AKW Brokdorf
Teil 4: ab dem Sommer 1977

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder

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Während in Brokdorf weiter protestiert wird (vgl. 1.8.1977, 5.8.1977, 9.8.1977), finden Großkundgebungen offenbar nur wenige Fürsprecher (vgl. 12.8.1977, 22.8.1977, 26.8.1977, 2.9.1977), solange der Baustop nicht aufgehoben ist (vgl. 3.9.1977). Der KB grenzt sich ebenso wie diese scharf von KBW und Spontis ab (vgl. 5.9.1977), bereitet lieber die Kalkaraktion (vgl. 24.9.1977) vor, während die ganze Reihe der Anti-AKW-Aktionen offenbar einen wesentlichen Anlass für den CDU-Antrag auf Verbot der K-Gruppen bietet (vgl. 10.10.1977).

Es erfolgt eine Teilgenehmigung für das AKW Brokdorf (vgl. 24.10.1977). Zu den zahlreichen Prozessen und Zahlungsbescheiden wegen der drei ersten großen Brokdorf-Demonstrationen und dem Protest dagegen werden hier bisher nur wenige Hinweise erschlossen (vgl. 14.11.1977, 21.11.1977, 5.12.1977, 19.12.1977, 16.3.1979, 8.5.1979, 19.6.1979).

Die Protestbewegung transformiert sich nun zumindest teilweise auch in erfolgreich parlamentarisch agierende Formationen, nicht zuletzt im Kreis Steinburg, in dem Brokdorf liegt (vgl. 5.3.1978).

Der Weiterbau wird mit einer weiteren Demonstration beantwortet (vgl. 15.1.1980, 21.12.1980), die als erfolgreich beurteilt wird (vgl. 4.1.1981). Es wird umgehend eine weitere Großaktion in Angriff genommen (vgl. 14.2.1981), mit der wohl höchsten Teilnehmerzahl aller Aktionen bisher (vgl. 28.2.1981). Einer ihrer Hauptorganisatoren, der KB aber macht heftige innerorganisatorische Auseinandersetzungen mit seiner Zentrumsfraktion durch, die sich auch an der Frage der Militanz in Brokdorf entzünden (vgl. 16.1.1981), will die Gruppe Z doch offenbar die bundesdeutsche Zukunft offensiv mitgestalten (vgl. 9.6.1981), was ihr durch Integration in die Grünen auch ein Stück weit gelingen wird.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Juli 1977:
Die Kommunistische Gruppe Bochum/Essen (KGB/E) gibt die Nr. 27 ihrer 'Bochumer Arbeiterzeitung' (BAZ - vgl. 25.5.1977, Sept. 1977) heraus mit dem Artikel "'Kapitalfilz'" zur NWK und dem AKW Brokdorf bzw. dem UVB-Ausschluß von Heinz Brandt aus der IGM.
Quelle: Bochumer Arbeiterzeitung Nr. 27, Bochum Juli 1977, S. 1ff

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18.07.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 29 (vgl. 11.7.1977, 25.7.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "Neuer Anlauf, das imperialistische Energieprogramm umzusetzen. Das Finanzkapital ruft, die Bourgeoispolitiker eilen / Die Spaltung durch die Bourgeoisie muß bekämpft werden", in dem auch eingegangen wird auf die AKW Wyhl, Brokdorf, Grohnde, Esensham, Biblis, Philippsburg, Ohu und Gundremmingen, die Atommülldeponie Gorleben, die Marschenkonferenz der BUU und die Kieler BI Kein Kernkraftwerk an der Eckernförder Bucht oder anderswo.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 29, Mannheim 18.7.1977, S. 1f

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25.07.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 30 (vgl. 18.7.1977, 1.8.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. In "Lernen in den Ferien. Jugendlager der KJBs / Politische Kundschaft auf dem Lande" berichten vier Teilnehmer des Zeltlagers in Simonsberg, die in Brokdorf Bauern besuchten.

Aus Wilster wird berichtet in "Arbeitslosengeld gesperrt wegen Weigerung, den KKW-Bauplatz Brokdorf zu bewachen".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 30, Mannheim 25.7.1977, S. 8 und 11

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31.07.1977:
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg-Unterelbe des KBW gibt seine 'Volksmiliz' Nr. 14 (vgl. 16.7.1977, 9.10.1977) heraus mit einem Bild aus Brokdorf.
Q: Volksmiliz Nr. 14, Hamburg 31.7.1977, S. 5

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01.08.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 31 (vgl. 25.7.1977, 8.8.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. Berichtet wird auch:"
Brokdorf / Esensham: Aktionen gegen Durchsetzung des Energieprogramms werden vorbereitet.

Für Ende September will die Finanzbourgeoisie über das Oberverwaltungsgericht Lüneburg den Baustop für das Kernkraftwerk Brokdorf aufheben. Die NWK bereitet die Rückführung der Baumaschinen vor. Stoltenberg hat für seine Polizei für August / September Urlaubssperre angeordnet. Die Marschenkonferenz der Bürgerinitiativen hat Aktionen gegen die Rückführung der Baumaschinen beschlossen. In verschiedenen Bürgerinitiativen wird eine Großkundgebung für Mitte September am Bauplatz vorbereitet."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 31, Mannheim 1.8.1977, S. 9

01.08.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 31 (vgl. 25.7.1977, 8.8.1977) heraus mit dem Leitartikel "Aufruf zum erneuten Angriff auf die Baustelle des KKW Brokdorf" von den KBW-Bezirksleitungen Holstein und Hamburg-Unterelbe.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 31, Hamburg 1.8.1977, S. 1

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05.08.1977:
Heute beginnt das Bewachungslager am AKW-Bauplatz Brokdorf, über das in einer Broschüre "Das Bewachungslager am AKW-Bauplatz Brokdorf 5.8. - 9.8.77. Das Lager konnten sie zerstören, aber der Widerstand ist gewachsen!" des Arbeitskreis Politische Ökologie Hamburg berichtet wird.

Enthalten sind die Abschnitte:"
- "Bericht der Vorbereitungsgruppe";
- "Chronologie der Ereignisse";
- eine Fotodokumentation;
- "Beitrag eines Bauern aus der Wilstermarsch";
- "Bericht von Beteiligten der 2. Treckerdemonstration";
- "Gespräch mit einem Bauern aus der Wilstermarsch und seiner Frau über das Anti-Atomdorf";
- "Wir kommen wieder, wir geben nicht auf…";
- "Erfahrungsbericht eines Neulings aus der Anti-AKW-Bewegung";
- "Zur Arbeit im Lager: es geht auch ohne Anweisungen";
- "Zum Verhalten des KBW und zu unserem Verständnis von Öffentlichkeitsarbeit (ein Lagermitglied berichtet)";
- "Erinnerung an Gespräche mit Leuten aus der Umgebung";
- "Spendenliste und materielle Unterstützung";
- "Brokdorf: der Weiterbau droht, das wollen wir verhindern!";
- "Was ist kriminell? Atomkraftwerke bauen? Oder sie verhindern?";
- "Unsere Antwort auf Malville: Wir verhindern den Bau des AKW Brokdorf" und weitere Flugblätter der BUU Hamburg und des Brokdorflagers;
- Dokumente und Presseartikel; sowie
- "Abrechnung der Lagerkasse".
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie: Das Bewachungslager am AKW-Bauplatz Brokdorf 5.8. - 9.8.77. Das Lager konnten sie zerstören, aber der Widerstand ist gewachsen!, Hamburg o. J. (1977)

08.08.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 32 (vgl. 1.8.1977, 15.8.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "'Drastische Einsparungen, am besten über den Preis'. Neue Manöver zur Durchsetzung des Energieprogramms" zum AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 32, Mannheim 8.8.1977, S. 8

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08.08.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 32 (vgl. 1.8.1977, 22.8.1977) heraus mit dem Leitartikel "Ein Fortschritt im Kampf gegen das KKW Brokdorf, der unbedingt genutzt werden muss" zum Zeltlager am Bauzaun.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 32, Hamburg 8.8.1977, S. 1 und 4

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09.08.1977:
Heute wird das Anti-AKW Dorf in Brokdorf geräumt, in dem sich, laut SAG, 800 AKW-Gegner versammelt haben. Gegen die Teilnehmer ergehen später Leistungsbescheide.

Der KBW (vgl. 15.8.1977) berichtet, dass die Räumung bereits am Montag war.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 33, Mannheim 15.8.1977, S. 9; BUU-Ermittlungsausschuß Info Nr. 2, Hamburg 18.11.1977, S. 9f;Sozialistische Arbeiterzeitung Nr. 28/29, Frankfurt 17.8.1977

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12.08.1977:
Laut KBW (vgl. 15.8.1977), hat in der BUU heute "die Konferenz der Marscheninitiativen gegen den Widerstand des KB beschlossen, zum 3.9. eine Landeskonferenz einzuberufen zur Beschlußfassung über einen erneute Kundgebung am Bauplatz."
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 33, Mannheim 15.8.1977, S. 9

22.08.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 8.8.1977, 29.8.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 34 heraus. Berichtet wird:"
BUU Hamburg: Kampf gegen Weiterbau in Brokdorf

Auf dem Plenum der Unorganisierten und des AK Ökologie wurde am Donnerstag beschlossen, ein Flugblatt der Marschenkonferenz gegen die Rückführung der Baumaschinen abzudrucken, um den Kampf gegen den Weiterbau zu organisieren. Auf dem Plenum des KB Nord wurde beschlossen, Flugblätter vor Hamburger Firmen zu verteilen, die am KKW Brokdorf beteiligt sind. Es wurden erste Adressen veröffentlicht.
Per Tagesordnung wurde dort die Diskussion des Aufrufs zum erneuten Ansturm auf das KKW Brokdorf, den der KBW vorgeschlagen hat, auf den nächsten Donnerstag verschoben. Für den Vorschlag der Kandidatur der BUU zu den Bürgerschaftswahlen hat sich auf beiden Versammlungen niemand eingesetzt."
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 34, Hamburg 22.8.1977, S. 1

26.08.1977:
Marschenkonferenz der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU). Laut KB sind Initiativen aus Uetersen, Wedel, Pinneberg, Elmshorn, Quickborn (2), Heide (2), Glückstadt, Brunsbüttel und Itzehoe anwesend:"
Ein Antrag des KBW, am 17.9. eine Großkundgebung am Bauplatz des AKW Brokdorf durchzuführen, wurde bei nur einer Ja-Stimme und zwei Enthaltungen abgelehnt. Stattdessen sprachen sich die Delegierten für eine Großkundgebung nach Aufhebung des Baustopps aus." Eine Mobilisierung für die Großdemonstration in Kalkar wird beschlossen.
Q: Arbeiterkampf Nr.112,Hamburg 5.9.1977,S.9

29.08.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt eine Bezirksbeilage (vgl. 22.8.1977, 5.9.1977) zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 35 heraus mit dem Leitartikel "Strompreiserhöhung für die Massen - billiger Strom für die imperialistische Expansion" zu den HEW und dem AKW Brokdorf und dem Artikel "Vorbereitung der Landeskonferenz der BUU am 3.9." in Wilster zum AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksbeilage Hamburg-Unterelbe Nr. 35, Hamburg 29.8.1977, S. 17

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September 1977:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr. 8 (vgl. Aug. 1977, Okt. 1977) für September heraus. Der Artikel "Demokratischer Kampf gegen staatlichen Terror – Die Unterdrückung der AKW-Gegner" berichtet über Brokdorf und Grohnde.
Q: Rote Hilfe Nr. 8, Köln Sept. 1977, S. 1f

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02.09.1977:
In Schleswig-Holstein findet die Regionalkonferenz Ostküste der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) statt. Laut KB kamen zu dieser Regionalkonferenz "außer den knapp 20 Delegierten der BI's noch 40 KBWler aus Kiel …, die mit dauernden Unterbrechungen und Geschrei ihre klare Minderheitsposition in allen inhaltlichen Fragen wettzumachen versuchten … Mit einer inhaltlich sehr scharfen Resolution wurde die Hysteriepolitik u.a. des KBW, die moralische Erpressung und das Abenteuertum, das anläßlich der Kampagne zur 'Verhinderung der Rückführung der Baumaschinen' (in Brokdorf,d.Vf.) an den Tag gelegt wird, verurteilt." Eine Mobilisierung für die Großdemonstration in Kalkar (vgl. 24.9.1977) wird beschlossen.
Q: Arbeiterkampf Nr. 112, Hamburg 5.9.1977, S. 9

03.09.1977:
Laut KB "wurde die Landeskonferenz der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) erfolgreich abgeschlossen. Die Delegierten der fünf Regionalverbände der BUU (Marschen, Ostküste, Westküste, Hamburg und Oberelbe) beschlossen in großer Einmütigkeit die volle Mobilisierung der BUU für die Großdemonstration am 24.9. in Kalkar. Einstimmig wurde der Vorschlag angenommen, sofort nach Aufhebung des Baustopps am AKW Brokdorf zu einer Kundgebung aufzurufen. Es wurde ein Koordinationsgremium eingerichtet, das sich aus jeweils drei Vertretern der fünf Regionalverbände zusammensetzt, das im Falle der Aufhebung des Baustopps sofort eine Bundeskonferenz aller Anti-AKW-Initiativen einberufen soll, um die Großkundgebung am AKW Brokdorf vorzubereiten. Mit überwältigender Mehrheit wurde auch die von KBW und den sogenannten Hamburger 'Autonomen' um den Arbeitskreis Politische Ökologie betriebene Phantasterei der 'Verhinderung der Rückführung der Baumaschinen' als abenteuerlich und für die Anti-AKW-Bewegung schädlich zurückgewiesen. Das Bedeutsame an dieser Landeskonferenz in Wilster war, daß erstmals seit der Spaltung der norddeutschen Anti-AKW-Bewegung durch die Itzehoe-Demonstration am 19.2. wieder Vertreter der rechten und gewaltfreien Bürgerinitiativen erschienen waren. Mit dem vollständigen Erscheinen der Delegierten der Westküstenkonferenz ist ein Schritt in Richtung der Überwindung der Spaltung gemacht worden. Auf der anderen Seite brachte die Landeskonferenz eine neue Spaltung in Form der endgültigen Trennung vom KBW, der die Delegierten - ebenso wie auf der Landeskonferenz vom 4.3.1977 – durch massives Herankarren seiner Leute aus dem norddeutschen Raum, durch massive Provokationen bis zu tätlichen Angriffen auf Delegierte etc. zwang, die Landeskonferenz an einem anderen Ort zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Der Auszug aller Delegierten der Landeskonferenz, bis auf fünf Delegierte, die dem KBW nahestehen, zeigt, daß der KBW mit seiner Provokationspolitik kläglich gescheitert ist."

Laut SRK des KBW haben Vertreter aus 23 Initiativen und Stadteilgruppen weiter getagt. Laut KBW geschah die Einberufung seiten der BUU Marschenkonferenz (vgl. 12.8.1977) gegen den Widerstand des KB.
Q: Arbeiterkampf Nr. 112, Hamburg 5.9.1977, S. 9; Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 33 und 37, Mannheim 15.8.1977 bzw. 12.9.1977, S. 9 bzw. S. 5;Volksmiliz Nr. 16, Hamburg 10.9.1977, S. 8

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05.09.1977:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.112 (vgl. 22.8.1977, 19.9.1977) heraus.
Aus Schleswig-Holstein wird u.a. im Artikel "Die Abenteurer pfeifen auf dem allerletzten Loch" über den Kampf gegen das AKW Brokdorf berichtet:"
Derzeit versuchen der KBW und verschiedene Spontis mit viel Gelärme und radikalem Getue, den Eindruck zu erwecken, als würden sie einen erneuten Angriff auf die Baustelle Brokdorf vorbereiten. Nach dem Willen des KBW soll 'ein erfolgreicher Angriff auf die Baustelle im September geführt werden' … In allgemeiner Weise wird dabei davon phantasiert, daß jetzt der Zusammenschluß der Arbeiter und Bauern gegen das KKW Brokdorf hergestellt werden müsse, daß die Arbeiterklasse die Führung im Kampf gegen das KKW Brokdorf übernehmen müsse … Irgendeinen Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit unseres Landes haben diese Phrasen nicht. Sie verdeutlichen nur, wieweit sich der KBW schon in seine eigenen Fieberträume eingesponnen hat. Leider folgen ihm wider besseres Wissen dabei aus opportunistischen Erwägungen auch verschiedene Spontis, insbesondere aus dem Umkreis des sogenannten 'Montagsplenums' in Hamburg. Für jeden denkenden Menschen ist handgreiflich einsichtig, daß es derzeit und in den nächsten Monaten - und der KBW spricht bereits vom September – keinen Zusammenschluß der Arbeiter und Bauern gegen das KKW Brokdorf geben wird. Wahr ist im Gegenteil, daß die Anti-AKW-Bewegung in den letzten Monaten an Rückhalt in der Bevölkerung verloren hat … Dies wissen auch der KBW und die mit ihm verbündeten Spontis, da auf BI-Sitzungen von ihnen selbst durch Umfragen sehr exakt ermittelt wurde, wieviele AKW-Gegner von ihnen derzeit für militante Aktionen … mobilisiert werden können … Obwohl KBW und Spontis in Hamburg ihren schmalen Kräften entsprechend einen Riesenwirbel um das Anti-AKW-Lager am Bauplatz Brokdorf gemacht hatten und dafür voll mobilisiert hatten, … befanden sich bei der Räumung des Lagers durch die Polizei dort gerade 112 AKW-Gegner … Auch die Stimmung der Arbeiter und Bauern ist dem KBW und den Spontis bekannt … In dieser Situation versuchten die Abenteurer vom KBW und unter den Spontis aus der Sackgasse zu kommen, indem sie mit gezielten Falschinformationen z.B. in den Kieler BI's den Eindruck zu erwecken versuchten, daß die Bevölkerung der Marschen unheimlich kampfbereit sei; anderswo berufen sie sich dann wieder auf die Kieler BI's usw. … Hierzu gehört dann auch, daß KBW und Spontis ganz selbstverständlich Etikettenschwindel mit dem Namen der BUU betreiben, daß eine dreiköpfige KBW-Gruppe als Bürgerinitiative firmiert (Heide) oder fünf KBWler als 'BI Quickborn' - obwohl es an diesen beiden Orten weitaus größere aktive BI's gibt, die den Amoklauf des KBW und seiner verbündeten Spontis nicht mitmachen … Man täuscht sich aber, wenn man vielleicht meint, der KBW würde unter 'neuem Angriff' in Wahrheit nur eine friedliche Großkundgebung verstehen. Nein, die KBWler sprechen tatsächlich davon, den Bauplatz stürmen zu wollen: 10 000 AKW-Gegner sowie der vom KBW bis dahin noch rasch herzustellende Zusammenschluß der Volksmassen seien ausreichend, um die Polizeitruppen zu zersetzen. Es versteht sich dabei von selbst, daß der KBW sich in gewohnter Manier auch diesmal nicht an irgendwelche Beschlüsse der Bürgerinitiativen und der Landeskonferenzen zu halten gedenkt, sondern wieder auf Provokation aus ist, wie schon am 19.2. …
Wir lehnen eine Großkundgebung am Bauplatz Brokdorf zum jetzigen Zeitpunkt und vor Aufhebung des Baustopps ab. Zwar sind wir nicht der Meinung, daß generell nicht während des Bestehens eines Baustopps demonstriert werden sollte. In der konkreten Situation jedoch, wo die Bewegung insgesamt geschwächt ist und noch nicht wieder die mobilisierende Kraft hat wie im Frühjahr, könnte unserer Einschätzung nach zur Zeit nur eine Aufhebung des Baustopps als Auslöser für eine angemessene Mobilisierung wirken. In der jetzigen Situation eine Großkundgebung am Bauplatz Brokdorf oder gar einen Angriff auf den Bauplatz zu organisieren, ist die Fortsetzung der mit den 'Alarm'-Spielen und der sogenannten 'Verhinderung der Rückführung der Baumaschinen' begonnenen Linie: Unzweckmäßige Abnutzung und Ermüdung der Kräfte vor der Entscheidungsschlacht, statt Konzentration der Kräfte auf die politische Massenarbeit und den politischen Wiederaufbau einer Massenfront gegen das geplante AKW-Brokdorf. Wir glauben nicht, daß eine vierte Brokdorf-Aktion Mitte September, wie sie vom KBW und den mit ihm verbündeten 'Spontis' gefordert wird, und die derzeit unserer Einschätzung nach nur eine Demonstration der Schwäche sein könnte, bessere Voraussetzungen für eine fünfte Aktion schaffen würde. Im Gegenteil. Die Forderung des KBW und der mit ihm verbündeten 'Spontis' nach einem neuen Angriff auf den Bauplatz Mitte September muß auf der Landeskonferenz der BUU zurückgewiesen werden."
Q: Arbeiterkampf Nr.112,Hamburg 5.9.1977

05.09.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 36 (vgl. 29.8.1977, 12.9.1977) heraus mit dem Artikel "Landeskonferenz der BUU in Wilster" am 3.9.1977, auf dieser konnte die "Bewegung gegen das KKW-Brokdorf einen Befreiungsschlag landen gegen den Opportunismus", da der KB ausgeschlossen wurde.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 36, Hamburg 5.9.1977, S. 19

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16.09.1977:
Auf dem heute beginnenden zweitägigen a.o. Hamburger SPD-Landesparteitag redet Helmut Schmidt, laut KBW (vgl. 26.9.1977), auch über AKWs.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 39, Mannheim 26.9.1977, S. 8

24.09.1977:
Laut KB demonstrieren gegen den geplanten 'Schnellen Brüter' (AKW) in Kalkar ca. 50 000 Menschen:"
Diese Demo ist der bisher größte Mobilisierungs-Erfolg der westdeutschen AKW-Gegner. Er überbot alle bisher dagewesenen nationalen Groß-Kundgebungen in der BRD. Nach Kalkar waren sogar noch mehr Demonstranten gekommen (bzw. wollten kommen) als seinerzeit am 19. Februar nach Brokdorf und Itzehoe zusammen. Dieser Erfolg ist dem zustandegekommenen breiten Bündnis von AKW-Gegnern unterschiedlichster politischer und ideologischer Grundrichtung geschuldet."
Q: Arbeiterkampf Nr.114,Hamburg 3.10.1977,S.9f

26.09.1977:
Laut KB "konnte sich Niedersachsens Ministerpräsident Albrecht (CDU) einen schon seit Monaten gehegten Traum erfüllen: Auf einer Pressekonferenz gab er bekannt, daß die CDU im Bundesrat einen Verbotsantrag gegen die K-Gruppen, den KBW, die KPD, die KPD/ML und den KB einbringen wolle. So sei es vom Bundesvorstand der CDU beschlossen. Die CDU rechne auf eine Mehrheit für diesen Verbotsantrag im Bundesrat" (vgl. 27.9.1977).

Die KPD fordert in einem auch als Flugblatt in NRW (vgl. 3.10.1977) verbreiteten Artikel ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 28.9.1977):"
WEG MIT DEN VERBOTSDROHUNGEN!

Die Lage in unserem Land ist auch dadurch gekennzeichnet, daß mit der sich verschärfenden wirtschaftlichen Krise, mit den sich verschlechternden Lebensbedingungen der Werktätigen, mit der sich verstärkenden politischen Unterdrückung der Widerstand von Teilen der Arbeiterklasse und des Volkes zugenommen hat. Die Marxisten-Leninisten haben stets an diesen Kämpfen teilgenommen, sie haben entschlossen wirtschaftliche und politische Forderungen der Arbeiterklasse und des Volkes unterstützt; z.B. die August-Streiks 1973, den Druckerstreik (der DruPa - vgl. Apr. 1976,d.Vf.) und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit entschieden unterstützt und dabei die Notwendigkeit des Sturzes der Ausbeuterklasse propagiert. Sie haben auch im Kampf gegen das Atomprogramm (AKW,d.Vf.) der Schmidt-Regierung wirkungsvolle Organisationsarbeit geleistet und zum Gelingen großer Protestdemonstrationen beigetragen, wie z.B. in Brokdorf (vgl. 19.2.1977,d.Vf.) und Kalkar (vgl. 24.9.1977,d.Vf.)."
Q: Rote Fahne Nr. 39, Köln 28.9.1977, S.*; KPD-ZK: Aufruf zur Kundgebung am 8.10. auf dem Rathausplatz in Bonn, Köln o.J. (Okt. 1977),S.1f

26.09.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 39 (vgl. 19.9.1977, 3.10.1977) in einer Ausgabe Nord heraus. In "Spaltungsmanöver der Bourgeoisie / Die Massen bereiten sich auf neue Kämpfe gegen das imperialistische Energieprogramm vor" berichtet der Bezirk Hamburg-Unterelbe vom AKW Brokdorf über die Aktionen gegen die Baumaschinen bzw. einen Propagandamarsch des KBW mit BIs aus Schleswig-Holstein am letzten Wochenende sowie vom Hamburger SPD-Landesparteitag (vgl. 16.9.1977).
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 39, Mannheim 26.9.1977, S. 8

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26.09.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 39 (vgl. 19.9.1977, 3.10.1977) heraus mit dem Artikel "Die Volksmassen vom Niederrhein kämpfen gegen den 'schnellen Brüter' in Kalkar, so wie die Arbeiter und Bauern in Hamburg und Schleswig-Holstein gegen den Bau des KKW Brokdorf".
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 39, Hamburg 26.9.1977, S. 17

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Oktober 1977:
Im Oktober erscheint die 'Rote Hilfe' Zeitung der RHD Nr. 9 für Oktober / November (vgl. Juni 1977). Berichtet wird aus Itzehoe von einem Prozess wegen dem Protest gegen das AKW Brokdorf.
Q: Rote Hilfe Nr. 9, Dortmund Okt. / Nov. 1977, S. 12f

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07.10.1977:
In der Wilster Marsch findet, laut EA der BUU Hamburg, eine Razzia in allen Höfen und anderen Grundstücken um das AKW Brokdorf herum statt.
Q: BUU-Ermittlungsausschuß Info Nr. 1, Hamburg 12.10.1977, S. 21

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10.10.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 41 (vgl. 3.10.1977, 17.10.1977) heraus mit dem Artikel "Gegen das Anhörungsverfahren in Schleswig - eine erneute Großkundgebung vorbereiten" mit einem Aufruf zur Kundgebung und Demonstration in Brokdorf am 15.10.1977.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 41, Hamburg 10.10.1977, S. 20

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17.10.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 42 (vgl. 10.10.1977, 24.10.1977) heraus mit dem Leitartikel "Das weiß man jetzt, wenn das Urteil des OVG Lüneburg bekannt wird: Ein neuer Angriff ist nötig und möglich. Nieder mit dem imperialistischen Energieprogramm! Kein Kernkraftwerk in Brokdorf!" zur verbotenen Kundgebung am 15.10.1977, an der 450 teilnahmen und dem Artikel "Schulbehörde verbietet das Tragen von Anti-AKW-Plaketten - Schüler und Lehrer schließen sich dagegen zusammen" zum Brief der Schulbehörde an die GEW.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 42, Hamburg 17.10.1977, S. 1

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24.10.1977:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr. 43 (vgl. 17.10.1977, 31.10.1977) in einer Ausgabe Nord heraus mit dem Artikel "Brokdorf-Urteil: Präzisierung der Durchsetzung des Energieprogramms", der sich dagegen wendet, diese Teilgenehmigung und ansonsten Abhängigmachung vom Beginn der Zwischenlagerung seitens der Bundesregierung als Verlängerung des Baustops zu sehen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ausgabe Nord Nr. 43, Mannheim 24.10.1977, S. 2

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24.10.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 43 (vgl. 17.10.1977, 31.10.1977) heraus mit dem Artikel "Alle drei bürgerlichen Parteien sind für das Energieprogramm der Bundesregierung und des Hamburger Senats" zum Urteil des OVG Lüneburg über den Baustop des AKW Brokdorf
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 43, Hamburg 24.10.1977, S. 20

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14.11.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 46 (vgl. 7.11.1977, 21.11.1977) heraus mit einem Bericht über die Zahlungsbescheide wegen der Anti-AKW-Demonstrationen in Brokdorf und Grohnde.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 46, Hamburg 14.11.1977, S. 17

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15.11.1977:
Der AB gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.125 (vgl. 1.11.1977, 29.11.1977) heraus und berichtet u.a. vom AKW Brokdorf.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.125,München 15.11.1977

21.11.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 47 (vgl. 14.11.1977, 28.11.1977) heraus mit dem Leitartikel "Weg mit den Zahlungsbescheiden! Für uneingeschränkte Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit! Weg mit dem imperialistischen Energieprogramm!" zu den Bescheiden gegen etwa 100 Demonstranten in Brokdorf und Grohnde.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 47, Hamburg 21.11.1977, S. 17

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05.12.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 49 (vgl. 28.11.1977, 12.12.1977) heraus mit den Artikeln "Alle zur Demonstration gegen die Leistungsbescheide am 10.12. in Itzehoe, 10 Uhr" zur Einreichung der Widersprüche dagegen durch Demonstranten gegen das AKW Brokdorf und "Bürgerliche Ideologie im Marx-Pelz zur Durchsetzung des imperialistischen Energieprogramms. Carl Amery in der 'Druck und Papier', wobei auch auf den Widerstand gegen das AKW Brokdorf in der Hamburger DruPa hingewiesen wird.
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 49, Hamburg 5.12.1977, S. 17 und 19

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19.12.1977:
Der Bezirk Hamburg-Unterelbe des KBW gibt einen Bezirksteil zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 51 (vgl. 12.12.1977, 26.12.1977) heraus mit dem Artikel "KB Nord: 'Jetzt mit Volldampf in die Wahlen'" zur Rolle des KB in der Anti-AKW-Bewegung u.a. zu Brokdorf bzw. zum Bürgerschaftswahlkampf. Gefordert wird:"
Die Strafanzeige gegen den Kernenergiegegner R. E. gehört zurückgenommen

Am 15.12.1977 wurde im Plenum der BUU-Hamburg eine Erklärung an die FDP einstimmig verabschiedet, in der diese aufgefordert wird, die Strafanzeige gegen R. E., einen Gegner des Kernenergieprogramms der Bundesregierung, zurückzuziehen. er hatte vom Gericht einen Strafbescheid über 225 DM plus ca. 30 DM Gebühren erhalten, weil er angeblich ein Plakat der FDP, das zu einer Veranstaltung mit einem FDP-Minister zur Propagierung des Kernenergie-Programms aufrief, mit dem Aufruf der Landeskonferenz der Bürgerinitiativen vom 6.2.1977 in Wilster überklebt haben soll (Aufruf zur Demonstration gegen das AKW Brokdorf am 19.2.1977). Der Aufruf wurde am 16.12. von fünf AKW-Gegnern dem FDP-Geschäftsführer Hinnerk Fock (hatte die Anzeige gestellt) übergeben. Das Gericht hat das Verfahren eingestellt; die Begründung ist bisher nicht bekannt."
Q: Kommunistische Volkszeitung Bezirksteil Hamburg-Unterelbe Nr. 51, Hamburg 19.12.1977, S. 17 und 20

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Januar 1978:
Im Verlag Roter Morgen der KPD/ML erscheint die Broschüre "Der Tag wird kommen… Reportagen, Berichte, Korrespondenzen. Beiträge zum Artikelwettbewerb 'der 'Rote Morgen' gibt die Wahrheit wieder'" mit dem Beitrag "Körperbehinderte - vom Kapitalismus hervorgebracht und abgeschoben…" aus einem Heim für körperbehinderte Kinder, in dem alle Mitarbeiter gegen das AKW protestierten.
Q: Der Tag wird kommen. Reportagen, Berichte, Korrespondenzen, Dortmund 1978, S. 54ff

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Februar 1978:
Die Gruppe Arbeiterstimme-Minderheitsgruppe bzw. Montagsfraktion gibt ihre 'Arbeiterstimme' (ARSTI - vgl. 28.11.1977) Nr. 3/4 für 1977, laut der Mehrheitsgruppe (vgl. 6.3.1978), erst im Februar 1978 heraus und darin ihre Umbenennung in 'Unser Weg' bekannt. Berichtet wird u.a. über Anti-AKW-Bürgerinitiativen (BIs) bzw. Proteste in Brokdorf.
Q: Arbeiterstimme Nr.1/2 bzw. 3/4,Nürnberg 6.3.1978 bzw. Nürnberg 1977

März 1978:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr. 1 (vgl. Dez. 1977, Apr. 1978) für März heraus. Von der "Verfolgung der AKW-Gegner" wird auch berichtet über Brokdorf, auch über Jens Scheer.
Q: Rote Hilfe Nr. 1, Köln März 1978, S. 7 und 26

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05.03.1978:
Laut KB erreichen Grüne Listen bei den Kommunalwahlen (KW) in Schleswig-Holstein einige Erfolge. In Husum erreicht eine Grüne Liste ca. 7%, im Kreis Nordfriesland 6%. Auch im Kreis Steinburg (Brokdorf) gewinnt eine Grüne Liste mit 6,6,% Sitze im Rat.
Q: Arbeiterkampf Nr.124 und 260,Hamburg 6.3.1978 bzw. 1.7.1985,S.1 bzw. S.7

Mai 1978:
In Hamburg gibt die KPD/ML vermutlich im Mai die Flugschrift "Bonzen + Bossen einen Schuß vorn Bug. Wählt KPD/ML" zur Bürgerschaftswahl heraus mit Berichten aus Brokdorf (vgl. 13.11.1976, 19.2.1977).
Q: KPD/ML: Bonzen + Bossen einen Schuß vorn Bug. Wählt KPD/ML, Hamburg o. J. (1978), S. 17

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Juni 1978:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr. 3 (vgl. Apr. 1978, Sept. 1978) für Juni heraus, aufgerufen wird zur "Solidarität mit Jens Scheer", der wegen der Brokdorfaktionen angeklagt wird, sich aber auch in Kalkar (vgl. 24.9.1977) beteiligte.
Q: Rote Hilfe Nr. 3, Köln Juni 1978, S. 13f

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September 1978:
Die Rote Hilfe (RH) e.V. der KPD gibt ihre Zeitschrift 'Rote Hilfe' Nr. 4 (vgl. Juni 1978) für September heraus. Berichtet wird über Prozesse gegen AKW-Gegner wegen der Aktionen in Brokdorf und Grohnde. Es erscheint dazu auch der Artikel von Helmut Ostermeyer, Bielefeld: "Atomjustiz".
Q: Rote Hilfe Nr. 4, Köln Sept. 1978, S. 17ff

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01.11.1978:
Zum heute am Landgericht Flensburg beginnenden Prozess gegen C. U. Monica, presserechtlich Verantwortlicher des Soldaten- und Reservistenkomitees (SRK) Flensburg/Westküste des KBW gibt dieses SRK gemeinsam mit dem SRK Holstein die Broschüre "Sofortige Einstellung der Strafprozesse gegen Mitglieder des Soldaten- und Reservistenkomitees" heraus mit dem Abschnitt "'…Beantrage ich zum Beweis dafür…' Beweisführung der Rechtsanwälte zu den Aussagen der Volksmiliz", wobei auch eingegangen wird auf "Die Einsatzplanung von Bundeswehreinheiten am 19.2.77 in Brokdorf" u.a. über die Übung der Hubschrauberstaffel 6 Hungriger Wolf und von Einheiten des San.Btl 6 Itzehoe.
Q: SRKs Flensburg-Westküste und Holstein: Sofortige Einstellung der Strafprozesse gegen Mitglieder des Soldaten- und Reservistenkomitees, O. O. o. J. (1978), S. 17f

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16.03.1979:
Laut KB "begann in Bremen vor dem Landgericht der erste Prozeß gegen den Atomphysiker und KPD-Mitglied Jens Scheer. Gegenstand des Verfahrens ist die dritte Demonstration gegen das AKW-Brokdorf am 19.2.1977. In diesem Zusammenhang wird ihm vorgeworfen, auf einer Veranstaltung der Kölner Bürgerinitiative am 5.2.1977 dazu aufgerufen zu haben, nicht in Itzehoe, sondern in Brokdorf zu demonstrieren. … Diesem Prozeß kommt auch deshalb besondere Bedeutung zu, weil Jens Scheer am 8.5.1977 in Itzehoe zusammen mit Uli Lenze (ebenfalls KPD) der Prozeß wegen angeblicher Rädelsführerschaft bei der 2. Brokdorf-Demo gemacht werden soll." Laut KB wird Scheer, vermutlich noch im März, "nach vier Verhandlungstagen von der Großen Strafkammer III des Bremer Landgerichts freigesprochen".
Q: Arbeiterkampf Nr.150 und 151,Hamburg 19.3.1977 bzw. 2.4.1977,S.3 bzw. S.6

08.05.1979:
Laut KB beginnt vor dem Landgericht Itzehoe der AKW 'Brokdorf-Rädelsführer-Prozeß' gegen Uli Lenze und Jens Scheer (beide Mitglieder der KPD):"
Beide sind angeklagt, bei der zweiten großen Demonstration gegen das geplante Atomkraftwerk Brokdorf am 13.11.76, an der sich etwa 35 000 Menschen beteiligt hatten, schweren Landfriedensbruch begangen und als Rädelsführer den Sturm auf den Bauzaun organisiert zu haben. Außerdem sollen sie auf Veranstaltungen der KPD und von Bürgerinitiativen sowie in Flugblättern zur Besetzung des Bauplatzes aufgerufen haben."
Q: Arbeiterkampf Nr.154,Hamburg 28.5.1979,S.14

19.06.1979:
Laut KB "ging die Prozeß-Farce in Itzehoe gegen Jens Scheer und Ulli Lenze mit den fälligen Freisprüchen für beide zuende. Wie berichtet, waren sie angeklagt worden, am 13. November 1976 zum Sturm auf den Bauplatz (des AKW, d.Vf.) in Brokdorf aufgerufen zu haben".

Die KPD gab dazu das Flugblatt "Solidarität mit den angeklagten Jens Scheer und Ulli Lenze im Brokdorf II Strafprozeß! Weg mit dem Berufsverbot gegen Prof. Jens Scheer!" heraus, das uns in einer dritten Auflage vom 15.6.1979 vorlag und zu einer Veranstaltung des Arbeitskreis Brokdorf in Wilster einlädt.
Q: Arbeiterkampf Nr. 156, Hamburg 25.6.1979, S. 16;; KPD: Solidarität mit den angeklagten Jens Scheer und Ulli Lenze im Brokdorf II Strafprozeß! Weg mit dem Berufsverbot gegen Prof. Jens Scheer!, 3. Aufl., Hamburg 15.6.1979

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23.12.1979:
Am AKW Brokdorf kommt es zu Protesten.
Q: 1984, Itzehoe Dez. 1980, S. 10

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03.03.1980:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose geben erstmals ihre Zeitung '1984 – Verhindert den totalen Staat!' (vgl. Nov. 1980) heraus. Die Auflage wird mit 32 000 angegeben. Enthalten ist eine Erklärung zum Brokdorf-Prozess.
Q: 1984 Nr. 1, Itzehoe 2.3.1980

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14.09.1980:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) führt in Wilster das fünfte Unterelbetreffen mit 85 Vertretern aus 26 BIs durch zum Aktionstag am AKW Brunsbüttel (vgl. 4.10.1980) und der unterstützten zentralen Demonstration in Hildesheim gegen das NATO-Manöver (vgl. 20.9.1980). Das AKW Stade wird als das gefährlichste erachtet.
Q: 1984, Itzehoe Nov. 1980, S. 15

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26.10.1980:
Am AKW Brokdorf wird in der Nacht zu heute ein Kranz aus Stacheldraht zum Gedenken an den Baubeginn vor vier Jahren niedergelegt, woran BUU Itzehoe und vermutlich auch die BUU Neumünster beteiligt sind. An einem Polizeibus wird ein Reifen zerstochen.
Q: 1984, Itzehoe Dez. 1980, S. 21

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November 1980:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose berichten aus Hamburg vom Prozess gegen einen Glückstädter wegen dem 1. Mai 1980.
Q: 1984, Itzehoe Dez. 1980, S. 24

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November 1980:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose geben ihr Rundschreiben '1984 – Verhindert den totalen Staat!' (vgl. 3.3.1980, Dez. 1980) heraus. Berichtet wird auch vom AKW Brokdorf. Enthalten ist auch die Pressemitteilung zum AKW Brokdorf "Ohne Widerstand – keine zaunfreie Zukunft".
Q: 1984, Itzehoe Nov. 1980, S. 19 und 36

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15.12.1980:
Der KB gibt seinen 'Arbeiterkampf' (AK) Nr.191 (vgl. 1.12.1980, 5.1.1981) heraus. Aus Schleswig-Holstein wird aufgerufen zur Anti-AKW Demonstration in Brokdorf (vgl. 21.12.1980).
Q: Arbeiterkampf Nr.191,Hamburg 15.12.1980

21.12.1980:
Der KB rief am 15.12. unter dem Titel "Brokdorf: Demonstration am 21. Dezember gegen Weiterbau" u.a. auf:"
Es ist wieder soweit: Auf Empfehlung des Bundesinnenministeriums soll das Atomkraftwerk in Brokdorf Anfang des kommenden Jahres weitergebaut werden. Nachdem Bonn 'grünes' Licht gegeben hat, ist kaum daran zu zweifeln, daß die Landesregierung von Schleswig-Holstein die zweite Teilerrichtungsgenehmigung absegnen wird. Brokdorf soll nach den Plänen der Herrschenden den großen Durchbruch bei der Verwirklichung des weitreichenden Atomprogramms bringen. Gelingt es der Atom-Mafia hier, die Gegner von Atomenergie und Atomrüstung einzuwickeln oder zu schlagen, so werden in schneller Folge weitere 'auf Eis' liegende Bauvorhaben in Gang gesetzt. Brokdorf - das war aber auch der Ausgangspunkt einer Massenbewegung von Atomkraft-Gegnern, die jetzt wieder aufgerufen sind, Widerstand zu leisten."

Der Aufruf endet mit der Parole:
"Kommt alle zum Bauplatz in Brokdorf!"

Laut KB kommen etwa 10 000 Menschen. Berichtet wird auch durch die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose (vgl. Jan. 1981).
Q: Arbeiterkampf Nr.191 und 192,Hamburg 15.12.1980 bzw. 5.1.1981,S.1 bzw. S.1; 1984, Itzehoe Jan. 1981, S. 1ff

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04.01.1981:
Laut KB treffen sich in Kollmar ca. 150 Mitglieder aus 40 Anti-AKW BI's, um die Demo in Brokdorf am 21.12.1980 auszuwerten "und das weitere Vorgehen zu diskutieren … Anwesend waren u.a.: die BI's der Wilstermarsch, die Kläger, Initiativen aus fast allen schlewig-holsteinischen Städten, beide Hamburger Plena, BBA (Bremen,d.Vf.), Die Grünen, Z, DKP, KBW, Hannoveraner, AK Göttingen, AKU Bonn. Bis auf wenige Ausnahmen wurde die Aktion als sehr erfolgreich eingeschätzt, die Gründe wurden gesehen in der großen Teilnehmerzahl, und der Tatsache, daß alle Widerstandsformen akzeptiert wurden und daß keine Distanzierungen erfolgten".
Q: Arbeiterkampf Nr.192,Hamburg 5.1.1981,S.1

02.02.1981:
Zum heutigen Hamburger Sonderparteitag der SPD organisieren die AKW-Gegner zunächst dezentrale Aktionen in Altona, Eimsbüttel und an der Hammer Kirche, die ca. 200 Teilnehmenden treffen sich später am Gerhart-Hauptmann-Platz. Die Gewaltfreie Aktion und Kirchliche Mitarbeiter, die sich an der Hammer Kirche getroffne hatten ziehen mit Blechmusik zum Besenbinderhof, wo die SPD tagt.

Ab der Moorweide beginnt trotz Verbot für die Innenstadt eine Demonstration mit rund 10 000 Leuten, die aber nicht in die Innenstadt gelangt, die Jusos schließen sich mit rund 2 000 Leuten an. Nach der Abschlusskundgebung auf dem Hansaplatz ziehen noch rund 5 000 zum Besenbinderhof. es kommt die ganze Zeit über immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Festnahmen sowie zu Sachbeschädigungen.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 3ff

03.02.1981:
Die heutige Versammlung der Kieler AKW-Gegner ruft, laut BUU Hamburg (vgl. 8.2.1981) zur Demonstration am Bauplatz des AKW Brokdorf am 28.2.1981 auf.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 8

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05.02.1981:
Die BUU Hamburg berichtet über Aktionen gegen den Weiterbau des AKW Brokdorf:"
Hamburg. Am Morgen des 5.2. blockierten AKW-Gegner der Gewaltfreien Aktion, der Kirchlichen Mitarbeiter und der Strompreisboykott-Initiativen Eingänge und Parkplätze der HEW-Zentrale in der City-Nord. Die PKWs mußten außerhalb der Parkplätze abgestellt werden. Die HEW-Mitarbeiter zeigten sich zum größten teil aufgehetzt und liefen über die am Boden liegenden Menschen. Die Aktion dauerte ca. 1 1/2 Stunden."
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 7

06.02.1981:
Die BUU Hamburg berichtet über Aktionen gegen den Weiterbau des AKW Brokdorf:"
Hameln. Unter Hinweis auf den Weiterbau in Brokdorf zersplitterten in der Nacht zum 6.2. die Schaufensterscheiben eines Info-Pavillons der Wesertal GmbH (Mitbetreiber des AKW-Grohnde)."
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 7

06.02.1981:
Die BUU Hamburg berichtet über Aktionen gegen den Weiterbau des AKW Brokdorf:"
Brokdorf. Am Morgen, des 6.2. versammelten sich 100 AKW-Gegner aus Hamburg am Haupttor des Brokdorfer Bauplatzes, um den Weiterbau zu behindern. Die Gewaltfreie Aktion, die Kirchlichen Mitarbeiter und die Strobos hatten zu dieser Aktion aufgerufen. Außer zwei Schwertransporten, die schon sehr früh den Bauplatz erreicht hatten, mußten alle übrigen Fahrzeuge vor den Toren warten. Die AKW-Gegner verteilten Flugblätter und protestierten mit Liedern, transparenten und Parolen. nach 2 Stunden wurden die Demonstranten von Polizisten weggetragen, wobei allerdings einige mehrfach weggezogen wurden, weil sie sich immer wieder vor das Tor setzten.
Nach dieser Aktion legten AKW-Gegner aus der Wilster Marsch einen Kranz vor dem Tor nieder, um auf diese Weise ihren Protest auszudrücken."
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 7

07.02.1981:
Die BUU Hamburg berichtet über Aktionen gegen den Weiterbau des AKW Brokdorf:"
Kiel. Am Samstag, 7.2. nahmen trotz kurzfristiger Mobilisierung 200 bis 300 Menschen an einer Protestkundgebung, zu der alle 6 Kieler BIs aufriefen, in der Innenstadt teil. Dabei versuchten 15 weißgeschminkte AKW-Gegner, die sich zusammengekettet hatten, die Fußgängerstraße zu blockieren. Eine spontan durchgeführte Demonstration durch die Holstenstraße (Haupteinkaufsstraße) stieß auf reges Interesse."
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981), S. 7

08.02.1981:
Eventuell noch heute erscheint von der BUU Hamburg das 'Brokdorf-Info' Nr. 1 (vgl. 15.2.1981), das zum Vorbereitungstreffen am 14.2.1981 und zur Demonstration am Bauplatz des AKW am 28.2.1981 aufruft.

Die Geschichte des Protestes wird geschildert im Artikel "6 Jahre 'Kein AKW in Brokdorf'", die Positionen im DGB stellt der Artikel "Hamburger Gewerkschaften zu Brokdorf" dar.

Berichtet wird über die Hamburger Brokdorfdemonstration am 2.2.1981, sowie in "Jusos, DKP und Anhang drehen durch" über die Distanzierungen dieser von den militanten AKW-Gegnern. Über Proteste gegen den Brokdorf-Weiterbau wird auch berichtet aus Brokdorf (vgl. 6.2.1981), Hamburg (vgl. 5.2.1981), Hameln (vgl. 6.2.1981) und Kiel (vgl. 7.2.1981).

Dokumentiert wird auch der Aufruf der Versammlung der Kieler AKW-Gegner vom 3.2.1981 zum Bauplatz.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 1, Hamburg o. J. (1981)

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12.02.1981:
Auf der Vollversammlung der Bremer Bürgerinitiative gegen Atomanlaagen (BBA) beschließen, laut BUU Hamburg (vgl. 15.2.1981), 700 Leute am 28.2.1981 Bauplatz des AKW Brokdorf zu demonstrieren, vier stimmen dagegen.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 2, Hamburg o. J. (1981), S. 1

13.02.1981:
In Bremen demonstrieren, laut BUU Hamburg (vgl. 15.2.1981), 2000 Leute unangemeldet gegen den Weiterbau des AKW Brokdorf.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 2, Hamburg o. J. (1981), S. 1

14.02.1981:
Laut KB "einigten sich 500 AKW-Gegner aus allen Teilen der BRD und aus allen Strömungen der Anti-Atom-Bewegung endgültig darauf, zu einer internationalen Großdemonstration am 28.Februar am Bauplatz in Brokdorf aufzurufen … Trotz Meinungsverschiedenheiten bleibt es dabei, daß zu einer Großdemonstration aufgerufen wird - allerdings mit unterschiedlichen Aufrufen. So werden KBW, GIM, DKP, SDAJ, Grüne Baden-Württemberg, BBU-Vorstand und einige AKL-Gruppen in ihrem Aufruf das Konzept der reinen politischen Kundgebung betonen".
Q: Arbeiterkampf Nr.195,Hamburg 16.2.1981,S.3

15.02.1981:
Vermutlich frühestens heute erscheint von der BUU Hamburg das 'Brokdorf-Info' Nr. 2 (vgl. 8.2.1981, 18.2.1981), das vom Vorbereitungstreffen am 14.2.1981 berichtet, aber auch aus Bremen (vgl. 12.2.1981, 13.2.1981). Angekündigt werden ein autonomer Radiosender für den 20.2.1981 sowie Treffen des Verkehrsausschuss am 21.2.1981, des Ermittlungsausschuss am 18.2.1981, der Mediengruppe am 21.2.1981 und des Koordinierungstreffens am 21.2.1981 in Heiligenstedten.
Q: BUU Hamburg: Brokdorf-Info 2, Hamburg o. J. (1981)

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16.02.1981:
Der KB befaßt sich heute mit der von ihm abgespaltenen Gruppe Z, die derzeit "um Abgrenzung von militanten Aktionen bemüht" sei. Dies ließ sich "erstmals anläßlich der 'Hamburger Anti-Strauß-Demonstration' (26.8.1980) vermuten: Während mehrere tausend Menschen trotz Verbot demonstrierten, hatten Gruppe Z und Grüne Partei als einzige zu einer Fahrraddemonstration aufgerufen, an der sich nicht mehr als einige Dutzend Zler und andere grüne Partei-Aktivisten beteiligten … Nächste Situation: In Schleswig-Holstein unterstützte die Gruppe Z eine Distanzierungserklärung gegen zwei Anschläge im Zusammenhang mit Brokdorf … Das Dilemma der Gruppe Z besteht aber darin, daß die objektiven Chancen für einen Distanzierungskurs heute insgesamt gesehen überhaupt nicht günstig sind, sondern sich in dem Maße verschlechtern, wie die spontanen Bewegungen die Gewaltfrage ganz praktisch beantworten - wie in Westberlin, Göttingen, Hamburg, Frankfurt usw. Aus der Einsicht in diese Realität erklärt sich die Zaghaftigkeit, mit der die Gruppe Z bisher ihre tatsächlichen Anschauungen zur Gewaltfrage zurückhält oder nur stückchenweise und taktisch dosiert preisgibt".
Q: Arbeiterkampf Nr.195,Hamburg 16.2.1981,S.47

28.02.1981:
Zur heutigen internationalen Großdemonstration gegen das AKW Brokdorf wurde, laut KB, u.a. durch eine bundesweite Anti-AKW-Konferenz (vgl. 14.2.1981) aufgerufen. Laut KB demonstrieren ca. 100 000 Menschen in und um Brokdorf.
Q: Arbeiterkampf Nr.195 und 196,Hamburg 16.2.1981 bzw. 2.3.1981,S.3 bzw. S.1

09.06.1981:
Laut einem heutigen Bericht des KB spricht sich die Gruppe Z angesichts des Rücktritts des Hamburger Bürgermeisters Klose für Neuwahlen aus. Dabei soll sie von der Einschätzung ausgehen, durch verschiedene Kampagnen für verstärkten außerparlamentarischen Druck zu sorgen (eine AKW-Brokdorf-Demonstration, verstärkte Hausbesetzungsaktionen etc.):"
Dies Projekt stieß außerhalb der Z bislang auf wenig Gegenliebe … Mißtrauen gegenüber dem Neuwahlen-Projekt der Z scheint auch angebracht angesichts der rage, wer in der alternativen Wahlbewegung derzeit ein Interesse an vorgezogenen Wahlen haben kann, wenn nicht diejenigen, die über ihre feste Position bei den Grünen schon in der Vergangenheit lauthals ihren Führungsanspruch für eine alternative Wahlliste proklamiert haben."
Q: Arbeiterkampf Nr.203,Hamburg 9.6.1981,S.15

16.06.1981:
In Itzehoe finden bei sieben Personen Hausdurchsuchungen statt nach §129, 129a wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung in Form der Bewegung Weiße Rose und der mit ihr verwobenen Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe.

Diese Gruppen berichtend darüber vermutlich umgehend in einem Flugblatt.
Q: BUU Itzehoe / Bewegung Weiße Rose: Der Kampf geht weiter!, Itzehoe o. J. (1981)

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28.02.1981:
Zur heutigen internationalen Großdemonstration gegen das AKW Brokdorf wurde, laut KB, u.a. durch eine bundesweite Anti-AKW-Konferenz (vgl. 14.2.1981) aufgerufen. Laut KB demonstrieren ca. 100 000 Menschen in und um Brokdorf.

Aufgerufen wurde auch durch die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose. Sie berichten darüber auch in ihrem Rundschreiben vom März 1980, zu dem uns bisher nur die Werbung vorlag.

Vom Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V. wird eine Demonstrationsbeobachtung durchgeführt und darüber im März ein Bericht veröffentlicht.
Q: Arbeiterkampf Nr.195 und 196,Hamburg 16.2.1981 bzw. 2.3.1981,S.3 bzw. S.1; BUU Itzehoe / Bewegung Weiße Rose: Brokdorf 28. Februar 81 11 Uhr Grossdemonstration am Bauplatz, Itzehoe o. J. (1981);BUU Itzehoe / Bewegung Weiße Rose: Liebe AKW Gegner/Innen, Itzehoe o. J. (1981);Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.: Bericht über Brokdorf am 28.2.1981 – das Demonstrationsrecht ist unverkürzt zu erhalten, Sensbachtal März 1981

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15.08.1981:
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose (BWR) riefen für heute auf zur Demonstration "Sofortige Freilassung von Michael Duffke! Kein Staatsterror gegen BUU Itzehoe und Bewegung Weiße Rose" aber auch gegen das AKW Brokdorf um 10 Uhr ab Holstein-Center, Itzehoe.

Ein gemeinsamer Aufruf ergeht von BUU / BWR sowie dem AK gegen Kernenergie Elmshorn, UBUS Schleswig, AK Politische Ökologie Hamburg, BI Schulterblatt Hamburg und BIU Neumünster.
Q: BUU Itzehoe / Bewegung weiße Rose: Sofortige Freilassung von Michael Duffke! Kein Staatsterror gegen BUU Itzehoe und Bewegung Weiße Rose, Itzehoe o. J. (1981); BUU Itzehoe / Bewegung weiße Rose u.a.: Sofortige Freilassung von Michael Duffke!, o. O. o. J. (1981)

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26.09.1981:
Zur Brokdorf-Demonstration in Itzehoe riefen auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe und die Bewegung Weiße Rose (vgl. 21.9.1981) auf.
Q: 1984 Nr. 6 - Umschlagblatt, Itzehoe o. J. (1981), S. 35

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03.10.1981:
In Itzehoe soll der Brokdorf-Prozess über die Anschläge in Glückstadt durch BUU-Mitglieder beginnen.
Q: 1984 Nr. 6 - Umschlagblatt, Itzehoe o. J. (1981), S. 36

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04.10.1981:
In Elmshorn erscheint eine anonyme Presserklärung "Polizeiterror in Elmshorn!!" zur von der Bundesanwaltschaft veranlassten Verhaftung von 13 Elmshorner Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen bzw. terroristischen Vereinigung nach §129 bzw. 129a, wobei es sich um AKW-Gegner, Hausbesetzer und Punks handele. Berichtet von einer Kundgebung von 40 Leuten vor der Polizeiwache Elmshorn, aber auch von der Befragung der Verhafteten nach Kontakten zur der BUU Itzehoe / Bewegung weiße Rose, der Verfolgung dieser sowie den Anlagen gegen die Glückstädter und der AKW Brokdorf-Gegner Markus Mohr und Michael Duffke.
Q: BUU-Ermittlungsausschuß: Presserklärung Polizeiterror in Elmshorn!!, Elmshorn 4.10.1981

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22.10.1981:
In Itzehoe soll ein weiterer ein weiterer Brokdorf-Prozess gegen ein Mitglied von Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Itzehoe bzw. Bewegung Weiße Rose stattfinden, da dieser am Infostand eine beschlagnahme Seite des Infos dieser Gruppen dokumentierte. Diese Seite wird nun von den beiden Gruppen in einem Mobilisierungsflugblatt "Ein weiterer Brokdorf-ProzeSS" bzw. "Faschisten oder STaatSSchisten", welches auch auf die Vorbereitungsveranstaltung am 18.10.1981 verweist, auf der Rückseite gleich doppelt wiedergegeben.
Q: BUU Itzehoe / Bewegung Weiße Rose: Ein weiterer Brokdorf-ProzeSS, Itzehoe o. J. (1981)

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Dezember 1981:
Vermutlich im Dezember 1981 gibt die Blockadegruppegruppe der Gewaltfreien Aktion Pinneberg das Flugblatt "Bussgeld 300,- DM für gewaltfreien Widerstand – Wir zahlen nicht!" heraus.
Q: Gewaltfreie Aktion Pinneberg-Blockadegruppe: Bussgeld 300,- DM für gewaltfreien Widerstand – Wir zahlen nicht!, Pinneberg o. J.

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Letzte Änderung: 28.08.2015

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