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Inhalt
1 Materiallage 2 Zum Inhalt der Materialien 2.1 IG Metall und Metallindustrie in Frankfurt allgemein 2.2 Adlerwerke 2.3 Fries & Sohn 2.4 Klimsch & Co. 2.5 Messer 2.6 Naxos 2.7 Roth 2.8 Samson 2.9 Schanzenbach 2.10 Siemens 2.11 Telefonbau und Normalzeit (TN) 2.12 Teves 2.13 VDM 2.14 VDO 2.15 Wörner 3 Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)
Zur Verfügung standen uns an örtlichen Materialien lediglich eine gute Sammlung der Publikationen der KPD/ML-ZK sowie der RJ/ML des KAB/ML. Diese werden ergänzt durch die Berichte aus bundesweiten oder auswärtigen Publikationen.
Auffällig ist, dass erst spät (Mai 1970) Berichte über linke Betriebsarbeit in der Frankfurter Metallindustrie auftauchen, obwohl durchaus einschlägige Materialien wie das 'SC-Info' erfasst wurden. Es findet sich im Jahr 1971 eine sehr aktive KPD/ML-ZK, die aber dann ins Nichts verschwindet, da sich die Ortsgruppe in viele Teile auflöst. Die RJ/ML ist auf Telefonbau und Normalzeit sowie die Jugendarbeit beschränkt. Auch die Trotzkisten widmen der Metallindustrie vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Es finden sich so nach der Auflösung der KPD/ML-ZK für das Jahr 1972 nur noch die Dokumente der RJ/ML und Streikberichte aus Sekundärliteratur.
Die RJ/ML berichtet von den IGM-Jugendvertretern (vgl. 25.9.1970).
Hier beginnt unsere Darstellung mit dem Streik (vgl. Mai 1970). Zu der DKP-Betriebsgruppe kommt ab Juni 1970 eine Rote Betriebsgruppe der KPD/ML-ZK deren Publikationen reichhaltig dokumentiert sind. Besonders die Betriebsversammlung vom 16.7.1970 und die darauf folgende Entlassung eines Sprechers führen dabei zur intensiven Agitation der KPD/ML-ZK.
In der Metalltarifrunde kommt es zum Streik (vgl. 16.10.1970, 8.10.1970).
Hier wird gestreikt (vgl. 25.9.1970).
Hier wird gestreikt (vgl. 25.9.1970).
Hier berichtet die Junge Garde der IAK aus dem Werk Griesheim über den ihr angehörenden Jugendvertreter und dessen Maßregelung in Betriebsrat und VLK (vgl. Nov. 1970).
Es wird auch die Betriebszeitung der KPD/ML-ZK dokumentiert (vgl. Feb. 1971, Sept. 1971).
Hier wird die Betriebszeitung der KPD/ML-ZK dokumentiert (vgl. Jan. 1971, Juli 1971).
Hier wird von Streiks berichtet (vgl. 5.1.1972).
Hier wird die Betriebszeitung der KPD/ML-ZK dokumentiert (vgl. Jan. 1971, Juni 1971).
Hier wird die Darstellung der Betriebsschließung durch die DKP dokumentiert (vgl. 1.10.1970).
Hier wird von den Wettbewerbsmethoden zur Unfallvermeidung berichtet (vgl. Mai 1971), vom Streik in der MTR (vgl. 9.12.1971) und der Jugendvertretung (vgl. 21.12.1971).
Hier beginnt die Darstellung mit der Debatte zwischen KJVD der KPD/ML-ZB und RJ/ML des KAB/ML (vgl. 27.8.1970), die beide gerade mit der Arbeit dort anfangen. Uns lag die Zeitung der RJ/ML (vgl. 29.3.1971, 15.11.1971) nahezu vollständig vor, wurde allerdings nur für die ersten Jahre ausgewertet.
Hier wird die Betriebszeitung der KPD/ML-ZK dokumentiert (vgl. Jan. 1971, Juli 1971) und es wird von Streiks berichtet (vgl. 29.12.1971, 4.1.1972, 27.7.1972).
Her wird von Streiks berichtet (vgl. Jan. 1972, 10.1.1972).
Hier wird gestreikt (vgl. 16.10.1970).
Hier wird gestreikt (vgl. 25.9.1970).
Mai 1970:
Bei Adler Frankfurt wird, laut RFO, Mitte Mai für eine Lohnauszahlung vor
Pfingsten (17.5.1970) gestreikt.
Laut DKP dauert der Streik einen Tag. Die eigene Betriebsgruppe habe dazu ein
Flugblatt herausgebracht.
=Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.21,Düsseldorf 23.5.1970;
Rote Fahne - Röchling Nr.5,Völklingen 29.5.1970
Juni 1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler eventuell im Juni das
folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar
Wolfstetter heraus:"
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
SEIT DER LITTONKONZERN DIE ADLERWERKE GESCHLUCKT HAT, WIRD ES MIT JEDEM TAG
SCHLIMMER!
An den Fertigungsmaschinen können wir nicht mehr rechts und links gucken,
wollen wir auf unser Geld kommen. In der Galvanik ist die Luft verpestet. Der
Stumpfsinn in der Vormontage wird durch den Akkorddruck noch schlimmer. An
den Taktbändern sind wir festgenagelt. Wer im Lager schafft, ist auf dem
Abstellgleis.
Die Bosse beuten die Jugendlichen und Frauen besonders aus. Sie lassen die
Frauen für weniger Geld dasselbe schaffen wie Männer. Sie stellen Jugendliche
als Hilfsarbeiter für einen Hungerlohn ein. Sie zwingen uns in allen
Abteilungen ein mörderisches Tempo auf. Hauptsache, es kommen Maschinen raus.
Wir spüren die Folgen am eigenen Leib: unsere Nerven gehen immer mehr kaputt.
Im Betrieb schreien wir uns an. Die Familie hat nichts mehr von uns. Wir
werden 'managerkrank': Herzbeschwerden, Magenentzündungen, Hautausschlag. Wer
heute beim Kleyer schafft, der wird nicht alt.
Der Besitzer des Litton-Konzerns heißt Thornton. Er ist ein enger Freund von
Nixon. Beide sind Vertreter des US-Imperialismus.
Bereits vor 70 Jahren haben die Imperialistengruppen die Welt in ihre Reiche
aufgeteilt. Seitdem können sie sich nur noch um die vorhandenen Arbeitskräfte
und Märkte streiten. Mal feilschen sie, mal führen sie Krieg.
Thornton verdient durch Waffenproduktion am Vietnamkrieg. Er will aber auf
zwei Beinen stehen. Deshalb feilscht er um Hotels und Büromaschinenfabriken.
Mit gerissenen Tricks hat sich Thornton Adler und Triumph angeeignet. Damit
hat er seinen Büromaschinenanteil damals in den USA sofort von 40 auf 44%
erhöht, in Deutschland hat er damit schon den größten Marktanteil.
Thornton ist unermeßlich raubgierig. Sein Anteil langt ihm noch nicht. Wie
treibt er ihn hoch? Er teilt die Arbeitsgänge idiotensicher auf, sodaß er die
Leute schnell reinholen und wieder rauswerfen kann. Wen holt er sich? Die
Ausländer, weil sie gezwungen sind, den niedrigsten Lohn anzunehmen,
Überstunden und alle Dreckarbeiten zu machen. Die deutschen Arbeiter müssen
mitziehen.
Auf diese Tour hat Thornton 1969 den Umsatz bei Adler von 77 Mio. auf 107
Mio., also um 40% hochgetrieben. Die deutschen Handlanger des Herrn Thornton
nennen diese Schinderei vornehm RATIONALISIERUNG.
Was ist, wenn in den USA die Krise kommt?
Dann kann der Herr Thornton die Maschinen nicht mehr absetzen. Dann wirft er
uns auf die Straße.
Vor der Krise will jede Imperialistengruppe möglichst viel raffen, in der
Hoffnung, in der Krise gehen die anderen eher pleite und müssen sich
schlucken lassen.
Sie pressen uns jetzt maßlos aus, nur weil sie darum kämpfen, wer von ihnen
uns in Zukunft auspreßt.
Wir sind scheinbar hilflos. Viele Kollegen hoffen, sie können sich allein
durchwurschteln. Viele Kollegen der alten Stammbelegschaft kündigen. Andere
buckeln und betteln um einen Antreiberposten. Die meisten Kollegen sind
ratlos. Sie wissen, nur organisierte Arbeiter können sich wehren. Doch welche
Organisation kann uns helfen?
Hilft uns die IG Metall?
Die IG-Metall-Führer sind von den Kapitalisten gekaufte Bonzen, wie die
Führer aller DGB-Gewerkschaften. Mit ihrer 'Mitbestimmung' betteln sie nur um
einen Anteil an der Macht der Kapitalisten und um einen größeren Anteil an
den von den Arbeitern geschaffenen Werten. Den wollen sie in den
Aufsichtsräten abkassieren.
Hilft uns die D'K'P (DKP,d.Vf.)?
In der Betriebszeitung 'Impuls' (vgl. S2.*.1970,d.Vf.) nennt sie einiges beim
richtigen Namen: Spitzel am Krankenbett, Lehrlingsausbeutung, ungerechte
Frauenlöhne, Adlerbosse pfeifen auf Recht und Gesetz. Diese Mißstände sieht
die D'K'P und nennt sie Unverschämtheiten. Sie fordert die Kapitalisten und
ihre Handlanger auf, sie sollen sich an ihre Gesetze halten. Uns fordert sie
auf, wir sollen die IG Metall unterstützen, 'unsere Gewerkschaft'.
Das ist Verrat!
Jeder Kommunist weiß, solange die Kapitalisten die Macht im Staat haben, sind
solche 'Unverschämtheiten' die Regel. Die Kapitalisten biegen ihre Gesetze
gerade so hin, wie sie es brauchen. Da hilft kein Gerenne zum Betriebsrat. Da
hilft kein D'K'P-Gewinsel.
Die D'K'P-Führer können gar nicht anders, sie müssen Verräter sein. Sie
werden von der Ulbricht-Clique (SED der DDR,d.Vf.) bezahlt. Das sind aber
selbst Arbeiterverräter. Im Auftrag der Ulbricht-Clique schmieren uns die
D'K'P-Führer Honig ums Maul, damit wir ihre Hauptfoirderung unterstützen:
unsere Kapitalisten sollen die Ulbricht-Clique als gleichberechtigte
Kapitalisten anerkennen.
Wir brauchen eine Arbeiterpartei ohne bezahlte Funktionäre.
Sie muß die Schandtaten der Kapitalisten und all ihrer Handlanger
schonungslos aufdecken.
Sie muß die klassenbewußten Arbeiter organisieren. und die schwankenden
Kollegen beeinflussen und stärken.
Sie muß Schlag auf Schlag den Kampf gegen die gesamte Kapitalistenklasse
aufnehmen.
Das kann nur die kommunistische Partei.
Das kann nur die KPD/ML.
Wir bauen eine rote Betriebsgruppe (RBG,d.Vf.) bei Adler auf. Unterstützt
uns, sagt uns, was die Ausbeuter gegen euch unternehmen.
KLASSENBEWUSSTE ARBEITER
ORGANISIERT EUCH IN DER KPD/ML
KLASSENBEWUSSTE ARBEITERJUGEND
ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN GARDE" (RG).
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Kolleginnen und Kollegen! Seit der Littonkonzern die
Adlerwerke geschluckt hat, wird es mit jedem Tag schlimmer!,Frankfurt o.J.
30.06.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt vermutlich heute, vermutlich bei Adler
das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar
Wolfstetter heraus:"
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN!
NIEDER MIT DEM LOHNSYSTEM!
Heute ist Zahltag. Das ist immer eine Überraschung. Jeder kann jetzt sehen,
was hat er nun davon, daß er den ganzen Juni geschafft hat.
Die Frauen sind es schon gewohnt: sie schaffen genauso wie die Männer, oft
sogar am selben Arbeitsplatz, trotzdem haben sie im Monat bald 100 Mark
weniger wie die Kollegen.
Die Zeitlöhner, ausgenommen die Facharbeiter, sind besonders schlecht dran.
Sie müssen auch immer schneller schaffen, ähnlich wie im Akkord, trotzdem
liegt ihr Stundenlohn etwa eine Mark tiefer.
Die Akkordarbeiter untereinander sind nochmal in soundsoviele Lohngruppen und
-stufen aufgeteilt. Nach Arbeitsleistung geht es dabei nicht.
Kurz gesagt: Das ganze Lohnsystem ist von vorn bis hinten ungerecht!
DAS KAPITALISTISCHE LOHNSYSTEM KANN NIEMALS GERECHT SEIN
Früher konnte ein Arbeiter seine Familie ernähren. Dafür mußte er auch 10, 12
Stunden am Tag schaffen. Dann hat sich die Arbeiterklasse die 40-Stundenwoche
erkämpft. Das war ein harter Schlag für die Kapitalisten. Denn sie machen
weniger Profit, wenn die Arbeiter jeden Tag kürzer schaffen.
Was taten also die Kapitalisten? Sie drückten die Löhne runter. Heute kann
eine Arbeiterfamilie nur anständig leben, wenn der Mann Überstunden schafft
wie verrückt oder die Frau auch arbeiten geht.
Unsere Forderung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bringt also nur dann
etwas, wenn der Arbeiter in 40 Stunden die Woche so viel verdient, daß er mit
seiner Familie davon leben kann. Geht die Frau auch arbeiten, soll sie
genauso viel verdienen.
Aber was werden die Kapitalisten tun? Sie werden gleichen Lohn für Frauen und
Männer nur zulassen, wenn dann beide zusammen so wenig verdienen, daß es
gerade für die Familie langt.
Die Kapitalisten sind unermeßlich raubgierig. Es reicht ihnen nicht, wenn wir
Überstunden machen und die Frauen auch arbeiten. Wir sollen vor allem auch
schneller arbeiten. Deshalb drücken sie den Zeitlohn eines Ungelernten so
stark runter, daß die meisten Arbeiter bereit sind Akkord zu schaffen. Das
kostet den Kapitalisten zwar mehr Lohn, dafür verdient er an jedem Stück noch
mehr. Den Mehrlohn treiben sie durch Preiserhöhungen wieder bei. Außerdem
schraubt jeder Kapitalist den Akkord nach und nach höher. Bei der Schinderei
wird kaum einer älter als 65.
Die unterschiedlichen Einstufungen sind noch so ein Trick: Einmal dienen die
Stufen als Bremse. Die machen ja schon für vier Pfennige eine extra Stufe!
Wird man also endlich mal höher eingestuft, hat man ein paar Pfennige mehr
und es ist erstmal für längere Zeit nichts drin.
Und schließlich ist die Stufenleiter noch ein billiges Mittel, die Kollegen
untereinander auszuspielen, einige besonders zu bestechen und so die
Solidarität zu verhindern.
Wir sehen also: Es bringt nichts, einzeln um höhere Einstufung zu betteln.
Die halten einen hin und wollen einen nur zu Radfahrern machen.
Es bringt nichts, schneller zu schaffen, man macht sich kaputt, zwingt Andere
zum Nachziehen und schließlich wird der Akkord ja doch raufgesetzt.
DER LOHNKAMPF IST EIN ENDLOSER VERTEIDIGUNGSKAMPF
Das Ziel der Kapitalisten ist: Die Arbeiter sollen mit Mann, Frau und Kind
jeden Tag so lange und so schnell wie möglich schaffen und dafür so viel
verdienen, daß sie gerade davon leben können. Dann haben die Kapitalisten
ihren höchsten Profit.
Die Kapitalisten setzen Frauen und Ungelernte ein und drücken damit die
durchschnittliche Lohnhöhe. Ein Kampf um höhere und gleiche Löhne ist ein
Verteidigungskampf dagegen.
Die Kapitalisten steigern das Arbeitstempo und schrauben den Akkord immer
höher. Der Lohnkampf hinkt hinterher.
Die Kapitalisten steigern Preise und Mieten. Wenn wir nicht mit Überstunden
nachziehen wollen, müssen wir kämpfen.
Im reinen Lohnkampf bleibt der Arbeiter immer der Dumme. Der Kampf der
Arbeiterklasse gegen das kapitalistische Lohnsystem besteht seit Geburt des
Kapitalismus und endet erst mit der Zerschlagung des Kapitalismus.
Sollen wir also auf Streiks um Lohnerhöhungen verzichten? Nein. Streiks sind
eine notwendige Kampfform der Arbeiterklasse.
NUR DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI KANN DEN KAMPF DER ARBEITERKLASSE ERFOLGREICH
FÜHREN!
Unter der Führung der verbotenen SPD erkämpfte die Arbeiterklasse
Sozialleistungen wie Rente und Krankenfürsorge gegen die Kapitalisten und
deren Handlanger Bismarck.
Mit Hilfe der KPD erkämpfte die Arbeiterklasse die 40-Stundenwoche gegen die
Kapitalistenklasse und deren Handlanger, die SPD.
Die Arbeiterklasse hatte Erfolg, weil sie eine Partei hatte, die nicht auf
halbem Weg stehen blieb, sondern kompromißlos für die Diktatur des
Proletariats kämpfte.
Bisher ist es der Kapitalistenklasse in Deutschland immer wieder gelungen,
die Partei der Arbeiterklasse zu zerschlagen, durch faschistische
Unterdrückung und Bestechung der Führer.
Nach diesem Sieg konnte die Kapitalistenklasse immer wieder die Erfolge der
Arbeiterklasse rückgängig machen, so wie sie es heute wieder tut.
Heute ist der erste Schritt der Aufbau der neuen Partei der Arbeiterklasse,
einer Partei ohne bezahlte Funktionäre, der KPD/ML.
Endgültigen Erfolg haben wir erst, wenn wir den Staat der Kapitalisten
zerschlagen und die Kapitalisten enteignen.
Wenn wir einen Arbeiterstaat schaffen, in dem es Demokratie für das Volk gibt
und Diktatur gegen die Kapitalisten.
Diesen Staat müssen wir verteidigen gegen alle Angriffe der unterdrückten
Kapitalistenklasse. Dann verhindern wir solche Rückfälle in das
kapitalistische System wie in der Sowjetunion (SU,d.Vf.) und den von ihr
beherrschten Satelliten. Erst in einem solchen Staat kann es einen gerechten
Leistungslohn geben, denn es gibt keine Profite mehr. Die Kapitalisten werden
unterdrückt.
Das ist das Ziel der KPD/ML.
KLASSENBEWUSSTE ARBEITER
ORGANISIERT EUCH IN DER KPD/ML"
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Kolleginnen und Kollegen! Nieder mit dem Lohnsystem!,
Frankfurt o.J. (1970)
16.07.1970:
Bei Adler Frankfurt findet, laut KPD/ML-ZK (vgl. 24.8.1970), eine
Betriebsversammlung statt, die zum Rausschmiß des Kollegen Becker führt (vgl.
20.7.1970):"
Die Belegschaft hat ihre Forderungen auf der Betriebsversammlung am 16.7.
aufgestellt. Am deutlichsten sprach Becker:
Frauen in die gleichen Lohngruppen wie die Männer!
Weg mit der Akkordschere!
Statt Überstunden Lohnerhöhungen, bei 40 Stunden muß das Geld langen!
Menschliche sanitäre Anlagen!
Schriftliche Bekanntmachung aller Verhandlungen des Vertrauensleutekörpers
und des Betriebsrats!
13. Monatsgehalt.
So einig war die Adlerbelegschaft seit Jahren nicht mehr."
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970),S.1
20.07.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl. 17.8.1970, 24.8.1970) berichtete von
Adler über die Betriebsversammlung (vgl. 16.7.1970), auf der Kollege Becker
redete und fährt, vermutlich aus dieser Woche fort:"
So einig war die Adlerbelegschaft seit Jahren nicht mehr. Da stand für die
Littonhandlanger fest: Diese Einheit müssen wir zerschlagen, ein Kopf muß
rollen, Becker muß raus. Zuckerbrot und Peitsche, das ist die Taktik der
Littonhandlanger und aller Imperialisten. Kommen sie mit scheinheiligen
Versprechungen nicht mehr durch, wenden sie Gewalt an. Ob Litton oder
Grundig: Sprecher der Belegschaft schmeißen sie raus, damit sie wieder eine
Weile ungestört die Ausbeutung verschärfen können.
Jakobi, Neuland, Passert, Glorim.
Diesmal wagten sie es erst eine halbe Stunde vor Betriebsurlaub. Das war
ihnen noch nicht sicher genug. Aus Angst vor der Belegschaft ließen sie
Becker aus dem Personalbüro durch den Werkschutz abführen und erteilten
Hausverbot.
So haben sie sich bisher halten können, nach der Methode, einen rauswerfen -
viele einschüchtern. Das machen wir nicht mehr mit."
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970)
17.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl. 24.8.1970) berichtet bei Adler
vermutlich u.a. aus dieser Woche vom Protest gegen die Entlassung Beckers
(vgl. 20.7.1970):"
DEN KAMPF ORGANISIEREN!
Die Littonhandlanger haben sich den besten Zeitpunkt im Jahr ausgesucht.
Sogar jetzt sind noch nicht alle aus dem Urlaub zurück. Der Betriebsrat
unterstützt die Littonhandlanger voll und ganz. Tage vorher stimmte er der
Entlassung zu und hielt sie geheim. Sogar der D'K'P-Betriebsrat (DKP,d.Vf.)
Glorim ließ sich kaufen und schwieg. Diesem arbeiterfeindlichen Komplott
begegnen wir Schritt für Schritt: In unserem ersten Flugblatt informierten
wir die Belegschaft und deckten die Machenschaften auf. Die Genossen der
roten Betriebsgruppe (RBG,d.Vf.) und die Genossen am Propagandastand der KPD/
ML erfuhren, die Kollegen wollen den Kündigungsvorwand wissen. Daraufhin
haben wir das Kündigungsschreiben veröffentlicht. Das war ein harter Schlag
gegen die Diffamierungskampagne der Littonhandlanger.
Wir fragten viele Kolleginnen und Kollegen und stellten fest: der
überwiegende Teil im Werk 2 will streiken. Der überwiegende Teil in Werk 1
will den Streik nicht mitmachen.
Alle warten auf eine organisierte Führung."
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970),S.1
24.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich Anfang dieser
Woche ein Flugblatt "Becker zurück in den Betrieb!" mit einer Seite DIN A 4
auf Deutsch und - bei unserem Exemplar auf der Rückseite dem selben Text auf
Italienisch - unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus, in dem
zunächst berichtet wird von der Betriebsversammlung (BV - vgl. 16.7.1970),
der folgenden Entlassung Beckers (vgl. 20.7.1970) und dem eigenen Protest
dagegen (vgl. 17.8.1970):"
DIE VERSAMMLUNG IST DER NÄCHSTE SCHRITT.
Wer die Forderung, Becker zurück in den Betrieb, tatkräftig unterstützen
will, der muß auf die Versammlung kommen. Besonders die Kollegen, die Becker
zum Vertrauensmann gewählt haben. Die gesamte Belegschaft erwartet von ihnen,
sie sollen anfangen. Auf der Versammlung legfen wir Maßnahmen vor, nach und
während der Güteverhandlung (vgl. 31.8.1970,d.Vf.) fest. ...
Der Kollege Becker nimmt an der Versammlung teil. Littonspitzel fliegen raus.
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, KOMMT AUF DIE VERSAMMLUNG DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE
DER KPD/ML" (vgl. 31.8.1970).
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970);
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker debe retornar a la fabrica!,Frankfurt o.J.
(Aug. 1970)
27.08.1970:
Die Rote Betriebsgruppe (RBG) Adler der OG Frankfurt der KPD/ML-ZK (vgl.
24.8.1970, 31.8.1970) rief für heute 16 Uhr zur Versammlung im Haus Gallus,
Clubraum 4, gegen die Entlassung Beckers bei Adler (vgl. 16.7.1970) auf, u.a.
um die Arbeitsgerichtsverhandlung (vgl. 31.8.1970) vorzubereiten.
Von den, laut KPD/ML-ZK, 27 Anwesenden wird eine Unterschriftensammlung für
eine Betriebsversammlung beschlossen.
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970),S.1;
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Unterschriftensammlung für eine ordentliche
Betriebsversammlung!,Frankfurt o.J. (1970),S.1f
27.08.1970:
Das Stadtkomitee Frankfurt des KJVD der KPD/ML-ZB verfaßt ein Schreiben
an die RJ/ML Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden des KAB/ML (vgl. 24.8.1970,
2.9.1970):"
Genossen,
in Bezug auf unser letztes Gespräch (vgl. 19.8.1970,d.Vf.) kann ich Euch
mitteilen, daß die Lage nun nicht so ist, daß kein KJVD-Genosse bei T und N
arbeitet. Anders gesprochen, wir werden unmittelbar mit der Arbeit bei dieser
Firma beginnen. Wollt Ihr Euch beteiligen (das betrifft ja nur X. konkret),
dann teilt uns das bitte mit. Wir vereinbaren dann ein Gespräch."
Die RJ/ML meint dazu:"
Aufgrund der Frechheit dieses Schreibens haben wir abgelehnt zu antworten".
=RJ/ML-Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden:Bericht für die Zeit vom 22.8. bis
18.9.1970,Walldorf o.J. (1970)
31.08.1970:
Vermutlich vor dem (Landes-) Arbeitsgericht Frankfurt in der Adickesallee
36 soll, laut KPD/ML-ZK bei Adler (vgl. 24.8.1970), um 8 Uhr 45 die
Güteverhandlung über die Entlassung Beckers bei Adler (vgl. 16.7.1970,
20.7.1970) stattfinden, gegen die u.a. die KPD/ML-ZK protestierte (vgl.
24.8.1970, 27.8.1970).
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Becker zurück in den Betrieb!,Frankfurt o.J. (Aug.
1970),S.1
31.08.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich heute oder in
dieser Woche das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter
Verantwortung von Lothar Wolfstetter heraus, das uns auch auf Italienisch und
Spanisch vorlag:"
UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG FÜR EINE ORDENTLICHE BETRIEBSVERSAMMLUNG!
Dieser Vorschlag wurde auf der Versammlung der Roten Betriebsgruppe (RBG,d.
Vf.) der KPD/ML vom 27.August 1970 von den anwesenden Kollegen angenommen.
Für diese Betriebsversammlung wurde folgende Tagesordnung vorgeschlagen:
Frauen in die gleichen Lohngruppen wie die Männer!
Weg mit der Akkordschere!
Statt Überstunden Lohnerhöhungen, bei 40 Stunden muß das Geld langen!
Menschliche sanitäre Anlagen!
Schriftliche Bekanntmachung aller Verhandlungen des Vertrauensleutekörpres
und des Betriebsrats!
13. Monatsgehalt!
Vertrauensmann Becker zurück in den Betrieb!
Dazu reichen 1 000 Unterschriften. Dann ist der Betriebsrat nach Paragraph
42,2 Betriebsverfassungsgesetz (BVG,d.Vf.) verpflichtet, diese
Betriebsversammlung einzuberufen. Wir fordern eine ORDENTLICHE
BETRIEBSVERSAMMLUNG! In diesem Jahr hatten wir erst eine Betriebsversammlung
(BV - vgl. 16.7.1970,d.Vf.). Der Betriebsrat ist aber gesetzlich
verpflichtet, vier Betriebsversammlungen durchzuführen.
Wenn die 1 000 Unterschriften nicht zusammenkommen, kriegt der Betriebsrat
natürlich keine einzige zu sehen.
Auf die Versammlung kamen 27 Kollegen. Alle waren sich darüber einig, daß
Becker rausgeflogen ist, weil er die Forderungen der Belegschaft
ausgesprochen hat.
Die Rote Betriebsgruppe der KPD/ML hatte folgende vier Möglichkeiten von
Kampfmaßnahmen vorgeschlagen mit dem Ziel, zu einer gemeinsamen Resolution zu
kommen:
1. Die kampfbereiten Kollegen bilden ein Streikkomitee und rufen den Streik
aus.
2. Die kampfbereiten Kollegen überzeugen die Schwankenden und gehen mit ihnen
zur öffentlichen Güteverhandlung (vgl. 31.8.1970,d.Vf.).
3. Bei Beginn der Güteverhandlung, 8 Uhr 45, versammeln sich die
kampfbereiten Kollegen im Werkzeugbau, um solidarische Maßnahmen zu
beschließen.
4. Unterschriftensammlung zur Einberufung einer ordentlichen
Betriebsversammlung.
WARUM KONNTE NUR DIE ZAHMSTE MASSNAHME BESCHLOSSEN WERDEN?
Vom Werkzeugbau waren nur drei Kollegen da. Der Werkzeugbau ist nicht mehr
das rote Herz von Adler. Den Litton-Handlangern ist es nämlich gelungen, die
Werkzeugmacher von der breiten Masse der Adlerbelegschaft abzuspalten: Durch
höhere Löhne und einige Privilegien. So kämpfen sie nur noch für ihre eigenen
Interessen und nicht mehr für die Forderungen der gesamten Belegschaft.
Warum? Aus Angst, ihre Privilegien zu verlieren. Wie die Litton-Imperialisten
einen Keil zwischen die Werkzeugmacher und die Adlerbelegschaft treiben,
betreiben sie es im nationalen und internationalen Maßstab: Die Imperialisten
wissen: Nur die Konkurrenz der Arbeiter untereinander, nur die Spaltung der
Arbeiterklasse garantiert die Profite.
DIE SPALTER DER ARBEITERKLASSE BEKÄMPFEN!
Die Einheit über Kampfmaßnahmen kam erst zustande, als sich die D'K'P-Clique
(DKP,d.Vf.) unter Führung ihres Chefs, Rudi Maurer, aus dem Versammlungssaal
geschlichen hatte.
Warum hauten sie ab?
In Worten sagen sie auch: Becker ist rausgeflogen, weil er die Forderungen
vertreten hat. Doch in Taten waren sie gegen Resolution und Kampfmaßnahmen.
Die Taten zählen! Die D'K'P will auch eine Betriebsversammlung. Aber vertritt
die D'K'P auf Betriebsebene die Interessen der Arbeiterklasse?
Nein!
Die D'K'P ist ein bezahltes Anhängsel der Ulbrichtclique (SED der DDR,d.Vf.)
und der sowjetischen Sozialimperialisten (SU,d.Vf.). Wir nennen sie
Sozialimperialisten, weil sie Sozialismus nur in Worten betreiben. In Taten
aber wollen sie ein Imperium, d.h. ein Weltreich errichten. Sie wollen andere
Völker wie das tschechoslowakische (CSSR,d.Vf.) Volk unterdrücken und
ausbeuten.
Deshalb verteidigt die D'K'P jede Schandtat der Sozialimperialisten und
versucht verbissen, die großartigen Erfolge der wirklichen Kommunisten in
China und Albanien totzuschweigen. Auf Betriebsebene will die D'K'P durch
Groschenpolitik die Arbeiterklasse vom politischen Kampf gegen die
Kapitalistenklasse und ihren Staat ablenken.
Die D'K'P ist der Agent des Sozialimperialismus in den Reihen der
Arbeiterklasse.
DIE EINHEIT DER ARBEITERKLASSE IST IHRE STÄRKE!
Der Kampf gegen die Spalter in den eigenen Reihen führt zur Einheit. In der
Arbeiterklasse gibt es eine kleine Gruppe von linken fortschrittlichen
Kollegen. Eine große Mitte, die schwankt. Eine kleine rückständige rechte
Gruppe.
Die KPD/ML wird die fortschrittlichen Kollegen schulen und organisieren. Dann
können sie die Arbeiterverräter entlarven und aus ihren Reihen verjagen. Sie
werden das Bewußtsein der Schwankenden heben und vereint unter der Führung
ihrer Partei, der KPD/ML, den Kampf gegen die gesamte Kapitalistenklasse
aufnehmen und die Diktatur des Proletariats errichten.
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, UNTERSCHREIBT DIE UNTERSCHRIFTENLISTE!
KLASSENBEWUSSTE ARBEITER, UNTERSTÜTZT DEN AUFBAU DER KAMPFPARTEI DER
ARBEITERKLASSE!
KLASSENBEWUSSTE ARBEITER, ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE UND IN
SCHULUNGSZIRKELN DER KPD/ML!"
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Unterschriftensammlung für eine ordentliche
Betriebsversammlung!,Frankfurt o.J. (1970);
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Raccolta di firme per un' assemblea ordniaria di
fabbrica,Frankfurt o.J. (1970);
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Colleccion de firmas para una asemblea regular de
fabrica!,Frankfurt o.J. (1970)
07.09.1970:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK gibt bei Adler vermutlich in dieser Woche
das folgende Flugblatt mit zwei Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Lothar
Wolfstetter zur Unterschriftensammlung für eine Betriebsversammlung (vgl.
31.8.1970) heraus, das uns auch auf Italienisch und Spanisch vorlag:"
DIE UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG ERFOLGREICH VORANTREIBEN!
Die rote Betriebsgruppe (RBG,d.Vf.) hat über 200 Unterschriften. Spanische
Kollegen teilten uns mit. sie haben bisher ebenfalls mehrere hundert
Unterschriften gesammelt. Einige fortschrittliche Kollegen unterstützten
tatkräftig die Sammlung. Es ist erst ein Teil des Werkes erfaßt. Es geht
nicht nur um die 1 000 Unterschriften für die Betriebsversammlung, es geht
auch um die Einheit der Belegschaft. Deshalb sammeln wir weiter.
'DER USA-IMPERIALISMUS SIEHT WIE EIN UNGEHEUER AUS, IST ABER IN WIRKLICHKEIT
EIN PAPIERTIGER UND FÜHRT NUN DEN LETZTEN VERZWEIFLUNGSKAMPF. WER FÜRCHTET
DENN WEN IN DER HEUTIGEN WELT? NICHT DAS VIETNAMESISCHE VOLK, DAS LAOTISCHE
VOLK, DAS KAMBODSCHANISCHE VOLK, DAS PALÄSTINENSISCHE VOLK, DIE ANDEREN
ARABSICHEN VÖLKER UND DIE VÖLKER ALLER LÄNDER DER WELT FÜRCHTEN DEN USA-
IMPERIALISMUS, SONDERN DER USA-IMPERIALISMUS FÜRCHTET DIE VÖLKER ALLER LÄNDER
DER WELT, UND SOBALD DIE BLÄTTER IM WIND RASCHELN GERÄT ER SCHON IN PANIK UND
VERWIRRUNG.'
(Mao Tse-tung am 20.5.1970 in der Rede: 'Völker der ganzen Welt vereinigt
Euch, besiegt die USA-Aggressoren und alle ihre Lakaien!')
Genauso die Littonhandlanger, auch sie sind Lakaien des USA-Imperialismus.
Sie setzen ihren Spitzelapparat ein. Jeden wollen sie erwischen, der
außerhalb der unbezahlten Pausen sammelt oder unterschreibt. Teilweise
verbieten sie schon, daß man mit Kollegen aus anderen Abteilungen spricht. Da
die Pausen verscheiden sind, erschweren sie damit die Sammlung. Die
Mitglieder der Roten Betriebsgruppe, soweit sie bekannt sind, stehen auf der
Abschußliste.
Einige Studenten arbeiten im Betrieb. In den Ferien verdienen sie das Geld
für ihr Studium. Die meisten sind fortschrittlich, solidarisch mit der
Belegschaft.
Die Littonhandlanger fürchten jede Solidarität. Heimtückisch reden sie den
Studenten schon bei der Einstellung ein: 'Die Arbeiter sind stumpfsinnig und
minderwertig, man kann sie nur für die einfachen Handgriffe gebrauchen,
besser man gibt sich nicht mit ihnen ab.'
Am Arbeitsplatz ziehen die Vorgesetzten die Studenten vor. Sogar der Herr
Betriebsleiter verweilt und erkundigt sich höflich nach dem Wohlbefinden bei
der ungewohnten Arbeit.
Klar, das ärgert die Kolleginnen und Kollegen.
Diese Taktik nennt man 'Teile und Herrsche', das ist die Taktik aller
Imperialisten und ihrer Lakaien.
Einige Studenten sammelten Unterschriften und zwar legal in den unbezahlten
Pausen. Wahllos warfen die Littonhandlanger an die 20 Studenten raus, ohne
Begründung, während der Probezeit. Kein Wort mehr sollten sie mit den
Kollegen reden. Einige wurden vom Werkschutz abgeführt und erhielten
Hausverbot.
'WER EINE GERECHTE SACHE VERTRITT, DER KANN BREITE UNTERSTÜTZUNG FINDEN, WER
EINE UNGERECHTE SACHE VERTRITT, DER KANN NUR GERINGE UNTERSTÜTZUNG FINDEN'
Mao Tse-tung 20.5.1970
Alle Verleumdungen und Rausschmisse können unseren Vormarsch nicht
verhindern. Die Imperialisten und ihre Handlanger beweisen nur immer wieder,
sie selber sind stumpfsinnig und minderwertig. Am besten, man verjagt sie. Es
hilft auch nichts mehr, wenn einige Kollegen von der D'K'P (DKP,d.Vf.)
winseln: 'Die Kollegen sind nicht kampfbereit, in meiner Abteilung kriege ich
keine zwei Unterschriften'. Die Tatsachen beweisen: die Adlerbelegschaft
erwacht. Die rote Betriebsgruppe wächst und erstarkt.,
KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, UNTERSCHRIEBT DIE UNTERSCHRIFTENLISTE!
KLASSENBEWUSSTE ARBEITER ORGANISIERT EUCH IN DER ROTEN BETRIEBSGRUPPE UND IN
SCHULUNGSZIRKELN DER KPD/ML!"
=KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Die Unterschriftensammlung erfolgreich vorantreiben!,
Frankfurt o.J. (Sept. 1970);
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Portare avanti con successo la raccolta di firme,
Frankfurt o.J. (Sept. 1970);
KPD/ML-ZK-OG Frankfurt:Activar la nomina con suceso!,Frankfurt o.J. (Sept.
1970)
25.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 400 bei Heinrich Wörner in Frankfurt an
einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Laut KPD/ML-ZB wird eine halbe Stunde lang gestreikt.
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.37,Bochum 30.9.1970,S.3
25.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 300 bei Fries und Sohn in Frankfurt an
einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Laut KPD/ML-ZB wird eine halbe Stunde lang gestreikt.
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.37,Bochum 30.9.1970,S.3
25.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 350 bei Klimsch und Co. in Frankfurt an
einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Laut KPD/ML-ZB wird eine halbe Stunde lang gestreikt.
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.37,Bochum 30.9.1970,S.3
01.10.1970:
Für die DKP berichtet Fritz Seibert u.a. von heute über Schanzenbach
Frankfurt (vgl. 15.10.1970):"
SCHANZENBACH UND CO. - EIN KRIMI WIE VON HITCHCOCK
GANZE BELEGSCHAFT WURDE OPFER VON SPEKULANTEN
Es ist an einem Abend Ende September. Fernsehzeit. 'Still mal', sagt der
Metallarbeiter W. aus der Industrieleuchtenfabrik Schanzenbach und Co.
(Schaco) in Frankfurt/Main zu seinen Kindern. Ein Vertreter des
Unternehmerverbandes der Metallindustrie beruft sich auf die Verantwortung
für das Wohl der Gesamtwirtschaft, um die gewerkschaftlichen Lohnforderungen
abzulehnen. Beschwörend ersucht er die Metallarbeiter, doch bitte das gleiche
Verantwortungsbewußtsein zu beweisen und mit dem zufrieden zu sein, was die
Unternehmer bieten.
Den Arbeiter W. haut es fast vom Stuhl. Der da eben das Hohelied
unternehmerischen Gemeinsinns gesungen hat, das ist Horst Knapp, bis 1968
sein Boß bei Schaco und seitdem Mitinhaber unter Kommerzialrat Kerschgens.
Horst Knapp, mitverantwortlich für das, was auf den Arbeiter W. und seine 380
Kollegen zugerollt kommt. Horst Knapp, Vorsitzender des hessischen
Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie und Vize bei Gesamtmetall.
Am 1.Oktober fliegen bei Schaco die Brocken hin. Die monatliche Lohnzahlung
ist ausgeblieben. 24 Stunden später gibt es Geld. Die nächsten Tage vergehen
voller Unruhe und Ungewißheit. Daß Schaco pleite ist, pfeifen die Spatzen
bereits von allen Dächern. Es kommt zur Betriebsversammlung, die einstimmig
fordert: Am 15. Vorschußzahlung, oder es wird wieder gestreikt."
=Unsere Zeit Nr.45,Düsseldorf 7.11.1970,S.3
15.10.1970:
Für die DKP berichtet Fritz Seibert u.a. von heute über Schanzenbach
Frankfurt (vgl. 1.10.1970, 23.10.1970):"
Zögernd werden am 15. und 16. Vorschüsse auf den am 31. fälligen Lohn
ausgezahlt. Doch am 17. ist schon wieder kein Geld da, um die
Angestelltengehälter auszuzahlen, die in der Monatsmitte fällig sind.
Am anderen Tage wird 'Kommerzialrat' Kerschgens von der Polizei gesucht. Die
komfortable Parterrewohnung im 'Gästehaus' der Firma in der Adelheidstraße 9
ist verlassen, der Mercedes 600 verschwunden. Mit 32 Millionen Mark Schulden
ist die Firma in Konkurs gegangen. 'Betrügerischen Bankrott' vermutet die
Polizei. 120 000 Mark Löhne und Gehälter sind in den Wind geschrieben.
Krankenkassenbeiträge in gleicher Höhe ebenfalls. Der Betrieb liegt still.
Wir klingeln bei Frau L. in einem der Schaco-Wohnhäuser. Nach einigem Zögern
stellt sie den Staubsauger weg und läßt uns ein. Ihr Mann ist Angestellter
bei Schanzenbach. 'Das ist ein harter Schlag', sagt sie, tief Atem holend.
'Was wäre jetzt, wenn ich nicht selbst arbeiten würde? Über 30 Jahre arbeitet
mein Mann hier, als Lehrling hat er angefangen. Und nun mit einem Schlag
statt 1 200 Mark nur 270. Dabei gehen die festen Abzüge vom Girokonto bei der
Bank weiter - statt Guthaben stehen Schulden auf dem Konto.'
Frau L. erzählt von jenen schweren Tagen, als die Arbeiter den Betrieb wieder
in Gang setzten, der in den letzten Kriegsjahren verrottet war und gelitten
hatte. 'Als mein Mann im Sommer Urlaub machen wollte, da hieß es: 'Um Himmels
willen, doch jetzt nicht!' Wer gibt ihm jetzt seinen Urlaub? Oder das Geld
dafür? Der Knapp, der Kerschgens, die Banken - sie alle haben ihr Geld. Nur
die, die immer da waren für den Betrieb, die gucken in die Röhre. Wie kann
man Menschen so um ihremn Lohn betrügen? Was hier passiert ist, das ist ja
der reinste Hitchcock.'
EIN BOSS, EIN PLAYBOY UND EIN KONZERN
Wie überall, wenn Betriebe dichtgemacht werden, trifft auch hier der Schlag
diejenigen am härtesten, deren 'Betriebstreue' die Grundlage aller Erfolge
war. Das bestätigt uns auch der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Mörschel,
selbst seit 46 Jahren im Betrieb. Wie er, so kann eine Stammbelegschaft von
rund 100 Mann auf jahrzehntelange Betriebszugehörigkeit zurückblicken. 'Sie
haben nach dem Kriege Steoine geklopft und ihre Arbeitsplätze selbst
hergerichtet. Wer nimmt sie jetzt? Wer kann verstehen, was für diese Kollegen
eine neue, fremde Umgebung bedeutet, der sie gesundheitlich nicht gewachsen
sind? Wer ersetzt ihnen den finanziellen Verlust, wenn sie irgendwo wirklich
eine zweitrangige Arbeit finden?'
Schanzenbach und Co. gehörte nach dem Kriege einer Dreiergruppe, bestehend
aus der Familie Knapp, einem Herrn Rauhaupt und dem Elektrokonzern Voigt und
Haeffner. Rauhaupt, ein Playboy und Geldverschwender, soll wegen
Geldschwierigkeiten im Jahre 1968 seine Anteile an Kerschgens verpfändet
haben, der damals in Frankfurt auftauchte. Auch die zerstrittene Knapp-
Familie verkaufte ihre Schanzenbach-Anteile an diesen Herrn - mit Ausnahme
von Horst Knapp, der weiter in der Firma blieb. Da die Bosse von Voigt und
Haeffner gerade das Bedürfnis verspürten, ihren Konzern 'gesundzuschrumpfen',
gingen ihre Anteile ebenfalls an Kerschgens.
Kerschgens hatte sich als Galvano-Fachmann empfohlen und der Schaco eine neue
Zukunft verheißen. Tatsächlich aber spaltete er das Unternehmen in eine
Grundstücks- und eine Produktions-GmbH auf. Mit der G,mbH Nr.1 nahm er
Hypothek umd Hypothek auf, Nr.2 nahm er aus wie eine Weihnachtsgans. Mit den
so zusammengegaunerten Millionen erwarb er ein riesiges Areal im Bereich der
Stadt Dörnigheim bei Hanau. Im Dezember 1969 schwelgte die Presse vom
'Mainhattan'-Projekt. Hier am Main sollte eine Wolkenkratzerstadt entstehen,
für die es in Europa nichts Vergleichbares geben sollte. Die Firma
Schanzenbach und Co. hatte der 'Städtebauer' Kerschgens gekauft, um an jene
Millionen zu kommen, die er durch Bodenspekulation zu vervielfachen gedachte.
Warum die 'Mainhattan'-Seifenblase dann mit einem Donnerschlag geplatzt ist,
welche Luftgeschäfte Kerschgens außerdem betrieb, liegt noch im Dunkeln. In
den letzten Septembertagen soll er mit ungedeckten Schecks operiert haben,
worauf die Polizei sich für ihn zu interessieren begann. Das dürfte der
Augenblick gewesen sein, auf den seine Geldgeber gewartet hatten.
Denn wie sonst ist es zu erklären, daß eine Bank auf ein Objekt, dessen
offizieller Wert auf neun Millionen beziffert wird, Hypotheken in Höhe von 22
Millionen gibt? Ließ man Kerschgens sich absichtlich übernehmen, um über
seinen Bankrott in den Besitz des Firmengrundstücks zu kommen? Die 9 000
Quadratmeter Industriegelände von Schanzenbach und Co. plus zwei Reihen alter
Wohnhäuser dicht dabei liegen im großen Spekulationsgebiet der Zukunft im
Stadtteil Bockenheim. Das Unglück von 380 Arbeitern und Angestellten und
ihren Familien wird das große Geschäft für diejenigen werden, die auf den
Trümmern ihrer Arbeitsstätte einmal ein Bürohochhaus bauen werden. Nicht
geschäftliche Schwierigkeiten wurden für die Belegschaft zum Verhängnis. Sie
wurde kaltschnäuzig geopfert, damit die Frankfurter Bank und andere eine
Schlüsselposition auf dem Grundstücksmarkt in die Hand bekamen.
Doch der Schanzenbach-Hitchcock ist damit noch nicht zu Ende. Während man
sich bei den Banken schon die Hände rieb, wechselten sowohl der Betrieb in
Frankfurt als auch das 'Mainhattan'-Gelände in Dörnigheim überraschend den
Besitzer. Am 9.Oktober ging der ganze Besitz laut Kaufvertrag in die Hände
eines Dr. Samuel Lisman-Baum über. Nach Darstellung der Tagespresse handelt
es sich um einen 'Professor', der mit der ganzen Sache nichts zu tun und von
allem nichts gewußt hat. Tatsächlich ist Dr. Lisman-Baum selbst in der
Grundstücksspekulation zu Hause. Er residiert im Hotel 'Bolivar' in
Frankfurt, Nibelungenallee 31.
UND DAS IST DURCH GESETZ GEDECKT
Dieser Dr. Lisman-Baum hat am 4.Juni 1970 eine 'Gruva - Grundstücks- und
Verwaltungs-KG' im Handelsregister zu Frankfurt eintragen lassen. Neben Dr.
Lisman-Baum fungieren als Kommanditisten zunächst vier weitere Herren aus
Frankfurt, Offenbach und Westberlin mit Anteilen in Höhe von insgesamt 250
000 Mark. Am 30.September kommen zwei weitere Kommanditisten hinzu mit
insgesamt 80 000 Mark. Und noch einer, der eine Million einbringt und damit
der eigentliche Macher der 'Gruva' ist: Johann Kerschgens! Er wird also neun
Tage später Schaco und Mainhattan - an sich selbst verkaufen. ...
Wir haben mit einem Fachmann gesprochen: dieses unglaubliche Gaunerstück ist
rechtlich unanfechtbar. Wenn ein Arbeiter bei Schanzenbach ein Stück Blech
mit nach Hause genommen hätte, so gäbe es Gesetze, um ihn zu belangen. Wer
eine gaqnze Belegschaft verhökert, für den gibt es Gesetze, die sein Handeln
decken. Wer den großen Schnitt bei diesem Geschäft machen wird - die Banken,
die Kerschgens in die Tasche stecken zu können glaubten, oder Kerschgens und
seine Helfer, die dazu möglicherweise doch etwas zu gerissen waren -, auf der
Strecke bleibt die Schanzenbach-Belegschaft. Sie braucht man nicht bei dieser
Art Geschäft. Wie ein fauler Apfel wird sie fallengelassen."
=Unsere Zeit Nr.45,Düsseldorf 7.11.1970,S.3
16.10.1970:
In Frankfurt streiken, laut KPD/ML-ZB, ca. 200 Arbeiter bei Adler vier
Stunden lang gegen die teilweise Anrechnung der zehnprozentigen
Tariflohnerhöhung auf die übertariflichen Zulagen:"
Die Arbeiter in den drei Abteilungen Werkzeugbau, Versuchswerkstatt und
Reparaturabteilung forderten die Zurücknahme der Lohnkürzungen, das heißt,
den vollen Zuschlag der tariflichen Lohnerhöhung auf die Effektivverdienste
sowie die schriftliche Absicherung dieser Forderungen zwischen Betriebsrat
und Werksleitung.
Die Kollegen sind entschlossen, weiterzustreiken, um ihre Forderungen
durchzusetzen."
Laut MBB wird in der Kleyerstraße zum Teil vier Stunden lang, von mittags bis
Feierabend um 16 Uhr gestreikt, u.a. im Werkzeugbau, der Versuchswerkstatt
und der Reparaturabteilung (vgl. 19.10.1970).
=Marburger Betriebsbote Nr.9,Marburg 22.10.1970;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.43,Bochum 21.10.1970,S.2f
16.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 30 bei VDO Luftfahrt in Frankfurt an
einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.108,Frankfurt 30.10.1970,S.4
18.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 200 bei den Adler-Werken in Frankfurt an
einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.108,Frankfurt 30.10.1970,S.4
19.10.1970:
Bei Adler Frankfurt wird, laut RFO, vier Stunden lang gegen eine Kürzung
der außertariflichen Zulagen gestreikt (vgl. 16.10.1970).
=Rote Fahne Arbed Nr.5,St.Ingbert 5.12.1970
19.10.1970:
Für die DKP berichtet F. S. vermutlich aus dieser Woche:"
380 MANN VERKAUFT!
SO SIEHT DIE 'SOZIALE VERANTWORTUNG' DER UNTERNEHMER AUS
Durch kriminelle Spekulationsmanöver eines angeblichen Kommerzialrates Johann
Kerschgen hat die 380 Mann starke Belegschaft der Industrie-Leuchten-Fabrik
Schanzenbach und Co. in Frankfurt am Main über Nacht ihre Arbeitsplätze
verloren und muß ihren Löhnen und Gehältern in Höhe von 120 000 Mark
hinterherjagen. Um den gleichen Betrag wurde die Allgemeine Ortskrankenkasse
(AOK,d.Vf.) betrogen.
Besitzer des Betriebes waren ursprünglich die Familie des Dr. Horst Knapp,
Präsident des hessischen Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie und
stellvertretender Vorsitzender von Gesamtmetall, die Firma Voigt und Haeffner
(jetzt Conti-Elektro) und ein gewisser Rauchhaupt. Als aus dem Betrieb genug
herausgeholt war, verkauften sie ihre Anteile an den Betrüger Kerschgen, der
Millionenkredite aufnahm, um sie in die Bodenspekulation zu stecken.
Die Frankfurter Bank und andere Banken spekulierten ihrerseits auf den
Bankrott der Firma, weil das Firmengelände im Frankfurter Westend einen
riesigen Spekulationsgewinn verspricht. daß dabei 380 Arbeiter und
Angestellte auf die Straße fliegen würden, kümmerte sie nicht. Nach Kerschgen
sucht die Polizei.
Während die Banken bereits ihre Hände auf den ganzen Betrieb gelegt haben,
muß ein Teil der Belegschaft um seine Werkswohnungen bangen. Diese liegen
ebenfalls im Spekulationsgebiet Westend. Ihr Abriß verspricht zusätzliche
Einnahmen für die Schanzenbach-Gläubiger."
=Unsere Zeit Nr.44,Düsseldorf 31.10.1970,S.1
23.10.1970:
Für die DKP berichtet Fritz Seibert über Schanzenbach Frankfurt (vgl.
15.10.1970):"
EINE BELEGSCHAFT UNTER 'HAUSARREST' ...
Es ist Freitag, 23.Oktober 1970. Bei Schanzenbach war Betriebsversammlung. Am
Pförtnerhaus melde ich mich an wie zwei Tage vorher, um zum Betriebsrat
vorgelassen zu werden. Die Angestellte in der Pförtnerloge zögert. Hinter ihr
steht ein Uniformierter der Wach- und Schließgesellschaft. 'Hier kommt
niemand mehr herein!' schnauzt er hinter der Glasscheibe. 'Auch nicht zum
Betriebsrat! Auch nicht die Presse! Nur der Konkursverwalter gibt noch
Auskunft!' Die Bankbosse haben es eilig, ihre Beute zu sichern. Belegschaft
und Betriebsrat sind gewissermaßen unter Hausarrest genommen.
Nun gibt es Bewegung auf dem Fabrikhof. Arbeiter kommen aus den Gebäuden und
strömen dem Ausgang zu. Unter ihnen viele Ausländer. Bereitwillig geben sie
Auskunft über die Lage. '60 Arbeiter und 70 Angestellte sollen
weiterarbeiten, alle anderen werden entlassen.' - 'Eine Bank hat Geld
gegeben, damit ein Teil weiterarbeiten kann' - 'Wieder kein Lohn, und auch
keine Aussicht auf den Rest' - Man hört den Verdacht, daß mit einem Teil der
Belegschaft der Betrieb abgewickelt werden soll, um diese Kollegen dann auch
auf die Straße zu setzen. 'Was wird aus Wohnung, wenn ich entlassen bin? War
so froh, daß ich mit Familie hatte Wohnung', klagt eine Gastarbeiterin.
Während ich mit den Arbeitern spreche, ist der Uniformierte aus der
Pförtnerloge gekommen. Mißtrauisch peilt er herüber. Ich hebe die Kamera zu
einem Schnappschuß. Schon macht der Uniformierte einen Satz hinter das Haus.
Noch einmal drücke ich auf den Auslöser, und genau in diesem Moment kommt er
wieder zum Vorschein. Wütend stürzt er auf mich zu, eine Hand vorm Gesicht:
'Ich verbiete Ihnen, ein Bild in die Zeitung zu bringen. Sie kriegen einen
Prozeß!' Ringsum Gelächter. Wieder hebe ich die Kamera. Doch schneller als
ich den Finger am Auslöser habe, donnert er die eiserne Tür zu. Die Tür,
hinter der Unternehmerboß Knapp und andere ihre Art 'Verantwortung für die
Gesamtwirtschaft' praktiziert haben."
Zum selben Thema veröffentlicht die DKP auch folgende Stellungnahme:"
WIR ODER SIE
ELLEN WEBER ZUM SCHANZENBACH-SKANDAL
Ellen Weber, stellvertretende Landesvorsitzende der DKP in Hessen, kandidiert
zur Landtagswahl (LTW - vgl. **.**.197*,d.Vf.) im Frankfurter Westen. Sie
sieht den Schanzenbach-Skandal im Zusammenhang mit der Wiederherstellung der
Macht der Konzerne nach dem zweiten Weltkrieg:
'Für diese Politik war die CDU die richtige Partei. Ihre Folgen tragen wir
heute alle. Weil wir nicht über die Gewinne der großen Industrie verfügen,
wächst die öffentliche Armut, Wohnungen, Krankenhäuser und Schulen können
nicht ausreichend gebaut werden, weil die Finanzen fehlen. Geld aber ist da -
es ist bei den Banken und Konzernen, bei den Versicherungsgesellschaften und
den Millionären. Wir Kommunisten sagen deshalb: Wer den Konzernen nichts
nimmt, kann den Arbeitern nichts geben.
Wer die Millionäre und die Spekulanten nicht von der Macht verdrängt, kann
die Sicherheit der Arbeitsplätze nicht gewährleisten.
Das Schicksal der Schanzenbach-Belegschaft zeigt, daß Arbeiter und
Angestellte in diesem Staat noch nichts zu sagen haben.
Deshalb muß die Mitbestimmung in allen Bereichen des wirtschaftlichen,
sozialen und gesellschaftlichen Lebens durchgesetzt werden.
Mitbestimmung heißt: Arbeiter und Angestellte an die Schalthebel der Macht!'"
=Unsere Zeit Nr.45,Düsseldorf 7.11.1970,S.3
November 1970:
Die Junge Garde (JG) der IAK berichtet vermutlich aus dem November über den
Frankfurter Metallbetrieb Messer Griesheim:"
JUGENDVERTRETER AUS BETRIEBSRAT UND VERTRAUENSLEUTEKÖRPER AUSGESCHLOSSEN BEI
MESSER GRIESHEIM - ER IST IN DER JUNGEN GARDE
'FORTSCHRITTLICHE' BERUFSAUSBILDUNG
'Es ist eine Ehre für jeden Jugendlichen in einem Unternehmen der Farbwerke
Hoechst ausgebildet zu werden.'
(Zitat aus einer Werbebroschüre der Farbwerke.)
In der Tat eine große Ehre!
Messer-Griesheim ist ein Unternehmen der Hoechst-Gruppe, ein 'junges,
modernes Unternehmen mit alter Tradition', bestehend aus 31 Werken und 6
Tochtergesellschaften mit über 5 000 Beschäftigten.
Viele Jugendliche haben die Ehre der Ausbildung in diesem Betrieb. Zu dieser
Ausbildung gehören:
a) Abgeschlossene Lehrwerkstatt für die praktische Ausbildung der
gewerblichen Lehrlinge.
b) Abgeschlossener Schulungsraum für den theoretischen Unterricht.
c) Lehrecke für die Ausbildung der Dreher.
d) Ein Sportkabinett, das aber als ungeeigneter Unterrichtsraum verwendet
wird.
e) Durchschnittlich 2 Stunden Werkunterricht.
f) 6 DM Urlaubsgeld pro Urlaubstag, obwohl der Tarifvertrag nur 30% der
Lehrlingsvergütung vorschreibt.
g) 5 DM monatlich für die Fahrt zur Berufsschule.
und als Höhepunkt der Ausbildung:
h) der 14-tägige Erholungsurlaub für alle Lehrlinge im Landheim der Farbwerke
Hoechst.
Diese Tatsachen sprechen für eine hervorragende Berufsausbildung. Aber stimmt
das?
DIE WIRKLICHKEIT SIEHT ANDERS AUS:
- Kein Lehrbüro.
- Keine Grundausbildung für Kaufleute und Zeichner.
- Durchschnittlich nur 6 Stunden Berufsschulunterricht in der Woche, obwohl
nach dem hessischen Berufsschulgesetz wöchentlich 12 Stunden vorgeschrieben
sind.
- Manche Lehrlinge haben zeitweise nur 14-tägig 5 Stunden
Berufsschulunterricht.
- Schlechte Ausbildung in den Werkstätten, weil keine freigestellten
Ausbilder die Lehrlinge in den einzelnen Arbeiten unterweisen, sondern jeder
Lehrling für bestimmte Zeit einem Facharbeiter zugeteilt wird, bei dem er
entweder überhaupt nicht beschäftigt wird oder aber die Dreckarbeit macht.
Der Facharbeiter hat gar nicht die Zeit und häufig auch gar nicht die
Kenntnisse, dem Lehrling die schwierigen Arbeiten zu erklären, und deshalb
entgräten wir tagelang Maschinenrahmen, zählen Putzlappen oder bohren 1 000
Löcher an Automaten.
In der Lehrwerkstatt liegt der Staub von Generationen auf der Grundausbildung
und den Ausbildungsmethoden. Stumpfsinnig schwingen die Lehrlinge die Feilen,
um 5 mm Stahl abzuschruppen, obwohl nebenan Werkzeugmaschinen stehen, mit
denen die ganze Arbeit in einigen Minuten gemacht ist. In der Produktion kann
man über diese Arbeitsmethoden nur lachen.
AUSBEUTUNG UND VERDUMMUNG
Aber das stumpfsinnige Feilen, Üben von schräger Normschrift nach DIN 17,
Frühstück holen, Briefmarken ausschneiden, Akten schieben oder Post verteilen
muß doch seinen Sinn haben, denn immer wieder werden diese Arbeiten als
Grundlage der Ausbildung konzipiert. Und sie haben einen Sinn, denn diese
Ausbildung produziert geistige Krüppel, die mechanisch auf Befehle reagieren,
stumpfsinnig ihre Arbeit verrichten, ohne sich ihrer Lage bewußt zu werden.
Die Lehrlinge werden auf 'Bild Zeitungs-Niveau' ausgebildet, um die
Manipulationsmechanismen der Unternehmer und ihrer Handlanger aufnehmen zu
können, und selbst dieses Niveau verschlechtert sich ständig.
Der Grund dieser systematischen Verdummung der Jugend liegt auf der Hand:
durch die Automation braucht der Unternehmer immer mehr Handlanger an den
Maschinen, die kein erweitertes Fachwissen benötigen, geschweige denn eine
gute Allgemeinbildung!
Was aber bedeutet das?
Im Kapitalismus, in dem wir leben, ist jeder Arbeiter gezwungen, seine
Arbeitskraft an einen Unternehmer zu verkaufen, um leben zu können. Je besser
er diese Arbeitskraft ausbildet, umso höher steigt ihr Wert und um so mehr
muß der Unternehmer dafür bezahlen. Wenn aber der Jugendliche schlecht
ausgebildet wird, ist er verstärkt der Willkür der Unternehmer ausgeliefert.
Er ist der Erste, der auf der Straße sitzt! Seine elementarsten
Lebensinteressen stehen auf dem Spiel!
Das ist es, was sich hinter der Phrase einer modernen, zeitgemäßen
Berufsausbildung versteckt, die Fratze der Entqualifizierung. Der
Kapitalismus kann uns nur Verblödung und finanzielle Verarmung bieten. Denn
nur 'dumme' Arbeiter sind für den Unternehmer gute Arbeiter. Das zeigt sich
auch konkret in der fortschrittlichen Ausbildung bei Messer.
DIE FORDERUNGEN DER JUGENDVERTRETER UND DIE ANTWORT
Die Jugendvertretung dort kämpft für eine Betriebsvereinbarung über
Berufsausbildung, die folgende Forderungen enthält:
a) Der theoretische Unterricht (Berufsschule und Werkunterricht) sollen
wöchentlich 12 Stunden betragen, während der Arbeitszeit.
Dadurch sollen alle Lehrlinge das gleiche Maß an theoretischem Unterricht
bekommen.
b) Es darf nur in Berufen ausgebildet werden, die imn 1. Lehrjahr eine
abgeschlossenen Grudnausbildung durchführen.
c) Nicht mehr als 20 Lehrlinge dürfen von einem Ausbilder betreut werden.
d) Politischer Unterricht im Rahmen des Werkunterrichts, der von der
Jugendvertretung gestaltet wird.
In Verhandlungen mit der Direktion wurden diese Forderungen gestellt. Die
Antwort war charakteristisch:
Der Betrieb ist in keiner Weise verpflichtet, die mangelhafte Ausbildung in
der Schule zu ersetzen.
Der Werkunterricht ist eine Sozialleistung und nicht gesetzlich
vorgeschrieben.
Hier zeigt es sich, daß Unternehmer und Regierung Hand in Hand die
Verschlechterung der Ausbildung vorantreiben. Aber die Jugendvertretung gab
die Forderung nach einer Betriebsvereinbarung nicht auf, sondern verlangte
Unterstützung vom Betriebsrat.
Auch die Betriebsräte sind gegen die Verbesserung der Berufsbildung. Sie
erzählen uns, wie gut wir es doch haben, im Vergleich zu ihrer Ausbildung und
beteuern, daß Messer in der Ausbildung führend ist.
Richtig, führend in einer 'modernen zeitgemäßen Ausbildung', die willenlose
Handlanger an der Maschine produziert.
ABER WIR KÄMPFEN GEGEN DIESE VERBLÖDUNG!
Ein Jugendvertreter, der in der Jungen Garde organisiert ist, baute mit
Jugendlichen eine Betriebsgruppe auf, die einen Forderungskatalog
ausarbeitete. Neben der Verbesserung der Berufsausbildung fordern wir:
- Kostenlose Mittagessen für alle Lehrlinge
- Stellung und kostenlose Reinigung der Arbeitsanzüge
- 4 Wochen Urlaub für alle Lehrlinge und 2 Wochen bezahlten Bildungsurlaub
- Abschaffung der Stechkarten.
Wir wissen, daß diese Forderungen nicht getrennt sind von den Forderungen der
Arbeiter. Deshalb kämpft die Jugendvertretung auf Betriebsrats- und
Vertrauensleutesitzungen für diese Forderungen, indem sie dort für den 1.Mai
als Kampftag der Arbeiter mobilisierte.
Am 30. April demonstrierten wir gegen die Feierstunde der
Gewerkschaftsführung in der Paulskirche und verlangten von ihnen eine Antwort
auf unsere Forderungen.
DIE REAKTION DER GEWERKSCHAFTSFUNKTIONÄRE
Die Antwort der Betriebsräte und Vertrauensleute, die so viel von
Arbeiterdemokratie sprechen, war sehr deutlich: sie schlossen den
Jugendvertreter, der als Mitglied der Jungen Garde am konsequentesten für die
Forderungen kämpfte, aus allen Sitzungen aus, obwohl das gegen das
Betriebsverfassungsgesetz verstößt, wo der Paragraph 35 festlegt, daß jeder
Jugendvertreter an Betriebsratssitzungen teilnimmt, wenn Jugendfragen
behandelt werden. Als Begründung nannte man schlicht und einfach sein
'Verhalten in letzter Zeit'. So leicht ist das.
Der JV schrieb daraufhin einen Brief an den Hauptvorstand der IGM, in dem er
der Gewerkschaft die Situation schilderte und sie um Unterstützung bat. Da
der Vorsitzende des Betriebsrates jedoch Mitglied der Ortsverwaltung der IG
Metall ist, blieb von der Gewerkschaft jede Stellungnahme aus, von
Unterstützung ganz zu schweigen.
UNSERE STÄRKE:
Wenn aber die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre glauben, daß sie
durch Ausschlüsse für Ruhe sorgen und den Kampf gegen die Verschlechterung
der Ausbildung verhindern können, so wissen sie nicht, worin unsere Stärke
besteht.
Wir nehmen den Kampf auf, indem wir alle Jugendlichen im Betrieb
mobilisieren, gemeinsam durch Unterschriftensammlungen den Betriebsrat zu
zwingen, den Ausschluß des Jugendvertreters rückgängig zu machen und die
Verbesserung der Berufsausbildung durch eine Betriebsvereinbarung
abzusichern. Weil wir wissen, daß der Kampf bei Messer nicht getrennt ist vom
Kampf in anderen Betrieben, fordern wir zusammen mit dem Ortsjugendausschuß
der IG Metall von DGB und SPD eine Versammlung aller Lehrlinge während der
Arbeitszeit, indem wir in allen Betrieben dafür mobilisieren.
Aber nicht nur die Lehrlinge, sondern die gesamte Jugend kämpft gegen die
Entqiualifizierung und deshalb ist die Versammlung der Lehrlinge die
Vorbereitung für eine NATIONALE KONFERENZ ZUR VERTEIDIGUNG DER RECHTE DER
JUGEND
Beginnen wir den Kampf in Betrieb, Schule und Universität, um den Angriffen
der Unternehmer und ihrer Minister den entschlossenen Kampf der gesamten
Jugend entgegenzustellen."
=Junge Garde Nr.5,Bochum Dez.1970/Jan.1971,S.14ff
1971:
In Frankfurt streiken, laut KB, 60 Lehrlinge bei der Deutschen Vereinigten
Schuhmaschinen GmbH (DVSG).
=Arbeiterkampf Nr.14,Hamburg Jan. 1972
Januar 1971:
In Frankfurt erscheint zum ersten Male die Ausgabe des 'Roten Metallers'
(vgl. Apr. 1971)
der KPD/ML-ZK für Samson, für deren 6 Seiten Lothar Wolfstetter
verantwortlich zeichnet. Die herausgebende Rote Betriebsgruppe Samson der
KPD/ML-ZK verteilte zuvor allerdings bereits mindestens ein Flugblatt.
=Roter Metaller - Ausgabe Samson Nr.1,Frankfurt Jan. 1971
Januar 1971:
Bei Teves Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK, laut KB, erstmals ihren 'Roten
Metaller' heraus.
=Arbeiterkampf Nr.17,Hamburg Apr. 1972
01.01.1971:
Bei Telefonbau und Normalzeit (T+N) Frankfurt wird ab heute, laut RJ/ML,
die Freistellung der Lehrlinge zum Berichtshefteschreiben, wie im BBiG seit
1.9.1969 vorgeschrieben, eingeführt:"
Der ach so fortschrittliche Betrieb T+N hat sich nun auch dazu durchringen
können ab 1.1.1971 zum Schreiben des Berichtsheftes freizustellen. Diese
Firma hat also über ein Jahr gegen die Bestimmungen des BBiG verstoßen. Es
ist uns nicht bekannt, ob beabsichtigt ist, die Lehrlinge, die bisher
unrechtmäßig gezwungen wurden ihre Freizeit zu opfern, zu entschädigen. Wir
meinen: EINE ENTSCHÄDIGUNG IST NUR RECHT UND BILLIG!"
=Jungarbeiter und Lehrlingspresse Nr.1,Frankfurt/Groß Gerau Feb. 1971,S.6
Februar 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr.2 der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' der
KPD/ML-ZK, für deren 8 Seiten Lothar Wolfstetter verantwortlich zeichnet.
Berichtet wird u.a. über ein Flugblatt gegen die Entlassung des
Vertrauensmannes Becker, mittlerweile sei auch 'die Genossin Käthe' entlassen
worden. Ein Mitglied der Roten Garde (RG) stellt fest, daß Stalin auch Fehler
gemacht habe.
=Roter Metaller Adler Nr.2,Frankfurt Feb. 1971
Februar 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr.1 der Ausgabe Naxos des 'Roten Metallers' der
KPD/ML-ZK (vgl. Apr. 1971), für deren 9 Seiten Lothar Wolfstetter
verantwortlich zeichnet. Vorher wurden bereits Flugblätter vor dem Betrieb
verteilt. Neben einer Reihe von Betriebsberichten kommt auch die Rote Garde
(RG) zu Wort. Eine Anzeige weist auf den Buchladen Libresso hin.
=Roter Metaller - Ausgabe Naxos Nr.1,Frankfurt Feb. 1971
Februar 1971:
In Frankfurt erscheint zum ersten Male die Ausgabe des 'Roten Metallers'
der KPD/ML-ZK für Messer Werk Höchst (vgl. Mai 1971), für deren 16 Seiten
Lothar Wolfstetter
verantwortlich ist. Berichtet wird von den Lehrlingen und aus einer ganzen
Reihe von Abteilungen.
=Roter Metaller Messer Werk Höchst Nr.1,Frankfurt Feb. 1971
29.03.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt in Frankfurt die Grundeinheit Frankfurt 1
(gewerbliche Lehrlinge) der RJ/ML OG Walldorf/Mörfelden die Nr.1 des 'T+N -
Arbeiters' - Zeitung für die Kollegen der Firma T+N (vgl. 19.4.1971) heraus.
"Zu dieser Zeitung" heißt es:"
Diese Zeitung wird von der Revolutionären Jugend (ML) - RJ(ML)
herausgegeben. Die RJ(ML) ist die Jugendorganisation des Kommunistischen
Arbeiterbundes - KAB/ML.
In der RJ(ML) organisieren sich diejenigen Jungarbeiter und Lehrlinge, die
die Notwendigkeit des Zusammenschlusses gegen die Kapitalistenklasse, gegen
Unterdrückung und Ausbeutung erkannt haben.
Mit dieser Zeitung will die RJ(ML) die Mißstände, die die älteren Kollegen,
die Jungarbeiter und Lehrlinge bedrücken, ans Tageslicht bringen, damit wir
alle gemeinsam gegen unsere Unterdrücker im Betrieb und im Staat vorgehen
können.
Vor allem an die älteren Kollegen geht deshalb die Bitte uns in unserer
Arbeit zu unterstützen, indem Ihr die Zeitung kritisiert, wo sie zu
kritisieren ist und indem Ihr uns Berichte über Vorfälle im Betrieb schickt.
Die jüngeren Kollegen bitten wir nicht nachzulassen in der Anprangerung der
Mißstände."
Mit z.T. identischem Inhalt und gleicher Aufmachung erscheint in Groß Gerau
'Der Faulstroh-Arbeiter'.
Die acht Seiten teilen sich in 4 Seiten für Erwachsene, mit Artikeln zum
BVG, der RAF ("Wirrköpfe") und den "Zeichen der Krise".und 4 Seiten unter
dem Titel 'Der T+N-Lehrling' und schräger Banderole: "Neu + nothing - jetzt
erstmalig unzensiert".
Der Leitartikel "T+N betrügt Lehrlinge" befaßt sich mit der verspäteten
Freistellung zum Berichtsheftschreiben (vgl. 1.1.1971), wozu zunächst
gerechnet und dann gefordert wird:"
Entweder: 192 Stunden frei! Oder: 384 DM bar auf die Hand!"
Ebenfalls gefordert wird die rückwirkende Bezahlung der Arbeitsmittel, die
ebenfalls erst verspätet aufgenommen wurde, und die Bezahlung der
Arbeitskleidung und deren Reinigung.
Gefragt wird: "Wo ist unser Ausbildungsplan"?
Die letzte Seite bildet "T+N Betriebsjugendgruppe im FLC" (Frankfurter
Lehrlings Center):"
Die Gewerkschaftsjugendgruppe T+N trifft sich jeden Donnerstag im DGB-Haus
... um 17 Uhr.
Während der Treffen werden betriebliche Probleme behandelt, Mißstände
ermittelt und Versuche zur Abhilfe dieser Mißstände diskutiert. Leider wird
die Arbeit dieser Gruppe immer wieder durch die rechten Gewerkschaftsführer
behindert, wenn nicht blockiert.
Deshalb kann unsere Forderung nur lauten:
STÄRKUNG DER GEWERKSCHAFTLICHEN JUGENDGRUPPE T+N.
Wir fordern alle Lehrlinge, Jungarbeiter und junge Angestellte auf in
dieser Gruppe mitzuarbeiten, damit sie ihre Aufgabe, die gewerkschaftlichen
Interessen der jüngeren Arbeiter und Angestellten sowie der Lehrlinge
gegenüber der Geschäftsleitung von T+N zu vertreten, besser erfüllen kann.
Außerdem hat die T+N - Jugendgruppe ihre Kandidaten für die
Jugendvertreterwahl benannt. Mit diesen Kandidaten könnt Ihr Euch
donnerstags unterhalten.
Auch den beim KJVD (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB,d.Vf.) organisierten
Kollegen von T+N wurde vorgeschlagen in der gewerkschaftlichen Jugendgruppe
mitzuarbeiten. Leider haben diese Kollegen dieses Angebot, dessen Ziel es
hätte sein können, die Einheit aller bei T+N beschäftigten jungen Arbeiter,
Angestellten und Lehrlinge herzustellen, abgelehnt. Eine der Parolen des
KJVD ist: 'Machen wir die Gewerkschaft zu unserer Kampforganisation.' Wir
möchten jetzt die Kollegen des KJVD, die bei T+N arbeiten, fragen, ob sie
die zweifellos richtige Parole dadurch durchsetzen wollen, indem sie sie
nur vor sich her plappern. Wir sind auf jeden Fall der Meinung, daß die
Gewerkschaft nicht durch Geschwätz, sondern durch harte, ehrliche Arbeit
wieder zur Kampforganisation gemacht werden kann. Und ein Schritt dazu ist
die gewerkschaftliche Jugendgruppe.
Wir stellen die Frage nicht so:
POLITISCHE JUGENDORGANISATION O D E R GEWERKSCHAFTLICHE JUGENDORGANISATION
Für den Kampf gegen die Unternehmer und ihren Staat braucht die
Arbeiterjugend, wie die ganze arbeitende Klasse sowohl eine gewerkschaftliche
als auch eine politische Organisation."
An das ZK wird über die Arbeit dieser Grundeinheit (GE) berichtet:"
Die Genossen der GE haben in den letzten Wochen besonders intensiv für den
Aufbau einer Betriebsgruppe bei einem Metallbetrieb in Frankfurt gearbeitet.
Anlaß dazu war ein Flugblatt des Genger-KJVD (KJVD der KPD/ML-ZB,d.Vf.) bei
der gleichen Firma. Darüber hinaus arbeitet ein Genosse bei der
gewerkschaftlichen Jugendbetriebsgruppe dieser Firma mit. Dadurch bekam die
GE noch weitere Informationen über Mißstände in diesem Betrieb. Daraufhin
wurde eine Betriebszeitung herausgegeben (...).
Leider konnten in dieser Betriebszeitung keine Mißstände aufgegriffen werden,
die auch die älteren Kollegen angehen. Dies versuchte man mit einem allgemein
gehaltenen Artikel über die Neuauflage des reaktionären Adenauer-BVG und
einem Artikel über die auf uns zukommende, neue Krise zu überbrücken. Da wir
jetzt auch Kontakt mit einigen älteren Kollegen aufgenommen haben, hoffen
wir, auch solche Mißstände angreifen zu können.
Über Reaktionen von der Belegschaft und daher besonders von Lehrlingen gibt
es folgendes zu berichten:
Bei der gewerkschaftlichen Jugendgruppe ist diese Zeitung besonders gut
angekommen. Da ein Artikel in dieser Ausgabe mit einem Aufruf zur Mitarbeit
in dieser Gruppe verbunden war, nahm die Geschäftsleitung an, daß die
gewerkschaftliche Jugendgruppe mit der RJ/ML identisch sei. Daraufhin wurden
sämtliche ehemalige und z.Z. amtierende Jugendvertreter von der
Geschäftsleitung unter Mitarbeit des dortigen Werkschutzes verhört. Weitere
Reaktionen sind uns noch nicht bekannt geworden."
=Der T+N-Arbeiter Nr.1,Frankfurt o.J. (1971);
RJ/ML-OG W/M:Bericht der Ortsgruppe Walldorf/Mörfelden für die Zeit vom 9.2.-
7.4.71,o.O. o.J. (1971),S.1
April 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr.2 der Ausgabe Naxos des 'Roten Metallers' der
KPD/ML-ZK (vgl. Feb. 1971, Juni 1971), für deren 10 Seiten DIN A 4 Lothar
Wolfstetter verantwortlich ist. Neben vielen Abteilungsberichten gibt es auch
Artikel der Roten Garde (RG).
=Roter Metaller Naxos Nr.2,Frankfurt Apr. 1971
April 1971:
In Frankfurt erscheint die Nr.3 der Ausgabe Samson des 'Roten Metallers'
der KPD/ML-ZK (vgl. Jan. 1971, Juni 1971), für deren 10 Seiten DIN A 4 Lothar
Wolfstetter verantwortlich ist, mit folgendem Leitartikel:"
IST DIE IG-METALL NOCH UNSERE ORGANISATION?
Ich bin schon als Lehrling in die Gewerkschaft eingetreten, weil ich meinte,
daß dort meine Interessen vertreten werden. Ich habe mich damals an den
Betriebsrat gewandt, weil ich mich während der Ausbildung als billige
Arbeitskraft ausgenutzt fühlte. Der aber hat mich auf väterliche Art und
Weise abgewiesen: das schadet Dir garnichts, wir mußten früher noch viel
schlimmer ran! Wenn Du fertig bist steht Dir die Welt offen! Davon merkte ich
jedoch nicht viel. Obwohl ich mich 'Facharbeiter' nennen durfte, erhielt ich
nicht den gleichen Lohn wie die älteren Kollegen und hatte nur drei Wochen
Urlaubsanspruch. Trotzdem hatte ich das Vertrauen zu den Gewerkschaften und
ihrem Programm noch nicht verloren.
Seit der Krisenzeit 1966/1967 wurden meine Bedenken gegenüber der
Gewerkschaftsführung immer größer. Unsere Herren Gewerkschaftsführer setzten
sich mit Unternehmern und Regierungsvertretern an einen Tisch und ließen sich
in 'konzertierter Aktion' Lohnleitlinien diktieren. Durch geringe
Lohnerhöhungen retteten die Gewerkschaften damals die Kapitalisten aus der
Krise - also auf unsere Kosten!
Die letzte Tarifrunde (MTR,d.Vf.) ist uns ja allen noch gut in Erinnerung.
Durch ständige Preissteigerungen bei lebensnotwendigen Gütern haben die
Unternehmer das letzte aus uns herausgepreßt. Jetzt war es an der Zeit, mit
den Löhnen nachzuziehen. Was tat unser Metall-Unterhändler in Hessen? In
einer sonntäglichen Nachtsitzung (vgl. MTR - 27.9.1970,d.Vf.) ließ er sich
von den Kapitalistenherren von 15 auf 10 Prozent drücken. Die volle
Absicherung der übertariflichen Bezahlung und die von einigen
Vertrauensleuten aufgestellte Forderung nach einer Mark mehr für jeden
Kollegen war für die Gewerkschaftsbonzen keine Beachtung wert gewesen. Vor
den Tarifverhandlungen hatten sie noch großspurig getönt: 'Wir werden
herausholen, was herauszuholen ist, koste es was es wolle!' An ihren Taten
könnt ihr sie erkennen.
DIE IG-METALL-FÜHRUNG RICHTET SICH DANACH, WAS IHRE KAPITALISTISCHEN
AUFTRAGGEBER VON IHR ERWARTEN,
(hier befindet sich ein Zwischenraum von ca. fünf Zeilen,d.Vf.)
'da wir aber die Gewerkschaftsbosse für fähig halten, vernünftige
Entscheidungen zu treffen und darüber hinaus mäßigend auf die fehlgeleiteten
und desorientierten Gewerkschaftsmitglieder einzuwirken, sehen wir nicht so
schwarz.' ('Der Aktionär' 18.9.1970 (vgl. 18.7.1970,d.Vf.))
Über unsere Köpfe hinweg betreiben sie einen Kuhhandel mit den Unternehmern
auf unsere Kosten. Ich möchte doch einmal erleben, daß jedem einzelnem
Mitglied vor jedem Tarifabschluß das Verhandlungsergebnis zur Entscheidung
vorgelegt wird - denn wir sind ja die Betroffenen.
Zu Beginn jeder Tarifrunde müssen meiner Meinung nach Betriebsversammlungen
durchgeführt werden, auf denen wir mit unseren angeblichen
Interessenvertretern unsere tariflichen Forderungen diskutieren können. Aber
davor hat sich der Betriebsrat schon abgesichert: Bei Samson finden nur
einmal im Jahr Betriebsversammlungen statt (obwohl vier im Jahr
vorgeschrieben sind) - und zwar nach der Tarifrunde, um uns das
ausgemauschelte Ergebnis als Erfolg auftischen zu können. Herr Geisel hat
dafür wöchentliche Betriebsratssitzungen ausgehandelt. Er kann so seine
Schäfchen beisammen halten und aufpassen, daß keiens aus der Reihe tanzt. Er
braucht sich nur einmal jährlich vor uns zu rechtfertigen und spart obendrein
der Firma Kosten für ausfallende Arbeitszeit.
Wenn ich so nachrechne, haben ich während meiner Mitgliedszeit mehr als 1 000
Mark Beitrag gezahlt. KOLLEGEN, wofür zahlen wir eigentlich unsere Beiträge?
Dafür, daß wir alle zwei Wochen die Metall-Zeitung bekommen? Oder dafür, daß
die Streikkasse immer voller wird und die Gewerkschaftsbonzen uns bei der
kommenden Tarifverhandlung wieder in die Pfanne hauen>
WARUM STEHEN DIE GEWERKSCHAFTSFÜHRER NICHT AUF DER SEITE VON UNS MITGLIEDERN?
WEIL SIE SELBST KAPITALISTEN SIND.
Sie sitzen in den Aufsichtsräten und Vorständen der Großkonzerne und ihrer
eigenen Betriebe. In gewerkschaftseigenen Unternehmen wie der Bank für
Gemeinwirtschaft (BfG,d.Vf.), der viertgrößten Bank der BRD, und wie der
'Neuen Heimat' (NH,d.Vf.), der größten Wohnungsbausgesellschaft Europas,
legen sie unsere Mitgliedsbeiträge an. Und was meint ihr, wer neben der
Spielbank des Fürsten von Monaco jetzt die zweite Spielbank von Monaco
aufmacht? Die 'Neue Heimat'.
Als Direktoren und Manager scheffeln die Gewerkschaftsbonzen Millionen durch
Ausbeutung anderer Kollegen. Kein Wunder, daß sie auf unseren
Mitgliedsbeiträgen wie die Henne auf dem hocken!
Den dicksten Hund leistete sich unser IGM-Boss Brenner. Er ist im
Aufsichtsrat bei Krupp. Beim Streik im letzten Jahr (vgl. Bochum - 17.8.1970,
d.Vf.) mußte er, weil die anderen Aufsichtsräte im Ausland waren, mit der IGM
verhandeln. Da hat also Brenner mit Brenner verhandelt! Dabei versuchte er
die Forderungen zu drücken und den Streik abzuwiegeln.
DEN LEUTEN SOLLEN WIR VERTRAUEN!
Für ihren Lebensabend haben sich die Gewerkschaftsführer selbst gut
abgesichert. Der ehemalige Vorsitzende des DGB, Ludwig Rosenberg, erhält vom
Gewerkschaftsbund laut Vertrag monatlich zu seiner Rente 3 000 DM, sein
Vorgänger Richter 2 500 DM und unser 'eiserner Otto', IGM-Chef Brenner, der
allein für jeden seiner Aufsichtsratssitze bei Krupp, Ilseder Hütte, VW, BfG
und Neue Heimat mehr als 20 000 DM kassiert, wohnt in einem Eigentumshaus der
IGM und bezahlt ein Trinkgeld an Miete - 150 DM!
Jetzt stehen wir vor dem 1.Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse aller Länder.
Welche Parole gibt da die Gewerkschaft heraus? 'Mitbestimmung - der Mensch im
Mittelpunkt', so heißt die Parole - aber im Mittelpunkt stehen allein die
Bonzen. Denn:
MITBESTIMMUNG HEISST: NOCH MEHR AUFSICHTSRATSSITZE FÜR BRENNER UND CO
Dann können die Gewerkschaftsbonzen darüber mitbestimmen, wieviel Kollegen in
der kommenden Krise gefeuert werden. Mit dieser Parole will man uns außerdem
über die Fragen hinwegtäuschen, die uns auf den Nägeln brennen, wie
Mieterhöhungen, Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Benzin und KFZ-
Versicherung, Senkung der Kilometergeldpauschale, Erhöhungen bei Post und
Telefon. Die Kurzarbeit nimmt immer stärker zu und Betriebsstillegungen
häufen sich. In dieser Situation lassen sich die Gewerkschaftsbosse der
konzertierten Aktion Lohnleitlinien von 7 - 8% von der Regierung
aufdiktieren! Anstatt die Arbeiterschaft am 1.Mai auf einen entschlossenen
Lohnkampf und auf Streiks gegen Entlassungen und Kurzarbeit vorzubereiten,
bereiten sich die Bosse anscheinend darauf vor, die Kapitalisten wieder wie
1967 aus der Krise zu retten.
Wir Gewerkschaftsmitglieder, die erkannt haben, daß der Gewerkschaftsappparat
durchgehend von Bonzen beherrscht wird, müssen uns eindeutig auf die Seite
der Kollegen stellen und innergewerkschaftliche Opposition organisieren! Wir
müssen die anderen Kollegen wachrütteln und für unseren gemeinsamen Kampf
gegen die Verschlechterung unserer Lebensbedingungen gewinnen - selbst auf
die Gefahr hin, daß 'Betriebs- und Gewerkschaftsfrieden' dabei gestört werden
müssen. Wir müssen unseren Kampf, der sich letztenendes gegen das gesamte
kapitalistische System richtet, zusammen mit einer konsequenten Opposition
außerhalb der Gewerkschaft führen.
UNTERSTÜTZT DESHALB DEN AUFBAU DER ROTEN BETRIEBESGRUPPE!
Am 1.Mai müssen wir beginnen den Widerstand in der kommenden Krise und den
Kampf in der Metallindustrie im Herbst zu organisieren."
Ein weiterer Artikel, "1.Mai: Kampftag der Arbeiterklasse! Gegen Lohnabbau
und Steuerraub, gegen Kurzarbeit und Entlassungen" wurde vermutlich aus einem
anderen Organ übernommen, geht auf die Maifeiern in Deutschland in den Jahren
1890, 1916 und 1933 sowie in Berlin 1929 ein und endet:"
Nach dem zweiten Weltkrieg würdigten die SPD-Führung und die
Gewerkschaftsbonzen den 1.Mai zu einem bloßen Feiertag herab. Wenn trotzdem
die Arbeiterklasse den 1.Mai mit kämpferischen Losungen zu bestimmen drohte,
dann versuchten sie häufig, sich mit ein paar radikalen Worten an die Spitze
zu setzen. Damit wollten sie die Arbeiter wieder in den Griff bekommen. Es
ist klar: Sie wollen nach wie vor den 1.Mai zu einem Tag der Versöhnung der
Arbeiterklasse mit dem Kapital machen. Aber die kommunistische Bewegung ist
stark genug. Sie setzt sich am 1.Mai gegen die Opportunisten und gegen die
Feinde der Arbeiterklasse durch."
Berichtet wird von den Kantinenpreiserhöhungen (vgl. 1.4.1971).
Auf etwas mehr zwei als Seiten finden sich erstmals Auszüge aus dem Roman
'Barrikaden am Wedding' von Klaus Neukrantz, die den 1.Mai 1929 behandeln und
in der nächsten Ausgabe fortgesetzt werden sollen.
Gefragt wird:"
WER BEZAHLT DEN ROTEN METALLER?
Eine Betriebszeitung für einen Betrieb von der Größe Samsons kostet ungefähr
40 - 50 DM an Papierkosten, für die aufgewendete Arbeitszeit verlangt keiner
etwas. Die Betriebszeitung gibt es aber umsonst. Wer bezahlt dann die
Zeitung?
Der Rote Metaller kann sich nicht durch Anzeigen bezahlen lassen wie die
bürgerlichen Zeitungen, denn wir würden NIEMALS Anzeigen von den Kapitalisten
annehmen und uns damit in ihre Abhängigkeit bringen. Nur so können wir die
Interessen der Arbeiter und kleinen Angestelten wahrnehmen, das ist gut so.
Si müssen wir niemandem nach dem Munde reden, so können wir wirklich zum
Sprachrohr der Samson-Arbeiter und Angestellten werden.
Die anderen Parteien (CDU, SPD, FDP) lassen sich ihre bunten Heftchen und
Broschüren, die einem zur Wahl ins Haus flattern von unseren Steuergeldern
bezahlen. Sie wollen uns vorgaukeln, wie schön wirs haben, wenn sie sichs in
den Ministersesseln bequem machen, das nennen sie 'politische
Aufklärungsarbeit'. Wer wie der Rote Metaller und die KPD/ML die Kollegen zum
Kampf gegen die Kapitalisten und ihre Regierung zum Sturz des bürgerlichen
Staatsapparates führt, der muß auf eigenen Beinen stehen, der wird von der
herrschenden Kapitalistenklasse bekämpft. Auch das ist gut so, denn nur so
können die Kollegen sehen, wer ihre Interessen am besten vertritt.
Der Rote Metaller wird auch nicht vom Osten (DDR,d.Vf.) bezahlt, wir die DKP.
Wir nehmen klar Stellung gegen Leute wie Ulbricht und Gierek (PVAP Polen,d.
Vf.), die sich Kommunisten nennen, aber auf Arbeiter schießen lassen. Sie
sind genauso unsere Feinde wie die Kapitalisten bei uns.
Bisher wurde der Rote Metaller von den Mitgliedsbeiträgen finanziert. Wir
müssen aber genau wie die anderen Kollegen zusehen, wie wir mit unserem Geld
auskommen. Jetzt ist es noch wichtig, daß alle Arbeiter und kleinen
Angestellten sehen, daß der 'Rote Metaller' ihre Zeitung ist. Deshalb gibt es
ihn umsonst. Wir sind überzeugt, daß viele Kollegen bereit sind, den Roten
Metaller auch finanziell zu unterstützen. Wir sind für jeden Groschen, der
gespendet wird, dankbar. Eure Kritik an uns und eure Unterstützung können den
Roten Metaller zum echten Sprachrohr der Kollegen machen!"
Die Rote Garde (RG) fordert:"
GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT!
Nach einem 3/4 Jahr Grundausbildung in der Lehrwerkstatt kommen wir in die
Produktion. Dort schaffen wir Seite an Seite mit unseren älteren Kollegen.
Zum Beispiel:
bei Piszcek: an der Wickelmaschine
bei Merk: an der Drehmaschine
bei Emmert: an den Werkbänken
bei Ohleier: in der Reparatur.
Schon nach kurzer Zeit schaffen wir genauso wie unsere älteren Kollegen. Mit
einem Unterschied, statt einem Lohn kriegen wir ein jämmerliches Almosen, die
sogenannte 'Ausbildungsbeihilfe'. Den kaufmännischen und technischen
Lehrlingen geht es nicht besser. Sie arbeiten sogar schon von Anfang an voll
mit. Zum Beispiel:
bei Zink: in der Telefonzentrale
oder: in der Kantine.
Den Jungarbeitern geht es genauso. Durch die Abstufung nach Alter und
Betriebszugehörigkeit bekommen sie weniger Lohn.
Ohne uns müßte an all diesen Plätzen eine vollwertige Arbeitskraft eingesetzt
werden. Wir sind also für die Kapitalisten billige Lückenbüßer. Sie beuten
uns nach Strich und Faden aus. Noch mehr als unsere älteren Kollegen.
Wir haben ja nichts dagegen, daß wir in der Produktion arbeiten. Das ist
sogar sehr gut, weil wir da mit den älteren Kollegen zusammen sind. Außerdem
können wir unseren Beruf nur in der Praxis, also in der Produktion lernen.
Jeder von uns weiß, wie es ist, wenn wir aus der Lehrwerkstatt raus in die
Produktion rein kommen. Da stehen wir erst einmal wie der Ochs vorm Berg.
Aber wir haben was dagegen, wenn wir für die gleiche Arbeit viel weniger
kriegen. Denn damit spielen uns die Kapitalisten gegeneinander aus. Die
jungen Kollegen bekommen weinger Geld und sind deshalb neidisch auf ihre
älteren Kollegen, diese meinen dann, wir wollten ihnen ihre sauer verdienten
Groschen abnehmen.
Durch diese Rechnung der Kapitalisten können wir nur dann einen Strich
machen, wenn wir Arbeiter, kleinen Angestellten, Jungarbeiter, jungen
Angestellten und Lehrlinge einheitlich gegen die Kapitalistenklasse
auftreten.
Deshalb müssen wir fordern:
GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT
Diese Forderung gilt nicht nur für die Jugend, sondern auch für Frauen,
Hilfsarbeiter und ausländische Arbeiter. Denn die bekommen genauso wie wir
für die gleiche Arbeit viel weniger Lohn. Es ist klar, daß wir diese
Forderung nur durchsetzen können, wenn die gesamte Arbeiterklasse einheitlich
und geschlossen dahinter steht. Dann sind die Kapitalisten nämlich machtlos.
Deshalb ist es die Pflicht der älteren Kollegen, diese Forderung zu
unterstützen, genauso wie es die Pflicht der jüngeren Kollegen ist, bei einem
Streik gemeinsam mit ihren älteren Kollegen gegen die Kollegen zukämpfen und
sich nicht als Streikbrecher mißbrauchen zu lassen.
Weil wir Lehrlinge nicht nur in der Produktion arbeiten, sondern eine gewisse
Anlernzeit in den einzelnen Werkstätten brauchen, und außerdem Berufsschule
und Werksunterricht haben, ist dies eine richtige Forderung:
GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT
80% VOM VOLLEN FACHARBEITERLOHN, EGAL WELCHES LEHRJAHR UND ALTER.
MIT DER ROITEN GARDE GEGEN SPALTUNG UND VERRAT"
Auf der selben Seite findet sich auch folgendes Gedicht:"
Lehrherr unser,
der Du hast den Betrieb,
Dein Reichtum komme,
Dein Wille geschehe,
wie in der Werkstatt,
also auch auf dem Klo.
Unser täglich Besen gib uns heute
und vergib uns unsere Forderungen
wie auch wir bezahlen Deine Schulden
und führe uns nicht zur Verantwortung,
denn Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
In Ewigkeit AMEN"
Geworben wird für den 'Roten Morgen' (RM) und den 'Rotgardisten' der RG und
im letzten Artikel wird gefragt:"
ABER WARUM AUSGERECHNET KOMMUNISTEN?
Vor noch garnicht langer Zeit meinten viele Kollegen zu recht, unsere
Flugblätter kämen von ein paar weltfremden Studenten, die große Probleme
wälzten, aber in Wirklichkeit keine Ahnung von den Sorgen des kleinen Mannes
hatten. Aber als die ersten Betriebszeitungen erschienen, da merkten die
Kollege, Mensch, die sind ja wirklich hier drin und endlich sagt mal jemand
offen, wie der Hase hier läuft. Aber warum müssen das ausgerechnet
Kommunisten sein?
Die meisten Kollegen wissen ganz genau, FDP und SPD spucken zwar große Töne
von Verbesserungen und Erleichterungen, aber wenn sei ein Gesetz rausbringen,
dann geht's an unseren Geldbeutel. Verbesserungen gibt's nur für Millionäre
und Bonzen, daß CDU und NPD nicht auf der Seite der Arbeiter stehen ist klar.
Aber viele Kollegen werfen auch alles, was östlich von der BRD ist und alles,
was sich hier 'links' nennt in einen Topf und sagen: Das sind Kommunisten.
Doch hier muß man genau unterscheiden: Redet jemand nur große Töne und
schielt in Wirklichkeit nach einem Pöstchen, oder tut er auch das, wovon er
spricht, setzt er sich für die Kollegen ein, redet er mit ihnen, erklärt er
ihnen seinen Standpunkt? Nur wer sich immer eindeutig auf die Seite der
Arbeiter stelt, wer mitten unter ihnen lebt und nicht besser wie ein
druchschnittlicher Arbeiter, ist wirklich ein Kommunist. Aber nicht nur
daran, wie jemand sich für den Kampf der Kollegen im Betrieb einsetzt,
sondern auch daran, wie er den politischen Kampf führt, erkennt man, ob er
Kommunist ist. Erklärt und bekämpft er die reaktionäre Linie von SPD und DGB,
zeigt er deutlich den Zusammenahng zwischen Kantinenpreisen und
arbeiterfeindlichen Steuergesetzen, zwischen der Ausbeutung der Kapitalisten
und der politischen Unterdrückung durch den Staat, ihrer Armee, ihrer Polizei
und ihrer Bürokratie. Macht er den Kollegen klar, daß ihre wirtschaftliche
Lage nur durch den Sturz der Kapitalistenherrschaft und die Zerschlagung
ihres Staatsapparates grundlegend zum Besseren geändert werden kann.
Auch ist nicht alles kommunistisch, was östlich der BRD ist. In der
Sowjetunion (SU,d.Vf.) und deren Satelliten Polen, CSSR, DDR, Ungarn usw.
wird zwar viel von Sozialismus und Arbeiterstaat geredet, in Wirklichkeit
blanker Kapitalismus betrieben.
Ist es etwa Sitte in einem 'Arbeiter'statt wie Polen, daß die vereinigte
'Arbeiterpartei' (PVAP,d.Vf.) mit Panzern gegen Arbeiter vorgeht, die gegen
die unverschämten Preissteigerungen demonstrieren?
Ist es etwa sozialistisch, daß auf der anderen Seite Staatschef Gierek einen
Jaguar und ein Privatflugzeug hat? Oder braucht er das, um schneller von
Streik zu Streik zu fahren, damit er die empörten Arbeiter beruhigen kann?
Ist es etwa sozialistisch, wenn ein 'sozialistisches' Land das andere mit
seiner Armee überfällt, wie in der CSSR?
Nein, das ist blanker Kapitalismus und Imperialismus, und nicht viel besser
sind 'Jünger' dieser 'Kommunisten', die hier bei uns zur Jagd auf die
Pöstchen geblasen haben, die Herren Funktionäre und Chefideologen der DKP.
Aber gibt's denn irgendwo überhaupt echten Sozialismus? Ja, den gibt's, in
den Volksrepubliken Albanien und China. Dort muß jeder, der einer Leitung
angehört, ob in Partei, Staat oder Armee, regelmäßig arbeiten, es sei denn,
er ist zu alt und gebrechlich, er muß leben wie ein einfacher Arbeiter und
Bauer - damit er nie vergißt, woher er kommt und wofür er kämpft. Hier wird
ein wirklich sozialistischer Weg gegangen, denn hier haben die Arbeiter die
Macht selbst in der Hand. Diesen Weg wollen wir von der KPD/ML auch gehen.
Darum bringen wir z.B. diese Zeitung raus. Sie soll nicht irgendein
Parteiblättchen sein, sondern ein Kampfmittel der Samson-Arbeiter gegen
wirtschaftliche Ausbeutung und politische Unterdrückung. Drum Kollegen, wenn
ihr Berichte und Vorschläge habt und vor allem, wenn ihr Kritik habt, sagt's
uns, schreibt's uns, es ist euer Blatt.
Warum also gerade Kommunisten? Ganz klar: Weil es sonst niemanden gibt, der
die Interessen der Kollegen vertritt und aktiv den Kampf anpackt."
=Roter Metaller Samson Nr.3,Frankfurt Apr. 1971
01.04.1971:
Die OG Frankfurt der KPD/ML-ZK berichtet bei und von Samson (IGM-Bereich -
vgl. Apr. 1971):"
PROFITGEIER IN DER KANTINE!
Anfang April wurde das Mittagessen um 0,50 DM pro Woche teurer. Im Oktober
wird noch einmal erhöht, dan sind es schon 1,00 DM. Bisher konnten Arndt und
Co. 2,00 DM pro Mittagessen von der Steuer absetzen. Jetzt wurde der
Freibetrag augf 1,90 DM und im Oktober auf 1,80 DM gesenkt. Heißt das, daß
die Bosse jetzt mehr Steuern zahlen müssen? Nein! Diese Maßnahme wurde sofort
auf unsere Köpfe abgerollt. Man erhö+hte den Anteil, den wir zum Mittagessen
beisteuern. So kann die Firma weiterhin ihren Anteil von der Steuer absetzen.
Die Kosten werden wieder auf uns Arbeiter abgewälzt.
Viele Kollegen sagen:
Das ist ja noch nicht zu teuer, denn für den Preis kann man ja zuhause noch
kein Mittagessen auf den Tisch bringen. Und prompt kommen sie uns auch mit
diesem scheinheiligen Märchen: Die Preise draußen steigen dauernd und jeder
muß immer mehr Geld hinlegen für Essen, darum müßten sich auch die Preise
erhöhen. Und hier liegt aber der große Betrug: Für ein Mittagessen wird
weiterhin nur 2,70 DM berechnet, die Firma will nur nicht den Verlust durch
die Senkung des Steuerfreibetrages tragen. Drum wird er uns aus der Tasche
gezogen.
Es ist es nur zu traurig, daß es Kollegen gibt, wie Peschelt und Geissel, die
selbst nur 'arme Lohnempfänger' sind, sich aber als Handlanger zur Steigerung
der Aktionärsrendite benutzen lassen. Sie schämen sich nicht einmal, wenn
dauernd die Kantinenpreise steigen, z.B.: Vilbeler Wasser ist auf 0,40 DM
gestiegen, Joghurt wurde um 0,06 DM auf 0,39 DM erhöht. Frischa wurde um 0,05
DM teurer und kostet jetzt 0,55 DM. Diese Liste könnte beliebig fortgesetzt
werden.
Auch das Modewort von den steigenden Personalkosten wird als Argument
verwendet, dabei weiß jeder, daß in der Küche die niedirgsten Löhne bezahlt
werden. Der Durchschnittslohn der Frauen in der Küche beträgt nur 4,30 DM.
Doch damit nicht genug, man läßt auch noch Lehrlinge am Schalter verkaufen
und spart damit den Lohn für eine Verkäuferin. Das alles zeigt, daß die
Kantine keine soziale Einrichtung ist, sondern ein weiteres Mittel, mit dem
Arndt und Co. und das Geld aus der Tasche ziehen. Die Kantine trägt sich
nicht nur selbst, sie wirft auch noch einen schönen Gewinn ab.
Wir sehen also: Die Kette des Betrugs ist perfekt, sie reicht von Bonn bis
zur Kaiserley-Brücke. In Bonn sagen sie uns: Nicht nur ihr Arbeiter habt
unter den Einsparungsmaßnahmen zu leiden, auch die Unternehmer bekommen die
Steuerfreibeträge gekürzt.
An der Kaiserley-Brücke sehen wir: Die Unternehmen halten sich immer am
kleinen Mann schadlos.
Wenn wir bei Samson was ändern wollen, müssen wir also erst einmal in Bonn
abservieren. Politik und Wirtschaft hängen also ganz eng zusammen.
Wirtschaftliche Änderungen können nur mit politischen Mitteln erkämpft
werden."
=Roter Metaller Samson Nr.3,Frankfurt Apr. 1971,S.5
19.04.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt in Frankfurt die RJ/ML des KAB/ML die Nr.2
ihres 'T+N-Arbeiters' (vgl. 29.3.1971, 24.5.1971) in einem Umfang von 8
Seiten, davon 4 für Erwachsene, heraus.
Der Leitartikel fordert "Heraus zum 1.Mai", geht auf die Geschichte ein und
entwickelt einige Forderungen vom BVG bis Vietnam.
In "Wem nützen die Investitionen?" wird festgestellt, daß diese nur den
Kapitalisten dienen.
Erneut erscheinen 4 Seiten unter dem Titel 'Der T+N - Lehrling'. Hier wird
eingegangen auf die Wahl zur Jugendvertretung (vgl. 27.4.1971), wobei
sowohl auf die Lage bei T+N als auch auf die allgemeinen Forderungen der
RJ/ML eingegangen wird.
Aufgerufen wird zum 1.Mai und zur Jugenddemonstration am 30.4.1971.
Aus dem Werk 2 in der Kleyerstraße wird gefragt "Wo bleibt unser
Aufenthaltsraum".
In "KJVD" (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB) erscheint neben den
Sprichwörtern "Der getroffene Hund bellt." und "Der Hund bellt, doch die
Karawane zieht weiter." eine Erklärung des Redaktionskollektivs:"
Die KPD/ML verkauft ein Organ, daß sich ebenfalls ROTE FAHNE nennt, vor den
Betriebstoren von T+N. Wir erklären hiermit, daß wir mit dieser Gruppe
nichts gemeinsam haben."
=Der T+N-Arbeiter Nr.2,Frankfurt Apr. 1971
Mai 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr.3 der Ausgabe Messer ihres 'Roten
Metallers' (vgl. Feb. 1971, Juni 1971) heraus, für deren 8 Seiten Lothar
Wolfstetter
verantwortlich ist. Ein spanischer Artikel kommt von der PCE/ML.
=Roter Metaller - Ausgabe Messer Nr.3,Frankfurt Mai 1971
Mai 1971:
Bei Siemens München (vgl. 20.9.1971) berichtet die KPD/ML-ZK vermutlich aus
dem Mai von Siemens Frankfurt anhand der bundesweiten 'Siemens-Mitteilungen'
(vgl. Juni 1971):"
Ursache für die steigende Unfallquote ist Profitgier, nichts als Profitgier.
Denn Finanzaufwendungen für Unfallschutzmaßnahmen sind für Siemens-Aktionäre
ein Negativposten. Sie bringen kein Geld. Geld bringen Lohnraub,
Arbeitshetze, Akkord- und Überstundenschinderei. Das ist jedem klar. Darum
bastelt man in Frankfurt an feineren 'Wettbewerbsmethoden' zur 'Vermeidung'
von Unfällen, wie in denselben Siemens-Mitteilungen doppelseitig groß
herausgestellt wird. Im Auftrag der Bosse lockt der 'Sicherheitsingenieur'
Gerhard 50-Mann-Gruppen mit 10-DM-Gewinnen pro Person und Halbjahr und droht
mit Abzügen von 200 DM bei jedem Unfall. Die Frankfurter Siemens-Kollegen
sollen nicht auf die Profitgier der Bosse sauer sein, sondern auf den
verunglückten Kollegen. Eine üble Masche, die der Herr Gerhard da im Dienst
des Kapitals abzieht. Die Bosse und ihre Knechte spekulieren nur darauf, daß
auf diese Weise nicht mehr alle Unfälle gemeldet werden. Damit die
Unfallstatistik des Konzerns sinkt, treiben sie Schindluder mit unserer
Gesundheit, mit unserer Arbeitskraft."
=Roter Lautsprecher Nr.1,München Sept. 1971,S.22
03.05.1971:
Bei Telefonbau und Normalzeit (T+N) Frankfurt werden, laut RJ/ML, die
Essenspreise um 30 Pfennig auf 1,20 DM erhöht, obwohl laut Arbeitsordnung
Zuschüsse vom Betrieb gezahlt werden solle und die Profitlage dies auch
durchaus erlaube:"
Obwohl die Zahl der Kollegen nur um 30,8% zugenommen hat, wird ... heute
von uns 90,9% mehr Umsatz erarbeitet als 1962. ...
Von unseren 10%, mit denen wir im letzten Herbst abgespeist wurden, ist
nichts mehr übrig geblieben. Und da müssen gerade wir auch noch 1,50 DM die
Woche mehr fürs Essen bezahlen, während die T+N Kapitalisten zig Millionen
Profit machen.
'WAS KANN MAN GEGEN DIE ERHÖHUNG DER ESSENSPREISE TUN'
Einige Kollegen, teilweise sogar ganze Abteilungen gingen am 3.5. nicht zum
Essen um gegen die Erhöhung zu protestieren. Aber da die ganze Sache nicht
organisiert war hatte dies keinen Erfolg. Unsere Interessenvertretung, der
Betriebsrat, hat nichts gegen die Erhöhung unternommen (auf jeden Fall
haben wir nichts davon mitbekommen). Dabei wäre genau der Betriebsrat
verpflichtet gewesen Maßnahmen gegen die Preiserhöhung zu ergreifen.
Aus allen diesen Vorgängen können wir ersehen, daß wir den Abbau der
sozialen 'Vergünstigungen' im Betrieb nur verhindern können, wenn wir
einheitlich und kampfentschlossen allen versuchen einer sozialen Demontage
entgegentreten.
Wir raten allen Kollegen im Herbst bei den Tarifverhandlungen dafür zu
sorgen, daß wir es genauso machen wie die T+N-Kapitalisten. Unsere Bosse
versuchen soviel wie möglich aus uns herauszuholen. Holen wir bei den
Tarifverhandlungen soviel wie möglich für uns heraus."
=Der T+N-Arbeiter Nr.3/4,Frankfurt Mai/Juni 1971,S.1ff
24.05.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt bei T+N Frankfurt die Ortsgruppe der RJ/ML
des KAB/ML die Nr.3/4 ihres 'T+N-Arbeiters' (vgl. 19.4.1971, Aug. 1971) mit
10 Seiten unter Verantwortung von Karl Napp heraus.
Der Leitartikel äußert sich "Zu den Essenspreisen" (vgl. 3.5.1971),
berichtet wird vom 1.Mai und dessen Vorabend, sowie von der
Spaniendemonstration (vgl. 8.5.1971).
Im dreiseitigen Jugendteil 'Der T+N-Lehrling' wird gefordert:"
Stärkt die Jugendvertretung!". Erneut wird zur Teilnahme an der
gewerkschaftlichen Betriebsjugendgruppe mobilisiert.
=Der T+N-Arbeiter Nr.3/4,Frankfurt Mai/Juni 1971
Juni 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr.3 der Ausgabe Naxos ihres 'Roten
Metallers' (vgl. Apr. 1971, Juli 1971) heraus, für deren 6 Seiten Lothar
Wolfstetter verantwortlich ist. Die Auflage wird mit 1 000 angegeben.
Berichtet wird von der Chemietarifrunde und einer Reihe von Abteilungen,
nicht aber von der Roten Garde.
=Roter Metaller - Ausgabe Naxos Nr.3,Frankfurt Juni 1971
Juni 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr.4 der Ausgabe Messer ihres 'Roten
Metallers' (vgl. Mai 1971, Sept. 1971) heraus, für die immer noch Lothar
Wolfstetter verantwortlich ist. Auf den 10 Seiten finden sich u.a. Berichte
über die Maidemonstration, die ausländischen Kollegen und der Hinweis, daß
die Verteiler Studenten und Schüler sind.
=Roter Metaller - Ausgabe Messer Nr.4,Frankfurt Juni 1971
Juni 1971:
Vermutlich im Juni geben in Frankfurt die Roten Betriebsgruppen Adler,
Messer, Naxos, Samson (vgl. Apr. 1971) und Teves der KPD/ML-ZK ein gemeinsames
8-seitiges
Extrablatt des 'Roten Metallers' zum Chemiestreik heraus. Verantwortlich ist
Lothar Wolfstetter.
=Roter Metaller - Ausgaben Adler, Messer, Naxos, Samson, Teves Extrablatt,
Frankfurt o.J. (1971)
01.06.1971:
In Frankfurt erscheint die Nr.4 der Ausgabe Adler des 'Roten Metallers' der
KPD/ML-ZK in einem Umfang von 8 Seiten (VISP: Lothar Wolfstetter). Enthalten
sind eine Reihe von Abteilungs- und Lehrlingsberichten.
=Roter Metaller - Ausgabe Adler Nr.4,Frankfurt 1.6.1971
Juli 1971:
In Frankfurt gibt die Rote Betriebsgruppe Teves der KPD/ML-ZK die Nr.4
der Ausgabe Teves ihres 'Roten Metallers' heraus, für deren 12 Seiten
Lothar Wolfstetter verantwortlich zeichnet. Eingegangen wird u.a. auf
die Firmen des DGB.
Von Adler Frankfurt wird berichtet, daß die dortige Rote Betriebsgruppe
der KPD/ML-ZK ein Solidaritätskomitee gegen Entlassungen gegründet
habe, welches am Tage der Verteilung dieser Zeitung eine Kundgebung
vor dem Tor durchführen wolle.
=Roter Metaller - Ausgabe Teves Nr.4,Frankfurt Juli 1971
Juli 1971:
Vermutlich im Juli erscheint in Frankfurt die Nr.4 der Ausgabe Naxos
des 'Roten Metallers' der KPD/ML-ZK (vgl. Juni 1971), für deren 8
Seiten Lothar Wolfstetter verantwortlich zeichnet. Berichtet wird über
andere Betriebe, Lehrlinge und relativ wenig aus dem eigenen Werk.
=Roter Metaller - Ausgabe Naxos Nr.4,Frankfurt o.J. (1971)
August 1971:
Bei Telefonbau und Normalzeit (TN) Frankfurt gibt die RJ/ML die Nr.5 ihres
'TN-Arbeiters', ehemals 'T+N-Arbeiter', (vgl. 24.5.1971, 27.9.1971) in einem
Umfang von 6 Seiten DIN A 4 unter Verantwortung von Karl Napp heraus.
Der Leitartikel "Kampfentschlossen gegen Metallbosse" besteht aus einem
zentralen Artikel gleichen Titels und zwei Abschnitten über T+N. Im ersten
Abschnitt, "TN-Arbeiter fordern Vertrauensleutesitzung" heißt es:"
Immer mehr Arbeiter, Angestellte und Lehrlinge bei TN fordern eine Sitzung
der gewerkschaftlichen Vertrauensleute, da am 30.9.1971 der
metalltarifvertrag abläuft. Damit die Forderungen von uns TN-Arbeitern bei
der Aufstellung von Tarifforderungen berücksichtigt werden ist es unbedingt
erforderlich, daß unsere Vertrauensleute zusammentreten; die Forderungen
der Belegschaft zusammenfassen und bei der IG Metall auf Berücksichtigung
drängen. Außerdem müssen erste Vorbereitungen auf die zu erwartenden harten
Tarifkämpfe getroffen werden.
Es hätte eigentlich für unseren Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Hoffmann und
den Betriebsratsvorsitzenden der Lehner + Co, Rippel, eine
Selbstverständlichkeit sein sollen, daß vor der Tarifrunde eine
Vertrauensleutesitzung stattfindet, denn wer weiß über unsere Forderungen
besser Bescheid, als die neben uns arbeitenden Vertrauensleute. Gerade
Kollege Hoffmann, der wahrscheinlich Mitglied der Tarifkommission wird,
sollte doch größtes Interesse daran haben unsere Fordenrungen bestens zu
kennen."
Im Abschnitt "Auf zur Betriebsversammlung" heißt es:"
Außer der Vertrauensleuteversammlung ist es unbedingt erforderlich, daß
allen Kollegen die Möglichkeit gegeben wird auf einer Betriebsversammlung,
die möglichst für Kleyregasse, VB und Mainzer Landstraße gemeinsam
stattfinden sollte, zu den Entschließungen des Vertrauensleutekörpers
Stellung zu nehmen. Es ist sowieso nicht verständlich, wieso der
Betriebsrat eine der Verschlechterungen die uns das 'neue'
Betriebsverfassungsgesetz bringt, nämlich nur 2 Betriebsversammlungen im
Jahr, schon vorwegnimmt, obwohl uns selbst das alte Adenauer-BVG von 1952,
das zur Zeit noch gilt, 4 (vier!) Betriebsversammlungen zugesteht. Drei
Betriebsversammlungen sind also dieses Jahr noch durchzuführen."
Im Artikel "TN macht uns kaputt" befaßt man sich mit den Arbeitsbedingungen
und dem Arbeitstempo.
Für morgen wird der Verkauf der 'Roten Fahne' des KAB/ML vor dem Betrieb
angekündigt.
=Der TN-Arbeiter Nr.5,Frankfurt Aug. 1971
September 1971:
In Frankfurt gibt die KPD/ML-ZK die Nr.5 der Ausgabe Messer ihres 'Roten
Metallers' (vgl. Juni 1971) heraus, von der wir bisher nur Teile haben, die
unter Verantwortung von Lothar Wolfstetter aus dem eigenen und anderen
Betrieben berichten.
=Roter Metaller - Ausgabe Messer Nr.5,Frankfurt Sept. 1971
23.09.1971:
Die OG Frankfurt der RJ/ML des KAB/ML berichtet:"
Für Donnerstag, den 23.9.1971, hatte die Betriebsjugendgruppe der IG Metall bei
TN den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Hoffmann zu einem Gespräch
eingeladen. Herr Hoffmann kam nicht zu diesem gespräch, ja er verhöhnte
sogar die Einladung noch. So antwortete er dem Jugendsekretär der IG
Metall, der die Einladung überbrachte: 'Nach Feierabend? Geht mich
überhaupt nichts an'. Sein Gegenvorschlag, daß die Gruppe ihn während der
Arbeitszeit aufsuchen sollte, wurde sofort als ein Manöver entlarvt, mit
dem er die aktiven Mitglieder der Gruppe der Geschäftsleitung verraten
will. Genau dies hat Hoffmann vor. Er will die gewerkschaftlich aktiven
Kollegen der Geschäftsleitung verraten, damit diese sich nicht mehr
konsequent für die Interessen ihrer Kollegen einsetzen können und die
Sauereien der TN-Bosse nicht mehr entlarven können, weil sie sonst mit dem
Rausschmiß rechnen müssen. Der rechte sozialdemokratische Betriebsrat
betreibt also bewußt das gleiche Geschäft wie die trotzkistischen
Linkssektierer des KJVD (Jugendorganisation der KPD/ML-ZB,d.Vf.), die ja
auch in ihrem Rotsprecher gewerkschaftlich tätige Kollegen denunzierten,
wenn auch sie noch die Ausrede hatten, daß dies aus Unkenntnis geschehen
sei.
...
Für den gleichen Donnerstagabend hatte die Betriebsjugendgruppe auch den IG
Metall Jugendsekretär Walter Lachemeier eingeladen. Er sollte über die
kommenden Lehrlingstarifverhandlungen sprechen. Lachemeier erschien auch
kurz und entschuldigte sich, daß er nicht bleiben könne. Er könne sich
frühestens in zwei Wochen frei machen. Wir können dazu nur sagen, wenn noch
nicht mal die IG Metalljugendgruppen über die Lehrlingstarifverhandlungen
unterrichtet werden, wer wird es dann überhaupt."
=Der TN-Arbeiter Nr.6,Frankfurt Sept. 1971,S.11
25.09.1971:
Die RJ/ML des KAB/ML berichtet aus Frankfurt:"
JUGENDVERTRETER FORDERN MEHR RECHTE IM BETRIEB!
Am Samstag, 25. September, fand im Gewerkschaftshaus eine Arbeitstagung von 150
IGM-Jugendvertretern statt. Die Kollegen verurteilten die unhaltbaren
Zustände an der Werner von Siemens Schule, wo viele Klassen nur drei
Stunden Unterricht pro Woche haben und einige Klassen sogar nur 14-tägig
zur Schule gegen können. Anschließend berichteten sie über die Situation in
den Betrieben und stellten fest, daß sie fast rechtlos sind und dadurch
aktive Jugendvertreter ständig von den Geschäftsleitungen unterdrückt
werden. Sie forderten mehr demokratische und politische Rechte im Betrieb
und eine Anhebung der Lehrlings'vergütung'."
=Jungarbeiter und Lehrlingspresse Nr.7,Frankfurt/Groß Gerau Okt. 1971,S.9
27.09.1971:
Vermutlich in dieser Woche gibt die OG Frankfurt der RJ/ML des KAB/ML die
Nr.6 des 'TN-Arbeiters' (vgl. Aug. 1971, 15.11.1971) für September heraus.
Verantwortung für die 14 Seiten übernimmt J. Möcks.
Der Leitartikel ist "Kampf dem Lohndiktat!", wo es heißt:"
VERSCHÄRFTE ANGRIFFE AUF DIE LAGE DER WERKTÄTIGEN
Wie in den meisten Tarifgebieten wurde in den letzten Wochen auch die
Forderung der Tarifkommission in Hessen zur kommenden Lohnrunde
beschlossen. Diese Forderung liegt zwar mit 11% noch mit an der Spitze der
Forderungen der rechten Gewerkschaftsführer, verglichen mit den 9% - 11% in
den anderen Tarifgebieten. Jedoch liegt die 11%-Forderung weit unter den
Forderungen der Vertrauensleute, die eine Lohnerhöhung um 15% fordern.
Doch selbst diese miese 11%-Forderung der rechten Gewerkschaftsführer
wollen die Metallbosse im Bündnis mit der SPD/FDP-Regierung (Lohnleitlinien
7%) noch unterbieten. So bezeichnete z.B. der Unternehmerverband der
badischen Eisen- und Metallindustrie die 11%-Forderung in Baden-Württemberg
als 'bestürzende und hoch überzogen'.
IG METALL VERTRAUENSLEUTE FORDERN 15% - KEINE 11%
Die Forderung nach 15% mehr Lohn ist absolut berechtigt. In den Jahren seit
der Krise 1966/67 gingen die Profite der Metallbosse rasant in die Höhe.
1969 stiegen sie um 30%. Im Gegensatz zu den Profiten stiegen die Löhne in
den vergangenen Jahren weit weniger. Ab 1.1.1969 wurden sie um 3% erhöht,
ab 1.9. um 8%. Ab 1.10.1970 wurden sie um 10% angehoben. Seit dem vorigen
Jahr stiegen aber die Preise um 6%. Die Produktivität wurde um 3%
gesteigert.
Eben deshalb fordern auch die Vertrauensleute der Fa. MAN Hamburg 15% mehr
Lohn, deshalb stellte der Vertrauensleutekörper der Fa. Klimsch und Co.
Frankfurt die gleiche Forderung auf."
In "TN-Vertrauensleute" heißt es:"
Unverständlich ist, daß der Vertrauensleutekörper der IG Metall bei TN
immer noch nicht zusammengetreten ist. Ist unser Vertrauensleutekörper etwa
mit der 11%-Forderung der rechten Gewerkschaftsführer einverstanden? Doch
wohl kaum. Warum teilt man dann die Ablehnung dieser Forderung nicht den
rechten Gewerkschaftsführern mit, so wie es der Vertrauensleutekörper bei
Opel Rüsselsheim gemacht hat. Wir fragen hier unseren
Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Hoffmann, der Mitglied des Vertrauenskörpers
ist: Machst Du nichts weil Du zu lahm bist oder machst Du nichts weil Dir
die Einhaltung der Lohnleitlinien Deines SPD-Parteifreundes Schiller näher
liegt als die Interessenvertretung Deiner Kollegen?"
In "Betriebsversammlung", die immer noch nicht stattfand, heißt es u.a.:"
Und mag Kollege Hoffmann noch so sehr auf uns Kommunisten fluchen, einige
Fragen werden wir trotzdem stellen:
Kollege Hoffmann, warum verhinderst Du, daß die Kollegen auf einer
Betriebsversammlung ihre Forderungen zur Tarifrunde vorbringen können? Hast
Du etwa Angst, daß die Kollegen nicht mit den 7%-Lohnleitlinien Deiner
SPD-Parteifreunde in der Regierung einverstanden sind? Hast Du Angst, daß
Forderungen wie die nach Abschaffung der unteren Lohngruppen, nach einem
13. Monatseinkommen, nach 15% Lohnerhöhung und Forderungen zum Kampf gegen
das arbeiterfeindliche BVG, daß Deine Parteifreunde in der
SPD/FDP-Regierung verabschieden wollen, gestellt werden?
Und hast Du Angst, daß Du gefragt wirst, was Du als unser
Interessenvertreter getan hast um unsere Interessen auch gegenüber den
rechten Gewerkschaftsführern durchzusetzen.
Kollege Hoffmann!
Wenn Du meinst, daß wir Dir mit den vorliegenden Fragen Unrecht getan
haben, was wir nicht annehmen, so erklären wir uns bereit Deine
Gegendarstellung ungekürzt und unverändert in der nächsten Ausgabe zu
veröffentlichen. Solltest Du auf dieser Gegendarstellung nicht bestehen,
werden die Kollegen schon wissen, was mit Dir los ist."
Vermutlich übernommen werden Artikel aus zentralen Organen des KAB/ML unter
den Titeln:
- "Preissteigerungen und Lohnkampf im Zusammenhang sehen!";
- "Metaller kampfentschlossen";
- "Nixons Reise nach Peking - Bankrotterklärung der amerikanischen
Chinapolitik";
- "Streikrecht für Lehrlinge durchsetzen!" und
- "Für unsere Forderungen müssen wir kämpfen" zur Lehrlingsmetalltarifrunde.
Für morgen wird der Verkauf der 'Roten Fahne' des KAB/ML angekündigt.
Eingegangen wird auch auf den Ausbildungsleiter und die
"Betriebsjugendgruppe der IGM bei TN", wo gesagt wird:"
Die gewerkschaftliche Jugendgruppe bei TN im Frankfurter Lehrlingscenter
(FLC), die früher bestanden hatte, löste sich während der Sommerferien auf,
weil die Leitung des FLC unter Mithilfe der SDAJ-Mitglieder die Arbeit der
TN-Gruppe unmöglich machte, indem sie z.B. Flugblätter der Gruppe nicht
druckte und sich in die inneren Angelegenheiten der TN-Gruppe einmischte.
Als Antwort auf diese Sauerei haben aktive Gewerkschafter bei TN die
Betriebsjugendgruppe der IG Metall bei TN gegründet. Diese Gruppe, in der
immer mehr junge Gewerkschaftsmitglieder bei TN mitarbeiten, hat sich zwei
Aufgaben gestellt:
Zum einen will die Gruppe die Interessen der Jungarbeiter und Lehrlinge
gegenüber den TN-Bossen vertreten. Dauz ist eine Zusammenarbeit mit den
Jugendvertretern und dem Betriebsrat unerläßlich. Erste Schritte dazu sind
bereits unternommen und einige Jugendvertreter arbeiten in der Gruppe
bereits mit. ...
Zum anderen will die Gruppe durch gewerkschaftliche Bildungsarbeit allen
ihren Mitgliedern das Rüstzeug zum Kampf gegen die TN-Bosse vermitteln. Die
RJ(ML) ist der Meinung, daß durch die Schaffung der Betriebsjugendgruppe
der IG Metall bei TN ein Schritt vorwärts getan wurde auf das Ziel, eine
konsequente gewerkschaftliche Interessenvertretung bei TN zu schaffen. Wir
rufen deshalb allen Jungarbeitern und Lehrlingen bei TN zu: 'Arbeitet mit
in der TN-Betriebsjugendgruppe der IG Metall.'
Mit dieser Gruppe befaßt man sich auch in "Schweinereien", wo u.a. (vgl.
23.9.1971) ausgeführt wird:"
Donnerstags stand die Betriebsjugendgruppe der IG Metall bei TN vor
verschlossenen Türen. Die Räume des Jugendclubs U 68 des DGB, in denen sich
die Gruppe auf Grund einer Vereinbarung trifft, wurden uns nicht zur
Verfügung gestellt, weil die Herren des Lehrlingscenters eine Aktion
machten. Durch das Verschließen der Räume sollte erreicht werden, daß sich
die Jugendgruppe ohne eine Diskussion über die Aktion anschließen sollte.
Dies wurde jedoch von den Mitgliedern der Gruppe abgelehnt.
...
Viele politische Jugendgruppen bahupten sich für die Interessen der
Arbeiter, Angestellten und Lehrlinge einzusetzen. Aber wie es damit in der
Wirklichkeit aussieht, kann man in der Jugendgruppe feststellen. Bei TN
arbeitende Mitglieder der SDAJ, der Jugendorganisation der DKP sowie
Mitglieder des KJVD, Jugendorganisation der KPD/ML (KPD/ML-ZB,d.Vf.)
arbeiten nicht in der Betriebsjugendgruppe der IG Metall bei TN mit. Die
Rechtsopportunisten der SDAJ sind sich mit den Linkssektierern des KJVD
einig: Keine Unterstützung der Betriebsjugendgruppe der IGM bei TN."
=Der TN-Arbeiter Nr.6,Frankfurt Sept. 1971
10.11.1971:
Bei Telefonbau und Normalzeit (TN) Frankfurt Werk Mainzer Landstraße
findet, laut RJ/ML, eine Betriebsversammlung statt:"
Auch unser SPD-Betriebsratsvorsitzender Hoffmann hat sich in Sachen BVG
einen Namen gemacht, brachte er doch die für einen aktiven Gewerkschafter
undenkbare Schweinerei fertig, am Tage der Verabschiedung des BVG in der
Betriebsversammlung in der Mainzer Landstraße zu erklären, daß das BVG ein
Schritt nach vorne sei."
=Der TN-Arbeiter Nr.7,Frankfurt Nov. 1971,S.5
15.11.1971:
In dieser Woche gibt die OG Frankfurt der RJ/ML des KAB/ML die Nr.7 ihres
'TN-Arbeiters' (vgl. 27.9.1971) heraus. Dies ist die letzte uns bisher
bekanntgewordene Ausgabe, fortgeführt wurde die Herausgabe aber zumindest
bis Januar 1972. Ab September 1973 erscheint dann bei T+N wieder das 'Rote
Telefon' des RJVD des KABD.
Auf den 6 Seiten unter Verantwortung von J. Möcks befaßt man sich im
Leitartikel mit dem Metallerstreik in Nordbaden-Nordwürttemberg und fordert
"Weg mit dem Schluchtungsbetrug!". Neben "Bonner Parteien peitschten
arbeiterfeindliches BVG durch" findet sich auch ein Artikel "Lügt der
TN-Arbeiter?", in dem es heißt:"
Kolleginnen und Kollegen!
In den Betriebsversammlungen letzte Woche (vgl. 10.11.1971,d.Vf.) wurden
vom Vorsitzenden des Vertrauensleutekörpers und zum Teil auch vom
Betriebsratsvorsitzenden Hoffmann schwere Vorwürfe gegen den 'TN-ARBEITER'
und die REVOLUTIONÄRE JUGEND (MARXISTEN-LENINISTEN) erhoben. Wir würden
Lügen und Halbwahrheiten verbreiten, hätten als von außen Kommende keine
Ahnung wie es im Betrieb aussieht und würden unsere Informanten im Betrieb
schamlos ausnutzen. Außerdem würden wir versuchen, einen Keil zwischen
Belegschaft einerseits sowie Betriebsrat und Gewerkschaft andererseits zu
treiben.
Was ist daran wahr? Jeder Kollege der die RJ(ML) kennt, weiß, daß in der
RJ(ML) überwiegend Lehrlinge, junge Arbeiter und Angestellte organisiert
sind. In der Ortsgruppe Frankfurt sind alle Mitglieder aus der
Arbeiterklasse. Fast alle Mitglieder der RJ(ML) haben Vertrauenspositionen,
wie Jugendvertreter, Klassensprecher an der Berufsschule u.ä. inne (Damit
nun keine Verfolgungsjagd einsetzt, erklären wir, daß bei TN kein
Jugendvertreter oder Klassensprecher Mitglied in der RJ(ML) ist). Der
TN-ARBEITER wird ausschließlich von Beschäftigten bei TN gestaltet. Die
Zeitung wird aus den Beiträgen der Mitglieder finanziert.
Sind wir gewerkschaftsfeindlich?
Diese Behauptung ist der reine Hohn. Alle Mitglieder der Ortsgruppe
Frankfurt der RJ(ML) sind Mitglieder der Gewerkschaft. Ebenso wurde in fast
jeder Nummer des TN-Arbeiters dazu aufgefordert, in die Gewerkschaft bzw.
in die Gewerkschaftsjugend zu gehen und dort mitzuarbeiten. Allerdings sind
wir Feinde all der rechten Gewerkschaftsführer, die anstatt die Interessen
der Kollegen zu vertreten, in der Konzertierten Aktion, in Aufsichtsräten,
in sog. Schlichtungskommissionen usw. die Interessen der Kollegen verraten.
Da kommen wir auch gleich zu dem Vorwurf, wir hätten im TN-ARBEITER
Betriebsratsvorsitzenden Hoffmann zum Arbeiterverräter erklärt. So werden
Anschuldigungen erfunden. Diese Behauptung ist von uns noch nicht
aufgestellt worden, obwohl wir die Fehler, die der Betriebsratsvorsitzende
begangen hat, aufgezeigt haben. So haben wir mehrmals die
Betriebsversammlung gefordert.
Treiben wir einen Keil zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Kollegen?
Nein! Denn wir wissen, daß Betriebsrat und Gewerkschaft wichtige
Interessenvertreter der Kollegen sind. Aber niemand kann uns wohl
verdenken, wenn wir müde Betriebsräte und zum Klassengegner übergelaufene
Gewerkschaftsführer angreifen. Wir tun dies im Interesse der Kollegen, die
von ALLEN Betriebsräten und von ALLEN Gewerkschaftsfunktionären eine
konsequente Interessenvertretung verlangen.
Wir glauben, daß dieses Ausführungen gezeigt haben, wer hier die
TN-Belegschaft für dumm verkaufen will."
=Der TN-Arbeiter Nr.7,Frankfurt Nov. 1971
09.12.1971:
Bei Siemens Frankfurt streikt, laut KPD/ML-ZB, ein Teil der Belegschaft
"gegen die Verzögerungs- und Beruhigungstaktik der SPD- und IGM-Führer" in
der Metalltarifrunde.
Außerdem wurde von Messer Griesheim aus eine Demonstration veranstaltet, "zu
der sich auch 1 300 Arbeiter des Siemens Schaltwerks und 600 Kollegen von
Meuser zugesellten. Bei den Kollegen war auch klar, daß es um Solidarität mit
den Kollegen in Nowü/Noba gehe, die die IGM-Führer zu verhindern suchen: so
diskutierten die Arbeiter über eine Geldsammlung für die Kollegen im Süden."
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.97,Bochum 18.12.1971,S.13f
21.12.1971:
Die Jugendvertretung des Siemens-Schaltwerkes Frankfurt führt, laut KB,
eine Pressekonferenz im Club Voltaire durch.
=Arbeiterkampf Nr.14,Hamburg Jan. 1972
29.12.1971:
Bei Teves Frankfurt wird, laut SAG, in der Hydraulik-Abteilung gestreikt
(vgl. 4.1.1972).
=Klassenkampf Nr.7,Frankfurt Jan. 1972
Januar 1972:
Bei VDM Frankfurt streiken, laut KSV Frankfurt, 600 für die Auszahlung
der Tariflohnerhöhung.
=Kommunistische Hochschulpresse Nr.1/2,Frankfurt 1972
Januar 1972:
Bei Teves Frankfurt wird, laut KG Frankfurt/Offenbach, gestreikt.
=Arbeiter-Zeitung,Frankfurt/Offenbach 14.12.1972
Januar 1972:
In Frankfurt kommt es bei Teves, laut 'SBK', zu einem Streik in der
Abteilung Bremsenfertigung, der sich gegen die Streichung der
Schichtzulage wendet.
=Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972
04.01.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg berichtet von Roth (vgl.
5.1.1972) und VDM (vgl. 10.1.1972) und Teves:"
STREIK IN FRANKFURTER BETRIEBEN GEGEN LOHNDRÜCKEREI
Bei Teves (Hersteller von Bremsen und Hydraulik) und bei der Roth KG
(Hersteller von Karosserieteilen) legten am 4. und 5. Januar die Arbeiter
spontan die Arbeit nieder. Das war ihre Antwort auf die Streichung von
Zulagen durch die Kapitalisten.
Schon während der Tarifrunde hatten die Unternehmer täglich mit Kurzarbeit
und Entlassungen gedroht. Bei Teves ließen sie sogar einen Teil der
Belegschaft kürzer arbeiten, ohne das vorher gesetzlich anzumelden. Die Firma
wurde dann gerichtlich gezwungen, diesen Kollegen den vollen Lohn
weiterzubezahlen.
Nachdem die Geschäftsleitungen glaubten, die Arbeiter genügend
eingeschüchtert zu haben, griffen sie zu neuen Mitteln (Streichung
außertariflicher Zulagen,d.Vf.). ...
Die Maßnahmen der Geschäftsleitungen bei Teves, Roth und VDM zeigen uns: für
die Kapitalisten ist der Lohnkampf mit der Tarifrunde keineswegs beendet.
Nach jeder Tariflohnerhöhung versuchen sie, den Lohn auf verschiedenste Weise
zu drücken, ihren Profit zu erhöhen. Da hilft uns nur eins: WACHSAMKEIT UND
EINIGKEIT!"
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972) berichtet von Roth (vgl.
5.1.1972) und von Teves gemeinsam:"
FRANKFURT: ERFOLGREICH GEGEN LOHNRAUB
Mit Streiks setzten sich die Kollegen der Metallbetriebe TEVES und der ROTH
KG in Frankfurt gegen Versuche der Unternehmer, Lohnkürzungenvorzunehmen, zur
Wehr.
Bei Teves wollte die Geschäftsleitung, nachdem die 7,5% Tariferhöhung in
Kraft trat, einen Teil dieser Erhöhung dadurch einbehalten, daß sie eine
Streichung der Zulagen für die Frühschicht vornehmen wollte. Als dies bekannt
wurde, gab es für 220 Kollegen nur noch eins: Sofort den Hebel raus!"
Bei dem Karosseriewerk Roth wollte die Geschätsleitung 4% der eh schon viel
zu niedrigen Tariferhöhung auf die sogenannten freiwilligen Zulagen, die aber
nichts anderes als einbehaltener Lohn sind, berechnen. Dies lasen die
Kollegen am schwarzen Brett - und hielten die Bänder an. Die Kollegen beider
Betriebe hatten mit ihren Abwehrkämpfen Erfolg. Die Geschäftsleitungen mußten
ihre Versuche des Lohnraubs vorläufig einstellen.
Der Erfolg der Frankfurter Kollegen zeigt, daß der gewerkschaftliche Kampf
gegen Lohnraub, Intensivierung der Arbeit und verschärfte Ausbeutung dann
erfolgreich ist, wenn er entschieden und solidarisch von allen Kollegen
geführt wird."
=Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.3;
Klassenkampf Nr.17,Freiburg 26.1.1972,S.5
04.01.1972:
In Frankfurt streiken, laut KB, 300 Arbeiter der Bremsenabteilung von
Teves. Laut SAG dauern Streikaktionen bis zum Ende der Woche (vgl.
29.12.1971).
Laut KPD/ML-ZB legen ca. 220 Arbeiter der Bänder die Arbeit nieder, "es ging
um eine betriebliche Schichtzulage, die im Zusammenhang mit der 7,5 Prozent-
Lohnerhöhung ab 1. 1. gestrichen worden war". Gestreikt worden sei eine
Stunde lang. Berichtet wird, laut KPD/ML-ZB auch am 6.1.1972 durch die 'FR'.
Laut dieser betraf die Zulage die Frühschicht.
Berichtet wird auch durch die KPD/ML-ZK.
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg berichtet:"
Bei Teves wurde per Aushang am Schwarzen Brett mitgeteilt, daß ab März die
außertariflichen Zulagen gestrichen werden sollen (Sie betragen für die
Spätschicht 15% und für die Nachtschicht 25%). Auf diese Weise wollte die
Geschäftsleitung die 7,5% Lohnerhöhung wieder reinholen. Übrigens gehört
Teves ebenso wie Intermetall, Freiburg, zum amerikanischen ITT-Konzern, der
im Geschäftsjahr 1970 'eine überproportionale Gewinnsteigerung von 21% auf
353 Millionen Dollar machte' (Frankfurter Rundschau 23.3.1971).
Als ANTWORT auf diesen Versuch von Lohndrückerei bekam die Geschäftsleitung
einen SPONTANEN STREIK der Frühschicht. Nachdem sich die Geschäftsleitung
'zum Einlenken bereit' erklärt hatte, nahmen die Teves-Arbeiter die Arbeiter
wieder auf."
=Klassenkampf Nr.17,Freiburg 26.1.1972,S.5;
Roter Morgen Nr.7,Hamburg 27.3.1972;
Arbeiterkampf Nr.15,Hamburg Feb. 1972;
Klassenkampf Nr.7,Frankfurt Jan. 1972;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.3,Bochum 12.1.1972;
Der Rote Gartenfelder Nr.18,Berlin 11.1.1972
05.01.1972:
In Frankfurt streiken, laut KB, 200 beim Karosseriebaubetrieb Roth.
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg berichtete von Teves (vgl.
4.1.1972):"
Bei der Roth KG ging die Geschäftsleitung raffinierter vor. Die 4%
Akkordzuschlag, die tariflich nicht abgesichert sind, sollten auf die 7,5%
Lohnerhöhung angerechnet werden. Nur die restlichen 3,5% sollten dann auf den
neuen Ecklohn bezahlt werden. Damit hätten die Kollegen bei Roth nur eine
effektive Lohnerhöhung von 3,5% gehabt.
Die Antwort der Kollegen: STREIK!
Daraufhin erklärte die Geschäftsleitung das Ganze zu einem 'Mißverständnis'
und nahm die Streichung der außertariflichen Zulage zurück. Jetzt werden die
vollen 7,5% bezahlt."
Laut KPD/ML-ZB war es so:"
Sie wehren sich gegen die Ankündigung der Geschäftsleitung, vier Prozent der
7,5%-Tariferhöhung auf freiwillige betriebliche Zulagen zu verrechnen."
Bei Teves hätten heute 120 aus dem selben Anlaß wie gestern gestreikt.
Auch die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 24.1.1972) berichtet, im
Zusammenhang mit Teves (vgl. 4.1.1972).
=Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.3,Bochum 12.1.1972;
Klassenkampf Nr.17,Freiburg 26.1.1972,S.5;
Der Rote Gartenfelder Nr.18,Berlin 11.1.1972;
Arbeiterkampf Nr.15,Hamburg Feb. 1972,S.*;
Arbeiter-Zeitung Nr.1,Mannheim/Heidelberg Jan. 1972,S.3
10.01.1972:
Bei den Vereinigten Deutschen Metallwerken (VDM) in Frankfurt beginnt, laut
KPD/ML-ZB, eine Abteilung einen zweitägigen Streik.
Der KB berichtet dagegen von einem Streik um 9 Uhr 15, an dem sich 300
Arbeiter des Walzwerkes beteiligt haben sollen. Nachmittags hätten dann noch
einmal 1 000 gestreikt.
Laut SAG streiken mehrere Abteilungen gegen Lohnkürzungen.
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg berichtet von VDM (vgl.
4.1.1972):"
Bei der VDM (Vereinigte Deutsche Metallwerke), Frankfurt, sollte die
außertarifliche Zulage um 1,5% gestrichen werden. Auch bei der VDM traten die
Kollegen sofort in den Streik. In Sprechchören forderten sie, daß sie 7,5%
mehr Lohn und nicht nur 6% mehr ausbezahlt bekommen. Bei der VDM gingen die
Unternehmer mit dem GERICHT GEGEN DIE ARBEITER vor.
Die 15 aktivsten Kollegen wurden gezwungen, die Bänder wieder anzustellen,
oder pro Streiktag 100 DM Schadensersatz zu leisten. Die KLASSENJUSTIZ
zeigte, was ihre Aufgabe ist: mit allen Mitteln, Geldstrafe oder Knast, die
Kapitalisten und ihre Ordnung zu schützen. Hier kann nur eines helfen: Die
Solidarität aller Arbeiter, eine kampfentschlossene Gewerkschaft, die solche
Streiks sofort übernimmt und der Aufbau der politischen Organisation der
Arbeiterklasse, welche der Gewalt der Kapitalisten und ihres Staates die
ORGANISIERTE MACHT DER ARBEITERKLASSE entgegenhält."
=Klassenkampf Nr.17,Freiburg 26.1.1972,S.5;
Klassenkampf Nr.7,Frankfurt Jan. 1972;
Rote Fahne Nr.2,Bochum 24.1.1972;
Arbeiterkampf Nr.15,Hamburg Feb. 1972
27.07.1972:
In Frankfurt treten, laut 'SBK', bei Teves in der Bremsenfertigung die
Frühschicht ganz und die Spätschicht für 45 Minuten in den Streik gegen
Lohnkürzungen. Um den Streik wissen auch RJ/ML, KB Bremen, die ABG, die KG
Frankfurt/Offenbach und die SAG.
=Arbeiter-Zeitung,Frankfurt/Offenbach 14.12.1972;
Sozialistische Betriebskorrespondenz Nr.5,Offenbach 1.10.1972;
Klassenkampf Nr.15,Frankfurt 1972;
Wahrheit Nr.7/8,Bremen Aug./Sept. 1972;
Rebell Nr.9,Tübingen Sept. 1972;
Roter Aufmucker Nr.17,München Aug. 1972;
Arbeitersache Nr.23,Regensburg Aug. 1972;
Roter Widerdruck Nr.13,München Aug. 1972;
Rote Optik Nr.11,München Aug. 1972;
Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.27,München Sept. 1972
25.01.1973:
Die KG Frankfurt/Offenbach führt, laut KSV Frankfurt, in der Frankfurter
Uni eine Veranstaltung zur Metalltarifrunde (MTR) 1972/73 durch.
=Kommunistische Hochschulpresse Nr.7,Frankfurt 31.1.1973
Mai 1973:
Von der Nr.3 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (AZ) verkauft die KG Frankfurt/
Offenbach bei Adler 15 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (Juli 1973)
Mai 1973:
Von der Nr.3 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (AZ) verkauft die KG Frankfurt/
Offenbach bei Klimsch 6 - 8 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (Juli 1973)
08.06.1973:
Bei Messer Griesheim in Frankfurt findet, laut AB, ein Streik von 1 000
Beschäftigten für eine Teuerungszulage (TZL) von einmal 35% des Monatslohnes
statt. Das meint auch die SAG.
=Roter Aufmucker Nr.28,München Juli 1973;
Roter Weichensteller Nr.10,München Juli 1973;
Roter Widerdruck Nr.24,München Juli 1973;
Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973
15.06.1973:
Bei Adler Frankfurt streiken, laut SAG, 1 000, hauptsächlich im Werk 2.
Davon berichtet auch der AB.
=Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973;
Der Rote Weichensteller Nr.10,München Juli 1973
11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW verkauft die KG
Frankfurt/Offenbach bei Adler 21 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (1973)
11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW verkauft die KG
Frankfurt/Offenbach bei Klimsch ca. 9 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (1973)
11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW verkauft die KG
Frankfurt/Offenbach bei Messer ca. 7 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (1973)
11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW verkauft die KG
Frankfurt/Offenbach bei Telefonbau und Normalzeit (T+N) ca. 8 Exemplare.
=KG Frankfurt/Offenbach:Überblick über den Verkauf der KVZ Nr.1,o.O.
(Frankfurt) o.J. (1973)
01.09.1973:
Vermutlich Anfang September wird in Frankfurt, laut Roter Hilfe (RH) e.V.
der KPD, eine Geldsammlung für die Streiks, u.a. bei Ford Köln, gemeinsam von
KSV, LgdI und den Vietnamausschüssen des NVK der KPD durchgeführt.
=Rote Hilfe Nr.1,Dortmund o.J. (1973),S.5
24.09.1973:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (vgl. 22.11.1973) vermutlich u.a. aus dieser Woche:"
TN-LEHRLINGE LASSEN SICH NICHT EINSCHÜCHTERN
FRANKFURT: Der TN-Konzern (Telefonbau und Normalzeit) stellt hauptsächlich
Telefonzentralen und -apparate her. Seinen Sitz und seinen größten
Fertigungsbetrieb hat der Konzern in Frankfurt. Mit der Einführung des
Stufenplans für die Elektroberufe hat sich die Lage für uns TN-Lehrlinge
verschlechtert. In vielen Außenwerken gibt es die zweite Ausbildungsstufe
überhaupt nicht. Der Druck auf uns wurde verschärft, neue Beurteilungsbögen
wurden eingeführt und zusätzlich zu den Stechkarten noch Abwesenheitslisten
in die jede Abwesenheit des Lehrlings vom Arbeitsplatz eingetragen wird. Die
neuen Lehrlinge haben ständig Zwischenprüfungen.
Doch einschüchtern ließen sich die TN-Lehrlinge durch diese
Unterdrückungsmaßnahmen der Bosse nicht. Ende September 1973 forderten sie
auf einer kämpferischen Jugendversammlung:
- Teuerungszulage (TZL,d.Vf.) von 100 DM netto im Monat
- Abschaffung des Stufenplans
- Abschaffung der Abwesenheitslisten
- Volle Fahrgeldrückerstattung
Außerdem wurde beschlossen, auf einer weiteren Jugendversammlung zwei Wochen
später die Antwort der Geschäftsleitung zu hören."
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.3 des KBW verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei
Adler 8 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Vorläufige Verkaufsstatistik KVZ Nr.4 - Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J. (Okt. 1973)
26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.3 des KBW verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei
Klimsch 2 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Vorläufige Verkaufsstatistik KVZ Nr.4 - Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J. (Okt. 1973)
26.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.3 des KBW verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bei
Samson 9 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Vorläufige Verkaufsstatistik KVZ Nr.4 - Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J. (Okt. 1973)
10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bzw. ab
13.10.1973 die OG Frankfurt des KBW bei Adler 14 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bzw. ab
13.10.1973 die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch 4 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die KG Frankfurt/Offenbach bzw. ab
13.10.1973 die OG Frankfurt des KBW bei Samson 9 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
18.10.1973:
Heute findet in Frankfurt, laut und mit KPD, ein Solidaritätsmeeting ihrer
Roten Hilfe e.V. und des Solidaritätskomitees für die entlassenen Ford-
Arbeiter (Köln) für Baha Targün (entlassenes Mitglied der Streikleitung) im
Unifestsaal statt, das von über 600 Personen u.a. von FRAP Spanien, MCE
Spanien, PEF Türkei, KBW und Türkischer Studentenverein besucht wird.
Aufgerufen wurde auch durch die RH e.V. (vgl. 10.10.1973).
=Rote Hilfe Nr.1,Dortmund o.J. (1973),S.8;
Rote Fahne Nr.41 und 43,Dortmund 10.10.1973 bzw. 24.10.1973
24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 10
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch 3
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Samson 14
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 10
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch
ein Exemplar.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Samson 11
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 8
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch 3
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Samson 6
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
22.11.1973:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (TN - vgl. 24.9.1973, 29.11.1973):"
Die Geschäftsleitung versuchte jetzt, die Jugendversammlung immer weiter
rauszuschieben. Das gelang ihr auch mit Hilfe des Betriebsratsvorsitzenden,
einem SPD-Funktionär. Sogar der von der Jugendvertretung bekanntgegebene
Termin am 22.11.1973 wurde verboten und der Betriebsratsvorsitzende drohte:
'Wer sich trotzdem versammelt, der fliegt!'
Doch an diesem Morgen gingen über 20 Lehrlinge zum Betriebsrat, um mal zu
hören, was los ist. Da passierte folgendes: Ein Kollege wurde auf dem Weg zum
Betriebsrat von einem Ausbilder festgehalten, da wurde im Spaß von einem
anderen Kollegen gesagt: 'Hau doch zu.' Alle lachten über seine Bemerkung,
doch, weil er angeblich zur 'Gewalttätigkeit aufgefordert' hat, wurde er
entlassen!!!"
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
29.11.1973:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (TN - vgl. 22.11.1973, 3.12.1973) über die heutige
Betriebsversammlung (BV).
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
03.12.1973:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (TN - vgl. 29.11.1973, 10.12.1973) vom 22.11. und vermutlich
aus dieser Woche von den Folgen:"
Ein Kollege wurde auf dem Weg zum Betriebsrat von einem Ausbilder
festgehalten, da wurde im Spaß von einem anderen Kollegen gesagt: 'Hau doch
zu.' Alle lachten über seine Bemerkung, doch, weil er angeblich zur
'Gewalttätigkeit aufgefordert' hat, wurde er entlassen!!! Allerdings erst
nach der betriebsversammlung am 29.11., wohl damit unsere älteren Kollegen
nichts von dieser sauerei erfahren.
Jetzt fingen wir an, Unterschriften gegen die Entlassung zu sammeln. Unsere
Jugendvertretung (JV,d.Vf.) setzte die Zustimmung des Betriebsrates (BR,d.
Vf.) zur Entlassung für eine Woche aus. Dieses 'Recht' hat sie nämlich nach
dem Betriebsverfassungsgesetz (BVG). Doch was dieses 'Recht' und das BVG
wirklich wert sind, zeigte sich prompt. Der Aussetzungsbeschluß der
Jugendvertretung wurde im betriebsrat nicht einmal mehr behandelt. Außerdem
lehnte die IG Metall, vermutlich nach Aufforderung durch den
Betriebsratsvorsitzenden, jeden Rechtsschutz ab."
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler 17
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch 8
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Samson 7
Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:KVZ-Statistik Ortsgruppe Frankfurt,o.O. (Frankfurt) o.J.
(1973)
10.12.1973:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (TN - vgl. 3.12.1973, Jan. 1974) vermutlich aus dieser Woche:"
Inzwischen organisierte die gewerkschaftliche TN-Jugendbetriebsgruppe eine
Plakataktion vor dem Betrieb, verbunden mit der Sammlung von Unterschriften.
So informieren wir auch die älteren Kollegen über die Willkürentlassung. Das
ist auch unbedingt notwendig, denn uns Jungen ist in dieser
Auseinandersetzung klar geworden, daß wir nur mit den Älteren zusammen etwas
erreichen können."
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.9 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Adler mit
5 bis 6 Verkäufern ca. 13 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Verkaufsstatistik der KVZ Nr.9 Ortsgruppe Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J.
19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.9 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Klimsch
mit zwei Verkäufern 4 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Verkaufsstatistik der KVZ Nr.9 Ortsgruppe Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J.
19.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.9 verkauft die OG Frankfurt des KBW bei Samson
mit zwei Verkäufern 5 Exemplare.
=KBW-OG Frankfurt:Verkaufsstatistik der KVZ Nr.9 Ortsgruppe Frankfurt,o.O.
(Frankfurt) o.J.
Januar 1974:
Der RJVD des KABD (vgl. Jan. 1974) berichtet aus Frankfurt von Telefonbau
und Normalzeit (TN - vgl. 10.12.1973):"
Aber auch unter diesen ungünstigen Bedingungen werfen wir die Flinte nicht
ins Korn. Im Januar findet endlich die Jugendversammlung statt. Dort werden
wir darüber beraten, was zu tun ist."
=Rebell Nr.1,Tübingen Jan. 1974,S.3
25.02.1974:
In Frankfurt kommt es in dieser Woche, laut RJVD zu Warnstreiks.
Laut AB finden diese bei Adler, Wörner und im Siemens-Schaltwerk statt, wo
sich 800 beteiligen.
=Arbeitersache Nr.41,Regensburg Feb. 1974
25.11.1974:
Bei VDM Frankfurt wird, laut KPD, vermutlich in dieser Woche ein
Ausschlußverfahren aus der IGM aufgrund der Unvereinbarkeitsbeschlüsse (UVB)
gegen einen Landtagskandidaten der KPD eingeleitet.
=Rote Fahne Nr.49,Dortmund 4.12.1974
Dezember 1974:
Die Zelle Adler Frankfurt der KPD gibt eine 'Kommunistische Arbeiterpresse'
(KAP - vgl. **.**.197*, **.**.197*) heraus.
=Rote Fahne Nr.51/52,Dortmund 18.12.1974
Januar 1975:
Bei Telefonbau und Normalzeit (T+N) Frankfurt gibt es, laut SAG, vermutlich
im Januar 73 Entlassungen, woraufhin die eigene Metallzelle, die
Betriebsgruppe T+N und der Revolutionäre Kampf (RK) mit Transparenten und
einem Auto mit Lautsprecher vor dem Tor agitierten. Es erscheint auch
zumindest ein Flugblatt der Betriebsgruppe T+N.
=Klassenkampf Nr.44,Frankfurt Feb. 1975
16.01.1975:
In Bergen-Enkheim bei Frankfurt beginnt der KBW, laut ARPO, mit Aktionen
gegen die Schließung der Maschinenfabrik Herbert, die bis zum 23.1.1975
anhalten. Flugblätter werden verteilt, Versammlungen durchgeführt. Die
Resonanz ist gleich Null. Die Betriebsstilllegung wird nicht verhindert.
Dies wird von der ARPO als Beleg für die verfehlte Betriebspolitik des KBW
verstanden.
=Arbeiterpolitik Nr.4,Bremen 1975,S.27f
02.04.1975:
Der KB/Gruppe Frankfurt gibt heute eine Betriebsausgabe Teves
seines 'Metallarbeiters' heraus.
=Der Metallarbeiter Betriebsausgabe Teves,Frankfurt 2.4.1975
22.01.1976:
Bei Roth Frankfurt erstreiken sich heute, laut SAG, 4 Abteilungen mit
zusammen 200 Beschäftigten 50 Pfennig mehr Lohn.
Laut KBW erreichen 5 Abteilungen 15 bis 30 Pf. mehr an Zulagen.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.5,Frankfurt 5.2.1976;
Klassenkampf Nr.53,Frankfurt 18.2.1976
März 1976:
Nach eigenen Angaben wird im Frühjahr von der OG Frankfurt des KABD die
Broschüre "Zu den Aufgaben der Kommunisten und dem Ökonomismus von KBW, KPD,
KB(N), SAG in der Metalltarifrunde (MTR,d.Vf.) in Frankfurt. Untersuchung und
Hintergründe" herausgegeben.
=KABD-OG Frankfurt:Zu den Aufgaben der Kommunisten und dem Ökonomismus von
KBW, KPD, KB(N), SAG in der Metalltarifrunde in Frankfurt. Untersuchung und
Hintergründe,o.O. 1976
09.03.1976:
In Frankfurt findet heute bei Messer Griesheim, laut KBW und KPD, ein
viertelstündiger Warnstreik statt.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.10,Frankfurt 11.3.1976;
Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976
09.03.1976:
In Frankfurt findet heute in beiden Werken von Teves, laut KBW, ein
Warnstreik mit 1 200 Beteiligten statt.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.10,Frankfurt 11.3.1976
09.03.1976:
In Frankfurt findet heute bei Telefonbau und Normalzeit (TN), laut KBW,
ein teilweiser Warnstreik statt.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.10,Frankfurt 11.3.1976
09.03.1976:
In Frankfurt findet heute bei VDM, laut KBW, ein Warnstreik von 15 bis
20 Minuten statt.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.10,Frankfurt 11.3.1976
09.03.1976:
Heute wird, laut KPD, in Frankfurt bei Siemens gestreikt.
=Rote Fahne Nr.11,Köln 17.3.1976
10.03.1976:
In Frankfurt findet heute im Siemens Schaltwerk, laut KBW, ein
halbstündiger Warnstreik von 500 Personen statt.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.10,Frankfurt 11.3.1976
11.03.1976:
In Frankfurt-Praunheim beteiligen sich, laut SAG, 400 an einem Warnstreik
bei Hartmann und Braun.
=Klassenkampf Nr.54,Frankfurt März 1976
15.04.1976:
In Frankfurt will die Zelle Heddernheim-VDM des KBW eine Veranstaltung
gegen eine oder zwei Entlassungen bei VDM durchführen.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.15,Frankfurt 15.4.1976
10.08.1976:
In Frankfurt streiken, laut KBW, in der Eloxalabteilung von ### 150 zwei
Stunden
lang für eine halbe Stunde Waschzeit.
=KVZ-OBL Frankfurt Nr.33,Frankfurt 19.8.1976
Juni 1977:
Bei Braun Frankfurt werden, laut SAG, vermutlich im Juni zwei Betriebsräte
entlassen.
=Sozialistische Arbeiterzeitung o.Nr.(25),Frankfurt o.J. (1977)
13.10.1977:
Bei Siemens Frankfurt wird, laut SAG, ein Mitglied der Jugendvertretung
(JV) entlassen, da er gestern an der Berufsschuldemonstration in Wiesbaden
teilgenommen hatte und dadurch zu spät gekommen war. Er sei als Tagessprecher
der Berufsschule zwar berechtigt gewesen einen Tag im Monat der SV-Arbeit zu
widmen, seine Wahl sei dem Betrieb aber nicht gemeldet und der Vorfall so als
willkommener Vorwand zur Entlassung genutzt worden.
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.35,Frankfurt 16.11.1977
16.01.1978:
Bei Hartmann und Braun (H+B) Frankfurt wird, laut SAG, ab Mitte Januar also
vermutlich ab dieser Woche Kurzarbeit eingeführt.
=Sozialistische Arbeiterzeitung Nr.37,Frankfurt 14.12.1977
Mai 1978:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei VDO Frankfurt erhält die
oppositionelle Internationale Liste, laut KB und MLD, 41% der Stimmen.
=Die neue Welt Nr.6/7,Frankfurt ***1978,S.11;
Arbeiterkampf Nr.129 und 130,Hamburg 16.5.1978 bzw. 29.5.1978,S.17f. bzw.
S.17
Mai 1978:
Bei den Betriebsratswahlen (BRW) bei Hartmann und Braun (H+B) Frankfurt
erhält die oppositionelle Liste Alternative, laut KB, KGB/E und MLD, 11,4%
der Stimmen und einen Sitz.
=Die neue Welt Nr.6/7,Frankfurt ***1978,S.11;
Arbeiterkampf Nr.129 und 130,Hamburg 16.5.1978 bzw. 29.5.1978,S.17f. bzw.
S.17;
Bochumer Arbeiter Zeitung Nr.31,Bochum Juni 1978
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