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Aus München stand für die frühe Zeit eine Ausgabe der 'apo press' als Leihgabe zur Verfügung, die allerdings nur am Rande mit Studentischem befasst ist. Im APO-Archiv befinden sich auch reichhaltige aber unvollständige Serien der 'Münchner Studentenzeitung' des AStA der LMU und des 'Roten Blattes' der Roten Zellen sowie einzelne Materialien des KHB/ML der ABG und des KSB/ML der KPD/ML-ZK.
Nur kurz angerissen werden die frühen 60er Jahre in denen der Münchner SDS sowohl die Subversive Aktion (vgl. 1962) als auch frühe ML-Gruppen (vgl. 1963) hervorbringt.
Der Gewerkschaftliche Arbeitskreis Studenten (GAST – vgl. Jan. 1968) wird detailliert dokumentiert. Über die organisatorische Entwicklung des SDS München geben dessen Tagungen im Juli 1968 Aufschluß. In der Folge der CSSR-Invasion kommt es zur Abgrenzung von der DKP (vgl. 25.8.1968), wobei hier auch die bundesweite Abgrenzung wegen der Weltjugendfestspiele in Sofia dokumentiert wird (vgl. 31.8.1968).
Dargestellt wird die Herausbildung der Basisgruppen einerseits (vgl. 25.10.1968) und der DKP andererseits (vgl. 2.11.1968, 12.11.1968). Die DKP und ihre AMS Spartakus aber bleiben unbedeutend, wie die Konventswahl (vgl. 5.1.1970) zeigt. die Basisgruppen dagegen entwickeln sich im Verlauf des Jahrs 1969, zu dessen beginne s zu militanten Aktionen kam (vgl. 31.1.1969, 11.2.1969), zahlreich. Das Jahr 1970 beginnt mit der Herausgabe des 'Roten Blattes' (vgl. 26.1.1970) der Asten von LMU und TU und der Roten Zellen (RZ), in die sich immer mehr Basisgruppen nun schnell umwandeln oder die an anderen Bereichen neu entstehen. Die RZ grenzen sich vor allem immer wieder von den ABG ab, die sich durch verschiedene Fraktionierungen aus Arbeiter- bzw. Stadtteilbasisgruppen der APO zu einem ML-Zirkel mit Avantgardeanspruch weiterentwickelten. Trotzdem wurde die umfangreiche betriebliche Publizistik der ABG, die wir in weiteren Texten darstellen werden, durch die Verteiler der RZ ermöglicht (vgl. 13.10.1970). In der Folge finden sich offensichtlich zeitweise Sympathien der RZ für die RAJ (vgl. 11.11.1970, 1.2.1971) bzw. die Arbeitersache München (ASM – vgl. 30.4.1971, 13.9.1971).
Die RZ selber aber fraktionieren sich 1970/71 in die Interfrak einerseits (vgl. 6.7.1971, 8.7.1971), aus der später der kleine KHB/ML der ABG (vgl. 1.9.1971, Nov. 1971) und der wichtige Zentralverband der RZ (ZVROZ – vgl. 19.4.1972) hervorgehen, der sich gegen Ende dieser Darstellung dem KSV der KPD formal anschließt (vgl. 25.10.1972). Andererseits entwickelt sich die AK-Fraktion der RZ München (vgl. 28.9.1970) zu einer zunächst lokal äußerst einflussreichen Studentenorganisation, die ihre Tätigkeit ab ca. Ende 1972 auch bundesweit aufnimmt, wobei sie vor allem Gruppen des SHB/SF rekrutieren konnte.
Die Konventswahlen Ende 1970 (vgl. 16.12.1970) dokumentieren den überragenden Einfluss der noch vereint auftretenden RZ. Dokumentiert wird die Auseinandersetzung zwischen den RZ und dem KSB/ML der KPD/ML-ZK (vgl. 8.2.1971, 10.2.1971), der aber bedeutungslos blieb.
1962: Laut SDS bildet sich 1962/1963 zunächst in München, dann in Berlin eine Gruppe heraus, die sich subversive Aktion nennt:" Diese Gruppe ... trat mit dem Ziel an, aus den theoretischen Einsichten Marcuses und der Frankfurter Schule praktische Konsequenzen zu ziehen. Sie versuchte Organisation und Praxis in einem zu lösen, Resultat war die 'Kohorte'. ... Ihr Programm forderte eine Gemeinschaft von Individuen, die in der Lage wäre, an und in sich selber allen Möglichkeiten des Menschlichen Raum zu schaffen. ... In München begann sie zwar mit ihren Versprechungen ein Adressat war der Münchener SDS. ... Die Adressaten fühlten sich nicht verlockt. ... Die 'Kohorte' zerbrach an ihren eigenen Schwierigkeiten, einige ihrer Mitglieder fielen zurück in ihre private Existenz, andere emigrierten nach Berlin." =SDS-Korrespondenz Nr.6,Frankfurt 1967,S.IIIf 1963: Im SDS München entsteht, laut KPD/ML, eine ML-Gruppe, die sich bis 1965 hält. =Roter Morgen November/1. Dezemberausgabe 1969,Hamburg 1969 29.12.1965: Laut 'SDS-Korrespondenz' verschickt der SDS-München Einladungen zu einem Seminar über '"Revolution und Organisation bei Marx und Lenin". Das Seminar soll vom 4.-6.2.1966 in München stattfinden:" Das Seminar beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Marxismus und Leninismus unter dem Gesichtspunkt von Revolution und Partei und der Rolle von Gewalt und Staat." Unterthemen sollen u.a. sein: - Marx und Engels über die Frage der Partei, - Marx und Engels über die Revolution und die Diktatur des Proletariats, - Lenin: Der Imperialismus und seine Folge, die 'kombinierte' Revolution. - Lenin: Die Rolle von Staat und Gewalt in der Revolution, - Die Partei als organisierte Avantgarde, - Kampf gegen den Revisionismus. =SDS-Korrespondenz Nr.1,Frankfurt Jan. 1966,S.43f 1966: Laut 'apo press' München gründet sich in München der Gewerkschaftliche Arbeitskreis der Studenten (GAST), entsprechend den GSG in anderen Städten. U.a. wird auch die Arbeitsgruppe Gewerkschaftsjugend gebildet:" In dieser Arbeitsgruppe ... soll über Möglichkeiten einer Aktivierung der Jugendgruppenarbeit innerhalb der Gewerkschaften und über eine Zusammenarbeit von Gewerkschaftsjugend und Studenten diskutiert werden." =apo press Nr.6 und 7,München 1968 bzw. 25.2.1969,S. 17 bzw. S.10ff Januar 1968: Laut 'apo press' München spaltet sich der Gewerkschaftliche Arbeitskreis der Studenten (GAST) München endgültig in zwei Gruppen auf (vgl. Apr. 1968). =apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff 23.02.1968: Laut MSB Spartakus lassen Studenten aus den Obergeschossen der Ludwig Maximilian Universität (LMU) in München, während einer Festrede zum 25. Jahrestag der Ermordung der Geschwister Scholl, Flugblätter flattern, die nach "den antifaschistischen Taten des versammelten Establishments" fragen. Auf Handzetteln wird zum Protest gegen die Ermordung Benno Ohnesorgs und die Springer-Hetze aufgerufen. =MSB-Spartakus:500 Jahre Klassenuniversität München - 500 Jahre Kampf gegen die Reaktion,München o.J.,S.78 April 1968: Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:" Ende April 1968 versuchten die Sozialisten noch einmal, die Aktionseinheit mit dem KP-orientierten Flügel im GAST für den Kampf gegen die Notstandsgesetzgebung (NSG,d.Vf.) herzustellen. Das konnte natürlich nur bis zum 20.Mai klappen" (vgl. Jan. 1968, 18.5.1968). =apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff 18.05.1968: Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:" Zwei Tage zuvor erklärte Sieglinde Tömmel (Vorstandsmitglied des GAST im Sommersemester 1968) in der Münchener Kunstakademie, der gewerkschaftliche Arbeitskreis unterstützt die für den Nachmittag des 20. Mai vorgesehene Demonstration zum Gewerkschaftshaus. ... Die folgenden Wochen waren im GAST vom 'Boxkampf unter der Gürtellinie' zwischen den Sozialisten und den rechtsorientierten KP-Freunden bestimmt. ... Auf den Redaktionssitzungen des vom GAST-München herausgegebenen Blattes 'Arbeiter- und Studenten' ging es ebenfalls recht lustig zu. Über die jeweiligen Artikel wurde nur so lange diskutiert, wie es den Kollegen Achenbach, Schmid, Högemann-Ledwohn & Co. paßte. War deren Geduld zu Ende, so wurde einfach abgestimmt" (vgl. Apr. 1968, 1.7.1968). =apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff 01.07.1968: Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so: "Am 1. Juli gab Gerd Nies ... bekannt, daß drei Mitglieder des GAST ihre Referentenposten niedergelegt hätten (am 28.6.1968, d.Vf.). ... Obwohl die Rechten nach dem 28. Juni unter sich blieben, brachten sie im Monat Juli trotz zweier Anläufe keine beschlußfähige GAST-Mitgliederversammlung mehr zustande" (vgl. 18.5.1968, Okt. 1968). =apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff 11.07.1968: Laut 'apo press' München soll in München eine Gesprächsrunde der SDS-Projektgruppe Antiimperialistischer Kampf stattfinden. =apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17 12.07.1968: Laut 'apo press' München soll in München eine Plenumssitzung der SDS-Hochschulprojektgruppe stattfinden. =apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17 13.07.1968: Laut 'apo press' München soll in München ein SDS Jour-Fix zum Thema Koordinierung der Projektgruppenarbeit, Aktions- und Strategie-Diskussion stattfinden. =apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17 14.07.1968: Laut 'apo press' München soll in München eine Zusammenkunft der SDS-Betriebs- und Wohnungsprojektgruppe stattfinden. =apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17 21.07.1968: Die Nr.8 der 'apo press' München erscheint (vgl. 14.7.1968, 28.7.1968). Der SDS-Projektgruppe Antiimperialistischer Kampf sei es am Vietnamkonflikt gelungen, "durch analytische Arbeit und aufklärerische Praxis diesen Protest in ein antiimperialistisches Engagement umzufunktionieren und damit bei einem Teil der Bevölkerung die Einsicht herzustellen, daß die Ursache dieser amerikanischen Eskalation nicht eine Frage von Gut und Böse ist, sondern auch notwendigerweise sich aus der Immanenz des kapitalistischen Systems ergeben". Der Protest gegen die NATO "kann ... zu einer Internationalisierung der linken Aktivitäten führen". Informationen über die SDS-Projektgruppe Antiimperialistischer Kampf sind über Thomas Schmitz-Bender und Hanfried Brenner zu bekommen. =apo press Nr.8,München 21.7.1968 01.08.1968: Laut 'apo press' München konstituiert der GAST (Gewerkschaftlicher Arbeitskreis der Studenten) in München wahrscheinlich heute einen Arbeitskreis, "der sich mit der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung beschäftigt". =apo press Nr.10,München 4.8.1968,S.6 25.08.1968: Es erscheint die 'apo press' München Nr.13 (vgl. 18.8.1968, 1.9.1968). Die Ausgabe beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Einmarsch der Warschauer Paktstaaten in die CSSR und den Stellungnahmen dazu. In einer Stellungnahme des SDS ist u.a. festgehalten:" Der SDS fordert den Abzug der Warschauer-Pakt-Truppen aus der CSSR; wir werden uns aber nicht in die bürgerliche Empörungsfront einreihen und werden es auch nicht wie die westeuropäischen KPs dabei bewenden lassen, die Warschauer-Pakt Intervention zu bedauern. Der Verzicht auf die Kritik am Revisionismus der KPdSU und der anderen osteuropäischen KPs würde den Weg zu einer sozialistischen Praxis in den hochindustriellen Ländern versperren. Die Kritik am Revisionismus muß praktisch werden sowohl durch die Unterstützung des antiimperialistischen Befreiungskampfes in der Dritten Welt als auch in einem durch Selbsttätigkeit und Selbstorganisation der Betroffenen bestimmten konsequenten Kampf in den hochindustrialisierten Ländern." Der SHB erklärt in einer Stellungnahme an das ZK der SED der DDR u.a.:" Der Einmarsch der Truppen der DDR, UdSSR und der Volksrepubliken Polen, Ungarn und Bulgarien ist ein historischer Fehler ... Genossen, die Korrektur dieses Fehlers schadet nicht dem Kommunismus; im Gegenteil, sie wird die politische Stärke und die moralische Kraft des Sozialismus erhöhen. Die westdeutschen Sozialisten und Kommunisten stehen im harten Kampf gegen den Imperialismus. Gegen alle Widerstände sind wir mit aller Kraft für den Sozialismus und für die Anerkennung und Würdigung der DDR eingetreten. Als Freunde und Genossen beschwören wir Euch, das Gebot der Stunde zu erkennen. Rückzug der Truppen aus der CSSR!" =apo press Nr.13,München 25.8.1968 31.08.1968: Laut 'apo press' München findet im Klub Eugen Levine in München eine Veranstaltung statt, auf der Mitglieder des SDS über die Weltjugendfestspiele in Sofia berichten:" Die politischen Kräfte, die bei den 9. Festspielen der Jugend und Studenten in Sofia anwesend waren, wurden von der westdeutschen SDS-Delegation in drei Kategorien eingeteilt: a.) die prokapitalistischen Kräfte, vor allem aus der BRD, für die die Unterzeichnung des Festivals nur die Fahrkarte nach Sofia bedeutete, aber keine Veränderung ihres reaktionären Selbstverständnis war (z.B. Katholische Jugend, Pfadfinderbünde, Sozialdemokraten u.ä.), b.) die antiimperialistischen und antimonopolistischen Kräfte, auch vor allem aus der BRD und den anderen westlichen Ländern (z.B. Naturfreundejugend (NFJ,d.Vf.), Jusos (der SPD,d.Vf.), Falken (SJD der SPD,d.Vf.), VDS, LSD u.ä.), c.) das Spektrum der sozialistischen Kräfte (mit Ausnahme der albanischen, chinesischen und kubanischen Richtung) aus den kapitalistischen Ländern. Das Festival selbst wurde als Bündnis zur Vorantreibung des internationalen Klassenkampfes gewertet. Ausgehend von der gegenwärtigen politischen Situation in der Welt, d.h. angesichts der organisierten und verschärften Assoziation der imperialistischen Länder und angesichts der Verschärfung der inneren Widersprüche in den kapitalistischen Ländern, die immer offener die faschistischen und neofaschistischen Tendenzen einer fortschrittlichen Öffentlichkeit in den betreffenden Ländern sichtbar werden lassen, kann die Strategie auf nationaler und internationaler Ebene nur sein: Herstellung eines breiten antimonopolistischen Bündnisses in den hochindustrialisierten, kapitalistischen Ländern, Schaffung einer antiimperialistischen Einheitsfront zur Einengung und Zurückdrängung der offenen und versteckten imperialistischen Aggression und Stärkung der sozialistischen Position. Aufgrund dieser Minimalforderung ergaben sich insbesondere für die SDS-Delegation folgende Konkrete Aufgaben in Sofia: 1. Isolierung der reaktionären prokapitalistischen Kräfte durch permanente Aufreißung von politischen Fronten z. B. innerhalb des Deutschen Bundesjugendringes (DBJR) durch entschiedenes kritisches Auftreten auf den Foren und Seminaren. 2. Gewinnung von Bündnispartnern innerhalb des DBJR durch dauernde Diskussion und Aufzeigen von Kriterien, die der SDS politisch akzeptabel für ein Bündnis hält (Stellung zum Vietnam-Krieg, Notstandsgesetze (NSG,d.VF.), Einschätzung der Gefahr des Neofaschismus). 3. Eine wesentliche Aufgabe der SDS-Delegation war die Darlegung der politischen Auseinandersetzung und Diskussion mit den antiimperialistischen, antimonopolistischen, revisionistischen und sozialistischen Kräften auf zahlreichen Foren, die zum Thema u.a. hatten: Neokolonialismus, Gewerkschaften, die Rolle der Jugend in den kapitalistischen Ländern, die Universität als wissenschaftliches Ausbeutungsobjekt der herrschenden Klasse in den kapitalistischen Ländern, Neofaschismus, die Bonner Ostpolitik." =apo press Nr.14,München 1.9.1968,S.5 Oktober 1968: Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:" Ende Oktober 1968 klappte es dann wieder mit dem Zustandekommen einer GAST-Mitgliederversammlung. Dank der Hilfe von Johanne Hundt (DKP), sowie Peter Strutynski gelang es, einige Soziologiestudenten für die Überreste des GAST zu interessieren" (vgl. 1.7.1968, 25.2.1969). =apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff 25.10.1968: Laut 'apo press' München konstituiert sich wohl an der Ludwig-Maximilian Universität in München die Basisgruppe Germanistik. Sie wird von ca. 30 Studenten gegründet: "Den letzten Anstoß zur Gründung dieser Basisgruppe gab das autoritär- repressive Verhalten der Ordinarien gegenüber der germanistischen Fachschaftsvertretung. Die Ordinarien erblickten nämlich in der Fachschaftsvertretung einen immer lästiger werdenden Faktor im Institutsbetrieb." =apo press Nr.22,München 28.10.1968,S.7 02.11.1968: Laut 'apo press' München wird im Klub Eugen Levine in München über "Höhepunkt und vorläufiges Ende der Studentenbewegung" diskutiert. Das Referat hält Peter Strutynski. Danach soll die Gruppe des Münchener SDS "bereits vor mehr als einem halben Jahr auseinandergefallen" sein. Sie soll "theoretisch als auch organisatorisch unfähig" gewesen sein, "dem Anspruch nach fortgeschrittenster Teil der Studentenschaft, Avantgarde zu sein". "Dann ging man zur Frage über, welche Folgen aus der gegenwärtigen Lage an den Hochschulen zu ziehen seien. Insbesondere wurde darüber gesprochen, ob es notwendig und möglich sei, auf einen marxistischen Studentenverband hinzuarbeiten." =apo press Nr.24,München 11.11.1968,S.20 12.11.1968: Laut 'apo press' München konstituiert sich in München die Betriebsgruppe Hochschule der DKP:" Ziel der DKP-Hochschul-Betriebsgruppe ist es, kommunistische Theorie und Praxis in die Hochschule und die fortschrittliche Hochschulbewegung hineinzutragen." Die Betriebsgruppe wird von ca. 30 Mitgliedern konstituiert. =apo press Nr.25,München 18.11.1968,S.14 30.11.1968: Laut 'apo press' München referiert im Münchener Klub Eugen Levine Genosse Heiseler aus Frankfurt "über die Zukunft der Studentenbewegung". "Nach einem kurzen Abriß der Geschichte des SDS gab Heiseler einen Überblick über die jetzige Lage der bisher im SDS organisierten Studenten. Neben dem marxistisch-leninistischen Flügel und den Antiautoritären habe sich in letzter Zeit deutlich ein Einfluß von Rechts- und Linkstrotzkisten bemerkbar gemacht (IV. Internationale bzw. Komitee zum Wiederaufbau der IV. Internationale). Die Trotzkisten sind aber mit ihren Plänen, über eine trotzkistische Jugendorganisation zu einer trotzkistischen Partei zu kommen, auf den hartnäckigen Widerstand der Antiautoritären gestoßen, die mit ihrem Zentrum in Hamburg alle Ansätze, neue SDS-Autoritäten zu inthronisieren, vereitelten. Dieser Gegensatz spitzte sich in Hannover bis zu Ausschlußdrohungen gegenüber ganzen (antiautoritären) Gruppen zu. Der Referent ging davon aus, daß die Antiautoritären zahlenmäßig weitaus stärker seien als die Trotzkisten und deren Verbündete. Die bis 1966 im SDS führenden Rechtsopportunisten (Schauer etc.) würden heute nicht mehr offen auftreten, sondern hielten sich unter dem antiautoritären Gemenge verborgen. Die Spaltungserscheinungen im SDS entwickelten sich nach Heiseler sehr ungleichzeitig, während in München die Spaltung schon seit fast einem Jahr faktisch vollzogen sei, gebe es in gewissen Städten des Rheinlands (z.B. Bonn, Wuppertal) dazu noch kaum Ansätze. Die Tendenz gehe aber auf eine zunehmende Vergrößerung der Spaltung zu. Wenn man also von der Notwendigkeit der Organisierung der marxistisch-leninistischen Studenten ausgehe, so müsse diese in einer Form geschehen, die auf die unterschiedliche Lage der marxistisch-leninistischen Studenten an den verschiedenen Hochschulorten Rücksicht nimmt. Überall dort, wo bisher sinnvolle Zusammenarbeit möglich war, muß auch in Zukunft versucht werden, sie weiterzuführen." =apo press Nr.28,München 9.12.1968,S.11f 09.12.1968: Laut 'apo press' München beginnen an der Münchener Universität die Konventswahlen, die bis zum 13.12.1968 dauern (vgl. dort). =apo press Nr.29,München 16.12.1968,S.5 09.12.1968: Laut 'Bochumer Studenten Zeitung' bereiten die Sozialwissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum einen Streik für den Januar 1969 vor. Dadurch soll erreicht werden, daß der Studienbetrieb an der Uni selbst übernommen wird (vgl. 16.12.1968). =Bochumer Studenten Zeitung Nr.34,Bochum 5.12.1968,S.4 13.12.1968: Laut 'apo press' München enden an der Münchener Universität die Konventswahlen (vgl. 9.12.1968). Sie "brachten den Kandidaten des sogenannten Fachschaftsrates – einem Zusammenschluß der Linken - einen in seinem Ausmaß völlig unerwarteten Wahlsieg: von den 54 Konventssitzen entfielen 39 (72%) auf die im Fachschaftenrat zusammengeschlossenen Kandidaten, ganze 5 Mandate auf die der CSU nahestehende Münchner-Studenten-Union (MSU), 10 auf meist nach rechts tendierende 'Unabhängige'." In den einzelnen Fakultäten ergibt sich folgendes Bild: Fakultät Fachschaftenrat MSU und Unabhängige Evangelische Theologie 3 - Katholische Theologie 3 1 Mediz. Fakultät 2 1 Tierärztl. Fakultät - 4 Juristische Fakultät 5 3 Philosophische Fakultät 12 0 Naturwiss. Fakultät 7 0 Staatswirt. Fakultät 7 1 =apo press Nr.29,München 16.12.1968,S.5 31.01.1969: In der LMU-München sprengen, laut KPD/ML, 500 die Sitzung der Philosophischen Fakultät. =Roter Morgen,Hamburg Feb. 1969 03.02.1969: Laut 'apo press' München findet in der Münchener Universität ein teach in des studentischen Arbeitskreises Kritischer Katholizismus statt. Auf dem teach in sprechen Joachim Kahl, Trutz Rendtorrff, Lorenz Wachinger und Gregor Filthaut. =apo press Nr.6,München 18.2.1969,S.12 11.02.1969: Laut 'apo press' besetzen Studenten des Instituts für Zeitungswissenschaft "das im Amerikahaus untergebrachte Institut und erklärten es zum ersten befreiten Institut der Universität München: Bahman-Nirumand-Institut". =apo press Nr.6,München 18.2.1969,S.2 18.05.1969: Laut 'apo press' München beginnt an "allen Münchener Hochschulen der Kampf gegen Hubers Hochschulgesetz". Zu einem aktiven Streik ruft der AStA der Uni München auf. =apo press Nr.21,München 10.6.1969,S.20 Juli 1969: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 4 (vgl. 5.11.1969) heraus. Erwähnung finden der Arbeitskreis Kritischer Juristen (AKKJ), die Basisgruppen Medizin und Soziologie und die Basisgruppe Kindergarten des AStA Sozialtreffs. =Münchner Studentenzeitung Nr.4, München Juli 1969 05.11.1969: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6 (vgl. Juli 1969, 12.11.1969) heraus. Erwähnung finden die Basisgruppe Philosophie und die Dokumentation der ABG München, die unter dem Titel "Klassenkampf statt Wahlkampf" von den =Münchner Studentenzeitung Nr.5, München 5.11.1969 12.11.1969: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7 (vgl. 5.11.1969, 19.11.1969) heraus. Erwähnung finden der Arbeitskreis Kritischer Juristen (AKKJ) und die Basisgruppe Medizin. =Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 12.11.1969 19.11.1969: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8 (vgl. 12.11.1969, 9.12.1969) heraus. =Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 19.11.1969 09.12.1969: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10 (vgl. 19.11.1969, 14.1.19709) heraus. Erwähnung finden die Mieterprojektgruppe, der Arbeitskreis Sozialisation und die Basisgruppe Jura. =Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 9.12.1969 12.12.1969: An der LMU München enden die 17. Konventswahlen, die am 8.12. begannen. Laut dem AStA habe die Liste der Fachschaften und Basisgruppen (KFB) an allen Fakultäten außer der Tiermedizin gesiegt, an den philosophischen Fakultäten sei gar ausschließlich die LFB gewählt worden. =Münchner Studentenzeitung Nr.1,München 14.1.1970 05.01.1970: Für die DKP berichtet 'KM' vermutlich aus dieser Woche von der LMU:" Bei den Konventswahlen an der Münchener Universität waren fünf der sechs Kandidaten des Spartakus - Assoziation Marxistischer Studenten (AMS,d.Vf.) - erfolgreich. Spartakus trat mit eigenem Programm innerhalb des linken Wahlbündnisses LFB (Liste der Fachschaften und Basisgruppen) auf, das 41 von 54 Sitzen im Konvent gewann. Auf der ersten Konventssitzung legten die Vertreter des Spartakus ein Arbeitsprogramm vor, das an der Arbeit des bisherigen, ultralinks auftretenden AStA die mangelnde Verteidigung studentischer Interessen kritisierte. Bei der Abstimmung wurde der bisherige AStA gegen die Alternativvorstellungen des Spartakus mit 26 zu 24 Stimmen knapp bestätigt." =Unsere Zeit Nr.3,Essen 15.3.1970,S.13 14.01.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 1 (vgl. 9.12.1969, 28.1.1970) heraus. Berichtet wird von der Konventswahl an der LMU (vgl. 12.12.1969). =Münchner Studentenzeitung Nr.1,München 14.1.1970 26.01.1970: In München erscheint erstmals das 'Rote Blatt' (vgl. 1.6.1970), herausgegeben von den Roten Zellen Germanistik (Rotzeg) und Zeitungswissenschaften (RotzZeiWi), der Basisgruppe Technologie und dem AStA der LMU. =Münchner Studentenzeitung Nr.2,München 28.1.1970 28.01.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 2 (vgl. 14.1.1970, 11.2.1970) heraus. Berichtet wird vom Erscheinen des 'Roten Blatt' in München (vgl. 26.1.1970) sowie vom Initiativausschuß für eine Rote Zelle Pädagogik (PH). =Münchner Studentenzeitung Nr.2,München 28.1.1970 11.02.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 3 (vgl. 28.1.1970, 27.5.1970) heraus. Berichtet wird von den Kritischen Ökonomen (KritÖk) sowie . 26.1.1970) sowie vom Initiativausschuß zur Gründung einer Roten Zelle Philosophie. =Münchner Studentenzeitung Nr.3,München 11.2.1970 27.05.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6 (vgl. 11.2.1970, 16.6.1970) heraus. Berichtet wird u.a. vom Initiativausschuß für eine Rote Zelle PH. =Münchner Studentenzeitung Nr.6,München 27.5.1970 01.06.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.9 (vgl. 26.1.1970, 15.6.1970), für das W. Bergmann verantwortlich zeichnet. Die Redaktion wird gebildet aus: - Rote Zelle Zeitungswissenschaft (Rotz ZeiWi), - Rote Zelle Germanistik (Rotzeg), - Rote Zelle Jura (Rotzjur), - Rote Zelle Philosophie (Rotzphil), - Projektgruppe (PG) Technologie und den Asten von Uni und TH. Die bisherige Auflage des 'Roten Blattes' von 600 Exemplaren sei nun auf 1000 gesteigert worden, man habe allein 350 Abos. Zu den Kambodschademonstrationen werden Stellungnahmen von ABG und Roten Zellen (vgl. 8.5.1970 und 25.5.1970) abgedruckt. Bekanntgegeben wird in diesem Zusammenhang noch, daß die ABG im Vietnamkomitee für Frieden und Befreiungskampf mitarbeiten. Neben dem zweiten Teil des Berichts des Mieter- und Stadtteilarbeitsplenums (MISPL), der u.a. auch zu einem bundesweiten Stadtteilarbeitsseminar in Dortmund (vgl. 12.10.1970) verbreitet wird, finden auch noch Rote Zelle International, Sozialistisches Informationszentrum (SIZ) und die Basisgruppe (BG) Technologie Erwähnung, wobei Letztere wohl mit der PG Technologie aus der Redaktion nah verwandt sein dürfte. =Rotes Blatt Nr.9,München 1.6.1970 15.06.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.10 (vgl. 1.6.1970, 29.6.1970), für das Sabine Eckle verantwortlich zeichnet. Die Redaktion konnte um die Rote Zelle Medizin (Rotzmed) erweitert werden. Neben einer Kritik an der Programmatischen Erklärung der ABG und den Äußerungen zur Produktionswerttheorie in deren KAZ Nr.1 vom 1.5.1970, die diese Dokumente als ökonomistisch angreift, wird noch ein Vorschlag für ein Schulungsprogramm der Roten Zellen und eine Diskussionsgrundlage zur Schaffung einer Roten Hilfe (RH) Organisation veröffentlicht. =Rotes Blatt Nr.10,München 15.6.1970 16.06.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7 (vgl. 27.5.1970, 11.11.1970) heraus. =Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 16.6.1970 29.06.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.11 (vgl. 15.6.1970, 13.7.1970), für das Rolf Riester seinen Namen hergibt. Neben einem Aufruf zum morgigen Protest gegen das Verbot des SDS Heidelberg wird ein Papier der Basisgruppe Medizin (BG Med) zur Gründung einer Roten Zelle Medizin (Rotzmed) und die Gründungserklärung der Roten Zelle Pädagogische Hochschule veröffentlicht. Neben einem Artikel über die Studentenbewegung in Italien findet sich noch der Bericht des Sozialistischen Informationszentrums (SIZ). Dort sind jüngst u.a. eingegangen die 'Fragen des Marxismus-Leninismus' Nr.2 von Marxisten-Leninisten an der FU Berlin, die 'Dokumente zum 1.Mai' vom Berliner Archiv Produktion und die Äußerungen des SDS/ML Bochum zur Kulturrevolution. =Rotes Blatt Nr.11,München 29.6.1970 30.06.1970: In München soll heute, laut 'Rotem Blatt', eine Demonstration und ein Teach-In im Hörsaal 201 gegen das Verbot des SDS Heidelberg (vgl. 24.6.1970) stattfinden (vgl. 13.7.1970). Durch die OG München der KPD/ML-ZK und die Rote Garde (RG - vgl. 25.6.1970) wurde aufgerufen zur Demonstration um 17 Uhr ab Geschwister-Scholl-Platz auf der Route Hofgarten, Christoph-/Liebigstr., Trift/Thierschstr., Rosenheimerstr., Preysingstr., Metzstr., Weißenburgerpl., Franziskanerstr., Maria Hilf, Falkenstr., Edlingerpl., Sommerstr., Freibadstr., Giesingerberg, Ichostr., Deisenhoferpl. Anschließend (vgl. 6.7.1970) berichten die KPD/ML-ZK OG München und die RG:" ERFOLGREICHE DEMONSTRATION Zehntausende von Arbeitern und anderen Werktätigen, Lehrlinge, Studenten und Schüler sind letzten Dienstag in Westdeutschland und Westberlin den Parolen und Aufrufen der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten und anderer revolutionärer Organisationen in den einzelnen Städten gefolgt. In München demonstrierten rund 2 000 Menschen durch Lehel, Haidhausen, Au, Giesing. Tausende von Arbeitern standen am Straßenrand oder in den Fenstern, als der Demonstrationszug vorbeikam. Viele von ihnen äußerten ihre Zustimmung, einige sogar reihten sich unter den revolutionären Parolen in den Zug ein. UMFASSENDE VERSAMMLUNGS-, ORGANISATIONS- UND DEMONSTRATIONSFREIHEIT FÜR DIE ARBEITERKLASSE IM BETRIEB UND AUF DER STRASSE! ALLE MACHT IN DIESEM STAAT FÜR DAS PROLETARIAT! AUCH KEIN SDS-VERBOT MACHT DEN KOMMUNISMUS TOT! LASST EUCH DAS NICHT BIETEN: IMMER HÖHRE MIETEN! und andere mehr. Sie alle haben ihre Einheit und Entschlossenheit dem Verbot des SDS Heidelberg entgegengestellt." =KPD/ML-ZK-OG, RG München:Der Kommunismus läßt sich nicht verbieten,München o.J. (Juni 1970),S.1f; KPD/ML-ZK-OG, RG München:Erfolgreiche Demonstration,München o.J. (Juli 1970),S.1; Rotes Blatt Nr.11,München 29.6.1970,S.* 13.07.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.12 (vgl. 29.6.1970, 27.7.1970), für das Wolfgang Bergmann verantwortlich zeichnet. Die Redaktion konnte wiederum erweitert werden und zwar um die Rote Zelle Pädagogik (Rotzpäd) und die Rote Zelle Ökonomie (Rotzök). Zur Demonstration gegen das Verbot des SDS Heidelberg wird die Rede der ABG zur Demonstration und ein Papier der Politkommission der Rotzmed abgedruckt, welches betont, daß man den selben Standpunkt wie die beiden assoziierten ABG-Mitglieder habe. Die KPD/ML gehe permanent Bündnisse mit den ABG ein. Die Rotzmed veröffentlicht auch noch ein Arbeitspapier, in dem u.a. bekanntgegeben wird, daß sich die Basisgruppe Medizin (BGM) den ABG unterordnen wollte. In der BGM habe es drei Ansätze gegeben, einen syndikalistischen, einen theoretischen und einen auf Betriebsarbeit u.a. im Klinikum Großhadern ausgerichteten. Im SIZ sind u.a. eingegangen der 'Rote Kurs' des SDS Göttingen Nr.5 und vom Juni/Juli, der 'Rote Pfeil' Nr.8, der auf die AMS Spartakus eingeht, die 'Arbeitermacht' der ML-Studenten in Bonn Nr.4, die sich mit der dortigen Rotzeg beschäftigt, und der Bonner 'Rote Anfang', der von der Rotzeg herausgegeben wird sowie Schriften der Roten Zelle Rechtswissenschaft Bochum. =Rotes Blatt Nr.12,München 13.7.1970 27.07.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.13 (vgl. 13.7.1970, 28.9.1970), für das wieder Wolfgang Bergmann verantwortlich ist. Eingegangen wird nochmals auf die SDS Heidelberg Demonstration vom 30.6.1970, auf die Projektgruppe Revisionismuskritik und die Gründungserklärung der Roten Zelle Pädagogik (Rotzpäd). Im SIZ sind u.a. eingegangen die Bonner 'Arbeitermacht' Nr.5/6 zum Übertritt einiger Genossen aus der Betriebsprojektgruppe zu KPD/ML-ZB und KJVD und zu den Trotzkisten der Rotzeg Bonn, sowie die Kieler 'Rote Skizze' Nr.4, über die Gründung der MLHO Kiel durch die Roten Zellen und die von den ML Mainz herausgegebene 'Rote Methode' Nr.1. =Rotes Blatt Nr.13,München 27.7.1970 28.09.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.14/15 (vgl. 27.7.1970, 13.10.1970), welches nun von den Roten Zellen München (RZ) herausgegeben und von T.Seyfarth verantwortet wird. In einem Beitrag zur Geschichte der Roten Zellen wird ausgeführt, daß diese aus dem Dienstagsplenum entstanden seien, wo sich die führenden Teile der Basisgruppen (BG) trafen. Ein Teil der BG Zeitungswissenschaft habe z.B. die 'Oktoberland' gegründet, aus der dann die RZ Zeiwi hervorgegangen sei. Die Gruppierung Ungerstraße der Rotzeg setzt sich für eine Arbeitskonferenz (AK) der RZ ein. Eine "Erklärung der Initiativ Gruppe zur Gründung einer Roten Zelle" ist von ehemaligen Mitgliedern der Projektgruppe Technologie (PGT bzw. PTM) verfaßt. Die Mehrheit der PGT um G. Mergner habe ein bürgerliches Avantgardekonzept (Gorter, Rühle, Pannekoek) und lehne das Parteikonzept ab, habe aber leider den AStA in der Hand. Der dieser Mehrheit angehörende Politausschuß der PGT wolle nun als Dutzendste Gruppe versuchen die Siemens Lehrlingsgruppe als Basis zu okkupieren. Anläßlich des Ausschlusses des KSB/ML von der Persiendemonstration wird u.a. über die KPD/ML ausgeführt, daß in München die proletarischen Jugendlichen, bis auf wenige, der Roten Garde wieder den Rücken kehrten. Aus Hamburg wird zu diesem Anlaß noch der "Offene Brief des Zentralen Aktivisten Kollektivs des SALZ An die Genossen des KJVD und der 'KPD/ML' Hamburg" abgedruckt, der sich an die KPD/ML-ZB bzw. den 'lieben Genossen Debus' wendet. Erwähnung findet auch noch die Nr.1 des 'Schraubstocks' der OG Kassel der KPD/ML-ZB. =Rotes Blatt Nr.14/15,München 28.9.1970 13.10.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.16/17 (vgl. 28.9.1970, 28.10.1970) welches sich hauptseitig mit der Arbeitskonferenz (AK) der Roten Zellen (RZ) München befaßt, für die auch die Projektgruppe Technologie (PGT bzw. PTM) eintritt. Die Mitglieder der RZ hätten vor den Betrieben die Flugblätter der ABG und deren 'KAZ' verbreitet, seien aber nicht an der Redaktion der 'KAZ' beteiligt worden. Daraufhin habe man die Unterstützung der ABG eingestellt. Das Ende eines Plattformgesprächs zwischen ABG und RZ sei zugleich der Anfang der Arbeitskonferenz gewesen. Die Rotzeg übt auch noch Kritik an den Äußerungen in der 'KAZ' zum Moskauer Vertrag. =Rotes Blatt Nr.16/17,München 13.10.1970; ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen für die Zeit von Mai 1970 bis zum März 1971,o.O. (München) o.J. (1971),S.38 28.10.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.18/19 (vgl. 13.10.1970, 11.11.1970) als Organ der Roten Zellen München. Neben den Äußerungen einer Rotznatek(IG), deren Namen man vielleicht mit Rote Zelle Naturwissenschaften/Technik (Initiativgruppe) übersetzen könnte, die aus der Projektgruppe Technologie entstanden sein dürfte und diese kritisiert, wird die Bildung eines Lehrlingsausschusses in der Rotzeg bekannt. An einer Schulung wollen sich Rotzeg, Rotzmed, Rotzphil, Rotzangrom, Rotzök, Rotzjur, IG Rotznatek und die Tiermediziner beteiligen. Aus Berlin wird über ein Papier des Rotkol (Rote/s Kollektiv/e) proletarische Erziehung berichtet, welches für die Jugendavantgarde eintrete. Eingegangen wird darin auf die Jugendorganisationen Rote Garde, KJVD, SALZ, KJ/ML Hamburg, RJ/ML, SDAJ und den trotzkistischen Spartacus. Auch das Rotkol Info 1 befasse sich mit der Hamburger KJ/ML bzw. MLJ und trete ansonsten für den Aufbau einer Unabhängigen Kommunistischen Jugend (UKJ) ein. =Rotes Blatt Nr.18/19,München 28.10.1970 November 1970: In München gibt der KHB/ML seine Broschüre für Medizinstudenten, 'Am Puls' heraus. =KHB/ML:Am Puls,München Nov. 1970 11.11.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10 (vgl. 16.6.1970, 27.11.1970) heraus, in der sich u.a. mit den geplanten Verboten der Roten Zellen befasst. Aus München werden erwähnt die Roten Zellen Germanistik, Medizin, Zeitungswissenschaft, Philosophie, Anglist/Romanistik, Ökonomie, Jura, Natek (Naturwissenschaft und Technik?), Tiermedizin, Geschichte und Psychologie. =Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 11.11.1970 11.11.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.20 (vgl. 28.10.1970, 2.12.1970). Die Revolutionäre Arbeiterjugend (RAJ) München berichtet über ihre Tätigkeit im Handwerksbereich und ihre Kampagne für 500 DM Lehrlingslohn, wofür sie Flugblätter vor Berufsschulen und Betrieben verteilt habe. Tätig sei man auch in der IGM und bei Agfa. Erfahrungen habe man u.a. mit der Schulung in der Roten Garde (RG) gemacht, woraus man schließen könnte, daß die RAJ aus der RG bzw. deren ehemaligen Mitgliedern entstanden sei, was uns gegenüber allerdings wiederum von einem ehemaligen RG-Mitglied verneint wurde. =Rotes Blatt Nr.20,München 11.11.1970; Brief eines ehemaligen RG-Mitgliedes in München an die Verfasser (P.) 27.11.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 11 (vgl. 11.11.1970, 16.12.1970) heraus. Berichtet wird durch die Rote Zelle Germanistik aus München-Harthof über die Arbeit an Schulen sowie die ABG. Erwähnung findet auch der Kommunistische Studentenbund (KSB) Göttingen. =Münchner Studentenzeitung Nr.11,München 27.11.1970 02.12.1970: In München beschäftigt sich die Nr.21 des 'Roten Blattes' (vgl. 11.11.1970, 23.12.1970) der Roten Zellen, wofür E. Greifenstein verantwortlich zeichnet, mit der Spaniendemonstration. =Rotes Blatt Nr.21,München 2.12.1970 16.12.1970: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 12 (vgl. 27.11.1970, 21.4.1971) heraus. Berichtet wird von der Konventswahl an der LMU, bei der die Liste der Fachschaften und Basisgruppe / Rote Zellen (LFB/RZ) 37, die AMS Spartakus der DKP 2, der RCDS der CSU 6, Unabhängige 11 sowie die Listen des Gewerkschaftlichen Arbeitskreis (GAST) / SHB , der Sozialliberalen Studenten (Jungdemokraten der FDP) je einen Sitz errungen hätten. =Münchner Studentenzeitung Nr.12,München 16.12.1970 23.12.1970: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.22 (vgl. 2.12.1970, 1.2.1971) der Roten Zellen welches sich mit Chile befaßt. =Rotes Blatt Nr.22,München 23.12.1970 Januar 1971: Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet vermutlich aus dem Januar von der LMU:" ASTA UND POLITISCHES MANDAT München. Studentische Handlanger der CSU erhoben Klage vor dem Verwaltungsgericht München: der Studentenschaft sollen politische Forderungen und Stellungnahmen verboten werden, die über hochschulpolitische Belange hinausgehen. Die Entscheidung des Münchener Verwaltungsgerichts: der Studentenschaft der Uni-München ist untersagt politische Forderungen zu erheben und Stellungnahmen abzugeben, die sich nicht auf hochschulpolitische Angelegenheiten erstrecken. Für den Fall der Zuwiderhandlung wird der Studentenschaft eine Geldstrafe in unbestimmter Höhe angedroht. Der AStA wird Berufung einlegen." =Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.4 01.02.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.23/24 (vgl. 2.12.1970, 11.2.1971, 16.3.1971). Neben dem Aufruf zur Demonstration gegen den US-Imperialismus am 6.2.1971 und Artikeln über den chilenischen MIR und die Einheitsfronttaktik der KI und der KPD bis 1945, wird auch ein Text der Revolutionären Arbeiterjugend (RAJ) München abgedruckt. Dieser kommt zu dem Schluß, daß den Imperialismus bekämpfen heiße, den Klassenkampf im eigenen Land zu führen. Ganz im Gegensatz zu den ABG trete man selbst auch nicht für die Unterstützung der DKP ein. =Rotes Blatt Nr.23/24,München 1.2.1971 08.02.1971: Nach eigenen Angaben erscheint in München ein Flugblatt des KSB/ML der KPD/ML-ZK: "Kampf dem Revisionismus und Rechtsopportunismus der Agenten der DKP in ABG und Roten Zellen". Danach haben bei der Demonstration am 6.2. Mitglieder des Fünfergremiums der Roten Zellen München Fahnen, Fahnenstangen und Transparente der KPD/ML-ZK stark beschädigt. Daran beteiligten sich "diverse Elemente der RotzÖk, der RotzMed sowie deren ausgeschlossene ehemalige Politkommission und der ehemalige Studentenführer Achim Jaudas" (vgl. 10.2.1971). =KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (1971) 10.02.1971: In München erscheint, laut KSB/ML der KPD/ML-ZK, vermutlich heute die "Erklärung des Fünfer-Gremiums der Roten Zellen zu den Vorfällen auf der Demonstration am 6.2.1971." (vgl. 8.2.1971, 11.2.1971). Danach haben sich KPD/ML-ZK, KSB/ML München und Mitglieder der Roten Garde (RG) nicht an Bündnisabsprachen gehalten. Streitpunkt ist vor allem ein Transparent von KPD/ML-ZK, KSB/ML München und Rote Garde, 'Einheitsfront gegen US-Imperialismus und sowjetischen Sozialimperialismus'. Die Träger der Transparente wurden gezwungen, das Transparent zu entfernen. In der Erklärung heißt es" Die Vertreter der KPD/ML und des KSB/ML entblödeten sich nicht, alle übrigen Teilnehmer der Demonstration als Ulbricht-Lakaien zu bezeichnen und die ABG als Schwanz der DKP zu beschimpfen. =KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971) 11.02.1971: In München tritt, laut 'Rotem Blatt', das Fünfergremium der Roten Zellen zurück, welches bisher die Redaktion des 'Roten Blattes' (vgl. 1.2.1971, 16.3.1971) bildete. Laut KSB/ML München der KPD/ML-ZK ist eine "schleichende Krise in den Roten Zellen offen ausgebrochen". Hintergrund ist wohl ein "konterrevolutionärer Anschlag mehrerer Rotzellisten während der antiimperialistischen Demonstration auf die Parole des KSB/ML: Einheitsfront gegen US- und Sozialimperialismus" (vgl. 6.2.1971, 8.2.1971, 12.2.1971). Der KSB/ML meint, daß "ein neues Fünfer-Gremium keinen Schritt weiter hilft" und ruft dazu auf, den KSB/ML zu unterstützen. =KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971); Rotes Blatt Nr.25/26/27,München 16.3.1971 12.02.1971: Der KSB/ML München der KPD/ML-ZK gibt vermutlich heute ein Flugblatt "Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen" zur Vietnamdemonstration am 6.2.1971, deren Vorbereitung (vgl. 25.1.1971) und deren Folgen für die Roten Zellen (vgl. 11.2.1971) heraus. Laut KSB/ML hat sich in "den letzten Wochen der ideologische Kampf zwischen KPD/ML einerseits, Arbeiter-Basis-Gruppen und Roten Zellen andererseits immer mehr verschärft". ABG und Rote Zellen vertreten "eine revisionistische Linie und spalten die Reihen der Arbeiter und fortschrittlicher Kräfte". =KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J. (12.2.1971) 16.03.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.25/26/27 (vgl. 1.2.1971, 6.2.1971, 7.4.1971), für das Manfred Müller verantwortlich ist. Zur Arbeitskonferenz äußern sich Rotzmed, die provisorische Politkommission der Rotzphil, die für die Gründung eines politischen Initiativkomitees (IK) eintritt und die Orgkommission der Rotzeg, die u.a. auf die Entstehung der Rotzeg aus der Roten Basisgruppe Germanistik eingeht. =Rotes Blatt Nr.25/26/27,München 16.3.1971 07.04.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.28 (vgl. 16.3.1971, 30.4.1971), welches neben Äußerungen der Rotzphil auch noch einen Bericht der Rotzeg enthält. In dieser bestehen danach neben dem, aus dem Sozialisationsausschuß hervorgegangenem, Lehrlingsausschuß auch noch ein Schulausschuß und Ausschüsse zur Arbeitskonferenz. =Rotes Blatt Nr.28,München 7.4.1971 21.04.1971: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 3 (vgl. 16.12.1970, 7.7.1971) heraus. Berichtet wird von der VDS-MV (vgl. 18.3.1971). =Münchner Studentenzeitung Nr.3,München 21.4.1971 30.04.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.29/30 (vgl. 7.4.1971, 9.6.1971). Die BMW-Gruppe, die nun Gruppe Arbeitersache heißt, veröffentlicht eine "Erklärung zur Spaltung der Arbeiterbasisgruppen" (vgl. 21.3.1971, 22.4.1971, 9.6.1971), wobei der Abdruck dieser Erklärung von der Rotzphil unterstützt wird. Das ZK der ABG betreibe eine Diffamierung von BMW-Gruppe, Nordgruppe und RAJ. Lügen verbreite das ZK mit der Behauptung von den 9 Betriebsgruppen und dem 90% Anteil von Proletariern in den ABG. Seine Amtszeit habe das ZK schon um ein halbes Jahr überzogen. Weiter wird noch ausgeführt: "Die ABG sind kaum in den Betrieben verankert. Seit einem Jahr, seit das ZenK im Amt ist, konnte nur eine neue Betriebsgruppe gegründet werden, die aber vorher schon in Ansätzen als Branchengruppe bestand. Erst vor einem Monat brachten zwei der drei bestehenden Betriebsgruppen ..., die Betriebszeitung heraus." Benutzt werde ein "... Modell der Rekrutierung, das sich auf den Typus des 'bewußtesten Arbeiters' bezieht." So "...brachte eine Betriebsgruppe bei einem mehr als zweijährigen Bestehen erst jetzt eine Betriebszeitung heraus." In einer "Erklärung der Redaktion" wird zum Abdruck dieses Textes u.a. ausgeführt: "Aufgrund eines DOPL-Beschlusses (Donnerstagsplenum der Roten Zellen München, d.Vf.) und des Redaktionsstatutes des Roten Blattes, ist es jeder Roten Zelle möglich, Artikel, die der ideologischen Auseinandersetzung innerhalb der Roten Zellen dienen im Roten Blatt zu veröffentlichen. Die Redaktion ist nicht der Meinung, daß die in dem BMW Papier angesprochenen Fragen zum demokratischen und antifaschistischen Kampf kein Beitrag zur ideologischen Auseinandersetzung" wären. =Rotes Blatt Nr.29/30,München 30.4.1971 09.06.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.31/32 (vgl. 30.4.1971, 6.7.1971), welches eine Erklärung des ZK der ABG zum Ausschluß der ehemaligen BMW-Gruppe (jetzt Gruppe Arbeitersache München - ASM) enthält (vgl. 21.3.1971). U.a. heißt es darin:" Einige Mitglieder und Kandidaten der ABG haben im Zusammenhang mit dem Ausschluß die Organisation verlassen." Die Rotzphil begründet, warum sie sich nicht an der ABG-Demonstration am 8.5.1971 beteiligte und warum sie einen ideologischen Kampf gegen die ABG wegen deren Einheitsfrontpositionen führe. =Rotes Blatt Nr.31/32,München 9.6.1971 06.07.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.33 (vgl. 9.6.1971, 13.9.1971), welches eine Erklärung von 14 Genossen (11 Mitglieder, 3 Kandidaten) zu ihrem Austritt aus der Rotzeg enthält, die später die Rotzeg/ML bilden (vgl. 8.7.1971). Man sei gegen die Arbeitskonferenz der Roten Zellen und für den Parteiaufbau. Die Revolutionäre Arbeiterjugend (RAJ) betreibe "Opportunismus in der Organisationsfrage und ... handwerklerische Praxis". =Rotes Blatt Nr.33,München 6.7.1971 07.07.1971: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7 (vgl. 21.4.1971, 20.10.1971) heraus. =Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 7.7.1971 08.07.1971: In München zieht die Arbeitskonferenz (AK) Gruppierung der Roten Zellen aus dem Donnerstagsplenum der Roten Zellen, nach dessen späteren Angaben, aus und wird deswegen aus den Roten Zellen ausgeschlossen (vgl. 13.9.1971). =Rotes Blatt Nr.34/35,München 13.9.1971 August 1971: Laut der Broschüre "500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse", die vom Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ) in München herausgegeben wird, kristallisiert sich in der Rote Zellen-Bewegung in München ca. bis zum Sommer 1971 "immer mehr eine Linie heraus, deren Politik in der Hauptsache aus der Marxexegese bestand und die den organisierten Kampf entweder überhaupt nicht ... oder aber aktionistisch" anging. Die "antirevisionistische Linie spaltete sich abermals". "Die Fraktion, die später den Zentralverband gründete, trat aus den Roten Zellen aus (vgl. 8.7.1971,d.Vf.), die immer mehr dem Seminarmarxismus verfielen. Gleichzeitig trat auch eine ganze Fraktion, die die Linie der damaligen ML-Fraktion für richtig erkannte aus dem AStA zurück." =ZVROZ:500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse,München 1972,S.28f 01.09.1971: In München wird der Kommunistische Hochschulbund (ML) (KHB/ML) gegründet, der nach späteren Angaben seiner Mutterorganisation (ABG) schon 'bald' über München hinausreichte. =AB:10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'.10 Jahre Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD,München 1980,S.38; Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.37/38,München Juli/Aug. 1973; ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen, angenommen von der 3. ordentlichen Vollversammlung im Juni 1972,o.O. 1972,S.5 13.09.1971: In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.34/35 (vgl. 6.7.1971), für das Theo Kröger verantwortlich zeichnet. Das 'Rote Blatt' ist nunmehr das Organ der auf Donnerstagsplenum vertretenen Roten Zellen, bei denen es sich um Rotzeg/ML, Rotzjur, Rotzzeiwi, Rotzmed, Rotzangrom, Rotzeps, und Projektgruppe Medizin an der TU handele. Eingegangen wird auf die Spaltung der Roten Zellen München (vgl. 8.7.1971). Rotzeg/ML, Rotzjur und Rotzzeiwi hätten ihre Unterstützung für den KSV der KPD bekundet. Die Arbeitskonferenz (AK) Fraktion der Roten Zellen stütze sich auf die Rotzeg und die Rotzök. Die AK-Fraktion unterstütze die Gruppe Arbeitersache München (ASM). Die Anti-AK Fraktion habe Interfrak geheißen. Ein Initiativkomitee zum Aufbau der Marxistisch-leninistischen Hochschulgruppe (MLHG) München, welche den ABG zugeordnet sein sollte, sei bereits nach zwei Tagen wieder aufgelöst worden (vgl. 1.9.1971). =Rotes Blatt Nr.34/35,München 13.9.1971 20.10.1971: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8 (vgl. 7.7.1971, 10.11.1971) heraus. Berichtet wird von der Spaltung der Roten Zellen München. Einerseits gibt es die Inter-Fraktion mit den RZ Medizin, Anglistik/Romanistik, Psychologie, Veterinärmedizin, Zeitungswissenschaft und Germanistik/ML. Einzelne Individuen innerhalb dieser Fraktion, aber keine ganze Zelle unterstützen den KHB/ML der ABG. Die Arbeitskonferenz (AK)-Fraktion, die die AStA-Mehrheit hat, werde gebildet von den RZ Germanistik, Geschichte, Ökonomie und Philosophie. Berichtet wird über die Arbeitersache München (ASM) und deren Betriebsgruppen im IGM-Bereich bei BMW, MAN und Siemens: "Für die ROTEN ZELLEN der sogenannten AK-Fraktion, die den AStA unterstützen, ist die ARBEITERSACHE die einzige ernstzunehmende Organisation die versucht in München sozialistische Politik in den Fabriken und Stadtteilen aufzunehmen." =Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 20.10.1971 27.10.1971: Aus der Roten Zelle Medizin (Rotzmed) an der LMU München, aus der wegen ihrem Anschluß an die Interfrak schon 4 Mitglieder austraten, werden heute, laut AStA der LMU (vgl. 10.11.1971), eine Reihe von KHB/ML-Anhängern ausgeschlossen, da der größere Teil aus Sympathisanten des KSV der KPD besteht. =Münchner Studentenzeitung Nr.9,München 10.11.1971 November 1971: In München geben KHB/ML und RSF die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Schüler-und Studentenzeitung' (KSZ) heraus. In einer gemeinsamen Resolution von KHB/ML und RSF wird festgehalten, daß diese von den ABG angeleitet werden. In München hätten sich dagegen eine Reihe von Roten Zellen auf die abenteuerliche Linie des KSV Berlin gestellt, der bisher im Hochschulrahmengesetz (HRG) auch noch fortschrittliche Elemente gesehen habe, nun aber, in der 'RPK' Nr.137 (vgl. 16.10.1971), die Parole ausgegeben habe: "Kampf der reaktionär-bürokratischen Hochschulreform!". Der KHB/ML will gegen das HRG ein Komitee gründen (vgl. 11.11.1971). Neben dem KSV und seinen Jüngern gebe es in München auch noch die Gruppe um die 'Münchner Studenten Zeitung' (MSZ) und den MSB Spartakus, der einen 'Unireport' herausgebe. Ein Aufruf der Patriotischen Einheitsfront für eine demokratische Türkei (PEF) zu einer Demonstration am 13.11.1971 wird sowohl von den ABG als auch von KHB/ML und RSF unterstützt. Berichtet wird auch über die Iran-Aktionen in München (vgl. 8.10.1971, 18.10.1971). Der PAA Albanien wird zum 30.Jahrestag gratuliert (vgl. 1.11.1971). =KSZ Nr.2,München Nov. 1971 10.11.1971: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 9 (vgl. 20.10.1971, 24.11.1971) nun auch Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg heraus und berichtet von der Landesverbandskonferenz der bayrischen Asten sowie der Roten Zelle Medizin München (vgl. 27.10.1971). =Münchner Studentenzeitung Nr.9,München 10.11.1971 11.11.1971: In der Münchner TU Mensa möchte heute der KHB/ML ein Komitee "Kampf dem reaktionären Hochschulrahmengesetz und Bafög" gründen. =KSZ Nr.2,München Nov. 1971 24.11.1971: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10 (vgl. 10.11.1971, 10.5.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von den Roten Zellen Ökonomie, Geschichte und Philosophie. =Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 24.11.1971 24.03.1972: In München demonstrieren, laut ABG, 2 500 Erzieher, Kindergärtnerinnen, Sozialarbeiter, Fachoberschüler der evangelischen FOS, der FOS für Sozialpädagogik und der FOS München sowie die streikenden Studenten der Fachschule für Sozialarbeit gegen die Einführung des NC an der Fachhochschule. Unterstützt wird die Aktion u.a. von RSF und KHB/ML. =Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.22,München Apr. 1972; Münchner Schüler Zeitung Nr.9,München Apr. 1972; Roter Anzeiger Nr.8,München Apr. 1972 April 1972: Die Nr.6 der 'Kommunistischen Schüler- und Studentenzeitung' (KSZ) – Organ des KHB/ML und der RSF der ABG erscheint in München. Zum 1.Mai wird u.a. ausgeführt:" Es ist die Pflicht der Kommunisten, in unserem Raum der Arbeiter-Basis-Gruppen, sich an die Spitze dieses Kampfes zu stellen, der Arbeiterklasse den Weg zu weisen zur sozialistischen Revolution. Die Arbeiter-Basis-Gruppen unterstützen daher in vier bayerischen Städten die gewerkschaftlichen Kundgebungen und führen anschließend eigene Veranstaltungen durch." =Kommunistische Schüler und Studentenzeitung Nr.6,München Apr. 1972,S.11 19.04.1972: Die KPD berichtet heute:" Die mit dem KSV sympathisierenden Organisationen an der Uni München und der Uni Erlangen/Nürnberg, der Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ,d.Vf.) München und die Roten Zellen an der Erlanger Uni, werden sich in die Demonstrationen der Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) in München und Nürnberg einreihen, um am 1.Mai gemeinsam mit allen antiimperialistischen Menschen den Kampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus und für den Sieg der Völker Indochinas zu demonstrieren." =Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.5 03.05.1972: An der LMU München wird ein neuer AStA allein aus der Liste der Fachschaften und Basisgruppen / Rote Zellen (LFB/RZ) gebildet. =Münchner Studentenzeitung Nr.4,München 10.5.1972 10.05.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 4 (vgl. 24.11.1971, 30.5.1972) heraus. Berichtet wird vom neuen AStA (vgl. 3.5.1972) sowie von der Institutszelle Soziologie der Rotzök, der Institutszelle Politologie der AK-Fraktion und er Sympathisantengruppe Psychologie der AK-Fraktion der Roten Zellen. =Münchner Studentenzeitung Nr.4,München 10.5.1972 30.05.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 5 (vgl. 10.5.1972, 20.6.1972) heraus. Berichtet wird von der Wahl zum Konvent an der LMU, bei der die Liste der Fachschaften und Basisgruppen / Rote Zellen (LFB/RZ) 11, die ML bzw. der KSV der KPD 5, der SHB 5, die GEW 6, der Gewerkschaftliche Arbeitskreis Studenten (GAST) 2, Linksunabhängige 5, Rechtsunabhängige 8, die ADS (ex IDK) 4 sowie die Vertreter der PHs Regensburg und Augsburg je einen Sitz erhalten. =Münchner Studentenzeitung Nr.5,München 30.5.1972 Juni 1972: Wahrscheinlich im Juni 1972 wird vom Zentralverband der Roten Zellen in München (ZVROZ) die Broschüre "500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse" herausgegeben. =ZVROZ:500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse,München 1972 20.06.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6 (vgl. 30.5.1972, 10.7.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von der Roten Zelle Jura-AK-Fraktion, den Roten Zellen Germanistik und Ökonomie sowie der AK-Sympathisantengruppe am psychologischen Institut. =Münchner Studentenzeitung Nr.6,München 20.6.1972 10.07.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7 (vgl. 20.6.1972, 31.10.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von der PH-Zelle der AK-Fraktion. =Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 10.7.1972 Oktober 1972: In München nimmt, laut und mit KHB/ML der ABG, das Komitee gegen die Verfolgung ausländischer Kommilitonen mit Beginn des Wintersemesters seine Arbeit auf. Es trifft sich in den nächsten Monaten jeweils Montags in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in der Kaulbachstr.22a. =Kommunistische Studenten Zeitung Nr.13,München März/Apr. 1973 23.10.1972: In München erscheint die 'Neue Kritische Politik' Nr.5 (vgl. 3.2.1973). mit dem Untertitel "Informationsorgan der Studentenschaft der Hochschule für Politik München". Die Redaktion besteht aus H. Lotter, H. Kluth, H. Weise, X. Brenner und C. Greller. Der Preis beträgt 1 DM, gedruckt wird bei Carodruck Heidelberg. Berichtet wird über GUPS- und GUPA-Verbot (vgl. 3.10.1972), über Ägypten und Nordirland. In der "Stellungnahme der Marxistisch-leninistischen Gruppe an der Hochschule für Politik München zu den Bündnisverhandlungen in München" wird u.a. über die Gruppe dargelegt, sie "befindet sich innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung in einem Orientierungsprozeß." Erwähnt werden die AK-Fraktion (vgl. 18.5.1972), die AGB, zu denen es auf Seite 5 heißt, sie seien "kommunistischen Gruppen gegenüber bündnisfeindlich". Auf Seite 6 wird fortgefahren, die Gruppe ABG "versucht Gruppen an sich zu binden, ohne sich ideologisch mit diesen auseinandergesetzt zu haben." =Neue Kritische Politik Nr.5,München 23.10.1972 31.10.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8 (vgl. 10.7.1972, 12.12.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von den Roten Zellen Philosophie, Psychologie, Politologie, Germanistik und Jura der PH-Zelle der AK-Fraktion sowie deren Institutszellen Pädagogik, PH, Geschichte, Medizin und Soziologie der Rotzök, von der Sympathisantengruppe an der Kunstakademie und der AK-Zelle Naturwissenschaftliche Fakultäten. =Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 31.10.1972 25.10.1972: Der Kommunistische Studentenverband (KSV - vgl. 25.10.1972) der KPD berichtet, u.a. über sein heute erstmals erscheinendes Zentralorgan:" die Herausgabe dieser Zeitung fällt zusammen mit der Einrichtung einer Ortsleitung des KSV in München!" Dies geschieht durch die Auflösung des Zentralverbandes der Roten Zellen (ZVROZ). =Dem Volke dienen Nr.1,Dortmund 25.10.1972,S.2 und 6 November 1972: Der Kommunistische Studentenverband (KSV) der KPD (vgl. 22.11.1972) berichtet zentral aus Bonn vom Berufsverbot (BV) gegen Hannes Heer (vgl. 17.11.1972) sowie vermutlich aus dem November über weitere Repressalien im Hochschulbereich:" In Lüneburg und München laufen Prozesse wegen Hausfriedensbruch und Nötigung." =Dem Volke dienen Nr.3,Dortmund 22.11.1972,S.2 06.11.1972: An der Universität München (LMU) findet eine Konventssitzung statt auf der, laut KHB/ML der ABG, Unterschriften für das Neun-Punkte Abkommen zu Vietnam gesammelt werden. =Roter Schrittmacher Nr.7,Regensburg Dez. 1972 27.11.1972: In dieser Woche beginnt, laut KPD, ein Streik an der TU München. =Rote Fahne Nr.72,Dortmund 6.12.1972 Dezember 1972: An der Ludwig-Maxilians-Universität (LMU) München findet, laut KHB/ML der ABG eine Uni-VV zum Bayrischen Hochschulgesetz (BHG) statt, auf der der MSB Spartakus der DKP und Roten Zellen - AK-Fraktion gegen einen Warnstreik eintreten. =Kommunistische Studenten Zeitung Nr.11,München Jan. 1973 Dezember 1972: Der KHB/ML ruft in seiner 'Kommunistischen Studentenzeitung' Nr.10 (vgl. 15.1.1973) dazu auf, an der Uni München eine Demokratische Front (DF) zu bilden. Diese Demokratische Front müsse gegen den RCDS gerichtet sein. =Kommunistische Studentenzeitung Nr.10,München Dez. 1972 12.12.1972: Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10 (vgl. 31.10.1972, 17.1.1973) heraus. =Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 12.12.1972
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