eine Teuerungszulage (TZL).
=Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.6/7,Dortmund Sept. 1973

25.10.1973:
In Detmold führt die Rote Garde (RG) der KPD/ML ihre Gründungsveranstaltung durch.
=Roter Morgen Nr.43,Dortmund 3.11.1973

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 liefert der KBW 20 Exemplare nach Detmold.
=KBW-OG Hannover:Verkaufsbericht von KVZ 7 und KVZ 8,o.O. (Hannover) o.J. (Dez. 1973)

01.12.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.47 (vgl. 24.11.1973, 8.12.1973) heraus. Spenden für die Solidarität mit den politischen Gefangenen kamen aus Detmold.
=Roter Morgen Nr.47,Dortmund 1.12.1973

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 liefert der KBW 20 Exemplare nach Detmold.
=KBW-OG Hannover:Verkaufsbericht von KVZ 7 und KVZ 8,o.O. (Hannover) o.J.
(Dez. 1973)

19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.9 liefert der KBW 30 Exemplare nach Detmold.
=KBW-OG Hannover:Verkaufsbericht zur KVZ Nr.9,o.O. (Hannover) o.J. (Jan.
1974)

09.01.1974:
In der Nr.2 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.1.1974, 16.1.1974) befaßt sich die KPD u.a. mit dem eigenen KSV, der wiederum ein Komitee Solidarität mit den politisch disziplinierten Studenten und Dozenten aufbaute, in dessen 'Infoblatt' u.a. von Vollversammlungen in Lemgo berichtet wird.
=Rote Fahne Nr.2,Dortmund 9.1.1974

23.01.1974:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.2 bestellte die OAG Hameln des KBW 40 Exemplare für Lemgo.
=KBW-OAG Hameln:Verkaufsstatistik Nr.10,Hameln o.J. (1974)

13.04.1974:
In Detmold möchte die KPD/ML (vgl. 13.4.1974) eine Veranstaltung 'Was will die KPD/ML?' durchführen.
=Roter Morgen Nr.15,Dortmund 13.4.1974

19.06.1974:
In der Nr.25 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 12.6.1974, 26.6.1974) berichtet die KPD über aus Leopoldshöhe bei Bielefeld im Kreis Lippe vom KFZ-Zulieferer Schürmann KG (270 Besch.) u.a. über deren ausländische Arbeiter und die zuständige IG Metall (IGM) Verwaltungsstelle (vermutlich Bielefeld).
=Rote Fahne Nr.25,Dortmund 19.6.1974

26.06.1974:
In der Nr.26 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 19.6.1974, 3.7.1974) veröffentlicht die KPD Spendenlisten für den Parteitag u.a. von der KSV-Zelle FHS Lippe in Lemgo.
=Rote Fahne Nr.26,Dortmund 26.6.1974

30.11.1974:
In Köln soll heute, laut und mit KPD, eine Anti-Schah bzw. Iran-Demonstration stattfinden, zu der die Ortsgruppen der Föderation Iranischer Studenten (FIS) u.a. in Lage/Lippe aufrufen.
=Rote Fahne Nr.48,Dortmund 27.11.1974

11.12.1974:
In der Nr.50 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 4.12.1974, 18.12.1974) berichtet die KPD über die Vietnamhilfe der LgdI in Lemgo.
=Rote Fahne Nr.50,Dortmund 11.12.1974

18.01.1975:
In Bielefeld führt u.a. die KPD eine Demonstration gegen die Arbeitslosigkeit und die Abschiebung ausländischer Kollegen ab Alter Markt, 10 Uhr, durch.

Zum Aufruferkreis (vgl. Dez. 1974) schreibt die KPD (vgl. 15.1.1975):"
Türkische Arbeitervereine (TAV,d.Vf.) aus Bielefeld, Minden, Lemgo, Münster und Hagen, eine Gruppe spanischer Arbeiter und einzelne griechische Arbeiter, sowie die LIGA (LgdI,d.Vf.) und unsere Partei haben gemeinsame Forderungen verabschiedet um mit ihnen deutsche und ausländische Arbeiter zum Kampf aufzurufen, sich nicht länger von den Drohungen von SPD-Regierung und Gewerkschaftsbonzen hinhalten zu lassen."
=Rote Fahne Nr.2 und 3,Dortmund 15.1.1975 bzw. 22.1.1975,S.1 bzw. S.1 und 5

Februar 1975:
Im Detmolder Zylindergroßwerk von Mannesmann-Demag findet, laut 'Sozialistische Arbeiterpolitik', Anfang Februar ein halbstündiger Solidaritätsstreik für die Kollegen des von Stillegung bedrohten MM Demag Werkes Kalldorf statt.
=Sozialistische Arbeiterpolitik Nr.37,Bochum Apr. 1975

27.02.1975:
Die KPD (vgl. 5.3.1975) berichtet aus Detmold (vgl. 28.2.1975):"
DETMOLD: POLIZEISCHIKANEN GEGEN GENOSSEN DER LIGA

Am Donnerstag, dem 27.2., wurden gegen 23 Uhr zwei Mitglieder der LIGA GEGEN DEN IMPERIALISMUS (LgdI,d.Vf.) - Ortsgruppe Detmold - auf offener Straße von der Polizei festgenommen.

Ohne einen Grund anzugeben - 'Das werden Sie schon früh genug erfahren' - wurden sie auf die Wache geschleppt. Dort wurden sie verhört. Man warf ihnen vor, Parolen gegen den Paragraphen 218 gemalt zu haben. Der einzige Beweis: Sie waren in der Nähe des Tatorts gesehen worden. Die Polizisten weigerten sich, ihre Namen anzugeben. Einer sagte: Die Uniform ist Ausweis genug. Oder meinen Sie, das ist ein Schlachterkittel? Als ein Genosse sich weigerte, seine Personalien anzugeben, wurden ihm Schläge angedroht. Kleidungsstücke wurden beschlagnahmt, ohne eine Quittung dafür zu geben. ('Das kann morgen geschehen!')"
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975,S.2

28.02.1975:
Die KPD (vgl. 5.3.1975) berichtet über die gestrigen Festnahmen in Detmold (vgl. 1.3.1975):"
Die Genossen wurden bis um 16 bzw. 17 Uhr des folgenden Tages festgehalten. Nachts wurden sie sechsmal durch Tritte an die Zellentür geweckt. Während ihnen am Morgen Fingerabdrücke abgenommen und Fahndungsfotos (ED-Behandlung,d.Vf.) gemacht wurden, schrie ein Faschist: 'Geht doch rüber zum Iwan und schmiert da Hakenkreuze, dann verarbeiten die Euch zu Seife.'

In Unterhosen mußte einer der Genossen in seine Wohnung gehen. Die Wohnungen beider Genossen wurden durchsucht. Im Buchladen des einen beschlagnahmten die Polizisten vor allem rote Sachen: '1 Papierballen mit roter Beschriftung' sowie '1 Stück Papier, Rechnung mit roten Farbresten'.

Der Ladeninhaber machte sofort eine Stelltafel, auf der er diesen Polizeiterror anprangerte und stellte sie auf die Straße. In den Diskussionen, die mit den Passanten darüber geführt wurden, verurteilten alle diese faschistischen Maßnahmen."
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975,S.2

01.03.1975:
Die KPD (vgl. 5.3.1975) berichtet von den Festmaßnahmen in Detmold (vgl. 27.2.1975) sowie dem gestrigen Protest mit Hilfe einer Stelltafel vor dem Buchladen eines der Festgenommenen:"
Am nächsten Tag gegen Mittag erschien der Schnüffler Nieberg vom K14 (Politische Polizei (PoPo,d.Vf.)) und las die Stelltafel. Nach einer Dreiviertel Stunde kam er mit zwei Uniformierten zurück und verlangte die Tafel, um sie zu fotografieren. Der Genosse weigerte sich, da kein Durchsuchungsbefehl vorhanden war. Darauf drohte der Polizist Nordhoff ihm an, ihm eins in die Schnauze zu hauen.

Diese 'Maßnahmen' wurden unter dem Vorwand durchgeführt, zu ermitteln, wer die Parolen gegen den Paragraphen 218 gemalt hat. Damit sollte der beginnende Wahlkampf der KPD (LTW - vgl. 4.5.1975,d.Vf.) schon im Anfangsstadium behindert werden. Doch ebenso wie in Köln, Dortmund und anderen Städten wird sich die Polizei und die Klassenjustiz verrechnen!

Organisiert Euch im Wahlausschuß Detmold der KPD!"
=Rote Fahne Nr.9,Köln 5.3.1975,S.2

21.04.1975:
Der KBW (vgl. 30.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche vom Erscheinen der 'Rührt Euch' (vgl. *.*.197*, **.*.197*), der Zeitung seiner Initiative für ein Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Paderborn / Augustdorf, die u.a. aus der 2./213 in Augustdorf berichtet.

Vermutlich handelt es sich dabei um die Nr.3 für April, die auch aus dem Btl. 212 aus Augustdorf und Detmold berichtet.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.17 und 22,Mannheim 30.4.1975 bzw. 5.6.1975

24.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.16 (vgl. 17.4.1975, 30.4.1975) heraus, in der er u.a. berichtet über den DGB KV Lippe.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.16,Mannheim 24.4.1975

26.04.1975:
Die KPD, vermutlich das Büro Bielefeld, rief bei Stübbe-Demag Kalldorf (IGM-Bereich - vgl. 23.4.1975) auf:"
Nehmt teil an der 1.Mai-Veranstaltung der KPD in Dortmund!

Abfahrt Lemgo: Samstag, 26.4.1975, 13 Uhr 30, Echternstr.128 (AStA)"
=KPD:Keine Stillegung des Stübbe-Demag-Werkes in Kalldorf!,o.O. o.J. (Apr. 1975),S.2

16.06.1975:
Der KBW (vgl. 26.6.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß in Detmold eine Initiative oder Komitee gegen den Paragraphen 218 gegründet wurde bzw. sich dem eigenen Aufruf für Volksentscheid und Demonstration am 21.9.1975 angeschlossen habe.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975

Oktober 1975:
Vermutlich im Oktober gibt der KJVD der KPD eine Ausgabe seiner 'Einheitsfront' für die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf heraus.
=Einheitsfront o. Nr. (1),Bielefeld o. J. (1975)

Einheitsfront - Zeitung des KJVD für die Soldaten der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf (1975)

Dezember 1975:
Der RJVD des KABD hat in NRW, laut eigenen Angaben, 30 Mitglieder in seinen vier OG: Ratingen/Düsseldorf, Köln, Aachen und Detmold.
=KABD-LL NRW:Materialien für die ordentliche Landesmitgliederversammlung,o.O. 1976

12.02.1976:
Heute kommt es, laut KPD, in Bad Salzuflen zu Streiks anläßlich der Metalltarifrunde (MTR).
=Rote Fahne Nr.7,Köln 18.2.1976

21.02.1976:
Es beginnt eine zweitägige ordentliche Landesmitgliederversammlung des KABD NRW. Es wird auch ein Jugendbericht über den RJVD (vgl. Dez. 1975) erstattet, nach dem es in Detmold eine Aufwärtsentwicklung gab.
=KABD-LL NRW:Materialien für die ordentliche Landesmitgliederversammlung,o.O. 1976

22.03.1976:
Die 'Frankfurter Rundschau' (FR) weigert sich, laut KPD, vermutlich in dieser Woche einen Offenen Brief des Informationsbüros 'Keine Abschiebung der vier türkischen Patrioten' aus dem PEF Türkei-Prozeß Köln als Anzeige abzudrucken.
Unterzeichner des Briefes sind u.a. aus NRW das AJZ Bielefeld, das AStA-Auslandsreferat der FHS Detmold und aus dem Saarland der Rechtshilfefonds Saarbrücken.
=Rote Fahne Nr.13,Köln 31.3.1976

05.04.1976:
In Detmold wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche in einem Günther Routhier-Prozeß eine Geldstrafe von 120 DM verhängt.
=Rote Fahne Nr.15,Köln 14.4.1976

03.11.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.44 (vgl. 27.10.1976, 10.11.1976) heraus. Spenden zu den Bundestagwahlen (BTW - vgl. 3.10.1976) gingen u.a. ein aus Lemgo und aus Detmold, u.a. von der LgdI.
=Rote Fahne Nr.44,Köln 3.11.1976

14.03.1977:
Laut KB findet unter Beteiligung von KB-Genossen im Jugendzentrum Extertal eine Veranstaltung gegen Atomkraftwerke (AKW) statt, die von 50 Jugendlichen aus Extertal und Umgebung besucht wurde.
=Arbeiterkampf Nr.101,Hamburg 21.3.1977,S.5

01.05.1977:
1. Mai in Extertal.
Laut KB organisierte das dortige Jugendzentrum (JZ) eine Mai-Veranstaltung zusammen mit der Bad Pyrmonter Mädchengruppe und der Theatergruppe des KB Göttingen:"
Die Veranstaltung hatte etwa 100 Teilnehmer und brachte während der Frauen- und AKW-Diskussion die ebenfalls anwesenden Vertreter von DKP, SDAJ und Jusos (der SPD,d.Vf.) leicht ins Schleudern."
=Arbeiterkampf Nr.104,Hamburg 16.5.1977,S.11

03.12.1977:
In Köln beteiligen sich, laut AB, ca 350 Personen an einer bundesweiten Türkei-Demonstration, zu der u.a. Gruppen aus Hamburg, Nürnberg in Bayern, Offenbach in Frankfurt und Detmold in NRW aufgerufen hatten.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.127/128,München 13.12.1977

08.01.1979:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.145 (vgl. 11.12.1978, 22.1.1979) heraus. Berichtet wird vom Zensurprozeß gegen den Verlag Jürgen Reents des KB (vgl. 12.1.1979) und den Verantwortlichen des 'Arbeiterkampf', Kai Ehlers. Solidaritätsadressen dagegen gingen u.a. ein aus Detmold von der 'Distel'.
=Arbeiterkampf Nr.145,Hamburg 8.1.1979

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