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Aus Gustavsburg lag uns kein örtliches Material vor und auch die überörtlichen Materialien berichten ausschließlich aus dem Metallbereich (vgl. 24.8.1971) bzw. fast nur von MAN. Auch aus Ginsheim wird nur indirekt berichtet (vgl. 19.9.1970), außer über die KSG/ML des KAB/ML auch über die DKP (vgl. März 1972).
Bei MAN Gustavsburg bildet sich aus der Betriebsprojektgruppe (BPG) des SDS Mainz bzw. aus der SABG Mainz (vgl. Okt. 1969) die Betriebsgruppe MAN Gustavsburg der KPD/ML-ZB heraus (vgl. 15.3.1971), die auch eine Jugendbetriebsgruppe MAN Gustavsburg des KJVD bildet (vgl. Nov. 1972) und sich als eine der ganz wenigen Gruppen aus dem doch eher reichhaltigen ehemaligen Fundus der KPD/MLs (vgl. Jan. 1973) später dem sonst speziell südbayrischen AB anschließt (vgl. 26.5.1973, 1.5.1974) und für diesen gemeinsam mit vermutlich ebenfalls aus der KPD/ML-ZB stammenden Kräften aus Wiesbaden (vgl. 1.5.1975) dessen OG Mainz aufbaut. Über die Präsenz in Mörfelden-Walldorf (vgl. 19.9.1970) bzw. Frankfurt (vgl. März 1972) und Kontakte nach Ginsheim ist auch die RJ/ML des KAB/Ml informiert. Auch Spartacus B/L berichtet über MAN Gustavsburg (vgl. 14.4.1973).
Bei MAN Gustavsburg kommt es zu Akkorderhöhungen (vgl. 28.9.1970), in der MTR 1971 setzt sich die KPD/ML-ZB für die 15%-Forderung ein (vgl. 30.6.1971), statt tatsächlichen Tariflohnerhöhungen aber gibt es einen tödlichen Arbeitsunfall (vgl. 27.7.1971) und Entlassungen für einen Vertreter der KPD/ML-ZB, Jakob Klassen (vgl. 24.8.1971), sowie für zehn weitere Kollegen (vgl. 28.1.1972). Im Herbst 1972 finden wir mindestens einen Jugendvertreter in München, dem Hauptquartier des AB, auf der militanten bundesweiten Roten-Antikriegsdemonstration (RAKT – vgl. 2.9.1972) und anschließend in U-Haft (vgl. 25.9.1972). Ob dort die entscheidenden Kontakte der späteren Kommunistischen Gruppe (KG) 'Roter Niethammer' MAN Gustavsburg zum theoretisch-ideologisch ja eher äußerst wenig beeindruckenden AB geknüpft wurden ist derzeit nicht bekannt.
Oktober 1969:
In Mainz wird, laut AB, die Sozialistische Arbeiterbasisgruppe (SABG) Mainz
gegründet (vgl. 28.12.1969).
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.47,München Mai 1974
19.09.1970:
In der RJ/ML Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden (vgl. 17.9.1970, 26.9.1970)
wird ein Bericht an das ZK der RJ/ML (vgl. 23.8.1970, 8.10.1970) verfaßt. Zu
der Sozialistischen Arbeiterbasisgruppe (SABG) Mainz, heißt es,
daß man durch ein SABG-Mitglied aus Ginsheim von dem Anschluß der SABG an
den KJVD der KPD/ML-ZB unterrichtet worden sei.
=RJ/ML-Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden:Bericht für die Zeit vom 22.8. bis
18.9.1970,Walldorf o.J. (1970)
28.09.1970:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
Bei MAN in Gustavsburg ist der Akkordrichtsatz gleichzeitig mit der
Bekanntgabe des 10%-Abschlusses von 100% auf 98% gesenkt worden; d.h., um
tatsächlich 10% mehr Lohn zu erhalten, muß das Arbeitstempo um 2% gesteigert
werden.
Der Betriebsrat hat dieser Maßnahme, die für die Kapitalisten
'Kosteneinsparung', für die Arbeiter aber Verschärfung der Arbeitshetze
bedeutet, zugestimmt."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.46,Bochum 31.10.1970,S.4f
15.03.1971:
Es erscheint die Nr.5 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 1.3.1971,
29.3.1971).
Berichtet wird auch von der eigenen Betriebsgruppen in Hessen bei MAN
Gustavsburg ('Roter Niethammer').
=Rote Fahne Nr.5,Bochum 15.3.1971
30.06.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von MAN Gustavsburg, wo eine Betriebsgruppe ihrer
OG Mainz tätig ist (vgl. 5.7.1971), über die MTR:"
IGM-FÜHRER - BREITE FRONT GEGEN 15%
Die Gewerkschaftsführer unterstützen die SPD-Regierung schon jetzt massiv bei
der Durchsetzung des Lohndiktats in der Tarifrunde mit der Verhinderung der
15%-Forderung: ...
BEI MAN IN MAINZ passierte auf der V-LEUTE-SITZUNG am 30.6. folgendes:
'Einige V-Leute forderten die Diskussion über die Forderungen zur Tarifrunde.
Doch IGM-Gewerkschaftssekretär Kron verhinderte dies erfolgreich; er meinte:
'DAS AUFSTELLEN VON FORDERUNGEN ÜBERLÄSST MAN BESSER DER TARIFKOMMISSION'.
SPD-Betriebsrat Schmidt unterstützt entschieden diese Manöver. Als ein
Kollege dennoch 15% forderte mit dem Hinweis auf die Forderung der Hoesch-V-
Leute von MFD (... (vgl. Dortmund 27.5.1971,d.Vf.)), antwortete ihm Schmidt:
'Das ist ja im Ruhrgebiet, da sind ja die Lebenshaltungskosten viel höher.'
Die Tarifkommission will am 26.August ihre Forderungen aufstellen. Zwischen
dem 20. und dem 28. sollen die V-Leute Gelegenheit haben, sich auch noch dazu
zu äußern.'
(KND-Korrespondentenbericht)"
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.54,Bochum 17.7.1971,S.7
05.07.1971:
Die KPD/ML-ZB Betriebsgruppe MAN Gustavsburg der OG Mainz gibt vermutlich
in dieser Woche ihren 'Roten Niethammer' (vgl. **.*.1971, **.*.1971) heraus,
in dem sie u.a. von der Vertrauensleutesitzung (vgl. 30.6.1971) und von Opel
Rüsselsheim (vgl. 28.6.1971) berichtet.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.54,Bochum 17.7.1971,S.7
27.07.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet:"
ARBEITSUNFALL BEI DER MAN IN GUSTAVSBURG
Über die Folgen der Arbeitshetze schickte uns die KPD/ML-Betriebsgruppe bei
MAN in Gustavsburg (bei Mainz) folgenden Bericht:
'Am letzten Dienstag (27.7.) wurde ein 25jähriger Kollege bei der MAN von
einer herunterstürzenden Last tödlich getroffen.
Das geschah so: zwei Kollegen wollten eine Stütze transportieren; das ist
sehr schwerer, aus vier rechtwinkligen Platten zusammengeschweißter Kasten.
Die Stütze war kopf- und oberlastig, darum ist es schwer, beim Aufhängen mit
den Krampen die Mitte zu finden. Weil sie leicht in der Luft aus dem
Gleichgewicht kommen kann, muß so etwas eigentlich mit zwei Schlupps
transportiert werden. Aber weil die meistens woanders liegen und fast immer
die Krampen dranhängen, nehmen die meisten Kollegen auch für solche Arbeiten
die Krampen, um keine Zeit zu verlieren und ihren Akkord zu schaffen.
So machten es auch die beiden Kollegen. Als die Kranfahrerin, eine Griechin,
hochzog, merkten sie, daß sie nicht in der Mitte eingehängt hatten und daß
sich die Last nach unten neigte. Der eine Kollege rief ihr noch zu: 'Fahr
vorsichtig', aber das hörte sie nicht und zog weiter auf. Die Last neigte
sich schräg nach unten und rutschte aus den Krampen raus, donnerte zu Boden
und traf dabei den Kollegen Manfred, der hinter einem Vorhang stand und
schweißte und den die beiden anderen nicht gesehen hatten. Die Last traf ihn
von hinten ins Genick oder so; sein Bein soll ein paar mal gebrochen gewesen
sein, sein Brustkorb war zerquetscht. Er war bestimmt sofort tot.
Sofort sammelten sich vielleicht 50 - 80 Leute herum auch aus den anliegenden
Hallen; wir waren alle tief betroffen, die Kranfahrerin weinte. Die beiden
Kollegen erzählten, wie es passiert war, doch keiner außer einem Vorarbeiter
machte ihnen Vorwürfe.
Es ist klar: wenn die beiden nicht so leichtsinnig gewesen wären und
vorschriftsmäßig angebunden hätten, wäre der Kollege noch am Leben. Aber es
passiert immer wieder, daß Kollegen die Krampen nehmen und auch, wenn die
Last schon schief hängt, trotzdem weiterfahren und dann kommt öfter mal was
runter. Aber auch wenn vorschriftsmäßig angehängt wird, ist es immer
gefährlich. Die Halle ist so voll mit Arbeitern, Maschinen, Kränen usw., daß
die Kranfahrer beim Vorwärtsfahren auch immerzu noch seitlich hin- und
herfahren müssen, damit die Kollegen nicht unter die schwebende Last kommen
oder nicht irgendwo anstoßen, dabei kann auch sehr leicht was runterkommen. An
sich müssen die Kranfahrer, wenn sie mit einer Last kommen, hupen, damit die
Kollegen aus dem Weg gehen. Weil aber so viele Arbeiter in der Halle sind,
kann man oft gar nicht ausweichen und wenn man mit seinem Akkord hinkommen
will, kann man sich auch nicht 30 mal am Tag von seiner Arbeit wegscheuchen
lassen, weil der Kran kommt. Darum ist es schon oft so, daß die Kräne über die
arbeitenden Kollegen hinwegfahren müssen. Was dabei passieren kann, sieht man
hieran: vor ein paar Monaten kam der ganz schwere Flaschenzug von einem Kran
runter und traf einen Jugoslawen ins Kreuz, der dafür für ein paar Monate mit
schweren Verletzungen ins Krankenhaus mußte. Die MAN-Bosse wissen das ganz
genau; sie wissen auch, daß sich die Kräne nicht auf der Stelle anhalten
lassen, sondern immer noch nachlaufen. Wenn jetzt ein Kranfahrer eine Last
anhebt, und nach einem halben Meter oder Meter merkt, daß die Last schief
hängt und jeden Moment rausrutschen und runterknallen kann, dann kann er den
Motor abschalten, aber der Seilzug läuft trotzdem noch einen halben Meter
weiter und zieht die Last nach oben. Dabei passiert es wie gesagt nicht
selten, daß dann der schwere Brocken einem vor die Füße knallt und die
Krampen, die ja noch gespannt sind, einem um die Ohren pfeifen. Wenn so eine
Krampe das Bein trifft, ist es gebrochen. Wenn die MAN-Herren das Geld sparen
können, eine Bremse in den Motor einzubauen, dann ist es ihnen egal, ob wir
uns die Füße zerquetschen oder nicht, und wenn sie sogar seit 6-7 Jahren das
Geld für die technische Untersuchung sparen können, bei der dann rauskommen
würde, daß demnächst wahrscheinlich der Flaschenzug runterkommt, dann sparen
sie auch das Geld noch, denn es ist ihnen egal, ob wir dabei draufgehen oder
nicht. Für sie sind wir nur eine Nummer, die, wenn sie ausfällt, gleich
wieder durch eine neue ersetzt wird. Das haben auch viele Kollegen zu mir
gesagt.
Um sich für alle Unfälle den Rücken freizuhalten und damit wir auch ja immer
den Schuldigen unter uns suchen, fordern sie uns auf ihren Plakaten immer
wieder auf, alle Unfallvorschriften zu beachten und, wenn dann was passiert
ist, dann können sie immer sagen: Prolet, du bist ja selbst schuld an deinem
Unglück, denn du warst es ja, der die und die Unfallvorschriften icht
beachtet hat, nicht wir!
Aber daß die meisten Kollegen bei der Akkordhetzerei gar nicht mehr alle
Vorschriften einhalten können und immer wieder die Sicherheit vernachlässigen
müssen, wenn sei einigermaßen was nach Hause bringen wollen, das verschweigen
uns die MAN-Herren und der Betriebsrat wohlweislich.
Was haben die Kollegen zu dem Unfall gesagt? Viele haben es noch nicht gleich
begriffen, daß es die Akkordhetze der MAN-Bosse war, die die Kollegen dazu
trieb, die Sicherheit außer acht zu lassen; sie sagten: die zwei waren eben
leichtsinnig und verantwortungslos und da kann man nichts machen. Aber viele
sagten auch: das ist der Akkord, Akkord ist Mord, der treibt einen zum
Leichtsinn. Den MAN-Herren ist es egal, wenn einer von uns draufgeht, dann
wird gleich ein anderer an seinen Platz gestellt. Alle waren geschockt und
betroffen, und einer sagte: so was haben wir alle schon mal gemacht, das
hätte jedem von passieren können; und einer meinte sogar: im nächsten
Niethammer (der Zeitung der KPD/ML-Betriebsgruppe) wird's drinstehen.'"
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.58,Bochum 4.8.1971,S.7ff
02.08.1971:
Es erscheint die Nr.15 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 19.7.1971,
16.8.1971).
Es wird berichtet über die Betriebsgruppe MAN Gustavsburg.
=Rote Fahne Nr.15,Bochum 2.8.1971
24.08.1971:
Laut KPD/ML-ZB findet wahrscheinlich heute bei MAN Gustavsburg eine IGM-
Versammlung statt, auf der auch über die Forderungen zur Metalltarifrunde
diskutiert werden soll. Die sozialdemokratischen Betriebsräte beginnen Tage
vorher damit, "gegen die KPD/ML zu hetzen. ... Die BG-MAN veröffentlicht
daraufhin im Roten Niethammer, der Betriebszeitung bei MAN-Gustavsburg, daß
Vertreter der KPD/ML zur IGM-Versammlung kommen werden, um sich vor den
Kollegen der Diskussion zu stellen. Viele Kollegen begrüßen das. Daraufhin
hatten die Betriebsräte nicht eiligeres zu tun, als durch die Hallen zu
laufen, um den Kollegen klar zu machen, daß ein Auftreten der KPD/ML auf der
Versammlung unmöglich sei, das passe nicht in die Tagesordnung und vieles
mehr. ... Für die IGM-Versammlung hatten sie sich dann auch allerhand
ausgedacht. Zuerst wies Betriebsrat Hans Schmitt, gleichzeitig Vorstand des
Ortskartells Gustavsburg, darauf hin, das Ganze sei eine geschlossene
Versammlung, an der lediglich die IGM-Mitglieder der drei Gustavsburger
Metallbetriebe teilnehmen dürfen. Jeder, der sich zu Wort melden wollte,
mußte außerdem seinen Namen, Betrieb und Abteilung aufschreiben, und bei der
Versammlungsleitung abgeben. Damit sollte von vornherein verhindert werden,
daß ein Vertreter der KPD/ML das Wort ergreift. ... Inzwischen hatte
Betriebsrat Hans Schmitt eine Vertreterin der KPD/ML entdeckt und verwies sie
des Saales. Da sie sich weigerte, drohte er mit der Polizei. ... Nachdem
Kollegen die 15% gefordert hatten und viel Beifall bekamen, wurde ein
Vertreter der KPD/ML erkannt, da er einen Zwischenruf machte. Die
Betriebsräte inszenierten einen Tumult, um die Sache möglichst
unübersichtlich zu machen und die Kollegen zu verwirren. Ein Kollege stellte
den Antrag, die im Saal Anwesenden sollten darüber entscheiden, ob die
Vertreter der KPD/ML bleiben könnten oder nicht, aber die Betriebsräte
unterschlugen diesen Antrag und setzten sich darüber hinweg. Unter der
Androhung von Polizeigewalt verließen die KPD/ML-Vertreter den Saal.
Kollegen, die dann gegen diese Maßnahme protestierten, wurden vom Vertreter
der IGM beschimpft. ... Der Betriebsrat hat sich durch sein Vorgehen auf der
IGM-Versammlung selbst entlarvt. ... Die politischen Fronten bei MAN in
Gustavsburg haben sich durch das Auftreten der KPD/ML auf der IGM-Versammlung
weiter verschärft. Die sozialdemokratischen Führer im Betrieb sind zum
offenen Angriff auf einzelne Kollegen übergegangen, die im Verlauf dieser
Auseinandersetzungen die Politik der SPD-Führer durchschaut haben."
Das Auftreten eines Vertreters der KPD/ML-ZB auf der Gewerkschaftsversammlung
wird bei MAN zum Anlaß genommen, einen Kollegen der KPD/ML-ZB (Jakob Klassen)
in der Woche ab 31.8.1971 fristlos zu entlassen, er hatte dem
Betriebsratsvorsitzenden NS-Methoden vorgeworfen:"
Dieser Angriff des Betriebsrats Schmitt wird von Genossen der Betriebsgruppe
enthüllt als Mittel, um das Lohndiktat durchzusetzen und mit der
sozialfaschistischen Politik der SPD-Führer verbunden. ... Die KPD/ML
Betriebsgruppe hat damit in der richtigen Weise den Kampf gegen die übelsten
Spalter im Betrieb aufgenommen. Deshalb waren die SPD-Führer im Betrieb auch
gezwungen, darauf zu reagieren. Sie verteilten ein Flugblatt, in dem sie
gegen die KPD/ML hetzen und den entlassenen Kollegen in übelster Weise
verleumden."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.68 und 69,Bochum 8.9.1971 bzw.
11.9.1971,S.5ff bzw. S.11
11.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.69 (vgl. 8.9.1971, 15.9.1971) heraus.
Berichtet wird, daß seit Beginn der Metalltarifrunde (MTR) "schon an
vielen Orten SPD-Betriebsräte im Verein mit Polizisten gegen die KPD/ML
vorgegangen" sind. Bei MAN Gustavsburg (vgl. 24.8.1971) in Hessen "greifen
die sozialdemokratischen Führer jetzt auch zu solch üblen Methoden."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.69,Bochum 11.9.1971
Oktober 1971:
Die Nr.10 des 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) (vgl. Spet. 1971, Nov.
1971) des KJVD der KPD/ML-ZB berichtet von MAN Gustavsburg.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.10,Bochum Okt. 1971
28.01.1972:
Laut KPD/ML-ZB werden bei MAN Gustavsburg 10 Kollegen entlassen. Dabei soll
es sich um politische Entlassungen gehandelt haben, da diese Kollegen den
Betriebsrat wegen seiner Zusammenarbeit mit der Direktion auf der letzten
Belegschaftsversammlung angegriffen hatten.
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.11,Bochum 9.2.1972
März 1972:
Die Ortsgruppe Groß Gerau der RJ/ML des KAB/ML berichtet ihrem ZK (vgl.
Feb. 1972, Mai 1972) über den März u.a., „daß ein Mitglied der KSG/ML Frankfurt
eine
Volkshochschulgruppe in Ginsheim leitet und an der Schülerpresse, einer Zeitung
für
Haupt- und Realschulen, mitarbeitet.“
=RJ/ML-Ortsgruppe Groß Gerau:Betrifft: Gruppenbericht der Ortsgruppe Groß
Gerau (März 1972),Groß Gerau o.J. (1972)
24.07.1972:
Es erscheint die Nr.15 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 10.7.1972,
7.8.1972).
Betriebsgruppen bestehen u.a. bei: MAN Mainz bzw. Gustavsburg.
=Rote Fahne Nr.15,Bochum 24.7.1972.
25.09.1972:
Von den Ortsverbänden Dortmund der KPD/ML-ZB und des KJVD herausgegeben
erscheint die Broschüre "Freiheit für den Roten Punkt" zum Prozeß gegen Klaus
Dillmann wegen der Fahrpreiskämpfe im März 1971:" ...
Dieser Friedensschutz bestand, wie schon beschrieben, im Knüppeln auf
Antikriegsdemonstranten, von denen 11 noch in U-Haft sind, darunter ...
ein Jugendvertreter bei MAN-Gustavsburg".
=KPD/ML-ZB und KJVD Dortmund:Freiheit für den Roten Punkt,Dortmund 25.9.1972
November 1972:
Die Nr.10 des 'Der Kampf der Arbeiterjugend' (KDAJ) des KJVD der KPD/ML-ZB
(vgl. Okt. 1972, Dez. 1972) erscheint.
Es wird berichtet über die Jugendbetriebsgruppe MAN Gustavsburg.
=Der Kampf der Arbeiterjugend Nr.10,Bochum Nov. 1972.
Januar 1973:
Beim Zerfall der KPD/ML-ZB wendet sich die Betriebsgruppe MAN Gustavsburg
('Roter Niethammer') der Ortsgruppe Mainz, nach eigenen Angaben, sowohl gegen
das Zentralbüro als auch gegen die Landesleitung Hessen.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.47,München Mai 1974
14.04.1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.4 (vgl.
5.3.1973, Mai 1973) heraus.
Es wird berichtet von MAN Gustavsburg.
=Spartacus Nr.4,Mainz 14.4.1973
26.05.1973:
Laut eigenen Angaben findet Ende Mai unter der Losung "Vorwärts mit dem
Arbeiterbund für der Wiederaufbau der KPD" der Kongreß zur Überführung der
Arbeiter-Basis-Gruppen (ABG) in den Arbeiterbund für den Wiederaufbau der
KPD (AB) statt.
Anwesend ist auch eine ehemalige KPD/ML-ZB Gruppe. Welche dies ist,
wird in der aktuellen Berichterstattung nicht verraten. Es handelt sich
hierbei um die ehemalige KPD/ML-ZB Betriebsgruppe MAN Gustavsburg der
Ortsgruppe Mainz, die sich selbst in der Folge nach ihrer Betriebszeitung
Kommunistische
Gruppe 'Roter Niethammer' nennt.
=AB:Programmentwurf und Statut,München 1973;
Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.36,München Juni 1973
Oktober 1973:
In München gibt die Betriebsgruppe Zündapp des AB die Nr.22 ihres
'Zündfunken' (vgl. 17.9.1973, Nov. 1973) heraus. Berichtet wird u.a. über MAN
Mainz bzw. Gustavsburg.
=Zündfunke Nr.22,München Okt. 1973
Veröffentlicht wird ein gemeinsames Kommunique des AB und der Kommunistischen
Gruppe 'Roter Niethammer' Mainz, die bei MAN Gustavsburg tätig ist.
In dem Kommunique wird eingegangen auf die Geschichte der Gruppe (vgl. Okt.
1969, Jan. 1973), die aus der KPD/ML-ZB hervorging und nun
Sympathisantengruppe des AB ist.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.47,München Mai 1974
01.05.1974:
Laut AB wird mit der 1. Mai Veranstaltung der Kommunistischen Gruppe 'Roter
Niethammer' in Mainz, diese "zugleich als Sympathisantengruppe des
Arbeiterbundes für den Wiederaufbau der KPD" vorgestellt.
Weiter heißt es:"
Ihr Vorläufer wurde bereits 1969, 1 1/2 Jahre nach den Arbeiter-Basis-
Gruppen gegründet (vgl. Okt. 1969,d.Vf.), schloß sich dann aber zunächst
einer der beiden sich KPD/ML nennenden Gruppen (nämlich der Gruppe Rote
Fahne) (KPD/ML-ZB,d.Vf.) an, um schmerzlich und bis zum Zerfall dieser Gruppe
zu erfahren, daß dies kein Weg zur Partei der Arbeiterklasse ist."
=AB:10 Jahre Antwort auf die Frage Was Tun? - 10 Jahre Arbeiterbund für den
Wiederaufbau der KPD,München 1986,S.100;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.47,München Mai 1974
01.05.1975:
In Mainz beteiligen sich, laut AB, 3 000 an der DGB-Demonstration.
Die Kommunistische Gruppe 'Roter Niethammer' - Sympathisantengruppe des AB
führt eine Maiveranstaltung mit, nach eigenen Angaben, 35 Personen (Schüler,
Studenten, Beschäftigte von MAN Gustavsburg, der Rheinhütte Wiesbaden-
Biebrich und aus der ÖTV) durch.
=Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.59 und 60,München Apr. 1975 bzw. 4.5.1975
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