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Aus Erwitte lag uns nur wenig örtliches Material vor.
Wohl alle linken Organisationen berichten wiederholt von Seibel Erwitte. In dieser Darstellung finden sich vor allem Berichte von KBW und KPD.
Es geht hier nur um eines, die drohende Stilllegung des Zementwerkes Seibel und Söhne in Erwitte, gegen die sich die Belegschaft mit einer Betriebsbesetzung wehrt.
Zunächst findet eine große Demonstration, wobei das Datum hier unklar bleibt (vgl. 8.3.1975, 9.3.1975), bald aber schon wird das Werk besetzt (vgl. 10.3.1975). Eine enge Verbindung besteht zwischen den Auseinandersetzungen bei Seibel Erwitte und bei Stübbe Demag Kalldorf, nicht nur inhaltlich, sondern auch durch direkte Kontakte der Belegschaften (vgl. 14.3.1975, 17.3.1975), wobei die KPD diese auch in Kalldorf propagiert (vgl. 17.3.1975).
Solidarisch zeigen sich in der Folge nicht nur Bielefelder Anker-Auszubildende (vgl. 18.3.1975), auch landesweit stellt man sich an die Seite der Seibel- und Stübbe-Kollegen (vgl. 19.3.1975). Die KPD unterstreicht den Vorbildcharakter der Erwitter Kollegen für die bundesdeutsche Arbeiterbewegung auch in Bielefeld (vgl. 24.3.1975), versucht sich wiederholt in der Verbindung der Kämpfe in einzelnen Betrieben (vgl. 24.3.1975) bzw. der Organisierung der Solidarität auch auf regionaler und Branchenebene (vgl. 31.3.1975), propagiert den Kampf der Erwitte auch unter Dortmunder Arbeitslosen (vgl. 1.4.1975) und Berliner Gewerkschaftern (vgl. 2.4.1975).
Der KBW ist zwar wohl nicht bei Seibel selbst oder in Erwitte präsent, aber immerhin in Paderborn (vgl. 3.4.1975, 7.4.1975, 10.4.1975), berichtet in der Folge wiederholt (vgl. 24.4.1975). Auch der Arbeiterbund berichtet von nun an recht kontinuierlich von Seibel Erwitte (vgl. 6.4.1975, 1.6.1975, 15.6.1975, 13.7.1975, 16.11.1975, 11.1.1976).
In Paderborn wird auch die KPD in der Seibelsolidarität aktiv (vgl. 14.4.1975), zieht mathematisch gewagt anmutende Schlüsse von den beiden ostwestfälischen Kleinbetriebsstilllegungen zu den Entlassungen beim Mammutkonzern VW (vgl. 23.4.1975) und verteilt auch in Erwitte ein Flugblatt (vgl. 28.4.1975), mobilisiert aber offenbar selbst in Ostwestfalen nicht zum 1.Mai nach Erwitte, sondern nach Gelsenkirchen (vgl. 28.4.1975), bedient sich aber trotzdem in Kalldorf wiederum des Erwitter Beispiels (vgl. 29.4.1975), führt dort auch den Film über den Arbeitskampf, der offenbar mittlerweile erstellt wurde, auf (vgl. 29.4.1975), mobilisiert auch zum Arbeitsgerichtsprozess (vgl. 30.4.1975).
Am 1.Mai 1975 bekunden mehrere tausend Menschen ihre Solidarität mit den Seibel-Kollegen. Es treten offenbar auch die Trotzkisten der 'Voran' auf (heute SAV), die damals noch eine sehr kleine Fraktion darstellten, und auch später weiter aus Erwitte berichten (vgl. Juni 1975), vor allem aber nicht nur von Seibel, sondern auch, wie es sich für damals noch entristische Trotzkisten ziemt, aus dem SPD OV Erwitte (vgl. Dez. 1975).
Der örtliche KBW ist offenbar im Solidaritätskomitee aktiv und berichtet mehrmals (vgl. 5.6.1975, 12.6.1975), der bundesweite KBW unterstützt Solidaritätsveranstaltungen wie in Bremen (vgl. 12.5.1975), an der die trotz SPD-Abgrenzungsbeschlusses offenbar friedliche Gemeinsamkeit von Jusos und KBW auffällt, und unterstützt offenbar vor allem im Organisations-Bereich der IGBSE, in dem der KBW allerdings nicht gerade arg stark ist, landauf, landab Solidaritätserklärungen mit der Seibel-Belegschaft (vgl. 19.5.1975, 21.5.1975).
Die KPD versucht auch bei SEL Dortmund die Betriebsbesetzung anhand des Erwitter Beispiels zu propagieren (vgl. 28.5.1975, 3.6.1975, 23.6.1975), hält diesbezüglich mit ihrer strategischen Planung nicht hinterm Berg und streicht Seibel Erwitte landesweit als Vorbild für die kämpfende Arbeiterklasse heraus (vgl. 2.6.1975). In Erwitte findet eine Solidaritätsveranstaltung statt (vgl. 9.7.1975), Erwitter Kollegen demonstrieren offenbar auch in Solidarität mit Stübbe Kalldorf (vgl. 12.7.1975).
Die natürlich gesetzeswidrige Betriebsbesetzung bei Seibel und Söhne geht auch als abschreckendes Beispiel in die linksradikale Agitation zur 13. und 14. Strafrechtsänderung ein (vgl. 19.1.1976, 16.2.1976).
Der Kampf bei Seibel selbst geht weiter, wird offenbar nicht nur vom AB in Goslar (vgl. 30.1.1976), sondern auch vom DGB (vgl. Feb. 1976) und der IG Chemie (vgl. 10.3.1976) vor Ort unterstützt, wird auch bei Opel Bochum von der KPD/ML als vorbildlich herausgestrichen (vgl. 22.4.1976).
08.03.1975:
Die Ortsaufbaugruppe Paderborn des KBW (vgl. 20.3.1975) berichtet von Seibel Erwitte (vgl. 10.3.1975), daß sich heute 3 000 an der Solidaritätsdemonstration der IG Chemie beteiligen (vgl. 9.3.1975).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.11,Mannheim 20.3.1975
09.03.1975:
In Erwitte wird, laut 'Sozialistische Arbeiterpolitik', eine Kundgebung der IG Chemie gegen die Schließung des Seibel-Werkes von 2 000 Personen besucht.
=Sozialistische Arbeiterpolitik Nr.37,Bochum Apr. 1975
10.03.1975:
Bei Seibel Erwitte (160 Besch.) beginnt, laut KPD, ein unbefristeter Streik mit Werksbesetzung.
Die KPD berichtet zentral (vgl. 19.3.1975):"
KAMPF GEGEN STILLEGUNGEN UND MASSENENTLASSUNGEN!
ARBEITER IN ERWITTE/WESTFALEN BESETZEN ZEMENTWERK SEIBEL!
Seit Montag, dem 10.März streiken die 160 Kollegen der Zementfabrik Seibel und Söhne in Erwitte bei Lippstadt in Westfalen. Sie haben das Werk besetzt und es mit quergestellten LKWs blockiert, um die Entlassung von 86 Kollegen zu verhindern. An den Wagen hängen Schilder mit der Aufschrift: Dieser Betrieb wird bestreikt. Davor stehen Streikposten, die nur denjenigen durchlassen, der erwünscht ist. Die Arbeiter sind fest entschlossen, für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen, auch wenn es vier Wochen und länger dauern sollte; denn es geht bei vielen um die nackte Existenz, da in Lippstadt schon 2 000 arbeitslos sind.
Die Kollegen haben jahrelang - manche schon seit 20 Jahren - in Tag- und Nachtschicht geschuftet, Überstunden gemacht und sich für Seibel abgerackert. Alles, damit dieser Ausbeuter sich ein schönes Leben machen konnte, z.B. hat er sich in Kanada riesige Ländereien gekauft, den Quadratmeter für 5 – 7 Pfennig.
Mit allen Mitteln versucht Seibel, den Widerstand der Kollegen zu brechen: Er gab seinem Fahrer die Anweisung, auf die Kollegen loszufahren. Die konnten sich nur durch einen Sprung zur Seite retten. Um weitere Angriffe zu verhindern, spannten die Arbeiter ein Stahlseil zwischen die LKWs. Er fotografierte die Streikposten, um sie fristlos zu entlassen. Inzwischen fast alle Kollegen die Kündigung bekommen. Nachdem Seibel den Ofen hatte stillegen lassen, um während des Streiks nicht die Energiezahlen zu müssen, behielt er einen Teil des Februarlohns zurück, mit der Behauptung, von dem Geld müsse er die am Ofen entstandenen Schäden reparieren. Ingesamt steckte er sich ca. 32 000 Mark ein. Die Kollegen bekamen nur den nichtpfändbaren Teil ihres Lohnes ausgezahlt: 100 bis 900 Mark.
Dieser Schinder hat die Arbeiter jahrelang schikaniert. So berichtete ein Kollege, daß er nach einer 12-Stunden-Schicht noch einen Schaden am Ofen reparieren sollte. Sie wurden von ihm als 'Drecksäue' beschimpft. Jeder, dessen Nase ihm nicht paßte, wurde rausgeschmissen.
Die Seibel-Arbeiter führen den Kampf äußerst diszipliniert: Sie achten streng darauf, daß sich niemand betrinkt.
Die Solidarität unter der Bevölkerung ist groß: Kollegen kommen vorbei und bringen Zigaretten und Verpflegung mit. Von mehreren Betrieben wurden Solidaritätstelegrame geschickt.
Auch wenn dieser Streik mit äußerster Härte geführt wird, sind die meisten der Kollegen der Meinung, daß es hierbei nur gegen einen Kapitalisten geht. Sie sagen: Dieser Streik ist unpolitisch, es geht nur um unsere Arbeitsplätze. Es ist die Schuld von Seibel, daß es zum Streik kommen mußte, weil er so unvernünftig ist. Die Kollegen haben eine Streikleitung gewählt, in der Betriebsräte, Vertrauensleute und andere Kollegen sind. Die Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik hat den Streik bis jetzt unterstützt, sie hat eine Frauenversammlung durchgeführt, auf der die Frauen über den Kampf der Männer informiert wurden. Doch die Kollegen werden über die Verhandlungen mit den Kapitalisten kaum informiert. Wenn sie etwas erfahren, dann ist es so durchgesickert. Die bisherige Politik der Gewerkschaftsführer zeigte, daß sie nicht konsequent die Interessen der Arbeiter vertreten. Deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn sie als Ergebnis ihres 'Kampfes' einen langsamen Personalabbau ausmauscheln würden.
Die Genossen der Partei haben ein Flugblatt herausgegeben. Darin haben sie den Kollegen versichert, daß sie ihren Kampf unterstützen. Sie haben klargemacht, daß es in diesem Kampf nicht nur um einen einzelnen Kapitalisten geht, sondern daß sich dieser Kampf gegen das gesamte System der Krisenwirtschaft und politischen Unterdrückung richten muß, daß es für sie erst eine sichere Existenz gibt, wenn die kapitalistische Profitwirtschaft zerschlagen ist und die Arbeiter selbst über die Produktion bestimmen. Die Kollegen haben das Flugblatt begrüßt und ernsthaft mit uns darüber diskutiert. Die ersten Kontakte wurden geknüpft.
Auch wenn sich sogar der Unternehmerverband von Seibel distanziert hat - nichts wird verhindern, daß die Seibelarbeiter bewußt den Kampf gegen das kapitalistische Ausbeutersystem führen werden. Daran wird auch der eiligst angereiste SPD-Landtagskandidat nichts ändern können, der seine
'Arbeiterfreundlichkeit' von einem mitgebrachten Reporter im Bild festhalten ließ. Denn die Lage in der Zementindustrie zeigt die kapitalistische Profitwirtschaft in aller Deutlichkeit: Der Dyckerhoff-Konzern kauft nach und nach kleinere Betriebe und legt sie dann still, um sich lästige Konkurrenz vom Halse zu schaffen."
Berichtet wird von Ewers Geseke (vgl. Jan. 1975) und fortgefahren:"
Die Partei wird den Kampf der Seibel-Arbeiter unterstützen und vor den Zementwerken Ilse und Atlas in Paderborn Solidaritätsaktionen vorbereiten."
Die Ortsaufbaugruppe Paderborn des KBW (vgl. 20.3.1975) berichtet von Seibel vgl. 8.3.1975) bzw. von der KPD, daß heute der unbefristete Streik und die Betriebsbesetzung seitens der 151 Beschäftigten beginnt, die dabei "von Reisekadern der Gruppe Rote Fahne mit Sprüchen versorgt" worden seien.
Eingegangen wird auf Ewers Geseke sowie auf die Paderborner Zementwerke Ilse und Atlas (88 Besch.).
=Kommunistische Volkszeitung Nr.11,Mannheim 20.3.1975;
KPD-Sonderdruck Kalldorf Stillegung in Kalldorf - 200 Entlassungen in Nürnberg - damit die Profite von Mannesmann stimmen!,o.O. o.J. (1975),S.2;
KPD-Büro Bielefeld:Dem Regierungsmai eine Absage!,Bielefeld o.J. (Apr. 1975),S.1;
Rote Fahne Nr.11 und 14,Köln 19.3.1975 bzw. 9.4.1975,S.1 bzw. S.5
14.03.1975:
Die KPD bei Stübbe-Demag Kalldorf (IGM-Bereich - vgl. 24.3.1975) berichtet vermutlich von heute über den Besuch von Stübbe-Demag Kollegen bei Seibel Erwitte.
=KPD-Sonderdruck Kalldorf Am Montag, den 14.4. um 13 Uhr findet eine Betriebsversammlung bei der Demag-AG, Werk Benrath in Düsseldorf statt!,O.o. o.J. (März 1975),S.1f
17.03.1975:
Die KPD bei Stübbe-Demag Kalldorf (IGM-Bereich - vgl. 24.3.1975) berichtet von Seibel Erwitte über die vermutlich in dieser Woche erscheinende 'Streikstimme' Nr.1 (vgl. **.*.1975) bzw. den Besuch von Stübbe-Kollegen bei Seibel (vgl. 14.3.1975):"
Wie wichtig Euer Besuch für die Kollegen in Erwitte war, schreiben sie in ihrer Informationsschrift 'STREIKSTIMME Nr.1', 'Die Besetzer von Seibel und Söhne informieren':
'Wir haben uns besonders über den Besuch einiger Kollegen aus dem Demag-Werk in Kalletal (Mannesmann-Konzern) gefreut, die uns am Freitag im Auftrag der Belegschaft besucht haben. Diese Belegschaft befindet sich in einer ähnlichen Situation. Auch dort herrscht eine industrielle Monostruktur, und die Belegschaft sah sich gezwungen, gegen geplante Massenentlassung vom Streikrecht Gebrauch zu machen und vorübergehend ihr Werk zu besetzen. Auch dort hätten die Entlassungen zu einer Dauer- und Massenarbeitslosigkeit geführt. Ihr Kampf ist noch ebenso wenig entschieden wie unserer. Wir haben deshalb diesen Besuch zu einem wichtigen Erfahrungsaustausch genutzt.'"
Der KBW (vgl. 26.3.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß bei Seibel noch gestreikt wird. Erwähnt wird auch das stillgelegte Zementwerk Ewers (70 Besch.) in Erwitte.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.12,Mannheim 26.3.1975;
KPD-Sonderdruck Kalldorf Am Montag, den 14.4. um 13 Uhr findet eine Betriebsversammlung bei der Demag-AG, Werk Benrath in Düsseldorf statt!,O.o. o.J. (März 1975),S.2
17.03.1975:
Die KPD, vermutlich ihr Parteibüro Bielefeld, gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, als 'KPD-Sonderdruck Kalldorf' (vgl. 3.2.1975, 24.3.1975) heraus:"
STILLEGUNG IN KALLDORF - 200 ENTLASSUNGEN IN NÜRNBERG - DAMIT DIE PROFITE VON
MANNESMANN STIMMEN!
...
Und beim Streik gilt es, nicht lange zu zögern, sondern so früh wie möglich anzufangen und den Angriffen des Kapitals mit dem Kampf der Arbeiter entgegenzutreten.
DIE KOLLEGEN DES SEIBEL-ZEMENTWERKS (CPK-Bereich,d.Vf.) IN ERWITTE (MÜNSTERLAND) GEBEN DAS BEISPIEL!
Als der Kapitalist Seibel dort die Entlassung von 86 der 160 Kollegen bekanntgab, traten die Arbeiter am vorletzten Montag (vgl. 10.3.1975,d.Vf.) sofort in den Streik, besetzten das Werk und verbarrikadierten es mit Lastwagen. Sie streiken jetzt immer noch und haben sich auf einen langen Kampf eingerichtet.
Stübbe-Kollegen! SCHLIESST EUCH MIT DEN ERWITTER KOLLEGEN IM KAMPF GEGEN ENTLASSUNG UND RATIONALISIERUNG ZUSAMMEN!
LADET DIE ERWITTER KOLLEGEN AUF EURE BELEGSCHAFTSVERSAMMLUNG EIN!
SCHICKT SELBER DELEGATIONEN AUS DEM WERK NACH ERWITTE!
ALLE RÄDER STEHEN STILL, WENN DEIN STARKER ARM ES WILL!"
=KPD-Sonderdruck Kalldorf Stillegung in Kalldorf - 200 Entlassungen in Nürnberg - damit die Profite von Mannesmann stimmen!,o.O. o.J. (1975)
18.03.1975:
Die KPD (vgl. 26.3.1975) berichtet:"
KLASSENSOLIDARITÄT!
AN DIE KOLLEGEN DER FIRMA SEIBEL UND SÖHNE, ERWITTE/ZEMENTWERKE (CPK-Bereich,d.Vf.):
Wir, die Auszubildenden der Anker-Werke AG Bielefeld bekunden durch dieses Schreiben die Solidarität mit Eurem Streik. Wir protestieren scharf gegen das Vorhaben des Kapitalisten Seibel, 86 Kollegen zu entlassen unter dem Vorwand der schlechten Ertragslage. Unter diesen Vorwänden sind auch bereits in unserem Werk 800 Kollegen entlassen worden. Deshalb freut es uns, daß ihr erkannt habt, daß es nichts nützt stillzuhalten, wenn es gilt, arbeiterfeindliche Maßnahmen der Kapitalisten zurückzuschlagen trotz allem Krisengeschwätz. Eure Entscheidung wird ein Ansporn sein für alle, die jetzt noch am Zögern sind. Deshalb schließen wir uns folgenden Forderungen an:
Keine Entlassung!
Offenlegung aller Rationalisierungspläne durch die Kapitalisten!
Einigkeit macht stark!
Verabschiedet in Bielefeld am 18.3.1975. Einstimmig angenommen von 25 Anwesenden auf einer Pausenversammlung."
=Rote Fahne Nr.12,Köln 26.3.1975,S.6
19.03.1975:
Die KPD bei Stübbe-Demag Kalldorf (IGM-Bereich - vgl. 24.3.1975) berichtet:"
Folgende Resolution wurde am letzten Mittwoch in Köln auf einer Solidaritätsveranstaltung der KPD und der Roten Hilfe (RH e.V.,d.Vf.) mit angeklagten FORD-Arbeitern einstimmig von ca. 80 Kollegen verabschiedet:
'An die Arbeiter des Zementwerkes Seibel und Söhne (CPK-Bereich in Erwitte,d.Vf.) und an die Arbeiter des Stübbe-Werkes in Kalldorf:
Wir, anwesende Arbeiter, Angestellte und Studenten auf einer Solidaritätsveranstaltung der KPD und der Roten Hilfe mit angeklagten Ford-Arbeitern, die morgen wegen ihrer Teilnahme am Ford-Streik vor Gericht gestellt werden, übersenden Euch unsere herzlichsten Kampfesgrüße. Mit Begeisterung haben wir von Eurem mutigen Kampf gegen den Seibel-Kapitalisten und die Demag-Mannesmann-Kapitalisten erfahren. Ihr macht es richtig: gegen Massenentlassungen und Stillegungen hilft nur der Kampf der Arbeiter, Streik, Werksbesetzung. 'In der Krise kämpfen' muß unser Motto sein! Mit 'Stillhalten', wie es von der Regierung gefordert wird, ist nur den Kapitalisten gedient, denn umso rücksichtsloser werden sie sich dann auf Kosten der Arbeiter gesundstoßen.
Die vier türkischen und ein deutscher Arbeiter, die morgen vor Gericht gestellt werden, haben im Ford-Streik 1973 (vgl. 24.8.1973,d.Vf.) gegen die Entlassung von 300 Kollegen, für höheren Lohn und niedrigere Bandgeschwindigkeiten gestreikt. Bei Ford versagte die Gewerkschaftsführung jede Unterstützung, indem sie den Streik als illegal bezeichnete. Sie ging zusammen mit der Polizei gegen die Streikenden vor, deren Opfer jetzt wegen angeblichen 'Widerstands' und 'Körperverletzung' vor Gericht gezerrt werden. Doch die Kollegen haben sich nicht beirren lassen, sondern haben durch die Wahl einer Streikleitung und durch die Besetzung des Werkes den Kampf in die eigene Hand genommen. Und sie werden morgen vor Gericht noch einmal deutlich machen, daß der Streik seine volle Berechtigung hatte.
Kollegen in Erwitte und Kalldorf: Kämpft mutig weiter für Eure gerechten Forderungen! Wir stehen hinter Euch!
SOLIDARITÄT HILFT SIEGEN!'"
=KPD-Sonderdruck Kalldorf Am Montag, den 14.4. um 13 Uhr findet eine Betriebsversammlung bei der Demag-AG, Werk Benrath in Düsseldorf statt!,O.o. o.J. (März 1975),S.2
24.03.1975:
Die KPD (vgl. 26.3.1975) berichtet aus Bielefeld von Kochs Adler (vgl. 21.3.1975):"
Der Streik wurde am Montag morgen abgebrochen, nachdem ein Mitglied der IG Metall Ortsverwaltung ins Werk gekommen war und den Kollegen massiv gedroht hatte. Der Streik sei gesetzeswidrig, außerdem würde die IG Metall ja verhandeln.
Die Kollegen ließen sich vorläufig einschüchtern und brachen den Streik ab.
Jetzt gilt es, die Kämpfe der Arbeiter in Kalldorf und in Erwitte als leuchtendes Beispiel dafür zu propagieren, daß es richtig ist, was unsere Partei sagt: Auch in der Krise kämpfen! Gegen Krisenwirtschaft und politische Unterdrückung! Für die Herrschaft der Arbeiterklasse!"
=Rote Fahne Nr.12,Köln 26.3.1975,S.6
24.03.1975:
Die KPD, vermutlich ihr Parteibüro Bielefeld, gibt vermutlich in dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, als 'KPD-Sonderdruck Kalldorf' (vgl. 17.3.1975) heraus:"
AM MONTAG, DEN 14.4. UM 13 UHR FINDET EINE BETRIEBSVERSAMMLUNG BEI DER DEMAG-AG, WERK BENRATH IN DÜSSELDORF STATT!
...
Nur im gemeinsamen Kampf gegen den Mammut-Konzern ist es möglich, Erfolge zu erzielen. So gilt es z.B. den Kampf, den die Kollegen in Düsseldorf gegen Auslandsverlagerungen führen, mit Eurem Kampf gegen die Stillegung zu verbinden!
Genauso wie Ihr Eure Solidarität mit den Kollegen in Erwitte (Seibel - CPK-Bereich,d.Vf.) durch Euren Besuch (vgl. 14.3.1975,d.Vf.) bewiesen habt, genauso muß auch die Solidarität aus anderen Betrieben mit Eurem Kampf organisiert werden."
Auf der Rückseite wird berichtet von einer Kölner Veranstaltung (vgl. 19.3.1975) zum Ford-Prozeß (IGM-Bereich - vgl. 20.3.1975) sowie zitiert aus der 'Streikstimme' bei Seibel Erwitte (CPK-Bereich - vgl. 17.3.1975).
=KPD-Sonderdruck Kalldorf Am Montag, den 14.4. um 13 Uhr findet eine Betriebsversammlung bei der Demag-AG, Werk Benrath in Düsseldorf statt!,O.o. o.J. (März 1975)
31.03.1975:
Die KPD verteilt, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche Flugblätter zum Streik bei Seibel Erwitte (CPK-Bereich - vgl. 10.3.1975) vor den Betrieben der Zementindustrie ganz Ostwestfalens.
=Rote Fahne Nr.14,Köln 9.4.1975
April 1975:
Die SAG gibt ihren 'Klassenkampf' Nr.46 (vgl. März 1975, Mai 1975) heraus.
Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Klassenkampf Nr.46,Frankfurt Apr. 1975
01.04.1975:
Das der KPD nahestehende Arbeitslosenkomitee (ALK) Dortmund gibt vermutlich heute das folgende Flugblatt heraus:"
ARBEITSLOSENKOMITEE DORTMUND!
...
Die Arbeiter von Pohlschröder hier in Dortmund bekamen keine Lohnerhöhung, dafür kurze Zeit später die Kündigung!
Aber immer mehr Arbeiter stehen der Krise nicht mehr tatenlos entgegen, sondern kämpfen in der Krise, so wie die Arbeiter von Erwitte (Seibel - CPK-Bereich,d.vf.) und Kalletal (Stübbe-Demag - IGM-Bereich,d.Vf.)!
NICHT STILLHALTEN - SONDERN KÄMPFEN!
ARBEITSLOSE UND BETRIEBSARBEITER MÜSSEN GEMEINSAM KÄMPFEN!"
=ALK Dortmund:Liebe Kollegen und Freunde!,Dortmund o.J. (1975)
02.04.1975:
In Berlin wird, laut und mit KPD, das Maikomitee (MK) oppositioneller Gewerkschafter von über 100 GewerkschafterInnen aus 30 Betrieben und 7 Gewerkschaften gegründet.
Dieses Komitee (vgl. 21.4.1975) veröffentlicht auch eine Plattform von 6 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von H. Lechner, in der u.a. eingegangen wird auf und Seibel Erwitte (CPK-Bereich) in NRW.
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 16.4.1975;
Maikomitee oppositioneller Gewerkschafter:1.Mai Internationaler Kampftag der
Arbeiterklasse Plattform,Berlin o.J. (1975)
03.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.13 (vgl. 26.3.1975, 10.4.1975) heraus, in der u.a. seitens der OAG Paderborn aus dem CPK-Bereich von Seibel Erwitte berichtet wird.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.13,Mannheim 3.4.1975
06.04.1975:
Der AB gibt vermutlich heute die auf April datierte Nr.58 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. März 1975, 20.4.1975) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.58,München Apr. 1975
07.04.1975:
Der KBW (vgl. 17.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß seine Ortsaufbaugruppe Paderborn in Paderborn für Seibel Erwitte (CPK-Bereich) eine Spendensammlung und Stadtaktionen durchführt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.15,Mannheim 17.4.1975
10.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.14 (vgl. 3.4.1975, 17.4.1975) heraus, in der er u.a. berichtet wird durch die OAG Paderborn aus dem CPK-Bereich in Erwitte über Seibel und Söhne, das Zementwerk Wittekind, die drei Spenner Zementwerke und Carlo Seibel Zement.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975
14.04.1975:
In Paderborn verteilt die KPD, nach eigenen Angaben, vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt zur Solidarität mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich).
=Rote Fahne Nr.16,Dortmund 23.4.1975
23.04.1975:
Die KPD, vermutlich das Büro Bielefeld, gibt bei Stübbe-Demag Kalldorf (IGM-Bereich) vermutlich Mitte dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, heraus.
Auf der Vorderseite wird aufgerufen zur Stübbe-Demag-Veranstaltung am 29.4.1975, auf der Rückseite heißt es neben weiteren Aufrufen zur Maiveranstaltung in Dortmund (vgl. 26.4.1975) und zum 1.Mai in Gelsenkirchen u.a.:"
Stillegung von Stübbe-DEMAG, 86 Entlassungen beim Zementwerk Seibel in Erwitte (CPK-Bereich,d.Vf.), 25 000 Entlassungen bei VW, das sind die Bilanzen der Zauberworte der Kapitalisten und deren Vertreter."
=KPD:Keine Stillegung des Stübbe-Demag-Werkes in Kalldorf!,o.O. o.J. (Apr. 1975)
24.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.16 (vgl. 17.4.1975, 30.4.1975) heraus, in der er u.a. berichtet aus Erwitte aus dem CPK-Bereich von Seibel und Söhne.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.16,Mannheim 24.4.1975
28.04.1975:
Die KPD, vermutlich ihr Büro Bielefeld, gibt vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, heraus:"
ERWITTER!
WIE GEHT ES WEITER?
Die Besetzung des Erwitter Zementwerkes Seibel und Söhne dauert jetzt schon 7 Wochen. Trotz einer breiten Welle der Solidarität ist der Kampf eigentlich keinen Schritt vorangekommen. Das liegt erstens daran, daß man sich in dem ganzen Kampf nur auf Seibel eingeschossen hat und zweitens, daß man bis heute nicht genau weiß, was der Seibel im Schilde führt.
Denn was nützt es uns, wenn die ersten Entlassungen am Mittwoch für rechtswidrig erklärt werden? Der Richter selbst gab Seibel bei der letzten Verhandlung (vgl. S1.*.1975,d.Vf.) den unverschämten Tip, sich doch gleich morgen hinzusetzen und der Form nach rechtmäßige Entlassungen auszusprechen, dann wäre doch alles in Ordnung!
Was nützen uns die Solidaritätserklärungen unserer 'demokratischen' Parteien SPD und CDU, wenn hintenrum die Justiz mit Hilfe der Gesetze der von diesen Parteien gestützten 'freiheitlich-demokratischen Grundordnung' (FdGO,d.Vf.) die Entlassungen letztendlich bestätigt.
Denn Massenentlassungen sind in unserer Gesellschaft zur Steigerung des Profits rechtens, solange der Kapitalist sich an die Form hält. Wenn Seibel - wie man uns von allen Seiten einreden will - eine Ausnahme ist, dann ist er es, weil er sich im Gegensatz zu VW und Demag in Kalletal bisher nicht an die rechtliche Form gehalten hat. Weil die VW und Demag Kapitalisten das aber getan haben, sind alle bürgerlichen Parteien, die Justiz mit ihren arbeiterfeindlichen Gesetzen und der gesamte Staatsapparat auf ihrer Seite.
Das zeigt, daß wir unseren Kampf gegen die gesamte Kapitalistenklasse, ihren Staat und ihre Justiz zu richten haben!
Wenn wir aber den Kampf auf Seibel beschränken, den bürgerlichen Parteien vertrauen und die Justiz für neutral halten, werden das Ergebnis des Kampfes rechtmäßige statt widerrechtliche Entlassungen sein. Was haben wir davon?
Die Gesetze des gleichen Ausbeuterstaates schützen vor allem das freie Unternehmertum. So braucht Seibel mit seinen Plänen für das Werk nicht herauszurücken und kann seine Gesellschafter im Dunkeln halten. Dadurch wissen wir bis heute noch nicht genau, wie wir über die Besetzung hinaus ihn am besten treffen können.
Fest steht eins: Seibel muß die Produktion mit allen Arbeitern sofort wiederaufnehmen! Eine Zusammenlegung mit Miebarn-Wittekind kommt nicht in Frage. Offenlegung aller Beteiligungen und Gesellschafter!
Auf der Arbeitsgerichtsverhandlung am Mittwoch, den 30.4., 14 Uhr, Landgericht Paderborn (Schwurgerichtssaal) und der Kundgebung am 1.Mai in Erwitte um 15 Uhr werden wir unseren Forderungen Ausdruck verleihen:
Für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Krise, wo die Arbeiterklasse die Macht hat!
Für eine Gesellschaft, wo Seibel, unverschämte Arbeitsrichter, Rechtsanwälte wie Klein, FDP-Bürgermeister, die Strafanzeige gegen streikende Arbeiter stellen, SPD-Bundeskanzler Schmidt, der 20 000 Entlassungen unterstützt, im Gefängnis sitzen, wo sie alle hingehören!
Für die deutsche sozialistische Republik!
Wählt am 4.Mai zum Zeichen Eurer Zustimmung in Lippstadt und Erwitte KPD.
Keine Stimme den heuchlerischen Ausbeuterparteien!
PROZESS MITTWOCH 14 UHR PADERBORN, LANDGERICHT, SCHWURGERICHTSSAAL
1.MAI 15 UHR ERWITTE
WÄHLT AM 4.MAI KPD!"
In einem Kasten heißt es:"
Letzte Meldung: Die Klassenjustiz hat ihre 'Neutralität', offen zu erkennen, abgelegt.
Sie erließ eine einstweilige Verfügung, worin der Streikleitung untersagt wird, das Werksgelände zu betreten."
=KPD:Erwitter! Wie geht es weiter?,o.O. o.J. (Apr. 1975)
28.04.1975:
Die KPD, Büro Bielefeld (vgl. 28.4.1975), gibt spätestens Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt von einer Seite DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, heraus:"
DEM REGIERUNGSMAI EINE ABSAGE!
Während die Kollegen des Erwitter Zementwerkes (CPK-Bereich,d.Vf.) den Betrieb seit dem 10.März besetzt halten, um gegen Entlassungsmanöver des Seibel-Kapitalisten vorzugehen, während die Anker-Arbeiter (IGM-Bereich,d.Vf.) von Entlassung und Rationalisierung bedroht sind, während die Arbeitslosigkeit in Bielefeld ihre höchsten Ausmaße erreicht, da erdreisten sich Bundeskanzler Schmidt und DGB-Vetter am 1.Mai in Gelsenkirchen in trauter Eintracht die Arbeiter noch aufzufordern, den Gürtel enger zu schnallen, dem Krisenprogramm der SPD-Regierung zuzustimmen! Die Arbeiter und Werktätigen in unserem Land sollen beklatschen, daß sie es sind, auf deren Rücken die Krise ausgetragen werden soll!
HERAUS ZUM ROTEN 1.MAI!
Kollegen, lassen wir es nicht zu, daß gerade jetzt, vor der Wahl (LTW - vgl. 4.5.1975,d.Vf.), der 1.Mai, den jeder Arbeiter in der Welt als den internationalen Kampftag seiner Klasse feiert, dieser Tag herabgewirtschaftet wird zu einer Wahlkampfprostitution derjenigen Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, aber schon seit Jahren, ebenso wie die CDU, die Interessen des Monopolkapitals vertritt.
ERTEILEN WIR DIESEM REGIERUNGSMAI IN GELSENKIRCHEN EINE KLARE ABSAGE!
Fahrt mit nach Gelsenkirchen; dort wird unsere Partei, unter roten Fahnen, mit den revolutionären Forderungen der Arbeiterklasse, der Bourgeoisie und ihren dortigen Vertretern den Kampf ansagen, und wir werden dort für die einzig wirkliche Alternative eintreten, die den Arbeitern und Werktätigen unseres Landes bleibt: FÜR DEN SOZIALISMUS!
GEGEN KRISENWIRTSCHAFT UND POLITISCHE UNTERDRÜCKUNG - FÜR DIE SOZIALITISCHE DEUTSCHE REPUBLIK!
Abfahrt 1.Mai, 7 Uhr 30 Gesundheitsamt!
KÄMPFT MIT DER KPD
WÄHLT AM 4.MAI LISTE 9 KPD"
=KPD-Büro Bielefeld:Dem Regierungsmai eine Absage!,Bielefeld o.J. (Apr. 1975)
29.04.1975:
Die KPD, vermutlich das Büro Bielefeld, gibt bei Stübbe-Demag Kalldorf das folgende Flugblatt heraus:"
KAMPF DEM DEMAG-MANNESMANN-KONZERN
- KEINE STILLEGUNG DES STÜBBE-WERKES! - KEINE ENTLASSUNGEN!
Kolleginnen und Kollegen!
Am Mittwoch, dem 23.4.1975 kündigte die Geschäftsleitung des Stübbe-DEMAG-Werkes in Kalldorf die Sofortentlassung von 150 Kollegen an. Monatelang hat die Konzernleitung ide Belegschaft mit leeren Versprechungen und falschen Meldungen über mögliche Käufer u.ä. ruhig zu halten versucht.
Jetzt zeigt sich einmal mehr ganz deutlich, daß hier ein abgekartetes Spiel auf dem Rücken der Kollegen gespielt wird. Der DEMAG-Mannesmann-Konzern will, um größere Kampfaktionen der Belegschaft, wie z.B. in Erwitte (bei Seibel im CPK-Bereich - vgl. 10.3.1975,d.Vf.), zu verhindern, seinen Plan scheibchenweise durchsetzen. Nach und nach einige Entlassungen, bis die Kollegen des Werkes und die Bewohner des Kalletales plötzlich vor vollendeten Tatsachen stehen."
=KPD-Sonderdruck Kalldorf Kampf dem Demag-Mannesmann-Konzern,O.O. o.J. (29.4.1975)
29.04.1975:
Die KPD, vermutlich das Büro Bielefeld (vgl. 23.4.1975), rief bei Stübbe-Demag Kalldorf auf:"
Kommt alle zur Solidaritätsveranstaltung am kommenden Dienstag, den 29.4., 19
Uhr, Gast. Dannhäuser
THEMEN: Profitsanierung des MM-Konzerns auf Kosten der Arbeiter – Ausdruck der kapitalistischen Profitwirtschaft. Berichte von Arbeitern aus anderen MM-DEMAG-Betrieben über die Praxis des MM-Konzerns und ihr Kampf dagegen. Der Kampf der Arbeiter in Erwitte".
Heute kündigte die KPD bei Stübbe an:"
PROGRAMM:
- Film über die Besetzung des Zementwerkes Seibel in Erwitte
- Kollegen aus Erwitte berichten von ihrem Kampf
- Kollegen aus anderen Demag/Mannesmann-Betrieben spprechen".
=KPD:Keine Stillegung des Stübbe-Demag-Werkes in Kalldorf!,o.O. o.J. (Apr. 1975);
KPD-Sonderdruck Kalldorf Kampf dem Demag-Mannesmann-Konzern,O.O. o.J. (29.4.1975),S.1
30.04.1975:
Zum heutigen Arbeitsgerichtsprozeß in Paderborn um die Entlassungen bei Seibel und Söhne Erwitte (CPK-Bereich) rief u.a. die KPD (vgl. 28.4.1975) auf.
=KPD:Erwitter! Wie geht es weiter?,o.O. o.J. (Apr. 1975),S.1f
01.05.1975:
Die SAG gibt ein Mai-Extra ihres 'Klassenkampf' (vgl. Mai 1975, 8.5.1975) heraus. und berichtet u.a. von Seibel Erwitte.
=Klassenkampf Mai-Extra,Frankfurt 1.5.1975
01.05.1975:
Der in der SPD und vor allem den Jusos arbeitenden trotzkistischen Voran-Gruppe gelingt es, nach eigenen Angaben, am 1.Mai einen Massenverkauf ihres Zentralorganes 'Voran' u.a. in Erwitte zu organisieren.
=Voran Nr.10,Köln Juni/Juli 1975
01.05.1975:
In Erwitte besuchen, laut AB, 15 000 die Kundgebung zur Unterstützung der Arbeiter von Seibel.
Laut der teilnehmenden Ortsaufbaugruppe (OAG) Paderborn des KBW (vgl. 7.5.1975) versammeln sich 6 - 8 000 Menschen, an die 55 'KVZ' verkauft werden.
Die Gruppe Arbeiterstimme (vgl. 26.5.1975) berichtet, dass 5 000 an der Kundgebung teilnahmen.
=Arbeiterstimme Nr.2/3,Nürnberg 26.5.1975;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.60,München 4.5.1975;
Kommunistische Volkszeitung Nr.18,Mannheim 7.5.1975
01.05.1975:
Der KBW (vgl. 7.5.1975) berichtet vom 1.Mai in Paderborn, daß seine Genossen im Solidaritätskomitee für Seibel Erwitte mitarbeiten und mit diesem in einem Autokorso mit ca. 120 Personen in 20 PKW zur Kundgebung in Erwitte fuhren.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.18,Mannheim 7.5.1975
12.05.1975:
Der KBW (vgl. 22.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Bremen von einer Solidaritätsveranstaltung mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich), zu der einige Betriebsräte aus dem IGM-Bereich von Klöckner und Vulkan aufgerufen hatten.
Solidaritätsadressen werden verlesen von den Jusos der SPD und der Ortsgruppe des KBW.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.20,Mannheim 22.5.1975
19.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet aus München vermutlich aus dieser Woche, daß sich die streikenden Fliesenleger solidarisch mit den Kollegen von Seibel Erwitte (CPK-Bereich) erklären.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
19.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche von der Jugendversammlung bei Röhm Darmstadt, auf der eine Solidaritätserklärung mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich) verabschiedet wird.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
19.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus dem IG Bau Ortsverband 5, der sich solidarisch mit den Kollegen von Seibel Erwitte (CPK-Bereich) erklärt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
19.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche, daß es bei AEG Kanis Essen zu Solidaritätsaktionen mit Seibel Erwitte (CPK-Bereich) kommt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
21.05.1975:
In der Nr.20 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 14.5.1975, 28.5.1975) berichtet die KPD aus Essen, mit Verweis auf Seibel Erwitte (CPK-Bereich), über Stillegungen.
=Rote Fahne Nr.20,Köln 21.5.1975
21.05.1975:
Der KBW (vgl. 29.5.1975) berichtet aus Hamburg vom heute beginnenden Streik von 100 Steinmetzen in acht Betrieben (vgl. 27.5.1975), die sich u.a. solidarisch mit den Kollegen von Seibel Erwitte (CPK-Bereich) erklären.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
28.05.1975:
Die KPD Ortsleitung (OL) Dortmund gibt, laut einer handschriftlichen Datierung heute, bei SEL das folgende Flugblatt heraus:"
KEINER DARF ENTLASSEN WERDEN!
Arbeiterinnen und Arbeiter von SEL!
Euer Streik ist die richtige Antwort auf die Entlassungs- und Stillegungspläne der SEL-Kapitalisten! Mit eurer Hände Arbeit wurde dieses Werk aufgebaut. Jetzt sollt ihr auf die Straße geworfen werden, weil angeblich zuwenig Arbeit da ist. Tatsache ist, daß die Kapitalisten in der Krise einen für zwei arbeiten lassen, um die Lasten der Krise auf dem Rücken der Arbeiter auszutragen.
Wir sagen: Ackert nicht für zwei! Verhindert jede Entlassung! Laßt euch nicht um Arbeit und Brot betrügen!
Wie der Kampf geführt werden muß, haben die Arbeiter von Erwitte (Seibel - CPK-Bereich,d.Vf.) und Kalletal (Demag - IGM-Bereich,d.Vf.) gezeigt: Sie sind wie ein Mann aufgestanden und haben geschlossen ihr von Stillegung bedrohtes Werk besetzt.
Angesichts dieser geschlossenen Kampffront mußten die schon ausgesprochenen Entlassungen zurückgenommen werden!"
=KPD-OL Dortmund:Keiner darf entlassen werden!,Dortmund o.J. (28.5.1975)
29.05.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.21 (vgl. 22.5.1975, 5.6.1975) heraus, in der er u.a. aus Erwitte von Seibel und Söhne und der zuständigen CPK-Verwaltungsstelle Neubeckum berichtet.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.21,Mannheim 29.5.1975
Juni 1975:
Die Nr.10 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1975, Juni 1975) für Juni/Juli erscheint vermutlich im Juni. Berichtet wird u.a. von Seibel Erwitte.
=Voran Nr.10,Köln Juni/Juli 1975
01.06.1975:
Der AB gibt die Nr.62 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 18.5.1975, 15.6.1975) heraus und berichtet u.a. von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.62,München 1.6.1975
02.06.1975:
Das Regionalkomitee (RK) NRW der KPD gibt vermutlich Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt von zwei Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Thomas Luczak, Dortmund, Münsterstr.95, heraus. Während die Vorderseite vom Titel, in großer roter Schrift, "Einheitsfront gegen politische Entlassungen, Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!" über diversen 'Rote Fahne'- Meldungen über BV und UVB eingenommen wird, heißt es auf der Rückseite u.a.:"
Trotz Unterdrückung, die Arbeiterklasse kämpft:
Bei Demag in Kalldorf (IGM-Bereich,d.Vf.) und bei Seibel in Erwitte (CPK-Bereich,d.Vf.) haben die Arbeiter die Fabriken besetzt um die Schließung zu verhindern. Die Arbeiterinnen von SEL streiken und lassen sich nicht vertrösten mit vagen Versprechungen."
=KPD-RK NRW:Einheitsfront gegen politische Entlassungen,Gewerkschaftsausschlüsse und Berufsverbote!,Dortmund o.J. (1975),S.2
03.06.1975:
Laut einer handschriftlichen Datierung heute gibt die OL Dortmund der KPD bei SEL das folgende Flugblatt heraus:"
KEINEN SCHRITT ZURÜCK!
...
IN DER KRISE KÄMPFEN!
Unter diesem Leitspruch haben die Arbeiter von Seibel Erwitte (CPK-Bereich,d.Vf.) den Kampf gegen die drohende Stillegung ihres Werkes geführt und durch einen wochenlangen Streik die Rücknahme der Entlassungen erzwungen."
=KPD-OL Dortmund:Keinen Schritt zurück! Kampf bis zum Sieg! Keiner darf entlassen werden!,Dortmund o.J. (Juni 1975)
05.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.22 (vgl. 29.5.1975, 12.6.1975) heraus und berichtet u.a. aus Erwitte aus dem CPK-Bereich von Seibel.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.22,Mannheim 5.6.1975
12.06.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.23 (vgl. 5.6.1975, 19.6.1975) heraus, in der er sich u.a. aus Erwitte aus dem CPK-Bereich mit Seibel befaßt.
=Kommunistische Volkszeitung Nr.23,Mannheim 12.6.1975
15.06.1975:
Der AB gibt die Nr.63 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl.
1.6.1975, 29.6.1975) heraus Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.63,München 15.6.1975
23.06.1975:
In Dortmund gibt die der KPD nahestehende Gruppe von ITT/SEL-Arbeitern vermutlich in dieser Woche die Nr.8 ihrer 'Information' (vgl. 20.6.1975) heraus:"
Keine Rausschmisse! Streik gegen jede Entlassung!
...Deshalb: Heute wird gestreikt! Wenn wir uns einig sind - können wir jede Entlassung verhindern! Die Arbeiter von Erwitte (Seibel - CPK-Bereich,d.Vf.) und Kalletal (Stübbe-Demag - IGM-Bereich,d.Vf.) sind uns vorangegangen."
=Gruppe von ITT/SEL-Arbeitern:Information Nr.8,o.O. (Dortmund) o.J. (1975)
09.07.1975:
In Erwitte findet, laut KPD, eine Versammlung gegen die Schließung von Seibel (CPK-Bereich) statt.
=Rote Fahne Nr.28,Köln 16.7.1975
12.07.1975:
In Düsseldorf beteiligen sich, laut KPD, über 400 an einer Demonstration gegen die Stillegung von Demag Kalldorf. Unter den Demonstranten sind auch Beschäftigte von Seibel Erwitte (CPK-Bereich).
=Rote Fahne Nr.28,Köln 16.7.1975
13.07.1975:
Der AB gibt die Nr.65 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 29.6.1975, 27.7.1975) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.65,München 13.7.1975
August 1975:
Der Spartacusbund (SpB) gibt sein 'Spartacus' Nr.19 (vgl. 14.4.1975, Sept. 1975) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Spartacus Nr.19,Essen Aug. 1975
16.11.1975:
Der AB gibt die Nr.74 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 2.11.1975, 30.11.1975) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.74,München 16.11.1975
Dezember 1975:
Die Nr.12 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Dez. 1975, Feb. 1976) erscheint vermutlich im Dezember. Aus NRW wird u.a. aus dem SPD-OV Erwitte.
=Voran Nr.12,Köln o.J. (1975)
11.01.1976:
Der AB gibt die Nr.78 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 14.12.1975, 25.1.1976) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.78,München 11.1.1976
19.01.1976:
Die SMV der Carl-Severing-Schule Bielefeld für Metall- und Elektroberufe mit Berufsschule, Fachoberschule und Fachschule (BS, FOS bzw. FS) Abteilung Metall und Elektro (vgl. 2.2.1976) verfaßt vermutlich in dieser Woche die folgende Resolution zur 13. und 14.SRÄ (vgl. 16.1.1976), "RESOLUTION DER SMV GEGEN DIE MAULKORBGESETZE"
Zum Hintergrund äußert sich die SMV u.a. so:"
STAATSGEWALT GEGEN VOLKSGEWALT
WEG MIT DEM MAULKORBEGSETZ 130A (88A)
...
In Paragraph 126 heißt es: Wer den 'öffentlichen Frieden durch Androhung von Straftaten stört', soll eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Gefängnis bekommen. Solche Straftaten sind nach diesem Gesetz z.B. eine Fabrikbesetzung wie in Erwitte (bei Seibel - CPK-Bereich,d.Vf.), Verhinderung von Streikbruch, Straßenblockade demonstrierender Bauern, Baustellenbesetzung von Kernkraftgegnern (Wyhl).
...
Der Paragraph 130 verfolgt jeden, der 'zum Haß gegen Teile der Bevölkerung (gemeint sind die Kapitalisten - Anm. des Verf.) oder zum Klassenkampf aufstachelt'. Demnach gehören sämtliche großen Führer der Arbeiterbewegung, von Bebel, Marx, bis zu Lenin, Stalin, Mao Tse-tung auf den Index. Sämtliche Bürgerinitiatien, wie z.B. Wyhl oder Werksbesetzungen, wie z.B. Erwitte oder Kalletal (Demag - IGM-Bereich,d.Vf.), wo die Betroffenen Dokumentationen über ihren Kampf herausgegeben haben, sind davon betroffen."
=Carl-Severing-Schule Bielefeld:SMV-Info,Bielefeld Feb. 1976,S.7ff
30.01.1976:
In Goslar findet, laut und mit Kommunistischer Gruppe Goslar (KGG) bzw. AB, eine Erwitte-Veranstaltung statt, zu der die Initiative von der DGB-Jugend ausging. Unter den 50 bis 60 Besuchern sind u.a. Mitglieder des IG Chemie (CPK) Verwaltungsstellenjugendausschusses Wolfenbüttel.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.82,München 7.3.1976
Februar 1976:
In Erwitte führt der DGB, laut SAG, vermutlich im Februar eine Solidaritätskundgebung für die Beschäftigten von Seibel durch.
=Klassenkampf Nr.54,Frankfurt März 1976
16.02.1976:
Die Ortsleitung (OL) Duisburg der KPD gibt spätestens Anfang dieser Woche das folgende Flugblatt zum Prozeß (vgl. 18.2.1976) wegen der Störung einer Löwenthal-Veranstaltung (vgl. 6.3.1975) heraus:"
LÖWENTHAL GESTÖRT - ANGEKLAGT WEGEN BESCHIMPFUNG DER BUNDESREPUBLIK
...
NEUE MAULKORBGESETZE
...
Gerechte Widerstandsaktionen der Arbeiterklasse und des Volkes, wie der Kampf der Winzer von Wyhl (gegen ein AKW,d.Vf.), wie die Aktionen der Arbeiter von Erwitte (bei Seibel - CPK-Bereich,d.Vf.) und Kalletal (Stübbe-Demag - IGM-Bereich,d.Vf.) dürfen nicht mehr 'befürwortet' werden - denn es handelt sich ja um Landfriedensbruch!
Diese Strafrechtsänderung erfolgt in einem Klima der reaktionären Formierung in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Sie steht in einer Reihe mit den Berufsverboten, dem Abbau der Rechte von Verteidigern und Angeklagten, dem erweiterten Schießbefehl für die Polizei, dem neuen Ordnungsrecht für die Universitäten und den seit 1973 praktizierten 'Unvereinbarkeitsbeschlüssen' (UVB,d.Vf.) in den DGB-Gewerkschaften. Sie alle tragen das Siegel der SPD-Reform."
=KPD-OL Duisburg:Löwenthal gestört - angeklagt wegen Beschimpfung der Bundesrepublik,Duisburg o.J. (Feb. 1976)
10.03.1976:
In Erwitte findet, laut und mit KPD, anläßlich des nunmehr einjährigen Kampfes bei Seibel eine Veranstaltung der CPK statt.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976
18.04.1976:
Der AB gibt die Nr.85 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 4.4.1976, 2.5.1976) heraus. Berichtet wird u.a. von Seibel Erwitte und Dyckerhoff Zement.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.85,München 18.4.1976
21.04.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.16 (vgl. 14.4.1976, 28.4.1976) heraus und berichtet u.a. von Seibel Erwitte.
=Rote Fahne Nr.16,Köln 21.4.1976
22.04.1976:
Die Nr.3 der 'Zündkerze' - Betriebszeitung der KPD/ML für Opel-Bochum (vgl. 4.3.1974, 21.6.1976) erscheint datiert auf April vermutlich heute mit folgendem Leitartikel:"
HERAUS ZUM ROTEN 1.MAI!
...
Man kann und muß im Kapitalismus gegen Entlassungen und Betriebsschließungen, um den Arbeitsplatz kämpfen. Diesen Kampf haben z.B. die Arbeiter bei Erwitte (bei Seibel Erwitte, CPK-Bereich,d.Vf.) geführt."
=Zündkerze Nr.3,Bochum Apr. 1976
01.05.1976:
Die SAG gibt die Nr.1 ihrer 'Sozialistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. Apr. 1976, 19.5.1976) heraus. Berichtet wird u.a. über Seibel Erwitte, Dyckerhoff Zement Neubeckum und Wittekind-Miebach Zement Erwitte.
=Sozialistische Arbeiter Zeitung Nr.1,Frankfurt 1.5.1976
13.06.1976:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.89 (vgl. 30.5.1976,
27.6.1976) heraus. Berichtet wird u.a. von Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.89,München 13.6.1976
15.06.1976:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Minderheitsgruppe bzw. Montagsfraktion gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 10.3.1976, Apr. 1977) Nr. 2 heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet von Seibel Erwitte.
=Arbeiterstimme Nr.2,Nürnberg 15.6.1976
16.06.1976:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' (RF) Nr.24 (vgl. 9.6.1976, 23.6.1976) heraus und berichtet u.a. von Seibel Erwitte (CPK-Bereich).
=Rote Fahne Nr.24,Köln 16.6.1976
06.09.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.120 (vgl. 23.8.1977, 18.9.1977) heraus. Aus NRW wird u.a. berichtet über Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.120,München 6.9.1977
18.10.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.123 (vgl. 4.10.1977, 1.11.1977) heraus. Eingegangen wird auch auf Seibel Erwitte.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.123,München 18.10.1977
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