1. Mai 1971 in Berlin

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin


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Zum 1. Mai 1971 will sich der DGB Westberlin nun der nicht mehr kontrollierbaren Versammlungen unter freiem Himmel enthalten (vgl. Jan. 1971, 19.1.1971), was natürlich zum Protest der Linken führt, die ein Maikomitee aufbaut (vgl. 31.1.1971, 25.2.1971, 1.3.1971, 3.3.1971, 12.3.1971), welches die KPD/AO zunächst insgeheim zu sabotieren trachtet (vgl. 19.1.1971) und sowohl die IG Metall ablehnt (vgl. 2.3.1971), aber auch die IG Chemie (vgl. 26.3.1971, 26.11.1971, 2.12.1971).

In den Gewerkschaften wird aber auch die Unterstützung einer Maidemonstration bzw. einer Maikundgebung unter freiem Himmel organisiert (vgl. Feb. 1971, 26.2.1971, 22.3.1971, 5.4.1971), wobei es in den gewerkschaftlichen Gruppierungen zu Fraktionsauseinandersetzungen kommt (vgl. 2.3.1971), aber auch im Maikomitee selbst (vgl. 19.3.1971).

Für die aus der PEI hervorgegangene PL/PI ist der 1. Mai 1971 in zweifacher Hinsicht ein Aderlaß, nicht nur wegen der Blutspenden (vgl. 1.3.1971), sondern vor allem auch als Anlass zur Auseinandersetzung über die Gewerkschaftsfrage, wobei dies einer der Gründe für die bald nach dem 1. Mai erfolgende Spaltung gewesen sein dürfte (vgl. März 1971, Juni 1971). Zunächst allerdings muss die Linie der PL/PI entwickelt werden, was u.a. im "Kampfprogramm der PL/PI zum 1. Mai" (vgl. 8.3.1971) geschieht, in dem die PL/PI sich als praktisch wie politisch führender Ansatz zum proletarischen Parteiaufbau darzustellen trachtet. Dieser Anspruch wird offenbar untermauert durch selbstherrliche Aktionen (vgl. 14.3.1971) gepaart mit einer intensiven Agitation und Propaganda, die sowohl die Druck-. als auch die Verteilkapazitäten der PL/PI und der ihr befreundeten Roten Zellen stark beansprucht haben dürfte.

Auch die KPD/ML-ZB beginnt früh mit der Maivorbereitung, wie u.a. von NCR, dem Siemens Gartenfeld und dem Siemens Schaltwerk in Spandau erschlossen werden kann (vgl. Feb. 1971, 26.2.1971, 12.3.1971, 15.3.1971, 22.3.1971).

Für die SEW scheint das Maikomitee seine Funktion nach der Abgeordnetenhauswahl erfüllt zu haben (vgl. 14.3.1971, 23.3.1971, 6.4.1971), neben den Demonstrationsinitiativen der PL/PI und der SEW in Neukölln bildet sich nun auch noch eine für den Wedding seitens der KPD/AO und der drei KPD/MLs heraus (vgl. 29.3.1971, 4.4.1971, 16.4.1971).

Ein großer Teil der bisherigen Gruppen des gewerkschaftlichen Maikomitees orientiert sich nun ebenfalls nach Neukölln (vgl. 30.3.1971, Apr. 1971). Die KPD/AO bleibt vermutlich zunächst weitgehend allein in ihrem gewerkschaftlichen Maikomitee Westberlin 1971 (vgl. Apr. 1971, 12.4.1971, 24.4.1971), während die SEW ein weiteres solches Komitee unter gleichem Namen aufbaut (vgl. 13.4.1971). Allerdings schließen sich nun offenbar auch die drei KPD/MLs dem Maikomitee um die KPD/AO an (vgl. 16.4.1971, 22.4.1971, 23.4.1971), während die PL/PI ihre eigene Maikampagne vorantreibt (vgl. 17.4.1971, 19.4.1971, 26.4.1971) und wohl alle linken Gruppen der Stadt ihre Maiaufrufe veröffentlichen, darunter auch die Anarchisten (vgl. Apr. 1971), u.a. in der 'Fizz' (vgl. 12.4.1971).

Für die KPD/AO ist die Maikampagne 1971 eine Gelegenheit auch ihre Beziehungen nach Westdeutschland zu pflegen, was anläßlich der beiden Veranstaltungen geschieht (vgl. 23.4.1971, 27.4.1971).

Die Spartacisten verfügen nach eigener Einschätzung offenbar über die stärkste gewerkschaftliche Verankerung für ihr Maikomitee (vgl. 19.4.1971, 29.4.1971), allerdings stellt der 1. Mai 1971 beileibe keine ausschließlich gewerkschaftliche Aktion dar, es sind vor allem auch Studenten und Schüler, die die linken Demonstrationen bevölkern. Nicht von ungefähr markiert der 1. Mai 1971 so auch für den Zentralrat der Westberliner Oberschüler (ZR) den Beginn des Zerfalls der Einheit (vgl. 23.10.1971).

Die KPD/ML-ZB (vgl. 14.5.1971) und die KPD/AO sehen sich so durch die Maikampagne gestärkt (vgl. 2.8.1971, 13.8.1971), im Gegensatz zu den Spartacisten (vgl. 20.5.1971). Die Anarchisten werden von den selbsternannten Avantgarden ausgegrenzt (vgl. 10.5.1971, Juni 1971).

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

Januar 1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet: "
DGB-FÜHRER IN WESTBERLIN GEGEN 1. Mai-DEMONSTRATION

Mit Beginn der wirtschaftlichen Krise häufen sich die Verrätereien der rechten Gewerkschaftsführer. Daß dies die Radikalisierung der proletarischen Gewerkschaftsmitglieder mit sich bringt, zeigen die Auseinandersetzungen um die 1. Mai-Demonstration in Westberlin:

Um einer Konfrontation mit oppositionellen Gewerkschaftern zu entgehen, hatten die DGB-Führer in Westberlin im Januar beschlossen, den 1. Mai dieses Jahr im geschlossenen Saal zu feiern. Die Veranstaltung soll mit 500 geladenen Gästen im Sendesaal des SFB (Sender Freies Berlin) stattfinden. Den Grund hat der rechte DGB-Führer Sickert sogar selbst offen genannt: man müsse unter allen Umständen vermeiden, daß die Kommunisten am 1. Mai in Erscheinung treten und Wirkungen erzielen.

Auf diesen Beschluß der DGB-Bonzen erfolgte Protest von vielen proletarischen Kollegen, darunter von einer Vertreterversammlung der IGBSE und dem DGB-Landesbezirksjugendausschuß" (vgl. AEG im IGM-Bereich 19.1.1971, 31.1.1971).

Auch der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. März 1971) berichtet von diesem Beschluß und dem Protest dagegen (vgl. Feb. 1971, d.Vf.).
Quellen: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 3, Bochum März 1971, S. 3; Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 19, Bochum 10.3.1971, S. 8

19.01.1971:
In der 'Metall' der IG Metall erscheint ein Artikel, in dem dargelegt wird, daß der DGB beschlossen habe in Berlin keine Kundgebung unter freiem Himmel durchzuführen, um der APO keine Plattform für deren Agitation zu geben (vgl. Jan. 1971, 31.1.1971).
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 1, Berlin März 1971

19.01.1971:
In Berlin tagt die Grundorganisation AEG der KPD/AO. Beschlossen wird u.a.: "
Das Maikomitee, das die ehemalige Apo auf die Beine zu stellen versucht soll mit allen Mitteln bekämpft werden."
Q: KPD/AO: Pd. GO-AEG v. 19.1.71, o.O. (Berlin) o.J. (1971)

25.01.1971:
In Berlin gibt die KPD/AO die Nr. 15 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. Jan. 1971, 15.2.1971) heraus. Festgestellt wird: "Der 1. Mai muss der Kampftag der Arbeiterklasse sein".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr. 15, Berlin 25.1.1971, S. 7

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31.01.1971:
In Berlin hat, laut RC-Vorstand, die Internationale der Kriegsdienstgegner (IDK) Ende Januar als Reaktion auf den Beschluß des DGB, keine Maidemonstration zu machen, "eine Reihe von sozialistischen Gruppen … sowie oppositionelle Gewerkschafter zur Diskussion über die gemeinsame Vorbereitung des 1. Mai 1971 eingeladen. Daraus entstand eine Diskussionsrunde, die einige Wochen lang regelmäßig tagte" (vgl. 19.1.1971, 25.2.1971).
Q: RC-Bulletin Nr. 3, Berlin 13.4.1971

Februar 1971:
Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. März 1971) berichtet vermutlich aus dem Februar von der Maivorbereitung (vgl. Jan. 1971): "
GEWERKSCHAFTSFÜHRER FÜRCHTEN 1. Mai
KOLLEGEN FORDERN: KAMPFDEMONSTRATION

Wie jetzt bekannt wurde, wollte der Berliner Innensenator Neubauer (SPD) am 1. Mai des letzten Jahres die Polizei holen. Damit wollte er die 'zur Ruhe bringen', die sich das leere Geschwätz der Festredner nicht mehr anhören wollten. Der DGB-Führer Sickert erklärte, er habe 'mehrmals bei Neubauer intervenieren müssen', um das zu vermeiden. Diesmal haben Sickert und seine Freunde dafür gesorgt, daß Neubauer gar nicht erst in solche Schwierigkeiten kommt; sie wollen den 1. Mai im Saal mit 'geladenen Gästen' feiern.

Die Gewerkschaftsführer in Berlin haben beschlossen, den 1. Mai hinter verschlossenen Türen abzuhalten; mit 500 geladenen Gästen im Sendesaal des SFB.

Wer da eingeladen werden soll, ist klar. Nicht die Kollegen aus den betrieben, sondern die Bonzen. Die Kollegen sollen sich zu Hause vor das Radio oder den Fernseher setzen und so daran teilnehmen.

Dieser Beschluß hat seinen guten Grund!

Die Gewerkschaftsführer wollen unter allen Umständen verhindern, daß die Berliner Arbeiter am 1. Mai auf die Straße gehen. Eine Demonstration am 1. Mai 1971 wird eine Demonstration gegen die Auswirkungen der Krise, gegen den Verrat der SPD-Führer und der Gewerkschaftsführer. Denn auch in Berlin werden immer mehr Kollegen von den Auswirkungen der Krise betroffen: bei AEG (IGM-Bereich, d.Vf.) droht 5 000 Arbeitern der Rausschmiß, in der Kabelindustrie 1 000 Kollegen. Auch die Angriffe gegen die Arbeiterjugend werden immer härter (…).

ANGST VOR DEN KOMMUNISTEN

Die Kommunisten waren bisher die einzigen, die auf der Seite der Arbeiter standen. Und sie werden auch am 1. Mai den Arbeitern den Weg weisen: gegen die Angriffe der Kapitalisten, gegen den Verrat der Gewerkschaftsführer und der SPD-Führer.

UND DAVOR HABEN DIE BONZEN ANGST.

Sie wollen einen offenen Konflikt zwischen den Arbeitern und dem SPD-Senat auf jeden Fall vermeiden.

So meinte der DGB-Führer Sickert, man müsse unter allen Umständen vermeiden,
daß die Kommunisten am 1. Mai in Erscheinung treten und Wirkungen erzielen.

Darum sind die Gewerkschaftsführer auch nicht zimperlich, wenn es gilt, den Widerstand der Gewerkschaftsmitglieder gegen diesen Verrat zu brechen. Und der Widerstand ist groß:

- Die Vertreterversammlung der IG Bau-Steine-Erden (BSE - vgl. **.*.1971, d.Vf.), der DGB-Landesbezirksausschuß (LBJA - vgl. **.*.1971, d.Vf.), der Ortsjugendausschuß der IG Chemie (CPK-OJA - vgl. **.*.1971, d.Vf.) und viele Vertrauensleute fordern einen offenen 1. Mai. Der Ortsjugendausschuß der IG Metall sammelte mit Unterstützung der KPD/ML und des KJVD für diese Forderung Unterschriften in den Betrieben.

Und das war die Antwort der Gewerkschaftsführer:

- Sie fälschten das Protokoll der Sitzung des DGB-Landesbezirksjugendausschusses. Im Protokoll stand, daß sich die Versammlung für einen offenen 1. Mai ausspricht. Die Gewerkschaftsführer erklärten das einfach für einen 'Irrtum'.
- Sie drohten dem Ortsjugendausschuß der IGM mit einem Ausschluß, falls er in den Betrieben weiter Unterschriften für einen kämpferischen 1. Mai sammelt.
- Und sie gingen daran, die Arbeiter in Junge und Alte zu spalten. Sie boten den Junggewerkschaftlern eine eigene Veranstaltung am Vorabend des 1. Mai an.

Der Ortsjugendausschuß des DGB ist auf diesen hinterhältigen Vorschlag eingegangen.

Der Ortsjugendausschuß der IG Chemie aber hat erkannt, was die Gewerkschaftsführer damit bezwecken: sie wollen verhindern, daß sich alle Kollegen gemeinsam für einen kämpferischen 1. Mai einsetzen.

Der KJVD und die KPD/ML stehen voll hinter diesem Beschluß des Ortsjugendausschusses der IG Chemie: 'Der 1. Mai ist der Kampftag der gesamten Arbeiterklasse! Deshalb: Arbeiterjugend und ältere Kollegen! Heraus zum 1. Mai!'"
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 3, Bochum März 1971, S. 3

Februar 1971:
In Berlin spricht sich der Ortsvorstand der IG BSE, laut KPD/ML-ZB, vermutlich im Februar einstimmig für einen kämpferischen 1. Mai aus.
Q: Rotlicht Nr. 8, Berlin März 1971

Februar 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 12 (vgl. Okt. 1970, Apr. 1971) als Betriebszeitung der Betriebsgruppe DWM mit dem Artikel "DGB: 1. Mai 1971 mit Eintrittskarten! Statt Kampftag der Arbeiter Kaffeestunde der Bonzen??".
Q: Der rote Weichensteller Nr. 12, Berlin Feb. 1971, S. 3f

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Februar 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 6 des 'Rotlicht' - Zeitung der Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB (vgl. Jan. 1971, 1.3.1971). Berichtet wird u.a. über die Vorbereitung des 1. Mai.
Q: Rotlicht Nr. 6, Berlin Feb. 1971, S. 8

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Februar 1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens Kabel- und Hausgerätewerk der KPD/ML-ZB die Nr. 2 (vgl. Jan. 1971, 12.3.1971) ihres 'Roten Gartenfelders' heraus. Aufgerufen wird zum 1. Mai.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 2, Berlin Feb. 1971

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Februar 1971:
Der KB/ML Westberlin gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. Dez. 1970, März 1971) mit dem Leitartikel "DGB: 1. Mai 1971 mit Eintrittskarten!" heraus.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 6, Berlin Feb. 1971

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01.02.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 8 des 'Klassenkampf - Ausgabe Osram' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 11.1.1971, 22.2.1971) mit einem Ausgabenübergreifenden Artikel zum 1. Mai in Berlin.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Osram Nr. 8, Berlin Feb. 1971, S. 2

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15.02.1971:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die KPD/ML-ZB ihren 'AEG-Arbeiter' Nr. 10 (vgl. 12.1.1971, 9.3.1971) heraus mit dem Artikel "Für einen kämpferischen 1. Mai".
Q: Der AEG-Arbeiter Nr. 10, Berlin 15.2.1971, S. 7

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17.02.1971:
In Berlin bringt die KPD/ML-ZB erstmals die 'Rote Turbine' - Zeitung der Betriebsgruppe KWU der KPD/ML (vgl. 10.3.1971) heraus. Eingetreten wird: "Für einen kämpferischen 1. Mai!"
Q: Rote Turbine Nr. 1, Berlin 17.2.1971, S. 9

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25.02.1971:
In Berlin wird ein "Gewerkschaftliches Maikomitee" (vgl. 1.3.1971) gegründet, an dem sich, laut KJO Spartacus, sie selbst, die Gewerkschafter der SEW, die KPD als IG Chemie Jugend und als AEG R2 Vertrauensleute, der KB/ML und der KJVD-Neue Einheit (die KJO vertippt sich hier und schreibt 'Heimat' statt 'Einheit', d.Vf.) beteiligen. Die KPD/ML-ZB unterstütze die Angelegenheit.

Auch laut RC-Vorstand wird ein gewerkschaftliches Maikomitee gegründet. Dieses besteht u.a. auch aus Teilen der bisherigen Diskussionsrunde zur Maivorbereitung (vgl. 31.1.1971). Über diese wird vom RC-Vorstand u.a. folgendes ausgeführt: "
In diesem Gremium standen sich praktisch von Anfang an zwei Hauptlinien gegenüber:
a) die rein gewerkschaftliche Linie, hauptsächlich vertreten von 'Spartacus' … wollte … auf jeden Fall eine gewerkschaftliche Mai-Demonstration aufrechterhalten, die dann eben von oppositionellen Gewerkschaftern und Gewerkschaftsgruppen zu führen … sei. …

b) die Gegenposition vertrat am eindeutigsten die 'Proletarische Linke'. Sie lehnte es … ab, die … Durchführung der Mai-Demonstration 1971 an dem Stand der innergewerkschaftlichen Opposition zu orientieren und damit auf diesen Stand zu reduzieren.

Außerhalb dieser 'Diskussionsrunde' stand die KPD/AO, die aber … die Gründung eines 'Gewerkschaftlichen Maikomitees' betrieb, … . Diese Initiativen (der KPD/AO, des einen Teils des Diskussionsgremiums, sowie auch von SEW-Gewerkschaftern) führten dann Ende Februar 1971 (heute, d.Vf.) zur Gründung eines 'gewerkschaftlichen Maikomitees', …, das … schon damals praktisch ein Zusammenschluß verschiedener politischer Organisationen … war (… noch dabei: KB/ML, eine Gruppe der KPD/ML u.a.)."

Die erste Maizeitung sei noch gemeinsam von SEW und KPD/AO erstellt worden (vgl. 14.3.1971).

Auch die KPD gibt die Konstituierung des gewerkschaftlichen Maikomitees bekannt.

Das Maikomitee konstituierte sich, laut KPD, auf der Grundlage einer Resolution, "die 21 von 29 Vertrauensleuten bei AEG-Telefunken Fachbereich R2 verabschiedet hatten".

Die KPD/ML-ZB berichtet von der Reaktion auf den DGB-Beschluß (vgl. Jan. 1971) und fährt fort: "
Es wurde ein 1. Mai-Komitee gegründet, das einen offenen 1. Mai (mit Demonstration und Kundgebung) fordert. Die Initiatoren dieses Komitees sind unter anderem:
die Jugendgruppe der IG Druck und Papier, der Verwaltungsstellen Jugendausschuß der IG Chemie Papier Keramik, die Jugendopposition der ÖTV, viele Vertrauensleute von AEG, Schering usw. und der Ortsjugendausschuß der IGM. Dieser sammelte mit Unterstützung der KPD/ML und des KJVD Unterschriften in den Betrieben für einen offenen 1. Mai.

In einem Aufruf des Komitees heißt es: 'Die geschlossene Veranstaltung (des DGB-Vorstandes) widerspricht den Interessen der Gewerkschaftsmitglieder am aktiven gewerkschaftlichen Kampf. Traditionell ist der 1. Mai der Tag, an dem die Arbeiterklasse und ihre Gewerkschaften ihre Stärke demonstrieren'. Die Ortsverbände der KPD/ML und des KJVD Westberlin unterstützen das Komitee politisch und organisatorisch.

Die rechten Gewerkschaftsführer versuchen nun mit allen Mitteln, diesen Widerstand zu brechen:

Sie fälschten das Protokoll der Sitzung (vgl. **.*.1971, d.Vf.) des DGB-Landesbezirksjugendausschusses (im Protokoll stand, daß sich die Versammlung für einen OFFENEN 1. Mai ausspricht, die DGB-Führer machten einfach einen geschlossenen 1. Mai daraus; als die Fälschung aufgedeckt wurde, behaupteten die Bonzen frech, das sei ein Irrtum gewesen).

Sie drohten dem IGM-Ortsjugendausschuß mit Ausschluß, falls er in den Betrieben weiter Unterschriften für den 1. Mai sammelt und sie machten der Gewerkschaftsjugend den Vorschlag, eine eigene Veranstaltung am Vorabend des 1. Mai abzuhalten. Der Ortsjugendausschuß des DGB ist auf dieses spalterische Angebot eingegangen. Die IG Chemie Jugend aber hat erkannt, welch üblen Zweck die Gewerkschaftsbonzen damit verfolgen. Ihr Ortsjugendausschuß erklärte: 'Der 1. Mai ist der Kampftag der gesamten Arbeiterklasse! Deshalb Arbeiterjugend und ältere Kollegen! Heraus zum 1. Mai!'

Die Maßnahmen der Gewerkschaftsführer zeigen, daß sie unter allen Umständen verhindern wollen, daß die Arbeitermassen am 1. Mai auf die Straße gehen; denn eine Demonstration am 1. Mai mit den sich radikalisierenden Arbeitern, unter Führung der Kommunistischen Partei wird eine Demonstration gegen die Auswirkungen der Krise und gegen die Verrätereien der SPD- und Gewerkschaftsführer.

Um das zu verhindern, werden die rechten Gewerkschaftsbonzen und die sozialfaschistischen Führer in der SPD zu noch härteren Mitteln greifen. Bereits im letzten Jahr wollte der SPD-Innensenator von Westberlin, Neubauer, die Polizei gegen eine große Zahl von oppositionellen Gewerkschaftsmitgliedern einsetzen, die sich das Geschwätz der rechten Gewerkschaftsbonzen nicht länger anhören wollten. Im Jahre 1929, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, ließ der SPD-Polizeipräsident Zörgiebel die Demonstration verbieten; trotzdem gingen 200 000 Arbeiter unter Führung der KPD auf die Straße. Zörgiebel hetzte Polizei auf sie und ließ 30 Arbeiter ermorden."

An anderer Stelle berichtet die KPD/ML-ZB: "
Nachdem die DGB-Bonzen den Beschluß verkündet hatten, den 1. Mai unter sich im Saal zu feiern, mit der Begründung, 'die Arbeiter wollen ja sowieso nicht demonstrieren, die sitzen viel lieber vorm Fernseher', ging eine breite Empörungswelle durch die Fabriken. Oppositionelle Gewerkschafter gründeten am 25.2. ein Mai-Komitee, das eine Demonstration organisieren wollte und die Kollegen zur Unterstützung aufrief (…).

Die KPD/ML hat dieses Mai-Komitee von Anfang an begrüßt und in jeder Hinsicht unterstützt. Es wurden zahlreiche Unterschriften für das MK gesammelt; die Partei leistete organisatorische Hilfe, indem sie die Flugblätter des MK an den Westberliner Großbetrieben verteilte. Im MK saßen auch Kollegen, die politischen Organisationen angehörten. Es wurde beschlossen, daß das MK sich auf einige zentrale Losungen einigen sollte, daß aber darüber hinaus die politischen Organisationen ihre eigene Agit-Prop entfalten könnten.

Der gemeinsame Grundsatz war:
Es geht um das demokratische Recht der Arbeiterklasse, den 1. Mai als ihren Kampftag zu feiern. Dazu ist es notwendig, gegen den DGB-Beschluß dieses Recht zu verteidigen und zwar auf der Basis einer breiten Aktionseinheit.

Auch die Vertreter der SEW, die Kollegen von der IGBSE stimmten diesem Grundsatz zu.

Das Mai-Komitee meldete die Route zur Demonstration im Wedding an, nachdem es gemeinsam diesen Beschluß gefaßt hatte. Die erste Mai-Zeitung wurde gemacht auf Grundlage der Forderungen, auf die man sich gemeinsam geeinigt hatte."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 19 und 28, Bochum 10.3.1971 bzw. 17.4.1971, S. 8f bzw. S. 3f; Rote Presse Korrespondenz Nr. 106, Berlin 1971, S. 1;Rote Fahne Nr. 16, Berlin März 1971;RC-Bulletin Nr. 3, Berlin 13.4.1971;KJO Spartacus-OL Westberlin: Rundbrief, Berlin 29.3.1971

26.02.1971:
Im Berliner DGB-Haus findet eine Veranstaltung der DGB-Jugend zum BVG statt, zu der u.a. die KJO Spartacus mit einem Flugblatt "Kampf dem arbeiterfeindlichen BVG!" mobilisierte.

Laut KPD/AO besuchen über 200 die Veranstaltung und verabschieden eine Resolution gegen das BVG und für eine Maidemonstration.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 17, Berlin März 1971, S. *; Rote Fahne Nr. 15, Berlin März 1971;Rote Presse Korrespondenz Nr. 106, Berlin 12.3.1971;KJO Spartacus: Kampf dem arbeiterfeindlichen BVG!, Berlin 1971

26.02.1971:
In der Nr. 2 ihres 'NCR Arbeiter' (vgl. 4.2.1971, 12.3.1971) beschäftigt sich die Berliner Betriebsgruppe NCR der KPD/ML-ZB u.a. mit der Maivorbereitung u.a. durch die Verwaltungsstellen der IGM und der BSE sowie der IG Chemie (CPK).
Q: Der NCR Arbeiter Nr. 2, Berlin 26.2.1971, S. 4f

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März 1971:
Noch im März erscheint in Berlin "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse" als erste Zeitung des gewerkschaftlichen Maikomitees Westberlin 1971 (vgl. März 1971), mit zwei Seiten DIN A 4. Berichtet wird über die Spaltung des Maikomitees durch die SEW und über drohende Disziplinierungen gegen Maikomiteemitglieder bei AEG, R2, DWM, Schering und Spinne. Aufgerufen wird zur Veranstaltung in der TU am 1.4.1971.
Q: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 1, Berlin 1971

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März 1971:
Noch im März erscheint in Berlin "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse" als erste Zeitung des gewerkschaftlichen Maikomitees Westberlin 1971 (vgl. Apr. 1971), mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 3, für die Rainer Borchart in der Fregestr.76 verantwortlich zeichnet, während der Kontakt über Surmann möglich ist. Berichtet wird über die Spaltung des Maikomitees durch die SEW und über eine Reihe von Entlassungen und Stillegungen innerhalb Berlins und der 'BRD', und u.a. von Siemens, Borsig, Osram, KWU und dem Sanierungsgebiet im Wedding. Aufgerufen wird zur Veranstaltung in der TU am 1.4.1971.
Q: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 1, Berlin 1971

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März 1971:
In Berlin gibt die KPD/AO vermutlich Anfang März die Nr. 17 ihrer 'Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. 15.2.1971, 29.3.1971) heraus. Berichtet wird im Leitartikel "1. Mai bleibt der Kampftag der Arbeiterklasse", der gekürzt auch auf Serbokroatisch erscheint, über die Gründung des Maikomitees.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 17, Berlin März 1971, S. 1ff

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März 1971:
Die Nr. 5 des 'Roten Bosch-Zünders' (vgl. 28.12.1970, Apr. 1971), Zeitung der Betriebsgruppe Bosch, erscheint in Berlin mit dem Artikel "1. Mai 1971: Statt Kampftag der Arbeiter Kaffeestunde mit Eintrittskarten!".
Q: Roter Bosch-Zünder Nr. 5, Berlin März 1971, S. 3

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März 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 13 (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) mit dem Artikel "Angst der Bürokraten" zur Gründung des Maikomitees am 25.2.1971.
Q: Der rote Weichensteller Nr. 13, Berlin März 1971, S. 6

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März 1971:
In der Berliner PL/PI zirkuliert vermutlich im März ein 9-seitiger Wachsmatrizenentwurf einer "Erklärung der PL/PI zur Gewerkschaftsfrage". Ein Text gleichen Namens wird in dem Zentralorgan 'PL' Nr. 4 im Apr. 1971 veröffentlicht. In dem Entwurf wird u.a. ausgeführt:
"Bei der Vorbereitung des diesjährigen 1. Mai rückt auch in Westberlin eine Frage in den Mittelpunkt, der in den Kampfzentren der westdeutschen Arbeiterschaft längst eine Schlüsselrolle zukommt: die Gewerkschaftsfrage; die Frage, ob die Gewerkschaften noch als eine Waffe der Arbeiterklasse anzusehen sind, oder ob sie nicht vielmehr bereits ein einziges Hindernis für den Kampf der Arbeiter gegen die Kapitalisten darstellen; darüber hinaus die Frage, ob mit innergewerkschaftlicher Opposition die Gewerkschaften wieder auf einen richtigen Kurs zu bringen sind, oder ob es nicht darum geht, daß sich die Arbeiterschaft in ihren Kämpfen Machtorgane schafft, die den Kampferfordernissen besser entsprechen als jede gewerkschaftliche Organisation. deutlich wird, in welchem Gegensatz die Politik der Gewerkschaften zu den Interessen der Arbeiterklasse bereits steht." Dann wird auf den Widerspruch zwischen Basis und Führung eingegangen sowie erkannt, "daß sich die Gewerkschaften darauf beschränken, die Interessen der Arbeiterschaft nur soweit zu vertreten, wie das die Interessen der Kapitalisten zulassen", derweil die Funktionäre "an der Verfolgung revolutionärer Arbeiter - … - eifrig mitwirken; denn dies entspricht den wirklichen Interessen dieser Funktionäre." Deshalb müßten "die kämpfenden Arbeitermassen zentrale, die Kämpfe vereinheitlichende Kampfkomitees errichten. …
… ein bis zur nationalen Ebene hin zentralisiertes Machtsystem von Arbeiterräten, …; die Entlarvung der Gewerkschaften ist … vom Klassenkampf untrennbar. Und ebenso ist es notwendig in den Gewerkschaften zu arbeiten, um den Einfluß der Gewerkschaftsapparate auf die gewerkschaftlich organisierte Basis zu zerstören."
Q: PL/PI: Erklärung der PL/PI zur Gewerkschaftsfrage (Entwurf), Berlin o.J. (1971)

März 1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) ihr Zentralorgan 'PL' Nr. 2 (vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) für März heraus.

Enthalten ist auch der "Aufruf der PL/PI" zum Roten 1. Mai: "Der Reformismus ist gescheitert. Alle Kraft dem Klassenkampf!".
Q: PL Nr. 2, Berlin März 1971, S. 11

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01.03.1971:
Ein Komitee für den 1. Mai konstituiert sich in Berlin. Dem Komitee gehören, nach Ansicht des 'Berliner Extra Dienstes' (BED), politisch links orientierte Organisationen an. Unterzeichner des Aufrufs sind u.a.: IGM Jugendgruppe DeTeWe, Jugendvertretung bei Schering und die Fachgruppe Buchhandel und Verlage in der HBV.
Q: Berliner Extra Dienst Nr. 17, Berlin ****1971, S. 2

01.03.1971:
Das Gewerkschaftliche Maikomitee Westberlin (vgl. 25.2.1971, 5.3.1971) veröffentlicht einen "Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai", der auch einen Abschnitt für Unterstützungsunterschriften enthält.
Q: Gewerkschaftliches Maikomitee: Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai, Berlin o. J. (1.3.1971)

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01.03.1971:
In der Berliner PL/PI erscheint vermutlich in den ersten Märztagen das 'Zirkular' Nr. 6 (vgl. 4.2.1971, 8.3.1971). U.a. findet sich auch eine "Organisations-Mitteilung zum 1. Mai", in der bekanntgegeben wird, "daß bis zum 1. Mai von der PL/PI ca. 200 000 DIN A2-Druckseiten (zusätzlich zu PL und Klassenkampf) verteilt werden. … Deshalb haben wir beschlossen, daß jedes leiblich gesunde Mitglied … einmal Blut spendet."
Q: PL/PI: Zirkular Nr. 6, Berlin o.J. (1971)

02.03.1971:
Die Berliner Ortsverwaltung der IG Metall erklärt, laut KPD/AO, in einem Schreiben vom 2. März 1971 "sich nicht von diesem kommunistischen 'Maikomitee' mißbrauchen zu lassen" und daß "dieses 'Maikomitee' nicht befugt ist, im Namen der IG Metall zu sprechen bzw. zu handeln.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 106, Berlin 1971, S. 1

02.03.1971:
In Berlin wird im Protokoll der Grundorganisation AEG der KPD/AO u.a. festgehalten: "
In der gewerkschaftlichen Jugendgruppe hat es Auseinandersetzungen gegeben darüber, ob im Maikomitee von jeder Organisation ein Delegierter oder ob die gesamte Gruppe nur einen Delegierten für alle zusammen stellen soll. Es wurde schließlich ein Spartakist (Anhänger der KJO Spartacus, d.Vf.) und kein Vertreter von uns gewählt. X schlägt vor, daß man versuchen sollte, mit einem KJVD-Vertreter eine Absprache zu treffen, um den Spartakisten auszuschalten."
Q: KPD/AO: P v. 2.3.1971 der GO-AEG, o.O. (Berlin) o.J. (1971)

03.03.1971:
Vermutlich heute gibt die Berliner KPD/AO die Nr. 15 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 1.2.1971, 24.3.1971) heraus, deren Umfang sich von 12 Seiten nun auf 8 Seiten verringert hat. Berichtet wird u.a. über das Berliner Gewerkschaftliche Maikomitee (vgl. 25.2.1971), welches derzeit unterstützt werde von:
- Vertrauensleutekörper AEG Telefunken Fachbereich R2,
- Jugendvertrauensleutekörper Schering,
- Jugendvertrauensleutekörper Spinnstoff Zehlendorf,
- IG Chemie Verwaltungsstellen Jugendausschuß,
- IGM-Jugendgruppe DTW,
- GEW-Studentengruppe PH,
- DruPa-Jugend,
- ÖTV-Opposition,
- ÖTV-Jugendopposition,
- Fachgruppe Architektur-/Ingenieurbüros der IG BSE,
- und der Fachgruppe Buchhandel und Verlage der HBV.
Q: Rote Fahne Nr. 15, Berlin März 1971

05.03.1971:
Das Gewerkschaftliche Maikomitee Westberlin (vgl. 1.3.1971, 15.3.1971) veröffentlicht vermutlich Ende dieser Woche seine "1. Mai-Information 2. Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai", der vier Unterstützungsresolutionen der Vertreterversammlung der IG BSE, des IGM OJA, der am 26.2.1971 versammelten DGB-Jugendlichen und der GLF-Jugendgruppe sowie einen Abschnitt für Unterstützungsunterschriften enthält.
Q: Gewerkschaftliches Maikomitee: 1. Mai-Information 2. Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai, Berlin o. J. (1971)

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08.03.1971:
Beim AEG Werk Berlin-Sickingenstraße gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB vermutlich in dieser Woche die Nr. 10 ihres 'Roten Systems' (vgl. 1.3.1971, 22.3.1971) heraus, eingetreten wird: "Für einen kämpferischen 1. Mai".
Q: Das Rote System Nr. 10, Berlin März 1971, S. 7f

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08.03.1971:
Eventuell heute, vielleicht aber auch erst in einigen Tagen, erscheint in der Berliner PL/PI das 'Zirkular' Nr. 7 (vgl. 1.3.1971), welches auf 20 Seiten Wachsmatrize "Das Kampfprogramm der PL/PI zum 1. Mai" enthält: "
I. FÜR DEN SIEG IM BEWAFFNETEN VOLKSKRIEG IN KAMBODSCHA, LAOS UND VIETNAM UND LATEINAMERIKA! FÜR DEN GEMEINSAMEN KAMPF DES PROLETARIATS IN ALLEN EUROPÄISCHEN METROPOLEN. ES LEBE DER PROLETARISCHE INETRNATIONALISMUS!

1. Die Lage des Weltimperialismus

Die gegenwärtige Epoche ist gekennzeichnet durch einen gewaltigen Aufschwung des weltweiten Befreiungskampfes der unterdrückten Völker Asiens, Lateinamerikas und Afrikas gegen ihre imperialistischen Ausbeuter und Unterdrücker. … Vietnam ist zum Symbol geworden, für die Möglichkeit, selbst den übermächtigsten Gegner zu besiegen, wenn das Volk selbst diesen Kampf aufnimmt und ihn kompromißlos bis zum Sieg führt. … Die revolutionären Befreiungskriege haben aber auch dazu beigetragen, die Widersprüche in den imperialistischen Ländern selbst zu verschärfen und die Klassenbewegungen des Proletariats in den Metropolen auf ein neues Niveau zu heben. Diese Zuspitzung der Gegensätze in den Metropolen macht es möglich, das Problem des Sturzes des Kapitalismus weltweit auf die Tagesordnung zu setzen, und macht es notwendig, einen organisierten Zusammenhang des internationalen Klassenkampfes zu schaffen. Es muß die Aufgabe aller kommunistischen Organisationen sein, ganz gleich ob sie in Frankreich, Italien oder der BRD kämpfen, diesen Zusammenhang konkret herzustellen.

2. Gegen eine Massenmobilisierung, die allein die Tatsache des Kampfes hervorhebt, ohne zu fragen, wie der Internationalismus mit der Entfaltung der Klassenkämpfe in der BRD verknüpft werden kann. …

3. Den Internationalismus mit der praktischen Arbeit in der Fabrik verbinden, den Parteiaufbau konkret an den Internationalismus binden! … Es hat keinen Zweck, diesen Zusammenhang immer wieder in immer besseren Artikeln zu beschwören und auf die selbsttätige Wirkung dieser Artikel zu warten. Es kommt vielmehr darauf an, daranzugehen, mit den Betriebszellen und -gruppen die Fragen des Internationalismus in die Fabrik zu tragen. Für einen Studenten ist es sicher keine Schwierigkeit, ein Flugblatt zum Krieg in Vietnam zu schreiben. Einen Arbeitergenossen dazu zu befähigen, in den Abteilungen über Vietnam reden zu können, zu beschreiben, wie der Kampf, die Produktion etc. in Vietnam organisiert wird, ist eine schwierigere Aufgabe! Die PL/PI hat deshalb Arbeiterversammlungen mit einem Kern von Arbeitern vorbereitet, die diese dann selbst durchgeführt haben. Wir haben über Kleber und Plakate in den Fabriken Propaganda betrieben. Zum roten 1. Mai werden wir zum ersten Mal Kampfkomitees aus Arbeitern bilden, die die Kampagne in den Fabriken vorbereiten, Sammlungen zur Unterstützung revolutionärer Bewegungen durchführen und die Demonstration mit organisieren!! Das alles sind kleine Schritte, die den Charakter der antiimperialistischen Kampfdemonstration nicht sofort entscheidend ändern werden. Aber wir müssen lernen, die mühseligeren und weniger spektakulären Schritte in den Fabriken zu tun!
Bisher waren Reisen in die Länder, in denen heute gekämpft wird, alle Kontakte mit den internationalen Organisationen, die Sache kleiner APO-Außenminister. Wir werden stattdessen in diesem Jahr Gruppen von Arbeitern nach Frankreich und Italien schicken, um sich dort an den Kämpfen zu schulen. Außerdem wird eine Delegation von Arbeitern nach Korea reisen. Auf diese Weise werden sie ihre Kampfentschlossenheit stärken und in den Fabriken die internationalen Zusammenhänge vertreten und vermassen helfen. Darüberhinaus werden wir mit den Roten Zellen an den Universitäten antiimperialistische Initiativen vorantreiben und Solidaritätskomitees zu bestimmten Fragen organisieren. Die Demonstrationen, die wir heute zu Vietnam und Laos auf die Beine bringen, muten oft an wie Pflichtübungen, wobei lediglich die Zahl der Fahnen und Transparente immer größer wird. Wir wissen: studentische Demonstrationen in einer Phase, in der das Proletariat noch nicht selbst den Maßstab der Aktionen in seine Schritte zum Sturz der Bourgeoisie einordnet, sind problematisch. Wir wissen auch, daß individualistische Aktionen massenfeindlich sind und den herrschenden Ideologen in die Hände spielen. Wir werden das aber nicht verwechseln mit jener revolutionären Entschlossenheit und Kampfbereitschaft der Massen, die es zu entfalten gilt, wenn die konterrevolutionären Schweinereien es erfordern. Diejenigen Organisationen, die sich weigern darüber nachzudenken, in welcher Weise die Kampfdemonstrationen zu wenden sind in das entschlossene Vorantreiben des Klassenkampfs im eigenen Land, sind die gleichen, die jede Massenaktion, die nicht auf dem Fahrplan stand, als anarchistisch diffamieren. Wir erklären: Für diese Genossen ist der revolutionäre Kampf nicht eine Kette von Niederlagen, aus denen die Arbeiterklasse und die Revolutionäre lernen, sondern ein gerader Weg zum unabänderlichen Sieg!! Das ist der Schritt in den revisionistischen Sumpf!!

4. Den Internationalismus parteilich betreiben - gegen eine abstrakte Verherrlichung der Kämpfe der Völker in den unterentwickelt gehaltenen Ländern, die uns in eine blinde Einheitsfront mit Sozialdemokraten und Revisionisten drängt, die Arbeiterklasse verwirrt und den weltweiten Emanzipationsprozeß der unterdrückten Völker und der Arbeiterklasse in den Metropolen von dem Revisionismus behindert!!"

Der Teil 5 zur Gastarbeiterfrage soll noch folgen, Teil 6 ist "Durch machtvolle Kampfdemonstrationen sich an die Seite des vietnamesischen Volkes stellen." Den Einmarsch der USA in die DR Vietnam werde man nicht verhindern können. "Wir werden uns aber an diesem Tag durch machtvolle Kampfdemonstrationen auf die Seite des vietnamesischen Volkes stellen."

Während der zweite Hauptteil fehlt, folgt nun bereits der dritte Hauptteil:
"KAMPF GEGEN ENTLASSUNGEN, KURZARBEIT UND LOHNABBAU.
KAMPF GEGEN AKKORD, ARBEITSHETZE UND SCHIKANÖSE KONTROLLEN
DAS SYSTEM DER LOHNARBEIT MUSS WEG - ERKÄMPFT DEN SOZIALISMUS

WEG MIT DEN LOHNDIFFERENZEN - FÜR EINEN EINHEITLICHEN ZEITLOHN
GLEICHER LOHN FÜR MÄNNER UND FRAUEN
FÜR EIN EINHEITLICHES LEHRLINGSGEHALT VON 500 DM
KAMPF GEGEN DIE SPALTERVERSUCHE DES KAPITALS

4. In den ersten Streikbewegungen der vergangenen Jahre hat sich gezeigt: die Spaltungsversuche des Kapitals sind nur für die Zeiten fehlenden Aktionen der Arbeiterklasse erfolgreich. In den Perioden entfalteter Klassenkämpfe erweisen sie sich als vergebliche Mühe der Kapitalisten. …

5. Die PL/PI sieht auf der Grundlage dieser Analyse ihre Hauptaufgabe gegenwärtig darin, in allen westberliner und westdeutschen Großbetrieben, dort also, wo das Proletariat in potentiellen Kampfeinheiten zusammengeschlossen ist, die notwendigen und möglichen Kämpfe auf Abteilungsebene zu entwickeln und voranzutreiben. … Die Grundeinheiten der PL/PI werden außerdem in den nächsten Wochen bis zum ersten Mai zwei Arbeiterversammlungen außerhalb der einzelnen Betriebe zum Thema Kurzarbeit und Entlassungen bei Borsig und Siemens AG, und zum Thema Akkordhetze und Arbeitsbewertungsmethoden durchführen. Auf diesen Versammlungen wird auch über das Verhalten der Gewerkschaftsvertreter diskutiert werden. Auf der Grundlage dieser programmatischen Erklärung und der spezifischen
Bedingungen ihrer eigenen Abteilungen (besondere Konfliktmöglichkeiten
aufgrund der Situation am Arbeitsplatz) werden die an der Betriebsfront
arbeitenden Grundeinheiten in den nächsten Wochen ein Kampfprogramm für die
Zeit bis zum ersten Mai, dann aber auch darüber hinaus, entwickeln, in den
KdZs diskutieren und dann praktisch umsetzen!"

Es folgt Hauptteil 4: "
DER REVOLUTIONÄRE KAMPF DER ARBEITERKLASSE UND DIE MOBILISIERUNG ALLER SCHICHTEN DES VOLKES IST DIE EINZIG RICHTIGE ANTWORT AUF DIE POLITIK DER UNTERNEHMER UND DER VON IHNEN ABHÄNGIGEN PARTEIEN

Aus den Abteilungsgruppen sind eine große Zahl von Arbeitern, …, Kader der PL/PI geworden. … Unsere Betriebszellen sind in 15 Westberliner Großbetrieben … tätig".
Q: PL/PI: Zirkular Nr. 7, Berlin o.J. (1971)

09.03.1971:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die KPD/ML-ZB ihren 'AEG-Arbeiter' Nr. 11 (vgl. 15.2.1971, 29.3.1971) heraus mit dem Artikel "Für einen kämpferischen 1. Mai".
Q: Der AEG-Arbeiter Nr. 11, Berlin 9.3.1971, S. 7f

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10.03.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 2 der KPD/ML-ZB Betriebszeitung für die Kraftwerksunion (KWU), 'Rote Turbine' (vgl. 17.2.1972, Apr. 1971), eingetreten wird "Für einen kämpferischen 1. Mai".
Q: Rote Turbine Nr. 2, Berlin 10.3.1971, S. 9

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12.03.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe NCR der KPD/ML-ZB die Nr. 3 ihres 'NCR Arbeiters' (vgl. 26.2.1971, 6.4.1971) heraus. Eingegangen wird auch auf ein Flugblatt des Maikomitees, welches vor NCR verteilt wurde.
Q: Der NCR Arbeiter Nr. 3, Berlin 12.3.1971, S. 4

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12.03.1971:
In Berlin erscheint die Nr. 3 des 'Roten Gartenfelders', der nunmehr gleichnamigen Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB (vgl. Feb. 1971, 2.4.1971), es findet sich u.a. die Mitteilung, daß bereits von einigen Gewerkschaftern ein Flugblatt 'Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai' verteilt worden sei. Die Betriebsgruppe tritt für den Aufbau eines Maikomitees ein.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 3, Berlin 12.3.1971

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12.03.1971:
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr. 106 (vgl. 6.3.1971, 19.3.1971) mit einem Leitartikel zur Maivorbereitung. Danach wird der Aufruf des am 25.2. gegründeten gewerkschaftlichen Maikomitees von folgenden Gruppen unterstützt:
AEG Telefunken - Fachbereich R 2 VLK, Schering AG Jugend-VLK, Spinnstofffabrik Zehlendorf AG Jugend-VLK, DeTeWe IGM Jugendgruppe, IG BSE - Fachgruppe der Angestellten in Architektur und Ingenieursbüros, HBV Fachgruppe Buchhandel und Verlage, GEW - Studentengruppe PH, DruPa Jugend, ÖTV Opposition, IG Chemie Verwaltungsstellen Jugendausschuß, ÖTV Jugend-Opposition.
Die IG Metall habe behauptet, daß das Komitee von SEW, KPD/AO und KJO Spartacus kontrolliert werde.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 106, Berlin 12.3.1971, S. 1ff

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14.03.1971:
Im Westberliner gewerkschaftlichen Maikomitee (vgl. 25.2.1971, 23.3.1971) ereignen sich, laut RC-Vorstand, während die PL/PI eigene Maiaufrufe mit einer festen Demoroute verteilt, folgende Vorfälle zwischen heute und dem 30.3.1971: "
die SEW …, ging nach der Wahlniederlage bei den Parlamentswahlen auch in diesem Maikomitee darauf hinaus, sich von den anarchistischen Gruppen abzugrenzen. Da es ihnen nicht gelang, die Mehrheit für sich zu gewinnen, zogen sie aus und gründeten flugs ein neues 'Gewerkschaftliches Maikomitee', … . Dieses SEW-Komitee propagierte … die selbe Route in Neukölln, wie sie schon die PL/PI vorgeschlagen hatte".

Der Rest des bisherigen 'Gewerkschaftlichen Maikomitees' sei für eine Demonstration im Wedding eingetreten (vgl. 30.3.1971).

Diesem sei eine Erklärung von Sozialistischer Deutscher Arbeiterpartei (SDA), KPD/ML-ZK, PL/PI, Basisgruppe Spandau, Sozialistische Betriebsgruppen Tempelhof, Sozialistischer Frauenbund Westberlin und der Stadtteilzelle Märkisches Viertel für eine gemeinsame linke Demonstration in Neukölln zugeleitet worden.
Q: RC-Bulletin Nr. 3, Berlin 13.4.1971

15.03.1971:
Es erscheint die Nr. 5 der 'Roten Fahne' der KPD/ML-ZB (vgl. 1.3.1971, 29.3.1971). In "Westberlin: Kampf für den 1. Mai. Gewerkschaftsführer wollen keine offene Kundgebung" wird berichtet, daß sich anläßlich des bevorstehenden 1. Mai in Berlin ein Maikomitee gebildet habe, "daß eine offene Kundgebung zum 1. Mai vorbereitet".
Zu dem Komitee sollen gehören:
- die IGM-Vertrauensleute des Fachbereichs R2 von AEG Telefunken,
- die CPK-Jugendvertrauensleute der Schering AG und der Spinnstoffabrik Zehlendorf AG,
- die IGM JG von DeTeWe,
- die Fachgruppe der Angestellten in Architektur- und Ingenieurbüros der IG BSE,
- die GEW-Studentengruppe an der Pädagogischen Hochschule (PH),
- die Jugendgruppe der IG Druck,
- der Verwaltungsstellenjugendausschuß der IG Chemie,
- die ÖTV-Jugendopposition,

Die KPD/ML-ZB unterstützt dieses Komitee und ruft dazu auf, sich an einer offenen 1. Mai-Demonstration zu beteiligen.
Q: Rote Fahne Nr. 5, Bochum 15.3.1971

15.03.1971:
Das Gewerkschaftliche Maikomitee Westberlin (vgl. 5.3.1971) veröffentlicht vermutlich in dieser Woche seine "1. Mai-Information 3. Konzertierte Aktion in der Praxis - erneute Kurzarbeit bei AEG-Telefunken", das einen Abschnitt für Unterstützungsunterschriften enthält und einleitend ausführt: "
Erneute Kurzarbeit bei AEG-Telefunken. 2200 Kolleginnen und Kollegen der Halbleiterfertigung aus dem Transistorbau und aus der Senderöhre in der Sickingenstraße müssen vom 22.371 bis zum 18.4.71 kurz arbeiten.

Das sind die Auswirkungen der willkürlichen Rationalisierungsmaßnahmen der Unternehmer nicht nur für die Arbeiter in der Sickingenstraße, sondern auch in den abhängigen Werken Schwedenstraße und Quickbornerstraße.
So ist die Lage der Arbeitsplätze bei AEG-Fachbereich R2 nach wie vor ungeklärt."
Q: Gewerkschaftliches Maikomitee: 1. Mai-Information 3. Konzertierte Aktion in der Praxis - erneute Kurzarbeit bei AEG-Telefunken, Berlin o. J. (1971)

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15.03.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 10 des 'Klassenkampf - Ausgabe Borsig' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 22.2.1971, 6.4.1971). Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung (vgl. 29.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgabe Borsig Nr. 10, Berlin März 1971, S. 6

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15.03.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 10 des 'Klassenkampf - Ausgabe Loewe' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 22.2.1971, 5.4.1971).
Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung (vgl. 29.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgabe Loewe Nr. 10, Berlin März 1971, S. 6

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19.03.1971:
In Berlin beschäftigt sich die Jugendkommission der KPD/AO u.a. mit der Kommission des Maikomitees, die die Veranstaltung für die Jugendlichen vorbereiten soll. Darin säßen neben zwei Parteilosen, je ein Mitglied von SEW, KPD/AO und Neue Einheit (KPD/ML-NE). Die Veranstaltung könne gefährlich werden, da sowohl die KJO Spartacus als auch die Neue Einheit auf Jugendfragen spezialisiert seien.
Q: KPD/AO: P.d.Jug.ko. v. 19.3.71, o.O. (Berlin) o.J. (1971)

22.03.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet zentral über den IGM-VLK R2 im Berliner Werk AEG Brunnenstraße vermutlich aus dieser Woche: "
Im März dieses Jahres verabschiedete der gleiche Vertrauensleutekörper die Entschließung zur Gründung des gewerkschaftlichen Maikomitees und für eine oppositionelle gewerkschaftliche Maidemonstration, an deren Vorbereitung und Durchführung unsere Partei entscheidenden Anteil hatte."

Berichtet wird durch die KPD auch im Werk selbst (vgl. 29.3.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 18, Berlin März 1971; Rote Fahne Nr. 23, Berlin 13.8.1971, S. 5

22.03.1971:
Beim AEG Werk Sickingenstraße in Berlin gibt die Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB vermutlich in dieser Woche die Nr. 11 ihres 'Roten Systems' (vgl. 8.3.1971, 20.4.1971) heraus mit dem Artikel "Für einen kämpferischen 1. Mai!".
Q: Das Rote System Nr. 11, Berlin März 1971, S. 6

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22.03.1971:
Vermutlich an diesem Tage gibt in Berlin die Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB die erste Nummer ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 23.4.1971) heraus. Neben der Information, daß bereits zuvor vor dem Betrieb die 'Extrablätter' der KPD/ML-ZB verteilt worden sind, geht man u.a. auf den 1. Mai ein. Während die IGM eine DGB-Demonstration ablehnt (vgl. 19.1.1971), sind zumindest in der CPK und im BSE OV andere Meinungen vertreten. Die Betriebsgruppe unterstützt das Maikomitee, für das auch Vertrauensleute und junge Gewerkschafter das Flugblatt 'Aufruf zur Vorbereitung des 1. Mai' verteilt haben.
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 1, Berlin März 1971

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22.03.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche: "
In WESTBERLIN wächst der Protest der oppositionellen Gewerkschafter gegen den arbeiterfeindlichen Beschluß der DGB-Führer, den 1. Mai im Saal stattfinden zu lassen. Die 12. BEZIRKSJUGENDKONFERENZ DER DEUTSCHEN POSTGEWERKSCHAFT (BJK der DPG, d.Vf.) hat mit großer Mehrheit den Beschluß auf das schärfste verurteilt. Die Konferenz erklärte, der DGB-Beschluß bedeute praktisch die Liquidierung des 1. Mai."
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 25, Bochum 31.3.1971, S. 6

23.03.1971:
Die SEW konnte sich, laut KPD/AO, mit ihrer Forderung nach "erweiterter und qualifizierter Mitbestimmung" im Berliner gewerkschaftlichen Maikomitee nicht durchsetzen und verließ nach einer Abstimmungsniederlage im Maikomitee heute die Aktionseinheit. Die PL/PI rief unterdessen in Berlin zu einer Demonstration "aller nichtrevisionistischen Gruppen in Neukölln" auf.

Die KPD/ML-ZB (vgl. 25.2.1971) berichtet: "
SEW-FÜHRER SPALTEN 1. Mai-KOMITEE

Nach der Wahl nahm sich der SEW-Vorstand dieser Sache an. Die Kollegen von der IGBSE wurden zurückgepfiffen. Das Verteilen der ersten Mai-Zeitung wurde von den SEW-Führern blockiert. Der Grund: die Revisionisten wollten verhindern, daß Parolen gegen den Verrat der rechten Gewerkschaftsbonzen veröffentlicht wurden.

Als das Mai-Komitee darauf verwies, daß ein Beschluß bestand, der es den politischen Organisationen verbot, ihre eigenen Parolen in das Mai-Komitee und seine Zeitung hineinzutragen, als die Kollegen vor allem die Parolen der SEW-Führer zurückwiesen, die eindeutig auf eine Stärkung der Bonzen hinausliefen (Mitbestimmung usw.), spalteten diese offen. Sie zogen aus dem Mai-Komitee aus und gründeten ein eigenes, was sie aber heimtückisch weiter als das 'gewerkschaftliche Mai-Komitee' bezeichneten. Es stellte sich heraus, daß der SEW-Vorstand von Anfang an nicht vorhatte, eine Aktionseinheit zur Verteidigung des demokratischen Rechtes der Arbeiterklasse auf den 1. Mai als ihren Kampftag einzugehen, denn heimlich hatten die SEW-Führer schon gegen den Beschluß des Mai-Komitees eine andere Demonstrationsroute in Neukölln angemeldet.

SEW-Führer Danelius begründete seinen Verrat damit, daß die kommunistischen Organisationen ja doch nur 'die Gewerkschaften zerstören wollten'.

Das Mai-Komitee setzt seine Arbeit fort. Die KPD/ML wird den Verrat der SEW-Führung entlarven und eine breite Agitation für die Demonstration aller fortschrittlichen Arbeiter und Werktätigen im Wedding entfalten.

Die Partei der Arbeiterklasse, die KPD/ML wird mit dem Mai-Komitee eine gemeinsame Basis entwickeln, von der aus gemeinsame, antikapitalistische und fortschrittliche Losungen vom Mai-Komitee vorangetragen werden.

Die Partei wird in einen eigenen Block ihre politische Agitation und Propaganda entfalten.

Wir werden ein Aktionsbündnis mit allen politischen Organisationen eingehen, die diese Basis anerkennen. Diese Organisationen sind die 'KPD-Aufbauorganisation', die Gruppe 'Roter Morgen' und die Gruppe 'Neue Einheit' (KPD/AO, KPD/ML-ZK und KPD/ML-NE, d.Vf.).

Einige Splittergruppen sind in völlige Verwirrung geraten. Sie erklären das Mai-Komitee als aufgelöst und meinen, 'man dürfe sich die Spaltung durch die SEW nicht aufzwingen lassen'. Sie wollen in Neukölln mit der SEW demonstrieren und sehen nicht, daß eine gemeinsame Demonstration, der arbeiterfeindliche Losungen vorangetragen werden, nicht mehr möglich ist. Dazu gehören der KB/ML und die PL/PI."

Die MLHG (vgl. 19.4.1971) berichtet (vgl. 30.3.1971), daß bis zu den Abgeordnetenhauswahlen (AW - vgl. 14.3.1971) die SEW und die KPD/AO gemeinsam im gewerkschaftlichen Maikomitee gesessen hätten, während die PL/PI derweil mit einem Roten Maikomitee nach Neukölln mobilisiert habe. Nach den AW habe die SEW das Maikomitee gespalten und zu einer Demonstration zur selben Zeit und am selben Ort wie die PL/PI aufgerufen.
Q: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 28, Bochum 14.4.1971, S. 4; MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971);Rote Presse Korrespondenz Nr. 109/110, Berlin 2.4.1971, S. *

24.03.1971:
In Berlin führt die KPD/ML-ZB vor dem Metallbetrieb NCR eine Kurzkundgebung zu den Themen '1. Mai, Verrätereien der SPD und zu den Verhältnissen im Betrieb' durch. Eingegangen wird u.a. auf die Klasse 43, die nach Augsburg in Bayern verlagert werden soll.
Q: Der NCR Arbeiter Nr. 4, Berlin 6.4.1971

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24.03.1971:
Vermutlich heute gibt die Berliner KPD/AO die Nr. 16 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 3.3.1971, 14.4.1971) heraus. Dargestellt wird auch die Gründung des Maikomitees (vgl. 25.2.1971), in dem auch die SEW mitarbeitet, die man auch wegen ihrer Haltung zu den Abgeordnetenhauswahlen kritisiert.
Q: Rote Fahne Nr. 16, Berlin März 1971

26.03.1971:
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr. 108 (vgl. 19.3.1971, 2.4.1971), aus dem gewerkschaftlichen Maikomitee wird über die deswegen erfolgenden IG Chemie Ausschlußverfahren berichtet.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 108, Berlin 26.3.1971, S. 12f

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29.03.1971:
Vermutlich heute oder in dieser Woche gibt die KPD/AO in Berlin die auf März datierte Nr. 18 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken' (vgl. März 1971, Apr. 1971) heraus. Der Leitartikel "Die Gewerkschaftsführung versucht mit allen Mitteln, das oppositionelle gewerkschaftliche Maikomitee zu zerschlagen" berichtet über das Maikomitee und dessen Unterstützung durch u.a. eine Resolution von 21 der 29 Vertrauensleute des AEG Telefunken Fachbereichs R2, aber auch von Erpressungen in der IG-Metall gegen diese Resolution und auch in der IG Chemie. Gemeldet wird auch: "SEW sabotiert das gewerkschaftliche Maikomitee", an dem sich auch die PL/PI nicht beteiligt. Aufgerufen wird zur Maikomitee-Veranstaltung (vgl. 1.4.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 18, Berlin März 1971, S. 1ff und 8f

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29.03.1971:
Die Ortsleitung Westberlin der KJO Spartacus verschickt einen Rundbrief, der über die Maikampagne informiert. In dem am 25.2.1971 gegründeten Maikomitee habe ein Fraktionskampf KPD/SEW gegen KJO, danach SEW gegen KPD, dann KPD/KJO gegen SEW stattgefunden. Plötzlich habe die SEW das Komitee gespalten. Da die KPD im Restkomitee leider über eine Mehrheit von einer Stimme verfüge, müsse die KJO Spartacus nun ihr eigenes Maikomitee aufbauen, welches bereits eine Veranstaltung am 1.4.1971 plane. Hierzu sei man herzlich eingeladen.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: Rundbrief, Berlin 29.3.1971

30.03.1971:
In Berlin wird, laut RC-Vorstand, der Rest des alten 'Gewerkschaftlichen Maikomitees' aufgelöst bzw. jetzt nur noch durch die KPD/AO gebildet (vgl. 23.3.1971, 13.4.1971). Daraufhin hätten sich sowohl KB/ML als auch KJO Spartacus und der RC der Initiative für eine Demonstration in Neukölln angeschlossen (vgl. 14.3.1971).

Die PL/PI erklärt heute, laut KPD/AO, "daß sie gemeinsam mit KPD/ML (ZK-Linie) und Basisgruppe Spandau an der Demonstration in Neukölln festhalte". Der KB/ML erklärt, "daß das gewerkschaftliche Maikomitee nur ein Schein sei … und daß man es deshalb auflösen solle, um es als Maikomitee der politischen Organisationen neu zu sammeln". Darüber empört sich die KPD/AO:"
Als wäre die Tatsache, daß die meisten der in diesem Maikomitee zusammengeschlossenen Gewerkschafter verschiedenen Organisationen nahestehen oder angehören, eine befremdliche Tatsache!" Zuvor sei man selbst für betriebliche Maikomitees, die KJO Spartacus für ein APO-Maikomitee der verschiedenen Organisationen eingetreten.

Die MLHG (vgl. 19.4.1971) berichtet (vgl. 23.3.1971, 13.4.1971), daß die verbleibenden 50 Delegierten des Maikomitees, die u.a. von KB/ML, KJO Spartacus und der ÖTV-Opposition stammten, die Auflösung des Komitees beschließen und sich der Demonstration in Neukölln anschließen.
Q: MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971); Rote Presse Korrespondenz Nr. 109-110, Berlin 2.4.1971, S. 15f und 23f;RC-Bulletin Nr. 3, Berlin 13.4.1971

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April 1971:
Die GIM und die RKJ geben die Nr. 4 ihrer 'Was Tun' (WT - vgl. März 1971, Mai 1971) heraus mit dem Artikel "Der 1. Mai im Streit westberliner Kaderlinien".
Q: Was Tun Nr. 4, Mannheim Apr. 1971, S. 4

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April 1971:
In Berlin geben die White Panther und die Schwarzen Zellen vermutlich im April das Flugblatt "Jimi lebt. Roy Black klappert mit dem Sargdeckel" heraus mit dem Aufruf zum Treff um 10 Uhr 30 in Neukölln.
Q: White Panther / Schwarze Zellen: Jimi lebt. Roy Black klappert mit dem Sargdeckel, O. O. (Berlin) o. J. (1971)

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April 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 2 von '1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse' (vgl. März 1971, 24.4.1971), in der unter der Verantwortung von Chr. Surmann über die Spaltung des Maikomitees, über eine Reihe von Betrieben und besonders die Jugendlichen berichtet wird. Es auch zur Großveranstaltung am 27.4.1971 aufgerufen.
Q: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 2, Berlin 1971

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April 1971:
Der KB/ML Berlin gibt die "Erklärung des Kommunistischen Bundes Marxisten-Leninisten zum 1. Mai." heraus. Inhalt der Erklärung:
- Aufschwung der westdeutschen Arbeiterbewegung,
- Arbeiterbewegung in Westberlin,
- Kampfziele der Arbeiterklasse zum 1. Mai,
- Was sind die Aufgaben der Kommunisten?
- Parolen und Forderungen des KB/ML,
- Um den Revisionismus zu bekämpfen, muß man auch das Linkssektierertum bekämpfen!
- Warum Demonstration in Neukölln?
U.a. wird auch zur gegenwärtigen Auseinandersetzung um den 1. Mai Stellung bezogen. So heißt es: "
Zum Kampftag der Arbeiterklasse werden am diesjährigen 1. Mai zwei Demonstrationen in Westberlin stattfinden. Diese Tatsache ist das Ergebnis der Auseinandersetzung zwischen den politischen Organisationen in Westberlin um die Hauptaufgaben im Kampf der Arbeiterklasse in der gegenwärtigen Situation. Die selbsternannten - und einander eben deshalb heftig befehdenden - 'Führer der Arbeiterbewegung' die KPD/AO und die diversen KPD/MLs schlagen auf einmal aufs innigste miteinander versöhnt, ihren Kurs mit ihrem 'gewerkschaftlichen Mai-Komitee' in den Wedding; die SEW marschiert unter dem Deckmantel eines ebenfalls 'gewerkschaftlichen Mai-Komitees' in Neukölln. Der Block der antirevisionistischen Organisationen, die sich auf einer Reihe, auf die gegenwärtige ökonomische und politische Lage der nationalen und internationalen Arbeiterklasse bezogenen, Parolen und Forderungen einigen konnten, demonstriert auf der gleichen Route. In der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die richtige Linie zum 1. Mai zeigt sich offen, welche 'antirevisionistischen' Organisationen in die Einöde des Linkssektierertums abwandern, und welche den Versuch unternehmen, an die Bewußtseinslage der Arbeiterklasse anzuknüpfen, und alle Möglichkeiten zu nutzen, unter den gegenwärtigen Kampfbedingungen die Kampfkraft der Arbeiterklasse zu stärken und ihr ökonomisches und politisches Bewußtsein voranzutreiben."

Gefragt wird: "
Warum ruft der Kommunistische Bund/ML zur Demonstration in Neukölln auf?

Trotz der Tatsache, daß unsere Anstrengungen am 1. Mai zu einer einzigen Demonstration zu kommen, gescheitert sind, halten wir daran fest, alle antikapitalistischen Kräfte aufzurufen, am 1. Mai in Neukölln machtvoll zu demonstrieren. Wir gehen davon aus, daß die kommunistischen Zirkel in ihrer Gesamtheit noch nicht vermocht haben, sich in relevantem Maße mit der Arbeiterbewegung zu verbinden. Dies trifft vor allem auf die KPD/AO und die KPD/ML-Roter Morgen (KPD/ML-ZK, d.Vf.) zu, die zwar in ihren Worten immer davon reden, aber in der Tat aufgrund ihrer linkssektiererischen Politik so gut wie nichts mit der spontanen Bewegung in der Arbeiterklasse zu tun haben. Von daher sind wir der Auffassung, daß die Mehrheit der klassenbewußten Arbeiter, die sich vorgenommen haben, am 1. Mai zu demonstrieren, die Mai-Demonstration in Neukölln stärken werden. … Diesen Einsichten folgend, hat sich der Kommunistische Bund/ML entschlossen, gemeinsam mit der Mehrheit der antirevisionistischen Gruppen und Organisationen Westberlins (PL/PI, SDA, Spartacus, Sozialistische Betriebsgruppe Tempelhof, Sozialistischer Frauenbund, RC, Aktionskomitee Nord, Basisgruppe Spandau und einige andere Gruppen) in Neukölln zu demonstrieren. … In diesem Sinne fordert der Kommunistische Bund/ML alle antikapitalistischen Kräfte in dieser Stadt auf, sich an der 1. Mai-Demonstration in Neukölln zu beteiligen."
Q: KB/ML: Erklärung des Kommunistischen Bundes Marxisten-Leninisten zum 1. Mai, Berlin 1971

April 1971:
In der Nr. 5 ihres 'Bulldozer' (vgl. März 1971, 10.5.1971) berichtet die Berliner Betriebsgruppe Bau der KPD/ML-ZB u.a. von der Spaltung des gewerkschaftlichen Maikomitees durch die SEW.
Q: Der Bulldozer Nr. 5, Berlin Apr. 1971

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April 1971:
Eine Ausgabe, vermutlich die Nr. 6, des 'Roten Bosch-Zünders', Zeitung der Betriebsgruppe Bosch, erscheint vermutlich im April in Berlin (vgl. März 1971, Juli 1971) mit dem Artikel "Aufruf zum 1. Mai" zur Demonstration in Neukölln.
Q: Roter Bosch-Zünder Betriebsversammlung der Bosch-Elektronik, Berlin o. J. 1971, S. 11f

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April 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 14 (vgl. Feb. 1971, Juli 1971) als Betriebszeitung der Betriebsgruppe DWM. Aufgerufen wird zum 1. Mai.
Q: Der rote Weichensteller Nr. 14, Berlin Apr. 1971, S. 9

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April 1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB die Nr. 9 ihres 'Schwartzkopff Hammer' (vgl. März 1971, Apr. 1971) heraus, in der u.a. über die Spaltung des gewerkschaftlichen Maikomitees durch die SEW berichtet wird. Die KPD/ML-ZB wird deshalb nun im Wedding demonstrieren, während es die SEW nach Neukölln zieht.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 9, Berlin Apr. 1971 bzw. Apr. 1971, S. 4f

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April 1971:
In Berlin bringt die KPD/ML-ZB die Nr. 4 ihrer 'Roten Turbine' für die KWU (vgl. 10.3.1971, Mai 1971) heraus, eingetreten wird: "Für eine einheitliche 1. Mai-Demonstration im Wedding!", es wird auch auf Teskes Haltung zum 1. Mai eingegangen.
Q: Rote Turbine Nr. 4, Berlin Apr. 1971, S. 2ff

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April 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 10 von 'Rotlicht' - Zeitung der Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB (vgl. 15.3.1971, 13.5.1971). Aus Berlin wird berichtet über die Vorbereitung des 1. Mai.
Q: Rotlicht Nr. 10, Berlin Apr. 1971, S. 2ff

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April 1971:
In Berlin-Spandau erscheint bei Orenstein und Koppel (O+K) durch die Betriebsgruppe O&K der Basisgruppe Spandau die 'O&K Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz' Nr. 13 (vgl. März 1971, Juli 1971) mit den Artikeln "DGB" zu dessen 1. Mai-Feier, "Zwei Mai-Demonstrationen" und "1. Mai - früher und heute".
Q: O&K Solidarität Nr. 13, Berlin Apr. 1971, S. 3ff

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April 1971:
In Berlin gibt die KJO Spartacus eine Sonderausgabe ihres 'Spartacus' heraus, in dem u.a. aufgefordert wird: "Lehrlinge, Jungarbeiter! Demonstriert am 1. Mai für die Forderungen der Arbeiterjugend!". Aufgerufen wird auch zum Besuch einer Veranstaltung am 5.5.1971.
Q: KJO Spartacus: Spartacus Sonderausgabe, Berlin Apr. 1971

April 1971:
In Berlin geben die Betriebsgruppen Orenstein und Koppel (O&K) sowie Siemens-Gartenfeld, Wernerwerk und Schaltwerk der Basisgruppe Spandau ihre 'Siemens Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz Gartenfeld Wernerwerk Schaltwerk' Nr. 10 (vgl. März 1971, Sept. 1971) für April heraus mit den Artikeln:
- "DGB" zu dessen Maifeier im Saal;
- "Zwei Mai-Demonstrationen"; sowie
- "1. Mai - früher und heute".
Q: Siemens Solidarität - Rote Betriebskorrespondenz Gartenfeld Wernerwerk Schaltwerk Nr. 10, Berlin Apr. 1971, S. 3f und 11ff

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April 1971:
Die KPD/AO gibt in Berlin vermutlich im April ein DIN A3-Flugblatt "Kampftag der Arbeiterklasse. 1. Mai Demonstration im Wedding" heraus, welches auf einer Seite nur die Termine von Maidemonstration und Maiveranstaltung (vgl. 27.4.1972) enthält und auf der Rückseite den Text "An die jungen Arbeiter, die eine Aufführung der 'Mutter' von Bertolt Brecht besuchen".
Q: KPD/AO: Kampftag der Arbeiterklasse. 1. Mai Demonstration im Wedding, O. O. (Berlin) o. J. (1971)

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April 1971:
In Berlin erscheint die Nr. 4 von 'Die rote Faust' des KJVD der KPD/ML-ZB Okt.1970) - Extrablatt des KJVD für Westberlin, die sich auf ihren 4 Seiten mit dem 1. Mai beschäftigt. Sie wird u.a. vor NCR verteilt.
Q: Die rote Faust Nr. 4, Berlin Apr. 1971

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April 1971:
Der KB/ML Westberlin gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. März 1971, Juni 1971) Nr. 8 heraus. Berichtet wird vom 1. Mai aus Berlin und auch vom Hamburger DGB.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 8, Berlin Apr. 1971

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April 1971:
In einem Flugblatt der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SDA), welches der Nr. 4/71 der 'Berliner Arbeiter Zeitung', die sich mit einer Vielzahl von hauptsächlich Berliner Betrieben befaßt, beigelegt ist, gibt die SDA bekannt, daß sich ein Vorbereitungskomitee gebildet hat, welches gegen die Demonstration der KPD/AO im Wedding für eine Maidemonstration in Neukölln eintritt. Als teilnehmende Gruppen werden aufgezählt: SDA, KB/ML Westberlin, PL/PI, Aktionskomitee Nord, Betriebsgruppen Tempelhof, Basisgruppe Spandau, Sozialistischer Frauenbund Westberlin, GIM, Republikanischer Club Westberlin.
Q: SDA: 1. Mai Weltkampftag der Arbeiterklasse, Berlin 1971

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April 1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) ihr Zentralorgan 'PL' Nr. 3 (vgl. März 1971, Apr. 1971) mit einer Auflage von 8 000 Stück für April heraus. Aufgerufen wird: "Einheitliche 1. Mai Demonstration in Neukölln!".

Zum 1. Mai wird auch aufgerufen unter der Schlagzeile "Der Reformismus ist gescheitert. Alle Kraft dem Klassenkampf", wozu vorgestellt wird das "Kampfprogramm der PL/PI", das sich gliedert in die Teile:
- "1. Proletarischer Internationalismus";
- "2. Die Schwierigkeiten des Kapitals und unsere Arbeit in den Fabriken werden den Klassenkampf vorantreiben";
- "3. Gegen die Formierung der Konterrevolution: Vorwärts zur proletarischen Revolution!";
- "4. Statt 'Radikalisierung' der Gewerkschaften: Erkämpfen wir die proletarischen Machtorgane!"; sowie
- "5. Die politischen Produktivkräfte der Massen in ganz Deutschland entfesseln!".

Abschließend wird mit einem Artikel aufgerufen: "Für eine einheitliche Demonstration aller revolutionären Organisationen am Roten 1. Mai 1971".
Q: PL Nr. 3, Berlin Apr. 1971

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April 1971:
In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) ihr Zentralorgan 'PL' Nr. 4 (vgl. Apr. 1971, 5.4.1971) heraus mit dem Leitartikel "Für eine einheitliche rote Maidemonstration in Neukölln! Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse. Kampf gegen Revisionismus und Opportunismus", der im Inhaltsverzeichnis als "Dokumentation über die Maikomitees" auftaucht.
Q: PL Nr. 4, Berlin Apr. 1971, S. 1ff

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April 1971:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB das 'Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML' Nr. 15 (vgl. März 1971, Apr. 1971) mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 4 für April heraus, unter Verantwortung von Michael Schulte, Bochum, mit der Schlagzeile "Für eine einheitliche 1. Mai-Demonstration im Wedding!".
Uns wurde dieses Extrablatt bisher bekannt mit dem Titel folgender KPD/ML-ZB Betriebszeitungen aus Berlin:
- 'Der Schwartzkopff-Hammer' für Schwartzkopff.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 15, Berlin Apr. 1971

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April 1971:
In Berlin gibt die KPD/ML-ZB das 'Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML' Nr. 16 (vgl. Apr. 1971, 10.5.1971) mit einem Umfang von 4 Seiten DIN A 4 heraus, in dem unter Verantwortung von Michael Schulte, Bochum, zur Maidemonstration ab Turmstraße/Ecke Stromstraße in Moabit aufgerufen wird. Uns wurde dieses Extrablatt bisher bekannt mit dem Titel folgender KPD/ML-ZB Betriebszeitungen aus Berlin:
- 'Der AEG-Arbeiter' für AEG-Brunnenstraße.
- 'Der Bulldozer' für das Baugewerbe.
- 'Der NCR Arbeiter' für NCR.
- 'Der Rote Schaltwerker' für das Siemens Schaltwerk.
Q: KPD/ML-ZB: Extrablatt der Betriebsgruppen der KPD/ML Nr. 16, Berlin Apr. 1971

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01.04.1971:
Heute führt das gewerkschaftliche Maikomitee Westberlin 1971 eine Veranstaltung in der TU durch, mittlerweile hat sich aber dieses Komitee gespalten und unter Obhut der SEW hat sich ebenfalls ein gleichnamiges Komitee gebildet, welches vermutlich die heutige Veranstaltung durchführt. Zumindest die KJO Spartacus aber mobilisiert ihre Anhänger noch am 29.3.1971 für diese Veranstaltung. Auch die KPD/AO kündigt diese Veranstaltung bei AEG-Telefunken an (vgl. 29.3.1971).
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: Rundbrief, Berlin 29.3.1971; Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 18, Berlin März 1971, S. 9;1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 1 und 2, Berlin 1971

02.04.1971:
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr. 109/110 (vgl. 26.3.1971, 16.4.1971) mit dem ersten Teil des Textes "Zur Gewerkschaftsfrage" von der KPD/AO (vgl. 23.4.1971). Heute wird zunächst besonders auf PL/PI und SEW eingegangen, beim eng benachbarten Thema der Maikampagne (vgl. 30.3.1971) grenzt man sich auch noch von KB/ML Berlin, KJO Spartacus, KPD/ML-ZK und Basisgruppe Spandau ab.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 109/110, Berlin 26.3.1971

02.04.1971:
Der KB/ML Westberlin gibt vermutlich Ende dieser Woche einen Sonderdruck "Erklärung des KB/ML zur politischen Entwicklung im Gewerkschaftlichen Maikomitee" seiner 'Kommunistischen Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. Apr. 1971, Juni 1971) zu seinem Austritt aus dem Gewerkschaftlichen Maikomitee heraus. Dokumentiert wird auch die Resolution des Plenums des Maikomitees vom 30.3.1971.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Sonderdruck Erklärung des KB/ML zur politischen Entwicklung im Gewerkschaftlichen Maikomitee, Berlin o. J. (1971)

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05.04.1971:
Bei Borsig Berlin werden, laut PL/PI (vgl. 12.4.1971), vermutlich in dieser Woche von den IGM-Vertrauensleuten Unterschriften für eine DGB-Demonstration am 1. Mai gesammelt.
Q: Klassenkampf - Ausgaben Borsig bzw. Siemens Dynamowerk Nr. 12 bzw. Nr. 13, Berlin Apr. 1971

05.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 12 des 'Klassenkampf - Ausgabe Daimler-Benz Marienfelde' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 19.4.1971). Eingeladen wird zu den Arbeiterversammlungen am 8., 16. und 23.4.1971 und zur Maiveranstaltung (vgl. 29.4.1971).
Q: Klassenkampf - Ausgabe Daimler-Benz Nr. 12, Berlin Apr. 1971, S. 1f und 4

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05.04.1971:
In Berlin wird, laut PL/PI (vgl. 12.4.1971), vermutlich in dieser Woche vom IGM OJA eine Resolution für eine DGB-Demonstration am 1. Mai verabschiedet.
Q: Klassenkampf - Ausgaben Borsig bzw. Siemens Dynamowerk Nr. 12 bzw. Nr. 13, Berlin Apr. 1971

05.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich Anfang dieser Woche die Nr. 11 des 'Klassenkampf' auch in einer Ausgabe Siemens als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 15.3.1971, 1.4.1971).
Aufgerufen wird zu den Berliner Arbeiterversammlungen der PL/PI im Sozialistischen Zentrum (vgl. 8.4.1971, 16.4.1971, 23.4.1971) sowie: "
1. Mai Kampfdemonstration.

Machen wir die Betriebszellen und -gruppen zu Fäusten des Klassenkkampfes!".
Q: Klassenkampf - Ausgabe (Siemens) Nr. 11, Berlin Apr. 1971, S. 2 und 5

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05.04.1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) vermutlich in dieser Woche einen Sonderdruck "Verstärken wir den Klassenkampf" ihres Zentralorgans 'PL' (vgl. Apr. 1971, 12.4.1971) heraus, der zum roten 1. Mai aufruft.
Q: PL Sonderdruck Verstärken wir den Klassenkampf, Berlin o. J. (1971)

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06.04.1971:
Die Ortsleitung Westberlin der KJO Spartacus gibt ein sechsseitiges Flugblatt "1. Mai 1971: Stärkt die Gewerkschaftsbasis gegen die Bürokratie" heraus.
Q: KJO Spartacus-OL Westberlin: 1. Mai 1971: Stärkt die Gewerkschaftsbasis gegen die Bürokratie, Berlin 6.4.1971

06.04.1971:
In der Nr. 4 ihres 'NCR Arbeiters' (vgl. 12.3.1971, 28.4.1971) geht die Berliner Betriebsgruppe NCR der KPD/ML-ZB u.a. ein auf die Spaltung des Maikomitees durch die SEW.
Q: Der NCR Arbeiter Nr. 4, Berlin 6.4.1971, S. 9

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12.04.1971:
In Berlin erscheint ein Extrablatt des 'Klassenkampf - Ausgabe Spinne' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - 26.4.1971, 28.5.1971) für Spinnstoff Zehlendorf. Berichtet wird auch über "Werkschutz auf Spinne-Dächern" am 1. Mai.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Spinne, Berlin 12.5.1971, S. 2

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12.04.1971:
Die MLHG an der FU Berlin (vgl. 19.4.1971) berichtet vermutlich aus dieser Woche (vgl. 30.3.1971), daß sich der Demonstration des nun allein von der KPD/AO getragenen Gewerkschaftlichen Maikomitees im Wedding nun auch die KPD/ML-NE, KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK angeschlossen hätten.
Q: MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971)

12.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 12 des 'Klassenkampf' in einer allgemeinen Ausgabe als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - 5.4.1971, 26.4.1971). Der Leitartikel "Weg mit den Lohndifferenzen" berichtet von DWM und SEL.

Es wird aufgerufen zu den Arbeiterversammlungen und dem Teach-In am 16.4.1971 sowie den Demonstrationen am 17.4.1971, zu Vietnam erscheint von Nguien Van Tiem der Text "Guerilla Strategie". Aufgefordert wird zum 1. Mai: "Statt 'Radikalisierung' der Gewerkschaften: Erkämpfen wir die proletarischen Machtorgane".
Q: Klassenkampf Nr. 12, Berlin Apr. 1971

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12.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 12 des 'Klassenkampf - Ausgabe KWU' für April als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 5.4.1971, 19.4.1971). Berichtet wird aus Berlin über das gewerkschaftliche Maikomitee von KPD/AO und SEW, gegen das die PL/PI sei, da man sich nicht hinter der Gewerkschaft verstecken solle und selbst auch außerhalb dieser aktiv sei. Es wird aufgerufen zu den Arbeiterversammlungen am 16.4.1971. Aufgefordert wird: "Statt 'Radikalisierung' der Gewerkschaften: Erkämpfen wir die proletarischen Machtorgane".
Q: Klassenkampf - Ausgabe KWU Nr. 12, Berlin Apr. 1971, S. 7f

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12.04.1971:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in West-Berlin die 'Fizz' Nr. 2 (vgl. 29.3.1971, 26.4.1971) mit dem Artikel "Schwarzer 1. Mai".
Q: Fizz Nr. 2, Berlin o. J. (1971), S. 5f

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12.04.1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) vermutlich in dieser Woche einen Sonderdruck "Roter 1. Mai" ihres Zentralorgans 'PL' (vgl. 5.4.1971, 16.4.1971) heraus. Aufgerufen wird zum Teach-In "Was heißt proletarischer Internationalismus?" (vgl. 16.4.1971) und zu den Agitationsdemonstrationen am 17.4.1971.
Q: PL Sonderdruck Roter 1. Mai, Berlin o. J. (1971)

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13.04.1971:
Die Nr. 6 des 'Hochschulkampf' des Initiativkomitees der Roten Zellen der PL/PI (vgl. 29.3.1971, 26.4.1971) erscheint mit dem Leitartikel "Revolutionärer gegen Opportunisten. Zur Geschichte des 1. Mai" und weiß im Artikel "Für eine einheitliche Demonstration aller Revolutionäre" davon zu berichten, daß es "seit dem 30.3. … zwei 'Gewerkschaftliche Maikomitees' gibt, die beide einen 'gewerkschaftlichen' 1. Mai vorbereiten: eins von der SEW und eins von der KPD/AO (der sich noch drei KPD/ML-Splittergruppen angeschlossen haben). Alle anderen Organisationen, die ehemals im 'Gewerkschaftlichen Mai-Komitee' gesessen haben, haben sich mit der PL/PI in einem 'Vorbereitungskomitee für eine einheitliche 1. Mai-Demonstration' zusammengeschlossen."

Damit sei von einigen Organisationen "eine Politik korrigiert worden, die den Kampftag der Arbeiterklasse zu einem rein gewerkschaftlichen 1. Mai verkommen zu lassen drohte". Das 'Gewerkschaftliche Maikomitee' faßte am 30.3. den Beschluß, "sich selbst aufzulösen". Die Auflösung des von der KPD/AO "gegründeten Maikomitees zeigt das Scheitern einer Strategie, die über die Gewerkschaften 'heran an die Massen' will, und deren Ausgangspunkte Fiktionen sind".
Q: Hochschulkampf Nr. 6, Berlin 13.4.1971, S. 1ff

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13.04.1971:
Der Berliner Republikanische Club (RC) gibt die Nr. 3 seines 'Bulletins' heraus. Abgedruckt wird u.a. eine "Erklärung des RC-Vorstandes zum 1. Mai 1971 und zur Beteiligung des RC am Vorbereitungskomitee". Zunächst wird die Geschichte der bisherigen Vorbereitung des 1. Mai referiert (vgl. 31.1.1971, 25.2.1971, 14.3.1971, 30.3.1971).

Seit dem 30.3.1971 hat die KPD/AO für ihre Maidemonstration im Wedding Bündnispartner bei den KPD/ML's Neue Einheit, ZB und ZK gefunden. Bei der ganzen Rangelei zwischen den einzelnen Linien seien u.a. die Probleme des RC deutlich geworden, "einer Organisation, die nicht proletarisch ist, auch nicht werden will, sondern die Angehörigen der bürgerlichen Intelligenz organisiert, und zwar in der Rolle eines Bündnispartners des Proletariats."
Q: RC-Bulletin Nr. 3, Berlin 13.4.1971

14.04.1971:
Die Berliner KPD/AO veröffentlicht wahrscheinlich heute die Nr. 17 ihrer 'Roten Fahne' (vgl. 24.3.1971, 5.5.1971) und in dieser eine gemeinsame Erklärung mit der KPD/ML-ZK zum ersten Mai. Sie gibt bekannt, daß es in Berlin am 1.5. im Wedding eine Demonstration der KPD/AO und der KPD/ML's ZK, ZB und Neue Einheit geben wird, während in Neukölln die PL/PI, der KB/ML Westberlin, die KJO Spartacus sowie 'einige Basisgruppen' demonstrieren werden. Besuchen soll man ihre Großveranstaltung zum 1. Mai (vgl. 27.4.1971).
Q: Rote Fahne Nr. 17, Berlin Apr. 1971

16.04.1971:
Heute jährt sich zum 85. Male der Geburtstag von Ernst Thälmann.

Der KJVD der KPD/ML-ZB (vgl. Apr. 1971) berichtet: "
ZUM 85. GEBURTSTAG ERNST THÄLMANNS
AN DER SPITZE DER KPD - EIN LEBEN FÜR DAS PROLETARIAT

Im Jahr 1929 brach die Weltwirtschaftskrise über die Arbeiter und das werktätige Volk herein.

Ihre Kämpfe nahmen einen ungeheuren Aufschwung.

Darum rief die KPD unter der Führung Thälmann die Arbeiter am 1. Mai 1929 heraus zu machtvollen Demonstrationen.

In einem Aufruf des Zentralkomitees hieß es:
'Straße frei am 1. Mai!
Arbeitsruhe in allen Betrieben!
Bildet überall Maikomitees!

Nehmt in allen Betrieben, in allen Gewerkschaften und Massenorganisationen Stellung! Beschließt einmütig die Arbeitsruhe und die revolutionäre Massendemonstration! Demonstriert am 1. Mai in Stadt und Land unter den Losungen des revolutionären Klassenkampfes! Unter den Losungen der Kommunistischen Partei! Trotz allen Verboten!'

1. Mai 1929

BERLINER ARBEITER GEGEN DEN ZÖRGIEBEL-STAAT

Die Arbeiter befolgten diesen Aufruf. Obwohl die SPD-Führer fast überall mit brutaler Niederschlagung von Demonstrationen drohten, konnten sie den offenen roten 1. Mai nicht verhindern.

In Berlin führten die Arbeiter einen heldenhaften Kampf, der sich von einem Kampf um das Recht auf den 1. Mai zu einem Kampf gegen die ganze Gewalt des bürgerlichen Staates entwickelte. 33 Arbeiter und Arbeiterinnen verloren dabei durch die Kugeln der Soldaten des SPD-Polizeipräsidenten Zörgiebel ihr Leben.

Trotz der Kampfkraft der Arbeiter, trotz der überlegenen Führung der Partei durch Ernst Thälmann konnte die KPD den Faschismus nicht von Deutschland abwenden. Den größten Teil der Schuld daran tragen die SPD- und Gewerkschaftsführer, die mit allen Mitteln die Arbeiter an der Herstellung einer proletarischen Einheitsfront gegen den Faschismus hinderten."
Q: Der Kampf der Arbeiterjugend Nr. 4, Bochum Apr. 1971, S. 7

16.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich Ende dieser Woche die '1. Mai 1971' als Zeitung des gewerkschaftlichen Maikomitees, das der SEW nahesteht, mit dem "Maiaufruf", der am 14.4.1971 beschlossen wurde, als Leitartikel.

Weitere Artikel sind:
- "Der 1. Mai" aus der Zeitschrift des Landesjugendrings (LJR), 'Blickpunkt';
- "Tatsachen" zu Kurzarbeit und Stillegungen in zahlreichen Berliner Betrieben;
- "Lehrer und Schüler an der Seite der Arbeiterklasse"; sowie
- "Studenten und Arbeiter gemeinsam".

Aufgerufen wird zur Großveranstaltung in der Neuen Welt, Hasenheide, am 30.4.1971 und zur Demonstration in Neukölln.
Q: 1. Mai 1971, Berlin o. J. (1971)

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16.04.1971:
In der Nr. 111 der 'RPK' (vgl. 2.4.1971, 23.4.1971) erscheint von KPD/AO und KPD/ML-ZK eine "Gemeinsame Erklärung der KPD-Aufbauorganisation und der KPD/ML (Roter Morgen) zur Unterstützung der 1. Mai-Demonstration des gewerkschaftlichen Maikomitees im Wedding". Das Komitee wird ebenfalls unterstützt von der KPD/ML-ZB und der KPD/ML-NE.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 111, Berlin 16.4.1971, S. 1ff

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16.04.1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) einen Sonderdruck "Es lebe der proletarische Internationalismus" ihres Zentralorgans 'PL' (vgl. 12.4.1971, 1.5.1971) in einer Auflage von 8 000 Stück heraus, der zu den morgigen Vorbereitungsdemonstrationen für den 1. Mai aufruft.

Enthalten sind auch die Artikel:
- "Guerilla Strategie" von Nguien van Tiem; sowie
- "Statt 'Radikalisierung' der Gewerkschaften: erkämpfen wir die proletarischen Machtorgane!".
Q: PL Sonderdruck Es lebe der proletarische Internationalismus, Berlin o. J. (16.4.1971)

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17.04.1971:
In Berlin veranstaltet die PL/PI heute in vier Stadtteilen Demonstrationen. Die Grundorganisation Wedding der KPD/AO kommt in einem Bericht darüber zu dem Ergebnis, daß die Demonstration in Moabit teilweise gut angekommen sei, weil dort proletarische PLer teilgenommen hätten, im Wedding allerdings sei es schlecht gewesen, weil dort keine proletarischen PLer teilnahmen, denn so viele Proletarier hat die PL/PI ja nun auch wieder nicht. Laut dem 'Hochschulkampf' fanden in 4 Stadtteilen "Kurzdemonstrationen im Rahmen der Mai-Kampagne" statt.

Im CPK-Bereich bei Spinnstoff Zehlendorf (vgl. 12.4.1971) und im IGM-Bereich bei SEL (vgl. 12.4.1971) und Siemens (vgl. 12.4.1971) wurden Vietnamdemonstrationen ab U-Voltastrasse im Wedding, Oranienplatz in Kreuzberg, Karl Marx-Platz in Neukölln und Turmstraße in Moabit angekündigt.
Q: Klassenkampf - Ausgaben SEL, Siemens und Spinne Nr. 12, Berlin Apr. 1971; Hochschulkampf Nr. 7, Berlin 26.4.1971, S. 3;KPD/AO: GO Wed Bericht, o.O. (Berlin) o.J. (1971)

19.04.1971:
In Berlin gibt die PL/PI vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt ihres 'Klassenkampf' mit dem Aufruf zu ihrer Arbeiterversammlung am 23.4.1971 und zur Maidemonstration heraus.

Berichtet wird aus dem Berliner IGM-Bereich von AEG, Bosch, von Fritz Werner aus der Revolverdreherei, von Gillette über die Verpackungsmaschinen, von KWU, Osram, Siemens, u.a. über das Schaltwerk.
Q: Klassenkampf - Flugblatt zur Arbeiterversammlung am 23.4., Berlin o.J. (1971)

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19.04.1971:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die KPD/ML-ZB ihren 'AEG-Arbeiter' Nr. 13 (vgl. 29.3.1971, 13.5.1971) heraus die eine Kurzkundgebung für den Nachmittag vor Tor 1 ankündigt. Der Leitartikel setzt sich ein "Für eine einheitliche 1. Mai-Demonstration im Wedding!", aufgerufen wird: "Die Abwälzung der Krisenfolgen auf die Arbeiterklasse organisiert bekämpfen!".
Q: Der AEG-Arbeiter Nr. 13, Berlin 19.4.1971, S. 1ff

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19.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe des 'Klassenkampf' für Siemens Adalbertstrasse als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI) unter der Überschrift "Siemens Adalbertstrasse - 5. Flur - 20 Pfg. Lohnerhöhung 30 % Akkordkürzung" mit dem Artikel "Akkord ist Mord", bei dem aufgerufen wird zum 1. Mai und zur Arbeiterversammlung am 23.4.1971 und dem auch anderswo verbreiteten Artikel "Der Reformismus ist gescheitert! Alle Kraft dem Klassenkampf! Roter 1. Mai".
Q: Klassenkampf Siemens Adalbertstrasse - 5. Flur - 20 Pfg. Lohnerhöhung 30 % Akkordkürzung, Berlin o. J. (Apr. 1971), S. 2 und 4

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19.04.1971:
In Berlin vermutlich in dieser Woche eine Sonderausgabe "Die Gewerkschaft den Arbeitern Kampf den Bürokraten" von 'Das Blatt' - Zeitung für Gewerkschaftsjugendarbeit mit dem Aufruf zum 1. Mai und zur Veranstaltung am 23.4.1971 im Hand-Drugstore.

Im herausgebenden Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit arbeiten mit:
- Fachgruppe der Angestellten in Architektur- und Ingenieurbüros der IG BSE;
- ÖTV Jugend-Opposition;
- ÖTV-Opposition;
- Sozialistischer Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER);
- IGM-Jugendgruppe DeTeWe;
- IGM-Jugendgruppe Siemens;
- KJO Spartacus.
Q: Das Blatt Sonderausgabe Die Gewerkschaft den Arbeitern Kampf den Bürokraten, Berlin o. J. (1971)

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19.04.1971:
In Berlin gibt die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK vermutlich in dieser Woche das Flugblatt "Heraus zum 1. Mai im Wedding" heraus, das zur Demonstration am 1. Mai und zur Großveranstaltung des Gewerkschaftlichen Maikomitees am 27.4.1971 aufruft.
Q: RG: Heraus zum 1. Mai im Wedding, Berlin o. J. (1971)

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19.04.1971:
Die MLHG an der FU Berlin gibt vermutlich in dieser Woche ein Flugblatt "Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse" heraus, in der sie sich mit der Geschichte der Maivorbereitung in Berlin (vgl. 23.3.1971, 12.4.1971) befaßt und zur Demonstration in Neukölln aufruft.
Q: MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971)

19.04.1971:
In Berlin geben die Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof (der Name wird erstmals so angegeben) von Daimler, Gillette, NCR und SEL die Nr. 8 ihrer 'Die Sache der Arbeiter' (vgl. März 1971, 26.4.1971) datiert auf April 1971 vermutlich in dieser Woche mit dem Titel 'Kommt zur Maidemonstration!' heraus.
Q: Die Sache der Arbeiter Nr. 8, Berlin Apr. 1971

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20.04.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe AEG Sickingenstr. der KPD/ML-ZB verteilt die Nr. 12 ihrer Betriebszeitung 'Das rote System' (vgl. 22.3.1971, 11.5.1971), eingetreten wird: "Für eine einheitliche 1. Mai-Demonstration im Wedding!" und auch die Jugend vom KJVD aufgerufen: "Heraus zum 1. Mai!"
Q: Das rote System Nr. 12, Berlin 20.4.1971, S. 4ff

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22.04.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB die Nr. 5 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 2.4.1971, 14.5.1971) heraus, die u.a. eine Kurzkundgebung vor dem Werk für den Nachmittag ankündigt, bei der auch ein Extrablatt der 'Roten Fahne' zum 1. Mai, dem Lohndiktat und dem Betriebsverfassungsgesetz vertrieben werden soll. Es wird auch berichtet, daß das Maikomitee von der SEW gespalten worden sei.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 5, Berlin 22.4.1971

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22.04.1971:
Der Zentralrat der westberliner Oberschulkollektive gibt nach einer handschriftlichen Datierung heute sein Flugblatt "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse" Nr. 1 (vgl. 26.4.1971) heraus mit den Abschnitten:
- "1) Geschichte des 1. Mai";
- "2) Haben die Arbeiter heute in Westberlin und der BRD wirklich keinen Grund mehr, für ihre Interessen zu demonstrieren?";
- "3) Es hat sich ein oppositionelles Maikomitee gegründet!"; sowie
- "4) Weshalb demonstrieren auch Oberschüler am 1. Mai?".

Aufgerufen wird zum 1. Mai, zu Veranstaltungen des Maikomitees (vgl. 23.4.1971, 27.4.1971) und des Zentralrats selbst (vgl. 29.4.1971).
Q: ZRdWOS: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse 1, O. O. (Berlin) o. J. (1971)

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23.04.1971:
Die Nr. 112 der 'RPK' erscheint mit dem Leitartikel "Zur Gewerkschaftsfrage (Teil II)" mit einem Vorwort zur Spaltung des Westberliner 1. Mai-Komitees durch die SEW.


Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung am 27.4., zur 1. Mai-Demonstration des gewerkschaftlichen Maikomitees im Wedding.
Q: Rote Presse-Korrespondenz, Nr. 112, Berlin, 23.4.1971, S. 1f

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23.04.1971:
In Berlin soll eine 1. Mai-Veranstaltung des Komitees für gewerkschaftliche Aktionseinheit um 19 Uhr im Hand-Drugstore in der Motzstraße 24 stattfinden.

Aufgerufen dazu wurde von der KJO Spartacus - OG Westberlin mit einem Flugblatt "Für gewerkschaftliche Aktionseinheit am 1. Mai!".
Q: KJO Spartacus: Für gewerkschaftliche Aktionseinheit am 1. Mai!, Berlin o. J. (1971)

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23.04.1971:
In Berlin besuchen, laut KPD/AO, 300 bis 400 die Jugendveranstaltung des Maikomitees, in dem sie selbst mitarbeitet, in der Gauß-Akademie. Darunter sind auch Jugendvertreter von Mannesmann Düsseldorf.

Aufgerufen wurde auch vom Zentralrat der Westberliner Oberschüler (vgl. 22.4.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe AEG Telefunken Nr. 20, Berlin 18.5.1971; Rote Fahne Nr. 18, Berlin Mai 1971;1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 2, Berlin 1971;ZRdWOS: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse 1, O. O. (Berlin) o. J. (1971), S. 2

23.04.1971:
In der Nr. 2 ihres 'Roten Schaltwerkers' (vgl. 22.3.1971, Mai 1971) kündigt die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Schaltwerk der KPD/ML-ZB u.a. eine Kurzkundgebung vor dem Werk für den Nachmittag an. Neben der Mitteilung, daß das Berliner Maikomitee durch die SEW gespalten worden sei, findet sich auch noch ein Artikel des KJVD zum 1. Mai, der aber offensichtlich aus einer anderen Betriebszeitung der KPD/ML-ZB ('Das rote System' für AEG Sickingenstr. Berlin) übernommen wurde, denn in ihm heißt es, "in den Betrieben wie hier in der Sickingenstr.".
Q: Der rote Schaltwerker Nr. 2, Berlin 23.4.1971

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23.04.1971:
In Berlin gibt die KPD/AO vermutlich Ende dieser Woche einen Sonderdruck April ihrer 'Roten Fahne' heraus mit dem "Aufruf zur 1. Mai Demonstration im Wedding".

Es erscheint auch der Artikel "Der Verrat der SPD-Führung".

Aufgerufen wird zur Großveranstaltung am 27.4.1971 und zur 1. Mai-Demonstration ab Turmstrasse.
Q: Rote Fahne Sonderdruck, Aufruf zur 1. Mai Demonstration im Wedding, Berlin Apr. 1971

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24.04.1971:
In Berlin erscheint frühestens heute die Nr. 3 von '1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse' durch das Maikomitee, in dem auch die KPD mitarbeitet. Berichtet wird erneut aus einer Reihe von Berliner Betrieben, aber auch aus Düsseldorf, dem Maikomitee der DGB Jugend Kreis Kreuznach, dem gewerkschaftlichen Bildungsseminar Hustedt, dem politischen Arbeitskreis Daphnien Bruchsal, dem Bezirksjugendausschuß Hessen der Deutschen Postgewerkschaft, dem Lehrlingszentrum Neustadt/Weinstraße dem gewerkschaftlichen Maikomitee Ludwigshafen und den hauptsächlich vom SALZ getragenen Maikomitees in Hamburg. Aufgerufen wird zur Veranstaltung am 27.4.1971.
Q: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse Nr. 3, Berlin 1971

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26.04.1971:
In Berlin gibt die KPD/Aufbauorganisation vermutlich in dieser Woche ihre 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) als Ausgabe für die Metallbetriebe zum 1. Mai 1971 heraus mit den Artikeln:
- "1. Mai-Demonstration 1971";
- "Gleicher Lohn für Männer und Frauen";
- "Gleicher Lohn für deutsche und ausländische Arbeiter";
- "Der Kampf der Arbeiterjugend";
- "Gegen Mitbestimmungs-Illusionen - Für Schutzrechte der Arbeiterklasse als Bastionen im Klassenkampf";
- "Zwei Demonstrationen - Zwei Linien"; sowie
- "Die KPD-Aufbauorganisation unterstützt das gewerkschaftliche Maikomitee".
Q: Kommunistische Arbeiterpresse - Ausgabe für die Metallbetriebe 1. Mai 1971, Berlin 1971

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26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 13 des 'Klassenkampf - Ausgabe Fritz Werner' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971) ohne Nummerierung. Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung am 29.4.1971 und zur Maidemonstration.
Q: Klassenkampf - Ausgabe Fritz Werner o. Nr. , Berlin Apr. 1971

26.04.1971:
Bei DWM Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche 'Der rote Weichensteller' Nr. 15 (vgl. Apr. 1971, Juni 1971) mit dem Leitartikel "Eine machtvolle Demonstration am 1. Mai".
Q: Der rote Weichensteller Nr. 15, Berlin Apr. 1971, S. 1f

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26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche die Nr. 13 des 'Klassenkampf - Ausgabe SEL' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971) ohne Nummerierung. Aufgerufen wird zur Maiveranstaltung am 29.4.1971 und zur Maidemonstration.
Q: Klassenkampf - Ausgabe SEL o. Nr. , Berlin Apr. 1971

26.04.1971:
In Berlin möchte die ÖTV-Opposition heute eine Veranstaltung zur Stellung der Gewerkschaften in unserer Gesellschaft und zu den Auseinandersetzungen um den 1. Mai im Preußeneck an der Mecklenburgischen Straße durchführen.
Q: ÖTV-Opposition: Informationsblatt der ÖTV-Opposition, Berlin Apr. 1971

26.04.1971:
Der Zentralrat der westberliner Oberschulkollektive gibt nach einer handschriftlichen Datierung heute sein Flugblatt "1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse" Nr. 2 (vgl. 22.4.1971) heraus mit den Abschnitten:
- "1) Die Kapitalisten wollen die Krise auf dem Rücken der Arbeiter austragen!";
- "2) Für die geschlossene Front der Arbeiterklasse - Gegen die Kumpanei von Unternehmern und DGB-Spitze!"; sowie";
- "3) Die SEW-Führung spaltete das gewerkschaftl. Maikomitee!".

Aufgerufen wird zum 1. Mai und zur Mai-Veranstaltung des Zentralrats selbst (vgl. 29.4.1971).
Q: ZRdWOS: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse 2, O. O. (Berlin) o. J. (1971)

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26.04.1971:
Im Berliner 'Hochschulkampf', dem Kampfblatt des Initiativkomitees der Roten Zellen der PL/PI Nr. 7 (vgl. 13.4.1971, 10.5.1971) wird der "Aufruf der IK-Zellen zur Maidemonstration in Neukölln" abgedruckt: "
Die Roten Zellen des Initiativkomitees unterstützen den Maiaufruf des Komitees zur Vorbereitung des 1. Mai und fordern alle sozialistischen Studenten auf, am 1. Mai an der Demonstration in Neukölln teilzunehmen. … Die Roten Zellen im Initiativkomitee rufen deshalb alle Studenten, die den Kampf der Arbeiterklasse unterstützen wollen, zur Teilnahme an der Demonstration in Neukölln. Die IK-Zellen werden auf dieser Demonstration keinen eigenen IK-Block unter studentischen Forderungen aufstellen. Sie unterstützen die Forderungen und Parolen des Komitees zur Vorbereitung des 1. Mai." Das Vorbereitungskomitee für eine Maidemonstration in Neukoelln ruft desweiteren dazu auf, "die Anstrengungen für eine einzige 1. Maidemonstration in Westberlin zu unterstützen". Eine Minimalplattform zum 1. Mai ist u. a. auch unterzeichnet von:
- Kommunistischer Bund/Marxisten-Leninisten (KB/ML),
- Proletarische Linke/PI,
- SDA,
- RC,
- Sozialistischer Frauenbund (SFB),
- Aktionskomitee Nord,
- Basisgruppe Spandau.

Enthalten ist auch der Artikel "Es lebe der proletarische Internationalismus! Kritik der Agitationsdemonstration" am 17.4.1971 im Rahmen der Maikampagne.
Q: Hochschulkampf Nr. 7, Berlin 26.4.1971, S. 1ff

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26.04.1971:
In Berlin erscheint die 'RPK' Nr. 113/114 (vgl. 23.4.1971) mit einem Aufruf zur Maidemonstration im Wedding.
Q: Rote Presse Korrespondenz Nr. 113/14, Berlin 26.4.1971

26.04.1971:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in West-Berlin die 'Fizz' Nr. 3 (vgl. 12.4.1971, 10.5.1971) mit einem Titelbild zum 1. Mai und einer Todesanzeige für die deutsche Arbeiterbewegung aufgrund des 1. Mai 1929.
Q: Fizz Nr. 3, Berlin o. J. (1971), S. 1 und 3

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26.04.1971:
In Berlin geben die Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof von NCR, SEL, Daimler und Gillette (SBG) die Nr. 9 ihrer Zeitung 'Die Sache der Arbeiter' datiert auf April (vgl. 19.4.1971), mit sechs Seiten DIN A4 vermutlich zu Anfang dieser Woche heraus. Berichtet wird außer über das gemeinsame Maiflugblatt von SBG, SDA, KB/ML und SFB, welches unserem Exemplar beiliegt, auch noch über die Berliner Betriebe IBM, SEL, Nordkabel (VDK) und Borsig sowie aus dem BSE-Bereich über die Zeitverträge bei der Firma Adolf Alexander in Berlin und Gandersheim.
Q: Die Sache der Arbeiter Nr. 9, Berlin Apr. 1971

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26.04.1971:
In Berlin erscheint vermutlich in dieser Woche eine Ausgabe des 'Klassenkampf' als Zeitung der Betriebszellen und Betriebsgruppen der Proletarischen Linken / Parteiinitiative (PL/PI - vgl. 12.4.1971, 28.5.1971) ohne Nummerierung unter der Schlagzeile "1. Mai Demonstration".
Enthalten sind Artikel auf Serbokroatisch und Türkisch.
Aufgerufen wird zur Maidemonstration in Neukölln und zur Großveranstaltung am 29.4.1971 in den Kindl Festsälen, Hermannstr. 217.
Q: Klassenkampf 1. Mai Demonstration, Berlin o. J. (Apr. 1971)

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27.04.1971:
In Berlin beteiligen sich, laut KPD/AO, mehr als 2 000 Personen an der Großveranstaltung des Gewerkschaftlichen Maikomitees. U.a. nehmen Delegierte des Maikomitees der DGB-Jugend Bad Kreuznach, des Gewerkschaftlichen Maikomitees Ludwigshafen, des gewerkschaftlichen Bildungsseminars Hustedt, des DPG Bezirksjugendausschuß Hessen und Jugendvertreter von Mannesmann Düsseldorf teil.

Aufgerufen wurde auch vom Zentralrat der Westberliner Oberschüler (vgl. 22.4.1971) und die Rote Garde (RG) der KPD/ML-ZK (vgl. 19.4.1971).
Q: Rote Fahne Nr. 18, Berlin Mai 1971; 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse, Berlin 1971;KPD/AO: Kampftag der Arbeiterklasse. 1. Mai Demonstration im Wedding, O. O. (Berlin) o. J. (1971);Rote Presse Korrespondenz Nr. 112 und 115, Berlin 23.4.1971 bzw. 1971;ZRdWOS: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse, O. O. (Berlin) o. J. (1971), S. 2;RG: Heraus zum 1. Mai im Wedding, Berlin o. J. (1971), S. 4

29.04.1971:
Der Zentralrat der Westberliner Oberschulkollektive will seine Maiveranstaltung um 16 Uhr in der TU, Altes Gebäude, Hörsaal H 2054, zunächst war 1012 angekündigt worden, durchführen.
Q: ZRdWOS: 1. Mai Kampftag der Arbeiterklasse 1 und 2, O. O. (Berlin) o. J. (1971), S. 2 bzw. S. 2

29.04.1971:
In Berlin wollte die PL/PI bzw. ihr Rotes Maikomitee heute ihre Maiveranstaltung zunächst in der Hasenheide durchführen. Später wurden als Ort die Kindl-Festsäle in der Hermannstraße benannt.

Aufgerufen wurde u.a. im IGM-Bereich bei Borsig (vgl. 15.3.1971), Fritz Werner (vgl. 5.4.1971), Loewe (vgl. 15.3.1971) und Siemens (vgl. 15.3.1971), sowie heute bei Borsig.

Die nach eigenen Angaben 1 300 Anwesenden solidarisieren sich in einer Resolution mit dem heutigen Streik bei Borsig.
Q: Klassenkampf - Ausgaben Borsig, Loewe, Siemens, Dynamowerk 2 Nr. 10, Berlin März 1971; Klassenkampf - Ausgabe Fritz Werner Nr. 11, Berlin Apr. 1971;Klassenkampf - Doch Massenentlassungen bei Borsig und Solidarität mit dem Streik in der Hammerschmiede, Berlin o.J. (29.4.1971) bzw. (30.4.1971)

29.04.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die PL/PI ein Extrablatt ihres 'Klassenkampf' (vgl. 26.4.1971, 30.4.1971) als Flugblatt unter dem Titel "Doch Massenentlassungen bei Borsig" heraus, in dem über Hammerschmiede, Nebenbetriebe, das Röhrenwerk und die Angestellten berichtet und zur heutigen Maiveranstaltung aufgerufen wird.

Aufgrund der drohenden Entlassungen wird heute, laut PL/PI, dreieinhalb Stunden lang in der Pressenschmiede, der Vergüterei und der Hammerschmiede gestreikt.
Q: Klassenkampf - Doch Massenentlassungen bei Borsig und Solidarität mit dem Streik in der Hammerschmiede, Berlin o.J. (29.4.1971) bzw. (30.4.1971)

29.04.1971:
In Berlin führt das Mieterkomitee Britz-Buckow-Rudow bzw. Gropiusstadt, laut und mit KPD/AO, eine Demonstration mit 200 Teilnehmern durch (vgl. 24.4.1971), obwohl die SPD versucht habe die KPD/AO zu isolieren.
Q: Rote Fahne Nr. 18, Berlin Mai 1971

29.04.1971:
In Berlin gibt die Ortsleitung der KJO Spartacus ihren Anhängern schnell noch einmal die Termine und die Linie für die Maitage bekannt.

Im Maikomitee der KPD sei keine offizielle Gewerkschaftsgruppe vertreten. Im Maikomitee der SEW seien die stärksten Gruppen die Fachgruppe Buchhandel der HBV und die Fachgruppe Gymnasien der GEW.

Im von der KJO inspirierten Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit seien vertreten: JG Siemens, JG DTW, ÖTV-Opposition, ÖTV-Jugendopposition, Fachgruppe Architekturbüros der BSE, Sozialistischer Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER).

Man plane einen gemeinsamen Block mit KB/ML, SDA, den Sozialistischen Betriebsgruppen Tempelhof und dem Sozialistischen Frauenbund Westberlin.

Das SEW-Komitee werde am 30.4. eine Veranstaltung in der Neuen Welt durchführen, man selber am 1. Mai auf dem Karl-Marx-Platz demonstrieren.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: ohne Titel, Berlin 29.4.1971

30.04.1971:
In Berlin besuchen, laut KPD/AO, über 2 000 die Veranstaltung ihres Maikomitees (vgl. 27.4.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 20, Berlin 18.5.1971

30.04.1971:
In Westberlin plant das SEW-gesteuerte Gewerkschaftliche Maikomitee für diesen Tag, laut KJO, eine Veranstaltung in der Neuen Welt.
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: ohne Titel, Berlin 29.4.1971

01.05.1971:
In Berlin wurde, laut Arbeitskreis Wolfsburger Lehrlinge (AWL), der 1.Mai vom DGB als Kaffeestunde der Funktionäre konzipiert, "wo die Arbeiter am 1.Mai ausgesperrt werden und Gewerkschaftsbonzen im Sendesaal des Sender Freies Berlin eine Feierstunde der Klassenharmonie vom Stapel lassen. Die Arbeiter dürfen dieser Zeremonie dann an der heimischen Flimmerkiste beiwohnen."

Es beteiligen sich dann aber, laut SALZ Hamburg, ca. 25 000 an der Demonstration von SEW und Maikomitee durch Neukölln und Kreuzberg, darunter auch die, als 'kommunistische Organisationen' bezeichneten, Gruppen KB/ML, Basisgruppe Spandau und Sozialistische Betriebsgruppen (SBG) Tempelhof. Laut BKA Freiburg demonstrieren 20 000, laut PL/PI 25 000. Das SALZ Bremerhaven berichtet:"
Über 20 000 Kollegen waren dem Aufruf des gewerkschaftlichen Mai-Komitees gefolgt und veranstalteten eine machtvolle Demonstration durch das Westberliner Arbeiterviertel Neukölln."

Dort wollen auf der Demonstration in Neukölln KB/ML, SDA, KJO Spartacus, Sozialistische Betriebsgruppen (SBG) Tempelhof und der Sozialistische Frauenbund (SFB) Westberlin einen gemeinsamen Block bilden. Aufgerufen wurde auch durch die MLHG (vgl. 19.4.1971).

Auf der Demonstration verteilt die Rote Hilfe (RH) ein Flugblatt mit Hinweisen.

Dem 'Hochschulkampf' des Initiativkomitees (IK) der Roten Zellen zufolge sollen am 1. Mai in Neukölln "25 000 Arbeiter, Schüler und Studenten demonstriert haben". Die Demonstration stand unter den Parolen:
- Kampf gegen Entlassungen, Kurzarbeit und Lohnabbau,
- Gleicher Lohn für Männer und Frauen,
- Entlarven wir die reaktionäre Gewerkschaftsspitze,
- Für die Entfaltung der Klassenkämpfe in den Betrieben,
- Für starke Abteilungsgruppen als Kampforgane des Proletariats,
- Sieg im Volkskrieg, Klassenkampf im eigenen Land.

Für diese Maidemonstration auf dem Neuköllner Karl Marx Platz wurden u.a. ein Flugblatt "Die Gewerkschaft den Arbeitern! Kampf den Bürokraten!", welches von KJO Spartacus, ÖTV-Opposition, ÖTV-Jugendopposition, dem Sozialistischen Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER) und der Fachgruppe Architektur/Ingenieurbüros der BSE unterzeichnet ist und ein Flugblatt mit dem selben Titel von einem Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit verteilt.

Die KJO Spartacus gibt noch ein Flugblatt "Für gewerkschaftliche Aktionseinheit zum 1.Mai!" und eine Sonderausgabe ihres 'Spartacus' unter dem Titel "Lehrlinge und Jungarbeiter! Demonstriert am 1.Mai für die Forderungen der Arbeiterjugend!" heraus.

Im Maikomitee der PL/PI sind außer dieser selbst, laut KJO Spartacus, auch noch SFB, SDA, SBG Tempelhof, Basisgruppe Spandau und der KB/ML vertreten gewesen, wobei letzterer sich für eine einheitliche Demonstration eingesetzt habe.

Die Berliner SDA gibt heute oder für heute eine Ausgabe ihrer 'Berliner Arbeiterzeitung' (BAZ) heraus, in der u.a. die Existenz von Stadtteilgruppen der SDA in Neukölln und Kreuzberg erwähnt wird. Verantwortlich ist Paul H. Druschky.

Während die KPD/AO im Wedding demonstriert, will man selbst im Kreuzberger Block an der Demonstration teilnehmen, zu der ein Maivorbereitungskomitee von SDA, KB/ML, GIM, Aktionskomitee Nord (Rote Garde Reinickendorf / Wedding, Roter Punkt und 'Märkisches Viertel Zeitung' - MVZ), RC, Sozialistischer Frauenbund Westberlin und Sozialistische Betriebsgruppen Tempelhof aufrief. Dies geschah auch mit einem Flugblatt "Maiaufruf des Komitees zur Vorbereitung des 1. Mai".

Im Wedding bildet die KPD/ML-ZB zusammen mit den in der 'Roten Front' vereinten ausländischen Marxisten-Leninisten einen Block auf der Demonstration des im wesentlichen von ihr selbst gemeinsam mit der KPD/ML-ZK getragenen 'zentralen Maikomitees', der, nach eigenen Angaben, von anfänglich 300 Teilnehmern (u.a. von AEG, DIAG und Siemens) auf rund 500 von insgesamt 5 000 zum Schluß gewachsen sei.

Über die Teilnehmer ihres Blockes äußert sich die KPD/ML-ZB wie folgt:"
Es waren vorwiegend junge Arbeiter und Lehrlinge, vor allem aus den Großbetrieben, in denen Betriebsgruppen der KPD/ML arbeiten".

"Dem Block der KPD/ML schlossen sich die ausländischen Marxisten-Leninisten der Roten Front an. Angeführt von einer großen roten Fahne mit Initialen der Partei gingen im Block anfänglich 300 Kollegen von AEG, Siemens und des DIAG-Konzerns sowie Mitglieder und Sympathisanten der KPD/ML und des KJVD. Von einem Lautsprecherwagen mit einem großen Bild Ernst Thälmanns wurden zwei Reden gehalten, die den Kampf gegen das Lohndiktat begründeten, die dazu aufriefen, die KPD/ML zu stärken und sich in ihren Betriebsgruppen zu organisieren, weil die Arbeiterklasse eine starke, kommunistische Partei braucht, um im Kampf zu siegen. … Die Geschlossenheit und Disziplin des Blocks hob sich deutlich vom übrigen Teil des Demonstrationszuges ab und stieß bei den zuschauenden Kollegen auf unverkennbare Zustimmung. Immer mehr von ihnen reihten sich in den Block ein. Auch diese Demonstration in Westberlin zeigt das Wachsen der KPD/ML. Dieser Erfolg ist ein weiterer Ansporn für die KPD/ML und ihren Jugendverband, den KJVD, die westdeutsche und Westberliner Arbeiterklasse auf den Weg zum Kampf gegen alle ihre Feinde zu führen".
Das Resultat der Demonstration war:"Vom Auftreten der Partei vor und während der Demonstration überzeugt, entschlossen sich eine Reihe von Kollegen in der KPD/ML mitzuarbeiten."

An anderer Stelle heißt es:"
In West-Berlin beteiligten sich die Genossen der KPD/ML und des KJVD an der Demonstration des gewerkschaftlichen Mai-Komitees. Das gewerkschaftliche Mai-Komitee in Westberlin bestand neben der KPD/ML und dem KJVD vor allem aus der Roten Front, einem Bündnis ausländischer Marxisten-Leninisten, der Westberliner AO (Partei-Aufbau-Organisation) und der Gruppe 'Roter Morgen'."

Hierzu erfolgt später folgende Berichtigung:"
Die KPD/ML und ihr JV waren nicht im 1.Mai-Komitee. Sie haben lediglich an der Demonstration des Komitees teilgenommen. Das Komitee (bestehend aus den Gruppen 'Roter Morgen', 'Aufbauorganisation', 'Neue Einheit' und 'Spartacus' (KPD/ML-ZK, KPD/AO, KPD/ML-NE und KJO, d.Vf.)) hatte der KPD/ML erst zugesagt, daß sie als Partei innerhalb des Komitees auftreten könne, diese Zusage später allerdings begründungslos rückgängig gemacht.

Die KPD/ML und ihr JV haben dann als einzige Organisation unter eigenem Namen im Zug des Maikomitees demonstriert, vor allem, um die aktiven, unorganisierten Gewerkschafter im Zug zu unterstützen."

Weiter heißt es:"
Außer der Roten Front und der KPD/ML und dem KJVD traten alle Mitglieder des Aktionsbündnisses nicht offen auf, sondern gingen hinter dem Transparent des gewerkschaftlichen Mai-Komitees. Unsere Genossen bildeten einen EIGENEN BLOCK, der vor allem durch seine Disziplin schon beim ersten Hinsehen auffiel. Bei Beginn der Demonstration bestand der Block der Partei, an dessen Spitze ein Arbeitergenosse mit der Parteifahne ging, aus etwa 300 Kollegen und Genossen. Die KOLLEGEN kamen vor allem von SIEMENS und AEG und dem DIAG-KONZERN. Anfangs hielt ein Redner der Partei zwei kurze Agit-Reden, die noch einmal die Hauptlosungen begründeten. Auch während des Demonstrationszuges wurden mehrere Kurzreden gehalten. Da unsere Genossen, wenn nicht geredet wurde, Parolen ausriefen oder Arbeiterlieder sangen, blieb der Block der Partei niemals stumm und unterschied sich auch dadurch klar von der AO und den anderen Gruppen. Während der Demonstration, die vor allem durch den Wedding führte, REIHTEN SICH etwa 200 KOLLEGEN IN DEN BLOCK VON PARTEI UND JUGENDVERBAND EIN. Die älteren Kollegen waren vor allem begeistert von den Ernst Thälmann-Plakaten mit der Aufschrift 'Vorwärts im Geiste Ernst Thälmanns', die viele Genossen trugen, und der Disziplin unseres Blocks. Die Agit-Trupps hatten während der ganzen Demonstration alle Hände voll zu tun. Sie verkauften 300 'Rote Fahnen' - alle, die der LV Westberlin noch hatte - und bekamen sehr viele Adressen von Kollegen, die bei uns mitarbeiten wollen.

Die 1. Mai-Demonstration in Westberlin war ein großer Erfolg für unsere Partei und den Jugendverband. Die Partei der Arbeiterklasse hatte eindeutig die politische Führung dieser Demonstration inne."

In Berlin mobilisiert die KPD/AO für die Maidemonstration ab Turmstraße durch den Wedding u.a. mit einer 'Kommunistischen Arbeiterpresse - Ausgabe für die Metallbetriebe', die 8 Seiten dick und von Reinhard Pfriem unterzeichnet ist. Ausgeführt wird darin u.a., daß die Parteiaufbauorganisationen KPD/AO, KPD/ML-Neue Einheit, KPD/ML-ZB und KPD/ML-ZK im Wedding demonstrieren, während es SEW und die Parteifeinde nach Neukölln zieht. Außer auf die Mitbestimmung und das BVG wird noch auf die jugendlichen KollegInnen und die AEG eingegangen.

Der Zentralrat der Westberliner Oberschulkollektive (ZR) ruft zur "1. Mai-Demonstration im Wedding" auf, womit die Demonstration der KPD/AO gemeint ist.

Die KPD/AO zählt bei der Demonstration ihres gewerkschaftlichen Maikomitees 10 000 bis über 10 000 Teilnehmer, während die KPD/ML-ZK nur 6 000 ausmachen kann. Dafür weiß sie aber auch nicht, daß sich auch die Gruppe spanischer Arbeiter in der IG Metall beteiligte. Die örtliche KPD/ML-ZK unterbreitete, laut KPD, der KPD ein Aktionseinheitsangebot für die Maidemonstration, wofür sie aber vom eigenen ZK verurteilt worden sei. An der Veranstaltung des Komitees in der Hasenheide nahmen, nach eigenen Angaben, ca. 2 000 Menschen teil.

Der KPD/AO ist es, laut 'Hochschulkampf' bei den Vorbereitungen für die 1.Mai-Demonstration darum gegangen, den Nachweis zu erbringen, "daß die PL/PI durch ihr Festhalten an der Neuköllner Demonstrationsroute endgültig den opportunistischen Weg eingeschlagen habe. Die PL/PI (und die IK-Zellen) begründeten diese Entscheidung damit, daß der Kampf gegen den Revisionismus nicht durch zwei getrennte Demonstrationen, sondern in der inhaltlichen Auseinandersetzung und Vorbereitung der Maidemonstration in den Betrieben, vor den Schulen und Hochschulen sowie auf der Demonstration selbst geführt werden müsse. Die Maidemonstration in Neukölln hat die Richtigkeit dieser Entscheidung ganz und gar bestätigt. Die revolutionären Organisationen setzten sich durch getrennte Blocks, durch ihre Parolen und Spruchbänder, durch ihre Ansprachen klar von den Revisionisten ab."
Q: Hochschulkampf Nr. 8, Berlin 10.5.1971; Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971;Rote Presse Korrespondenz Nr. 115, Berlin 1971, S. 2;Rote Fahne Nr. 9, Bochum 10.5.1971;Der Rote Gartenfelder Nr. 6, Berlin 14.5.1971;Das Rote System Nr. 14, Berlin 1.6.1971;Der Bulldozer Nr. 6, Berlin Mai 1971;Der NCR Arbeiter Nr. 6, Berlin 19.5.1971;Berliner Arbeiter Zeitung, Berlin 1.5.1971;Arbeiterstimme Nr. 9, Bremerhaven Mai 1971, S. 5;Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr. 7, Hamburg 26.5.1971;KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: ohne Titel, Berlin 29.4.1971;KJO Spartacus: Maikampagne, Berlin 20.5.1971;Spartacus Sonderausgabe, Berlin Apr. 1971;Spartacus Nr. 25, Bonn Dez. 1971/Jan. 1972;KJO Spartacus, ÖTV-Opposition, ÖTV-Jugendopposition, Sozialistischer Arbeitskreis Bibliotheken Berlin (SABBER) und Fachgruppe Architektur/Ingenieurbüros der BSE: Die Gewerkschaft den Arbeitern! Kampf den Bürokraten!, Berlin 1971;ZRdWOSK: 1. Mai-Demonstration im Wedding, Berlin 1971;Komitee für gewerkschaftliche Aktionseinheit: Die Gewerkschaft den Arbeitern! Kampf den Bürokraten!, Berlin 1971;MLHG: Sozialistische Studenten für ein festes Bündnis mit der Arbeiterklasse, Berlin o.J. (1971);KJO Spartacus: Für gewerkschaftliche Aktionseinheit zum 1.Mai!, Berlin 1971;Klassenkampf Nr. 9, Freiburg 11.5.1971;Klassenkampf - Ausgaben Loewe, Osram S-Werk und Spinne o. Nr. , Berlin Mai 1971;Kommunistische Arbeiterpresse - AEG Telefunken Nr. 20, Berlin 18.5.1971;Kommunistischen Arbeiterpresse - Metallbetriebe 1.Mai 1971, Berlin 1971;Rote Fahne Nr. 18 und 13, Berlin bzw. Dortmund Mai 1971 bzw. 28.3.1973;Roter Morgen Nr. 5, Hamburg Mai 1971;Solidarischer Kampf Nr. 3, Wolfsburg o.J. (1971);Kommunistischer Nachrichtendienst Nr. 34 und 38, Bochum 5.5.1971 bzw. 19.5.1971, S. 4 bzw. S.8f;Maiaufruf des Komitees zur Vorbereitung des 1. Mai, Berlin o. J. (1971);RH: 1. Mai Demonstration in Neukölln !!!, Berlin o. J. (1970);Was Tun Nr. 5, Mannheim Mai 1971, S. 9

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01.05.1971:
In Berlin erscheint vermutlich zum 1. Mai 1971 ein Flugblatt "1. Mai: Mit der Gewerkschaftsjugend in Neukölln" von "Kollegen aus betrieblichen Lehrlings- und Jugendgruppen" unter Verantwortung von G. Aly, Stephanstr. 60, das zum Treffpunkt der Lehrlings- und Jugendgruppen auf der Demonstration in Neukölln aufruft. Die Verfasser stehen vermutlich der PL/PI nahe.
Q: Kollegen aus betrieblichen Lehrlings- und Jugendgruppen: 1. Mai: Mit der Gewerkschaftsjugend in Neukölln, Berlin o. J. (1971)

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01.05.1971:
In Berlin geben KB/ML, SDA und SBG Tempelhof vermutlich heute ein Flugblatt "1. Mai 1971. Gegen die ökonomische und politische Spaltung der Arbeiterklasse für die EINHEIT der Arbeiterklasse!" heraus, das vermutlich auf der Maidemonstration in Neukölln verteilt wird. Ein Abschnitt stellt fest: "Die SEW hemmt die Einheit der Arbeiterklasse".
Q: KB/ML, SDA, SBG Tempelhof: 1. Mai 1971. Gegen die ökonomische und politische Spaltung der Arbeiterklasse für die EINHEIT der Arbeiterklasse!, Berlin o. J. (1971)

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01.05.1971:
Im Zentralrat der Westberliner Oberschüler (ZR) beginnt die Herausbildung der ZR-Opposition (ZR-Oppo bzw. ZR-O) wegen dem Aufruf des ZR zur Maidemonstration der KPD.
Q: Schulkampf Nr. 1, Berlin Okt. 1972

01.05.1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) vermutlich heute oder gestern einen Sonderdruck "Für einen Roten 1. Mai in Neukölln!" ihres Zentralorgans 'PL' (vgl.16.4.1971, Juni 1971) mit einer Auflage von 8 000 heraus.
Q: PL Sonderdruck Für einen Roten 1. Mai in Neukölln!, Berlin 1971

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10.05.1971:
In der Nr. 8 des Berliner 'Hochschulkampf' der PL/PI (vgl. 26.4.1971, 24.5.1971) wird u.a. auch über die 1. Mai-Demonstration in Neukölln berichtet über die Agitation der SEW-Mitglieder durch die PL/PI.
Q: Hochschulkampf Nr. 8, Berlin 10.5.1971, S. 6

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10.05.1971:
Vermutlich in dieser Woche erscheint in West-Berlin die 'Fizz' Nr. 4 (vgl. 26.4.1971, 7.6.1971) mit dem Artikel "Schwarze Schafe. Schwarzer 1. Mai. Anarcho-Betriebsausflug am 1. Mai".
Q: Fizz Nr. 4, Berlin o. J. (1971), S. 8

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11.05.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe AEG Sickingenstr. der KPD/ML-ZB gibt die Nr. 13 ihres 'Roten Systems' (vgl. 20.4.1971, 1.6.1971) heraus. Berichtet wird vom 1. Mai.
Q: Das rote System Nr. 13, Berlin 11.5.1971, S. 5

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13.05.1971:
Bei AEG Brunnenstraße in Berlin-Wedding gibt die KPD/ML-ZB ihren 'AEG-Arbeiter' Nr. 14 (vgl. 19.4.1971, 3.6.1971) heraus mit dem Artikel "Mit der KPD/ML vorwärts im Geiste Ernst Thälmanns!" der berichtet vom 1. Mai im Wedding.
Q: Der AEG-Arbeiter Nr. 14, Berlin 13.5.1971, S. 7

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13.05.1971:
In Berlin gibt die Betriebsgruppe Osram der KPD/ML-ZB die Nr. 11 ihres 'Rotlicht' (vgl. Apr. 1971, 4.6.1971) heraus, die u.a. einen Bericht über den 1. Mai enthält.
Q: Rotlicht Nr. 11, Berlin 13.5.1971, S. 4f

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14.05.1971:
Vor oder am 14.Mai erscheint in Berlin die Nr. 11 von 'Der Schwartzkopff Hammer' (vgl. Mai 1971, 7.6.1971) - Zeitung der Betriebsgruppe Schwartzkopff der KPD/ML-ZB. Berichtet wird u.a. vom 1. Mai und auch, daß vor dem 1. Mai verschiedene Gruppen vor Schwartzkopff Flugblätter verteilt haben, obwohl die KPD/ML-ZB die einzige Gruppe ist, die dort mit einer Zelle und einer Betriebszeitung arbeitet.
Q: Der Schwartzkopff Hammer Nr. 11, Berlin Mai 1971

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14.05.1971:
Die Berliner Betriebsgruppe Siemens-Gartenfeld der KPD/ML-ZB gibt die Nr. 6 ihres 'Roten Gartenfelders' (vgl. 22.4.1971, 24.5.1971) heraus, die sich u.a. auch mit dem 1. Mai beschäftigt.
Q: Der Rote Gartenfelder Nr. 6, Berlin 14.5.1971, S. 8f

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18.05.1971:
In Berlin gibt die KPD/AO bei AEG Telefunken die Nr. 20 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. Apr. 1971, 15.6.1971) heraus.
Berichtet wird über die Maiaktionen (vgl. 23.4.1971, 27.4.1971, 1.5.1971).
Q: Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken Nr. 20, Berlin 18.5.1971, S. 4f

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20.05.1971:
In Berlin findet ein Plenum der KJO Spartacus statt, auf dem verschiedene Papiere vorgelegt werden. Die Ortsleitung Westberlin legt eine "Resolution zum Stand der Organisation" vor, in der u.a. betont wird, daß man im Gewerkschaftsmilieu seit der Maikampagne 1970 nichts dazugewonnen habe, vielmehr habe man noch Bastionen eingebüßt. In der Linken sei man dagegen jetzt anerkannt. Ähnliche Sorgen wie bei der ZL zeigen sich auch im "Papier der Metallzelle zur Situation der Organisation".
Q: KJO Spartacus-Ortsleitung Westberlin: Resolution zum Stand der Organisation, Berlin 20.5.1971; KJO Spartacus: Papier der Metallzelle zur Situation der Organisation, Berlin 20.5.1971

Juni 1971:
Es erscheint die Nr. 6 der 'Befreiung' - anarchistische Zeitung (vgl. Apr. 1971, Juli 1971) mit dem Beitrag "Die Konterrevolution marschiert" zum 1. Mai in Berlin und Stockholm.
Q: Befreiung Nr. 6, Mülheim Juni 1971, S. 6

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Juni 1971:
Bei DWM Berlin erscheint 'Der rote Weichensteller' Nr. 16 (vgl. 26.4.1971, Juli 1971) mit dem Artikel "1. Mai. Klassenkampf im Mittelpunkt".
Q: Der rote Weichensteller Nr. 16, Berlin Juni 1971, S. 1f

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Juni 1971:
Der KB/ML Westberlin gibt seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' (KAZ - vgl. Mai 1971, Juli 1971) Nr. 9 heraus. Berichtet wird vom 1. Mai aus Berlin und auch aus Bremen, Hamburg, München und Nürnberg.
Q: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 9, Berlin Juni 1971

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Juni 1971:
In Berlin gibt die Marxistisch-Leninistische Studiengemeinschaft vermutlich erstmals eine Ausgabe von 'Marxistisches Forum' - Zeitschrift für Politik und Kultur heraus. In "Die SEW und die 'Pseudo-Linken'" wird berichtet von der auf den 1. Mai folgenden Auseinandersetzung der SEW mit den Linken.
Q: Marxistisches Forum - Zeitschrift für Politik und Kultur, Berlin Juni 1971, S. 40ff

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Juni 1971:
.. In Berlin gibt die Proletarische Linke / Parteiinitiative (PL/PI) ihr Zentralorgan 'PL' Nr. 5 (vgl. 1.5.1971, Jan. 1972) heraus mit dem Leitartikel "Kampf Kritik Umgestaltung. Zur Kritikkampagne in der PL/PI". Diese habe sich entzündet am Kampfprogramm zum 1. Mai, denn: "Dieses Programm hatte mit der Praxis der PL in den Betrieben wenig zu tun.".

Berichtet wird in "1. Mai: Den Tatsachen tief ins Auge blicken!" aus Wolfsburg von der Demonstration der Italiener, von DKP, Arbeitskreis Wolfsburger Lehrlinge (AWL) und RKJ, mit einem Bild aus Düsseldorf, aus Dortmund, Freiburg und Bielefeld, aber auch aus Berlin sowie: "
Die Betriebsgruppe Regensburg hat einen 1. Mai mit 60 Genossen durchgeführt, in Offenburg machten 80 eine Versammlung, die dann noch von den Revisionisten gestört wurde, in Karlsruhe waren es 120, in Dudweiler und Schwäbisch Gmünd 180, in Mannheim 100 bei einer Aktionseinheit von KJVD, SDS und RG (auf der gleichzeitigen DGB-Kundgebung waren 5.000), in Friedrichshafen waren es 170, in Heilbronn 100. Diese Demonstrationen wurden von örtlichen Gruppen initiiert, in unterschiedlichster Aktionseinheit, auch mit Jusos und Falken. Nur von den revolutionären Linken getragene Demonstrationen erreichten mit Ausnahme von Hamburg nie eine Höhe über 1.000 Teilnehmer. In Hamburg kennzeichnet allerdings der Umstand, daß es hier 11 Maikomitees gab, eine groteske innerhalb der linken Sektenbewegung, auch wenn sie sich schließlich auf eine Demonstration einigten."

Berichtet wird auch über die SAG Darmstadt und aus Berlin von der Martin-Buber-Oberschule (MBO) in Spandau sowie der PH und aus dem IGM-Bereich von Osram Werk B Seestraße und Osram Werk S Helmholtzstraße.
Q: PL Nr. 5, Berlin Juni 1971

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04.06.1971:
In der Nr. 12 ihres 'Rotlicht' (vgl. 13.5.1971, 23.6.1971) schreibt die Berliner Osram-Betriebsgruppe der KPD/ML-ZB u.a.: "
Vor dem 1. Mai haben verschiedene Grüppchen vor unserem Betrieb Flugblätter und Zeitungen verteilt. … Aus der ehemaligen Studentenbewegung sind einige Grüppchen übriggeblieben, die jetzt mit dem Anspruch auftreten, die Arbeiter zu organisieren. Diese Grüppchen haben mit der KPD/ML nichts zu tun. … Sie ging nicht aus der Studentenbewegung hervor, sondern wurde von klassenbewußten Arbeitern geschaffen."
Es folgt eine Aufzählung der Berliner Betriebszeitungen der KPD/ML-ZB für AEG, Siemens, Osram, NCR, Schwartzkopff und für das Baugewerbe.
Q: Rotlicht Nr. 12, Berlin 4.6.1971

02.08.1971:
In Berlin erscheint die 'Kommunistische Arbeiterpresse AEG Telefunken' (KAP) Nr. 23 (vgl. 17.7.1971, 16.8.1971) auf August datiert vermutlich in dieser Woche erstmals durch die KPD und nicht mehr durch die KPD/AO. Enthalten ist auch das Kampfprogramm der Zelle, welches wir aus der 'Roten Fahne' (RF - vgl. 13.8.1971) der KPD wiedergeben. U.a. heißt es: "
Unsere Partei verbindet konkretes Eintreten für die Interessen der Kollegen mit beharrlicher politischer Überzeugungsarbeit. Deren erstes Ergebnis war die antifaschistische Resolution des R2-Bereichs gegen die Terrorprozesse in Burgos (in Spanien - vgl. Dez. 1970, d.Vf.). Im März dieses Jahres (vgl. 22.3.1971, d.Vf.) verabschiedete der gleiche Vertrauensleutekörper die Entschließung zur Gründung des gewerkschaftlichen Maikomitees und für eine oppositionelle gewerkschaftliche Maidemonstration, an deren Vorbereitung und Durchführung unsere Partei entscheidenden Anteil hatte."
Q: Rote Fahne Nr. 23 und 30, Berlin 13.8.1971 bzw. 19.11.1971, S. 5f bzw. S.5; Kommunistische Arbeiterpresse AEG-Telefunken Nr. 23, Berlin Aug. 1971

09.08.1971:
Die KPD gibt vermutlich in dieser Woche ihre erste 'Kommunistische Arbeiterpresse' (KAP) bei Hoesch Dortmund (vgl. 6.9.1971) heraus. Ein Kasten auf S.1 führt unter einem Bild mit einem Transparent 'Berliner Chemiearbeiter fordern in der Tarifrunde 150 DM mehr für alle!' aus: "
Die absolute DM-Forderung der West-Berliner Kollegen auf der 1. Mai-Demonstration des Gewerkschaftlichen Mai-Komitees 1971.

Wie schon in der Chemie-Tarifrunde fordert die KPD eine einheitliche Lohnerhöhung."
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Hoesch Nr. 1, Dortmund Aug. 1971, S. 1

13.08.1971:
Die KPD (vgl. 13.8.1971) berichtet: "
AKTIONSEINHEIT, EINHEITSFRONT, IDEOLOGISCHER KAMPF

Der Kampf um die Einheit der marxistisch-leninistischen Kräfte in Westdeutschland und Westberlin muß von einer materialistischen Einsicht in den Prozeß der Herausbildung dieser Kräfte, von ihrer klassenmäßigen Herkunft ausgehen. … Es liegt auf der Hand, daß eine Spaltung nützlich und notwendig ist, wenn sie Klarheit über die wichtigsten Fragen der revolutionären Bewegung bringt, wenn das Ergebnis der Spaltung tatsächlich die Herausbildung entgegengesetzter Plattformen fördert. Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch den Verlauf und die zeitliche Dauer von Spaltungen sehen. Die Tatsache, daß der im Rahmen der KPD/ML Parteien ausgetragene Kampf keine Tendenz zeigt, zu dieser Klarheit zu führen, hat viele Arbeiter und Intellektuelle in die Arme des Revisionismus getrieben oder hat sie zu der Ansicht gebracht, unsere gegenwärtige Lage sei durch den Kampf miteinander rivalisierender Zirkel gekennzeichnet, die allesamt die Ebene der dialektischen Verbindung von Theorie und Praxis noch nicht erreicht hätten, daher auch unfähig seien, zur Erarbeitung einer nationalen Strategie vorzustoßen. Daß diese Haltung notwendig zu einer Kapitulation vor dem Revisionismus führt, haben wir an mehreren Beispielen nachgewiesen (Die Haltung verschiedener Organisationen während der Kampagne für den 1. Mai in Westberlin).

Indem wir unbeirrt am nationalen Parteiaufbau festhalten, bemühen wir uns gleichzeitig, Aktionsbündnisse auf der Basis einer vorhergehenden Klärung der strategischen Fragen mit anderen sich als Marxisten-Leninisten bezeichnenden Gruppen zu schließen. Die Bedeutung dieser Aktionsbündnisse besteht einmal darin, an wichtigen Abschnitten unseres Kampfes die Kraft aller zum Marxismus-Leninismus sich Zählenden einsetzen zu können. Wichtiger aber ist, daß die theoretischen Positionen der Parteien und Gruppen praktisch überprüfbar werden, daß die Möglichkeit eröffnet wird, an einem Frontabschnitt zu einer wirklichen Klärung der Grundpositionen zu kommen.

Wir haben diese Linie in der Vorbereitung des 1. Mai verfolgt und haben erreicht, daß 1. in der Praxis sichtbar wurde, bis zu welchem Grad eine Partei oder Gruppe sich an der Verwirklichung eines gemeinsamen Plans beteiligen kann, daß 2. die verschiedenen Parteien und Gruppen gezwungen wurden, ihre Linie zum gewerkschaftlichen Kampf darzulegen, und daß es 3. unmöglich wurde, mit fiktiven Beschuldigungen, Diffamierungen und Verzerrungen gegenüber den eigenen Mitgliedern der Partei zu arbeiten und damit zu versuchen, eine isolierende Wand zwischen sich und den anderen Parteien und Organisationen zu errichten."
Q: Rote Fahne Nr. 23, 39 und 41, Berlin bzw. Dortmund 13.8.1971, 24.3.1972 bzw. 19.4.1972, S. 8, S. 8 bzw. S.4

06.09.1971:
In Bochum gibt die KPD/ML-ZK vermutlich in dieser Woche die Nr. 4 ihrer 'Rot Front!' - KPD/Marxisten-Leninisten informiert (vgl. Aug. 1971) heraus. Im zweiten Artikel heißt es u.a.: "
GEWERKSCHAFTSBONZEN FÜR VERBOT DER KPD/ML!
AUCH DKP-FUNKTIONÄRE STIMMTEN FÜR VERBOTSANTRAG!

'Linksfaschisten' gibt es, wenn man diese Bezeichnung aufgreifen will: Lenin, Stalin und Mao Tse-tung haben sie Sozialfaschisten genannt. Sie sitzen in der Führung der SPD, dem DGB und der DKP. Der Berliner Polizeihund Zörgiebel, war solch ein Sozialfaschist, er ließ am 1. Mai 1929 33 Arbeiter niederschießen. Auch heute drohen solche Leute wieder, daß sie 'mit dem Extremismus von links fertig werden wollen', wie sich der IG Chemie-Vorsitzende (CPK, d.Vf.) Hauenschild ausdrückte. Wie sie das machen wollen, zeigen die Anträge an den IGM-Tag."
Q: Rotfront Nr. 4, Bochum o.J. (Sept. 1971)

17.09.1971:
Auf der 9. Landesjugendkonferenz des DGB Berlin vertreten, laut PL/PI (vgl. 26.9.1971), 45 Delegierte 36 265 junge DGB-Mitglieder. Diskutiert wird, laut Betriebsgruppe DWM auch über den 1. Mai 1972.
Q: Der rote Weichensteller 4. Sonderdruck zur Metalltarifrunde, Berlin 5.10.1971, S. 3; Klassenkampf Nachrichtendienst Nr. 5, Berlin 26.9.1971, S. 5

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29.09.1971:
Vor Minister Stein und Fürst Hardenberg Dortmund soll vermutlich heute die 'Rote Fahne' (RF) Nr. 19 der KPD/ML-ZB (vgl. 27.9.1971) verkauft werden, für die so geworben wurde: "
WAS SCHREIBT DIE NEUE ROTE FAHNE

Daß die SPD-Regierung die erstarkende Arbeiterklasse fürchtet, ist klar. Deshalb rüstet sie zur brutalen Unterdrückung und Niederhaltung von Streiks, denn ihre Parteifreunde in den Gewerkschaften haben langsam abgewirtschaftet. Unter der Überschrift:
BUNDESGRENZSCHUTZ (BGS, d.Vf.): POLIZEIARMEE FÜR DEN BÜRGERKRIEG GEGEN DIE ARBEITERKLASSE SPD-REGIERUNG ERLIESS NEUES GESETZ - DER NAME IST NUR TARNUNG schreibt die ROTE FAHNE:
'Der Ausbau des Bundesgrenzschutzes zur Bürgerkriegsarmee, die den Kampf der Arbeiterklasse blutig und mit der Gewalt des kapitalistischen Staatsapparates unterdrückt, gehört dazu. Daß die SPD-Führer nicht zögern werden, streikende und demonstrierende Arbeiter niederzuschießen, haben sie schon in der Weimarer Republik vorgeführt: SPD-Polizeipräsident Zörgiebel ließ 1929 in Berlin 33 Arbeiter niederschießen, die sich ihr Demonstrationsrecht am 1. Mai von den SPD-Führern nicht nehmen lassen wollten.'

Und warum müssen die SPD-Führer die Arbeiterklasse niederhalten, warum brauchen sie Ruhe an der Heimatfront? Um in Ruhe die Vorbereitungen zur Eroberung der DDR zu treffen. Darüber berichtet die ROTE FAHNE ausführlich in ihrem Hauptartikel: KRIMREISE UNHEILVOLLER AKT wo aufgezeigt wird, daß die SPD-Regierung jetzt auf Kosten der Arbeiterklasse entscheidende Schritte auf dem Weg zur Großmacht tut."
Q: Rutsche Belegschaftsversammlung auf Hardenberg, Dortmund o.J. (1971), S. 3ff

23.10.1971:
In der 'RPK' Nr. 138 (vgl. 16.10.1971) werden die "Thesen der Oberschüler-Kommission bei der Zentralen Leitung des KSV zur Arbeit unter Oberschülern" abgedruckt. Darin heißt es u.a.: "
Die Gründung der Oberschülerkommission ist der erste Schritt zum Aufbau einer nationalen kommunistischen Oberschülerorganisation, die die bestehenden sozialistischen Massenorganisationen der Oberschüler ablösen wird". Die OSK beginnt mit ihrer praktischen Arbeit in West-Berlin und wird im Zentralrat der Oberschüler (der vor allem im gewerkschaftlichen Maikomitee 1971 hervorgetreten war) die politische Auseinandersetzung führen."
Q: Dem Volke dienen Nr. 1, Dortmund 25.10.1972, S. 2; Rote Presse Korrespondenz Nr. 138, Berlin 23.10.1971, S. 1ff

23.11.1971:
Bei Borsig Berlin gibt die KPD die Nr. 5 ihrer 'Kommunistischen Arbeiterpresse' (KAP - vgl. 27.10.1971, 7.12.1971) heraus mit einem Bild vom 1. Mai 1971.
Q: Kommunistische Arbeiterpresse Borsig Nr. 5, Berlin 23.11.1971, S. 4

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26.11.1971:
Die KPD (vgl. 28.1.1972) berichtet aus der CPK Berlin (vgl. 11.11.1971, 2.12.1971) u.a. von heute: "
EIN FEIND DER ARBEITERKLASSE IN WORTEN UND TATEN

Eduard Kolitsch ist seit 1969 Geschäftsführer der westberliner Verwaltungsstelle der IG Chemie. … Die KOMMUNISTISCHE ARBEITERPRESSE (KAP - vgl. Dez. 1971, d.Vf.) berichtete in ihrer letzten Nummer von einem Brief Kolitschs an die Jugendvertrauensleute bei Schering. Mit diesem Brief versuchte Kolitsch, einen Keil zwischen den Jugendvertrauensleutekörper und die Jugendlichen zu treiben.

Die Jugendvertrauensleute hatten zwei Resolutionen verabschiedet. Zum einen hatten sie eine Straßendemonstration am 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse, gefordert. Zum anderen verurteilten sie das gerade verabschiedete 'neue' Betriebsverfassungsgesetz (BVG - vgl. 10.11.1971, d.Vf.).

EIN BRIEF DES ARBEITERFEINDES

'Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Am 25.November 1971 wurden im Verwaltungsstellenbüro vom Kollegen Deutschmann zwei Resolutionen des Jugendvertrauensleutekörpers Schering I abgegeben. Obwohl beide Resolutionen keinen Adressaten haben, also auch an den lieben Gott gerichtet sein könnten, und obwohl berechtigte Zweifel über die Behauptung bestehen, daß diese Resolutionen vom gesamten Jugendvertrauensleutekörper EINSTIMMIG angenommen wurden, da der Verwaltungsstelle nichts über eine Versammlung der Jugendvertrauensleute am 18.November 1971 bekannt ist, möchte der Unterzeichner dazu Stellung nehmen.

Demokratie ist für Euch nur solange eine Forderung, wie sie Euch ermöglicht, als eine Minderheit eine Mehrheit zu vergewaltigen. Das zeigt sich auch in der zweiten Resolution, die eine Demonstration zum 1. Mai auf der Straße fordert.

Nicht die Entscheidung der Mehrheit unserer Mitglieder, bei der sich jedes einzelne Mitglied ohne Druck zu Hause für die eine oder andere Form des 1. Mai entscheiden konnte, ist für Euch verbindlich, sondern Ihr bildet Euch ein, diejenigen zu sein, die allein, selbst gegen den Willen einer überwältigenden Mehrheit, das Geschehen bestimmen können. Auch hier zeigt sich wieder ganz offen, daß Ihr nichts Anderes tun könnt, als die Forderungen der KPD/AO, wie sie ebenfalls in der Ausgabe dieses gewerkschaftsfeindlichen Häufleins vom 20.November 1971 (?, d.Vf.) abgedruckt sind, bei uns als Resolution einzubringen. Das gilt sowohl für den Antrag in dieser Resolution als auch für die Kritik am Text der Umfrage. Ihr verwendet sogar die gleichen Worte.

Für uns jedenfalls gilt die Meinung einer Mehrheit und dieser Meinung entsprechend werden wir auch bei der Festsetzung der Form des 1. Mai 1972 stimmen.

Im übrigen möchten wir Euch empfehlen, bei der Einreichung von Anträgen und Resolutionen, auch die Zahl der Anwesenden mitzuteilen. Einstimmige Anträge oder Resolutionen sind auch dann einstimmig, wenn nur drei Anwesende da waren und zugestimmt haben.

Das sagt dann aber nichts aus über die Meinung der ganzen Mitglieder oder Vertrauensleute.

Mit freundlichen Grüßen

Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik
Verwaltungsstelle Berlin
E. Kolitsch'"
Q: Rote Fahne Nr. 35, Berlin 28.1.1972, S. 8

02.12.1971:
Die KPD (vgl. 28.1.1972) berichtete aus der CPK Berlin vom Schreiben des Geschäftsführers an den Jugend-VLK Schering (vgl. 26.11.1971): "
Auf den auch sachlich unrichtigen 'offenen Brief' Kolitschs antwortete die Leitung der Jugendvertrauensleute. Wir drucken anschließend dieses Antwortschreiben ab.

DIE ANTWORT DES JUGENDVERTRAUENSLEUTEKÖRPERS SCHERING

JVL-Schering I Berlin, den 2.12.1971

Zu deinem Schreiben zum 1. Mai ist noch zu sagen, daß, wenn Ihr eine Umfrage zur Form des 1. Mai macht, den Mitgliedern auch die Möglichkeit einer unbeeinflußten Meinungsbildung geben müßt und nicht von einer 'Krawalldemonstration' ausgehen dürft. Unserer Meinung nach wäre eine Demonstration auf der Straße viel eindrucksvoller als eine Versammlung im Saal. Uns erhebt sich außerdem die Frage, warum nicht alle Mitglieder diese Umfrage erhalten haben.

mit freundlichen Grüßen
JVL-Leitung der Schering AG"
Q: Rote Fahne Nr. 35, Berlin 28.1.1972, S. 8

Letzte Änderung: 25.04.2017