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München

Materialien zur Studentenbewegung und Hochschulpolitik bis Ende 1972

Von Jürgen Schröder, Berlin, Mai 2004


Materiallage

Aus München stand für die frühe Zeit eine Ausgabe der 'apo press' als Leihgabe zur Verfügung, die allerdings nur am Rande mit Studentischem befasst ist. Im APO-Archiv befinden sich auch reichhaltige aber unvollständige Serien der 'Münchner Studentenzeitung' des AStA der LMU und des 'Roten Blattes' der Roten Zellen sowie einzelne Materialien des KHB/ML der ABG und des KSB/ML der KPD/ML-ZK.

Zum Inhalt der Materialien

Nur kurz angerissen werden die frühen 60er Jahre in denen der Münchner SDS sowohl die Subversive Aktion (vgl. 1962) als auch frühe ML-Gruppen (vgl. 1963) hervorbringt.

Der Gewerkschaftliche Arbeitskreis Studenten (GAST – vgl. Jan. 1968) wird detailliert dokumentiert. Über die organisatorische Entwicklung des SDS München geben dessen Tagungen im Juli 1968 Aufschluß. In der Folge der CSSR-Invasion kommt es zur Abgrenzung von der DKP (vgl. 25.8.1968), wobei hier auch die bundesweite Abgrenzung wegen der Weltjugendfestspiele in Sofia dokumentiert wird (vgl. 31.8.1968).

Plakat: Cuba-Ausstellung der Roten Zellen
Plakat einer Cuba-Ausstellung der Roten Zellen (1970)

Dargestellt wird die Herausbildung der Basisgruppen einerseits (vgl. 25.10.1968) und der DKP andererseits (vgl. 2.11.1968, 12.11.1968). Die DKP und ihre AMS Spartakus aber bleiben unbedeutend, wie die Konventswahl (vgl. 5.1.1970) zeigt. die Basisgruppen dagegen entwickeln sich im Verlauf des Jahrs 1969, zu dessen beginne s zu militanten Aktionen kam (vgl. 31.1.1969, 11.2.1969), zahlreich. Das Jahr 1970 beginnt mit der Herausgabe des 'Roten Blattes' (vgl. 26.1.1970) der Asten von LMU und TU und der Roten Zellen (RZ), in die sich immer mehr Basisgruppen nun schnell umwandeln oder die an anderen Bereichen neu entstehen. Die RZ grenzen sich vor allem immer wieder von den ABG ab, die sich durch verschiedene Fraktionierungen aus Arbeiter- bzw. Stadtteilbasisgruppen der APO zu einem ML-Zirkel mit Avantgardeanspruch weiterentwickelten. Trotzdem wurde die umfangreiche betriebliche Publizistik der ABG, die wir in weiteren Texten darstellen werden, durch die Verteiler der RZ ermöglicht (vgl. 13.10.1970). In der Folge finden sich offensichtlich zeitweise Sympathien der RZ für die RAJ (vgl. 11.11.1970, 1.2.1971) bzw. die Arbeitersache München (ASM – vgl. 30.4.1971, 13.9.1971).

Die RZ selber aber fraktionieren sich 1970/71 in die Interfrak einerseits (vgl. 6.7.1971, 8.7.1971), aus der später der kleine KHB/ML der ABG (vgl. 1.9.1971, Nov. 1971) und der wichtige Zentralverband der RZ (ZVROZ – vgl. 19.4.1972) hervorgehen, der sich gegen Ende dieser Darstellung dem KSV der KPD formal anschließt (vgl. 25.10.1972). Andererseits entwickelt sich die AK-Fraktion der RZ München (vgl. 28.9.1970) zu einer zunächst lokal äußerst einflussreichen Studentenorganisation, die ihre Tätigkeit ab ca. Ende 1972 auch bundesweit aufnimmt, wobei sie vor allem Gruppen des SHB/SF rekrutieren konnte.

Die Konventswahlen Ende 1970 (vgl. 16.12.1970) dokumentieren den überragenden Einfluss der noch vereint auftretenden RZ. Dokumentiert wird die Auseinandersetzung zwischen den RZ und dem KSB/ML der KPD/ML-ZK (vgl. 8.2.1971, 10.2.1971), der aber bedeutungslos blieb.


Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

1962: 
Laut SDS bildet sich 1962/1963 zunächst in München, dann in Berlin eine
Gruppe heraus, die sich subversive Aktion nennt:"
Diese Gruppe ... trat mit dem Ziel an, aus den theoretischen Einsichten
Marcuses und der Frankfurter Schule praktische Konsequenzen zu ziehen. Sie
versuchte Organisation und Praxis in einem zu lösen, Resultat war die
'Kohorte'. ... Ihr Programm forderte eine Gemeinschaft von Individuen, die in
der Lage wäre, an und in sich selber allen Möglichkeiten des Menschlichen Raum
zu schaffen. ... In München begann sie zwar mit ihren Versprechungen ein
Adressat war der Münchener SDS. ... Die Adressaten fühlten sich nicht verlockt.
... Die 'Kohorte' zerbrach an ihren eigenen Schwierigkeiten, einige ihrer
Mitglieder fielen zurück in ihre private Existenz, andere emigrierten nach
Berlin."
=SDS-Korrespondenz Nr.6,Frankfurt 1967,S.IIIf

1963: 
Im SDS München entsteht, laut KPD/ML, eine ML-Gruppe, die sich bis 1965 hält.
=Roter Morgen November/1. Dezemberausgabe 1969,Hamburg 1969

29.12.1965: 
Laut 'SDS-Korrespondenz' verschickt der SDS-München Einladungen zu einem
Seminar über '"Revolution und Organisation bei Marx und Lenin". Das Seminar
soll vom 4.-6.2.1966 in München stattfinden:"
Das Seminar beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Marxismus und Leninismus
unter dem Gesichtspunkt von Revolution und Partei und der Rolle von Gewalt und
Staat."
Unterthemen sollen u.a. sein:
- Marx und Engels über die Frage der Partei,
- Marx und Engels über die Revolution und die Diktatur des Proletariats,
- Lenin: Der Imperialismus und seine Folge, die 'kombinierte' Revolution.
- Lenin: Die Rolle von Staat und Gewalt in der Revolution,
- Die Partei als organisierte Avantgarde,
- Kampf gegen den Revisionismus.
=SDS-Korrespondenz Nr.1,Frankfurt Jan. 1966,S.43f

1966: 
Laut 'apo press' München gründet sich in München der Gewerkschaftliche
Arbeitskreis der Studenten (GAST), entsprechend den GSG in anderen Städten.

U.a. wird auch die Arbeitsgruppe Gewerkschaftsjugend gebildet:"
In dieser Arbeitsgruppe ... soll über Möglichkeiten einer Aktivierung der
Jugendgruppenarbeit innerhalb der Gewerkschaften und über eine Zusammenarbeit
von Gewerkschaftsjugend und Studenten diskutiert werden."
=apo press Nr.6 und 7,München 1968 bzw. 25.2.1969,S. 17 bzw. S.10ff

Januar 1968: 
Laut 'apo press' München spaltet sich der Gewerkschaftliche Arbeitskreis der
Studenten (GAST) München endgültig in zwei Gruppen auf (vgl. Apr. 1968).
=apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff

23.02.1968: 
Laut MSB Spartakus lassen Studenten aus den Obergeschossen der Ludwig
Maximilian Universität (LMU) in München, während einer Festrede zum 25.
Jahrestag der Ermordung der Geschwister Scholl, Flugblätter flattern, die nach
"den antifaschistischen Taten des versammelten Establishments" fragen. Auf
Handzetteln wird zum Protest gegen die Ermordung Benno Ohnesorgs und die
Springer-Hetze aufgerufen.
=MSB-Spartakus:500 Jahre Klassenuniversität München - 500 Jahre Kampf gegen die
Reaktion,München o.J.,S.78

April 1968: 
Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der
Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:"
Ende April 1968 versuchten die Sozialisten noch einmal, die Aktionseinheit mit
dem KP-orientierten Flügel im GAST für den Kampf gegen die
Notstandsgesetzgebung (NSG,d.Vf.) herzustellen. Das konnte natürlich nur bis
zum 20.Mai klappen" (vgl. Jan. 1968, 18.5.1968).
=apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff

18.05.1968: 
Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der
Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:"
Zwei Tage zuvor erklärte Sieglinde Tömmel (Vorstandsmitglied des GAST im
Sommersemester 1968) in der Münchener Kunstakademie, der gewerkschaftliche
Arbeitskreis unterstützt die für den Nachmittag des 20. Mai vorgesehene
Demonstration zum Gewerkschaftshaus. ... Die folgenden Wochen waren im GAST vom
'Boxkampf unter der Gürtellinie' zwischen den Sozialisten und den
rechtsorientierten KP-Freunden bestimmt. ... Auf den Redaktionssitzungen des
vom GAST-München herausgegebenen Blattes 'Arbeiter- und Studenten' ging es
ebenfalls recht lustig zu. Über die jeweiligen Artikel wurde nur so lange
diskutiert, wie es den Kollegen Achenbach, Schmid, Högemann-Ledwohn & Co.
paßte. War deren Geduld zu Ende, so wurde einfach abgestimmt" (vgl. Apr. 1968,
1.7.1968).
=apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff

01.07.1968: 
Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der
Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:
"Am 1. Juli gab Gerd Nies ... bekannt, daß drei Mitglieder des GAST ihre
Referentenposten niedergelegt hätten (am 28.6.1968, d.Vf.). ... Obwohl die
Rechten nach dem 28. Juni unter sich blieben, brachten sie im Monat Juli trotz
zweier Anläufe keine beschlußfähige GAST-Mitgliederversammlung mehr zustande"
(vgl. 18.5.1968, Okt. 1968).
=apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff

11.07.1968: 
Laut 'apo press' München soll in München eine Gesprächsrunde der
SDS-Projektgruppe Antiimperialistischer Kampf stattfinden.
=apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17

12.07.1968: 
Laut 'apo press' München soll in München eine Plenumssitzung der
SDS-Hochschulprojektgruppe stattfinden.
=apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17

13.07.1968: 
Laut 'apo press' München soll in München ein SDS Jour-Fix zum Thema
Koordinierung der Projektgruppenarbeit, Aktions- und Strategie-Diskussion
stattfinden.
=apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17

14.07.1968: 
Laut 'apo press' München soll in München eine Zusammenkunft der SDS-Betriebs-
und Wohnungsprojektgruppe stattfinden.
=apo press Nr.6,München 7.7.1968,S.17

21.07.1968: 
Die Nr.8 der 'apo press' München erscheint (vgl. 14.7.1968, 28.7.1968). Der
SDS-Projektgruppe Antiimperialistischer Kampf sei es am Vietnamkonflikt
gelungen, "durch analytische Arbeit und aufklärerische Praxis diesen Protest in
ein antiimperialistisches Engagement umzufunktionieren und damit bei einem Teil
der Bevölkerung die Einsicht herzustellen, daß die Ursache dieser
amerikanischen Eskalation nicht eine Frage von Gut und Böse ist, sondern auch
notwendigerweise sich aus der Immanenz des kapitalistischen Systems ergeben".
Der Protest gegen die NATO "kann ... zu einer Internationalisierung der linken
Aktivitäten führen". Informationen über die SDS-Projektgruppe
Antiimperialistischer Kampf sind über Thomas Schmitz-Bender und Hanfried
Brenner zu bekommen.
=apo press Nr.8,München 21.7.1968

01.08.1968: 
Laut 'apo press' München konstituiert der GAST (Gewerkschaftlicher
Arbeitskreis der Studenten) in München wahrscheinlich heute einen Arbeitskreis,
"der sich mit der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung beschäftigt".
=apo press Nr.10,München 4.8.1968,S.6

25.08.1968: 
Es erscheint die 'apo press' München Nr.13 (vgl. 18.8.1968, 1.9.1968).

Die Ausgabe beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Einmarsch der Warschauer
Paktstaaten in die CSSR und den Stellungnahmen dazu. In einer Stellungnahme des
SDS ist u.a. festgehalten:"
Der SDS fordert den Abzug der Warschauer-Pakt-Truppen aus der CSSR; wir werden
uns aber nicht in die bürgerliche Empörungsfront einreihen und werden es auch
nicht wie die westeuropäischen KPs dabei bewenden lassen, die Warschauer-Pakt
Intervention zu bedauern. Der Verzicht auf die Kritik am Revisionismus der
KPdSU und der anderen osteuropäischen KPs würde den Weg zu einer
sozialistischen Praxis in den hochindustriellen Ländern versperren. Die Kritik
am Revisionismus muß praktisch werden sowohl durch die Unterstützung des
antiimperialistischen Befreiungskampfes in der Dritten Welt als auch in einem
durch Selbsttätigkeit und Selbstorganisation der Betroffenen bestimmten
konsequenten Kampf in den hochindustrialisierten Ländern."

Der SHB erklärt in einer Stellungnahme an das ZK der SED der DDR u.a.:"
Der Einmarsch der Truppen der DDR, UdSSR und der Volksrepubliken Polen, Ungarn
und Bulgarien ist ein historischer Fehler ... Genossen, die Korrektur dieses
Fehlers schadet nicht dem Kommunismus; im Gegenteil, sie wird die politische
Stärke und die moralische Kraft des Sozialismus erhöhen. Die westdeutschen
Sozialisten und Kommunisten stehen im harten Kampf gegen den Imperialismus.
Gegen alle Widerstände sind wir mit aller Kraft für den Sozialismus und für die
Anerkennung und Würdigung der DDR eingetreten. Als Freunde und Genossen
beschwören wir Euch, das Gebot der Stunde zu erkennen. Rückzug der Truppen aus
der CSSR!"
=apo press Nr.13,München 25.8.1968

31.08.1968: 
Laut 'apo press' München findet im Klub Eugen Levine in München eine
Veranstaltung statt, auf der Mitglieder des SDS über die Weltjugendfestspiele
in Sofia berichten:"
Die politischen Kräfte, die bei den 9. Festspielen der Jugend und Studenten in
Sofia anwesend waren, wurden von der westdeutschen SDS-Delegation in drei
Kategorien eingeteilt:
a.) die prokapitalistischen Kräfte, vor allem aus der BRD, für die die
Unterzeichnung des Festivals nur die Fahrkarte nach Sofia bedeutete, aber keine
Veränderung ihres reaktionären Selbstverständnis war (z.B. Katholische Jugend,
Pfadfinderbünde, Sozialdemokraten u.ä.),
b.) die antiimperialistischen und antimonopolistischen Kräfte, auch vor allem
aus der BRD und den anderen westlichen Ländern (z.B. Naturfreundejugend
(NFJ,d.Vf.), Jusos (der SPD,d.Vf.), Falken (SJD der SPD,d.Vf.), VDS, LSD u.ä.),
c.) das Spektrum der sozialistischen Kräfte (mit Ausnahme der albanischen,
chinesischen und kubanischen Richtung) aus den kapitalistischen Ländern.

Das Festival selbst wurde als Bündnis zur Vorantreibung des internationalen
Klassenkampfes gewertet. Ausgehend von der gegenwärtigen politischen Situation
in der Welt, d.h. angesichts der organisierten und verschärften Assoziation der
imperialistischen Länder und angesichts der Verschärfung der inneren
Widersprüche in den kapitalistischen Ländern, die immer offener die
faschistischen und neofaschistischen Tendenzen einer fortschrittlichen
Öffentlichkeit in den betreffenden Ländern sichtbar werden lassen, kann die
Strategie auf nationaler und internationaler Ebene nur sein: Herstellung eines
breiten antimonopolistischen Bündnisses in den hochindustrialisierten,
kapitalistischen Ländern, Schaffung einer antiimperialistischen Einheitsfront
zur Einengung und Zurückdrängung der offenen und versteckten imperialistischen
Aggression und Stärkung der sozialistischen Position. Aufgrund dieser
Minimalforderung ergaben sich insbesondere für die SDS-Delegation folgende
Konkrete Aufgaben in Sofia:
1. Isolierung der reaktionären prokapitalistischen Kräfte durch permanente
Aufreißung von politischen Fronten z. B. innerhalb des Deutschen
Bundesjugendringes (DBJR) durch entschiedenes kritisches Auftreten auf den
Foren und Seminaren.
2. Gewinnung von Bündnispartnern innerhalb des DBJR durch dauernde Diskussion
und Aufzeigen von Kriterien, die der SDS politisch akzeptabel für ein Bündnis
hält (Stellung zum Vietnam-Krieg, Notstandsgesetze (NSG,d.VF.), Einschätzung
der Gefahr des Neofaschismus).
3. Eine wesentliche Aufgabe der SDS-Delegation war die Darlegung der
politischen Auseinandersetzung und Diskussion mit den antiimperialistischen,
antimonopolistischen, revisionistischen und sozialistischen Kräften auf
zahlreichen Foren, die zum Thema u.a. hatten: Neokolonialismus, Gewerkschaften,
die Rolle der Jugend in den kapitalistischen Ländern, die Universität als
wissenschaftliches Ausbeutungsobjekt der herrschenden Klasse in den
kapitalistischen Ländern, Neofaschismus, die Bonner Ostpolitik."
=apo press Nr.14,München 1.9.1968,S.5

Oktober 1968: 
Über die Entwicklung des Münchener Gewerkschaftlichen Arbeitskreises der
Studenten (GAST) berichtet die 'apo press' München so:"
Ende Oktober 1968 klappte es dann wieder mit dem Zustandekommen einer
GAST-Mitgliederversammlung. Dank der Hilfe von Johanne Hundt (DKP), sowie Peter
Strutynski gelang es, einige Soziologiestudenten für die Überreste des GAST zu
interessieren" (vgl. 1.7.1968, 25.2.1969).
=apo press Nr.7,München 25.2.1969,S.10ff

25.10.1968: 
Laut 'apo press' München konstituiert sich wohl an der Ludwig-Maximilian
Universität in München die Basisgruppe Germanistik. Sie wird von ca. 30
Studenten gegründet:
"Den letzten Anstoß zur Gründung dieser Basisgruppe gab das autoritär-
repressive Verhalten der Ordinarien gegenüber der germanistischen
Fachschaftsvertretung. Die Ordinarien erblickten nämlich in der
Fachschaftsvertretung einen immer lästiger werdenden Faktor im
Institutsbetrieb."
=apo press Nr.22,München 28.10.1968,S.7

02.11.1968: 
Laut 'apo press' München wird im Klub Eugen Levine in München über "Höhepunkt
und vorläufiges Ende der Studentenbewegung" diskutiert. Das Referat hält Peter
Strutynski. Danach soll die Gruppe des Münchener SDS "bereits vor mehr als
einem halben Jahr auseinandergefallen" sein. Sie soll "theoretisch als auch
organisatorisch unfähig" gewesen sein, "dem Anspruch nach fortgeschrittenster
Teil der Studentenschaft, Avantgarde zu sein". "Dann ging man zur Frage über,
welche Folgen aus der gegenwärtigen Lage an den Hochschulen zu ziehen seien.
Insbesondere wurde darüber gesprochen, ob es notwendig und möglich sei, auf
einen marxistischen Studentenverband hinzuarbeiten."
=apo press Nr.24,München 11.11.1968,S.20

12.11.1968: 
Laut 'apo press' München konstituiert sich in München die Betriebsgruppe
Hochschule der DKP:"
Ziel der DKP-Hochschul-Betriebsgruppe ist es, kommunistische Theorie und Praxis
in die Hochschule und die fortschrittliche Hochschulbewegung hineinzutragen."
Die Betriebsgruppe wird von ca. 30 Mitgliedern konstituiert.
=apo press Nr.25,München 18.11.1968,S.14

30.11.1968: 
Laut 'apo press' München referiert im Münchener Klub Eugen Levine Genosse
Heiseler aus Frankfurt "über die Zukunft der Studentenbewegung".

"Nach einem kurzen Abriß der Geschichte des SDS gab Heiseler einen Überblick
über die jetzige Lage der bisher im SDS organisierten Studenten. Neben dem
marxistisch-leninistischen Flügel und den Antiautoritären habe sich in letzter
Zeit deutlich ein Einfluß von Rechts- und Linkstrotzkisten bemerkbar gemacht
(IV. Internationale bzw. Komitee zum Wiederaufbau der IV. Internationale). Die
Trotzkisten sind aber mit ihren Plänen, über eine trotzkistische
Jugendorganisation zu einer trotzkistischen Partei zu kommen, auf den
hartnäckigen Widerstand der Antiautoritären gestoßen, die mit ihrem Zentrum in
Hamburg alle Ansätze, neue SDS-Autoritäten zu inthronisieren, vereitelten.
Dieser Gegensatz spitzte sich in Hannover bis zu Ausschlußdrohungen gegenüber
ganzen (antiautoritären) Gruppen zu. Der Referent ging davon aus, daß die
Antiautoritären zahlenmäßig weitaus stärker seien als die Trotzkisten und deren
Verbündete. Die bis 1966 im SDS führenden Rechtsopportunisten (Schauer etc.)
würden heute nicht mehr offen auftreten, sondern hielten sich unter dem
antiautoritären Gemenge verborgen.

Die Spaltungserscheinungen im SDS entwickelten sich nach Heiseler sehr
ungleichzeitig, während in München die Spaltung schon seit fast einem Jahr
faktisch vollzogen sei, gebe es in gewissen Städten des Rheinlands (z.B. Bonn,
Wuppertal) dazu noch kaum Ansätze. Die Tendenz gehe aber auf eine zunehmende
Vergrößerung der Spaltung zu. Wenn man also von der Notwendigkeit der
Organisierung der marxistisch-leninistischen Studenten ausgehe, so müsse diese
in einer Form geschehen, die auf die unterschiedliche Lage der
marxistisch-leninistischen Studenten an den verschiedenen Hochschulorten
Rücksicht nimmt. Überall dort, wo bisher sinnvolle Zusammenarbeit möglich war,
muß auch in Zukunft versucht werden, sie weiterzuführen."
=apo press Nr.28,München 9.12.1968,S.11f

09.12.1968: 
Laut 'apo press' München beginnen an der Münchener Universität die
Konventswahlen, die bis zum 13.12.1968 dauern (vgl. dort).
=apo press Nr.29,München 16.12.1968,S.5

09.12.1968: 
Laut 'Bochumer Studenten Zeitung' bereiten die Sozialwissenschaftler an der
Ruhr-Universität Bochum einen Streik für den Januar 1969 vor. Dadurch soll
erreicht werden, daß der Studienbetrieb an der Uni selbst übernommen wird (vgl.
16.12.1968).
=Bochumer Studenten Zeitung Nr.34,Bochum 5.12.1968,S.4

13.12.1968: 
Laut 'apo press' München enden an der Münchener Universität die
Konventswahlen (vgl. 9.12.1968). Sie "brachten den Kandidaten des sogenannten
Fachschaftsrates – einem Zusammenschluß der Linken - einen in seinem Ausmaß
völlig unerwarteten Wahlsieg: von den 54 Konventssitzen entfielen 39 (72%) auf
die im Fachschaftenrat zusammengeschlossenen Kandidaten, ganze 5 Mandate auf
die der CSU nahestehende Münchner-Studenten-Union (MSU), 10 auf meist nach
rechts tendierende 'Unabhängige'."

In den einzelnen Fakultäten ergibt sich folgendes Bild:
Fakultät                  Fachschaftenrat      MSU und Unabhängige
Evangelische Theologie           3                   -
Katholische Theologie            3                   1
Mediz. Fakultät                  2                   1
Tierärztl. Fakultät              -                   4
Juristische Fakultät             5                   3
Philosophische Fakultät         12                   0
Naturwiss. Fakultät              7                   0
Staatswirt. Fakultät             7                   1
=apo press Nr.29,München 16.12.1968,S.5

31.01.1969: 
In der LMU-München sprengen, laut KPD/ML, 500 die Sitzung der Philosophischen
Fakultät.
=Roter Morgen,Hamburg Feb. 1969

03.02.1969: 
Laut 'apo press' München findet in der Münchener Universität ein teach in des
studentischen Arbeitskreises Kritischer Katholizismus statt. Auf dem teach in
sprechen Joachim Kahl, Trutz Rendtorrff, Lorenz Wachinger und Gregor Filthaut.
=apo press Nr.6,München 18.2.1969,S.12

11.02.1969: 
Laut 'apo press' besetzen Studenten des Instituts für Zeitungswissenschaft
"das im Amerikahaus untergebrachte Institut und erklärten es zum ersten
befreiten Institut der Universität München: Bahman-Nirumand-Institut".
=apo press Nr.6,München 18.2.1969,S.2

18.05.1969: 
Laut 'apo press' München beginnt an "allen Münchener Hochschulen der Kampf
gegen Hubers Hochschulgesetz". Zu einem aktiven Streik ruft der AStA der Uni
München auf.
=apo press Nr.21,München 10.6.1969,S.20

Juli 1969: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 4
(vgl. 5.11.1969) heraus.
Erwähnung finden der Arbeitskreis Kritischer Juristen (AKKJ), die Basisgruppen
Medizin und Soziologie und die Basisgruppe Kindergarten des AStA Sozialtreffs.
=Münchner Studentenzeitung Nr.4, München Juli 1969

05.11.1969: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6
(vgl. Juli 1969, 12.11.1969) heraus.
Erwähnung finden die Basisgruppe Philosophie und die Dokumentation der ABG
München, die unter dem Titel "Klassenkampf statt Wahlkampf" von den
=Münchner Studentenzeitung Nr.5, München 5.11.1969

12.11.1969: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7
(vgl. 5.11.1969, 19.11.1969) heraus.
Erwähnung finden der Arbeitskreis Kritischer Juristen (AKKJ) und die
Basisgruppe Medizin.
=Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 12.11.1969

19.11.1969: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8
(vgl. 12.11.1969, 9.12.1969) heraus.
=Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 19.11.1969

09.12.1969: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10
(vgl. 19.11.1969, 14.1.19709) heraus.
Erwähnung finden die Mieterprojektgruppe, der Arbeitskreis Sozialisation und
die Basisgruppe Jura.
=Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 9.12.1969

12.12.1969: 
An der LMU München enden die 17. Konventswahlen, die am 8.12. begannen. Laut
dem AStA habe die Liste der Fachschaften und Basisgruppen (KFB) an allen
Fakultäten außer der Tiermedizin gesiegt, an den philosophischen Fakultäten sei
gar ausschließlich die LFB gewählt worden.
=Münchner Studentenzeitung Nr.1,München 14.1.1970

05.01.1970: 
Für die DKP berichtet 'KM' vermutlich aus dieser Woche von der LMU:"
Bei den Konventswahlen an der Münchener Universität waren fünf der sechs
Kandidaten des Spartakus - Assoziation Marxistischer Studenten (AMS,d.Vf.) -
erfolgreich. Spartakus trat mit eigenem Programm innerhalb des linken
Wahlbündnisses LFB (Liste der Fachschaften und Basisgruppen) auf, das 41 von 54
Sitzen im Konvent gewann. Auf der ersten Konventssitzung legten die Vertreter
des Spartakus ein Arbeitsprogramm vor, das an der Arbeit des bisherigen,
ultralinks auftretenden AStA die mangelnde Verteidigung studentischer
Interessen kritisierte. Bei der Abstimmung wurde der bisherige AStA gegen die
Alternativvorstellungen des Spartakus mit 26 zu 24 Stimmen knapp bestätigt."
=Unsere Zeit Nr.3,Essen 15.3.1970,S.13

14.01.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 1
(vgl. 9.12.1969, 28.1.1970) heraus.
Berichtet wird von der Konventswahl an der LMU (vgl. 12.12.1969).
=Münchner Studentenzeitung Nr.1,München 14.1.1970

26.01.1970: 
In München erscheint erstmals das 'Rote Blatt' (vgl. 1.6.1970), herausgegeben
von den Roten Zellen Germanistik (Rotzeg) und Zeitungswissenschaften
(RotzZeiWi), der Basisgruppe Technologie und dem AStA der LMU.
=Münchner Studentenzeitung Nr.2,München 28.1.1970

28.01.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 2
(vgl. 14.1.1970, 11.2.1970) heraus.
Berichtet wird vom Erscheinen des 'Roten Blatt' in München (vgl. 26.1.1970)
sowie vom Initiativausschuß für eine Rote Zelle Pädagogik (PH).
=Münchner Studentenzeitung Nr.2,München 28.1.1970

11.02.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 3
(vgl. 28.1.1970, 27.5.1970) heraus.
Berichtet wird von den Kritischen Ökonomen (KritÖk) sowie . 26.1.1970) sowie
vom Initiativausschuß zur Gründung einer Roten Zelle Philosophie.
=Münchner Studentenzeitung Nr.3,München 11.2.1970

27.05.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6
(vgl. 11.2.1970, 16.6.1970) heraus.
Berichtet wird u.a. vom Initiativausschuß für eine Rote Zelle PH.
=Münchner Studentenzeitung Nr.6,München 27.5.1970

01.06.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.9 (vgl. 26.1.1970, 15.6.1970), für
das W. Bergmann verantwortlich zeichnet. Die Redaktion wird gebildet aus:
- Rote Zelle Zeitungswissenschaft (Rotz ZeiWi),
- Rote Zelle Germanistik (Rotzeg),
- Rote Zelle Jura (Rotzjur),
- Rote Zelle Philosophie (Rotzphil),
- Projektgruppe (PG) Technologie
und den Asten von Uni und TH. Die bisherige Auflage des 'Roten Blattes' von 600
Exemplaren sei nun auf 1000 gesteigert worden, man habe allein 350 Abos.

Zu den Kambodschademonstrationen werden Stellungnahmen von ABG und Roten Zellen
(vgl. 8.5.1970 und 25.5.1970) abgedruckt. Bekanntgegeben wird in diesem
Zusammenhang noch, daß die ABG im Vietnamkomitee für Frieden und
Befreiungskampf mitarbeiten.

Neben dem zweiten Teil des Berichts des Mieter- und Stadtteilarbeitsplenums
(MISPL), der u.a. auch zu einem bundesweiten Stadtteilarbeitsseminar in
Dortmund (vgl. 12.10.1970) verbreitet wird, finden auch noch Rote Zelle
International, Sozialistisches Informationszentrum (SIZ) und die Basisgruppe
(BG) Technologie Erwähnung, wobei Letztere wohl mit der PG Technologie aus der
Redaktion nah verwandt sein dürfte.
=Rotes Blatt Nr.9,München 1.6.1970

15.06.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.10 (vgl. 1.6.1970, 29.6.1970), für
das Sabine Eckle verantwortlich zeichnet. Die Redaktion konnte um die Rote
Zelle Medizin (Rotzmed) erweitert werden. Neben einer Kritik an der
Programmatischen Erklärung der ABG und den Äußerungen zur
Produktionswerttheorie in deren KAZ Nr.1 vom 1.5.1970, die diese Dokumente als
ökonomistisch angreift, wird noch ein Vorschlag für ein Schulungsprogramm der
Roten Zellen und eine Diskussionsgrundlage zur Schaffung einer Roten Hilfe (RH)
Organisation veröffentlicht.
=Rotes Blatt Nr.10,München 15.6.1970

16.06.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7
(vgl. 27.5.1970, 11.11.1970) heraus.
=Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 16.6.1970

29.06.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.11 (vgl. 15.6.1970, 13.7.1970),
für das Rolf Riester seinen Namen hergibt. Neben einem Aufruf zum morgigen
Protest gegen das Verbot des SDS Heidelberg wird ein Papier der Basisgruppe
Medizin (BG Med) zur Gründung einer Roten Zelle Medizin (Rotzmed) und die
Gründungserklärung der Roten Zelle Pädagogische Hochschule veröffentlicht.
Neben einem Artikel über die Studentenbewegung in Italien findet sich noch der
Bericht des Sozialistischen Informationszentrums (SIZ). Dort sind jüngst u.a.
eingegangen die 'Fragen des Marxismus-Leninismus' Nr.2 von Marxisten-Leninisten
an der FU Berlin, die 'Dokumente zum 1.Mai' vom Berliner Archiv Produktion und
die Äußerungen des SDS/ML Bochum zur Kulturrevolution.
=Rotes Blatt Nr.11,München 29.6.1970

30.06.1970: 
In München soll heute, laut 'Rotem Blatt', eine Demonstration und ein
Teach-In im Hörsaal 201 gegen das Verbot des SDS Heidelberg (vgl. 24.6.1970)
stattfinden (vgl. 13.7.1970).

Durch die OG München der KPD/ML-ZK und die Rote Garde (RG - vgl. 25.6.1970)
wurde aufgerufen zur Demonstration um 17 Uhr ab Geschwister-Scholl-Platz auf
der Route Hofgarten, Christoph-/Liebigstr., Trift/Thierschstr.,
Rosenheimerstr., Preysingstr., Metzstr., Weißenburgerpl., Franziskanerstr.,
Maria Hilf, Falkenstr., Edlingerpl., Sommerstr., Freibadstr., Giesingerberg,
Ichostr., Deisenhoferpl.

Anschließend (vgl. 6.7.1970) berichten die KPD/ML-ZK OG München und die RG:"
ERFOLGREICHE DEMONSTRATION

Zehntausende von Arbeitern und anderen Werktätigen, Lehrlinge, Studenten und
Schüler sind letzten Dienstag in Westdeutschland und Westberlin den Parolen und
Aufrufen der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten und
anderer revolutionärer Organisationen in den einzelnen Städten gefolgt.

In München demonstrierten rund 2 000 Menschen durch Lehel, Haidhausen, Au,
Giesing. Tausende von Arbeitern standen am Straßenrand oder in den Fenstern,
als der Demonstrationszug vorbeikam. Viele von ihnen äußerten ihre Zustimmung,
einige sogar reihten sich unter den revolutionären Parolen in den Zug ein.

UMFASSENDE VERSAMMLUNGS-, ORGANISATIONS- UND DEMONSTRATIONSFREIHEIT FÜR DIE
ARBEITERKLASSE IM BETRIEB UND AUF DER STRASSE!
ALLE MACHT IN DIESEM STAAT FÜR DAS PROLETARIAT!
AUCH KEIN SDS-VERBOT MACHT DEN KOMMUNISMUS TOT!
LASST EUCH DAS NICHT BIETEN: IMMER HÖHRE MIETEN!
und andere mehr.

Sie alle haben ihre Einheit und Entschlossenheit dem Verbot des SDS Heidelberg
entgegengestellt."
=KPD/ML-ZK-OG, RG München:Der Kommunismus läßt sich nicht verbieten,München
o.J. (Juni 1970),S.1f;
KPD/ML-ZK-OG, RG München:Erfolgreiche Demonstration,München o.J. (Juli
1970),S.1;
Rotes Blatt Nr.11,München 29.6.1970,S.*

13.07.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.12 (vgl. 29.6.1970, 27.7.1970), für
das Wolfgang Bergmann verantwortlich zeichnet. Die Redaktion konnte wiederum
erweitert werden und zwar um die Rote Zelle Pädagogik (Rotzpäd) und die Rote
Zelle Ökonomie (Rotzök).

Zur Demonstration gegen das Verbot des SDS Heidelberg wird die Rede der ABG zur
Demonstration und ein Papier der Politkommission der Rotzmed abgedruckt,
welches betont, daß man den selben Standpunkt wie die beiden assoziierten
ABG-Mitglieder habe. Die KPD/ML gehe permanent Bündnisse mit den ABG ein.

Die Rotzmed veröffentlicht auch noch ein Arbeitspapier, in dem u.a.
bekanntgegeben wird, daß sich die Basisgruppe Medizin (BGM) den ABG unterordnen
wollte. In der BGM habe es drei Ansätze gegeben, einen syndikalistischen, einen
theoretischen und einen auf Betriebsarbeit u.a. im Klinikum Großhadern
ausgerichteten.

Im SIZ sind u.a. eingegangen der 'Rote Kurs' des SDS Göttingen Nr.5 und vom
Juni/Juli, der 'Rote Pfeil' Nr.8, der auf die AMS Spartakus eingeht, die
'Arbeitermacht' der ML-Studenten in Bonn Nr.4, die sich mit der dortigen Rotzeg
beschäftigt, und der Bonner 'Rote Anfang', der von der Rotzeg herausgegeben
wird sowie Schriften der Roten Zelle Rechtswissenschaft Bochum.
=Rotes Blatt Nr.12,München 13.7.1970

27.07.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.13 (vgl. 13.7.1970, 28.9.1970), für
das wieder Wolfgang Bergmann verantwortlich ist. Eingegangen wird nochmals auf
die SDS Heidelberg Demonstration vom 30.6.1970, auf die Projektgruppe
Revisionismuskritik und die Gründungserklärung der Roten Zelle Pädagogik
(Rotzpäd). Im SIZ sind u.a. eingegangen die Bonner 'Arbeitermacht' Nr.5/6 zum
Übertritt einiger Genossen aus der Betriebsprojektgruppe zu KPD/ML-ZB und KJVD
und zu den Trotzkisten der Rotzeg Bonn, sowie die Kieler 'Rote Skizze' Nr.4,
über die Gründung der MLHO Kiel durch die Roten Zellen und die von den ML Mainz
herausgegebene 'Rote Methode' Nr.1.
=Rotes Blatt Nr.13,München 27.7.1970

28.09.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.14/15 (vgl. 27.7.1970, 13.10.1970),
welches nun von den Roten Zellen München (RZ) herausgegeben und von T.Seyfarth
verantwortet wird. In einem Beitrag zur Geschichte der Roten Zellen wird
ausgeführt, daß diese aus dem Dienstagsplenum entstanden seien, wo sich die
führenden Teile der Basisgruppen (BG) trafen. Ein Teil der BG
Zeitungswissenschaft habe z.B. die 'Oktoberland' gegründet, aus der dann die RZ
Zeiwi hervorgegangen sei.

Die Gruppierung Ungerstraße der Rotzeg setzt sich für eine Arbeitskonferenz
(AK) der RZ ein.

Eine "Erklärung der Initiativ Gruppe zur Gründung einer Roten Zelle" ist von
ehemaligen Mitgliedern der Projektgruppe Technologie (PGT bzw. PTM) verfaßt.
Die Mehrheit der PGT um G. Mergner habe ein bürgerliches Avantgardekonzept
(Gorter, Rühle, Pannekoek) und lehne das Parteikonzept ab, habe aber leider den
AStA in der Hand. Der dieser Mehrheit angehörende Politausschuß der PGT wolle
nun als Dutzendste Gruppe versuchen die Siemens Lehrlingsgruppe als Basis zu
okkupieren.

Anläßlich des Ausschlusses des KSB/ML von der Persiendemonstration wird u.a.
über die KPD/ML ausgeführt, daß in München die proletarischen Jugendlichen, bis
auf wenige, der Roten Garde wieder den Rücken kehrten. Aus Hamburg wird zu
diesem Anlaß noch der "Offene Brief des Zentralen  Aktivisten Kollektivs des
SALZ An die Genossen des KJVD und der 'KPD/ML' Hamburg" abgedruckt, der sich an
die KPD/ML-ZB bzw. den 'lieben Genossen Debus' wendet. Erwähnung findet auch
noch die Nr.1 des 'Schraubstocks' der OG Kassel der KPD/ML-ZB.
=Rotes Blatt Nr.14/15,München 28.9.1970

13.10.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.16/17 (vgl. 28.9.1970, 28.10.1970)
welches sich hauptseitig mit der Arbeitskonferenz (AK) der Roten Zellen (RZ)
München befaßt, für die auch die Projektgruppe Technologie (PGT bzw. PTM)
eintritt. Die Mitglieder der RZ hätten vor den Betrieben die Flugblätter der
ABG und deren 'KAZ' verbreitet, seien aber nicht an der Redaktion der 'KAZ'
beteiligt worden. Daraufhin habe man die Unterstützung der ABG eingestellt.
Das Ende eines Plattformgesprächs zwischen ABG und RZ sei zugleich der Anfang
der Arbeitskonferenz gewesen.

Die Rotzeg übt auch noch Kritik an den Äußerungen in der 'KAZ' zum Moskauer
Vertrag.
=Rotes Blatt Nr.16/17,München 13.10.1970;
ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen für
die Zeit von Mai 1970 bis zum März 1971,o.O. (München) o.J. (1971),S.38

28.10.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.18/19 (vgl. 13.10.1970,
11.11.1970) als Organ der Roten Zellen München. Neben den Äußerungen einer
Rotznatek(IG), deren Namen man vielleicht mit Rote Zelle
Naturwissenschaften/Technik (Initiativgruppe) übersetzen könnte, die aus der
Projektgruppe Technologie entstanden sein dürfte und diese kritisiert, wird die
Bildung eines Lehrlingsausschusses in der Rotzeg bekannt.

An einer Schulung wollen sich Rotzeg, Rotzmed, Rotzphil, Rotzangrom, Rotzök,
Rotzjur, IG Rotznatek und die Tiermediziner beteiligen.

Aus Berlin wird über ein Papier des Rotkol (Rote/s Kollektiv/e) proletarische
Erziehung berichtet, welches für die Jugendavantgarde eintrete. Eingegangen
wird darin auf die Jugendorganisationen Rote Garde, KJVD, SALZ, KJ/ML Hamburg,
RJ/ML, SDAJ und den trotzkistischen Spartacus. Auch das Rotkol Info 1 befasse
sich mit der Hamburger KJ/ML bzw. MLJ und trete ansonsten für den Aufbau einer
Unabhängigen Kommunistischen Jugend (UKJ) ein.
=Rotes Blatt Nr.18/19,München 28.10.1970

November 1970: 
In München gibt der KHB/ML seine Broschüre für Medizinstudenten, 'Am Puls'
heraus.
=KHB/ML:Am Puls,München Nov. 1970

11.11.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10
(vgl. 16.6.1970, 27.11.1970) heraus, in der sich u.a. mit den geplanten
Verboten der Roten Zellen befasst.
Aus München werden erwähnt die Roten Zellen Germanistik, Medizin,
Zeitungswissenschaft, Philosophie, Anglist/Romanistik, Ökonomie, Jura, Natek
(Naturwissenschaft und Technik?), Tiermedizin, Geschichte und Psychologie.
=Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 11.11.1970

11.11.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.20 (vgl. 28.10.1970, 2.12.1970). Die
Revolutionäre Arbeiterjugend (RAJ) München berichtet über ihre Tätigkeit im
Handwerksbereich und ihre Kampagne für 500 DM Lehrlingslohn, wofür sie
Flugblätter vor Berufsschulen und Betrieben verteilt habe. Tätig sei man auch
in der IGM und bei Agfa. Erfahrungen habe man u.a. mit der Schulung in der
Roten Garde (RG) gemacht, woraus man schließen könnte, daß die RAJ aus der RG
bzw. deren ehemaligen Mitgliedern entstanden sei, was uns gegenüber allerdings
wiederum von einem ehemaligen RG-Mitglied verneint wurde.
=Rotes Blatt Nr.20,München 11.11.1970;
Brief eines ehemaligen RG-Mitgliedes in München an die Verfasser (P.)

27.11.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 11
(vgl. 11.11.1970, 16.12.1970) heraus.
Berichtet wird durch die Rote Zelle Germanistik aus München-Harthof über die
Arbeit an Schulen sowie die ABG.
Erwähnung findet auch der Kommunistische Studentenbund (KSB) Göttingen.
=Münchner Studentenzeitung Nr.11,München 27.11.1970

02.12.1970: 
In München beschäftigt sich die Nr.21 des 'Roten Blattes' (vgl. 11.11.1970,
23.12.1970) der Roten Zellen, wofür E. Greifenstein verantwortlich zeichnet,
mit der Spaniendemonstration.
=Rotes Blatt Nr.21,München 2.12.1970

16.12.1970: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 12
(vgl. 27.11.1970, 21.4.1971) heraus.

Berichtet wird von der Konventswahl an der LMU, bei der die Liste der
Fachschaften und Basisgruppe / Rote Zellen (LFB/RZ) 37, die AMS Spartakus der
DKP 2, der RCDS der CSU 6, Unabhängige 11 sowie die Listen des
Gewerkschaftlichen Arbeitskreis (GAST) / SHB , der Sozialliberalen Studenten
(Jungdemokraten der FDP) je einen Sitz errungen hätten.
=Münchner Studentenzeitung Nr.12,München 16.12.1970

23.12.1970: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.22 (vgl. 2.12.1970, 1.2.1971) der
Roten Zellen welches sich mit Chile befaßt.
=Rotes Blatt Nr.22,München 23.12.1970

Januar 1971: 
Der AStA der Ruhr-Universität Bochum (RUB - vgl. 27.1.1971) berichtet
vermutlich aus dem Januar von der LMU:"
ASTA UND POLITISCHES MANDAT

München. Studentische Handlanger der CSU erhoben Klage vor dem
Verwaltungsgericht München: der Studentenschaft sollen politische Forderungen
und Stellungnahmen verboten werden, die über hochschulpolitische Belange
hinausgehen.

Die Entscheidung des Münchener Verwaltungsgerichts: der Studentenschaft der
Uni-München ist untersagt politische Forderungen zu erheben und Stellungnahmen
abzugeben, die sich nicht auf hochschulpolitische Angelegenheiten erstrecken.
Für den Fall der Zuwiderhandlung wird der Studentenschaft eine Geldstrafe in
unbestimmter Höhe angedroht.

Der AStA wird Berufung einlegen."
=Bochumer Studentenzeitung Nr.72,Bochum 27.1.1971,S.4

01.02.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.23/24 (vgl. 2.12.1970, 11.2.1971,
16.3.1971).
Neben dem Aufruf zur Demonstration gegen den US-Imperialismus am 6.2.1971 und
Artikeln über den chilenischen MIR und die Einheitsfronttaktik der KI und der
KPD bis 1945, wird auch ein Text der Revolutionären Arbeiterjugend (RAJ)
München abgedruckt. Dieser kommt zu dem Schluß, daß den Imperialismus bekämpfen
heiße, den Klassenkampf im eigenen Land zu führen. Ganz im Gegensatz zu den ABG
trete man selbst auch nicht für die Unterstützung der DKP ein.
=Rotes Blatt Nr.23/24,München 1.2.1971

08.02.1971: 
Nach eigenen Angaben erscheint in München ein Flugblatt des KSB/ML der
KPD/ML-ZK: "Kampf dem Revisionismus und Rechtsopportunismus der Agenten der DKP
in ABG und Roten Zellen". Danach haben bei der Demonstration am 6.2. Mitglieder
des Fünfergremiums der Roten Zellen München Fahnen, Fahnenstangen und
Transparente der KPD/ML-ZK stark beschädigt. Daran beteiligten sich "diverse
Elemente der RotzÖk, der RotzMed sowie deren ausgeschlossene ehemalige
Politkommission und der ehemalige Studentenführer Achim Jaudas" (vgl.
10.2.1971).
=KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf
den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J.
(1971)

10.02.1971: 
In München erscheint, laut KSB/ML der KPD/ML-ZK, vermutlich heute die
"Erklärung des Fünfer-Gremiums der Roten Zellen zu den Vorfällen auf der
Demonstration am 6.2.1971." (vgl. 8.2.1971, 11.2.1971). Danach haben sich
KPD/ML-ZK, KSB/ML München und Mitglieder der Roten Garde (RG) nicht an
Bündnisabsprachen gehalten.
Streitpunkt ist vor allem ein Transparent von KPD/ML-ZK, KSB/ML München und
Rote Garde, 'Einheitsfront gegen US-Imperialismus und sowjetischen
Sozialimperialismus'. Die Träger der Transparente wurden gezwungen, das
Transparent zu entfernen. In der Erklärung heißt es"
Die Vertreter der KPD/ML und des KSB/ML entblödeten sich nicht, alle übrigen
Teilnehmer der Demonstration als Ulbricht-Lakaien zu bezeichnen und die ABG als
Schwanz der DKP zu beschimpfen.
=KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf
den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J.
(12.2.1971)

11.02.1971: 
In München tritt, laut 'Rotem Blatt', das Fünfergremium der Roten Zellen
zurück, welches bisher die Redaktion des 'Roten Blattes' (vgl. 1.2.1971,
16.3.1971) bildete.

Laut KSB/ML München der KPD/ML-ZK ist eine "schleichende Krise in den Roten
Zellen offen ausgebrochen". Hintergrund ist wohl ein "konterrevolutionärer
Anschlag mehrerer Rotzellisten während der antiimperialistischen Demonstration
auf die Parole des KSB/ML: Einheitsfront gegen US- und Sozialimperialismus"
(vgl. 6.2.1971, 8.2.1971, 12.2.1971). Der KSB/ML meint, daß "ein neues
Fünfer-Gremium keinen Schritt weiter hilft" und ruft dazu auf, den KSB/ML zu
unterstützen.
=KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf
den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J.
(12.2.1971);
Rotes Blatt Nr.25/26/27,München 16.3.1971

12.02.1971: 
Der KSB/ML München der KPD/ML-ZK gibt vermutlich heute ein Flugblatt "Kampf
dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf den Handlangern des
modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen" zur Vietnamdemonstration am
6.2.1971, deren Vorbereitung (vgl. 25.1.1971) und deren Folgen für die Roten
Zellen (vgl. 11.2.1971) heraus. Laut KSB/ML hat sich in "den letzten Wochen der
ideologische Kampf zwischen KPD/ML einerseits, Arbeiter-Basis-Gruppen und Roten
Zellen andererseits immer mehr verschärft". ABG und Rote Zellen vertreten "eine
revisionistische Linie und spalten die Reihen der Arbeiter und
fortschrittlicher Kräfte".
=KSB/ML München:Kampf dem Imperialismus, Kampf dem Sozialimperialismus, Kampf
den Handlangern des modernen Revisionismus in ABG und Roten Zellen,München o.J.
(12.2.1971)

16.03.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.25/26/27 (vgl. 1.2.1971, 6.2.1971,
7.4.1971), für das Manfred Müller verantwortlich ist.
Zur Arbeitskonferenz äußern sich Rotzmed, die provisorische Politkommission der
Rotzphil, die für die Gründung eines politischen Initiativkomitees (IK)
eintritt und die Orgkommission der Rotzeg, die u.a. auf die Entstehung der
Rotzeg aus der Roten Basisgruppe Germanistik eingeht.
=Rotes Blatt Nr.25/26/27,München 16.3.1971

07.04.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.28 (vgl. 16.3.1971, 30.4.1971),
welches neben Äußerungen der Rotzphil auch noch einen Bericht der Rotzeg
enthält. In dieser bestehen danach neben dem, aus dem Sozialisationsausschuß
hervorgegangenem, Lehrlingsausschuß auch noch ein
Schulausschuß und Ausschüsse zur Arbeitskonferenz.
=Rotes Blatt Nr.28,München 7.4.1971

21.04.1971: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 3
(vgl. 16.12.1970, 7.7.1971) heraus. Berichtet wird von der VDS-MV (vgl.
18.3.1971).
=Münchner Studentenzeitung Nr.3,München 21.4.1971

30.04.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.29/30 (vgl. 7.4.1971, 9.6.1971).

Die BMW-Gruppe, die nun Gruppe Arbeitersache heißt, veröffentlicht eine
"Erklärung zur Spaltung der Arbeiterbasisgruppen" (vgl. 21.3.1971, 22.4.1971,
9.6.1971), wobei der Abdruck dieser Erklärung von der Rotzphil unterstützt
wird. Das ZK der ABG betreibe eine Diffamierung von BMW-Gruppe, Nordgruppe und
RAJ. Lügen verbreite das ZK mit der Behauptung von den 9 Betriebsgruppen und
dem 90% Anteil von Proletariern in den ABG. Seine Amtszeit habe das ZK schon um
ein halbes Jahr überzogen. Weiter wird noch ausgeführt:
"Die ABG sind kaum in den Betrieben verankert. Seit einem Jahr, seit das ZenK
im Amt ist, konnte nur eine neue Betriebsgruppe gegründet werden, die aber
vorher schon in Ansätzen als Branchengruppe bestand. Erst vor einem Monat
brachten zwei der drei bestehenden Betriebsgruppen ..., die Betriebszeitung
heraus." Benutzt werde ein "... Modell der Rekrutierung, das sich auf den Typus
des 'bewußtesten Arbeiters' bezieht." So "...brachte eine Betriebsgruppe bei
einem mehr als zweijährigen Bestehen erst jetzt eine Betriebszeitung heraus."

In einer "Erklärung der Redaktion" wird zum Abdruck dieses Textes u.a.
ausgeführt:
"Aufgrund eines DOPL-Beschlusses (Donnerstagsplenum der Roten Zellen München,
d.Vf.) und des Redaktionsstatutes des Roten Blattes, ist es jeder Roten Zelle
möglich, Artikel, die der ideologischen Auseinandersetzung innerhalb der Roten
Zellen dienen im Roten Blatt zu veröffentlichen. Die Redaktion ist nicht der
Meinung, daß die in dem BMW Papier angesprochenen Fragen zum demokratischen und
antifaschistischen Kampf kein Beitrag zur ideologischen Auseinandersetzung"
wären.
=Rotes Blatt Nr.29/30,München 30.4.1971

09.06.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.31/32 (vgl. 30.4.1971, 6.7.1971),
welches eine Erklärung des ZK der ABG zum Ausschluß der ehemaligen BMW-Gruppe
(jetzt Gruppe Arbeitersache München - ASM) enthält (vgl. 21.3.1971). U.a. heißt
es darin:"
Einige Mitglieder und Kandidaten der ABG haben im Zusammenhang mit dem
Ausschluß die Organisation verlassen."

Die Rotzphil begründet, warum sie sich nicht an der ABG-Demonstration am
8.5.1971 beteiligte und warum sie einen ideologischen Kampf gegen die ABG wegen
deren Einheitsfrontpositionen führe.
=Rotes Blatt Nr.31/32,München 9.6.1971

06.07.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.33 (vgl. 9.6.1971, 13.9.1971),
welches eine Erklärung von 14 Genossen (11 Mitglieder, 3 Kandidaten) zu ihrem
Austritt aus der Rotzeg enthält, die später die Rotzeg/ML bilden (vgl.
8.7.1971). Man sei gegen die Arbeitskonferenz der Roten Zellen und für den
Parteiaufbau. Die Revolutionäre Arbeiterjugend (RAJ) betreibe "Opportunismus in
der Organisationsfrage und ... handwerklerische Praxis".
=Rotes Blatt Nr.33,München 6.7.1971

07.07.1971: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7
(vgl. 21.4.1971, 20.10.1971) heraus.
=Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 7.7.1971

08.07.1971: 
In München zieht die Arbeitskonferenz (AK) Gruppierung der Roten Zellen aus
dem Donnerstagsplenum der Roten Zellen, nach dessen späteren Angaben, aus und
wird deswegen aus den Roten Zellen ausgeschlossen (vgl. 13.9.1971).
=Rotes Blatt Nr.34/35,München 13.9.1971

August 1971: 
Laut der Broschüre "500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und
Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse", die vom Zentralverband der Roten
Zellen (ZVROZ) in München herausgegeben wird, kristallisiert sich in der Rote
Zellen-Bewegung in München ca. bis zum Sommer 1971 "immer mehr eine Linie
heraus, deren Politik in der Hauptsache aus der Marxexegese bestand und die den
organisierten Kampf entweder überhaupt nicht ... oder aber aktionistisch"
anging. Die "antirevisionistische Linie spaltete sich
abermals". "Die Fraktion, die später den Zentralverband gründete, trat aus den
Roten Zellen aus (vgl. 8.7.1971,d.Vf.), die immer mehr dem Seminarmarxismus
verfielen. Gleichzeitig trat auch eine ganze Fraktion, die die Linie der
damaligen ML-Fraktion für richtig erkannte aus dem AStA zurück."
=ZVROZ:500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im
Dienst der herrschenden Klasse,München 1972,S.28f

01.09.1971: 
In München wird der Kommunistische Hochschulbund (ML) (KHB/ML) gegründet, der
nach späteren Angaben seiner Mutterorganisation (ABG) schon 'bald' über München
hinausreichte.
=AB:10 Jahre Antwort auf die Frage 'Was Tun?'.10 Jahre Arbeiterbund für den
Wiederaufbau der KPD,München 1980,S.38;
Kommunistische Arbeiterzeitung Nr.37/38,München Juli/Aug. 1973;
ABG:Rechenschaftsbericht des Zentralen Komitees der Arbeiter-Basis-Gruppen,
angenommen von der 3. ordentlichen Vollversammlung im Juni 1972,o.O. 1972,S.5

13.09.1971: 
In München erscheint das 'Rote Blatt' Nr.34/35 (vgl. 6.7.1971), für das Theo
Kröger verantwortlich zeichnet. Das 'Rote Blatt' ist nunmehr das Organ der auf
Donnerstagsplenum vertretenen Roten Zellen, bei denen es sich um Rotzeg/ML,
Rotzjur, Rotzzeiwi, Rotzmed, Rotzangrom, Rotzeps, und Projektgruppe Medizin an
der TU handele. Eingegangen wird auf die Spaltung der Roten Zellen München
(vgl. 8.7.1971). Rotzeg/ML, Rotzjur und Rotzzeiwi hätten ihre Unterstützung für
den KSV der KPD bekundet. Die Arbeitskonferenz (AK) Fraktion der Roten Zellen
stütze sich auf die Rotzeg und die Rotzök. Die AK-Fraktion unterstütze die
Gruppe Arbeitersache München (ASM). Die Anti-AK Fraktion habe Interfrak
geheißen. Ein Initiativkomitee zum Aufbau der Marxistisch-leninistischen
Hochschulgruppe (MLHG) München, welche den ABG zugeordnet sein sollte, sei
bereits nach zwei Tagen wieder aufgelöst worden (vgl. 1.9.1971).
=Rotes Blatt Nr.34/35,München 13.9.1971

20.10.1971: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8
(vgl. 7.7.1971, 10.11.1971) heraus.
Berichtet wird von der Spaltung der Roten Zellen München. Einerseits gibt es
die Inter-Fraktion mit den RZ Medizin, Anglistik/Romanistik, Psychologie,
Veterinärmedizin, Zeitungswissenschaft und Germanistik/ML. Einzelne Individuen
innerhalb dieser Fraktion, aber keine ganze Zelle unterstützen den KHB/ML der
ABG.

Die Arbeitskonferenz (AK)-Fraktion, die die AStA-Mehrheit hat, werde gebildet
von den RZ Germanistik, Geschichte, Ökonomie und Philosophie.

Berichtet wird über die Arbeitersache München (ASM) und deren Betriebsgruppen
im IGM-Bereich bei BMW, MAN und Siemens:
"Für die ROTEN ZELLEN der sogenannten AK-Fraktion, die den AStA unterstützen,
ist die ARBEITERSACHE die einzige ernstzunehmende Organisation die versucht in
München sozialistische Politik in den Fabriken und Stadtteilen aufzunehmen."
=Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 20.10.1971

27.10.1971: 
Aus der Roten Zelle Medizin (Rotzmed) an der LMU München, aus der wegen ihrem
Anschluß an die Interfrak schon 4 Mitglieder austraten, werden heute, laut AStA
der LMU (vgl. 10.11.1971), eine Reihe von KHB/ML-Anhängern ausgeschlossen, da
der größere Teil aus Sympathisanten des KSV der KPD besteht.
=Münchner Studentenzeitung Nr.9,München 10.11.1971

November 1971: 
In München geben KHB/ML und RSF die Nr.2 ihrer 'Kommunistischen Schüler-und
Studentenzeitung' (KSZ) heraus. In einer gemeinsamen Resolution von KHB/ML und
RSF wird festgehalten, daß diese von den ABG angeleitet werden. In München
hätten sich dagegen eine Reihe von Roten Zellen auf die abenteuerliche Linie
des KSV Berlin gestellt, der bisher im Hochschulrahmengesetz (HRG) auch noch
fortschrittliche Elemente gesehen habe, nun aber, in der 'RPK' Nr.137 (vgl.
16.10.1971), die Parole ausgegeben habe: "Kampf der reaktionär-bürokratischen
Hochschulreform!". Der KHB/ML will gegen das HRG ein Komitee gründen (vgl.
11.11.1971). Neben dem KSV und seinen Jüngern gebe es in München auch noch die
Gruppe um die 'Münchner Studenten Zeitung' (MSZ) und den MSB Spartakus, der
einen 'Unireport' herausgebe.

Ein Aufruf der Patriotischen Einheitsfront für eine demokratische Türkei (PEF)
zu einer Demonstration am 13.11.1971 wird sowohl von den ABG als auch von
KHB/ML und RSF unterstützt. Berichtet wird auch über die Iran-Aktionen in
München (vgl. 8.10.1971, 18.10.1971). Der PAA Albanien wird zum 30.Jahrestag
gratuliert (vgl. 1.11.1971).
=KSZ Nr.2,München Nov. 1971

10.11.1971: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 9
(vgl. 20.10.1971, 24.11.1971) nun auch Augsburg, Erlangen, Regensburg und
Würzburg heraus und berichtet von der Landesverbandskonferenz der bayrischen
Asten sowie der Roten Zelle Medizin München (vgl. 27.10.1971).
=Münchner Studentenzeitung Nr.9,München 10.11.1971

11.11.1971: 
In der Münchner TU Mensa möchte heute der KHB/ML ein Komitee "Kampf dem
reaktionären Hochschulrahmengesetz und Bafög" gründen.
=KSZ Nr.2,München Nov. 1971

24.11.1971: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10
(vgl. 10.11.1971, 10.5.1972) heraus.
Berichtet wird u.a. von den Roten Zellen Ökonomie, Geschichte und Philosophie.
=Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 24.11.1971

24.03.1972: 
In München demonstrieren, laut ABG, 2 500 Erzieher, Kindergärtnerinnen,
Sozialarbeiter, Fachoberschüler der evangelischen FOS, der FOS für
Sozialpädagogik und der FOS München sowie die streikenden Studenten der
Fachschule für Sozialarbeit gegen die Einführung des NC an der Fachhochschule.
Unterstützt wird die Aktion u.a. von RSF und KHB/ML.
=Kommunistische Arbeiter Zeitung Nr.22,München Apr. 1972;
Münchner Schüler Zeitung Nr.9,München Apr. 1972;
Roter Anzeiger Nr.8,München Apr. 1972

April 1972: 
Die Nr.6 der 'Kommunistischen Schüler- und Studentenzeitung' (KSZ) – Organ
des KHB/ML und der RSF der ABG erscheint in München. Zum 1.Mai wird u.a.
ausgeführt:"
Es ist die Pflicht der Kommunisten, in unserem Raum der Arbeiter-Basis-Gruppen,
sich an die Spitze dieses Kampfes zu stellen, der Arbeiterklasse den Weg zu
weisen zur sozialistischen Revolution. Die Arbeiter-Basis-Gruppen unterstützen
daher in vier bayerischen Städten die gewerkschaftlichen Kundgebungen und
führen anschließend eigene Veranstaltungen durch."
=Kommunistische Schüler und Studentenzeitung Nr.6,München Apr. 1972,S.11

19.04.1972: 
Die KPD berichtet heute:"
Die mit dem KSV sympathisierenden Organisationen an der Uni München und der Uni
Erlangen/Nürnberg, der Zentralverband der Roten Zellen (ZVROZ,d.Vf.) München
und die Roten Zellen an der Erlanger Uni, werden sich in die Demonstrationen
der Liga gegen den Imperialismus (LgdI,d.Vf.) in München und Nürnberg
einreihen, um am 1.Mai gemeinsam mit allen antiimperialistischen Menschen den
Kampf der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus und für den Sieg der
Völker Indochinas zu demonstrieren."
=Rote Fahne Nr.41,Dortmund 19.4.1972,S.5

03.05.1972: 
An der LMU München wird ein neuer AStA allein aus der Liste der Fachschaften
und Basisgruppen / Rote Zellen (LFB/RZ) gebildet.
=Münchner Studentenzeitung Nr.4,München 10.5.1972

10.05.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 4
(vgl. 24.11.1971, 30.5.1972) heraus.

Berichtet wird vom neuen AStA (vgl. 3.5.1972) sowie von der Institutszelle
Soziologie der Rotzök, der Institutszelle Politologie der AK-Fraktion und er
Sympathisantengruppe Psychologie der AK-Fraktion der Roten Zellen.
=Münchner Studentenzeitung Nr.4,München 10.5.1972

30.05.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 5
(vgl. 10.5.1972, 20.6.1972) heraus.

Berichtet wird von der Wahl zum Konvent an der LMU, bei der die Liste der
Fachschaften und Basisgruppen / Rote Zellen (LFB/RZ) 11, die ML bzw. der KSV
der KPD 5, der SHB 5, die GEW 6, der Gewerkschaftliche Arbeitskreis Studenten
(GAST) 2, Linksunabhängige 5, Rechtsunabhängige 8, die ADS (ex IDK) 4 sowie die
Vertreter der PHs Regensburg und Augsburg je einen Sitz erhalten.
=Münchner Studentenzeitung Nr.5,München 30.5.1972

Juni 1972: 
Wahrscheinlich im Juni 1972 wird vom Zentralverband der Roten Zellen in
München (ZVROZ) die Broschüre "500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität -
Forschung und Ausbildung im Dienst der herrschenden Klasse" herausgegeben.
=ZVROZ:500 Jahre Ludwig-Maximilian-Universität - Forschung und Ausbildung im
Dienst der herrschenden Klasse,München 1972

20.06.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 6
(vgl. 30.5.1972, 10.7.1972) heraus.

Berichtet wird u.a. von der Roten Zelle Jura-AK-Fraktion, den Roten Zellen
Germanistik und Ökonomie sowie der AK-Sympathisantengruppe am psychologischen
Institut.
=Münchner Studentenzeitung Nr.6,München 20.6.1972

10.07.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 7
(vgl. 20.6.1972, 31.10.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von der PH-Zelle der
AK-Fraktion.
=Münchner Studentenzeitung Nr.7,München 10.7.1972

Oktober 1972: 
In München nimmt, laut und mit KHB/ML der ABG, das Komitee gegen die
Verfolgung ausländischer Kommilitonen mit Beginn des Wintersemesters seine
Arbeit auf. Es trifft sich in den nächsten Monaten jeweils Montags in der
Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in der Kaulbachstr.22a.
=Kommunistische Studenten Zeitung Nr.13,München März/Apr. 1973

23.10.1972: 
In München erscheint die 'Neue Kritische Politik' Nr.5 (vgl. 3.2.1973). mit
dem Untertitel "Informationsorgan der Studentenschaft der Hochschule für
Politik München". Die Redaktion besteht aus H. Lotter, H. Kluth, H. Weise, X.
Brenner und C. Greller. Der Preis beträgt 1 DM, gedruckt wird bei Carodruck
Heidelberg.

Berichtet wird über GUPS- und GUPA-Verbot (vgl. 3.10.1972), über Ägypten und
Nordirland.

In der "Stellungnahme der Marxistisch-leninistischen Gruppe an der Hochschule
für Politik München zu den Bündnisverhandlungen in München" wird u.a. über die
Gruppe dargelegt, sie "befindet sich innerhalb der marxistisch-leninistischen
Bewegung in einem Orientierungsprozeß." Erwähnt werden die AK-Fraktion (vgl.
18.5.1972), die AGB, zu denen es auf Seite 5 heißt, sie seien "kommunistischen
Gruppen gegenüber bündnisfeindlich". Auf Seite 6 wird fortgefahren, die Gruppe
ABG "versucht Gruppen an sich zu binden, ohne sich ideologisch mit diesen
auseinandergesetzt zu haben."
=Neue Kritische Politik Nr.5,München 23.10.1972

31.10.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 8
(vgl. 10.7.1972, 12.12.1972) heraus. Berichtet wird u.a. von den Roten Zellen
Philosophie, Psychologie, Politologie, Germanistik und Jura der PH-Zelle der
AK-Fraktion sowie deren Institutszellen Pädagogik, PH, Geschichte, Medizin und
Soziologie der Rotzök, von der Sympathisantengruppe an der Kunstakademie und
der AK-Zelle Naturwissenschaftliche Fakultäten.
=Münchner Studentenzeitung Nr.8,München 31.10.1972

25.10.1972: 
Der Kommunistische Studentenverband (KSV - vgl. 25.10.1972) der KPD
berichtet, u.a. über sein heute erstmals erscheinendes Zentralorgan:"
die Herausgabe dieser Zeitung fällt zusammen mit der Einrichtung einer
Ortsleitung des KSV in München!"

Dies geschieht durch die Auflösung des Zentralverbandes der Roten Zellen
(ZVROZ).
=Dem Volke dienen Nr.1,Dortmund 25.10.1972,S.2 und 6

November 1972: 
Der Kommunistische Studentenverband (KSV) der KPD (vgl. 22.11.1972) berichtet
zentral aus Bonn vom Berufsverbot (BV) gegen Hannes Heer (vgl. 17.11.1972)
sowie vermutlich aus dem November über weitere Repressalien im
Hochschulbereich:"
In Lüneburg und München laufen Prozesse wegen Hausfriedensbruch und Nötigung."
=Dem Volke dienen Nr.3,Dortmund 22.11.1972,S.2

06.11.1972: 
An der Universität München (LMU) findet eine Konventssitzung statt auf der,
laut KHB/ML der ABG, Unterschriften für das Neun-Punkte Abkommen zu Vietnam
gesammelt werden.
=Roter Schrittmacher Nr.7,Regensburg Dez. 1972

27.11.1972: 
In dieser Woche beginnt, laut KPD, ein Streik an der TU München.
=Rote Fahne Nr.72,Dortmund 6.12.1972

Dezember 1972: 
An der Ludwig-Maxilians-Universität (LMU) München findet, laut KHB/ML der ABG
eine Uni-VV zum Bayrischen Hochschulgesetz (BHG) statt, auf der der MSB
Spartakus der DKP und Roten Zellen - AK-Fraktion gegen einen Warnstreik
eintreten.
=Kommunistische Studenten Zeitung Nr.11,München Jan. 1973

Dezember 1972: 
Der KHB/ML ruft in seiner 'Kommunistischen Studentenzeitung' Nr.10 (vgl.
15.1.1973) dazu auf, an der Uni München eine Demokratische Front (DF) zu
bilden. Diese Demokratische Front müsse gegen den RCDS gerichtet sein.
=Kommunistische Studentenzeitung Nr.10,München Dez. 1972

12.12.1972: 
Der AStA der LMU München gibt seine 'Münchner Studentenzeitung' (MSZ) Nr. 10
(vgl. 31.10.1972, 17.1.1973) heraus.
=Münchner Studentenzeitung Nr.10,München 12.12.1972

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