Buchhaltung TZ-EasyBuch 3.0
Buchhaltungsprogramm TZ-EasyBuch 3.0

Anzeige

Buchhaltungssoftware speziell für Freiberufler und Kleinunternehmer

TZ-EasyBuch 3.0


  Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO

1. Mai in Hamburg

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 5.5.2009

Die Maifeierlichkeiten des DGB Hamburg scheinen in den sechziger Jahren erstmals 1968 entscheidend durch die neue Linke mitgeprägt worden zu sein (vgl. 1.5.1968, 9.5.1968, Dez. 1968).

Hierbei wird auch der SDS Hamburg aktiv, der sich auch im nächsten Jahr der Maivorbereitung widmet (vgl. 21.4.1969) und gemeinsam mit der vermutlich u.a. durch ihn mit betreuten AJG / SLZ auch aktiv wird (vgl. Mai 1969, 1.5.1969, 19.5.1969), wobei es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt (vgl. 5.5.1969).

Für den 1. Mai 1970 wird vermutlich nicht nur in Bergedorf die Vorbereitung betrieben (vgl. 13.4.1970), auch wenn in dieser, wie immer lückenhaften Darstellung, nur von dort Hinweise darauf gefunden werden konnten.

Nachdem Blohm und Voss im Brennpunkt der Maiagitation 1970 stand (vgl. 4.5.1970), wird auch dort wiederum Bezug auf die Maiaktionen genommen, wenn auch auf jene des Jahres 1969 (vgl. 13.7.1970).

Die DKP gibt sich für 1971 nun ebenfalls kampfentschlossen (vgl. 11.1.1971), die Spartacisten bemühen sich ergänzend frühzeitig um ein breites Bündnis (vgl. Feb. 1971), während das SALZ einen Gutteil der Seiten des halben Dutzends von Ausgaben seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) des Frühjahrs 1971, nicht nur im Hafen (vgl. Feb. 1971), wo es zu intensiven Maivorbereitungen kommt (vgl. 1.2.1971, März 1971, 9.3.1971, 10.3.1971), sondern auch auf der Ebene der Gesamtstadt (vgl. 8.3.1971, 9.3.1971, 15.3.1971, 5.4.1971, 14.4.1971, 28.4.1971), dem 1. mai widmet. Ergänzt wird dies nicht nur um die Agitation der Bergedorfer (vgl. 15.3.1971, 5.4.1971, 1.5.1971), sondern auch noch um betriebliche Veröffentlichungen wie bei Phoenix (vgl. März 1971) und im Chemiebereich (vgl. 28.4.1971), aber auch im Bereich der HBV (vgl. 25.3.1971) und an den Hochschulen (vgl. Apr. 1971, 26.4.1971).

Die Aktion am 30.4.1971 ohne das SALZ scheint bescheidenen Umfangs, ganz im Gegensatz zur Demonstration des SALZ und seiner Freunde am 1. Mai 1971. Während die DKP sich angesichts dessen in inhaltlicher Kritik versucht (vgl. 4.5.1971), scheint das SALZ mit seinen Bemühungen zum 1. Mai 1971 recht zufrieden (vgl. 1.6.1971, 7.8.1971).

Für den 1. mai 1972 scheint der mittlerweile aus u.a. dem SALZ Hamburg hervorgegangene KB sogar um überörtliche Bündnisse mit den Bremern (vgl. Feb. 1972), aber auch am Heimatort um die Aktionseinheit bemüht (vgl. Feb. 1972, 16.2.1972), wobei es fraglich erscheint, dass der KB mit jedem das Bündnis suchte, der sich selbst darum bemühte (vgl. März 1972). Eine deutliche Abgrenzung nimmt der KB zumindest gegen DKP und KPD vor (vgl. Apr. 1972), hat die KPD sich doch passend zum 1. Mai 1972 neu in Hamburg etabliert (vgl. 1.4.1972), führt dann dort in den folgenden Jahren oft genug ihre regionalen Maidemonstrationen durch (vgl. 13.4.1972, 19.4.1972, 22.5.1972).

Zur Frage der Ostverträge, Mittelpunkt der DKP-Politik zum 1. Mai 1972 (vgl. 25.4.1972) grenzt sich der KB zwar von dieser, aber auch deutlich von den KPD/ML's ZB und ZK ab (vgl. 25.4.1972). Differenzen zum KB bekundet auch bereits die Sozialistische Studentengruppe (SSG – vgl. 25.4.1972), Keimzelle des späteren KBW Hamburg, die aber zum 1. Mai 1972 noch die KB-Aktionen mit trägt (vgl. 1.5.1972).

Zum 1. Mai 1973 aber organisiert die Kommunistische Gruppe Hamburg, als Vorläufer des KBW (vgl. 24.5.1973), dann eine eigene Kundgebung, während sowohl KB als auch KPD und KPD/ML-ZK eigene Demonstrationen durchführen.

Im Vorfeld des 1. Mai 1974 kommt es zu einer Annäherung zwischen KB und KPD (vgl. 24.3.1974, 26.4.1974), die sich auch in einer gemeinsamen Intervention auf der DGB-Maidemonstration niederschlägt (vgl. 1.5.1974, 8.5.1974).

Für den 1. Mai 1975 agitiert der KB vor allem als 'Aktionseinheit', wobei die KPD zwar anfänglich noch an deren Aktionen teilnahm (vgl. 17.1.1975), aber zum 1. Mai 1975 dann wieder eigene Wege geht. Auch die Führung der IG Metall mag nicht mehr mit den Aktivisten der Aktionseinheit zusammenarbeiten (vgl. 4.6.1975), die sich zum 1. Mai 1975 nicht zuletzt für die Vietnamsolidarität stark machten (vgl. 16.6.1975).

Der 1. Mai 1976 wird in Hamburg auch wiederum vom KBW vorbereitet (vgl. 8.4.1976, 21.4.1976), der KB aber bleibt die beherrschende oppositionelle Gruppe, hat sein e 'Aktionseinheit' nun gar noch um eine separat agierende 'Frauenaktionseinheit' ergänzt. Zum 1. Mai 1977 werden die Forderungen der neuen sozialen Bewegungen, vor allem in Gestalt der Anti-AKW-Bewegung noch wichtiger, beherrschen mittlerweile das Bild des Ersten Mai, während traditionelle Arbeiterforderungen mehr und mehr in den Hintergrund treten (vgl. 1.5.1977). Dies scheint sich auch in den folgenden Jahren bis zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung fortzusetzen, wobei aber auch die ausländischen Gruppen stark an Bedeutung zu gewinnen scheinen und die DKP mittlerweile gar zum Bündnis mit dem früher verfemten KB bereit scheint (vgl. 1.5.1981, 11.5.1981).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

01.05.1968:
Laut 'Roter Morgen' nehmen in Hamburg "etwa 4 000 Menschen an der Kundgebung des DGB teil. … Nach Schluß der offiziellen Kundgebung zogen etwa 2 500 bis 3 000 Menschen zur Moorweide, wo eine sozialistische Maikundgebung durchgeführt wurde. Ein anschließender Demonstrationszug von 300 Lehrlingen und jungen Arbeitern wurde wenig später durch die Polizei zerschlagen".
Quelle: Roter Morgen,Hamburg Mai 1968,S.7

09.05.1968:
Der AStA der Universität Hamburg gibt seine 'Zur Sache' Nr.2 heraus. Aufgerufen wird zum Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze (vgl. 11.5.1968), berichtet wird u.a. vom 1. Mai.
Q: Zur Sache Nr.2,Hamburg 9.5.1968

Hamburg_Uni0000

Hamburg_Uni0004
Hamburg_Uni0005


Dezember 1968:
Vermutlich im Dezember erscheint in Hamburg durch das Anarchokollektiv der 'Partisan' Nr.2 unter dem Titel "Räte und Anarchismus".
Von Detlef Albers erscheint der Artikel "Ansätze unmittelbarer Demokratie in der Studentenbewegung – ein Beitrag zur Rezeption des Rätegedankens".
Berichtet wird im zweiten Teil auch über den "Verlauf der Aktionen in Hamburg" im Anschluss an das Attentat auf Rudi Dutschke, in dem auch über den Aktionsausschuss 1. Mai und den 1. Mai 1968 berichtet wird.
Q: Partisan Nr.2,Hamburg o. J.,S.53f

Partisan Hamburg 029

Partisan Hamburg 030


21.04.1969:
In Hamburg erscheint die Nr.7 der 'Apo press' – Hamburger Informationsdienst (vgl. 7.4.1969, 5.5.1969). Herausgeber ist der SDS Hamburg. Der Leitartikel widmet sich der "Diskussion der Strategie zum Ersten Mai in Hamburg".
Q: Apopress Nr.7,Hamburg 21.4.1969

APO Press Hamburg026

APO Press Hamburg027


Mai 1969:
Die Arbeitsgemeinschaft Junger Gewerkschafter (AJG) und das Sozialistische Lehrlingszentrum (SLZ) geben ihr 'Info paper' für Mai 1969 heraus, wobei Kontaktadressen für Hamburg und Kiel angegeben werden. Dokumentiert wird ein Flugblatt der AJG im RC Hamburg zum 1. Mai 1969.
Q: AJG/SLZ: Info paper,Hamburg/Kiel Mai 1969,S.5

SALZ-Hamburg 001

SALZ-Hamburg 006


01.05.1969:
In Hamburg organisiert das SLZ, laut SALZ, eine Gegenveranstaltung zum DGB im Audimax der Universität. Von da habe man eine spontane Demonstration zur DGB Kundgebung auf dem Rathausmarkt durchgeführt, die dann abgebrochen werden mußte. Die RJ/ML meldet 3 000 Demonstranten.
Q: Einheit Kritik Einheit Nr.1,Hamburg Juli 1970; Rebell Nr.9,Mannheim Mai 1969

SALZ-Hamburg 004

Rebell003

Rebell004


05.05.1969:
In Hamburg erscheint die Nr.8 der 'Apo press' – Hamburger Informationsdienst (vgl. 21.4.1969, 19.5.1969). Herausgeber ist der SDS Hamburg. Bekanntgegeben wird u.a. zum 1. Mai:"
Fabio Massalai ist als einziger der am 1. Mai festgenommenen Demonstranten noch nicht freigelassen worden. Nach einem Verhör durch Vogt, Dohse und Raher sitzt er jetzt in U-Haft. Man will ihn vermutlich ausweisen."
Q: Apopress Nr.8,Hamburg 5.5.1969,S.6

19.05.1969:
In Hamburg erscheint die Nr.9 der 'Apo press' – Hamburger Informationsdienst (vgl. 5.5.1969, 1.6.1969). Herausgeber ist der SDS Hamburg. Berichtet wird über die "Mittwochsgespräche im RC" (Republikanischer Club), wozu es u.a. heißt:"
(Pseudo-) Politische Debatten fanden im RCH bislang auch tatsächlich immer nur dann statt, wenn man sich zu diesem Zweck mittwochs 'irgendwelche Buhmänner ins Haus geholt hat', wie DKP-Revisionisten oder kleinbürgerliche Anthroposophen, um sich dann so recht an der Diskussion dieser Leute mit anwesenden SDS-lern weiden zu können, ohne auch nur einen Deut von der liebgewordenen Konsumentenhaltung und der totalen Unverbindlichkeit abrücken zu müßen.

Andererseits ist es aber, um nur EIN Beispiel zu nennen, selbst in mehrmaligen Versuchen des soz. Lehrlingszentrums und des SDS NICHT gelungen, RC-Mitglieder zur Vorbereitung des 1. Mai 69 zu mobilisieren. Zu solcher konkreter politischer Arbeit, zu der Entwicklung von politischen Strategien des emanzipatorischen und revolutionären Kampfes in jeweiligen Bereichen dieser Gesellschaft hatten Mitglieder des RC noch nie inhaltlich etwas zu sagen, - und HABEN AUCH, so scheint es mir, objektiv NICHTS ZU SAGEN!"
Q: Apopress Nr.9,Hamburg 19.5.1969,S.4

13.04.1970:
Die Sozialistische Stadtteilgruppe Bergedorf in Hamburg verfaßt spätestens in dieser Woche ein "Papier für die am 18./19.April 1970 in Hannover stattfindende Konferenz der norddeutschen, auf dem Produktionssektor arbeitenden Gruppen". Darin heißt es u.a.:"
Die Stadtteilgruppe übernimmt als ganzes die politische Auseinandersetzung mit der kapitalistischen Gesellschaft, sobald einzelne Konflikte geeignet sind, bestimmte proletarische Bevölkerungsteile zu agitieren: Kampagnen wie Vietnam und 1.Mai."
Q: Sozialistische Stadtteilgruppe Bergedorf: Papier für die am 18./19.April 1970 in Hannover stattfindende Konferenz der norddeutschen, auf dem Produktionssektor arbeitenden Gruppen,Hamburg 1970

13.04.1970:
Die Sozialistische Stadtteilgruppe Bergedorf in Hamburg (vgl. 13.4.1970) berichtet über ihre Lehrlingsarbeit u.a.:"
Neben der Zeitungsarbeit wird noch die inhaltliche Vorbereitung von Kampagnen (z.B. 1.Mai, Zeugniskampagne) geleistet."
Q: Sozialistische Stadtteilgruppe Bergedorf: Papier für die am 18./19.April 1970 in Hannover stattfindende Konferenz der norddeutschen, auf dem Produktionssektor arbeitenden Gruppen,Hamburg 1970,S.7f

01.05.1970:
In Hamburg beteiligen sich, laut Bergedorfer Lehrlingszentrum, 5 000 bis 6 000 an der Demonstration von SALZ und ML Jugend Hamburg, während DGB, DKP und SDAJ für ihre Kundgebung nur 3 000 bis 4 000 mobilisieren. Laut der Berliner KPD/AO demonstrieren in Hamburg 3 000. Die DKP führte nach eigenen Angaben, zu uns noch unbekanntem Zeitpunkt, Maiveranstaltungen in Bergedorf, Bramfeld, Wilhelmsburg und Winterhude durch.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.19,Düsseldorf 9.5.1970; Lehrlingsinfo Nr.3/Puperzke,Hamburg Juni 1970; Rote Fahne Sdr.ausgabe,Berlin Mai 1970; Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.16,Hamburg 4.5.1970

ZAS Serie 2-076
ZAS Serie 2-077

ZAS Serie 2-084
ZAS Serie 2-085

ZAS Serie 2-086
ZAS Serie 2-088


04.05.1970:
An der Universität Hamburg erscheint heute die Nr.16 des 'Zentralblatt für den Ausbildungssektor' (ZAS - vgl. 16.4.1970, 15.6.1970). Berichtet wird u.a. durch SALZ und MLJ vom 1. Mai, wobei besonders auf Blohm und Voss Bezug genommen wird.
Q: Zentralblatt für den Ausbildungssektor Nr.16,Hamburg 4.5.1970

13.07.1970:
In Hamburg erscheint vermutlich in dieser Woche, auf Juli/August datiert, die Nr.3 der 'Blohm und Voss Arbeiterzeitung' (vgl. Juni 1970, Nov. 1970). Über die Verteiler der Zeitung wird festgestellt, daß die meisten von ihnen Angestellte sind, deren Arbeitszeit später beginnt. Allerdings gibt es da noch weitere Verwicklungen, denn in der Not "haben wir uns nach Leuten umgesehen, die uns helfen könnten. Wir fanden sie beim S.A.L.Z., … . Das S.A.L.Z. ist als Lehrlings- Interessenvertretung entstanden. Es leistete Widerstand gegen die … DGB-Bonzen am 1.Mai letztes Jahr auf dem Rathausplatz. … Zu den Lehrlingen sind junge Arbeiter hinzugekommen."
Q: Blohm und Voss Arbeiterzeitung Nr.3,Hamburg Juli/Aug. 1970

11.01.1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche ein Extra ihres 'Kommunist' (vgl. Okt. 1970, 4.5.1971) heraus. Auf der letzten Seite wird aufgerufen:"
Fordert: Kampfdemonstration am 1.Mai 1971".
Q: Kommunist Extra,Hamburg Jan. 1971

Februar 1971:
Vermutlich im Februar verfaßt die KJO Spartacus in Hamburg einen Offenen Brief an das SALZ zwecks Vorbereitung des 1.Mai. Das SALZ aber antwortet darauf, laut KJO Spartacus, nicht, was nicht verwundern mag, wird die KJO Spartacus doch erst, nach eigenen Angaben, im Frühjahr in Hamburg eine Ortsgruppe gründen.
Q: KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971; KJO Spartacus:Internes Bulletin Nr.10,o.O. Februar 1972

Februar 1971:
Das SALZ Hamburg gibt ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) als Informationen für die Kollegen des Hamburger Hafens mit einer Auflage von 3 500 heraus, in der sie die Herausgabe der DKP-Hafenzeitung 'Kiek ut' am 22.2.1971 erwähnt, die sich für eine Maidemonstration einsetzte. Kritisiert wird die Befürwortung der Ostverträge durch die DKP, wozu ein "Offener Brief an die Genossen der DKP-Betriebsgruppe Hafen" verfasst wurde.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Extrablatt Informationen für die Kollegen des Hamburger Hafens,Hamburg Feb. 1971

SALZ-Hamburg 037

SALZ-Hamburg 038

SALZ-Hamburg 039

SALZ-Hamburg 040


01.02.1971:
Im Hamburger Gesamthafenbetrieb (GHB bzw. GHBG, letztes G für Gesellschaft, d.Vf.) wird, laut SALZ Hamburg, auf Initiative des Betriebsrates eine Resolution für die Durchführung einer Maidemonstration verabschiedet.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

11.02.1971:
Die Hamburger Vertreterversammlung der IGM beschließt, laut BALZ und SALZ, sich für die Durchführung einer Demonstration am 1.Mai einzusetzen.

Die KPD/ML-ZB berichtet:"
HAMBURG - IG METALLER FÜR OFFENEN 1.MAI

Der Widerstand gegen die rechten Gewerkschaftsführer wächst. In Hamburg, wo die DGB-Bonzen genau wie in Westberlin den 1.Mai im geschlossenen Saal stattfinden lassen wollten, hat sich die Vertreterversammlung der IGM (sie vertritt 50 000 Gewerkschaftsmitglieder) für einen offenen 1.Mai ausgesprochen."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.20,Bochum 13.3.1971,S.10; Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr.10,Hamburg Apr. 1971; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

März 1971:
In Hamburg gibt die Betriebsgruppe des SALZ auf der Phoenix die Nr.2 ihres 'Durchblickers' (vgl. Jan. 1971) heraus. Über das Maikomitee Hamburg-Harburg wird mitgeteilt, daß dieses auf einer Versammlung von etwa 70 Kollegen aus Harburger Betrieben gewählt worden sei.
Q: Durchblicker Nr.2,Hamburg März 1971

März 1971:
In Hamburg erfährt die KJO Spartacus, nach eigenem Bekunden, Anfang März vom Maikomitee im Hafen, hinter dem u.a. DKP und SALZ stecken.
Q: KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971

08.03.1971:
Das SALZ Hamburg gibt heute oder bereits in der letzten Woche ein Extrablatt seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 23.2.1971, 9.3.1971) mit dem Titel "Heraus zur Demonstration am 1.Mai" heraus. Verantwortlich zeichnet Dieter Ahlers, die Auflage wird mit 40 000 angegeben. Neben der Ankündigung, daß morgen die 'Kommunistische Arbeiter Zeitung' Nr.2 erscheinen soll, wird noch ein "Offener Brief an alle Gewerkschafter, die fortschrittlichen Kollegen in der SPD, die Deutsche Kommunistische Partei (DKP,d.Vf.) und ihre Jugendorganisation, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend" (SDAJ) veröffentlicht, der diese zur Unterstützung einer Maidemonstration bewegen soll und auch vom Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) und der Gruppe KAB unterzeichnet ist.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Extrablatt Heraus zur Demonstration am 1.Mai,Hamburg März 1971

SALZ-Hamburg 041

SALZ-Hamburg 042

SALZ-Hamburg 043

SALZ-Hamburg 044


09.03.1971:
In Hamburg treffen sich, laut SALZ, auf Einladung der Seefahrtschüler, Kollegen des Hafens und der Werften sowie Seeleute im Seemannsheim Stella Maris und wählen dort ein Maikomitee Hafen bzw. Werft-Hafen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.3,Hamburg März 1971

09.03.1971:
Vor dem oder am 9.3.1971 gibt das SALZ Hamburg die Nr.2 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 8.3.1971, 15.3.1971) heraus, deren Auflage 10 000 beträgt. Berichtet wird u.a. über die Vorbereitung des 1.Mai. Resolutionen für eine Demonstration seien bisher u.a. bei HDW, Maihak, Still Eßlingen und Heidenreich und Harbeck verabschiedet worden. Der DGB Kreisvorstand aber habe, bis auf H. von Bargen, eine Demonstration abgelehnt, ganz im Gegensatz zum DGB KJA.
Enthalten ist auch noch eine "Beilage zu KAZ, KAB AZ, A+LP Bergedorf", für deren 17 800 Exemplare Dieter Ahlers die Verantwortung trägt. Diese beschäftigt sich mit dem 1.Mai. Inzwischen hätten sich der DGB KJA und die OJAs von GHK, CPK, IGM, HBV und das Jugendforum der DruPa für eine Demonstration ausgesprochen, der DGB KV aber weigere sich immer noch. Auch die DKP will nicht mitmachen, weshalb auch ein Offener Brief "An den Landesvorstand der DKP - an unsere Kollegen, die in der DKP und SDAJ organisiert sind" veröffentlicht wird.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.2,Hamburg März 1971

Hamburg-KAZ 001

Hamburg-KAZ 004

Hamburg-KAZ 005

Hamburg-KAZ 006

Hamburg-KAZ 007


10.03.1971:
Im Hamburger Hafen begrüßt die DKP, laut SALZ und BALZ, in einem Flugblatt die Durchführung einer Maidemonstration. Im selben Sinne habe sie sich auch in ihrer Betriebszeitung für Still Eßlingen, deren Erscheinungsdatum wir nicht kennen, geäußert. Dies schließt auch die Befürwortung der Maikomitees ein.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.4,Hamburg Apr. 1971; Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr.10,Hamburg Apr. 1971

15.03.1971:
In Hamburg erscheint ein Extrablatt der 'Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf' (vgl. März 1971, 5.4.1971) welches sich der Vorbereitung einer Maidemonstration durch den DGB widmet. Deren Durchführung sei vom KJA und dem Jugendarbeitskreis der GHK Verwaltungsstelle Hamburg gefordert worden. Beigeheftet ist der offene Brief von BALZ, KAB Hamburg und SALZ Hamburg "An den Landesvorstand der DKP - an unsere Kollegen, die in der DKP und SDAJ organisiert sind" (vgl. März 1971). Die Auflage wird mit 3 000 angegeben.
Q: Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Extrablatt,Hamburg 15.3.1971

15.03.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.3 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ) (vgl. 9.3.1971, 5.4.1971) in einer Auflage von 10 000 mit einem Umfang von 8 Seiten heraus. Wichtigstes Thema ist wieder die Vorbereitung des 1.Mai (vgl. 9.3.1971).
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.3,Hamburg März 1971

Hamburg-KAZ 014

Hamburg-KAZ 018

Hamburg-KAZ 019

Hamburg-KAZ 020


17.03.1971:
In Hamburg beschließt, laut SALZ, die DKP eine, auch auf Flugblättern verbreitete, Resolution gegen die Durchführung einer Maidemonstration ohne bzw. gegen den DGB KV. Eine Betriebsarbeiterkonferenz der DKP wendet sich auf ihrer heutigen Sitzung gegen das SALZ Hamburg.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.4,Hamburg Apr. 1971

25.03.1971:
In Hamburg gibt die Betriebsgruppe Iduna des SALZ (vgl. 24.3.1971) erstmals ihre 'Iduna-Zeitung' heraus, die u.a. über den 1.Mai und dabei speziell das Maikomitee Versicherungen, welches man propagiert, berichtet.
Q: Iduna-Zeitung Nr.1,Hamburg 25.3.1971

HBV-Hamburg 005

HBV-Hamburg 006


April 1971:
Der KHB/ML Hamburg gibt die Nr.3 seiner 'Studieren Propagieren Organisieren' (SPO – vgl. Jan. 1971, Mai 1971) in einer Auflage von 3 000 heraus. Enthalten ist auch der Artikel "1. Mai – Kampftag der internationalen Arbeiterklasse", der u.a. gegen DKP und KPD/ML polemisiert.
Q: Studieren Propagieren Organisieren Nr.3,Hamburg Apr. 1971

KHBML_044

KHBML_045

KHBML_046

KHBML_047

KHBML_048

KHBML_049

KHBML_050


05.04.1971:
Vermutlich heute gibt in Hamburg das Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) die Nr.10 seiner 'Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf' (vgl. März 1971) in einer Auflage von 3 000 heraus, u.a. mit Berichten über die Vorbereitung des 1.Mai, wo sich mittlerweile neben dem DGB KJA auch die OJA von GHK, CPK, IGM, HBD und das Jugendforum der DruPa für eine Demonstration einsetzen.
Q: Arbeiter- und Lehrlingspresse/Bergedorf Nr.10,Hamburg Apr. 1971

05.04.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt das SALZ Hamburg die Nr.4 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 15.3.1971, 14.4.1971) mit 16 Seiten in einer Auflage von 10 000 heraus. Mittlerweile gibt es in Hamburg 11 Maikomitees: Werft-Hafen, Harburg, Bergedorf, Wandsbek, Buchhandel und Verlage, Banken und Versicherungen, Druck, Springer, Bauer und Burchardt-Kai und ein zentrales Komitee. Berichte widmen sich auch der geplanten eigenen Maidemonstration der KPD/MLs.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.4,Hamburg Apr. 1971

Hamburg-KAZ 026

Hamburg-KAZ 035

Hamburg-KAZ 036

Hamburg-KAZ 037

Hamburg-KAZ 038

Hamburg-KAZ 039

Hamburg-KAZ 040


14.04.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.5 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 5.4.1971, 28.4.1971) in einer Auflage von 20 000 heraus. U.a. wird auf die DKP eingegangen. Diese wolle eventuell am 30.4.1971 eine eigene Maidemonstration durchführen.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.5,Hamburg 14.4.1971

Hamburg-KAZ 047


26.04.1971:
Der KHB/ML Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Der 1. Mai – Kampftag der Arbeiterklasse" heraus.
Q: KHB/ML Hamburg: Der 1. Mai – Kampftag der Arbeiterklasse,Hamburg o. J. (1971)

KHBML_177

KHBML_178


27.04.1971:
In Hamburg geben KHB/ML, Rote Zelle Ökonomie (Rotzök) und der AStA der HfbK ein Flugblatt "Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 1.Mai" heraus, dessen Auflage mit 8 000 angegeben wird. Aufgerufen wird dazu sich an der Demonstration der 11 Maikomitees zu beteiligen.
Q: KHB/ML Hamburg, Rotzök Hamburg, AStA HfbK Hamburg:Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 1.Mai,Hamburg 27.4.1971

SALZ-Hamburg 045
SALZ-Hamburg 046

SALZ-Hamburg 047
SALZ-Hamburg 048


28.04.1971:
In Hamburg erscheint 'Der Chemiearbeiter' - Zeitung des Sozialistischen Arbeiter und Lehrlingszentrums (SALZ Hamburg) für die Chemische Industrie in Hamburg Nr. 2 (vgl. 15.3.1971, 11.5.1971) für April in der die Chemietarifrunde (CTR) vorbereitet wird. U.a. wird zur Demonstration des Gewerkschaftlichen Mai-Komitees am 1.Mai aufgerufen.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.2,Hamburg 28.4.1971

KB-Chemiearbeiter004 001

KB-Chemiearbeiter004 002


28.04.1971:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr.6 seiner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (vgl. 14.4.1971, 26.5.1971) mit einem Umfang von 4 Seiten und einer angegebenen Auflage von 18 000 heraus, deren fast ausschließliches Thema der 1.Mai ist. Die DKP-Führung habe die DKP-Kollegen, die im Maikomitee Werft-Hafen mitarbeiteten, zum Austritt aus diesem bewegt und die DKP Betriebsgruppe Hafen dazu angehalten auf der Betriebsversammlung des Gesamthafenbetriebes (GHB) dafür zu agitieren, daß die Betriebsversammlung zur Maidemonstration der DKP am 30.4.1971 aufruft.
Q: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.6,Hamburg 28.4.1971

Hamburg-KAZ 049 halb
Hamburg-KAZ 048 halb

Hamburg-KAZ 050

Hamburg-KAZ 051

Hamburg-KAZ 052


30.04.1971:
In Hamburg findet, laut KJO Spartacus, eine DGB-Veranstaltung zum 1.Mai statt. Man selber bildet gemeinsam mit der RKJ einen Block. Das SALZ habe sich zuvor gegen eine Intervention dort ausgesprochen, während KJO und GIM wiederum die SALZ-Demo am 1.Mai falsch fanden. Die Proletarische Front (PF) habe keine Stellung bezogen, die Sozialistische Front der Arbeiter (SFdA) habe gemeint, eine solche noch nicht beziehen zu können.

Allerdings müsse man dem SALZ doch eines lassen, die Maikomitees nämlich seien alle vom SALZ getragen. Aus dem ersten Maikomitee, im Hafen, sei die DKP ausgestiegen und betreibe keine Mobilisierung für die Demonstration mehr.

Laut SALZ wird die Maiveranstaltung in der Ernst Merck Halle von ca. 3 000 Zuhörern besucht. An der ebenfalls heute stattfindenden DKP-Maidemonstration beteiligen sich, laut SALZ, ca. 300 Kollegen, während die 'UZ' von über 1 000 berichtet habe.

Die KPD/ML-ZB berichtet von der DKP (vgl. 1.5.1971):"
In Hamburg, wo die DGB-Führer sich geweigert haben, zum 1.Mai eine Demonstration zu veranstalten, wird der Verrat der D'K'P-Führer besonders deutlich: …

Auf einem Flugblatt in Hamburg riefen die D'K'P-Führer auf: 'Gestalten wir gemeinsam die DGB-Kundgebung am 30. April in der Ernst-Merck-Halle, das Arbeiterforum 1971 sowie die Jugendveranstaltung des DGB am 1.Mai im Gewerkschaftshaus zu eindrucksvollen Demonstrationen für unsere Forderungen'.

Am 30.4. hatte die D'K'P dann zu einer Demonstration zum DGB-Kundgebungsort aufgerufen, war aber selbst kurz vorher wieder in den Hintergrund getreten. Nach einem Bericht der Hamburger Genossen kamen dann etwa 4 - 500 Leute, 50% ältere eingefleischte D'K'Pisten, 50% junge Leute, zum Teil wüstes Aussehen: die D'K'P-Führer, die hierzu ursprünglich aufgerufen hatten, organisierten überhaupt nichts, verkauften nur ein bißchen UZ und ließen schließlich die Demonstration als unordentlichen Haufen abmarschieren."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.10; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971; KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971

01.05.1971:
In Hamburg findet die Demonstration des SALZ und der von ihm, dem KAB Hamburg und dem Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) getragenen Maikomitees statt, an der sich, laut KAB/ML und BKA Freiburg 5 000, laut SALZ Bremerhaven und KB Bremen über 5 000 beteiligen.

Laut SALZ Hamburg schließen sich rund 5 000 der Demonstration der Maikomitees vom Berliner Tor nach Hasselbrook an. Dabei habe es sich hauptsächlich um jüngere, aber auch um einige hundert ältere Kollegen gehandelt, sowie um ca. 1 000 Schüler und Studenten. Anwesend seien auch viele Mitglieder von DKP und SDAJ (vgl. 30.4.1971) gewesen. Im Rückblick wird dazu u.a. ausgeführt:"
Trotz ständiger Proteste aus Gewerkschaftsgremien und Betrieben wollte die DGB-Führung unseren Kampftag endgültig einschlafen lassen. … Daraufhin bildeten sich spontan Mai-Komitees in verschiedenen Branchen und Stadtteilen Hamburgs. Diese Kollegen übernahmen die Planung der Demonstration am 1. Mai. Um dieser Aktion zum Erfolg zu verhelfen, gaben die Kommunistischen Organisationen (SALZ, KAB, BALZ) jede organisatorische Hilfe. Am 1. Mai zeigte sich dann, wo unsere Interessen tatsächlich gelagert sind … Über 5 000 Kollegen … marschierten unter den Losungen des Mai-Komitees am 1. Mai durch Hamburg."

Die KJO Spartacus schildert ihre Haltung zu der Demonstration intern so: Man selber sei erst durch eine Intervention der Zentralen Leitung zu einer Teilnahme bewogen worden und habe dann zwei Flugblätter zum 30.4. und zum 1.5. an Berufsschulen, im Hafen, in der S-Bahn und auf Veranstaltungen verteilt. Der eigene Block habe 50 - 80 Leute umfaßt, von denen etliche RKJler waren. Dies mag daran gelegen haben, daß die RKJ die Demonstration ablehnte. Man habe dadurch nun 25 Sympathisanten.

Die KPD/ML Demonstration ist, laut SALZ Hamburg, von ca. 700 Leuten besucht worden. Dabei habe es sich zumeist um Studenten gehandelt, die z.T. eigens aus Kiel herbeigeordert worden seien. Mit der Arbeiterklasse habe diese Gruppe ohnehin nichts zu tun. Welche KPD/ML hier denn nun gemeint ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, beteiligt war aber auf jeden Fall die KPD/ML-ZK, denn laut dieser beteiligen sich, 1 500 an ihrer Maidemonstration durch das Karolinenviertel, wo sie schon länger arbeite, und durch Altona. Teilgenommen haben auch GUPS und GUPA Palästina. Zur Mobilisierung sei ein Agitpropstand im Hafen durchgeführt worden. Die 1 000 Teilnehmer der Demonstration der KPD/ML-ZK sind, laut KB Bremen, überwiegend Studenten gewesen.

Die KPD/ML-ZB berichtet über die DKP:"
In der UZ zum 1.Mai steht am Ende einer 1.Mai-Reportage, die demagogisch 'linke' Äußerungen von Betriebsräten und V-Leuten für einen kämpferischen 1.Mai wiedergibt, die Erklärung eines Hamburger OJA-Mitglieds der HBV: 'Von der Gewerkschaftsleitung in Hamburg ist es unverantwortlich, den 1.Mai, den traditionellen Kampftag der Arbeiterklasse, nicht in der Form einer machtvollen Demonstration durchzuführen. Ich bin aber der Meinung, daß es genauso falsch wäre, losgelöst von den Arbeitern und Angestellten in den Betrieben und ihren Gewerkschaften eine Demonstration durchzuführen. Es kommt in erster Linie darauf an, die Gewerkschaft zu stärken. Damit wend e ich mich entschieden gegen solche Linkssektierer, die versuchen eine Spaltung der Gewerkschaften zu vollziehen.'"
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.35,Bochum 8.5.1971,S.10; Kommunistische Arbeiter Korrespondenz Nr.7,Bremen o.J. (1971); Roter Morgen Nr.5,Hamburg Mai 1971; Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.7,Hamburg 26.5.1971,S.9ff; KJO Spartacus:Nationales Internes Bulletin Nr.7,o.O. Juni 1971; Spartacus Nr.25,Bonn Dez. 1971/Jan. 1972; Studieren Propagieren Organisieren Nr.4,Hamburg Mai 1971; Rote Fahne Nr.5,Tübingen Mai 1971; Iduna-Zeitung,Hamburg 1.6.1971; Klassenkampf Nr.9,Freiburg 11.5.1971; Arbeiterstimme Nr.9,Bremerhaven Mai 1971,S.4; Der Chemiearbeiter Nr. 3 und Extrablatt Mai 1971,Hamburg 11.5.1971 bzw. 19.5.1971,S.4 bzw. S. 4

KB-Chemiearbeiter004 008

KB-Chemiearbeiter004 014

Hamburg-KAZ 053

Hamburg-KAZ 055

Hamburg-KAZ 056

Hamburg-KAZ 057

Hamburg-KAZ 058

Hamburg-KAZ 059

KHBML_059

KHBML_060

KHBML_070


01.05.1971:
Zur Hamburger Maidemonstration vom Berliner Tor zum Hammer Steindamm wurde im Stadtteil Bergedorf u.a. durch ein Flugblatt "Aufruf zum 1.Mai" mobilisiert, welches von W. Vogel für den Gewerkschaftlichen Maiausschuß Bergedorf und H. Biedermann für das Bergedorfer Arbeiter- und Lehrlingszentrum (BALZ) unterzeichnet ist. Über die Organisationen BALZ und SALZ Hamburg heißt es darin:"
Die Hamburger Maikomitees sind an diese beiden Organisationen herangetreten und haben sie aufgefordert, den Maikomitees ihre technischen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen". Esa dürfte nicht ganz falsch sein, davon auszugehen, daß es sich bei dieser Aufforderung zumindest teilweise um einen Appell an sich selbst gehandelt haben dürfte.
Q: Gewerkschaftlicher Mai Ausschuß Bergedorf/BALZ:Aufruf zum 1.Mai,Hamburg o.J. (1971)

04.05.1971:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche die Nr.6 ihres 'Kommunist' (vgl. 11.1.1971, 21.6.1971) heraus. Mit dem SALZ Hamburg befaßt man sich u.a. so:"
'WIR LEHNEN ES AB, IN DAS KRISENGESCHREI DER ULTRALINKEN FRAKTIONSMACHER MITEINZUSTIMMEN' (Thälmann)

Die zentrale Losung des SALZ lautet im Moment: 'Die nächste Krise darf nicht wieder auf die Werktätigen abgewälzt werden!' (Mai-Flugblatt,21.4.1971). Was soll damit gesagt werden? Vielleicht, daß die Krise eine Sache ist, die man hin und herwälzen kann, und die diesmal gefälligst von den Kapitalisten getragen werden soll? - Denn an und für sich wäre das ja auch gerecht, denn es ist nicht einzusehen, warum wir 'für das, was die Kapitalisten versauen, … unsere Knochen hinhalten sollen.' (Krisenflugblatt, Jan. 1971)."
Q: Kommunist Nr.6,Hamburg Mai 1971

01.06.1971:
Das SALZ Hamburg gibt eine Ausgabe seiner 'Iduna-Zeitung' heraus, die sich u.a. mit einem Rückblick auf den 1.Mai befaßt.
Q: Iduna-Zeitung,Hamburg 1.6.1971

HBV-Hamburg 009

HBV-Hamburg 010

HBV-Hamburg 012


07.08.1971:
In Hamburg gibt das SALZ die Nr.2/3 seiner 'Einheit Kritik Einheit' (vgl. Juli 1970) als theoretisches Organ heraus. Anhand u.a. der Hamburger Maikampagne wird erörtert "Die Haltung der Kommunisten zur Aktionseinheit" und vorgestellt die in Hamburg zum 1. Mai angewandte "Politik des offenen Briefes".
Q: Einheit Kritik Einheit Nr.2/3,Hamburg 7.8.1971,S.14ff

SALZ-Hamburg 064

SALZ-Hamburg 065

SALZ-Hamburg 066

SALZ-Hamburg 067

SALZ-Hamburg 068

SALZ-Hamburg 069

SALZ-Hamburg 070

SALZ-Hamburg 071

SALZ-Hamburg 072

SALZ-Hamburg 073

SALZ-Hamburg 074

SALZ-Hamburg 075

SALZ-Hamburg 076

SALZ-Hamburg 077

SALZ-Hamburg 078

SALZ-Hamburg 079

SALZ-Hamburg 080


Februar 1972:
Anfang Februar führen, laut KB, er selbst und der KB Bremen Gespräche durch zwecks einer Koordination der Maiaktionen. Hierbei habe der KBB Selbstkritik geübt wegen seiner bisherigen Haltung zu KB bzw. SALZ Hamburg.
Q: Arbeiterkampf Nr.16,Hamburg März 1972

Februar 1972:
Der KB ruft, laut SSB Hamburg (Studenten), Anfang Februar verschiedene Organisationen und Gremien zur Vorbereitung einer gemeinsamen Mai-Demonstration auf. U.a. erklärte sich der SSB zur Mitarbeit bereit. Eine Aktionseinheit, die vom KB bis zum Schluß angestrebt worden sei, kam nicht zustande.
Q: Solidarität Nr.1,Hamburg 1972,S.11

16.02.1972:
In Hamburg schreibt der KB, nach eigenen Angaben, einen Brief an Betriebsräte, Vertrauensleute und linke Organisationen zwecks Durchführung einer Maidemonstration.
Q: Arbeiterkampf Nr.16,Hamburg März 1972

März 1972:
Der unabhängige, von der KPD/ML-ZK abgespaltene Landesverband Wasserkante der KPD/ML fordert, laut MLZ, in einer Sondernummer seines Organs 'Parteiaufbau' zu einer "gemeinsamen 1.-Mai-Demonstration aller Hamburger ML-Organisationen" auf. Direkt angesprochen werden: KB, KPD, KPD/ML-ZB, KPD/ML-ZK, Marxistisch-Leninistisches Zentrum (MLZ) und Parteiopposition.
Q: Der Funke Nr.2,Hamburg 1972,S.26

April 1972:
Der KB / Gruppe Hamburg gibt vermutlich im April ein Flugblatt mit vier Seiten DIN A4 in einer Auflage von 30 000 mit seinem Aufruf zum 1. Mai heraus, in der er auch gegen DKP und KPD polemisiert.
Q: KB/Gruppe Hamburg: 1. Mai bleibt Kampftag!,Hamburg o. J. (1972)

Hamburg-KB-1972 001

Hamburg-KB-1972 002

Hamburg-KB-1972 003

Hamburg-KB-1972 004


01.04.1972:
Die KPD (vgl. 7.4.1972) berichtet vermutlich von Anfang April über die Gründung ihres Regionalkomitees (RK) Hamburg bzw. Wasserkante:"
VORWÄRTS IM NATIONALEN AUFBAU DER PARTEI!
DRITTES REGIONALKOMITEE DER KPD IN HAMBURG GEGRÜNDET!

Mit dem Kampf für den 1.Mai gegen Opportunismus und Revisionismus - für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse hat das Regionalkomitee Hamburg der KPD in diesen Tagen die Massenarbeit aufgenommen. Mit der Verteilung eines Sonderdrucks der Roten Fahne (RFSD - vgl. S2.4.1972,d*Vf.) in den Arbeitervierteln und vor wichtigen Fabriken und Werften (IGM-Bereich,d.Vf.) hat es die werktätige Bevölkerung von Hamburg mit diesem Schritt und dem Aktionsprogramm der Partei bekannt gemacht. Mit der Gründung des RK Hamburg hat das 3.Zentralkomitee die Verwirklichung des Auftrags der 4. Parteikonferenz (vgl. 5.2.1972,d.Vf.) zur Errichtung zweier neuer RKs (Hamburg und Baden-Württemberg) in Angriff genommen.

Das RK Hamburg kennzeichnet seine Aufgaben:
'Alle Kommunisten wissen, daß es das Gebot der Stunde ist, die revolutionäre Vorhut der Arbeiterklasse aufzubauen, sie nicht länger den Angriffen der Kapitalistenklasse und ihrer Handlanger in SPD, DKP und Gewerkschaften auszuliefern. Das bedeutet auch, den Opportunismus verschiedener sich kommunistisch nennender Gruppen als Wasserträger der DKP zu entlarven.'

Beim Aufbau des RK und der Zellen kann sich die Partei auf die Kooptation einer Reihe von lokalen Kadern stützen. Denn die richtige Durchführung des ideologischen Kampfes , die Anwendung der Linie von Kampf, Kritik, Umgestaltung (KKU,d.Vf.) ermöglichte es, die Mehrheit der Gruppe PROLETARISCHE FRONT zur Unterstützung der Partei zu gewinnen. Mit diesen Genossen wurde unter Anleitung des Verantwortlichen für den nationalen Aufbau ein Prozeß der ideologischen Klärung eingeleitet, der jetzt die Kooptation einiger Genossen gestattet.

Die Partei hat sich wie in diesem Fall immer bemüht, alle Gefahren des prinzipienlosen Sammelns zu vermeiden. Sie hat es jedoch abgelehnt, sich hochmütig und sektiererisch vor sympathisierenden Gruppen zu verschließen, so unterschiedlich und teilweise unentwickelt ihre politische und ideologische Klarheit auch sei. Sie durch feste Zusammenarbeit, Schulung, Erteilung von
Korrespondenten- und Untersuchungsaufgaben an die Partei heranzuführen und ihnen eine feste Perspektive im Rahmen des nationalen Parteiaufbaus und des Aufbaus befreundeter Organisationen zu bieten, das hat die KPD sich vorgenommen. Nachstehend ein Auzug aus der Erklärung der PROLETARISCHEN FRONT."

Dokumentiert wird die:"
ERKLÄRUNG DER PROLETARISCHEN FRONT

Wir begrüßen die Errichtung des Hamburger Regionalkomitees der KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS (KPD). Die Befreiung der Arbeiterklasse und aller ausgebeuteten Schichten des Volkes vom Joch kapitalistischer Knechtung und Unterdrückung kann nicht durch eine Vielzahl von Sekten und Zirkeln, sie kann nur unter der Führung des einheitlichen und festorganisierten Vortrupps des Proletariats, der revolutionären Partei der Arbeiterklasse, erkämpft werden. Dieser Kampfstab der Arbeiterklasse, der sie führt im Angriff wie im Rückzug, ihr Kraft und Orientierung gibt, ist die Kommunistische Partei.

Die Errichtung eines Regionalkomitees der KPD in Hamburg bedeutet für die Hamburger Arbeiterschaft und die gesamte Arbeiterklasse einen großartigen Schritt voran. Wir sind der festen Zuversicht, daß die KPD die großen Aufgaben erfüllen wird, die sich im Zeichen kommender Kämpfe auch hier in Hamburg stellen.

Die PROLETARISCHE FRONT war seit ihrer Gründung im Januar 1971 (vgl. 23.1.1971,d.Vf.) ein lokaler Zirkel unter anderen. Sie hat aber rechtzeitig erkannt, daß der Kampf für den Aufbau der einheitlichen Kommunistischen Partei gleichzeitig ein Kampf gegen das Zirkelwesen und den Sektenstreit ist, die für die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse immer wieder von Schaden sind. Die PF hat diese richtige Erkenntnis gegen alle schädlichen, intellektualistischen und kleinbürgerlichen Verwirrungen in ihren eigenen Reihen konsequent durchgesetzt und sich der klaren Linie des Kampfes, wie sie von der KPD entwickelt wurde, angeschlossen. Dieser Schritt der PF war eine klare Absage an die falsche und opportunistische Auffassung, man könne die Partei der Arbeiterklasse durch einzelne Grüppchen aufbauen. Das prinzipienlose Zusammenwerfen von verschiedenen Zirkeln ergibt jedoch bestenfalls die Karikatur einer Kommunistischen Partei, eine endlose Kette von erneuten Spaltereien muß die notwendige Folge sein. Auf diese Weise aber werden immer mehr Kollegen in die Arme einer Partei getrieben, die die Grundsätze des Kommunismus vollends verraten hat und selbst das Geschäft der Spaltung der Arbeiterklasse betreibt: nämlich der DKP. Deshalb gilt es im Kampf zweier Linien die Politik der Zirkel entschieden zu bekämpfen und hinter ihren Phrasen ihre revisionistische Politik zu entlarven…

Wir haben im Oktober 1971 (vgl. 22.10.1971,d.Vf.) erklärt: 'Die PF wird als Organisation Aufgabe und Ziel ihrer Arbeit als erfüllt ansehen, wenn die KPD nach ihrem strategischen Plan des Parteiaufbaus durch die Gründung eines Regionalkomitees auch hier in Hamburg ihren Kampf mit der Errichtung von Zellen in den Fabriken, Werften und Stadtteilen aufnimmt'.

In Erfüllung dieser vollständig richtigen Entscheidung erklärt deshalb, mit der Gründung des Hamburger Regionalkomitees der KPD, die Proletarische Front ihre Auflösung. Die PF hofft sehr, daß sie mit ihren notwendig schwachen Kräften als lokaler Zirkel der Arbeiterklasse und ihrer Partei in nützlicher Weise gedient hat. Wir rufen alle Mitglieder, Sympathisanten und Freunde unserer Organisation auf, sich noch geschlossener unter der Fahne der Kommunistischen Partei zu sammeln und die KPD zukünftig direkt zu unterstützen.

Je fester wir alle der Sache des Proletariats dienen, um so schneller wird das Ziel seiner Befreiung erreicht werden. Wir fassen den Willen, alles an die Erreichung dieses Zieles zu setzen, in dem Ruf zusammen:
Die Einheit der Arbeiterklasse,
die Einheit aller Klassengenossen,
die Kommunistische Partei Deutschlands - sie leben hoch!"
Q: KPD-ZK:Vorwärts im Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten. Kritik der politischen Linie der KPD/ML,Köln 1975,S.213; Rote Fahne Nr.40,Dortmund 7.4.1972,S.2

13.04.1972:
Innerhalb der LgdI der KPD erscheint der Rundbrief des Zentralvorstandes Nr.9, der zur Maikampagne u.a. bekanntgibt, die LgdI Niedersachsen soll nach Hamburg die KPD-Demonstration stärken.
Q: LgdI-ZV:Rundbrief Nr.9,o.O. 13.4.1972

19.04.1972:
Die KPD berichtet heute:"
KOMMUNISTISCHER STUDENTENVERBAND (KSV) - KOMMUNISTISCHE STUDENTEN IM KAMPF FÜR DEN 1.MAI

Dem Maiaufruf der Partei folgend hat der Kommunistische Studentenverband an den Westberliner Universitäten und Hochschulen, an der Uni Hamburg, an der Ruhruniversität Bochum, der Uni Bonn und der PH Dortmund seine ganzen Aktivitäten auf die Mobilisierung der fortschrittlichen Studenten zu den Maidemonstrationen der KPD in Westberlin, Hamburg und Dortmund ausgerichtet.

In einer Reihe weiterer Universitäten, an denen der KSV seine Arbeit noch nicht aufgenommen hat, werden mit dem KSV sympathisierende Organisationen die Losungen der Partei unter der Masse der Studenten propagieren und zu den zentralen Demonstrationen der Partei aufrufen. So werden … aufrufen, das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK,d.Vf.) an der PH Lüneburg und eine Sympathisantengruppe an der Bremer Uni zur Demonstration in Hamburg.

GEGEN REFORMISMUS UND REVISIONISMUS - FÜR DIE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE - KPD!
FÜR DAS FESTE BÜNDNIS DER ARBEITERKLASSE MIT ALLEN UNTERDRÜCKTEN SCHICHTEN DES VOLKES IM KAMPF FÜR DIE SOZIALISTISCHE REVOLUTION!
VORWÄRTS BEIM NATIONALEN AUFBAU DES KSV!
VORWÄRTS ZUM 1.MAI!"
Q: Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.5

25.04.1972:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.16 seines 'Chemiearbeiters' (vgl. 30.3.1972, 23.5.1972) heraus. Die Auflage wird mit 4 800 angegeben. Aufgerufen wird zum 1. Mai, wobei die KPD sowie die KPD/ML-ZB und die KPD/ML-ZK scharf angegriffen werden - zur Einschätzung der Ostverträge als Kriegsverträge heißt es "Man muß sich fragen, ob diese Leute aus einer NPD-Zeitung abgeschrieben haben." -, aber auch die DKP und die DGB-Führung.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.16,Hamburg 25.4.1972

KB-Chemiearbeiter004 126

KB-Chemiearbeiter004 127

KB-Chemiearbeiter004 128


25.04.1972:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt ein Extra ihres 'Kommunist' (vgl. 21.4.1972, 8.5.1972) mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 4 unter dem Titel "Den Frieden sichern! Jetzt ratifizieren!" heraus. Aufgerufen wird zum 1.Mai zur Maidemonstration des DGB KJA, der Jugendveranstaltung und der DKP-Veranstaltung. Vermutlich aus Berlin übernommen ist der folgende Artikel, in dem auf den KB/ML eingegangen wird, den es in Hamburg nicht gibt. Gemeint dürfte damit der KB sein, während es sich bei der KPD/FU um die KPD handelt:"
1.MAI - KAMPFTAG DER ARBEITERKLASSE - ODER SPIELWIESE INTELLEKTUELLER SPINNER?

Am 1.Mai haben die verschiedensten Splittergrüppchen (KPD/ML, KB/ML, KPD/FU) jede für sich - aber natürlich unter der Losung der Einheit der Arbeiterklasse - zu Demonstrationen aufgerufen. Eine will dabei sogar 'die einheitliche rote Front zum Sturz der Diktatur der Bourgeoisie schaffen.' Dieser Gruppe, der KPD/Freie Universität geht es bei der Einheit der Arbeiterklasse dazu noch darum, daß 'sich die fortschrittlichen Kollegen gerade am 1.Mai von den Reformisten' - damit sind die Gewerkschafter gemeint - 'trennen, um entschieden …' usw.

Der KB/ML - weder in der Arbeiterklasse noch in den Gewerkschaften verankert - wundert sich, daß die Gewerkschaften auf ein Einheitsangebot nicht eingegangen sind. Nach x-maligen gewerkschaftsfeindlichen und spalterischen Aktionen, nach unehrlichen Bündnisangeboten - auch diesmal ist man scheinbar wieder an den DGB herangetreten, er solle unter der Losung 'Für die Entwicklung der innergewerkschaftlichen Demokratie' (Flugblatt zum 1.Mai) alle seine Mitglieder auf die Straße rufen - wundert man sich: 'Dieser Vorstoß hat wenig Resonanz gefunden.'(!)

Die Ursachen dieser Bewegungen - darauf haben wir schon häufig hingewiesen - liegen im verstärkten Druck des Kapitals auf die kleinbürgerlichen Schichten. Dieser Druck gepaart mit Unerfahrenheit im Klassenkampf, mit Ungeduld und mit der traditionellen Unfähigkeit dieser Schichten zu Solidarität und Organisation sind der Boden dieser Gruppen.

Die objektive Funktion dieser 'studentischen Avantgarden des Proletariats' oder der 'selbsternannten Proletarier' ist entgegen ihrem teilweise guten Willen die Desorientierung und Spaltung des Kampfes von Teilen der Studenten und - sofern sie sie überhaupt erreichen - der Arbeiter.

Wir fordern alle Studenten auf, an den Spalterdemonstrationen nicht teilzunehmen. Beteiligt Euch an der Demonstration des Kreisjugendausschusses des DGB".
Q: Kommunist Extra,Hamburg 25.4.1972

25.04.1972:
In der Hamburger Zeitschrift 'Rote Presse' Nr.3, die von der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg herausgegeben wird, erscheint der Aufruf "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse." Darin wird u.a. ausgeführt:"
In diesem Jahr kommt es in Hamburg zu der makabren Situation, daß 3 verschiedene Demonstrationen von Organisationen vorbereitet werden, die sich selbst als kommunistisch begreifen. Daß in diesem Jahr keine einheitliche Mai-Demonstration und kein gemeinsamer Aufruf kommunistischer Organisationen zustande kommen konnte, entspringt der Zersplitterung, dem Sektierertum und der ideologischen Zerfahrenheit innerhalb der kommunistischen Bewegung. … Wenn wir als sozialistische Studentengruppe die 1. Mai-Demonstration des KB unterstützen, tun wir das, obwohl auch in prinzipiellen Fragen grundlegende Differenzen bestehen. Wir unterstützen diese Demonstration, weil uns lediglich bei der vom KB vorgelegten Plattform eine Grundlage für sinnvolle Diskussion über die aktuellen Aufgaben der Arbeiterbewegung gegeben zu sein scheint. … Abgesehen von allen Differenzen untereinander haben sowohl KPD als auch KPD/ML(ZB) und KPD/ML(ZK) in den Mittelpunkt ihrer Agitation den Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten gestellt. Dagegen vertreten wir die Auffassung, daß im Mittelpunkt der Agitation und Propaganda zum 1. Mai solche Parolen und Losungen zu stehen haben, die auf der Basis der Erfahrungen des ökonomischen Kampfes der Arbeiter durch Hereintragen der politischen Dimension in die Kämpfe des Proletariats den antagonistischen Charakter des Widerspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital aufzeigen, die Einsicht in den Klassencharakter des Staates und in die Notwendigkeit des Sturzes der Bourgeoisie-Diktatur entwickeln können. Zum 1. Mai gilt es, die Vereinheitlichung der Arbeiterklasse im Kampf gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse, im Kampf gegen die bürgerliche und sozialdemokratische Ideologien in den Reihen der Arbeiterbewegung voranzutreiben. … Wir unterstützen die 1. Mai-Demonstration des KB deshalb, weil er als einziger Zirkel in Hamburg zumindest den Versuch unternimmt, auf der Grundlage der tatsächlichen Klassenkämpfe Aufgaben und Losungen seiner Politik zu bestimmen.
Q: Rote Presse Nr.3,Hamburg 25.5.1972

Mai 1972:
In Hamburg erscheint der 'Metallarbeiter' des KB Nr.3 (vgl. März 1972, Juli 1972) mit einer Auflage von 10 000. Berichtet wird u.a. aus Hamburg vom 1. Mai.
Q: Der Metallarbeiter Nr.3,Hamburg Mai 1972,S.10

KB-Metallarbeiter 129


01.05.1972:
In Hamburg beteiligen sich, laut KB, 4 000 an der KB-Demonstration, auf der allerdings auch die SSG (NRF-Linie) im eigenen Block vertreten war. Laut KB sollte von ihm "ein Aktionsbündnis aller fortschrittlichen Kräfte angestrengt werden. Die Resonanz unserer Bemühungen war sehr gering. Statt dessen riefen später einige Gruppen und Organisationen zu 'eigenen' Mai-Demonstrationen auf und ignorierten damit die Bemühungen des KB um einheitliches Vorgehen aller derjenigen Kräfte, die den 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse durch öffentliche Demonstration zum Ausdruck bringen wollte. So gab es in Hamburg 2 Demonstrationen, genau genommen sogar 5. Die größte Demonstration war die des KB und seiner Bündnisorganisationen. Seinem Aufruf folgten insgesamt 4. 000 Menschen zum Platz der Republik in Altona." Ich fand die Zahl schwer zu schätzen.

Laut SSB Hamburg war die Hauptparole "Gegen die Angriffe der Kapitalistenklasse die einheitliche Kampffront der Arbeiterklasse". An der Abschlußkundgebung sollen 3. 000 Menschen teilgenommen haben. "Bis auf eine Sozialistische Studentengruppe, die sich der Demonstration im eigenen Block und mit eigenen Parolen anschloß … marschierten die Demonstranten unter den Parolen, wie sie in der Mai-Plattform des KB dargelegt wurden."

An der Demonstration der KPD/ML's sollen sich an einer Stelle des 'Arbeiterkampf' 100, an anderer Stelle der selben Nummer 400 beteiligt haben, wobei letztere Zahl meinem Augenschein und dem des KOB entspricht. Der KOB berichtet noch, daß die Hauptparole sich gegen die Ostverträge als 'Kriegspakt Bonn-Moskau' richtete.

An der Demonstration des Aktionszentrums der Gewerkschaftsjugend sollen sich 3 500 beteiligt haben, die sich für die Ratifizierung der Ostverträge einsetzten. Auch das entspricht meinem Augenschein.

Die KPD-Demonstration um 11 Uhr ab Holstenplatz wird vom KB auf 263 Teilnehmer geschätzt, der Kommunistische Oberschülerbund (KOB) des KB zählte dort ca. 250 Teilnehmer, was auch meinem Augenschein entspricht.
Aus Braunschweig reisen dazu, laut KB Braunschweig, LgdI, HO und SOSO an. Laut KPD (vgl. 19.4.1972) riefen auch das Kommunistische Studentenkollektiv (KSK) Lüneburg sowie eine KSV-Sympathisantengruppe an der Uni Bremen auf.

Die KPD (vgl. 3.5.1972) berichtet:"
Die Hamburger Genossen, deren Regionalkomitee erst seit wenigen Wochen arbeitet, führten eine Maidemonstration durch, an der sich 400 Menschen beteiligten. Die sorgfältig ausgesuchte Marschroute führte durch die proletarischen Viertel Altonas, vom Holstenplatz zum Spritzenplatz. Die kurzen Zwischenkundgebungen, zu denen der eindrucksvolle Zug mehrfach den Marsch unterbrach, zogen immer wieder viele Bewohnenr an, so daß die zahlreichen Agitproptrupps erfolgreiche Arbeit leisten konnten: Noch einmal konnte das Flugblatt zur Gründung des Regionalkomitees massenhaft verteilt werden, ebenso der Mai-Aufruf in türkischer und spanischer Sprache. Die Genossen berichteten uns voller Freude von einem besonders regen Verkauf der Roten Fahne, bei dem es z.T. zu ausführlichen Gesprächen kam.

Auf der Schlußkundgebung erläuterte ein Parteigenosse nochmals die Linie der KPD gegen Reformismus und Revisionismus, mit der sie sich in die internationale Kampffront der Arbeiterklasse gegen den USA-Imperialismus und gegen den sowjetischen Sozialimperialismus (SU,d.Vf.) einreiht. Als zweiter Redner sprach ein holländischer (niederländischer,d.Vf.) Genosse, der die Lage der holländischen Arbeiter darstellte und den Fortschritt der organisatorischen Arbeit beschrieb. Die beiden Reden erhielten - auch von den um den Platz herum Stehenden - großen Beifall."

Laut KPD/ML-ZK sollen sich 100 bis 200 an der Demonstration der KPD, 2 bis 3 000 an der des KB und ca. 500 an der Demonstration durch Altona von u.a. KPD/ML-ZK und KJVD der KPD/ML-ZB beteiligt haben.

In Hamburg gab das Hamburger Aktionszentrum (HAZ), in dem die Revolutionären Anarchisten Hamburgs und das Marxistisch-Leninistische Zentrum (MLZ) mitarbeiten, eine "HAZ-Erklärung zum 1.Mai 1972", die fordert, daß "neue Formen des politischen Kampfes in Hamburg in Gang kommen". Darunter wird "die militante Kampfbereitschaft aller Unterdrückten" verstanden. Laut KB führte dies zu folgendem Resultat:"
In einer fünften Mai-Demonstration … zogen 30 Demonstranten anarchistischer und anderer Gruppen zum Hamburger Untersuchungsgefängnis." Laut dem im HAZ vertretenen Marxistisch-Leninistischen Zentrum (MLZ) war allerdings der 1.Mai die erste größere Aktivität des HAZ seit der Gründung im Herbst 1971 (vgl. Nov. 1971).

Die DKP ruft zur Demonstration des DGB KJA um 13 Uhr 30 ab Wandsbeker Chaussee mit Abschlußkundgebung um 15 Uhr auf dem Hansaplatz, zur Jugendveranstaltung über "Jugendprobleme während der Arbeit und in der Freizeit" um 16 Uhr im Musiksaal des Gewerkschaftshauses (mit Kulturprogramm) und zur eigenen Maiveranstaltung um 18 Uhr in der Festhalle von Planten und Blomen auf.
Q: Kommunist Extra,Hamburg 25.4.1972,S.4; HAZ:Erklärung zum 1.Mai 1972,Hamburg 1972; Der Funke Nr.3,Hamburg 1972,S.13; Solidarität Nr.1,Hamburg 1972; Roter Morgen Nr.11,Hamburg 5.6.1972; Sozialistisches Schüler Forum Nr.5,Hamburg 1972,S.12; Der Chemiearbeiter Nr.16 und 17,Hamburg 25.4.1972 bzw. 23.5.1972,S.6ff bzw. S. 10; Arbeiterkampf Nr.19,Hamburg Juni 1972,S.9; Rote Fahne Nr.40, 41, 42 und 43,Dortmund 7.4.1972, 19.4.1972, 3.5.1972 bzw. 17.5.1972,S.1, S.1 und 5, S.3 bzw. S.3; Rote Presse Korrespondenz Nr.166,Berlin ****1972,S.2; Rote Universitätszeitung Sdr.Nr.1,Braunschweig Juni 1972

KB-Chemiearbeiter004 138


22.05.1972:
Das RK Wasserkante der KPD berichtet der 'Roten Fahne' (vgl. 31.5.1972) vermutlich in dieser Woche:"
FEINDE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI - WASSERTRÄGER VON SPD- UND DKP-FÜHRUNG

Unsere Partei hat mit der zentralen Mailosung die Stoßrichtung ihres Kampfes um die Mehrheit der Arbeiterklasse festgelegt. Gegen Reformismus und Revisionismus, d.h. den klassenbewußten Arbeitern und der revolutionären Intelligenz klarzumachen:

Wer den Klassenkampf will, muß sich entscheiden zwischen der KPD auf der einen Seite, der SPD und DKP auf der anderen!

Im Kampf zweier Linien gibt es keinen dritten Weg. Wir haben mehrfach analysiert wie die zentrale These der Zirkel von der Notwendigkeit der antifaschistischen Einheitsfront gegen CDU/CSU ins Lager des Revisionismus führt.

Das Regionalkomitee Hamburg der KPD hat mit seiner Gründung entschlossen den Kampf aufgenommen gegen den relativ starken lokalen Zirkel KB-Hamburg. Es schreibt uns über die Politik dieser Gruppe:
JAMMERMARXISTEN

Am 1.Mai, als SPD-, DGB- und DKP-Führung wieder auf eine Demonstration verzichteten, rief der KB, wie er es selbst darstellt: stellvertretend für DGB- und DKP-Führung, zu einer Demonstration auf:

'Gegen die schrittweise Faschisierung und Militarisierung von Staat und Gesellschaft' und 'Gegen die faschistische Formierung der Kapitalistenklasse - Stoppt ihre Agenten Strauß (FJS,d.Vf.), Barzel und Springer' - so lauten zwei Hauptparolen des KB-Maiaufrufs. Dabei ist es nur folgerichtig, daß der KB bis fast in den Wortlaut endgültig den DKP/SEW-Phrasen verfallen ist, daß der KB die SPD gegenüber der CDU/CSU als 'kleineres Übel' bezeichnet, auch wenn er zugleich selbst beruhigend beteuert, daß dies nicht 'gleichzusetzen sei mit einer kritiklosen (!) und kampflosen Hinnahme dieser Partei und ihrer Regierungspolitik.'

Der KB feiert das Scheitern des Mißtrauensantrages der CDU-Reaktionäre gegen die SPD-Regierung als 'Sieg der Arbeiterklasse und der Kommunisten'.

Natürlich will die Arbeiterklasse keine CDU/CSU-Regierung. Den Abscheu der Kollegen gegen eine CDU-Regierung nutzen aber eben diese Leute dazu aus, die SPD als 'arbeiterfreundliche' Partei anzupreisen und über all ihre arbeiterfeindlichen Maßnahmen der letzten Jahre hinwegzutäuschen. Wer darum die von den SPD-Betriebsräten und Gewerkschaftsführungen angezettelten Demonstrationen und Streiks gegen den CDU-Mißtrauensantrag nicht vor allem als Ausdruck dafür begreift, wie stark noch das Gift des Reformismus in großen Teilen der Arbeiterklasse steckt, sie stattdessen in einen 'Erfolg der Kommunisten' ummünzt, der zeigt nur, wie weit er sich schon den Positionen des Reformismus und Revisionismus genähert hat.

So war es dann in der Tat nur noch ein Problem des richtigen Reimens, wenn eine der meistgeübten Parolen auf den KB-Maidemonstrationen folgende war: 'Im Parlament herrscht Korruption - wartet nur, wir kommen schon!'

So hat man das auf Maidemonstrationen mitgeführte DGB-Transparent 'Für eine bessere Welt' zu verstehen: Für eine bessere Welt im bürgerlichen Parlament! Da haben in der Tat die DKP-Führer noch einfallsreicher ihre revisionistische Verkommenheit demonstriert, wenn sie vor den Hamburger Betrieben zu Solidaritätstelegrammen an Brandt auffordern ließen.

Täuschung der Massen über die Rolle von SPD-Regierung als Agentur der Monopole und der DKP-Führung als Agentur der neuen Bourgeoisie in der SU und der DDR, das ist das Wesen der KB-Politik.

Gegen unsere Partei und ihre revolutionären Losungen zum 1.Mai stellte der KB fest, der 1.Mai sei kein 'spezieller Kampftag der Kommunisten, sondern ein Kampftag der gesamten Arbeiterklasse'. Wer sonst soll sich für diese äußerst originelle Feststellung bedanken, als eben jene Leute, die ein Interesse daran haben, kommunistische Forderungen von der Arbeiterklasse und ihrem Kampftag fernzuhalten?

Ein weiterer Hinweis darauf, wie sehr sich die Gruppe KB bereits zum offenen Revisionismus bekennt, war ihr Verhalten angesichts der erneuten Verschärfung der USA-imperialistischen Aggression gegen das vietnamesische Volk.

Auch diesmal wieder Ablehnung der Einheitsfront mit der KPD, die DKP-Führung jedoch anwinseln und gemeinsame Aktion. Gegen die antiimperialistische Demonstration wandte er sich deshalb, weil es ihm falsch erschien, den sowjetischen Sozialimperialismus als Feind der unterdrückten Völker ebenfalls anzuprangern.

HIER ZEIGT SICH, OPPORTUNISMUS IN DEN FRAGEN DES PARTEIAUFBAUS UND DES KLASSENKAMPFS IM EIGENEN LANDE FÜHRT ZUM OPPORTUNISMUS AUCH IN DEN FRAGEN DES PROLETARISCHEN INTERNATIONALISMUS.

Umsein Ausscheren aus der gemeinsamen antiimperialistischen Front vor seinen eigenen Mitgliedern zu 'rechtfertigen', verstieg er sich schließlich zu der Auffassung, die Blockade der Demokratischen Republik Vietnam (DRV,d.Vf.) 'genüge noch nicht' für eine Demonstration. Als er sich selbst in seiner Liebesdienerei vor der DKP durch deren Absage getäuscht sah (die Revisionisten führten eine Demonstration mit 200 Teilnehmern durch (vgl. 17.5.1972,d.Vf.)) blieb ihm nichts weiter übrig als Tage später zusammen mit einer Studentengruppe zu einer weiteren Demonstration aufzurufen.

Auf diesem Hintergrund haben wir die nervöse Unruhe zu sehen, mit der KB-Mitglieder vor den Hamburger Betrieben herumlaufen, um die Kollegen mit parteifeindlicher Hetze und Lügen vor der KPD zu 'warnen'. Der KB hat ebenso wie das gesamte Zirkel- und Sektenwesen in der Bundesrepublik vollständig ausgespielt. Solange sie aber - wenn auch noch so gering - Verwirrung stiften und mit 'Theorien' hausieren gehen, die Kommunistische Partei könne durch die 'immer enger werdende Zusammenarbeit der verschiedenen Zirkel' aufgebaut werden, solange wird unsere Partei gegen solche 'Vervielfachung des Opportunismus' den schonungslosen Kampf führen und sie als Wasserträger der Revisionisten entlarven."
Q: Rote Fahne Nr.45,Dortmund 31.5.1972,S.4

April 1973:
Die DKP-Hochschulgruppen Hamburg geben die Nr.18 ihres 'Kommunist' (vgl. 7.3.1973, 9.4.1973) mit einem Titelblatt "1.Mai. Kampftag für Mitbestimmung, kontra Großkapital, für Frieden und Sicherheit" heraus. Im Leitartikel wird für den 1.Mai zum "Kampf um Mitbestimmung" aufgerufen zur Demonstration ab DGB-Haus. Die DKP führt ein UZ-Pressefest durch (vgl. 30.4.1973).
Q: Kommunist Nr.18,Hamburg Apr. 1973

13.04.1973:
Eine Arbeiterrunde der KPD zum 1.Mai war für heute in Hamburg angekündigt worden.
Q: Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973

18.04.1973:
Eine Jugendveranstaltung der KPD zum 1.Mai war für heute in Hamburg angekündigt worden.
Q: Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.2

18.04.1973:
Das Initiativkomitee Arbeiterhilfe Hamburg (IKAH) des KB gibt eine 'Illustrierte Maizeitung' in einer Auflage von 3 000 heraus, die u.a. bekanntgibt, daß zwei Stunden nach der Demonstration der DGB Jugend die KB-Demonstration stattfinden werde.
Q: IKAH:Illustrierte Maizeitung,Hamburg 18.4.1973

18.04.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.6 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 11.4.1973, 22.5.1973) mit einer Auflage von 7 500 zum 1. Mai heraus.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1973

KB-Metallarbeiter 204

KB-Metallarbeiter 205

KB-Metallarbeiter 206

KB-Metallarbeiter 207

KB-Metallarbeiter 208

KB-Metallarbeiter 209

KB-Metallarbeiter 210

KB-Metallarbeiter 211

KB-Metallarbeiter 212

KB-Metallarbeiter 213


27.04.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Hamburg gibt ein Flugblatt "Wer spaltet die IG Chemie?" mit einer Auflage von 3000 heraus. Aufgerufen wird zum 1.Mai.
Q: KG Hamburg: Wer spaltet die IG Chemie?,Hamburg 27.4.1975

30.04.1973:
Die KPD berichtet von 300 Besuchern, die zu ihrer "zentralen" bzw. besser regionalen Maiveranstaltung des Regionalkomitees Wasserkante im Hamburger Curiohaus gekommen waren, "wo sie mit großer Empörung vom Demonstrationverbot in Dortmund hörten. Sie übersandten noch in der Nacht den Genossen und Freunden im Ruhrgebiet solidarische Grüße.

Besonders die Rede des Genossen vom ZK unserer Partei machte deutlich, daß unsere Antwort auf Verbotsdrohungen und Überfälle verstärkte Massenarbeit sein muß."
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.8

30.04.1973:
In Hamburg führt die DKP ein UZ-Pressefest als Maiveranstaltung von 19 Uhr bis zum frühen Morgen im Congress Centrum Hamburg (CCH) durch. Neben Tanz in zwei Sälen wird für den Eintritt von 5 DM auch eine Festansprache von Kurt Bachmann (Vorsitzender der DKP) sowie ein Auftritt von Dieter Süverkrup geboten.

Die KPD berichtet von ihrer heutigen regionalen Maiveranstaltung in Hamburg und fährt fort:"
Am gleichen Abend inszenierte die DKP unter der Losung Kampfmai im größten Hotel am Ort in den exklusiven Räumen des Congreß-Zentrums eine Tanzveranstaltung, bei der Bachmann persönlich den Reigen eröffnete."
Q: Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.8; Kommunist Nr.18 und Extra Stop dem Meinungsmonopol der bürgerlichen Presse! Die UZ wird Tageszeitung!,Hamburg Apr. 1973 bzw. o.J. (1973),S.16 bzw. S.4

01.05.1973:
An der Demonstration des KPD-Regionalkomitees Wasserkante in Hamburg um 11 Uhr ab Holstenplatz nehmen, laut KPD, rund 700 Arbeiter, Werktätige, Schüler und Studenten teil, so daß "unter dem Banner der KPD im Arbeiterviertel Altona die klassenbewußten Kollegen demonstrierten."
Q: Rote Fahne Nr.17 und 18,Dortmund 25.4.1973 bzw. 2.5.1973,S.1 bzw. S.8; Kämpfende Jugend Nr.5,Dortmund Apr. 1973; Schulkampf Sdr.druck,Berlin Apr. 1973

01.05.1973:
In Hamburg beginnt um 8 Uhr 30 eine DGB Jugend Demonstration ab Legienplatz, zu der auch die DKP aufruft und um 10 Uhr 30 eine KB Demonstration ab Sternschanze. Der DGB feiert, laut KPD, im Congreß Centrum Hamburg (CCH).

Die KJO Spartacus ruft mit einem 'Spartacus' Extra zur Beteiligung an den Aktionen des DGB am Gewerkschaftshaus auf.
Laut KB Bremen (KBB) beteiligen sich daran 6 000 Personen:"
Innerhalb der Demonstration organisierte die Kommunistische Gruppe Hamburg einen Block von 1. 600 Menschen, die den 1. Mai eindeutig als Kampfansage an die Kapitalistenklasse und ihren Staat verstanden wissen wollten.

Im Anschluß an die DGB-Jugenddemonstration und als deren Weiterführung gab es noch drei andere Demonstrationen in Hamburg.
An der Demonstration des KB-Nord, an der sich im letzten Jahr noch 4 000 Menschen beteiligt hatten, nahmen ca. 2 000 Menschen teil, während an den Umzügen der linkssektiererischen Gruppen 'Rote Fahne'(KPD) und 'Roter Morgen' (KPD/ML) jeweils 350 Menschen teilnahmen."

Diese Schilderung gibt auch die KG Hamburg. Von ihrer 'Hamburger Arbeiter-Zeitung' erschienen zum 1. Mai 3 Branchen-Ausgaben (Metall, Druck, Chemie) im CPK-, DruPa- bzw. IGM-Bereich und ein zentrales Extra.

Sie berichtet weiter:"
Die Kampagne der erst seit 6 Wochen bestehenden KG/Hamburg zum 1. Mai endete mit einem bemerkenswerten Erfolg: Fast 1 600 Arbeiter, Lehrlinge, andere Werktätige, Studenten und Schüler reihten sich ein in den von der KG Hamburg organisierten klassenkämpferischen Block am Ende der von ca. 6 000 Menschen durchgeführten Mai-Demonstration, zu der der hiesige Kreisjugendausschuß des DGB aufgerufen hatte. Als die KG anschließend dazu aufforderte, nicht den DGB-Führern und der SDAJ/DKP zur offiziellen Festveranstaltung ins Kongreß-Zentrum zu folgen, sondern die Mai-Demonstration mit roten Fahnen und klassenkämpferischen Losungen fortzusetzen, folgten sehr viele, vor allem junge Kollegen, diesem Aufruf. … Mit den Parolen 'Vorwärts im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse und des Volkes', 'Vorwärts im Kampf für den Sieg des Sozialismus', übertönte der Zug schnell das wütende Geschrei der SDAJler.

Der Demonstrationszug zog dann durch die Arbeiterviertel von St. Pauli, wo er überall freundlich aufgenommen wurde, so daß er auf seinem Höhepunkt im Karolinenviertel 1 800 Menschen umfaßte."

Laut KPD/ML beteiligen sich an ihrer Demonstration rund 500 Personen, u.a. Hafenarbeiter (ÖTV-Bereich) und Ausländer, u.a. von der TKP/ML Türkei. Der Zug sei auf 700 Leute angewachsen. Später korrigiert die KPD/ML sich dahingehend, dass die PEF Türkei, nicht aber die TKP/ML beteilgit gewesen sei.
Q: Hamburger Arbeiter-Zeitung 1.Mai Extra und Nr.2,Hamburg Mai 1973 bzw. 24.5.1973,S.2; Roter Morgen Nr.15, 18 und 31,Dortmund 21.4.1973, 12.5.1973 bzw.11.8.1973; Rote Fahne Nr.18,Dortmund 2.5.1973,S.8; Wahrheit Nr.5/6,Bremen 1973,S.10; KJO Spartacus-OG Hamburg:Spartacus Extra,Hamburg o.J. (Apr. 1973); IKAH:Illustrierte Maizeitung,Hamburg 18.4.1973; Unser Weg Nr.20/21,Hamburg 1973,S.16; Kommunist Nr.18 und Extra Stop dem Meinungsmonopol der bürgerlichen Presse! Die UZ wird Tageszeitung!,Hamburg Apr. 1973 bzw. o.J. (1973),S.4 bzw. S.4

22.05.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.6 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 18.4.1973, 29.5.1973) mit einer Auflage von 7 000 heraus. Berichtet wird u.a. vom 1. Mai.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1973,S.18ff

KB-Metallarbeiter 233

KB-Metallarbeiter 234

KB-Metallarbeiter 235


24.05.1973:
Die KG Hamburg gibt die Nr.2 ihrer 'Hamburger Arbeiter-Zeitung' heraus. Die Zeitschrift erscheint im Verlag Rote Presse Hamburg. U.a. wird über den 1.Mai berichtet und auch zu den Aufgaben der KG Stellung bezogen:"
Die KG hat sich zum Ziel gesetzt, zum Wiederaufbau der Kommunistischen Partei in Hamburg beizutragen. Um diesem Ziel näher zu kommen, muß sie in jedem politischen Schritt, den sie unternimmt, den Zusammenschluß der klassenbewußten Kollegen im Betrieb in Form von Betriebskollektiven und später Betriebszellen anstreben und entsprechend organisieren. Der weitaus größte Teil der klassenbewußten Kollegen in Hamburg steht der KG noch sehr skeptisch gegenüber. Nach den bisherigen Erfahrungen mit 'Hamburger Kommunisten' und weil die KG noch relativ schwach und unerfahren ist, stellt sich ihnen die Frage, ob die KG ihre Politik im Interesse der Arbeiterklasse entwickelt oder ob hier nur ein neuer 'Parteiladen' entsteht. … Die wichtigste Lehre aus der Mai-Kampagne ist die, daß es notwendig und möglich ist, die politische Organisierung des Hamburger Industrieproletariats voranzutreiben und den Aufbau der ersten Betriebskollektive der KG verstärkt anzupacken. … Die Einheit der Marxisten-Leninisten vor die Arbeit unter den Massen zu stellen, halten wir für falsch und unpolitisch."
Q: Hamburger Arbeiter-Zeitung Nr.2,Hamburg 24.5.1973

16.10.1973:
Internes Rundschreiben der Leitung des KB Gruppe Hamburg "Zum Ausschluß der Seeleute-Zelle aus dem Kommunistischen Bund". Daraus geht u.a. hervor, daß Differenzen schon im Zusammenhang mit dem 1. Mai 1973 aufgetreten sind. Die Ansichten der Seeleute-Genossen würden "in zentralen Punkten zu denen des KB im Widerspruch stehen, insbesondere in der Faschismusfrage und darüberhinaus den Zusammenhang von Politik und Ökonomie betreffen."
Q: Arbeiterkampf Nr.37,Hamburg 18.12.1973,S.26

24.03.1974:
In Hamburg lud die KPD, nach eigenen Angaben, für heute zu Beratungen über eine Maiaktionseinheit ein, zu denen der KB, der RBJ und die KPD-nahen Organisation Rote Hilfe (RH) e.V., KSV, LgdI und Kommunistische Oberschüler Hamburg (KOH) erschienen, aber nicht der KBW.
Q: Rote Fahne Nr.14,Dortmund 3.4.1974

28.03.1974:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.5 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 22.2.1974, 24.4.1974) mit einer Auflage von 8 300 für März heraus. Berichtet wird u.a. von der Metalltarifrunde (MTR), wobei u.a. auf die Vorbereitung des 1. Mai gedrungen wird.
Q: Der Metallarbeiter Nr.5,Hamburg März 1974,S.8

KB-Metallarbeiter 377


April 1974:
In Hamburg-Altona führt die KPD, nach eigenen Angaben, eine Maiveranstaltung durch.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974

April 1974:
In Hamburg-Billstedt führt die KPD, nach eigenen Angaben, eine Maiveranstaltung durch.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974

April 1974:
In Hamburg-Harburg führt die KPD, nach eigenen Angaben, eine Maiveranstaltung durch.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 17.4.1974

April 1974:
In der ÖTV Hamburg spricht sich, laut KPD, der von Auflösung bedrohte Arbeitskreis Gesundheitspolitik (AKGP) (vgl. 8.4.1974) vermutlich im April gegen die Linie des KBW zum 1.Mai aus.
Q: Rote Fahne Nr.23,Dortmund 5.6.1974

24.04.1974:
Bei der Norddeutschen Affinerie (NA) in Hamburg gibt der KBW die Nr.4 seiner 'Informationen für die Kollegen der Norddeutschen Affinerie' (vgl. 18.3.1974) heraus. Aufgerufen wird zum 1. Mai.
Q: Informationen für die Kollegen der Norddeutschen Affinerie Nr.4,Hamburg 24.4.1974

KBW-CPK_Bild 140

KBW-CPK_Bild 141

KBW-CPK_Bild 142

KBW-CPK_Bild 143

KBW-CPK_Bild 144

KBW-CPK_Bild 145

KBW-CPK_Bild 146

KBW-CPK_Bild 147


24.04.1974:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.6 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 28.3.1974, 6.6.1974) mit einer Auflage von 8 500 für April heraus. Berichtet wird über die Vorbereitung des 1. Mai. Besondere Berücksichtigung erfährt die Arbeiterjugend.

Beigelegt ist ein Flugblatt des KB "Großveranstaltung zum 1. Mai" (vgl. 26.4.1974). Angekündigt werden auch die Maiveranstaltungen der eigenen Hamburger Bezirksgruppen in Altona (vgl. 27.4.1974), Bergedorf (vgl. 27.4.1974), Harburg (vgl. 25.4.1974) und Wilhelmsburg (vgl. 28.4.1974) sowie in Elmshorn (vgl. 30.4.1974) und vom DGB OJA Geesthacht (vgl. 30.4.1974).
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1974; KB: Großveranstaltung zum 1. Mai,Hamburg o. J.

KB-Metallarbeiter 378

KB-Metallarbeiter 379

KB-Metallarbeiter 382

KB-Metallarbeiter 383

KB-Metallarbeiter 384

KB-Metallarbeiter 385

KB-Metallarbeiter 392

KB-Metallarbeiter 393

KB-Metallarbeiter 394

KB-Metallarbeiter 395


25.04.1974:
Die Bezirksgruppe Harburg des KB Hamburg will ihre Maiveranstaltung durchführen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1974,S.16

26.04.1974:
In Hamburg führen u.a. KB und KPD eine gemeinsame Maiveranstaltung durch. Laut KPD sind unter den 2 000 bis 2 500 Arbeitern, Studenten und Schülern auch Anhänger des KBW. Der SSB Studenten des KB spricht von ca. 2 000 Personen, die u.a. der Klärung von Differenzen in der Aktionseinheit von KB, KPD, RBJ und SSB beiwohnen sollen.
Q: Rote Fahne Nr.16 und 19,Dortmund 17.4.1974 bzw. 8.5.1974; Solidarität Nr.15,Hamburg 1974,S.15; KB: Großveranstaltung zum 1. Mai,Hamburg o. J.

KB-Metallarbeiter 381

KB-Metallarbeiter 380


27.04.1974:
Die Bezirksgruppe Altona des KB Hamburg will ihre Maiveranstaltung durchführen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1974,S.16

27.04.1974:
Die Bezirksgruppe Bergedorf des KB Hamburg will ihre Maiveranstaltung durchführen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1974,S.16

28.04.1974:
Die Bezirksgruppe Wilhelmsburg des KB Hamburg will ihre Maiveranstaltung durchführen.
Q: Der Metallarbeiter Nr.6,Hamburg Apr. 1974,S.16

29.04.1974:
In Hamburg führt die KPD, laut KJV, ihre Maiveranstaltung im Curiohaus durch.
Q: Kämpfende Jugend Nr.8,Dortmund 24.4.1974

30.04.1974:
In Hamburg möchte die KPD/ML eine Maiveranstaltung durchführen.
Q: Roter Morgen Nr.17,Dortmund 27.4.1974

30.04.1974:
Der KBW (vgl. 15.5.1974) berichtet, daß zu seiner heutigen Mai-Veranstaltung in Hamburg ca. 4OO Menschen erschienen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974

01.05.1974:
In Hamburg kommen, laut KB, ca. 10 000 Menschen zur Demonstration des DGB KJA, ca. 15 000 zur Kundgebung des DGB, auch der KB selbst:"
In Hamburg hatten sich in diesem Jahr der KB, die KPD, der Ring Bündischer Jugend (RBJ), die Liga gegen den Imperialismus und einige andere Organisationen auf ein gemeinsames Vorgehen zum 1. Mai geeinigt", Teilnahme an der DGB-Demonstration mit eigenen Parolen. Zu einer weiteren, einer "sozialistischen Mai-Demonstration" kommen ca. 4 000 Menschen. "Ihr eigenes Süppchen kochten an diesem 1. Mai die KPD/ML und der KBW." Ca. 150 Menschen schlossen sich der Demonstration der KPD/ML an. "Der KBW rief zu einer Kundgebung im Anschluß an die DGB-Kundgebung auf." Ca. 350 Menschen kommen zu dieser Kundgebung. Laut SSB Studenten des KB schlug der KBW dabei ein Aktionseinheitsangebot von KB und KPD aus und demonstrierte mit ein paar Hunderten.

Laut AB beteiligen sich 30 000 an der Maidemonstration.

Die KPD/ML führt eine Maidemonstration mit, nach eigenen Angaben (vgl. 11.5.1974), 400 Arbeitern, Schülern und Studenten durch, an der sich auch Afghanen und Türken beteiligen. Sie wollte auch eine Maiveranstaltung mit Ernst Aust in Wilhelmsburg machen. KPD und KB hätten beim DGB mitgemacht.

Laut KPD beteiligen sich KPD und KB gemeinsam an der DGB-Demonstration von 15 000 Leuten und führen dann ab Kirchenallee zusammen mit über 20, meist eng befreundeten Organisationen, eine eigene Demonstration mit 4 000 Personen durch.

KBW und KPD/ML mobilisierten, laut KPD, für ihre Kundgebungen je 150 bis 200 Personen.

Der von Auflösung bedrohte Arbeitskreis Gesundheitspolitik (AKGP) in der ÖTV (vgl. 8.4.1974), in dem laut KPD, u.a. Beschäftigte der Allgemeinen Krankenhäuser (AK) Altona, Eilbek, Heidberg und St. Georg, des Hafenkrankenhauses, des Kinderkrankenhaus Borgfelde und des Krankenhauses Großsand vertreten sind, bildet laut KPD, einen Block von 30 Personen.

Auf der Maidemonstration in Hamburg gibt es, laut und mit den 'Politischen Briefen', einen Block der SJD Die Falken mit 150 Personen. Bei der Einschätzung der Konkurrenz liefern die 'Politischen Briefe' die verwunderlichen Angaben von 3 000 Leuten bei der KPD und nur 400 bis 500 beim KB, was umgekehrt vielleicht glaubhafter klingt.

Laut KBW (vgl. 15.5.1974) nehmen an der 1. Mai Demonstration des DGB ca. 15 OOO Menschen teil:"
Nach Beendigung der Kundgebung der DGB-Führer bildete sich ein Demonstrationszug einer Aktionseinheit der Gruppe Rote Fahne und des Kommunistischen Bundes Nord (KPD und KB,d.Vf.), der mit ungefähr 2 OOO Teilnehmern abzog. Die Ortsgruppe des KBW führte in unmittelbarer Nähe der DGB-Kundgebung eine eigene Kundgebung durch, an der ein fester Kern von 1OOO Menschen und zeitweise bis zu 2 OOO Menschen teilnahm."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.10,Mannheim 15.5.1974; Politische Briefe Nr.3/4,Berlin o.J. (Mai 1974); Rote Fahne Nr.17 und 23,Dortmund 24.4.1974 bzw. 5.6.1974; Kämpfende Jugend Nr.8 und 9,Dortmund 24.4.1974 bzw. 8.5.1974; Roter Morgen Nr.17 und 19,Dortmund 27.4.1974 bzw. 11.5.1974; Arbeiterkampf Extrablatt zum 1.5.1974 und Nr.44,Hamburg 1974 bzw. 22.5.1974, o.S. bzw. S.10 und 12; Klassenkampf Nr.35,Frankfurt Mai 1974; Der Motor Nr.17,München Mai 1974; Solidarität Nr.15,Hamburg 1974,S.15

Hamburg-Unsere-Stadt001

08.05.1974:
In der Nr.19 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 2.5.1974, 15.5.1974) berichtet die KPD u.a. aus Hamburg von der Maiveranstaltung mit dem KB (vgl. 26.4.1974) und der Mai-Aktionseinheit mit dem KB, an der sich der KBW nicht beteiligte. Früher habe der KB stets die Aktionseinheit mit der KPD abgelehnt, aber durch die Verbotssolidarität und die Betriebsarbeit sei man sich näher gekommen.
Q: Rote Fahne Nr.19,Dortmund 8.5.1974

17.01.1975:
Laut KB demonstrieren heute in Hamburg über 2 500 Menschen "gegen Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenverknappung. Mehr als 70 Gruppen und Organisationen hatten zu dieser Demonstration aufgerufen bzw. unterstützten sie." U.a. nehmen auch teil:
- BDJ/RBJ,
- KB,
- KPD.
Ein Sprecher der Hamburger Aktionseinheit (vgl. 6.12.1974, 14.2.1975) fordert während der Abschlußkundgebung dazu auf, "unmittelbar mit den Vorbereitungen zum 1.Mai 1975 zu beginnen".
Q: Arbeiterkampf Nr.55 und 56,Hamburg 28.1.1975 bzw. 18.2.1975,S.1ff bzw. S.17

15.04.1975:
Die Kommunistische Schülergruppe (KSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schülerzeitung' Nr.2 (KSZ – vgl. 10.2.1975, 16.6.1975) mit einem Aufruf zum 1. Mai heraus.
Q: Kommunistische Schülerzeitung Nr.2,Hamburg 15.4.1975

KSG_fps2_049

KSG_fps2_050


27.04.1975:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt eine Betriebsausgabe Valvo seines 'Metallarbeiters' mit einer Auflage von 700 heraus. Berichtet wird von der Vorbereitung des 1. Mai und den Vertrauensleutewahlen (VLW) der IGM.
Q: Der Metallarbeiter Betriebsausgabe Valvo,Hamburg 27.4.1975

Hamburg_Valvo 000

Hamburg_Valvo 001

Hamburg_Valvo 002


30.04.1975:
In Hamburg will die KPD eine Maiveranstaltung im Curio-Haus durchführen.
Q: Rote Fahne Nr.16,Dortmund 23.4.1975

01.05.1975:
Laut KB beteiligen sich an der Mai-Demonstration des DGB in Hamburg ca. 25 000 Menschen, laut SSB (Studenten) Hamburg des KB ca. 20 000. Aufgerufen hatten u.a. der DGB KJA und die Hamburger Aktionseinheit gegen die reaktionäre Jugend- und Bildungspolitik des Senats (Zusammenschluß des KB, SSB, BDJ, über 70 einzelner Initiativen aus Betrieben, Gewerkschaften, Berufsschulen, Schulen, der Uni, ausländische Arbeiter und Studenten):"
Demonstriert wurde in Blöcken nach Industriegewerkschaften … Ebenso wie die DGB-Demonstration am Morgen, war auch die gegen mittag startende sozialistische Demonstration der 'Aktionseinheit' ein voller Erfolg, den wir nicht in dieser Größenordnung erwartet hatten: 5 500 bis 6 000 Menschen marschierten … Diese Demonstration stand noch stärker als die am Morgen im Zeichen des Sieges der Völker Indochinas. Der SSB (Studenten) erwähnt u.a. die Parole '1. Mai - Saigon ist frei'. Am Mai-Fest des KB beteiligten sich, nach eigenen Angaben, ca. 4 500. Aufgerufen hatte der KB u.a. mit seiner Stadtzeitung 'Unsere Stadt' und auch bei Valvo (vgl. 27.4.1975). Berichtet wird u.a. im Metallbereich (vgl. 4.6.1975) und im Hafen (vgl. 15.5.1975), wo auch die Chilesoldiarität als Fortführung der Maiaktivitäten propagiert wird.

KPD und KPD/ML riefen zur eigenen Demonstration auf. Von den 800 Teilnehmern befanden sich dann, laut KPD/ML, 450 in ihrem eigenen Block.

Zuvor beteiligten sich KPD, KB und KBW noch an der DGB-Demonstration. Eine Veranstaltung der KPD/ML soll in Wilhelmsburg durchgeführt werden.

Die KPD will eine Maifeier im Gustav Radbruchhaus durchführen. Aufgerufen wurde auch zum oppositionellen Block beim DGB und der anschließenden Demonstration ab Gerhard Hauptmann Platz. Laut KPD waren 7 000 auf der DGB-Kundgebung und danach beteiligen sich 800 an der Demonstration von KPD/ML, ausländischen Organisationen und KPD zum Karolinenviertel.

Laut KBW (vgl. 7.5.1975) demonstrieren ca. 30 Soldaten in Uniform mit seinem Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK).
Q: Rote Fahne Nr.16 und 18,Köln 23.4.1975 bzw. 7.5.1975; Roter Morgen Sdr.Nr. Zum Roten 1.Mai 75, Nr.17 und 19,Dortmund o.J. (1975),26.4.1975 bzw. 10.5.1975; Arbeiterkampf Nr.61,Hamburg 21.5.1975,S.19f; Der Hafenarbeiter Nr.3,Hamburg 15.5.1975;S.8ff; Der Metallarbeiter Nr.4,Hamburg 4.6.1975,S.8f; Der Metallarbeiter Betriebsausgabe Valvo,Hamburg 27.4.1975; Unsere Stadt Nr.7,Hamburg Apr./Mai 1975,S.19; Kommunistische Volkszeitung Nr.18,Mannheim 7.5.1975; Solidarität Nr.22,Hamburg 13.5.1975,S.25

Hamburg-Unsere-Stadt000

KHBML_360

KHBML_361

KHBML_362

KHBML_363

KHBML_364

KHBML_365

KHBML_366

KHBML_367

KHBML_368

Metallarbeiter-Hamburg501


04.06.1975:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.4 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 20.2.1975, 20.8.1975) mit einer Auflage von 6 700 heraus. Berichtet wird u.a. vom 1. Mai und den deswegen eingeleiteten Ausschlussverfahren aus der IG Metall.
Q: Der Metallarbeiter Nr.4,Hamburg Juni 1975

Metallarbeiter-Hamburg508


16.06.1975:
Ein Mitglied des Leitenden Gremiums des KB übergibt, laut KB, der Botschaft Südvietnams in Ostberlin 37 000 DM. Diese Summe setzte sich zusammen "aus dem Spendenergebnis vom Volksfest der Hamburger Aktionseinheit am 1. Mai … und Einzelspenden".
Q: Arbeiterkampf Nr.63,Hamburg 1.7.1975,S.21

08.04.1976:
Die Ortsleitung Hamburg des KBW gibt ein Chemieextra der KVZ-Ortsbeilage Hamburg heraus. Zum 1. Mai wird der Aufruf des ZK des KBW nachgedruckt und zur §218-Veranstaltung aufgerufen (vgl. 21.4.1976).
Q: KVZ-Ortsbeilage Hamburg Chemie-Extra,Hamburg 8.4.1976,S.2

KBW-CPK_Bild 021

KBW-CPK_Bild 022


21.04.1976:
Das Komitee gegen den § 218 Hamburg will eine §218-Veranstaltung zum 1. Mai im Audimax der Universität durchführen.
Q: KVZ-Ortsbeilage Hamburg Chemie-Extra,Hamburg 8.4.1976,S.3

KBW-CPK_Bild 019

KBW-CPK_Bild 020

KBW-CPK_Bild 021

KBW-CPK_Bild 022

KBW-CPK_Bild 023

KBW-CPK_Bild 024

KBW-CPK_Bild 025

KBW-CPK_Bild 026


29.04.1976:
In Hamburg-Wilhelmsburg führt die KPD eine Maiveranstaltung mit Werner Heuler vom Ständigen Ausschuß durch.
Q: Rote Fahne Nr.16, 17 und 18,Köln 21.4.1976, 28.4.1976 bzw. 5.5.1976; Rote Fahne Pressedienst Nr.18,Köln 4.5.1976

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in Hamburg.
Laut KB nehmen ca. 20 000 Menschen an einer DGB-Demonstration teil. Zusätzlich organisierte die IGM "einen weiteren Demonstrationszug von Heidenreich und Harbeck zum selben Kundgebungsplatz. … Trotzdem blieb diese Demo mit nur 4 000 Teilnehmern hinter den Erwartungen zurück". "Wie schon im letzten Jahr verließen die Linken noch während der Abschluß-Kundgebung den Platz und formierten sich zu einer eigenständigen, oppositionellen Demonstration, an der sich in diesem Jahr sogar noch mehr Menschen beteiligten als im letzten Jahr: insgesamt gut 6 000! Wiederum war diese Demonstration die stärkste der revolutionären Linken in Westdeutschland. Sie wurde getragen von der 'Hamburger Aktionseinheit', einem Mai-Bündnis, an dem der KB und zahlreiche örtliche Initiativen beteiligt sind. Insbesondere die stärkere Einbeziehung von Frauen- und Mädchen-Gruppen in die Mai-Vorbereitung hat zur Vergrößerung der diesjährigen oppositionellen Mai-Demo beigetragen. Auch verschiedene Gruppen ausländischer Arbeiter und Studenten haben in einem mehrsprachigen Aufruf ihre Landsleute zur Teilnahme an dieser Demo aufgefordert. Ein durchschlagender Erfolg war das in diesem Jahr allerdings noch nicht. Auf der Abschlußkundgebung sprach, neben Vertretern der 'Hamburger Aktionseinheit' und der 'Frauen-Aktionseinheit', Genossin Carmen Castillo vom Chilenischen MIR." Die Hamburger Aktionseinheit veranstaltete auch in den Messehallen ein Fest, daß von ca. 5 000 Menschen besucht wurde. "Der KBW verteilte sich mit seinen 200 oder 300 Anhängern in kleineren Gruppen auf den DGB Zug. Die KPD demonstrierte mit 100 bis 150 Anhängern im IGM Zug, bevor sie sich dann zu einer eigenen Demonstration absetzte, die KPD/ML demonstrierte irgendwo im Grünen."

Laut AB demonstrieren 30 000 in zwei Zügen zur DGB-Kundgebung, von wo aus dann eine oppositionelle Demonstration mit 7 000 Personen beginnt. An den Aktionen beteiligen sich, laut AB, auch Soldaten in Uniform.

Laut KPD sollte um 12 Uhr die gemeinsame Maidemonstration von KPD und KPD/ML beginnen. Die KPD demonstriert dann aber allein mit 400 Personen. Beim DGB zählt sie 8 000 Personen.
Q: Rote Fahne Nr.16, 17 und 18,Köln 21.4.1976, 28.4.1976 bzw. 5.5.1976,S.3, S.* bzw. S.*; Rote Fahne Pressedienst Nr.18,Köln 4.5.1976; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.86,München 2.5.1976; Arbeiterkampf Nr.80,Hamburg 14.5.1976,Beilage

01.05.1977:
1. Mai in Hamburg.
Laut KB kommen ca. 10 000 - 20 0000 Menschen zu der DGB-Jugend Demo. An der ÖTV/IGM-Demo sollen sich ca. 10 000 Menschen beteiligt haben. "Beide Demos waren stark von oppositionellen Parolen etc. geprägt. Mehr als zwei Drittel aller Demonstranten trugen die bekannten Anti-AKW-Plaketten, während man die offiziellen DGB-Mai-Plaketten kaum sah. 20 000 - 25 000 Leute nahmen an der Kundgebung teil, die für den DGB zur Katastrophe wurde. Alle Reden wurden immer wieder von massiven Sprechchören unterbrochen … Mehr als 7 000 Menschen folgten nach der Kundgebung dem Aufruf der Hamburger Aktionseinheit zur eigenständigen Demo und Kundgebung … Diese AE - bereits traditioneller Bestandteil der Hamburger Linken - wurde wiederum vom KB initiiert. An ihr nahmen schließlich über 150 Betriebs-, Gewerkschafts-, Frauen-, Jugend-, Schülergruppen, Bürgerinitiativen (BUU) und Ausländerorganisationen teil. Leider waren auch dieses Jahr außer dem KB keine anderen politischen Organisationen mit von der Partie (KBW und KPD waren unerwünscht, SB (SBü,d.Vf.) und GIM lehnten ab). Als Erfolg, der auch die positivsten Erwartungen noch übertraf, muß das Mai-Fest der AE eingeschätzt werden." Zu diesem "kamen ca. 12 000 - 13 000 Leute in die z.T. hoffnungslos überfüllten vier Messehallen, Konferenzräume etc. … Der KBW veranstaltete nach der DGB-Kundgebung seine eigene Ansprache an die Volksmassen. 100 Anhänger hörten ihm dabei auch dieses Jahr wieder zu. Die KPD demonstrierte mit 150 - 200 Anhängern aus Norddeutschland unter ihren bekannten vaterländischen Ladenhütern. Während eine kleine Gruppe Hamburger Anarchisten sich der AE-Demo anschloß, verweigerte sich eine etwa 200 Leute starke Gruppe von Super-Spontis, die seit geraumer Zeit in der Hamburger Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe - BUU herumlärmt und sich nicht vor den Karren des KB spannen lassen will. Mit dieser Gruppierung, die auf dem Delegierten-Plenum der Hamburger BUU stark überrepräsentiert ist, gab es zuvor scharfe Auseinandersetzungen um eine Beteiligung der BUU an den Mai-Aktivitäten der AE. Die BUU entschied sich mit großer Mehrheit für eine Beteiligung an der AE."

Von der Hamburger Maivorbereitung berichtet der KB am 18.4. 1977 so: Der KB habe eine Einladung für ein Maifest am 30.4. und eine Aufforderung an fortschrittlichen Gruppen und Organisationen, zu eigenen Aktivitäten ausgesprochen. Eine weitere "Initiative der KB Ortsgruppe war die öffentliche Aufforderung für die Demos am 1. Mai und die Vereinheitlichung eines konkreten Projekts dafür:
a) Teilnahme an beiden DGB-Demos in oppositionellen Blöcken,
b) Teilnahme an der einheitlichen DGB-Kundgebung,
c) Protest-Abzug während der Matthöfer-Rede … und Formierung zur oppositionellen Demo,
d) Durchführung einer gemeinsamen Kundgebung, auf der ein Sprecher einer ausländischen Organisation (unser Vorschlag: Gladys Diaz von der MIR-Leitung (Chile,d.Vf.)), ein Betriebsrat in Vertretung beteiligter Gewerkschafts- und Betriebsgruppen, eine Sprecherin der Frauengruppen, sowie ein Sprecher der Jugendgruppen, sowie ein Sprecher der Hamburger-Anti-AKW-Bewegung auftreten soll …
Zu sehr scharfen Auseinandersetzungen hat unser Mai-Vorschlag in der Hamburger Anti-AKW-Bewegung geführt und zwar sowohl in den einzelnen Bürgerinitiativen, als auch auf dem Delegierten-Plenum. Hier kam es schließlich zur Kampfabstimmung, wobei 36 Delegierte für eine Beteiligung an der DGB-Demo, aber gegen eine anschließende oppositionelle Demo und Kundgebung stimmten. Eine Mehrheit von 52 Delegierten stimmte schließlich für unseren Vorschlag und 14 Delegierte enthielten sich der Stimme, hauptsächlich deswegen, weil das Problem bei ihnen noch nicht in der Bürgerinitiative abschließend diskutiert wurde … Unter Berücksichtigung aller Faktoren, kann bei einiger Anstrengung eine solide 2/3 Mehrheit der AKW-Gegner insgesamt für unseren Vorschlag gewonnen werden. Gegen unseren Vorschlag haben u.a. die von anderen politischen Organisationen (KBW, GIM, KPD) beeinflußten Sektoren der BUU gestimmt, sowie dem Reformismus nahestehenden Sektoren der sog. 'Gewaltfreien' und eine einflußreiche Sponti-Linie, die mehrere BI's beherrscht und die sich u.a. einer wild-antikommunistischen Hetze innerhalb der BUU hingegeben hat."

Laut AB beteiligen sich 40 000 an dem Zug von IGM und ÖTV von den Landungsbrücken. Gegen AKWs sprachen sich ca. 90 Transparente aus.

Laut Spartacusbund (SpB) demonstrieren 25 000.
Q: Spartacus Sdr.Nr.,Berlin 13.7.1977; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.111,München 3.5.1977; Arbeiterkampf Nr.103 bzw. 104,Hamburg 18.4.1977 bzw. 16.5.1977,S.1 bzw. S.10

01.05.1978:
1. Mai-Demonstration in Hamburg.
Laut KB beteiligen sich an der offiziellen DGB-Demonstration ca. 25 000 bis 30 000 Menschen. Eine von der Bunten Liste (BL) organisierte oppositionelle Demonstration umfaßt ca. 8 000 Menschen. Ein Block von ca. 200 - 300 Anarchisten und Spontis, nach unserer Zählung eher 1 500 bis 2 000, die an der DGB-Demonstration teilnehmen, wird von der Polizei brutal angegriffen um drei Personen, die Wahlplakate und einige Luxuswagen (Rolls Royce, Daimler) beschädigt hatten, festzunehmen bzw. zunächst zusammenzuprügeln. Da diese sich am Schluß des Blocks befinden und darauf der Frauenblock, vorneweg mehrere Reihen Kinderwagen, folgt, gelingt dies den Beamten auch.
Q: Arbeiterkampf Nr.129,Hamburg 16.5.1978,S.12; Eigener Bericht,Berlin 1989

01.05.1979:
Laut KB beteiligen sich in Hamburg an einer DGB-Demonstration ca. 30 000 Menschen:"
Auch die im Anschluß an die DGB-Kundgebung von der Bunten Liste und mehreren Ausländerorganisationen durchgeführte Demonstration und Kundgebung waren mit knapp 6 000 Teilnehmern … die bestbesuchte oppositionelle 1. Mai-Aktion in diesem Lande."
Q: Arbeiterkampf Nr.153,Hamburg 14.5.1979,S.14

01.05.1980:
Laut KB beteiligen sich an einer 1. Mai-Demonstration des DGB in Hamburg ca. 25. 000 Menschen.
"An dieser Demonstration beteiligten sich nahezu alle linken Gruppen und Strömungen Hamburgs, erstmals auch die KPD/ML … Während der Rede von Klose formierte sich der gleichfalls schon seit vielen Jahren traditionelle Zug der Hamburger Linken zu einer eigenen Demonstration und Abschlußkundgebung. Aufgerufen hatten hierzu beide Teile der Bunten Liste, Ausländerorganisationen, die Frauenaktionseinheit, Schüler gegen rechts, KB und andere."
Q: Arbeiterkampf Nr.176,Hamburg 5.5.1980,S.4

01.05.1980:
In Hamburg nimmt, laut KB, die Schülerinitiative Schüler gegen Rechts (SgR) (vgl. Mai 1980) mit einem eigenen Schülerblock an der 1. Mai-Demonstration mit ca. 400 Schülern teil
Q: Arbeiterkampf Nr.178,Hamburg 2.6.1980,S.15

30.04.1981:
In Hamburg führt die DKP, laut KB, ein eigenes Maifest durch.
Q: Arbeiterkampf Nr.201,Hamburg 11.5.1981,S.46

01.05.1981:
1.Mai Demonstration in Hamburg. Der KB berichtet:"
An der DGB-Demo beteiligten sich wie auch im vergangenen Jahr 25 000 Menschen. Im Mittelpunkt stand der Protest gegen Atomrüstung und Kriegsgefahr. Eine Gruppe von Kriegsgegnern hatte zu diesem Zweck eine riesige Atomrakete mitgebracht … Besonders auffällig waren auch der Frauenblock und die Blöcke der ausländischen Linken, vor allem der Türken und Kurden … Während der sterbenslangweiligen Abschlußkundgebung des DGB … formierte sich der alternative Zug. Viele hatten allerdings nach mehr als dreistündigem Marsch durch Wind und Regen, während der alternativen Abschlußkundgebung echte Konditionsschwächen und zogen vorzeitig ab, zudem schon um 14 Uhr das Maifest beginnen sollte. Zu diesem Fest, das in diesem Jahr von der gesamten Hamburger Linken einschließlich der DKP getragen wurde, kamen leider lange nicht so viele Besucher, wie im vergangenen Jahr: ca. 7 000."
Q: Arbeiterkampf Nr.201,Hamburg 11.5.1981,S.8

11.05.1981:
Der KB äußert sich heute in einem Artikel "Der Taktikwechsel der DKP und der Zangengriff der Z" über die von ihm abgespaltene Gruppe Z u.a. so:"
- Am traditionellen linken Mai-Fest in Hamburg wurde in diesem Jahr auch die DKP beteiligt. Das hinderte sie allerdings nicht, am Vorabend des 1.Mai auch noch ihr eigenes Mai-Fest zu veranstalten."
Q: Arbeiterkampf Nr.201,Hamburg 11.5.1981,S.46

Valid HTML 4.01 Transitional   Valid CSS


[ Zum Seitenanfang ]   [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]