Buchhaltung TZ-EasyBuch 3.0
Buchhaltungsprogramm TZ-EasyBuch 3.0

Anzeige

Buchhaltungssoftware speziell für Freiberufler und Kleinunternehmer

TZ-EasyBuch 3.0


  Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO

John Deere Mannheim

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


Das von John Deere Mannheim von der KBW-Zelle teilweise vorliegende Material wurde bisher nicht ausgewertet, so dass hier nur wenige betriebliche Dokumente erschlossen werden.

Bei John Deere kommt es schon früh zum Streik (vgl. Dez. 1967, Feb. 1972), wobei sich 1969 offenbar die APO bzw. die SDS-Basisgruppen erfolgreich um die Auslösung eines weiteren Ausstandes bemüht, offenbar ohne dass die in Mannheim innerhalb der SPD tätigen Trotzkisten eingegriffen hätten (vgl. 19.5.1969, Aug. 1968).

Auch die DKP berichtet von John Deere Mannheim (vgl. 14.8.1969), u.a. von einem weiteren Streik (vgl. 26.2.1970, März 1970, 19.3.1970), ist dort auch publizistisch aktiv (vgl. 4.4.1970) bzw. berichtet wiederholt von dort (vgl. 2.5.970).

Auch in der Metalltarifrunde (MTR) 1970 stellt die Belegschaft von John Deere Mannheim ihre Kampfbereitschaft erneut wiederholt unter Beweis (vgl. 29.9.1970, 30.9.1970, 22.10.1970), ohne betriebliche Anlässe für Arbeitsniederlegungen auszusparen (vgl. 15.10.1970, 16.10.1970).

Nun droht auch in dieser Darstellung erstmals die Krise in Form von Kurzarbeit (vgl. 1.11.1970), letzlich berichten die KPD/ML aus dem Sept. 1975 von 7 500 Beschäftigten im John Deere Werk in Mannheim-Lindenhof, der KBW dann aus dem Februar 1976 noch von 3 000.

Dies aber ist noch lange hin. Zunächst gibt die DKP weiter ihre Betriebszeitung heraus (vgl. Feb. 1971, März 1972), sicherlich wird auch der 'Kommentar' verteilt, erscheint dieser doch auch teils betriebsspezifisch (vgl. 1.2.1972), sowie Material der KPD/ML-ZB. In der Metalltarifrunde (MTR) 1971 wird wieder gestreikt (vgl. 23.11.1971).

Von den Ergebnissen der Betriebsratswahlen 1972 bei John Deere scheint die KG (NRF) nicht begeistert (vgl. 31.5.1972, Juni 1972), sie befasst sich weiter mit den ausländischen Beschäftigten (vgl. 22.6.1972) und zieht offenbar in die Jugendvertretung John Deere ein (vgl. 13.7.1972), veröffentlicht nun einen Betriebskomentar für John Deere (vgl. 7.9.1972, 1.11.1972), bereitet die Metalltarifrunde (MTR) 1972/73 unter den Erwachsenen (vgl. Okt. 1972) und auch den Jugendlichen (vgl. Nov. 1972) vor.

John Deere Mannheim ist längst zu einem bundesweit bekannten Betrieb geworden (vgl. 9.11.1972, Dez. 1972, 14.12.1972), für die KG (NRF) und ihren KAJB (NRF) sicherlich einer der wichtigsten Betriebe (vgl. 4.12.1972, 11.12.1972), für den beide Organisationen je ein Betriebskollektiv unterhalten (vgl. 9.1.1973, 15.1.1973).

Dass sich sämtliche Mitglieder des Betriebskollektivs der KG (NRF) zur Wahl als IGM-Vertrauensleute stellten mag belanglos scheinen (vgl. 31.3.1973), die Forderungen der Freunde der KG (NRF) aber finden im IGM-Vertrauensleutekörper offenbar durchaus Anklang (vgl. 5.3.1973).

Nun bricht bei John Deere Mannheim der wilde Streik los, mit dem sich das Werk wiederum mit an die Spitze der bundesdeutschen Arbeiterbewegung stellt (vgl. 22.5.1973, 24.5.1973, 25.5.1973, 27.5.1973, 29.5.1973). Es gibt zahllose Berichte über John Deere in betrieblichen (vgl. 5.6.1973, 12.6.1973, Juli 1973, 2.7.1973, 9.7.1973, 23.7.1973, 26.7.1973, 3.9.1973) und sonstigen linken Publikationen (vgl. 31.5.1973, 2.6.1973, 9.6.1973, 16.6.1973, Juli 1973, 3.7.1973, 4.7.1973, 11.7.1973, 21.7.1973, Aug. 1973, 4.8.1973, 22.8.1973, 25.8.1973), von denen hier nur einige wenige erschlossen werden können, die teilweise auch den ökonomischen Hintergrund der Kämpfe beleuchten.

Bei der Auswertung fällt auf, dass die KPD die KG (NRF) angreift (vgl. 27.5.1973), während die operaistische 'Wir wollen alles' schlicht den Artikel der KG (NRF) nachdruckt.

Aus dem KBW ist zunächst von der Zurücknahme der Entlassungen zu erfahren (vgl. 27.6.1973), dann die Beauftragung des Betriebskollektivs John Deere mit einer Berichterstellung (vgl. 7.7.1973), im Zentralorgan des KBW, der KVZ, findet auch die KPD/ML Erwähnung (vgl. 11.7.1973), die Verkaufszahlen der KVZ bei John Deere liegen relativ hoch (vgl. 11.7.1973, 12.9.1973, 10.10.1973)

Die KPD bleibt in Mannheim vermutlich bei John Deere aktiv (vgl. Sept. 1973, Feb. 1974), berichtet auch von der Jugendvertreternichtübernahme (vgl. 12.9.1973, Okt. 1973).

Aus dem KBW wird nun bekannt, welche Rolle die Zelle des KBW beim Streik offenbar gespielt hatte (vgl. 3.10.1973), wobei die KBW-Zelle mit dem Betriebsrat immer noch über Kreuz liegt (vgl. 15.10.1973), ebenso wie mit der örtlichen KPD in Mannheim (vgl. 4.1.1975). Absschleissend für diese wie immer arg unvollständige Darstellung scheint es bei den Betriebsratswahlen 1975 eher nach den Vorstellungen des KBW gegangen zu sein als 1972 (vgl. 21.4.1975).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

Dezember 1967:
Innerhalb der deutschen Sektion des Vereinigten Sekretariats (VS) der Vierten Internationale erscheint Nr.2 des 'Internen Bulletins' (vgl. Feb. 1968), die sich u.a. mit Streiks bei John Deere Mannheim befasst.
Quelle: VS-deutsche Sektion-ZR:Rundbrief Nr.2,o.O. Dez. 1967

19.05.1969:
In Mannheim beginnen, laut RJ/ML, 180 ausländische John Deere Arbeiter um 5 Uhr morgens einen Streik. Organisiert worden sei die Aktion von den Basisgruppen Betrieb.
Q: Rebell Nr.10,Mannheim Juni 1969

Rebell 039

Rebell 040


August 1969:
Innerhalb der deutschen Sektion des Vereinigten Sekretariats (VS) der Vierten Internationale erscheint der 'Zentralredaktions-Rundbrief' Nr.14 (vgl. 15.7.1969). Aus Mannheim wird kundgetan, daß man mit der Betriebsprojektgruppe (BPG) weder am 1.Mai noch bei zwei von dieser vorbereiteten Streiks (u.a. John Deere) zusammengearbeitet habe, eventuell aber in gewisser Zeit wieder in der BPG mitarbeiten wolle.
Q: Zentralredaktions-Rundbrief Nr.14,o.O. Aug. 1969

14.08.1969:
Die DKP bringt die Nr.20 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 7.8.1969, 21.8.1969) und berichtet aus Mannheim u.a. von John Deere.
Q: Unsere Zeit Nr.20,Essen 14.8.1969

26.02.1970:
Bei John Deere Mannheim beteiligen sich laut der DKP, die dort die Zeitung 'John De(e)r Schlepper' herausgibt, 1 800 an einem Streik.
Q: Unsere Zeit - Ausgabe NRW Nr.11,Düsseldorf 12.3.1970

März 1970:
Bei John Deere Mannheim streiken, laut BPG Bonn, 1 400 gegen die Verzögerung der Verhandlungen über die Neuregelung der Überstundenbezahlung und erreichen damit eine rückwirkende Erhöhung um 4,8% ab dem 1.März.

Die Kabelwerke Reinshagen (KWR) Bochum Betriebsgruppe der KPD/ML und der RG (IGM-Bereich - vgl. Apr. 1970) berichtet:"
MANNHEIM: 1 400 Arbeiter der John-Deere-Lanz AG in Manneim streikten gegen die Verzögerung der Verhandlungen um die Neuregelung der Überstundenvergütungen. Die Firma erhöhte daraufhin die Überstunden-Löhne sofort rückwirkend zum 1.März um 4,8%."
Q: Rotes Kabel Nr.1,Bochum Apr. 1970,S.9;
Arbeitermacht Nr.2,Bonn o.J. (1970),S.*

19.03.1970:
Die DKP bringt die Nr.12 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 12.3.1970, 26.3.1970) und berichtet u.a. von einem anderthalbtägigen Streik bei John Deere Mannheim.
Q: Unsere Zeit Nr.12,Essen 19.3.1970

04.04.1970:
Die DKP bringt die Nr.14 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 26.3.1970, 11.4.1970) und berichtet u.a. über die eigene Betriebszeitung 'John de Schlepper' bei John Deere Mannheim (IGM-Bereich).
Q: Unsere Zeit Nr.14,Essen 4.4.1970

02.05.1970:
Die DKP bringt die Nr.18 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) heraus (vgl. 25.4.1970, 9.5.1970) und berichtet aus Mannheim u.a. von John Deere.
Q: Unsere Zeit Nr.18,Essen 2.5.1970

29.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 300 bei John Deere Mannheim an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

30.09.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 1 000 bei John Deere Mannheim an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR).
Q: Express International Nr.107,Frankfurt 16.10.1970,S.6

15.10.1970:
Bei John Deere Mannheim streiken heute, laut 'Kommentar', 1 000 gegen die Fälschung der Leistungsbewertungsbögen in der Lohnfindungs- und Kalkulationsabteilung (vgl. 16.10.1970)
Q: Kommentar zu den Tarifverhandlungen Nr.7,Heidelberg 20.10.1970

16.10.1970:
Bei John Deere Mannheim wird, laut 'Kommentar', der Streik vom Vortag fortgesetzt.
Q: Kommentar zu den Tarifverhandlungen Nr.7,Heidelberg 20.10.1970

22.10.1970:
Heute beteiligen sich, laut 'EXI', 29 000 in 37 Betrieben in Mannheim (u.a. Daimler-Benz, BBC, Strebelwerk, Vögele, John Deere und MWM) an einem Warnstreik im Rahmen der Metalltarifrunde (MTR). Von Streiks in Mannheim berichtet auch die KPD/ML-ZB. Die DKP berichtet:"
Allein in Mannheim streikten am Donnerstag vergangener Woche über 37 000 Metallarbeiter und Angestellte in 37 Betrieben. Zum Teil wurden in den bestreikten Betrieben Kundgebungen durchgeführt."
Q: Unsere Zeit Nr.44,Düsseldorf 31.10.1970,S.2;
Express International Nr.108,Frankfurt 30.10.1970,S.4;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.44,Bochum 24.10.1970,S.3

01.11.1970:
Laut KPD/ML-ZB wird ab heute bei John Deere Zweibrücken (1 300 Besch.) für 1 000 Arbeiter im Mähdrescherwerk Kurzarbeit eingeführt, die bis zum Feb. 1971 dauern und ab 1.12.1970 auch für Angestellte gelten soll. Dadurch sollen die Lagerbestände der Absatzlage angepaßt werden.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.49,Bochum 11.11.1970,S.5

Februar 1971:
Bei John Deere Mannheim gibt die DKP die Nr.13 von 'John De(e)r Schlepper' (vgl. März 1972) heraus.
Q: John De(e)r Schlepper Nr.13,Mannheim Feb. 1971

23.11.1971:
In Stadt und Landkreis Mannheim streiken, laut KAB/ML, 35 000 Arbeiter u.a. von BBC, John Deere, Voegele, MWM und von Bopp & Reuther.

Laut KPD/ML-ZB streiken 37 Betriebe, u.a. Daimler Mannheim, wo Beamte des Polizeireviers bzw. der Polizeikaserne Lüttich eingesetzt werden. In NRW berichten die Betriebsgruppe Hoesch Westfalenhütte Dortmund (IGM-Bereich) des KJVD und der KPD/ML-ZB sowie die Betriebsgruppe Hoesch Phoenix Dortmund der KPD/ML-ZB davon.

Laut BKA Freiburg herrschte in Mannheim Empörung über den Beschluß der IGM, zunächst nur 3 Betriebe streiken zu lassen:"
Am zweiten Streiktag sollten nach dem Plan Bleichers in Mannheim drei weitere Betriebe in die Streikfront einbezogen werden. Die Kollegen setzten sich aber gegen den Vorstand durch: am Dienstag streikten im Raum Mannheim fast alle Metallbetriebe."
Q: Klassenkampf Extrablatt,Freiburg 2.12.1971,S.2;
Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.90,Bochum 24.11.1971,S.*;
Die Rote Westfalenwalze 'Am besten wir streiken gleich mit',Dortmund o.J. (29.11.1971),S.2;
Das Rote Schwungrad Schon wieder eine neue Zeitung,Dortmund o.J. (Apr .1972),S.5;
Rote Fahne Nr.12,Tübingen Dez. 1971,S.*;
Rote Turbine Extrablatt,Berlin 3.12.1971,S.*

Februar 1972:
Die bisherigen SAG Frankfurt geben die Nr.8 ihres 'Klassenkampf' (vgl. 10.1.1972, März 1972) heraus, in der erstmals eine Kontaktadresse außerhalb Frankfurts (Gerd Halusa in Berlin-Wedding) enthalten ist, wodurch der überregionale Charakter der bisherigen SAG Frankfurt dokumentiert wird. Eingegangen wird u.a. auf die Lehren aus der Rezession 1966/67, als es u.a. Streiks bei John Deere Mannheim gab.
Q: Klassenkampf Nr.8,Frankfurt Feb. 1972

01.02.1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt heute einen Extra-'Kommentar' für Lanz (John Deere) Mannheim heraus, der sich mit den Wohnheimen befaßt.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.2,Mannheim/Heidelberg März 1972

März 1972:
Bei John Deere Mannheim gibt die DKP ihren 'John De(e)r Schlepper' (vgl. Feb. 1971) heraus.
Q: John De(e)r Schlepper,Mannheim März 1972

31.05.1972:
In Mannheim/Heidelberg gibt die KG (NRF) einen 'Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie' (vgl. 17.4.1972, 13.7.1972) heraus, dessen Leitartikel "Im Betrieb mit der Organisierung der klassenbewußten Kollegen beginnen!" von den Betriebsratswahlen aus Mannheim u.a. von John Deere berichtet, wobei bei Deere "der alte von der SPD und DKP beherrschte Betriebsrat" nicht gestürzt werden konnte.
Q: Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie,Heidelberg/Mannheim 31.5.1972

Juni 1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt die Nr.5 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 27.4.1972, 3.7.1972) heraus. Von den Betriebsratswahlen wird berichtet u.a. von John Deere, wo sich nichts gebessert hat.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.5,Mannheim/Heidelberg Juni 1972

22.06.1972:
In Mannheim gibt die KG (NRF) einen 'Kommentar für die Kollegen von John Deere' heraus, der sich mit den Ausländerwohnheimen befaßt.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.6,Mannheim/Heidelberg Juli 1972

13.07.1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg gibt einen vierseitigen 'Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie' (vgl. 31.5.1972, 27.7.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von "Krise und Konzentration in der Fahrzeugindustrie", wie sich bei Hanomag Hannover, John Deere Mannheim und MWM zeige.

In "Die Jugendvertretung zu einem Instrument der konsequenten Interessenvertretung machen!" wird u.a. von John Deere die Wahl fortschrittlicher Jugendvertreter kundgetan. Im Gegensatz zu diesem Aufschwung steht, das die IGM Jugendgruppe Mannheim aufgelöst wurde und auch das Lehrlingszentrum Mannheim eingegangen ist.
Q: Kommentar für die Kollegen der Metallindustrie,Heidelberg/Mannheim 13.7.1972

07.09.1972:
Die KG (NRF) gibt in Mannheim einen 'Kommentar für die Kollegen von John Deere' heraus.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.8,Mannheim/Heidelberg Okt. 1972

Oktober 1972:
Die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg (vgl. 1.11.1972) berichtet vermutlich aus dem Oktober über die Aufstellung der MTR-Forderungen:"
Bei JOHN DEERE (Lanz) in Mannheim haben über 400 Kollegen mit ihrer Unterschrift eine innerbetriebliche Lohnerhöhung um 70 Pfennig die Stunde gefordert, der Vertrauensleutekörper hat die Forderung für die Tarifrunde aufgestellt: 1 DM mehr pro Stunde für alle."
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.9,Mannheim/Heidelberg Nov. 1972;
Die Rote Front Nr.5,Dortmund Dez. 1972,S.5

23.10.1972:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie' Nr.1 heraus. Unter der Überschrift "Für lineare Lohnerhöhung – Gegen Prozenterspaltung" wird von linearen Forderungen zur Metalltarifrunde (MTR) berichtet u.a. aus Mannheim von John Deere.
Quelle: Klassenkampf für die Kollegen der Metallindustrie Nr.1,Freiburg 23.10.1972,S.1

November 1972:
Der KB/Gruppe Eutin gibt die Nr.12 seines 'Metallkampf' (vgl. Juni 1972, März 1973) für die ostholsteinischen Metallkollegen für November heraus. Berichtet wird u.a. von der Metalltarifrunde (MTR) 1972/73. Lineare Forderungen werden verbreitet u.a. von John Deere Mannheim.
Q: Metallkampf Nr.12,Eutin Nov. 1972

November 1972:
Der Kommunistische Arbeiterjugendbund (Neues Rotes Forum) Mannheim/Heidelberg (KAJB (NRF)) gibt erstmals seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) (vgl. 11.2.1972) heraus, obwohl er noch gar nicht offiziell gegründet ist (vgl. 30.9.1972, 9.12.1972). Allerdings ist die Jugendkommission der KG (NRF) bereits gebildet und könnte der Urheber sein. Die erste Auflage der KJZ von 1 000 Stück sei schnell verkauft gewesen, so daß eine zweite Auflage von weiteren 1 000 Ex. nötig wurde. Die Metall-Lehrlinge sammeln derzeit Unterschriften für eine Lohnerhöhung von 160 DM, wofür bei John Deere Mannheim alle, bei BBC-Stotz Heidelberg 80 von 110, bei Mecano Bundy Heidelberg 27 von 32, bei BBC-SMW Walldorf 25 von 35 unterschrieben haben. Der IGM OJA Heidelberg ist dagegen, bei Daimler Mannheim tritt man für 150 DM ein.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.11,Mannheim/Heidelberg Jan. 1973;
Kommunistische Jugendzeitung Nr.1 und 2,Mannheim Nov. 1972 bzw. Dez. 1972

01.11.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.9 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 3.10.1972, 4.12.1972) heraus. Einen Betriebs-'Kommentar' gab man bei John Deere Mannheim heraus (vgl. Okt. 1972). Eingegangen wird auch auf die Lehrlinge bei John Deere Mannheim.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.9,Mannheim/Heidelberg Nov. 1972

09.11.1972:
Frühestens heute gibt der Kommunistische Bund Bremen (KBB) die Nr.10 seiner 'Wahrheit' (vgl. 5.10.1972, 1.12.1972) heraus. Auf die DKP wird u.a. anhand ihres Verhaltens bei VW Kassel und John Deere Mannheim eingegangen. Betont wird, es sei "Aufgabe der fortschritlichen Kollegen ... sich zur Opposition in der IG Metall zusammenzuschließen".
Q: Rote Fahne Nr.12,Dortmund 21.3.1973;
Wahrheit Nr.10,Bremen Nov. 1972

Dezember 1972:
Die Nr.12 des 'Rebell' (vgl. Nov. 1972, Jan. 1973) der RJ/ML des KABD berichtet bezüglich Mannheims über die Jugendvertretungen bei John Deere und BBC.
Q: Rebell Nr.12,Tübingen Dez. 1972

Dezember 1972:
Die SAG geben die Nr.18 ihres 'Klassenkampf' (vgl. Nov. 1972, 5.1.1973) heraus.
Von der Metalltarifrunde wird u.a. berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Klassenkampf Nr.18,Frankfurt Dez. 1972

04.12.1972:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.10 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 1.11.1972, 9.1.1973) heraus, die u.a. Arbeiterkorrespondenzen von John Deere Mannheim enthält.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.10,Mannheim/Heidelberg Dez. 1972

11.12.1972:
Frühestens heute gibt der KAJB (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.2 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. Nov. 1972, 15.1.1973) heraus, die u.a. über die Mannheimer Metallberufsschule Werner von Siemens berichtet, wo Auszubildende von u.a. Siemens, John Deere und Daimler zu finden sind.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.2,Mannheim Dez. 1972

14.12.1972:
Die KG Frankfurt/Offenbach (vgl. Nov. 1972) gibt erstmals ihre 'Arbeiter-Zeitung' (AZ) heraus (vgl. 26.1.1973), die kostenlos ist und von Carodruck Heidelberg gedruckt wird. Berichtet wird u.a. aus Mannheim aus der IGM und von John Deere.
Q: Arbeiter-Zeitung,Frankfurt/Offenbach 14.12.1972

09.01.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.11 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 4.12.1972, 31.1.1972) heraus. Berichtet wird auch über die Entwicklung der KG (NRF). Nachdem diese Anfang 1972 (vgl. Jan. 1972) auf Betriebskollektive umgestellt wurde, habe man jetzt Zellen eingerichtet. Davon gäbe es in Mannheim welche u.a. bei John Deere.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.11,Mannheim/Heidelberg Jan. 1973

15.01.1973:
Frühestens heute gibt der KAJB (NRF) Mannheim-Heidelberg die Nr.3 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 11.12.1972, März 1973) heraus. Ein Betriebskollektiv des KAJB (NRF) gibt es bei John Deere Mannheim.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.3,Mannheim Jan. 1973

31.01.1973:
Vermutlich in dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.2 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 9.1.1973, 5.3.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von den Vertrauensleutewahlen bei John Deere Mannheim, wo sich sämtliche Mitglieder des Betriebskollektives zur Wahl stellten.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.2,Mannheim/Heidelberg Feb. 1973

März 1973:
Vermutlich erst im März gibt der KAJB (NRF) Mannheim/Heidelberg die auf Feb./März datierte Nr.4 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 15.1.1973, Mai 1973) heraus und beschäftigt sich u.a. mit John Deere Mannheim.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.4,Mannheim Feb./März 1973

05.03.1973:
In dieser Woche gibt die KG (NRF) Mannheim/Heidelberg die Nr.3 ihrer 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. 31.1.1973, 9.4.1973) heraus, die u.a. über die Fahrpreiskampagne in Mannheim/Ludwigshafen berichtet (vgl. 9.2.1973). Dagegen seien bereits über 22 000 Unterschriften gesammelt worden, abgelehnt werden sie von IG Chemie Jugendgruppe Böhringer und auch der Vertrauensleutekörper bei John Deere habe sich einstimmig dagegen ausgesprochen.
Q: Arbeiter-Zeitung Nr.3,Mannheim/Heidelberg März 1973

22.05.1973:
Bei John Deere Mannheim beginnt, laut KG (NRF), ein Streik zunächst an den Montagebändern, der bis zum 29.5.1973 dauert. Teilgenommen haben alle außer den Angestellten, auch die Lehrlinge. Solidarität habe es von SEL Mannheim und IHC Heidelberg gegeben. Die Geschäftsleitung habe Schlägertrupps eingesetzt und 36 entlassen. Den Streikbeginn meldet auch der KABD, nach seinen Angaben streiken zunächst 250 in der Schleppermontage (vgl. 24.5.1973). Laut SAG handelt es sich um 250 in der Endmontage. Laut KPD lehnt die KG (NRF) im Verlauf des Streiks die Bildung einer selbständigen Streikleitung ab. Heute verteilt sie einen 'Kommentar' (vgl. 25.5.1973).
Laut RFO Saarland erreichen 2 500 durch ihren dreieinhalbtägigen Streik eine Teuerungszulage (TZL) von 20 DM.
Laut AB erreichen die 2 500 Streikenden, die eine Teuerungszulage (TZL) von 70 Pfg. für Arbeiter, 120 DM für Angestellte und 60 DM für Lehrlinge gefordert hatten, nach 7 Tagen Streik die Zahlung von 20 DM für Arbeiter und Angestellte und 15 DM für Lehrlinge.
Q: Auf Draht Nr.27,München Juni 1973;
Arbeitersache Nr.33,Regensburg Juni 1973;
Roter Widerdruck o.Nr.(18),Regensburg o.J. (Juni 1973);
Roter Aufmucker Nr.28,München Juli 1973;
Roter Weichensteller Nr.10,München Juli 1973;
Roter Widerdruck Nr.24,München Juli 1973;
Rote Fahne Nr.22, 23 und 4,Dortmund 29.5.1973, 6.6.1973 bzw. 29.1.1975;
Arbeiter-Zeitung Nr.5,Mannheim/Heidelberg Juni 1973,S.1;
Kommunistische Jugendzeitung Nr.6,Mannheim Juni 1973;
Rote Fahne Nr.6.Tübingen Juni 1973;
Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973;
Rote Fahne - Röchling o.Nr.(7),Völklingen o.J. (1973);
Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.4,Dortmund Juni 1973;
KBW-ZK-StA-Sekretär:Einleitendes Referat des Sekretärs des ZK zur ersten Konferenz des ZK mit den Sekretären der Ortsgruppen und Ortsaufbaugruppen am 3./4.10.,o.O. o.J. (1973)

24.05.1973:
Bei John Deere Mannheim weitet sich der Streik (vgl. 22.5.1973), laut KABD und KPD aus, so daß insgesamt 2 600 für 70 Pf. mehr streiken. Die KG (NRF) gibt einen 'Kommentar für die Kollegen von John Deere' heraus. Laut SAG beteiligen sich auch die Angestellten. Laut GIM bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich in NRW - vgl. 2.7.1973) beginnt der Streik (vgl. 29.5.1973).

Berichtet wird auch durch den KB in Kiel (vgl. Okt. 1973).
Q: Metaller Nr.5,Kiel Okt. 1973,S.4; Arbeiter-Zeitung Nr.6,Mannheim/Heidelberg Juni 1973; Klassenkampf Nr.25/26,Frankfurt Juli/Aug. 1973; Rote Fahne Nr.6,Tübingen Juni 1973; Rote Fahne Nr.23,Dortmund 6.6.1973; Solidarität Nr.6,Dortmund o.J. (1973)

25.05.1973:
Bei John Deere Mannheim (vgl. 24.5.1973, 27.5.1973) verteilt heute, laut KPD, die KG(NRF) einen 'Kommentar' (vgl. 22.5.1973, 29.5.1973).
Q: Rote Fahne Nr.22 und 23,Dortmund 29.5.1973 bzw. 6.6.1973

27.05.1973:
Bei John Deere Mannheim schließen sich heute, laut KPD, auch die Angestellten dem Streik (vgl. 25.5.1973) an. In der Analyse des Streikverlaufes wirft die KPD der KG (NRF) Mannheim/Heidelberg vor, nichts für eine revolutionäre Streikführung getan zu haben, obwohl sie die "persönlichen Verdienste einzelner NRF-Genossen im Betrieb beim Aufrechterhalten des Streiks" anerkennt.
Q: Rote Fahne Nr.22 und 23,Dortmund 29.5.1973 bzw. 6.6.1973

29.05.1973:
Bei John Deere Mannheim werden heute, laut KPD, die Lehrlinge ausgesperrt. Die KG(NRF) verteilt einen 'Kommentar' (vgl. 25.5.1973). Laut der GIM bei Hoesch Dortmund (IGM-Bereich in NRW - vgl. 2.7.1973) kommt es zu einer 'Säuberungsaktion'.
Q: Rote Fahne Nr.23,Dortmund 6.6.1973;
Solidarität Nr.6,Dortmund o.J. (1973)

31.05.1973:
Frühestens heute gibt die KHG (NRF) Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe die Nr.25 ihrer 'Kommunistischen Hochschulzeitung' (vgl. 7.5.1973, 20.6.1973) heraus und beschäftigt sich u.a. mit dem Lohnkampf bei John Deere Mannheim.
Q: Kommunistische Hochschulzeitung Nr.25,Heidelberg/Mannheim/Karlsruhe o.J. (Mai 1973)

Juni 1973:
Die Kommunistische Gruppe Eschwege (KGE) gibt die Nr.3 ihrer 'Eschweger Kommentare' (vgl. 12.5.1973, Sept. 1973) heraus. Berichtet wird auch aus Mannheim mit Hilfe der dortigen 'Arbeiterzeitung' vom Streik bei John Deere, aber auch, teils mit Hilfe der Bremer 'Wahrheit' aus weiteren Betrieben, wie Harvester Heidelberg.
Q: Eschweger Kommentare Nr.3,Eschwege Juni 1973,S.4f

Eschweger Kommentare 101

Eschweger Kommentare 102

Eschweger Kommentare 103

Eschweger Kommentare 104


02.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.21 (vgl. 26.5.1973, 9.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. über Streiks in Mannheim bei u.a. John Deere.
Q: Roter Morgen Nr.21,Dortmund 2.6.1973

05.06.1973:
Bei DTW Berlin gibt die KPD die Nr.8 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. 30.4.1973, 9.7.1973) heraus, die u.a. über die jüngste Streikwelle (u.a. John Deere Mannheim) berichtet.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe DeTeWe Nr.8,Dortmund 5.6.1973

06.06.1973:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kollegen der Rhodiaceta' (vgl. 28.5.1973, 2.7.1973) heraus. Berichtet wird über die Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL), u.a. von John Deere Mannheim.
Q: Klassenkampf für die Kollegen der Rhodiaceta,Freiburg 6.6.1973,S.5f

Freiburg-Rhodia 087

Freiburg-Rhodia 088


07.06.1973:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben' Nr.15 (vgl. 10.5.1973, 28.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von John Deere Mannheim.
Jeweils zweiseitige Ausgaben auf Italienisch und Spanisch berichten aus Mannheim von John Deere.
Q: Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben Nr.15,Freiburg 7.6.1973; Klassenkampf Die Antwort des DGB-Freiburg auf den 1. Mai 73 – Klassenbewußten Kollegen droht Ausschluß,Freiburg 7.6.1973

Freiburg-Metall 081

Freiburg-Metall 082

Freiburg-Metall 083

Freiburg-Metall 084

Freiburg-Metall 087

Freiburg-Metall 088

Freiburg-Metall 089

Freiburg-Metall 090


09.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.22 (vgl. 2.6.1973, 16.6.1973) heraus. Berichtet wird u.a. von Streiks bei u.a. John Deere Mannheim.
Q: Roter Morgen Nr.22,Dortmund 9.6.1973

12.06.1973:
Bei KWU Berlin verteilt die KPD einen vierseitigen Sonderdruck ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (vgl. Juni 1973, 20.7.1973) zur heutigen Vertrauensleutesitzung. Unter Verweis auf die Streiks u.a. in Mannheim u.a. bei John Deere wird vorgeschlagen, sich daran ein Vorbild zu nehmen.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe KWU Sonderdruck,Dortmund 12.6.1973

16.06.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.23 (vgl. 9.6.1973, 23.6.1973) heraus und berichtet von Streiks u.a. bei John Deere Mannheim.
Q: Roter Morgen Nr.23,Dortmund 16.6.1973

27.06.1973:
Der KBW berichtet zentral und intern (vgl. 2.7.1973):"
Genossen, der Streik bei Klöckner Bremen ist von der Geschäftsleitung zerschlagen worden. ...
Am Tag nach Streikende (Mittwoch) wurde der Vertrauensmann E. Dinger vom Werksschutz an seinem Arbeitsplatz fortgeholt und aus dem Werk getragen. - Es kommt jetzt darauf an, gegen diese Maßnahmen eine möglichst breite öffentliche Meinung zu schaffen. Wo immer das möglich ist, sollten von uns Solidaritätsresolutionen in Gewerkschaftsgremien, aber auch in Universitäten, Schulen usw. veranlaßt werden, in denen das dreckige Vorgehen der Kapitalisten gegeißelt wird. Dabei ist darauf hinzuweisen, daß bei John Deere in Mannheim und bei Harvester in Heidelberg es gelungen ist, die fristlos entlassenen Kollegen wieder in den Betrieb zu bekommen. Entscheidend war dabei wohl, daß sich die IGM veranlaßt sah, um ihr Verhalten während des Streiks vergessen zu lassen, etwas für die entlassenen Kollegen zu tun, um der Unruhe in den Betrieben Herr zu werden."
Q: Arbeiter-Zeitung Extra,o.O. (Frankfurt) 11.7.1973,S.2;
KBW-ZK-StA:Rundbrief,Mannheim 2.7.1973,S.1f

28.06.1973:
Der Bund Kommunistischer Arbeiter (BKA) Freiburg gibt seinen 'Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben' Nr.16 (vgl. 7.6.1973) heraus. Berichtet wird auch von John Deere Mannheim.
Q: Klassenkampf für die Kolleginnen und Kollegen in den Metallbetrieben, Nr.16,Freiburg 28.6.1973,S.3

Freiburg-Metall 095


Juli 1973:
Die Nr.7 der 'Roten Fahne' des KABD (vgl. Juni 1973, Aug. 1973) widmet sich wiederum der Streikwelle für Teuerungszulagen (TZL). Auf Seite 1 erscheint der folgende Artikel:"
TROTZ KAPITALISTISCHEM TERROR: STREIKS FÜR TEUERUNGSZULAGEN. HEISSER SOMMER FÜR DIE BOSSE

Wie ein Lauffeuer breiten sich die Streiks um Teuerungszulagen aus. Kaum eine Stadt, in der sich die Kollegen nicht gegen die Profitexplosion und Preistreiberei zur Wehr setzt. Überall flammt Empörung auf: Jetzt ist unsere Geduld am Ende, Teuerungszulagen müssen her! Der Streikkampf bringt den Wunschtraum der Bosse, die Arbeiter für ihre imperialistischen Nachtträume bluten zu lassen, immer mehr ins Wanken. Wo entschlossen gekämpft wird, da müssen die Herren in der Chefetage klein beigeben. Viele der Streiks führten zu ersten Erfolgen. Doch die Bosse greifen auch zu allen möglichen Tricks mit Willkürmaßnahmen, um die Streikfront zu zerbrechen. Bei Klöckner in Bremen drohten sie mit Massenentlassungen. Bei BBC in Mannheim warfen sie drei Jugendvertreter raus, die eine Protestversammlung der Lehrlinge unterstützt hatten. Den streikenden Kollegen bei John Deere in Mannheim hetzten sie Polizeieinheiten und Werkschützer auf den Hals. 20 Kollegen, darunter Vertrauensmänner und Jugendvertreter, wurden aus dem Werk geschleppt und gekündigt. Einschüchterung und Entlassungsterror, bezahlte Rollkommandos und Polizeieinsätze - damit wollen die Bosse die Profitexplosion absichern. Das Betriebsverfassungsgesetz gibt der Unternehmerwillkür den Segen. Dieses von der sozialdemokratisch geführten Bundesregierung verabschiedete BVG bedroht alle Kollegen, die nicht länger stillhalten wollen. Die Bonner Regierung fährt mit den schwersten Geschützen gegen die um ihre Lebensexistenz kämpfenden Arbeiter auf, Finanzminister Schmidt (SPD) und Wirtschaftsminister Friderichs (FDP) machen gegen 'Lohnnachschlag' und 'Spiel mit dem Feuer' Stimmung. Die Bonner Regierung steht voll hinter den Profit- und Machtinteressen des Großkapitals und hat keinen Pfifferling für die Arbeiter übrig. Die rechten Gewerkschaftsführer haben indessen nichts Besseres zu tun, als sich zum Sprachrohr des Bonner 'Stabilitäts'betrugs zu machen. Während sie immer wieder auf Spitzengespräche mit den Bossen vertrösten, unterbinden sie einen konsequenten gewerkschaftlichen Lohnkampf gegen Lohnabbau. Wenn nun aber die Arbeiter deshalb zu selbständigen Kampfmaßnahmen greifen, dann werden sie von gewissen Gewerkschaftsführern in unverschämter Weise beschimpft. IGM-Vorsitzender Loderer verhöhnt den gerechten Kampf um Teuerungszulagen als 'Wildwuchs' und Ausdruck 'anarchistischen Konzepts'.

Wer so daherredet, dessen Rolle im Klassenkampf ist klar. Solche Gewerkschaftsführer sind die Transmissionsriemen des Kapitals: Im Interesse der Millionäre sollen sie den Kampf der Millionen abwürgen; ihr reformistischer Plunder von 'Mitbestimmung' usw. hat nur den einen Zweck, die Arbeiterklasse einzuschläfern. Doch die Arbeiterklasse kann von den schönen Reden der Arbeitsgemeinschaftspolitik nicht satt werden. Der Lohn wird trotzdem immer weniger. Die Erfolge vieler Belegschaften beweisen es: Nur der offensive Kampf gegen die Kapitalisten und das Vertrauen auf die eigene Kraft bringt die Arbeiter vorwärts. Nur solidarisches Handeln vermag Willkür und Terror der Bosse zurückschlagen. Die politischen Angriffe des Monopolkapitals müssen von der Arbeiterklasse mit gleicher Münze heimgezahlt werden. Die Monopoloffensive hat die Arbeiterklasse zum Gegenschlag herausgefordert. Um mehr Lohn zu erkämpfen, gilt es, gleichzeitig gegen das reaktionäre BVG, den Polizeiterror und den Schwindel von der Klassenversöhnung vorzugehen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Die Parole heißt: Arbeiteroffensive gegen Monopoloffensive! Die Bosse kommen ins Schwitzen. Denn der heiße Sommer ist da."
Q: Rote Fahne Nr.7,Tübingen Juli 1973

Juli 1973:
Bei Siemens Berlin gibt die Jugendzelle des KJV der KPD ihre 'Kommunistische Jugendpresse' Nr.9 (vgl. Juni 1973) heraus, die u.a. berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Kommunistische Jugendpresse - Siemens Nr.9,Berlin Juli 1973

02.07.1973:
Bei Hoesch Dortmund erscheint die Nr.6 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM (vgl. 13.6.1973) vermutlich frühestens in dieser Woche mit 6 Seiten DIN A 4. In der Folge erscheint die Zeitung nicht mehr nur für Hoesch Dortmund bzw. die Westfalenhütte, sondern auch für die Stahlbetriebe in Bochum und Hagen (vgl. 24.9.1973). Der Artikel "Und nicht vergessen, weiter für die sofortige Kündigung der Lohnabbautarifverträge vom Januar" führt aus:"
ARBEITSKÄMPFE SOMMER 73: FÜR TEUERUNGSZULAGEN (TZL,d.Vf.)!
Daß die Preissteigerungsraten eine unerträgliche Höhe für die Arbeitnehmer erreicht haben, zeigt sich an der Streikwelle, die immer größere Ausmaße annimmt. Die letzten Lohnerhöhungen verhinderten gerade einen Reallohnabbau, die jetzigen Teuerungsraten von 0,7% pro Monat und die Steigerung der Grundnahrungsmittelpreise von 11,1% (!) ergeben jetzt einen Abbau der Reallöhne. Dies alles geschieht zu einer Zeit, in der die Unternehmen durch eine verschärfte Arbeitsbelastung der Belegschaft riesige Profite einstreichen.
Dieser Zustand wird nun nicht mehr so einfach hingenommen. Bei Stahl wurden die Unruhen durch die unzureichende Pauschale von 280 DM aufgefangen. Die metallverarbeitende Industrie ließ es auf eine Machtfrage ankommen, und in den meisten Fällen war sie dann auch am längeren Hebel.

Streik bei John Deere in Mannheim (in Baden-Württemberg,d.Vf.): am 24.5. legten 2 500 Kollegen die Arbeit nieder. Ihre Forderungen lauteten: 70 Pfennig mehr pro Stunde für die Arbeiter, 120 DM für die Angestellten und 60 DM mehr für die Lehrlinge. Diese massiven Forderungen wurden sofort von der Betriebsleitung beantwortet. Man denunzierte die ausländischen Arbeiter, die die Mehrheit bildeten, als randalierenden Haufen und versuchte, die Arbeiter zu spalten, indem den Deutschen bezahlter Urlaub angeboten wurde. Ein paar Tage später wurden dann noch die Lehrlinge, die eine aktive Rolle spielten, aus dem Werk hinausgeworfen.
Am 29. Mai wurde dann eine Säuberungsaktion gestartet, aktive Streikende wurden von der 'Aktionseinheit', die aus der Werksleitung, Werksschutz und leitenden Angestellten bestand, verprügelt und aus dem Werk vertrieben. Dann veranlaßten auch die Vertreter der Ortsverwaltung der IGM die Vertrauensleuteversammlung, den Streik zu beenden. Kurz darauf brach dann die Streikfront zusammen. Das Ergebnis: 140 DM Pauschale verteilt auf 7 (!) Monate. 14 Kollegen wurden gekündigt, darunter Vertrauensleute, doch die anschließende Solidarität bewahrte die meisten davor."
Q: Solidarität Nr.6,Dortmund o.J. (1973)

03.07.1973:
Der KSB Frankfurt gibt die Nr.10 seiner 'Kommunistischen Hochschulpresse' (KHP) (vgl. 29.5.1973, 30.10.1973) heraus, in der er sich u.a. mit verschiedenen Streiks der letzten Zeit, u.a. in 17 Metallbetrieben Mannheims, u.a. bei John Deere befaßt.
Q: Kommunistische Hochschulpresse Nr.10,Frankfurt 3.7.1973

04.07.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.27 (vgl. 27.6.1973, 11.7.1973) heraus. Aus Baden-Württemberg wird berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Rote Fahne Nr.27,Dortmund 4.7.1973

07.07.1973:
Es findet die zweite Sitzung des ZK des KBW (vgl. 16.6.1973, 15.9.1973) statt, zu der vom Ständigen Ausschuß (StA) des ZK eine Vorlage gemacht wurde, u.a.:"
Beschlußanträge:
...
In Ausführung der Beschlüsse der Gründungskonferenz, die die Notwendigkeit einer gründlichen Auswertung der Streikerfahrungen der einzelnen Betrieb festgestellt hat, beschließt das ZK die Herstellung und Veröffentlichung einer Broschüre, in der die Streiks bei Mecano Bundy, Harvester, John Deere, Vulkan, Klöckner (alle IGM-Bereich in Bremen, Heidelberg und Mannheim,d.Vf.) ausgewertet werden sollen. Die betreffenden Kollektive werden beauftragt bis spätestens Ende August ausführliche Berichte anzufertigen, die unabhängig von Charakter und Gliederung des Berichts folgende Informationen enthalten sollen: Charakterisierung des Betriebs, Organisationsgrad, Vorgeschichte des Streiks, Auslösung des Streiks, Verhalten des Betriebsrats und des VLK. Besonders sorgfältig soll das Vorgehen des örtlichen Gewerkschaftsapparats und der Geschäftsleitung untersucht werden. Nachgeschichte des Streiks. Auswirkungen auf die Belegschaft, Verschiebungen in BR und VLK. Politik der Zelle vor, während und nach dem Streik. Die Kollektive sollen sofort an die Ausarbeitung ihres Beitrags zur Broschüre gehen. Mit dem Vorwort zur Broschüre werden die Genossen B. und A. beauftragt. Das Vorwort wird vom Ständigen Ausschuß geprüft und verabschiedet. Der Ständige Ausschuß zeichnet für die Broschüre verantwortlich."
Q: KBW-ZK-StA:ZK-Sitzung vom 7.7.1973,o.O. o.J. (1973);
KBW-N.N.:ZK-Sitzung 7.7.1973 Protokoll,o.O. o.J. (1973)

11.07.1973:
Die Nr.1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ), des Zentralorgans des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW), erscheint ab heute auf Juli datiert in Mannheim. Berichtet wird u.a. vom Streik bei John Deere Mannheim, wo der KBW ebenso wie in Nordhorn-Range auf KPD und KPD/ML traf.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.1,Mannheim Juli 1973

11.07.1973:
Von der ab heute erscheinenden 'KVZ' Nr.1 verkauft der KBW bei John Deere Mannheim 37 Exemplare.
Q: KBW-OG Mannheim:Verkauf der KVZ Nr.1 in Mannheim,Mannheim o.J. (1973)

11.07.1973:
Die Kommunistische Gruppe (KG) Frankfurt/Offenbach gibt zum letzten Mal ihre 'Arbeiter-Zeitung' (vgl. Mai 1973) heraus, das als Extra einerseits zur heutigen Wohnraumdemonstration aufruft und andererseits der Werbung für die Nr.1 der 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) des KBW (vgl. 11.7.1973) dient, durch die die 'Arbeiter-Zeitung' in ihrer überregionalen Berichterstattung nun fortgeführt wird, während die Lokalberichte in Form der KVZ-Ortsbeilage (OBL) veröffentlicht werden. Im Leitartikel wird u.a. ausgeführt:"
AUS DEN STREIKBEWEGUNGEN LERNEN!
NIEDERLAGEN IN SIEGE VERWANDELN!

Eine Welle von heftigen Arbeitskämpfen geht durch die Betriebe in Westdeutschland. Hoesch, Mannesmann, John Deere, Vulkan, Karmann, AEG und Klöckner - diese Namen stehen jeweils für kraftvolle Streikaktionen tausender Kollegen, die auch von der Unternehmerpresse nicht totgeschwiegen werden konnten. Neben diesen großen, oft eine Woche oder länger dauernden Kämpfen fanden hunderte kleinerer Streiks statt, oder wurde auf andere Weise Lohnforderungen Nachdruck verliehen."
Q: Arbeiter-Zeitung Extra,o.O. (Frankfurt) 11.7.1973

11.07.1973:
Der KSB Bremen des KBW gibt die Nr.12/13 seiner 'Unter dem Roten Banner' (13.6.1973, 24.10.1973) heraus, in der er sich u.a. mit den Streiks bei Vulkan Bremen und John Deere Mannheim befaßt.
Q: Unter dem Roten Banner Nr.12/13,Bremen 11.7.1973

21.07.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.28 (vgl. 21.7.1973, 28.7.1973) heraus. Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf John Deere Mannheim.
Q: Roter Morgen Nr.28,Dortmund 21.7.1973

23.07.1973:
Vermutlich erscheint zu Beginn der dritten Juli-Woche die Nr.1 des 'Roten Hansa-Kumpel' (vgl. 12.9.1973) - Zeitung des kommunistischen Kollektivs Zeche und Kokerei Hansa. Vermutlich handelt es sich um die erste Ausgabe überhaupt. Sie führt die beiden Ausgaben der 'Rote Front – aktuell' (vgl. 9.7.1973) fort. Die Ausgabe erscheint mit einem einzigen Artikel:"
LOHNRAUBABSCHLUß '73
...
GEGEN LOHNRAUBABSCHLUß UND PREISSTEIGERUNGEN MUß DER SELBSTÄNDIGE GEWERKSCHAFTLICHE KAMPF ORGANISIERT WERDEN

Die 9,6% gleichen für die meisten Lohngruppen die Preissteigerungen von durchschnittlich 11% nicht aus. Dabei gehen von den 9,6% noch 2-2,5% durch Steuerprogression und Sozialabgaben verloren. 13 Monate, von Juli 1973 bis August 1974, sollen die Löhne nun feststehen. Und eines ist sicher: die Preise und Profite werden weiterhin munter hochgetrieben von den Kapitalisten. Die Situation ist jetzt bereits nach diesem Abschluß schlecht und wird sich durch die Preissteigerungen in den nächsten Monaten weiter verschlechtern. Gegen die besonders hohen Lebensmittelpreise hilft auch kein Fleisch -,Milch -und Eierboykott, denn wovon sollen wir schließlich unsere Arbeitskraft wiederherstellen, wenn kein nahrhaftes und kräftiges Essen auf den Tisch kommt. Die Arbeiter können nicht auf einen Teil ihrer Existenzmittel verzichten, sie müssen, um ihr Leben ausreichend zu sichern, ständig um ihren Existenzlohn kämpfen. Deshalb darf die durch den Lohnraubabschluß erlittene Niederlage auch nicht einfach resignierend hingenommen werden. Es gilt konsequent die Vorbereitung für günstige Kampfbedingungen zu treffen, um die Reallohnminderung beseitigen zu können. Die Metallarbeiter bei Krupp, Kloeckner, Hoesch, Mannesmann, Vulkan-Werft, John-Deere, und in anderen Betrieben haben ein Beispiel gegeben. Sie haben aus dem Stabilitätsabschluß im Frühjahr gelernt, haben auf Betriebs -und Vertrauensleuteversammlungen Forderungen aufgestellt und zu ihrer Durchsetzung den selbständigen gewerkschaftlichen Kampf ergriffen.

Dort, wo die aufgestellten Ziele noch nicht voll erreicht werden konnten, werden bereits neue Vorbereitungen für Kampfmaßnahmen im Herbst getroffen."
Q: Roter Hansa Kumpel Nr.1,Dortmund Juli 1973

26.07.1973:
Der KB/Gruppe Hamburg gibt die Nr.9 seines 'Metallarbeiters' heraus. Berichtet wird u.a. über John Deere Mannheim.
Q: Der Metallarbeiter Nr.9,Hamburg 26.7.1973

August 1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.6 (vgl. Mai 1973, Sept. 1973) heraus und berichtet u.a. von John Deere Mannheim (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.6,Mainz Aug. 1973

04.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.30 (vgl. 28.7.1973, 11.8.1973) heraus. Aus Baden-Württemberg wird eingegangen auf John Deere Mannheim.
Q: Roter Morgen Nr.30,Dortmund 4.8.1973

22.08.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.34 (vgl. 15.8.1973, 29.8.1973) heraus. Aus Baden-Württemberg wird berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Rote Fahne Nr.34,Dortmund 22.8.1973

25.08.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.33 (vgl. 18.8.1973, 1.9.1973) heraus, aus Mannheim wird berichtet von John Deere.
Q: Roter Morgen Nr.33,Dortmund 25.8.1973

September 1973:
Das Regionalkomitee (RK) Nordbaden/Nordwürttemberg der KPD gibt vermutlich im Sept. die Broschüre "Für bessere Arbeitsbedingungen" zur Metalltarifrunde (MTR) heraus, in der u.a. von John Deere Mannheim und Daimler-Benz berichtet wird. Davon werden, laut dem RK, bis Dez. 1973 1 500 Stück verkauft.
Q: Revolutionäre Gewerkschaftsopposition Nr.8,Dortmund Okt. 1973;
Rote Fahne Nr.1,Dortmund 3.1.1974

03.09.1973:
In Flensburg bringt der KB die Nr.25 seines 'Metallarbeiters' (vgl. 4.7.1973, 18.9.1973) heraus, der sich außer u.a. mit John Deere Mannheim auch mit Flensburger Betrieben befaßt.
Q: Der Metallarbeiter Nr.25,Flensburg 3.9.1973

12.09.1973:
Die KPD gibt ihre 'Rote Fahne' Nr.37 (vgl. 5.9.1973, 19.9.1973) heraus. Es wird eine Liste von Betrieben veröffentlicht, in denen es zur Entlassung bzw. Nichtübernahme von Jugendvertretern gekommen ist. Hierbei handelt es sich u.a. um John Deere Mannheim.
Q: Rote Fahne Nr.37,Dortmund 12.9.1973

12.09.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.2 verkauft der KBW bei John Deere Mannheim 40 Exemplare.
Q: KBW-OG Mannheim:Verkaufsstatistik KVZ Nr.2,Mannheim o.J. (1973)

Oktober 1973:
Spartacus Bolschewiki/Leninisten gibt seinen 'Spartacus' Nr.8 (vgl. Sept. 1973, Nov. 1973) heraus. Aus Baden-Württemberg wird berichtet von John Deere Mannheim (IGM-Bereich).
Q: Spartacus Nr.8,Mainz Okt. 1973

Oktober 1973:
Im Großraum Mannheim/Heidelberg gibt die Kommunistische Schülergruppe (KSG) des KBW die Nr.13 ihres 'Schulkampfs' (vgl. 31.7.1973, 18.11.1973) heraus. Diese berichtet u.a. über die Jugendvertreterentlassungen bei V-Dia Heidelberg und BBC und John Deere in Mannheim.
Q: Schulkampf Nr.13,Heidelberg Okt. 1973

03.10.1973:
Von der heute beginnenden Konferenz im KBW lag uns der folgende Text vor:"
Einleitendes Referat des Sekretärs des ZK zur ersten Konferenz des ZK mit den Sekretären der Ortsgruppen und Ortsaufbaugruppen am 3./4.10.

Liebe Genossen,
...
Der Ökonomismus hat in den Thesen seinen klaren theoretischen Ausdruck gefunden. In der Praxis hat er sich sowohl in den Ortsgruppen als auch im ZK niedergeschlagen in einer unzureichenden Agitation und Propaganda zu den selbständigen Streiks, in der viel zu wenig das Moment der Empörung und der Rebellion in diesen Streiks herausgearbeitet und gestärkt wurde, und damit das eigentlich politische und revolutionäre Element in diesen Streiks nicht erkannt und zum Ansatz unserer Agitation und Propaganda gemacht wurde. Niedergeschlagen hat er sich in einer vorschnellen und einseitigen Ausrichtung auf die Tarifauseinandersetzung als es nach den großen Auguststreiks zu Verhandlungen zwischen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften kam, niedergeschlagen hat er sich in einer Vernachlässigung der Regierungspolitik und der falschen Anwendung der Parole für vorzeitige Kündigung der Tarifverträge, die zur Hauptparole erhoben wurde. Solche Fehler sind in der einen oder anderen Form wahrscheinlich in allen Ortsgruppen aufgetreten, aber nicht überall im Zusammenhang mit dem Kampf zweier Linien innerhalb der Organisation beleuchtet worden. Das hat eine Ursache darin, daß auf der Gründungskonferenz, wo der Kampf zweier Linien erstmals offen auftrat und geführt wurde, die falsche Linie ausschließlich durch die Bremer Delegation und vor allem durch deren damalige Sprecher Erik Kühl und Willfried Maier vertreten wurde und der Kampf ausschließlich gegen deren Fehler geführt wurde. Das erleichterte es den anderen Ortsgruppen sich entweder gegen entsprechende Fehler gefeit zu glauben oder aber, falls die Fehler überhaupt gesehen wurden, diese nicht in Zusammenhang mit der rechtsopportunistischen Linie innerhalb der Organisation zu bringen. Daß niemand gegen derartige Fehler gefeit ist, zeigt sich deutlich in der Manteltarifauseinandersetzung (MTV der IGM,d.Vf.) in Baden-Württemberg, wo zumindest in der Ortsgruppe Mannheim Fehler gemacht wurden, die genau auf der Linie des Ökonomismus und Spontaneismus der Kühl-Maier-Thesen liegen, wenn sie auch in der Form einen 'linken' Anstrich hatten. Die richtige Taktik, im Rahmen des Manteltarifkampfes den selbständigen Kampf mit selbständigen Forderungen einzuleiten, wurde im Verlauf der Auseinandersetzung in ihr Gegenteil verkehrt. Weder wurde die Kritik an den Forderungen der Gewerkschaft durchgehalten, vielmehr wurde diese dargestellt als ein Anfang, für den es sich immerhin zu kämpfen lohnt. Damit wurde dem Kampf für selbständige Forderungen schon der Boden entzogen und wurde schon auf die Politik der Gewerkschaftsführung eingeschwenkt, zu der plötzlich nur noch ein taktischer Gegensatz bestand, nachdem die Gewerkschaftsführung nach erfolgter Urabstimmung den Schwerpunktstreik einleitete. Die 'Politik' der Ortsgruppe beschränkte sich ab dato vollständig darauf dieser Schwerpunkttaktik den Vollstreik gegenüberzustellen und immer aufs neue zu versuchen, durch Streikaufrufe ohne jede selbständige Forderung und jede Analyse der Bedingungen die Mannheimer Betriebe in den Streik einzubeziehen und die Schwerpunkttaktik zu durchbrechen. Das nahm die Erscheinung eines 'linken' Fehlers an, war aber in Wirklichkeit ein rechter Fehler. Er führte dazu, daß die Ortsgruppe zwar in ihren Flugblättern zum Sprachrohr der Empörung der Mannheimer Arbeiter über die Gewerkschaftsführung wurde, aber dieser Empörung weder eine klare Stoßrichtung geben konnte geschweige organisieren konnte. Daß die Kommunisten Organisatoren der Klassenkämpfe sein und immer mehr werden müssen, hatten die Genossen während der ganzen Auseinandersetzung vergessen. So schrieben die Ortsleitung und die Zellen zwar laufend Streikaufrufe, aber an die organisatorische Vorbereitung und Einleitung des Streiks wurde überhaupt nicht gegangen. Das führte zu der Situation, daß die Zellen vor den Betrieben zum Streik aufriefen und in den Betrieben darauf warteten, ob ihr Aufruf wohl irgendwo zünden würde. Es ist klar, daß solche Fehler dem Ansehen der Kommunisten schaden. Als Gegenbeispiel zu diesem auf dem Bauch liegen vor der Empörung der Arbeiter kann bis zu einem gewissen Grad der Streik bei John Deere im Frühsommer (vgl. 22.5.1973,d.Vf.) gelten, wo die Zelle durch sorgfältige Agitation vor und im Betrieb den Streik vorbereitete und der Streikaufruf erst erfolgte, als der Streik im Betrieb einigermaßen organisiert war."
Q: KBW-ZK-StA-Sekretär:Einleitendes Referat des Sekretärs des StA des ZK zur ersten Konferenz des ZK mit den Sekretären der Ortsgruppen und Ortsaufbaugruppen am 3./4.10.,o.O. o.J. (1973)

10.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.4 verkauft der KBW Mannheim bei John Deere 41 Exemplare.
Q: KBW-OG Mannheim:KVZ-Verkaufsstatistik Nr.4,Mannheim 17.10.1973

15.10.1973:
Der KBW berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Mannheim vom MTV:"
KOLLEGEN WOLLTEN STREIK
'DAS EINFACHE MITGLIED VERSTEHT HALT DIE TAKTIK DES VORSTANDES NICHT'
(BETRIEBSRÄTIN GERDA BOHN, MITGLIED DES IGM-HAUPTVORSTANDES)

Die Betriebsräte von John Deere hatten sich etwas besonders Schlaues ausgedacht: Während Bosch und Benz Stuttgart 'schwerpunktstreikten', ordneten sie bei John Deere an, daß nur noch acht Stunden pro Tag geschafft werden durfte. Das sollte eine Solidaritätsaktion für die streikenden Kollegen sein. Die Kollegen waren davon nicht begeistert. Sie liefen Sturm auf das Betriebsratsbüro und machten ihrem Herzen Luft: 'So ein Schwachsinn! Da verlieren wir nur Geld, aber haben tun wir nichts davon. Das juckt den John Deere doch gar nicht. Wenn wir streiken, dann verlieren wir zwar auch Geld, aber dann wissen wir wenigstens wofür! Wir wollen streiken, das ist die einzige Solidarität, die was bringt!'

Die Betriebsrätin Gerda Bohn, die gleichzeitig Mitglied des IGM-Hauptvorstandes ist, wußte darauf nichts besseres zu sagen als: 'Das einfache Mitglied versteht halt die Taktik des Vorstandes nicht!' Damit hat sich Gerda Bohn getäuscht. Zwar hat diesmal die Kraft nicht gereicht, die Taktik der Gewerkschaftsführung zu durchbrechen, Forderungen auf die Tagesordnung zu setzen und die Waffe des Streiks in die eigene Hand zu nehmen. Aber verstanden hat jeder die 'Taktik' des Vorstands: nur den Kapitalisten nicht weh tun und die Arbeiter im Zaun halten - so lautet diese Taktik."
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.5,Mannheim 24.10.1973,S.4

22.10.1973:
Die Nr.8 der 'Solidarität' - Informationsblatt der GIM erscheint bei Stahlbetrieben in Bochum, Dortmund und Hagen (vgl. 24.9.1973, 2.11.1973) mit dem Leitartikel "Bei den spontanen Streiks: Polizeieinsätze gegen streikende Arbeiter. Provokation der Arbeiterklasse!", in dem u.a. ausgeführt wird:"
Über den bedeutenden Erfolgen, die in diesem Sommer errungen wurden, dürfen aber nicht die bitteren Niederlagen vergessen werden, z.B. Klöckner, Bremen und John Deere-Lanz, Mannheim (in Baden-Württemberg,d.Vf.). Diese Niederlagen waren dadurch bedingt, daß alle Streiks einzeln ausbrachen und jede Belegschaft auf sich allein gestellt war, und weil es versäumt wurde, die Macht der Arbeiterschaft zu organisieren und Organe der Streikenden zu errichten. So erst wäre die Schlagkraft von vielen Arbeitern wirkungsvoll geworden. In den zukünftigen Arbeitskämpfen müssen Formen der Selbstorganisierung der Arbeiter entwickelt werden."
Q: Solidarität Nr.8,Dortmund 22.10.1973

24.10.1973:
Von der heutigen 'KVZ' Nr.5 verkauft der KBW Mannheim bei John Deere 26 Exemplare.
Q: KBW-OG Mannheim:KVZ Nr.5 Verkaufsstatistik Mannheim,Mannheim 3.11.1973

27.10.1973:
Die Schülerkommission der Ortsgruppe Waiblingen des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) gibt die Nr.1 ihres 'Schulkampf' (vgl. Nov. 1973) heraus. Von den "Streiks der Metallarbeiter" wird u.a. berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Schulkampf Nr.1,Waiblingen 27.10.1973

06.01.1974:
Frühestens heute gibt im Raum Mannheim/Heidelberg der KAJB die Nr.1 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 13.11.1973, 10.2.1974) heraus, die u.a. von John Deere berichtet.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.1,Mannheim Jan. 1974

Februar 1974:
Der Rote Fahne Freundeskreis (RFFK) Heidelberg nimmt vermutlich im Februar den Verkauf der 'Roten Fahne' in der Mannheimer Innenstadt auf. Verkauft wird auch im IGM-Bereich vor John Deere.
Q: Rote Fahne Nr.9,Dortmund 27.2.1974

10.02.1974:
Frühestens heute gibt im Raum Mannheim/Heidelberg der KAJB die Nr.2 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (vgl. 6.1.1974) heraus, die u.a. berichtet von John Deere Mannheim.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr.2,Mannheim Feb. 1974

April 1974:
Die Nr.4 des 'Rebell' des RJVD des KABD enthält eine Reihe von Berichten, u.a. aus Baden-Württemberg über die Jugendvertretung (JV) bei John Deere Mannheim.
Q: Rebell Nr.4,Tübingen Apr. 1974

04.01.1975:
In Mannheim feiern, nach eigenen Angaben, über 80 Personen die Gründung der Ortsleitung (OL) der KPD, die u.a. aus dem RFFK entstand und die dritte OL in Baden-Württemberg, neben Karlsruhe und Stuttgart ist.

Berichtet wird, daß die OL aus 3 KPD-Generationen (Weimar, 50ger Jahre und 70ger Jahre) gebildet worden sei.
Eingegangen wird in dem Gründungsbericht der OL auf die Metallbetriebe Daimler, MWM, John Deere, Bopp und Reuther, BBC, Süddeutsche Kabelwerke, SEL und Siemens.
Bisher habe man eine Betriebszelle bei MWM, habe bei mehreren Großbetrieben in die Betriebsratswahlen eingegriffen, arbeite mit Arbeitslosen - ein Arbeitslosenkomitee soll Anfang Januar (?, d.Vf.) gegründet werden - und unter der Jugend (der KJV soll aufgebaut werden), nur üben "punktuell auch die Opportunisten einen großen Einfluß auf die Arbeiterjugend aus."

Hiermit dürfte u.a. der KBW gemeint sein, der sich aber schon im Mai 1973 bei John Deere durch seine Ablehnung der Bildung einer selbstständigen Streikleitung diskreditierte (vgl. 22.5.1973). Der KBW, "der in Mannheim eines seiner Zentren hat" leide unter einem "zunehmenden Verlust an Verankerung in den Großbetrieben."
Q: Rote Fahne Nr.1,Dortmund 8.1.1975,S.10

12.03.1975:
In der Nr.10 ihrer 'Roten Fahne' (RF - vgl. 5.3.1975, 19.3.1975) berichtet die KPD u.a. von John Deere Mannheim (IGM-Bereich).
Q: Rote Fahne Nr.10,Köln 12.3.1975

10.04.1975:
Der KBW gibt seine 'KVZ' Nr.14 (vgl. 3.4.1975, 17.4.1975) heraus, in der er u.a. berichtet aus Mannheim aus dem IGM-Bereich durch die Zelle John Deere.
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.14,Mannheim 10.4.1975

21.04.1975:
Der KBW (vgl. 30.4.1975) berichtet vermutlich aus dieser Woche aus Heidelberg von den Betriebsratswahlen (BRW) bei John Deere, wo die DKPler und SPDler bis auf die ersten vier entweder im Platz abgefallen oder rausgeflogen sind. Vorsitzender wird wieder Limbeck (DKP).
Q: Kommunistische Volkszeitung Nr.17,Mannheim 30.4.1975

27.09.1975:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.39 (vgl. 20.9.1975, 4.10.1975) heraus. Bei John Deere Mannheim (7 500 Besch.) ist auch die SDAJ der DKP tätig.
Q: Roter Morgen Nr.39,Dortmund 27.9.1975

Der Beitrag wurde am 11.11.2007 erstellt; letzte Änderungen am 28.7.2009.

Valid HTML 4.01!   Valid CSS!


[ Zum Seitenanfang ]  [ Zur Hauptübersicht der Datenbank MAO ]