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Aus Unna lag uns nur wenig örtliches Material vor.
In Unna ist zunächst vermutlich die DKP vertreten und mit der DFU befreundet, daneben aber tritt bald auch die Rote Garde der KPD/ML auf. Später treten die Marxisten-Leninisten Unna auf sowie der KBW.
Unna erscheint zunächst als Hochburg der rechtsextremistischen NPD (vgl. 10.3.1968), die ihr Ergebnis allerdings zu halten vermag (vgl. 9.11.1969). Erste Kontakte nach Unna knüpft auch der SDS Bochum (vgl. Dez. 1969), woraus vermutlich die spätere Rote Garde Unna der KPD/ML hervorgeht.
Die DKP berichtet wiederholt aus Unna (vgl. 17.7.1969, 23.10.1969, 29.12.1969, 19.2.1970, 19.3.1970) und verfügt offenbar über Mitglieder in der örtlichen GEW (vgl. 12.2.1970).
Die KPD/ML-ZB enthüllt, warum es in Unna 1969 keine Septemberstreiks gegeben hat (vgl. 14.5.1970), die IGM Unna zeigt sich dann auch in der Metalltarifrunde (MTR) 1970, in der es in Unna zu Streiks kommt (vgl. 19.10.1970), durch den Abschluss von Firmentarifverträgen als spalterisch (vgl. Okt. 1970, 31.10.1970). Als spalterisch wird, zumindest von der KPD/ML-ZB, auch das Weihnachtsgeld-Verhandlungsergebnis des Betriebsrats im Stahlwerk Unna angeprangert (vgl. 26.11.1970), wäre doch eine Erhöhung angesichts der steigenden Fahrpreise (vgl. 1.1.9171) wenigstens eine kleine Erleichterung.
Schlagzeilen macht Unna in der linken Presse immer wieder nicht durch Arbeitskämpfe, sondern durch die Hellweg-Kaserne der Bundeswehr. Dreißig Hauptleute wollen dort per Denkschrift den Wehrwillen stärken, lehnen den 'Staatsbürger in Uniform' rundheraus ab und haben die Sowjetunion als Feind scharf im Visier (vgl. 15.3.1971). Dies ruft dann gar wieder einmal die KPD/ML-ZB als brave Verteidigerin der Ostblockstaaten auf den Plan, wobei sie in einer Reihe mit der DFU steht.
Bei der NPD dagegen, die vermutlich in der Hellweg-Kaserne stark vertreten ist, trifft die Bundeswehr-Denkschrift selbstverständlich auf volle Zustimmung (vgl. 26.3.1971, 2.4.1971).
Gestreikt wird bei der Ingenieurbau OHG Unna (vgl. 21.4.1971), wobei die KPD/ML-ZB die örtliche IG BSE nicht kritisiert.
Ende 1971 wird die Rote Garde Unna bekannt (vgl. 20.10.1971), führt ihren selbst gemachten Film vor (vgl. 26.10.1971) und ist vermutlich auch für die Arbeiterkorrespondenz aus dem Metallbetrieb Hubbert und Wagner (vgl. 25.10.1971) verantwortlich. Die Rote Garde Unna gerät umgehend in Konflikt mit dem DGB Unna, prangert dessen 'Bonzen' Semmler scharf an (vgl. 5.11.1971).
Der AStA der PH Dortmund berichtet von einer Strafversetzung einer Fröndenberger Studienreferendarin an einer Unnaer Hauptschule (vgl. 26.1.1972), die DFU protestiert gegen das Berufspraktikum Fröndenberger Schüler in der Hellweg-Kaserne, vermag dafür zahlreiche Unterschriften von Lehrern und Erziehern des Kreises Unna zu sammeln (vgl. 21.2.1972). Die KPD/ML-ZB Dortmund berichtet von der engen Zusammenarbeit der Unnaer Bundeswehr mit der britischen Army (vgl. 6.3.1972).
Die DKP stellt auch in Unna Kandidaten zur Bundestagswahl auf (vgl. 30.8.1972), gegen die Ausländergesetze protestieren auch die Marxisten-Leninisten Unna (vgl. 17.9.1972, 2.10.1972), bei denen es sich vermutlich um die ehemalige Rote Garde der KPD/ML-ZK handelt, die sich nach dem a.o. Parteitag Ende 1971 von dieser trennte.
Die KPD/ML-ZB berichtet von einer Mobilmachungsübung (vgl. 16.10.1972), die Braunschweiger Schüler des späteren KBW beschäftigten sich im Rahmen des Protestes gegen den Wehrkundeerlaß (WKE) mit der Hellweg-Kaserne (vgl. 19.2.1973), der KOV der KPD widmet sich den örtlichen Schulen (vgl. Nov. 1972), die KPD/ML der IGBE Unna (vgl. 27.1.1973). Auch in Unna wird ein Jugendzentrum gefordert (vgl. 6.12.1972).
Die Proletarische Linke Hamm des späteren KBW will ihre Kontakte nach Unna intensivieren (vgl. März 1973), wobei ihre Freunde meist Schüler sind (vgl. 11.7.1973), die Jusos Castrop-Rauxel diskutieren mit Jugendoffizieren der Bundeswehr Unna (vgl. 2.4.1973). Die KPD/ML verfügt vermutlich über einen gewissen Einfluss im Vietnamausschuß Unna (vgl. 5.5.1973), der eigentlich zur KPD-Linie gehören sollte. Die KPD dagegen berichtet aus einem Altenwohnheim (vgl. 11.7.1973). Zum Antikriegstag (AKT) 1973 agieren Rote Garde, Verband der Kriegsdienstverweigerer und vermutlich die Freunde des KBW gemeinsam (vgl. 1.9.1973), der KBW vertreibt in Unna seine 'KVZ' mit stagnierenden Ergebnissen von 30 Stück (vgl. 26.9.1973, 7.11.1973, 22.11.1973, 5.12.1973, 19.12.1973), gründet später sowohl die Kommunistische Gruppe Unna (vgl. Mai 1974), als auch die Kommunistische Jugendgruppe Unna (vgl. 1.5.1974).
Die Dortmunder KPD berichtet von der Kurzarbeit bei der Unnaer Holstein und Kappert-Tochter Rosista (vgl. Sept. 1974, 22.10.1974), die DKP ist Unnaer Jugendlichen aktiv (vgl. Jan. 1975), während der KBW auch in Unna eine 'Massenorganisation' für den Volksentscheid gegen den Paragraphen 218 aufbaut (vgl. 16.6.1975). Die 'Voran' berichtet auch einmal aus Unna (vgl. März 1977).
Beendet wird diese Darstellung durch Berichte über rechtsextremistische Straftaten in Unna-Massen (vgl. 9.10.1991).
10.03.1968:
Die NPD erhält bei den Kommunalwahlen (KW) in Unna mit 11,51% der Stimmen (2905) 4 Sitze.
=Innenministerium NRW:Extremismusberichte an den Landtag oder Landesbehörden 1969,Düsseldorf 1969,S.5
Dezember 1968:
Beginn der Kuba-Kampagne der Bochumer Projektgruppe Internationalismus (PGI). Sie geht auf die Reise einer SDS-Gruppe im Sommer 1968 nach Kuba zurück. Sie wollte dort einen Film drehen. Aus der Diskussion um einen "revolutionären Kuba-Film" entsteht die Kampagne "Zerschlagt die Entwicklungshilfe" des INFI Berlin.
Veranstaltungen unter dem Oberbegriff "Entwicklungshilfe oder sozialistische Revolution?" werden u.a. auch durchgeführt in Unna.
Laut 'RW' und MLPD (2) finden die meisten Veranstaltungen ca. im Herbst 1969 statt. Laut MLPD (2) sind auch Berliner SDS-Mitglieder beteiligt. Resultat dieser Veranstaltungsreihe war u.a. eine gemeinsame Vietnamkampagne aller bzw. vieler Ruhrgebietsgruppen (vgl. 6.12.1969).
=Revolutionärer Weg Nr.1,Solingen 1971,S.*;
Rote Pressekorrespondenz Nr.55,Berlin 1970,S.6ff;
Proletarische Linie Nr.1,Bochum 1970;
MLPD-ZK:Geschichte der MLPD,I.Teil,Stuttgart 1985,S.136f
09.11.1969:
Heute finden die Kommunalwahlen (KW) im Kreis Unna statt, bei denen die NPD 2907 und damit 2,6% der Stimmen erhält. Von Kreisangehörigen in der Stadt Kamen erhält die NPD 566, d.h. 2,6% von Kreisangehörigen der Stadt Unna 1102, d.h. 4,2% der Stimmen.
=Innenministerium NRW:Extremismusberichte an den Landtag oder Landesbehörden 1969,Düsseldorf 1969,S.21
17.07.1969:
Die DKP gibt die Nr.16 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 10.7.1969, 24.7.1969). Berichtet wird u.a. über Unna.
=Unsere Zeit NRW Nr.16,Essen 17.7.1969
23.10.1969:
Die DKP gibt die Nr.30 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 16.10.1969, 30.10.1969).
Berichtet wird u.a. über Unna.
=Unsere Zeit NRW Nr.30,Essen 23.10.1969
29.12.1969:
Für die DKP berichtet 'ja' vermutlich aus dieser Woche:"
ROTER PUNKT IN SICHT
IN ISERLOHN SCHIMPFT MAN AUF HOHE FAHRPREISE ...
Besonders hart trifft die Tariferhöhung die Schüler. Sie zahlen zwischen 1,90 DM und 6,40 DM mehr. Dabei werden gerade die weiten Entfernungen sehr stark frequentiert, denn die IKB ist die ständige Verbindung zwischen den Städten Iserlohn, Menden, Hemer, Letmathe, Hohenlimburg, Schwerte bis nach Unna."
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.3,Essen 15.1.1970,S.*
12.02.1970:
Die DKP gibt die Nr.7 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus. Veröffentlicht wird auf S.11 die Reserveliste zu den Landtagswahlen (LTW - vgl. 14.6.1970). Diese KandidatInnen kommen aus folgenden Orten (Berufe und DGB-Organisationsbereiche falls bekannt angegeben): ... Unna (GEW).
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.7,Essen 12.2.1970
19.02.1970:
Die DKP gibt die Nr.8 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.2.1970, 26.2.1970). Vom DGB wird u.a. berichtet aus Unna.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.8,Essen 19.2.1970
19.03.1970:
Die DKP gibt die Nr.12 des Regionalteils NRW ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.3.1970, 26.3.1970). Berichtet wird u.a. über die Lehrlinge der Fachschule Geflügelzucht Unna.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.12,Essen 19.3.1970
14.05.1970:
In Berlin beginnt, laut KPD/ML-ZB, die zweitägige 20. Geschäftsführerkonferenz der Arbeitgeberverbände. Hier habe sich gezeigt, wie sehr die Kapitalisten durch die Septemberstreiks 1969 aufgescheucht worden seien. Kirchner von Gesamtmetall habe festgestellt, daß die Tarifpolitik bis zum letzten Herbst in Ordnung gewesen sei, dann aber nicht mehr. Es gelte Mittel zu finden um spontane Streiks zu verhindern. Der Vorschlag von rechtlichen Sanktionen gegen spontane Streiks sei nur auf teilweise Zustimmung gestoßen, da es sich die Kapitalisten in Zeiten des Arbeitskräftemangels nicht leisten könnten eine größere Anzahl von Arbeitern auf einmal zu entlassen. Erfolgversprechender sei da schon, die Gewerkschaften zu zwingen gegen die Streikenden vorzugehen und sie z.B. sofort auszuschließen. Meisel vom Arbeitgeberverband Hamm-Unna sei voll des Lobes über die IGM gewesen, die sich als taugliches Mittel zur Verhinderung von Streiks erwiesen habe."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.18,Bochum 25.7.1970,S.*
Oktober 1970:
In Unna wird, laut KPD/ML-ZK bei Opel Bochum, vermutlich im Oktober ein Betriebsabschluß mit vollen 15% vereinbart.
=Zündkerze Extrablatt Geht es nur um zwei, drei Prozent?,Bochum o.J. (Okt. 1970)
19.10.1970:
In Unna streiken, laut KPD/ML-ZB, 400 Metaller für die vollen 15%.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44,Bochum 24.10.1970
31.10.1970:
Die Nr.46 des 'KND' (vgl. 26.10.1970, 4.11.1970) der KPD/ML-ZB erscheint mit 12 Seiten und der Überschrift "Die Arbeiterklasse ist kampfbereit!", was auf die Metalltarifrunde (MTR) und hierbei wieder besonders auf Nordbaden/Nordwürttemberg (NB/NW), Bremen und NRW bezogen wird. Über NRW wird u.a. festgestellt:"
In NRW versuchten die rechten Gewerkschaftsführer, mit allen Mitteln die Zustimmung der Metallarbeiter zu ihrem Verrat zu erzwingen. So hat Brenner demagogisch erklärt, mit dem Vermittlungsergebnis von Figgen sei die Forderung der IGM 'nahezu erfüllt'. ... Diese Täuschungsmanöver konnten es aber nicht verhindern, daß sich die Widersprüche innerhalb der Gewerkschaft weiter zuspitzten. Die Betriebsräte und Vertrauensleute von Unna und Mülheim haben gegen das Einigungsergebnis protestiert. ... Die Kapitalisten haben inzwischen versucht die Arbeiterklasse zu spalten. Sie haben Firmentarifverträge abgeschlossen, um die geschlossene Kampfbereitschaft aufzubrechen. In Herne und Unna haben sich mehrere Betriebe verpflichtet, mehr Lohn zu zahlen, als der Einigungsvorschlag vorsieht. In Unna wurden 'Hausverträge' abgeschlossen, die eine 15%-ige Lohn- und Gehaltserhöhung und eine 15%-ige Erhöhung der 'Ausbildungsvergütungen' ohne jeglich vorherige Anhebung des Ecklohns enthalten. Diese Firmentarifverträge müssen von der Arbeiterklasse entschieden bekämpft werden."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 31.10.1970
26.11.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
STREIK IM STAHLWERK UNNA
Die Arbeiter im Stahlwerk Unna streikten am 26.11. 5 Std. lang für höheres Weihnachtsgeld. Die Stahlwerker bekamen früher 50 DM Weihnachtsgeld, 20 DM für die Ehefrau und 10 DM für jedes Kind. Nach dem Streik einigte sich der Betriebsrat mit den Kapitalisten auf ein Weihnachtsgeld, das 1,28% der Jahreslohnsumme ausmacht. Das wird effektiv kaum mehr sein als vorher und spaltet die Arbeiter außerdem, da jetzt diejenigen, die in einer höheren Lohngruppe sind, auch mehr Weihnachtsgeld kriegen als die Kollegen in den niederen Lohngruppen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.59,Bochum 16.12.1970,S.7f
01.01.1971:
Laut KPD/ML-ZB erhöht die Verkehrsgesellschaft im Kreis Unna die Fahrpreise.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.13,Bochum 17.2.1971,S.7
15.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
30 BUWE-HAUPTLEUTE: 'MEHR SCHLAGKRAFT!'
...
Um was geht es bei dieser Schrift der Hauptleute? Seit einiger Zeit verbreiten die 30 Hauptleute aus Unna eine Denkschrift zur Lage in der Bundeswehr innerhalb der Bundeswehr, die jetzt auch in der bürgerlichen Presse bekannt wurde.
Diese Denkschrift ist durch und durch reaktionär, ihr Ziel ist eine schlagkräftige Armee sowohl zur Führung eines imperialistischen Angriffskrieges wie auch zum Kampf nach innen:
'Die Notwendigkeit der Verteidigung wird von der Mehrheit der 'Staatsbürger in Uniform' nicht erkannt. Der junge Wehrpflichtige ist auf seinen Verteidigungsauftrag nicht vorbereitet. Die Verharmlosung der wahren Zielsetzung... der Sowjetunion und des Warschauer Paktes (SU bzw. WP,d.Vf.) haben sein Bewußtsein von der Gefährdung und damit seinen Wehrwillen untergraben. Die Erziehung zu einem für die Sicherheit unseres Landes unerläßlichen Wehrwillen wird von den politischen und Erziehungsorganen unseres Staates vernachlässigt, zum Teil sogar bewußt verhindert.'
'Der Soldat muß in erster Linie als Kämpfer anerkannt, nicht aber als militärisch technischer Spezialist begriffen werden.'
'Die Politisierung der Armee hat bedenkliche Ausmaße angenommen... Beispiel ist das mit dem Gewerkschaftserlaß legalisierte Wirken der ÖTV in der Bundeswehr, obwohl in dieser Gewerkschaft starke Strömungen existieren, die die Abschaffung der Bundeswehr fordern.'
In weiteren 'Erläuterungen' heißt es: Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten sollten 'endlich ihren Beitrag zur Erziehung zum Wehrwillen leisten'; was damit gemeint ist, sagte ein Batteriechef genauer: 'Als wir beim CSSR-Einmarsch alarmiert waren und in Feldstellungen im Bayrischen Wald lagen, haben wir den Bayerischen Rundfunk (BR,d.Vf.) gehört. Da sprach ein Soziologe über die Revolution in Cuba und wie nötig es wäre, in unserem Land die Revolution voranzutreiben.'
Die Hauptleute als Vertreter der reaktionärsten Teile der Bundeswehrführung haben sich mit dieser Denkschrift zum Teil in Gegensatz zur SPD-Regierung gesetzt, besonders durch ihren Angriff auf die Ostpolitik der SPD-Regierung und auf Schmidt. Die Forderungen der Hauptleute wurden von CDU/CSU und den faschistischen Organisationen (vgl. 26.3.1971, 2.4.1971,d.Vf.) sofort aufgegriffen und von der CDU auch in der Sicherheitsdebatte im Bundestag (vgl. 26.3.1971,d.Vf.) zur Sprache gebracht.
In ihren Zielen stimmen die Hauptleute jedoch mit den aggressiven Zielen der SPD-Regierung überein: Das zeigte sich deutlich gerade bei der Sicherheitsdebatte im Bundestag."
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Mai 1971) berichtet:"
SOLDATEN MÜSSEN KÄMPFER WERDEN...
DIE DENKSCHRIFT DER 30 HAUPTLEUTE UND DIE SPD-FÜHRER
Vor kurzem haben 30 Hauptleute der Bundeswehr eine Denkschrift zur Lage bei den Kampftruppen veröffentlicht. Diese Schrift erhielt bei vielen Offizieren Zustimmung. Sie enthält im wesentlichen das gleiche, was in der vor einigen Jahren veröffentlichten 'Schnez-Studie' (vgl. S1.**.196*,d.Vf.) stand, die u. a. vom jetzigen Heeresgeneralinspekteur Albert Schnez verfaßt worden war. In der Schrift der 30 Hauptleute werden also die Absichten der reaktionärsten Bundeswehrgeneräle zum Ausdruck gebracht.
UM WAS GEHT ES BEI DIESEN LEUTEN?
WAS WOLLEN SIE?
Die Hauptleute schreiben: 'Die Notwendigkeit der Verteidigung wird von der Mehrheit der 'Staatsbürger in Uniform' nicht erkannt.' Sie schreiben auch warum: 'Die Erziehung zu einem für die Sicherheit unseres Landes unerläßlichen Wehrwillens wird von den politischen und Erziehungsorganen unseres Staates vernachlässigt, zum Teil sogar bewußt verhindert.'
Es paßt nicht in ihre Pläne, daß die Jugend sich nicht wieder in einen Krieg hetzen lassen will. Deshalb wollen sie da Abhilfe schaffen: Die Schulen sollen eine Art Fach für Wehrkunde (WKE,d.Vf.) einführen und auch Rundfunk und Fernsehen sollen ihren Beitrag zur geistigen Aufrüstung der Jugendleisten, indem sie öfter und kritikloser über die Bundeswehr berichten.
ALLE MÖGLICHEN EINRICHTUNGEN SOLLEN MOBILISIERT WERDEN, UM DIE JUGEND FÜR DEN NÄCHSTEN KRIEG ZU GEWINNEN.
'Der Soldat muß in erster Linie als Kämpfer, nicht als militärisch-technischer Spezialist begriffen werden', deshalb gilt für die Ausbildung in der Bundeswehr der Grundsatz: 'Zum Kampf muß erzogen werden, zum Kämpfenwollen, wenn es darauf ankommt.' (Spiegel 15/1971 (vgl. 5.4.1971,d.Vf.)).
DER SOLDAT SOLL KÖRPERLICH UND VOR ALLEM GEISTIG FÜR DEN NÄCHSTEN KRIEG FIT GEMACHT WERDEN.
Um dies durchzusetzen, fordern die Hauptleute: 'Erhöhung der finanziellen Mittel zur Durchführung von Übungen im freien Gelände (was zur Folge hätte: noch mehr Ernteschäden bei Bauern und noch größere Gefahren für die Bevölkerung) und Schutz der Truppen vor diffamierenden Behauptungen der Bevölkerung und Nachlässigkeit der Polizeiorgane.'
Das soll dann wohl so aussehen, daß, wenn z.B. ein paar Leute die Soldaten über die wahren Absichten der politischen und militärischen Führung und über die wirklichen Aufgaben der Armee aufklären wollen oder wenn sie ihren Unwillen zum Dienen zum Ausdruck geben, sofort Polizei auf sie gehetzt wird. Deutlicher können diese Leute sich gar nicht ausdrücken!
GEGEN DIE STAATEN OSTEUROPAS
Sie führen noch weitere Gründe für die mangelnde Kriegsbereitschaft der Jugend an, nämlich: 'Die Verharmlosung der wahren Zielsetzung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes (SU bzw. WP,d.Vf.).' Damit ist auch die Stoßrichtung ihrer Kriegspläne klar: Der Ritt geht wieder mal gen Osten. Der politischen Führung, der SPD-Regierung mit ihrer 'friedlichen' Ostpolitik werfen sie vor: 'Das tatsächliche Kräfteverhältnis zwischen Ost und West wird aus politischen Zweckmäßigkeitserwägungen verfälscht.' Die Hauptleute als Vertreter der reaktionärsten Kreise der Bundeswehrführung setzen sich damit also anscheinend in Gegensatz zu den SPD-Führern mit ihrer 'Friedenspolitik'.
Weil die CDU und die faschistischen Organisationen die Thesen der Hauptleute sofort aufgriffen, mußte SPD-Kriegsminister Schmidt ihnen erstmal Redeverbot erteilen (vgl. S6.*.1971,d.Vf.). Aber Äußerungen der SPD-Führer beweisen ganz klar, daß sie im Grunde genommen mit den Zielen der reaktionären Bundeswehrgeneräle übereinstimmen. Nicht ohne Grund haben sie ihnen schließlich das volle Mitbestimmungsrecht auch bei politischen Entscheidungen zugestanden. (...)
DIE SCHNEZENS SIND DOCH GUTE DEMOKRATEN
SPD-Schmidt sagte auch selber (vgl. S6.*.1971,d.Vf.): 'Die Schnezens sind doch allesamt gute Demokraten, so wie sie es sehen. Die kann ich doch nicht dauernd in den Hintern treten' (Spiegel 15/1971).
Und SPD-Bundeskanzler Brandt (vgl. S6.*.1971,d.Vf.) sagt: 'Diese Regierung (die SPD-Regierung) steht der Bundeswehr weder fremd noch gleichgültig gegenüber. Sie hat ein lebhaftes Interesse daran, daß die Streitkräfte den Auftrag in optimaler Weise erfüllen.' Er meint wie die Hauptleute, daß die SPD-Regierung der steigenden Zahl der Kriegsdienstverweigerer (KDV,d.Vf.) nicht tatenlos zusehen könne: 'Aber die steigende Zahl der Militärdienstverweigerer kann die Bundesregierung nicht unbeteiligt lassen.' Brandt ist es auch, der in einem Brief an die Kultusminister (KuMi - vgl. 1.3.1971,d.Vf.) dazu aufforderte, der Bundeswehr im Sozialkundeunterricht in den Schulen mehr Raum zu geben.
AUFRÜSTUNG UM JEDEN PREIS
Die wahren Absichten der SPD-Führer sind damit völlig klar: Genau wie die reaktionären Bundeswehrführer wollen sie eine schlagkräftige Armee schaffen, die einen imperialistischen Angriffskrieg führen kann. Dazu versuchen sie jetzt erst einmal, die Jugend mit ihren militaristischen Ideen vollzutrichtern und andererseits den 'Kampfwert' der einzelnen Bundeswehrsoldaten zu steigern, damit sie ihre Pläne auch durchführen kann.
Wir dürfen uns durch das Friedensgerede der SPD-Führer nicht über ihre wirklichen Pläne täuschen lassen. Auch ihre Verträge mit Moskau und Warschau (mit Polen,d.Vf.) sind kein Beweis für friedliche Absichten. Ihre einzige Absicht ist es, die Profite der Kapitalisten zu erhöhen und dazu müssen sie alle möglichen Vorkehrungen treffen: Wenn es mit friedlichen Mitteln nicht hinhaut, muß eine Armee da sein, die bereit zum Losschlagen ist.
KARL LIEBKNECHT ERKANNTE SCHON 1913:
'KRIEG UND FRIEDEN SIND FÜR UNSEREN KAPITALISMUS NICHTS WEITER ALS EIN KAPITALISTISCHES GESCHÄFT.'"
Die Deutsche Friedens-Union (DFU) NRW berichtet aus Unna (vgl. 21.2.1972):"
Bekanntlich brachten im März 1971 dreißig Hauptleute eben dieser 7. Panzergrenadierdivision, die in der Hellweg-Kaserne in Unna stationiert ist, jene berüchtigte, nach rechts tendierende Denkschrift heraus, in der 'eine realistische Darstellung der Bedrohung der Bundesrepublik', die 'Anerkennung des Soldaten als Kämpfer' und eine schärfere Disziplinarordnung gefordert werden. Die Denkschrift wendet sich gegen die mit den Verträgen von Moskau und Warschau (mit der SU bzw. Polen,d.Vf.) eingeleitete Entspannungs- und Verständigungspolitik, sie lehnt Entscheidungen für die Bundeswehr durch die politische Führung ab und verwahrt sich gegen den Zugang der Gewerkschaften zu den Soldaten in den Kasernen."
=DFU NRW:'Die Schule darf keine Vorschule für die Bundeswehr werden',o.O. o.J. (1972),S.1;
Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.5,Bochum Mai 1971,S.1 und 6;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.27,Bochum 7.4.1971,S.11
26.03.1971:
Die NPD befaßt sich, laut KPD/ML-ZB, in ihren 'Deutschen Nachrichten' (DN - vgl. **.3.1971, 2.4.1971) u.a. mit der Denkschrift zur Bundeswehr aus Unna (vgl. 15.3.1971). Dazu heißt es:"
Was sich die Faschisten in der BRD für eine Zusammenarbeit mit den reaktionären Militärführern wünschen, geht aus ihren Kommentaren zu der reaktionären Denkschrift der 30 Kompaniechefs der Bundeswehr hervor. Die 'Deutschen Nachrichten' schreiben am 26.3.:
'Aus tiefster Verantwortung für die Erhaltung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland haben 30 Kompaniechefs der 7. westfälischen Panzerdivision in der Öffentlichkeit über die innere Verfassung der Bundeswehr Alaram geschlagen... Da die Generalität vielfach aus politischem Opportunismus resignierend schweigt, folgten die Kompaniechefs in bester preußisch-deutscher Soldatentradition der Pflicht ihres Gewissens.'"
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.27,Bochum 7.4.1971,S.10f
02.04.1971:
Die NPD befaßt sich, laut KPD/ML-ZB, in ihren 'Deutschen Nachrichten' (DN - vgl. 26.3.1971, **.4.1971) erneut mit der Bundeswehrdenkschrift aus Unna (vgl. 15.3.1971):"
In den DN vom 2.4. hebt die NPD die 'preußisch-deutsche' Pflichterfüllung der Hauptleute sogar in einem eigenen Leitartikel hervor und zitiert ihre Forderungen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.27,Bochum 7.4.1971,S.11
05.04.1971:
Der heutige 'Spiegel' Nr.15 berichtet u.a. über die Studie von Bundeswehr-Hauptleuten in NRW in Unna (vgl. 15.3.1971).
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.5,Bochum Mai 1971,S.6
21.04.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
STREIK BEI DER INGENIEURBAU OHG IN UNNA
Am letzten Dienstag, den 21.4. traten die 120 Arbeiter der Ingenieurbau Unna in Streik, weil die Werksleitung die fälligen Lohnforderungen nicht bezahlt hatte. Am Tag darauf mußten die Herren der Ingenieurbau, eines 'der namhaftesten Unternehmen des westfälischen Baugewerbes' (Westfälische Rundschau 22.4.) ihren Konkurs erklären. Die IG Bau Steine Erden wird Arbeitsgerichtsprozesse zur Einklagung der Lohnforderungen führen."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.32,Bochum 28.4.1971,S.11
20.10.1971:
Vermutlich erscheint gegen Mitte dieser Woche ein Flugblatt der Roten Garde Unna (RG der KPD/ML-ZK) unter Verantwortung von Winfried U., Holzwickede, mit zwei Seiten DIN A4, welches streckenweise identisch mit einem Flugblatt der RG Dortmund (vgl. 18.10.1971) ist:"
'ROTE GARDE - JUGENDORGANISATION DER KPD/ML
In Unna und anderen Städten häufen sich die 'politischen' Firlefanzveranstaltungen, mit denen man die jüngeren Arbeiter - die Lehrlinge und Jungarbeiter ansprechen will.
Man will uns die 'Politik' näherbringen u.ä. Was man aber letztlich macht, ist nichts anderes, als unsere wirkliche und miserable Situation zu verschleiern, indem man einfach gar nicht von ihr spricht.
Nach dieser Defensive ging in Unna der obskure 'Ring der politischen Jugend' (RPJ,d.Vf.) vor. Und nicht viel anderes machen auch solche Gruppen, die sich 'sozialistisch' nennen (So die 'S'DAJ (der DKP,d.Vf.) mit 'Profitgeier' in Dortmund und Kamen etc.).
Was nützt es uns, so können wir mit Recht fragen, wenn man aus unserer miserablen Situation einen musikalischen Ohrenschmaus macht? Was nützt es uns, wenn man aus unseren Problemen einen kabarettistischen Kunstgenuß macht, ansonsten aber predigt, dieses kapitalistische System lasse sich mit friedlichen Mitteln ändern?!
Die ROTE GARDE, die Jugendorganisation der KPD/ML macht das nicht mit! Sie zeigt am nächsten Dienstag einen Film.
Diesen Film haben Lehrlinge für Lehrlinge gedreht.
Er behandelt die Ausbeutung der Lehrlinge in den Klein- und Mittelbetrieben, die Einführung des Stufenplans in vielen Großbetrieben, der die Lehrlinge in Fach- und Hilfsarbeiter aufspalten soll, die Extra-Ausbeutung der Lehrlinge durch klägliche 'Ausbildungsbeihilfen', den 'Dienst' in der Bundeswehr, der die Arbeiterjugend zwingen soll, eines Tages auf ihre Kollegen zu schießen (nach den Notstandsgesetzen (NSG - vgl. 30.5.1968,d.Vf.) können Bundeswehrtruppen gegen streikende Arbeiter eingesetzt werden).
Weiter wird die Abhängigkeit des Lehrlings von der Familie gezeigt, die Konflikte, die im Elternhaus entstehen und die Flucht in die Hasch-Subkultur.
Es wird gezeigt, wie die Kapitalistenklasse mit allen Mitteln versucht, die Arbeiterklasse und die Arbeiterjugend zu spalten, damit sie sich nicht einig werden sollen, gegen all diese Zustände etwas zu unternehmen.
So offen wie in diesem Film über die Probleme der Lehrlinge und den Ausweg aus ihrer Lage gesprochen wird, so offen und brutal war auch die Reaktion der Herrschenden auf diesen Film.
Im Juni 1971 (vgl. Juni 1971,d.Vf.) veranstalteten mehrere Ruhrgebietsstädte eine 'Kulturinitiative URBS 71'.
Mit über 250 Veranstaltungen in einer Woche (Kostenpunkt 720 000 DM) wurde versucht, von den wirklichen Problemen im Ruhrgebiet abzulenken. Doch drei Filme lösten einen 'Skandal' (Spiegel) aus.
Denn diese Filme nahmen kein Blatt vor den Mund. In diesen Filmen hüpften nicht irgendwelche Schauspieler rum, dort zeigten Lehrlinge und andere Jugendliche, was wirklich läuft.
Deswegen bezeichneten die bürgerlichen Zeitungen die Filme als 'miese Propaganda' und 'kulturell wertlos'.
Das bedeutete für die URBS-Filme: Absetzung vom Programm und das Verbot, sie auf 'städtischen Straßen und Plätzen, sowie in städtischen Räumen
aufzuführen'.
Aber 150 Lehrlinge einer Elberfelder Berufsschule, die die Filme am nächsten Tag (vgl. Juni 1971,d.Vf.) sehen sollten, pfiffen die Veranstalter aus und verließen zu 90% den Saal, als anstatt der angekündigten Filme eiligst herbeigeschaffene Ersatzfilme gezeigt wurden.
Ähnlich war es auch in Hagen im September 1971 (vgl. 29.9.1971, 5.10.1971,d.Vf.): Die Rote Garde Hagen will die Filme im DGB-Jugendhaus zeigen. Doch da erhält sie vom DGB-Kreisvorsitzenden ein Schreiben, wo verboten wird, diese Filme im Jugendheim aufzuführen.
Der Gewerkschaftsbonze hatte wohl Angst, daß einigen Lehrlingen klar wird, daß und wie man die kapitalistische Ausbeuterordnung beseitigen kann. Er hatte wohl Angst, daß diese Lehrlinge erkennen, daß die Gewerkschaftsbonzen ihre Interessen nicht vertreten, sondern mit den Kapitalisten gemeinsame Sache machen.
WARUM BEKÄMPFEN DIE HERRSCHENDEN DIE ROTE GARDE UND IHRE FILME?
Weil diese Filme nicht bei der Schilderung dieser Probleme stehenbleiben, sondern noch einen Schritt, und zwar den entscheidenden weitergehen: sie versuchen eine Antwort darauf zu geben, wie man diese Verhältnisse grundlegend ändern kann.
Nicht durch Mitbestimmungsbetrug und kleine Reformen, sondern dadurch, daß die Arbeiterklasse die Kapitalismus- und Ausbeuterordnung zerschlägt und den Sozialismus aufbaut.
Deswegen wird auch die Rote Garde von den Herrschenden bekämpft und von vielen Lehrlingen und Jungarbeitern unterstützt.
Deswegen lassen die Kapitalisten durch die Gewerkschaftsbonzen Verbotsanträge gegen uns stellen, wie es die IGM in Duisburg (vgl. 4.6.1971,d.Vf.) und in vielen anderen Städten gemacht hat.
Deswegen stimmen auch die angeblichen Kommunisten von der DKP mit ein in das Geschrei gegen die 'Maoisten'.
So stimmte die Duisburger Vorsitzende des Jugendausschusses, Karin Wolk dem Verbotsantrag zu.
Die Rote Garde hat keine Angst vor dem Verbot der Kapitalisten.
Denn sie zeigen, daß die Herrschenden eine fürchterliche Angst vor UNS haben. Es zeigt aber auch, daß die Rote Garde auf dem richtigen Weg ist.
NUR VEREINT SIND WIRD STARK.
LEST: DER ROTGARDIST Zentralorgan der Roten Garde.
ROTER MORGEN Zentralorgan der KPD/ML."
=RG Unna:Rote Garde - Jugendorganisation der KPD/ML,Unna o.J. (1971)
25.10.1971:
Der 'Rote Morgen' Nr.12 (vgl. 11.10.1971, Nov. 1971) enthält eine Arbeiterkorrespondenz von Hubbert und Wagner Unna (IGM-Bereich).
=Roter Morgen Nr.12,Hamburg 25.10.1971
26.10.1971:
Die Rote Garde (RG der KPD/ML-ZK) Unna (vgl. 20.10.1971) will den Film 'Nur vereint sind wir stark!' in der Gaststätte Sportlerzentrale zeigen. Wahrscheinlich wird für diese Veranstaltung auch in Dortmund mobilisiert.
Der DGB habe versucht, die Veranstaltung zu behindern (vgl. 5.11.1971).
=RG Unna:Rote Garde - Jugendorganisation der KPD/ML,Unna o.J. (1971),S.*;
RG Unna:DGB-Bonzen sabotieren Filmveranstaltung der Roten Garde,Unna o.J. (1971),S.1
05.11.1971:
Vermutlich Ende dieser Woche erscheint das folgende Flugblatt der Roten Garde Unna (RG der KPD/ML-ZK) mit zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Winfried Uessler, Holzwickede, Hauptstr. 20 zur eigenen Veranstaltung am 26.10.1971:"
DGB-BONZEN SABOTIEREN FILMVERANSTALTUNG DER ROTEN GARDE!
Semmler 'in Form'.
Kollegen,
die ROTE GARDE, die Jugendorganisation der KPD/ML, zeigte letzte Woche den Lehrlingsfilm 'Nur vereint sind wir stark!', in dem gezeigt wird, wie die Arbeiterjugend mit der gesamten Arbeiterklasse die kapitalistische Ausbeuterordnung beseitigen kann: nämlich nur dadurch, daß die Arbeiterklasse sie zerschlägt und den Sozialismus aufbaut (näheres in dem damals zur Veranstaltung verteilten Flugblatt (vgl. 20.10.1971,d.Vf.), das wir noch einmal angeheftet haben).
Zu dem Film war in einer Flugblattaktion eingeladen worden.
Kaum waren die ersten Flugblätter verteilt, da griff die herrschende Klasse schon zu handfesten Gegenmaßnahmen:
Mit Hilfe der Gewerkschaftsbonzen! Die Bonzen sorgten dafür, daß ein für die ROTE GARDE reservierte Saal vom Wirt wieder abgesagt wurde.
Aber die ROTE GARDE ließ sich durch das Eingreifen der Gewerkschaftsfunktionäre nicht beirren. Sofort wurde ein neuer Raum besorgt. Auch hier schaltete sich der Gewerkschaftsapparat ein. Doch diesmal ging der Anruf vom Oberbonzen Semmler an den falschen Wirt - denn der machte das krumme Spiel nicht mit.
'Kollege' Semmler will jetzt alles tun, um die ROTE GARDE aus Unna zu vertreiben!
Aber die ROTE GARDE läßt sich nicht einschüchtern. Denn im Gegensatz zu solchen feinen 'Kollegen' wissen wir als Kommunisten: Wenn wir die Interessen der Arbeiter, Jungarbeiter und Lehrlinge vertreten, dann werden wir nie allein kämpfen!
Das Vorgehen Semmlers gegen die KPD/ML und die ROTE GARDE hat Methode: denn der gesamte Gewerkschaftsapparat hat den 'Maoisten' den Kampf angesagt! Das fand seinen stärksten Ausdruck auf dem letzten Gewerkschaftstag der IG Metall (IGM - vgl. 27.9.1971,d.Vf.): Es wurden sechs Verbotsanträge gegen die KPD/ML, ROTE GARDE und verschiedene revolutionäre Gruppen in Westdeutschland gestellt!
Angenommen wurde schließlich die Formulierung des Vorstands:
der Vorstand erwartet von der Bundesregierung die 'Strafverfolgung grundgesetzwidriger Aktionen, einschließlich allen Verbots der sie tragenden Organisationen'.
Warum diese scharfen Maßnahmen gegen die 'Maoisten', wie sie uns Kommunisten nennen?
Die Bonzen haben sich ganz klar auf die Seite der westdeutschen Kapitalisten gestellt! Das zeigt die KPD/ML immer und immer wieder in ihrem Zentralorgan, dem 'ROTEN MORGEN' (RM,d.Vf.), ihren Betriebszeitungen, Flugblättern und Veranstaltungen. Nun fürchten die Bonzen um ihren Einfluß auf die Arbeiterschaft. Sie haben Angst, ihre geldbringenden Posten und die anderen Privilegien zu verlieren!
SPD UND GEWERKSCHAFTSAPPARAT - HANDLANGER DES WESTDEUTSCHEN IMPERIALISMUS
Die westdeutschen Imperialisten sind fest entschlossen, in der Welt wieder die erste Geige zu spielen. Sie wollen immer mehr Völker unter ihren Einfluß bringen, um damit immer mehr Profit herauszuschlagen.
DIE SPD IST EINER IHRER BESTEN HELFERSHELFER!
Die EWG-Politik des 'Friedens'nobelpreisträgers Brandt dient doch nur dem Bestreben der westdeutschen Imperialisten, in Europa eine Vormachtstellung zu bekommen, damit entscheidend die Weltpolitik beeinflussen zu können und immer mehr Nationen unter ihre Fuchtel zu bringen!
Die angebliche 'Entspannungspolitik' im Osten ist eine notwendige Voraussetzung für das Vorhaben der westdeutschen Imperialisten: um ihre aggressive Europapolitik vorantreiben zu können, brauchen sie Ruhe und die 'Entspannung' an der Ostgrenze.
Und diese 'Entspannung' bedeutet dann auch nichts anderes, als daß sowjetische und westdeutsche Imperialisten die Interessen der werktätigen Bevölkerung in der DDR verschaukeln, damit die einen die Hand frei bekommen für ihre aggressiven Pläne gegenüber der Volksrepublik China und die anderen ihren Einfluß auch nach Osten ausdehnen können.
Wie unterstützt der DGB-Apparat diese imperialistische Politik der westdeutschen Bourgeoisie?
Um die Vormachtstellung in Europa zu erlangen, muß die Bourgeoisie natürlich einen scharfen Konkurrenzkampf mit den anderen starken Nationen überstehen.
Das kann sie aber nur als eine starke politische, wirtschaftliche und militärische Macht. Damit ist es aber nichts, wenn die Bundesrepublik von Klassenkämpfen erschüttert wird, darum braucht man Ruhe an der Heimatfront! Deshalb müssen die Anfänge von Klassenkämpfen schon im Keim erstickt werden. Das heißt heute vor allen Dingen: Unterdrückung der fortgeschrittensten Teile der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Organisationen! Daher die Verbotsanträge auf dem Gewerkschaftstag!
Aber das ist nicht alles was der Gewerkschaftsapparat gegen die Arbeiterklasse unternimmt!
Gerade jetzt in der Krise gerät die bundesrepublikanische Kapitalistenklasse in die Gefahr, als Wirtschaftsmacht entscheidend geschwächt zu werden. Was tut der DGB-Apparat?
Er stellt jetzt in der Metalltarifrunde (MTR der IGM,d.Vf.) äußerst lasche Lohnforderungen auf, um ja dem Kapitalisten seinen Profit zu garantieren: Er fordert 9-11%! Inzwischen ist die Schlichtung in Nordwürttemberg/Nordbaden (NB/NW,d.Vf.) sogar schon auf 7,5% angelangt!
Im Jargon der DGB-Bonzen heißt das dann 'hier hätten die Arbeitnehmer im Interesse der Stabilität ein Opfer gebracht.' (WAZ vom 3.11.1971).
Wir haben aber momentan einen Preisanstieg von 10% und wir kommen bei einer tariflichen Lohnerhöhung in eine höhere Steuerklasse. Alles in allem: Die Bonzen verschaukeln uns!
SPALTUNG DER ARBEITERKLASSE
Zum anderen versuchen die Bonzen mit allen Mitteln die Arbeiterklasse zu spalten. Auch das können wir jetzt in der Metalltarifrunde beobachten. Sie stellten, anstatt lineare Lohnerhöhungen anzustreben die Forderung nach prozentualen Lohnerhöhungen.
Damit wollen sie eine Vielzahl von Lohngruppen schaffen.
Die Kollegen sollen so gegeneinander ausgespielt werden und sich gegenseitig bekämpfen.
Auch die Lehrlinge sollen untereinander gespalten werden: auch hier haben die Bonzen - wenn sie überhaupt mal davon reden - prozentuale Lohnerhöhungen im Auge.
Aber nicht nur das: Mit allen nur demagogischen Tricks arbeiten die Bonzen daran, die Arbeiterjugend weiter von ihren älteren Kollegen zu isolieren. Es werden z.B. keine Vertreter der Arbeiterjugend an den regulären Tarifverhandlungen beteiligt.
Stattdessen schlagen die Bonzen vor, eigene Tarifkommissionen - sogenannte Jugendtarifkommissionen - zu bilden.
So setzen sich auch die Bonzen z.B. in keiner Weise dafür ein, daß das Streikverbot für Lehrlinge aufgehoben wird.
Lehrlinge können somit, wenn die älteren Kollegen streiken, als Streikbrecher eingesetzt werden.
Diese verräterischen Aktionen der Gewerkschaftsbürokraten werden die KPD/ML und ihre Jugendorganisation, die ROTE GARDE, immer wieder entlarven, auch wenn die Bonzen Lügenmärchen über uns verbreiten. Sie behaupten frech, die KPD/ML 'wolle die Gewerkschaften zerschlagen'!
Das will sie gerade nicht! Wir wissen, daß wir starke Gewerkschaften brauchen. Der heutige DGB-Apparat aber vertritt keine Arbeiterinteressen mehr! Das können wir nicht so ändern, wie die DKP und die SDAJ das tun: indem sie sich den Bonzen anbiedern und ihnen Honig um den Bart schmieren.
Gegen diese Verrätereien gibt es nur ein Mittel: Wir müssen eine starke Opposition im DGB und seinen Gewerkschaften aufbauen.
Diese Opposition muß die Machenschaften der Bonzen und ihres bürgerlichen Apparates überall entlarven und so immer mehr Kollegen in ihren Reihen vereinigen.
FÜR DIE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE.
LEST: DER ROTGARDIST Zentralorgan der Roten Garde
ROTER MORGEN Zentralorgan der KPD/ML"
=RG Unna:DGB-Bonzen sabotieren Filmveranstaltung der Roten Garde,Unna o.J. (1971)
Dezember 1971:
Die KPD (vgl. 14.1.1972) berichtet vermutlich aus dem Dezember von Klöckner Düsseldorf:"
WERKSWOHNUNGEN
...
In Fragen der Wohnungspolitik arbeiten die Monopolkapitalisten eng mit dem Großgrundbesitz und der SPD zusammen. Im Falle von Werkswohnungen sind die dafür zuständigen Wohnungsbaugesellschaften in fast allen Fällen zu 100% in der Hand der Kapitalisten. So ist der Klöckner-Konzern an der Klöckner-Georgsmarienwerke-Wohnbau GmbH, Osnabrück, an der Siedlungsgesellschaft Glückauf mbH Castrop-Rauxel, an der Wohnungsaugesellschaft mbH Troisdorf und an der Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH Unna-Königsborn, Castrop-Rauxel, jeweils zu 100% beteiligt."
=Rote Fahne Nr.34,Berlin 14.1.1972,S.6
26.01.1972:
U.a. der AStA der PH Dortmund (vgl. 26.1.1972) rief in den Hörsaal II (HII) der PH Dortmund zur:"
PROTESTKUNDGEBUNG GEGEN DIE MASSREGELUNG DER FRÖNDENBERGER GESAMTSCHULLEHRER
Im Oktober/November 1971 führten drei Fröndenberger Gesamtschullehrer eine UE 'Arbeit' durch, die im gesamten Umkreis viel Zustimmung und Ablehnung fand, und für die betroffenen Lehrer nicht ohne Folgen blieb (vgl. 'BE' 1/1972 und 'stern' 4/1972 (vgl. Jan. 1972 bzw. 24.1.1972,d.Vf.)). Zum Januar 1972 wurde die Referendarin Frau Kühn mit formal korrekten Ausbildungsgründen an eine Unnaer Hauptschule versetzt."
=AStA PH Dortmund:AStA-Information Nr.7 und 8,Dortmund 26.1.1972 bzw. 2.2.1972,,S.18 bzw. S.10f
21.02.1972:
Die Deutsche Friedens-Union (DFU) NRW gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Faltblatt von vier Seiten DIN A 5 ohne Impressum zur Hellweg-Kaserne in Unna bzw. einem dortigen Berufspraktikum heraus:"
'DIE SCHULE DARF KEINE VORSCHULE FÜR DIE BUNDESWEHR WERDEN.'
APPELL AN DIE LANDESREGIERUNG VON NORDRHEIN-WESTFALEN
Das kürzlich durchgeführte Berufspraktikum von Schülern aus Fröndenberg in einer Unnaer Bundeswehrkaserne veranlaßt uns, von der Landesregierung zu verlangen, daß die Wehrerziehung (WKE,d.Vf.) schulpflichtiger Jugendlicher ein für allemal unterbunden wird.
Es ist ein Skandal, wenn vierzehnjährige Jungen in der militärischen Theorie unterwiesen werden, am Exerzieren teilnehmen, mit Panzern ins Gelände fahren, Schießübungen mitmachen und sogar Gepäckmärsche und Nachtübungen absolvieren.
Daß die Offiziere dieser Kaserne von diesem ersten Schülerpraktikum bei der Bundeswehr hellauf begeistert sind, und es in ihren Kreisen allgemein empfehlen wollen, verwundert niemanden, der sich der reaktionären Vorkommnisse in der Hellweg-Kaserne in Unna erinnert. Bekanntlich brachten im März 1971 (vgl. 15.3.1971,d.Vf.) dreißig Hauptleute eben dieser 7.
Panzergrenadierdivision, die in der Hellweg-Kaserne in Unna stationiert ist, jene berüchtigte, nach rechts tendierende Denkschrift heraus, in der 'eine realistische Darstellung der Bedrohung der Bundesrepublik', die 'Anerkennung des Soldaten als Kämpfer' und eine schärfere Disziplinarordnung gefordert werden. Die Denkschrift wendet sich gegen die mit den Verträgen von Moskau und Warschau (mit der SU bzw. Polen,d.Vf.) eingeleitete Entspannungs- und Verständigungspolitik, sie lehnt Entscheidungen für die Bundeswehr durch die politische Führung ab und verwahrt sich gegen den Zugang der Gewerkschaften zu den Soldaten in den Kasernen. Seit diesem unerhörten Auftreten ist das Offizierskorps der Hellweg-Kaserne in Unna für seine reaktionäre Gesinnung in der Öffentlichkeit bekannt. Die Vermutung liegt nahe, daß die Schüler in der Hellweg-Kaserne im Geiste der Hauptmannsdenkschrift, die übelstes militaristisches und antikommunistisches Gedankengut enthält beeinflußt wurden und weiter beeinflußt werden sollen. Offensichtlich fühlt man sich in den Offiztierskreisen dazu besonders ermuntert, seit Bundeswehrminister Helmut Schmidt (SPD,d.Vf.) trotz der in Gang gekommenen Entspannungspolitik Mobilmachungspläne verkündet und die umfassende Militarisierung des öffentlichen Lebens einschließlich des Schulwesens anstrebt.
Gerade deshalb ist es unverantwortlich, daß die zuständige Schulleitung in Fröndenberg mit der Bundeswehr-Führung in Unna das Berufspraktikum der Schüler vereinbart hat und die Kreisschulbehörde nicht dagegen eingeschritten ist. Bei dem Schülerpraktikum in der Kaserne handelt es sich einerseits um einen eklatanten Verstoß gegen die Richtlinien und Lehrpläne für die Hauptschulen in NRW für das Fach 'Arbeitslehre'. Noch schwerer wiegt der Verstoß gegen die Landesverfassung, Artikel 7:
'Die Jugend soll erzogen werden im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und Friedensgesinnung.'
Wir erwarten deshalb von der Landesregierung, daß sie die Verantwortlichen für das Schülerpraktikum in der Unnaer Hellweg-Kaserne zur Rechenschaft zieht und ein strenges Verbot für weitere Ausbildungspraktiken von Schülern bei der Bundeswehr erläßt.
Deutsche Friedens-Union NRW
gez.: Gertrud Wolferts, Studiendirektorin
gez.: Werner Sanß, Pfarrer"
Enthalten ist ein Coupon als "Zustimmungserklärung zum Appell" und unter der Überschrift "Diesem Appell schlossen sich folgende Lehrer und Erzieher an" erscheint die folgende Liste:
Dr. Ulrich Böhme, Unna-Lünern, Lehrer; Rosemarie Böhme, Unna-Lünern, Kontoristin; Helmut Böttiger, Fröndenberg-Frömern, Lehrer; Ulrich Brinkschulte, Kamen, Lehrer; Heinz Dieckmann, Kamen, Lehrer; Ulrich Ebbinghaus, Unna, Lehrer; Ursula Edelhoff, Unna-Königsborn, Apothekerin; Hans-Joachim Ehmke, Uentrop, Sonderschuldirektor; Reinhard Fehling, Kamen, Lehrer; Friedhelm Fischer, Unna, Lehramtsanwärter; Ralf Flessenkämpfer, Kamen, Lehramtsanwärter; Claus Goehrke, Südkamen, Lehrer; Ulrich de Greiff, Kamen, Lehramtsanwärter; Udo Günzel, Hamm, Sozialarbeiter; Gerd von Haaren, Kamen-Methler, Lehramtsanwärter; Rainer Heimlich, Kamen, Lehramtsanwärter; Martin Jennrich, Hamm, Realschullehrer; Gabriela Karl, Bergkamen-Overberge, Lehrerin; Ernst Kiphard, Hamm, Dipl. Sportlehrer; Helmut Koch, Unna, wissenschaftlicher Assistent; Wulfger von Koerber, Unna-Königsborn, Studiendirektor; Manfred Krüger, Unna, Lehramtsanwärter; Jutta Kühn, Unna-Königsborn, Lehramtsanwärterin; Helga Lefelmann, Kamen, Lehrerin; Claus Mayr, Hamm, Lehrer; Ortwin Musall, Kamen, Lehrer; Barbara Naether, Kamen, Lehrerin; Marlies Neff, Kamen, Lehrerin; Dieter Pessara, Bergkamen, Lehrer; Detlef Plett, Kamen, Lehrer; Helmut Plontke, Hamm, Realschullehrer und Grafiker; Ursula Potthast, Kamen, Lehrerin; Ria Rodberg, Hamm, Lehrerin; Roswitha Römer, Kamen, Lehramstanwärterin; Gerhard Sandweg, Unna-Königsborn, Lehramtsanwärter; Gisela Sandweg, Unna-Königsborn, Lehramtsanwärterin; Ingrid Schulte, Hamm, Lehrerin/Hausfrau; Karl Schulte, Kamen, Oberstudienrat; Heinz Schulze, Menden, Lehrer; Helmut Seemann, Rhynern, Oberstudienrat; Joachim Sensebusch, Hamm, Stud. Sozialarbeiter; Karl H. Supplie, Bockum-Hövel, Pfarrer; Jörg Theis, Hamm, Sozialarbeiter; Ulrike Vielhaber, Kamen, Lehrerin; Egon Wolfertz, Kamen, Lehrer; Ursula Wolfertz, Kamen, Lehrerin; E.W. Zaremba, Unna-Methler, Lehramtsanwärter.
Die letzte Seite wird eingenommen von der Verkleinerung eines DFU-Plakates "Bundeswehr RAUS aus unseren Schulen und Hochschulen!".
=DFU NRW:'Die Schule darf keine Vorschule für die Bundeswehr werden.',o.O. o.J. (1972)
06.03.1972:
Vermutlich heute erscheint eine 'Rote Westfalenwalze' (vgl. 3.3.1972, 9.3.1972), die nur durch die Jugendbetriebsgruppe (JBG) Hoesch Westfalenhütte des KJVD (laut Kopf) oder auch der JBG Phoenix (wofür es Hinweise im Text gibt) herausgegeben wird.
Im dritten Artikel heißt es:"
SCHLUSS MIT DEN BÜRGERKRIEGSVORBEREITUNGEN BRITISCHER TRUPPEN IN DORTMUND
...
Schon jetzt proben Bundeswehrsoldaten der Unnaer Kasernen auf den Schießplätzen der britischen Armee."
=Die Rote Westfalenwalze Betriebsratswahlen 1972,Dortmund o.J. (März 1972)
30.08.1972:
In Unna-Hamm soll, auf Vorschlag des DKP-Bezirksvorstandes Ruhr-Westfalen (vgl. 15.6.1972), eine Wahlkreiskonferenz der DKP zur Aufstellung der Kandidatenliste für die Bundestagswahl (BTW - vgl. 19.11.1972) stattfinden.
=DKP-Bezirksvorstand Ruhr-Westfalen:Liebe Genossinnen und Genossen,Essen 15.6.1972,S.2
17.09.1972:
Eine Frankfurter Konferenz beschließt die:"
RESOLUTION DER AKTIONSEINHEIT GEGEN DAS REAKTIONÄRE AUSLÄNDERGESETZ UND DIE VERSCHÄRFUNG DER POLITISCHEN UNTERDRÜCKUNG"
Diese Resolution wurde von folgenden kommunistischen Gruppen unterstützt, die sich an der Aktionseinheit beteiligen:
...
- Marxisten-Leninisten Unna.
=N.N.:Resolution Frankfurt, den 17.9.1972,Dortmund o.J. (1972)
02.10.1972:
Vermutlich Anfang dieser Woche erscheint das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Reinhart Wagner, Dortmund:"
AKTIONSEINHEIT GEGEN DIE REAKTIONÄREN AUSLÄNDERGESETZE DEMONSTRATION 8. OKT. IN DORTMUND 12 UHR NORDMARKT
KAMPF DEN REAKTIONÄREN AUSLÄNDERGESETZEN!"
In NRW unterstützen die Aktion u.a. die Marxisten-Leninisten (ML) Unna.
=Aktionseinheit gegen die reaktionären Ausländergesetz Demonstration 8. Okt. in Dortmund 12 Uhr Nordmarkt,Dortmund o.J. (1972)
16.10.1972:
Laut KJVD der KPD/ML-ZB wird in NRW und Niedersachsen im Raume Unna-Dortmund-Celle vom 16.-21. Oktober eine Mobilmachungsübung der Bundeswehr stattfinden, zu der u.a. auch Reservisten aus Braunschweig und Hannover einberufen werden. Die KPD/ML-ZB und der KJVD rufen dazu auf, in den Kasernen, wo die Mobilmachung durchgeführt wird, Soldatenkomitees gegen diese Übung zu bilden.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.9,Bochum Okt. 1972
November 1972:
Der KOV gibt die Nr.2 seines 'Schulkampfs' (vgl. 9.10.1972, 9.11.1972) heraus, in der er u.a. aus Unna von Gymnasium, Berufs- und Realschule berichtet.
=Schulkampf Nr.2,Berlin Nov. 1972
06.12.1972:
Laut Protokoll des Dortmunder Aktionskreis Jugendzentrum (AKJZ - vgl. Dez. 1972 , 18.12.1972) ist "die Aufgabe des Vereins Aktionskreis Jugendzentrum die Selbstorganisation von arbeitenden und anderen Jugendlichen im Freizeitbereich".
Aus dem Protokoll wird auch deutlich, daß es auch eine JZ-Gruppe in Unna gibt.
=AKJZ:Protokoll vom 6.12.1972,Dortmund o.J. (1972)
27.01.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt die Nr.3 ihres 'Roten Morgens' (vgl. 20.1.1973, 3.2.1973) heraus. Diese enthält Berichte u.a. über den IGBE OV Unna.
=Roter Morgen Nr.3,Hamburg 27.1.1973
19.02.1973:
In Braunschweig gibt die Initiativgruppe zum Aufbau eines Kommunistischen Oberschülerbundes (IG/KOB) Braunschweig ihre 'Rote Oberschüler Front' (ROF) Nr.6 (vgl. 11.1.1973, 5.3.1973) heraus. Wehrkunde (WKE) Berichte kommen u.a. aus der Hellwegkaserne in Unna in NRW.
=Rote Oberschüler Front Nr.6,Braunschweig 19.2.1973
März 1973:
Vermutlich erscheint im März von der Proletarischen Linken (PL) Hamm das folgende Papier mit drei Seiten DIN A 4:"
Zur Kritik der regionalen Zusammenarbeit
...
Für die Arbeit im weiteren örtlichen Rahmen (Vorruhrgebiet) heißt das: Die Gruppen Unna, Lünen und Bergkamen, die bisher keine organisierte kommunistische Arbeit aufgenommen haben, in die Programmdiskussion einzubeziehen. Die vorantreibenden Kräfte in den Gruppen beim Aufbau der kommunistischen Arbeit am Ort durch die Diskussion nationaler wie örtlicher Erfahrungen zu unterstützen.
Weitergehende materielle Hilfe und personelle Unterstützung kann die PL allerdings aufgrund ihrer Kräfte heute nicht leisten.
Wir schlagen daher regelmäßig stattfindende Beratungen und ideologische Auseinandersetzungen vor. Weiter stellen wir Literaturbeschaffung und begrenzt Druckmöglichkeiten zur Verfügung."
=N.N. (PL Hamm):Zur Kritik der regionalen Zusammenarbeit,o.O. (Hamm) o.J. (1973)
02.04.1973:
Im UB Dortmund der Jusos der SPD (vgl. 28.5.1973) berichtet Wolfgang Wrobel aus der AG Rauxel:"
WERBEWOCHE IN CASTROP-RAUXEL
...
DIENSTAG
Pro und Kontra Bundeswehr.
Referenten:
a.) Jugendoffizier Hauptmann Niebaum, Standort Unna,
b.) Hans-Georg Kubitza."
=SPD-LV NRW-Bezirk Westliches Westfalen-UB Dortmund-Jusos:Juso Information Nr.2,Dortmund 1973,S.6f
05.05.1973:
Die KPD/ML-ZK gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.17 (vgl. 28.4.1973, 12.5.1973) heraus. Vietnamspenden kamen vom VA Unna des NVK der KPD.
=Roter Morgen Nr.17 und Extra Trotz Verbot der 1.Mai bleibt rot,Dortmund 5.5.1973 bzw. Mai 1973
11.07.1973:
Die KPD gibt die Nr.28 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 4.7.1973, 18.7.1973) heraus. Aus Unna wird berichtet über das Altenwohnheim der Unnaer Kreisbau Siedlungsgesellschaft im Mühlentorweg 4b.
=Rote Fahne Nr.28,Dortmund 11.7.1973
11.07.1973:
Die Proletarische Linke (PL) Hamm berichtet vom Verkauf der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW, daß sie 34 Exemplare nach Unna geliefert habe, "an eine relativ lose Gruppe von Sympathisanten der kommunistischen Bewegung, fast alles Schüler".
=PL Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.1,Hamm 8.8.1973
01.09.1973:
Im Bundeswehrstandort Unna kommt es, laut KPD/ML (vgl. 29.9.1973) zum Antikriegstag (AKT) zu einer Aktionseinheit ihrer Roten Garde (RG) mit dem Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) sowie einer dritten Gruppe, bei der es sich um KBW-Sympathisanten gehandelt haben könnte.
=Roter Morgen Nr.38,Dortmund 29.9.1973
26.09.1973:
Die OAG Hamm des KBW verkauft von der heutigen 'KVZ' Nr.3 20 Exemplare an eine Gruppe in Unna.
=KBW-OAG Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.2 und 3,Hamm o.J. (1973)
07.11.1973:
Die OAG Hamm des KBW verkauft von der heutigen 'KVZ' Nr.6 dreißig Exemplare an Genossen aus Unna.
=KBW-OAG Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.4-6,Hamm 13.11.1973
22.11.1973:
Die OAG Hamm des KBW verkauft von der heutigen 'KVZ' Nr.7 in Unna 30 Exemplare.
=KBW-OAG Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.7-9,Hamm 27.12.1973
05.12.1973:
Die OAG Hamm des KBW verkauft von der heutigen 'KVZ' Nr.8 in Unna 30 Exemplare.
=KBW-OAG Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.7-9,Hamm 27.12.1973
19.12.1973:
Die OAG Hamm des KBW verkauft von der heutigen 'KVZ' Nr.9 in Unna 30 Exemplare.
=KBW-OAG Hamm:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.7-9,Hamm 27.12.1973
Mai 1974:
Der KBW (vgl. 29.5.1974) berichtet vermutlich aus dem Mai über eine mit ihm sympathisierende Kommunistische Gruppe (KG) Unna.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.11,Mannheim 29.5.1974,S.16
01.05.1974:
In Unna gibt es heute, laut KBW (vgl. 15.5.1974) zum 1.Mai einen Informationsstand der Kommunistischen Jugendgruppe (KJG) Unna des KBW.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974
September 1974:
Bei Holstein und Kappert (H+K) Dortmund findet vermutlich im September eine Betriebsversammlung (vgl. 4.7.1974, **.*.197*) statt, zu der die Ortsleitung (OL) Dortmund der KPD den folgenden 'Rote Fahne' (RF) Sonderdruck herausgibt:"
HEUTE BETRIEBSVERSAMMLUNG!
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
Auf der letzten Betriebsversammlung berichtete Direktor Krohn, daß es keine Probleme bei H+K gäbe, der Tochterfirma Rosista in Unna und dem Zweigwerk in Brasilien ginge es gut!
Aber dann kam er mit dem heraus, was er in Wirklichkeit meint: 'Im Urlaub hat man oft gesehen, daß Kollegen die Arbeit anderer Kollegen mitgemacht haben, man sieht, es geht auch mit weniger Kollegen' und 'die fetten Jahre sind vorbei, eine lange Durststrecke liegt vor und, wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird nicht überstehen!'
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
Die letzten Wochen haben gezeigt, wem eine Durststrecke bevorsteht: den Arbeitern und Werktätigen in den kapitalistischen Ländern!!
Täglich liest man in den Zeitungen von Kurzarbeit und Massenentlassungen!!
Das ganze Geschwätz der SPD/FDP Regierung, mit Konjunkturspritzen die 'drohende' Wirtschaftskrise zu verhindern, dient allein dazu, die Kollegen vom Kampf gegen die Ursachen dieser Krisen, dem Kapitalismus, abzuhalten!
Die Hilfe der Bundesregierung für die Bauindustrie (BSE-Bereich,d.Vf.) z.B. reicht gerade dazu aus, die Bauarbeiter drei Tage lang zu beschäftigen!
Noch auf der letzten Betriebsversammlung am 4.7.1974 sprach Dir. Krohn davon, daß es der Tochterfirma von H+K, der Firma ROSISTA in Unna, gut geht.
Tatsache ist, daß bei Rosista ab 22.Oktober Kurzarbeit angemeldet ist und dreizehn Kollegen entlassen sind, weil zwei von drei Schichten wegfallen."
=KPD-OL Dortmund:Rote Fahne Sonderdruck Heute Betriebsversammlung!,Dortmund o.J. (1974)
22.10.1974:
Bei Holstein und Kappert (H+K) Dortmund berichtet die KPD (vgl. Sept. 1974) u.a. von heute aus Unna, "daß bei Rosista ab 22.Oktober Kurzarbeit angemeldet ist und dreizehn Kollegen entlassen sind, weil zwei von drei Schichten wegfallen."
=KPD-OL Dortmund:Rote Fahne Sonderdruck Heute Betriebsversammlung!,Dortmund o.J. (1974),S.2
Januar 1975:
Die DKP gibt ihr Schüler- und Lehrlingsinfo 'Blickpunkt Unna' Nr.1 und 2 heraus.
=Blickpunkt Unna Nr.1 und 2,Unna Jan. 1975
16.06.1975:
Der KBW (vgl. 26.6.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß in Unna eine Initiative oder Komitee gegen den Paragraphen 218 gegründet wurde bzw. sich dem eigenen Aufruf für Volksentscheid und Demonstration am 21.9.1975 angeschlossen habe.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.25,Mannheim 26.6.1975
März 1977:
Die Nr.20 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1977, Juli 1977) erscheint für März und April und berichtet u.a. von der IGM Unna.
=Voran Nr.20,Remscheid Jan. 1977
09.10.1991:
R.ZIPPEL@EAST-END berichtet am 2.1.1994 im Brett Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK:"
- in einer Aussiedler-Unterkunft in Unna-Massen werden die Fensterscheiben mit Eisenstäben eingeschlagen".
=Z-NETZ/FORUM/DISKUSSION/POLITIK-R.ZIPPEL@EAST-END:Noch mehr Opfer_2,2.1.1994
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