Kommunistischer Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch:
'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 2.3.2016


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Die hier bisher leider nur unvollständig - wir bitten um Ergänzungen - dokumentierte 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) war eine der örtlichen bzw. regionalen Zeitungen der Jugendorganisationen der Vorläufergruppen des (KBW) für die Arbeiterjugend, wobei die überregionale Verbreitung vermutlich erst ab Ende 1972 erfolgte und die Freiburger KJZ auch dann nicht die Bedeutung der Mannheim/Heidelberger KJZ, mit der eine gemeinsames Extrablatt erschien (vgl. 23.6.1973), oder des Göttinger 'Proletarischen Kurs' erreichte.

Inhaltlich ist die KJZ bestimmt von Fragen der Berufsausbildung und betrieblichen Ereignissen, aber auch der internationalen Solidarität vor allem mit Vietnam und Chile, sowie den aktuellen Vorgängen in der Stadt und der Universität Freiburg.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

März 1971:
Der Freiburger Kommunistische Jugendbund (KJB - vgl. Jan. 1971), Jugendorganisation des Bundes Kommunistischer Arbeiter (BKA) gibt erstmals seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) (vgl. 28.6.1971) in einem Umfang von 10 Seiten DIN A 4 heraus. Verantwortlich zeichnet Leo Horlacher, Kontakt geht über D. Friedrich.
Im Leitartikel "Der revolutionäre Kampf der Arbeiterjugend" heißt es: "
Unsere AUSBILDUNG ist schlecht. Wir geben den Unternehmern eine billige Hilfsarbeiterschaft ab und bekommen dafür eine mangelhafte, einseitig an dem Bedarf unseres Betriebes orientierte Ausbildung. Wir bekommen es 3 Jahre lang so richtig mit, was es heißt 'geformt'-'getrimmt' zu werden, damit wir unser ganzes Leben auch richtig spuren, arbeiten unds Maul halten. Die Ausbildung im Kapitalismus wird in verstärktem Maße eine kleine Zahl von qualifizierten Arbeitern hervorbringen und andrerseits werden immer mehr stumpfsinnige Arbeiten an Fließbändern und Automaten machen müssen. Durch das neue Berufsbildungsgesetz (Stufenplan) haben die Kapitalisten die Möglichkeit, genau zu steuern, was sie an Hilfs- und Facharbeitern brauchen. Damit versuchen sie gleichzeitig, uns noch mehr zu spalten, und an solidarischem Handeln zu hindern. Es im Kapitalismus niemals eine Ausbildung geben, die darauf abzielt, die im Arbeiter angelegten Fähigkeiten allseitig zu entwickeln, sondern die Ausbildung ist immer von den jeweiligen Interessen der Kapitalisten abhängig, wobei selbstverständlich die Interessen der patriarchalischen Hüttinger-Kapitalisten andere sind als die der 'modernen' Hellige-Kapitalisten. OB DIE AUSBILDUNG BESSER ODER SCHLECHTER, STRENGER ODER MILDER IST, SIE IST IM KAPITALISMUS IMMER EINE AUSBILDUNG ZUR PROFITMAXIMIERUNG FÜR DIE KAPITALISTEN. …

Deshalb, weil Reformen, so notwendig der Kampf um sie ist, etwas grundsätzlich anderes sind, als die endgültige Beseitigung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, deshalb haben wir uns in einer KOMMUNISTISCHEN Jugendorganisation organisiert, deshalb genügt es nicht, wenn wir uns in der Gewerkschaftsjugend für unsere unmittelbaren Interessen einsetzen."

Über den Kampf für die Revolution heißt es: "
Zu diesem Kampf braucht die Arbeiterklasse eine eigene PARTEI, die noch aufgebaut werden muß, auch wen sich einige Gruppen schon 'Partei' nennen. Wir, die kommunistische Jugendorganisation des BKA werden sowohl die besonderen Interessen der Lehrlinge und Jungarbeiter radikal vertreten als auch dafür arbeiten, daß die ganze Arbeiterklasse die Herrschaft des Kapitals endgültig beseitigt."

Ein Betriebsbericht kommt von Lehrlingen bei Hüttinger, die sich u.a. die Zahlung der Tariferhöhung und eine Jugendvertretung erstritten und fragen: "
WARUM WOHL macht Hüttinger billigste Waschmittelreklame für seine Lehrlingsausbildung? Hüttinger ist ein relativ kleiner Betrieb (ca. 160 Beschäftigte), der Generatoren, elektromedizinische Geräte und ähnliches herstellt. Hüttinger ist nicht im Arbeitgeberverband, hat keinen Betriebsrat, und versucht die Gewerkschaft vom Betrieb fernzuhalten."

Zu Hellige heißt es: "
Bei Hellige gab es im letzten Jahr einige Unruhe unter den Lehrlingen wegen der schlechten Ausbildungsverhältnisse. Die Forderungen der Lehrlinge bezogen sich auf:
- eine Verbesserung der Ausbildung (mehr Unterricht, abends nicht die ganze Werkstatt aufräumen, nicht als einziger Essenholen für eine ganze Abteilung, pünktlicher Arbeitsschluß),
- eine Verbesserung der finanziellen Situation (Fahrgeldrückerstattung, kostenlose Ausbildungsmittel).

Zu diesem Zeitpunkt wurde ein neuer Ausbilder, Finzer, eingestellt, der zunächst die Aufgabe hatte, die 'verhärteten Fronten' zwischen den Lehrlingen und der Geschäftsleitung abzubauen. Bei seinen ersten Auftritten schien es so, als setze er sich für die Lehrlinge ein. Er ging in stundenlangen Diskussionen auf die Probleme der Lehrlinge ein und erweckte den Eindruck, als könne man mit ihm reden. Er versprach, in kleinen Schritten sehr viel zu ändern.

Aber tatsächlich änderte sich nur etwas, wenn sich die Lehrlinge geschlossen hinter eine Forderung stellten: So wurde auf Druck der Lehrlinge ein Elektroniklabor eingerichtet. In einigen Abteilungen ist inzwischen eine Regelung für das Essenholen gefunden worden. Und in beschränktem Maße wurde auch die theoretische Ausbildung im Betrieb erweitert."
Ausbilder Finzer habe versucht gemeinsame Interessen zwischen Lehrlingen und Kapitalisten zu finden, um damit die Hellige-Lehrlingsgruppe unschädlich zu machen: " Um diesen Zeitpunkt wurden die neuen Lehrlinge eingestellt. Finzer erklärte, daß sie in Zukunft in einer demokratischen Lehrwerkstatt arbeiten werden. Er erklärte, daß sich bei Hellige eine 'rätselhafte Untergrundgruppe' gebildet hat, die immer neue Forderungen stellt und sich nicht einmal öffentlich gezeigt hat.

WARUM ARBEITEN DIESE LEHRLINGE NICHT OFFEN?

Deshalb, weil wir uns gesagt haben, daß wir nur gemeinsam etwas machen können. Wenn einzelne etwas unternehmen, werden sie in eine Extrabehandlung genommen und fertiggemacht. Dieses Fertigmachen heißt nicht, daß man angebrüllt wird oder Ohrfeigen bekommt. Denn Finzer weiß, daß er sich dann zu offensichtlich bloßstellen würde, und darum ist seine Taktik, daß er versucht alles eine kleine Idee zu wenden, zu drehen und zu hämmern. Wenn man dann aus seinem Büro kommt hat man zwar irgendeine Antwort bekommen, ist aber verwirrt".
Quelle: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 1, Freiburg März 1971

28.06.1971:
In dieser Woche gibt in Freiburg der Kommunistische Jugendbund des BKA die Nr. 2 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. März 1971, Juli 1971) mit 8 Seiten DIN A 4 heraus. Auf dem Titelblatt wird gefordert: "
500 DM FÜR ALLE LEHRLINGE
GEGEN EINFÜHRUNG DES STUFENPLANS".
Im zugehörigen Leitartikel heißt es: "
Ausbildung im Kapitalismus heißt Ausbildung orientiert an den Interessen der Kapitalisten. Die Kapitalisten stellen Lehrlinge ein, in der Anzahl, wie sie es benötigen. Die Mehrzahl der Lehrlinge muß im Handwerk und in kleinen Betrieben voll arbeiten und die Kosten für das Überleben der Kleinbetriebe zahlen. Nur 49% der Lehrlinge arbeiten später in den Berufen, für deren Erlernen sie drei Jahre lang unterbezahlt worden sind; sie werden für Berufe ausgebildet, die im Aussterben begriffen sind und es in der Form nicht mehr geben wird (z.B. die Bäckerei wird an's Fließband gelegt). Nach Beendigung der Lehrzeit sind deshalb viele Lehrlinge gezwungen, den Beruf zu wechseln oder ungelernte Arbeiten in größeren Betrieben anzunehmen; d.h. sie sind drei Jahre lang um Lohn und Ausbildung betrogen worden.

Aber auch die Lehrlinge, die in den Lehrwerkstätten der größeren Industrie beschäftigt sind, müssen oft schon im 1.Lehrjahr in der Produktion arbeiten. Trotz der Arbeit in der Produktion erhalten sie einen Lohn, der alleine nicht zum Leben ausreicht und durch die unterschiedliche Bezahlung (Prämiensysteme) nach Lehrjahren wird eine Spaltung der Lehrlinge hervorgerufen. Die besondere Ausbeutung der Jugendlichen kann nur deshalb geschehen, weil unsere Eltern einen großen Teil unserer Lebenshaltungskosten tragen müssen. … Der Kampf gegen die zusätzliche Ausbeutung der Lehrlinge und Jungarbeiter ist also einerseits ein Kampf für Interessen der Lehrlinge, andererseits aber auch ein Kampf im Interesse des erwachsenen Arbeiters, da eine Verbesserung der Bezahlung des Jugendlichen eine Entlastung des Arbeiters bedeutet, da sie nicht mehr die Lebenshaltungskosten ihrer Kinder zahlen müssen. Deshalb unsere Forderung:

500 DM EINHEITSLOHN FÜR LEHRLINGE

Der Einheitslohn wird nicht mehr bestimmt nach dem Anteil der Tätigkeit in der Produktion. Die Grundlage dieser Forderung ist die Erkenntnis der gleichen Klassenzugehörigkeit der Lehrlinge und Arbeiter und gegen die Spaltungsversuche der Kapitalisten. Solange die Lehrlinge diesen Lohn nicht bekommen bleibt die Möglichkeit zur Ausbildung den Jugendlichen vorenthalten, deren Eltern nicht genug Geld haben, eine 3 - 3 1/2-jährige Ausbildung zu bezahlen.

Durch den Einheitslohn allein wird die Ausbildung jedoch nicht besser. Im Gegenteil könnte es sein, daß die Unternehmer, und vor allem die der kleinen Betriebe sagen: 'Ja, wenn wir jetzt 500 DM für die Lehrlinge zahlen sollen, dann werden wir das aus ihnen aber zehnfach wieder rausholen.' Dagegen müssen wir uns natürlich wehren. Die Forderung nach dem Einheitslohn muß in dem Zusammenhang mit den Forderungen zur allgemeinen Verbesserung der Ausbildung gesehen werden. Diese Verbesserungen werden uns aber von den Kapitalisten nicht geschenkt, sondern wir müssen sie uns erkämpfen. Doch dagegen haben sich die Unternehmer schon abgesichert; denn wir Lehrlinge haben kein Streikrecht. Dies hat auch dazu geführt, daß Lehrlinge als Streikbrecher eingesetzt worden sind, deshalb: STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE

Solange es einen Kapitalismus gibt, gibt es für die Arbeiterklasse, die Lehrlinge sind ein Teil davon, nur Ausbeutung und Unterdrückung. Solange die Arbeiterklasse für den Profit weniger, und nicht für die Bedürfnisse aller produziert, ist eine gute Ausbildung nicht möglich. Wenn wir nur gegen diese Erscheinungsformen des Kapitalismus kämpfen, nicht aber zielbewußt für seine Abschaffung, dann werden Ausbeutung und Unterdrückung nie ein Ende finden. Immer mehr Lehrlinge die das erkennen, die zielbewußt für den Sozialismus kämpfen, organisieren sich in kommunistischen Organisationen. Einen großen Fehler begehen aber diejenigen, die glauben, daß man die Mißstände in der Lehrlingsausbildung durch die Einführung von staatlichen Lehrwerkstätten beheben könne. Diese Leute sehen in dem Staat nicht das, was er wirklich ist, nämlich ein Instrument der Kapitalisten und produzieren damit die Illusion, daß man den Staat nur 'überzeugen' oder langsam Einfluß auf ihn gewinnen muß, um gesellschaftliche Übel zu beseitigen. Dieser Staat schafft keine idyllischen Ausbildungsinseln, sondern wird sich nur perfekter daran orientieren, welche Arbeitskräfte die Kapitalisten brauchen. Und zum weiteren haben diese Leute scheinbar schon vergessen, daß genau dieser Staat ein Berufsbildungsgesetz verabschiedet hat, das die Ausbeutung und Unterdrückung der Lehrlinge gesetzlich verankert hat; daß genau dieser Staat jetzt ein Betriebsverfassungsgesetz vorbereitet, das den Arbeitern und Angestellten jegliche Interessensvertretung durch den Betriebsrat unmöglich machen wird. Und in die Hände dieses Staates soll die Berufsausbildung gelegt werden? Außerdem wird die Arbeiterklasse durch solche staatlichen Lehrwerkstätten ein weiteres Mal gespalten. Die Lehrlinge sollen in diesen Ausbildungsstätten von den Kollegen im Betrieb getrennt werden. Es müßte ja an und für sich schon verdächtig sein, daß jetzt die 'progressivsten' Kapitalisten auch für solche Lehrwerkstätten sind. Denn sie brauchen jetzt eine relativ höhere Zahl von besser ausgebildeten Arbeitern und rechnen sich aus, daß diese Ausbildung ja eigentlich der Staat bezahlen könnte; diese staatlichen Lehrwerkstätten sollen also aus unseren Steuergeldern bezahlt werden. Zudem kann man die Lehrlinge in diesen staatlichen Lehrwerkstätten darauf 'erziehen', daß sie, wenn sie später in den Betrieb kommen, funktionieren. Denn die Lehrlinge würden dann wahrscheinlich auch in Lehrlingsheimen nahe der Lehrwerkstatt wohnen, wo sie dann wieder besser kontrolliert werden können. Daran ändert sich auch nichts, wenn man fordert, daß diese staatlichen Lehrwerkstätten 'unter Kontrolle der Gewerkschaften' stehen sollen; denn das würde nur heißen, daß sie unter Kontrolle der Gewerkschaftsbürokraten stehen würden. Und auf eine solche Kontrolle können wir gut und gerne verzichten."

In "Stufenausbildung - Ausbeutung in vier Stufen" wird der Stufenplan dargestellt und fortgefahren: "
Was heißt das für uns? Am Beispiel Krupp sieht man - wir werden nur noch das lernen, was der Betrieb momentan braucht, und wenn er einen nicht braucht, dann heißt es: 'Seht selbst was ihr macht, wir können euch nicht mehr brauchen'. … Und zum weiteren erhoffen sich die Kapitalisten noch einen ungeheuren Konkurrenzkampf unter den Lehrlingen: jeder will ja die nächste Stufe erreichen - aber man weiß, alle können sie ja gar nicht erreichen, nur still! Nicht motzen und sich wehren, und wenn sich einer wehrt - ihn ja nicht unterstützen! Jeder tut pflichterfüllt seine Arbeit, spezialisiert ohne unnötigen Handgriff, damit sich der Profit der Kapitalisten noch schneller erhöht!

Uns bringt das alles nichts als schnelleren Verschleiß unserer Ware Arbeitskraft und wenn unsere Kenntnisse nicht mehr reichen: RAUSSCHMISS! Darum wehren wir uns gegen die Einführung des Stufenplans! In Freiburg soll er wahrscheinlich eingeführt werden bei: Rhodia, Hellige und Intermetall - das werden nicht die einzigen Betriebe bleiben."

In "Intermetall Lehrlingsausbildung" heißt es: "
Intermetall ist ein Zweigbetrieb des amerikanischen Mischkonzerns ITT, der Gleichrichter, Transistoren und integrierte Schaltungen herstellt. Die Mehrzahl der Beschäftigten besteht aus angelernten Frauen. So werden neben deutschen Arbeiterinnen Kolleginnen aus Frankreich, Jugoslawien, Italien und Spanien beschäftigt. Intermetall bildet etwa 30 Lehrlinge als Nachwuchs für die einzelnen Spezialabteilungen aus (Elektromechaniker, Physiklaboranten, Kaufmänner und Werkzeugmacher). Während der Lehrzeit wechselt der Lehrling alle vier Monate die Abteilung (Physiklaboranten und Kaufmänner). Die Elektromechaniker bleiben ein Jahr in der mechanischen Werkstatt. Anschließend kommen sie in den Meßgeräteausbau, wo sie ebenfalls die Abteilungen wechseln. In den einzelnen Abteilungen werden die Lehrlinge da eingesetzt, wo gerade jemand gebraucht wird. Die Werkzeugmacher müssen bereits in der kleinen Lehrwerkstatt produktive Arbeit leisten. Sie erhalten während ihrer Ausbildungszeit keinen theoretischen Unterricht, lediglich ein paar Stunden vor der Abschlußprüfung. Bei den Physiklaboranten ist die Ausbildung viel zu betriebsspezifisch und einseitig. Früher bildete Intermetall die Physiklaboranten gleichzeitig zu qualifizierten Physikalisch-Technischen Assistenten aus, da es zu wenig Ingenieure gab, die man sofort auf dem Halbleitergebiet einsetzen konnte und die Arbeit in den Entwicklungslabors noch nicht stark spezialisiert war. Heute werden dagegen Ingenieure für die einzelnen Spezialgebiete eingestellt und den Physiklaboranten teilt man die Aufgaben von Labortrotteln zu. Die theoretische Ausbildung wird immer schlechter und die praktische Ausbildung bleibt dem guten Willen einzelner Angestellter überlassen; darin ändert auch ein neuer Lehrlingsraum nichts. Um diese Entwicklung in Gang zu setzen, suchte sich die Geschäftsleitung einen geeigneten Menschen. Es ist dies Herr Anders! Aufgeblasen wie ein Ochsenfrosch kommt er sich nicht nur als Lehrlingsausbilder wichtig vor (seine Fachkenntnisse sind äußerst mangelhaft), sondern er schnüffelt auch den ganzen Tag in der Firma herum. Auf Lehrlingsversammlungen, die nur dann einberufen werden, wenn es dem Herrn Neumann aus der Personalabteilung gerade paßt, werden Diskussionen um eine bessere Ausbildung durch unverbindliches Geschwätz erstickt: 'Man werde deswegen Rücksprache nehmen … die Verhandlungen seien darüber im Gange … im Allgemeinen werde es so weiterlaufen wie bisher' und ähnliches Blah, Blah! Einige Ausbilder erzählen ihren Lehrlingen in tiefster Überzeugung immer wieder, die Lehrlingsausbildung bei Intermetall sei die beste in Freiburg. Im Kapitalismus ist jede Ausbildung die Beste, die Beste im Interesse des Profits!"

Hingewiesen wird auf die heute beginnende China-Ausstellung. In "Polizei gegen streikende Arbeiter!" werden die Teile des gleichnamigen Artikels aus dem 'Klassenkampf - Rhodia' vom 24.6.1971 übernommen, die sich mit der Rolle der Polizei befassen und ergänzt durch Meldungen vom 25.6.1971 aus Hessen.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 2, Freiburg Juni 1971

Juli 1971:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) des BKA Freiburg gibt ein zweiseitiges Extrablatt seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 28.6.1971, Sept. 1971) unter der Überschrift "500 DM für Lehrlinge … Utopie?" heraus, in dem es heißt: "
Viele sagten nach dem Erscheinen der Nr. 2 unserer KJZ:
'Die Forderung mit den 500 Mark für alle Lehrlinge ist utopisch, das kriegen wir doch nie durch.' Zunächst wollen wir noch einmal dazu Stellung nehmen, warum wir diese Forderung für richtig halten. Bei vielen von uns ist die Situation daheim äußerst gespannt. Die meisten Wohnungen sind zu klein, schlecht gebaut, hellhörig. Wenn der Vater abends von der Arbeit heimkommt, ist er abgespannt, kaputt, will seine Ruhe. Oft kommt es wegen Kleinigkeiten zu Auseinandersetzungen, die aufreibende Arbeit macht die Nerven kaputt. Die Mutter muß oft mitarbeiten, mit den 800 Mark, die der Vater Netto heimbringt, können noch nicht einmal die notwendigsten Anschaffungen gemacht werden. Die Mutter muß dann noch abends Hausarbeit machen, oft ist man sich gegenseitig im Weg. Selbst wenn man ein eigenes Zimmer hat, hat man im Grunde doch keines: abends 'nen Kumpel oder gar ein Mädchen mitbringen gibt meistens Schwierigkeiten. Der Vater wird selbst den ganzen Tag über gedrückt, muß parieren, manchmal dreht er dann den Spieß daheim um. Die angestaute Wut über die ganze Unterdrückung, über die unbefriedigende Arbeit wird dann oft an uns rausgelassen. Schuld an all dem sind weder wir, noch unsere Eltern, es sind die Verhältnisse unter denen wir leben. Die Angst, daß man als Arbeiter oder Angestellter nicht mehr genug leistet, daß man 'unangenehm' aufgefallen ist, daß man bei der nächsten Gelegenheit rausfliegt und eines Tages, in der Krise, arbeitslos wird, die unbefriedigende und aufreibende Arbeit, die man nur ableistet, damit man seinen Lohn erhält, die Sorgen mit der Gesundheit, die schlechten Wohnungen. All das hat seine Grundlage darin, daß in dieser kapitalistischen Gesellschaft alles auf den Profit, nicht auf die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung abgestellt ist. Die Produktionsverhältnisse, die Herrschaft der Kapitalisten über die Arbeiterklasse auf Grund der Tatsache, daß den Kapitalisten alle Maschinen, Fabriken, Rohstoffe gehören, und der Arbeiter nur seine Arbeitskraft hat, und die verkaufen muß um leben zu können, diese Produktionsverhältnisse sind die Grundlage für das ganze Übel in der kapitalistischen Gesellschaft. Erst wenn die Arbeiterklasse in einer Revolution die Staatsmacht erkämpft hat und dann die Produktionsverhältnisse ändert, die arbeitende Bevölkerung also die Macht über die Produktion erlangt hat, kann sich alles übrige, das Verhältnis zwischen den Menschen, ihre Ansichten, ändern. Die Proletarische Revolution, das Wegfegen der Kapitalisten und all ihrer Handlanger ist also eine Voraussetzung dafür, daß die arbeitende Bevölkerung das gesamte Leben nach ihren Bedürfnissen gestaltet.

Heißt das aber, daß wir darauf verzichten in einer breiten Front für Verbesserungen in diesem kapitalistischen System zu kämpfen? Mit Sicherheit nicht! 500 Mark im Monat, das wäre eine solche wichtige Verbesserung. Wir würden unseren Eltern nicht mehr so auf der Tasche liegen. Für unsere Eltern, Arbeiter und kleine Angestellte, wäre das eine Erleichterung, wenn sie nichts mehr für uns zuschießen müßten. Und für uns wäre es eine Erleichterung zu wissen, daß wir genug haben um selbständig leben zu können. Selbständig leben, das kann auch heißen, ein eigenes Zimmer zu nehmen, wenn die Verhältnisse daheim so gespannt sind, wie wir es vorhin beschrieben haben.

Also berechtigt ist die Forderung nach 500 Mark für alle, ist sie auch durchsetzbar? Warum nicht!! Die Arbeiterklasse hat sich im Kapitalismus schon eine Reihe von Verbesserungen erkämpft, die natürlich nicht das kapitalistische System, die Ausbeutung der Arbeiterklasse beseitigt haben, deren Durchsetzung aber doch der Arbeiterklasse ihre Macht gezeigt haben, denken wir nur an den Kampf für den 8 Stundentag. Andererseits müssen wir sehen, daß die Kapitalisten ihre Zugeständnisse machen um Schlimmeres zu verhüten, so z.B. in der Revolution in Deutschland 1918 das Zugeständnis Betriebsräte in den Betrieben einzurichten, um die wirkliche Räterepublik, die Diktatur des Proletariats, abzuwenden. Aber diese Kämpfe um Verbesserungen haben ihren wichtigen Sinn, wenn sie unsere Einheit und Kampfbereitschaft gegen die Kapitalisten stärken. Warum sollen wir also die 500 Mark Forderung nicht durchsetzen können, wenn wir zusammenhalten und die Unterstützung unserer älteren Kollegen, der Arbeiter und Angestellten gewinnen. Das ist sicherlich schwierig, weil es da noch viele Vorurteile gibt. Aber diese ganzen Schwierigkeiten sind doch nur da, um aus dem Weg geräumt zu werden!

Lehrlinge, diskutiert in der Berufsschule und im Betrieb über unser Flugblatt. Sprecht mit unseren Verteilern und macht Gesprächstermine mit ihnen ab. Kommt in unsere Schulungsgruppen."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt 500 DM für Lehrlinge … Utopie?, Freiburg Juli 1971

September 1971:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) Nr. 3 (vgl. Juli 1971, 13.10.1971) mit einem Umfang von 10 Seiten DIN A 4 und einem Preis von 50 Pfg. unter Verantwortung von Leo Horlacher heraus. Ein Leitartikel befaßt sich mit dem "Mord an George Jackson" in den USA (vgl. 22.8.1971).

Im anderen der beiden Leitartikel "Arbeiterjugend und Jugendvertretung" heißt es: "
Vor einiger Zeit fanden in den meisten Freiburger Betrieben Jugendvertreterwahlen (JVW, d.Vf.) statt. Viele glauben, daß jetzt ihre Interessen vertreten werden, aber in konkreten Fällen stellt es sich heraus, wie begrenzt unsere Rechte sind.

DIE ARBEITERJUGEND HAT FAST KEINE RECHTE

Die Jugendvertretung wird von uns gewählt, obwohl wir oft die Vorstellungen der Kandidaten nicht kennen. Will man eine Betriebsjugendversammlung einberufen um darüber zu diskutieren, kann es schon zum ersten Mal klemmen; denn zur Betriebsjugendversammlung bedarf es der Zustimmung der Geschäftsleitung, also der Kapitalisten oder ihrer Vertretung. Die Kapitalisten haben also von vornherein die Möglichkeit ein einheitliches Vorgehen der Lehrlinge im Ansatz zu erschweren. So sind wir gezwungen, über den Daumen gepeilt Kollegen zu wählen; die dafür bekant sind, daß sie rummeckern und sich von Chef und Meister nicht einschüchtern lassen.

Und schon kommt der nächste dicke Hammer: Auf Antrag der Kapitalisten (oder des Betriebsrats) kann die Jugendvertretung aufgelöst werden, wenn sie gegen gesetzliche Bestimmungen verstößt (Paragraph 23 Betr. Verf. Ges.) (BVG, d.Vf.).

Bestimmungen sind z.B. SCHWEIGE- UND FRIEDENSPFLICHT; d.h. daß die Jugendvertretung von der Geschäftsleitung verpflichtet werden kann über bestimmte Vorfälle im Betrieb (Entlassungen, Intensivierung der Arbeit) selbst die betroffenen Kollegen nicht zu informieren. Die Friedenspflicht hindert den Jugendvertreter Kampfmaßnahmen gegen Mißstände im Betrieb vorzubereiten. Viele Jugendvertreter nehmen dies allerdings zum Vorwand um überhaupt nichts zu tun.

'Ich bin gesetzlich dazu verpflichtet mit dem Unternehmer Frieden zu halten.' Jugendvertreter aber, denen klar ist, daß diese Gesellschaft eine Klassengesellschaft ist, in der es niemals Partnerschaft mit den Kapitalisten geben kann; daß dieser Staat ein Klassenstaat ist, den sich die Kapitalisten zur Absicherung ihrer Herrschaft geschaffen haben (was eigentlich klar sein muß, wenn man Jugendvertreter ist), KÖNNEN SICH AN KEINE SCHWEIGE- UND FRIEDENSPFLICHT HALTEN! Zusammengefaßt heißt das also: die Jugendvertretungen, die klar und konsequent die Interessen ihrer Kollegen vertreten, können also unter irgendwelchen Vorwänden aufgelöst werden. Dazu ist nur ein Antrag an das Arbeitsgericht notwendig, das Gesetze vertritt, die Gesetze der Kapitalisten sind.

Aber das ist noch lange nicht alles. Wird es den Kapitalisten gar zu bunt, können sie die Jugendvertreter rausschmeißen. ES GIBT KEINEN KÜNDIGUNGSSCHUTZ FÜR JUGENDVERTRETER! Zwar darf der Jugendvertretung durch ihre Tätigkeit kein Nachteil entstehen, aber es gibt für die Kapitalisten genug Möglichkeiten, jemand zu entlassen. Am Beispiel des Jugendvertreters bei Rombach, der von der Geschäftsleitung nur noch Arbeiten bekam, die mit seiner Ausbildung nichts zu tun hatten, sieht man wie die Kapitalisten die Jugendvertretung unter Druck setzen können. Der Jugendvertreter ist 'FREIWILLIG' gegangen.

Auch im Betriebsrat ist der Jugendvertreter kein gleichberechtigtes Mitglied. Er wird nur in den ihn betreffenden Angelegenheiten 'gehört'. So wurde der Betriebsrat, der in den meisten Fällen recht faul und träge ist, gegen unbequeme Jugendvertreter abgesichert.

DAS NEUE BETRIEBSVERFASSUNGSGESETZ BRINGT KEINE ÄNDERUNG

Der 'neue' SPD/FDP Entwurf zum Betr.Verf.Ges. ändert an der Situation des Jugendvertreters überhaupt nichts. Auch in diesem Gesetzentwurf (Paragraph 74) ist untersagt den 'Arbeitsablauf' oder den 'Frieden im Betrieb' durch politische Betätigung zu beeinträchtigen. Jedes Zurückführen der Zustände im Betrieb auf kapitalistische Produktionsverhältnisse ist damit untersagt. Zuerst stand dieses ausdrückliche Verbot nicht im Entwurf. Ein kleiner Wink der Kapitalistenverbände genügte und schon wurde der Zusatz eingefügt. Dies zeigt, unter anderm, daß die SPD/FDP Regierung die Interessen der Kapitalisten vertritt. Jetzt reicht's werdet ihr sagen, wenn wir mal so unter Druck gesetzt werden, schmeißen wir den Löffel weg und streiken. Klar müßten wir dann streiken, aber da die Lehrlinge kein Streikrecht haben, gelingt es denn Kapitalisten, uns zu spalten. Das zeigt das Beispiel der Farbwerke BAYER (in Leverkusen - vgl. 8.6.1971, d.Vf.). …

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Nur wenn wir mit der Jugendvertretung gemeinsam unsere Forderungen vertreten, haben wir Aussichten auf Erfolg. Ein erster Schritt wäre auch die Organisierung in gewerkschaftlichen Jugendgruppen und den Betriebsgruppen des Kommunistischen Jugendbundes. Aber auch die Gewerkschaften vertreten unsere Interessen nur sehr mangelhaft. Das zeigt auch ihre Schrift 'Die Betriebsjugendvertretung im Betriebsverfassungsgesetz' (vgl. **.*.1971, d.Vf.). Da heißt es z.B.: 'es wirkt sich für den Jugendlichen schwer aus, wenn die erste Begegnung mit dem Beruf eine Enttäuschung wird …' Statt klar zu sagen, warum die Lehre eine Enttäuschung ist, soll man vermeiden, dies zu sagen. Oder '…gute Ausbildung, damit man in der beruflichen Konkurrenz besser bestehen kann'. Wir sollen also eine gute Ausbildung bekommen um unsere Kollegen besser ausstechen zu können. Dabei steht auf der Streichholzschachtel der IG - Metall (IGM, d.Vf.) immer 'Solidarität macht stark'.

Warum ist es trotzdem notwendig sich in den Gewerkschaften zu organisieren? Weil die Gewerkschaft die Organisation ist, in der wir geschlossen gegenüber den Kapitalisten unsere Forderungen durchsetzen können. Streikrecht für Lehrlinge kann man nicht isoliert in einem Betriebe durchsetzen, sondern dazu ist eine breite überbetriebliche Organisation notwendig. Wenn gerade die bewußtesten Arbeiter und Lehrlinge nicht in die Gewerkschaften gingen, würde das heißen, man überläßt den Gewerkschaftlern, die von Gemeinwohl und Sozialpartnerschaft ausgehen, das Feld. Lehrlinge, denen ihre Interessen auch nicht ganz klar sind, würden von niemandem eine Perspektive bekommen; keiner würde erklären warum die kapitalistischen Produktionsverhältnisse die Wurzel unserer Ausbeutung und Unterdrückung sind.

Als Teil der Arbeiterklasse müssen wir dazu beitragen, die Gewerkschaften zu Kampforganisationen der Arbeiterklasse zu machen und die Politik der Sozialpartnerschaft zu bekämpfen!"

Für die neuen Lehrlinge gibt es den Artikel "Was ist ein Lehrvertrag?". Von Bertolt Brecht wird der Text "Wenn die Haifische Menschen wären …" abgedruckt. Angekündigt wird der neue 'Klassenkampf' des BKA (vgl. 22.9.1971).

Zur MTR heißt es: "
METALLTARIFRUNDE 71

Ende September laufen die Tarifverträge der Metallindustrie aus. Bei den kommenden Lohnverhandlungen haben die Kapitalisten den Metallern einen 'entschlossenen Kampf' angesagt. Schon seit Monaten jammern sie über die 'schlechte Ertragslage' in der Metallindustrie. Sie fordern die Gewerkschaften auf an das 'Gemeinwohl' zu denken und bei ihren Forderungen 'wirtschaftliche vernünftig' zu handeln. Die IG Metallführung ist mit ihrer 10 bzw. 11% Forderung auf diese Linie eingeschwenkt und bereitet den Abschluß in Höhe der von der SPD-Regierung ausgegebenen Lohnleitlinien von 7, 5% vor.

Viele Kollegen meinen nun: Diese Politik ist doch richtig. Wenn wir einmal kurztreten läuft der Karren und dann sind die Arbeitsplätze gesichert. Aber was die Gewerkschaftsfunktionäre uns verschweigen ist, daß noch kein so 'vernünftiges Handeln' die Krisen im Kapitalismus abschaffen kann, daß kein noch so 'vernünftiges Handeln' unsere Arbeitsplätze sichern kann.

Kollegen, fallen wir nicht auf den Schwindel von 'wirtschaftlicher Vernunft' und 'Stabilität' hinein. Was durch unser Stillhalten erreicht werden soll, ist die Stabilität der Profite. Was wir einsehen sollen, ist, daß die arbeitende Bevölkerung die Krise der kapitalistischen Wirtschaft ausbaden soll - Hauptsache, die westdeutschen Kapitalisten bleiben international konkurrenzfähig und können ihre Macht über die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker immer ausdehnen."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 3, Freiburg Sept. 1971

13.10.1971:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt ein zweiseitiges Extrablatt seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. Sept. 1971, 13.12.1971) heraus: "
METALL-LEHRLINGSTARIFE GEKÜNDIGT

KEIN LEHRLING KENNT DIE FORDERUNGEN DER IGM-FÜHRUNG

Die IGM-Bosse versuchen genau wie im letzten Jahr die Tarife der Lehrlinge ohne daß diese Bescheid darüber wissen, mit den Vertretern der Kapitalisten auszumauscheln. Die IGM-Führung versucht den Einfluß von uns Lehrlingen auf die Forderungen möglichst gering zu halten. Das kann sie am besten, wenn sie uns nicht informiert.

DIE IGM-FÜHRUNG VERSUCHT UNSERE AKTIVITÄTEN BEI DEN VERHANDLUNGEN ZU UNTERDRÜCKEN

Die Forderungen der meisten Lehrlinge stimmen nicht mit den Forderungen der IGM-Führung überein. Die IGM-Bosse stellten im Frühjahr Forderungen nach einer Erhöhung der Ausbildungsbeihilfe bis zu 50 DM. Wir aber meinen, daß es nicht richtig ist, Forderungen aufzustellen, die die unterschiedliche Bezahlung der Lehrlinge gestaffelt nach Lehrjahren und Alter aufrechterhalten. Unsere Forderungen müssen auf eine einheitliche Bezahlung der Lehrlinge aller Lehrjahre hinauslaufen. Es gibt kein Argument, welches rechtfertigt, daß Lehrlinge, die im zweiten Lehrjahr oder 18 Jahre alt sind, mehr Ausbildungsbeihilfe bekommen sollen als Lehrlinge, die im ersten Lehrjahr oder 16 Jahre alt sind.

Unsere Forderung muß so hoch sein, daß wir unseren Lebensunterhalt unabhängig von unseren Eltern gesichert haben, daß unsere Eltern nicht noch 200 bis 300 DM im Monat für uns zubuttern müssen. Das heißt konkret:

500 DM LEHRLINGSGEHALT FÜR ALLE LEHRLINGE

Diese 500 DM stellen zur Zeit etwa den Betrag dar, den wir brauchen um unabhängig von finanzieller Unterstützung seitens unserer Eltern leben zu können. Eine einheitliche Forderung nach gleicher Bezahlung der Lehrlinge aller vier Lehrjahre ermöglicht ein solidarisches Vorgehen aller Lehrlinge beim Kampf um eine bessere Berufsausbildung. Wir sehen, genau wie im letzten Jahr, daß die IGM-Führung unsere Forderungen nicht unterstützt, wir können diese Forderungen nur durchsetzen, wenn wir sie gemeinsam mit unseren Kollegen, den Arbeitern und Angestellten erkämpfen.

ERFOLG BEIM KAMPF UM DAS STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE

Wie ein gemeinsamer Kampf aussehen kann, zeigten uns die 167 Lehrlinge des BAYER-Riesen in Leverkusen: Bei den Chemietarifverhandlungen (CTR, d.Vf.) solidarisierten sich die Lehrlinge trotz Verbots der Geschäftsleitung mit den Arbeitern bei ihrem Kampf gegen die Verschlechterung ihrer Lebenssituation.

DIE LEHRLINGE STREIKTEN MIT

Hinterher wurde ihnen das Streikrecht vom Arbeitsgericht Solingen zuerkannt. Dieser Streik ermöglicht in Zukunft einen gemeinsamen Kampf von Arbeitern und Lehrlingen. Nur durch einen gemeinsamen Kampf von Arbeitern und Lehrlingen können wir unsere Forderung nach gleicher Bezahlung für alle Lehrlinge durchsetzen.

Um unsere Forderungen aufzustellen, müssen wir diese auf Jugendversammlungen, in Jugendgruppen und ganz besonders im Betrieb mit unseren Kollegen diskutieren. Wir fordern außerdem von der IGM-Ortsverwaltung Freiburg und vom Jugendausschuß Auskunft über den Stand der Tarifverhandlungen."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Metall-Lehrlingstarife gekündigt, Freiburg 13.10.1971

Dezember 1971:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA berichtet von ca. Ende November und Anfang Dezember:"
WOHNUNGSNOT IM KAPITALISMUS

HAUSBESETZUNG IN FREIBURG

In Freiburg wurden in den letzten Wochen drei Häuser besetzt. Nicht nur hier kam es zu solchen Aktionen, sondern auch in vielen anderen Universitätsstädten, wo zum Teil die Hausbesetzer, Studenten und Arbeiter, brutal von der Polizei niedergeknüppelt wurden. So wurde in Frankfurt in einer Großaktion ein besetztes Haus mit Gewalt gesäubert (vgl. **.1*.1971,d.Vf.). Ein Polizist bedrohte die Demonstranten sogar mit einer Pistole.

WAS TRIEB DIE STUDENTEN ZU SOLCHEN AKTIONEN?

In jeder Universitätsstadt ist zur Zeit eine große Zahl von Studenten wohnungslos (Frankfurt 3 000, Freiburg 500), obwohl schon sehr viele in Notunterkünften oder Jugendherbergen wohnen. Während die Zahl der Studenten steigt (was vorauszusehen war), nimmt das Zimmerangebot ab. Der Neubau eines Studentenwohnheims wurde durch den lächerlichen Einwand eines benachbarten Kiesgrubenbesitzers verzögert: Er forderte, jedem Studenten fristlos zu kündigen, der sich über seinen Lärm beklagte!

Was in den meisten Zeitungen verschwiegen wird:
Uns Lehrlingen geht es keinen Deut besser als den Studenten, vielmehr schlechter!

Die Situation zu Hause ist beschissen: Die Wohnungen sind fast alle zu klein. Außerdem muß der größte Teil von uns täglich von auswärts nach Freiburg fahren. Doch ein eigenes Zimmer ist nicht drin. Zum einen reicht der Lohn nicht aus, um eine Bude zu mieten, zum zweiten gibt es zuwenig Zimmer, und wenn, zu unerschwinglichen Preisen. (Unsere Forderung: 500 DM für alle Lehrlinge ist also voll berechtigt).

Die Wohnungsnot betrifft aber nicht nur Studenten und Lehrlinge, sondern die ganze Arbeiterklasse. In der Bundesrepublik gibt es heute 300 000 Obdachlose; in Freiburg suchen heute 12 000 Menschen nach einer angemessenen Wohnung, während 1950 70% der neugebauten Wohnungen Sozialwohnungen waren, sind es heute nur noch 22%. Dagegen wurden Prestigeobjekte wie Schloßbergbahn und Karlsklotz gebaut. Zur Zeit plant die Stadt den Bau eines Millionenprojekts, einer Mehrzweckhalle am Meßplatz.

In der Innenstadt werden im Moment eine Reihe von Häusern abgerissen, um Platz für Straßen, Parkhotels oder neue Wohnhäuser zu schaffen. Bis 1980 ist die Sanierung von weiteren 81 Hektar geplant, auf denen alte Wohnungen stehen. Das heißt nichts anderes, als: Abreißen, Rauswurf der Mieter ohne entsprechenden Wohnungsersatz, Neubau von Geschäftshäuser, versicherungspalästen oder Miethäusern, in denen es weniger Wohnungen als bisher gibt. Dazu bedeutet es auch noch eine wesentliche Mieterhöhung. Die Kosten für die Sanierung werden zum Teil sogar aus Steuermitteln finanziert: 'Eigentumsfinanzierung erfolgt allerdings nur dort, wo eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu erwarten ist. Gebiete, bei deren Sanierung höhere, unrentable Kosten anfallen, können nur mit Hilfe öffentlicher Maßnahmen saniert werden.' (Freiburger Planungsbericht 1970)."

Im Abschnitt "Sanierung für wen?" wird berichtet aus Berlin-Kreuzberg und Wedding, wobei vermutlich die KPD/AO die Urheberrechte des Textes hat, und fortgefahren:"
Auch in Freiburg gibt es Villenviertel für die Ober- und Mittelschicht, besonders im Osten Freiburgs. Auf dem Lorettoberg stehen z.B. jedem Bewohner 31,2 qm Wohnungsfläche zur Verfügung, während den Bewohnern der Wohnsilos im Westen, wie z.B. Haslach-Haid rund 18,1 qm pro Person ausreichen müssen, und das zu horrenden Mieten. Wer hier nicht mithalten kann, zumal die Preise so stark wie noch nie zuvor gestiegen sind, findet sich unversehens in der Obdachlosensiedlung wieder. In Barackensiedlungen und Wohnghettos für sog. 'Problemfamilien', wie z.B. Mundenhof, Opfinger Siedlung, Elsässerstr., Klarastraße.

Die Stadt schrieb über die Opfinger Siedlung, die 1936 gebaut wurde, weil die Wehrmacht die bewohnten Kasernen brauchte, 'bewußt gab man diesen Familien eine ganz einfache Wohnung, um sie zu einer anderen Einstellung zu erziehen, soweit das möglich war'. (Akte der Stadtverwaltung von 1947). Erst 1959 (!) wurde eine Stromleitung, 1962 endlich eine Wasserleitung zur Siedlung gebaut. In der Mundenhofsiedlung, die inmitten des Rieselgutes liegt, wohin täglich die Scheiße ganz Freiburgs fließt, gibt es für 120 Menschen einen Wasserhahn, eine kalte Dusche und drei Bretterklos im Freien. Flamm, vom 'Sozial'amt meint dazu: 'Die Siedlung wurde mit den erforderlichen hygienischen Einrichtungen versehen.'

Im Sommer 1969 plante man die Errichtung eines sozialpädagogischen Zentrums. Die Begründung laut BZ (Badische Zeitung,d.Vf.): 'Anlaß für die Planung des Zentrums ist die Notwendigkeit, die Barackensiedlung an der Opfinger Straße zu beseitigen, wenn man das Wohngebiet Weingarten ausdehnen will' (BZ 1.10.1969). Die Firma Hellige (Litton-Konzern) verhinderte den Bau des Zentrums am vorgesehenen Platz, so daß der Plan verschoben werden mußte. Der Grund: Die Hellige-Kapitalisten fürchteten durch die benachbarte Siedlung in schlechten Ruf zu kommen.

Dabei sind diese 'Asozialen' keineswegs selbst schuld, daß sie unter solch unmenschlichen Bedingungen leben müssen. Sie sind zumeist einfache Arbeiterfamilien, die dem Druck des kapitalistischen Systems nicht mehr gewachsen waren. Sie wurden in ihre heutigen Behausungen verfrachtet, weil sie die zu hohen Mieten nicht mehr bezahlen konnten, weil sie sich verschuldeten usw.

WAS VERBIRGT SICH HINTER ALL DIESEN MISSTÄNDEN?

Auf keinen Fall verfehlte Planung sondern die kapitalistische Wirtschaftsordnung! Hier dienen Grundeigentum und Hausbesitz zur Vermehrung des persönlichen Reichtums einiger weniger. Mit Bodenspekulation verdienen einzelne, wie z.B. Fink in München, im Schlaf Hunderttausende ohne sich nur mal umzudrehen. So wurde in Berlin ein Haus von einem Makler für 89 000 DM gekauft, und noch am gleichen Tag für 135 000 DM weiterverkauft. Während nach dem 2. Weltkrieg die Stadt den Quadratmeter Land in St. Georgen für 90 Pf. kaufte, kostet er dort jetzt 60 DM. Wer der Leidtragende der Bodenspekulation ist, zeigt ganz deutlich der jüngste 'Rhodia-Baulandskandal'. Ein Rhodiaarbeiter, der sich einen Schrebergarten kaufen wollte, hätte für einen qm 20 DM auf den Tisch legen müssen, während die SPD-Clique um Keidel den Rhodiakapitalisten den qm für 10 DM herschenkt. Aber hier hört die Geschäftemacherei der Reichen nicht auf.

Auch in Freiburg besitzen einzelne Großkapitalisten (Gottlieb, Ganter) ganze Straßenzüge, deren Mieten sie unkontrollierbar in die Höhe treiben können. Die Folge davon ist eine Mieterhöhung für alle. Seit 1962 sind die Mietpreise laut BZ um 74% gestiegen, und zwar in ganz Westdeutschland. Die steigenden Mieten fressen immer mehr von dem Lohn der Arbeiterklasse. Durchschnittlich liegt der Anteil der Mietpreise heute schon bei 30% eines Arbeitereinkommens. Daß dies nicht sein muß beweist die Volksrepublik (VR,d.Vf.) China: Dort gibt es kein Privateigentum an Produktionsmitteln, dort gibt es keine Ausbeutung der Masse durch einige wenige. Die Miete darf höchstens 3% des Lohnes ausmachen.

Wie wir jetzt an vielen Beispielen gezeigt haben, tut der Staat so gut wie nichts für die Bedürfnisse der Arbeiter. Zur Zeit macht die SPD/FDP-Regierung ein Mordstrara um das neue 'Mieterschutzgesetz' (vgl. **.**.1971,d.Vf.). Es soll angeblich die Mieter besser vor den Vermietern schützen. Kernpunkt des neuen Gesetzes ist eine Neuregelung der Kündigung. Ein die Kündigung rechtfertigender Grund ist unter anderem in Zukunft dann gegeben, 'wenn die Fortsetzung des Mietverhältnisses den Vermieter an einer angemessenen Verwertung des Grundstückes hindert…'. Der Sanierung sind also Tür und Tor geöffnet. '… stellt die Kündigung für die Mieter einen Härtefall dar, entscheidet das Gericht…'. In wessen Interesse das Gericht entscheidet, beweisen folgende Zahlen aus dem Jahre 1969. '… Dabei endete in 95% der Fälle der Rechtsstreit mit dem Ergebnis, daß der Mieter räumen mußte'. (Die letzten Zitate aus: Presse- und Informationsamt (PIA,d.Vf.) der Bundesregierung ). Dieses Gesetz bezeichnet die SPD dann als 'einen großen Schritt nach vorn in der Verwirklichung des sozialen Rechtsstaates'.

Das Resultat der kapitalistischen Wohnungspolitik ist, 'daß die Arbeiter vom Mittelpunkt der Städte an den Umkreis gedrängt werden, daß Arbeiterwohnungen seltener und teurer werden, und oft gar nicht mehr zu haben sind. Denn unter diesen Verhältnissen wird die Bauindustrie, der teure Wohnungen ein weit besseres Spekulationsfeld bieten, immer nur ausnahmsweise Arbeiterwohnungen bauen.' (Friedrich Engels: Zur Wohnungsfrage).

WIE UND MIT WELCHEN FOLGEN VERLIEFEN DIE HAUSBESETZUNGSAKTIONEN IN FREIBURG?

Nach monatelangem ergebnislosem Verhandeln mit der Stadtverwaltung entschlossen sich SDAJ, AStA, DKP etwas gegen die 'himmelschreienden Ungerechtigkeiten' auf dem Wohnungsmarkt zu tun. Und sie haben etwas getan. Sie haben 3 Häuser besetzt, nachdem sie natürlich zuerst zum OB (Oberbürgermeister,d.Vf.) gerannt sind, obwohl dessen Haltung bekannt war, mußten 2 Häuser jedoch gleich wieder räumen, weil sie urplötzlich abgerissen werden sollten. Jetzt sind diese Gruppen (SDAJ, AStA, Jusos (Jungsozialisten der SPD,d.Vf.), Jungdemokraten (Judos der FDP,d.Vf.)) wieder in das Stadium der Verhandlungen getreten.

Warum sind diese Wohnungsbesetzungen im Sande verlaufen?

Diese Gruppen gehen nicht vom Interesse der gesamten Arbeiterklasse aus, sondern versuchen, EINEN besonders krassen 'Mißstand' im Kapitalismus zu verbessern.

Sie sehen nicht, daß einige wenige fast alle Produktionsmittel und Häuser besitzen. Wenn Kapitalisten Wohnungen bauen lassen, dann nicht zum Nutzen der Mieter, sondern um damit Profit zu machen.

Die Wohnsilos, in die sie uns stecken, wo es keine Kinderspielplätze gibt, wo die Wände schlecht isoliert sind, wo man keinen Platz hat, wo keiner den anderen kennt, sind die besten Beispiele dafür.

Und diese Wohnungen, in denen wir nicht leben, sondern uns nur für den nächsten Arbeitstag aufmöbeln können, fressen bis zu einem Drittel unseres Monatslohns.

Wenn nun einer der Hausbesetzer, er will von 'politischem Engagement' nichts wissen, sondern nur ein Dach über dem Kopf haben, sagt, die Aktion soll nicht als 'rotes Signal' gegen kapitalistische Eigentumspolitik verstanden werden, so drückt das nur den Charakter der 'Initiative für Wohnraumbeschaffung' sehr treffend aus. Die 'Initiative für Wohnraumbeschaffung' verbindet ihren Kampf nicht mit dem gesamten Kampf der Arbeiterklasse gegen die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse, sondern vertritt nur die Gruppeninteressen einiger wohnungssuchender Studenten.

UNSERE AUFGABE IST ES, DEN KAMPF GEGEN DIE WOHNUNGSNOT ALS EINEN TEIL DES KAMPFES DER ARBEITER, LEHRLINGE UND STUDENTEN GEGEN DIE ALLUMFASSENDE HERRSCHAFT DES KAPITALS AUFZUNEHMEN."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 4, Freiburg 13.12.1971, S.1ff und 7f

13.12.1971:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt seine 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ) Nr. 4 (vgl. 13.10.1971, 23.3.1972) mit einem Umfang von 10 Seiten DIN A 4 heraus.

Im Leitartikel befaßt man sich mit den Hausbesetzungen in Freiburg (vgl. Dez. 1971), ein weiterer Artikel mit der Jugendgruppe der IG Chemie (CPK) bei Rhodia (vgl. Apr. 1971, 29.11.1971). Zum Lesen des 'Klassenkampf' des BKA wird unter einem Emblem von Hammer, Sichel und Gewehr geworben, welches in der Regel lediglich von KPD/MLs verwandt wird. Zum Ausgleich dafür wird dann noch das "Garstige Weihnachtslied" des DKP-nahen Dieter Süverkrup" abgedruckt. Auf der letzten Seite heißt es: "
AN ALLE BERUFSSCHÜLER!!

Kolleginnen und Kollegen!
Die Ereignisse der letzten Wochen in der Metalltarifrunde (MTR, d.Vf.) zeigen uns deutlich, daß die Kapitalisten nicht mehr so ohne weiteres die Lasten der immer wiederkehrende Krisen des Kapitalismus der Arbeiterklasse aufhalsen können. Die Kollegen beginnen immer mehr zu erkennen, daß dagegen nur ein gemeinsames Vorgehen erfolgreich sein kann, und daß darüber hinaus völlig andere gesellschaftliche Bedingungen geschaffen werden müssen, um dem Klassenstaat und der Ausbeutung ein Ende zu bereiten. Es geht den Kollegen, die jetzt streiken und die in Stuttgart zu zigtausenden auf die Straße gegangen sind (vgl. 8.12.1971, d.Vf.) nicht mehr NUR um die Lohntüte, denn sie haben erkannt, daß sie in diesem System immer am kürzeren Hebel sitzen und um ihre gerechten Lohnforderungen beschissen werden. Aber sich hinsetzen und zu warten, bis sich etwas von alleine ändert, heißt, dem Klassenfeind, den Kapitalisten, Schützenhilfe zu leisten. Deshalb haben sich an den Freiburger Berufsschulen Berufsschulgruppen (BSG, d.Vf.) gebildet, in denen die Kollegen versuchen wollen, AKTIV mit an der Veränderung der kapitalistischen Gesellschaft, in der wir leben, mitzuarbeiten. Wir vom KJB unterstützen diese Initiative und fordern sämtliche interessierten Berufsschüler auf, in diese Berufsschulgruppen zu gehen und sich ein Bild davon zu machen, was hier gearbeitet wird. Es wird ganz besonders auf die Probleme und Schwierigkeiten, unter denen wir Lehrlinge zu leiden haben eingegangen, denn auch die Ursachen unsere Unzufriedenheit fallen nicht vom Himmel, sondern sind Produkt des Kapitalismus, dem ärgsten Feind der Arbeiterklasse.
KOLLEGEN UND KOLLEGINNEN!
SPRECHT MIT UNSEREN VERTEILERN! SIE GEBEN NÄHERE AUSKÜNFTE.
RUFT AN BEI UNSERER KONTAKTADRESSE!
ORGANISIERT EUCH IM KJB!"
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 4, Freiburg 13.12.1971

01.03.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA (vgl. 23.3.1972) berichtet:"
NEUREGELUNG ÜBER BERICHTSHEFT-FÜHRUNG

Die IHK teilt in ihrem Mitteilungsblatt mit, daß wir ab 1.März das Berichtsheft im Betrieb schreiben dürfen. Die Betriebe und Ausbilder verstanden es bisher ganz gut das zu verheimlichen.

In der nächsten KJZ schreiben wir darüber, wie es der IHK einfällt, jetzt das Berichtsheft im Betrieb schreiben zu lassen und was es uns bringt."

Später (vgl. 18.4.1972) berichtet der KJB:"
BERICHTSHEFT-NEUREGELUNG

SCHEINBARE VERBESSERUNG DER AUSBILDUNG

'REGELUNG ÜBER DIE FÜHRUNG VON BERICHTSHEFTEN

Die Industrie- und Handelskammer Freiburg i. Br. trifft zur Durchführung der Berufsausbildung (Paragraph 44 BBiG) entsprechend dem Beschluß des Berufsbildungsausschusses vom 20.Januar 1972 (Paragraph 58 Abs. 2 BBiG) folgende Regelung:

1. Auszubildende führen im Rahmen ihrer Berufsausbildung ein Berichtsheft soweit Ausbildungsordnungen nach Paragraph 25 BBiG bzw. die nach Paragraph 108 BBiG fortgeltenden Ordnungmittel die Berichtsheftführung vorschreiben.

2. Die Vorlage des ordnungsgemäß geführten Berichtsheftes ist Zulassungsvoraussetzung zur Abschlußprüfung (Paragraph 39 Abs. 1 Ziff. 2
BBiG).

3. Das Berichtsheft wird bei der Abschlußprüfung (Paragraph 35 BBiG) nicht bewertet.

4. Vorgeschriebene Berichtshefte sind in folgender Form zu führen:

a) Kaufmännische Auszubildende haben am Ende eines Ausbildungsabschnittes, mindestens aber vierteljährlich einen Tätigkeitsbericht abzufassen.

b) Gewerbliche Auszubildende haben einen kurzgefaßten Wochenbericht zu fertigen. Die Eintragungen sind wöchentlich in Stichworten und handschriftlich vorzunehmen; sie umfassen die in der Berichtswoche ausgeführten Arbeiten - mit Zeitangaben - sowie den in der Berufsschule, im Betriebsunterricht, bei Lehrgesprächen oder besonderen Unterweisungen behandelten Stoff (Eintragungen wie z.B. 'gefeilt, Draht gezogen, Konto geführt, verkauft, repariert' sind nicht ausführlich genug).

Daneben ist im ersten Ausbildungsjahr monatlich ein, ab dem zweiten Aubildungsjahr alle zwei Monate ein Arbeitsbericht zu erstellen.

5. Für die Berichtsheftführung sind die von der Kammer herausgegebenen Vordrucke zu verwenden.

6. Die Führung des Berichtsheftes erfolgt während der Ausbildungszeit im Betrieb. Für den Tätigkeitsbericht im kaufmännischen Ausbildungsbereich und den Ausbildungsbericht sollen je zwei Stunden, für den Wochenbericht eine halbe Stunde aufgewendet werden.

7. Der Ausbildende oder der Ausbilder haben die Berichtshefte der gewerblichen Auzubildenden mindestens monatlich, bei kaufmännischen Auszubildenden am Ende eines Ausbildungsabschnittes, mindestens vierteljährlich zu überprüfen und abzuzeichnen.

8. Der Auszubildende hat dem gesetzlichen Vertreter des Auszubildenden das Berichtsheft in angemessenem Zeitabschnitten zur Einsichtnahme und Unterschrift vorzulegen.

9. Diese Regelung gilt ab 1.März 1972

Der Präsident gez. Quester (unleserlich,d.Vf.)

Der Hauptgeschäftsführer gez. Dr. Schäfer'

Seit dem 1.März dürfen wir nun das Berichtsheft, laut Beschluß der IHK, im Betrieb schreiben. Die Betriebe und Ausbilder verstanden es sehr gut diesen Beschluß in ihren Schubladen landen zu lassen, denn bis heute ist sehr wenigen Lehrlingen diese Neuregelung bekannt. Für die Betriebe heißt das, daß wir ihnen für ein paar Stunden im Monat nicht in der Produktion zur Verfügung stehen und wir somit etwas weniger Profit für ihren Geldbeutel schaffen. Doch die IHK wollte auch nicht so hart sein zu ihren Unternehmern, und läßt uns jetzt dafür nur noch einen Bericht in zwei Monaten schreiben.

Was bringt uns dieser Beschluß der IHK? Bisher mußten wir, wenn wir abends nach acht Stunden Arbeit nach Hause kamen, und noch einml zwei oder drei Stunden hinsetzen und diese dummen Berichte schreiben. Berichte, über Dinge, die wir im Betrieb teilweise überhaupt nicht gemach haben, mußten wir uns aus den Fingern saugen und zu Papier bringen. Nach diesem Beschluß der IHK fällt dieser lästige Punkt teilweise weg, das heißt, was wir in die Berichte schreiben, müssen wir uns nach wie vor aus der Nase ziehen, doch dies dürfen wir jetzt im Betrieb. Dies ist für uns bestimmt eine Erleichterung, doch die Ausbildung hat sich, wie uns die Herren Unternehmer vielleicht einreden, nicht verbessert, denn nach wie vor müssen wir den gleichen Scheiß machen. Wenn der Unternehmer 'ausbildet', so tut er das nicht aus reiner Menschenfreude, sondern er denkt zuerst an sich selber. Und was die Unternehmer brauchen sind Arbeiter, die Knöpfe drehen, Bretter sägen, Angestellte, die Zahlen schreiben und die Bretter verkaufen. Je mehr Bretter die Arbeiter sägen, und je mehr die Angestellten verkaufen, desto mehr Profit macht der Unternehmer. Wenn er uns nun 'ausbildet', so bildet er uns zu Knöpfedrehern, Schlitzeklopfern usw. aus. Er ist nur auf die Ausbeutung unserer Arbeitskraft scharf. Jede Änderung, die er in unserer Ausbildung vornimmt, geschieht mit dem Interesse, ob er es noch nötig hat diese Kenntnisse zu vermitteln oder nicht, in Hinsicht auf unsere spätere Stellung im Produktionsprozeß. Er verbessert somit nicht unsere Ausbildung, sondern paßt sie nur seinen Bedürfnissen an und versucht uns gleichzeitig noch etwas zu beruhigen, indem er von Verbesserung für uns schwafelt. Und wenn wir heute das Berichtsheft im Betrieb schreiben dürfen, so wird es nicht mehr lang gehen, bis es ganz abgeschafft wird, ganz einfach deshalb, weil es den Unternehmern nichts bringt. Denn um später acht Stunden am Tag Schlitze zu klopfen, brauchen wir kein Berichtsheft zu schreiben. Un genau für diese Änderungen haben die Kapitalisten ihre Handlanger geschaffen, Handlanger, die in ihrem gemeinsamen Interesse handeln. Dies sind die Kapitalistenverbände wie BdI usw., und nicht zuletzt auch die IHK, sowie der Staat, der auch die Interessen des Gesamtkapitals wahrnimmt.

Immer mehr Lehrlinge sehen, daß das was sich Ausbildung nennt, mit Ausbildung nichts zu tun hat. Immr mehr Lehrlinge fordern eine bessere Lehrlingsausbildung, ein Ausbildung, die gründlich und vielseitig ist. Immer wenn wir solche Forderungen stellen, schicken die Kapitalisten die IHK oder andere Verbände an die Front. Diese lassen un dann das Berichtsheft im Betrieb schreiben, schwafeln von einer Verbesserung der Ausbildung, sagen aber nichts davon, daß man um Schlitzeklopfen zu können kein Berichtsheft braucht. Das nennen sie dann Verbesserung, sagen nichts davon, daß sie im Interesse der Kapitalisten handeln. Diese Verbände wollen uns auf diese Art verarschen, uns Sand in die Augen streuen, indem sie bei uns von Verbesserungen reden und in Wirklichkeit die Ausbildung nur dem Profitstreben der Unternehmer anpassen. So werden viele Änderungen vorgenommen, die man uns als Verbesserung hinstellen will. So führt man den Stufenplan ein, sagt uns, jeder hat die Möglichkeit eine breite Ausbildung zu bekommen. Und was geschieht? Die Ausbildung wird in vier Stufen eingeteilt: in der ersten bekommt man eine breite Grundausbildung, in der zweiten eine spezielle Ausbildung als Facharbeiter, in der dritten Stufe wird das alles vertieft und in der vierten macht man dann einen Abschluß als technischer Arbeiter. Nach jeder Stufe eine Prüfung und wenn man diese besteht kommt man in die nächste. Wenn der Betrieb dann 20 Arbeiter braucht, bei denen die Kenntnisse der ersten Stufe reichen, läßt man bei der Prüfung zur zweiten Stufe bestimmt 20
durchfallen. Und wenn sie drei Leute brauchen, die die Produktion überblicken, kommen nur drei in die vierte Stufe. Solche Dinge will man uns dann als Verbesserung aufschwatzen, wo sie doch nichts anderes sind als eine Anpassung an die Bedürfnisse der Kapitalisten. Auch der Staat handelt so, wenn er das Berufsbildungsgesetz neu bearbeitet macht er nichts anderes, als den Kapitalistenverbänden die Wege zu ebnen, um sich ihre Teilarbeiter und Knöpfedrücker, die sie zur Profitschaffung brauchen, heranzuziehen. Solche Änderungen sind Verbesserungen für die Kapitalisten aber nicht für uns, wenn es die IHK und andere Verbände uns auch aufschwatzen wollen. Immer wenn uns diese Herren der IHK oder anderer Verbände, Chefs in Betrieben usw. von Verbesserung reden, müssen wir uns überlegen, in wessen Interesse dies dann geschieht, wenn wir ihnen nicht auf den Leim gehen wollen. Um Verbesserungen in unserem Interesse wirksam zu erreichen, müssen wir uns zusammenschließen und darüber reden. Deshalb geht in die Gewerkschaftsjugendgruppen oder kommt in unsere Arbeitskreise, dort können wir gemeinsam über die Berufsausbildung diskutieren."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt und Nr. 5, Freiburg 23.3.1972 bzw. 18.4.1972, S. 6 bzw. S.8 ff

23.03.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt ein Extrablatt "Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhung und Privatisierung der Stadtwerke" seiner 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 13.12.1971, 18.4.1972) mit sechs Seiten DIN A4 und einem Leitartikel zur Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhungen (vgl. 21.3.1972) bzw. deren Vorbereitung (vgl. 17.3.1972) heraus.

Eingegangen wird auch auf die Neuregelung der Berichtheftsführung (vgl. 1.3.1972).

Aus Baden-Württemberg wird aus Herrenberg berichtet von der Erschießung Richard Epples durch die Polizei (vgl. 1.3.1972).

Aus Bremen wird berichtet von einer Lehrlingsdemonstration (vgl. 4.3.1972).

Geworben wird für den 'Klassenkampf' des BKA (vgl. 23.3.1972), der heute vor den Betrieben verteilt werde.

Die 'KJZ' Nr. 5 wird für direkt nach den Osterferien angekündigt.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Demonstration gegen die Fahrpreiserhöhung und Privatisierung der Stadtwerke, Freiburg 23.3.1972

10.04.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA (vgl. 18.4.1972) berichtet spätestens aus dieser Woche: "
AUSBILDUNG IM HANDWERK
'BRAUCHST DU EINEN BILLIGEN ARBEITSMANN, SCHAFF DIR EINEN LEHRLING AN'

Lehrling X fing seine Lehre als Bauschlosser am 1.10.1970 bei der Firma Schätzle in Buchholz an. Ihm wurde laut Lehrvertrag eine Ausbildung nach Recht und Gesetz versprochen. Ein Berufsbild bekam er nicht.

Die Firma Schätzle ist ein 5-Mann-Betrieb indem hauptsächlich Schaufensterrahmen und Geländer hergestellt werden. In solchen Betrieben ist man auf jede billige Arbeitskraft angewiesen. Aus diesem Grund wurde Lehrling X bei Antritt der Lehre gleich klargemacht, daß er Überstunden machen müßte. Im Beisein des Vaters wurde ein Stundenlohn von 3 DM ausgehandelt.

Die Hauptarbeit von Lehrling X bestand die ganze Zeit hindurch aus Fenster verkitten, Stangenmaterial absägen, Werkshallen ausfegen. Überstunden, einmal vier Stunden, waren an der Tagesordnung. Nachdem Lehrling X einmal nach acht Stunden Arbeit ausrückte, schloß ihm der Chef kurzerhand den Kleiderschrank ab und besichtigte dann seine Baustellen. Lehrling X mußte warten, bis der Chef spät abends zurückkam und den Schrank wieder aufschloß. Ein, zei Mal im Monat mußte Lehrling X samstags arbeiten. Das Fortbleiben bestrafte der Chef mit verspäteter Lohnzahlung. Im ersten Lehrjahr brachte es Lehrling X auf über 60 Überstunden, von denen ihm keine bezahlt wurde. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JuArschG, d.Vf.) sagt aus: Lehrlinge unter 18 Jahren dürfen bis zu 44 Stunden in der Woche arbeiten. Überstunden sind verboten. Ausnahmegenehmigung erteilt IHK.

Auch hielt es der Chef für sehr lehrreich seinen Hund von Lehrling X zum 'Geschäft-Verrichten' ausführen zu lassen. Die Stubenreinheit des Hundes war auch nicht ganz astrein. Das bekam Lehrling X auch auf eine lehrreiche Weise zu spüren. Er mußte nämlich des öfteren Hundescheiße aus der Werkshalle entfernen.

Ab und zu wurde das Arbeittempo von Lehrling X durch einen Tritt in den Arsch angehoben. Durch Schimpfwörter sollte der Lehrling zu immer größeren Taten angespornt werden.

Lehrling X gestattete sich einmal für je acht Überstunden einige Tage freizumachen. Als er wieder kam war die Hölle los. Er gab als Grund die unbezahlten Überstunden an. Antwort des Chefs: 'Das mußt du schon mir überlassen.'

Nach eineinhalb Jahren hatte sich Lehrling X durchgerungen, seine lehrreiche Ausbildung abzubrechen. In einem Brief wurde er jetzt vom Chef auf den Paragraphen 9 hingewiesen. Nach dieser Bestimmung erhält der Unternehmer eine Entschädigung, wenn der Lehrling die Lehre abbricht. Diese Entschädigung hatte der Chef der Firma Schätzle schon einmal erhalten, als ein Lehrling vorzeitig die Lehre abbrach.

Was zeigt uns der Fall von Lehrling X? Warum muß Lehrling X Überstunden machen, und warum muß er Arbeiten verrichten, die mit seiner Ausbildung nichts zu tun haben?

Im Handwerk sind 15% der Erwerbstätigen beschäftigt, dort werden aber 34% der Lehrlinge 'ausgebildet'. Das heißt, das nach der Lehre der Großteil der Lehrlinge gar nicht mehr im Handwerk beschäftigt werden kann, daß wir gezwungen sind in die Fabriken zu gehen um dort als Hilfsarbeiter zu arbeiten. Das Handwerk kann aufgrund seiner rückschrittlichen Produktionsweise heute nicht mehr so billig produzieren wie die großen Fabriken. Um trotzdem nicht ganz einzugehen und um der Konkurrenz der großen Fabriken standhalten zu können, braucht das Handwerk billige Arbeitkräfte. Hierzu braucht es Lehrlinge, die für 200 oder 300 DM im Monat das Gleiche arbeiten wie ein Arbeiter. Es braucht Lehrlinge, die Überstunden machen für die Hälfte des Facharbeiterlohnes oder ganz ohne Bezahlung.

Somit bleibt für eine Ausbildung gar keine Zeit übrig. Die Handwerkskammer als Wächter der Ausbildung gibt zwar Ausbildungspläne heraus, doch diese sind nur für wenige Berufe, die sowieso in überbetrieblichen Lehrwerkstätten ausgebildet werden. Damit ist es jedem Handwerksbetrieb selbst überlassen, was er mit seinen Lehrlingen macht. Es gibt zwar ein Berufsbildungsgesetz (BBiG, d.Vf.), doch dieses ist so geschrieben, daß es jeder Betrieb so auslegen kann wie er es gerade braucht.

Für uns heißt das, daß wir dreieinhalb Jahre für einen Lohn arbeiten, von dem wir nicht einmal leben können, daß wir keine Ausbildung bekommen, weil der Betrieb kein anderes Interesse hat, als unsere Arbeitskraft auszubeuten. Nach der sogenannten Lehre muß dann der Großteil in die Industrie gehen, dort müssen wir als Hilfsarbeiten an Fließbändern täglich acht Stunden lang den selben Handgriff machen um die paar Mark zu verdienen, die wir zum Leben brauchen.

Lehrling X steckte die Lehre nach eineinhalb Jahren, dafür soll er nun noch bezahlen, daß er sich nicht noch weitere Jahre von diesem Betrieb ausbeuten läßt, weil er sich am Anfang der Lehre für dreieinhalb Jahre zur Ausbeutung verpflichtet hat; so will es der Lehrvertrag. Doch Lehrling X hat das Problem damit nicht beseitigt, er kann jetzt in einem anderen Betrieb eine Lehre anfangen, dort muß er vielleicht keine Hundescheiße wegkehren, doch eine Ausbildung bekommt er dort auch nicht.

Wie können wir uns nun gegen diese Scheiße zur Wehr setzen? Nicht indem wir zur IHK rennen, die ein Zusammenschluß ist, deren, die uns ausbeuten. Wir müssen uns organisieren als Lehrlinge und Arbeiter, als Klasse mit den gleichen Interessen, denn nur gemeinsam sind wir stark und können uns gegen die Angriffe der Unternehmer richtig wehren.

Wir müssen uns in den Gewerkschaftsjugendgruppen organisieren, denn die Gewerkschaften als Interessenvertretung der Lehrlinge und Arbeiter können gegen die Angriffe der Unternehmer vorgehen. Von dort aus müssen wir gemeinsam für eine bessere Ausbildung, eine Ausbildung nicht im Interesse der Unternehmer kämpfen.

In den Gewerkschaften können wir den Kampf um unsere Tagesinteressen und wirtschaftlichen Bedürfnisse aufnehmen. Um die kapitalistische Produktionsweise, die unsere miserble Ausbildung verschuldet, zu beseitigen, brauchen wir eine eigene Organisation. Eine Organisation, die sich für die wirklichen Interessen der arbeitenden Bevölkerung einsetzt, die in ihrer Aufgabe den Aufbau der sozialistischen Produktionsweise ohne Ausbeutung im Interesse der allseitigen Entwicklung der Menschen sieht."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 5, Freiburg 18.4.1972, S. 6ff

10.04.1972:
Die Berufsschulgruppe Gewerbeschule I des Kommunistischen Jugendbundes (KJB) Freiburg des BKA (vgl. 18.4.1972) berichtet spätestens aus dieser Woche: "
AKTIONSKOMITEE SCHÜLERVERTRETUNG DER GEWERBESCHULE I

Vor einiger Zeit wurde an der Gewerbeschule I durch ein Flugblatt aufgerufen zur Mitarbeit an einer fortschrittlichen Schülervertretung und Schulordnung. Daraufhin bildete sich ein Aktionskomitee SMV, das daran ging, eine neue Satzung zur Schülervertretung und Schulordnung auszuarbeiten. Über das Ergebnis informierten sie uns durch ein weiteres Flugblatt ('Hurra, wir sind soweit') und durch einen Informationsstand auf dem Pausenplatz der G I.

Diese Lehrlinge haben richtig erkannt, daß es nicht reicht, sich nur im Betrieb gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu wehren, und nur dort für eine bessere Ausbildung zu kämpfen, sondern daß man diesen Kampf überall aufnehmen muß, auch an der Berufsschule.

Denn wie sieht es an den Berufsschulen, speziell an der G I aus: Ein Gebäude, das mehr an ein Museum erinnert als an eine Berufsschule, dauernd fallen Stunden aus weil zu wenig Lehrer da sind, von den wenigen Lehrmitteln, die vorhanden sind, sind die meisten schon veraltet, zu wenig Klassenräume, ganze Berufszweige wurden verlegt, so an die Karls-Schule, an die Volksschule Günterstal, Loretto-Volksschule und bei Haberstroh in der Lörracherstr., die Zimmer im letzten Stock sind mehr Taubenschläge als geeignete Klassenzimmer usw. Was noch dazu kommt, sind Lehrer, die offen faschistische Lehrinhalt predigen, Wehrkundeerlaß (WKE, d.Vf.), Kürzung des Bildungsetats. Und um gegen faschistische Lehrer, Wehrkundeerlaß und für bessere Ausbildung an der Berufsschule kämpfen zu können, brauchen wir eine Schülervertretung, die entschlossen unsere Interessen vertritt. Da gibt es zwei Richtlinien des 'Kultusministeriums' (KuMi, d.Vf.) zur SMV, aber genau diese Richtlinien haben den Zweck, zu verhindern, daß wir uns kämpferische Schülervertretungen schaffen, denn nach diesen Richtlinien dürften die Schülervertretungen nur in unwesentlichen Fragen mitbestimmen, z.B. 'sollen auf dem Pausenhof eckige oder runde Papierkörbe aufgestellt werden'. Solche Schülervertretungen können wir nicht gebrauchen, was wir uns schaffen müssen, sind schlagkräftige Schülervertretungen, die für unsere Interessen kämpfen können, Und der Entwurf zur Schülervertretung von dem Aktionskomitee SV ist ein Schritt dahin. Darum unterstützen wir das Aktionskomitee!"
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 5, Freiburg 18.4.1972, S. 5f

18.04.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt die Nr. 5 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 23.3.1972, 15.5.1972) mit zwölf Seiten DIN A4 unter Verantwortung von Leo Horlacher, Freiburg, mit folgendem Leitartikel heraus: "
1.MAI - KAMPFTAG DER INTERNATIONALEN ARBEITERKLASSE

Der 1.Mai ist der Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. An diesem Tag kämpft die Arbeiterklasse in allen Ländern für ihre Forderungen, zeigt, daß es zwischen Arbeitern und Kapital keine Gemeinsamkeiten gibt, sie kämpft gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Seit am 1.Mai 1866 die Arbeiter von Chikago für den 8-Stundentag streikten, gab es viele Meilensteine in der Geschichte des 1.Mai. Sie ist die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Siege und Niederlagen der Arbeiterklasse.

Der internationale Sozialistenkongreß forderte die internationale Arbeiterklasse auf, im Gedenken an die erschossenen Arbeiter von Chikago am 1.Mai 1890 ihre Kampfentschlossenheit zu demonstrieren. Dieser Gedanke faßte vor allem in den Gewerkschaften Fuß. Die Kapitalisten sahen, was auf sie zukam und drohten deshalb mit Aussperrung. Viele Arbeiter gingen am 1.Mai 1890 dennoch auf die Straße, sie flogen aus den Betrieben und wurden in anderen nicht mehr eingestellt. Sammlungen sollten ihnen helfen und die Kollegen ließen sie nicht im Stich.

In der Geschichte der Arbeiterbewegung hatte die Jugend immer eine besondere Stellung. Durch niedrigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen war sie der Unterdrückung der Kapitalisten noch mehr ausgesetzt. Außerdem drückten sie, durch ihre niedrigen Löhne bedingt, auf das Lohnniveau der älteren Kollegen, durch ihre noch frische Arbeitskraft wurden sie vom Kapital als Konkurrenten zu ihren älteren Kollegen eingesetzt. Doch die Arbeiterjugend nahm dies nicht kampflos hin, oft war es gerade die Arbeiterjugend, die den Kampf gegen Ausbeutung zuerst aufnahm.

Bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts schlossen sich in Österreich Handwerkslehrlinge zusammen um den Kampf gegen die bestialischen Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Doch diese Vereinigungen der Handwerkslehrlinge konnten sich anfänglich keine Geltung verschaffen und führten so ein Schattendasein. Erst als die Konkurrenz zwischen den kleinen Handwerksbetrieben und den größeren Fabriken zunahm und dieser Kampf auf die Arbeiterklasse abgewälzt wurde, entschlossen sich immer mehr Lehrlinge sich zu organisieren. Ihr Kampf galt einerseits den barbarischen Ausbildungszuständen, andererseits der Lohnsklaverei. Da nach österreichischem Gesetz die Gründung politischer Jugendorganisationen verboten war, mußten diese Vereinigungen in der Illegalität arbeiten, viele nahmen deshalb einen gewerkschaftlichen Charakter an, ohne auf ihre Kampfziele zu verzichten.

In den meisten europäischen Ländern gab es in den 20er Jahren bereits eine starke sozialistische Jugendbewegung. Vor allem die Arbeiterjugend in der Schweiz kämpfte gegen Krieg, gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für den Frieden und den Sozialismus. Sie führten in der Armee den antimilitaristischen Kampf und in den Betrieben kämpften sie gemeinsam mit ihren älteren Kollegen gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Auf ihrem Jugendtag 1916 (vgl. 1916, d.Vf.) wurden gegen sie zum ersten Mal Waffen eingesetzt, die Gewerkschaften drohten ihnen ihre Mittel zu streichen, doch sie ließen sich nicht einschüchtern und führten ihren Kampf fort. In der Zeit nach dem I.Weltkrieg, der große Löcher in die Reihen der Arbeiterklasse gerissen hatte, entstanden in der ganzen Welt Verbände der Arbeiterjugend, die ein gemeinsames Ziel hatten, den Kampf gegen den Krieg, gegen Ausbeutung und Unterdrückung. So entstanden Jugendverbände in Kanada, Amerika (USA, d.Vf.), England (Großbritannien, d.Vf.), Belgien, Frankreich und nicht zuletzt auch in Deutschland. Diese Jugendverbände kämpften Seite an Seite mit der übrigen Arbeiterklasse für ihre Forderungen.

Im Verlauf der Geschichte mußte die Arbeiterklasse viele schmerzliche Erfahrungen machen. Oft wurden sie von den eigenen Führern verraten und verkauft. Vor allem die SPD Führer waren bereits vor dem I.Weltkrieg an die Seite des Klassenfeindes getreten, indem sie den Krieg unterstützten. Später dann ließ Zörgiebel am 1.Mai 1929 (in Berlin, d.Vf.) in die versammelten Arbeiter schießen, bei diesem Blutbad wurden 33 Männer und Frauen ermordet. Die Bourgeoisie verschärfte ihren Kampf gegen die Arbeiterklasse ständig und versuchte ununterbrochen die Reihen der Arbeiter zu schwächen. Immer versuchte sie die Arbeiterjugend aus der Kampffront der Arbeiterklasse herauszureissen und sie gegen die eigene Klasse auszuspielen. Die Bourgeoisie brauchte die Jugend in ihrer Armee um ihre Raubzüge durchführen zu können. Sie setzte sie gegen die Arbeiterklasse anderer Länder ein. Die Jugend erkannte, für was sie die Kapitalistenklasse brauchte und kämpfte entschlossen dagegen an. In England, daß sich in den 20er Jahren in seinem imperialistischen Raubkrieg gegen China befand, dort versuchte das chinesische Volk mit allen Mitteln zu unterdrücken, um seine Absatzmärkte zu erhalten, verhinderten proletarische Jugendverbände die Waffenauslieferung an die englischen Truppen in China.

Die Arbeiterjugend war von der Kapitalistenklasse nicht nur durch Ausbeutung und Unterdrückung bedroht sondern auch durch Krieg, deshalb kämpfte die Arbeiterjugend nicht nur gegen die Ausbeutung im Betrieb sondern führte auch einen antimilitaristischen Kampf.

In der Bundesrepublik ist die Lage der Arbeiterklasse gegenwärtig gekennzeichnet durch steigende Arbeitshetze, Lohnraub und Preistreiberei auf allen Ebenen. Vor allem in der Stahlindustrie und im Ruhrkohlebergbau (IGM- bzw. IGBE-Bereich, d.Vf.), aber auch in der elektronischen und chemischen (CPK-Bereich, d.Vf.) Industrie bestimmen Kurzarbeit, Massenentlassungen und Stillegungen das Bild. Mit Rationalisierungsmaßnahmen im großen Umfang verfolgen die Kapitalisten das Ziel, den beschäftigten teil der Arbeiter um so stärker auszubeuten und die Arbeitshetze noch weiter beschleunigen zu können.

Lohnraub und Verschärfung der Arbeitshetze werden - trotz aller demagogischer Versprechungen der SPD-Regierung - ergänzt durch weiterwachsende Preissteigerungen beiden wichtigsten Lebensmitteln, durch Verknappung und Verteuerung der medizinischen Versorgung der arbeitenden Bevölkerung. Zusätzlich greift die SPD/FDP Regierung zu arbeiterfeindlichen Maßnahmen wie der Erhöhung von Massenkonsumsteuern (Benzin, Tabak, Branntwein), streicht staatliche Mittel für soziale Aufgaben, zentralisiert das Steueraufkommen zum Vorteil der Monopole in ihrer Hand, während die SPD-Bürgermeister und Stadträte in zahlreichen Städten der BRD und in Westberlin die sprunghafte Erhöhung der Fahrpreise bei den Verkehrsmitteln sowie bei den Tarifen für Gas, Wasser und Strom organisieren. Gegen diese Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der werktätigen Massen durch Monopolkapital und SPD/FDP Regierung haben Arbeiter und Angestellte vor allem während der Tarifkämpfe mit verschärften Kampfmaßnahmen geantwortet.

GEGEN DIE VERSCHÄRFTEN ANGRIFFE DER KAPITALISTENKLASSE - DIE EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER ARBEITERKLASSE

Trotz steigender Kampfbereitschaft mußte die westdeutsche Arbeiterklasse im vergangenen Jahr einen Reallohnabbau hinnehmen. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Politik der Gewerkschaften, deren sozialdemokratische Führung dem 'gesamtwirtschaftlichen Interesse' des Monopolkapitals verpflichtet ist und von vornherein Tarifabschlüsse in Höhe der Lohnleitlinien ansteuerte. Diese sozialdemokratische Linie in den Gewerkschaften ordnet mit ihrer Politik der Klassenversöhnung die Interessen der Arbeiterklasse denen der Kapitalistenklasse unter. Im Kampf gegen diese Linie gilt es, die Kollegen vom Einfluß der Sozialdemokratie zu lösen, damit ausschließlich die Klasseninteressen des Proletariats und keinerlei bürgerliche Politik das Handeln der Arbeiterklasse bestimmen.

MACHEN WIR DIE GEWERKSCHAFTEN ZU KAMPFORGANISATIONEN DER ARBEITERKLASSE!

Zur Zeit stehen die Völker Asiens, Lateinamerikas und Afrikas in einem Kampf gegen ihre imperialistischen Ausbeuter und Unterdrücker. Im Zentrum des internationalen Klassenkampfs steht der langandauernde Kampf der Völker Indochinas gegen den US-Imperialismus, der in diesem Kampf seiner bisher größten Niederlage entgegengeht. Diese Niederlagen des Imperialismus tragen dazu bei, die Widersprüche zwischen Proletariat und Bourgeoisie im Hauptland des Imperialismus, den USA, zu verschärfen. Die Aggression in Indochina wird zum Bumerang. Unter dem Druck der zunehmenden imperialistischen Konkurrenz, hauptsächlich Japans und der BRD, verschärfen sich die Angriffe der US-Monopole auf die nordamerikanische Arbeiterklasse, was das Millionenheer der Arbeitslosen und die mörderische Arbeitshetze in den Fabriken zeigt. Widerstand gegen fortschreitende Verelendung, gegen die zunehmende Unterdrückung von Minderheiten, beantwortet die Kapitalistenklasse mit immer offenerem Terror, besonders gegen die ausgebeutesten Teile der Arbeiterklasse, die schwarzen Arbeiter. Zeigen wir am 1.Mai unsere Solidarität mit den Völkern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas, mit den Arbeiterklassen in den anderen imperialistischen Ländern, mit den Arbeiterklassen in Griechenland, Spanien und der Türkei.

Um ihre imperialistische Politik durchführen zu können, greift die Bourgeoisie immer mehr zu offenem Terror. Hierzu braucht sie eine Armee, die für ihre Machterhaltung andere Völker brutal unterdrückt, sie braucht Militär, das die Arbeiterklasse im eigenen Land für ihre Ausbeutung kleinhält.

Durch den Militarismus ist die Arbeiterjugend ständig bedroht. In der Bundeswehr versucht man die jungen Arbeiter dazu zu erziehen, daß sie im 'Notfall' die Gewehre auf die streikenden Klassengenossen richten, versucht man durch Kasernendrill und Kadavergehorsam ihnen den letzten Funken Klassenbewußtsein auszutreiben. Auf diese Weise versucht die Kapitalistenklasse die Kampfkraft der gesamten Arbeiterklasse zu schwächen.

Durch den Wehrkundeerlaß (WKE, d.Vf.) versuchen die Kapitalisten die Lehrlinge und Jungarbeiter ideologisch zu beeinflußen und ihnen die Bundeswehr schmackhaft zu machen. Diesen Angriff müssen wir abwehren!

KAMPF DEM MILITARISMUS AN DEN SCHULEN1

Die Kapitalistenklasse führt einen fortwährenden Kampf um die Arbeiterjugend, sie will uns aus den Reihen der Arbeiterklasse herausreissen um somit die Kampfkraft der gesamten Arbeiterklasse zu schwächen. Bei Streiks mißbraucht sie uns als Streikbrecher und will uns somit von den Kämpfen der Arbeiter isolieren. Darum:

STREIKRECHT FÜR LEHRLINGE!

EINHEITLICHE KAMPFFRONT DER ARBEITER UND LEHRLINGE!

Durch unsere niedrigen Lehrlingsgelder sind wir nicht einmal in der Lage uns alleine durchzubringen. Wir sind angewiesen auf das eh schon knappe Geld unserer Eltern. Deshalb:

500 DM EINHEITSLOHN FÜR ALLE LEHRLINGE!

Durch den Stufenplan wird die Ausbildung noch mehr den Profitinteressen des Kapitals angepaßt. Es soll ein riesiggroßes Heer von Schlitzeklopfern, Schraubendrehern usw. entstehen.

GEGEN DIE EINFÜHRUNG DES STUFENPLANS

Zeigen wir am 1.Mai unsere Kampfentschlossenheit, wehren wir uns gegen die Angriffe der Kapitalisten und ihres Staates. Gehen wir mit der übrigen Arbeiterklasse auf die Straße."

Berichtet wird aus der Gewerbeschule I (vgl. 10.4.1972), aus dem Handwerk (vgl. 10.4.1972), von den Berichtsheften (vgl. 1.3.1972) und von den Jusos der SPD (vgl. 22.3.1972).

Geworben wird für diese 'KJZ' auch durch den BKA (vgl. 20.4.1972).
Q: Klassenkampf Nr. 20, Freiburg 20.4.1972, S. 11; Kommunistische Jugendzeitung Nr. 5, Freiburg 18.4.1972

15.05.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 18.4.1972, 3.7.1972) in zwei Versionen heraus mit dem Leitartikel "1. Mai in Freiburg".

Weitere Artikel in der Version A sind:
- "DKP 'Veranstaltung'" zur Maifeier der DKP;
- "Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Die SPD verkündet Frieden und nützt den Friedenswillen des Volkes aus" zu den LTW; sowie
- "Solidarität mit den vom Ausschluss bedrohten Kollegen Stockmar und Baum" zum UVB-Ausschluss aus der IG Chemie gegen die beiden Rhodia-Jugendvertreter, wozu der Aufruf der Solidaritätsveranstaltung bzw. der Gewerkschaftsjugend dokumentiert wird.

Es erscheint in der Version A auch der 1. Maibericht zur 'Badischen Zeitung' (BZ), in dem auch der Sozialistische Bund (SB) erwähnt wird:"
Falschmeldung in der BZ

Daß die BZ nicht objektiv berichtet, sondern alles tut um die Aktivität fortschrittlicher Gewerkschafter totzuschweigen oder lächerlich zu machen, zeigt ihre Berichterstattung über den 1. Mai. Anstatt über die Demonstration des Gew. Maikomitees auf dem Stühlinger zu berichten, schrieb sie: 'Zur gleichen Zeit versammelte sich ein anderes 'Grüppchen' zu einer Kundgebung auf dem Stühlinger Kirchplatz, Veranstalter: Bund kommunistischer Arbeiter.' Auf Protest des BKA, SB und des Gew. Maikomitees wurde diese Falschmeldung am nächsten Tag korrigiert. Allerdings war auch dieser Bericht unvollständig. Die BZ hatte einen Teil der Gegendarstellung insgeheim gekürzt."

Beigelegt ist ein KJZ-Extrablatt zu den Jugendvertreterwahlen.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 6 Version A, Freiburg 15.5.1972

15.05.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt die Nr. 6 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 18.4.1972, 15.5.1972) weiterhin datiert auf heute in einer zweiten Version heraus mit dem Leitartikel "1. Mai in Freiburg".

Bekanntgegeben wird: "Der Artikel zur DKP-Veranstaltung wurde wegen inhaltlicher Mängel zurückgezogen und dafür dieser Aufruf zur Vietnamdemonstration abgedruckt."

Weitere Artikel der Version B sind:
- "Solidarität mit den Völkern Indochinas in ihrem Kampf. Demonstration Donnerstag 18.5.1972 17.30 ab Uni";
- "Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Die SPD verkündet Frieden und nützt den Friedenswillen des Volkes aus" zu den LTW; sowie
- "Solidarität mit den vom Ausschluss bedrohten Kollegen Stockmar und Baum" zum UVB-Ausschluss aus der IG Chemie gegen die beiden Rhodia-Jugendvertreter, wozu der Aufruf der Solidaritätsveranstaltung bzw. der Gewerkschaftsjugend dokumentiert wird. Es entfällt die "Falschmeldung in der BZ" zugunsten einer "Berichtigung zur Seite 6 (letzte Seite dieser Zeitung) zu dem IG-Chemie-Ausschluss zweier Rhodia-Jugendvertreter, da dies nur die Erklärung einer politischer Gruppen, aber nicht die der Gewerkschaftsjugend sei, die im Anschluss dokumentiert wird.

Beigelegt ist ein KJZ-Extrablatt zu den Jugendvertreterwahlen.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 6 Version B, Freiburg 15.5.1972

15.05.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt ein Extrablatt "Jugendvertreterwahlen" seiner 'Kommunistische Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 15.5.1972, 3.7.1972) zu den JVW heraus, welches der Nr. 6 vom 15. Mai 1972 beiliegt.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Jugendvertreterwahlen, Freiburg o. J. (1972)

03.07.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt die Nr. 7 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 15.5.1972, 24.7.1972) heraus mit dem Leitartikel "Baader-Meinhof. Statt Privatkrieg - Klassenkampf!" zur RAF, wobei im Abschnitt "Polizeiterror in Freiburg" auch berichtet wird von der Razzia in einem Studentenheim und einer Fünfzimmerwohnung. Weitere Abschnitte sind:
- "Die Gewalttätigkeit des kapitalistischen Systems";
- "Imperialistische Gewalt";
- "RAF - Haß gegen den Imperialismus";
- "Was will die RAF?"; sowie
- "Der Kampf der Arbeiterjugend".

Weitere Artikel sind:
- "In den Rücken geschossen" zu Ian McLeod in Stuttgart (vgl. 25.6.1972);
- "Moralausdünstungen sind schlimmer als Schweissfüße - oder Freizeitprobleme fallen nicht vom Himmel";
- "Propagandaoffizier an der G II" zum Besuch eines Jugendoffiziers der Bundeswehr an der Gewerbeschule II;
- "Lied gegen den Krieg" von Bertolt Brecht; sowie
- "Ausbildung bei Fortschritt" im IGM-Bereich.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 7, Freiburg 3.7.1972

24.07.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt ein Extrablatt "Berufsschulabschlussfeier: Was haben wir eigentlich gelernt?" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 3.7.1972, 2.10.1972) heraus, in dem auf das Handwerk sowie aus dem NGG-Bereich auf die Bäcker, Koch- und Gaststättenlehrlinge eingegangen wird. Erklärt wird: "Was erwartet uns nach der Lehre?" und gefragt: "Rollt der Rubel nach der Lehre?".
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Berufsschulabschlussfeier: Was haben wir eigentlich gelernt?, Freiburg 24.7.1972

02.10.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt die Nr. 8 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 24.7.1972, 16.10.1972) heraus mit dem Leitartikel "Jugendvertreterwahlen 1972. Gemeinsam sind wird stark!" zu den JVW, von denen berichtet wird von Rhodia, Rombach, Herder, Hellige, Kromer, Hüttinger und Fortschritt.

Weitere Artikel sind:
- "Interview mit Jane Fonda: 'Vietnam hat mein Leben verändert.'";
- "Ein Meisterwerk der Demagogie und Heuchelei" zur Rede von US-Präsident Nixon in der Sowjetunion (vgl. 28.5.1972); sowie
- "Solidarität im Kampf gegen politische Unterdrückung und Verfolgung" zu den Ausländergesetzen bzw. dem GUPS/GUPA-Verbot, welches sich auch in Freiburg in einer Ausweisung niederschlug. Aufgerufen wird nach Dortmund (vgl. 8.10.1972).

Angekündigt wird für den 6.10.1972 ein Lehrlingstheater der IGM-Jugend, die darüber noch genauer informieren werde.

Angekündigt wird auch eine Sondernummer Antimilitaristischer Kampf.

Beigelegt ist der "Aufruf Solidarität mit den Völkern Indochinas in dieser entscheidenden Etappe ihres Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit!" von BKA Freiburg, KB Bremen, KB Göttingen, KG (NRF) Mannheim-Heidelberg, KB Osnabrück und KB Wolfsburg, der in Freiburg (vgl. 12.10.1972) unterstützt werde von BKA, KJB, dem Aktionsrat der Uni-Basisgruppen und dem Initiativausschuss Freiburger Schüler.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 8, Freiburg 2.10.1972; BKA Freiburg, KB Bremen, KB Göttingen, KG (NRF) Mannheim-Heidelberg, KB Osnabrück, KB Wolfsburg: Aufruf Solidarität mit den Völkern Indochinas in dieser entscheidenden Etappe ihres Kampfes für Freiheit und Unabhängigkeit!, O. O. (Freiburg) o. J. (1972)

16.10.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt vermutlich in dieser Woche ein auf Oktober datiertes Vietnam-Extra seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 2.10.1972, Nov. 1972) heraus, welches bis auf den Zeitungstitel identisch ist mit dem Extra des 'Klassenkampf' des BKA und auch auf den folgenden Seiten auch dessen Titelzeile trägt.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Vietnam-Extra, Freiburg Okt. 1972

November 1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt vermutlich im November die Nr. 9 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 16.10.1972, 4.12.1972) heraus mit dem Leitartikel "Jetzt Forderungen für die Metalltarifrunde aufstellen!" zur MTR.

Weitere Artikel sind:
- "Bezirksjugendkonferenz der IG Metall";
- "Ein Angriff gegen das Georg-von-Rauch-Haus ist ein schlag gegen uns alle!" zum besetzten Haus in Berlin-Kreuzberg; sowie
- "G II Ausbildungsmittel" zur Gewerbeschule II.

Eingeladen wird zum Vietnamkomitee für Arbeiter und Lehrlinge.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 9, Freiburg o. J. (1972)

04.12.1972:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA gibt ein Extrablatt "Metall-Tarifrunde 73" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. Nov. 1972, 1.2.1973) zur MTR heraus. Eingeladen wird zur Filmveranstaltung (vgl. 7.12.1972)
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Metall-Tarifrunde 73, Freiburg 4.12.1972

01.02.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg des BKA ein Extra "Massenentlassung bei Maurer: 750 liegen auf der Strasse!" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 4.12.1972, 15.2.1973) heraus in einer Auflage von 9 500 Stück, das vor 17 Freiburger, Waldkircher und Teninger Betrieben sowie den Gewerbeschulen in Freiburg und in Malterdingen, Köndringen und vor Maurer verteilt werde.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extra Massenentlassung bei Maurer: 750 liegen auf der Strasse!, Freiburg 1.2.1973

15.02.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt ein Extra "Der Kampf des vietnamesischen Volkes geht weiter, dem vollständigen Sieg entgegen!" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 1.2.1973, 26.2.1973) heraus mit dem Aufruf zur Indochina-Veranstaltung (vgl. 21.2.1973).
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extra Der Kampf des vietnamesischen Volkes geht weiter, dem vollständigen Sieg entgegen!, Freiburg 15.2.1973

26.02.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt die Nr. 11 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 15.2.1973, 26.3.1973) inheraus mit dem Leitartikel "Maurer: Ein deutliches Beispiel für das 'Recht auf Ausbildung' im Kapitalismus" zu den 108 Lehrlingen bei Maurer in Malterdingen.

Weitere Artikel sind:
- "Unzufrieden mit den neuen Tarifen" von der Grundeinheit Post zur ÖDTR bzw. der Mitgliederversammlung der DPG Freiburg bzw. den Postjungboten und Fernmeldelehrlingen und der DPG-Jugendgruppe;
- "Postjugend an vorderster Front im Tarifkampf" in München, aus der 'KAZ' der ABG;
- "Die Arbeit an der Berufsschule. Bericht der Berufsschulgruppen" bzw. der Berufsschulgruppe, die es nach der Reorganisierung des KJB neben den Betriebsgruppen gibt, wobei berichtet wird von der G I und auch der G II, wo die neue SV einen Arbeitskreis gegen die Wehrkunde (WKE) einrichtete, aber auch von der H II;
- "Streik der Bosch-Lehrlinge" in Stuttgart;
- "'Wir haben Euch zu danken'" zum besuch von Le Duc Tho (DR Vietnam) in der VR China und in der SU;
- "Auszug aus der Presseerklärung der Freiburger Ersatzdienstleistenden. Warnstreik der Ersatzdienstleistenden!!" zur Solidarität mit den EDL in Göttingen;
- "Hösch-Kapitalisten wollen 15 000 Hösch-Arbeiter vor Lohnkampf 'schützen'" zu den 8 Entlassungen bei Hoesch Dortmund;
- "Unsere Lage und die Aufgaben des Kommunistischen Jugendbundes";
- "2 Jahre KJB. organisiert kämpfen" zur Reorganisierung:
- "Zum 75. Geburtstag Berthold Brechts am 10. Februar" zu Bertolt Brecht; sowie
- "25 000 in Bonn" zur Vietnamdemonstration am 14.1.1973.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 11, Freiburg 26.2.1973

26.03.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt die Nr. 12 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 26.2.1973, 2.4.1973) in einer Auflage von 5 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "Der 1. Mai muss ein Kampftag werden!".

Weitere Artikel sind:
- "Warum sind wir keine Pazifisten?";
- "'Lern zielen Soldat'. Ein Lied der Befreiungsbewegung in Uruguay;
- Vom Regen in die Traufe" über aus der SU nach Israel ausgereiste Juden, die nun zurückkehren wollen, aus der 'Wahrheit' des KB Bremen;
- "Ausbildung im Handwerk. Lehrling gewinnt Prozess gegen Kapitalisten" zu einem Bericht in der 'KJZ' Nr. 5 vom 18.4.1972 über Schätzle in Waldkirch-Buchholz und dessen juristische Folgen;
- ein Bild nebst einem Pressebericht über die Glückwünsche der Miss Germany 1972 an US-Präsident Nixon für die Bombardierung Vietnams;
- "Solidaritätsveranstaltung mit Hans Jörg Hager", ein Student, der aus seiner Halbtagsstelle an der Uni entlassen wurde, wobei dokumentiert wird die dort verlese "Solidaritätsresolution des KJB" für Eddi Riethmüller bei Raimann;
- "'Was der Polizist getan hat, war Mord!'" aus dem 'Rebell' zum Tode Heinz-Dieter Hübner in Nettlingen (vgl. 3.2.1973);
- Meldungen zu Griechenland und der Türkei aus der 'Wahrheit'; sowie
- "Solidarität mit dem Kollegen E. Riethmüller!" von Raimann (vgl. 28.3.1973) mit dem Lied vom Betriebsfrieden.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 12, Freiburg 26.3.1973

02.04.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt in Zusammenarbeit mit dem Verband der Kriegsdienstverweigerer (VK) Freiburg ein Extrablatt "Rekrutenabschied" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 26.3.1973, 7.5.1973) heraus für die Rekruten der Bundeswehr.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Rekrutenabschied, Freiburg 2.4.1973

07.05.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt die Nr. 13 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 2.4.1973, 1.6.1973) in einer Auflage von 5 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "Ein kämpferischer 1. Mai auch in Freiburg. Eine klare Abfuhr für alle Klassenversöhnler", wobei auch aus deren Städten berichtet wird und über "Der 1. Mai - internationaler Kampftag" sowie von der "BKA-Veranstaltung vom 28.4.73".

Weitere Artikel sind:
- "'Der erste Schuß muß tödlich sein'" zum Werkschutz;
- "Zur Ermordung Pierre Overneys";
- "Das Lied von Maurer" Malterdingen;
- "Unser Kampf gegen die Wohnungsnot" zum Häuserkampf in Frankfurt;
- "Kulturkommission des KJB informiert: Kino Aspirin";
- "Der Kampf der fortschrittlichen Studenten an der Freiburger Uni"; sowie
- "'Ausbildung'" der Berufsschulgruppe mit an der Berufsschule gesammelten Berichten von Schillinger, Schneider & Lümmlin sowie einem Kfz-Elektrik-Betrieb.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 13, Freiburg 7.5.1973

01.06.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt die Nr. 11 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 7.5.1973, 23.6.1973) in einer Auflage von 5 500 Stück heraus mit dem Leitartikel "Der Terror der Bourgeoisie… Rausschmiß von über 250 Jugendvertretern in der BRD… Auflösung der KJA's in Bremen, Hildesheim, Osnabrück… Ausschlussverfahren gegen klassenbewusste Gewerkschafter… Generelles Demonstrationsverbot in Nordrhein-Westfalen, Polizeiüberfälle und Verbotsvorbereitungen gegen kommunistische Organisationen… …hält uns nicht auf!!", wobei ein bebilderter Abschnitt berichtet über den "Polizeiterror in Dortmund"

Weitere Artikel sind:
- "'Die KJZ berichtet einseitig'" zum 'bürgerlichen Journalismus';
- "Militarismus und Antimilitarismus" von der Soldatengruppe im KJB;
- "Ausbildung im Bundesgrenzschutz" (BGS) aus der 'KJZ' Mannheim / Heidelberg;
- das Lied "Der Tanz geht los in Chile" zur dortigen Lage;
- "Chile. Farbwerke Hoechst und Allende Regierung gegen Arbeiter!";
- "Ausbildung von Hilfsarbeiterinnen in der Berufsschule Waldkirch. Leserbrief einer Kollegin";
- "Achtung! Jusos schlagen Alarm. Lehrlingszentrum Heitersheim von 'Chaoten' unterwandert";
- "Leserbrief eines Heitersheimer Lehrlings";
- "Wichtige Mitteilung: Ab Nr. 15 wird die KJZ verkauft", da die Auflage mittlerweile bei über 5 000 liege und Geldmangel herrsche;
- "Warum haben die Indianer die Handelsstation Wounded Knee besetzt? Das blutige Erbe des US-Imperialismus";
- "Der solidarische Kampf lässt sich nicht verbieten. Nehmen wir uns das Streikrecht" für Lehrlinge; sowie
- "Mannheim. Streik bei John Deere mit brutaler Gewalt zerschlagen".

Berichtet wird von Maurer Malterdingen:"
Maurer-Lehrlinge - billige Arbeitskräfte bei Hellige

Die meisten werden sich noch daran erinnern, daß im Januar die Firma Maurer in Malterdingen Konkurs gemacht hat. Neben den mehr als hundert älteren Kollegen, mußten auch Lehrlinge die Firma wechseln. Einige von diesen Lehrlingen wurden von der Hellige übernommen. Während aber die aus dem 3. Lehrjahr bei Maurer jetzt im Sommer ihre Prüfung hätten machen können, müssen sie bei Hellige ein halbes Jahr länger machen. Die Maurer Lehrlinge mußten bei ihrem Eintritt in die Hellige einen Vertrag unterschreiben, der die Leerzeitverlängerung bestimmt. Wieso ist ziemlich klar.

Die meisten der ehemaligen Maurer-Lehrlinge waren erst kurz in der Lehrwerkstatt; dafür aber umso mehr in Abteilungen, wo gerade ein älterer Kollege ausgefallen war oder fehlte. Sie werden voll in der Produktion eingesetzt! Wenn auch die Geschäftsleitung immer darüber jammert, wieviel sie bei der Lehrlingsausbildung drauf zahlt, so zeigt doch das Beispiel der Maurerlehrlinge, daß das nicht stimmt. Denn würde die Firma tatsächlich dazu zahlen, müßte sie doch alles tun, damit die Lehrlinge so schnell wie möglich Facharbeiter werden."
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 14, Freiburg 1.6.1973

23.06.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA und der Kommunistische Arbeiterjugend (KAJB) (NRF) Mannheim / Heidelberg der KG (NRF) geben ein gemeinsames Extrablatt ihrer 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - Freiburg / Waldkirch vgl. 1.6.1973, 17.9.1973; Mannheim / Heidelberg vgl. Juni 1973, 5.7.1973) unter der Schlagzeile "Kampf den politischen Entlassungen!" heraus zur zentralen Demonstration gegen die Jugendvertreterentlassungen, welches auf dieser verteilt wird.

Berichtet wird auch: "Streik bei John Deere (Mannheim): Solidarität hilft siegen!".
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Kampf den politischen Entlassungen!, Mannheim 23.6.1973

17.09.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des KBW gibt die Nr. 16 seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 23.6.1973, 5.12.1973) heraus mit dem Leitartikel "Für ein kostenloses Mittagessen!" zum Kantinenboykott an der Gewerbeschule II (G II).

Weitere Artikel sind:
- "Die Polizei dein 'Freund und Helfer'" mit Bildberichten von Pierburg Neuss, Hella Lippstadt und Ford Köln;
- "Kämpferische Jugendversammlung" von der Grundeinheit Herder;
- "Gegen Rauswürfe von Jugendvertretern" zur Demonstration am Mannheim am 11.7.1973, aus der 'KVZ';
- "Tod eines Gefreiten der Bundeswehr", des Gefreiten Krentel in Braunschweig am 26.6.1973;
- "Für den Sieg des chilenischen Volkes!";
- "Maulkorb für die Vertretung der Freiburger Studentenschaft" zum politischen Mandat des AStA der Uni;
- "Kambodscha. Ein Sieg des Volkes gegen Grossmachtinteressen";
- "Die portugiesische Kolonialherrschaft in Afrika" aus der 'Peking Rundschau' Nr. 30;
- Begriffserklärungen für Kolonialismus und Neokolonialismus; sowie
- "Mozambique: Massaker im Dienste von Krupp, Siemens und AEG".
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 16, Freiburg 17.9.1973

05.12.1973:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des KBW gibt ein Extra "Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates" seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 17.9.1973, 11.2.1974) heraus zur Demonstration am 8.12.1973.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extra Kampf den Notstandsmaßnahmen der Bourgeoisie und ihres Staates, Freiburg 5.12.1973

11.02.1974:
Der Kommunistische Jugendbund (KJB) Freiburg / Waldkirch des KBW gibt die Nr. 1 des 4. Jahrgangs seiner 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 5.12.1973, 26.3.1974) heraus mit dem Leitartikel "'Ja zum Streik'. Tarifverhandlungen: 185 Mark sind schon knapp - wir rücken nicht mehr ab" zur ÖDTR bzw. dem Protest der Freiburger Postler.

Weitere Artikel sind:
- "Streik an der Merianschule";
- "Was wir brauchen, müssen wir uns erkämpfen!" zu den Tarifrunden im ÖD (ÖDTR) bzw. bei der Post (DPG) der ÖTV und der Metalltarifrunde (MTR);
- "Ausschlussantrag gegen OJA-Vorsitzenden" der IGM, denn gegen den Vorsitzenden des IGM OJA Freiburg, Keldermann, ist ein Ausschlußantrag gestellt worden, 6 Mitglieder des Vertrauensleutekörpers bei Blessing Waldkirch sollen Reverse gegen den KBW unterschreiben. Solidarisch habe sich die Mitgliederversammlung der DruPa-Jugend gezeigt;
- "Für ein Jugendarbeitsschutzgesetz im Interesse der Arbeiterjugend!" zum JuArschG, wozu es eine Veranstaltung gibt (vgl. 13.2.1974);
- "'Einer muß der Bluthund sein'" zur Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg;
- "'Drama' um Lehrsaal 6! Postlehrlinge fordern einen neuen Lehrsaal!";
- "Weg mit dem Notenerlass! Weg mit dem Lernmittelerlass!";
- "Nato Portugal. Eine Hand wäscht die andere";
- "Kantate zu Lenins Todestag" von Bertolt Brecht;
- "Die neue Wehrsolderhöhung ist ein Hohn! Wehrpflichtige bekommen einen Hungerlohn…" zur Bundeswehr;
- "Die Jugendlichen vom 'Plätzle'. Jugendliche vom Tennebacher-Platz führen den gerechten Kampf für ein autonomes Jugendzentrum";
- "Kampf den Notstands- und Krisenmassnahmen der Bourgeoisie. Bericht von der KBW-Veranstaltung, Mittwoch 16.1.74";
- "Ausbildung in China"; sowie
- "Antimilitarismus international" aus Japan, den Niederlanden, Schweden, Schweiz und den USA.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Nr. 1, Freiburg 11.2.1974

März 1974:
Die Grundeinheit Erzieherinnen des Kommunistischen Jugendbundes (KJB) Freiburg / Waldkirch des BKA gibt vermutlich im März ein Extrablatt "Numerus Clausus an den Fachschulen für Sozialpädagogik" der 'Kommunistischen Jugendzeitung' (KJZ - vgl. 11.2.1974) zum NC bzw. zur Situation an der Merian-Schule heraus.
Q: Kommunistische Jugendzeitung Extrablatt Numerus Clausus an den Fachschulen für Sozialpädagogik, Freiburg o. J. (1974)

Letzte Änderung: 29.06.2016