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Hamburg: Chilesolidarität

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 5.11.2010

Aus Hamburg werden hier nur einige Dokumente und Hinweise zur Chilesolidarität vorgestellt, wobei schon vor dem Putsch die Lage erörtert wird (vgl. 3.7.1972) aber vor allem die Frage des Kupfers zur Solidarität (vgl. 16.10.1972, 31.1.1973).

Während die DKP sich zuversichtlich gibt (vgl. 6.3.1973), warnt der örtliche KBW im Vorfeld des Putsches (vgl. 10.9.1973) und engagiert sich dann in der Chilesolidarität, nicht zuletzt bei Auerdruck (vgl. 11.9.1973, 19.12.1973), ebenso wie die KPD bei Springer (vgl. 13.9.1973) und natürlich auch der KB (vgl. 15.9.1973), der auch in seiner betrieblichen Presse aus Chile und von der Chilesolidarität berichtet (vgl. 24.10.1973, 30.10.1973).

Mit der DKP dagegen scheint es handfeste Konflikte zu geben (vgl. 1.11.1973), gegen den Besuch von Eduardo Frei auf dem CDU-Parteitag protestieren sowohl KPD als auch aus ganz Norddeutschland der KBW (vgl. 6.11.1973, 7.11.1073, 12.11.1973, 17.11.1973).

Während der KB weiter in seiner betrieblichen Presse aus Chile berichtet bzw. zu Aktionen aufruft (vgl. Jan. 1974, 6.6.1974, 11.9.1974) und seine Vorrangstellung in der Hamburger Linken auch in der Frage der Chilesolidarität zu unterstreichen weiß (vgl. Aug. 1974, 11.9.1974, 13.9.1974, 19.9.1974), wird die Agitation des KBW hier vor allem durch dessen befreundete Lehrer, vor allem aber durch die Schüler dargestellt, wie am Gymnasium Koppel (vgl. 18.2.1974), dem Gymnasium Rahlstedt (vgl. 9.8.1974) und dem Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek (GUB – vgl. Okt. 1974).

Im folgenden Jahr ist der KB weiterhin in der Chilesolidarität aktiv (vgl. 25.3.1975), wobei der MIR als Bündnispartner bedeutend zum Einfluss des KB beigetragen haben dürfte, der sich dann auch gegenüber dem Chile Komitee Hamburg wieder als Hausmacht herausstreicht (vgl. 3.4.1975, 4.4.1975), auch wenn sich dies im Hafen der Hansestadt vermutlich nicht als Boykott chilenischer Schiffe durchsetzen ließ (vgl. 15.5.1975).

Von den Berichten und Protesten zum zweiten Jahrestag des Putsches wird hier derzeit kaum etwas erschlossen (vgl. 3.9.1975), die geschlechtliche Aufteilung linker Strukturen macht auch vor der Chilesolidarität nicht halt (vgl. 11.2.1976), das Bündnis zwischen KB und MIR besteht fort, wie sich an den Aktionen zum 1. Mai zeigt (vgl. 1.5.1976), und der KB bleibt auch weiterhin in der Hamburger Chilesolidarität federführend (vgl. 16.9.1976) und agiert weiterhin gemeinsam mit dem MIR (vgl. 15.12.1976).

Zum vierten Jahrestag des Putsches sind die Aktionen schon stark geschrumpft (vgl. 2.9.1977, 10.9.1977), zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung gibt es dann noch eine Chilegruppe im Stadtteil Steilshoop (vgl. 30.5.1980).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

03.07.1972:
Die Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg gibt die Nr.5 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 7.6.1972, 3.10.1972) heraus. Man äußert sich auch "Zur Lage in Chile".
Quelle: Rote Presse Nr.5,Hamburg 3.7.1972,S.3

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16.10.1972:
Die Marxisten-Leninisten (ML) Dortmund (vgl. 25.10.1972) berichten vermutlich aus dieser Woche:"
SOLIDARITÄT VON HAFENARBEITERN VEREITELT DEN RAUB AN CHILENISCHEM VOLKSEIGENTUM

Die Hafenarbeiter von Le Havre (Frankreich) und Rotterdam (Holland (Niederlande,d.Vf.)) haben den Raub von Kupfererz im Wert von 1,25 Mio. Dollar vereitelt.

Der US Kupferkonzern 'Kennecott Copper' hat bei Gerichten in Frankreich und Holland die Beschlagnahmung des Kupfererzes erwirkt.

Das Erz kam aus Chile, wo das Volk und die Regierung die Kupferminen, die 15 Jahre von US-Konzernen auf Kosten des chilenischen Volkes ausgebeutet wurden, verstaatlicht hat.

Kennecott Copper berief sich darauf, daß sie keine 'Entschädigung' von Chile erhalten hat. Entschädigung für was? Daß das chilenische Volk der Räuberei von Seiten der Yankees ein Ende gesetzt hat? Die Gerichte meinen 'Ja'. Doch die Gerichte und Kennecott Copper haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Die holländischen und französischen Hafenarbeiter erklären sich solidarisch mit dem chilenischen Volk, weil die amerikanischen Kapitalisten, wie alle Kapitalisten die Feinde der Arbeiterklasse sind und die Arbeiterklasse nur gemeinsam kämpfen und siegen kann. Das Erz wurde nicht gelöscht und es wurde verhindert, daß es an Kennecott Copper ausgeliefert wird. Der Frachter soll jetzt Kurs auf Hamburg nehmen.

ES LEBE DIE SOLIDARITÄT DER FRANZÖSISCHEN UND HOLLÄNDISCHEN HAFENARBEITER IN HAMBURG WEITER!"
Q: Die Rote Front Nr.2,Dortmund Okt. 1972,S.6

31.01.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.19 seines 'Chemiearbeiters' (vgl. Juli 1972, 21.2.1973) heraus, der sich u.a. mit dem Kupfer in Chile beschäftigt.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.19,Hamburg Feb. 1973,S.7f

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06.03.1973:
Die DKP-Hochschulgruppe Hamburg gibt ein Extra ihres 'Kommunist' (vgl. März 1973, 7.3.1973) mit einem Umfang von 2 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Horst Scharneweber und dem Titel "Sieg der Volksfront!" heraus, welches aus Chile (vgl. 4.3.1973) berichtet sowie aus Frankreich (vgl. 4.3.1973), wo ebenfalls Wahlen stattfanden:"
DIESE ERFOLGE BEKRÄFTIGEN DIE RICHTIGKEIT DES KAMPFES UM DIE AKTIONSEINHEIT DER ARBEITERKLASSE!
Q: Kommunist Extra,Hamburg 6.3.1973

10.09.1973:
Die Kommunistische Gruppe Hamburg (KGH) des KBW gibt ihre 'Hamburger Arbeiterzeitung' (HAZ) Nr.5 (vgl. 26.7.1973) heraus und berichtet auch: "Chile: Die Krise spitzt sich zu!".
Q: Hamburger Arbeiterzeitung Nr.5,Hamburg 10.9.1973,S.11f

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11.09.1973:
Der KBW (vgl. 26.9.1973) berichtet:"
SPENDENAKTION IN HAMBURGER BETRIEB

Die Frage 'Wer wen'- entweder bleiben den Ausbeuterklassen Chiles noch irgendwelche Möglichkeiten offen, mit Hilfe der blutigen Terrorherrschaft der Militärjunta den Tag ihrer sicheren Niederlage hinauszuzögern oder das chilenische Volk kann auf dem raschesten Weg und unter möglichst günstigen Bedingungen die Junta niederschlagen, die Revolution durchführen und seine revolutionäre Macht uneingeschränkt in Chile errichten - diese Frage ist in Hamburger Betrieben eine Frage von praktischer Bedeutung.

So wird in den Abteilungen, in den Pausen, auf dem Weg nach Hause debattiert. Als wir zum Beispiel am vergangenen Dienstag mit einem Flugblatt vor der AUER-Druckerei zu Solidaritätsveranstaltungen mit dem chilenischen Volk und zur materiellen Unterstützung der Arbeiter- und Bauernräte Chiles aufriefen, sagten uns die Kollegen: 'Der Vorschlag im gesamten Betrieb bis hin zu den Redaktionen im Pressehaus eine Spendenaktion durchzuführen, ist sofort nach der Nachricht von dem Putsch überall diskutiert worden.'

Die Nachrichten der bürgerlichen Presse über die Lage in Chile ließen Zweifel entstehen, ob die Sammlungen jemals ihr Ziel erreichen und in die richtigen Hände gelangen würden. Von daher standen kirchliche oder andere 'wohltätige' Verbände gar nicht erst zur Diskussion.

Die Kollegen stellten darüberhinaus fest, daß eine Spendenaktion breit organisiert und in einer Kampagne von allen Hamburger Betrieben getragen werden muß. Jeder Arbeiter, jeder Werktätige seinen Beitrag für die gerechte Sache des chilenischen Volkes! Jeder Groschen, jede Mark erleichtert das Vorankommen der Revolution! Ein Stundenlohn für Chile! Mehrere Kollegen haben an diesem Nachmittag diese Losung entwickelt und in die Tat umgesetzt."

Dieser Artikel wird auch nachgedruckt in:
- NRW in Dortmund im IGM-Bereich bei Hoesch (vgl. 3.10.1973).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 26.9.1973; Roter Hoesch Arbeiter Nr.3,Dortmund 3.10.1973,S.4

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13.09.1973:
Die Zelle Springer Hamburg der KPD gibt die Nr.18 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 23.8.1973, 25.10.1973) heraus, in der u.a. auf Chile eingegangen wird.
Q: Rote Fahne Nr.36,Dortmund 5.9.1973,S.6

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15.09.1973:
In Hamburg findet vermutlich heute eine Chiledemonstration statt, an der u.a. KB und KBW teilnehmen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.3,Mannheim 26.9.1973

24.10.1973:
Der KB Gruppe Hamburg gibt seinen 'Metallarbeiter' Nr.11 (vgl. 6.9.1973, 14.11.1973) mit einem Leitartikel zu Chile heraus.
Q: Metallarbeiter Nr.11,Hamburg 24.10.1973,S.1 und 14ff

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30.10.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt seinen 'Chemiearbeiter' Nr.31 (vgl. Juli 1973) für Oktober heraus. Berichtet wird u.a. über Chile bzw. die Chileveranstaltung am 20.9.1973, aber auch von der Chilesammlung auf der Versammlung mit Hauenschild und dem Treffen der norddeutschen Tarifkommissionen, welches sich nicht mit Chile solidarisierte.
Q: Der Chemiearbeiter Nr.31,Hamburg 30.10.1973,S.1ff

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01.11.1973:
Der IGM OJA Hamburg-Bergedorf protestiert, laut KB (vgl. 18.12.1973), gegen die Schlägermethoden der DKP auf einer Chileveranstaltung.
Q: Arbeiterkampf Nr.37,Hamburg 18.12.1973; Sozialistische Perspektive Nr.8,Braunschweig 28.1.1974,S.12

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06.11.1973:
Die SSG Hamburg gibt die Nr.9 ihrer 'Roten Presse' (vgl. 25.6.1973, 10.12.1973)heraus. Der Leitartikel ruft auf zum Chileprotest gegen den Besuch von Eduardo Frei. Geschildert werden, mit Hilfe der 'KVZ' Nr.4 des KBW (vgl. 10.10.1973), auch "Die Bedingungen des Freiheitskampfes". Geführt wurden ein "Interview mit zwei Genossen, die in Chile waren" sowie ein "Interview mit Luis Badilla (Linkschrist)". Dokumentiert wird das Glückwunschtelegramm von Carlos Altamirano an Mao Tse-tung.
Q: Rote Presse Nr.9,Hamburg 6.11.1973,S.1f und 8ff

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07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Wolfsburg des KBW bis zum 17.11.1973 337 Exemplare:"
Der Stadtverkauf in Salzgitter mußte leider diesmal ganz ausfallen wegen unserer Beteiligung an der Chile Demonstration am 17.11. in Hamburg."
Q: KBW-OG Wolfsburg:Verkaufsbericht der KVZ Nr.6,Wolfsburg 17.11.1973

12.11.1973:
Die Sektion Lehrer der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schulzeitung' Nr.1 (vgl. 17.12.1973) heraus. Berichtet wird auch aus Chile und aufgerufen zum Protest gegen den Besuch von Frei.
Q: Kommunistische Schulzeitung Nr.1,Hamburg 12.11.1973,S.11

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17.11.1973:
In Hamburg demonstrieren, laut KPD, rund 1 200 gegen den CDU-Parteitag und den Auftritt des Chilenen Frey auf diesem. Es beteiligen sich u.a. KPD, LgdI Landesverband Nord, EKKE Griechenland und der KBW, der von der KPD beschuldigt wird, gegen eine Kritik an der Unidad Popular (UP) eingetreten zu sein, um eine Aktionseinheit mit der DKP zu ermöglichen. An der Demonstration von Jusos der SPD und DKP nehmen, laut KPD, lediglich 400 teil. KPD, KSV und LgdI riefen u.a. mit einem zweiseitigen Flugblatt "Kein Vertreter der faschistischen Bluthunde Chiles kann in Hamburg geduldet werden!" unter Verantwortung von Klaus Landeck auf, welches u.a. bei Springer verbreitet wurde.

Im KBW gab der Ständige Ausschuß des ZK (StA) am 12.11.11973 bekannt:"
BETR.: CHILEDEMONSTRATION ANLÄSSLICH DES FREIBESUCHS IN HAMBURG AM SAMSTAG, DEN 17.11.1973 UM 11.00 UHR SAMMELN am Besenbinderhof vor dem DGB-Haus.

Wie Ihr wißt und aus der KVZ Nr.6 (vgl. 7.11.1973,d.Vf.) entnehmen konntet, führt die Hamburger Ortsgruppe anläßlich der Einladung Freis zum Parteitag der CDU eine Demonstration durch. Sie hat dazu eine örtliche Aktionseinheit gebildet an der bisher die PCE (Spanien, d.Vf.), die CISNU (Iran,d.Vf.), die Befreiungsfront Eritrea, der Afghanische Studentenverein und die AELA (Lateinamerika,d.Vf.) teilnehmen. Der KB Nord hat sich bisher noch nicht entschieden. Gruppe Rote Fahne und KPD/ML werden sich wohl mit eigenen Blöcken anschließen. DKP, MSB, Jusos dagegen rufen für Freitag zu einer Demonstration auf, weil die DKP, wie unseren Genossen erklärt wurde, mit dem KBW grundsätzlich keine Aktionseinheit eingeht.

Wir fordern nun die norddeutschen Ortsgruppen, Ortsaufbaugruppen und befreundeten Organisationen dazu auf, an ihren Orten für die Demonstration in Hamburg entsprechend ihren Möglichkeiten zu mobilisieren und fordern alle Ortsgruppen, Ortsaufbaugruppen und befreundeten Organisationen auf, den Freibesuch in Hamburg und die Einladung Freis durch die CDU in ihre Agitation und Propaganda aufzunehmen, sowie wenn möglich parallel zu der Hamburger Demonstration, wenn möglich eigene Veranstaltungen oder Demonstrationen zu organisieren. In Heidelberg wird ebenfalls eine Demonstration stattfinden.

Die organisatorische Koordination der Hamburger Demonstration übernimmt die Hamburger Ortsgruppe. Wenn irgendwelche Schwierigkeiten oder Differenzen auftauchen, nehmt sofort Rücksprache mit dem Ständigen Ausschuß auf (mit den Gen. X. oder Y.)."

Auf der Demonstration verkauft der KBW 163 Exemplare seiner 'KVZ' Nr.6 (vgl. 7.11.1973). An der Demonstration beteiligt sich auch die KBW OG Wolfsburg, die deswegen den Verkauf der 'KVZ' Nr.6 in Salzgitter ausfallen läßt.
Q: KBW-OG Wolfsburg:Verkaufsbericht der KVZ Nr.6,Wolfsburg 17.11.1973; KBW-ZK-StA:Rundbrief Nr.17,Mannheim 12.11.1973,S.1; KBW-OG Hamburg:Statistik KVZ Nr.6,Hamburg 21.11.1973; Rote Fahne Nr.47,Dortmund 20.11.1973; KPD, KSV, LgdI:Kein Vertreter der faschistischen Bluthunde Chiles kann in Hamburg geduldet werden!,Hamburg 1973

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19.12.1973:
Der KBW gibt seine 'Kommunistische Volkszeitung' (KVZ - vgl. 5.12.1973, 9.1.1974) Nr.9 heraus und berichtet auch aus Hamburg von Auerdruck über die Entlassung eines Chilenen.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.9,Mannheim 19.12.1973,S.2

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Januar 1974:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt seinen 'Chemiearbeiter' Nr.33 (vgl. 14.12.1973, 23.1.1974) heraus. Berichtet wird u.a. über "Chile: Solidarität von Genschers Gnaden", aber auch über den "Scharfmacher Blumenfeld" der CDU sowie "SPD: Solidarität von Geheimdiensts Gnaden".
Q: Der Chemiearbeiter Nr.32,Hamburg Jan. 1974,S.9f

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18.02.1974:
Die Sektion Lehrer der Sozialistischen Studentengruppe (SSG) Hamburg des KBW gibt ihre 'Kommunistische Schulzeitung' Nr.3 (vgl. 17.12.1973) heraus. Berichtet wird auch von einer kommenden Chile-Veranstaltung am Gymnasium Koppel.
Q: Kommunistische Schulzeitung Nr.3,Hamburg 18.2.1974,S.13

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06.06.1974:
Der KB Gruppe Hamburg gibt seinen 'Metallarbeiter' Nr.7 (vgl. 24.4.1974, 11.9.1974) heraus. Berichtet wird aus England: "Britische Arbeiter boykottieren chilenische Rüstungsaufträge".
Q: Metallarbeiter Nr.7,Hamburg 6.6.1974,S.12

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August 1974:
Laut KB lädt Anfang August das Hamburger Chile-Komitee zu Aktionseinheitsgesprächen zur Chile-Solidarität ein. Insgesamt finden 3 Gespräche statt, "an denen in wechselnder Besetzung Chilekomitee (KBW, AELA, GIM), KB, SSB (Schüler), SSB (Studenten), und Liga gegen den Imperialismus (LgdI der KPD,d.Vf.) teilnahmen".
Der KB lehnt den Vorschlag der Chilekomitee-Koalition ab, eine "nationale Demonstration" in Frankfurt durchzuführen und propagiert stattdessen eine Demonstration in Hamburg. Der RBJ bezieht denselben Standpunkt. KBW und Trotzkisten waren gegen eine Demonstration am 11.9.1973 in Hamburg, "weil sie spalterisch sei, da sie von der Frankfurter Demonstration am 14.9. ablenke". Ein einheitliches Vorgehen kommt nicht zustande, zumal es auch Differenzen in Fragen von Grußadressen und Redezeiten gibt.
Q: Arbeiterkampf Nr.50,Hamburg 1.10.1974,S.2

09.08.1974:
In Hamburg-Rahlstedt und Umgebung erscheint der 'Durchbruch' – Rahlstedter Schülerpresse, als Zeitung für das Gymnasium Rahlstedt und andere Schulen Nr.4 (vgl. 20.6.1974, 16.12.1974) mit einem Leitartikel zu Chile.
Q: Durchbruch Nr.4,Hamburg 9.8.1974,S.1 und 7ff

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11.09.1974:
Der KB Gruppe Hamburg gibt seinen 'Metallarbeiter' Nr.8 (vgl. 6.6.1974, 18.10.1974) mit einem Leitartikel zu Chile heraus. Aufgerufen wird zur heutigen Chiledemonstration sowie zur Chileveranstaltung am 13.9.1975.
Q: Metallarbeiter Nr.8,Hamburg 11.9.1974,S.1 und 12ff

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11.09.1974:
In Hamburg finden, laut KB, zwei Chile-Solidaritätsdemonstrationen statt. Die eine wird von KB, KPD und RBJ-BDJ getragen und hat ca. 1 500 Teilnehmer (vgl. 13.9.1974). Alle drei Gruppen dürfen auf der Abschlußkundgebung reden.

Das Chilekomitee (CK) Hamburg, getragen von KBW, AELA und GIM, führt eine zweite Demonstration durch. Deswegen wirft der KB ihm "Spaltertätigkeit" vor (vgl. Aug. 1974).

Laut KPD beteiligen sich 1 200 an einer Chile Demonstration, zu der KPD, KB,RBJ und EKKE Griechenland aufriefen. An der Demonstration von GIM und KBW hätten sich ca. 300 beteiligt.

Die SPD führt eine Veranstaltung durch.
Q: Rote Fahne Nr.38,Dortmund 18.9.1974; Arbeiterkampf Nr.50,Hamburg 1.10.1974,S.2

13.09.1974:
In Hamburg führt der Sozialistische Studenten Bund (SSB) des KB, laut RBJ, eine Chile-Veranstaltung (vgl. 11.9.1974) im Audimax der Uni durch. Diese wird, laut dem eigentlichen Veranstalter KB, von ca. 1 800 Personen besucht, die ca. 5 000 DM für den chilenischen Widerstand spenden.
Q: Arbeiterkampf Nr.50,Hamburg 1.10.1974,S.2; RBJ-Kommunikation Nr.4,Hamburg 1974

19.09.1974:
Bei Blohm und Voss Hamburg gibt die Zelle der KPD erstmals ihre Zeitung 'Der Brenner' Nr.14 (vgl. 28.8.1974) heraus. Berichtet wird auch von der Chilesolidarität.
Q: Der Brenner Nr.14,Hamburg 19.9.1974,S.6f

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Oktober 1974:
In Hamburg erscheint Ende Oktober am Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek (GUB) das 'Holzauge' Nr.3 (vgl. 21.6.1974). Berichtet wird auch aus Chile.
Q: Holzauge Nr.3,Hamburg Okt. 1974,S.15f

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25.03.1975:
Der KB gibt ein Sonderblatt des 'Arbeiterkampf' (AK - vgl. 11.3.1975, 2.4.1975) zu Chile heraus:"
Chile: Trotz brutaler Unterdrückung, Mord und Terror: Der Widerstand lebt und erstarkt". U.a. wird zu einer Veranstaltung in Hamburg (vgl. 4.4.1975) aufgerufen.
Q: Arbeiterkampf Sdr.blatt,Hamburg 25.3.1975

03.04.1975:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt eine Ausgabe seines 'Chemiearbeiters' heraus. Aufgerufen wird zur morgigen Chileveranstaltung.
Q: Der Chemiearbeiter,Hamburg 3.4.1975

04.04.1975:
In Hamburg führen der KB und die MIR Chile heute im Audimax der Uni eine Veranstaltung "Chile: Der Widerstand lebt und erstarkt" mit einem Vertreter des chilenischen MIR durch. Laut KB nehmen an einer "von KB und M.I.R. gemeinsam getragenen Großveranstaltung … über 3 000 Kollegen, Freunde und Genossen" teil. "Dank intensiver Vorbereitungen und breitester Mobilisierung konnten auf der Veranstaltung über 50 000 DM gesammelt und dem M.I.R. übergeben werden." Das Chile-Komitee in Hamburg wandte sich "überhaupt gegen eine Aktionseinheit mit dem KB". U.a. heiße es in einem Brief des Chile Komitees an den KB:"
Es ist eine Tatsache, daß die Chilekomitees und ihr Koordinationsausschuß an sich schon eine Aktionseinheit verkörpern."
Der KB meint dazu:"
Am Beispiel Hamburg zeigt sich besonders klar, wie am Ort völlig bedeutungslose Gruppen (KBW, GIM-Trotzkisten) das Chilekomitee (das wesentlich von ihnen selbst gebildet wird) als Hebel benutzen wollen, um ihre Vorstellungen gegenüber dem Kommunistischen Bund durchzusetzen."

Später (vgl. 21.5.1975) berichtet der KB, er führte heute "eine Solidaritätsveranstaltung zugunsten des Chilenischen Widerstandes, insbesondere des MIRs durch, die von über 3 000 Menschen besucht wurde".
Q: Der Chemiearbeiter,Hamburg 3.4.1975; Arbeiterkampf Sdr.blatt, 60 und 61,Hamburg 25.3.1975, 29.4.1975 bzw. 21.5.1975,S.1ff, S.21 bzw. S. 41

15.05.1975:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.3 seines 'Hafenarbeiters' (vgl. März 1975) heraus, die mit einer Auflage von 4 000 u.a. über die HHLA berichtet. Dokumentiert wird auch "Ein Hilferuf aus Chile" der zum Boykott chilenischer Schiffe aufruft.
Q: Der Hafenarbeiter Nr.3,Hamburg 15.5.1975,S.12ff

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03.09.1975:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.45 seines 'Chemiearbeiters' heraus, dessen Auflage mit 3 351 angegeben wird. Der Leitartikel lautet "11. Sept. '75 – 2 Jahre Faschismus in Chile".
Q: Der Chemiearbeiter Nr.45,Hamburg 3.9.1975,S.1ff

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11.02.1976:
Anläßlich der 2. und 3. Lesung zum Paragraphen 218 im Bundestag, findet in Hamburg, laut KB, eine Demonstration mit ca. 2 300 Personen statt. Aufgerufen hatten zu der Demonstration, laut KB, "alle 5 Untergruppen der UNI-Frauengruppe, Chile-Frauengruppe, Frauengruppe Medizin-Soziologie, Frauen- und Mädchengruppen im BDJ, Frauengruppe Bergedorf, Frauengruppe Geesthacht (aus Schleswig-Holstein,d.Vf.), Frauengruppe der Hochschule für Bildende Künste, Montagsgruppe im Frauenzentrum Hamburg, sowie die in der Aktion gegen das Abtreibungsverbot zusammenarbeitenden Organisationen: Arbeitsgruppe Frauen des KB, Frauengruppe der beiden SSB's (Schüler und Studenten), GIM (Trotzkisten). Die Hauptparolen waren: Weg mit dem Paragraphen 218, Für die vollständige Legalisierung der Abtreibung, Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau."
Q: Arbeiterkampf Nr.74,Hamburg 16.2.1976,S.25

01.05.1976:
1. Mai Demonstration in Hamburg.
Laut KB nehmen ca. 20 000 Menschen an einer DGB-Demonstration teil:"
Auf der Abschlußkundgebung sprach, neben Vertretern der 'Hamburger Aktionseinheit' und der 'Frauen-Aktionseinheit', Genossin Carmen Castillo vom Chilenischen MIR."
Q: Arbeiterkampf Nr.80,Hamburg 14.5.1976,Beilage

16.09.1976:
In Hamburg findet, laut KB, zum dritten Jahrestag des Putsches in Chile eine Veranstaltung statt, zu der der KB mobilisiert hatte. An ihr nehmen ca. 2 500 Menschen teil.
Q: Arbeiterkampf Nr.89,Hamburg 20.9.1976,S.45

15.12.1976:
Der KB berichtet:"
Die Eritreans for Liberation in Europe (EFLE) hatte sich schon Mitte Dezember in Hamburg geweigert, eine PFLP-MIR (Chile,d.Vf.) Veranstaltung zu unterstützen" (vgl. 28.1.1977).
Q: Arbeiterkampf Nr.98,Hamburg 7.2.1977,S.46

01.05.1977:
1. Mai in Hamburg. Von der Hamburger Maivorbereitung berichtet der KB am 18.4. 1977 so: Der KB habe eine Einladung für ein Maifest am 30.4. und eine Aufforderung an fortschrittlichen Gruppen und Organisationen, zu eigenen Aktivitäten ausgesprochen. Eine weitere "Initiative der KB Ortsgruppe war die öffentliche Aufforderung für die Demos am 1. Mai und die Vereinheitlichung eines konkreten Projekts dafür:
a) Teilnahme an beiden DGB-Demos in oppositionellen Blöcken,
b) Teilnahme an der einheitlichen DGB-Kundgebung,
c) Protest-Abzug während der Matthöfer-Rede … und Formierung zur oppositionellen Demo,
d) Durchführung einer gemeinsamen Kundgebung, auf der ein Sprecher einer ausländischen Organisation (unser Vorschlag: Gladys Diaz von der MIR-Leitung (Chile,d.Vf.)), ein Betriebsrat in Vertretung beteiligter Gewerkschafts- und Betriebsgruppen, eine Sprecherin der Frauengruppen, sowie ein Sprecher der Jugendgruppen, sowie ein Sprecher der Hamburger-Anti-AKW-Bewegung auftreten soll".
Arbeiterkampf Nr.103 bzw. 104,Hamburg 18.4.1977 bzw. 16.5.1977,S.1 bzw. S.10

02.09.1977:
Laut KB findet in Hamburg ein Chile-Solidaritätsfest statt. Es wird von der MIR Chile und der Sozialistischen Partei (SP) Chile organisiert. Ca. 200 Menschen versammeln sich.
Q: Arbeiterkampf Nr.113,Hamburg 19.9.1977,S.51

10.09.1977:
Laut KB findet in Hamburg eine Chile-Demonstration mit ca. 150 Menschen statt.
Q: Arbeiterkampf Nr.113,Hamburg 19.9.1977,S.51

30.05.1980:
Laut KB fand in Hamburg-Steilshoop ein Rock gegen Strauß-Konzert statt, "das von einem breiten Bündnis getragen wurde". Unterstützung leisteten u.a. folgende (bezirklichen) Organisationen und Initiativen: Jusos der SPD, Judos der FDP, DKP, Bunte Liste, Die Grünen, KB, Z-Gruppe, Volksfront, Rote Garde (RG) der KPD/ML, Anti-Strauß-Ini Bramfeld, Chilegruppe Steilshoop, JZ-Ini-Bergedorf, Rock gegen Rechts (RGR), Schüler gegen Rechts (SGR), Ini gegen Graue Wölfe, SDAJ.
Q: Arbeiterkampf Nr.179,Hamburg 16.6.1980,S.20

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