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Schorndorf

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 18.3.2008

Für diese wie immer unvollständige Darstellung konnten keine lokalen Materialien einbezogen werden.

Schorndorf spielt nicht nur im Rems-Murr-Kreis, sondern auch in der ganzen Region insofern eine Sonderrolle, als hier die KPD stark präsent war, was sie einer örtlichen Lehrlingsgruppe verdankte. Die KPD bestreitet daher auch, von gelegentlichen Streikmeldungen von den Bauknechtwerken in Schorndorf (vgl. 1.10.1970), Klingenmühle und im hier eingemeindeten Welzheim (vgl. 29.9.1970, 10.1.1973), sowie über das KZ Welzheim (vgl. 9.5.1971) fast allein diese Darstellung.

Die Kommunistische Jugend Schorndorf gründet sich (vgl. Juni 1970) und wendet sich schon bald an die Westberliner KPD-Aufbauorganisation (vgl. 13.1.1971). Vermutlich ist auch sie mit dem Grüppchen gemeint, welches der KJO Spartacus aus Schorndorf bekannt ist (vgl. 214.10.1971).

Für die damals weitgehend auf Westberlin beschränkte KPD übernimmt die KJ Schorndorf nun die Berichterstattung von der Metalltarifrunde 1971 (vgl. 24.10.1971, 5.11.1971, 10.11.1971, 15.11.1971), sowie vermutlich auch die Agitation dieser im Stuttgarter Raum (vgl. 28.10.1971).

Die KJ Schorndorf wird bald in den KJV eingegliedert (vgl. 5.6.1972) und beteiligt sich aktiv an der Kampagne gegen den Vietnamkrieg (vgl. 17.6.1972), an der Maivorbereitung (vgl. 11.3.1973, 4.4.1973) sowie am antifaschistischen Kampf (vgl. 2.4.1973).

Der KBW aus Waiblingen verkauft in Schorndorf zwar seine Presse teils erfolgreich (vgl. 11.7.1973, 10.10.1973, 24.10.1973, 7.11.1973, 22.11.1973, 5.12.1973), dehnt sich aber vermutlich nicht wirklich nach Schorndorf aus. Dort ist eher weiterhin die KPD stark, die dann auch für die Präsenz im Zentrum Stuttgart sorgt (vgl. Dez. 1973).


Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

25.09.1969:
Die DKP bringt die Nr.26 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 18.9.1969, 2.10.1969) und berichtet u.a. aus Schorndorf.
=Unsere Zeit Nr.26,Essen 25.9.1969

Juni 1970:
Die Kommunistische Jugend (KJ) Schorndorf (vgl. 13.1.1971, 5.6.1972) erklärt:"
Die Kommunistische Jugend hat im Sommer 1970 als selbständige kommunistische Jugendorganisation in Schorndorf ihre Arbeit aufgenommen.

Die Hauptaufgabe, die sich die KJ stellte, war die Organisierung des jugendlichen Proletariats."
=Rote Fahne Nr.47,Dortmund 14.6.1972,S.2

29.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 400 bei Bauknecht in Klingenmühle an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

01.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 800 bei Bauknecht in Schorndorf an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
=Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

13.01.1971:
Auf der Sitzung der Jugendkommission der Berliner KPD/AO wird berichtet, eine Lehrlingsgruppe aus Buhlbronn bei Stuttgart wolle in der Schulung angeleitet werden. Vermutlich diese Gruppe schließt sich später als Kommunistische Jugend Schorndorf der KPD an (vgl. 5.6.1972).
=KPD/AO:Ju. ko. P.d.S. v. 13.1.1971,o.O. (Berlin) o.J. (1971)

09.05.1971:
In Ulm führen, laut RJ/ML, die Gemeinschaft ehemaliger Häftlinge der KZ's Heuberg, Kuhberg und Welzheim sowie die VVN eine Demonstration mit 800 Teilnehmern durch. Ein Aufrufflugblatt dazu sei auch von der, auf Initiative des KAB/ML gegründeten, Demokratischen Aktionseinheit herausgegeben worden.
=Rebell Nr.32,Tübingen Juni 1971

17.10.1971:
Innerhalb der KJO Spartacus erscheint, nach diesem Tage, das 'Interne Diskussions Bulletin' Nr.8/9 (vgl. Feb. 1972). Die zehnköpfige Ortsgruppe Stuttgart berichtet, an Sympathisantengruppen habe man u.a. eine Gruppe in Waiblingen. Die Ortsgruppe Ludwigsburg (17 Personen) berichtet u.a. über kleinere Schüler- und Lehrlingsgrüppchen in Ludwigsburg, Schorndorf und Marbach.
=KJO Spartacus:Internes Diskussions Bulletin Nr.8/9,o.O. Okt. 1971

24.10.1971:
Die Kommunistische Jugend (KJ) Schorndorf der KPD (vgl. 15.11.1971) berichtet anläßlich der heutigen Kommunalwahlen (KW), von den DKP-Führern "die in jüngster Zeit ihre Kräfte hauptsächlich darauf konzentrieren, während der Gemeindewahlen für eine 'Gegenmacht im Rathaus' zu werben."
=Rote Fahne Nr.30,Berlin 19.11.1971,S.2

28.10.1971:
In der Metalltarifrunde (MTR) von Nordbaden-Nordwürttemberg (NB/BW) beginnen, laut RKJ der GIM, die Schlichtungsverhandlungen.

Die KPD (vgl. 5.11.1971) berichtet:"
WEG MIT DER SCHLICHTUNG!
WEG MIT DER 7,5% SCHMIERENKÖMODIE VON STUTTGART!
...
Bis Ende dieses Jahres sollen 73 Betriebe mit 14 000 Beschäftigten stillgelegt werden, für 77 000 Werktätige ist Kurzarbeit angemeldet worden. Dabei benutzen die Kapitalisten die Anmeldung der Kurzarbeit noch als besonderes Einschüchterungsmittel gegenüber den Kollegen, indem sie wie bei Krupp-Bochum erst von 5 000, dann von 2 500, dann von 2 600 betroffenen Arbeitern sprechen.

In Nordbaden/Nordwürttemberg verkündeten sie die Kurzarbeit termingerecht, jeweils zu Verhandlungsbeginn bei BBC, MWM, zu Schlichtungsbeginn bei Bauknecht in Welzheim und Klingenmühle. Unterstützt durch eine großangelegte sozialdemokratische Propaganda in Zeitungsannoncen, Belegschaftsbriefen und der bürgerlichen Presse, versuchen die Kapitalisten, den Metallarbeitern einzureden, daß nur der Verzicht auf eine 'zu hohe Lohnforderung' die 'gegenwärtige Konjunktursituation stabilisieren könne und die Arbeitsplätze sichere'.
...
IM RUHRGEBIET BEI DEN BETRIEBEN THYSSEN, KRUPP, MANNESMANN, HOESCH, KLÖCKNER, JAGENBERG, FELTEN UND GUILLAUME, FORD, OPEL, RHEINSTAHL U.A.; IN WESTBERLIN BEI DEN BETRIEBEN DER AEG UND VON SIEMENS, BEI BORSIG, DWM, KWU U.A.; IM STUTTGARTER RAUM UND IN HAMBURG HAT DIE KPD IN DEN BETRIEBEN UND VOR DEN BETRIEBEN DURCH FLUGBLÄTTER MIT DER ÜBERSCHRIFT 'DEN GESCHLOSSENEN KAMPF AUFNEHMEN' DEN GEMEINSAMEN KAMPF GEGEN DAS UNVERSCHÄMTE ANGEBOT DER KAPITALISTEN UNTERSTÜTZT UND DIE HINHALTETAKTIK DER GEWERKSCHAFTSSPITZE ENTLARVT.

UM DIE VERBREITERUNG DER KAMPFFRONT ZU ERREICHEN, IST ES JETZT NOTWENDIG, IN DEN WARNSTREIKS UND IN GEWERKSCHAFTLICHEN MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN DIE FORDERUNG NACH

SOFORTIGER URABSTIMMUNG!

ZU STELLEN UND DURCHZUSETZEN.

ALLE RÄDER STEHEN STILL, WENN DEIN STARKER ARM ES WILL!"
=Rote Fahne Nr.29,Berlin 5.11.1971,S.3;
Was Tun Nr.10,Mannheim Nov. 1971,S.10


05.11.1971:
Die Kommunistische Jugend (KJ) Schorndorf der KPD (vgl. 15.11.1971) zitiert zur MTR in Nordbaden-Nordwürttemberg aus dem Interview von Bleicher in der heutigen 'Stuttgarter Zeitung' (StZ):"
Freilich, auch ich bin der Meinung, daß die Wirtschaft mehr (als 7,5%) verkraften hätte können. Aber es kommt nicht auf meine Meinung, sondern auf die des entscheidenden und überwiegenden Teils unserer Mitglieder an. Unter Berücksichtigung aller Umstände jedoch, das zeigt auch die Diskussion in der Tarifkommission, hält die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer diesen Kompromiß für tragbar."
=Rote Fahne Nr.30,Berlin 19.11.1971,S.2

10.11.1971:
Die Kommunistische Jugend (KJ) Schorndorf der KPD (vgl. 15.11.1971) berichtet von der MTR in Nordbaden-Nordwürttemberg (NB/NW):"
Gleichzeitig verbreitete die IG-Metall-Führung in Flugblättern das Lügenmärchen, das verräterische Eingehen auf den Schlichtungsvorschlag sei 'ein Beispiel an wirtschaftlicher Einsicht und Vernunft' der Metallarbeiter (IG-Metall-Ortsverwaltung Schwäbisch Gmünd am 10.11.1971)."
=Rote Fahne Nr.30,Berlin 19.11.1971,S.2

15.11.1971:
Die KPD (vgl. 19.11.1971) berichtet von der MTR in Nordbaden-Nordwürttemberg (vgl. 2.11.1971) über das Verhalten der IGM-Führung bzw. die KJ Schorndorf vermutlich von Anfang dieser Woche:"
Die Kommunistische Jugend, eine kommunistische Gruppe im Raum Stuttgart, die die Linie der KPD unterstützt, hat diese Vorgehensweise in ihrem 4. Sonderdruck zur Metalltarifrunde treffend gekennzeichnet:
Kolleginnen und Kollegen,

warum sagen wir Kommunisten: DER VORSCHLAG DER SCHLICHTUNGSSTELLE IST NICHTS ANDERES ALS EIN PROFIT-ANGEBOT DER IG-METALL-FÜHRUNG AN DIE METALLKAPITALISTEN,

IST NICHTS ANDERES ALS EIN DIREKTER ANGRIFF AUF DIE LEBENSINTERESSEN DER METALLARBEITER?

Die meisten Kollegen haben bereits in den vergangenen zwölf Monaten andauernd Überstunden arbeiten müssen, um mit den ständig steigenden Preisen für Miete, Brot, Milch usw. noch Schritt halten zu können.

Die meisten Kollegen haben die Folgen der kapitalistischen Rationalisierungsmethoden am eigenen Leib erlebt Durch die ständig steigende Arbeitshetze schon seit der letzten Metalltarifrunde wurde der Verschleiß der Arbeitskraft gesteigert, ohne daß die Arbeiter dafür auch nur einen einzigen Pfennig mehr bekommen hätten...

Aus all dem geht eindeutig hervor, daß der als Lohnerhöhung angepriesene 7,5%-Spruch der Schlichtungsstelle tatsächlich nichts anderes ist, als der Versuch einer LOHNKÜRZUNG, als der Versuch, unsere Lebensbedingungen weiter zu verschlechtern.

Angesichts solch eindeutiger Tatsachen besaß IG-Metall-Bonze Bleicher die Unverschämtheit, die Schuld für sein ekelhaftes Vorgehen den Kollegen in die Schuhe zu schieben.

In einem Interview erklärte er:
'Freilich, auch ich bin der Meinung, daß die Wirtschaft mehr (als 7,5%) verkraften hätte können. Aber es kommt nicht auf meine Meinung, sondern auf die des entscheidenden und überwiegenden Teils unserer Mitglieder an. Unter Berücksichtigung aller Umstände jedoch, das zeigt auch die Diskussion in der Tarifkommission, hält die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer diesen Kompromiß für tragbar.' 'Stuttgarter Zeitung' (StZ,d.Vf.) - 5.11.1971). Gleichzeitig verbreitete die IG-Metall-Führung in Flugblättern das Lügenmärchen, das verräterische Eingehen auf den Schlichtungsvorschlag sei 'ein Beispiel an wirtschaftlicher Einsicht und Vernunft' der Metallarbeiter (IG-Metall-Ortsverwaltung Schwäbisch Gmünd am 10.11.1971).

Hinzu kommt der Versuch, die Kollegen in Betrieben, die die Auswirkungen der kommenden Krise zum Teil bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen, durch die Behauptung, es gebe keine Krise des BRD-Kapitalismus, weiter zu desorientieren. Statt den Kollegen die Ursachen der Krise zu erklären und klarzumachen, warum es im Kapitalismus immer wieder Krisen geben wird, statt den Kollegen die Kampfschritte anzugeben, mit denen der Kampf gegen Kurzarbeit und Entlassungen aufzunehmen ist, geben sie den Kollegen den Rat, den Kopf in den Sand zu stecken und alles einfach über sich ergehen zu lassen.

Es ist ganz offensichtlich, daß die Metallkapitalisten termingerecht zu jeder Phase der Metalltarifrunde neue Kurzarbeit in Baden-Württemberg angekündigt haben, um die Kollegen in den Betrieben einzuschüchtern, daß sie versucht haben, die Angst vor der Krise zu schüren, um die Metallarbeiter vom Kampf abzuhalten. Diese Angst und die Unsicherheit wird jedoch kein Stück geringer, wenn man so tut, als könne es im Kapitalismus überhaupt keine Krise geben.

Dazu trägt auch das Vorgehen der DKP-Führer nicht bei, die, als Ärzte am Krankenbett des Kapitalismus, den Moskauer Vertrag (mit der SU,d.Vf.) und die Steigerung der Massenkaufkraft als Heilmittel gegen die Krise anbieten, und die in jüngster Zeit ihre Kräfte hauptsächlich darauf konzentrieren, während der Gemeindewahlen (KW - vgl. 24.10.1971,d.Vf.) für eine 'Gegenmacht im Rathaus' zu werben.

Die Metallkapitalisten haben mit ihrer Ablehnung des Schlichterspruchs am 9.11. deutlich zu verstehen gegeben, daß sie mit dem 7,5%-Geschenk, das die IG-Metall-Führer ihnen aus den Taschen der Arbeiterklasse angeboten hatten, nicht zufrieden sind. Sie erklärten, daß sie weiterhin auf ihrem 4,5%-Angebot beharren. Da konnte die IG-Metall-Führung nicht mehr umhin, die Durchführung der Urabstimmung zu beschließen. Das Vorgehen der Metallkapitalisten zeigt, daß sie meinen, sie hätten in den vergangenen Wochen mit ihren Erpressungs- und Spaltungsmanövern - gestützt auf ihre Handlanger in SPD- und Gewerkschaftsführung - die Metallarbeiter eingeschüchtert und ihre Kampfmaßnahmen gelähmt.

Die IG-Metall-Führung wird auch in diesem Jahr alles daran setzen, in 'letzter Minute' zu einer 'gütlichen' Einigung mit den Metallkapitalisten zu kommen. Das läßt sich aus ihrem bisherigen Vorgehen ebenso wie aus den Erfahrungen der Metalltarifrunde 1970 klar ablesen. IG-Metall-Sekretär Franz Steinkühler hat dies auch bereits offen angekündigt, als er scheinheilig verkündete (vgl. S2.1*.1971,d.Vf.): 'Die IG-Metall lehnt eine politische Schlichtung prinzipiell ab, wird sie aber notfalls hinnehmen.'

Die Kollegen in Nordwürttemberg/Nordbaden haben durch die Warnstreiks am 10. und 11.November und durch ihr geschlossenes Eintreten für den Streik in der Urabstimmung am 12. deutlich gezeigt, daß sie - trotz aller Spaltungsversuche der IG-Metall-Führung - entschlossen sind, geschlossen und einheitlich den Kampf für ihre berechtigten Forderungen aufzunehmen.

KEINE WEITEREN VERHANDLUNGEN VOR STREIKBEGINN! WEG MIT DER POLITISCHEN SCHLICHTUNG! EINHEITLICHER UND GESCHLOSSENER STREIK!

WEG MIT DEN VERSUCHEN, PUNKTUELLE STREIKS IN EINZELNEEN GROSSKONZERNEN DURCHZUFÜHREN!

GEGEN DIE SPALTUNGSMANÖVER DER SPD- UND GEWERKSCHAFTSFÜHRUNG DIE GESCHLOSSENE FRONT DER ARBEITERKLASSE!'"
=Rote Fahne Nr.30,Berlin 19.11.1971,S.1f

05.06.1972:
Die KPD (vgl. 14.6.1972) berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
Um sofort den Aufbau des Kommunistischen Jugendverbandes mit allen Kräften zu unterstützen, hat das Regionalkomitee (RK,d.Vf.) in Schorndorf ein Ortsjugendkomitee (OJK,d.Vf.) eingerichtet, in dem Lehrlinge und Jungarbeiter als feste Sympathisanten unserer Partei durch folgende Aufgaben die Gründung des KJV auch in diesem Gebiet vorbereiten: Aufbau einer Jugendbetriebszelle, Arbeit in der Gewerkschaft und an der Berufsschule, Herausgabe einer Kommunistischen Lehrlingspresse."

Die KPD zitiert zur örtlichen Vorläufergruppe (vgl. Juni 1970, 13.1.1971) vermutlich ebenfalls aus dieser Woche:"
AUS DER ERKLÄRUNG DER KJ:

Die Kommunistische Jugend hat im Sommer 1970 als selbständige kommunistische Jugendorganisation in Schorndorf ihre Arbeit aufgenommen.

Die Hauptaufgabe, die sich die KJ stellte, war die Organisierung des jugendlichen Proletariats. Die KJ erkannte die Linie der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) als die richtige an und war bereit, diese in ihrem Kampf zu unterstützen.

Durch den Verkauf der Roten Fahne (RF,d.Vf.) und die Propagandatätigkeit vor den Betrieben konnte die KJ wichtige Untersuchungsarbeit leisten, auf die sich die KPD in ihrem nationalen Aufbau stützen wird."
=Rote Fahne Nr.47,Dortmund 14.6.1972,S.2

17.06.1972:
Das Nationale Vietnam Komitee (NVK) wird gegründet (vgl. 5.6.1972) und kann sich auf dieser ersten Delegiertenkonferenz (vgl. 7.10.1972) auf 102 bereits existierende Vietnamausschüsse (VA) stützen, u.a. Schorndorf Stadt (1 Betrieb in Vorbereitung).
NVK:Bulletin Nr.1 und 5,Bonn 1972;
NVK:Resolution der Gründungsversammlung,Bonn 1972

10.01.1973:
Im Rems-Murr-Kreis wird heute, laut KB Bremen, bei Stihl Neustadt, Bosch Waiblingen und Murrhardt sowie den Bauknechtwerken Schorndorf, Welzheim und Klingenmühle gestreikt.
=Wahrheit Nr.1,Bremen Jan. 1973

11.03.1973:
Zur Maivorbereitung veranstaltet die KPD in Dortmund, nach eigenen Angaben, ein Treffen zwischen KPD, KJV, KSV, KOV, LgdI, den RFFK's und den KPD-Sympathisantengruppen. Hieran nimmt auch teil der RFFK Schorndorf.
=Rote Fahne Nr.11,Dortmund 14.3.1973

02.04.1973:
Die KPD berichtet vermutlich aus dieser Woche:"
ANTIFASCHISTISCHE AKTION IN SCHORNDORF!

Der ROTE-FAHNE-Freundeskreis (RFFK,d.Vf.) Schorndorf und andere entschiedene Antifaschisten haben - unterstützt von Mitgliedern und Freunden der KPD - eineinhalb Stunden lang eine von der NPD geplante Propagandaschau mit dem Faschisten Thadden verhindert.

In der Absicht, diese Feinde des Volkes nicht zu Wort kommen zu lassen, hatten die Genossen einige Tage zuvor über Mundpropaganda in den Betrieben, den Lehrwerkstätten, Berufsschulen und Schulen und an den hier üblichen Treffpunkten die Genossen und Kollegen für diese antifaschistische Aktion mobilisiert, zu der dann auch etwa 80 kamen.

Mit der Forderung eines Eintrittsbeitrages wollten uns NPD-Schläger den Zutritt verwehren - aber wir drängten uns, Sprechchöre rufend, an ihnen vorbei. 'Tod dem Faschismus - Thadden raus aus Schorndorf!', 'Nieder mit der NPD!' waren unsere Sprechchöre, mit einem Megaphon wandten wir uns an die Kollegen und Kolleginnen, die gekommen waren, um einmal die Faschistenhetze zu hören. Wir wiesen auf den verbrecherischen und menschenfeindlichen Charakter der NPD-Ideologie hin, erinnerten an die Verbrechen der Hitlerfaschisten und erklärten unsere Absicht, diese Veranstaltung zu verhindern. Einige Kollegen reihten sih bei uns ein und riefen die Sprechchöre mit!

Die NPD-Schläger schäumten vor Wut, standen aber hilflos unseren geschlossenen Reihen gegenüber, die wir um den Genossen mit dem Megaphon gebildet hatten. Ein Genosse sprang auf die Bühne und riß die NPD-Fahnen ab.

Die zur Freude der NPDler auftauchende Polizei stand zunächst unentschlossen herum, da sie nicht mit einer solch starken antifaschistischen Aktion gerechnet hatte, erst als Verstärkung eintraf, formierte sie sich gegen uns. Nachdem schon zahlreiche Menschen die Veranstaltung verlassen hatten, sangen wir die Internationale und traten den geordneten Rückzug an, so daß die Polizei keinen von uns greifen konnte. Der Erfolg der Aktion: Die Faschisten blieben - geschützt von der Polizei - unter sich!

Wir hatten in dieser Aktion viel gelernt und gingen in kämpferischer Stimmung zurück an den Ausgangspunkt, wo wir noch viele Gespräche mit jungen Kollegen führten, die sich für die Arbeit des ROTE FAHNE-Freundeskreises interessierten. Alle waren begeistert über die Disziplin und die Kampfentschlossenheit aller Genossen in dieser Aktion, deren Durchführung wir noch bis in den späten Abend hinein diskutierten. Wir schrieben noch in derselben Nacht ein Flugblatt, in dem unsere Aktion nochmals erklärt wurde und in dem wir zugleich alle fortschrittlichen Menschen aufforderten, sich auch einmal die anderen volksfeindlichen Parteien anzusehen, die sich zwei Tage später für die Kreistagswahlen in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen wollten."
=Rote Fahne Nr.15,Dortmund 11.4.1973,S.2

04.04.1973:
Eine Maiveranstaltung mit Vertretern der KPD war für heute in Schorndorf angekündigt worden.
=Rote Fahne Nr.14,Dortmund 4.4.1973,S.2

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 des KBW verkauft der AJV Waiblingen am Bahnhof Schorndorf 13 Exemplare.
=AJV Waiblingen:KVZ-Verkaufsbericht,Waiblingen o.J. (1973)

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft die KBW OG Waiblingen in Schorndorf 23 Exemplare.
=KBW-OG Waiblingen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.4,Waiblingen o.J. (1973)

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft die KBW OG Waiblingen in Schorndorf 3 Exemplare.
=KBW-OG Waiblingen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.5,Waiblingen o.J. (1973)

07.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.6 verkauft die KBW OG Waiblingen in Schorndorf 35 Exemplare.
=KBW-OG Waiblingen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.6,Waiblingen o.J. (1973)

22.11.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.7 verkauft die KBW OG Waiblingen in Schorndorf 24 Exemplare.
=KBW-OG Waiblingen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.7,Waiblingen o.J. (1973)

Dezember 1973:
Vermutlich diesen Monat wird im Regionalkomitee (RK) Stuttgart der KPD aus Stuttgart berichtet, daß man dort zunächst nur in den umliegenden Orten (sprich u.a. Schorndorf und Geislingen,d.Vf.) präsent gewesen war, von wo aus man dann, ergänzt um nicht-baden-württembergische Genossen, zuzog. Dort habe man nun Zellen bei Bosch Feuerbach und Daimler Untertürkheim, wolle aber bald zwei neue Zellen bilden.
=Rote Fahne Nr.1,Dortmund 3.1.1974

05.12.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.8 verkauft die KBW OG Waiblingen in Schorndorf 25 Exemplare.
=KBW-OG Waiblingen:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.8,Waiblingen o.J. (1973)

30.10.1974:
In der Nr.44 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 23.10.1974, 6.11.1974) berichtet die KPD über Solidarität mit Dieter Kunzelmann. Diese bekunden u.a. BuchändlerInnen aus Schorndorf.
=Rote Fahne Nr.44,Dortmund 30.10.1974

06.02.1976:
Bei Bauknecht Schorndorf wird, laut KPD, gestreikt.
=Rote Fahne Nr.6,Köln 11.2.1976

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