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Sozialistisches Arbeiter- und Lehrlingszentrum (SALZ) Hamburg:
'Einheit Kritik Einheit' (EKE)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 18.10.2011

Die hier dokumentierte 'Einheit Kritik Einheit' (EKE) als internes, dann theoretisches Organ des Sozialistischen Arbeiter- und Lehrlingszentrum (SALZ) Hamburg spielte nur eine bescheidene Rolle in der linken bundesdeutschen Presselandschaft, aber auch für die Theoriebildung des SALZ selbst, da diese inoffiziell aus der Organisation ausgelagert und an den Kommunistischen Arbeiterbund (KAB) Hamburg um Knut Mellenthin und dessen 'KAB-Arbeiterzeitung' (KAB-AZ) übertragen wurde.

Mit der Gründung des Kommunistischen Bundes (KB) Ende 1971 wurde auch die EKE eingestellt zu Gunsten des theoretischen Organs des KB, 'Unser Weg' (UW), der aber weit eher der KAB-AZ ähnelte als der EKE.

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Juli 1970:
Das SALZ Hamburg gibt die Nr. 1 seiner 'Einheit Kritik Einheit' - für den Aufbau der Organisation des Proletariats (vgl. 7.8.1971) heraus. Hierbei handelt es sich, nach eigenem Bekunden um "ein SALZ-internes Organ, das von den ZAK-Genossen herausgegeben wird", wobei ZAK mit Zentrales Aktivistenkollektiv übersetzt werden könnte. Enthalten ist u.a. ein Artikel "Wie entstand das Sozialistische Arbeiter- und Lehrlingszentrum?" (vgl. Okt. 1968, Aug. 1969), aus dem u.a. hervorgeht, daß das SALZ über Bezirkszellen verfügt.

Weiter sind in "Zur Gewerkschaftsfrage" Berichte enthalten über die Chemietarifrunde (vgl. 9.6.1970). Eingegangen wird auch auf das "Heidelberger SDS-Verbot".
Quelle: Einheit Kritik Einheit Nr. 1, Hamburg Juli 1970

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07.08.1971:
In Hamburg gibt das SALZ die Nr. 2/3 seiner 'Einheit Kritik Einheit' (vgl. Juli 1970) als theoretisches Organ heraus. Weitere Ausgaben sind nicht erschienen. Die Auflage wird mit 3 000 beziffert, verantwortlich ist Kai Ehlers.

Berichtet wird über die Chemietarifrunde (CTR) der CPK. Man selbst habe während des Streiks drei Ausgaben des 'Chemiearbeiters' herausgegeben sowie eine vierte nach dem Abschluß. Über die Konkurrenz wird u.a. ausgeführt:"
In Hamburg haben die 'Links'-Sektierer Aust+Co auf ein Auftreten vor den Chemiebetrieben total verzichtet … ." Auch die DKP, die z.B. auf der Hobum eine Betriebszeitung herausgebe, habe, zumindest in Hamburg, keine praktische Einwirkung unternommen, genauso wie man von den ca. 80 SPD-Betriebsgruppen in Hamburg nichts merkte.

Enthalten ist der Beitrag "Politik in Unterordnung unter die Interessen der Arbeiterklasse".

Anhand u.a. der Hamburger Maikampagne wird erörtert "Die Haltung der Kommunisten zur Aktionseinheit" und vorgestellt die in Hamburg zum 1. Mai angewandte "Politik des offenen Briefes".

Zur KPD/ML-ZK erscheint "Aktionseinheit oder Selbstisolation". Neben der Feststellung, daß man selbst seit Anfang Mai aus der 'superlinken' Ecke Hamburgs (d.h. von der KPD/ML-ZK) nichts mehr gehört habe, wird noch ein Papier "Aktionseinheit oder Selbstisolation - Eine Kritik an den sektiererischen Positionen des 'Roten Morgen' von ehemaligen Mitgliedern der Münchner Gruppe 'Roter Morgen'" aus Bayern abgedruckt, in dem u.a. enthüllt wird, daß die Auflage des 'Roten Morgens' derzeit bei 4 000 liege. Im Herbst 1970 sei in München ein führendes Mitglied ausgetreten und daraufhin als DKP-Agent und MAD-Spitzel verleumdet worden. Der Chef einer KPD/ML-ZK Gruppe in einer nordbayrischen Universitätsstadt habe seine Stellung als Hochschulassistent dazu ausgenutzt mit der Berliner PL/PI sympathisierende Studenten dazu anzuhalten mehr zu studieren und keine Politik mehr zu betreiben. Diese Schilderung bezieht sich vermutlich auf Würzburg und die dortige Gruppe Proletarische Linke.

In "Notstandsübung in Norddeutschland" wird berichtet über Petra Schelm und die RAF.

Über die Aktionseinheit zur Metalltarifrunde 1971 (MTR der IGM) wird berichtet, daß dieser die Gruppen ABG München, KAB Hamburg, die KB's Bremen und Göttingen, die KB/ML's Flensburg und Westberlin, die SALZ's Hamburg und Bremerhaven, die SDA und die Sozialistischen Betriebsgruppen (SBG) Regensburg und (Berlin-) Tempelhof angehören.
Q: Einheit Kritik Einheit Nr. 2/3, Hamburg 7.8.1971

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