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Kaufbeuren, Memmingen, Landkreis Ostallgäu und Landkreis Unterallgäu

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Jürgen Schröder, Berlin, 8.4.2009

Während in dieser, auf einer wie immer unvollständigen Quellenauswertung beruhenden Darstellung die ADF bzw. die DKP einleitend in Kaufbeuren aktiv scheinen (vgl. 3.7.1969, 7.8.1969), zeigt die Linke erst wieder Interesse an diesem Gebiet anlässlich des Eisenbahnunglücks von Aitrang (vgl. 22.2.1971, März 1971), welches einer Steigerung der Arbeitshetze gepaart mit Sparmaßnahmen angelastet wird, wie die KPD/ML-ZB zum Kampf der Fluglotsen betont (vgl. 12.5.1971). Bald darauf kommt es erneut zum Eisenbahnunglück in Radevormwald, wobei natürlich wiederum an Aitrang erinnert wird (vgl. 28.5.1971).

Während die Olympiastilllegung auch das Werk Kaufbeuren betrifft (vgl. 1.9.197), stellt die Basisgruppe Marktoberdorf vermutlich zunächst die einzige linksradikale Gruppe innerhalb dieses Gebiets dar (vgl. Jan. 1972, Apr. 1972, Juni 1973), die sich offenbar der KPD/ML anschließt (vgl. 10.11.1973) und vermutlich immer wieder aus Kempten Verstärkung erfährt (vgl. 14.2.1972, 19.1.1974, 30.3.1974).

Nachdem die Stilllegung der Hanfwerke Füssen-Immenstadt noch die Spalten der linken Presse füllt (vgl. 24.1.1976, 9.3.1976, Apr. 1976), und der Arbeiterbund eventuell Kontakte nach Memmingen knüpft (vgl. 29.11.1977), müssen sich zum vorläufigen Abschluss dieser Darstellung die Aktivisten der Kurdistan-Solidarität Oberschwaben-Allgäu in Memmingen mutmaßlich der örtlichen türkischen Faschisten von den 'Grauen Wölfen' erwehren (vgl. 18.4.1997).

Auszug aus der Datenbank „Materialien zur Analyse von Opposition“ (MAO)

03.07.1969:
Die DKP gibt die Nr.14 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) - Regionalausgabe Baden-Württemberg/Südbayern/Nordbayern heraus und berichtet u.a. von der ADF Kaufbeuren.
Quelle: Unsere Zeit Baden-Württemberg/Südbayern/Nordbayern Nr.14,Essen 3.7.1969

07.08.1969:
Die DKP gibt die Nr.19 ihrer 'Unsere Zeit' (UZ) Regionalausgabe für Bayern/Baden-Württemberg heraus und berichtet u.a. über ADF-Kandidaten in Kaufbeuren.
Quelle: Unsere Zeit Bayern/Baden-Württemberg Nr.19,Essen 7.8.1969

22.02.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vermutlich aus dieser Woche aus dem Ostallgäu:"
EISENBAHNUNGLÜCK AITRANG

Über die wahren Hintergründe des Eisenbahnunglücks in Aitrang, das 29 Menschenleben und viele Verletzte forderte (...) kommt jetzt immer mehr an's Tageslicht.

Die Bewohner von Aitrang und die Arbeiter und Angestellten der Bundesbahn berichten folgendes über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen bei der Bundesbahn:

Es besteht die Möglichkeit, bei gefährlichen Kurven eine Automatik einzubauen, die die Geschwindigkeit automatisch senkt. Diese Automatik gibt es auch schon in einigen Fällen. Ein Vertreter der Bundesbahn erklärte in 'Report' auf die Frage, warum dies im Fall Aitrang nicht geschehen sei: in Aitrang, das ist doch keine gefährliche Kurve.

Der stellvertretende Leiter des Santitätszuges von Aitrang dagegen sagt: 'Wir haben früher immer wieder in dieser Kurve Katastrophenübungen durchgeführt und zusammen mit der Bundesbahn den Abtransport von Verletzten durchexerziert. Jetzt ist daraus traurige Wirklichkeit geworden. Ich hab's schon immer gewußt, daß hier noch einmal ein Schnellzug aus den Gleisen springen wird.' Andere Bewohner erklären: 'Die Bahn hat dort seit 20 Jahren laufend Messungen durchgeführt, ohne etwas zu ändern!' Auf die Frage, ob nicht schon an eine Begradigung dieses Streckenabschnitts gedacht worden sei, erklärt Bundesbahnvizepräsident Doll von der Bundesbahndirektion Augsburg: 'Leider fehlt uns dazu das Geld.'

Offenbar 'fehlt' der Bundesbahn, die ja in Händen der SPD-Regierung ist, auch das Geld für ausreichendes Personal. Die Gewerkschaft fordert seit einiger Zeit einen zweiten Mann auf der Lok. Die Bundesbahn wehrt sich dagegen, weil das 'zu teuer ist'. Daß dieser zweite Mann die Sicherheit der Kollegen und der Fahrgäste bei der Bundesbahn aber wesentlich erhöhen würde, zeigt folgende Schilderung eines Lokführers: 'Gelegentlich muß ich diesen Zug fahren, wenn ich schon 7, 8 oder 9 Stunden Dienst hinter mir habe. Wenn dann Nebel dazu kommt, schwimme ich. Dann kommt es vor, daß mich auf einer 100 km langen Strecke 15 - 20 mal die Sifa-Hupe (Sicherheitsfahrschaltung) wenige Sekunden vor einer Zwangsbremsung vor dem Einnicken bewahrt. Gegen diese Gefahr hilft nur ein zweiter Mann auf der Lok.'

Zusätzlich treibt die Bundesbahn dann noch die Kollegen an, um ihren Zeitplan einzuhalten und ja keinen Profit zu verlieren. Selbst dichtester Nebel und heftigstes Schneetreiben sind keine ausreichenden Entschuldigungsgründe für 'Bummelei'. Ein Kollege erzählt: 'Die Bundesbahn steht auf dem Standpunkt: Ihre Signalanlagen, die technischen Sicherheitsvorkehrungen und die Dienstvorschriften für die Lokführer reichen aus, auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen, in der Marschtabelle zu bleiben. Ich werde zum Teil sogar durch mein Lichtsignal 'Kürzeste Fahrzeit einhalten' zu überhöhter Geschwindigkeit angetrieben.' Und Vertreter der Gewerkschaft der Lokomotivbeamten (GDL): 'Man kann ruhig sagen, wir werden mit der Peitsche angetrieben. Niemand sagt etwas, wenn wir unsere Höchstgeschwindigkeit überschreiten, um Rückstände aufzuholen. Aber wenn etwas passiert, werden wir zur Verantwortung gezogen.'

Wie die Bundesbahn-Führung jedoch reagiert, wenn die Kollegen 'bummeln' zeigt der folgende Fall: Ein Lokführer wurde entlassen, weil sein Zug neun Minuten zu spät im Zielbahnhof einlief. Der Lokführer erklärte, er sei übermüdet gewesen und habe deshalb eine halbe Stunde Pause machen müssen. Die Bundesbahn nannte das ein Dienstvergehen und warf ihn raus.

Diese unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und die Arbeitshetze haben natürlich zur Folge, daß sich die Unfälle ständig häufen: im letzten Jahr brachten sie 516 Tote. Das sind 50% mehr als vor zwei Jahren!"
Quellen: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.21 und 40,Bochum 17.3.1971 bzw. 26.5.1971,S.6f bzw. S.8;
Rote Fahne Nr.4,Bochum 1.3.1971,S.*

März 1971:
Die Nr.9 der Münchner 'Kommunistischen Arbeiter Zeitung' (KAZ - vgl. Feb. 1971, Apr. 1971) der ABG berichtet u.a. vom Zugunglück in Aitrang und den Arbeitsbedingungen der Lokführer und Bus- und Taxifahrer.
Quelle: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.9,München März 1971

12.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet vom Fluglotsenstreik (vgl. 6.5.1971, 13.5.1971):"
DIE FORDERUNGEN DER FLUGLOTSEN
...
Im Verein mit den Gewerkschaftsbonzen kriminalisiert und verhetzt die SPD-Regierung diesen Streik, der sich objektiv gegen die vom Staat aus Profitgründen aufrechterhaltenen Mißstände im Flugverkehr richtet.

Wie jeder Kapitalisten verfährt der monopolkapitalistische Staat unter der SPD-Regierung: er verschärft die Arbeitshetze und spart Geld ein, wo immer er das kann.

Diese Politik der SPD-Regierung hat vor wenigen Monaten beim Eisenbahnunglück in Aitrang (vgl. 22.2.1971,d.Vf.) 29 Menschen das Leben gekostet. Obwohl seit zwanzig Jahren bekannt war, wie groß das Unfallrisiko auf einem Teilstück der Gleise war, unternahm die Bundesbahn nichts, die Strecke zu sichern (...)."
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.40,Bochum 26.5.1971,S.8

28.05.1971:
Die KPD/ML-ZB berichtet von der DB:"
BUNDESBAHN-UNGLÜCK BEI RADEVORMWALD

Am 28. Mai ereignete sich bei Radevormwald in NRW das schwerste Zugunglück in der Geschichte der Bundesbahn.
...
Der mit der Untersuchung des Unglücks beauftragte Staatsanwalt und die zuständigen Leute bei der Bundesbahn bezeichneten die Ursache des Unglücks als 'menschliches Versagen.'

'Menschliches Versagen', das wollten die Herren von der Bundesbahn, allen voran SPD-Verkehrsminister Leber auch bei dem Eisenbahnunglück in Aitrang unterschieben (... (vgl. 22.2.1971,d.Vf.)).

DAS UNGLÜCK HÄTTE VERMIEDEN WERDEN KÖNNEN

Der Wuppertaler Bezirksleiter der Eisenbahnergewerkschaft (GdED,d.Vf.), Egon Schwan, erklärt dagegen klipp und klar: 'Die Sicherungsanlagen auf vielen Bundesbahnstrecken sind äußerst verbesserungsbedürftig.' Das sei auch der Grund, warum es überhaupt zu menschlichem Versagen kommen könne:

Die Lokführer bei der Bundesbahn haben in ihren Kabinen keine Telephone, während Reisende im TEE jederzeit von einem privaten Telefon aus anrufen können. Eine Verbindung mit den Bahnhofstationen ist für die Lokführer nicht möglich.

Seit Jahren kämpft die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL,d.Vf.) vergeblich für diese Einrichtung.

Der Augsburger Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft der Lokomotivführer erklärte: WÄREN DIE KABINEN MIT TELEFONEN AUSGESTATTET, HÄTTE DIE KATASTROPHE VERHINDERT WERDEN KÖNNEN. Der Fahrdienstleiter von Dahlerau hatte nämlich nach der Durchfahrt des Zuges noch zwei Minuten Zeit bis zum Zusammenstoß. Hätte er Telefonverbindung mit den beiden aufeinanderzurasenden Zügen aufnehmen können, wäre das Unglück nicht passiert. Doch ohne Telefon konnte er nichts anderes tun, als schon vor dem Zusammenstoß die Feuerwehr anzurufen."
Quellen: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.42 und 44,Bochum 2.6.1971 bzw. 9.6.1971,S.7ff bzw. S.5f;
Kumpel-Post Unsere Meinung: Betriebsräte mehr in die Revier!,Dortmund o.J. (1971),S.2

01.09.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.66 (vgl. 28.8.1971, 4.9.1971) heraus und berichtet u.a. von den Olympia-Werken in Braunschweig, Wilhelmshaven und Kaufbeuren in Bayern.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.66,Bochum 1.9.1971

16.10.1971:
Die KPD/ML-ZB gibt ihren 'KND' Nr.79 (vgl. 13.10.1971, 20.10.1971) heraus. Aus Baden-Württemberg und dem bayrischen Schwaben wird berichtet von Bundeswehr Manövern im Raum Freudenstadt, Memmingen, Tübingen und Urach.
Quelle: Kommunistischer Nachrichtendienst Nr.79,Bochum 16.10.1971

Januar 1972:
Die südbayrische 'Kommunistische Arbeiter Zeitung' Nr. 19 (vgl. Dez. 1971, 1.2.1972) berichtet u.a. über die Durchführung einer Vietnamveranstaltung der Basisgruppe Marktoberdorf in einer Schule.
Quelle: Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.19 und Extrablatt,München Jan. 1972

Januar 1972:
Vermutlich im Januar erscheint die auf Dez./Jan. datierte Nr.6 der 'Münchner Schülerzeitung' (vgl. Feb. 1972), die von der Aktionseinheit antiimperialistischer Schüler München herausgegeben wird.
Berichtet wird u.a. aus Marktoberdorf von einer Vietnamveranstaltung der Basisgruppe.
Quelle: Münchner Schüler Zeitung Nr.6,München Dez. 1971/Jan. 1972

14.02.1972:
Der 'Rote Morgen' Nr.4 (vgl. 31.1.1972, 28.2.1972) der KPD/ML-ZK berichtet u.a. von dem mehrmonatigen 'Roter Morgen' Verkauf auf einer Baustelle in Mindelheim.
Quelle: Roter Morgen Nr.4,Hamburg 14.2.1972

April 1972:
Das ZK der ABG verfaßt einen Rechenschaftsbericht für die 3.o.MV der ABG im Juni 1972. Sympathisantengruppen habe man u.a. in Marktoberdorf (Basisgruppe). Sie bestehen aber einerseits mehrheitlich aus Schülern und Studenten und sind andererseits auch von KPD/ML-ZK und AK-Fraktion beeinflußt. An anderer Stelle wird allerdings betont, daß "es sich bei den meisten Gruppen ..., mit denen wir in Verbindung stehen, um Lehrlinge oder Jungarbeiter handelt." Diesbezüglich hat man bereits Pläne: "... sobald die kommunistische Jugendorganisation soweit herangereift ist, daß sie die Arbeit in der Jugend umfassend und allseitig anleiten und organisieren kann, werden kommunistische Organisationen wie die RSF oder der KHB ihren Status verändern und zu Hilfsorganisationen der kommunistischen Jugendorganisation umgewandelt werden".
Quelle: ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der ABG angenommen von der 3.o.MV Juni 1972,München o.J. (1972)

Juni 1973:
Innerhalb der bayrischen Roten Schülerfront (RSF) der ABG wird vermutlich im Juni vom Zentralkollektiv ein Text verfaßt:"
Rechenschaftsbericht des ZKolls (Gliederung)
...
Die relativ starke Schülerbasisgruppe MOB (Marktoberdorf,d.Vf.) gelang es uns trotz positiver Zusammenarbeit nicht zu halten. Die früheren Genossen waren politisch und ideologisch nicht so gefestigt, die Gruppe verantwortungsbewußt weiter aufzubauen und anzuleiten. Sie hätten dazu stärkerer Anleitung und Kontrolle durch das ZKoll bedurft, als das durch mündliche persönliche Kontakte möglich war. Hierzu kam, daß die Austclique (KPD/ML-ZK,d.Vf.), die von Kempten aus bessere Kontakte zu der Gruppe hatte, zwei der führenden Genossen für sich gewinnen konnte. Der Dritte ist noch Sympathisant, besucht uns hin und wieder in München, bezieht unsere Organe und leistet persönliche Überzeugungsarbeit unter den Schülern dort. Der Rest der Gruppe (überwiegend Liberale) zerfiel. Ein Neuaufbau ist auf Grund der besonders schwierigen Bedingungen (nur eine Schule am Ort, Internat usw.) in absehbarer Zeit nicht vorgesehen."
Quelle: RSF:Rechenschaftsbericht des Z-Kolls,o.O. o.J. (1973)

10.11.1973:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.44 (vgl. 3.11.1973, 17.11.1973) heraus und berichtet u.a. aus Marktoberdorf über Walther.
Quelle: Roter Morgen Nr.44,Dortmund 10.11.1973

19.01.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' (RM) Nr.3 (vgl. 12.1.1974, 26.1.1974) heraus und berichtet aus Görisried bei Kempten über den Truppenübungsplatz und die Atomraketenstellung der US-Army sowie über Bauern und Jugendliche.
Quelle: Roter Morgen Nr.3,Dortmund 19.1.1974

30.03.1974:
Die KPD/ML gibt ihren 'Roten Morgen' Nr.13 (vgl. 23.3.1974, Apr. 1974) heraus. Spenden für die Solidarität mit den politisch Verfolgten gingen u.a. ein vom Aktionskomitee 'Streichung der Raketenstellung Görisried' .
Quelle: Roter Morgen Nr.13,Dortmund 30.3.1974

24.01.1976:
In Füssen beteiligen sich, laut SAG, 3 000 an einem Schweigemarsch der Gewerkschaft Textil und Bekleidung (GTB) anläßlich der Pleite des Glöggler-Konzerns, zu dem auch die Hanfwerke Füssen-Immenstadt gehören.
Quelle: Klassenkampf Nr.54,Frankfurt März 1976

09.03.1976:
Die KPD gibt die Nr.10 ihres 'Rote Fahne Pressedienstes' (RFPD - vgl. 2.3.1976, 16.3.1976) heraus und berichtet u.a. aus dem GTB-Bereich von Glöggler Augsburg und Füssen.
Quelle: Rote Fahne Pressedienst Nr.10,Köln 9.3.1976

April 1976:
Die Nr.14 der trotzkistischen 'Voran' (vgl. Feb. 1976, Juni 1976) erscheint vermutlich im April und berichtet u.a. aus dem GTB-Bereich von den Hanfwerken Füssen-Immenstadt.
Quelle: Voran Nr.14,Köln o.J. (1976)

31.07.1976:
In Füssen soll, laut KPD, das Dimitroff Ferienlager ihres KJVD beginnen, das bis zum 21.8.1976 dauert. Die Durchführung bei Rosenheim wurde verboten. Nun erhielt man einen Platz der SJD - Die Falken der SPD, was deren Vorstand rückgängig machen wollte. Der KJVD aber lehnt ab.
Quelle: Rote Fahne Nr.19 und 31,Köln 12.5.1976 bzw. 4.8.1976

29.11.1977:
Der AB gibt vermutlich heute seine 'Kommunistische Arbeiterzeitung' Nr.126 (vgl. 15.11.1977, 3.12.1977) heraus und berichtet u.a. aus Memmingen von Jugendlichen u.a. am Bernhard Strigel Gymnasium.
Quelle: Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.126,München falsches Datum:15.11.1977

18.04.1997:
Der 'Kurdistan-Rundbrief' (vgl. 6.5.1997) berichtet;"
DIE TÜRKEI IST HEUTE KEIN URLAUBSLAND! EIN BERICHT AUS MEMMINGEN

Bundesweit wird derzeit von einem breiten Bündnis auf Plakaten zu einem Boykott der Türkei als Urlaubsland aufgerufen. An mehreren Orten haben deutsch-kurdische Solidaritätsgruppen mit Info-Ständen die Argumentation des Plakats unterstützt. In Augsburg (vgl. Apr. 1997,d.Vf.) z.B. kann man an der kleinlichen Art, mit der die Plakate abgerissen worden sind, die Wut der Gegner erkennen. In Friedrichshafen (vgl. Apr. 1997,d.Vf.), wo der Info-Stand von etlichen Kurden und Deutschen durchgeführt wurde, hielten sich die türkischen Faschisten zurück. Nachfolgendes drucken wir aus dem den Bericht der Gruppe ab, die die Aktion in Memmingen durchgeführt hat.

Der Infostand am 18.4.97 in der Memminger Fußgängerzone zum Thema 'Boykott der Türkei als Urlaubsland' wurde über die Gruppe Kurdistan-Solidarität Oberschwaben-Allgäu bei der Stadt Memmingen angemeldet und von dem zuständigen Amt genehmigt. Außer dieser Anmeldung hatten wir nirgends bekanntgegeben, daß dieser Stand stattfinden soll ... Als wir alles hergerichtet hatten und sich ein paar interessierte Passanten näherten, kamen ca. 15 Türken an den Stand, fragten zuerst, was wir da machen, behaupteten dann, daß das, was wir ausliegen hatten, alles Lügen seien und fingen an Flugblätter zu zerknüllen und zu zerreißen und rissen Plakate vom Infotisch ab. Wir forderten sie auf zu verschwinden und stellten uns, als sie das nicht taten, zwischen sie und den Infotisch. Daraufhin kam es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen ... Als wir einen, der ein Plakat abgerissen hatte, fotografierten, drohte ein anderer die Kamera zu zerstören. Während dieses Handgemenges, das etwa 10 Minuten dauerte, hielten die Türken sich immer wieder gegenseitig zurück, noch ausfallender zu werden. Der Kripomann hatte inzwischen eine Streife angefordert. Als diese dann mit Schlagstöcken bewaffnet kamen, war die tätliche Auseinandersetzung schon wieder vorbei. (...) In der weiterhin angespannten Situation verständigten wir die Presse. Es kam auch gleich eine Vertreterin der Memminger Zeitung und befragte sowohl uns als auch einen der Türken, von dem wir im Nachhinein erfahren haben, daß er der stellvertretende Vorsitzende der Memminger 'Grauen Wölfe' ist. (...) In den ruhigen Phasen, zwischen diesen Hetztiraden, kamen immer wieder Interessierte und ließen sich von uns erklären, um was es uns mit dieser Aktion geht und worum sich diese Auseinandersetzung jetzt gedreht hat.Allerdings kam es neben all diesen Auseinandersetzungen mit den türkischen Nationalisten auch immer wieder zu Streitereien mit deutschen Nationalisten, die sich über die 'Aggressivität der Türken' aufregten und dumme Sprüche brachten, wie den, daß die Ausländer keine Steuern zahlen würden und nur auf unsere Kosten leben würden ...

Aus der Gruppe Kurdistan-Solidarität Oberschwaben-Allgäu"
Quelle: Kurdistan-Rundbrief Nr.9,Berlin 6.5.1997

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